Bildpragmatik: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 29. November 2011, 20:38 Uhr
Hauptpunkt zu: Bilder als Zeichen
Eine Handlung unter anderenPragmatische Betrachtungen haben in verschiedenen zeichentheoretischen Ansätzen unterschiedliches Gewicht (vgl. [Levinson 1983a]Levinson, Stephen C. (1983): Pragmatics. Cambridge University Press, Cambridge. Berücksichtigt man, daß alle Reaktionen der Zeichenverwender auf die Zeichenhandlung ebenfalls Handlungen sind, gelangt man zu einem noch weiter angelegten Pragmatikbegriff, der auch in diesem Kapitel zugrundegelegt ist. Bildpragmatik befasst sich demnach mit allen Regelhaftigkeiten zwischen einer Bildhandlung einerseits (Herstellung oder Auswahl, Präsentation und Rezeption, etc.) und anderen, damit irgendwie zusammenhängenden Handlungen der beteiligten Akteure andererseits. Wittgensteins begrifflicher Konnex von Sprachspiel und Lebensform exemplifiziert diese Beziehung zwar für verbale Zeichenhandlungen ([Wittgenstein 1971a]Wittgenstein, Ludwig (1971): Philosophische Untersuchungen. Suhrkamp, Frankfurt/M. Eine Reihe bildpragmatischer Ansätze betrachtet daher Möglichkeiten und Grenzen des Versuchs, die Idee der Sprechakte auf Bilder zu übertragen: Welche Illokutionen sind mit Bildern möglich, welche können nicht und welche nur mit Bildern durchgeführt werden? In diesen Zusammenhang gehört auch die Frage nach der (oder gegebenenfalls den) grundlegenden pragmatischen Funktionen von Bildhandlungen (⊳ Prädikation und Nomination).
Zu den UnterpunktenDie bildpragmatischen Aspekte kristallisieren sich insbesondere am Verhältnis der Handlung zu den beteiligten Interaktionspartnern. Zudem lassen sich einerseits verschiedene hervorstechende Aspekte an Zeichenhandlungen sowie unterschiedliche charakteristische oder grenzwertige Arten von Zeichenhandlung anführen.[1] Daneben treten schließlich spezielle bildpragmatische Zusammenhänge von besonderer Bedeutung.
Während Wahrheit vor allem eine semantische Frage ist (⊳ Bildsemantik), die mit dem Sachbezug der betrachteten Zeichenhandlung zusammenhängt, zielt Authentizität auf den Selbstbezug der Zeichenverwender und damit auf eine allgemeinere Ebene der Performanz bildhafter Zeichenhandlungen. Dabei muß sich der Blick auch auf die Bildrezeption als Zeichenprozeß richten. Wenn kontextuelle Faktoren und der jeweilige Vollzug der Bildzeichenhandlung eine so große Rolle spielen, erwächst zudem die Frage nach der Identität bildhafter Zeichen über eine konkrete Verwendung hinaus.
Inwiefern sich durch den Einsatz bildhafter Zeichen visuelle Argumentationsformen auf der Basis einer eigenständigen visuellen Rationalität ergeben ist noch nicht abschließend geklärt. Immerhin spielen auch affektive Aspekte bei der Bildkommunikation eine wichtige Rolle – denn sie betreffen Verhaltensdispositionen und damit letztlich mögliche Folgehandlungen, so daß ihre Betrachtung ebenfalls in den Bereich der Bildpragmatik fällt. In einer Bildrhetorik müßten sowohl kognitive wie affektive Faktoren zusammenwirken.
Spezielle Handlungszusammenhänge für Bilder ergeben sich insbesondere bei der Herstellung eines Bildträgers, bei dessen Reproduktion sowie bei seinem Einsatz als Bildzitat. Auch die Verwendung sogenannter "natürlicher" Zeichen wie Spiegelungen oder Schatten als Bilder und die Gebrauchsweisen im Zusammenhang mit Bildmagie stellen besondere Formen der Bildhandlung dar. Schließlich bildet die von der modalen Bildtheorie hervorgehobene Kontextbildung als grundlegender Bildhandlung ein zentraler Aspekt der Bildpragmatik.
Spezifische pragmatische Aspekte, die häufig sogar zu eigenständigen Kodifizierungen geführt haben, treten schließlich im Bereich der Bildökonomie und der Bildpolitik auf.
SonstigesZu den traditionell unter Pragmatik verhandelten Begriffen gehören auch Deixis, Präsupposition und Implikatur. Ihre Anwendung auf Bildhandlungen wird in hier nicht gesondert angesprochen, weil ... ??? ... zudem ⊳ Zeigen und Sich-Zeigen (Aspekte der Deixis), ....
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Unterpunkte
Anmerkungen
Literatur
[Levinson 1983a]Levinson, Stephen C. (1983): Pragmatics. Cambridge University Press, Cambridge.[Wittgenstein 1971a]Wittgenstein, Ludwig (1971): Philosophische Untersuchungen. Suhrkamp, Frankfurt/M. Seitenbearbeitungen durch: Joerg R.J. Schirra, Klaus Sachs-Hombach und Emilia Didier — (Hinweis) |