Chinesische Kalligraphie: Unterschied zwischen den Versionen
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<u>Der Einfluss der Kalligraphie auf die Malerei</u> | <u>Der Einfluss der Kalligraphie auf die Malerei</u> In dem Bestreben, sich von der professionellen, handwerklichen Malerei, die sich im allgemeinen durch starke Farbigkeit und eine sehr realistische Darstellung auszeichnete, zu distanzieren, setzten die Literaten eine Malerei (Xieyi-Stil, 寫意xiěyì, ‚geschriebener Sinn/Bedeutung’), die sich nicht nur technisch sondern auch ästhetisch an der Kalligraphie orientierte. Die bildnerischen Mittel, insbesondere der Pinselstrich gewannen dadurch an Selbständigkeit und gestalterischen Eigenleben; die Darstellung wurde dem gewählten Pinselduktus angepasst. Diese Tendenz setzte sich in der Yuan元-Zeit (1271-1368) allgemein durch. Womit die Malerei von ihrer reinen Abbildfunktion und der unbedingten Forderung nach der Übereinstimmung mit der Wirklichkeit befreit wurde. Wie schon die Kalligraphie wandelte sich das Bild damit zur „gestalteten Manifestation der Künstlerpersönlichkeit“. | ||
In dem Bestreben, sich von der professionellen, handwerklichen Malerei, die sich im allgemeinen durch starke Farbigkeit und eine sehr realistische Darstellung auszeichnete, zu distanzieren, setzten die Literaten eine Malerei (Xieyi-Stil, 寫意xiěyì, ‚geschriebener Sinn/Bedeutung’), die sich nicht nur technisch sondern auch ästhetisch an der Kalligraphie orientierte. Die bildnerischen Mittel, insbesondere der Pinselstrich gewannen dadurch an Selbständigkeit und gestalterischen Eigenleben; die Darstellung wurde dem gewählten Pinselduktus angepasst. Diese Tendenz setzte sich in der Yuan元-Zeit (1271-1368) allgemein durch. Womit die Malerei von ihrer reinen Abbildfunktion und der unbedingten Forderung nach der Übereinstimmung mit der Wirklichkeit befreit wurde. Wie schon die Kalligraphie wandelte sich das Bild damit zur „gestalteten Manifestation der Künstlerpersönlichkeit“. | |||
Version vom 29. Dezember 2011, 22:16 Uhr
Unterpunkt zu: Schriftbildlichkeit
Darstellung des gr. Zusammenhangs<--Auf der Basis der chinesischen Schriftzeichen entwickelte sich Schrift zu einer hohen Kunst des persönlichen Ausdrucks. Die Schrifttypen, die charakteristische graphische Form und die Struktur der chinesischen Schriftzeichen haben diese Entwicklung der Kalligraphie erst ermöglicht. ==Die Schrift - Entwicklung der Schrifttypen== Die vier Hauptschriftarten entwickelten sich aufeinander folgend.[Chen 2009a]Chen, Tingyou (2009): China: Die Kalligraphie. China Intercontinental Press, Beijing. Engere Begriffsbestimmungoptional BeispieleAuswirkungen auf andere BegriffeDer Einfluss der Kalligraphie auf die Malerei In dem Bestreben, sich von der professionellen, handwerklichen Malerei, die sich im allgemeinen durch starke Farbigkeit und eine sehr realistische Darstellung auszeichnete, zu distanzieren, setzten die Literaten eine Malerei (Xieyi-Stil, 寫意xiěyì, ‚geschriebener Sinn/Bedeutung’), die sich nicht nur technisch sondern auch ästhetisch an der Kalligraphie orientierte. Die bildnerischen Mittel, insbesondere der Pinselstrich gewannen dadurch an Selbständigkeit und gestalterischen Eigenleben; die Darstellung wurde dem gewählten Pinselduktus angepasst. Diese Tendenz setzte sich in der Yuan元-Zeit (1271-1368) allgemein durch. Womit die Malerei von ihrer reinen Abbildfunktion und der unbedingten Forderung nach der Übereinstimmung mit der Wirklichkeit befreit wurde. Wie schon die Kalligraphie wandelte sich das Bild damit zur „gestalteten Manifestation der Künstlerpersönlichkeit“. |
- ↑ Die Literaten-Beamten bildeten jene dünne Oberschicht und Elite, die sich sukzessive seit den ersten Jahrhunderten u.Z. herausgebildet hatte und die Träger der staatlichen Macht und der kulturellen Überlieferungwar. Ihren Mitgliedern ermöglichte sie eine literarsiche Ausbildung, welche die Vertrautheit mit klassischen kanonischen Texten, die Befähigung selbst Gedichte und Prosa zu verfassen und die Beherrschung der Kalligaohie umfasste. Die Ausbildung wurde in staatlichen Examina geprüft; diese stellten den normalen Zugang zu einer Beamtenkarriere dar und waren somit der Schlüssel zu einer gehobenen Stellung und politischem Einfluss. (Ledderose 2003).