Karte: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Glossar der Bildphilosophie
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Gyula Papay (Diskussion | Beiträge)
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Aus dem Zeichensystemcharakter der Karte folgt, dass  folgt, dass die Karte stets auch mit Symbolizität verbunden ist. Bei der kartographischen Symbolizität kann man zwischen ikonische und nichtikonische Symbolizität unterscheiden. Bei der kartographischen Ikonizität kann man raumstrukturelle und physiognomische Ikonizität unterscheiden. Die raumstrukturelle Ikonizität ist mit idealisierenden und typisierenden Abstraktion verbunden. Da die Karte ein räumliches Strukturmodell ist, gehört diese Form der Ikonizität (die räumliche Strukturähnlichkeit, der ikonische Syntax) zu den Wesenseigenschaften der Karte.  
Aus dem Zeichensystemcharakter der Karte folgt, dass  folgt, dass die Karte stets auch mit Symbolizität verbunden ist. Bei der kartographischen Symbolizität kann man zwischen ikonische und nichtikonische Symbolizität unterscheiden. Bei der kartographischen Ikonizität kann man raumstrukturelle und physiognomische Ikonizität unterscheiden. Die raumstrukturelle Ikonizität ist mit idealisierenden und typisierenden Abstraktion verbunden. Da die Karte ein räumliches Strukturmodell ist, gehört diese Form der Ikonizität (die räumliche Strukturähnlichkeit, der ikonische Syntax) zu den Wesenseigenschaften der Karte.  
Die physiognomische Ikonizität resultiert aus der Ähnlichkeit zu der äußeren Erscheinung der Referenzobjekte. Eine solche Ikonizität weist z. B. die realistische Darstellung von Wasserflächen oder die Darstellung der dritten Dimension durch Schummerung auf. In semiotischer Hinsicht ist die ikonische Symbolizität, bei der ein Ikon ein anderes Objekt vertritt,  etwas merkwürdig, da sie sowohl ikonisch als auch arbiträr ist. Bei dieser Form der Ikonizität wird eine Objektklasse gebildet, die mit einem Ikon wiedergegeben wird. Es handelt sich hier nicht um eine individuelle Darstellung. Die ikonische Symbolizität ist mit Verallgemeinerung verbunden. Das Ikon fungiert hier als Symbol. Das ikonische Symbol kann auch einen Bezug auf die Physiognomie eines ganz anderen Objektes haben, so z. B. oft bei Piktogrammen. Zu der nichtikonischen symbolischen Piktorialität gehören u. a. arbiträre geometrische Kartensignaturen und Kartendiagramme.  
Die physiognomische Ikonizität resultiert aus der Ähnlichkeit zu der äußeren Erscheinung der Referenzobjekte. Eine solche Ikonizität weist z. B. die realistische Darstellung von Wasserflächen oder die Darstellung der dritten Dimension durch Schummerung auf. In semiotischer Hinsicht ist die ikonische Symbolizität, bei der ein Ikon ein anderes Objekt vertritt,  etwas merkwürdig, da sie sowohl ikonisch als auch arbiträr ist. Bei dieser Form der Ikonizität wird eine Objektklasse gebildet, die mit einem Ikon wiedergegeben wird. Es handelt sich hier nicht um eine individuelle Darstellung. Die ikonische Symbolizität ist mit Verallgemeinerung verbunden. Das Ikon fungiert hier als Symbol. Das ikonische Symbol kann auch einen Bezug auf die Physiognomie eines ganz anderen Objektes haben, so z. B. oft bei Piktogrammen. Zu der nichtikonischen symbolischen Piktorialität gehören u. a. arbiträre geometrische Kartensignaturen und Kartendiagramme.  
Die wichtigste ikonische Eigenschaft der Karte ist. Ein invariantes Merkmal der Bilder, dass sie Räume sind. Raumabbildung ist jedoch kein invariantes Merkmal von Bildern. Es gibt Bilder ohne Objektraumbeziehung, wie z. B. abstrakte Bilder und Diagramme. Eine wesentliche Karteneigenschaft ist der auf Makroräume gerichtete Objektraumbezug. Die Karte bezieht sich auf globale räumliche Strukturen, auf die Oberfläche eines Himmelskörpers (Erde, Mond, Mars usw.) oder auf die räumliche Beziehung von mehreren Himmelskörpern (Sternkarte). Bei großmaßstäbigen räumlichen Strukturmodellen, die einen solchen kleinen Ausschnitt der Erdoberfläche wiedergeben, werden nicht als Karten, sondern als „Pläne“ bezeichnet.  Die raumstrukturelle Transformation weist bei den Karten zwei wesentliche Aspekte auf, den Maßstab und die Verwendung von Kartennetzentwürfen. Die letzteren ermöglichen eine geometrisch richtige Abbildung der sphärischen Raumstruktur in die zweidimensionale Ebene, wobei die topologischen Eigenschaften erhalten bleiben, aber die metrischen Strukturen (z. B. Abstände, Winkel, Fläche) modifiziert werden. Nur in großen Maßstäben können die metrischen Eigenschaften ohne Deformationen wiedergegeben werden. Für Karten von kleineren Maßstäben gibt es Kartennetzentwürfe, die nur bestimmten metrischen Eigenschaften (Abstandtreue, Winkeltreue oder Flächentreue) ohne Deformation wiedergeben können.   
Die wichtigste ikonische Eigenschaft der Karte ist. Ein invariantes Merkmal der Bilder, dass sie Räume sind. Raumabbildung ist jedoch kein invariantes Merkmal von Bildern. Es gibt Bilder ohne Objektraumbeziehung, wie z. B. abstrakte Bilder und Diagramme. Eine wesentliche Karteneigenschaft ist der auf Makroräume gerichtete Objektraumbezug. Die Karte bezieht sich auf globale räumliche Strukturen, auf die Oberfläche eines Himmelskörpers (Erde, Mond, Mars usw.) oder auf die räumliche Beziehung von mehreren Himmelskörpern (Sternkarte). Bei großmaßstäbigen räumlichen Strukturmodellen, die einen solchen kleinen Ausschnitt der Erdoberfläche wiedergeben, werden nicht als Karten, sondern als „Pläne“ bezeichnet.<ref>Die Bezeichnung „Stadtplan“ ist unglücklich, da sie einen Ausschnitt der Erdoberfläche wiedergeben. </ref> Die raumstrukturelle Transformation weist bei den Karten zwei wesentliche Aspekte auf, den Maßstab und die Verwendung von Kartennetzentwürfen. Die letzteren ermöglichen eine geometrisch richtige Abbildung der sphärischen Raumstruktur in die zweidimensionale Ebene, wobei die topologischen Eigenschaften erhalten bleiben, aber die metrischen Strukturen (z. B. Abstände, Winkel, Fläche) modifiziert werden. Nur in großen Maßstäben können die metrischen Eigenschaften ohne Deformationen wiedergegeben werden. Für Karten von kleineren Maßstäben gibt es Kartennetzentwürfe, die nur bestimmten metrischen Eigenschaften (Abstandtreue, Winkeltreue oder Flächentreue) ohne Deformation wiedergeben können.   


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Version vom 3. November 2010, 22:18 Uhr

Unterpunkt zu: Bildverwendungstypen


Darstellung des gr. Zusammenhangs
Engere Begriffsbestimmung
optional Beispiele
Auswirkungen auf andere Begriffe
Anmerkungen
Literatur
[Goodman 1968a]Goodman, Nelson (1968): Languages of Art. Hackett, Indianapolis.[Keates 1982a]Keates, John S. (1982): Understanding Maps. Longman , Edinburgh.[Pápay 2009a]Pápay, Gyula (2009): Kartographie. In: Günzel, S. (Hg.), Raumwissenschaften. Suhrkamp, Frankfurt/M. [Pápay 2012a]Pápay, Gyula (2012): Gedanken zur Kartographie als Bild- und Raumwissenschaft. Kartographische Nachrichten, 62, 1.[Schmauks & Nöth 1998a]Schmauks, Dagmar & Nöth, Winfried (Hg.) (1998): Landkarten als synoptisches Medium. Stauffenburg, Tübingen.

Verantwortlich:

Pápay, Gyula