Theorien des Bildraums: Unterschied zwischen den Versionen
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==Historischer Diskurs zum Bild­raum== | |||
Kants „transzendentale Ästhetik“ (<bib id='Kant 1968a'></bib>), die die sinnli­che [[Anschauung|Anschau­ung]] als von der apri­orisch gege­benen [[Vorstellung|Vorstel­lung]] des Raums (und der Zeit) vorstruk­turiert versteht, gilt allge­mein als Einsatz­punkt vielfäl­tiger Theorien zur Raumwahr­nehmung. Von ihr ange­regt suchen die Gründer­väter der Physio­logie und Psycho­logie des 19. Jahrhun­derts nach den psycho­physi­schen Ursprün­gen der Raumwahr­nehmung; Hermann von Helmholtz etwa glaubt, die menschli­che Raumwahr­nehmung aus der Form der Ohrmu­schel ablei­ten zu können. | |||
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Bis heute überbieten sich Kognitions- und Wahrneh­mungs­psycho­logen mit Erklä­rungsmo­dellen für die Fähig­keit des Gehirns, aus zwei­dimen­siona­len Netzhaut­projek­tionen räumli­che Infor­mati­onen zu entneh­men. Sie konzen­trieren sich dabei weitge­hend auf [[Perspektive und Projektion|zentral­perspek­tivisch]] orga­nisier­te Bildfor­mate, die bekannt­lich seit der Renais­sance als der anthro­pomor­phen Raumer­fassung entspre­chende Raumwie­derga­ben verstan­den worden sind. Erwin Panof­skys daran vorge­trage­ne Kritik (<bib id='Panofsky 1924a'>Panof­sky 1924a</bib>), der die Zentral­perspek­tivie­rung als kühne Abstrak­tion von der Wirklich­keit, als Privi­legie­rung eines indif­feren­ten Denkraums und als Verken­nung des psycho­physi­schen Raums mit zwei­äugi­ger „sphäro­ider Gestalt“ (S. 668) in seiner Geltung rela­tiviert, findet in den Bild­wissen­schaften nach wie vor wenig Beach­tung. Wie Stephan Günzel in seinem Beitrag zu den Raum­wissen­schaften ausführt, erör­tert die zeitge­nössi­sche Bild­wissen­schaft den Raum vorzugs­weise im Hinblick auf zentral­perspek­tivi­sche Bild­orga­nisa­tion und auf die Diver­genz von zwei­dimen­siona­lem [[Bildobjekt / Bildträger|Bild­träger]] und drei­dimen­siona­ler Erschei­nung. Dieser einge­schränkte Blickwin­kel sei hier histo­risie­rend rela­tiviert und um philo­sophi­sche, kunst­histo­rische und künstle­rische Bildre­flexi­onen erwei­tert, die heutzu­tage gera­de in der Verfla­chung des Bildes, in seiner quasi-​takti­len Selbst­ausstel­lung und in der Entfal­tung unbe­kannter Raumzeit­konfi­gura­tionen den Wert von Bild­schöpfun­gen erken­nen. | |||
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===Lessing und Hegel=== | |||
Erste gattungstheoretische Ausführungen zur Abgren­zung der bilden­den von den lite­rari­schen Künsten entlang ihrer Raum- und Zeitbe­zugnah­men begeg­nen eben­falls in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhun­derts. 1766 unter­scheidet Gotthold Ephraim Lessing (<bib id='Lessing 1974a'></bib>) die [[Mimesis|Nach­ahmun­gen]] der [[Malerei|Male­rei]] von jener der Poesie: Erste­re verwen­de „Figu­ren und Farben in dem Raume“, letzte­re „arti­kulie­re Töne in der Zeit“ (S. 102). Während die Male­rei Zeitschnit­te im Konti­nuum der Handlung vorneh­me und Augen­blicke für ihre „ko­exis­tieren­den Kompo­sitio­nen“ wähle, könne die Poesie in ihren „fort­schreiten­den Nachah­mungen nur eine einzi­ge Eigen­schaft der Körper nutzen“ (S. 103). In Homers poeti­scher Beschrei­bung des Schilds des Achil­les sieht Lessing gleichwohl ein Beispiel dafür gege­ben, wie „weitläu­fig und doch poetisch“ (S. 109) Dichtung räumlich Neben­einan­derge­ordne­tes beschrei­ben kann. Er hält Dichtung gleichwohl nicht für das geeig­nete Medium zur Wieder­gabe komple­xer Raumver­hältnis­se, da das Ohr dabei keinen Gesamt­eindruck erhält. | |||
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Artikuliert sich bei Lessing noch eine Gleich­rangig­keit der Künste, so privi­legiert die auf ihn folgen­de idea­listi­sche Philo­sophie die Zeit- gegen­über den Raum­künsten, weshalb die Ästhe­tiken des 19. Jahrhun­derts die Künste in eine entwick­lungsge­schichtlich-​logi­sche Abfol­ge bringen. G. W. F. Hegel geht in den «Vorle­sungen über die Ästhe­tik» zwischen 1818 und 1826 von der Vorstel­lung eines künstle­rischen Einheits­raums aus, da „an sich, dem Begrif­fe nach, die Gesamt­heit dieser neuen Wirklich­keit der Kunst zu einer Tota­lität“ (<bib id='Hegel 1970a'></bib>: S. 246) gehö­re: In der sinnli­chen Gegen­wart löse sich freilich das Ideal in seine Momen­te auf, so dass die reale Kunst­welt „das System der einzel­nen Künste“ (ebd.) sei. Hegel histo­risiert und hierar­chisiert die Künste entspre­chend ihrem Geist-, Mate­rial- und Raumge­halt: Der Archi­tektur weist er dabei die unter­ste Stufe zu. Über ihr stehen die [[bildende Kunst|bilden­den Künste]], die „die Inner­lichkeit des Subjek­tiven zu gestal­ten beru­fen sind“, wie die Male­rei, die „zum Mate­rial [...] nicht die schwere [[Materialität|Mate­riali­tät]] und deren räumlich vollstän­dige Exis­tenz gebrau­chen“ kann, sondern dieses Mate­rial „verin­nerli­chen“ (S. 259f.) muss. Die Male­rei ziehe deshalb die drei Raumdi­mensi­onen „in die Fläche als die nächste Inner­lichkeit des Äuße­ren zusam­men und stellt die räumli­chen Entfer­nungen und Gestal­ten durch das Scheinen der Farbe dar“ (S. 260). Die roman­tischen Künste Musik und Poesie als „wahrhaf­te Kunst des Geistes“ zeichnen sich durch Verzicht auf „Figu­rati­onen des Räumli­chen“ (S. 261) aus. | |||
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===Burckhardt und Riegl=== | |||
Diesen philosophischen Raumab­wertun­gen setzt Jakob Burckhardt 1855 seine kunsthis­tori­sche Schrift «Der Cice­rone. Eine Anlei­tung zum Genuss der Kunstwer­ke Ita­liens» entge­gen, in welcher er dem Raumbe­griff erstmals metho­dische Geltung verleiht: Er grenzt darin die ita­lieni­sche Gotik mit ihrer hori­zonta­len „Weiträu­migkeit“ vom „nordi­schen Raum der Höhe“ (<bib id='Burckhardt 2001a'></bib>: S. 111) posi­tiv ab, denn in ihr entwick­le sich „das eigen­thümlich ita­lieni­sche Gefühl für Räume, Linien und Verhält­nisse, und dieses war die Erb­schaft, welche die Renais­sance über­nahm“ (S. 144). Erst im 16. Jahrhun­dert werde „der Aufwand an Raum und Bauma­terial ein ganz allge­meiner; es beginnt jene allge­meine Großräu­migkeit, auch der bürger­lichen Wohnun­gen“ (S. 247). | |||
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Burckhardts Ansatz macht Schule: Ende des 19. Jahrhun­derts, als die an die Nachah­mungsthe­orie gebun­denen Erör­terun­gen von Ort, Szene, Vertie­fung und Bildtie­fe von einer histo­risch-​kriti­schen, stil­ana­lyti­schen Kunstbe­trachtung abge­löst werden, wird die Raumbe­handlung „das allge­meinste Thema der moder­nen Kunstge­schichte“ (<bib id='Badt 1963a'></bib>, 19) und »Raum« ihr am häufig­sten gebrauch­ter Begriff. Seine Verwen­dung steht aller­dings häufig im Dienste einer Fort­schritts­erzäh­lung von der flächen­haften Bildge­staltung zur Darstel­lung unend­licher [[Perspektivik|Tiefe]]. | |||
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Alois Riegls historische Periodi­sierung des „Kunst­wollens“ (<bib id='Riegl 1901a'></bib>) vom „Taktisch-​Nahsich­tigen“ (für die alt­ägyp­tische Kunst) über das „Taktisch-​Opti­sche“ (für die klassi­sche Kunst Griechen­lands) zur dritten Stufe des „Optisch-​Fernsich­tigen“ der spätrö­mischen Kunst wird später von Walter Benja­min und De­leuze/​Guatta­ri umge­wertet: Im Sinne von Panof­skys Kritik an der Zentral­perspek­tive fordern sie, das „Taktisch-​Nahsich­tige“ in Kunst und Philo­sophie erneut in seine Rechte zu verset­zen. Riegls Schrift «Das hollän­dische Gruppen­porträt» (1902), das zwischen den „zwei Erschei­nungsfor­men des drei­dimen­sionalen (Bild)​Raums“, dem „kubi­schen, der an den Körpern haftet, und dem Freiraum, der zwischen den Figu­ren ist“ (<bib id='Riegl 1931a'></bib>: S. 22), diffe­renziert, liefert die metho­dische Vorga­be für Erwin Panof­skys späte­re Raum­perio­disie­rungen. Auch bei Riegl findet sich ein unter­schwelli­ger Fort­schritts­gedan­ke: Während die anti­ke Kunst nie zur Darstel­lung des Freiraums gelan­ge, habe die christli­che Kunst der römi­schen Kaiser­zeit „den Freiraum eman­zipiert“ (ebd.). Mit der endgül­tigen Eman­zipa­tion des Freiraums im 15. Jahrhun­dert werde der Raum „beson­derer Gegen­stand“ der bilden­den Kunst, wobei noch einmal zwischen der ita­lieni­schen „Linien­perspek­tive“ und der „nordi­schen“ Kunst der „Luft­perspek­tive“ (S. 23) zu unter­scheiden sei. Dem hollän­dischen „Kunst­wollen“ gelin­ge die beson­dere Leistung, den Dualis­mus von Körper- und Freiraum in der Farbge­staltung des Helldunkel aufzu­heben. | |||
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===Cassirer und Raphael=== | |||
Im 20. Jahrhundert vervielfa­chen sich trotz der natur­wissen­schaftli­chen Formu­lierung der ‘Vier­dimen­siona­lität’ des [[Raum und Geometrie|Raums]] und der in Mathe­matik und Physik begrün­deten Verschwis­terung von Raum und Zeit die kunstge­schichtli­chen Über­legun­gen zu den Raumbe­zügen der Kunst. Auch ande­re Diszi­plinen tragen zur Verviel­fälti­gung von Bildraum­theorien bei: die phäno­meno­logi­sche und psycho­logi­sche Wahrneh­mungsleh­re, medien­theore­tische Diskus­sionen zur Gattungs­spezi­fik von Male­rei und [[Film]], erkennt­niskri­tische Unter­scheidun­gen von symbo­lischen, lebens­weltli­chen, ästhe­tischen Räumen und ande­rer mehr. Der Kunst­histo­riker Adolf von Hilde­brand erklärt 1903 (<bib id='Hildebrand 1969a'>Hilde­brand 1969a</bib>) die künstle­rische Raum­schöpfung aus unse­rem räumli­chen Verhält­nis zur Natur. Die male­rische Darstel­lung müsse demnach Raum­vorstel­lungen wecken, „um im Beschau­er dies Raumge­fühl, diese ele­mentar­ste Wirkung der Natur (zu) erzeu­gen“ (S. 220). Der Psycho­loge Theodor Lipps leitet eben­falls „das abge­schlosse­ne Ganze des räumli­chen Gebil­des“ aus der „auffas­senden, heraus­heben­den und begren­zenden Tätig­keit“ (<bib id='Lipps 1920a'></bib>: S. 402) des Betrach­ters ab. Inner­halb der „Kunst der räumli­chen Form“ unter­scheidet er die Male­rei als „Natur­formen wieder­geben­de“ von den „frei schaffen­den Künsten“ (S. 398), die den „mit Leben erfüll­ten Raum“ (S. 399) gene­rieren. Er berück­sichtigt dabei nicht nur „abstrak­te“ Raum­künste, sondern auch solche, die Masse gestal­ten: Zur „Massen­raumkunst“ zählt er „techni­sche Kunst­formen“ (S. 400) wie etwa das Design. | |||
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Philosophie und Kunstgeschich­te zusam­menfüh­rend, erkennt der Philo­soph Ernst Cassi­rer in seinem Vortrag «Mysti­scher, ästhe­tischer und theore­tischer Raum» (<bib id='Cassirer 1930a'>Cassi­rer 1930a</bib>) zusam­men mit Panof­sky in der male­rischen, linear­perspek­tivisch konstru­ierten Illu­sion der Fenster­schau die entschei­dende „symbo­lische Form“ der euro­päischen Raumkon­zeption. Panof­sky hatte die Synthe­se des „nordisch-​goti­schen Raumge­fühls“ und seiner „Raum­kästen“ (<bib id='Panofsky 1924a'>Panof­sky 1924a</bib>: S. 713f.) mit der in der byzan­tini­schen Male­rei weiter­leben­den Raumtie­fe, wie sie sich erstma­lig bei den toska­nischen Malern Giotto und Duccio in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhun­derts vollzieht, als „Revo­lution in der forma­len Bewer­tung der Darstel­lungsflä­che“ bestimmt, dank welcher die Wand zu jener „durchsich­tigen Ebe­ne“ wird, „durch die hindurch wir in einen Raum hinein­zublicken glauben sollen“ (S. 716f.). | |||
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In der Nachkriegszeit bekundet sich in Max Raphaels «Raumge­staltun­gen» von 1949 schließlich eine ausdif­feren­zierte Wahrneh­mung der unter­schiedli­chen Raumbe­zugnah­men der Male­rei: „Hals, Velas­quez und ande­re – der Raum der Traum­welt; Vermeer – der Raum des Unbe­wußten; Hugo van der Goes und Tinto­retto – der Raum des Über­gangs vom Dies­seits zum Jenseits; […] Bosch – der Raum der Auflö­sung des Daseins“ (<bib id='Raphael 1986a'></bib>: S. 63). Rück­blickend setzt er den „Beginn eines neuen Raum­›ideals‹“ mit dem Kubis­mus an, denn Picas­so und Braque hätten „die mögli­chen Raumer­lebnis­se und Raumge­staltun­gen“ (S. 56f.) zum Thema ihrer Kunst gemacht. Er unter­scheidet von daher zwischen einer über­zeitli­chen „Kate­gorie des Raums“ und den geschich­tlich beding­ten „Reali­sierun­gen dieser Kate­gorie“ (S. 59). Die moder­nen Avant­garden erschei­nen als aufein­ander folgen­de Strate­gien der Raumver­vielfäl­tigung, die sich in der Nachkriegs­zeit noch multi­pliziert. | |||
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===Balázs, Kracau­er und Bazin=== | |||
Auch in der Filmtheorie des 20. Jahrhun­derts wird der Raumbe­zug des Filmbil­des thema­tisiert, zunächst aller­dings unter dem Blick­winkel der verän­derten Raumwahr­nehmung des Zuschau­ers im [[Kino]], ausge­löst durch die neuen techni­schen Möglich­keiten des [[Film|Films]]. Als einer der ersten erör­tert der unga­rische Film­theore­tiker Béla Balázs (<bib id='Balázs 2001a'></bib>) die insbe­sonde­re von der Großauf­nahme herbei­geführ­ten filmi­schen Raum­modi­fika­tionen. Die Großauf­nahmen würden sogar erlau­ben, „aus dem Raum über­haupt heraus und in eine ganz ande­re Dimen­sion“ (S. 16) hinein zu führen. Die Eröff­nung neuer Raum­dimen­sionen und verän­derter „Raumge­fühle“ schreibt Balázs auch der filmspe­zifi­schen Kame­rabe­wegung und Monta­ge zu: Durch Über­blendun­gen etwa werden Raum­wechsel ohne Perspek­tiven­wechsel gebo­ten, was der Hervor­bringung reiner Phanta­siebil­der zuar­beite. Ande­rerseits führe die Kame­rabe­wegung durch Räume hindurch und lasse Raum „wirklich erle­ben. Den Raum, der nicht zur Perspek­tive gewor­den ist, nicht zum Bild, das wir von außen betrach­ten“ (S. 59f.), als psychi­sche Reali­tät: „Wir durch­schreiten mit ihr (der Kame­ra) den Raum und fühlen ihn“ (S. 60). Für Balázs wie später für Christian Metz entste­hen dank ihrer Erschlie­ßung in Zeit quali­tativ ande­re Räume – Räume, die nicht visuell erfass­bar, sondern fühlend und [[Chock / taktile Wahrnehmung|taktil]] [[Erfahrung / Unmittelbarkeit|erfahr­bar]] sind. | |||
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Zeitgleich mit Balázs gelangt Siegfried Kracau­er im Feuille­ton «Über Arbeits­nachwei­se» (1930) zu einem eher sozio­logisch ausge­richte­ten Raumbe­fund: | |||
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:''Jeder typi­sche Raum wird durch typi­sche gesell­schaftli­che Verhält­nisse zustan­de gebracht, die sich ohne die stören­de Dazwi­schenkunft des Bewusst­seins in ihm aus­drücken. Alles vom Bewusst­sein Verleug­nete, alles, was sonst geflis­sentlich über­sehen wird, ist an seinem Aufbau betei­ligt. Die Raumbil­der sind die Träume der Gesell­schaft. Wo immer die Hiero­glyphe irgend­eines Raumbil­des entzif­fert ist, dort bietet sich der Grund der sozi­alen Wirklich­keit dar“ (<bib id='Kracauer 1992a'>Kracau­er 1992a</bib>: S.32). | |||
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Kracauers Suche nach unbewusst-​affek­tiven Raumbil­dern moti­viert nicht zuletzt seine Zuwen­dung zum filmi­schen Medium, wie seine Studie «From Cali­gari to Hitler. A Psycho­logical History of the German Film» von 1947 zeigt, in der er die psychi­schen Dispo­siti­onen der Gesell­schaft der Weima­rer Repu­blik retro­spektiv aus ihren filmi­schen Raumbil­dern erschließt. Raumbil­der sind zwangsläu­fig unbe­stimmte, numi­nose Größen, die von affek­tiven und unbe­wussten Beset­zungen erzäh­len und “in” dem von ihnen Darge­stellten Unge­sehenes und Unge­dachtes mitar­tiku­lieren. | |||
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Der französische Filmtheoriker André Bazin fordert in seinem gegen­über Kracau­er zuge­spitzten Realis­musver­ständnis der 50er Jahre, dass Filmbil­der die raumzeit­lichen Konti­nua von Vorgän­gen, die vielfäl­tigen und gegen­läufi­gen Bewe­gungen des Lebens und dessen wesent­liche „Ambi­guität“ einzu­fangen hätten. Der Film habe durch filmi­sche Raumge­bungen wie in den Filmen Erich von Stoheims, Jean Renoirs und Orson Welles’, durch lange Planse­quenzen mit beweg­ter Kame­ra, durch Schärfen­tiefe, tiefen­räumli­che Insze­nierung und eine Wieder­gabe des Darge­stellten als Ausschnitt aus einem über den Bildrah­men hinaus­reichen­den, realen Konti­nuum der realen Dauer der Vorkomm­nisse zu entspre­chen. | |||
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===Deleuze=== | |||
In den 80er Jahren verbindet sich für Gilles De­leuze mit dem Filmi­schen, noch immer in Nähe zu Kracau­er und Benja­min, die Forde­rung nach mikro­skopi­scher Durchdrin­gung der Reali­tätswie­derga­ben auf etwas “in” den Bildern hin – auch auf neue Raumzeit­dimen­sionie­rungen. In seiner zeichen­orien­tierten Perspek­tive bindet er die Erör­terung des Räumli­chen nicht an die Zuschau­erwahr­nehmung, sondern an die filmi­sche [[Zeichen, Zeichenträger, Zeichensystem|Zeichen­gebung]], der er die Potenz zu Entkon­venti­ona­lisie­rung übli­cher Raumper­spekti­ven und zur Binnen­diffe­renzie­rung des Bildes zuer­kennt. Dank ihrer vom menschli­chen Blick­winkel abwei­chenden Einstel­lungsgrö­ßen und dank ihrer Bilder­abfol­ge seien Filmbil­der befä­higt, unbe­stimmte Raumzei­ten zu gene­rieren. Diese von ihm geschätz­ten „belie­bigen Räume“ sieht er immer dort entste­hen, wo die Wieder­gabe äuße­rer Raumkon­tinua und auswen­diger Bewe­gungsab­läufe durch filmspe­zifi­sche Einstel­lungen und anders montier­te Raumzeit­forma­tionen durchbro­chen wird: | |||
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:''Ein beliebiger Raum ist keine abstrak­te Uni­versa­lie jenseits von Zeit und Raum. Er ist ein einzel­ner, einzig­arti­ger Raum, der nur die Homo­geni­tät einge­büßt hat, das heißt das Prinzip seiner metri­schen Verhält­nisse oder des Zusam­menhalts seiner Teile, so dass eine unend­liche Vielfalt von Anschlüs­sen möglich wird“ <bib id='Deleuze 1989a'>De­leuze 1989a</bib>. | |||
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Wie in <bib id='Ott 2007a'></bib> vorge­schlagen, sollte anstel­le des Ausdrucks ‘belie­biger Raum’ jener des ‘unbe­stimmten Raums’ verwen­det werden, schon um den Beige­schmack des Belie­bigen und Nega­tiven zu vermei­den, aber auch um die Bestimm­barkeit der jewei­ligen Raumzeit­schöpfung zu thema­tisieren. | |||
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In Nähe zu Balázs lobt Deleuze die Quali­tät der Großauf­nahme und des „Affekt­bildes“ zur Hervor­bringung neuer Raumre­lati­onen, die den Fluss der filmi­schen Bewe­gung scheinbar arre­tieren und dem Film eine verti­kale Inten­sitäts­dimen­sion verlei­hen: | |||
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:''Obwohl die Großaufnah­me das Gesicht (...) von jeder Raum-​Zeit-​Koor­dina­te ablöst, kann sie einen ihr eigenen Zeit-​Raum einbrin­gen (...) Einmal ist es der Tiefen­raum des Bildfel­des, der der Großauf­nahme einen Hinter­grund verleiht, ein ander­mal ist es im Gegen­teil die Nega­tion der Perspek­tive und der Bildtie­fe, die die Halbnah­einstel­lung einer Großauf­nahme angleicht“ (<bib id='Deleuze 1989a'>De­leuze 1989a</bib>: S. 151f.). | |||
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Ungewohnt flächige Räume und unübli­che Kombi­nati­onen von Vorder- und Hinter­grund sieht De­leuze aber nicht nur dank der filmi­schen Verge­sichtli­chungsver­fahren entste­hen. Räume ohne „Maßver­hältnis­se“ mit „takti­ler Wertig­keit“ entdeckt er auch in gleichsam umge­kehrten Verfah­ren der Entge­sichtli­chung wie etwa in den Filmen von Robert Bresson. Dessen Strate­gie der „Entthro­nung“ des Gesichts in unüb­lichen Kadrie­rungen und Monta­gefol­gen unter­werfe das Bewe­gungsbild einem „Gesetz der Fragmen­tierung“ (S. 152) und brächte eben­falls belie­bige Räume hervor. | |||
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Solchermaßen entziffert Deleuze die gesam­te Filmge­schichte auf Erfin­dungen neuer Raumbil­der hin: Im deutschen expres­sionis­tischen Film lasse der Einsatz von Licht und Schatten und deren „Hell-​Dunkel-​Werte“ das Räumli­che zu etwas „Unbe­grenztem“ (S. 155) werden. In den Filmen der „poeti­schen Abstrak­tion“ verlie­re das Räumli­che eben­falls seine herkömm­liche Begren­zung und werde „mit der Macht des Geistes, mit einer stets zu erneu­ernden geisti­gen Entschei­dung iden­tisch“ (S. 163). An struktu­ralis­tischen Filmen wie Alain Resnais’ «L’année dernière à Marien­bad» (F, 1961) stellt er richtungs­gebun­dene „topo­logi­sche“ Konstruk­tionen heraus, die der Verschwis­terung von Raum und Zeit Rechnung trügen. Belie­bige Räume sind für ihn sogar in Doku­mentar­filmen zu finden, wie beispiels­weise in Joris Ivens’ Film «Der Regen»: Der Regen, Subjekt des Films, wird dank der vielfäl­tigen Perspek­tivierun­gen in seinen schillern­den Erschei­nungswei­sen und [[Affekt und Kommunikation |Affekt­modi]] ins Bild gesetzt. | |||
==Zeitgenössische Bild­raum­be­stim­mun­gen== | |||
===== | In der Gegenwart lässt insbesondere der ''spatial turn'' der Kultur­wissen­schaften den Raumbe­zug des Bildes thema­tisch werden. Die moder­ne Kunst, die sich sogar in ihren reali­tätsna­hen Medien [[Fotografie|Foto­grafie]] und [[Film]] als konstruk­tive Praxis begreift, bear­beitet nach dem Zweiten Welt­krieg, mit der postmo­dernen Kritik am fort­schritts­beto­nenden Zeitpa­radig­ma, erneut ihr Verhält­nis zum Raum. Ihre selbst­refle­xiven Verfah­ren bringen einen neuen Reichtum an Raumzeit­expe­rimen­ten hervor, wodurch auch das Bedürf­nis aufkommt, den Raum des Kunstwerks zu über­schreiten hin auf Inter­venti­onen im „realen Raum“. Vor allem aber beför­dert die sich globa­lisie­rende Gegen­wart theore­tische und künstle­rische Raumbe­zugnah­men ohne gleichen, die sich im begin­nenden 21. Jahrhun­dert als Boom an Ausstel­lungen mit Raum­thema­tiken mani­festiert. | ||
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Der Katalog zur Ausstellung «RAUM. Orte der Kunst» (<bib id='Flügge et al. 2007a'></bib>) begrün­det seine thema­tische Ausrich­tung damit, dass in der Moder­ne der Ort der Kunst fragwür­dig gewor­den sei und die gestei­gerte Mobi­lität der moder­nen Gesell­schaft zu einer Diffe­renzie­rung der Konzep­tionen und Refle­xionen über Raum und Räumlich­keit geführt habe. Unter­schieden wird dabei zwischen dem unbe­stimmten Raum als ima­ginä­rer Ressour­ce der Kunst und dem künstle­risch begrenz­ten Ort im Raum, sei er illu­sionis­tisch vorge­spiegelt oder als Ereig­nisraum insze­niert. Als namhaf­teste Umko­dierun­gen des künstle­rischen Verhält­nisses zwischen Raum und Ort werden die Einfüh­rung des Films, Duchamps Akzen­tuierung des Ausstel­lungskontexts und die wieder­kehren­de Uto­pie der Verei­nigung von Kunst und Leben im Sur­realis­mus ange­führt. | |||
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Der unübersichtlichen Vielzahl künstle­rischer Raum­umbrü­che in der Moder­ne sucht man durch Nachzeich­nung signi­fikan­ter Filia­tionen nachzu­kommen: des ''bildne­rischen Raums'' in den Gemäl­den von Male­witsch bis Picas­so, des ''foto­grafi­schen Raums'' bei Medar­do Rosso und Man Ray, des ''leeren Raums'' bei Alber­to Giaco­metti und Francis Bacon, des ''sozi­alen Raums'' bei Gordon Matta-​Clark und Francis Alÿs, der ''Körper im Raum'' bei Gary Hill und Trisha Brown und ande­ren mehr. Als bedeut­same Umbrü­che werden gedeu­tet die Modi­fika­tionen des ''zentral­perspek­tivi­schen Kasten­raums'' (<bib id='Hofmann 2007a'></bib>: S. 14) von den ‘geome­trischen Puris­ten’ Donald Judd und Sol Lewitt über den ‘Orga­niker’ Frank Gehry zu den Laby­rinthbau­ern Gregor Schneider und Hans Schabus als Weiter­führer des ‘Merzbaus’ von Kurt Schwitters. Hervor­geho­ben werden die singu­lären Gestal­tungen (<bib id='Lammert 2007a'></bib>) der Filmräu­me Jean Pain­levés in «La quatri­ème dimen­sion» von 1937, der fernseh­gerech­ten Raumri­tuale Samuel Becketts in «Quadrat 2» von 1982 und Jacques Tatis filmi­sche Kritik an der Glas­archi­tektur in «Play­time» (F, 1967). Das Auftre­ten von „Hybrid­formen aus Medien und Raum“ (<bib id='Demuth 2007a'></bib>: S. 101) im 21. Jahrhun­dert wird in seiner Rückwir­kung auf den Status der Kunst­objek­te betont und das Infla­tionä­re zeitge­nössi­scher Museums­bauten kriti­siert (<bib id='Flügge et al. 2007b'></bib>: S. 7). Vorge­tragen wird aber auch die Hoffnung, in raumak­zentu­ieren­den Ausstel­lungen die „Poten­tiali­tät“ der Kunstwer­ke und neue Zusam­menhän­ge, Nachbar­schaften, Ortsbe­züge zu erschlie­ßen und aufzu­decken. Im Ergän­zungsband «RÄUME der Zeich­nung» werden unter ande­rem die Aufkün­digung der Linie-​Fläche-​Unter­scheidung und die maschi­nelle Ausfüh­rung von Zeichnun­gen unter­sucht und die Verän­derun­gen erör­tert, die mit der Projek­tion von Zeichnun­gen in den drei­dimen­siona­len Raum verbun­den sind. | |||
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Den dazugehörigen Tagungs­reader «Topos RAUM» eröff­net Georges Didi-​Huber­man (<bib id='Didi-Huberman 2005a'>Didi-​Huber­man 2005a</bib>) mit einer Betrach­tung über den leibre­lati­ven Raum in foto­grafi­schen und filmi­schen Werken der Moder­ne. Robert Kudiel­ka bestimmt das gegen­wärti­ge Raum-​Verhält­nis von Male­rei und [[Skulptur]] in Abgren­zung von der Befra­gung des Bildraums in den 1960er Jahren: Während damals Inhal­te der Kunst über deren räumli­che Eigen­schaften defi­niert worden seien, würden nunmehr künstle­rische Befra­gungen des „realen Raums“ vorherr­schen. Die Suche nach bild­inter­nen Gestal­tungslö­sungen, mit dem ame­rika­nischen Expres­sionis­mus und dessen „Auflö­sung der Inte­riori­tät des Kunst­werkes“ (<bib id='Kudielka 2005a'>Kudiel­ka 2005a</bib>: S. 51) an ein Ende gekom­men, werde in der Gegen­wart ersetzt durch die künstle­rische „Parzel­lierung von Erfah­rungsräu­men“ (S. 53) und die Thema­tisie­rung des Verhält­nisses der Kunst zu insti­tutio­nellen und gesell­schaftli­chen Räumen: Die „Auswei­tung künstle­rischer Konzep­tionen, Strate­gien und Verfah­renswei­sen auf poten­tiell alle Handlungs­räume“ (S. 45) habe zur „Insis­tenz auf orts­spezi­fische Setzun­gen und Eingrif­fe“ als dem gegen­wärtig „maßgeb­lichen Motiv in den Künsten“ (S. 52) geführt. Das Verhält­nis des Betrach­ters zur Kunst, früher durch „Gegen­über­treten und Davor­bleiben“ gekenn­zeichnet, habe sich damit in Richtung „Eintre­ten und Eintau­chen“ (S. 53) verscho­ben. Da „der Zusam­menhalt eines Kunst­werks nun von der räumli­chen Erfas­sung her garan­tiert erscheint“ (S. 54), seien [[Installation und Montage|Instal­lati­onen]] häufig allein durch „dispa­rate Anhäu­fungen“ mit unter­bestimm­ten Bezü­gen ausge­wiesen und bezö­gen gera­de daraus ihre Bedeut­samkeit. Insge­samt wird betont, dass Grenzgänge zwischen [[Skulptur]], Archi­tektur, Instal­lation, [[Performance|Perfor­mance]], [[Video]] und Film normal gewor­den seien und sich zum ''white cube'' des Ausstel­lungsraums die ''black box'' der Video­projek­tion und die Online-​Gale­rie für imma­teriel­le Netzkunst gesellt habe. Lev Mano­vich skizziert eine Poetik des erwei­terten Raums und den „mit Daten verdich­teten physi­schen Raum“, der dank gewis­ser Erwei­terungs­techno­logien „zum multi­dimen­siona­len Raum“ (<bib id='Manovich 2005a'>Mano­vich 2005a</bib>: S. 343) werde. Raum­konfi­gura­tionen mit [[Interaktives Bild|virtu­ellen Bildern]] bemü­hen häufig De­leuzes/​Guatta­ris »Rhizom«- und »Plateau«-​Begriff, um „nicht-​line­are Techni­ken in der Kunst“ <bib id='Bechtloff 2001a'>Becht­loff 2001a</bib>, Arbei­ten im Raum als „amor­phe Syste­me“, „Bildcon­tainer“ und „Raum­bilder-​Bild­räume“ <bib id='Pesch 2001a'></bib> vorzu­stellen. | |||
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Diagnostiziert wird aber auch die Muta­tion des Museums­raums dank der Einfüh­rung beweg­ter Bilder und instal­lati­ver Präsen­tati­onen zu einer „new geo­graphy of (re)­collection“ (<bib id='Bruno 2007a'></bib>: S. 5). Auch die künstle­rischen Raumpar­zellen brächten einen neuen Museums­typ hervor (<bib id='Kudielka 2005a'>Kudiel­ka 2005a</bib>), der von der euro­päischen Sammlungs­antho­logie abweicht, Contai­nerhal­den und riesi­ge Stau­räume hervor­bringt wie in der ''Dia Art Founda­tion'' in Beacon, unweit von New York, der weltweit größten Ausstel­lungsan­lage seit 2003. | |||
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Diese frenetischen Ausstellungs- und Theorie­bewe­gungen unter dem Zeichen des Räumli­chen lassen abschlie­ßend deutlich werden, dass der ‘Raum’ die letzte umfas­sende Bezeich­nung für die zeitge­nössi­schen Umbrü­che im Theorie- und Kunst­selbstver­ständis abzu­geben scheint (auch hierzu ⊳ [[Bild in reflexiver Verwendung|Bild in refle­xiver Verwen­dung]]). | |||
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* [[Anschauung]] | |||
* [[Bild in reflexiver Verwendung]] | |||
* [[bildende Kunst]] | |||
* [[Bildobjekt / Bildträger]] | |||
* [[Chock / taktile Wahrnehmung]] | |||
* [[Erfahrung / Unmittelbarkeit]] | |||
* [[Film]] | |||
* [[Fotografie]] | |||
* [[Installation und Montage]] | |||
* [[Interaktives Bild]] | |||
* [[Kino]] | |||
* [[Malerei]] | |||
* [[Materialität]] | |||
* [[Mimesis]] | |||
* [[Performance]] | |||
* [[Perspektive und Projektion]] | |||
* [[Perspektivik]] | |||
* [[Raum und Geometrie]] | |||
* [[Skulptur]] | |||
* [[Video]] | |||
* [[Vorstellung]] | |||
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Aktuelle Version vom 22. Januar 2024, 13:53 Uhr
Unterpunkt zu: Bildwahrnehmung
Historischer Diskurs zum BildraumKants „transzendentale Ästhetik“ ([Kant 1968a]Kant, Immanuel (1968): Kritik der reinen Vernunft. de Gruyter, Berlin. Bis heute überbieten sich Kognitions- und Wahrnehmungspsychologen mit Erklärungsmodellen für die Fähigkeit des Gehirns, aus zweidimensionalen Netzhautprojektionen räumliche Informationen zu entnehmen. Sie konzentrieren sich dabei weitgehend auf zentralperspektivisch organisierte Bildformate, die bekanntlich seit der Renaissance als der anthropomorphen Raumerfassung entsprechende Raumwiedergaben verstanden worden sind. Erwin Panofskys daran vorgetragene Kritik ([Panofsky 1924a]Panofsky, Erwin (1998): Die Perspektive als symbolische Form (1924). In: Michels, K. & Warnke, M. (Hg.), Erwin Panofsky, Deutschsprachige Aufsätze, Bd. 2. Akademie, Berlin. Lessing und HegelErste gattungstheoretische Ausführungen zur Abgrenzung der bildenden von den literarischen Künsten entlang ihrer Raum- und Zeitbezugnahmen begegnen ebenfalls in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. 1766 unterscheidet Gotthold Ephraim Lessing ([Lessing 1974a]Lessing, Gotthold Ephraim (1974): Laokoon oder über die Grenzen der Malerei und Poesie. In: Göpfert, H. G. (Hg.), Werke, Bd. 6. Hanser, München. Artikuliert sich bei Lessing noch eine Gleichrangigkeit der Künste, so privilegiert die auf ihn folgende idealistische Philosophie die Zeit- gegenüber den Raumkünsten, weshalb die Ästhetiken des 19. Jahrhunderts die Künste in eine entwicklungsgeschichtlich-logische Abfolge bringen. G. W. F. Hegel geht in den «Vorlesungen über die Ästhetik» zwischen 1818 und 1826 von der Vorstellung eines künstlerischen Einheitsraums aus, da „an sich, dem Begriffe nach, die Gesamtheit dieser neuen Wirklichkeit der Kunst zu einer Totalität“ ([Hegel 1970a]Hegel, Georg W. F. (1970): Vorlesungen über die Ästhetik II. In: Moldenhauer, E. & Michel, K. M. (Hg.), Werke. Suhrkamp, Frankfurt/M. Burckhardt und RieglDiesen philosophischen Raumabwertungen setzt Jakob Burckhardt 1855 seine kunsthistorische Schrift «Der Cicerone. Eine Anleitung zum Genuss der Kunstwerke Italiens» entgegen, in welcher er dem Raumbegriff erstmals methodische Geltung verleiht: Er grenzt darin die italienische Gotik mit ihrer horizontalen „Weiträumigkeit“ vom „nordischen Raum der Höhe“ ([Burckhardt 2001a]Burckhardt, Jacob (2001): Der Cicerone. Eine Anleitung zum Genuss der Kunstwerke Italiens. In: B. Roeck et al. (Hg.), Werke. Kritische Gesamtausgabe. Beck, München, Basel. Burckhardts Ansatz macht Schule: Ende des 19. Jahrhunderts, als die an die Nachahmungstheorie gebundenen Erörterungen von Ort, Szene, Vertiefung und Bildtiefe von einer historisch-kritischen, stilanalytischen Kunstbetrachtung abgelöst werden, wird die Raumbehandlung „das allgemeinste Thema der modernen Kunstgeschichte“ ([Badt 1963a]Badt, Kurt (1963): Raumphantasien und Raumillusionen: Wesen der Plastik. DuMont, Köln. Alois Riegls historische Periodisierung des „Kunstwollens“ ([Riegl 1901a]Riegl, Alois (1901): Die spätrömische Kunstindustrie nach den Funden in Österreich-Ungarn im Zusammenhange mit der Gesamtentwicklung der Bildenden Künste bei den Mittelmeervölkern. KuK Hof- und Staatsdruckerei, Wien. Cassirer und RaphaelIm 20. Jahrhundert vervielfachen sich trotz der naturwissenschaftlichen Formulierung der ‘Vierdimensionalität’ des Raums und der in Mathematik und Physik begründeten Verschwisterung von Raum und Zeit die kunstgeschichtlichen Überlegungen zu den Raumbezügen der Kunst. Auch andere Disziplinen tragen zur Vervielfältigung von Bildraumtheorien bei: die phänomenologische und psychologische Wahrnehmungslehre, medientheoretische Diskussionen zur Gattungsspezifik von Malerei und Film, erkenntniskritische Unterscheidungen von symbolischen, lebensweltlichen, ästhetischen Räumen und anderer mehr. Der Kunsthistoriker Adolf von Hildebrand erklärt 1903 ([Hildebrand 1969a]Hildebrand, Adolf von (1969): Das Problem der Form. In: Bock, H. (Hg.), Hildebrand: Gesammelte Schriften zur Kunst. Westdeutscher Verlag, Köln, Opladen. Philosophie und Kunstgeschichte zusammenführend, erkennt der Philosoph Ernst Cassirer in seinem Vortrag «Mystischer, ästhetischer und theoretischer Raum» ([Cassirer 1930a]Cassirer, Ernst (2004): Mythischer, ästhetischer und theoretischer Raum (1930). In: Recki, B. (Hg.), Ernst Cassirer: Gesammelte Werke, Bd. 17. Meiner, Hamburg. In der Nachkriegszeit bekundet sich in Max Raphaels «Raumgestaltungen» von 1949 schließlich eine ausdifferenzierte Wahrnehmung der unterschiedlichen Raumbezugnahmen der Malerei: „Hals, Velasquez und andere – der Raum der Traumwelt; Vermeer – der Raum des Unbewußten; Hugo van der Goes und Tintoretto – der Raum des Übergangs vom Diesseits zum Jenseits; […] Bosch – der Raum der Auflösung des Daseins“ ([Raphael 1986a]Raphael, Max (1986): Raumgestaltungen. Der Beginn der modernen Kunst im Kubismus und im Werk von Georges Braque. Balázs, Kracauer und BazinAuch in der Filmtheorie des 20. Jahrhunderts wird der Raumbezug des Filmbildes thematisiert, zunächst allerdings unter dem Blickwinkel der veränderten Raumwahrnehmung des Zuschauers im Kino, ausgelöst durch die neuen technischen Möglichkeiten des Films. Als einer der ersten erörtert der ungarische Filmtheoretiker Béla Balázs ([Balázs 2001a]Balázs, Béla (2001): Der Geist des Films. Suhrkamp, Frankfurt/M. Zeitgleich mit Balázs gelangt Siegfried Kracauer im Feuilleton «Über Arbeitsnachweise» (1930) zu einem eher soziologisch ausgerichteten Raumbefund:
Kracauers Suche nach unbewusst-affektiven Raumbildern motiviert nicht zuletzt seine Zuwendung zum filmischen Medium, wie seine Studie «From Caligari to Hitler. A Psychological History of the German Film» von 1947 zeigt, in der er die psychischen Dispositionen der Gesellschaft der Weimarer Republik retrospektiv aus ihren filmischen Raumbildern erschließt. Raumbilder sind zwangsläufig unbestimmte, numinose Größen, die von affektiven und unbewussten Besetzungen erzählen und “in” dem von ihnen Dargestellten Ungesehenes und Ungedachtes mitartikulieren. Der französische Filmtheoriker André Bazin fordert in seinem gegenüber Kracauer zugespitzten Realismusverständnis der 50er Jahre, dass Filmbilder die raumzeitlichen Kontinua von Vorgängen, die vielfältigen und gegenläufigen Bewegungen des Lebens und dessen wesentliche „Ambiguität“ einzufangen hätten. Der Film habe durch filmische Raumgebungen wie in den Filmen Erich von Stoheims, Jean Renoirs und Orson Welles’, durch lange Plansequenzen mit bewegter Kamera, durch Schärfentiefe, tiefenräumliche Inszenierung und eine Wiedergabe des Dargestellten als Ausschnitt aus einem über den Bildrahmen hinausreichenden, realen Kontinuum der realen Dauer der Vorkommnisse zu entsprechen. DeleuzeIn den 80er Jahren verbindet sich für Gilles Deleuze mit dem Filmischen, noch immer in Nähe zu Kracauer und Benjamin, die Forderung nach mikroskopischer Durchdringung der Realitätswiedergaben auf etwas “in” den Bildern hin – auch auf neue Raumzeitdimensionierungen. In seiner zeichenorientierten Perspektive bindet er die Erörterung des Räumlichen nicht an die Zuschauerwahrnehmung, sondern an die filmische Zeichengebung, der er die Potenz zu Entkonventionalisierung üblicher Raumperspektiven und zur Binnendifferenzierung des Bildes zuerkennt. Dank ihrer vom menschlichen Blickwinkel abweichenden Einstellungsgrößen und dank ihrer Bilderabfolge seien Filmbilder befähigt, unbestimmte Raumzeiten zu generieren. Diese von ihm geschätzten „beliebigen Räume“ sieht er immer dort entstehen, wo die Wiedergabe äußerer Raumkontinua und auswendiger Bewegungsabläufe durch filmspezifische Einstellungen und anders montierte Raumzeitformationen durchbrochen wird:
Wie in [Ott 2007a]Ott, Michaela (2007): Der unbestimmte Raum in Philosophie und Film. Philo, Berlin. In Nähe zu Balázs lobt Deleuze die Qualität der Großaufnahme und des „Affektbildes“ zur Hervorbringung neuer Raumrelationen, die den Fluss der filmischen Bewegung scheinbar arretieren und dem Film eine vertikale Intensitätsdimension verleihen:
Ungewohnt flächige Räume und unübliche Kombinationen von Vorder- und Hintergrund sieht Deleuze aber nicht nur dank der filmischen Vergesichtlichungsverfahren entstehen. Räume ohne „Maßverhältnisse“ mit „taktiler Wertigkeit“ entdeckt er auch in gleichsam umgekehrten Verfahren der Entgesichtlichung wie etwa in den Filmen von Robert Bresson. Dessen Strategie der „Entthronung“ des Gesichts in unüblichen Kadrierungen und Montagefolgen unterwerfe das Bewegungsbild einem „Gesetz der Fragmentierung“ (S. 152) und brächte ebenfalls beliebige Räume hervor. Solchermaßen entziffert Deleuze die gesamte Filmgeschichte auf Erfindungen neuer Raumbilder hin: Im deutschen expressionistischen Film lasse der Einsatz von Licht und Schatten und deren „Hell-Dunkel-Werte“ das Räumliche zu etwas „Unbegrenztem“ (S. 155) werden. In den Filmen der „poetischen Abstraktion“ verliere das Räumliche ebenfalls seine herkömmliche Begrenzung und werde „mit der Macht des Geistes, mit einer stets zu erneuernden geistigen Entscheidung identisch“ (S. 163). An strukturalistischen Filmen wie Alain Resnais’ «L’année dernière à Marienbad» (F, 1961) stellt er richtungsgebundene „topologische“ Konstruktionen heraus, die der Verschwisterung von Raum und Zeit Rechnung trügen. Beliebige Räume sind für ihn sogar in Dokumentarfilmen zu finden, wie beispielsweise in Joris Ivens’ Film «Der Regen»: Der Regen, Subjekt des Films, wird dank der vielfältigen Perspektivierungen in seinen schillernden Erscheinungsweisen und Affektmodi ins Bild gesetzt.
Zeitgenössische BildraumbestimmungenIn der Gegenwart lässt insbesondere der spatial turn der Kulturwissenschaften den Raumbezug des Bildes thematisch werden. Die moderne Kunst, die sich sogar in ihren realitätsnahen Medien Fotografie und Film als konstruktive Praxis begreift, bearbeitet nach dem Zweiten Weltkrieg, mit der postmodernen Kritik am fortschrittsbetonenden Zeitparadigma, erneut ihr Verhältnis zum Raum. Ihre selbstreflexiven Verfahren bringen einen neuen Reichtum an Raumzeitexperimenten hervor, wodurch auch das Bedürfnis aufkommt, den Raum des Kunstwerks zu überschreiten hin auf Interventionen im „realen Raum“. Vor allem aber befördert die sich globalisierende Gegenwart theoretische und künstlerische Raumbezugnahmen ohne gleichen, die sich im beginnenden 21. Jahrhundert als Boom an Ausstellungen mit Raumthematiken manifestiert. Der Katalog zur Ausstellung «RAUM. Orte der Kunst» ([Flügge et al. 2007a]Flügge, Matthias & Kudielka, Robert & Lammert, Angela (Hg.) (2007): RAUM. Orte der Kunst. Verlag für moderne Kunst, Nürnberg. Der unübersichtlichen Vielzahl künstlerischer Raumumbrüche in der Moderne sucht man durch Nachzeichnung signifikanter Filiationen nachzukommen: des bildnerischen Raums in den Gemälden von Malewitsch bis Picasso, des fotografischen Raums bei Medardo Rosso und Man Ray, des leeren Raums bei Alberto Giacometti und Francis Bacon, des sozialen Raums bei Gordon Matta-Clark und Francis Alÿs, der Körper im Raum bei Gary Hill und Trisha Brown und anderen mehr. Als bedeutsame Umbrüche werden gedeutet die Modifikationen des zentralperspektivischen Kastenraums ([Hofmann 2007a]Hofmann, Werner (2007): Spielräume und Raumverstecke. In: Flügge, M.; Kudielka, R. & Lammert, A. (Hg.), RAUM. Orte der Kunst. Verlag für moderne Kunst, Nürnberg. Den dazugehörigen Tagungsreader «Topos RAUM» eröffnet Georges Didi-Huberman ([Didi-Huberman 2005a]Didi-Huberman, Georges (2005): L’espace danse – Der Raum tanzt. In: Lammert, A.; Diers, M.; Kudielka, R. & Mattenklott, G. (Hg.), Topos RAUM. Die Aktualität des Raumes in den Künsten der Gegenwart. Verlag für moderne Kunst, Nürnberg. Diagnostiziert wird aber auch die Mutation des Museumsraums dank der Einführung bewegter Bilder und installativer Präsentationen zu einer „new geography of (re)collection“ ([Bruno 2007a]Bruno, Giuliana (2007): Public Intimacy. Architecture and the Visual Arts. MIT Press, Cambridge. Diese frenetischen Ausstellungs- und Theoriebewegungen unter dem Zeichen des Räumlichen lassen abschließend deutlich werden, dass der ‘Raum’ die letzte umfassende Bezeichnung für die zeitgenössischen Umbrüche im Theorie- und Kunstselbstverständis abzugeben scheint (auch hierzu ⊳ Bild in reflexiver Verwendung). Siehe auch:
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Anmerkungen
Literatur
[Badt 1963a]Badt, Kurt (1963): Raumphantasien und Raumillusionen: Wesen der Plastik. DuMont, Köln.[Balázs 2001a]Balázs, Béla (2001): Der Geist des Films. Suhrkamp, Frankfurt/M.[Bechtloff 2001a]Bechtloff, Dieter (Hg.) (2001): Choreographie der Gewalt. Kunstforum International.[Bruno 2007a]Bruno, Giuliana (2007): Public Intimacy. Architecture and the Visual Arts. MIT Press, Cambridge.[Burckhardt 2001a]Burckhardt, Jacob (2001): Der Cicerone. Eine Anleitung zum Genuss der Kunstwerke Italiens. In: B. Roeck et al. (Hg.), Werke. Kritische Gesamtausgabe. Beck, München, Basel.[Cassirer 1930a]Cassirer, Ernst (2004): Mythischer, ästhetischer und theoretischer Raum (1930). In: Recki, B. (Hg.), Ernst Cassirer: Gesammelte Werke, Bd. 17. Meiner, Hamburg.[Deleuze 1989a]Deleuze, Gilles (1989): Das Bewegungs-Bild. Kino1. Suhrkamp, Frankfurt/M.[Demuth 2007a]Demuth, Volker (2007): Extreme Expeditionen. Digitale, hybride und künstlerische Räume. In: Flügge, M.; Kudielka, R. & Lammert, A. (Hg.), RAUM. Orte der Kunst. Verlag für moderne Kunst, Nürnberg.[Didi-Huberman 2005a]Didi-Huberman, Georges (2005): L’espace danse – Der Raum tanzt. In: Lammert, A.; Diers, M.; Kudielka, R. & Mattenklott, G. (Hg.), Topos RAUM. Die Aktualität des Raumes in den Künsten der Gegenwart. Verlag für moderne Kunst, Nürnberg.[Flügge et al. 2007a]Flügge, Matthias & Kudielka, Robert & Lammert, Angela (Hg.) (2007): RAUM. Orte der Kunst. Verlag für moderne Kunst, Nürnberg.[Flügge et al. 2007b]Flügge, Matthias; Kudielka, Robert & Lammert, Angela (2007): Vorwort und Dank. In: Flügge, M.; Kudielka, R. & Lammert, A. (Hg.), RAUM. Orte der Kunst. Verlag für moderne Kunst, Nürnberg.[Hegel 1970a]Hegel, Georg W. F. (1970): Vorlesungen über die Ästhetik II. In: Moldenhauer, E. & Michel, K. M. (Hg.), Werke. Suhrkamp, Frankfurt/M.[Hildebrand 1969a]Hildebrand, Adolf von (1969): Das Problem der Form. In: Bock, H. (Hg.), Hildebrand: Gesammelte Schriften zur Kunst. Westdeutscher Verlag, Köln, Opladen.[Hofmann 2007a]Hofmann, Werner (2007): Spielräume und Raumverstecke. In: Flügge, M.; Kudielka, R. & Lammert, A. (Hg.), RAUM. Orte der Kunst. Verlag für moderne Kunst, Nürnberg.[Kant 1968a]Kant, Immanuel (1968): Kritik der reinen Vernunft. de Gruyter, Berlin.[Kracauer 1992a]Kracauer, Siegfried (1992): Der verbotene Blick. Reclam, Leipzig.[Kudielka 2005a]Kudielka, Robert (2005): Gegenstände der Betrachtung – Orte der Erfahrung. Zum Wandel der Kunstauffassung im 20. Jahrhundert. In: Lammert, A.; Diers, M.; Kudielka, R. & Mattenklott, G. (Hg.), Topos RAUM. Die Aktualität des Raumes in den Künsten der Gegenwart. Verlag für moderne Kunst, Nürnberg.[Lammert 2007a]Lammert, Angela (2007): Die vertrauten Sichtweisen sind umzustoßen. Zum Raum der Nachkriegszeit in ungewohnten Begegnungen. In: Flügge, M.; Kudielka, R. & Lammert, A. (Hg.), RAUM. Orte der Kunst.[Lessing 1974a]Lessing, Gotthold Ephraim (1974): Laokoon oder über die Grenzen der Malerei und Poesie. In: Göpfert, H. G. (Hg.), Werke, Bd. 6. Hanser, München.[Lipps 1920a]Lipps, Theodor (1920): Zur Einfühlung, in: «Psychologische Untersuchungen» 2/3, 1913. In: Lipps, T. (Hg.), Die ästhetische Betrachtung und die bildende Kunst. Voss, Leipzig.[Manovich 2005a]Manovich, Lev (2005): Die Poetik des erweiterten Raums. In: Lammert, A.; Diers, M.; Kudielka, R. & Mattenklott, G. (Hg.), Topos RAUM. Die Aktualität des Raumes in den Künsten der Gegenwart. Verlag für moderne Kunst, Nürnberg.[Ott 2007a]Ott, Michaela (2007): Der unbestimmte Raum in Philosophie und Film. Philo, Berlin.[Panofsky 1924a]Panofsky, Erwin (1998): Die Perspektive als symbolische Form (1924). In: Michels, K. & Warnke, M. (Hg.), Erwin Panofsky, Deutschsprachige Aufsätze, Bd. 2. Akademie, Berlin.[Pesch 2001a]Pesch, Martin (2001): Raumbilder-Bildräume. Zu den Arbeiten von Julia Ziegler. Kunstforum International, 153.[Raphael 1986a]Raphael, Max (1986): Raumgestaltungen. Der Beginn der modernen Kunst im Kubismus und im Werk von Georges Braque. [Riegl 1901a]Riegl, Alois (1901): Die spätrömische Kunstindustrie nach den Funden in Österreich-Ungarn im Zusammenhange mit der Gesamtentwicklung der Bildenden Künste bei den Mittelmeervölkern. KuK Hof- und Staatsdruckerei, Wien.[Riegl 1931a]Riegl, Alois (1931): Das holländische Gruppenporträt. Staatsdruckerei, Wien. Ausgabe 1: 2013 Verantwortlich: Lektorat: Seitenbearbeitungen durch: Joerg R.J. Schirra, Julia Bonn und Marcel Lemmes — (Hinweis) Zitierhinweis: |