Phänomenologische Bildtheorien: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 9. Mai 2011, 09:28 Uhr
Unterpunkt zu: Bildtheoretische Ansätze
Historische Wurzeln/ IdeengeschichteDie theoretische Grundlage für die zahlreichen Spielarten phänomenologischer Bildanalysen liefert Edmund Husserl "[Husserl 1980a]Husserl, Edmund (1980): Phantasie, Bildbewusstsein, Erinnerung. Zur Phänomenologie der anschaulichen Vergegenwärtigungen. Texte aus dem Nachlass (1898-1925) (Husserliana XXIII). Nijhoff, Den Haag, Boston, Dordrecht. HauptvertreterEdmund Husserl (1859-1938) "[Husserl 1980a]Husserl, Edmund (1980): Phantasie, Bildbewusstsein, Erinnerung. Zur Phänomenologie der anschaulichen Vergegenwärtigungen. Texte aus dem Nachlass (1898-1925) (Husserliana XXIII). Nijhoff, Den Haag, Boston, Dordrecht. Beschreibung und Erklärung der MethodeAusgangspunkt der phänomenologischen Bildtheorie ist das Prinzip, dass der Anfang jeder Beschreibung „die reine und sozusagen noch stumme Erfahrung“ ist, die erst zur reinen Aussprache ihres eigenen Sinnes zu bringen ist. Die Wahrnehmung gilt als Urmodus eines Erscheinens, in der was und wie der Erscheinung intentional verklammert sind. Bildlichkeit entsteht, wenn ein Bildding als ein Bild aufgefasst wird und auf diese Weise im Bild ein Bildsujet zu sehen ist. Eine Bildlichkeit geht daher nicht auf eine Verdoppelung der äußeren Wirklichkeit zurück, die „re-präsentiert“ wird. Husserl unterscheidet vielmehr zwischen dem physischen Ding (Trägermaterial), dem Bildobjekt (das Erscheinende bzw. der Repräsentant) und dem Bildsujet (das Repräsentierte). Das Bild selbst ist dabei „unsichtbar“, da es nur im Bildhaften der Dinge und des Sehens auftaucht. Das Hervortretenlassen als Bild gilt als eigentliche Leistung des Bildbewusstseins, das Aspekte wie die Fiktivität der Objekte, die Unterscheidung zwischen einem Bild- und einem Zeichenbewusstsein, den Widerstreit zwischen Fiktion und Realität, Neutralitätsmodifikationen, eine mehrfältige Bildlichkeit und höherstufige Bildvorstellungen umfasst. Bewusstsein ist immer Bewusstsein von etwas, wobei zu diesen Modifikationen zahlreiche Aspekte gehören, so Aktualität und Potentialität, Mehrmeinung und Verschattetes, räumliche und zeitliche Horizonte, identifikatorische Synthesen und Passivitäten sowie Modi der Aufmerksamkeit.
Wichtig wird die signifikative Differenz, derzufolge etwas als etwas erscheint oder sichtbar (oder hörbar usw.) wird. Bereits Husserl betont, dass wir es nicht erst mit Dingen zu tun haben, die wir auf eíner zweiten Stufe als Bilder wahrnehmen, sondern dass etwas als etwas im Bild sichtbar wird. An diese signifikative Differenz schließt sich die sogenannte pikturale "[Waldenfels 2010a]Waldenfels, Bernhard (2010): Sinne und Künste im Wechselspiel. Modi ästhetischer Erfahrung. Suhrkamp, Frankfurt/M. Geeignete Bildtypen bzw. BildexemplareTafelbild, Fotografiebild, Gebrauchsbild, Bild-Ding |
Anmerkungen
Literatur
[Boehm 2007a]Boehm, Gottfried (2007): Wie Bilder Sinn erzeugen. Die Macht des Zeigens. Berlin University Press, Berlin.[Carbone 2001a]Mauro, Carbone (2001): La visibilité de l’invisible. Olms, Hildesheim.[Casey 2002a]Casey, Edward S. (2002): Representing Place. Landscape Painting and Maps. University of Minnesota Press, Minnesota.[Casey 2005a]Casey, Edward S. (2005): Earth-Mapping. Artists Reshaping Landscape. University of Minnesota Press, Minnesota.[Casey 2007a]Casey, Edward S. (2007): The World at a Glance. Indiana University Press, Bloomington.[Derrida 1992a]Derrida, Jacques (1992): Die Wahrheit in der Malerei. Passagen, Wien.[Derrida 2007a]Derrida, Jacques (2007): Aufzeichnungen eines Blinden. Das Selbstporträt und andere Ruinen. Fink, München.[Heidegger 1986a]Der Eintrag existiert noch nicht.[Husserl 1980a]Husserl, Edmund (1980): Phantasie, Bildbewusstsein, Erinnerung. Zur Phänomenologie der anschaulichen Vergegenwärtigungen. Texte aus dem Nachlass (1898-1925) (Husserliana XXIII). Nijhoff, Den Haag, Boston, Dordrecht.[Merleau-Ponty 1993a]Merleau-Ponty, Maurice (1993): Die Prosa der Welt. Fink, München.[Merleau-Ponty 2003a]Merleau-Ponty, Maurice (2003): Das Auge und der Geist. Philosophisches Essays. Meiner, Hamburg.[Mersch 2002a]Mersch, Dieter (2002): Was sich zeigt. Materialität, Präsenz, Ereignis. Fink, München.[Nancy 2006a]Nancy, Jean Luc (2006): Am Grund der Bilder. Diaphanes, Zürich, Berlin.[Nancy 2006b]Nancy, Jean Luc & Ferrari, Federico (2006): Die Haut der Bilder. Diaphanes, Berlin.[Sallis 1998a]Sallis, John (1998): Shades. Of Painting at the Limit. Indiana University Press, Bloomington.[Sallis 2008a]Sallis, John (2008): Transfigurements: On the True Sense of Art. University Of Chicago Press, Chicago.[Sartre 1999a]Sartre, Jean Paul (1999): Die Suche nach dem Absoluten. Texte zur bildenden Kunst. Rowohlt, Hamburg.[Waldenfels 1999a]Waldenfels, Bernhard (1999): Ordnungen des Sichtbaren. In: Waldenfels, B. (Hg.), Sinnesschwellen. Suhrkamp, Frankfurt/M.[Waldenfels 2010a]Waldenfels, Bernhard (2010): Sinne und Künste im Wechselspiel. Modi ästhetischer Erfahrung. Suhrkamp, Frankfurt/M. Verantwortlich: Seitenbearbeitungen durch: Joerg R.J. Schirra, Franziska Kurz und Marcel Lemmes — (Hinweis) |