Visuelle und multimodale Metaphern: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Glossar der Bildphilosophie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Joerg R.J. Schirra (Diskussion | Beiträge)
Die Seite wurde neu angelegt: „<!-- "This is comment" --> <!--Vorlage für Unterpunkte--> <!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--> {{GlosHeader}} Kategorie:Unterpunkt <!--Ende…“
 
K Textersetzung - „{{GlosTab5}}↵<bibdummy>“ durch „{{GlosTab5}}“
 
(67 dazwischenliegende Versionen von 5 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
<!--  "This is comment"  -->
<!--  "This is comment"  -->
<!--Vorlage für Unterpunkte-->
<!--Vorlage für Unterpunkte-->
<!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern-->
<!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern-->
{{GlosHeader}}
{{GlosHeader}}
[[Kategorie:Unterpunkt]]
[[Kategorie:Unterpunkt]]
<!--Ende header-->
<!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht-->
[[Kategorie:Bild und rhetorische Figur]]
[[Kategorie:Bild und rhetorische Figur]]
<!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht-->
Unterpunkt zu: [[Bild und rhetorische Figur]]
Unterpunkt zu: [[Bild und rhetorische Figur]]
<!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein-->
<!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern-->
{{GlosTab1}}
{{GlosTab1}}
{{GlossarBoxMain}}
{{GlossarBoxMain}}
<!--Ende header-->
<!--Ab hier: eigentlicher Inhalt-->
==Unterschiedliche Perspektiven und Diszi&shy;plinen==


<!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen-->
Es gibt eine Vielzahl von Theorien, die sich aus unter&shy;schiedli&shy;chen Perspek&shy;tiven und auch aus unter&shy;schiedli&shy;chen Diszi&shy;plinen heraus der visu&shy;ellen Meta&shy;pher als einem der [[sprachliche Metaphern und allgemeine Metaphorologie|sprachli&shy;chen Meta&shy;pher]] verwand&shy;ten Phäno&shy;men anzu&shy;nähern versu&shy;chen.
=====Darstellung des gr. Zusammenhangs=====
In der Kunstwis&shy;senschaft lassen sich bereits seit Mitte des 20. Jahrhun&shy;derts Versu&shy;che ausma&shy;chen, die Figur der Meta&shy;pher als Mittel zur Bild&shy;ana&shy;lyse und -inter&shy;preta&shy;tion zu nutzen; oftmals handelt es sich dabei aller&shy;dings nicht um eigen&shy;ständi&shy;ge Theorien, sondern vielmehr um Instru&shy;mente für spezi&shy;fische Kontex&shy;te (<bib id='Gombrich 1978a'></bib>, <bib id='Imdahl 1985a'></bib>, <bib id='Wagner 1999a'></bib>). Hierbei werden oft einzel&shy;ne Theorien zur sprachli&shy;chen Meta&shy;pher heran&shy;gezo&shy;gen, die sich für den jewei&shy;ligen Kontext eignen; Gombrichs «Wertme&shy;taphern in der Bilden&shy;den Kunst» von 1952 stützt sich beispiels&shy;weise auf Aris&shy;tote&shy;les «Poetik» (vgl. <bib id='Gombrich 1978a'></bib>: S. 34-64), <bib id='Hausman 1989a'></bib> auf <bib id='Black 1954a'></bib>, <bib id='Wollheim 1987a'></bib> auf <bib id='Davidson 1978a'>David&shy;son 1978a</bib>). Dennoch werden auch wichti&shy;ge Grundla&shy;gen zur Annä&shy;herung an genuin bildhaf&shy;te Meta&shy;phern ent&shy;wickelt, wie beispiels&shy;weise die Unter&shy;scheidun&shy;gen zwischen&#8203; »Sehen-&#8203;als«&#8203; und&#8203; »Sehen-&#8203;in«&#8203; (<bib id='Wollheim 1982a'>Woll&shy;heim 1982a</bib>) und die Beto&shy;nung der bildhaf&shy;ten Simul&shy;tane&shy;ität zur Erzeu&shy;gung von Sinn (<bib id='Imdahl 1994a'></bib>, <bib id='Boehm 1994a'></bib>). Auch wenn die Meta&shy;pher als Export&shy;gut aus der Lingu&shy;istik immer wieder in den kunstwis&shy;senschaft&shy;lichen Diskurs rückt, bleibt ihre Stellung in diesem margi&shy;nal und ihr Poten&shy;tial wenig beach&shy;tet (<bib id='Bätschmann 1984a'>Bätsch&shy;mann 1984a</bib>, <bib id='Rimmele 2011a'>Rimme&shy;le 2011a</bib>).
:
Seit Goodman werden in der Kunstphi&shy;loso&shy;phie Formen visu&shy;eller Meta&shy;phori&shy;zität disku&shy;tiert. Vor allem die verschie&shy;denen Modi der Reprä&shy;senta&shy;tion-&#8203;als bzw. des Sehen-&#8203;als stehen im Zentrum vieler Ana&shy;lysen (vgl. <bib id='Goodman 1968a'></bib>, <bib id='Aldrich 1983a'></bib>, <bib id='Danto 1984a'></bib>, <bib id='Majetschak 2005a'>Maje&shy;tschak 2005a</bib>). Oftmals verlie&shy;ren die Begriffs&shy;bestim&shy;mungen aller&shy;dings an Kontur, da die Meta&shy;pher als Argu&shy;ment für die Wesens&shy;bestim&shy;mung der Kunst funktio&shy;nali&shy;siert wird, wie im Falle der Ausdrucks&shy;theorien von Danto und Aldrich. Beson&shy;ders wichtig auf dem Wege zur theore&shy;tischen Erfas&shy;sung der visu&shy;ellen Meta&shy;pher sind Goodmans Ausfüh&shy;rungen zur meta&shy;phori&shy;schen Exem&shy;plifi&shy;kation, anhand derer meta&shy;phori&shy;sche Prozes&shy;se in Bildern deutlich von an Bilder heran&shy;getra&shy;genen meta&shy;phori&shy;schen [[Prädikation|Prädi&shy;kati&shy;onen]] unter&shy;schieden werden können (⊳ auch [[Strukturbild|Struktur&shy;bild]]), und ande&shy;rerseits Carrolls Bestim&shy;mung der zentra&shy;len Aspek&shy;te visu&shy;eller Meta&shy;phern – wie Carroll selbst schreibt, der „most central and least contro&shy;versial core cases of visual meta&shy;phor“ (<bib id='Carroll 1994a'></bib>: S. 215), die eine struktu&shy;relle Verwandt&shy;schaft zur sprachli&shy;chen Meta&shy;pher auswei&shy;sen.
:
Aus semiotischer Perspektive wurde 2003 kriti&shy;siert, dass in der Meta&shy;phernfor&shy;schung kein neuer Ansatz gesucht werde, sondern stets nur die Über&shy;tragbar&shy;keit der sprachli&shy;chen Meta&shy;pher in ande&shy;re Phäno&shy;menbe&shy;reiche disku&shy;tiert werde.  Durch die semio&shy;tische Ana&shy;lyse non-&#8203;verba&shy;ler Meta&shy;phern wird versucht, einen Forschungs&shy;ansatz neben dem logo&shy;zentris&shy;tischen vorzu&shy;stellen, der vielleicht auch für die Ana&shy;lyse sprachli&shy;cher Meta&shy;phern fruchtbar sein könnte (<bib id='Johansen & Posner 2003a'>Johan&shy;sen & Posner 2003a</bib>: S. 4f., <bib id='Sonesson 2003a'>Sones&shy;son 2003a</bib>).
:
Seit den 1980er Jahren bieten kogni&shy;tivis&shy;tische Meta&shy;pherthe&shy;orien, wie sie vor allem von Lakoff und Johnson (<bib id='Lakoff & Johnson 1980a'></bib>) und später Lakoff und Turner (<bib id='Lakoff & Turner 1989a'></bib>) ent&shy;wickelt wurden, eine theore&shy;tische Grundla&shy;ge, die nicht schon von vorn herein eine lingu&shy;istische ist. Sie tragen dem Anspruch Rechnung, die Sprache als einzi&shy;gen Ausgangs&shy;punkt der Meta&shy;phernfor&shy;schung zu entkräf&shy;ten, der bereits von Danto (<bib id='Danto 1984a'></bib>: S. 267f.) und Carroll (<bib id='Carroll 1994a'></bib>: S. 205f.) formu&shy;liert wurde. Dem Para&shy;digma von Lakoff und Johnson folgend,
:
:''the essence of meta&shy;phor is under&shy;standing and expe&shy;rienc&shy;ing one kind of thing in terms of an&shy;other'' (<bib id='Lakoff & Johnson 1980a'></bib>: S. 5),
:
ist die Meta&shy;pher maßgeb&shy;lich ein Phäno&shy;men unseres Denkens (⊳ [[Image Schemata|Image Schemata]]). Force&shy;ville greift dieses Para&shy;digma in seinen Ana&shy;lysen bildhaf&shy;ter Meta&shy;phern auf (vgl. <bib id='Forceville 1996a'>Force&shy;ville 1996a</bib>, <bib id='Forceville 2005a'>Force&shy;ville 2005a</bib>, <bib id='Forceville 2006a'>Force&shy;ville 2006a</bib>), kriti&shy;siert es aber in dem Punkte, dass trotz der Offen&shy;heit der Fokus auf sprachli&shy;che Meta&shy;phern gerich&shy;tet ist und somit das genuin visu&shy;elle Poten&shy;tial der Meta&shy;pher weitest&shy;gehend nicht thema&shy;tisiert wird (<bib id='Forceville 2006a'>Force&shy;ville 2006a</bib>: S. 21f.).
:
[[Datei:Huss-1.jpg|thumb|Ab&shy;bil&shy;dung 1: Zeich&shy;nung des Au&shy;tors nach der Fo&shy;to&shy;mon&shy;ta&shy;ge «In&shy;gres’ Vi&shy;o&shy;lin» von Man Ray]]
For&shy;ce&shy;ville führt in die kog&shy;ni&shy;ti&shy;vis&shy;tisch ge&shy;präg&shy;te Me&shy;ta&shy;phern&shy;for&shy;schung die Un&shy;ter&shy;schei&shy;dung zwi&shy;schen mo&shy;no&shy;mo&shy;da&shy;len und mul&shy;ti&shy;mo&shy;da&shy;len Me&shy;ta&shy;phern ein. Ei&shy;ne ''mo&shy;no&shy;mo&shy;da&shy;le'' Me&shy;ta&shy;pher ha&shy;be den Quell- und Ziel&shy;be&shy;reich, zwi&shy;schen de&shy;nen im me&shy;ta&shy;pho&shy;ri&shy;schen Pro&shy;zess die Pro&shy;jek&shy;ti&shy;on von Ei&shy;gen&shy;schaf&shy;ten statt&shy;fin&shy;det, in der glei&shy;chen Mo&shy;da&shy;li&shy;tät (s. Abb. 1), ei&shy;ne ''mul&shy;ti&shy;mo&shy;da&shy;le'' Me&shy;ta&shy;pher hin&shy;ge&shy;gen in ver&shy;schie&shy;de&shy;nen Mo&shy;da&shy;li&shy;tä&shy;ten. Mul&shy;ti&shy;mo&shy;da&shy;le Me&shy;ta&shy;phern tau&shy;chen vor al&shy;lem in der [[Werbung|Wer&shy;bung]] auf, wie For&shy;ce&shy;vil&shy;les Ana&shy;ly&shy;sen zei&shy;gen. Ei&shy;ne Bild&shy;un&shy;ter&shy;schrift kann bei&shy;spiels&shy;wei&shy;se zu ei&shy;ner an&shy;de&shy;ren Les&shy;art des Dar&shy;ge&shy;stell&shy;ten auf&shy;for&shy;dern, nach der der Be&shy;trach&shy;ter Ei&shy;gen&shy;schaf&shy;ten des in den Wor&shy;ten be&shy;schrie&shy;be&shy;nen Phä&shy;no&shy;mens auf das Bild pro&shy;ji&shy;ziert. In&shy;dem die sprach&shy;li&shy;che Me&shy;ta&shy;pher als DIE Me&shy;ta&shy;pher ent&shy;thront wird und als mo&shy;no&shy;mo&shy;da&shy;le, wenn nicht als ihr Pro&shy;to&shy;typ, ne&shy;ben die vi&shy;su&shy;el&shy;le Me&shy;ta&shy;pher tritt, kann sich, so Force&shy;ville, die Erfor&shy;schung nicht-&#8203;sprachli&shy;cher Meta&shy;phern ihrer margi&shy;nalen Stellung erweh&shy;ren:
:
:''I will sketch how adopt&shy;ing the view that meta&shy;phors can as&shy;sume non-&#8203;verbal and multi&shy;modal appear&shy;ances can and should guide the research of a new gener&shy;ation of meta&shy;phor scholars'' (<bib id='Forceville 2006a'>Force&shy;ville 2006a</bib>: S. 22).


<!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen-->
<!--Anmerkung zwischen <ref> und </ref> im laufenden Text-->
<!--Literaturverweise im laufenden Text <bib id='Jonas 61a'>Jonas 1961</bib> -->
<!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen -->
<!--  ... (siehe Link "Sammlung" in Bibliographie-Box -->
<!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] -->


==Visuelle und multi&shy;moda&shy;le Meta&shy;phern==


In der Theoriebildung zur visu&shy;ellen Meta&shy;pher hat sich bis zum heuti&shy;gen Zeitpunkt kein Einheits&shy;modell etab&shy;liert, das allen Aspek&shy;ten visu&shy;eller Meta&shy;phorik oder den Fokus&shy;bildun&shy;gen der unter&shy;schiedli&shy;chen Diszi&shy;plinen vollends Rechnung tragen kann. In Force&shy;villes vorge&shy;stelltem Theorie&shy;rahmen zur non-&#8203;verba&shy;len und multi&shy;moda&shy;len Meta&shy;pher lässt sich aller&shy;dings ein erster Ansatz veror&shy;ten, eine Forschungs&shy;grundla&shy;ge für Meta&shy;phern außer&shy;halb der Sprache zu situ&shy;ieren, die sich der oft kriti&shy;sierten einfa&shy;chen Über&shy;tragung sprach&shy;wissen&shy;schaftli&shy;cher Theorien und deren eklek&shy;tische Auswahl erweh&shy;ren kann. Im Folgen&shy;den sollen zentra&shy;le Aspek&shy;te visu&shy;eller Meta&shy;phorik und theore&shy;tische Proble&shy;me vorge&shy;stellt werden, die für die bishe&shy;rige Forschung zur visu&shy;ellen Meta&shy;pher von zentra&shy;ler Bedeu&shy;tung sind und eine Grundla&shy;ge zur Annä&shy;herung an das Phäno&shy;men darstel&shy;len.
:
Zwei wesentliche Arten meta&shy;phori&shy;scher Prozes&shy;se in Bildern können unter&shy;schieden werden: einer&shy;seits die Reprä&shy;senta&shy;tion-&#8203;als und ande&shy;rerseits die Über&shy;schneidung oder Über&shy;lage&shy;rung zu einer Mischform.
:
Die ''Repräsentation-als'' bezeich&shy;net die [[Darstellung|Darstel&shy;lung]] eines Bild&shy;ele&shy;ments durch Attri&shy;bute eines ande&shy;ren Ele&shy;ments. Bereits Wollheim fixier&shy;te diesen Bild&shy;prozess mit dem Ausdruck ‘Sehen-&#8203;als’ („seeing as“, <bib id='Wollheim 1982a'></bib>), der von Aldrich aufge&shy;griffen wurde (<bib id='Aldrich 1983a'></bib>) und bei Danto (<bib id='Danto 1984a'></bib>) als ‘Reprä&shy;senta&shy;tion-&#8203;als’ und später bei Maje&shy;tschak (<bib id='Majetschak 2005a'>Maje&shy;tschak 2005a</bib>) wieder auftaucht. Einem Beispiel von Danto folgend, kann in dem Bildnis Napo&shy;leons als römi&shy;scher Kaiser eine Reprä&shy;senta&shy;tion-&#8203;als gese&shy;hen werden, da Napo&shy;leon kein römi&shy;scher Kaiser war und die Darstel&shy;lung ihn als einen solchen sehen lässt. Hierbei werden Attri&shy;bute eines römi&shy;schen Kaisers in einem meta&shy;phori&shy;schen Prozess auf Napo&shy;leon über&shy;tragen (vgl. <bib id='Danto 1984a'></bib>, Kpt. 7). Danto prägt für diesen Prozess den Begriff der&#8203; »Trans&shy;figu&shy;ration«&#8203; (<bib id='Danto 1984a'></bib>: S. 256) anstelle von&#8203; »Trans&shy;forma&shy;tion«.
:
Die ''Überschneidung'' als zweite wesent&shy;liche Art meta&shy;phori&shy;scher Prozes&shy;se im Bild taucht erstmals bei Carroll in einer genau&shy;en Ana&shy;lyse visu&shy;eller Meta&shy;phern auf, die er mit der Über&shy;lage&shy;rung („super&shy;impo&shy;sition“, <bib id='Carroll 1994a'></bib>: S. 196) als Kern visu&shy;eller Meta&shy;phorik beschreibt. Diese Über&shy;lage&shy;rung erzeu&shy;ge eine räumlich-&#8203;homo&shy;gene („homo&shy;spatial“, <bib id='Carroll 1994a'></bib>: S.190) Einheit, in der beide Teile sowohl getrennt als auch simul&shy;tan wahrge&shy;nommen werden können. Als Beispiel dafür mag Man Rays [http://www.getty.edu/art/gettyguide/artObjectDetails?artobj=61240 «Le Violon d'Ingres»] von 1924 dienen, eine Foto&shy;grafie, die einen weibli&shy;chen Rücken&shy;akt mit den F-Löchern eines Streich&shy;instru&shy;ments zeigt. Maje&shy;tschak sieht diese Form der bildhaf&shy;ten Meta&shy;phori&shy;zität als Sonder&shy;fall der Reprä&shy;senta&shy;tion-&#8203;als, da durch eine „visu&shy;elle Inver&shy;sion“ (<bib id='Majetschak 2005a'>Maje&shy;tschak 2005a</bib>: S. 249) unver&shy;einba&shy;re Dinge vereint werden. Beide Auto&shy;ren unter&shy;scheiden sich aller&shy;dings in dem Punkte, dass Maje&shy;tschak den Wittgen&shy;steinschen Hase-&#8203;Ente-&#8203;Kopf als Beispiel dieser Art von meta&shy;phori&shy;schem Prozess sieht, während Carroll den H-E-&#8203;Kopf deutlich ausgrenzt, da sich beide Figu&shy;ren nur getrennt und nicht simul&shy;tan wahrneh&shy;men lassen (zum H-E-&#8203;Kopf vgl. auch ⊳ [[Kippbild]]).
:
Zentrale Frage in der Diskussion visu&shy;eller Meta&shy;phern ist, ob im non-&#8203;verba&shy;len Bereich eine der ‘A ist B’-Form der sprachli&shy;chen Meta&shy;pher struktu&shy;rell ähnli&shy;che Form vorliegt. Eine visu&shy;elle Meta&shy;pher in dieser Form zu verba&shy;lisie&shy;ren bedeu&shy;tet oftmals eine Verschie&shy;bung ihrer Bedeu&shy;tung. Nicht-&#8203;sprachli&shy;che Meta&shy;phern können keine [[Proposition|propo&shy;sitio&shy;nalen]] Gehal&shy;te erzeu&shy;gen und daher auch nicht wahr oder falsch im logi&shy;schen Sinne sein (vgl. <bib id='Danto 1984a'></bib>, <bib id='Carroll 1994a'></bib>, <bib id='Carroll 1996a'></bib>, <bib id='Sonesson 2003a'>Sones&shy;son 2003a</bib>, <bib id='Forceville 1996a'>Force&shy;ville 1996a</bib>, <bib id='Forceville 2005a'>Force&shy;ville 2005a</bib>, <bib id='Forceville 2006a'>Force&shy;ville 2006a</bib>). Carroll sieht in der physikalischen Unvereinbarkeit („physically non&shy;compos&shy;sible“, <bib id='Carroll 1994a'></bib>: S. 199) der Über&shy;schneidung eine der Falsch&shy;heit sprachli&shy;cher Meta&shy;phern vergleich&shy;bare Möglich&shy;keit, eine Ano&shy;malie zu erzeu&shy;gen. In ähnli&shy;cher Weise nähert sich Sones&shy;son dieser Proble&shy;matik an – aller&shy;dings ohne genau&shy;ere Bestim&shy;mung –, indem er von einem Verstoß gegen die „Syntax der Dinge“ (<bib id='Sonesson 2003a'>Sones&shy;son 2003a</bib>: S. 32) spricht. Force&shy;ville nähert sich diesem zentra&shy;len Problem visu&shy;eller Meta&shy;phorik über das Konzept des simul&shy;tanen Einset&shy;zens („simul&shy;taneous cueing“, <bib id='Forceville 2006a'>Force&shy;ville 2006a</bib>: S. 31) an, durch das eine der Struktur der sprachli&shy;chen Meta&shy;pher verwand&shy;te Form erreicht werden kann: „Filling a schematic slot unex&shy;pect&shy;edly“ (<bib id='Forceville 2006a'>Force&shy;ville 2006a</bib>: S. 31).
:
Theoretischer Dissens herrscht beson&shy;ders bei der Frage der Direk&shy;tiona&shy;lität visu&shy;eller Meta&shy;phern. Während Carroll einräumt, dass der meta&shy;phori&shy;sche Prozess vieler seiner Beispie&shy;le symmet&shy;risch und daher bidi&shy;rektio&shy;nal sei (<bib id='Carroll 1994a'></bib>), argu&shy;mentiert Sones&shy;son, die Lesart einer visu&shy;ellen Meta&shy;pher sei kontext&shy;abhän&shy;gig (<bib id='Sonesson 2003a'>Sones&shy;son 2003a</bib>). Hausman geht als Folge&shy;rung aus seiner Inter&shy;preta&shy;tion der Inter&shy;aktions&shy;theorie der Meta&shy;pher von Black (<bib id='Black 1954a'></bib>) grundle&shy;gend von einer Rever&shy;sibi&shy;lität visu&shy;eller Meta&shy;phern aus (<bib id='Hausman 1989a'></bib>). Force&shy;ville kriti&shy;siert die Annah&shy;me der mögli&shy;chen Symme&shy;trie visu&shy;eller Meta&shy;phern: Bei vielen visu&shy;ellen Meta&shy;phern, vor allem in der Kunst, könne nicht genau zwischen Quell- und Zielbe&shy;reich unter&shy;schieden werden. Dies hieße aller&shy;dings nicht, visu&shy;elle Meta&shy;phern seien symme&shy;trisch, sondern ledig&shy;lich, dass sich zwei verschie&shy;dene Lesar&shy;ten und somit zwei verschie&shy;dene Meta&shy;phern erken&shy;nen lassen können (vgl. <bib id='Forceville 1996a'>Force&shy;ville 1996a</bib>, <bib id='Forceville 2006a'>Force&shy;ville 2006a</bib>).
:
Bei Repräsentationen-als und bei Überschnei&shy;dungen können nicht nur visu&shy;elle Eigen&shy;schaften der zusam&shy;menge&shy;brachten Ele&shy;mente im meta&shy;phori&shy;schen Prozess über&shy;tragen werden. Beson&shy;ders Force&shy;ville und Sones&shy;son beto&shy;nen die [[Kontext|Kontext&shy;abhän&shy;gigkeit]] inner&shy;halb des Über&shy;tragungs&shy;prozes&shy;ses. Grundle&shy;gend wirke sich auch das Genre (z.B. Werbung, Science-&#8203;Fiction-&#8203;Film) auf die meta&shy;phori&shy;sche Projek&shy;tion und ferner auf die Erkenn&shy;barkeit visu&shy;eller Meta&shy;phern aus (<bib id='Forceville 2006a'>Force&shy;ville 2006a</bib>). Im Falle der Werke der [[bildende Kunst|bilden&shy;den Kunst]] spielen zudem [[Ikonografie, Ikonologie, Ikonik|ikono&shy;graphi&shy;sche]] Konven&shy;tionen eine starke Rolle – neben allge&shy;meinen kultu&shy;rellen Kenntnis&shy;sen wie im Falle des Bildnis&shy;ses Napo&shy;leons als römi&shy;scher Kaiser –, weshalb Maje&shy;tschak den Bedarf zur Erfor&shy;schung visu&shy;eller Meta&shy;phorik vor allem in einer „meta&shy;phernthe&shy;ore&shy;tisch orien&shy;tierte(n) Iko&shy;nogra&shy;phie“ (<bib id='Majetschak 2005a'>Maje&shy;tschak 2005a</bib>: S. 249) sieht.




=====Engere Begriffsbestimmung=====
==Anschlußprobleme: Exempli&shy;fika&shy;tion, Multi&shy;media&shy;lität, tote Meta&shy;phern==


<!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen-->
Neben der Frage nach meta&shy;phori&shy;schen Prozes&shy;sen in Bildern lässt sich auch die Frage stellen, ob Bilder als Ganzes eine Meta&shy;pher sein können. Zu sagen, ein Bild sei eine Meta&shy;pher für Traurig&shy;keit, lässt sich verkür&shy;zen zur Annah&shy;me, ein Bild sei traurig. Goodman bezeich&shy;net derar&shy;tige Fälle als meta&shy;phori&shy;sche [[Referenz, Denotation, Exemplifikation|Exem&shy;plifi&shy;kation]], denn ein Bild könne Traurig&shy;keit nicht buchstäb&shy;lich, sondern nur meta&shy;phorisch exem&shy;plifi&shy;zieren (<bib id='Goodman 1968a'></bib>, vgl. auch <bib id='Aldrich 1983a'></bib>, <bib id='Danto 1984a'></bib> und resü&shy;mierend <bib id='Carroll 1999a'></bib>). 
:
Zur Erforschung non-verbaler und multi&shy;moda&shy;ler Meta&shy;phern orien&shy;tiert Force&shy;ville sich außer an der »concep&shy;tual meta&shy;phor theory« von Lakoff und Turner an der neue&shy;ren Multi&shy;media&shy;litäts&shy;debat&shy;te ( ⊳ [[Sprach-Bild-Bezüge|Sprach-&shy;Bild-&shy;Bezü&shy;ge]]).
:
Die Annahme, auch visuelle Meta&shy;phern können wie sprachli&shy;che Meta&shy;phern “abster&shy;ben” und durch häufi&shy;gen Gebrauch konven&shy;tiona&shy;lisiert werden, zieht sich wie ein roten Faden durch die verschie&shy;denen Ansät&shy;ze und bietet einen Ausgangs&shy;punkt, um Über&shy;gänge und Unter&shy;schiede zwischen visu&shy;ellen Meta&shy;phern und Symbo&shy;len heraus&shy;zuar&shy;beiten.


 
{{GlossarSiehe}}
=====optional Beispiele=====
* [[Bildende Kunst]]
 
* [[Darstellung und Repräsentation]]
<!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen-->
* [[Ikonografie, Ikonologie, Ikonik]]
 
* [[Image Schemata]]
 
* [[Kippbild]]
=====Auswirkungen auf andere Begriffe=====
* [[Kontext]]
 
* [[Prädikation]]
<!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen-->
* [[Proposition]]
* [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]
* [[Sprach-Bild-Bezüge]]
* [[Sprachliche Metaphern und allgemeine Metaphorologie]]
* [[Strukturbild]]
* [[Werbung]]


<!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern-->
<!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern-->
Zeile 50: Zeile 77:
{{GlosTab2}}
{{GlosTab2}}
{{GlosTab3}}
{{GlosTab3}}
''Ausgabe 1: 2013''
{{GlosTab4}}
''Verantwortlich:''  
''Verantwortlich:''  


<!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen-->
* [[Benutzer:Till-Julian Huss|Huss, Till Julian]]
[[Benutzer:XXX]]
 
{{GlosTab4}}
''Lektorat:''
* [[Benutzer:Dimitri Liebsch|Liebsch, Dimitri]]
{{GlosTab5}}
<!--den Schluß nicht verändern-->
<!--den Schluß nicht verändern-->
{{GlosEnd}}
{{GlosEndB}}
<!--Das war's-->
<!--Das war's-->

Aktuelle Version vom 22. Januar 2024, 13:53 Uhr

Unterpunkt zu: Bild und rhetorische Figur


Unterschiedliche Perspektiven und Diszi­plinen

Es gibt eine Vielzahl von Theorien, die sich aus unter­schiedli­chen Perspek­tiven und auch aus unter­schiedli­chen Diszi­plinen heraus der visu­ellen Meta­pher als einem der sprachli­chen Meta­pher verwand­ten Phäno­men anzu­nähern versu­chen. In der Kunstwis­senschaft lassen sich bereits seit Mitte des 20. Jahrhun­derts Versu­che ausma­chen, die Figur der Meta­pher als Mittel zur Bild­ana­lyse und -inter­preta­tion zu nutzen; oftmals handelt es sich dabei aller­dings nicht um eigen­ständi­ge Theorien, sondern vielmehr um Instru­mente für spezi­fische Kontex­te ([Gombrich 1978a]Gombrich, Ernst H. (1978): Meditationen über ein Steckenpferd. Von den Wurzeln und Grenzen der Kunst. Suhrkamp, Frankfurt/M.
, [Imdahl 1985a]Imdahl, Max (1985): Picassos Guernica. Insel, Frankfurt/M.
, [Wagner 1999a]Wagner, Christoph (1999): Farbe und Metapher. Gebr.Mann, Berlin.
). Hierbei werden oft einzel­ne Theorien zur sprachli­chen Meta­pher heran­gezo­gen, die sich für den jewei­ligen Kontext eignen; Gombrichs «Wertme­taphern in der Bilden­den Kunst» von 1952 stützt sich beispiels­weise auf Aris­tote­les «Poetik» (vgl. [Gombrich 1978a]Gombrich, Ernst H. (1978): Meditationen über ein Steckenpferd. Von den Wurzeln und Grenzen der Kunst. Suhrkamp, Frankfurt/M.
: S. 34-64), [Hausman 1989a]Hausman, Carl R. (1989): Metaphor and Art. Cambridge University Press, Cambridge.
auf [Black 1954a]Black, Max (1983): Die Metapher (1954). In: Haverkamp, A. (Hg.), Theorie der Metapher. WBG, Darmstadt.
, [Wollheim 1987a]Wollheim, Richard (1987): Painting, Metaphor, and the Body: Titian, Bellini, De Kooning, etc.. In: Wollheim, R. (Hg.), Painting as an Art. Princeton University Press, Princeton.
auf [Davidson 1978a]Davidson, Donald (1984): What Metaphors Mean (1978). In: Davidson, D. (Hg.), Inquiries into Truth and Interpretation. Clarendon, Oxford.
). Dennoch werden auch wichti­ge Grundla­gen zur Annä­herung an genuin bildhaf­te Meta­phern ent­wickelt, wie beispiels­weise die Unter­scheidun­gen zwischen​ »Sehen-​als«​ und​ »Sehen-​in«​ ([Wollheim 1982a]Wollheim, Richard (1982): Sehen-als, sehen-in und bildliche Darstellung. In: Wollheim, R. (Hg.), Objekte der Kunst. Suhrkamp, Frankfurt/M.
Nicht angezeigt: übersetzt von Looser, Max
) und die Beto­nung der bildhaf­ten Simul­tane­ität zur Erzeu­gung von Sinn ([Imdahl 1994a]Imdahl, Max (1994): Ikonik: Bilder und ihre Anschauung. In: Böhm, G. (Hg.), Was ist ein Bild?. Fink, München.
, [Boehm 1994a]Boehm, Gottfried (1994): Die Wiederkehr der Bilder. In: Boehm, G. (Hg.), Was ist ein Bild?. Fink, München.
). Auch wenn die Meta­pher als Export­gut aus der Lingu­istik immer wieder in den kunstwis­senschaft­lichen Diskurs rückt, bleibt ihre Stellung in diesem margi­nal und ihr Poten­tial wenig beach­tet ([Bätschmann 1984a]Bätschmann, Oskar (1984): Einführung in die kunstgeschichtliche Hermeneutik. WBG, Darmstadt.
, [Rimmele 2011a]Rimmele, Marius (2011): „Metapher“ als Metapher. E-Journal kunsttexte.de, 1.
Webadresse: kunsttexte.de/index.php?id=711&idartikel=37860&volume=37742&zu=121&L=0
).

Seit Goodman werden in der Kunstphi­loso­phie Formen visu­eller Meta­phori­zität disku­tiert. Vor allem die verschie­denen Modi der Reprä­senta­tion-​als bzw. des Sehen-​als stehen im Zentrum vieler Ana­lysen (vgl. [Goodman 1968a]Goodman, Nelson (1968): Languages of Art. Hackett, Indianapolis.
Notiz: 2. rev. Aufl. 1976
Nicht angezeigt: dt.: Sprachen der Kunst. Frankfurt/M.: Suhrkamp, 1998
, [Aldrich 1983a]Aldrich, Virgil C. (1983): Visuelle Metapher. In: Haverkamp, A. (Hg.), Theorie der Metapher. WBG, Darmstadt.
, [Danto 1984a]Danto, Arthur C. (1984): Die Verklärung des Gewöhnlichen. Suhrkamp, Frankfurt/M.
, [Majetschak 2005a]Majetschak, Stefan (2005): Sichtbare Metaphern. In: Hoppe-Sailer, R. (Hg.), Logik der Bilder. Reimer, Berlin.
). Oftmals verlie­ren die Begriffs­bestim­mungen aller­dings an Kontur, da die Meta­pher als Argu­ment für die Wesens­bestim­mung der Kunst funktio­nali­siert wird, wie im Falle der Ausdrucks­theorien von Danto und Aldrich. Beson­ders wichtig auf dem Wege zur theore­tischen Erfas­sung der visu­ellen Meta­pher sind Goodmans Ausfüh­rungen zur meta­phori­schen Exem­plifi­kation, anhand derer meta­phori­sche Prozes­se in Bildern deutlich von an Bilder heran­getra­genen meta­phori­schen Prädi­kati­onen unter­schieden werden können (⊳ auch Struktur­bild), und ande­rerseits Carrolls Bestim­mung der zentra­len Aspek­te visu­eller Meta­phern – wie Carroll selbst schreibt, der „most central and least contro­versial core cases of visual meta­phor“ ([Carroll 1994a]Carroll, Noël (1994): Visual Metaphor. In: Hintikka, J. (Hg.), Aspects of Metaphor. Kluwer, Boston.
: S. 215), die eine struktu­relle Verwandt­schaft zur sprachli­chen Meta­pher auswei­sen.

Aus semiotischer Perspektive wurde 2003 kriti­siert, dass in der Meta­phernfor­schung kein neuer Ansatz gesucht werde, sondern stets nur die Über­tragbar­keit der sprachli­chen Meta­pher in ande­re Phäno­menbe­reiche disku­tiert werde. Durch die semio­tische Ana­lyse non-​verba­ler Meta­phern wird versucht, einen Forschungs­ansatz neben dem logo­zentris­tischen vorzu­stellen, der vielleicht auch für die Ana­lyse sprachli­cher Meta­phern fruchtbar sein könnte ([Johansen & Posner 2003a]Johansen, Jørgen Dines & Posner, Roland (2003): Einführung. Zeitschrift für Semiotik, 25, 1.
: S. 4f., [Sonesson 2003a]Sonesson, Göran (2003): Über Metaphern in Bildern. Zeitschrift für Semiotik, 25, 1.
).

Seit den 1980er Jahren bieten kogni­tivis­tische Meta­pherthe­orien, wie sie vor allem von Lakoff und Johnson ([Lakoff & Johnson 1980a]Lakoff, George & Johnson, Mark (1980): Metaphors We Live By. University of Chicago Press, Chicago & London.
) und später Lakoff und Turner ([Lakoff & Turner 1989a]Lakoff, George & Turner, Mark (1989): More than Cool Reason. University of Chicago Press, Chicago.
) ent­wickelt wurden, eine theore­tische Grundla­ge, die nicht schon von vorn herein eine lingu­istische ist. Sie tragen dem Anspruch Rechnung, die Sprache als einzi­gen Ausgangs­punkt der Meta­phernfor­schung zu entkräf­ten, der bereits von Danto ([Danto 1984a]Danto, Arthur C. (1984): Die Verklärung des Gewöhnlichen. Suhrkamp, Frankfurt/M.
: S. 267f.) und Carroll ([Carroll 1994a]Carroll, Noël (1994): Visual Metaphor. In: Hintikka, J. (Hg.), Aspects of Metaphor. Kluwer, Boston.
: S. 205f.) formu­liert wurde. Dem Para­digma von Lakoff und Johnson folgend,

the essence of meta­phor is under­standing and expe­rienc­ing one kind of thing in terms of an­other ([Lakoff & Johnson 1980a]Lakoff, George & Johnson, Mark (1980): Metaphors We Live By. University of Chicago Press, Chicago & London.
: S. 5),

ist die Meta­pher maßgeb­lich ein Phäno­men unseres Denkens (⊳ Image Schemata). Force­ville greift dieses Para­digma in seinen Ana­lysen bildhaf­ter Meta­phern auf (vgl. [Forceville 1996a]Forceville, Charles (1996): Pictorial Metaphor in Advertising. Routledge, London.
, [Forceville 2005a]Forceville, Charles (2005): Cognitive Linguistics and Multimodal Metaphor. In: Sachs-Hombach, K. (Hg.), Bildwissenschaft – Zwischen Reflexion und Anwendung. Halem, Köln.
, [Forceville 2006a]Forceville, Charles (2009): Non-verbal and Multimodal Metaphor in a Cognitivist Framework: Agendas for Research(2006). In: Forceville, C. & Urios-Aparisi, E. (Hg.), Multimodal Metaphor. De Gruyter, Berlin.
), kriti­siert es aber in dem Punkte, dass trotz der Offen­heit der Fokus auf sprachli­che Meta­phern gerich­tet ist und somit das genuin visu­elle Poten­tial der Meta­pher weitest­gehend nicht thema­tisiert wird ([Forceville 2006a]Forceville, Charles (2009): Non-verbal and Multimodal Metaphor in a Cognitivist Framework: Agendas for Research(2006). In: Forceville, C. & Urios-Aparisi, E. (Hg.), Multimodal Metaphor. De Gruyter, Berlin.
: S. 21f.).

Ab­bil­dung 1: Zeich­nung des Au­tors nach der Fo­to­mon­ta­ge «In­gres’ Vi­o­lin» von Man Ray

For­ce­ville führt in die kog­ni­ti­vis­tisch ge­präg­te Me­ta­phern­for­schung die Un­ter­schei­dung zwi­schen mo­no­mo­da­len und mul­ti­mo­da­len Me­ta­phern ein. Ei­ne mo­no­mo­da­le Me­ta­pher ha­be den Quell- und Ziel­be­reich, zwi­schen de­nen im me­ta­pho­ri­schen Pro­zess die Pro­jek­ti­on von Ei­gen­schaf­ten statt­fin­det, in der glei­chen Mo­da­li­tät (s. Abb. 1), ei­ne mul­ti­mo­da­le Me­ta­pher hin­ge­gen in ver­schie­de­nen Mo­da­li­tä­ten. Mul­ti­mo­da­le Me­ta­phern tau­chen vor al­lem in der Wer­bung auf, wie For­ce­vil­les Ana­ly­sen zei­gen. Ei­ne Bild­un­ter­schrift kann bei­spiels­wei­se zu ei­ner an­de­ren Les­art des Dar­ge­stell­ten auf­for­dern, nach der der Be­trach­ter Ei­gen­schaf­ten des in den Wor­ten be­schrie­be­nen Phä­no­mens auf das Bild pro­ji­ziert. In­dem die sprach­li­che Me­ta­pher als DIE Me­ta­pher ent­thront wird und als mo­no­mo­da­le, wenn nicht als ihr Pro­to­typ, ne­ben die vi­su­el­le Me­ta­pher tritt, kann sich, so Force­ville, die Erfor­schung nicht-​sprachli­cher Meta­phern ihrer margi­nalen Stellung erweh­ren:

I will sketch how adopt­ing the view that meta­phors can as­sume non-​verbal and multi­modal appear­ances can and should guide the research of a new gener­ation of meta­phor scholars ([Forceville 2006a]Forceville, Charles (2009): Non-verbal and Multimodal Metaphor in a Cognitivist Framework: Agendas for Research(2006). In: Forceville, C. & Urios-Aparisi, E. (Hg.), Multimodal Metaphor. De Gruyter, Berlin.
: S. 22).


Visuelle und multi­moda­le Meta­phern

In der Theoriebildung zur visu­ellen Meta­pher hat sich bis zum heuti­gen Zeitpunkt kein Einheits­modell etab­liert, das allen Aspek­ten visu­eller Meta­phorik oder den Fokus­bildun­gen der unter­schiedli­chen Diszi­plinen vollends Rechnung tragen kann. In Force­villes vorge­stelltem Theorie­rahmen zur non-​verba­len und multi­moda­len Meta­pher lässt sich aller­dings ein erster Ansatz veror­ten, eine Forschungs­grundla­ge für Meta­phern außer­halb der Sprache zu situ­ieren, die sich der oft kriti­sierten einfa­chen Über­tragung sprach­wissen­schaftli­cher Theorien und deren eklek­tische Auswahl erweh­ren kann. Im Folgen­den sollen zentra­le Aspek­te visu­eller Meta­phorik und theore­tische Proble­me vorge­stellt werden, die für die bishe­rige Forschung zur visu­ellen Meta­pher von zentra­ler Bedeu­tung sind und eine Grundla­ge zur Annä­herung an das Phäno­men darstel­len.

Zwei wesentliche Arten meta­phori­scher Prozes­se in Bildern können unter­schieden werden: einer­seits die Reprä­senta­tion-​als und ande­rerseits die Über­schneidung oder Über­lage­rung zu einer Mischform.

Die Repräsentation-als bezeich­net die Darstel­lung eines Bild­ele­ments durch Attri­bute eines ande­ren Ele­ments. Bereits Wollheim fixier­te diesen Bild­prozess mit dem Ausdruck ‘Sehen-​als’ („seeing as“, [Wollheim 1982a]Wollheim, Richard (1982): Sehen-als, sehen-in und bildliche Darstellung. In: Wollheim, R. (Hg.), Objekte der Kunst. Suhrkamp, Frankfurt/M.
Nicht angezeigt: übersetzt von Looser, Max
), der von Aldrich aufge­griffen wurde ([Aldrich 1983a]Aldrich, Virgil C. (1983): Visuelle Metapher. In: Haverkamp, A. (Hg.), Theorie der Metapher. WBG, Darmstadt.
) und bei Danto ([Danto 1984a]Danto, Arthur C. (1984): Die Verklärung des Gewöhnlichen. Suhrkamp, Frankfurt/M.
) als ‘Reprä­senta­tion-​als’ und später bei Maje­tschak ([Majetschak 2005a]Majetschak, Stefan (2005): Sichtbare Metaphern. In: Hoppe-Sailer, R. (Hg.), Logik der Bilder. Reimer, Berlin.
) wieder auftaucht. Einem Beispiel von Danto folgend, kann in dem Bildnis Napo­leons als römi­scher Kaiser eine Reprä­senta­tion-​als gese­hen werden, da Napo­leon kein römi­scher Kaiser war und die Darstel­lung ihn als einen solchen sehen lässt. Hierbei werden Attri­bute eines römi­schen Kaisers in einem meta­phori­schen Prozess auf Napo­leon über­tragen (vgl. [Danto 1984a]Danto, Arthur C. (1984): Die Verklärung des Gewöhnlichen. Suhrkamp, Frankfurt/M.
, Kpt. 7). Danto prägt für diesen Prozess den Begriff der​ »Trans­figu­ration«​ ([Danto 1984a]Danto, Arthur C. (1984): Die Verklärung des Gewöhnlichen. Suhrkamp, Frankfurt/M.
: S. 256) anstelle von​ »Trans­forma­tion«.

Die Überschneidung als zweite wesent­liche Art meta­phori­scher Prozes­se im Bild taucht erstmals bei Carroll in einer genau­en Ana­lyse visu­eller Meta­phern auf, die er mit der Über­lage­rung („super­impo­sition“, [Carroll 1994a]Carroll, Noël (1994): Visual Metaphor. In: Hintikka, J. (Hg.), Aspects of Metaphor. Kluwer, Boston.
: S. 196) als Kern visu­eller Meta­phorik beschreibt. Diese Über­lage­rung erzeu­ge eine räumlich-​homo­gene („homo­spatial“, [Carroll 1994a]Carroll, Noël (1994): Visual Metaphor. In: Hintikka, J. (Hg.), Aspects of Metaphor. Kluwer, Boston.
: S.190) Einheit, in der beide Teile sowohl getrennt als auch simul­tan wahrge­nommen werden können. Als Beispiel dafür mag Man Rays «Le Violon d'Ingres» von 1924 dienen, eine Foto­grafie, die einen weibli­chen Rücken­akt mit den F-Löchern eines Streich­instru­ments zeigt. Maje­tschak sieht diese Form der bildhaf­ten Meta­phori­zität als Sonder­fall der Reprä­senta­tion-​als, da durch eine „visu­elle Inver­sion“ ([Majetschak 2005a]Majetschak, Stefan (2005): Sichtbare Metaphern. In: Hoppe-Sailer, R. (Hg.), Logik der Bilder. Reimer, Berlin.
: S. 249) unver­einba­re Dinge vereint werden. Beide Auto­ren unter­scheiden sich aller­dings in dem Punkte, dass Maje­tschak den Wittgen­steinschen Hase-​Ente-​Kopf als Beispiel dieser Art von meta­phori­schem Prozess sieht, während Carroll den H-E-​Kopf deutlich ausgrenzt, da sich beide Figu­ren nur getrennt und nicht simul­tan wahrneh­men lassen (zum H-E-​Kopf vgl. auch ⊳ Kippbild).

Zentrale Frage in der Diskussion visu­eller Meta­phern ist, ob im non-​verba­len Bereich eine der ‘A ist B’-Form der sprachli­chen Meta­pher struktu­rell ähnli­che Form vorliegt. Eine visu­elle Meta­pher in dieser Form zu verba­lisie­ren bedeu­tet oftmals eine Verschie­bung ihrer Bedeu­tung. Nicht-​sprachli­che Meta­phern können keine propo­sitio­nalen Gehal­te erzeu­gen und daher auch nicht wahr oder falsch im logi­schen Sinne sein (vgl. [Danto 1984a]Danto, Arthur C. (1984): Die Verklärung des Gewöhnlichen. Suhrkamp, Frankfurt/M.
, [Carroll 1994a]Carroll, Noël (1994): Visual Metaphor. In: Hintikka, J. (Hg.), Aspects of Metaphor. Kluwer, Boston.
, [Carroll 1996a]Carroll, Noël (1996): A Note on Film Metaphor. In: Carrol, N. (Hg.), Theorizing the Moving Image. Cambridge University Press, Cambrigde.
, [Sonesson 2003a]Sonesson, Göran (2003): Über Metaphern in Bildern. Zeitschrift für Semiotik, 25, 1.
, [Forceville 1996a]Forceville, Charles (1996): Pictorial Metaphor in Advertising. Routledge, London.
, [Forceville 2005a]Forceville, Charles (2005): Cognitive Linguistics and Multimodal Metaphor. In: Sachs-Hombach, K. (Hg.), Bildwissenschaft – Zwischen Reflexion und Anwendung. Halem, Köln.
, [Forceville 2006a]Forceville, Charles (2009): Non-verbal and Multimodal Metaphor in a Cognitivist Framework: Agendas for Research(2006). In: Forceville, C. & Urios-Aparisi, E. (Hg.), Multimodal Metaphor. De Gruyter, Berlin.
). Carroll sieht in der physikalischen Unvereinbarkeit („physically non­compos­sible“, [Carroll 1994a]Carroll, Noël (1994): Visual Metaphor. In: Hintikka, J. (Hg.), Aspects of Metaphor. Kluwer, Boston.
: S. 199) der Über­schneidung eine der Falsch­heit sprachli­cher Meta­phern vergleich­bare Möglich­keit, eine Ano­malie zu erzeu­gen. In ähnli­cher Weise nähert sich Sones­son dieser Proble­matik an – aller­dings ohne genau­ere Bestim­mung –, indem er von einem Verstoß gegen die „Syntax der Dinge“ ([Sonesson 2003a]Sonesson, Göran (2003): Über Metaphern in Bildern. Zeitschrift für Semiotik, 25, 1.
: S. 32) spricht. Force­ville nähert sich diesem zentra­len Problem visu­eller Meta­phorik über das Konzept des simul­tanen Einset­zens („simul­taneous cueing“, [Forceville 2006a]Forceville, Charles (2009): Non-verbal and Multimodal Metaphor in a Cognitivist Framework: Agendas for Research(2006). In: Forceville, C. & Urios-Aparisi, E. (Hg.), Multimodal Metaphor. De Gruyter, Berlin.
: S. 31) an, durch das eine der Struktur der sprachli­chen Meta­pher verwand­te Form erreicht werden kann: „Filling a schematic slot unex­pect­edly“ ([Forceville 2006a]Forceville, Charles (2009): Non-verbal and Multimodal Metaphor in a Cognitivist Framework: Agendas for Research(2006). In: Forceville, C. & Urios-Aparisi, E. (Hg.), Multimodal Metaphor. De Gruyter, Berlin.
: S. 31).

Theoretischer Dissens herrscht beson­ders bei der Frage der Direk­tiona­lität visu­eller Meta­phern. Während Carroll einräumt, dass der meta­phori­sche Prozess vieler seiner Beispie­le symmet­risch und daher bidi­rektio­nal sei ([Carroll 1994a]Carroll, Noël (1994): Visual Metaphor. In: Hintikka, J. (Hg.), Aspects of Metaphor. Kluwer, Boston.
), argu­mentiert Sones­son, die Lesart einer visu­ellen Meta­pher sei kontext­abhän­gig ([Sonesson 2003a]Sonesson, Göran (2003): Über Metaphern in Bildern. Zeitschrift für Semiotik, 25, 1.
). Hausman geht als Folge­rung aus seiner Inter­preta­tion der Inter­aktions­theorie der Meta­pher von Black ([Black 1954a]Black, Max (1983): Die Metapher (1954). In: Haverkamp, A. (Hg.), Theorie der Metapher. WBG, Darmstadt.
) grundle­gend von einer Rever­sibi­lität visu­eller Meta­phern aus ([Hausman 1989a]Hausman, Carl R. (1989): Metaphor and Art. Cambridge University Press, Cambridge.
). Force­ville kriti­siert die Annah­me der mögli­chen Symme­trie visu­eller Meta­phern: Bei vielen visu­ellen Meta­phern, vor allem in der Kunst, könne nicht genau zwischen Quell- und Zielbe­reich unter­schieden werden. Dies hieße aller­dings nicht, visu­elle Meta­phern seien symme­trisch, sondern ledig­lich, dass sich zwei verschie­dene Lesar­ten und somit zwei verschie­dene Meta­phern erken­nen lassen können (vgl. [Forceville 1996a]Forceville, Charles (1996): Pictorial Metaphor in Advertising. Routledge, London.
, [Forceville 2006a]Forceville, Charles (2009): Non-verbal and Multimodal Metaphor in a Cognitivist Framework: Agendas for Research(2006). In: Forceville, C. & Urios-Aparisi, E. (Hg.), Multimodal Metaphor. De Gruyter, Berlin.
).

Bei Repräsentationen-als und bei Überschnei­dungen können nicht nur visu­elle Eigen­schaften der zusam­menge­brachten Ele­mente im meta­phori­schen Prozess über­tragen werden. Beson­ders Force­ville und Sones­son beto­nen die Kontext­abhän­gigkeit inner­halb des Über­tragungs­prozes­ses. Grundle­gend wirke sich auch das Genre (z.B. Werbung, Science-​Fiction-​Film) auf die meta­phori­sche Projek­tion und ferner auf die Erkenn­barkeit visu­eller Meta­phern aus ([Forceville 2006a]Forceville, Charles (2009): Non-verbal and Multimodal Metaphor in a Cognitivist Framework: Agendas for Research(2006). In: Forceville, C. & Urios-Aparisi, E. (Hg.), Multimodal Metaphor. De Gruyter, Berlin.
). Im Falle der Werke der bilden­den Kunst spielen zudem ikono­graphi­sche Konven­tionen eine starke Rolle – neben allge­meinen kultu­rellen Kenntnis­sen wie im Falle des Bildnis­ses Napo­leons als römi­scher Kaiser –, weshalb Maje­tschak den Bedarf zur Erfor­schung visu­eller Meta­phorik vor allem in einer „meta­phernthe­ore­tisch orien­tierte(n) Iko­nogra­phie“ ([Majetschak 2005a]Majetschak, Stefan (2005): Sichtbare Metaphern. In: Hoppe-Sailer, R. (Hg.), Logik der Bilder. Reimer, Berlin.
: S. 249) sieht.


Anschlußprobleme: Exempli­fika­tion, Multi­media­lität, tote Meta­phern

Neben der Frage nach meta­phori­schen Prozes­sen in Bildern lässt sich auch die Frage stellen, ob Bilder als Ganzes eine Meta­pher sein können. Zu sagen, ein Bild sei eine Meta­pher für Traurig­keit, lässt sich verkür­zen zur Annah­me, ein Bild sei traurig. Goodman bezeich­net derar­tige Fälle als meta­phori­sche Exem­plifi­kation, denn ein Bild könne Traurig­keit nicht buchstäb­lich, sondern nur meta­phorisch exem­plifi­zieren ([Goodman 1968a]Goodman, Nelson (1968): Languages of Art. Hackett, Indianapolis.
Notiz: 2. rev. Aufl. 1976
Nicht angezeigt: dt.: Sprachen der Kunst. Frankfurt/M.: Suhrkamp, 1998
, vgl. auch [Aldrich 1983a]Aldrich, Virgil C. (1983): Visuelle Metapher. In: Haverkamp, A. (Hg.), Theorie der Metapher. WBG, Darmstadt.
, [Danto 1984a]Danto, Arthur C. (1984): Die Verklärung des Gewöhnlichen. Suhrkamp, Frankfurt/M.
und resü­mierend [Carroll 1999a]Carroll, Noël (1999): Philosophy of Art. Routledge, New York.
).

Zur Erforschung non-verbaler und multi­moda­ler Meta­phern orien­tiert Force­ville sich außer an der »concep­tual meta­phor theory« von Lakoff und Turner an der neue­ren Multi­media­litäts­debat­te ( ⊳ Sprach-­Bild-­Bezü­ge).

Die Annahme, auch visuelle Meta­phern können wie sprachli­che Meta­phern “abster­ben” und durch häufi­gen Gebrauch konven­tiona­lisiert werden, zieht sich wie ein roten Faden durch die verschie­denen Ansät­ze und bietet einen Ausgangs­punkt, um Über­gänge und Unter­schiede zwischen visu­ellen Meta­phern und Symbo­len heraus­zuar­beiten.

Anmerkungen
Literatur
[Aldrich 1983a]Aldrich, Virgil C. (1983): Visuelle Metapher. In: Haverkamp, A. (Hg.), Theorie der Metapher. WBG, Darmstadt.[Black 1954a]Black, Max (1983): Die Metapher (1954). In: Haverkamp, A. (Hg.), Theorie der Metapher. WBG, Darmstadt.[Boehm 1994a]Boehm, Gottfried (1994): Die Wiederkehr der Bilder. In: Boehm, G. (Hg.), Was ist ein Bild?. Fink, München.[Bätschmann 1984a]Bätschmann, Oskar (1984): Einführung in die kunstgeschichtliche Hermeneutik. WBG, Darmstadt.[Carroll 1994a]Carroll, Noël (1994): Visual Metaphor. In: Hintikka, J. (Hg.), Aspects of Metaphor. Kluwer, Boston.[Carroll 1996a]Carroll, Noël (1996): A Note on Film Metaphor. In: Carrol, N. (Hg.), Theorizing the Moving Image. Cambridge University Press, Cambrigde.[Carroll 1999a]Carroll, Noël (1999): Philosophy of Art. Routledge, New York.[Danto 1984a]Danto, Arthur C. (1984): Die Verklärung des Gewöhnlichen. Suhrkamp, Frankfurt/M.[Davidson 1978a]Davidson, Donald (1984): What Metaphors Mean (1978). In: Davidson, D. (Hg.), Inquiries into Truth and Interpretation. Clarendon, Oxford.[Forceville 1996a]Forceville, Charles (1996): Pictorial Metaphor in Advertising. Routledge, London.[Forceville 2005a]Forceville, Charles (2005): Cognitive Linguistics and Multimodal Metaphor. In: Sachs-Hombach, K. (Hg.), Bildwissenschaft – Zwischen Reflexion und Anwendung. Halem, Köln.[Forceville 2006a]Forceville, Charles (2009): Non-verbal and Multimodal Metaphor in a Cognitivist Framework: Agendas for Research(2006). In: Forceville, C. & Urios-Aparisi, E. (Hg.), Multimodal Metaphor. De Gruyter, Berlin.[Gombrich 1978a]Gombrich, Ernst H. (1978): Meditationen über ein Steckenpferd. Von den Wurzeln und Grenzen der Kunst. Suhrkamp, Frankfurt/M.[Goodman 1968a]Goodman, Nelson (1968): Languages of Art. Hackett, Indianapolis.[Hausman 1989a]Hausman, Carl R. (1989): Metaphor and Art. Cambridge University Press, Cambridge.[Imdahl 1985a]Imdahl, Max (1985): Picassos Guernica. Insel, Frankfurt/M.[Imdahl 1994a]Imdahl, Max (1994): Ikonik: Bilder und ihre Anschauung. In: Böhm, G. (Hg.), Was ist ein Bild?. Fink, München.[Johansen & Posner 2003a]Johansen, Jørgen Dines & Posner, Roland (2003): Einführung. Zeitschrift für Semiotik, 25, 1.[Lakoff & Johnson 1980a]Lakoff, George & Johnson, Mark (1980): Metaphors We Live By. University of Chicago Press, Chicago & London.[Lakoff & Turner 1989a]Lakoff, George & Turner, Mark (1989): More than Cool Reason. University of Chicago Press, Chicago.[Majetschak 2005a]Majetschak, Stefan (2005): Sichtbare Metaphern. In: Hoppe-Sailer, R. (Hg.), Logik der Bilder. Reimer, Berlin.[Rimmele 2011a]Rimmele, Marius (2011): „Metapher“ als Metapher. E-Journal kunsttexte.de, 1.[Sonesson 2003a]Sonesson, Göran (2003): Über Metaphern in Bildern. Zeitschrift für Semiotik, 25, 1.[Wagner 1999a]Wagner, Christoph (1999): Farbe und Metapher. Gebr.Mann, Berlin.[Wollheim 1982a]Wollheim, Richard (1982): Sehen-als, sehen-in und bildliche Darstellung. In: Wollheim, R. (Hg.), Objekte der Kunst. Suhrkamp, Frankfurt/M.[Wollheim 1987a]Wollheim, Richard (1987): Painting, Metaphor, and the Body: Titian, Bellini, De Kooning, etc.. In: Wollheim, R. (Hg.), Painting as an Art. Princeton University Press, Princeton.

Ausgabe 1: 2013

Verantwortlich:

Lektorat:

Zitierhinweis:

Huss, Till Julian (2013). Visuelle und multimodale Metaphern. (Ausg. 1). In: Schirra, J.R.J.; Halawa, M. & Liebsch, D. (Hg.), Glossar der Bildphilosophie. (2012-2026). [bildglossar.org/index.php?title=Visuelle_und_multimodale_Metaphern].