Referenz, Denotation, Exemplifikation: Unterschied zwischen den Versionen
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:''The plain fact is that a pic­ture, to re­present an object, must be a symbol for it, stand for it, refer to it; […] Deno­tation is the core of re­presen­tation […].'' (<bib id='Goodman 1968a'>Goodman 1968a</bib>: S. 5) | :''The plain fact is that a pic­ture, to re­present an object, must be a symbol for it, stand for it, refer to it; […] Deno­tation is the core of re­presen­tation […].'' (<bib id='Goodman 1968a'>Goodman 1968a</bib>: S. 5) | ||
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Goodman erweitert den Begriff der Deno­tation von einem bestimm­ten Typ sprachli­cher Aus­drücke auf alle Arten von Symbo­len und wendet sich damit gegen die Vorstel­lung, Abbild­bezie­hungen beruh­ten auf Ähnlich­keit.<ref>Kurz ge­sagt, ist Good­mans Ar­gu­men­ta­ti­on die fol­gen­de: Ähn­lich­keit kann we­der ei­ne hin­rei­chen­de Be­din­gung für bild­li­che Dar­stel­lung sein (da die Ähn­lich­keits­re­la­ti­on sym­met­risch und re­fle­xiv ist, die Ab­bild­be­zie­hung aber nicht), noch kann sie ei­ne not­wen­di­ge Be­din­gung sein: “Pei’s pyramid can denote my cat, if we estab­lish a conven­tion to that effect” (<bib id='Elgin 1993a'>El­gin 1993a</bib>: S. 173). Ent­schei­dend ist aber, dass wir über­haupt kein Kri­te­ri­um da­für ha­ben, wel­che der un­zäh­li­gen Ähn­lich­kei­ten zwi­schen zwei Ob­jek­ten hier die aus­schlag­ge­ben­de ist: “[F]or the object before me is a man, a swarm of atoms, a complex of cells, a fiddler, a friend, a fool, and much more. [...] If all are ways the object is, then none is ''the'' way the object is. I cannot copy all these at once” (<bib id='Goodman 1968a'>Good­man 1968a</bib>: S. 6f.). | Goodman erweitert den Begriff der Deno­tation von einem bestimm­ten Typ sprachli­cher Aus­drücke auf alle Arten von Symbo­len und wendet sich damit gegen die Vorstel­lung, Abbild­bezie­hungen beruh­ten auf Ähnlich­keit.<ref>Kurz ge­sagt, ist Good­mans Ar­gu­men­ta­ti­on die fol­gen­de: Ähn­lich­keit kann we­der ei­ne hin­rei­chen­de Be­din­gung für bild­li­che Dar­stel­lung sein (da die Ähn­lich­keits­re­la­ti­on sym­met­risch und re­fle­xiv ist, die Ab­bild­be­zie­hung aber nicht), noch kann sie ei­ne not­wen­di­ge Be­din­gung sein: “Pei’s pyramid can denote my cat, if we estab­lish a conven­tion to that effect” (<bib id='Elgin 1993a'>El­gin 1993a</bib>: S. 173). Ent­schei­dend ist aber, dass wir über­haupt kein Kri­te­ri­um da­für ha­ben, wel­che der un­zäh­li­gen Ähn­lich­kei­ten zwi­schen zwei Ob­jek­ten hier die aus­schlag­ge­ben­de ist: “[F]or the object before me is a man, a swarm of atoms, a complex of cells, a fiddler, a friend, a fool, and much more. [...] If all are ways the object is, then none is ''the'' way the object is. I cannot copy all these at once” (<bib id='Goodman 1968a'>Good­man 1968a</bib>: S. 6f.). Zu den ge­nann­ten Punk­ten vgl. <bib id='Scholz 2004a'>Scholz 2004a</bib>: S.17ff.</ref> | ||
Um den Refe­renzbe­griff allge­mein für jeden Symbol­gebrauch anwend­bar zu machen, genügt es aber nicht, den Deno­tations­begriff zu erwei­tern, denn es gibt eine ganze Reihe von seman­tischen Proble­men, die auf diese Weise nicht zu lösen sind, z.B.: | Um den Refe­renzbe­griff allge­mein für jeden Symbol­gebrauch anwend­bar zu machen, genügt es aber nicht, den Deno­tations­begriff zu erwei­tern, denn es gibt eine ganze Reihe von seman­tischen Proble­men, die auf diese Weise nicht zu lösen sind, z.B.: | ||
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Version vom 21. Oktober 2013, 13:13 Uhr
Unterpunkt zu: Bildsemantik
Der Begriff der Referenz und das Problem der ÄhnlichkeitEine der grundlegenden Debatten in der Bildtheorie beschäftigt sich mit der Frage, ob Ähnlichkeit konstitutiv für ikonische Darstellung ist. Neuestens hat etwa F. Stjernfelt im Rückgriff auf Peirce diese Position vertreten (vgl. [Stjernfelt 2007a]Stjernfelt, Frederik (2007): Diagrammatology. An Investigation on the Borderlines of Phenomenology, Ontology, and Semiotics. Springer, Dordrecht. Nelson Goodmans Symboltheorie ist eine der komplexesten und für die Bildtheorie interessantesten Theorien dieses Typs: Er führt neben der Denotation einen weiteren Typ von Bezugnahmerelation ein, die Exemplifikation, und macht seine Theorie dadurch allgemein anwendbar. Vor allem in diesem Punkt unterscheidet sich Goodmans Theorie auch von der Herangehensweise anderer, ebenfalls einer Referenzsemantik zugerechneter Autoren wie Russell oder Carnap.
Denotation und Exemplifikation als Modi der Referenz‘Denotation’ nennt man die Bezugnahmerelation zwischen einem Symbol und dem, was es bezeichnet. In diesem Sinn stammt der Begriff aus der Logik, wo man den Begriffsumfang (dem, worauf er zutrifft, der Extension) und dem Inhalt eines Begriffs (dem, was er besagt, der Intension) unterscheidet. ‘Denotation’ in diesem Sinne bezieht sich auf die Extension und wird in vielen Fällen auch gleichbedeutend mit ‘Referenz’ allgemein verwendet. [1] Im Zusammenhang der Bildtheorie kommt der Begriff da ins Spiel, wo es um die Frage geht, was ein Bild zu einem Bild von etwas macht. Nelson Goodman hat diese Frage in «Sprachen der Kunst» folgendermaßen beantwortet:
Goodman erweitert den Begriff der Denotation von einem bestimmten Typ sprachlicher Ausdrücke auf alle Arten von Symbolen und wendet sich damit gegen die Vorstellung, Abbildbeziehungen beruhten auf Ähnlichkeit.[2] Um den Referenzbegriff allgemein für jeden Symbolgebrauch anwendbar zu machen, genügt es aber nicht, den Denotationsbegriff zu erweitern, denn es gibt eine ganze Reihe von semantischen Problemen, die auf diese Weise nicht zu lösen sind, z.B.:
Um solche Probleme zu lösen, führt Goodman den Begriff der Exemplifikation ein. Exemplifikation ist neben Denotation der zweite Modus der Bezugnahme. Sie verläuft in umgekehrter Richtung zur Denotation, also vom symbolisierten Gegenstand zum Symbol – der Gegenstand fungiert als Muster oder Beispiel für das Symbol bzw. die Eigenschaften
Goodman erläutert die Eigenschaften der Exemplifikation am Beispiel von Stoffmustern in einem Musterbuch:
Mit Hilfe der Exemplifikation lassen sich die oben genannten Probleme der Referenz lösen, denn auch Symbole können natürlich Gegenstände von Symbolisierung sein und damit ihrerseits alle diejenigen Symbole exemplifizieren, die auf sie zutreffen.
Auf diese Weise sichert die Einführung des Exemplifikationsbegriffs die allgemeine Anwendbarkeit der Symboltheorie.
Exemplifikation als Symptom des ÄsthetischenIn «Sprachen der Kunst» geht es Goodman unter anderem darum, formale Eigenschaften von Symbolgebrauch zu finden, die als “symptoms of the aesthetic” ([Goodman 1968a]Goodman, Nelson (1968): Languages of Art. Hackett, Indianapolis.
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Anmerkungen
Literatur
[Elgin 1993a]Elgin, Catherine Z. (1993): Relocating Aesthetics. Goodman’s Epistemic Turn. Revue Internationale de Philosophie, 46.[Goodman 1968a]Goodman, Nelson (1968): Languages of Art. Hackett, Indianapolis.[Goodman 1978a]Goodman, Nelson (1978): Ways of Worldmaking. Hackett, Indianapolis.[Nöth 2000b]Nöth, Winfried (2000): Handbuch der Semiotik. Metzler, Stuttgart, Weimar.[Scholz 2004a]Scholz, Oliver R. (2004): Bild, Darstellung, Zeichen. Philosophische Theorien bildhafter Darstellungen. Klostermann, Frankfurt/M.[Stjernfelt 2007a]Stjernfelt, Frederik (2007): Diagrammatology. An Investigation on the Borderlines of Phenomenology, Ontology, and Semiotics. Springer, Dordrecht. Verantwortlich: Lektorat: Seitenbearbeitungen durch: Joerg R.J. Schirra, Elisabeth Birk und Marcel Lemmes — (Hinweis) |