Bildtermini anderer Sprachen: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Glossar der Bildphilosophie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Joerg R.J. Schirra (Diskussion | Beiträge)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Joerg R.J. Schirra (Diskussion | Beiträge)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 22: Zeile 22:
:
:
===Gegenstände===
===Gegenstände===
Die Semasiologie fragt danach, was alles unter ein und dieselbe Bezeichnung fällt. Im Falle der Bildtermini ist diese Frage ebenfalls aufschlussreich, da sie keineswegs nur visuell wahrnehmbare Artefakte bezeichnen. William James Thomas Mitchell hat auch aufgrund dessen die Familie der Bilder grob in graphische ([[Malerei|Gemäl&shy;de]], Zeichnungen etc., [[Skulptur|Statuen]], Pläne), optische ([[Spiegel|Spiegel]], Projektionen), perzeptuelle (Sinnesdaten, „Formen“, Erscheinungen), mentale ([[Traumbild|Träume]], Erinnerungen, Ideen, [[Vorstellungsbilder / Mentale Modelle|Vorstellungsbilder]]) und sprachliche Bilder ([[Sprachliche Metaphern und allgemeine Metaphorologie|Metaphern]], Beschreibungen) eingeteilt (<bib id='Mitchell 1986a'></bib>: S. 10). Etwas anders gesagt: Es lässt sich beobachten, dass eine Fülle verschiedener Gegenstände unter die fraglichen Termini fällt. – Neben Unterschieden, die sich bereits in der synchronen Perspektive erschließen, finden sich weitere Unterschiede, wenn man wie die Begriffsgeschichte oder die historische Semantik die Termini in der diachronen Perspektive verfolgt.<ref>Für die Philosophie vgl. dazu <bib id='Ritter 1967a'></bib>, für die Historiographie <bib id='Koselleck 1979a'></bib> und für die Soziologie <bib id='Luhmann 1980a'></bib>.</ref> Beispielsweise fiel unter ‘imago’, der Wurzel für das französische oder englische ‘image’, keineswegs immer nur etwas Abstrakte(re)s, sondern zu Beginn der rekonstruierbaren Begriffsgeschichte ganz handgreiflich die römische Totenmaske (⊳ [[Lateinisch: 'effigies', 'species', 'simulacrum', 'imago']]).<ref> Um ein weiteres Beispiel zu nennen: Noch Husserls Erklärungen zum physischen Bild verraten ansatzweise, dass es früher im Gegensatz zu heute üblich war, unter ‘Bild’ vor allem plastische und nicht plane Gegenstände zu fassen.</ref>
Die Semasiologie fragt danach, was alles unter ein und diesel&shy;be Bezeich&shy;nung fällt. Im Falle der Bild&shy;termi&shy;ni ist diese Frage eben&shy;falls aufschluss&shy;reich, da sie keines&shy;wegs nur visuell wahrnehm&shy;bare Arte&shy;fakte bezeich&shy;nen. William James Thomas Mitchell hat auch aufgrund dessen die Fami&shy;lie der Bilder grob in graphi&shy;sche ([[Malerei|Gemäl&shy;de]], Zeichnun&shy;gen etc., [[Skulptur|Statuen]], Pläne), opti&shy;sche ([[Spiegel|Spiegel]], Projek&shy;tionen), perzep&shy;tuelle (Sinnes&shy;daten, „Formen“, Erschei&shy;nungen), menta&shy;le ([[Traumbild|Träume]], Erin&shy;nerun&shy;gen, Ideen, [[Vorstellungsbilder / Mentale Modelle|Vorstel&shy;lungsbil&shy;der]]) und sprachli&shy;che Bilder ([[Sprachliche Metaphern und allgemeine Metaphorologie|Meta&shy;phern]], Beschrei&shy;bungen) einge&shy;teilt (<bib id='Mitchell 1986a'></bib>: S. 10). Etwas anders gesagt: Es lässt sich beobach&shy;ten, dass eine Fülle verschie&shy;dener Gegen&shy;stände unter die fragli&shy;chen Termi&shy;ni fällt. – Neben Unter&shy;schieden, die sich bereits in der synchro&shy;nen Perspek&shy;tive erschlie&shy;ßen, finden sich weite&shy;re Unter&shy;schiede, wenn man wie die Begriffs&shy;geschich&shy;te oder die histo&shy;rische Seman&shy;tik die Termi&shy;ni in der diachro&shy;nen Perspek&shy;tive verfolgt.<ref>Für die Phi&shy;lo&shy;so&shy;phie vgl. da&shy;zu <bib id='Ritter 1967a'>Rit&shy;ter 1967a</bib>, für die His&shy;to&shy;ri&shy;o&shy;gra&shy;phie <bib id='Koselleck 1979a'>Ko&shy;sel&shy;leck 1979a</bib> und für die So&shy;zi&shy;o&shy;lo&shy;gie <bib id='Luhmann 1980a'>Luh&shy;mann 1980a</bib>.</ref> Beispiels&shy;weise fiel unter ‘ima&shy;go’, der Wurzel für das franzö&shy;sische oder engli&shy;sche ‘image’, keines&shy;wegs immer nur etwas Abstrak&shy;te(re)s, sondern zu Beginn der rekon&shy;struier&shy;baren Begriffs&shy;geschich&shy;te ganz handgreif&shy;lich die römi&shy;sche Toten&shy;maske (⊳ [[Lateinisch: 'effigies', 'species', 'simulacrum', 'imago'|Latei&shy;nisch: ‘effi&shy;gies’, ‘species’, ‘simu&shy;lacrum’, ‘ima&shy;go’]]).<ref> Um ein wei&shy;te&shy;res Bei&shy;spiel zu nen&shy;nen: Noch Hus&shy;serls Er&shy;klä&shy;run&shy;gen zum phy&shy;si&shy;schen Bild ver&shy;ra&shy;ten an&shy;satz&shy;wei&shy;se, dass es frü&shy;her im Ge&shy;gen&shy;satz zu heu&shy;te üb&shy;lich war, un&shy;ter ‘Bild’ vor al&shy;lem plas&shy;ti&shy;sche und nicht pla&shy;ne Ge&shy;gen&shy;stän&shy;de zu fas&shy;sen.</ref>
:
:
===Bedeutung von Bildmetaphern===
===Bedeutung von Bildmetaphern===

Version vom 21. April 2014, 16:09 Uhr

Hauptpunkt zu: Bild und Sprache


Die Annahme, dass gegen Ende des 20. Jahrhun­derts nicht nur in den Kultur­wissen­schaften eine Hinwen­dung, ein turn hin zu den Bildern stattge­funden habe, gehört zum Common­sense.[1] Vor diesem Hinter­grund bedarf eine Rückwen­dung zur Sprache – und selbst wenn es sich dabei um eine Wendung zu den Bild­termi­ni ande­rer Sprachen handelt – zumin­dest einer Erläu­terung.[2] Welche Gründe gibt es also, sich mit derar­tigen Bild­termi­ni ausein­ander­zuset­zen?

Eine solche Auseinandersetzung bietet Einsich­ten in die Instru­mente, mit denen wir uns auf Bilder bezie­hen; sie erschließt dabei die Bedeu­tungsnu­ancen der Termi­ni und die unter­schiedli­chen Gegen­stände, die unter sie fallen; und sie infor­miert ferner über die wissens- und kultur­geschicht­liche Bedeu­tung von Bild­meta­phern. Im einzel­nen:

Bezug auf Bilder

Obwohl gegen Ende des 20. Jahrhun­derts eine Hinwen­dung zum Thema Bild stattge­funden hat, ist damit keines­wegs das gängi­ge wissen­schaftli­che Proze­dere – um auf dieser allge­meinsten Ebene noch nicht von ‘Metho­de’ zu sprechen – außer Kurs gesetzt worden: In der Regel reden oder schreiben wir in den Wissen­schaften immer noch über die für uns rele­vanten Themen. Wir haben nicht begon­nen, (über) sie statt­dessen nur noch zu malen, zeichnen oder zu foto­grafie­ren.[3] Um über sie reden oder schreiben zu können, müssen wir nahe liegen­der Weise auch Aus­drücke verwen­den, mit denen wir uns auf sie bezie­hen. Sich mit Bild­termi­ni ausein­ander­zuset­zen, bedeu­tet daher, sich über die Instru­mente Aufschluss zu geben, mit denen wir uns (auch in den Wissen­schaften) auf Bilder bezie­hen. Neben­bei, auch der aktu­elle Satz ist ein Beispiel für diesen Bezug, denn in ihm finden sich bezeich­nender­weise keine Bilder – in ihm findet sich ledig­lich der Ausdruck ‘Bilder’.

Bedeutungsnuancen der Termini

Schon anhand von einer, erst recht bei der Berück­sichti­gung von mehre­ren Sprachen, kann man feststel­len, dass es erstens eine Vielzahl von derar­tigen Termi­ni gibt und dass es sich zweitens bei dieser Vielzahl nicht um eine ono­masio­logi­sche Trivia­lität handelt. Die Ono­masio­logie fragt nach den verschie­denen Bezeich­nungen, die eine Sache haben kann. Bei den uns inte­ressie­renden Termi­ni handelt es sich jedoch nicht immer schlicht um verschie­dene Termi­ni für ein und diesel­be Sache – welche Sache es tatsäch­lich ist, kann vielmehr nach Maßga­be der Termi­ni durchaus vari­ieren. Wir stoßen bei dem Termi­ni also auf Bedeu­tungsnu­ancen. Die franzö­sische Alltags­sprache kennt beispiels­weise sowohl die Rede vom tableau als auch die von der image; gemäß der unter­schiedli­chen Logik der beiden Begrif­fe, der konkre­teren Ausrich­tung des ersten und der abstrak­teren Ausrich­tung der zweiten, können wir von einem tableau sagen, dass wir es an die Wand hängen, bei einer image ist dies jedoch unmög­lich.[4] (Die deutsche Alltags­sprache hinge­gen verfährt anders, verschleift diesen Unter­schied und nennt beides ‘Bild’.)[5]

Gegenstände

Die Semasiologie fragt danach, was alles unter ein und diesel­be Bezeich­nung fällt. Im Falle der Bild­termi­ni ist diese Frage eben­falls aufschluss­reich, da sie keines­wegs nur visuell wahrnehm­bare Arte­fakte bezeich­nen. William James Thomas Mitchell hat auch aufgrund dessen die Fami­lie der Bilder grob in graphi­sche (Gemäl­de, Zeichnun­gen etc., Statuen, Pläne), opti­sche (Spiegel, Projek­tionen), perzep­tuelle (Sinnes­daten, „Formen“, Erschei­nungen), menta­le (Träume, Erin­nerun­gen, Ideen, Vorstel­lungsbil­der) und sprachli­che Bilder (Meta­phern, Beschrei­bungen) einge­teilt ([Mitchell 1986a]Mitchell, William J.T. (1986): Iconology. Image, Text, Ideology. University of Chicago Press, Chicago, London.
: S. 10). Etwas anders gesagt: Es lässt sich beobach­ten, dass eine Fülle verschie­dener Gegen­stände unter die fragli­chen Termi­ni fällt. – Neben Unter­schieden, die sich bereits in der synchro­nen Perspek­tive erschlie­ßen, finden sich weite­re Unter­schiede, wenn man wie die Begriffs­geschich­te oder die histo­rische Seman­tik die Termi­ni in der diachro­nen Perspek­tive verfolgt.[6] Beispiels­weise fiel unter ‘ima­go’, der Wurzel für das franzö­sische oder engli­sche ‘image’, keines­wegs immer nur etwas Abstrak­te(re)s, sondern zu Beginn der rekon­struier­baren Begriffs­geschich­te ganz handgreif­lich die römi­sche Toten­maske (⊳ Latei­nisch: ‘effi­gies’, ‘species’, ‘simu­lacrum’, ‘ima­go’).[7]

Bedeutung von Bildmetaphern

In Zusammenhängen wie dem letztgenannten zeigt sich darüber hinaus, dass Bildtermini – teils durch explizite Vergleiche oder Analogien gestützt – oftmals metaphorisch verwendet werden (vgl. hier und im Folgenden [Liebsch 2012a]Liebsch, Dimitri (2012): “Uneigentliche” Bilder. Zur (historischen) Bildsemantik und -metaphorik. In: Liebsch, D. & Mößner, N. (Hg.), Visualisierung und Erkenntnis. Bildverstehen und Bildverwenden in Natur- und Geisteswissenschaften. von Halem, Köln.
). Um nur zwei prägnante Beispiele zu nennen: Im byzantinischen Bilderstreit weitet der Ikonophile Johannes von Damaskus die Bedeutung von ‘eikon’ (vgl. ⊳ Griechisch: 'agalma', 'phantasma', 'eidolon', 'typos', 'eikon') derartig aus, dass erstens der gesamte christliche Kosmos als bildhaft und zweitens das ursprüngliche Problem, die Ikone, nur noch als ein unproblematischer Fall von vielen erscheint.[8] Und John Locke analogisiert in der Neuzeit unsere Vorstellungen von Dingen mit ‘pictures’ und vergleicht ihr Entstehen im menschlichen Verstand mit der Erzeugung von Bildern in der Camera obscura.[9] Folgt man der metaphorischen Verwendung von Bildtermini, so lässt sich feststellen, dass die Bildmetapher eine tragende Rolle in Ontologie und Theologie, in Erkenntnistheorie und Psychologie sowie in der Ethik und vielen anderen Bereichen gespielt hat. Sie zählt zu jenen starken und weit verbreiteten Metaphern, die bis heute unser Wissen strukturieren.[10]

Anmerkungen
  1. ↑ Zu den ein­schlä­gi­gen Pro­kla­ma­ti­o­nen die­ses turn vgl. [Fellmann 1991a]Fellmann, Ferdinand (1991): Symbolischer Pragmatismus. Hermeneutik nach Dilthey. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg.
    : S. 26, ([Mitchell 2008a]Mitchell, William J. Thomas (2008): Bildtheorie. Suhrkamp, Frankfurt/M.
    Nicht angezeigt: hrsg. von Gustav Frank
    : S. 101-​135 und [Boehm 1994a]Boehm, Gottfried (1994): Die Wiederkehr der Bilder. In: Boehm, G. (Hg.), Was ist ein Bild?. Fink, München.
    .
  2. ↑ Die kom­ple­men­tä­ren Bild­ter­mi­ni des Deut­schen wer­den im Haupt­punkt Spre­chen über Bil­der be­rück­sich­tigt.
  3. ↑ Aus­nah­men von die­ser Re­gel sind bei­spiels­wei­se schon «Der Bil­der­at­las Mne­mo­sy­ne» aus den 1920er Jah­ren ([Warburg 2008a]Warnke, M.; unter Mitarbeit von Brink, C. (Hg.) (2008): Der Bilderatlas Mnemosyne (2000). Akademie, Berlin.
    ), die „pic­to­rial es­says“, die sich in den – be­zeich­nen­der­wei­se aus ei­ner BBC-​Fern­seh­se­rie her­vor­ge­gan­ge­nen – «Ways of See­ing» fin­den ([Berger 1972a]Berger, John (1972): Ways of Seeing. Penguin Books, London.
    Nicht angezeigt: First published by the British Broadcasting Cooperation and Penguin Books 1972, reissued as a part of the Penguin Design Series 2008
    ), oder auch jün­ge­re Ar­bei­ten im An­schluss an Wal­ter Ben­ja­mins «Pas­sa­gen-​Werk» ([Buck-Morss 1989a]Buck-Morss, Susan (1989): The Dialectics of Seeing. Walter Benjamin and the Arcades-Project. MIT Press, Cambridge, MA.
    : S. 341-​375 und [Buck-Morss 2000a]Buck-Morss, Susan (2000): Dreamworld and Catastrophe. The Passing of Mass Utopia in East and West. MIT Press, Cambridge, MA.
    ). Es ist je­doch auf­fäl­lig, das auch der­ar­ti­ge Aus­nah­men nicht voll­stän­dig mit dem Prin­zip des Spre­chens über Bil­der bre­chen kön­nen: Es wer­den Ti­tel ver­wen­det, und die Bil­der oder Bild­stre­cken wer­den ent­wed­er di­rekt kom­men­tiert oder lo­cke­rer dis­kur­siv kon­tex­tu­iert.
  4. ↑ Vgl. ⊳ Fran­zö­sisch: ‘image’, ‘des­sin’ und ‘cadre’; Ent­spre­chen­des trifft auch auf das Eng­li­sche und die Un­ter­schei­dung zwi­schen pic­ture und im­age zu.
  5. ↑ Im Deut­schen wird die­ser Un­ter­schied erst durch ei­ne Ver­bin­dung des Bild­ter­mi­nus mit ei­nem Ad­jek­tiv oder durch ei­ne an­de­re Er­wei­te­rung ein­ge­holt. Bei­spie­le in der deut­schen Wis­sen­schafts­spra­che da­für fin­den sich bei Ed­mund Hus­serl, der das „phy­si­sche Bild, das Bild aus Lein­wand, aus Mar­mor usw.“ vom „re­prä­sen­tie­ren­den Bild“ oder „Bild­ob­jekt“ ab­grenzt ([Husserl 1980a]Husserl, Edmund (1980): Phantasie, Bildbewusstsein, Erinnerung. Zur Phänomenologie der anschaulichen Vergegenwärtigungen. Texte aus dem Nachlass (1898-1925) (Husserliana XXIII). Nijhoff, Den Haag, Boston, Dordrecht.
    : S. 19), oder in der Be­zeich­nung ‘Bild­trä­ger’.
  6. ↑ Für die Phi­lo­so­phie vgl. da­zu [Ritter 1967a]Ritter, Joachim (1967): Leitgedanken und Grundsätze des Historischen Wörterbuchs der Philosophie. Archiv für Begriffsgeschichte, 11.
    , für die His­to­ri­o­gra­phie [Koselleck 1979a]Koselleck, Reinhart (Hg.) (1979): Historische Semantik und Begriffsgeschichte. Klett-Cotta, Stuttgart.
    und für die So­zi­o­lo­gie [Luhmann 1980a]Luhmann, Niklas (1980): Gesellschaftsstruktur und Semantik. Studien zur Wissenssoziologie der modernen Gesellschaft. Bd. 1. Suhrkamp, Frankfurt/M.
    .
  7. ↑ Um ein wei­te­res Bei­spiel zu nen­nen: Noch Hus­serls Er­klä­run­gen zum phy­si­schen Bild ver­ra­ten an­satz­wei­se, dass es frü­her im Ge­gen­satz zu heu­te üb­lich war, un­ter ‘Bild’ vor al­lem plas­ti­sche und nicht pla­ne Ge­gen­stän­de zu fas­sen.
  8. ↑ Gemessen an unserem Verständnis von ‘Bild’ teils doch recht abenteuerlich fällt unter ‘eikon’ bei Johannes: a) Christus im Verhältnis zu Gott, b) die überzeitliche Idee im Geiste Gottes, die das Geschehen in der Zeit vorherbestimmt, c) der Mensch als Ebenbild Gottes, d) die Schöpfung, insofern sie auf ihren Schöpfer verweist, e) das typologische Verhältnis des Alten zum Neuen Testament sowie f) das moralische Vorbild, das sich in den Geschichten der Bibel und den Ikonen findet; vgl. [Johannes von Damaskos 1975a]Johannes von Damaskos (1975): Contra imaginum calumniatores orationes tres (Die Schriften des Johannes von Damaskus. Bd. 3). Walter de Gruyter, Berlin, New York.
    Nicht angezeigt: Patristische Texte und Studien. Bd. 17
    : III, 18-23).
  9. ↑ Vgl. [Locke 1975a]Locke, John (1975): An Essay Concerning Human Understanding. Oxford University Press, Oxford.
    Notiz: hg. von Nidditch, P. H.
    : II. Buch, 12. Kapitel, Abschnitt 17. – Schon Platon und Aristoteles haben ähnliche Vergleiche vorgenommen, dabei aber natürlich auf andere Verfahren der Bilderzeugung rekurriert, nämlich auf die Malerei wie Platon im «Philebos» (39a-c) und auf die Malerei und die rhetorische Mnemotechnik wie Aristoteles in «De anima» (427b).
  10. ↑ Dazu heißt es im «Wörterbuch der philosophischen Metaphern»: „Solche Metaphern, von anderen Autoren auch 'radikale Metaphern' (Ernst Cassierer), root metaphors (Stephen C. Pepper), generative metaphors (Max Black) oder métaphores vives (Paul Ricœur) genannt, sind 'Grundbestände' oder, wie Blumenberg auch sagt, 'absolute' Metaphern und bieten als solche besondere Anlässe philosophischer Reflexion“ ([Konersmann 2011a]Konersmann, Ralf (2011): Vorwort: Figuratives Wissen. In: Konersmann, R. (Hg.), Wörterbuch der philosophischen Metaphern. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt.
    Notiz: 3., erweiterte Auflage
    : S. 12). – Direkt zur Bildmetaphorik vgl. im «Wörterbuch» insbesondere [Meyer-Drawe & Witte 2011a]Meyer-Drawe, Käte & Witte, Egbert (2011): Bilden. In: Konersmann, R. (Hg.), Wörterbuch der philosophischen Metaphern. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt.
    Notiz: 3., erweiterte Auflage
    : S. 66-70.
Literatur
[Berger 1972a]Berger, John (1972): Ways of Seeing. Penguin Books, London.[Boehm 1994a]Boehm, Gottfried (1994): Die Wiederkehr der Bilder. In: Boehm, G. (Hg.), Was ist ein Bild?. Fink, München.[Buck-Morss 1989a]Buck-Morss, Susan (1989): The Dialectics of Seeing. Walter Benjamin and the Arcades-Project. MIT Press, Cambridge, MA.[Buck-Morss 2000a]Buck-Morss, Susan (2000): Dreamworld and Catastrophe. The Passing of Mass Utopia in East and West. MIT Press, Cambridge, MA.[Fellmann 1991a]Fellmann, Ferdinand (1991): Symbolischer Pragmatismus. Hermeneutik nach Dilthey. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg.[Husserl 1980a]Husserl, Edmund (1980): Phantasie, Bildbewusstsein, Erinnerung. Zur Phänomenologie der anschaulichen Vergegenwärtigungen. Texte aus dem Nachlass (1898-1925) (Husserliana XXIII). Nijhoff, Den Haag, Boston, Dordrecht.[Johannes von Damaskos 1975a]Johannes von Damaskos (1975): Contra imaginum calumniatores orationes tres (Die Schriften des Johannes von Damaskus. Bd. 3). Walter de Gruyter, Berlin, New York.[Konersmann 2011a]Konersmann, Ralf (2011): Vorwort: Figuratives Wissen. In: Konersmann, R. (Hg.), Wörterbuch der philosophischen Metaphern. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt.[Koselleck 1979a]Koselleck, Reinhart (Hg.) (1979): Historische Semantik und Begriffsgeschichte. Klett-Cotta, Stuttgart.[Liebsch 2012a]Liebsch, Dimitri (2012): “Uneigentliche” Bilder. Zur (historischen) Bildsemantik und -metaphorik. In: Liebsch, D. & Mößner, N. (Hg.), Visualisierung und Erkenntnis. Bildverstehen und Bildverwenden in Natur- und Geisteswissenschaften. von Halem, Köln.[Locke 1975a]Locke, John (1975): An Essay Concerning Human Understanding. Oxford University Press, Oxford.[Luhmann 1980a]Luhmann, Niklas (1980): Gesellschaftsstruktur und Semantik. Studien zur Wissenssoziologie der modernen Gesellschaft. Bd. 1. Suhrkamp, Frankfurt/M.[Meyer-Drawe & Witte 2011a]Meyer-Drawe, Käte & Witte, Egbert (2011): Bilden. In: Konersmann, R. (Hg.), Wörterbuch der philosophischen Metaphern. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt.[Mitchell 1986a]Mitchell, William J.T. (1986): Iconology. Image, Text, Ideology. University of Chicago Press, Chicago, London.[Mitchell 2008a]Mitchell, William J. Thomas (2008): Bildtheorie. Suhrkamp, Frankfurt/M.[Ritter 1967a]Ritter, Joachim (1967): Leitgedanken und Grundsätze des Historischen Wörterbuchs der Philosophie. Archiv für Begriffsgeschichte, 11.[Warburg 2008a]Warnke, M.; unter Mitarbeit von Brink, C. (Hg.) (2008): Der Bilderatlas Mnemosyne (2000). Akademie, Berlin.

Ausgabe 1: 2013

Verantwortlich:

Seitenbearbeitungen durch: Dimitri Liebsch, Joerg R.J. Schirra und Zsuzsanna Kondor — (Hinweis)