Nomination: Unterschied zwischen den Versionen
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==Nomination als ungesättigte | ==Nomination als ungesättigte Teilhand­lung der Propo­sition== | ||
Fragt man nach der Pragmatik von Zeichen, dann wird schnell ein | Fragt man nach der [[Pragmatik, Semantik, Syntax|Pragma­tik]] von [[Zeichen, Zeichenträger, Zeichensystem|Zeichen]], dann wird schnell ein kombi­nato­risches Schema asso­ziiert ähnlich jenem, das die pragma­tische Funktion von [[Proposition|Aussa­gen]] aus den Teilzei­chenhand­lungen der Nomi­nation und der [[Prädikation|Prädi­kation]] rekon­struiert. Insbe­sonde­re bei Bildern – genau­er bei [[Interaktion und Kommunikation|Kommu­nika­tionsak­ten]] mithil­fe von Bildern – wird oft unter­sucht, ob nicht gerade jene Teilfunk­tionen ein die Bildprag­matik erzeu­gendes System ele­menta­rer kommu­nika­tiver Akte liefern könnten (vgl. <bib id='Sachs-Hombach 2003a'></bib> oder <bib id='Harth 2001a'></bib>). Nomi­nation ist die Zeichen­teilhand­lung, mit der man auf einen Gegen­stand aufmerk­sam macht, über den etwas mitge­teilt werden soll; dieser Gegen­stand muss dabei beiden Kommu­nika­tionspart­nern bereits bekannt – in ihrem gemein­samen ''Diskurs­univer­sum''<ref>Sie­he hier­zu auch [http://de.wikipedia.org/wiki/Diskursuniversum Wi­ki­pe­dia: Dis­kurs­uni­ver­sum].</ref> vorhan­den – sein (cf. <bib id='Kamlah & Lorenzen 1973a'>Kamlah & Loren­zen 1973a</bib>: § 3, sowie <bib id='Gerhardus et al. 1975a'>Gerhar­dus et al. 1975a</bib>: S. 42). Dabei gilt die Nomi­nation als im Sinne Freges ''unge­sättigt'', d.h. als eine echte ''Teil''hand­lung, die ergän­zungsbe­dürftig ist und sinnvol­ler Weise nicht allei­ne vorkom­men kann. | ||
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Insbesondere ohne die | Insbesondere ohne die Vervoll­ständi­gung zu einer [[Proposition|Propo­sition]] durch eine [[Prädikation|Prädi­kation]] stünde das Erwäh­nen eines Gegen­standes durch die Nomi­nation kommu­nika­tiv ge­wisser­maßen im leeren Raum. | ||
==Arten und Voraussetzungen der | ==Arten und Voraussetzungen der Nomi­nation== | ||
In Verbindung mit | In Verbindung mit Zeige­gesten dienen häufig deikti­sche Aus­drücke – „dies“, „diese/r/s“ etc. – dazu, die Teilhand­lung »Nomi­nation« auszu­führen, vor allem wenn die aktu­elle Kommu­nika­tionssi­tuation und die „darin gege­benen“ mate­riellen Gegen­stände gemeint sind. Die Funktion der Nomi­nation ist nicht auf solche Gegen­stände beschränkt: Auch mit den Aus­drücken „das letzte Einhorn“, „diese Idee des Schönen“, „Otto von Gue­ricke“ oder „Harry Potters Gegen­spieler“ können wir ja durchaus auf Diskurs­gegen­stände verwei­sen. Im ersten Fall handelt es sich um eine defi­nite Kennzeich­nungen auf einen fikti­ven Gegen­stand, im zweiten Fall um eine deikti­sche Kennzeich­nungen auf einen abstrak­ten Gegen­stand, im dritten Fall um einen Eigen­namen für einen realen Gegen­stand in der Vergan­genheit und im vierten Fall um eine komple­xe Nomi­nation mit Eigen­name und Kennzeich­nung für einen medial vermit­telten Gegen­stand. | ||
{| class="wikitable" | {| class="wikitable" | ||
|+ Übersicht über die Arten der | |+ Übersicht über die Arten der Nomi­nation | ||
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| align="left"| | | align="left"|einfa­che deikti­sche Aus­drücke (Demon­strator) | ||
| align="left"|„dies“, „dieser“ | | align="left"|„dies“, „dieser“ | ||
| | | zusam­men mit Zeige­geste verwen­det, keine Eigen­schafts- oder Typan­gabe | ||
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| align="left"| | | align="left"|inde­xika­lische Aus­drücke | ||
| align="left"|„ich“, „dir“, „uns“ | | align="left"|„ich“, „dir“, „uns“ | ||
| | | erge­ben sich unmit­telbar aus der Kommu­nika­tionssi­tuation und ihren Kompo­nenten; das Bezeich­nete muss also gegen­wärtig sein; gilt insbe­sonde­re für die Kommu­nika­tionspart­ner selbst | ||
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| align="left"|Anaphern | | align="left"|Anaphern | ||
| align="left"|„es“, „sie“, „ihm“, „ihnen“ | | align="left"|„es“, „sie“, „ihm“, „ihnen“ | ||
| ohne | | ohne Zeige­handlung verwen­det, Verweis auf vorer­wähnte Gegen­stände | ||
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| align="left"|Eigennamen | | align="left"|Eigennamen | ||
| „Ludwig“, „Mona Lisa“ | | „Ludwig“, „Mona Lisa“ | ||
| | | konven­tionell (durch Taufakt im weites­ten Sinn) etab­lierte Nomi­natoren | ||
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| align="left"|definite | | align="left"|definite Kennzeich­nungen<ref>Sie­he auch [http://de.wikipedia.org/wiki/Kennzeichnung Wi­ki­pe­dia: Kenn­zeich­nung]. <br>Indefi­nite Kennzeich­nungen („ein Einhorn“) erfül­len in aller Regel keine nomi­nato­rische sondern [[Prädikation|prädi­kato­rische]] | ||
Funktion.</ref> | Funktion.</ref> | ||
| „das Einhorn“, „das | | „das Einhorn“, „das verletz­te Einhorn“, „das Einhorn, das sein Horn verlo­ren hat“ | ||
| | | indi­vidu­ierte Instanz eines bestimm­ten Typs – eine Deskrip­tion „dasje­nige im aktu­ellen Diskurs­uni­versum, von dem Du weißt, dass es diese und jene Eigen­schaft besitzt“ | ||
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| align="left"|anaphorische | | align="left"|anaphorische Kennzeich­nungen | ||
| „sein Einhorn“ | | „sein Einhorn“ | ||
| Kombination aus | | Kombination aus ana­phori­schen und deskrip­tiven Nomi­nato­ren | ||
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| align="left"|deiktische | | align="left"|deiktische Kennzeich­nungen | ||
| „dieses Einhorn“ | | „dieses Einhorn“ | ||
| Kombination aus | | Kombination aus deikti­schen und deskrip­tiven Nomi­nato­ren; gilt als die allge­meinste Form, aus der sich die ande­ren Formen ablei­ten | ||
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{{GlossarSiehe}} | {{GlossarSiehe}} | ||
<!--* [[Bildhandeln]]--> | |||
* [[Figur/Grund-Differenzierung]] | * [[Figur/Grund-Differenzierung]] | ||
* [[Gegenstand der visuellen Wahrnehmung]] | * [[Gegenstand der visuellen Wahrnehmung]] | ||
* [[Interaktion und Kommunikation]] | |||
* [[Kontext]] | * [[Kontext]] | ||
* [[Kontextbildung]] | * [[Kontextbildung]] | ||
* [[Modalität]] | * [[Modalität]] | ||
* [[Prädikation]] | * [[Prädikation]] | ||
* [[Pragmatik, Semantik, Syntax]] | |||
* [[Proposition]] | * [[Proposition]] | ||
* [[Semantik ungegenständlicher Bilder]] | * [[Semantik ungegenständlicher Bilder]] | ||
* [[Zeichen, Zeichenträger, Zeichensystem]] | |||
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Version vom 9. September 2013, 10:22 Uhr
Unterpunkt zu: Zeichentheorien: Übersicht
Nomination als ungesättigte Teilhandlung der PropositionFragt man nach der Pragmatik von Zeichen, dann wird schnell ein kombinatorisches Schema assoziiert ähnlich jenem, das die pragmatische Funktion von Aussagen aus den Teilzeichenhandlungen der Nomination und der Prädikation rekonstruiert. Insbesondere bei Bildern – genauer bei Kommunikationsakten mithilfe von Bildern – wird oft untersucht, ob nicht gerade jene Teilfunktionen ein die Bildpragmatik erzeugendes System elementarer kommunikativer Akte liefern könnten (vgl. [Sachs-Hombach 2003a]Sachs-Hombach, Klaus (2003): Das Bild als kommunikatives Medium. Elemente einer allgemeinen Bildwissenschaft. Halem, Köln. Insbesondere ohne die Vervollständigung zu einer Proposition durch eine Prädikation stünde das Erwähnen eines Gegenstandes durch die Nomination kommunikativ gewissermaßen im leeren Raum.
Arten und Voraussetzungen der NominationIn Verbindung mit Zeigegesten dienen häufig deiktische Ausdrücke – „dies“, „diese/r/s“ etc. – dazu, die Teilhandlung »Nomination« auszuführen, vor allem wenn die aktuelle Kommunikationssituation und die „darin gegebenen“ materiellen Gegenstände gemeint sind. Die Funktion der Nomination ist nicht auf solche Gegenstände beschränkt: Auch mit den Ausdrücken „das letzte Einhorn“, „diese Idee des Schönen“, „Otto von Guericke“ oder „Harry Potters Gegenspieler“ können wir ja durchaus auf Diskursgegenstände verweisen. Im ersten Fall handelt es sich um eine definite Kennzeichnungen auf einen fiktiven Gegenstand, im zweiten Fall um eine deiktische Kennzeichnungen auf einen abstrakten Gegenstand, im dritten Fall um einen Eigennamen für einen realen Gegenstand in der Vergangenheit und im vierten Fall um eine komplexe Nomination mit Eigenname und Kennzeichnung für einen medial vermittelten Gegenstand.
Wichtig ist in allen Fällen, dass die jeweiligen Kommunikationspartner die gemeinten Gegenstände bereits kennen und in irgendeiner Form von den anderen gerade aktuellen Diskursgegenständen auseinanderhalten können. Eine Nomination kann nämlich nur erfolgreich durchgeführt werden, wenn klar ist, welche Menge von Gegenständen überhaupt gerade zur Auswahl steht, d.h. über welches Diskursuniversum die Kommunikationspartner sich gerade verständigen. Für die deiktischen Nominationsformen ist sofort klar, dass dies die Äußerungssituation sein muss, in der sich die Gesprächspartner befinden, also genauer: die Gegenstände, die sie dort (gemeinsam) wahrnehmen können.[3] Im allgemeinen Fall beziehen sich die Nominationen auf einen Kontext, der entweder implizit[4] klar ist oder explizit[5] angegeben wurde.
Bildhafte Nominationen?Inwiefern ist die Teilhandlung Nomination für die Bildverwendung relevant? Immerhin reden wir umgangssprachlich oft so, dass wir uns mithilfe eines Bildes einen bestimmten Gegenstand vor Augen (und Geist) führen. Sollte möglicherweise gar die Nomination die grundlegende Form des Bildgebrauchs sein? Wäre das der Fall, dann müsste die Nomination jeder Bildverwendung zu Grunde liegen. Beispielsweise empfinden wir es als nicht ungewöhnlich, wenn jemand das Bild einer großen, rot angestrichenen Hängebrücke mit zwei auffällig gestalteten Pfeilern präsentiert (Abb. 1) und dazu knapp bemerkt: „Ist 1936 gebaut worden.“ Der Bildzeichenakt übernimmt also anscheinend die Rolle der Nomination; hier gilt ebenso wie bei den rein sprachlichen Nominationen, dass auch der passive Diskurspartner jenes Objekt bereits als gemeinsam bekannt verstehen muss, da er ansonsten nicht wüsste, worauf er die Prädikation des Baujahres überhaupt beziehen soll. Die modale Bildtheorie widerspricht dieser Analyse der Beispielsituation: Bei der anscheinend nominatorisch eingesetzten Abbildung der Golden Gate-Brücke eröffne das Bild vielmehr einen referentiellen Kontext mit dem intentionalen Gegenstand als (potentielle) Figur vor einem (potentiellen) Grund. Über diesen wird dann (unter der Annahme, dass das Gegenüber den individuellen Gegenstand auch visuell erkennt) das nicht wahrnehmbare Baujahr prädiziert. Tatsächlich wird ja nicht das gesamte Bild nominatorisch benutzt – der Himmel, der Ozean, die Insel hinter der Brücke oder ein Boot davor, die ebenfalls zu sehen sein mögen, sind in diesem Fall nicht angesprochen, obwohl im letzten Fall die angegebene Prädikation durchaus auch verwendbar sein könnte. Diese abgebildeten Gegenstände könnten aber bei Gelegenheit jeweils ebenfalls als Figur herausgegriffen werden (⊳ Gegenstand der visuellen Wahrnehmung). Tatsächlich treten, wenn man versucht, Bildverwendung im Sinne einer der Nominationsarten zu verstehen, eine Reihe charakteristischer Probleme auf, die jeweils Besonderheiten der Bildverwendung unterstreichen können. Im Folgenden sind diese Probleme der Situation gegenübergestellt, dass eine entsprechende sprachliche Nominationsform die Bildpräsentation begleitet. Bilder und deiktische oder anaphorische AusdrückeBilder im Sinne von deiktischen Ausdrücken zu verwenden, also etwa an Stelle der Äußerung von ‘Dies!’ und zusammen mit einer (nicht auf das Bild gerichteten) Zeigegeste, ist nicht recht vorstellbar, müsste doch der damit gemeinte Gegenstand dann immer zugleich zugegen sein. Man würde diese Präsentationshandlungen jedenfalls üblicherweise nicht in dem hier intendierten Sinn verstehen. Für anaphorische Nomination gilt prinzipiell Analoges: Sie können durch Bildverwendung nicht ersetzt werden. Umgekehrt kann man aber sehr wohl mit Anaphern auch ohne Vorerwähntheit auf abgebildete Gegenstände sprachlich verweisen, ebenso wie dazu ein Demonstrator mit Zeigegeste in Richtung auf das Bild häufig ohne Probleme verwendet werden kann. Bilder und EigennamenGenerell wird nicht davon ausgegangen, dass Bilder wie Eigennamen funktionieren können, da Eigennamen in einer (mehr oder weniger weit gefassten) Taufsituation konventionell eingesetzt werden müssen. Bei Bildern steht hingegen zumindest im Kernbereich eine (mehr oder weniger starke) nicht-konventionelle Darstellungsbeziehung im Fokus der Aufmerksamkeit. Umgekehrt werden Eigennamen faktisch häufig mit einer Bildverwendung in Zusammenhang gebracht, etwa bei Portraits, Passbildern oder der Abbildung bekannter Bauwerke. Wäre die Bildverwendung im Grunde analog einer Nomination per Eigenname, so würde ein solches Verhalten keinen Sinn machen, da entweder der sprachliche oder der bildhafte Eigenname allein bereits ausreichen würde, um den Gegenstand zu identifizieren oder aber beide als Nomination jeweils versagen. Bilder und KennzeichnungenViel näher scheint es hingegen zu liegen, Bilder im Sinne von Kennzeichnungen zu gebrauchen, wird ein abgebildeter Gegenstand doch vor allem mithilfe seiner visuellen Eigenschaften präsentiert. Kennzeichnungstheorien des Bildes sind häufig eingebettet in Prädikationstheorien (⊳ Prädikation), da jede Kennzeichnung im Kern auf eine vorgängige Prädikation zurückgreift (so etwa bei Sachs-Hombach). Ein Gegenstand werde entsprechend bildlich identifiziert, indem seine bekannten visuellen Charakteristika verwendet werden. Wie oben erwähnt wird in einem darstellenden Bild aber in der Regel mehr als ein einzelner isolierter Gegenstand gezeigt. Wie schon bei den Eigennamen werden auch sprachliche Kennzeichnungen viel eher im Zusammenhang von Bildern verwendet, genauer: Kennzeichnungen werden dazu verwendet, um auf Gegenstände, die durch die Bildpräsentation medial ins Diskursuniversum eingeführt wurden, verweisen zu können und über diese etwas auszusagen. Vor allem der Gebrauch deiktischer Kennzeichnungen ist in dieser Hinsicht aufschlussreich: Denn auf was zeigt man eigentlich, wenn man auf eine Stelle eines Bildträgers zeigt und dabei eine deiktische Kennzeichnung benutzt, die einen abgebildeten Gegenstand identifiziert? Dass dabei ein einzelner, dem Gesprächspartner als bekannt vorausgesetzter Gegenstand gemeint ist ergibt sich aus der allgemeinen Funktion der Nomination. Dass dieser gemeinte Gegenstand als zumindest in gewissem Sinn anwesend gelten muss, folgt aus der Verwendung der deiktischen Partikel zusammen mit der Zeigegeste. Genauer gesagt hat die Verwendung des Bildes in diesem Fall also die Funktion, die Kommunikationssituation um nicht anwesende Gegenstände zu erweitern. Es handelt sich demnach um eine Kontextbildung im Sinne der modalen Bildtheorie. Bilder als eigenständige Form der NominationOffen bleibt derzeit, ob sich mithilfe von Bildpräsentationen eine ganz eigenständige Art der Nomination durchführen lässt, die nicht mit den Mechanismen der sprachlichen Nominationen übereinstimmt. Es müsste dabei um eine Zeichenteilhandlung gehen, durch die man, um darüber etwas Weiteres mitzuteilen, einen dem Gegenüber bereits bekannten Gegenstand in den gemeinsamen Fokus der Aufmerksamkeit rückt, indem man weder konventionell vergebene Symbole noch charakteristische Eigenschaften, weder ostensive Deixis noch Vorerwähntheit ausnutzt. Welche Gegenstände identifizieren ungegenständliche Bilder?Unter der Hypothese einer prinzipiell nominatorischen Grundverwendung von Bildern muss auch die Frage geklärt werden, welche Gegenstände dann eigentlich mithilfe von ungegenständlichen Bildern identifiziert werden. Alles in allem erscheint damit die Nomination als Basisform der Bildverwendung wenig überzeugend (⊳ Semantik ungegenständlicher Bilder).
Nominator, singulärer Ausdruck und SatzsubjektDie sprachlichen Ausdrücke, mit deren Hilfe eine Nomination ausgeführt wird, werden Nominatoren genannt. Sie entsprechen weitgehend dem, was mit dem älteren Ausdruck ‘singuläre Termini’ bezeichnet wurde, analog zu den ‘generellen Termini’ (cf. [Tugendhat & Wolf 1983a]Tugendhat, Ernst & Wolf, Ursula (1983): Logisch-semantische Propädeutik. Reclam, Stuttgart. Obwohl mit dem Satzsubjekt in aller Regel eine Nomination ausgeführt wird, gibt es Ausnahmen: die Sätze mit unpersönlich gebrauchtem ‘es’, wie in ‘es regnet’. Diese bilden daher im engeren Sinn auch keine Propositionen. |
Anmerkungen
Literatur
[Gerhardus et al. 1975a]Gerhardus, Dietfried; Kledzik, Silke M. & Reitzig, Gerd H. (1975): Schlüssiges Argumentieren – Logisch-propädeutisches Lehr- und Arbeitsbuch. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen.[Harth 2001a]Harth, Manfred (2001): Bezugnahme bei Bildern. In: Sachs-Hombach, K. (Hg.), Bildhandeln: Interdisziplinäre Forschungen zur Pragmatik bildhafter Darstellungsformen. Halem, Köln.[Kamlah & Lorenzen 1973a]Kamlah, Wilhelm & Lorenzen, Paul (1973): Logische Propädeutik. Vorschule des vernünftigen Redens. BI Wissenschaftsverlag, München.[Lorenz 1970a]Lorenz, Kuno (1970): Elemente der Sprachkritik – Eine Alternative zum Dogmatismus und Skeptizismus in der Analytischen Philosophie. Suhrkamp, Frankfurt/M.[Sachs-Hombach 2003a]Sachs-Hombach, Klaus (2003): Das Bild als kommunikatives Medium. Elemente einer allgemeinen Bildwissenschaft. Halem, Köln.[Tugendhat & Wolf 1983a]Tugendhat, Ernst & Wolf, Ursula (1983): Logisch-semantische Propädeutik. Reclam, Stuttgart.[Tugendhat 1976a]Tugendhat, Ernst (1976): Vorlesungen zur Einführung in die sprachanalytische Philosophie. Suhrkamp, Frankfurt/M. Verantwortlich: Lektorat: Seitenbearbeitungen durch: Joerg R.J. Schirra, Klaus Sachs-Hombach, Marcel Lemmes und Emilia Didier — (Hinweis) |
