Sprach-Bild-Bezüge: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Glossar der Bildphilosophie
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Joerg R.J. Schirra (Diskussion | Beiträge)
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==Größere Zusammenhänge und Kon&shy;text==
Worum geht es hier?
 
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<!--Anmerkung zwischen <ref> und </ref> im laufenden Text-->
<!--Literaturverweise im laufenden Text <bib id='Jonas 61a'>Jonas 1961</bib> -->
<!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen -->
<!--  ... (siehe Links in Bibliographie-Box -->
<!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] -->
 
=====Aufteilung=====


Kommentar zu den Unterpunkten ...
Kommunikation erfolgt, wenn über&shy;haupt, selten ausschließ&shy;lich mit Hilfe nur eines [[Zeichen, Zeichenträger, Zeichensystem|Zeichensystems]]. So ist der Gebrauch gespro&shy;chener Sprache (Rede) von Mimik, Gestik, Körper&shy;haltung, Proso&shy;die und Into&shy;nation wie auch von der geteil&shy;ten Wahrneh&shy;mung von Objek&shy;ten im Raum und ihrer Mani&shy;pula&shy;tion (emprak&shy;tische Kommu&shy;nika&shy;tion) beglei&shy;tet. Deikti&shy;sche Verwei&shy;se binden die Rede an Ort, Zeit, Perso&shy;nen und Raum und aktu&shy;ali&shy;sieren sie im [[Kontext]] (vgl. auch [[Nomination|Nomi&shy;nation]]). Geschrie&shy;bene Sprache (Schrift) hat immer eine [[Typographie|typo&shy;graphi&shy;sche]] Form und ein Layout, die eine visu&shy;elle Ausdrucks&shy;ressour&shy;ce über die Aufzeich&shy;nung von Lautspra&shy;che hinaus darstel&shy;len. Schrift wird zudem auf semio&shy;tische Objek&shy;te aufge&shy;bracht, die dem Text zusätz&shy;liche Bedeu&shy;tung verlei&shy;hen. Nicht selten ist sie von Bildern oder Graphi&shy;schem beglei&shy;tet, das auf die Sprache Bezug nimmt. In audio&shy;visu&shy;ellen Medien poten&shy;ziert sich die Möglich&shy;keit des Bezugs zwischen Sprache und ande&shy;ren semio&shy;tischen Ressour&shy;cen: [[Film|Filme]] koppeln gespro&shy;chene Sprache mit beweg&shy;tem Bild, Ton (Musik, Geräusch) und Schrift.
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Sprache-Bild-Bezüge sind also nur eine spezi&shy;fische Art semio&shy;tischer und media&shy;ler Multi&shy;moda&shy;lität, die daher natur&shy;gemäß eine Inter&shy;diszi&shy;plin darstellt und bislang wissen&shy;schaftlich wenig erforscht ist. Die in den Einzel&shy;wissen&shy;schaften vorhan&shy;dene Tendenz zur Iso&shy;lierung ihrer Unter&shy;suchungs&shy;objekte hat eine Befor&shy;schung multi&shy;semio&shy;tischer Objek&shy;te erschwert. So schreibt W. Holly für die Sprachwissenschaft:
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:''Manche Wissenschaftler haben ihren Gegen&shy;stand am liebsten pur. Damit man ihn sorgfäl&shy;tig studie&shy;ren kann, wird er freige&shy;legt, heraus&shy;präpa&shy;riert, von allem stören&shy;den Drum&shy;herum befreit, haltbar gemacht, zur besse&shy;ren Betrach&shy;tung aufbe&shy;reitet und fixiert. Für einen Sprach&shy;wissen&shy;schaftler, der unge&shy;stört vorge&shy;hen will, heißt das, er will “Sprache pur”.'' (<bib id='Holly 2009a'></bib>: S. 389).
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Analog dazu sind auch die Bildwissen&shy;schaften (<bib id='Sachs-Hombach 2005a'></bib>, <bib id='Sachs-Hombach 2005b'></bib>) in der Regel am “Bild pur” inte&shy;ressiert. Nur langsam beginnt sich dies im Rahmen einer Multi&shy;moda&shy;litäts&shy;forschung (<bib id='Kress & Leeuwen 2001a'></bib>, <bib id='Leeuwen 2005a'></bib>, <bib id='Jewitt 2009a'></bib>, <bib id='Ventola et al. 2009a'>Vento&shy;la et al. 2009a</bib>, <bib id='Kress 2010a'></bib>), und einer dem Bild und ande&shy;ren semio&shy;tischen Ressour&shy;cen aufge&shy;schlosse&shy;nen Text- und Diskurs&shy;lingu&shy;istik (<bib id='Stöckl 2004a'></bib>, <bib id='Diekmannshenke et al. 2010a'>Diekmanns&shy;henke et al. 2010a</bib>) zu ändern.
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Aber auch die Beschäftigung mit entwe&shy;der Bild oder Sprache allein bringt letztlich die Notwen&shy;digkeit einer Berück&shy;sichti&shy;gung des jeweils ande&shy;ren Zeichen&shy;systems bereits mit sich. Dies liegt am ambi&shy;valen&shy;ten onto&shy;logi&shy;schen Status von Bild und Sprache. So hat Sprache eine ele&shy;men&shy;tare und starke bildli&shy;che Kompo&shy;nente: Sie verfügt über an&shy;schauungs&shy;orien&shy;tierte Wörter und Aus&shy;drücke, evo&shy;ziert [[Logische Kontextbildung und mentale Bilder|menta&shy;le Bilder]] und konfi&shy;guriert mit [[Sprachliche Metaphern und allgemeine Metaphorologie|Meta&shy;phern]] und ähnli&shy;chen rheto&shy;rischen Techni&shy;ken Wörter zu über&shy;trage&shy;nen, nicht-lite&shy;ralen Bedeu&shy;tungen, denen oft ein bildli&shy;ches oder [[Uneigentliche Bilder|bildhaf&shy;tes]] Ele&shy;ment eigen ist. Bilder wiede&shy;rum funktio&shy;nieren in vieler&shy;lei Hinsicht wie Sprache: Ihre Ele&shy;mente sind inner&shy;halb eines Genres konven&shy;tiona&shy;lisiert, wir lesen sie als Zeichen mit mehr oder weni&shy;ger fixen Bedeu&shy;tungen; vor allem ihr nicht-abbil&shy;dender, abstrak&shy;te [[Proposition|Sachver&shy;halte]] aus&shy;drücken&shy;der Charak&shy;ter wird so ermög&shy;licht. Zudem sind die Grenzen zwischen Schrift und Bild auch formal fließend. Typo&shy;pikto&shy;riale Gestal&shy;tungen geben Schrift Bildcha&shy;rakter (<bib id='Stöckl 2004b'></bib>: S. 35ff., <bib id='Stöckl 2005a'></bib>: S. 206ff., <bib id='Stöckl 2008a'></bib>: 15ff.; ⊳ [[Schriftbildlichkeit|Schrift&shy;bildlich&shy;keit]]); [[Bilderschrift und Piktogramm|Pikto&shy;gramme]] oder Icons (<bib id='Christian 2009a'></bib>: S. 21-61) rücken Bilder in starke Nähe zum sprachli&shy;chen Zeichen.
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In historischer Sicht sind die Bezüge zwischen Sprache und Bild ohnehin eng. Beide scheinen aus gesti&shy;scher [[Interaktion und Kommunikation|Kommu&shy;nika&shy;tion]] entstan&shy;den zu sein, pikto&shy;riale Ent&shy;äuße&shy;rung scheint der schrift&shy;sprachli&shy;chen voraus&shy;zuge&shy;hen und [[Notation|Auf&shy;schreibe&shy;syste&shy;me]] mischen von Beginn an [[Symbol, Index, Ikon|bildli&shy;che und symbo&shy;lische]] Ele&shy;mente. Zusam&shy;menfas&shy;send also müssen die Bezü&shy;ge, die zwischen Sprache und Bild in kommu&shy;nika&shy;tiver, semio&shy;tisch-on&shy;tolo&shy;gischer sowie kogni&shy;tiver und histo&shy;rischer Perspek&shy;tive beste&shy;hen, als zwingend bzw. notwen&shy;dig beschrie&shy;ben werden.


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==Begriffsbestimmung und Teil&shy;aspek&shy;te==


=====Sonstiges=====
Sprache-Bild-Bezüge sind alle in der Produk&shy;tion von semio&shy;tischen Objek&shy;ten ange&shy;legten/&#8203;konstru&shy;ierten und in ihrer Rezep&shy;tion inter&shy;pretier&shy;baren Zusam&shy;menhän&shy;ge seman&shy;tischer, forma&shy;ler und funktio&shy;naler Art, die zwischen sprachli&shy;chen Zeichen (Wörtern, Sätzen, Texten) und visu&shy;ellen Ele&shy;menten von Bildern jedwe&shy;der Art in medial gepräg&shy;ten Gesamt&shy;texten ent- bzw. beste&shy;hen und funktio&shy;nieren. Sprache-Bild-Bezü&shy;ge markie&shy;ren eine promi&shy;nente Art der „inter&shy;moda&shy;len Kohä&shy;renz“ (<bib id='Stöckl 2012a'></bib>). Ihre Beschrei&shy;bung stößt vor allem deswe&shy;gen auf Schwierig&shy;keiten, weil – im Unter&shy;schied zur Sprache – die distink&shy;ten forma&shy;len Ele&shy;mente oder Aussa&shy;geein&shy;heiten in Bildern nicht klar defi&shy;niert sind. Verweist eine sprachli&shy;che Aussa&shy;ge auf eine visu&shy;elle [[Gestalt]], eine einzel&shy;ne [[Raum und Geometrie|Form]], [[Farbe als bildsyntaktische Kategorie|Farben]], im Bild darge&shy;stellte [[Proposition|Sachver&shy;halte]], Aussa&shy;gein&shy;halte oder den [[Kontext|Herstel&shy;lungs- oder Verwen&shy;dungskon&shy;text]] eines Bildes? In einer Sprache-Bild-Kombi&shy;nation begeg&shy;nen sich also zwei in semio&shy;tisch-[[Pragmatik, Semantik, Syntax|seman&shy;tischer]], perzep&shy;tueller und pragma&shy;tischer Hinsicht unglei&shy;che Partner: arbi&shy;träre Zeichen&shy;distinkt&shy;heit, linear-kombi&shy;nato&shy;rische Gram&shy;ma&shy;tik, langsa&shy;me, sukzes&shy;sive und impakt&shy;schwache Perzep&shy;tion sowie eine seman&shy;tische und [[Illokution|illo&shy;kuti&shy;ve]] Flexi&shy;bili&shy;tät der Sprache stehen [[Symbol, Index, Ikon|iko&shy;nischem]], [[Ähnlichkeit und wahrnehmungsnahe Zeichen|wahrneh&shy;mungsna&shy;hem Zeichen&shy;fluss]], einer [[Bildmorphologie|inte&shy;grativ-räumli&shy;chen Gramma&shy;tik]], ganzheit&shy;licher und gedächt&shy;nisef&shy;fekti&shy;ver Wahrneh&shy;mung sowie einer seman&shy;tischen Unter&shy;deter&shy;miniert&shy;heit/&#8203;Vagheit und illo&shy;kuti&shy;ven Schwäche des Bildes gegen&shy;über (<bib id='Stöckl 2009a'></bib>: S. 6ff.).
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Die Bezüge zwischen Sprache und Bild sind in unter&shy;schiedli&shy;cher Weise konzep&shy;tuali&shy;siert worden. Die Meta&shy;pher ‘Wort-Bild-Reißver&shy;schluss’ (<bib id='Holly 2009a'></bib>) betont das komple&shy;mentä&shy;re Inein&shy;ander&shy;greifen der beiden semio&shy;tischen Ressour&shy;cen (vgl. ‘inter-semi&shy;otic comple&shy;mentar&shy;ity’, <bib id='Royce 1998a'></bib>). Wechsel&shy;seiti&shy;ge „Über&shy;schrei&shy;bung“ (<bib id='Holly 2010a'></bib>), „Re&shy;lektü&shy;re“ und „Tran&shy;skrip&shy;tion“ (<bib id='Jäger 2002a'></bib>, <bib id='Jäger 2008a'></bib>; <bib id='Holly & Jäger 2011a'></bib>) fokus&shy;sieren die akti&shy;ve  Sinnstif&shy;tung des inter&shy;pretie&shy;renden Rezi&shy;pienten, der das Bild nur “lesen” kann, indem er den sprachli&shy;chen Text zur Hilfe nimmt und umge&shy;kehrt. Mit „Kontakt&shy;stelle“ (<bib id='Stöckl 1992a'></bib>) oder „edit point“ (<bib id='Leeuwen 2005a'></bib>) wird die Tatsa&shy;che benannt, dass sich die Bezü&shy;ge auf bestimm&shy;te Teile einer multi&shy;moda&shy;len Textur konzen&shy;trieren, an denen Sprache und Bild in inten&shy;dierter Weise zusam&shy;menfüh&shy;rend montiert werden, um seman&shy;tisch-pragma&shy;tische Brücken und rheto&shy;rische Effek&shy;te herzu&shy;stellen.
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Sowohl in historischer Perspektive als auch mit Blick auf gegen&shy;wärti&shy;ge Prakti&shy;ken des Sprache-Bild-Bezugs fällt eine struktu&shy;relle Dreitei&shy;lung auf. Sie ist wohl zuerst im Zusam&shy;menhang mit dem klassi&shy;schen [[Emblem]] beschrie&shy;ben worden, das aus&#8203; »Lemma«,&#8203; »Icon«&#8203; und&#8203; »Epi&shy;gramm«&#8203; besteht (<bib id='Büttner & Gottdank 2009a'></bib>, <bib id='Eddiks 2004a'></bib>). Moder&shy;ne [[Werbung|Werbe&shy;anzei&shy;gen]] und ande&shy;re Gebrauchs&shy;textsor&shy;ten (z.B. Zeitungs&shy;arti&shy;kel oder Info&shy;graphi&shy;ken) weisen die gleiche Trias auf, indem sie ein Bild mit einer Über&shy;schrift/&#8203;Unter&shy;schrift und einem eigent&shy;lichen Text verse&shy;hen. Das Rätsel&shy;hafte eines Emblems entspricht in gewis&shy;ser Weise dem unter&shy;deter&shy;miniert Krypti&shy;schen manch moder&shy;ner Anzei&shy;ge. Das Bild unter&shy;hält also einen zweifa&shy;chen Bezug zur Sprache: Zum einen benennt eine Art Titel oder Kernbe&shy;griff (Lemma) den [[Bildinhalt|Bildin&shy;halt]] und stellt ihn so in einen seman&shy;tischen Kontext, zum ande&shy;ren ermög&shy;licht ein länge&shy;rer, erklä&shy;render Begleit&shy;text (Epi&shy;gramm) vielfa&shy;che und komple&shy;xere Verknüp&shy;fungen bzw. Zusam&shy;menhän&shy;ge zwischen Teilen des Bildes und Aussa&shy;gen des Sprachtexts. Dieses konven&shy;tiona&shy;lisier&shy;te struktu&shy;relle Muster hat offen&shy;bar große kommu&shy;nika&shy;tionsprag&shy;mati&shy;sche Vorzü&shy;ge; es sichert das Verständ&shy;nis eines inhä&shy;rent mehrdeu&shy;tigen und poly&shy;valen&shy;ten Bildes durch sprachli&shy;che Kommen&shy;tierung und Kontex&shy;tuali&shy;sierung. Sprache und Bild ergän&shy;zen sich wechsel&shy;seitig bzw. machen sich gegen&shy;seitig “lesbar”.
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Für die Entwicklung einer Methodik der Ana&shy;lyse und Beschrei&shy;bung von Sprache-Bild-Bezü&shy;gen ist Barthes’ (1977) Arbeit «Die Rheto&shy;rik des Bildes» (orig. <bib id='Barthes 1964b'></bib>) maßgeb&shy;lich gewe&shy;sen. Hier gilt Sprache als Mittel der Disam&shy;bigu&shy;ierung des Bildes, das Barthes als „series of discon&shy;tinu&shy;ous signs“ (<bib id='Barthes 1977a'></bib>: S. 34) oder als „floating chain of signi&shy;fieds“ (ibid.: S. 39) betrach&shy;tet und dem er inhä&shy;rente Poly&shy;semie beschei&shy;nigt. Sprachtex&shy;ten kommt die Funktion zu, die Signi&shy;fika&shy;te der Bildzei&shy;chen festzu&shy;legen und wichti&shy;ge [[Referenz, Denotation, Exemplifikation|Deno&shy;tate]] des Bildes zu nennen (‘anchor&shy;age’). Bildbe&shy;gleittex&shy;te fixie&shy;ren also letztlich die deno&shy;tati&shy;ven (lite&shy;ralen) und konno&shy;tati&shy;ven (‘cul&shy;tural’, ‘coded’, ‘sym&shy;bolic’) Bedeu&shy;tungen des Bildes. Eben&shy;so vermag das Bild in komple&shy;mentä&shy;rer Weise zur Gesamt&shy;bedeu&shy;tung des Sprache-Bild-Bezugs beizu&shy;tragen (‘relay’); hier entsteht die Botschaft auf einer über&shy;summa&shy;tiven, “höhe&shy;ren” Ebe&shy;ne eines Sprache-Bild-Syntag&shy;mas.
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Seitdem haben sich verschiedene metho&shy;dische Zugän&shy;ge zu Sprache-Bild-Bezü&shy;gen ent&shy;wickelt (s. <bib id='Stöckl 2009a'></bib>: S. 11f.). Eini&shy;ge, wie die frühen, auf rheto&shy;rischen Ope&shy;ratio&shy;nen aufbau&shy;enden Ansät&shy;ze (<bib id='Bonsiepe 1968a'>Bonsie&shy;pe 1968a</bib>, <bib id='Durand 1987a'></bib>, <bib id='Gaede 1981a'></bib>, <bib id='Doelker 2007a'></bib>) verlie&shy;ren sich in Benen&shy;nungsde&shy;tails und zu feinen Unter&shy;schieden von kogni&shy;tiv letztlich gleichar&shy;tigen Verknüp&shy;fungsleis&shy;tungen. Ande&shy;re gene&shy;rali&shy;sieren zu stark und beschäf&shy;tigen sich vorder&shy;gründig damit, in welchen allge&shy;meinen Verhält&shy;nissen die Infor&shy;matio&shy;nen aus Bild und Sprache zuein&shy;ander stehen können (<bib id='Spillner 1982a'></bib>, <bib id='Nöth 2000a'></bib>). Balan&shy;cierter sind metho&shy;dische Zugrif&shy;fe, die auf mehre&shy;ren Verknüp&shy;fungsebe&shy;nen ope&shy;rieren (<bib id='Geiger & Henn-Memmesheimer 1998a'>Geiger & Henn-Memmes&shy;heimer 1998a</bib>, <bib id='Leeuwen 2005a'></bib>, <bib id='Martinec & Salway 2005a'>Marti&shy;nec & Salway 2005a</bib>, <bib id='Stöckl 2009b'></bib>). Zumin&shy;dest drei Ebe&shy;nen, auf denen Sprache-Bild-Bezü&shy;ge Muster&shy;haftig&shy;keit zeigen, sind: räumlich-syntak&shy;tische Muster, d.h. posi&shy;tiona&shy;le und sequen&shy;tielle Verhält&shy;nisse zwischen Sprache und Bild im Gesamt&shy;text; inhalts&shy;bezo&shy;gene Muster, die model&shy;lieren, wie sich sprachli&shy;che und bildli&shy;che Inhal&shy;te zuein&shy;ander verhal&shy;ten – also z.B. Exten&shy;sion und Ela&shy;bora&shy;tion; und schließlich rheto&shy;risch-logi&shy;sche Muster, denen daran gele&shy;gen ist, die funkti&shy;onal-pragma&shy;tische und kogni&shy;tive Verknüpft&shy;heit von Sprache und Bild dingfest zu machen (<bib id='Stöckl 2009b'></bib>: S. 213ff.).
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Zentral für die Beschreibung der Bezüge zwischen Sprache und Bild sind seman&shy;tische Rela&shy;tionen (auch ‘para&shy;digma&shy;tische Bedeu&shy;tungsbe&shy;ziehun&shy;gen’ genannt) wie Syno&shy;nymie, Anto&shy;nymie, Mero&shy;nymie oder Hype&shy;rony&shy;mie etc. (<bib id='Löbner 2003a'></bib>: S. 116ff.). Sie eignen sich dazu, an den “Kontakt&shy;stellen” oder “edit points” ange&shy;legte Bedeu&shy;tungsbe&shy;ziehun&shy;gen zwischen sprachli&shy;chen Aus&shy;drücken und Bild&shy;ele&shy;menten zu klassi&shy;fizie&shy;ren. Diese Metho&shy;de ist insbe&shy;sonde&shy;re in den von der Funktio&shy;nalen Gramma&shy;tik (<bib id='Halliday 1996a'>Halli&shy;day 1996a</bib>) beein&shy;flussten Arbei&shy;ten zum Bild (<bib id='Kress & Leeuwen 1996a'></bib>) und zu Sprache-Bild-Bezü&shy;gen (<bib id='Royce 1998a'></bib>) verwen&shy;det worden. Hier liegt die Vorstel&shy;lung zugrun&shy;de, dass – so wie sprachli&shy;che Struktu&shy;ren sozio-pragma&shy;tischen Zwecken gehor&shy;chen – auch Bildstruk&shy;turen funktio&shy;nal bedingt sind. Vergli&shy;chen wird dann, welche Funktio&shy;nen Sprache und Bild mit welchen Mitteln bewerk&shy;stelli&shy;gen und wie sie sich diese Aufga&shy;ben in Sprache-Bild-Texten teilen.
:
Bucher (<bib id='Bucher 2010a'></bib>: S. 123-138) kriti&shy;siert in seinem Über&shy;blick über verfüg&shy;bare Ansät&shy;ze zur Multi&shy;moda&shy;lität deren über&shy;wiegend reprä&shy;senta&shy;tiona&shy;le Auffas&shy;sung von der [[Pragmatik, Semantik, Syntax|Seman&shy;tik]] der Zeichen und ihre statisch-norma&shy;tive Ausrich&shy;tung. Sprache-Bild-Bezü&shy;ge also an der fixen Bedeu&shy;tung von sprachli&shy;chen Aus&shy;drücken und Bild&shy;ele&shy;menten oder an den struktu&shy;rellen Ressour&shy;cen ihrer Verknüp&shy;fung zu “messen” wäre demnach unzu&shy;reichend. Er rekla&shy;miert die [[Bildrezeption als Kommunikationsprozess|akti&shy;ve Rolle des Rezi&shy;pienten]], der in einer Inter&shy;aktion mit dem Kommu&shy;nika&shy;tionsan&shy;gebot Sinn aus Sprache und Bild in Kontext und Situ&shy;ation gene&shy;riert. Wichtig für eine Beschrei&shy;bung von Sprache-Bild-Bezü&shy;gen wäre es demnach, die wechsel&shy;seiti&shy;ge Kontex&shy;tuali&shy;sierung von Sprache und Bild im Rahmen größe&shy;rer kommu&shy;nika&shy;tiver Handlungs&shy;muster zu erfas&shy;sen. Wie dies aller&shy;dings jenseits herme&shy;neuti&shy;scher Hypo&shy;thesen aufgrund der Textpro&shy;dukte empi&shy;risch gesche&shy;hen kann, ist auch in der Rezeptions&shy;forschung noch nicht ganz klar (s. dazu <bib id='Bucher 2011a'></bib>). In jedem Falle scheint die Unter&shy;suchung von stark konven&shy;tiona&shy;lisier&shy;ten Sprache-Bild-Texten (<bib id='Stöckl 2004a'></bib>: S. 111ff.) sinnvoll, denn hier können Handlungs&shy;muster beschrie&shy;ben werden, die sprachlich wie bildlich konsti&shy;tuiert sind und rekur&shy;rente inter&shy;semio&shy;tische Struktu&shy;ren aufwei&shy;sen. Ansät&shy;ze für z.B. Nachric&shy;hten- und Werbe&shy;filme finden sich u.a. in <bib id='Holly 2007a'></bib>, <bib id='Holly 2010a'></bib>, <bib id='Stöckl 2003a'></bib>, <bib id='Stöckl 2012a'></bib> und <bib id='Schneider & Stöckl 2011a'></bib>.




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==Bezüge zu anderen Begriff&shy;lichkei&shy;ten==
Sprache-Bild-Bezüge werfen eine Reihe von grundle&shy;genden Frage&shy;stellun&shy;gen auf, die anders&shy;wo im Glossar behan&shy;delt werden. Aufgrund der Über&shy;lappun&shy;gen von Sprache und Bild verwei&shy;sen Sprache-Bild-Bezü&shy;ge auf Typo&shy;graphie (⊳ [[Schriftbildlichkeit|Schrift&shy;bildlich&shy;keit]]) aber auch auf sprach&shy;nahe Bild&shy;typen (⊳ [[Bildverwendungstypen|Bildver&shy;wendungs&shy;typen]]) wie z.B. [[Bilderschrift und Piktogramm|Pikto&shy;gramme]]. Zur Bildlich&shy;keit von Sprache gehören [[Sprachliche Metaphern und allgemeine Metaphorologie|Meta&shy;phern]]; und Sprache-Bild-Bezü&shy;ge invol&shy;vieren eine Reihe von rheto&shy;rischen Ope&shy;ratio&shy;nen (⊳ [[Bild und rhetorische Figur|Bild und rheto&shy;rische Figur]]). Da die Theore&shy;tisie&shy;rung von Sprache-Bild-Bezü&shy;gen vor allem von zentra&shy;len Auffas&shy;sungen zur Bildbe&shy;deutung oder zum [[Bildinhalt|Bildin&shy;halt]] abhängt, gibt es auch Querver&shy;weise zu gene&shy;rellen Fragen der Zeichen&shy;theorie des Bildes (⊳ [[Bilder als Zeichen|Bilder als Zeichen]], ⊳ [[Zeichentheorien: Übersicht|Zeichen&shy;theorien: Über&shy;sicht]]). Noch gene&shy;reller ist der Zusam&shy;menhang von Sprache-Bild-Bezü&shy;gen und Medien (⊳ [[Bilder als Medien|Bilder als Medien]]), der zum Tragen kommt, weil eini&shy;ge Auto&shy;ren Sprache-Bild-Bezü&shy;ge als inter&shy;media&shy;le Transkrip&shy;tionen sehen (⊳ [[Medientheorien: Übersicht|Medien&shy;theori&shy;en: Über&shy;sicht]]) und diese in Medien&shy;texten vorko&shy;mmen.


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=====Unterpunkte=====
==Unterpunkte==
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* [[Bildtitel]]
* [[Hilfe:Entschuldigung1|Bildtitel -]]
* [[Emblem]]
* [[Emblem]]
* [[Koreferenz]]
* [[Hilfe:Entschuldigung1|Koreferenz -]]


</div>
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''Ausgabe 1: 2013''
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''Verantwortlich:''  
''Verantwortlich:''  


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* [[Benutzer:Hartmut Stöckl|Stöckl, Hartmut ]]
[[Benutzer:Hartmut Stöckl|Hartmut Stöckl]]
 
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''Lektorat:''
* [[Benutzer:Klaus Sachs-Hombach|Sachs-Hombach, Klaus]]
{{GlosTab5}}
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{{GlosEnd}}
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<!--Das war's-->
<!--Das war's-->

Aktuelle Version vom 10. Januar 2026, 20:06 Uhr

Hauptpunkt zu: Bild und Sprache


Größere Zusammenhänge und Kon­text

Kommunikation erfolgt, wenn über­haupt, selten ausschließ­lich mit Hilfe nur eines Zeichensystems. So ist der Gebrauch gespro­chener Sprache (Rede) von Mimik, Gestik, Körper­haltung, Proso­die und Into­nation wie auch von der geteil­ten Wahrneh­mung von Objek­ten im Raum und ihrer Mani­pula­tion (emprak­tische Kommu­nika­tion) beglei­tet. Deikti­sche Verwei­se binden die Rede an Ort, Zeit, Perso­nen und Raum und aktu­ali­sieren sie im Kontext (vgl. auch Nomi­nation). Geschrie­bene Sprache (Schrift) hat immer eine typo­graphi­sche Form und ein Layout, die eine visu­elle Ausdrucks­ressour­ce über die Aufzeich­nung von Lautspra­che hinaus darstel­len. Schrift wird zudem auf semio­tische Objek­te aufge­bracht, die dem Text zusätz­liche Bedeu­tung verlei­hen. Nicht selten ist sie von Bildern oder Graphi­schem beglei­tet, das auf die Sprache Bezug nimmt. In audio­visu­ellen Medien poten­ziert sich die Möglich­keit des Bezugs zwischen Sprache und ande­ren semio­tischen Ressour­cen: Filme koppeln gespro­chene Sprache mit beweg­tem Bild, Ton (Musik, Geräusch) und Schrift.

Sprache-Bild-Bezüge sind also nur eine spezi­fische Art semio­tischer und media­ler Multi­moda­lität, die daher natur­gemäß eine Inter­diszi­plin darstellt und bislang wissen­schaftlich wenig erforscht ist. Die in den Einzel­wissen­schaften vorhan­dene Tendenz zur Iso­lierung ihrer Unter­suchungs­objekte hat eine Befor­schung multi­semio­tischer Objek­te erschwert. So schreibt W. Holly für die Sprachwissenschaft:

Manche Wissenschaftler haben ihren Gegen­stand am liebsten pur. Damit man ihn sorgfäl­tig studie­ren kann, wird er freige­legt, heraus­präpa­riert, von allem stören­den Drum­herum befreit, haltbar gemacht, zur besse­ren Betrach­tung aufbe­reitet und fixiert. Für einen Sprach­wissen­schaftler, der unge­stört vorge­hen will, heißt das, er will “Sprache pur”. ([Holly 2009a]Holly, Werner (2009): Der Wort-Bild-Reißverschluss. Über die performative Dynamik audiovisueller Transkriptivität. In: Linke, A. & Feilke, H. (Hg.), Oberfläche und Performanz. Untersuchungen zur Sprache als dynamischer Gestalt. Niemeyer, Tübingen.
: S. 389).

Analog dazu sind auch die Bildwissen­schaften ([Sachs-Hombach 2005a]Sachs-Hombach, Klaus (Hg.) (2005): Bildwissenschaft. Disziplinen, Themen, Methoden. Suhrkamp, Frankfurt/M.
, [Sachs-Hombach 2005b]Sachs-Hombach, Klaus (Hg.) (2005): Bildwissenschaft. Zwischen Reflexion und Anwendung. Halem, Köln.
) in der Regel am “Bild pur” inte­ressiert. Nur langsam beginnt sich dies im Rahmen einer Multi­moda­litäts­forschung ([Kress & Leeuwen 2001a]Kress, Gunther & Leeuwen, Theo van (2001): Multimodal Discourse. The Modes and Media of Contemporary Communication. Arnold, London.
, [Leeuwen 2005a]Leeuwen, Theo van (2005): Introducing Social Semiotics. Routledge, London.
, [Jewitt 2009a]Jewitt, Carey (Hg.) (2009): The Routledge Handbook of Multimodal Analysis. Routledge, London.
, [Ventola et al. 2009a]Ventola, Eija & Guijarro, Moya & Arsenio, Jesús (2009): The World Told and the World Shown. Multisemiotic Issues. Palgrave Macmillan, Basingstoke.
, [Kress 2010a]Kress, Gunther (2010): Multimodality. A Social-Semiotic Approach to Contemporary Communication. Routledge, London.
), und einer dem Bild und ande­ren semio­tischen Ressour­cen aufge­schlosse­nen Text- und Diskurs­lingu­istik ([Stöckl 2004a]Stöckl, Hartmut (2004): Die Sprache im Bild – Das Bild in der Sprache. Zur Verknüpfung von Sprache und Bild im massenmedialen Text. de Gruyter, Berlin.
, [Diekmannshenke et al. 2010a]Diekmannshenke, Hajo; Klemm, Michael & Stöckl, Hartmut (2010): Bildlinguistik. Erich Schmidt, Berlin.
) zu ändern.

Aber auch die Beschäftigung mit entwe­der Bild oder Sprache allein bringt letztlich die Notwen­digkeit einer Berück­sichti­gung des jeweils ande­ren Zeichen­systems bereits mit sich. Dies liegt am ambi­valen­ten onto­logi­schen Status von Bild und Sprache. So hat Sprache eine ele­men­tare und starke bildli­che Kompo­nente: Sie verfügt über an­schauungs­orien­tierte Wörter und Aus­drücke, evo­ziert menta­le Bilder und konfi­guriert mit Meta­phern und ähnli­chen rheto­rischen Techni­ken Wörter zu über­trage­nen, nicht-lite­ralen Bedeu­tungen, denen oft ein bildli­ches oder bildhaf­tes Ele­ment eigen ist. Bilder wiede­rum funktio­nieren in vieler­lei Hinsicht wie Sprache: Ihre Ele­mente sind inner­halb eines Genres konven­tiona­lisiert, wir lesen sie als Zeichen mit mehr oder weni­ger fixen Bedeu­tungen; vor allem ihr nicht-abbil­dender, abstrak­te Sachver­halte aus­drücken­der Charak­ter wird so ermög­licht. Zudem sind die Grenzen zwischen Schrift und Bild auch formal fließend. Typo­pikto­riale Gestal­tungen geben Schrift Bildcha­rakter ([Stöckl 2004b]Stöckl, Hartmut (2004): Typographie: Körper und Gewand des Textes. Linguistische Überlegungen zu typographischer Gestaltung. Zeitschrift für Angewandte Linguistik, 41.
: S. 35ff., [Stöckl 2005a]Stöckl, Hartmut (2005): Typography: Body and Dress of a Text – A Signing Mode between Language and Image. Visual Communication, 4, 2.
Notiz: Special Issue «The New Typography»
: S. 206ff., [Stöckl 2008a]Stöckl, Hartmut (2008): Werbetypographie. Formen und Funktionen. In: Bendel, S. & Held, G. (Hg.), Werbung – grenzenlos. Multimodale Werbetexte im interkulturellen Vergleich. Lang, Frankfurt/M.
: 15ff.; ⊳ Schrift­bildlich­keit); Pikto­gramme oder Icons ([Christian 2009a]Christian, Alexander (2009): Piktogramme, Kritischer Beitrag zu einer Begriffsbestimmung. Shaker, Aachen.
: S. 21-61) rücken Bilder in starke Nähe zum sprachli­chen Zeichen.

In historischer Sicht sind die Bezüge zwischen Sprache und Bild ohnehin eng. Beide scheinen aus gesti­scher Kommu­nika­tion entstan­den zu sein, pikto­riale Ent­äuße­rung scheint der schrift­sprachli­chen voraus­zuge­hen und Auf­schreibe­syste­me mischen von Beginn an bildli­che und symbo­lische Ele­mente. Zusam­menfas­send also müssen die Bezü­ge, die zwischen Sprache und Bild in kommu­nika­tiver, semio­tisch-on­tolo­gischer sowie kogni­tiver und histo­rischer Perspek­tive beste­hen, als zwingend bzw. notwen­dig beschrie­ben werden.


Begriffsbestimmung und Teil­aspek­te

Sprache-Bild-Bezüge sind alle in der Produk­tion von semio­tischen Objek­ten ange­legten/​konstru­ierten und in ihrer Rezep­tion inter­pretier­baren Zusam­menhän­ge seman­tischer, forma­ler und funktio­naler Art, die zwischen sprachli­chen Zeichen (Wörtern, Sätzen, Texten) und visu­ellen Ele­menten von Bildern jedwe­der Art in medial gepräg­ten Gesamt­texten ent- bzw. beste­hen und funktio­nieren. Sprache-Bild-Bezü­ge markie­ren eine promi­nente Art der „inter­moda­len Kohä­renz“ ([Stöckl 2012a]Stöckl, Hartmut (2012): Werbekommunikation semiotisch. In: Janich, N. (Hg.), Handbuch Werbekommunikation. UTB, Tübingen.
). Ihre Beschrei­bung stößt vor allem deswe­gen auf Schwierig­keiten, weil – im Unter­schied zur Sprache – die distink­ten forma­len Ele­mente oder Aussa­geein­heiten in Bildern nicht klar defi­niert sind. Verweist eine sprachli­che Aussa­ge auf eine visu­elle Gestalt, eine einzel­ne Form, Farben, im Bild darge­stellte Sachver­halte, Aussa­gein­halte oder den Herstel­lungs- oder Verwen­dungskon­text eines Bildes? In einer Sprache-Bild-Kombi­nation begeg­nen sich also zwei in semio­tisch-seman­tischer, perzep­tueller und pragma­tischer Hinsicht unglei­che Partner: arbi­träre Zeichen­distinkt­heit, linear-kombi­nato­rische Gram­ma­tik, langsa­me, sukzes­sive und impakt­schwache Perzep­tion sowie eine seman­tische und illo­kuti­ve Flexi­bili­tät der Sprache stehen iko­nischem, wahrneh­mungsna­hem Zeichen­fluss, einer inte­grativ-räumli­chen Gramma­tik, ganzheit­licher und gedächt­nisef­fekti­ver Wahrneh­mung sowie einer seman­tischen Unter­deter­miniert­heit/​Vagheit und illo­kuti­ven Schwäche des Bildes gegen­über ([Stöckl 2009a]Stöckl, Hartmut (2009): Beyond Depicting. Language-Image-Links in the Service of Advertising. AAA Arbeiten aus Anglistik und Amerikanistik, 34, 1.
: S. 6ff.).

Die Bezüge zwischen Sprache und Bild sind in unter­schiedli­cher Weise konzep­tuali­siert worden. Die Meta­pher ‘Wort-Bild-Reißver­schluss’ ([Holly 2009a]Holly, Werner (2009): Der Wort-Bild-Reißverschluss. Über die performative Dynamik audiovisueller Transkriptivität. In: Linke, A. & Feilke, H. (Hg.), Oberfläche und Performanz. Untersuchungen zur Sprache als dynamischer Gestalt. Niemeyer, Tübingen.
) betont das komple­mentä­re Inein­ander­greifen der beiden semio­tischen Ressour­cen (vgl. ‘inter-semi­otic comple­mentar­ity’, [Royce 1998a]Royce, Terry (1998): Synergy on the Page: Exploring Intersemiotic Complementarity in Page-based Multimodal Text. JASFL Occasional Papers, 1, 1.
). Wechsel­seiti­ge „Über­schrei­bung“ ([Holly 2010a]Holly, Werner (2010): Bildüberschreibungen. Wie Sprechtexte Nachrichtenfilme lesbar machen (und umgekehrt). In: Diekmannshenke, H.; Klemm, M. & Stöckl, H. (Hg.), Bildlinguistik. Erich Schmidt, Berlin.
), „Re­lektü­re“ und „Tran­skrip­tion“ ([Jäger 2002a]Jäger, Ludwig (2002): Transkriptivität. Zur medialen Logik der kulturellen Semantik. In: Jäger, L. & Stanitzek, G. (Hg.), Transkribieren - Medien/​Lektüre. Fink, München.
, [Jäger 2008a]Jäger, Ludwig (2008): Transkriptive Verhältnisse. Zur Logik intra- und intermedialer Bezugnahmen in ästhetischen Diskursen. In: Buschmeier, G.; Konrad, U. & Riethmüller, A. (Hg.), Transkription und Fassung in der Musik des 20. Jahrhunderts. Franz Steiner, Stuttgart.
Nicht angezeigt: Beiträge des Kolloquiums in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, vom 5. bis 6. März 2004
; [Holly & Jäger 2011a]Holly, Werner & Jäger, Ludwig (2011): Transkriptionstheoretische Medienanalyse. Vom Anders-lesbar-Machen durch intermediale Bezugnahmepraktiken. In: Schneider, J.G. & Stöckl, H. (Hg.), Medientheorien und Multimodalität. Ein TV-Werbespot – Sieben methodische Beschreibungsansätze. Halem, Köln.
) fokus­sieren die akti­ve Sinnstif­tung des inter­pretie­renden Rezi­pienten, der das Bild nur “lesen” kann, indem er den sprachli­chen Text zur Hilfe nimmt und umge­kehrt. Mit „Kontakt­stelle“ ([Stöckl 1992a]Stöckl, Hartmut (1992): Der »picture relation type« – Ein praktischer Analysemodus zur Beschreibung der vielfältigen Einbettungs- und Verknüpfungsbeziehungen von Bild und Text. Papiere zur Linguistik, 46, 11.
) oder „edit point“ ([Leeuwen 2005a]Leeuwen, Theo van (2005): Introducing Social Semiotics. Routledge, London.
) wird die Tatsa­che benannt, dass sich die Bezü­ge auf bestimm­te Teile einer multi­moda­len Textur konzen­trieren, an denen Sprache und Bild in inten­dierter Weise zusam­menfüh­rend montiert werden, um seman­tisch-pragma­tische Brücken und rheto­rische Effek­te herzu­stellen.

Sowohl in historischer Perspektive als auch mit Blick auf gegen­wärti­ge Prakti­ken des Sprache-Bild-Bezugs fällt eine struktu­relle Dreitei­lung auf. Sie ist wohl zuerst im Zusam­menhang mit dem klassi­schen Emblem beschrie­ben worden, das aus​ »Lemma«,​ »Icon«​ und​ »Epi­gramm«​ besteht ([Büttner & Gottdank 2009a]Büttner, Frank & Gottdank, Andrea (2009): Einführung in die Ikonographie. Wege zur Deutung von Bildinhalten. Beck, München.
, [Eddiks 2004a]Eddiks, Christina (2004): Dem Emblem auf der Spur.
Webadresse: kisd.de/~tom/diplom/christina_emblematik.pdf
Notiz: Diplomarbeit
). Moder­ne Werbe­anzei­gen und ande­re Gebrauchs­textsor­ten (z.B. Zeitungs­arti­kel oder Info­graphi­ken) weisen die gleiche Trias auf, indem sie ein Bild mit einer Über­schrift/​Unter­schrift und einem eigent­lichen Text verse­hen. Das Rätsel­hafte eines Emblems entspricht in gewis­ser Weise dem unter­deter­miniert Krypti­schen manch moder­ner Anzei­ge. Das Bild unter­hält also einen zweifa­chen Bezug zur Sprache: Zum einen benennt eine Art Titel oder Kernbe­griff (Lemma) den Bildin­halt und stellt ihn so in einen seman­tischen Kontext, zum ande­ren ermög­licht ein länge­rer, erklä­render Begleit­text (Epi­gramm) vielfa­che und komple­xere Verknüp­fungen bzw. Zusam­menhän­ge zwischen Teilen des Bildes und Aussa­gen des Sprachtexts. Dieses konven­tiona­lisier­te struktu­relle Muster hat offen­bar große kommu­nika­tionsprag­mati­sche Vorzü­ge; es sichert das Verständ­nis eines inhä­rent mehrdeu­tigen und poly­valen­ten Bildes durch sprachli­che Kommen­tierung und Kontex­tuali­sierung. Sprache und Bild ergän­zen sich wechsel­seitig bzw. machen sich gegen­seitig “lesbar”.

Für die Entwicklung einer Methodik der Ana­lyse und Beschrei­bung von Sprache-Bild-Bezü­gen ist Barthes’ (1977) Arbeit «Die Rheto­rik des Bildes» (orig. [Barthes 1964b]Barthes, Roland (1964): Rhétorique de l'image. In: Marty, É. (Hg.), Roland Barthes. Oeuvres Complètes, Band I (1993). Éditions du Seuil, Paris.
) maßgeb­lich gewe­sen. Hier gilt Sprache als Mittel der Disam­bigu­ierung des Bildes, das Barthes als „series of discon­tinu­ous signs“ ([Barthes 1977a]Barthes, Roland (1977): Rhetoric of the Image. In: Heath, S. (Hg.), Image, Music, Text. Fontana, London.
Notiz: orig. 1964 in <em>Communications</em>
: S. 34) oder als „floating chain of signi­fieds“ (ibid.: S. 39) betrach­tet und dem er inhä­rente Poly­semie beschei­nigt. Sprachtex­ten kommt die Funktion zu, die Signi­fika­te der Bildzei­chen festzu­legen und wichti­ge Deno­tate des Bildes zu nennen (‘anchor­age’). Bildbe­gleittex­te fixie­ren also letztlich die deno­tati­ven (lite­ralen) und konno­tati­ven (‘cul­tural’, ‘coded’, ‘sym­bolic’) Bedeu­tungen des Bildes. Eben­so vermag das Bild in komple­mentä­rer Weise zur Gesamt­bedeu­tung des Sprache-Bild-Bezugs beizu­tragen (‘relay’); hier entsteht die Botschaft auf einer über­summa­tiven, “höhe­ren” Ebe­ne eines Sprache-Bild-Syntag­mas.

Seitdem haben sich verschiedene metho­dische Zugän­ge zu Sprache-Bild-Bezü­gen ent­wickelt (s. [Stöckl 2009a]Stöckl, Hartmut (2009): Beyond Depicting. Language-Image-Links in the Service of Advertising. AAA Arbeiten aus Anglistik und Amerikanistik, 34, 1.
: S. 11f.). Eini­ge, wie die frühen, auf rheto­rischen Ope­ratio­nen aufbau­enden Ansät­ze ([Bonsiepe 1968a]Bonsiepe, Gui (1968): Visuell/​Verbale Rhetorik. Format: Zeitschrift für visuelle Kommunikation, 17.
, [Durand 1987a]Durand, Jacques (1987): Rhetorical Figures in the Advertising Image. In: Umiker-Sebeok, J. (Hg.), Marketing and Semiotics. de Gruyter, Berlin.
, [Gaede 1981a]Gaede, Werner (1981): Vom Wort zum Bild: Kreativ-Methoden der Visualisierung. Langen Müller/​Herbig, München.
, [Doelker 2007a]Doelker, Christian (2007): Figuren der visuellen Rhetorik in werblichen Gesamttexten. In: Knape, J. (Hg.), Bildrhetorik. Koerner, Baden-Baden.
Nicht angezeigt: Saecvla Spiritalia 45
) verlie­ren sich in Benen­nungsde­tails und zu feinen Unter­schieden von kogni­tiv letztlich gleichar­tigen Verknüp­fungsleis­tungen. Ande­re gene­rali­sieren zu stark und beschäf­tigen sich vorder­gründig damit, in welchen allge­meinen Verhält­nissen die Infor­matio­nen aus Bild und Sprache zuein­ander stehen können ([Spillner 1982a]Spillner, Bernd (1982): Stilanalyse semiotisch komplexer Texte: Zum Verhältnis von sprachlicher und bildlicher Information in Werbeanzeigen. Kodikas/​Code – Ars Semeiotica, 4.
, [Nöth 2000a]Nöth, Winfried (2000): Der Zusammenhang von Text und Bild. In: Brinker, K. et al. (Hg.), Text- und Gesprächslinguistik. Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft 16. de Gruyter, Berlin.
). Balan­cierter sind metho­dische Zugrif­fe, die auf mehre­ren Verknüp­fungsebe­nen ope­rieren ([Geiger & Henn-Memmesheimer 1998a]Geiger, Susi & Henn-Memmesheimer, Beate (1998): Visuell-verbale Textgestaltung von Werbeanzeigen. Kodikas/​Code – Ars Semeiotica, 21, 1.
, [Leeuwen 2005a]Leeuwen, Theo van (2005): Introducing Social Semiotics. Routledge, London.
, [Martinec & Salway 2005a]Martinec, Radan & Salway, Andrew (2005): A System for Image-Text-Relations in New (and Old) Media. Visual Communication, 4, 3.
, [Stöckl 2009b]Stöckl, Hartmut (2009): The Language-Image-Text. Theoretical and Analytical Inroads into Semiotic Complexity. AAA Arbeiten aus Anglistik und Amerikanistik, 34, 2.
). Zumin­dest drei Ebe­nen, auf denen Sprache-Bild-Bezü­ge Muster­haftig­keit zeigen, sind: räumlich-syntak­tische Muster, d.h. posi­tiona­le und sequen­tielle Verhält­nisse zwischen Sprache und Bild im Gesamt­text; inhalts­bezo­gene Muster, die model­lieren, wie sich sprachli­che und bildli­che Inhal­te zuein­ander verhal­ten – also z.B. Exten­sion und Ela­bora­tion; und schließlich rheto­risch-logi­sche Muster, denen daran gele­gen ist, die funkti­onal-pragma­tische und kogni­tive Verknüpft­heit von Sprache und Bild dingfest zu machen ([Stöckl 2009b]Stöckl, Hartmut (2009): The Language-Image-Text. Theoretical and Analytical Inroads into Semiotic Complexity. AAA Arbeiten aus Anglistik und Amerikanistik, 34, 2.
: S. 213ff.).

Zentral für die Beschreibung der Bezüge zwischen Sprache und Bild sind seman­tische Rela­tionen (auch ‘para­digma­tische Bedeu­tungsbe­ziehun­gen’ genannt) wie Syno­nymie, Anto­nymie, Mero­nymie oder Hype­rony­mie etc. ([Löbner 2003a]Löbner, Sebastian (2003): Semantik. Eine Einführung. de Gruyter, Berlin.
: S. 116ff.). Sie eignen sich dazu, an den “Kontakt­stellen” oder “edit points” ange­legte Bedeu­tungsbe­ziehun­gen zwischen sprachli­chen Aus­drücken und Bild­ele­menten zu klassi­fizie­ren. Diese Metho­de ist insbe­sonde­re in den von der Funktio­nalen Gramma­tik ([Halliday 1996a]Halliday, Michael A.K. (1996): Language as a Social Semiotic. In: Cobley, P. (Hg.), The Communication Theory Reader. Routledge, London.
) beein­flussten Arbei­ten zum Bild ([Kress & Leeuwen 1996a]Kress, Gunther & Leeuwen, Theo van (1996): Reading Images. The Grammar of Visual Design. Routledge, London.
) und zu Sprache-Bild-Bezü­gen ([Royce 1998a]Royce, Terry (1998): Synergy on the Page: Exploring Intersemiotic Complementarity in Page-based Multimodal Text. JASFL Occasional Papers, 1, 1.
) verwen­det worden. Hier liegt die Vorstel­lung zugrun­de, dass – so wie sprachli­che Struktu­ren sozio-pragma­tischen Zwecken gehor­chen – auch Bildstruk­turen funktio­nal bedingt sind. Vergli­chen wird dann, welche Funktio­nen Sprache und Bild mit welchen Mitteln bewerk­stelli­gen und wie sie sich diese Aufga­ben in Sprache-Bild-Texten teilen.

Bucher ([Bucher 2010a]Bucher, Hans-Jürgen (2010): Multimodales Verstehen oder Rezeption als Interaktion. Theoretische und empirische Grundlagen einer systematischen Analyse der Multimodalität. In: Diekmannshenke, H.; Klemm, M. & Stöckl, H. (Hg.), Bildlinguistik. Erich Schmidt, Berlin.
: S. 123-138) kriti­siert in seinem Über­blick über verfüg­bare Ansät­ze zur Multi­moda­lität deren über­wiegend reprä­senta­tiona­le Auffas­sung von der Seman­tik der Zeichen und ihre statisch-norma­tive Ausrich­tung. Sprache-Bild-Bezü­ge also an der fixen Bedeu­tung von sprachli­chen Aus­drücken und Bild­ele­menten oder an den struktu­rellen Ressour­cen ihrer Verknüp­fung zu “messen” wäre demnach unzu­reichend. Er rekla­miert die akti­ve Rolle des Rezi­pienten, der in einer Inter­aktion mit dem Kommu­nika­tionsan­gebot Sinn aus Sprache und Bild in Kontext und Situ­ation gene­riert. Wichtig für eine Beschrei­bung von Sprache-Bild-Bezü­gen wäre es demnach, die wechsel­seiti­ge Kontex­tuali­sierung von Sprache und Bild im Rahmen größe­rer kommu­nika­tiver Handlungs­muster zu erfas­sen. Wie dies aller­dings jenseits herme­neuti­scher Hypo­thesen aufgrund der Textpro­dukte empi­risch gesche­hen kann, ist auch in der Rezeptions­forschung noch nicht ganz klar (s. dazu [Bucher 2011a]Bucher, Hans-Jürgen (2011): “Man sieht, was man hört“. Multimodales Verstehen als interaktionale Aneignung. Handlungstheoretische Medienanalyse. In: Schneider, J.-G. & Stöckl, H. (Hg.), Medientheorien und Multimodalität. Ein TV-Werbespot – Sieben methodische Beschreibungsansätze. Halem, Köln.
). In jedem Falle scheint die Unter­suchung von stark konven­tiona­lisier­ten Sprache-Bild-Texten ([Stöckl 2004a]Stöckl, Hartmut (2004): Die Sprache im Bild – Das Bild in der Sprache. Zur Verknüpfung von Sprache und Bild im massenmedialen Text. de Gruyter, Berlin.
: S. 111ff.) sinnvoll, denn hier können Handlungs­muster beschrie­ben werden, die sprachlich wie bildlich konsti­tuiert sind und rekur­rente inter­semio­tische Struktu­ren aufwei­sen. Ansät­ze für z.B. Nachric­hten- und Werbe­filme finden sich u.a. in [Holly 2007a]Holly, Werner (2007): Audiovisuelle Hermeneutik: Am Beispiel des TV-Spots der Kampagne «Du bist Deutschland». In: Hermanns, F. (Hg.), Linguistische Hermeneutik. Niemeyer, Tübingen.
, [Holly 2010a]Holly, Werner (2010): Bildüberschreibungen. Wie Sprechtexte Nachrichtenfilme lesbar machen (und umgekehrt). In: Diekmannshenke, H.; Klemm, M. & Stöckl, H. (Hg.), Bildlinguistik. Erich Schmidt, Berlin.
, [Stöckl 2003a]Stöckl, Hartmut (2003): «Imagine»: Stilanalyse multimodal. Am Beispiel des TV-Werbespots. In: Barz, I. & Lerchner, G. & Schröder, M. (Hg.), Sprachstil – Zugänge und Anwendungen. Ulla Fix zum 60. Geburtstag. Winter, Heidelberg.
, [Stöckl 2012a]Stöckl, Hartmut (2012): Werbekommunikation semiotisch. In: Janich, N. (Hg.), Handbuch Werbekommunikation. UTB, Tübingen.
und [Schneider & Stöckl 2011a]Schneider, Jan Georg & Stöckl, Hartmut (Hg.) (2011): Medientheorien und Multimodalität. Ein TV-Werbespot – Sieben methodische Beschreibungsansätze. Halem, Köln.
.


Bezüge zu anderen Begriff­lichkei­ten

Sprache-Bild-Bezüge werfen eine Reihe von grundle­genden Frage­stellun­gen auf, die anders­wo im Glossar behan­delt werden. Aufgrund der Über­lappun­gen von Sprache und Bild verwei­sen Sprache-Bild-Bezü­ge auf Typo­graphie (⊳ Schrift­bildlich­keit) aber auch auf sprach­nahe Bild­typen (⊳ Bildver­wendungs­typen) wie z.B. Pikto­gramme. Zur Bildlich­keit von Sprache gehören Meta­phern; und Sprache-Bild-Bezü­ge invol­vieren eine Reihe von rheto­rischen Ope­ratio­nen (⊳ Bild und rheto­rische Figur). Da die Theore­tisie­rung von Sprache-Bild-Bezü­gen vor allem von zentra­len Auffas­sungen zur Bildbe­deutung oder zum Bildin­halt abhängt, gibt es auch Querver­weise zu gene­rellen Fragen der Zeichen­theorie des Bildes (⊳ Bilder als Zeichen, ⊳ Zeichen­theorien: Über­sicht). Noch gene­reller ist der Zusam­menhang von Sprache-Bild-Bezü­gen und Medien (⊳ Bilder als Medien), der zum Tragen kommt, weil eini­ge Auto­ren Sprache-Bild-Bezü­ge als inter­media­le Transkrip­tionen sehen (⊳ Medien­theori­en: Über­sicht) und diese in Medien­texten vorko­mmen.

Anmerkungen
Literatur
[Barthes 1964b]Barthes, Roland (1964): Rhétorique de l'image. In: Marty, É. (Hg.), Roland Barthes. Oeuvres Complètes, Band I (1993). Éditions du Seuil, Paris.[Barthes 1977a]Barthes, Roland (1977): Rhetoric of the Image. In: Heath, S. (Hg.), Image, Music, Text. Fontana, London.[Bonsiepe 1968a]Bonsiepe, Gui (1968): Visuell/​Verbale Rhetorik. Format: Zeitschrift für visuelle Kommunikation, 17.[Bucher 2010a]Bucher, Hans-Jürgen (2010): Multimodales Verstehen oder Rezeption als Interaktion. Theoretische und empirische Grundlagen einer systematischen Analyse der Multimodalität. In: Diekmannshenke, H.; Klemm, M. & Stöckl, H. (Hg.), Bildlinguistik. Erich Schmidt, Berlin.[Bucher 2011a]Bucher, Hans-Jürgen (2011): “Man sieht, was man hört“. Multimodales Verstehen als interaktionale Aneignung. Handlungstheoretische Medienanalyse. In: Schneider, J.-G. & Stöckl, H. (Hg.), Medientheorien und Multimodalität. Ein TV-Werbespot – Sieben methodische Beschreibungsansätze. 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Ausgabe 1: 2013

Verantwortlich:

Seitenbearbeitungen durch: Joerg R.J. Schirra, Hartmut Stöckl und Klaus Sachs-Hombach — (Hinweis)

Zitierhinweis:

Stöckl, Hartmut (2013). Sprach-Bild-Bezüge (Hauptpunkt). (Ausg. 1). In: Schirra, J.R.J.; Halawa, M. & Liebsch, D. (Hg.), Glossar der Bildphilosophie. (2012-2026). [bildglossar.org/index.php?title=Sprach-Bild-Bezüge].