Fernsehen: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Glossar der Bildphilosophie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Joerg R.J. Schirra (Diskussion | Beiträge)
KKeine Bearbeitungszusammenfassung
K Textersetzung - „{{GlosTab5}}↵<bibdummy>“ durch „{{GlosTab5}}“
 
(51 dazwischenliegende Versionen von 6 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
<!--  "This is comment"  -->
<!--  "This is comment"  -->
<!--Vorlage für Unterpunkte-->
<!--Vorlage für Unterpunkte-->
<!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern-->
<!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern-->
{{GlosHeader}}
{{GlosHeader}}
[[Kategorie:Unterpunkt]]
[[Kategorie:Unterpunkt]]
<!--Ende header-->
<!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht-->
[[Kategorie:Bildverwendungstypen]]
[[Kategorie:Bildverwendungstypen]]
<!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht-->
Unterpunkt zu: [[Bildverwendungstypen]]
Unterpunkt zu: [[Bildverwendungstypen]]
<!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein-->
<!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern-->
{{GlosTab1}}
{{GlosTab1}}
{{GlossarBoxMain}}
{{GlossarBoxMain}}
<!--Ende header-->
<!--Ab hier: eigentlicher Inhalt-->
==Etymologie und Wortbedeutung==


<!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen-->
Der Ausdruck ‘Fernsehen’ leitet sich vom Kompo&shy;situm ‘Tele&shy;vision’ ab. Das altgrie&shy;chische Wort ‘''tele''’ (τηλε: weit&shy;hin, weit weg, fern) und das latei&shy;nische Substan&shy;tiv ‘''visio''’ (vīsiō: An&shy;blick, Schau, Sehen) erge&shy;ben die etab&shy;lierte Bedeu&shy;tung der ''Fern-Sicht'' als Mittel zur Wahr&shy;nehmung eines nicht unmit&shy;telbar gege&shy;benen Ereig&shy;nisses (vgl. <bib id='Gemoll & Vretska 2006a'></bib>: S. 791; vgl. <bib id='Stowasser et al. 1998a'></bib>: S. 554). In der medi&shy;alen Perspek&shy;tive ist der Fern&shy;seher die techni&shy;sche Appa&shy;ratur, die gewis&shy;serma&shy;ßen wie ein Fern&shy;rohr die Wahr&shy;nehmung nicht aktuell gege&shy;bener Ereig&shy;nisse ermög&shy;licht. Fern&shy;sehen meint weiter&shy;hin die akti&shy;ve Tätig&shy;keit der ''fern-sehen&shy;den [[Rezeption|Rezep&shy;tion]]'' des Nutzers und eben&shy;falls das orga&shy;nisa&shy;tori&shy;sche Gefü&shy;ge von priva&shy;ten und öffent&shy;lich-recht&shy;lichen Sende&shy;anstal&shy;ten.
=====Darstellung des gr. Zusammenhangs=====
 
<!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen-->
<!--Anmerkung zwischen <ref> und </ref> im laufenden Text-->
<!--Literaturverweise im laufenden Text <bib id='Jonas 61a'>Jonas 1961</bib> -->
<!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen -->
<!--  ... (siehe Link "Sammlung" in Bibliographie-Box -->
<!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] -->
 
 
 
 
=====Engere Begriffsbestimmung=====


<!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen-->


==Wahrnehmungsdispositiv Fernsehen==


=====optional Beispiele=====
Fernsehen ist als eigenständiges Dispo&shy;sitiv anzu&shy;sehen, es baut auf den appa&shy;rativen Konstel&shy;latio&shy;nen des Kinos auf und hat sich – wenn auch später erfun&shy;den – paral&shy;lel zu diesem ent&shy;wickelt und tut es noch. Fern&shy;sehen konsti&shy;tuiert aller&shy;dings ein infor&shy;matio&shy;nelles elek&shy;troni&shy;sches Bild (vgl. <bib id='Paech 2006a'></bib>: S. 105) im Gegen&shy;satz zum ana&shy;logen kine&shy;mato&shy;graphi&shy;schen Bewe&shy;gungs&shy;bild (siehe auch ⊳ [[Kino]]). Fern&shy;sehen besitzt zwar eine mit dem Kino vergleich&shy;bare Mensch-Ma&shy;schine-Anord&shy;nung und [[Blick]]-Konstel&shy;lation. Im Gegen&shy;satz zum Kino ist die Abdunk&shy;lung des Raumes nicht not&shy;wendig, zudem exis&shy;tiert im allge&shy;meinen keine Projek&shy;tionsrich&shy;tung (dies ändert sich jedoch zuneh&shy;mend, da Projek&shy;toren für den Heim&shy;bedarf immer er&shy;schwing&shy;licher werden). Auch ist der Zu&shy;schauer nicht notwen&shy;diger&shy;weise direkt vor dem Bild&shy;schirm plat&shy;ziert, sondern frei in seinen Bewe&shy;gungen und Hand&shy;lungen. Der letzte Punkt verweist auf den Ver&shy;zicht einer Diszip&shy;linie&shy;rung der Wahr&shy;nehmung des Zuschauers durch eine appa&shy;rativ beding&shy;te Fixie&shy;rung, wie sie im Kino zu finden ist (vgl. <bib id='Hickethier 1995a'></bib>: S. 65). Dies hängt mit der techno&shy;logischen Tradi&shy;tion des Fern&shy;sehens zusam&shy;men, die es eng an die Entwick&shy;lung des Radios bindet.
:
Eine weitere wesentliche Differenz zum Kino ist die Möglich&shy;keit der Live-Über&shy;tragung über das Fern&shy;sehen, das eine aktu&shy;elle Teil&shy;habe an einem ent&shy;fernten Ereig&shy;nis ermög&shy;licht (die muss zwar mit Ein&shy;schränkun&shy;gen betrachtet werden, da das Kino eben&shy;falls begon&shy;nen hat, Live-Über&shy;tragun&shy;gen zu zeigen, den&shy;noch gehör&shy;ten diese nicht zur Essenz des Kinos in seinen An&shy;fängen, während der Live-Charak&shy;ter beim Fern&shy;sehen eben den funktio&shy;nalen Kern bilde&shy;te). Hier zeigt sich wiede&shy;rum die direk&shy;te und unaus&shy;lösch&shy;liche Verbin&shy;dung des Mediums Fern&shy;sehen als Emp&shy;fänger mit der Sende&shy;station eines Fernseh&shy;senders – ohne diesen käme die [[Interaktion und Kommunikation|Fernseh&shy;kommu&shy;nika&shy;tion]] nicht zustan&shy;de. Dies wird auch durch die Mög&shy;lich&shy;keit der Programm&shy;wahl verdeut&shy;lich, die mit Hilfe bestimm&shy;ter Sende&shy;logos inner&shy;halb des Fernseh&shy;bildes doku&shy;mentiert wird. Das Programm kann als Innen&shy;seite des Dispo&shy;sitivs Fernse&shy;hen verstan&shy;den werden, als dieje&shy;nige Ebe&shy;ne, auf der das Subjekt und das Fern&shy;sehen als insti&shy;tutio&shy;neller Appa&shy;rat zusam&shy;mentref&shy;fen (vgl. <bib id='Hickethier 1995a'></bib>: S. 76). Das Programm bildet somit die Schnitt&shy;stelle der Mensch-Ma&shy;schine-An&shy;ordnung und unter&shy;scheidet das Dispo&shy;sitiv Fern&shy;sehen von anderen Bild&shy;medien, wie z.B. dem Com&shy;puter. Durch die impli&shy;zite Mög&shy;lich&shy;keit der Programm&shy;wahl durch den Rezi&shy;pienten wird der Zu&shy;schauer als Subjekt — anders als im Kino — ein mitbe&shy;stimmen&shy;der Faktor inner&shy;halb des Dispo&shy;sitivs.
:
Wulff unterteilt das Fernsehen als Wahr&shy;nehmungs&shy;dispo&shy;sitiv in sechs Ebenen:
:
:
:(1) Umgebungsraum<br>
:::ENTHÄLT<br>
:(2) Fernsehapparat<br>
:::ENTHÄLT<br>
:(3) Glasfläche [als Teil des Fernseh&shy;apparats]<br>
:::IST BILDTRÄGER VON<br>
:(4) Schriftfläche<br>
:::UND<br>
:(5) Fernsehbild<br>
:::UND<br>
:(6) Fernseh-Raum
:
:
Das Fernsehbild (5) hinter der Glas&shy;fläche (3) ist dabei die Kern&shy;zone des Rezi&shy;pienten&shy;inte&shy;resses, den&shy;noch bleibt die Glas&shy;fläche – auch wenn sie während der gewöhn&shy;lichen Rezep&shy;tion in den Hinter&shy;grund der Wahr&shy;nehmung tritt – die Bedin&shy;gung dafür, dass eine Sendung wahr&shy;genom&shy;men werden kann. Und obwohl sich Fehler auf der Glas&shy;fläche auf das Bild aus&shy;wirken können, werden sie für gewöhnl&shy;ich nicht dem Bild zuge&shy;rechnet – folg&shy;lich können Glas&shy;fläche und Bild klar von einan&shy;der getrennt werden. Im Kino gibt es die Glas&shy;fläche (3) als Bild&shy;träger oder Konsti&shy;tutiv einer Fernseh&shy;bildräum&shy;lichkeit nicht, die Lein&shy;wand wird nur in selten&shy;sten Fällen in der Wahr&shy;nehmung thema&shy;tisch (z.B. wenn sie Löcher oder Risse enthält), während die Glas&shy;fläche des Fernseh&shy;gerä&shy;tes die Wahr&shy;nehmung immer wieder thema&shy;tisiert (etwa bei Kratzern oder Refle&shy;xionen in der Glas&shy;fläche, ⊳ [[Syntaktisch unkorrekte Bilder|Syntak&shy;tisch unkor&shy;rekte Bilder]]).


<!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen-->
{{GlossarSiehe}}
 
* [[Blick]]
 
* [[Interaktion und Kommunikation]]
=====Auswirkungen auf andere Begriffe=====
* [[Kino]]
 
* [[Rezeption]]
<!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen-->
* [[Syntaktisch unkorrekte Bilder]]


<!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern-->
<!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern-->
<!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt -->
<!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt -->
<!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein-->
<!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein-->
<!-- ... dazu den "Sammlung"-Link im Literaturkasten verwenden -->
<!-- ... dazu den "Sammlung"-Link im Literaturkasten verwenden -->
{{GlosTab2}}
{{GlosTab2}}
{{GlosTab3}}
{{GlosTab3}}
''Ausgabe 1: 2013''
{{GlosTab4}}
''Verantwortlich:''  
''Verantwortlich:''  


<!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen-->
* [[Benutzer:Patrick Kruse|Kruse, Patrick ]]
[[Benutzer:Patrick Kruse|Patrick Kruse]]
* [[Benutzer:Lars Grabbe|Grabbe, Lars ]]
 
* [[Benutzer:Hans J. Wulff|Wulff, Hans J. ]]
[[Benutzer:Lars Grabbe|Lars Grabbe]]


[[Benutzer:Hans J. Wulff|Hans J. Wulff]]
{{GlosTab4}}
''Lektorat:''
* [[Benutzer:Dimitri Liebsch|Liebsch, Dimitri]]
{{GlosTab5}}
<!--den Schluß nicht verändern-->
<!--den Schluß nicht verändern-->
{{GlosEnd}}
{{GlosEndB}}
<!--Das war's-->
<!--Das war's-->

Aktuelle Version vom 22. Januar 2024, 13:53 Uhr

Unterpunkt zu: Bildverwendungstypen


Etymologie und Wortbedeutung

Der Ausdruck ‘Fernsehen’ leitet sich vom Kompo­situm ‘Tele­vision’ ab. Das altgrie­chische Wort ‘tele’ (τηλε: weit­hin, weit weg, fern) und das latei­nische Substan­tiv ‘visio’ (vīsiō: An­blick, Schau, Sehen) erge­ben die etab­lierte Bedeu­tung der Fern-Sicht als Mittel zur Wahr­nehmung eines nicht unmit­telbar gege­benen Ereig­nisses (vgl. [Gemoll & Vretska 2006a]Gemoll, Wilhelm & Vretska, Karl (2006): Gemoll. Griechisch-deutsches Schulwörterbuch und Handwörterbuch. Oldenbourg Schulbuchverlag, München.
: S. 791; vgl. [Stowasser et al. 1998a]Stowasser, J. M. & Petschenig, M. & Skutsch, Fr. (1998): Stowasser. Lateinisch-Deutsches Schulwörterbuch. In: Stowasser & Petschenig & Skutsch (Hg.), Sto­wasser. La­tei­nisch-​Deutsches Schul­wörter­buch. Oldenbourg Schulbuchverlag, München.
: S. 554). In der medi­alen Perspek­tive ist der Fern­seher die techni­sche Appa­ratur, die gewis­serma­ßen wie ein Fern­rohr die Wahr­nehmung nicht aktuell gege­bener Ereig­nisse ermög­licht. Fern­sehen meint weiter­hin die akti­ve Tätig­keit der fern-sehen­den Rezep­tion des Nutzers und eben­falls das orga­nisa­tori­sche Gefü­ge von priva­ten und öffent­lich-recht­lichen Sende­anstal­ten.


Wahrnehmungsdispositiv Fernsehen

Fernsehen ist als eigenständiges Dispo­sitiv anzu­sehen, es baut auf den appa­rativen Konstel­latio­nen des Kinos auf und hat sich – wenn auch später erfun­den – paral­lel zu diesem ent­wickelt und tut es noch. Fern­sehen konsti­tuiert aller­dings ein infor­matio­nelles elek­troni­sches Bild (vgl. [Paech 2006a]Paech, Joachim (2006): Was ist ein kinematographisches Bewegungsbild?. In: Koebner, Th. & Meder, Th. (Hg.), Bildtheorie und Film. Edition Text + Kritik, München.
: S. 105) im Gegen­satz zum ana­logen kine­mato­graphi­schen Bewe­gungs­bild (siehe auch ⊳ Kino). Fern­sehen besitzt zwar eine mit dem Kino vergleich­bare Mensch-Ma­schine-Anord­nung und Blick-Konstel­lation. Im Gegen­satz zum Kino ist die Abdunk­lung des Raumes nicht not­wendig, zudem exis­tiert im allge­meinen keine Projek­tionsrich­tung (dies ändert sich jedoch zuneh­mend, da Projek­toren für den Heim­bedarf immer er­schwing­licher werden). Auch ist der Zu­schauer nicht notwen­diger­weise direkt vor dem Bild­schirm plat­ziert, sondern frei in seinen Bewe­gungen und Hand­lungen. Der letzte Punkt verweist auf den Ver­zicht einer Diszip­linie­rung der Wahr­nehmung des Zuschauers durch eine appa­rativ beding­te Fixie­rung, wie sie im Kino zu finden ist (vgl. [Hickethier 1995a]Hickethier, Knut (1995): Dispositiv Fernsehen – Skizze eines Modells. Montage/av, 4.
Webadresse: www.montage-av.de/pdf/041_1995/04_1_Knut_Hickethier_Dispositiv_Fernsehen.pdf
Nicht angezeigt: letzter Kontrollaufruf:
: S. 65). Dies hängt mit der techno­logischen Tradi­tion des Fern­sehens zusam­men, die es eng an die Entwick­lung des Radios bindet.

Eine weitere wesentliche Differenz zum Kino ist die Möglich­keit der Live-Über­tragung über das Fern­sehen, das eine aktu­elle Teil­habe an einem ent­fernten Ereig­nis ermög­licht (die muss zwar mit Ein­schränkun­gen betrachtet werden, da das Kino eben­falls begon­nen hat, Live-Über­tragun­gen zu zeigen, den­noch gehör­ten diese nicht zur Essenz des Kinos in seinen An­fängen, während der Live-Charak­ter beim Fern­sehen eben den funktio­nalen Kern bilde­te). Hier zeigt sich wiede­rum die direk­te und unaus­lösch­liche Verbin­dung des Mediums Fern­sehen als Emp­fänger mit der Sende­station eines Fernseh­senders – ohne diesen käme die Fernseh­kommu­nika­tion nicht zustan­de. Dies wird auch durch die Mög­lich­keit der Programm­wahl verdeut­lich, die mit Hilfe bestimm­ter Sende­logos inner­halb des Fernseh­bildes doku­mentiert wird. Das Programm kann als Innen­seite des Dispo­sitivs Fernse­hen verstan­den werden, als dieje­nige Ebe­ne, auf der das Subjekt und das Fern­sehen als insti­tutio­neller Appa­rat zusam­mentref­fen (vgl. [Hickethier 1995a]Hickethier, Knut (1995): Dispositiv Fernsehen – Skizze eines Modells. Montage/av, 4.
Webadresse: www.montage-av.de/pdf/041_1995/04_1_Knut_Hickethier_Dispositiv_Fernsehen.pdf
Nicht angezeigt: letzter Kontrollaufruf:
: S. 76). Das Programm bildet somit die Schnitt­stelle der Mensch-Ma­schine-An­ordnung und unter­scheidet das Dispo­sitiv Fern­sehen von anderen Bild­medien, wie z.B. dem Com­puter. Durch die impli­zite Mög­lich­keit der Programm­wahl durch den Rezi­pienten wird der Zu­schauer als Subjekt — anders als im Kino — ein mitbe­stimmen­der Faktor inner­halb des Dispo­sitivs.

Wulff unterteilt das Fernsehen als Wahr­nehmungs­dispo­sitiv in sechs Ebenen:

(1) Umgebungsraum
ENTHÄLT
(2) Fernsehapparat
ENTHÄLT
(3) Glasfläche [als Teil des Fernseh­apparats]
IST BILDTRÄGER VON
(4) Schriftfläche
UND
(5) Fernsehbild
UND
(6) Fernseh-Raum

Das Fernsehbild (5) hinter der Glas­fläche (3) ist dabei die Kern­zone des Rezi­pienten­inte­resses, den­noch bleibt die Glas­fläche – auch wenn sie während der gewöhn­lichen Rezep­tion in den Hinter­grund der Wahr­nehmung tritt – die Bedin­gung dafür, dass eine Sendung wahr­genom­men werden kann. Und obwohl sich Fehler auf der Glas­fläche auf das Bild aus­wirken können, werden sie für gewöhnl­ich nicht dem Bild zuge­rechnet – folg­lich können Glas­fläche und Bild klar von einan­der getrennt werden. Im Kino gibt es die Glas­fläche (3) als Bild­träger oder Konsti­tutiv einer Fernseh­bildräum­lichkeit nicht, die Lein­wand wird nur in selten­sten Fällen in der Wahr­nehmung thema­tisch (z.B. wenn sie Löcher oder Risse enthält), während die Glas­fläche des Fernseh­gerä­tes die Wahr­nehmung immer wieder thema­tisiert (etwa bei Kratzern oder Refle­xionen in der Glas­fläche, ⊳ Syntak­tisch unkor­rekte Bilder).

Anmerkungen
Literatur
[Gemoll & Vretska 2006a]Gemoll, Wilhelm & Vretska, Karl (2006): Gemoll. Griechisch-deutsches Schulwörterbuch und Handwörterbuch. Oldenbourg Schulbuchverlag, München.[Hickethier 1995a]Hickethier, Knut (1995): Dispositiv Fernsehen – Skizze eines Modells. Montage/av, 4.[Paech 2006a]Paech, Joachim (2006): Was ist ein kinematographisches Bewegungsbild?. In: Koebner, Th. & Meder, Th. (Hg.), Bildtheorie und Film. Edition Text + Kritik, München.[Stowasser et al. 1998a]Stowasser, J. M. & Petschenig, M. & Skutsch, Fr. (1998): Stowasser. Lateinisch-Deutsches Schulwörterbuch. In: Stowasser & Petschenig & Skutsch (Hg.), Sto­wasser. La­tei­nisch-​Deutsches Schul­wörter­buch. Oldenbourg Schulbuchverlag, München.

Ausgabe 1: 2013

Lektorat:

Zitierhinweis:

Kruse, Patrick; Grabbe, Lars & Wulf, Hans J. (2013). Fernsehen. (Ausg. 1). In: Schirra, J.R.J.; Halawa, M. & Liebsch, D. (Hg.), Glossar der Bildphilosophie. (2012-2026). [bildglossar.org/index.php?title=Fernsehen].