Original: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Glossar der Bildphilosophie
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Dimitri Liebsch (Diskussion | Beiträge)
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Für das Thema des Originals besitzen mindestens drei, teils sich überlagernde Diskurse oder Praxisfelder Relevanz, und ihnen gemäß sind technische, juristische und ästhetische Aspekte zu berücksichtigen.<ref>In einer leicht abweichenden Perspektive führt Jens Häseler „künstlerisch-technische, ästhetische und wirtschaftliche Faktoren“ an (vgl. <bib id='Häseler 2002a'></bib>: S. 642).</ref> Auch deswegen ist die Rede vom Original oft vieldeutig.
Für das Thema des Originals besitzen mindestens drei, teils sich überlagernde Diskurse oder Praxisfelder Relevanz, und ihnen gemäß sind technische, juristische und ästhetische Aspekte zu berücksichtigen.<ref>In einer leicht abweichenden Perspektive führt Jens Häseler „künstlerisch-technische, ästhetische und wirtschaftliche Faktoren“ an (vgl. <bib id='Häseler 2002a'></bib>: S. 642).</ref> Auch deswegen ist die Rede vom Original oft vieldeutig.


In technischer Hinsicht ist das Original vor allem der Bezugspunkt für die Kopie: Das Original ist einerseits für die Kopie kausal (mit-)verantwortlich (⊳ [[Index]]), andererseits ist sie ihm [[Ähnlichkeit|ähnlich]]. Originale sind schon immer kopiert worden. Von Skulpturen wurden Güsse hergestellt, und Gemälde etwa lassen sich beispielsweise malerisch oder zeichnerisch reproduzieren. In der Entwicklung der Reproduktionstechniken, zu denen im Laufe der Zeit neben die manuellen mehr und mehr auch maschinelle, elektronische und IT-gestützte Techniken getreten sind, lässt sich eine Tendenz beobachten: Das Original profiliert sich in der Regel gegen eine immer schneller hergestellte und immer größere Anzahl von Kopien. Entscheidend zu dieser Tendenz beigetragen haben die [[Massenmedien|Massenmedien]] - oder genauer und detaillierter: seit dem 15. Jahrhundert der Buchdruck, der Holzschnitt, der Stich und die Radierung, seit dem Ende des 18. Jahrhunderts die Lithographie und die Zeitung, seit dem 19. Jahrhundert die Fotografie und das industrielle Druckraster sowie in jünger Zeit natürlich die EDV (vgl. <bib id='Rebel 2009a'></bib>: S. #). Der Effekt dieser Tendenz ist zweideutig. Das Original mag aufgrund seiner Einzigkeit gegenüber der durch die Kopien ausgelösten Inflation Kopien an Wert gewinnen; praktisch wird das Original jedoch zunehmend nutzloser, da der Blick auf das Original zumeist durch den auf eine der vorhandenen Kopien ersetzt werden kann.
In technischer Hinsicht ist das Original vor allem der Bezugspunkt für die Kopie: Das Original ist einerseits für die Kopie kausal (mit-)verantwortlich (⊳ [[Index]]), andererseits ist sie ihm [[Ähnlichkeit|ähnlich]]. Originale sind schon immer kopiert worden. Von Skulpturen wurden Güsse hergestellt, und Gemälde etwa lassen sich beispielsweise malerisch oder zeichnerisch reproduzieren. In der Entwicklung der Reproduktionstechniken, zu denen im Laufe der Zeit neben die manuellen mehr und mehr auch maschinelle, elektronische und IT-gestützte Techniken getreten sind, lässt sich eine Tendenz beobachten: Das Original profiliert sich in der Regel gegen eine immer schneller hergestellte und immer größere Anzahl von Kopien. Entscheidend zu dieser Tendenz beigetragen haben die [[Massenmedien|Massenmedien]] — oder genauer und detaillierter: seit dem 15. Jahrhundert der Buchdruck, der Holzschnitt, der Stich und die Radierung, seit dem Ende des 18. Jahrhunderts die Lithographie und die Zeitung, seit dem 19. Jahrhundert die Fotografie und das industrielle Druckraster sowie in jünger Zeit natürlich die EDV (vgl. <bib id='Rebel 2009a'></bib>: S. #). Der Effekt dieser Tendenz ist zweideutig. Das Original mag aufgrund seiner Einzigkeit gegenüber der durch die Kopien ausgelösten Inflation Kopien an Wert gewinnen; praktisch wird das Original jedoch zunehmend nutzloser, da der Blick auf das Original zumeist durch den auf eine der vorhandenen Kopien ersetzt werden kann.




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Young #
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Eine ausführliche Thematisierung des Originals findet sich auch in Walter Benjamins ''Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit'' aus den 1930er Jahren. Prämisse dieser Studie ist, dass [[Fotografie|Fotografie]] und [[Film|Film]] um 1900 eine Krise ausgelöst haben, und zwar sowohl in ihrer Eigenschaft als Reproduktions- wie auch als Produktionstechniken. Anstatt die seinerzeit übliche Frage zu stellen, ob und – wenn ja – inwiefern es sich bei diesen Techniken um Kunst handeln kann, kehrt Benjamin die Perspektive um und untersucht, in welchem Maße sie ihrerseits den „Gesamtcharakter der Kunst“ verändert haben (<bib id='Benjamin 1974a'></bib>: S. 486). Ihm zufolge gibt es bei Kunstwerken traditionell eine Qualität, die nicht reproduziert werden kann, nämlich die Echtheit.<ref>Es sind Werke der bildenden Kunst, also Bilder, Plastiken und Bauwerke, die eine derartige Qualität besitzen. Wie insbesondere die noch zu erörternde Symboltheorie Goodmans deutlich gemacht hat, ist die Suche nach dem ‚Hier und Jetzt des Originals’ in der Literatur und Musik nicht oder nur begrenzt sinnvoll; vgl. #.</ref> Zu ihr expliziert er: „Das Hier und Jetzt des Originals macht den Begriff seiner Echtheit aus, und auf deren Grund ihrerseits liegt die Vorstellung einer Tradition, welche dieses Objekt bis auf den heutigen Tag als ein Selbes und Identisches weitergeleitet hat.“ (<bib id='Benjamin 1974a'></bib>: S. 437). Während nach Benjamin der Status des Originals und die von ihm gestiftete Tradition – oder mit einem Wort: die „Aura“ – durch die manuelle Reproduktion nicht berührt werden, sieht er sie durch die massenweise Reproduktion per Fotografie oder grundsätzlich in Frage gestellt. „Erstens erweist sich die technische Reproduktion dem Original gegenüber selbständiger als die manuelle. Sie kann, beispielsweise, in der Photographie Ansichten des Originals hervorheben, die nur der verstellbaren und ihren Blickpunkt willkürlich wählenden Linse, nicht aber dem menschlichen Auge zugänglich sind, oder mit Hilfe gewisser Verfahren  wie der Vergrößerung und der Zeitlupe Bilder festhalten, die sich der natürlichen Optik schlechtweg entziehen. [...] Sie kann zudem zweitens das Abbild des Originals in Situationen bringen, die dem Originals selbst nicht erreichbar sind. Vor allem macht sie es möglich, dem Aufnehmenden entgegen zu kommen“ <bib id='Benjamin 1974a'></bib>: S. 476). Charakteristikum dieser technischen Reproduktionsformen ist es, das Original zu aktualisieren und (in Gestalt von Kopien) überall verfügbar machen. Qua Reproduktionstechniken untergraben Fotografie und Film demnach die zeitliche/historische und räumliche Besonderheit bestehender Originale; qua Produktionstechniken erzeugen sie andererseits keine weiteren Originale. mehr, denn in Bezug auf die fotografische Platte - und mutatis mutatis den Film - gilt, "die Frage nach dem echten Abzug hat keinen Sinn"  (<bib id='Benjamin 1974a'></bib>: S. 482). Im Rahmen von Benjamins kulturrevolutionärem ist
Eine ausführliche Thematisierung des Originals findet sich auch in Walter Benjamins ''Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit'' aus den 1930er Jahren. Prämisse dieser Studie ist, dass [[Fotografie|Fotografie]] und [[Film|Film]] um 1900 eine Krise ausgelöst haben, und zwar sowohl in ihrer Eigenschaft als Reproduktions- wie auch als Produktionstechniken. Anstatt die seinerzeit übliche Frage zu stellen, ob und – wenn ja – inwiefern es sich bei diesen Techniken um Kunst handeln kann, kehrt Benjamin die Perspektive um und untersucht, in welchem Maße sie ihrerseits den „Gesamtcharakter der Kunst“ verändert haben (<bib id='Benjamin 1974a'></bib>: S. 486). Ihm zufolge gibt es bei Kunstwerken traditionell eine Qualität, die nicht reproduziert werden kann, nämlich die Echtheit.<ref>Es sind Werke der bildenden Kunst, also Bilder, Plastiken und Bauwerke, die eine derartige Qualität besitzen. Wie insbesondere die noch zu erörternde Symboltheorie Goodmans deutlich gemacht hat, ist die Suche nach dem ‚Hier und Jetzt des Originals’ in der Literatur und Musik nicht oder nur begrenzt sinnvoll; vgl. #.</ref> Zu ihr expliziert er: „Das Hier und Jetzt des Originals macht den Begriff seiner Echtheit aus, und auf deren Grund ihrerseits liegt die Vorstellung einer Tradition, welche dieses Objekt bis auf den heutigen Tag als ein Selbes und Identisches weitergeleitet hat.“ (<bib id='Benjamin 1974a'></bib>: S. 437). Während nach Benjamin der Status des Originals und die von ihm gestiftete Tradition – oder mit einem Wort: die „Aura“ – durch die manuelle Reproduktion nicht berührt werden, sieht er sie durch die massenweise Reproduktion per Fotografie oder grundsätzlich in Frage gestellt. „Erstens erweist sich die technische Reproduktion dem Original gegenüber selbständiger als die manuelle. Sie kann, beispielsweise, in der Photographie Ansichten des Originals hervorheben, die nur der verstellbaren und ihren Blickpunkt willkürlich wählenden Linse, nicht aber dem menschlichen Auge zugänglich sind, oder mit Hilfe gewisser Verfahren  wie der Vergrößerung und der Zeitlupe Bilder festhalten, die sich der natürlichen Optik schlechtweg entziehen. [...] Sie kann zudem zweitens das Abbild des Originals in Situationen bringen, die dem Originals selbst nicht erreichbar sind. Vor allem macht sie es möglich, dem Aufnehmenden entgegen zu kommen“ <bib id='Benjamin 1974a'></bib>: S. 476). Qua Reproduktionstechniken untergraben Fotografie und Film nach die zeitliche/historische und räumliche Besonderheit bestehender Originale; qua Produktionstechniken erzeugen sie keine neuen Originale im emphatischen Sinn mehr, sondern nur noch von vornherein auf Reproduktion angelegte Artefakte.   mehr, denn in Bezug auf die fotografische Platte - und mutatis mutatis den Film - gilt, "die Frage nach dem echten Abzug hat keinen Sinn"  (<bib id='Benjamin 1974a'></bib>: S. 482). Im Rahmen von Benjamins kulturrevolutionärem ist





Version vom 9. Dezember 2012, 23:34 Uhr

Unterpunkt zu: Bildsyntax


Etymologie und allgemeine Bedeutung/en

Der Ausdruck „Original“ und seine Pendants im Englischen, Französischen, Italienischen usw. leiten sich etymologisch von „origo“, dem lateinischen Wort für ‚Ursprung’ ab. Dem Grimmschen Wörterbuch zufolge ist ein Original etwas Ursprüngliches, entweder im Sinne des Eigentümlichen und Angeborenen oder aber im Gegensatz zu Kopie oder Nachahmung (⊳ Mimesis). Dieser Gegensatz ist nicht nur für schriftliche Artefakte von Belang, etwa bei Übersetzungen oder Abschriften eines Originals, sondern auch und gerade für Bilder, nämlich dann, wenn sie ein Vor- oder Urbild# nachbilden; wie etwa der Fall des Porträts zeigt, muss das Original jedoch nicht zwangsläufig selbst ein Bild# sein (vgl. [Grimm 1889a]Grimm, Jacob & Grimm, Wilhelm (Hg.) (1889): Deutsches Wörterbuch. Bd. 13: N – Quuren. Hirzel, Leipzig.
: S. 1347ff. [1]). Zwei Komponenten, die sich aus diesem allgemeinen Befund ergeben, sind noch zu ergänzen. Erstens ist die Rede vom Original oft, wenn gleich nicht immer, mit einer evaluativen Komponente verbunden. So kann es sich beim Original um das Echte handeln, auf dessen Autorität sich die Kopie stützt oder dessen Autorität die Fälschung zu Unrecht für sich reklamiert. (Anders gesagt: neben „Kopie“ ist auch „Fälschung“ ein Gegenbegriff zu „Original“.) Zweitens sind für das Original häufig historische Komponenten oder genauer: besondere Verhältnisse zur Tradition konstitutiv. Der Logik von Original und Kopie folgend kann das Original in der Vergangenheit eine Tradition gestiftet haben, die durch Kopien in der Gegenwart aufrechterhalten wird. Im Sinne des Eigentümlichen aber kann das Original in der Gegenwart mit bestehenden Traditionen brechen (was natürlich nicht ausschließt, dass mit diesem Traditionsbruch eine neue Tradition inauguriert wird).

Diskurse und Praxisfelder

Für das Thema des Originals besitzen mindestens drei, teils sich überlagernde Diskurse oder Praxisfelder Relevanz, und ihnen gemäß sind technische, juristische und ästhetische Aspekte zu berücksichtigen.[1] Auch deswegen ist die Rede vom Original oft vieldeutig.

In technischer Hinsicht ist das Original vor allem der Bezugspunkt für die Kopie: Das Original ist einerseits für die Kopie kausal (mit-)verantwortlich (⊳ Index), andererseits ist sie ihm ähnlich. Originale sind schon immer kopiert worden. Von Skulpturen wurden Güsse hergestellt, und Gemälde etwa lassen sich beispielsweise malerisch oder zeichnerisch reproduzieren. In der Entwicklung der Reproduktionstechniken, zu denen im Laufe der Zeit neben die manuellen mehr und mehr auch maschinelle, elektronische und IT-gestützte Techniken getreten sind, lässt sich eine Tendenz beobachten: Das Original profiliert sich in der Regel gegen eine immer schneller hergestellte und immer größere Anzahl von Kopien. Entscheidend zu dieser Tendenz beigetragen haben die Massenmedien — oder genauer und detaillierter: seit dem 15. Jahrhundert der Buchdruck, der Holzschnitt, der Stich und die Radierung, seit dem Ende des 18. Jahrhunderts die Lithographie und die Zeitung, seit dem 19. Jahrhundert die Fotografie und das industrielle Druckraster sowie in jünger Zeit natürlich die EDV (vgl. [Rebel 2009a]Rebel, Ernst (2009): Druckgrafik. Geschichte und Fachbegriffe. Mit 56 Abbildungen und Risszeichnungen. Philipp Reclam jun., Stuttgart.
Nicht angezeigt: 2., durchgesehene und aktualisierte Auflage
: S. #). Der Effekt dieser Tendenz ist zweideutig. Das Original mag aufgrund seiner Einzigkeit gegenüber der durch die Kopien ausgelösten Inflation Kopien an Wert gewinnen; praktisch wird das Original jedoch zunehmend nutzloser, da der Blick auf das Original zumeist durch den auf eine der vorhandenen Kopien ersetzt werden kann.


Theorien

Von den zahlreichen Theorien, die das Original erfolg- und einflussreich zum Gegenstand gemacht haben, seien im Folgenden drei der wichtigsten kurz vorgestellt. Dabei handelt es sich um die Genieästhetik Edward Youngs, das kulturrevolutionäre Programm Walter Benjamins und die Symboltheorie Nelson Goodmans.

Young #

Eine ausführliche Thematisierung des Originals findet sich auch in Walter Benjamins Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit aus den 1930er Jahren. Prämisse dieser Studie ist, dass Fotografie und Film um 1900 eine Krise ausgelöst haben, und zwar sowohl in ihrer Eigenschaft als Reproduktions- wie auch als Produktionstechniken. Anstatt die seinerzeit übliche Frage zu stellen, ob und – wenn ja – inwiefern es sich bei diesen Techniken um Kunst handeln kann, kehrt Benjamin die Perspektive um und untersucht, in welchem Maße sie ihrerseits den „Gesamtcharakter der Kunst“ verändert haben ([Benjamin 1974a]Tiedemann, R. & Schweppenhäuser, H. (Hg.) (1974): Walter Benjamin – Gesammelte Schriften. Bd. I.2. Suhrkamp, Frankfurt/M.
: S. 486). Ihm zufolge gibt es bei Kunstwerken traditionell eine Qualität, die nicht reproduziert werden kann, nämlich die Echtheit.[2] Zu ihr expliziert er: „Das Hier und Jetzt des Originals macht den Begriff seiner Echtheit aus, und auf deren Grund ihrerseits liegt die Vorstellung einer Tradition, welche dieses Objekt bis auf den heutigen Tag als ein Selbes und Identisches weitergeleitet hat.“ ([Benjamin 1974a]Tiedemann, R. & Schweppenhäuser, H. (Hg.) (1974): Walter Benjamin – Gesammelte Schriften. Bd. I.2. Suhrkamp, Frankfurt/M.
: S. 437). Während nach Benjamin der Status des Originals und die von ihm gestiftete Tradition – oder mit einem Wort: die „Aura“ – durch die manuelle Reproduktion nicht berührt werden, sieht er sie durch die massenweise Reproduktion per Fotografie oder grundsätzlich in Frage gestellt. „Erstens erweist sich die technische Reproduktion dem Original gegenüber selbständiger als die manuelle. Sie kann, beispielsweise, in der Photographie Ansichten des Originals hervorheben, die nur der verstellbaren und ihren Blickpunkt willkürlich wählenden Linse, nicht aber dem menschlichen Auge zugänglich sind, oder mit Hilfe gewisser Verfahren wie der Vergrößerung und der Zeitlupe Bilder festhalten, die sich der natürlichen Optik schlechtweg entziehen. [...] Sie kann zudem zweitens das Abbild des Originals in Situationen bringen, die dem Originals selbst nicht erreichbar sind. Vor allem macht sie es möglich, dem Aufnehmenden entgegen zu kommen“ [Benjamin 1974a]Tiedemann, R. & Schweppenhäuser, H. (Hg.) (1974): Walter Benjamin – Gesammelte Schriften. Bd. I.2. Suhrkamp, Frankfurt/M.
: S. 476). Qua Reproduktionstechniken untergraben Fotografie und Film nach die zeitliche/historische und räumliche Besonderheit bestehender Originale; qua Produktionstechniken erzeugen sie keine neuen Originale im emphatischen Sinn mehr, sondern nur noch von vornherein auf Reproduktion angelegte Artefakte. mehr, denn in Bezug auf die fotografische Platte - und mutatis mutatis den Film - gilt, "die Frage nach dem echten Abzug hat keinen Sinn" ([Benjamin 1974a]Tiedemann, R. & Schweppenhäuser, H. (Hg.) (1974): Walter Benjamin – Gesammelte Schriften. Bd. I.2. Suhrkamp, Frankfurt/M.
: S. 482). Im Rahmen von Benjamins kulturrevolutionärem ist


Anti-Ritual Gegen Benjamin hat der Mediologe> Règis Debray eingewandt, dass die Emanzipation vom Ritual früher anzusetzen sei, nämlich bereits mit den#




optional Beispiele

([Rebel 2009a]Rebel, Ernst (2009): Druckgrafik. Geschichte und Fachbegriffe. Mit 56 Abbildungen und Risszeichnungen. Philipp Reclam jun., Stuttgart.
Nicht angezeigt: 2., durchgesehene und aktualisierte Auflage
: S. #) ([Häseler 2002a]Häseler, Jens (2002): Original/Originalität. In: Barck, K.; Fontius, M.; Schlenstedt, D.; Steinwachs, B. & Wolfzettel, F. (Hg.), Ästhetische Grundbegriffe. Historisches Wörterbuch in sieben Bänden. Bd. 4: Medien – Populär. J. B. Metzler, Stuttgart, Weimar.
: S. #) ([Young 1760a]Der Eintrag existiert noch nicht.: S. #) ([Grimm 1889a]Grimm, Jacob & Grimm, Wilhelm (Hg.) (1889): Deutsches Wörterbuch. Bd. 13: N – Quuren. Hirzel, Leipzig.
: S. #) ([Plumpe 1988a]Plumpe, Gerhard (1988): Kunst und juristischer Diskurs. Mit einer Vorbemerkung zum Diskursbegriff. In: Fohrmann, J. & Müller, H. (Hg.), Diskurstheorien und Literaturwissenschaft. Suhrkamp, Frankfurt/M.
: S. #) ([Benjamin 1974a]Tiedemann, R. & Schweppenhäuser, H. (Hg.) (1974): Walter Benjamin – Gesammelte Schriften. Bd. I.2. Suhrkamp, Frankfurt/M.
: S. #) ([a]Der Eintrag existiert noch nicht.: S. #)

Siehe auch:


Anmerkungen
  1. ↑ In einer leicht abweichenden Perspektive führt Jens Häseler „künstlerisch-technische, ästhetische und wirtschaftliche Faktoren“ an (vgl. [Häseler 2002a]Häseler, Jens (2002): Original/Originalität. In: Barck, K.; Fontius, M.; Schlenstedt, D.; Steinwachs, B. & Wolfzettel, F. (Hg.), Ästhetische Grundbegriffe. Historisches Wörterbuch in sieben Bänden. Bd. 4: Medien – Populär. J. B. Metzler, Stuttgart, Weimar.
    : S. 642).
  2. ↑ Es sind Werke der bildenden Kunst, also Bilder, Plastiken und Bauwerke, die eine derartige Qualität besitzen. Wie insbesondere die noch zu erörternde Symboltheorie Goodmans deutlich gemacht hat, ist die Suche nach dem ‚Hier und Jetzt des Originals’ in der Literatur und Musik nicht oder nur begrenzt sinnvoll; vgl. #.
Literatur
[Baxandall 1999a]Baxandall, Michael (1999): Die Wirklichkeit der Bilder. Malerei und Erfahrung im Italien der Renaissance. Klaus Wagenbach, Berlin.[Benjamin 1974a]Tiedemann, R. & Schweppenhäuser, H. (Hg.) (1974): Walter Benjamin – Gesammelte Schriften. Bd. I.2. Suhrkamp, Frankfurt/M.[Debray 1999a]Debray, Régis (1999): Für eine Mediologie. In: Pias, C. et al. (Hg.), Kursbuch Medienkultur. Die maßgeblichen Theorien von Brecht bis Baudrillard. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart.[Goodman 1995a]Goodman, Nelson (1995): Sprachen der Kunst. Entwurf einer Symboltheorie. Suhrkamp, Frankfurt/M.[Grimm 1889a]Grimm, Jacob & Grimm, Wilhelm (Hg.) (1889): Deutsches Wörterbuch. Bd. 13: N – Quuren. Hirzel, Leipzig.[Häseler 2002a]Häseler, Jens (2002): Original/Originalität. In: Barck, K.; Fontius, M.; Schlenstedt, D.; Steinwachs, B. & Wolfzettel, F. (Hg.), Ästhetische Grundbegriffe. Historisches Wörterbuch in sieben Bänden. Bd. 4: Medien – Populär. J. B. Metzler, Stuttgart, Weimar.[Hüllen 1971a]Hüllen, Jürgen (1971): Archetypus. In: Ritter, J. (Hg.), Historisches Wörterbuch der Philosophie. Bd. 1 (A-C). Schwabe, Basel.[Luhmann 1995a]Luhmann, Niklas (1995): Die Kunst der Gesellschaft. Suhrkamp, Frankfurt/M.[Plumpe 1988a]Plumpe, Gerhard (1988): Kunst und juristischer Diskurs. Mit einer Vorbemerkung zum Diskursbegriff. In: Fohrmann, J. & Müller, H. (Hg.), Diskurstheorien und Literaturwissenschaft. Suhrkamp, Frankfurt/M.[Rebel 2009a]Rebel, Ernst (2009): Druckgrafik. Geschichte und Fachbegriffe. Mit 56 Abbildungen und Risszeichnungen. Philipp Reclam jun., Stuttgart.[Schmücker 2011a]Schmücker, Reinold (2011): Lob der Fälschung. In: Nida-Rümelin, J. & Steinbrenner, J. (Hg.), Original und Fälschung. Hatje Cantz, Ostfildern.[Young 1918a]Young, Edward (1759): Conjectures on Original Composition. Longman, Greens, London, New York, Bombay.

Seitenbearbeitungen durch: Dimitri Liebsch, Joerg R.J. Schirra und Marcel Lemmes — (Hinweis)