Bildmorphologie: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Glossar der Bildphilosophie
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Joerg R.J. Schirra (Diskussion | Beiträge)
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Sicherlich lassen sich die für ein Objekt in seiner Funktion ''als Bildträ­ger'' rele­vanten physi­schen Eigen­schaften vor allem in der visu­ell wahrnehm­baren geome­trischen Anord­nung von Farbflä­chen finden. In diesem Sinn können die syntak­tischen Ele­mente, in die bei einer [[Eigenwerte, Abbildungswerte und Darstellungswerte syntaktischer Einheiten|eigen­wertli­chen Betrach­tung der Bildsyn­tax]] der Bildträ­ger zerlegt wird, als pikto­riale morpho­logi­sche Elemente betrach­tet werden. Diese sind über ihren Eigen­wert hinaus weder notwen­diger Weise mit einer bestimm­ten Bedeu­tung – einem bestimm­ten Abbil­dungswert – aufge­laden, noch kommt ihnen unbe­dingt eine genau defi­nierte pragma­tische Funktion – ein festge­legter Darstel­lungswert – zu.
Sicherlich lassen sich die für ein Objekt in seiner Funktion ''als Bildträ­ger'' rele­vanten physi­schen Eigen­schaften vor allem in der visu­ell wahrnehm­baren geome­trischen Anord­nung von Farbflä­chen finden. In diesem Sinn können die syntak­tischen Ele­mente, in die bei einer [[Eigenwerte, Abbildungswerte und Darstellungswerte syntaktischer Einheiten|eigen­wertli­chen Betrach­tung der Bildsyn­tax]] der Bildträ­ger zerlegt wird, als pikto­riale morpho­logi­sche Elemente betrach­tet werden. Diese sind über ihren Eigen­wert hinaus weder notwen­diger Weise mit einer bestimm­ten Bedeu­tung – einem bestimm­ten Abbil­dungswert – aufge­laden, noch kommt ihnen unbe­dingt eine genau defi­nierte pragma­tische Funktion – ein festge­legter Darstel­lungswert – zu.


==Visuelle Gestalten, Colo­reme und Pixe­me==
==Visuelle Gestalten, Colo­reme und Pixe­me==
[[Datei:Arnkerrthe-Traum (Gloria Temarre Petyarre).jpg|thumb|Ab­bil­dung 1: Als Bei­spiel: Glo­ria Te­mar­re Pe­tyar­re: «Arn­kerrt­he​(Berg-​Teufel-​Eidechse)-​Traum»]]
[[Datei:Arnkerrthe-Traum (Gloria Temarre Petyarre).jpg|thumb|Ab­bil­dung 1: Als Bei­spiel: Glo­ria Te­mar­re Pe­tyar­re: «Arn­kerrt­he​(Berg-​Teufel-​Eidechse)-​Traum»]]
Kurz ge­fasst bil­den al­so ge­nau die En­ti­tä­ten, in die der Bild­trä­ger – oder ge­nau­er: der durch [[Rahmung, Rahmen|Rah­mung]] aus­ge­zeich­ne­te Teil sei­ner Ober­flä­che – in der vi­su­el­len Wahr­neh­mung ein­ge­teilt er­scheint, das mor­pho­lo­gi­sche Re­per­toire bei Bil­dern. Psy­cho­lo­gisch wird die­se Ein­tei­lung durch die Ge­stalt­ge­set­ze be­stimmt: Sie de­ter­mi­nie­ren, wel­che Raum­stel­len als zu­sam­men­hän­gend ge­se­hen wer­den, und zwar nicht nur im Sin­ne ei­nes in sich un­ge­teil­ten, gleich­far­bi­gen und zu­sam­men­hän­gen­den Ge­biets, son­dern auch im Sin­ne von Grup­pie­run­gen hö­he­rer Ord­nung, et­wa ''Fol­gen'' von gleich­far­bi­gen Stri­chen. Dies führt bei­spiels­wei­se in Ab­bil­dung 1 da­zu, dass ne­ben den ro­ten, brau­nen, schwar­zen, gel­ben und wei­ßen Ele­men­tar­ge­bie­ten auch die Grup­pen von gelb- bzw. weiß-​ge­fass­ten, dun­kel ge­füll­ten Bö­gen und Bal­ken als zu­sam­men­ge­hö­ri­ge vi­su­el­le Ge­stal­ten wahr­ge­nom­men wer­den.  
Kurz ge­fasst bil­den al­so ge­nau die En­ti­tä­ten, in die der Bild­trä­ger – oder ge­nau­er: der durch [[Rahmung, Rahmen|Rah­mung]] aus­ge­zeich­ne­te Teil sei­ner Ober­flä­che – in der vi­su­el­len Wahr­neh­mung ein­ge­teilt er­scheint, das mor­pho­lo­gi­sche Re­per­toire bei Bil­dern. Psy­cho­lo­gisch wird die­se Ein­tei­lung durch die Ge­stalt­ge­set­ze be­stimmt: Sie de­ter­mi­nie­ren, wel­che Raum­stel­len als zu­sam­men­hän­gend ge­se­hen wer­den, und zwar nicht nur im Sin­ne ei­nes in sich un­ge­teil­ten, gleich­far­bi­gen und zu­sam­men­hän­gen­den Ge­biets, son­dern auch im Sin­ne von Grup­pie­run­gen hö­he­rer Ord­nung, et­wa ''Fol­gen'' von gleich­far­bi­gen Stri­chen. Dies führt bei­spiels­wei­se in Ab­bil­dung 1 da­zu, dass ne­ben den ro­ten, brau­nen, schwar­zen, gel­ben und wei­ßen Ele­men­tar­ge­bie­ten auch die Grup­pen von gelb- bzw. weiß-​ge­fass­ten, dun­kel ge­füll­ten Bö­gen und Bal­ken als zu­sam­men­ge­hö­ri­ge vi­su­el­le Ge­stal­ten wahr­ge­nom­men wer­den.  
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:''de&shy;scribes the trans&shy;for&shy;ma&shy;tions which a col&shy;oreme un&shy;der&shy;goes by its in&shy;ter&shy;re&shy;la&shy;tions with the other co&shy;loremes of its im&shy;me&shy;di&shy;ate en&shy;tourage through mac&shy;ular cen&shy;tra&shy;tions. The analy&shy;ses pro&shy;ceeds thus at a first re&shy;group&shy;ing of co&shy;loremes through the topo&shy;logi&shy;cal re&shy;la&shy;tions which es&shy;tab&shy;lish the first per&shy;cep&shy;tual con&shy;struc&shy;tion and struc&shy;ture the en&shy;er&shy;getic ex&shy;changes be&shy;tween co&shy;loremes.'' (<bib id='Saint-Martin 1990a'>Saint-&#8203;Mar&shy;tin 1990a</bib>: S. 194).  
:''de&shy;scribes the trans&shy;for&shy;ma&shy;tions which a col&shy;oreme un&shy;der&shy;goes by its in&shy;ter&shy;re&shy;la&shy;tions with the other co&shy;loremes of its im&shy;me&shy;di&shy;ate en&shy;tourage through mac&shy;ular cen&shy;tra&shy;tions. The analy&shy;ses pro&shy;ceeds thus at a first re&shy;group&shy;ing of co&shy;loremes through the topo&shy;logi&shy;cal re&shy;la&shy;tions which es&shy;tab&shy;lish the first per&shy;cep&shy;tual con&shy;struc&shy;tion and struc&shy;ture the en&shy;er&shy;getic ex&shy;changes be&shy;tween co&shy;loremes.'' (<bib id='Saint-Martin 1990a'>Saint-&#8203;Mar&shy;tin 1990a</bib>: S. 194).  
 
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In ihrer Dynamik und direkten Abhän&shy;gigkeit von den psycho&shy;physi&shy;schen Eigen&shy;heiten eines wahrneh&shy;menden Indi&shy;vidu&shy;ums sind Colo&shy;reme vor allem theore&shy;tische Enti&shy;täten. Praktisch schlägt Saint-&#8203;Martin vor, die Bildflä&shy;che in ein regel&shy;mäßi&shy;ges 5*5-&#8203;Raster aufzu&shy;teilen, das als Basis für eine ange&shy;näher&shy;te Beschrei&shy;bung der mögli&shy;chen oder wahrschein&shy;lichen Colo&shy;reme dient: Jedes Raster ist wiede&shy;rum in ein 5*5-&#8203;Subras&shy;ter aufge&shy;teilt, das die Gliede&shy;rung in fove&shy;ale Zentren und maku&shy;lare Randbe&shy;reiche aufgreift (ibid.: S. 197ff).     
In ihrer Dynamik und direkten Abhän&shy;gigkeit von den psycho&shy;physi&shy;schen Eigen&shy;heiten eines wahrneh&shy;menden Indi&shy;vidu&shy;ums sind Colo&shy;reme vor allem theore&shy;tische Enti&shy;täten. Praktisch schlägt Saint-&#8203;Martin vor, die Bildflä&shy;che in ein regel&shy;mäßi&shy;ges 5*5-&#8203;Raster aufzu&shy;teilen, das als Basis für eine ange&shy;näher&shy;te Beschrei&shy;bung der mögli&shy;chen oder wahrschein&shy;lichen Colo&shy;reme dient: Jedes Raster ist wiede&shy;rum in ein 5*5-&#8203;Subras&shy;ter aufge&shy;teilt, das die Gliede&shy;rung in fove&shy;ale Zentren und maku&shy;lare Randbe&shy;reiche aufgreift (ibid.: S. 197ff).     
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Um nicht zu stark an die recht spezi&shy;fische Konzep&shy;tion Saint-&#8203;Martins gebun&shy;den zu sein, empfiehlt es sich allge&shy;meiner, die – letztlich auf einen hypo&shy;theti&shy;schen Normal&shy;betrach&shy;ter bezo&shy;genen – visu&shy;ellen Gestal&shy;ten im bildsyn&shy;takti&shy;schen Zusam&shy;menhang zunächst eher struktu&shy;ralis&shy;tisch zu betrach&shy;ten und in Ana&shy;logie zu dem lingu&shy;isti&shy;schen Ausdruck ‘Morphem’ als ‘Pixe&shy;me’ zu bezeich&shy;nen. Dabei kann in erster Nähe&shy;rung auch von der Dyna&shy;mik abge&shy;sehen werden, die bei Saint-&#8203;Martin die morpho&shy;logi&shy;sche Beschrei&shy;bung eines Bildträ&shy;gers erschwert.<ref>In neu&shy;ro&shy;phy&shy;si&shy;o&shy;lo&shy;gi&shy;scher Per&shy;spek&shy;ti&shy;ve ver&shy;schiebt sich da&shy;bei der Fo&shy;kus vom Au&shy;ge zu den so ge&shy;nann&shy;ten neu&shy;ra&shy;len Kar&shy;ten des vi&shy;su&shy;el&shy;len Kor&shy;tex oder bes&shy;ser der lo&shy;gi&shy;schen Struk&shy;tur der dort en&shy;ko&shy;dier&shy;ten vi&shy;su&shy;el&shy;len Mus&shy;ter.</ref>  
Um nicht zu stark an die recht spezi&shy;fische Konzep&shy;tion Saint-&#8203;Martins gebun&shy;den zu sein, empfiehlt es sich allge&shy;meiner, die – letztlich auf einen hypo&shy;theti&shy;schen Normal&shy;betrach&shy;ter bezo&shy;genen – visu&shy;ellen Gestal&shy;ten im bildsyn&shy;takti&shy;schen Zusam&shy;menhang zunächst eher struktu&shy;ralis&shy;tisch zu betrach&shy;ten und in Ana&shy;logie zu dem lingu&shy;isti&shy;schen Ausdruck ‘Morphem’ als ‘Pixe&shy;me’ zu bezeich&shy;nen. Dabei kann in erster Nähe&shy;rung auch von der Dyna&shy;mik abge&shy;sehen werden, die bei Saint-&#8203;Martin die morpho&shy;logi&shy;sche Beschrei&shy;bung eines Bildträ&shy;gers erschwert.<ref>In neu&shy;ro&shy;phy&shy;si&shy;o&shy;lo&shy;gi&shy;scher Per&shy;spek&shy;ti&shy;ve ver&shy;schiebt sich da&shy;bei der Fo&shy;kus vom Au&shy;ge zu den so ge&shy;nann&shy;ten neu&shy;ra&shy;len Kar&shy;ten des vi&shy;su&shy;el&shy;len Kor&shy;tex oder bes&shy;ser der lo&shy;gi&shy;schen Struk&shy;tur der dort en&shy;ko&shy;dier&shy;ten vi&shy;su&shy;el&shy;len Mus&shy;ter.</ref>  


===Pixem-Attribute===
===Pixem-Attribute===
Saint-Martin unterscheidet zwei Arten von Eigen&shy;schaften der syntak&shy;to-&#8203;morpho&shy;logi&shy;schen Ele&shy;mente bildhaf&shy;ter Zeichen, die häufig auf folgen&shy;de Weise inter&shy;pretiert werden (vgl. z.B. <bib id='Dölling 1999a'></bib>): ''Plasti&shy;sche'' Eigen&shy;schaften gehö&shy;ren zum [[Material|Mate&shy;rial]] des Bildträ&shy;gers, während ande&shy;re Eigen&shy;schaften ''im Auge des Betrach&shy;ters'' liegen und von eher visu&shy;eller also wahrneh&shy;mungsab&shy;hängi&shy;ger Art sind. Die geomet&shy;rischen Formen und ihre topo&shy;logi&shy;schen Rela&shy;tionen werden als typi&shy;sche Beispie&shy;le für den letzte&shy;ren Eigen&shy;schaftstyp gege&shy;ben, während [[Farbwahrnehmung|Farben]] und [[Textur|Textu&shy;ren]] als Exem&shy;pel für Eigen&shy;schaften des Mate&shy;rials selbst betrach&shy;tet werden. Colo&shy;reme sind stets Kombi&shy;nati&shy;onen von plasti&shy;schen und visu&shy;ell-&#8203;perzep&shy;tiven Eigen&shy;schaften.
Saint-Martin unterscheidet zwei Arten von Eigen&shy;schaften der syntak&shy;to-&#8203;morpho&shy;logi&shy;schen Ele&shy;mente bildhaf&shy;ter Zeichen, die häufig auf folgen&shy;de Weise inter&shy;pretiert werden (vgl. z.B. <bib id='Dölling 1999a'></bib>): ''Plasti&shy;sche'' Eigen&shy;schaften gehö&shy;ren zum [[Material|Mate&shy;rial]] des Bildträ&shy;gers, während ande&shy;re Eigen&shy;schaften ''im Auge des Betrach&shy;ters'' liegen und von eher visu&shy;eller also wahrneh&shy;mungsab&shy;hängi&shy;ger Art sind. Die geomet&shy;rischen Formen und ihre topo&shy;logi&shy;schen Rela&shy;tionen werden als typi&shy;sche Beispie&shy;le für den letzte&shy;ren Eigen&shy;schaftstyp gege&shy;ben, während [[Farbwahrnehmung|Farben]] und [[Textur|Textu&shy;ren]] als Exem&shy;pel für Eigen&shy;schaften des Mate&shy;rials selbst betrach&shy;tet werden. Colo&shy;reme sind stets Kombi&shy;nati&shy;onen von plasti&shy;schen und visu&shy;ell-&#8203;perzep&shy;tiven Eigen&shy;schaften.
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Allerdings ist die Unterscheidung zwischen Geome&shy;trie (d.h. Räumlich&shy;keit) und Farbe nicht (oder jeden&shy;falls nicht wesent&shy;lich) abhän&shy;gig von der Diffe&shy;renzie&shy;rung zwischen Eigen&shy;schaften, die zum Mate&shy;rial des Bildträ&shy;gers gehö&shy;ren – und daher als objek&shy;tive Eigen&shy;schaften zu betrach&shy;ten wären – und Eigen&shy;schaften, die vom Betrach&shy;ter konstru&shy;iert werden – und folglich als subjek&shy;tive Eigen&shy;schaften zu bewer&shy;ten wären.<ref>Es er&shy;scheint schon merk&shy;wür&shy;dig, dass aus&shy;ge&shy;rech&shy;net&#8203; »Far&shy;be«&#8203; – ge&shy;mein&shy;hin als Pa&shy;ra&shy;de&shy;bei&shy;spiel für ei&shy;ne ''se&shy;kun&shy;dä&shy;re'' Qua&shy;li&shy;tät an&shy;ge&shy;führt – bei Saint-&#8203;Mar&shy;tin zu den ob&shy;jek&shy;ti&shy;ven Ma&shy;te&shy;ri&shy;al&shy;ei&shy;gen&shy;schaf&shy;ten ge&shy;hört und nicht dem Wahr&shy;neh&shy;mungs&shy;ap&shy;pa&shy;rat zu&shy;ge&shy;schla&shy;gen wird.</ref> Vielmehr können Bildphi&shy;loso&shy;phen über Farben und die Bezie&shy;hungen zwischen ihnen einer&shy;seits und über räumli&shy;che Enti&shy;täten und die geomet&shy;rischen oder topo&shy;logi&shy;schen Bezie&shy;hungen zwischen ihnen ande&shy;rerseits disku&shy;tieren, ohne dabei die beiden Argu&shy;menta&shy;tionen mitein&shy;ander vermi&shy;schen zu müssen. Sie können als unab&shy;hängig vonein&shy;ander betrach&shy;tet und als von – jeden&shy;falls auf den ersten Blick – auto&shy;nomen Begriffs&shy;feldern gere&shy;gelt behan&shy;delt werden.<ref>Eben aus die&shy;sem Grund ist ei&shy;ne von Farb&shy;the&shy;o&shy;ri&shy;en un&shy;ab&shy;hän&shy;gi&shy;ge Geo&shy;met&shy;rie mög&shy;lich. Zwar kom&shy;men in Farb&shy;the&shy;o&shy;ri&shy;en oft geo&shy;met&shy;ri&shy;sche Aus&shy;drü&shy;cke vor (‘Farb&shy;raum’, ‘Farb&shy;dis&shy;tanz’, ‘Farb&shy;kör&shy;per’), doch sind die&shy;se raum&shy;me&shy;ta&shy;pho&shy;risch ge&shy;mein und be&shy;zie&shy;hen sich ge&shy;ra&shy;de nicht auf die geo&shy;met&shy;ri&shy;schen Ei&shy;gen&shy;schaf&shy;ten far&shy;bi&shy;ger Ge&shy;gen&shy;stän&shy;de.</ref> Argu&shy;menta&shy;tionen über Pixe&shy;me müssen hinge&shy;gen die Logik der Farben und die Logik des Raums mitein&shy;ander kombi&shy;nieren, d.h. in einer begriff&shy;lichen Synthe&shy;se verei&shy;nigen.  
Allerdings ist die Unterscheidung zwischen Geome&shy;trie (d.h. Räumlich&shy;keit) und Farbe nicht (oder jeden&shy;falls nicht wesent&shy;lich) abhän&shy;gig von der Diffe&shy;renzie&shy;rung zwischen Eigen&shy;schaften, die zum Mate&shy;rial des Bildträ&shy;gers gehö&shy;ren – und daher als objek&shy;tive Eigen&shy;schaften zu betrach&shy;ten wären – und Eigen&shy;schaften, die vom Betrach&shy;ter konstru&shy;iert werden – und folglich als subjek&shy;tive Eigen&shy;schaften zu bewer&shy;ten wären.<ref>Es er&shy;scheint schon merk&shy;wür&shy;dig, dass aus&shy;ge&shy;rech&shy;net&#8203; »Far&shy;be«&#8203; – ge&shy;mein&shy;hin als Pa&shy;ra&shy;de&shy;bei&shy;spiel für ei&shy;ne ''se&shy;kun&shy;dä&shy;re'' Qua&shy;li&shy;tät an&shy;ge&shy;führt – bei Saint-&#8203;Mar&shy;tin zu den ob&shy;jek&shy;ti&shy;ven Ma&shy;te&shy;ri&shy;al&shy;ei&shy;gen&shy;schaf&shy;ten ge&shy;hört und nicht dem Wahr&shy;neh&shy;mungs&shy;ap&shy;pa&shy;rat zu&shy;ge&shy;schla&shy;gen wird.</ref> Vielmehr können Bildphi&shy;loso&shy;phen über Farben und die Bezie&shy;hungen zwischen ihnen einer&shy;seits und über räumli&shy;che Enti&shy;täten und die geomet&shy;rischen oder topo&shy;logi&shy;schen Bezie&shy;hungen zwischen ihnen ande&shy;rerseits disku&shy;tieren, ohne dabei die beiden Argu&shy;menta&shy;tionen mitein&shy;ander vermi&shy;schen zu müssen. Sie können als unab&shy;hängig vonein&shy;ander betrach&shy;tet und als von – jeden&shy;falls auf den ersten Blick – auto&shy;nomen Begriffs&shy;feldern gere&shy;gelt behan&shy;delt werden.<ref>Eben aus die&shy;sem Grund ist ei&shy;ne von Farb&shy;the&shy;o&shy;ri&shy;en un&shy;ab&shy;hän&shy;gi&shy;ge Geo&shy;met&shy;rie mög&shy;lich. Zwar kom&shy;men in Farb&shy;the&shy;o&shy;ri&shy;en oft geo&shy;met&shy;ri&shy;sche Aus&shy;drü&shy;cke vor (‘Farb&shy;raum’, ‘Farb&shy;dis&shy;tanz’, ‘Farb&shy;kör&shy;per’), doch sind die&shy;se raum&shy;me&shy;ta&shy;pho&shy;risch ge&shy;mein und be&shy;zie&shy;hen sich ge&shy;ra&shy;de nicht auf die geo&shy;met&shy;ri&shy;schen Ei&shy;gen&shy;schaf&shy;ten far&shy;bi&shy;ger Ge&shy;gen&shy;stän&shy;de.</ref> Argu&shy;menta&shy;tionen über Pixe&shy;me müssen hinge&shy;gen die Logik der Farben und die Logik des Raums mitein&shy;ander kombi&shy;nieren, d.h. in einer begriff&shy;lichen Synthe&shy;se verei&shy;nigen.  
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Grundlegende Eigenschaften von Pixemen sind mithin genau die Attribute, die beliebige gefärbte Entitäten der zweidimensionalen Geometrie aufweisen, sowie die Relationen, die sie untereinander einnehmen können. Neben den charakteristischen Eigenschaften geometrischer Entitäten – insbesondere topologische, metrische und direktionale Relationen zwischen ihren Teilen (''Form'') und zu anderen Gebieten (''Lage'') – und den etwa durch Farbton, Helligkeit und Sättigung näher bestimmten Farbmarkierungen im engeren Sinn<ref>Zu beach&shy;ten ist aller&shy;dings, dass die Dimen&shy;sionen »Farb&shy;ton«, »Hellig&shy;keit« und »Sätti&shy;gung« zur Charak&shy;teri&shy;sierung eines pikto&shy;rialen Marker&shy;werts nicht abso&shy;lut gesehen werden können, sondern in starker Weise von ihrer Umge&shy;bung abhängen: sowohl Beleuchtung (objektiv) als auch die Farben der umgebenden Pixeme (subjektiv) beeinflussen die Wahrnehmung von Farbe.</ref> können auch homogene Farbverläufe oder spezielle Farbvariationen – Texturen – als Attribute höherer Ordnung relevant sein. Zudem treten Wechselwirklungen auf, die sich aus der räumlichen Anordnung verschiedener Farben zueinander ergeben, vor allem Kontrast-Effekte.
Grundlegende Eigenschaften von Pixe&shy;men sind mithin genau die Attri&shy;bute, die belie&shy;bige gefärb&shy;te Enti&shy;täten der zwei&shy;dimen&shy;siona&shy;len Geome&shy;trie aufwei&shy;sen, sowie die Rela&shy;tionen, die sie unter&shy;einan&shy;der einneh&shy;men können. Neben den charak&shy;teris&shy;tischen Eigen&shy;schaften geomet&shy;rischer Enti&shy;täten – insbe&shy;sonde&shy;re topo&shy;logi&shy;sche, metri&shy;sche und direk&shy;tiona&shy;le Rela&shy;tionen zwischen ihren Teilen (''Form'') und zu ande&shy;ren Gebie&shy;ten (''Lage'') – und den etwa durch Farb&shy;ton, Hellig&shy;keit und Sätti&shy;gung näher bestimm&shy;ten Farbmar&shy;kierun&shy;gen im enge&shy;ren Sinn<ref>Zu be&shy;ach&shy;ten ist al&shy;ler&shy;dings, dass die Di&shy;men&shy;si&shy;o&shy;nen&#8203; »Farb&shy;ton«,&#8203; »Hel&shy;lig&shy;keit«&#8203; und&#8203; »Sät&shy;ti&shy;gung«&#8203; zur Cha&shy;rak&shy;te&shy;ri&shy;sie&shy;rung ei&shy;nes pik&shy;to&shy;ri&shy;a&shy;len Mar&shy;ker&shy;werts nicht ab&shy;so&shy;lut ge&shy;se&shy;hen wer&shy;den kön&shy;nen, son&shy;dern in star&shy;ker Wei&shy;se von ih&shy;rer Um&shy;ge&shy;bung ab&shy;hän&shy;gen: So&shy;wohl Be&shy;leuch&shy;tung (ob&shy;jek&shy;tiv) als auch die Far&shy;ben der um&shy;ge&shy;ben&shy;den Pi&shy;xe&shy;me (sub&shy;jek&shy;tiv) be&shy;ein&shy;flus&shy;sen die Wahr&shy;neh&shy;mung von Far&shy;be.</ref> können auch homo&shy;gene Farbver&shy;läufe oder spezi&shy;elle Farbva&shy;riati&shy;onen – Textu&shy;ren – als Attri&shy;bute höhe&shy;rer Ordnung rele&shy;vant sein. Zudem treten Wechsel&shy;wirkun&shy;gen auf, die sich aus der räumli&shy;chen Anord&shy;nung verschie&shy;dener Farben zuein&shy;ander erge&shy;ben, vor allem Kontrast-&#8203;Effek&shy;te.
 


===Kombinationen von Pixemen, Maximalpixem===
===Kombinationen von Pixemen, Ma&shy;ximal&shy;pixem===


Da die Unterteilung in »Wort« und »Satz« für eine morphologische Analyse von Bildern irrelevant ist, können auch Zusammensetzungen aus mehreren Pixemen ohne weiteres wieder als Pixeme betrachtet werden: Die Morphologie von Bildern besteht damit aus Teil-Ganzes-Ordnungen von Pixemen, die sich zwischen dem Bildganzen – als Maximalpixem – und den als minimal betrachteten Gebieten mit jeweils nur einer einzigen homogenen Markerbelegung in meist mehreren Stufen aufspannen.  
Da die Unterteilung in »Wort« und »Satz« für eine morphologische Analyse von Bildern irrelevant ist, können auch Zusammensetzungen aus mehreren Pixemen ohne weiteres wieder als Pixeme betrachtet werden: Die Morphologie von Bildern besteht damit aus Teil-Ganzes-Ordnungen von Pixemen, die sich zwischen dem Bildganzen – als Maximalpixem – und den als minimal betrachteten Gebieten mit jeweils nur einer einzigen homogenen Markerbelegung in meist mehreren Stufen aufspannen.  

Version vom 21. November 2013, 18:25 Uhr

Unterpunkt zu: Bildsyntax


Einordnung der Bildmor­pholo­gie

Der Ausdruck ‘Bildmorphologie’ wird im allge­meinen nicht mit einer spezi­fischen, von ‘Bildgram­matik’ oder ‘Bildkom­posi­tion’ verschie­denen Bedeu­tung gebraucht. Ange­sprochen wird mit all diesen Termi­ni eine ana­lyti­sche Betrach­tung des Bildträ­gers als zusam­menge­setzt aus für die Bildfunk­tion rele­vanten, im wesent­lichen durch visu­ell wahrnehm­bare Eigen­schaften bestimm­ten Teilen, die auch in ande­ren Bildträ­gern, die sich durch die Zusam­menstel­lung der Teile unter­scheiden, Verwen­dung finden können. Es ist die Zusam­menstel­lung der Teile zu einem Ganzen, die gemein­sam mit ande­ren (nicht-​syntak­tischen) Fakto­ren die (Typ-) Iden­tität des Bildträ­gers und damit letztlich auch die mögli­chen Verwen­dungen des Bildträ­gers als Bild deter­miniert.

Allerdings legt es die Unterschei­dung von im enge­ren Sinne gramma­tischen gegen­über morpho­logi­schen Aspek­ten bei der Betrach­tung von Sprache (⊳ Morpho­logie und Syntax) nahe, den Ausdruck ‘Bildmor­pholo­gie’ mit einem spezi­fische­ren Sinn aufzu­laden und ihn so von der Bildgram­matik (die eben damit zu einer Bildgram­matik im enge­ren Sinn wird) abzu­heben. Die Bildgram­matik im enge­ren Sinn versucht vor allem syntak­tische Kompo­sitio­nali­tät bei Bildern im Sinne der forma­len (Chomsky-) Gramma­tiken nachzu­weisen, die die Unter­scheidung von​ »Satz«​ und​ »Wort«​ voraus­setzen[1] und durch ein begrenz­tes Set von Erset­zungsre­geln über einer endli­chen Menge von Satzkon­stitu­enten als Zwischen­stufen („nonter­mina­le Symbo­le“, etwa ‘Nomi­nalphra­se’) aus endlich vielen Wörtern (im menta­len Lexi­kon) auf eindeu­tige Weise unend­lich viele Sätze abzu­leiten oder zu ana­lysie­ren gestat­ten ([Chomsky 1957a]Chomsky, Noam (1957): Syntactic Structures. Mouton, Den Haag.
; [Sachs-Hombach 1999a]Sachs-Hombach, Klaus (1999): Gibt es ein Bildalphabet?. In: Sachs-Hombach, K. & Rehkämper, K. (Hg.), Bildgrammatik. Interdisziplinäre Forschungen zur Syntax bildlicher Darstellungsformen. Scriptum, Magdeburg.
).[2] Dage­gen ist eine Bildmor­pholo­gie im hier verwen­deten Sinn an einer syntak­tischen Bildkom­posi­tiona­lität ande­rer Art inte­ressiert: Können Bildträ­ger mithil­fe allge­meiner Gruppie­rungsre­geln – etwa ana­log zu den wesent­lich “weiche­ren”, im geomet­rischen Konti­nuum wirken­den Gestalt­geset­zen – als aus “pikto­rialen Primi­tiven” beste­hend beschrie­ben werden, die nicht bereits als Zeichen (Wörter) gelten und aus einer mögli­cherwei­se unbe­grenzten Grundmen­ge stammen, wobei auch die Bedin­gung der Eindeu­tigkeit der Ablei­tung abge­schwächt sein könnte? In Ana­logie zu den Wortbil­dungsre­geln bei extrem poly­synthe­tisch-​fusio­nieren­den Sprachen, ohne dabei aber schon voraus­zuset­zen, dass eine Anwen­dung der Unter­scheidung zwischen​ »Satz«​ und​ »Wort«​ auf bildhaf­te Zeichen­syste­me sinnvoll sei, müsste eine solche Bildmor­pholo­gie der charak­teris­tischen Eigen­schaft der syntak­tischen Dichte von bildli­chen Zeichen­syste­men gerecht werden.

Lässt sich eine solche morpho­logi­sche Bildkom­posi­tiona­lität ratio­nal einfüh­ren, so sind Bilder, obschon eben­falls komple­xe Zeichen­syste­me, sehr deutlich von Sprachzei­chensys­temen unter­schieden (⊳ Iko­nische Diffe­renz). Ihnen fehlt die Aufglie­derung der einzel­nen Gesamt­zeichen­handlun­gen in partiell unab­hängi­ge, wenn auch im Sinne Freges mehr oder minder unge­sättig­te, d.h. immer Ergän­zungen bedür­fender Teil­zeichen­handlun­gen – eben den Wörtern. Insbe­sonde­re bleibt dabei offen, ob die Verwen­dung iso­lierter syntak­tischer Ele­mente bildhaf­ter Zeichen­syste­me immer selbst bereits unge­sättig­te Zeichen­handlun­gen sind.

Sicherlich lassen sich die für ein Objekt in seiner Funktion als Bildträ­ger rele­vanten physi­schen Eigen­schaften vor allem in der visu­ell wahrnehm­baren geome­trischen Anord­nung von Farbflä­chen finden. In diesem Sinn können die syntak­tischen Ele­mente, in die bei einer eigen­wertli­chen Betrach­tung der Bildsyn­tax der Bildträ­ger zerlegt wird, als pikto­riale morpho­logi­sche Elemente betrach­tet werden. Diese sind über ihren Eigen­wert hinaus weder notwen­diger Weise mit einer bestimm­ten Bedeu­tung – einem bestimm­ten Abbil­dungswert – aufge­laden, noch kommt ihnen unbe­dingt eine genau defi­nierte pragma­tische Funktion – ein festge­legter Darstel­lungswert – zu.


Visuelle Gestalten, Colo­reme und Pixe­me

Ab­bil­dung 1: Als Bei­spiel: Glo­ria Te­mar­re Pe­tyar­re: «Arn­kerrt­he​(Berg-​Teufel-​Eidechse)-​Traum»

Kurz ge­fasst bil­den al­so ge­nau die En­ti­tä­ten, in die der Bild­trä­ger – oder ge­nau­er: der durch Rah­mung aus­ge­zeich­ne­te Teil sei­ner Ober­flä­che – in der vi­su­el­len Wahr­neh­mung ein­ge­teilt er­scheint, das mor­pho­lo­gi­sche Re­per­toire bei Bil­dern. Psy­cho­lo­gisch wird die­se Ein­tei­lung durch die Ge­stalt­ge­set­ze be­stimmt: Sie de­ter­mi­nie­ren, wel­che Raum­stel­len als zu­sam­men­hän­gend ge­se­hen wer­den, und zwar nicht nur im Sin­ne ei­nes in sich un­ge­teil­ten, gleich­far­bi­gen und zu­sam­men­hän­gen­den Ge­biets, son­dern auch im Sin­ne von Grup­pie­run­gen hö­he­rer Ord­nung, et­wa Fol­gen von gleich­far­bi­gen Stri­chen. Dies führt bei­spiels­wei­se in Ab­bil­dung 1 da­zu, dass ne­ben den ro­ten, brau­nen, schwar­zen, gel­ben und wei­ßen Ele­men­tar­ge­bie­ten auch die Grup­pen von gelb- bzw. weiß-​ge­fass­ten, dun­kel ge­füll­ten Bö­gen und Bal­ken als zu­sam­men­ge­hö­ri­ge vi­su­el­le Ge­stal­ten wahr­ge­nom­men wer­den.

In ihrem einflussreichen Buch zur Bildsyn­tax ([Saint-Martin 1990a]Saint-Martin, Fernande (1990): Semiotics of Visual Language. Indiana University Press, Bloomington, IN.
) führt Fernan­de Saint-​Martin als morpho­logi­sche Basis­einheit die so genann­ten ‘Colo­reme’ ein:

[A coloreme] corresponds to that aggre­gate of visual vari­ables per­ceived in the visual repre­sen­tation by the way of an ocu­lar fixa­tion, or focus of the gaze. … A col­oreme is de­fined […] as the zone of the visual linguis­tic field corre­lated to a centra­tion of the eye. It is consti­tuted by a mass of ener­getic matter present­ing a given set of visual vari­ables. ([Saint-Martin 1990a]Saint-Martin, Fernande (1990): Semiotics of Visual Language. Indiana University Press, Bloomington, IN.
: S. 5).[3]
Ab­bil­dung 2: Vi­su­a­li­sie­rung ei­nes Co­lo­rems nach Saint-​Mar­tin (sche­ma­ti­sche Dar­stel­lung): Das das Co­lo­rem be­stim­men­de kreis­för­mi­ge fo­ve­a­le Zen­trie­rungs­ge­biet ist he­raus­ge­ho­ben und ver­grö­ßert, der Rest hin­ge­gen et­was ab­ge­dun­kelt dar­ge­stellt

Saint-​Mar­tins Ver­ständ­nis der Co­lo­re­me kon­zen­triert sich of­fen­sicht­lich auf mo­men­ta­ne psy­cho­phy­si­sche As­pek­te: Zu je­dem Zeit­punkt kann je­weils nur ei­ne oku­la­re Fi­xa­ti­on er­fol­gen und folg­lich nur ein Co­lo­rem wahr­ge­nom­men wer­den (vgl. Abb. 2). Al­ler­dings soll auf die­ser Ba­sis ei­ne „co­lo­re­ma­ti­sche (oder co­lo­re­mi­sche) Ana­ly­se“ auf­bau­en, die

de­scribes the trans­for­ma­tions which a col­oreme un­der­goes by its in­ter­re­la­tions with the other co­loremes of its im­me­di­ate en­tourage through mac­ular cen­tra­tions. The analy­ses pro­ceeds thus at a first re­group­ing of co­loremes through the topo­logi­cal re­la­tions which es­tab­lish the first per­cep­tual con­struc­tion and struc­ture the en­er­getic ex­changes be­tween co­loremes. ([Saint-Martin 1990a]Saint-Martin, Fernande (1990): Semiotics of Visual Language. Indiana University Press, Bloomington, IN.
: S. 194).

In ihrer Dynamik und direkten Abhän­gigkeit von den psycho­physi­schen Eigen­heiten eines wahrneh­menden Indi­vidu­ums sind Colo­reme vor allem theore­tische Enti­täten. Praktisch schlägt Saint-​Martin vor, die Bildflä­che in ein regel­mäßi­ges 5*5-​Raster aufzu­teilen, das als Basis für eine ange­näher­te Beschrei­bung der mögli­chen oder wahrschein­lichen Colo­reme dient: Jedes Raster ist wiede­rum in ein 5*5-​Subras­ter aufge­teilt, das die Gliede­rung in fove­ale Zentren und maku­lare Randbe­reiche aufgreift (ibid.: S. 197ff).

Um nicht zu stark an die recht spezi­fische Konzep­tion Saint-​Martins gebun­den zu sein, empfiehlt es sich allge­meiner, die – letztlich auf einen hypo­theti­schen Normal­betrach­ter bezo­genen – visu­ellen Gestal­ten im bildsyn­takti­schen Zusam­menhang zunächst eher struktu­ralis­tisch zu betrach­ten und in Ana­logie zu dem lingu­isti­schen Ausdruck ‘Morphem’ als ‘Pixe­me’ zu bezeich­nen. Dabei kann in erster Nähe­rung auch von der Dyna­mik abge­sehen werden, die bei Saint-​Martin die morpho­logi­sche Beschrei­bung eines Bildträ­gers erschwert.[4]

Pixem-Attribute

Saint-Martin unterscheidet zwei Arten von Eigen­schaften der syntak­to-​morpho­logi­schen Ele­mente bildhaf­ter Zeichen, die häufig auf folgen­de Weise inter­pretiert werden (vgl. z.B. [Dölling 1999a]Dölling, Evelyn (1999): Kategorialstruktur ikonischer Sprachen und Syntax der visuellen Sprache. In: Sachs-Hombach, K. & Rehkämper, K (Hg.), Bildgrammatik: Interdisziplinäre Forschungen zur Syntax bildlicher Darstellungsformen. Scriptum, Magdeburg.
): Plasti­sche Eigen­schaften gehö­ren zum Mate­rial des Bildträ­gers, während ande­re Eigen­schaften im Auge des Betrach­ters liegen und von eher visu­eller also wahrneh­mungsab­hängi­ger Art sind. Die geomet­rischen Formen und ihre topo­logi­schen Rela­tionen werden als typi­sche Beispie­le für den letzte­ren Eigen­schaftstyp gege­ben, während Farben und Textu­ren als Exem­pel für Eigen­schaften des Mate­rials selbst betrach­tet werden. Colo­reme sind stets Kombi­nati­onen von plasti­schen und visu­ell-​perzep­tiven Eigen­schaften.

Tatsächlich kann auch der allge­meine­re Begriff des Pixems logisch ana­lysiert werden in eine rein geomet­rische Basis­struktur einer­seits und ein Begriffs­feld von diese Struktu­ren sichtbar machen­den Marker­dimen­sionen ande­rerseits, denn Raum als solcher wäre ja nicht wahrnehm­bar. Erst die Segmen­tation in zusam­menge­höri­ge – nämlich gleich markier­te – Gebie­te ergibt eine Struktu­rierung in die räumli­chen Ele­mente eines Ganzen.[5]

Allerdings ist die Unterscheidung zwischen Geome­trie (d.h. Räumlich­keit) und Farbe nicht (oder jeden­falls nicht wesent­lich) abhän­gig von der Diffe­renzie­rung zwischen Eigen­schaften, die zum Mate­rial des Bildträ­gers gehö­ren – und daher als objek­tive Eigen­schaften zu betrach­ten wären – und Eigen­schaften, die vom Betrach­ter konstru­iert werden – und folglich als subjek­tive Eigen­schaften zu bewer­ten wären.[6] Vielmehr können Bildphi­loso­phen über Farben und die Bezie­hungen zwischen ihnen einer­seits und über räumli­che Enti­täten und die geomet­rischen oder topo­logi­schen Bezie­hungen zwischen ihnen ande­rerseits disku­tieren, ohne dabei die beiden Argu­menta­tionen mitein­ander vermi­schen zu müssen. Sie können als unab­hängig vonein­ander betrach­tet und als von – jeden­falls auf den ersten Blick – auto­nomen Begriffs­feldern gere­gelt behan­delt werden.[7] Argu­menta­tionen über Pixe­me müssen hinge­gen die Logik der Farben und die Logik des Raums mitein­ander kombi­nieren, d.h. in einer begriff­lichen Synthe­se verei­nigen.

Grundlegende Eigenschaften von Pixe­men sind mithin genau die Attri­bute, die belie­bige gefärb­te Enti­täten der zwei­dimen­siona­len Geome­trie aufwei­sen, sowie die Rela­tionen, die sie unter­einan­der einneh­men können. Neben den charak­teris­tischen Eigen­schaften geomet­rischer Enti­täten – insbe­sonde­re topo­logi­sche, metri­sche und direk­tiona­le Rela­tionen zwischen ihren Teilen (Form) und zu ande­ren Gebie­ten (Lage) – und den etwa durch Farb­ton, Hellig­keit und Sätti­gung näher bestimm­ten Farbmar­kierun­gen im enge­ren Sinn[8] können auch homo­gene Farbver­läufe oder spezi­elle Farbva­riati­onen – Textu­ren – als Attri­bute höhe­rer Ordnung rele­vant sein. Zudem treten Wechsel­wirkun­gen auf, die sich aus der räumli­chen Anord­nung verschie­dener Farben zuein­ander erge­ben, vor allem Kontrast-​Effek­te.

Kombinationen von Pixemen, Ma­ximal­pixem

Da die Unterteilung in »Wort« und »Satz« für eine morphologische Analyse von Bildern irrelevant ist, können auch Zusammensetzungen aus mehreren Pixemen ohne weiteres wieder als Pixeme betrachtet werden: Die Morphologie von Bildern besteht damit aus Teil-Ganzes-Ordnungen von Pixemen, die sich zwischen dem Bildganzen – als Maximalpixem – und den als minimal betrachteten Gebieten mit jeweils nur einer einzigen homogenen Markerbelegung in meist mehreren Stufen aufspannen.

Pixemen höherer Ordnung kommt mithin nicht nur eine Markerbelegung im oben erwähnten Sinn zu. Sie haben vielmehr eine quasi-pikturale Substruktur. So bilden beispielsweise in Abbildung 1 die mittig angeordneten bandförmigen, braun gefüllt und gelb umrandeten Pixeme ein säulenartiges komplexes Pixem höherer Ordnung. Seine geometrische Basisstruktur wird nicht einfach durch Farb- oder Texturwerte, sondern gerade durch die es konstituierenden Pixeme niederer Ordnung markiert.

Obwohl die Pixeme “mittlerer” Ordnung in ihrer morphologischen Struktur einem Bildträger gleichen, sind sie noch nicht ohne weiteres als Bildträger zu verwenden. Das liegt insbesondere an zwei zusammenhängenden Faktoren:

  • a) Gestalttheoretisch gesprochen bilden Pixeme jeweils Figuren: der Hintergrund, vor dem sie als solche unausweichlich betrachtet werden, gehört entsprechend nicht zu ihnen. Im oben erwähnten Beispiel sind die die gelb-braunen Bänder umschließenden roten Bereiche nicht eingeschlossen. Obwohl durch die Pixem-Segmentierung prinzipiell in eine Vielfalt von Figur-Grund-Paaren zerlegbar, gilt doch für den Bildträger, dass er insgesamt nur in einer Hinsicht Figur ist, nämlich vor dem Rahmen. Das gilt unter allen beteiligten Pixemen nur für das Maximalpixem und hat dort eine besondere Wirkung.
Abbildung 3: Pixem-Ausschnitt als Bild
Abbildung 3: Pixem-Ausschnitt als Bild
  • b) Die Rahmung des Maximalpixems setzt letzteres nämlich in den Verwendungszusammenhang, der diese Figur als Ganze zu einer Zeichenmarke in einer Zeichenhandlung macht, d.h.: zu einem Bildträger. Natürlich ist es prinzipiell durchaus möglich, diese Rahmungshandlung auch bei jedem der Pixeme niederer Ordnung zu vollziehen, sie also als separierte Bildträger (und damit als andere Bilder) zu betrachten. Doch bleiben bei einem solchen Vorgehen die pragmatischen und semantischen Bezüge nicht erhalten:[9] Schnitte man eines der gelb-umrandeten, braun gefüllten Bänder aus dem Mittelteil von Abb. 1 aus und montierte es alleine auf den Hintergrund einer neutral gefärbten Fläche (oder auch freischwebend im Raum), so kann man das Resultat durchaus als ein Bild mit etwas ungewöhnlich gewölbtem Rand (also eine Rahmung ohne expliziten Rahmen) begreifen (Abb. 3). Verwendungszusammenhänge und Bedeutungszuschreibungen dieses Bildes hängen indes bestenfalls sehr locker mit denen von Abbildung 1 zusammen.


Pixem-bildende Operationen

Die Pixem-bildenden Operationen gehen letztlich auf die elementaren Pixem-Attribute zurück. Begründet in den psychophysiologischen Wahrnehmungsmechanismen, laufen sie in der Regel unbewusst ab. Dabei sind besonders zwei gegenläufige Aspekte wichtig: Kontrastverstärkung und Gestaltbildung.

Die Konstitution von Pixemen bei der Betrachtung eines Bildträgers ist – als Variante der Segmentierung beim Sehen ganz allgemein – stark kontextsensitiv: So führen lokal wirksame kontrastverstärkende Komponenten des Wahrnehmungsapparates zu Grenzen zwischen als einheitlich wahrgenommenen Gebieten. Bemerkbar werden diese Operationen vor allem dann, wenn sie zu Täuschungen, d.h. zu zusätzlichen Pixemen (bzw. allgemeiner: Wahrnehmungssegmenten[10]) führen, etwa bei der Kontrasttäuschung.[11]

Die Mechanismen der Kontrastverstärkung unterstützen andererseits das Zusammenfassen homogener Gebiete durch Gestaltbildung im Sinne der Gestaltgesetze. Deren unbewusstes Wirken bestimmt die wahrgenommenen Teil-Ganzes-Hierarchien der zusammengesetzten Pixeme. Das Wechselspiel von Grenzziehung durch Kontrastverstärkung und Integration gemäß der Gestaltgesetze führt letztlich zur Konstitution einer bildmorphologischen (Normal-)Struktur zwischen Maximalpixem und elementaren Gebieten, die allerdings bei der alltäglichen Bildwahrnehmung bereits beim Aufbau sehr stark von semantischen und pragmatischen Randbedingungen determiniert wird. Eben aus diesem Grund heben etwa Gestaltungslehrbücher stets besonders hervor, dass “das Auge” in der gestalterischen Sehweise geschult werden müsse, die gerade von solchen Einflüssen absieht und letztlich einen rein eigenwertlichen Zugang zur Bildmorphologie erreichen will (etwa [Klee 1956a]Klee, Paul (1956): Das bildnerische Denken: Schriften zur Form- und Gestaltungslehre. Schwabe, Basel, Stuttgart.
Nicht angezeigt: bearb.: Jürg Spiller
).


Anwendungen

Abbildung 4: Ergebnis einer automatischen Segmentierung: Texturbasierte Pixembildung. Rechts sind die gefundenen Pixeme farblich markiert dargestellt.

Das algorithmische Nachbilden pixem-bildender Operationen führt zur Möglichkeit bildmorphologischer Analysen in der Computervisualistik und bildet einen zentralen Bestandteil der digitalen Bildverarbeitung: Auf informatische Kodierungen (Notationen) von Bildträgern können entsprechende Segmentierungsverfahren programmiert werden, die (in der entsprechenden Literatur oft als ‘Objekte’ bezeichnete) Pixeme zu bestimmen erlauben (Abb. 4). Hierbei werden vor allem die Gestaltgesetze der Nähe, Ähnlichkeit und Guten Kontinuität über den Farb- und Texturmarkern operationalisiert.

Auf lange Sicht mag es möglich sein, der Bildwissenschaft auf diese Weise ein Set von technischen Standardwerkzeugen zur morphologischen Bildanalyse bereitzustellen. Dies ist insbesondere sinnvoll, insofern die Pixem-Komposition des Bildträgers, wie oben erwähnt, auf einen theoretisch vorausgesetzten Normalbetrachter bezogen werden muss. Zu bedenken bleibt dabei allerdings, dass die menschliche Wahrnehmung von Bildern, wie u.a. von Saint Martin beschrieben, neben den möglichen individuellen Abweichungen vom Normalbetrachter auch dynamische Aspekte umfasst, die durch eine solche rein strukturelle Analyse ebenfalls ausgeblendet bleiben.

Auf begrifflicher Ebene erlaubt die Synthese der bildlichen Morphosyntax aus geometrischem Basiskalkül und dem Begriffsfeld der farblichen Markerwerte schließlich, eine lang gehegte Vermutung zu widerlegen: dass nämlich der Begriff der syntaktischen (Nicht-)Wohlgeformtheit auf Bilder überhaupt nicht anzuwenden wäre (vgl. [Plümacher 1999a]Plümacher, Martina (1999): Wohlgeformtheitsbedingungen für Bilder?. In: Sachs-Hombach, K. & Rehkämper, K. (Hg.), Bildgrammatik. Interdisziplinäre Forschungen zur Syntax bildlicher Darstellungsformen. Scriptum, Magdeburg.
). Da durch Beschädigungen des Bildträgers die geometrische Basisstruktur des Maximalpixems gestört werden kann, ist der Begriff eines syntaktisch unkorrekten Bildes sehr wohl sinnvoll.

Anmerkungen
  1. ↑ Das be­deu­tet: Die Zei­chen die­ser Zei­chen­sys­te­me wer­den als aus kom­mu­ni­ka­tiv wir­ken­den Ein­hei­ten zu­sam­men­ge­setzt ver­stan­den, de­nen zu­min­dest zum Teil selbst wie­de­rum Zei­chen­cha­rak­ter zu­kommt. Ei­ne Kom­po­si­ti­on aus kom­mu­ni­ka­ti­ven Ele­men­ten, die nicht be­reits sel­ber Zei­chen sind, wird da­bei nicht be­rück­sich­tigt.
  2. ↑ Ge­nau ge­nom­men ist da­her die Fra­ge nach der Bild­gram­ma­tik nicht auf ein Bild­al­pha­bet ge­rich­tet, son­dern eher auf ein “men­ta­les Le­xi­kon” zu ei­ner end­li­chen Men­ge von “Bild­wör­tern”.
  3. ↑ Vgl. hier­zu auch den Ein­trag Ko­lo­rem im «Le­xi­kon der Film­be­grif­fe».
  4. ↑ In neu­ro­phy­si­o­lo­gi­scher Per­spek­ti­ve ver­schiebt sich da­bei der Fo­kus vom Au­ge zu den so ge­nann­ten neu­ra­len Kar­ten des vi­su­el­len Kor­tex oder bes­ser der lo­gi­schen Struk­tur der dort en­ko­dier­ten vi­su­el­len Mus­ter.
  5. ↑ Auf den ers­ten Blick mag die­ser Ana­ly­se so­gar ei­ne ge­wis­se Ähn­lich­keit mit ei­ner gram­ma­ti­schen Struk­tur im en­ge­ren Sinn eig­nen, wo­bei der geo­met­ri­sche Kal­kül ge­wis­ser­ma­ßen als Gram­ma­tik fun­giert und die Re­geln zur Ab­lei­tung non-​ter­mi­na­ler “Satz”-​Tie­fen­struk­tu­ren be­reit­stellt, wäh­rend die mög­li­chen Aus­prä­gun­gen der Mar­ker­di­men­si­o­nen das pik­to­ri­a­le “Le­xi­kon” – die ter­mi­na­len Sym­bo­le – zu­fü­gen, die die bild­li­che Ober­flä­chen­struk­tur er­gibt.
  6. ↑ Es er­scheint schon merk­wür­dig, dass aus­ge­rech­net​ »Far­be«​ – ge­mein­hin als Pa­ra­de­bei­spiel für ei­ne se­kun­dä­re Qua­li­tät an­ge­führt – bei Saint-​Mar­tin zu den ob­jek­ti­ven Ma­te­ri­al­ei­gen­schaf­ten ge­hört und nicht dem Wahr­neh­mungs­ap­pa­rat zu­ge­schla­gen wird.
  7. ↑ Eben aus die­sem Grund ist ei­ne von Farb­the­o­ri­en un­ab­hän­gi­ge Geo­met­rie mög­lich. Zwar kom­men in Farb­the­o­ri­en oft geo­met­ri­sche Aus­drü­cke vor (‘Farb­raum’, ‘Farb­dis­tanz’, ‘Farb­kör­per’), doch sind die­se raum­me­ta­pho­risch ge­mein und be­zie­hen sich ge­ra­de nicht auf die geo­met­ri­schen Ei­gen­schaf­ten far­bi­ger Ge­gen­stän­de.
  8. ↑ Zu be­ach­ten ist al­ler­dings, dass die Di­men­si­o­nen​ »Farb­ton«,​ »Hel­lig­keit«​ und​ »Sät­ti­gung«​ zur Cha­rak­te­ri­sie­rung ei­nes pik­to­ri­a­len Mar­ker­werts nicht ab­so­lut ge­se­hen wer­den kön­nen, son­dern in star­ker Wei­se von ih­rer Um­ge­bung ab­hän­gen: So­wohl Be­leuch­tung (ob­jek­tiv) als auch die Far­ben der um­ge­ben­den Pi­xe­me (sub­jek­tiv) be­ein­flus­sen die Wahr­neh­mung von Far­be.
  9. ↑ Eine Ausnahme zu dieser Regel dürften diejenigen Pixeme bilden, die abbildungswertlich als Bild im Bild interpretiert werden. Deren pragmatische und semantische Relationen sind dann allerdings in die Szene des Bildraumes verschoben.
  10. ↑ Der Hinweis auf den möglichen Unterschied zwischen visueller Wahrnehmung ganz allgemein und Bildwahrnehmung im Besonderen ist im Zusammenhang mit “optischen” Täuschungen (⊳ Wahrnehmungsillusion) durchaus erwähnenswert, finden doch die psychologischen Tests etwa zur Kontrasttäuschung wie auch die Experimente zur Gestaltbildung in der Regel mithilfe von Bildmaterial statt, während die Schlußfolgerungen daraus sich auf die visuelle Wahrnehmung ganz unabhängig von Bildern beziehen sollen.
  11. ↑ Ein gut präsentiertes Beispiel der Kontrasttäuschung findet sich auf der folgenden Seite: Kontrasttäuschung bei sehtestbilder.de.
Literatur
[Chomsky 1957a]Chomsky, Noam (1957): Syntactic Structures. Mouton, Den Haag.[Dölling 1999a]Dölling, Evelyn (1999): Kategorialstruktur ikonischer Sprachen und Syntax der visuellen Sprache. In: Sachs-Hombach, K. & Rehkämper, K (Hg.), Bildgrammatik: Interdisziplinäre Forschungen zur Syntax bildlicher Darstellungsformen. Scriptum, Magdeburg.[Klee 1956a]Klee, Paul (1956): Das bildnerische Denken: Schriften zur Form- und Gestaltungslehre. Schwabe, Basel, Stuttgart.[Plümacher 1999a]Plümacher, Martina (1999): Wohlgeformtheitsbedingungen für Bilder?. In: Sachs-Hombach, K. & Rehkämper, K. (Hg.), Bildgrammatik. Interdisziplinäre Forschungen zur Syntax bildlicher Darstellungsformen. Scriptum, Magdeburg.[Sachs-Hombach 1999a]Sachs-Hombach, Klaus (1999): Gibt es ein Bildalphabet?. In: Sachs-Hombach, K. & Rehkämper, K. (Hg.), Bildgrammatik. Interdisziplinäre Forschungen zur Syntax bildlicher Darstellungsformen. Scriptum, Magdeburg.[Saint-Martin 1990a]Saint-Martin, Fernande (1990): Semiotics of Visual Language. Indiana University Press, Bloomington, IN.

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Seitenbearbeitungen durch: Joerg R.J. Schirra, Klaus Sachs-Hombach und Marcel Lemmes — (Hinweis)