Affekt und Wahrnehmung: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Glossar der Bildphilosophie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Joerg R.J. Schirra (Diskussion | Beiträge)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Joerg R.J. Schirra (Diskussion | Beiträge)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 14: Zeile 14:
In der philosophischen Affekt&shy;diskus&shy;sion wird Bild&shy;werken neben Rheto&shy;rik, Musik und Dichtung (bzw. Theater) ein wichti&shy;ger Platz zuge&shy;wiesen. Seit der griechi&shy;schen Anti&shy;ke bezieht sich das Nach&shy;denken über Affek&shy;te mit unter&shy;schied&shy;lichen Schwer&shy;punkt&shy;set&shy;zungen auf die Gegen&shy;stände der Dar&shy;stellung, die Struktur des Werks und die sinnlich-&#8203;affekt&shy;aus&shy;lösen&shy;de Wirkungs&shy;kraft ästhe&shy;tischer Formen. Im Zentrum der Diskus&shy;sion stehen die mensch&shy;liche Affekt&shy;natur und die Möglich&shy;keiten einer ästhe&shy;tischen Trans&shy;forma&shy;tion starker Regun&shy;gen mittels künst&shy;leri&shy;scher Re&shy;präsen&shy;tati&shy;onen. Kunst&shy;werken wird zuge&shy;sprochen, durch ihre würdi&shy;ge Form der Affekt&shy;darstel&shy;lung und -auslö&shy;sung dem Indi&shy;viduum eine Anlei&shy;tung zum Umgang mit starken, unver&shy;nünfti&shy;gen Regun&shy;gen zu geben. Als affekt&shy;regu&shy;lierend werden in der Nach&shy;folge von Aristo&shy;teles’ «Poetik» die Er&shy;lebnis&shy;quali&shy;täten eines Kunst&shy;werks verstan&shy;den, das starke Affekt&shy;regun&shy;gen ermög&shy;licht, zu ihrer Mäßi&shy;gung anlei&shy;tet und somit den Einzel&shy;nen zu vernunft&shy;gemäßem tugend&shy;haften Handeln hinführt (vgl. <bib id='Aristoteles 1997a'>Aris&shy;tote&shy;les 1997a</bib>, <bib id='Aristoteles 1995b'>Aris&shy;tote&shy;les 1995b</bib>, <bib id='Bernays 1970a'></bib>).
In der philosophischen Affekt&shy;diskus&shy;sion wird Bild&shy;werken neben Rheto&shy;rik, Musik und Dichtung (bzw. Theater) ein wichti&shy;ger Platz zuge&shy;wiesen. Seit der griechi&shy;schen Anti&shy;ke bezieht sich das Nach&shy;denken über Affek&shy;te mit unter&shy;schied&shy;lichen Schwer&shy;punkt&shy;set&shy;zungen auf die Gegen&shy;stände der Dar&shy;stellung, die Struktur des Werks und die sinnlich-&#8203;affekt&shy;aus&shy;lösen&shy;de Wirkungs&shy;kraft ästhe&shy;tischer Formen. Im Zentrum der Diskus&shy;sion stehen die mensch&shy;liche Affekt&shy;natur und die Möglich&shy;keiten einer ästhe&shy;tischen Trans&shy;forma&shy;tion starker Regun&shy;gen mittels künst&shy;leri&shy;scher Re&shy;präsen&shy;tati&shy;onen. Kunst&shy;werken wird zuge&shy;sprochen, durch ihre würdi&shy;ge Form der Affekt&shy;darstel&shy;lung und -auslö&shy;sung dem Indi&shy;viduum eine Anlei&shy;tung zum Umgang mit starken, unver&shy;nünfti&shy;gen Regun&shy;gen zu geben. Als affekt&shy;regu&shy;lierend werden in der Nach&shy;folge von Aristo&shy;teles’ «Poetik» die Er&shy;lebnis&shy;quali&shy;täten eines Kunst&shy;werks verstan&shy;den, das starke Affekt&shy;regun&shy;gen ermög&shy;licht, zu ihrer Mäßi&shy;gung anlei&shy;tet und somit den Einzel&shy;nen zu vernunft&shy;gemäßem tugend&shy;haften Handeln hinführt (vgl. <bib id='Aristoteles 1997a'>Aris&shy;tote&shy;les 1997a</bib>, <bib id='Aristoteles 1995b'>Aris&shy;tote&shy;les 1995b</bib>, <bib id='Bernays 1970a'></bib>).
:
:
Seit Mitte des 18. Jahrhunderts werden in ästhetischen Debatten Affekte als in Sinnes&shy;ein&shy;drücken begrün&shy;dete, von Lust oder Un&shy;lust beglei&shy;tete, kurz&shy;zeitige Gemüts&shy;bewe&shy;gungen erörtert. Die Ver&shy;wendung des Aus&shy;drucks ‘Affekt’ sowie des häufig synonym verwendeten Aus&shy;drucks ‘Empfindung’ für eine unmittel&shy;bare und zeitlich begrenzte Erlebnis&shy;qualität geben dabei eine Bedeutungs&shy;differen&shy;zierung gegenüber länger anhal&shy;tenden, habituellen Strebungen (›Neigung‹, ›Begierde‹ oder ›Leiden&shy;schaften‹) zu erkennen (vgl. <bib id='Lanz 1971a'></bib>: Sp. 94ff.).
Seit Mitte des 18. Jahrhunderts werden in ästhe&shy;tischen Debat&shy;ten Affek&shy;te als in Sinnes&shy;ein&shy;drücken begrün&shy;dete, von Lust oder Un&shy;lust beglei&shy;tete, kurz&shy;zeiti&shy;ge Gemüts&shy;bewe&shy;gungen erör&shy;tert. Die Ver&shy;wendung des Aus&shy;drucks ‘Affekt’ sowie des häufig syno&shy;nym verwen&shy;deten Aus&shy;drucks ‘Empfin&shy;dung’ für eine un&shy;mittel&shy;bare und zeitlich begrenz&shy;te Er&shy;lebnis&shy;quali&shy;tät geben dabei eine Be&shy;deutungs&shy;diffe&shy;ren&shy;zierung gegen&shy;über länger anhal&shy;tenden, habi&shy;tuellen Strebun&shy;gen (›Neigung‹, ›Begier&shy;de‹ oder ›Leiden&shy;schaften‹) zu erken&shy;nen (vgl. <bib id='Lanz 1971a'></bib>: Sp. 94ff.).
:
:
In der philosophischen Ästhetik – ebenso in psycho&shy;logisch fundierten Kunst&shy;theorien – findet sich keine ein&shy;heit&shy;liche Bestimmung von ›Affekt‹, die einen spezifischen Bereich der subjek&shy;tiven Wahr&shy;nehmung von seelischen und/oder körper&shy;lichen Zustands&shy;verände&shy;rungen gegen&shy;über den weiter gefassten Begriffen »Gefühl« oder »Stimmung« ein&shy;deutig abgrenzen würde. Eine systema&shy;tische Begrün&shy;dung und präzise Funktion erhält der Affekt&shy;begriff dem&shy;gegen&shy;über in der Psycho&shy;analyse: Er bezeichnet die unwill&shy;kürliche, starke gefühls&shy;mäßige und/oder körper&shy;liche Reaktion eines Subjekts, die einen qualitativen Gehalt aufweist und nicht not&shy;wendig an eine bewusste Repräsen&shy;tanz und ein bewusstes Erleben in Form einer Ein&shy;drücke reflek&shy;tierenden Selbst&shy;wahr&shy;nehmung geknüpft ist (vgl. <bib id='Freud 1946a'></bib>, <bib id='Freud 1946b'></bib>, <bib id='Laplanche & Pontalis 1973a'></bib>).
In der philosophischen Ästhetik – ebenso in psycho&shy;logisch fundier&shy;ten Kunst&shy;theorien – findet sich keine ein&shy;heit&shy;liche Bestim&shy;mung von »Affekt«, die einen spezi&shy;fischen Bereich der subjek&shy;tiven Wahr&shy;nehmung von seeli&shy;schen und/&#8203;oder körper&shy;lichen Zustands&shy;verände&shy;rungen gegen&shy;über den weiter gefass&shy;ten Begrif&shy;fen »Gefühl« oder »Stimmung« ein&shy;deutig abgren&shy;zen würde. Eine sys&shy;tema&shy;tische Begrün&shy;dung und präzi&shy;se Funktion erhält der Affekt&shy;begriff dem&shy;gegen&shy;über in der Psycho&shy;ana&shy;lyse: Er bezeich&shy;net die unwill&shy;kürli&shy;che, starke gefühls&shy;mäßi&shy;ge und/&#8203;oder körper&shy;liche Reaktion eines Subjekts, die einen quali&shy;tativen Gehalt aufweist und nicht not&shy;wendig an eine bewuss&shy;te Re&shy;präsen&shy;tanz und ein bewuss&shy;tes Erle&shy;ben in Form einer Ein&shy;drücke reflek&shy;tieren&shy;den Selbst&shy;wahr&shy;nehmung geknüpft ist (vgl. <bib id='Freud 1946a'></bib>, <bib id='Freud 1946b'></bib>, <bib id='Laplanche & Pontalis 1973a'>La&shy;planche & Ponta&shy;lis 1973a</bib>).
:
:
Seit den 1960er Jahren setzte sich, vor allem in der analy&shy;tischen Philo&shy;sophie, die termino&shy;logische Unter&shy;scheidung von Affekten und Emotionen durch. In gegen&shy;wärtigen Theorien werden Emotionen als bewusste inten&shy;tionale Relation zwischen einem Indi&shy;viduum und einem Gegen&shy;stand in der Welt definiert, aufgrund derer der Gegen&shy;stand als in bestimmter Weise seiend repräsen&shy;tiert wird (vgl. <bib id='Döring 2009a'></bib>, <bib id='Goldie 2010a'></bib>). Wegen ihres evaluativ-repräsenta&shy;tionalen Inhalts können Emotionen einem Subjekt Wissen über die Welt vermitteln, da sie erlebte Zustände und Hand&shy;lungen rational werden lassen (bspw. in Form von Wert&shy;urteilen). Emotionen werden als komplex strukturierte, in ihrer Qualität und ihrer lebens&shy;weltlichen Bedeutung (mit&shy;unter nach&shy;träglich) reflektierte emotionale Zustände aufgefasst. Die Bezeich&shy;nung ‘Emo&shy;tionen’ deutet somit auf die kognitive und praktische Relevanz nicht&shy;reflexiv oder reflexiv bewusster Gefühls&shy;zustände.<ref>Im An&shy;schluss an Jean-&#8203;Paul Sartre unter&shy;scheidet Peter Goldie im inten&shy;tionalen emo&shy;tionalen Er&shy;leben die Formen des nicht&shy;reflexiven (''non&shy;reflective'') und des reflexiven Bewusst&shy;seins (''reflective conscious&shy;ness''). Vgl. <bib id='Goldie 2000a'></bib>: S. 58ff., sowie <bib id='Sartre 1994a'></bib>.</ref> Gegen&shy;über der kulturell, bio&shy;graphisch und narrativ ausge&shy;prägten, episte&shy;mischen Struktur von Emotionen werden Affekte als weniger differen&shy;zierte, spontane, kurz&shy;zeitige Regungen mit einem passivie&shy;renden Moment aufge&shy;fasst.
Seit den 1960er Jahren setzte sich, vor allem in der ana&shy;ly&shy;tischen Philo&shy;sophie, die ter&shy;mino&shy;logi&shy;sche Unter&shy;scheidung von Affek&shy;ten und Emo&shy;tionen durch. In gegen&shy;wärti&shy;gen Theorien werden Emo&shy;tionen als bewuss&shy;te inten&shy;tiona&shy;le Rela&shy;tion zwischen einem Indi&shy;viduum und einem Gegen&shy;stand in der Welt defi&shy;niert, aufgrund derer der Gegen&shy;stand als in bestimm&shy;ter Weise seiend re&shy;präsen&shy;tiert wird (vgl. <bib id='Döring 2009a'></bib>, <bib id='Goldie 2010a'></bib>). Wegen ihres eva&shy;luativ-&#8203;reprä&shy;senta&shy;tiona&shy;len Inhalts können Emo&shy;tionen einem Subjekt Wissen über die Welt vermit&shy;teln, da sie erleb&shy;te Zustän&shy;de und Hand&shy;lungen rational werden lassen (bspw. in Form von Wert&shy;urtei&shy;len). Emo&shy;tionen werden als komplex struktu&shy;rierte, in ihrer Quali&shy;tät und ihrer lebens&shy;weltli&shy;chen Bedeu&shy;tung (mit&shy;unter nach&shy;träglich) reflek&shy;tierte emo&shy;tiona&shy;le Zustän&shy;de aufge&shy;fasst. Die Bezeich&shy;nung ‘Emo&shy;tionen’ deutet somit auf die kogni&shy;tive und prakti&shy;sche Rele&shy;vanz nicht&shy;refle&shy;xiv oder refle&shy;xiv bewuss&shy;ter Gefühls&shy;zustän&shy;de.<ref>Im An&shy;schluss an Jean-&#8203;Paul Sar&shy;tre un&shy;ter&shy;schei&shy;det Pe&shy;ter Gol&shy;die im in&shy;ten&shy;ti&shy;o&shy;na&shy;len emo&shy;ti&shy;o&shy;na&shy;len Er&shy;le&shy;ben die For&shy;men des nicht&shy;re&shy;fle&shy;xi&shy;ven (''non&shy;re&shy;flec&shy;tive'') und des re&shy;fle&shy;xi&shy;ven Be&shy;wusst&shy;seins (''re&shy;flec&shy;tive con&shy;scious&shy;ness''). Vgl. <bib id='Goldie 2000a'>Gol&shy;die 2000a</bib>: S. 58ff., so&shy;wie <bib id='Sartre 1994a'>Sar&shy;tre 1994a</bib>.</ref> Gegen&shy;über der kultu&shy;rell, bio&shy;graphisch und narra&shy;tiv ausge&shy;prägten, episte&shy;mischen Struktur von Emo&shy;tionen werden Affek&shy;te als weni&shy;ger dif&shy;feren&shy;zierte, sponta&shy;ne, kurz&shy;zeiti&shy;ge Regun&shy;gen mit einem pas&shy;sivie&shy;renden Moment aufge&shy;fasst.
:
:



Version vom 29. Dezember 2013, 17:44 Uhr

Unterpunkt zu: Bildwahrnehmung


Die Rolle der Affekte in der Poetik und Kunst­theorie

In der philosophischen Affekt­diskus­sion wird Bild­werken neben Rheto­rik, Musik und Dichtung (bzw. Theater) ein wichti­ger Platz zuge­wiesen. Seit der griechi­schen Anti­ke bezieht sich das Nach­denken über Affek­te mit unter­schied­lichen Schwer­punkt­set­zungen auf die Gegen­stände der Dar­stellung, die Struktur des Werks und die sinnlich-​affekt­aus­lösen­de Wirkungs­kraft ästhe­tischer Formen. Im Zentrum der Diskus­sion stehen die mensch­liche Affekt­natur und die Möglich­keiten einer ästhe­tischen Trans­forma­tion starker Regun­gen mittels künst­leri­scher Re­präsen­tati­onen. Kunst­werken wird zuge­sprochen, durch ihre würdi­ge Form der Affekt­darstel­lung und -auslö­sung dem Indi­viduum eine Anlei­tung zum Umgang mit starken, unver­nünfti­gen Regun­gen zu geben. Als affekt­regu­lierend werden in der Nach­folge von Aristo­teles’ «Poetik» die Er­lebnis­quali­täten eines Kunst­werks verstan­den, das starke Affekt­regun­gen ermög­licht, zu ihrer Mäßi­gung anlei­tet und somit den Einzel­nen zu vernunft­gemäßem tugend­haften Handeln hinführt (vgl. [Aristoteles 1997a]Aristoteles (1997): Poetik. Griechisch/​Deutsch. Reclam, Stuttgart.
Nicht angezeigt: Übers. und Hrsg.: Manfred Fuhrmann
, [Aristoteles 1995b]Aristoteles (1995): Nikomachische Ethik. WBG, Darmstadt.
Nicht angezeigt: Philosophische Schriften 3; Übers.: Eugen Rolfes
, [Bernays 1970a]Bernays, Jacob (1970): Grundzüge der verlorenen Abhandlung des Aristoteles über Wirkung der Tragödie. Hildesheim.
).

Seit Mitte des 18. Jahrhunderts werden in ästhe­tischen Debat­ten Affek­te als in Sinnes­ein­drücken begrün­dete, von Lust oder Un­lust beglei­tete, kurz­zeiti­ge Gemüts­bewe­gungen erör­tert. Die Ver­wendung des Aus­drucks ‘Affekt’ sowie des häufig syno­nym verwen­deten Aus­drucks ‘Empfin­dung’ für eine un­mittel­bare und zeitlich begrenz­te Er­lebnis­quali­tät geben dabei eine Be­deutungs­diffe­ren­zierung gegen­über länger anhal­tenden, habi­tuellen Strebun­gen (›Neigung‹, ›Begier­de‹ oder ›Leiden­schaften‹) zu erken­nen (vgl. [Lanz 1971a]Lanz, Jakob (1971): Affekt. In: Ritter, J. (Hg.), Historisches Wörterbuch der Philosophie. Schwabe, Basel.
: Sp. 94ff.).

In der philosophischen Ästhetik – ebenso in psycho­logisch fundier­ten Kunst­theorien – findet sich keine ein­heit­liche Bestim­mung von »Affekt«, die einen spezi­fischen Bereich der subjek­tiven Wahr­nehmung von seeli­schen und/​oder körper­lichen Zustands­verände­rungen gegen­über den weiter gefass­ten Begrif­fen »Gefühl« oder »Stimmung« ein­deutig abgren­zen würde. Eine sys­tema­tische Begrün­dung und präzi­se Funktion erhält der Affekt­begriff dem­gegen­über in der Psycho­ana­lyse: Er bezeich­net die unwill­kürli­che, starke gefühls­mäßi­ge und/​oder körper­liche Reaktion eines Subjekts, die einen quali­tativen Gehalt aufweist und nicht not­wendig an eine bewuss­te Re­präsen­tanz und ein bewuss­tes Erle­ben in Form einer Ein­drücke reflek­tieren­den Selbst­wahr­nehmung geknüpft ist (vgl. [Freud 1946a]Freud, Sigmund (1946): Die Verdrängung. In: Gesammelte Werke, Bd. 10. Imago, London.
, [Freud 1946b]Freud, Sigmund (1946): Das Unbewußte. In: Gesammelte Werke, Bd. 10. Imago, London.
, [Laplanche & Pontalis 1973a]Laplanche, Jean & Pontalis, Jean-Bertrand (1971): Affekt. In: Laplanche, J. & Pontalis, J. (Hg.), Das Vokabular der Psychoanalyse. Suhrkamp, Frankfurt/M.
).

Seit den 1960er Jahren setzte sich, vor allem in der ana­ly­tischen Philo­sophie, die ter­mino­logi­sche Unter­scheidung von Affek­ten und Emo­tionen durch. In gegen­wärti­gen Theorien werden Emo­tionen als bewuss­te inten­tiona­le Rela­tion zwischen einem Indi­viduum und einem Gegen­stand in der Welt defi­niert, aufgrund derer der Gegen­stand als in bestimm­ter Weise seiend re­präsen­tiert wird (vgl. [Döring 2009a]Döring, Sabine (2009): Einleitung. In: Döring, S. (Hg.), Philosophie der Gefühle. Suhrkamp, Frankfurt/M.
, [Goldie 2010a]Goldie, Peter (Hg.) (2010): The Oxford Handbook of Philosophy of Emotion. Oxford University Press, Oxford.
). Wegen ihres eva­luativ-​reprä­senta­tiona­len Inhalts können Emo­tionen einem Subjekt Wissen über die Welt vermit­teln, da sie erleb­te Zustän­de und Hand­lungen rational werden lassen (bspw. in Form von Wert­urtei­len). Emo­tionen werden als komplex struktu­rierte, in ihrer Quali­tät und ihrer lebens­weltli­chen Bedeu­tung (mit­unter nach­träglich) reflek­tierte emo­tiona­le Zustän­de aufge­fasst. Die Bezeich­nung ‘Emo­tionen’ deutet somit auf die kogni­tive und prakti­sche Rele­vanz nicht­refle­xiv oder refle­xiv bewuss­ter Gefühls­zustän­de.[1] Gegen­über der kultu­rell, bio­graphisch und narra­tiv ausge­prägten, episte­mischen Struktur von Emo­tionen werden Affek­te als weni­ger dif­feren­zierte, sponta­ne, kurz­zeiti­ge Regun­gen mit einem pas­sivie­renden Moment aufge­fasst.


Affekte in der Bildwahrnehmung und emotional-evaluative Ein­stellungen zum Bild

Affektive Bildwahrnehmung bezeichnet eine starke oder über­wälti­gende, augen­blick­liche emotionale Erregung eines Individuums im Prozess der sinn­lichen und Bedeutung bildenden Er­schließung von Bild­werken oder bild­lich strukturierten Dar­stellungs­räumen. Systematische Beiträge zur affek­tiven Komponente der Wahr­nehmung finden sich vor allem in ästhetischen und phänomeno­logischen Bild­theorien. Diese fassen die Wahr­nehmung als dynamische Struktur auf und kenn­zeichnen sie als einen sowohl reak­tiven als auch produk­tiv-realisie­renden Voll­zug zwischen wahr­nehmendem Subjekt und den sicht­baren Aspekten des Objekts (des Bildes). Bilder können in ihrer materiell-ding­lichen und formalen Struktur vom Betrachter als Aus­löser und Gegen­stand einer unwill­kürlich auftretenden, spezifischen Gestimmt­heit erfahren werden. Für das Betrachter-Subjekt nimmt damit der Zu­gang zum bild­lich Sicht­baren im Wesent­lichen die Form einer Selbst­wahrnehmung unmittel­barer Empfin­dungen an. Empfin­dungen umfassen dabei die momen­tane Erlebnis­qualität sinn­licher Ein­drücke sowie die sie beglei­tenden Gefühls­zustände bzw. emotional bewegenden Vorstellungen.

In der ersten Einleitung zur «Kritik der Urteils­kraft» führt Immanuel Kant eine Empfindung, „die mit dem Gefühle der Lust und Unlust unmittel­bar verbunden ist“ ([Kant 1977a]Kant, Immanuel (1977): Kritik der Urteilskraft. Suhrkamp, Frankfurt/M.
Nicht angezeigt: Werkvolume Band X, hrsg. von Wilhelm Weischedel
: S. 37), als möglichen Bestimmungs­grund eines ästhetischen Urteils an. Doch grenzt Kant in seiner weiteren Analyse die ästhetisch-reflek­tierende Urteils­kraft vom unmittel­bar durch das Dasein des Gegen­standes veran­lassten Sinnes­urteil deutlich ab (vgl. [Kant 1977a]Kant, Immanuel (1977): Kritik der Urteilskraft. Suhrkamp, Frankfurt/M.
Nicht angezeigt: Werkvolume Band X, hrsg. von Wilhelm Weischedel
: S. 37ff.). Den in Lust und Unlust begründeten Empfin­dungen, beispiels­weise dem Reiz der Farben oder Töne, spricht Kant die Möglich­keit zu, die Anschau­lichkeit der Form zu erhöhen und „die Vorstellung [zu] beleben, indem sie die Aufmerk­samkeit auf den Gegen­stand selbst erwecken und erhalten“ ([Kant 1977a]Kant, Immanuel (1977): Kritik der Urteilskraft. Suhrkamp, Frankfurt/M.
Nicht angezeigt: Werkvolume Band X, hrsg. von Wilhelm Weischedel
: S. 142). Am Beispiel der Malerei, Musik und Zeich­nung verdeut­licht Kant, wie die Empfindung in der ästhetischen Anschauung die aufmerk­same Hinwen­dung zum Werk zu motivieren vermag. In Reiz und Rührung begründete Geschmacks­urteile können als bloß subjek­tive Eindrücke jedoch nicht die Allgemein­gültigkeit bean­spruchen, die notwendig für die Struktur des ästhetischen Urteils ist (vgl. [Kant 1977a]Kant, Immanuel (1977): Kritik der Urteilskraft. Suhrkamp, Frankfurt/M.
Nicht angezeigt: Werkvolume Band X, hrsg. von Wilhelm Weischedel
: S. 138ff.).[2]

Gegenüber der affektkritischen Ausrichtung von Kants Analyse der ästhe­tischen Urteils­kraft zeichnet sich in Beiträgen zur Kunst­theorie seit dem späten 19. Jahr­hundert eine Neube­wertung der subjek­tiven (physischen und psychischen) Komponenten der Bild­wahr­nehmung ab.[3] Diese bezieht sich sowohl auf die bild­nerische Erfin­dung als auch auf die Verfasst­heit der erschließend konstruie­renden Anschauung. Ins Zentrum der Aufmerk­samkeit rücken damit Erkenntnis­prozesse, die von sicht­baren Ausdrucks­formen ihren Ausgang nehmen. In diesem Sinne arbeitet Konrad Fiedler gegen Kants Trennung von Anschauung und Begriff an der theore­tischen Begrün­dung einer Erkenntnis­form im Sicht­baren. Fiedler bestimmt die künstlerische Tätig­keit (des Malers und Bild­hauers) als Voll­zug, der die unbewussten Gestaltungs­vorgänge, auf­grund derer Empfindungen zu Wahr­nehmungen werden, zur Sicht­barkeit zu bringen vermag (vgl. [Fiedler 1991a]Fiedler, Konrad (1991): Schriften zur Kunst. Fink, München.
Notiz: 2 Bd.
Nicht angezeigt: hrsg. von G. Boehm
).[4] Die Arbeit des Künstlers über­trägt dessen vor­begriff­liche, anschauliche Ausdrucks­beziehung zur Natur in das unab­schließ­bare Spiel eines selbst­bezüglichen und sich differen­zierenden visuellen Sinns (vgl. [Fiedler 1991b]Fiedler, Konrad (1991): Über den Ursprung der künstlerischen Tätigkeit. In: Boehm, G. (Hg.), Schriften zur Kunst. Fink, München.
Notiz: Bd. 1
: S. 173ff.). Den Wahrnehmungs­vorgang konzipiert Fiedler als Ausdrucks­bewegung des Sehenden in seiner jeweils bestimmten Verfassung. Im Vollzug der Wahr­nehmung führt die künstle­rische Form den Betrachter aus dem „unent­wickelten, verdunkelten Zustand“ ([Fiedler 1991c]Fiedler, Konrad (1991): Aphorismen. In: Boehm, G. (Hg.), Schriften zur Kunst. Fink, München.
Notiz: Bd. 2
: S. 48), des alltäg­lichen anschau­lichen Bewusst­seins zu Erkennt­nissen in Form unab­lässig fort­schreiten­der, sicht­barer Wirklich­keitsbe­zeichnungen (vgl. [Fiedler 1991d]Fiedler, Konrad (1991): Zur neueren Kunsttheorie. In: Boehm, G. (Hg.), Schriften zur Kunst. Fink, München.
Notiz: Bd. 2
: S. 262). Für die Ein­schätzung der Affekte ist relevant, dass Fiedler in Erwiderung auf Kants «Kritik der Urteils­kraft» auch Erkennt­nissen zuschreibt, Lust­empfin­dungen erregen zu können (vgl. [Fiedler 1991d]Fiedler, Konrad (1991): Zur neueren Kunsttheorie. In: Boehm, G. (Hg.), Schriften zur Kunst. Fink, München.
Notiz: Bd. 2
: S. 265).

Ernst Cassirer untersucht in der «Philosophie der symbo­lischen Formen» die Wirk­lichkeit des Menschen in der Kultur als Gesamt­heit der viel­fältigen, werk­haften Vermitt­lungen und aller möglichen Weisen, durch Akte der Symboli­sierung Sinn zu erzeugen.[5] Bilder und Zeichen fasst Cassirer als sinn­liche erlebte Aus­drucks­bewe­gung und als darin sinn­tragende Vermitt­lung eines Geistigen (vgl. [Cassirer 2009a]Cassirer, Ernst (2009): Der Begriff der symbolischen Form im Aufbau der Geisteswissenschaften. In: Schriften zur Philosophie der symbolischen Formen. Meiner, Hamburg.
Nicht angezeigt: hrsg. von M. Lauschke
). Als symbolische Formen ermög­lichen sie dem Betrachter vor aller begriff­lichen Abstraktion ein Wahr­nehmen von Sinn auf der Ebene des Affekt- und Vor­stellungs­lebens.[6] So schreibt Cassirer über das Wahr­nehmungs­erlebnis im Optischen:

Seine reine Sicht­barkeit ist niemals außer­halb einer bestimm­ten Form der Sicht und unab­hängig von ihr zu denken; es ist als sinn­liches Erleb­nis immer schon Träger eines Sinnes und steht gewisser­maßen im Dienste des­selben. Aber eben hierin kann es nun sehr verschiedene Funktionen erfüllen und kraft ihrer sehr verschiedene Sinn­welten vor­stellig machen. ([Cassirer 2010a]Cassirer, Ernst (2010): Philosophie der symbolischen Formen. Dritter Teil: Phänomenologie der Erkenntnis. Meiner, Hamburg.
Nicht angezeigt: hrsg. von B. Recki
: S. 228).

Neben dem „reinen Ausdrucks­sinn“ können für den Betrachter eines Bild­werkes die zeichne­rische Gestaltung, die räum­liche Bestimmt­heit als Aus­prägung einer Stimmung und Gestal­tung einer inneren Bewegt­heit, eine geo­metrisch-gesetz­mäßige Figur o.Ä. hervortreten (vgl. [Cassirer 2010a]Cassirer, Ernst (2010): Philosophie der symbolischen Formen. Dritter Teil: Phänomenologie der Erkenntnis. Meiner, Hamburg.
Nicht angezeigt: hrsg. von B. Recki
: S. 228f.) Mit Cassirers Über­legungen lässt sich die Beson­derheit bild­lichen Aus­drucks­vermö­gens heraus­stellen, da sie die semiotische Verweis­struktur (eines sicht­baren Bild­objekts als anschau­liche Darstellung von etwas Abwe­sendem) zurück­stellen. Für Cassirer liegen die Symbol­tätig­keit und die ausge­prägten Sinn­perspek­tiven in der formal-verdeut­lichen­den Sinn­lich­keit der Bilder und der affek­tiven, vor­begriff­lichen Komponente der Wahr­nehmung begründet.

Den Beiträgen zu einer phänomeno­logischen Erklärung des Bildes / der Bild­betrachtung ist die grund­legende Unter­scheidung zwischen dem materiellen Bild­träger und dem imagi­närem Bild­objekt (oder: Bild­gegen­stand) gemein­sam.[7] In seiner Schrift «Das Imaginäre» grenzt Jean-Paul Sartre den Bewusst­seins­akt der Ein­bildung, der etwas als irreales Bild­objekt (als Vor­stellung, image mentale) erscheinen lässt, strikt von der Wahr­nehmung ab – denn die Wahr­nehmung setzt ihr Objekt als ein in Raum und Zeit anwesend Existie­rendes.[8] Die Vor­stellung situiert Sartre auf einer mittleren Position zwischen Wahr­nehmung und Wissen (in Form begriff­licher Reflexion). Die Grund­struktur der Vor­stellung erläutert Sartre u.a. am Beispiel affektiver Bewusst­seins­formen, die irreale Objekte setzen (vgl. [Sartre 1994b]Sartre, Jean-Paul (1994): Das Imaginäre. Phänomenologische Psychologie der Einbildungskraft (1940). Rowohlt, Reinbek.
Nicht angezeigt: Gesammelte Werke. Philosophische Schriften I-2, hrsg. von V. von Wroblewsky
: S. 113ff.). Affektive Bewusst­seins­formen haben einen reprä­senta­tionalen Gehalt und weisen spezielle Inten­tiona­litäten auf. Auftre­tende Empfin­dungen, die vor einem begriff­lichen Erkennen liegen, treiben die aktiven und spontanen Konstruk­tionen der Ein­bildungs­kraft an, die in Form des Begeh­rens wirk­sam werden. Das Begehren ist

ein blindes Bemühen, auf der repräsen­tativen Ebene zu besitzen, was mir auf der affek­tiven Ebene schon gegeben ist; durch die affek­tive Syn­these hindurch visiert es ein Jenseits an, das es vor­empfindet, ohne es erkennen zu können; es richtet sich auf das affektive Etwas, das ihm gegen­wärtig gegeben ist, und erfaßt es als Repräsen­tanten des Begehrten. So ist die Struktur eines affektiven Be­gehrens­bewußt­seins schon die eines vor­stellenden Bewußt­seins, da ja, wie in der Vor­stellung, eine gegen­wärtige Syn­these als Substitut einer repräsen­tativen abwesenden Synthese dient. ([Sartre 1994b]Sartre, Jean-Paul (1994): Das Imaginäre. Phänomenologische Psychologie der Einbildungskraft (1940). Rowohlt, Reinbek.
Nicht angezeigt: Gesammelte Werke. Philosophische Schriften I-2, hrsg. von V. von Wroblewsky
: S. 119)

Affektive Bewusstseins­formen geben sich daher – so wie Vor­stellungen ins­gesamt – in bestimm­ter Hin­sicht wie die Wahr­nehmung und in anderer Hin­sicht wie die logisch-begriff­liche Erkenntnis.

Mit Blick auf Maurice Merleau-Pontys «Phänomeno­logie der Wahr­nehmung» und seine in Auf­sätzen in Aus­einan­der­set­zung mit Gemälden und dem Film formulierte Bild­theorie lässt sich eine leib­lich-affek­tive Komponente der Wahr­nehmung näher bestimmen (vgl. [Merleau-Ponty 1961a]Merleau-Ponty, Maurice (1961): Das Auge und der Geist. Philo­sophi­sche Essays. Meiner, Hamburg.
Nicht angezeigt: neu bearbeitet, kommentiert und mit einer Einleitung versehen von Ch. Bermes (2003)
, [Merleau-Ponty 1994a]Merleau-Ponty, Maurice (1994): Der Zweifel Cézannes (1948). In: Boehm, G. (Hg.), Was ist ein Bild?. Fink, München.
, [Merleau-Ponty 2006a]Merleau-Ponty, Maurice (2006): Das Kino und die neue Psychologie (1947). In: Liebsch, D. (Hg.), Philosophie des Films. Mentis, Paderborn.
). In Merleau-Pontys Konzep­tion geben sich die un­hinter­geh­baren, der Wahr­nehmung immanenten Strukturen in der Erfah­rung des existie­renden Leibes zu erkennen, dem sich jede Wahr­nehmung präsentiert. Der Leib organisiert das perzeptive Feld in Abhängig­keit von einem inten­tionalen Bewusst­sein und gibt in seiner Begeg­nung mit der Welt den Gegen­ständen Gestalt und Sinn:

Mein Leib ist nicht einfach ein Gegen­stand unter all den anderen Gegen­ständen, ein Komplex von Sinnes­qualitäten unter anderen, er ist ein für alle anderen Gegen­stände empfind­licher Gegen­stand, der allen Tönen ihre Resonanz gibt, mit allen Farben mit­schwingt und allen Worten durch die Art und Weise, in der er sie aufnimmt, ihre ursprüng­liche Bedeutung verleiht.“ ([Merleau-Ponty 1966a]Merleau-Ponty, Maurice (1966): Phänomenologie der Wahrnehmung (1945). Walter de Gruyter, Berlin.
Nicht angezeigt: aus dem Französischen übersetzt und eingeführt durch eine Vorrede von Boehm, R.
: S. 276)

Innerhalb seines Modells setzt Merleau-Ponty Empfin­dungen und Affekte nicht als der Wahr­nehmung vor­gängige, äußere Reize an, sondern als dem Bewusst­sein in der Reflexion als evident gegebene Phäno­mene (vgl. [Merleau-Ponty 1966a]Merleau-Ponty, Maurice (1966): Phänomenologie der Wahrnehmung (1945). Walter de Gruyter, Berlin.
Nicht angezeigt: aus dem Französischen übersetzt und eingeführt durch eine Vorrede von Boehm, R.
: S. 59ff.). Komplexe und länger anhaltende Gefühle wie beispiels­weise Liebe können den Bezug zu uns selbst und zur Welt begründen. Sie können somit existen­zielle Bedeutung gewinnen für unser inten­tionales Engagement in der Welt (vgl. [Merleau-Ponty 1966a]Merleau-Ponty, Maurice (1966): Phänomenologie der Wahrnehmung (1945). Walter de Gruyter, Berlin.
Nicht angezeigt: aus dem Französischen übersetzt und eingeführt durch eine Vorrede von Boehm, R.
: S. 430ff.). Mit Merleau-Pontys Über­legungen lässt sich ein Argument dafür gewinnen, dass Bilder selbst zur Erkenn­tnis über die Rolle der Affekte in der Wahr­nehmung beitragen. Merleau-Ponty nimmt eine enge Verbin­dung zwischen dem leiblichen Sehen und der sicht­baren Wirk­lich­keit erfun­dener bild­licher Formen an. Vor diesem Hinter­grund ist Bild­theorie als sprach­lich-begriff­licher Nach­voll­zug der mit Bildern selbst gege­benen phäno­meno­logischen Erfor­schung des Sehens und der Sicht­bar­keit zu verstehen (vgl. [Merleau-Ponty 1961a]Merleau-Ponty, Maurice (1961): Das Auge und der Geist. Philo­sophi­sche Essays. Meiner, Hamburg.
Nicht angezeigt: neu bearbeitet, kommentiert und mit einer Einleitung versehen von Ch. Bermes (2003)
).[9]

Für gegenwärtige Diskussionen erweist sich Merleau-Pontys phäno­meno­logischer Zugang als instruktiv, weil er die leib­liche Erfahrung des Sehens als ein rezi­prokes Geschehen zwischen Blick und Gesehenem vorstellt. Gemäß dieser Dar­legung ist das Wahr­nehmen von Bildern gleicher­maßen aktiv (imagi­nativ-konstruie­rend) und passiv (rezeptiv).[10]

In der jüngeren bildtheoretischen Forschung entzündete sich eine ausge­dehnte Debatte über affek­tive Wirkungs­formen und ihre Relevanz für den Status von Bildern. Bezogen auf Wahr­nehmungs­theorien, auf Gebrauchs­weisen sowie auf technische Verfahren der Ein­setzung und Verbrei­tung von Bildern wurde die Verteilung von (bzw. Dynamik zwischen) Aktivität und Passivität im Verhältnis von Bild und Betrachter vermehrt diskutiert. Die unter­schied­lichen Forschungs­positionen und Argumen­tations­gänge lassen sich dabei zwei leitenden, mitein­ander verknüpften Fragen zuordnen: Erstens wenden sich Unter­suchungen zur Refle­xion des Bildes bzw. „Bewußt­werdung des Bildes als Bild“ ([Stoichita 1998a]Stoichita, Victor I. (1998): Das selbstbewusste Bild. Vom Ursprung der Metamalerei. Fink, München.
: S. 110) den im gestal­teten formalen Gefüge des Bildes angelegten, im Verhältnis zum Betrachter wirksam werdenden Akt­qualitäten zu. Dabei wurde – zum Teil in differen­zierender Aus­einan­derset­zung mit Sprech­akt­theorien – die mit der Form gegebene Kraft des Bildes als Blick­wendung, Bild­handeln oder Bild­akt näher bestimmt (vgl. [Didi-Huberman 1999a]Didi-Huberman, Georges (1999): Was wir sehen blickt uns an. Zur Metapsychologie des Bildes. Fink, München.
, [Dubois 1998a]Dubois, Philippe (1998): Der fotografische Akt. Versuch über ein theoretisches Dispositiv. Verlag der Kunst, Dresden, Amsterdam.
, [Bredekamp 2010a]Bredekamp, Horst (2010): Theorie des Bildakts. Frankfurter Adorno-Vorlesungen 2007. Suhrkamp, Frankfurt/M.
). Die kommunikative Funktion von Bildern erfährt eine stärkere Betonung in [Sachs-Hombach 2003a]Sachs-Hombach, Klaus (2003): Das Bild als kommu­nika­tives Medium. Ele­mente einer allge­meinen Bild­wissen­schaft. Halem, Köln.
oder [Seja 2009a]Seja, Silvia (2009): Handlungstheorien des Bildes. Halem, Köln.
. ‘Bildakt’ bezeichnet dabei nach Horst Brede­kamp „eine Wirkung auf das Empfinden, Denken und Handeln […], die aus der Kraft des Bildes und der Wechsel­wirkung mit dem betrach­tenden, berührenden und auch hörenden Gegen­über entsteht“ ([Bredekamp 2010a]Bredekamp, Horst (2010): Theorie des Bildakts. Frankfurter Adorno-Vorlesungen 2007. Suhrkamp, Frankfurt/M.
: S. 52). Heraus­gestellt wurde an bild­lichen Formen ihr Vermögen, eigen­sinnig wahr­nehmungs­bezogene Erfah­rungen zu erzeugen. Verstärkte Auf­merk­sam­keit erhielt damit auch die Relati­onalität von Bild und Betrachter als wirk­mächtige Kraft und Fundierung eines pathischen, den Betrachter passi­vierenden Wahr­nehmungs­geschehens (vgl. bspw. [Boehm & Mersmann & Spies 2008a]Boehm, Gottfried; Mersmann, Birgit & Spies, Christian (Hg.) (2008): Movens Bild. Zwischen Evidenz und Affekt. Fink, München.
, [Busch & Därmann 2007a]Busch, Kathrin & Därmann, Iris (Hg.) (2007): pathos. Konturen eines kulturwissenschaftlichen Grundbegriffes. Transcript, Bielefeld.
).

Neben dieser formalen und phäno­meno­logischen Akzen­tuierung verbinden sich Über­legungen zur Affek­tivität der Bild­wahr­nehmung zweitens mit Fragen nach Verwen­dungs­weisen von Bildern und den ihnen eigenen Hand­lungs­dimen­sionen als Agenten oder Akteure. Ange­sprochen sind damit politische oder religiöse Praktiken des Bild­gebrauchs sowie affektive und emotional-evaluative Ein­stellungen, die als Verhalten in Formen der Bild­vereh­rung, der Bild­strafe oder der Bild­zerstö­rung beobacht­bar werden.[11] Vor allem die Arbeiten von William J. Thomas Mitchell zu Personi­fizierung, Ani­mismus und Feti­schismus sowie zur Perso­nalität von Bildern (als Dingen oder Körpern) erweisen sich hier als weit­reichend. Im Zentrum von Mitchells kritischen Inter­ventionen steht ein sub­alternes Modell des Bildes. Das Bild soll in seinen Wünschen bzw. in seinem Begehren zum Sprechen gebracht werden, um in dieser Weise (gewisser­maßen als Subjekt) selbst­mächtig zur Theorie­bildung beizu­tragen (vgl. [Mitchell 2008a]Mitchell, William J. Thomas (2008): Bildtheorie. Suhrkamp, Frankfurt/M.
Nicht angezeigt: hrsg. von Gustav Frank
, [Mitchell 2005a]Mitchell, William J.T. (2005): What Do Pictures Want? The Lives and Loves of Images. University of Chicago Press, Chicago, London.
).

Abschließend lässt sich festhalten, dass sich gegen­wärtige Bild­theorien verstärkt der Frage zuwenden, welche Rolle Affekte als eine Komponente von Wahr­nehmungs­akten dafür spielen, dass Dinge als Bild wahr­genommen und behandelt werden. Darüber hinaus eröffnen sie auch eine Debatte darüber, wie ein Begehren oder affektives Bewegt-Sein des Bildes selbst einen formalen Ausdruck (er-)finden kann und dieser als theoretische Äußerung zu begreifen wäre.

Anmerkungen
  1. ↑ Im An­schluss an Jean-​Paul Sar­tre un­ter­schei­det Pe­ter Gol­die im in­ten­ti­o­na­len emo­ti­o­na­len Er­le­ben die For­men des nicht­re­fle­xi­ven (non­re­flec­tive) und des re­fle­xi­ven Be­wusst­seins (re­flec­tive con­scious­ness). Vgl. [Goldie 2000a]Goldie, Peter (2000): The Emotions. A Philosophical Exploration. Oxford University Press, Oxford.
    : S. 58ff., so­wie [Sartre 1994a]Sartre, Jean-Paul (1994): Skizze einer Theorie der Emotionen. In: von Wroblewsky, V. (Hg.), Sartre – Gesammelte Werke. Philosophische Schriften I-1: Die Transzendenz des Ego. Rowohlt, Reinbek.
    .
  2. ↑ Vgl. auch Konrad Paul Liess­manns Erläu­terung des bei Kant negativ konno­tierten Affekt­begriffs: „Reiz und Rührung […] sind also jene Erregungen oder Gereizt­heiten der Sinne und Bewegungen des Gemüts, die den Blick auf den zweck­freien Zweck des Schönen, auf seine formale Organi­sation und seine Komposition irri­tieren, weil sie das betrach­tende Subjekt zu sehr auf seine eigene Befind­lichkeit ver­weisen.“ ([Liessmann 2009a]Liessmann, Konrad Paul (2009): Ästhetische Empfindungen. Eine Einführung. Facultas-WUV, Wien.
    : S. 38) Siehe auch [Liessmann 2004a]Liessmann, Konrad Paul (2004): Reiz und Rührung. Über ästhetische Empfindungen. WUV, Wien.
    .
  3. ↑ Beispiels­weise wurde mit dem Konzept der »Ein­fühlung« ein ästhe­tischer Erfahrungs­modus näher bestimmt. Gemäß dieser Auf­fassung ermög­licht die Über­tragung expres­siver Quali­täten dem Betrach­ter eines Kunst­werkes einen objek­tivierten Selbst­genuss. Vgl. bspw. [Vischer 1873a]Vischer, Robert (1873): Ueber das optische Formgefühl. Ein Beitrag zur Ästhetik. Credner, Leipzig.
    , [Lipps 1903a]Lipps, Theodor (1903): Grundlegung der Ästhetik. Erster Teil. Leopold Voss, Leipzig.
    , [Volkelt 1905a]Volkelt, Johannes (1905): System der Ästhetik. Erster Band: Grundlegung der Ästhetik. Beck, München.
    .
  4. ↑ Siehe auch [Majetschak 1997a]Majetschak, Stefan (Hg.) (1997): Auge und Hand. Konrad Fiedlers Kunsttheorie im Kontext. Fink, München.
    .
  5. ↑ Zur erkenntnis­theoretischen und praktischen Fundierung von Cassirers Philo­sophie der symbolischen Formen vgl. [Recki 2004a]Recki, Birgit (2004): Kultur als Praxis. Eine Einführung in Ernst Cassirers Philosophie der symbolischen Formen. Akademie-Verlag, Berlin.
    .
  6. ↑ Vgl. zur Aus­druck­wahr­nehmung, die alle weiteren mythischen, sprachlich-begriff­lichen oder bildne­rischen Form­gebungen und Bewusst­seins­leistungen fundiert, [Cassirer 2010a]Cassirer, Ernst (2010): Philosophie der symbolischen Formen. Dritter Teil: Phänomenologie der Erkenntnis. Meiner, Hamburg.
    Nicht angezeigt: hrsg. von B. Recki
    : S. 95f. Siehe auch Martina Sauers bild- und affekt­theore­tische Akzen­tuierung von Cassirers Philo­sophie der symbolischen Formen in [Sauer 2008a]Sauer, Martina (2008): Wahrnehmen von Sinn vor jeder sprachlichen oder gedanklichen Fassung? Frage an Ernst Cassirer. Kunstgeschichte. Texte zur Diskussion, 6.
    Webadresse: kunstgeschichte-ejournal.net/discussion/2008/Sauer
    .
  7. ↑ Vgl. [Husserl 2006a]Husserl, Edmund (2006): Phantasie und Bildbewußtsein. Felix Meiner, Hamburg.
    Notiz: (Text nach Husserliana, Band XXIII)
    Nicht angezeigt: hrsg. u. eingel. von E. Marbach
    , [Sartre 1994b]Sartre, Jean-Paul (1994): Das Imaginäre. Phänomenologische Psychologie der Einbildungskraft (1940). Rowohlt, Reinbek.
    Nicht angezeigt: Gesammelte Werke. Philosophische Schriften I-2, hrsg. von V. von Wroblewsky
    , [Sartre 1994c]Sartre, Jean-Paul (1994): Die Imagination (1936). In: von Wroblewsky, V. (Hg.), Sartre – Gesammelte Werke. Philosophische Schriften I-1: Die Transzendenz des Ego. Rowohlt, Reinbek.
    sowie [Merleau-Ponty 1966a]Merleau-Ponty, Maurice (1966): Phänomenologie der Wahrnehmung (1945). Walter de Gruyter, Berlin.
    Nicht angezeigt: aus dem Französischen übersetzt und eingeführt durch eine Vorrede von Boehm, R.
    . Siehe auch die syste­matische Gegen­über­stellung der Positionen von Husserl, Sartre und Merleau-Ponty in [Wiesing 2000a]Wiesing, Lambert (2000): Phänomene im Bild. Fink, München.
    .
  8. ↑ Auf Sartres Über­legungen, unter welchen Be­dingungen etwas als Bild gesetzt wird, bezieht sich Roland Barthes in seiner Unter­suchung der Begeg­nung von photo­graphi­schem Bild und Betrachter [Barthes 1989a]Barthes, Roland (1989): Die helle Kammer. Bemerkung zur Photographie. Suhrkamp, Frankfurt/M.
    .
  9. ↑ Siehe auch [Wiesing 2000a]Wiesing, Lambert (2000): Phänomene im Bild. Fink, München.
    : S. 70ff.
  10. ↑ Merleau-Ponty spricht vom „Aus­tausch zwischen Empfin­dungs­subjekt und Sinn­lichem“ ([Merleau-Ponty 1966a]Merleau-Ponty, Maurice (1966): Phänomenologie der Wahrnehmung (1945). Walter de Gruyter, Berlin.
    Nicht angezeigt: aus dem Französischen übersetzt und eingeführt durch eine Vorrede von Boehm, R.
    : S. 251).
  11. ↑ Vgl. bspw. die nicht un­prob­le­ma­tischen Thesen zur Ge­schichte der Per­soni­fika­tion von Bil­dern in [Mondzain 2006a]Mondzain, Marie-José (2006): Können Bilder töten?. Diaphanes, Zürich, Berlin.
    . Gegen­über phäno­meno­logischen und ästhe­tischen Theorien der Bild­wahr­nehmung bilden reli­giöse Bild­ord­nungen und Frömmig­keits­prak­tiken einen eigenen Gegen­stands­bereich unter dem Ge­sichts­punkt des (Heils-)Wir­kens von Bildern. Die Rolle von emo­tionalen Regungen und Aus­drucks­verhal­ten in der reli­giösen Bild­an­schau­ung erfor­dert andere Be­griff­lich­keiten als in der pro­fanier­ten Sphäre. Zu reli­giösen Bild­ord­nungen siehe bspw. [Belting 2004a]Belting, Hans (2004): Bild und Kult. Eine Geschichte des Bildes vor dem Zeitalter der Kunst. C.H. Beck, München.
    Notiz: 6. Auflage
    , [Ganz & Henkel 2004a]Ganz, David & Henkel, Georg (Hg.) (2004): Rahmen-Diskurse. Kultbilder im konfessionellen Zeitalter. Reimer, Berlin.
    , [Boehm 2007a]Boehm, Gottfried (2007): Wie Bilder Sinn erzeugen. Die Macht des Zeigens. Berlin University Press, Berlin.
    : S. 54-71, [Rimmele 2010a]Rimmele, Marius (2010): Das Triptychon als Metapher, Körper und Ort. Semantisierungen eines Bildträgers. Fink, München.
    .
Literatur
[Aristoteles 1995b]Aristoteles (1995): Nikomachische Ethik. WBG, Darmstadt.[Aristoteles 1997a]Aristoteles (1997): Poetik. Griechisch/​Deutsch. Reclam, Stuttgart.[Barthes 1989a]Barthes, Roland (1989): Die helle Kammer. Bemerkung zur Photographie. Suhrkamp, Frankfurt/M.[Belting 2004a]Belting, Hans (2004): Bild und Kult. Eine Geschichte des Bildes vor dem Zeitalter der Kunst. C.H. Beck, München.[Bernays 1970a]Bernays, Jacob (1970): Grundzüge der verlorenen Abhandlung des Aristoteles über Wirkung der Tragödie. Hildesheim.[Boehm & Mersmann & Spies 2008a]Boehm, Gottfried; Mersmann, Birgit & Spies, Christian (Hg.) (2008): Movens Bild. Zwischen Evidenz und Affekt. Fink, München.[Boehm 2007a]Boehm, Gottfried (2007): Wie Bilder Sinn erzeugen. Die Macht des Zeigens. Berlin University Press, Berlin.[Bredekamp 2010a]Bredekamp, Horst (2010): Theorie des Bildakts. Frankfurter Adorno-Vorlesungen 2007. Suhrkamp, Frankfurt/M.[Busch & Därmann 2007a]Busch, Kathrin & Därmann, Iris (Hg.) (2007): pathos. Konturen eines kulturwissenschaftlichen Grundbegriffes. Transcript, Bielefeld.[Cassirer 2009a]Cassirer, Ernst (2009): Der Begriff der symbolischen Form im Aufbau der Geisteswissenschaften. In: Schriften zur Philosophie der symbolischen Formen. Meiner, Hamburg.[Cassirer 2010a]Cassirer, Ernst (2010): Philosophie der symbolischen Formen. Dritter Teil: Phänomenologie der Erkenntnis. Meiner, Hamburg.[Didi-Huberman 1999a]Didi-Huberman, Georges (1999): Was wir sehen blickt uns an. Zur Metapsychologie des Bildes. Fink, München.[Dubois 1998a]Dubois, Philippe (1998): Der fotografische Akt. Versuch über ein theoretisches Dispositiv. Verlag der Kunst, Dresden, Amsterdam.[Döring 2009a]Döring, Sabine (2009): Einleitung. In: Döring, S. (Hg.), Philosophie der Gefühle. Suhrkamp, Frankfurt/M.[Fiedler 1991a]Fiedler, Konrad (1991): Schriften zur Kunst. Fink, München.[Fiedler 1991b]Fiedler, Konrad (1991): Über den Ursprung der künstlerischen Tätigkeit. In: Boehm, G. (Hg.), Schriften zur Kunst. Fink, München.[Fiedler 1991c]Fiedler, Konrad (1991): Aphorismen. In: Boehm, G. (Hg.), Schriften zur Kunst. Fink, München.[Fiedler 1991d]Fiedler, Konrad (1991): Zur neueren Kunsttheorie. In: Boehm, G. (Hg.), Schriften zur Kunst. Fink, München.[Freud 1946a]Freud, Sigmund (1946): Die Verdrängung. In: Gesammelte Werke, Bd. 10. Imago, London.[Freud 1946b]Freud, Sigmund (1946): Das Unbewußte. In: Gesammelte Werke, Bd. 10. Imago, London.[Ganz & Henkel 2004a]Ganz, David & Henkel, Georg (Hg.) (2004): Rahmen-Diskurse. Kultbilder im konfessionellen Zeitalter. Reimer, Berlin.[Goldie 2000a]Goldie, Peter (2000): The Emotions. A Philosophical Exploration. Oxford University Press, Oxford.[Goldie 2010a]Goldie, Peter (Hg.) (2010): The Oxford Handbook of Philosophy of Emotion. Oxford University Press, Oxford.[Husserl 2006a]Husserl, Edmund (2006): Phantasie und Bildbewußtsein. Felix Meiner, Hamburg.[Kant 1977a]Kant, Immanuel (1977): Kritik der Urteilskraft. Suhrkamp, Frankfurt/M.[Lanz 1971a]Lanz, Jakob (1971): Affekt. In: Ritter, J. (Hg.), Historisches Wörterbuch der Philosophie. Schwabe, Basel.[Laplanche & Pontalis 1973a]Laplanche, Jean & Pontalis, Jean-Bertrand (1971): Affekt. In: Laplanche, J. & Pontalis, J. (Hg.), Das Vokabular der Psychoanalyse. Suhrkamp, Frankfurt/M.[Liessmann 2004a]Liessmann, Konrad Paul (2004): Reiz und Rührung. Über ästhetische Empfindungen. WUV, Wien.[Liessmann 2009a]Liessmann, Konrad Paul (2009): Ästhetische Empfindungen. Eine Einführung. Facultas-WUV, Wien.[Lipps 1903a]Lipps, Theodor (1903): Grundlegung der Ästhetik. Erster Teil. Leopold Voss, Leipzig.[Majetschak 1997a]Majetschak, Stefan (Hg.) (1997): Auge und Hand. Konrad Fiedlers Kunsttheorie im Kontext. Fink, München.[Merleau-Ponty 1961a]Merleau-Ponty, Maurice (1961): Das Auge und der Geist. Philo­sophi­sche Essays. Meiner, Hamburg.[Merleau-Ponty 1966a]Merleau-Ponty, Maurice (1966): Phänomenologie der Wahrnehmung (1945). Walter de Gruyter, Berlin.[Merleau-Ponty 1994a]Merleau-Ponty, Maurice (1994): Der Zweifel Cézannes (1948). In: Boehm, G. (Hg.), Was ist ein Bild?. Fink, München.[Merleau-Ponty 2006a]Merleau-Ponty, Maurice (2006): Das Kino und die neue Psychologie (1947). In: Liebsch, D. (Hg.), Philosophie des Films. Mentis, Paderborn.[Mitchell 2005a]Mitchell, William J.T. (2005): What Do Pictures Want? The Lives and Loves of Images. University of Chicago Press, Chicago, London.[Mitchell 2008a]Mitchell, William J. Thomas (2008): Bildtheorie. Suhrkamp, Frankfurt/M.[Mondzain 2006a]Mondzain, Marie-José (2006): Können Bilder töten?. Diaphanes, Zürich, Berlin.[Recki 2004a]Recki, Birgit (2004): Kultur als Praxis. Eine Einführung in Ernst Cassirers Philosophie der symbolischen Formen. Akademie-Verlag, Berlin.[Rimmele 2010a]Rimmele, Marius (2010): Das Triptychon als Metapher, Körper und Ort. Semantisierungen eines Bildträgers. Fink, München.[Sachs-Hombach 2003a]Sachs-Hombach, Klaus (2003): Das Bild als kommu­nika­tives Medium. Ele­mente einer allge­meinen Bild­wissen­schaft. Halem, Köln.[Sartre 1994a]Sartre, Jean-Paul (1994): Skizze einer Theorie der Emotionen. In: von Wroblewsky, V. (Hg.), Sartre – Gesammelte Werke. Philosophische Schriften I-1: Die Transzendenz des Ego. Rowohlt, Reinbek.[Sartre 1994b]Sartre, Jean-Paul (1994): Das Imaginäre. Phänomenologische Psychologie der Einbildungskraft (1940). Rowohlt, Reinbek.[Sartre 1994c]Sartre, Jean-Paul (1994): Die Imagination (1936). In: von Wroblewsky, V. (Hg.), Sartre – Gesammelte Werke. Philosophische Schriften I-1: Die Transzendenz des Ego. Rowohlt, Reinbek.[Sauer 2008a]Sauer, Martina (2008): Wahrnehmen von Sinn vor jeder sprachlichen oder gedanklichen Fassung? Frage an Ernst Cassirer. Kunstgeschichte. Texte zur Diskussion, 6.[Seja 2009a]Seja, Silvia (2009): Handlungstheorien des Bildes. Halem, Köln.[Stoichita 1998a]Stoichita, Victor I. (1998): Das selbstbewusste Bild. Vom Ursprung der Metamalerei. Fink, München.[Vischer 1873a]Vischer, Robert (1873): Ueber das optische Formgefühl. Ein Beitrag zur Ästhetik. Credner, Leipzig.[Volkelt 1905a]Volkelt, Johannes (1905): System der Ästhetik. Erster Band: Grundlegung der Ästhetik. Beck, München.[Wiesing 2000a]Wiesing, Lambert (2000): Phänomene im Bild. Fink, München.

Lektorat: