Animation: Unterschied zwischen den Versionen
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Die kinematographischen und informationell elektrischen | Die kinematographischen und informationell elektrischen Bewe­gungs­bilder (siehe auch ⊳ [[Kino]], [[Film]], [[Video]] und [[Fernsehen]]) basieren ebenfalls auf dem Prinzip der Ani­mation, erlauben aber auf­grund der technischen Ent­wicklung der jeweiligen Dispo­sitiv­strukturen die Wahr­nehmung eines konkreten filmischen Bewegungs­bildes, welches „ganz­heitlich als ein Bild wahrge­nommen wird“ (<bib id='Paech 2006a'></bib>: S. 99). Etwas anders und detaillierter: „Along with improve­ments in the motion picture camera and the develop­ment of a roll film capable of sur­viving the harsh mechanisms for projec­ting its image, a new art form was born: ani­mation. By making sequen­tial drawings of a continuing action and projec­ting their photo­graphs onto a screen at a constant rate, an artist now could create all of the movement and inner life he was capable of" (<bib id='Johnston & Thomas 1981a'></bib>: S. 13-15). | ||
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Diese Ganzheitlichkeit, d.h. das Wahrnehmen der | Diese Ganzheitlichkeit, d.h. das Wahrnehmen der Bilder­folgen als ein Bild in einer konti­nuier­lichen Verän­derung der Form, ist zudem dem Phäno­men des Nach­bildes auf der mensch­lichen Netz­haut geschuldet (ein Effekt, der schon Ptolemäus bekannt gewesen sein soll), durch welches das Bewegungs­bild auf der Lein­wand als Bewegung und nicht als Nach­einander von Einzel­bildern wahrge­nommen wird. Technisch wird die Bild­folge diskon­tinuier­lich projiziert, stets im Wechsel von Bewe­gung und Still­stand. Während das Bild (in der Bild-Zwischen-Zeit) weiter­transpor­tiert wird sorgt eine Flügel­scheibe dafür, dass die Linse des Vorführ­gerätes abge­blendet wird. Dies inter­agiert mit dem Nach­bild­effekt der Wahr­nehmung. Da die neuronalen Rezeptoren im Auge des Zuschauers während der Phase, in denen die Projek­tion abge­dunkelt bleibt, keine neue Reizung erhalten, wirkt das vorher­gehende Bild, als Reiz­muster auf der Retina des Auges für einen Augen­blick nach. Doch reicht der Nach­bild­effekt allein nicht aus, um die fliessende Bewegung in der Ani­mation von Bildern zu gewähr­leisten, dazu muss eben jener Strobo­skop­effekt hinzu­kommen, durch welchen der Blick auf das Bild auf der Film­rolle nur zeit­weise (durch die Flügel­scheibe) freige­geben wird und durch welchen umge­dreht auch fliessende Bewe­gungen in Einzel­phasen unter­teilt werden können (vgl. <bib id='Kittler 2002b'></bib>: S. 195-209). | ||
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Animation als Prinzip künstlerischer Gestaltung kennzeichnet sich im Film durch die | Animation als Prinzip künstlerischer Gestaltung kennzeichnet sich im Film durch die Einzel­bild­schaltung, wobei ein unbe­weglicher Gegenstand „zu schein­barer Bewegung animiert wird“ (<bib id='Wulff 2006a'></bib>: S. 14): Einzel­bild für Einzel­bild werden anei­nander gereiht und durch die technische Appa­ratur in Bewegung versetzt. Im Vergleich zum Film werden in der Compu­terani­mation die einzelnen „Bewegungs­phasen rechnerisch ermittelt“ (<bib id='Wulff 2006a'></bib>: S. 14), so dass die Ani­mation eine komplexere Form der Darstellung ermöglicht. Grund­sätzlich hat die „Computer-Video­technik die Ani­mation noch flexibler gemacht, da man einen Computer darauf program­mieren kann, lauter Serien von Umriss­zeich­nungen zu produ­zieren, die ihre Form korrekt in den richtigen Zeit­phasen verändern“ (<bib id='Monaco 2007a'></bib>: S. 135). | ||
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Version vom 19. Februar 2013, 12:26 Uhr
Unterpunkt zu: Bildmedien
EtymologieDer Begriff der Animation leitet sich von den lateinischen Wörtern ‘animo’ (für: ›ich belebe‹, ›beseele‹) und ‘animus’ (für: ›Seele‹, ›Geist‹, ›Lebenskraft‹, ›Leben‹, ›Bewusstsein‹, ›Gemüt‹, ›Wille‹, ›Wunsch‹ etc.) ab (vgl. [Stowasser et al. 1998a]Stowasser, J. M. & Petschenig, M. & Skutsch, Fr. (1998): Stowasser. Lateinisch-Deutsches Schulwörterbuch. In: Stowasser & Petschenig & Skutsch (Hg.), Stowasser. Lateinisch-Deutsches Schulwörterbuch. Oldenbourg Schulbuchverlag, München.
DynamisierungDer Begriff der Animation kennzeichnet die Dynamisierung bzw. Verlebendigung einer Darstellung (oder eines Objekts, einer Figur) durch die Elemente Bewegung und Zeit. In dieser Orientierung lässt sich Animation als ein technisches Prinzip auffassen, welches sich durch eine zeitliche Dimensionierung eines Bewegungsablaufs kennzeichnet. Da der Animationsbegriff bereits bei einfachen und in Bewegung versetzten Bildmedien greift, z.B. beim Daumenkino oder dem Thaumatrop, einer runden Scheibe, die auf jeder Seite ein sich unterscheidendes Bildmotiv zeigt und mittels an den Seiten angebrachter Bänder in Rotation versetzt wird, zeigt er sich geeignet, um bereits frühe Formen von statischen Bildern in Bewegung zu klassifizieren. Weitere frühe technische Apparaturen, die durch das Animationsprinzip strukturiert werden, sind Phenakistiskop, Zoetrop, Praxinoskop, Zoepraxiskop, Elektrotachyskop, Kinetograph und Kinetoskop. Auch die Fotoserien von Eadweard Muybridge — wie etwa Somersault, man (um 1885) — können als Animationen gedeutet werden (gelten sie doch als Vorläufer des Films), da auch hier in einem räumlichen Neben- und zeitlichen Hintereinander von Bildern eine Bewegung durch die Reihung von Einzelaufnahmen dargestellt wird.
BewegungsbildungDie kinematographischen und informationell elektrischen Bewegungsbilder (siehe auch ⊳ Kino, Film, Video und Fernsehen) basieren ebenfalls auf dem Prinzip der Animation, erlauben aber aufgrund der technischen Entwicklung der jeweiligen Dispositivstrukturen die Wahrnehmung eines konkreten filmischen Bewegungsbildes, welches „ganzheitlich als ein Bild wahrgenommen wird“ ([Paech 2006a]Paech, Joachim (2006): Was ist ein kinematographisches Bewegungsbild?. In: Koebner, Th. & Meder, Th. (Hg.), Bildtheorie und Film. Edition Text + Kritik, München. Diese Ganzheitlichkeit, d.h. das Wahrnehmen der Bilderfolgen als ein Bild in einer kontinuierlichen Veränderung der Form, ist zudem dem Phänomen des Nachbildes auf der menschlichen Netzhaut geschuldet (ein Effekt, der schon Ptolemäus bekannt gewesen sein soll), durch welches das Bewegungsbild auf der Leinwand als Bewegung und nicht als Nacheinander von Einzelbildern wahrgenommen wird. Technisch wird die Bildfolge diskontinuierlich projiziert, stets im Wechsel von Bewegung und Stillstand. Während das Bild (in der Bild-Zwischen-Zeit) weitertransportiert wird sorgt eine Flügelscheibe dafür, dass die Linse des Vorführgerätes abgeblendet wird. Dies interagiert mit dem Nachbildeffekt der Wahrnehmung. Da die neuronalen Rezeptoren im Auge des Zuschauers während der Phase, in denen die Projektion abgedunkelt bleibt, keine neue Reizung erhalten, wirkt das vorhergehende Bild, als Reizmuster auf der Retina des Auges für einen Augenblick nach. Doch reicht der Nachbildeffekt allein nicht aus, um die fliessende Bewegung in der Animation von Bildern zu gewährleisten, dazu muss eben jener Stroboskopeffekt hinzukommen, durch welchen der Blick auf das Bild auf der Filmrolle nur zeitweise (durch die Flügelscheibe) freigegeben wird und durch welchen umgedreht auch fliessende Bewegungen in Einzelphasen unterteilt werden können (vgl. [Kittler 2002b]Kittler, Friedrich (2002): Optische Medien. Berliner Vorlesung 1999. Merve, Berlin. Animation als Prinzip künstlerischer Gestaltung kennzeichnet sich im Film durch die Einzelbildschaltung, wobei ein unbeweglicher Gegenstand „zu scheinbarer Bewegung animiert wird“ ([Wulff 2006a]Wulf, Hans J. (2006): Animation. In: Bentele, G. & Brosius, H.-B. & Jarren, O. (Hg.), Lexikon Kommunikations- und Medienwissenschaft. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden. Siehe auch: |
Anmerkungen
Literatur
[Johnston & Thomas 1981a]Johnston, Ollie & Thomas, Frank (1981): The Illusion of Life. Disney Animation. Abbeville Press, New York.[Kittler 2002b]Kittler, Friedrich (2002): Optische Medien. Berliner Vorlesung 1999. Merve, Berlin.[Monaco 2007a]Monaco, James (2007): Film verstehen: Kunst, Technik, Sprache, Geschichte und Theorie des Films und der Medien. Mit einer Einführung in Multimedia. Rowohlt Taschenbuch, Reinbek.[Paech 2006a]Paech, Joachim (2006): Was ist ein kinematographisches Bewegungsbild?. In: Koebner, Th. & Meder, Th. (Hg.), Bildtheorie und Film. Edition Text + Kritik, München.[Stowasser et al. 1998a]Stowasser, J. M. & Petschenig, M. & Skutsch, Fr. (1998): Stowasser. Lateinisch-Deutsches Schulwörterbuch. In: Stowasser & Petschenig & Skutsch (Hg.), Stowasser. Lateinisch-Deutsches Schulwörterbuch. Oldenbourg Schulbuchverlag, München.[Wulff 2006a]Wulf, Hans J. (2006): Animation. In: Bentele, G. & Brosius, H.-B. & Jarren, O. (Hg.), Lexikon Kommunikations- und Medienwissenschaft. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden. Verantwortlich: Seitenbearbeitungen durch: Lars Grabbe, Dimitri Liebsch, Joerg R.J. Schirra, Patrick Kruse und Marcel Lemmes — (Hinweis) |