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Version vom 22. März 2011, 08:54 Uhr
Unterpunkt zu: Bildsyntax
Darstellung des gr. ZusammenhangsDer Begriff der Bildmontage bezieht sich sowohl auf Techniken der Malerei und Fotografie als auch des Films, durch welche einzelne Bildelemente oder filmische Einstellungen miteinander kombiniert werden. Als Vorläufer der Fotomontage kann die Vedutenmalerei angesehen werden, in der man Teile verschiedener Landschaften zu einem einheitlichen Bild zusammenführte. Aber auch das 1591 entstandene Bild „Vertumnus“ von Giuseppe Arcimboldo kann dazu gezählt werden. Auf diesem Bild ist eine Ansammlung von Blumen, Früchten und Gemüse zu sehen, die sich zu einem Portrait von Rudolf II. zusammenfügen. In die Begrifflichkeit der Montage spielt zudem die künstlerische Form der Collage (frz. coller = kleben) hinein. Diese ist eine Technik der bildenden Kunst, bei der durch Aufkleben verschiedene Elemente, Materialien oder Objekte kombiniert werden und so ein neues Ganzes schaffen. Während eine Collage gemeinhin vorrangig aus einer Anhäufung von Texten oder der Bildern besteht, geht sie in eine Assemblage über, wenn hauptsächlich plastische Objekte zu einer neuen sinnbildenden Einheit zusammengefügt werden, so können bildhafte Kunstwerke mit reliefartiger Oberfläche entstehen oder auch dreidimensionale Objekte bzw. Skulpturen.
Engere Begriffsbestimmung1. Montage (Bild)
In der Collage Fotomontage werden fotografische Elemente aus Bilder, wie z.B. Ausschnitte aus Zeitungen, miteinander kombiniert. Das so entstandene Bild bildet eine neue Komposition und kann damit Träger einer Aussage werden, die nicht in den einzelnen Teilen des Bildes enthalten war.
Vorläufer der Collage finden sich in Japan, wo Kalligraphen im 12. Jahrhundert dazu übergingen, Werke von Dichtern auf Bögen zu schreiben, die mit leicht ferbigen Papieren beklebt waren. Diese Kompositionen die mit unterschiedlichen Motiven versehen sind (dabei werden gerissene oder ausgeschnittene Konturen mit dem Pinsel übertuscht, um etwa Berge oder Flüsse anzudeuten). Im 13. Jahrhundert kommen im Orient Schnittkünste auf, die zusehends zur Collage führen. So entsteht in Persien der Lederschnitt, der im 15. Jahrhundert seine Glanzzeit erlebt und schließlich vom Papierschnitt abgelöst wird (vgl. [Wescher 1968a]Wescher, Herta (1968): Die Collage / Geschichte eines künstlerischen Ausdrucksmittels. DuMont Schauberg, Köln.
Die Filmmontage, verstanden als das Aneinanderkleben einzelner Einstellungen oder shots als kleinste sinnhafte Einheit des Films, hat ihren theoretischen Ursprung in den Montage-Experimenten, die Ende 1910 und in den frühen 1920er Jahren vom sowjetischen Regisseur Lew Wladimirowitsch Kuleschow durchgeführt worden sind. Kuleshow stellte die These auf, dass die Montage – verstanden als die Gliederung des Films – einzelner Einstellungen wichtiger sei als die Art und Weise wie die Einstellungen aufgenommen wurden. So hat er u.a. drei unterschiedliche Einstellungen mit dem Gesicht des Schauspielers Iwan Mosschuchin zusammengeschnitten, was den Zuschauer - je nach Kombination - unterschiedliche Gesichtsausdrücke erkennen ließ, obwohl die Aufnahme von Mosschuchin immer dieselbe blieb (vgl. [Beller 2005a]Beller, Hans (2005): Aspekte der Filmmontage - Eine Art Einführung. In: Beller, H. (Hg.), Handbuch der Filmmontage. Praxis und Prinzipien des Filmschnitts. TR-Verlagsunion, München. Auswirkungen auf andere Begriffe
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Anmerkungen
Literatur
[Beller 2005a]Beller, Hans (2005): Aspekte der Filmmontage - Eine Art Einführung. In: Beller, H. (Hg.), Handbuch der Filmmontage. Praxis und Prinzipien des Filmschnitts. TR-Verlagsunion, München.[Ebert 1979a]Ebert, Jürgen (1979): Montage Editing Schnitt. Filmkritik, 12.[Wescher 1968a]Wescher, Herta (1968): Die Collage / Geschichte eines künstlerischen Ausdrucksmittels. DuMont Schauberg, Köln. Seitenbearbeitungen durch: Dimitri Liebsch, Joerg R.J. Schirra, Patrick Kruse, Lars Grabbe, Eva Schürmann, Franziska Kurz und Marcel Lemmes — (Hinweis) |