Glossar-English:Excursus: Actions

Aus Glossar der Bildphilosophie
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Excursus to: Bildrezeption als Kommunikationsprozess, Interaktion und Kommunikation


Various broadly defined concepts of action

Ab­bil­dung 1: Hi­e­r­ar­chi­sche Ein­bet­tung der bei­den Hand­lungs­be­grif­fe und ihr Um­feld

Actions are usually contrasted with mere behavior, whereby the difference to the latter lies in the consciously pursued goal, the purpose of the action recognized by the actor himself (cf., for example, [Weber 2005a]Weber, Max (2005): Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriss der verstehenden Soziologie. Zweitausendeins, Frankfurt/M.
Notiz: (Orig.: 1921/22)
Nicht angezeigt: Zwei Teile in einem Band; Hrsg. von Alexander Ulfig
).[1] For some questions, however, this narrow concept of action should be accompanied by a broader concept. If the concept of action presupposes the conscious setting of goals and, thus, self-awareness, then attempts to explain self-awareness conceptually in terms of action theory must become circular. If, on the other hand, not all actions are already self-aware, there are opportunities to employ certain constellations of actions in the broader sense as a basis for actions in the narrow sense and, thus, for the introduction of the concept of “self-awareness”.[2]

Verhalten überhaupt und auch die beiden Hand­lungsbe­griffe zeichnen sich durch das Vorhan­densein eines Akti­vitäts­trägers aus. Eine beson­dere Form des Verhal­tens ist das von biolo­gischen Akti­vitäts­trägern (vgl. Abb. 1). Während dem Verhal­ten unbe­lebter Akti­vitäts­träger, beispiels­weise arti­kuliert mit einem Satz wie ‘der Stein rollt ins Tal’, keine durch evo­lutio­näre Prozes­se etab­lierten Zwecke zuge­schrieben werden, trifft das für das Verhal­ten im enge­ren Sinne, nämlich von Lebe­wesen, durchaus zu, auch wenn deren Akti­vitäts­träger weit davon entfernt sind, diese Zwecke selbst bewusst zu verfol­gen: etwa ‘eine Pflanze blüht’ zum Zwecke der Fortpflan­zung.[3]

Handlungen im weiten Sinn stehen zwischen solchem Verhal­ten (im enge­ren Sinn) und Handlun­gen im engen Sinn: Dem biolo­gischen Akti­vitäts­träger soll, wenn schon kein Selbst­bewusst­sein, so doch Bewusst­sein – insbe­sonde­re einfa­che Formen von Kogni­tionen und Inten­tionen – zuge­schrieben werden können.[4] Ein Beobach­ter verschränkt dabei die gegen­wärtig beobacht­bare Akti­vität des Akti­vitäts­trägers mit voraus­gegan­genen (vor allem bei Kogni­tionen) und zukünf­tigen (vor allem bei Inten­tionen) Akti­vitä­ten, die dabei von ihm als eine Einheit verstan­den werden. Eine Handlung im weiten Sinn zu erken­nen beinhal­tet daher, einen Handlungs­komplex der folgen­den Form bei einem Akti­vitäts­träger zu erken­nen: ‹etwas jetzt tun, weil der Akti­vitäts­träger früher etwas damit in Zusam­menhang Stehen­des getan hat und später etwas tun möchte, was auch mit der aktu­ellen Tätig­keit zusam­menhängt›.[5] Dieser Zusam­menhang ist aller­dings dem Akti­vitäts­träger nicht selbst bewusst. Wir als Beobach­ter können zwar einem Hund, den wir gera­de auf seinen Futter­napf zuren­nen sehen, zuschrei­ben, dass er den Napf gese­hen hat und weiß, dass er dort meist Futter findet (Kogni­tion, Verbin­dung zu vergan­genen Akti­vitä­ten) und zudem gleich fressen möchte (Inten­tion, zukünf­tige Akti­vität). Doch findet diese Verbin­dung zwischen den Akti­vitä­ten verschie­dener Zeiten noch ganz auf der Beobach­ter­ebe­ne statt; der Hund ist zwar bei Bewusst­sein, doch befin­det er sich dabei jeweils ganz im Hier und Jetzt.

Erst wenn der Beobachter dem Akti­vitäts­träger zuge­steht, dass dieser sich selbst rela­tiv zu den kogni­tiven und inten­tiona­len Aspek­ten eige­ner Handlun­gen (zunächst im weiten, dann auch im engen Sinn) verhal­ten kann, kann von »Selbstbe­wusstsein« und damit von »Handlun­gen im engen Sinn« die Rede sein. Denn letztlich können wir als Selbstbe­wusstsein zuschrei­bende Beobach­ter diese Zuschrei­bung nur anhand von entspre­chendem Verhal­ten und entspre­chenden Handlun­gen des betrach­teten Akti­vitäts­trägers rechtfer­tigen. Aller­dings hängt nun – im Gegen­satz zu den Handlun­gen im weiten Sinn – die Zuschrei­bung auch davon ab, dass sich der betrach­tete Akti­vitäts­träger dem Beobach­ter gegen­über selbst darstellt als einer der sich selbst bestimm­te Kogni­tionen und Inten­tionen zuschreibt und also selbst die entspre­chenden Bezie­hungen zu den über die aktu­elle Tätig­keit hinaus­gehen­den (Teil-)Handlun­gen berück­sichtigt. Akti­vitäts­träger dieses Typs unter­scheiden sich also deutlich von denen, die bei Handlun­gen im weiten Sinn (bzw. gar bei Verhal­ten) ange­setzt werden.

In der Monographie zum Materie-Geist-Problem von 2005 greift Arno Ros diese Unter­scheidun­gen auf und ordnet dem Verhal­ten im enge­ren Sinn den Akti­vitäts­träger­typ »Lebe­wesen« zu, dem Handeln im weiten Sinn den Akti­vitäts­träger­typ »Handlungs­subjekt« und dem Handeln im engen Sinn den Akti­vitäts­träger­typ »Person« (vgl. [Ros 2005a]Ros, Arno (2005): Materie und Geist. Eine philosophische Untersuchung. Mentis, Paderborn.
: Kap. IV, V und VI). Die umgangs­sprachli­che Unter­teilung der Begrif­fe für biolo­gische Akti­vitäts­träger in Pflanzen (und pflanzen­artige niede­re Tiere), (höhe­re) Tiere (und sich nicht wie Perso­nen geben­de Menschen) und schließlich Perso­nen wird hier durch eine entspre­chende Steige­rung der beobacht­baren Komple­xität des Verhal­tens entspre­chender Akti­vitäts­träger (inklu­sive poten­tieller Selbstdar­stellun­gen) unter­füttert.[6]


Schema und Aktu­ali­sierung

Verhalten und Handlungen – jeweils im engen wie im weiten Sinn – können in zwei wichti­gen, auf­einan­der bezo­genen Formen thema­tisiert werden: als einzel­ner Handlungs­vollzug, d.h. als Instanz, und als allge­meines Handlungs­schema, d.h. als Typus. Ein konkre­ter Handlungs­vollzug – etwa die Handlung des Lesens dieses Satzes zu genau diesem Zeitpunkt an genau diesem Ort von diesem indi­vidu­ellen Handlungs­träger – passiert und ist dann unwie­derhol­bar vorbei und endgül­tig Vergan­genheit. Ein abstrak­tes Handlungs­schema hinge­gen, beispiels­weise die Handlung »Lesen«, ist nicht raumzeit­lich situ­iert und kann daher auch nicht verge­hen. Auch kann sie belie­big oft wieder (jeweils als Instanz) vollzo­gen werden. Mit einem Handlungs­ausdruck kann je nach Kontext jeder der beiden Perspek­tiven zur Sprache gebracht werden. Als Typ verweist der Handlungs­ausdruck dann auf all das, was allen Handlungs­vollzü­gen dieses Typs gemein ist – auf die entspre­chende Unter­scheidungs­gewohn­heit bzw. den zuge­höri­gen Begriff. In der Tat können wir uns einer Handlungs­instanz auch immer nur als Instanz eines Handlungs­typs zuwenden.[7]

Bei den Handlungen im enge­ren Sinn erschei­nen die beiden Perspek­tiven insbe­sonde­re als Aus­führungs- oder Voll­zugsas­pekt (token: eine Handlung gemäß einem Schema konkret aus­führen) einer­seits und als Wahrneh­mungs- oder Beschrei­bungsas­pekt (type: eine ausge­führte konkre­te Handlung als Reali­sierung eines Schemas erken­nen und darstel­len) ande­rerseits. Es wird damit also eine Verbin­dung zu der Unter­scheidung zwischen Beobach­terebe­ne (oder Ebe­ne der dritten Person, Er-Pers­pekti­ve) und der Ebe­ne des Akti­vitäts­trägers (oder Ebe­ne der ersten Person, Ich-Pers­pekti­ve) gezo­gen (vgl. etwa [Janich 2005a]Janich, Peter (2005): Medienphilosophie der Kommunikation. In: Sandbothe, M. & Nagel (Hg.), Systematische Medienphilosophie. Akademie, Berlin.
).

Komponenten von Handlungs­schema­ta

Handlungsschemata bestimmen allge­mein die Ele­mente, die bei allen entspre­chenden Handlungs­vollzü­gen vorkom­men. Dazu gehö­ren, wie bei einem Theater­stück, zum einen die Rollen: die handeln­den Perso­nen bzw. Handlungs­subjek­te, aber auch die “Requi­siten” – alle eben­falls jeweils als Typ charak­teri­siert – ge­wisser­maßen als Vari­ablen­namen für entspre­chende mögli­che konkre­te Bele­gungen.[8] Erst im konkre­ten Handlungs­vollzug, ana­log zu einer konkre­ten Auffüh­rung des Theater­stücks, werden diese Rollen­vari­ablen mit konkre­ten Instan­zen des passen­den Gegen­standstyps belegt.

Zum anderen gehört das zeitlich (mehr oder weni­ger) geord­nete System der Teilhand­lungen zum Handlungs­schema. Auch hier bieten die Teilhand­lungen, die die Handlung eines Theater­stücks deter­minie­ren, ein gutes, wenn auch komple­xes Beispiel. Zwischen dem Begriff der Teilhand­lung und dem der Handlungs­inten­tion besteht zudem ein enger Zusam­menhang.[9]

Mißerfolg und Mißlingen von Hand­lungs­aktu­ali­sierun­gen

Mit einer Handlungsaktualisierung kann das Handlungs­subjekt das inten­dierte Handlungs­ziel errei­chen oder auch nicht: Die Hand­lungs(aktu­ali­sierung) ist entspre­chend erfolg­reich oder nicht. Ande­rerseits kann ein Aktu­ali­sierungs­versuch gelin­gen oder misslin­gen. Im letzten Fall entspricht sie nicht dem durch das Schema gesetz­ten Standard. Gelin­gen und Erfolg sind also durchaus verschie­dene Aspek­te von Handlungs­vollzü­gen, wie auch der bekann­te ursprüng­lich medi­zini­sche Kommen­tar ‘Ope­ration gelun­gen, Patient tot’ deutlich werden lässt, mit dem auch außer­halb der Medi­zin auf zwar das entspre­chende Schema korrekt instan­ziieren­de Ausfüh­rungen einer Handlung refe­riert wird, die gleichwohl ihre eigent­liche Inten­tion verfehlt haben.

Besondere Bedeutung kommt der Unter­scheidung zwischen Gelin­gen und Erfolg bei Handlun­gen mit mehr als einem Handlungs­subjekt zu, also insbe­sonde­re bei Inter­akti­onen. Hier kann unter­schieden werden zwischen solchen Handlungs­schema­ta, die nur erfolg­reich aktu­ali­siert werden können, wenn mehre­re Handlungs­träger teilneh­men, und solchen, deren Aktu­ali­sierun­gen nur gelin­gen, wenn mehre­re Handlungs­träger teilneh­men. Im ersten Fall geht es um eine Handlung vom Typus der gemein­schaftli­chen Handlun­gen, im zweiten Fall um so genann­te Betei­ligungs­handlun­gen. Typi­sches Beispiel einer gemein­schaftli­chen Handlung ist das Tragen eines Gegen­standes, wenn dieser so schwer ist, dass einer allei­ne es nicht schafft. Er mag sich noch so mühen und das Schema des Tragens von Gegen­ständen korrekt aktu­ali­sieren, der Gegen­stand ist so nicht zu bewe­gen. Ein Beispiel für eine Betei­ligungs­handlung liefert ein Wettren­nen: Hier gelingt es einem allei­ne nicht einmal, eine Aktu­ali­sierung des Schemas zu vollzie­hen, denn das Schema sieht hier unbe­dingt die Rolle eines Konkur­renten vom Gegen­standstyp »Handlungs­subjekt« vor. Mit einem solchen mag dann das Schema korrekt aktu­ali­siert werden und der erste Handlungs­träger bei dem Rennen Erfolg haben, indem er es gewinnt.


Auswirkungen auf Kommuni­kations- und Zeichen­(handlungs­)begrif­fe

Offensichtlich sind alle Inter­akti­onen Betei­ligungs­handlun­gen, da Inter­aktions­schema­ta nur korrekt instan­tiiert werden können, wenn mehre­re Handlungs­träger­rollen belegt sind. Als spezi­elle Form der Inter­aktio­nen gilt das auch für Kommu­nika­tions- und Zeichen­handlun­gen. Bei Zeichen­handlun­gen ist es aller­dings durchaus legi­tim, dass diese beiden Rollen von dersel­ben Person einge­nommen werden – das ist eine Konse­quenz aus der Bestim­mung der Zeichen­handlun­gen als denje­nigen Kommu­nika­tionssche­mata, bei denen die Handlungs­träger den Zweck der Handlung selbst bewusst verfol­gen (und nicht bloß evo­lutio­när etab­lierte oder indi­vidual­geschicht­lich antrai­nierte Ausdrucks­bewe­gungen absol­vieren).

Die Verwendung des weit gefass­ten Handlungs­begriffs ermög­licht es, auch die nicht von den Handlungs­trägern bewusst zum Zweck der Kommu­nika­tion einge­setzten kommu­nika­tiven Inter­aktio­nen als Kommu­nika­tionen im vollen Sinn zu betrach­ten. Das gilt etwa für Signa­le bei Tieren. Legt man nur den engen Handlungs­begriff zugrun­de, werden alle Kommu­nika­tionen notwen­dig zu Zeichen­handlun­gen, denn diese sind ja eben durch den bewuss­ten Einsatz zum Zweck der Kommu­nika­tion bestimmt, der dem engen Handlungs­begriff eignet.

Anmerkungen
  1. ↑ See also Wikipedia: Action (philosophy).
  2. ↑ Such an action-theoretical reinterpretation of the concepts for the psychic forms the background of the linguistic turn (cf. [Ros 1989/90a]Ros, Arno (1989): Begründung und Begriff. Wandlungen des Verständnisses begrifflicher Argumentationen. Meiner, Hamburg.
    Notiz: 3 Bände
    Nicht angezeigt: B. I: Antike, Spätantike und Mittelalter; B. II: Neuzeit; B. III: Moderne
    : B. III, § 1.3 (S. 35ff)).
  3. ↑ Ge­nau­er ge­sagt: Die Ak­ti­vi­täts­trä­ger sind bei Ver­hal­ten im en­ge­ren Sinn, das nicht be­reits ein Han­deln im wei­te­ren Sinn ist, tat­säch­lich nicht die be­trach­te­ten Le­be­we­sen ins­ge­samt, son­dern das ei­ne oder an­de­re ih­rer funk­ti­o­na­len Tei­le. In der For­mu­lie­rung ei­nes sol­chen Ver­hal­tens, et­wa ‘das Tier at­met’ ver­weist das Sub­jekt ei­gent­lich da­rauf, dass der Zweck der be­trach­te­ten Ak­ti­vi­tät der ent­spre­chen­den funk­ti­o­na­len Tei­le (Lun­gen, etc.) auf das Tier als Gan­zes ge­rich­tet ist (da­mit näm­lich das Tier über­lebt).
  4. ↑ Wie etwa Ros ([Ros 1979a]Ros, Arno (1979): Objektkonstitution und elementare Sprachhandlungsbegriffe. Hain, Königstein/Ts.
    : Kap. 3.2) deut­lich ge­macht hat, lässt sich Pi­a­gets Zwi­schen­stu­fe des sen­so­mo­to­ri­schen Ver­hal­tens ge­nau in die­sem Sinn in­ter­pre­tie­ren: Im Zu­sam­men­hang mit sol­chem Ver­hal­ten las­sen sich psy­cho­lo­gi­sche Prä­di­ka­te, wie ‘zu et­was Lust emp­fin­den’ und ‘et­was tun wol­len’ oder ‘et­was se­hen’ und ‘et­was glau­ben’ zu­min­dest in ei­nem ele­men­ta­ren Sinn aus der Be­ob­ach­ter­per­spek­ti­ve auf den Ak­ti­vi­täts­trä­ger an­wen­den.
  5. ↑ Auf die­se Wei­se wird zu­gleich ei­ne spe­zi­el­le die Zeit über­brü­cken­de Iden­ti­tät des Ak­ti­vi­täts­trä­gers etab­liert. Es wä­re näm­lich feh­ler­haft, ein­fach den phy­si­schen Kör­per als den Ak­ti­vi­täts­trä­ger an­zu­set­zen.
  6. ↑ Ver­wandt, wenn auch an­ders be­stimmt, ist die Drei­tei­lung Pless­ners in de­zen­tra­lis­ti­sche (pflanz­li­che), zen­tra­lis­ti­sche (tie­ri­sche) und ex­zen­tri­sche (mensch­li­che) Or­ga­ni­sa­ti­on bzw. Po­si­ti­o­na­li­tät von Ak­ti­vi­täts­trä­gern ([Plessner 1928a]Plessner, Helmuth (1928): Die Stufen des Organischen und der Mensch. W. de Gruyter, Berlin.
    Notiz: <sup>3</sup>1975
    ).
  7. ↑ Die da­mit an­ge­spro­che­ne Un­ter­schei­dung ist an sich all­ge­mein und kann auf al­le mög­li­chen Un­ter­schei­dungs­ge­wohn­hei­ten und Be­grif­fe an­ge­wen­det wer­den. Ne­ben dem Be­zeich­nungs­paar ‘Typ und In­s­tanz’ wird auch das dem Eng­li­schen ent­lehn­te ‘Type und To­ken’ häu­fig ver­wen­det. Spe­ziell für Ver­hal­ten und Hand­lun­gen ist hin­ge­gen die Form ‘Sche­ma und Ak­tu­a­li­sie­rung’ – der Aus­druck ‘Ak­tu­a­li­sie­rung’ – häu­fig auch ‘Ak­tu­a­li­sie­rung ei­nes Hand­lungs­sche­mas’ – soll al­so nicht be­deu­ten, dass ein Sche­ma mo­der­ni­siert, ak­tu­ell ge­macht wird; viel­mehr soll ein un­ter das Sche­ma fal­len­der ein­zel­ner kon­kre­ter Akt voll­zo­gen wer­den.
  8. ↑ Ort und Zeit sind spe­zi­el­le Rol­len ei­nes je­den Hand­lungs­sche­mas.
  9. ↑ Man voll­zieht eine Hand­lung, in­dem man die Teil­hand­lun­gen voll­zieht (Mit­tel). Man voll­zieht ei­ne Teil­hand­lung, um die Ge­samt­hand­lung zu voll­zie­hen (Zweck). Die Ket­ten die­ser ge­gen­läu­fi­gen Re­la­ti­o­nen zwi­schen Hand­lungs­sche­ma­ta en­den dort, wo kei­ne über­ge­ord­ne­te Hand­lung bzw. wo kei­ne Mit­tel­hand­lung mehr an­ge­ge­ben wer­den kann, son­dern nur noch ein all­ge­mei­ner Über­le­bens­wil­le (oder -trieb) des Hand­lungs­sub­jekts bzw. Ver­hal­tens­sche­ma­ta (im en­ge­ren oder wei­te­ren Sinn). Aus­nah­men sind hier Selbst­zweck­hand­lun­gen, die gar kei­nen Zweck außer dem Voll­zug der Hand­lung selbst ha­ben.
Literatur
[Janich 2005a]Janich, Peter (2005): Medienphilosophie der Kommunikation. In: Sandbothe, M. & Nagel (Hg.), Systematische Medienphilosophie. Akademie, Berlin.[Plessner 1928a]Plessner, Helmuth (1928): Die Stufen des Organischen und der Mensch. W. de Gruyter, Berlin.[Ros 1979a]Ros, Arno (1979): Objektkonstitution und elementare Sprachhandlungsbegriffe. Hain, Königstein/Ts.[Ros 1989/90a]Ros, Arno (1989): Begründung und Begriff. Wandlungen des Verständnisses begrifflicher Argumentationen. Meiner, Hamburg.[Ros 2005a]Ros, Arno (2005): Materie und Geist. Eine philosophische Untersuchung. Mentis, Paderborn.[Weber 2005a]Weber, Max (2005): Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriss der verstehenden Soziologie. Zweitausendeins, Frankfurt/M.

Ausgabe 1: 2013

Verantwortlich:

Seitenbearbeitungen durch: Joerg R.J. Schirra und Marcel Lemmes — (Hinweis)

Zitierhinweis:

[Schirra 2013g-k]Schirra, Jörg R.J. (2013). Handlungen (Exkurs). (Ausg. 1). In: Schirra, J.R.J.; Halawa, M. & Liebsch, D. (Hg.), Glossar der Bildphilosophie. (2012-2026). [bildglossar.org/index.php?title=Exkurs:Handlungen].
Webadresse: bildglossar.org/index.php?title=Exkurs:Handlungen

Schirra, Jörg R.J. (2013). Excursus: Actions. (Ausg. 1). In: Schirra, J.R.J.; Halawa, M. & Liebsch, D. (Hg.), Glossar der Bildphilosophie. (2012-2026). [bildglossar.org/index.php?title=Glossar-English:Excursus:_Actions].