Vexierbild: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Glossar der Bildphilosophie
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Joerg R.J. Schirra (Diskussion | Beiträge)
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[[Datei:Drudel.png|thumb|Ab­bil­dung 2: Dru­del «Ein Me­xi­ka­ner mit Som­bre­ro brät sich zwei Spie­gel­ei­er»]]
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Son&shy;der&shy;for&shy;men der Ve&shy;xier&shy;bil&shy;der sind die so ge&shy;nann&shy;ten ''un&shy;mög&shy;li&shy;chen Bil&shy;der'' (z.B. Pen&shy;rose-&#8203;Drei&shy;eck<ref>Vgl. et&shy;wa [http://de.wikipedia.org/wiki/Penrose-Dreieck Wi&shy;ki&shy;pe&shy;dia: Pen&shy;rose-&#8203;Drei&shy;eck].</ref>), die [[Anamorphose|Ana&shy;mor&shy;pho&shy;sen]], die ei&shy;nen Bild&shy;in&shy;halt nur un&shy;ter ei&shy;ner be&shy;son&shy;de&shy;rer [[Perspektive und Projektion|Be&shy;trach&shy;ter&shy;per&shy;spek&shy;ti&shy;ve]] zei&shy;gen,<ref>Be&shy;rühm&shy;tes&shy;tes Bei&shy;spiel für ei&shy;ne Ana&shy;mor&shy;pho&shy;se ist das Ge&shy;mäl&shy;de&#8203; «Die Ge&shy;sand&shy;ten»&#8203; von Hans Hol&shy;bein dem Jün&shy;ge&shy;ren: Aus ei&shy;nem fla&shy;chen Win&shy;kel von links be&shy;trach&shy;tet, kann in der merk&shy;wür&shy;dig er&shy;schei&shy;nen&shy;den Form am un&shy;te&shy;ren Bild&shy;rand ein To&shy;ten&shy;kopf er&shy;kannt wer&shy;den; vgl. [[:Datei:Die_Gesandten.jpg]].</ref> das ''Um&shy;kehr&shy;bild'', bei dem sich die zwei&shy;te Be&shy;deu&shy;tung (bei gleich&shy;zei&shy;ti&shy;gem Ver&shy;schwin&shy;den der ers&shy;ten In&shy;ter&shy;pre&shy;ta&shy;tion) erst of&shy;fen&shy;bart, wenn man den Bild&shy;trä&shy;ger auf den Kopf ge&shy;stellt be&shy;trach&shy;tet, so&shy;wie das ''Dru&shy;del'', ein stark [[Abstraktion|ab&shy;stra&shy;hier&shy;tes]] Rät&shy;sel&shy;bild, bei dem sich die zwei&shy;te Les&shy;art als Sicht aus für die – meist sehr cli&shy;chee&shy;haft – dar&shy;ge&shy;stell&shy;ten Ob&shy;jek&shy;te un&shy;ge&shy;wöhn&shy;li&shy;chem Blick&shy;win&shy;kel er&shy;gibt (Abb. 2).
Son&shy;der&shy;for&shy;men der Ve&shy;xier&shy;bil&shy;der sind die so ge&shy;nann&shy;ten ''un&shy;mög&shy;li&shy;chen Bil&shy;der'' (z.B. Pen&shy;rose-&#8203;Drei&shy;eck<ref>Vgl. et&shy;wa [http://de.wikipedia.org/wiki/Penrose-Dreieck Wi&shy;ki&shy;pe&shy;dia: Pen&shy;rose-&#8203;Drei&shy;eck].</ref>), die [[Anamorphose|Ana&shy;mor&shy;pho&shy;sen]], die ei&shy;nen Bild&shy;in&shy;halt nur un&shy;ter ei&shy;ner be&shy;son&shy;de&shy;rer [[Perspektive und Projektion|Be&shy;trach&shy;ter&shy;per&shy;spek&shy;ti&shy;ve]] zei&shy;gen,<ref>Be&shy;rühm&shy;tes&shy;tes Bei&shy;spiel für ei&shy;ne Ana&shy;mor&shy;pho&shy;se ist das Ge&shy;mäl&shy;de&#8203; [[:Datei:Die_Gesandten.jpg|«Die Ge&shy;sand&shy;ten»]]&#8203; von Hans Hol&shy;bein dem Jün&shy;ge&shy;ren: Aus ei&shy;nem fla&shy;chen Win&shy;kel von links be&shy;trach&shy;tet, kann in der merk&shy;wür&shy;dig er&shy;schei&shy;nen&shy;den Form am un&shy;te&shy;ren Bild&shy;rand ein To&shy;ten&shy;kopf er&shy;kannt wer&shy;den. </ref> das ''Um&shy;kehr&shy;bild'', bei dem sich die zwei&shy;te Be&shy;deu&shy;tung (bei gleich&shy;zei&shy;ti&shy;gem Ver&shy;schwin&shy;den der ers&shy;ten In&shy;ter&shy;pre&shy;ta&shy;tion) erst of&shy;fen&shy;bart, wenn man den Bild&shy;trä&shy;ger auf den Kopf ge&shy;stellt be&shy;trach&shy;tet, so&shy;wie das ''Dru&shy;del'', ein stark [[Abstraktion|ab&shy;stra&shy;hier&shy;tes]] Rät&shy;sel&shy;bild, bei dem sich die zwei&shy;te Les&shy;art als Sicht aus für die – meist sehr cli&shy;chee&shy;haft – dar&shy;ge&shy;stell&shy;ten Ob&shy;jek&shy;te un&shy;ge&shy;wöhn&shy;li&shy;chem Blick&shy;win&shy;kel er&shy;gibt (Abb. 2).





Version vom 21. Dezember 2013, 13:40 Uhr

Unterpunkt zu: Bildverwendungstypen


Zwei Bedeutungen als Basis eines Bild­rätsels

Ab­bildung 1: Rät­sel­bild «Pin­tos» von Bev Doo­litt­le, 1979

Der Aus­druck ‘Ve­xier­bild’ wird für Rät­sel- oder Such­bil­der ver­wen­det, in de­nen der Be­trach­ter über den ers­ten Au­gen­schein hi­naus ei­nen oder meh­re­re zu­sätz­li­che Bild­in­hal­te er­ken­nen kann. Die Re­la­ti­o­nen zwi­schen den al­ter­na­ti­ven Bild­in­hal­ten va­ri­ie­ren von ver­steckt (wie in Abb. 1) zu weit­ge­hend of­fen­sicht­lich (et­wa den ma­nie­ris­ti­schen as­so­zi­a­ti­ven Ge­mäl­den Ar­cim­bol­dos, et­wa «Ver­tum­nus», bei de­nen nur ex­tre­me Dis­tanz oder Nä­he zur Bild­flä­che zu ei­ner deut­li­chen Be­vor­zu­gung ei­ner In­ter­pre­ta­ti­on vor der an­de­ren füh­ren). Da­bei schlie­ßen sich die ver­schie­de­nen Be­deu­tungs­ebe­nen zwar prin­zi­pi­ell wech­sel­sei­tig aus: We­der be­steht ein Ge­sicht wirk­lich aus Früch­ten noch bil­det ei­ne be­stimm­te An­ord­nung von Früch­ten trotz al­ler Ähn­lich­keit tat­säch­lich ein Ge­sicht. Gleichwohl ist die eine Lesart bei diesen Bildern auf das Vorhan­densein der ande­ren begrün­det: Ohne “Felsen und Schnee” gäbe es in Abbil­dung 1 auch keine “Mustangs” zu sehen und umge­kehrt.

Ab­bil­dung 2: Dru­del «Ein Me­xi­ka­ner mit Som­bre­ro brät sich zwei Spie­gel­ei­er»

Son­der­for­men der Ve­xier­bil­der sind die so ge­nann­ten un­mög­li­chen Bil­der (z.B. Pen­rose-​Drei­eck[1]), die Ana­mor­pho­sen, die ei­nen Bild­in­halt nur un­ter ei­ner be­son­de­rer Be­trach­ter­per­spek­ti­ve zei­gen,[2] das Um­kehr­bild, bei dem sich die zwei­te Be­deu­tung (bei gleich­zei­ti­gem Ver­schwin­den der ers­ten In­ter­pre­ta­tion) erst of­fen­bart, wenn man den Bild­trä­ger auf den Kopf ge­stellt be­trach­tet, so­wie das Dru­del, ein stark ab­stra­hier­tes Rät­sel­bild, bei dem sich die zwei­te Les­art als Sicht aus für die – meist sehr cli­chee­haft – dar­ge­stell­ten Ob­jek­te un­ge­wöhn­li­chem Blick­win­kel er­gibt (Abb. 2).


Vexierbild und Kipp­bild

Ab­bil­dung 3: Die­se Kipp­figur («Va­se und Ge­sich­ter») wird dem dä­ni­schen Psy­cho­lo­gen Ed­gar J. Ru­bin zu­ge­schrie­ben

Mit den Ve­xier­bil­dern ver­wandt sind die Kipp­fi­gu­ren oder Kipp­bil­der, die nicht als Rät­sel­bil­der an­ge­legt sind, aber eben­falls mehr oder we­ni­ger deut­lich zwei In­hal­te re­la­tiv zur Fi­gur-​Grund-​Dif­fe­ren­zie­rung er­ken­nen las­sen. Sie wer­den in der Wahr­neh­mungs­psy­cho­lo­gie un­ter op­ti­sche Täu­schun­gen oder Wahr­neh­mungs­täu­schun­gen ge­führt und in der Re­gel im Zu­sam­men­hang mit den Ge­stalt­ge­set­zen ver­han­delt ([Kalkofen 2006a]Kalkofen, Herrmann (2006): Inversion und Ambiguität. Ein Kapitel aus der psychologischen Optik. IMAGE 3.
). Das so ge­nann­te​ «Ha­sen-​En­ten-​Bild»​ hat als Kipp­bild im Rah­men der Über­le­gun­gen von Witt­gen­stein als Bei­spiel für das As­pekt­se­hen phi­lo­so­phi­sche Be­rühmt­heit er­langt.

Anmerkungen
  1. ↑ Vgl. et­wa Wi­ki­pe­dia: Pen­rose-​Drei­eck.
  2. ↑ Be­rühm­tes­tes Bei­spiel für ei­ne Ana­mor­pho­se ist das Ge­mäl­de​ «Die Ge­sand­ten»​ von Hans Hol­bein dem Jün­ge­ren: Aus ei­nem fla­chen Win­kel von links be­trach­tet, kann in der merk­wür­dig er­schei­nen­den Form am un­te­ren Bild­rand ein To­ten­kopf er­kannt wer­den.
Literatur
[Kalkofen 2006a]Kalkofen, Herrmann (2006): Inversion und Ambiguität. Ein Kapitel aus der psychologischen Optik. IMAGE 3.

Verantwortlich:

Seitenbearbeitungen durch: Joerg R.J. Schirra, Stefan Kahl und Marcel Lemmes — (Hinweis)