Vexierbild: Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 15: | Zeile 15: | ||
: | : | ||
[[Datei:Drudel.png|thumb|Ab­bil­dung 2: Dru­del «Ein Me­xi­ka­ner mit Som­bre­ro brät sich zwei Spie­gel­ei­er»]] | [[Datei:Drudel.png|thumb|Ab­bil­dung 2: Dru­del «Ein Me­xi­ka­ner mit Som­bre­ro brät sich zwei Spie­gel­ei­er»]] | ||
Son­der­for­men der Ve­xier­bil­der sind die so ge­nann­ten ''un­mög­li­chen Bil­der'' (z.B. Pen­rose-​Drei­eck<ref>Vgl. et­wa [http://de.wikipedia.org/wiki/Penrose-Dreieck Wi­ki­pe­dia: Pen­rose-​Drei­eck].</ref>), die [[Anamorphose|Ana­mor­pho­sen]], die ei­nen Bild­in­halt nur un­ter ei­ner be­son­de­rer [[Perspektive und Projektion|Be­trach­ter­per­spek­ti­ve]] zei­gen,<ref>Be­rühm­tes­tes Bei­spiel für ei­ne Ana­mor­pho­se ist das Ge­mäl­de​ [ | Son­der­for­men der Ve­xier­bil­der sind die so ge­nann­ten ''un­mög­li­chen Bil­der'' (z.B. Pen­rose-​Drei­eck<ref>Vgl. et­wa [http://de.wikipedia.org/wiki/Penrose-Dreieck Wi­ki­pe­dia: Pen­rose-​Drei­eck].</ref>), die [[Anamorphose|Ana­mor­pho­sen]], die ei­nen Bild­in­halt nur un­ter ei­ner be­son­de­rer [[Perspektive und Projektion|Be­trach­ter­per­spek­ti­ve]] zei­gen,<ref>Be­rühm­tes­tes Bei­spiel für ei­ne Ana­mor­pho­se ist das Ge­mäl­de​ [http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Holbein-ambassadors.jpg?uselang=de «Die Ge­sand­ten»]​ von Hans Hol­bein dem Jün­ge­ren: Aus ei­nem fla­chen Win­kel von links be­trach­tet, kann in der merk­wür­dig er­schei­nen­den Form am un­te­ren Bild­rand ein To­ten­kopf er­kannt wer­den. </ref> das ''Um­kehr­bild'', bei dem sich die zwei­te Be­deu­tung (bei gleich­zei­ti­gem Ver­schwin­den der ers­ten In­ter­pre­ta­tion) erst of­fen­bart, wenn man den Bild­trä­ger auf den Kopf ge­stellt be­trach­tet, so­wie das ''Dru­del'', ein stark [[Abstraktion|ab­stra­hier­tes]] Rät­sel­bild, bei dem sich die zwei­te Les­art als Sicht aus für die – meist sehr cli­chee­haft – dar­ge­stell­ten Ob­jek­te un­ge­wöhn­li­chem Blick­win­kel er­gibt (Abb. 2). | ||
Version vom 21. Dezember 2013, 13:43 Uhr
Unterpunkt zu: Bildverwendungstypen
Zwei Bedeutungen als Basis eines BildrätselsDer Ausdruck ‘Vexierbild’ wird für Rätsel- oder Suchbilder verwendet, in denen der Betrachter über den ersten Augenschein hinaus einen oder mehrere zusätzliche Bildinhalte erkennen kann. Die Relationen zwischen den alternativen Bildinhalten variieren von versteckt (wie in Abb. 1) zu weitgehend offensichtlich (etwa den manieristischen assoziativen Gemälden Arcimboldos, etwa «Vertumnus», bei denen nur extreme Distanz oder Nähe zur Bildfläche zu einer deutlichen Bevorzugung einer Interpretation vor der anderen führen). Dabei schließen sich die verschiedenen Bedeutungsebenen zwar prinzipiell wechselseitig aus: Weder besteht ein Gesicht wirklich aus Früchten noch bildet eine bestimmte Anordnung von Früchten trotz aller Ähnlichkeit tatsächlich ein Gesicht. Gleichwohl ist die eine Lesart bei diesen Bildern auf das Vorhandensein der anderen begründet: Ohne “Felsen und Schnee” gäbe es in Abbildung 1 auch keine “Mustangs” zu sehen und umgekehrt. Sonderformen der Vexierbilder sind die so genannten unmöglichen Bilder (z.B. Penrose-Dreieck[1]), die Anamorphosen, die einen Bildinhalt nur unter einer besonderer Betrachterperspektive zeigen,[2] das Umkehrbild, bei dem sich die zweite Bedeutung (bei gleichzeitigem Verschwinden der ersten Interpretation) erst offenbart, wenn man den Bildträger auf den Kopf gestellt betrachtet, sowie das Drudel, ein stark abstrahiertes Rätselbild, bei dem sich die zweite Lesart als Sicht aus für die – meist sehr clicheehaft – dargestellten Objekte ungewöhnlichem Blickwinkel ergibt (Abb. 2).
Vexierbild und Kippbild![]() Mit den Vexierbildern verwandt sind die Kippfiguren oder Kippbilder, die nicht als Rätselbilder angelegt sind, aber ebenfalls mehr oder weniger deutlich zwei Inhalte relativ zur Figur-Grund-Differenzierung erkennen lassen. Sie werden in der Wahrnehmungspsychologie unter optische Täuschungen oder Wahrnehmungstäuschungen geführt und in der Regel im Zusammenhang mit den Gestaltgesetzen verhandelt ([Kalkofen 2006a]Kalkofen, Herrmann (2006): Inversion und Ambiguität. Ein Kapitel aus der psychologischen Optik. IMAGE 3. |
Anmerkungen
Literatur
[Kalkofen 2006a]Kalkofen, Herrmann (2006): Inversion und Ambiguität. Ein Kapitel aus der psychologischen Optik. IMAGE 3. Verantwortlich: Lektorat: Seitenbearbeitungen durch: Joerg R.J. Schirra, Stefan Kahl und Marcel Lemmes — (Hinweis) |


