Zeichentheorien: Übersicht: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Glossar der Bildphilosophie
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Joerg R.J. Schirra (Diskussion | Beiträge)
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== Was bedeutet die Bezeich&shy;nung ‘Zeichen’?==
== Was bedeutet die Bezeichnung ‘Zeichen’?==
Bevor man sich der Frage widmet, ob oder in welchem Sinne Bilder als Zeichen zu begrei&shy;fen sind, sollte zuvor Eini&shy;gung darü&shy;ber herge&shy;stellt werden, was  eigent&shy;lich mit dem Ausdruck ‘Zeichen’ gemeint ist. Diese Klärung ist keines&shy;wegs trivial, wird der Termi&shy;nus doch sowohl histo&shy;risch als auch in den gegen&shy;wärti&shy;gen Diskus&shy;sionen in vieler&shy;lei Bedeu&shy;tungsva&shy;rianten verwen&shy;det. Der vorlie&shy;gende Hauptpunkt versam&shy;melt daher eine Reihe von Arti&shy;keln zu allge&shy;meinen und grundle&shy;genden Aspek&shy;ten dessen, was (sinnvol&shy;lerwei&shy;se) in welchem Zusam&shy;menhang für Zeichen als charak&shy;teris&shy;tisch aufge&shy;fasst werden sollte.
Bevor man sich der Frage widmet, ob oder in welchem Sinne Bilder als Zeichen zu begrei&shy;fen sind, sollte zuvor Eini&shy;gung darü&shy;ber herge&shy;stellt werden, was  eigent&shy;lich mit dem Ausdruck ‘Zeichen’ gemeint ist. Diese Klärung ist keines&shy;wegs trivial, wird der Termi&shy;nus doch sowohl histo&shy;risch als auch in den gegen&shy;wärti&shy;gen Diskus&shy;sionen in vieler&shy;lei Bedeu&shy;tungsva&shy;rianten verwen&shy;det. Der vorlie&shy;gende Haupt&shy;punkt versam&shy;melt daher eine Reihe von Abhand&shy;lungen zu allge&shy;meinen und grundle&shy;genden Aspek&shy;ten dessen, was (sinnvol&shy;lerwei&shy;se) in welchem Zusam&shy;menhang für Zeichen als charak&shy;teris&shy;tisch aufge&shy;fasst werden sollte.<ref>Ein ver&shy;tief&shy;ten Über&shy;blick über die Se&shy;mi&shy;o&shy;tik als Grund&shy;la&shy;gen&shy;the&shy;o&shy;rie für bild&shy;wis&shy;sen&shy;schaft&shy;li&shy;che und bild&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phi&shy;sche Be&shy;trach&shy;tun&shy;gen fin&shy;det sich in <bib id='Birk et al. 2013a'></bib>.</ref>


==Zu den Unterpunkten==
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Diese Artikel lassen sich zwanglos in drei Gruppen arran&shy;gieren:
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Die Themen der ersten Gruppe beziehen sich auf das theore&shy;tische Umfeld der Zeichen&shy;theorien und hiermit verbun&shy;den auf allge&shy;meine Charak&shy;teri&shy;sierun&shy;gen von Zeichen. Dabei steht der Komplex [[Zeichen, Zeichenträger, Zeichensystem|‘Zeichen, Zeichen&shy;träger, Zeichen&shy;system’]] im Zentrum. Zumin&shy;dest die neue&shy;ren semio&shy;tischen Ansät&shy;ze beru&shy;hen auf einer handlungs&shy;theore&shy;tischen Grundle&shy;gung des Zeichen&shy;begriffs, was ihn in den Kontext der Begrif&shy;fe&#8203; [[Interaktion und Kommunikation|»Inter&shy;aktion«,&#8203; »Kommu&shy;nika&shy;tion«]]&#8203; und&#8203; [[Modalität|»Moda&shy;lität«]]&#8203; stellt. Mit [[Pragmatik, Semantik, Syntax|‘Pragma&shy;tik, Seman&shy;tik und Syntax’]] wird zudem eine tradi&shy;tionel&shy;le Unter&shy;scheidung der Semio&shy;tik näher beleuch&shy;tet, die auch die im enge&shy;ren Sinne bildse&shy;mioti&shy;schen Lemma&shy;ta dieses Glossars einteilt. Je ein Lemma ist zudem einem beson&shy;ders wichti&shy;gen Begriff oder Begriffs&shy;paar dieser Dreitei&shy;lung gewid&shy;met: Pragma&shy;tisch spielt der Begriff des&#8203; [[Kontext|»Kontex&shy;tes«]]&#8203; eine wichti&shy;ge Rolle; seman&shy;tisch ist die Unter&shy;scheidung von&#8203; [[Bedeutung und Referenz|»Bedeu&shy;tung«&#8203; und »Refe&shy;renz«]]&#8203; wichtig; auf der Ebe&shy;ne der Zeichen&shy;träger ist schließlich die Diffe&shy;renzie&shy;rung zwischen&#8203; [[Morphologie und Syntax|»Syntax«&#8203; und »Morpho&shy;logie«]]&#8203; gera&shy;de auch für bildphi&shy;loso&shy;phische Betrach&shy;tungen bedeut&shy;sam.
Die Themen der ersten Gruppe beziehen sich auf das theore&shy;tische Umfeld der Zeichen&shy;theorien und hiermit verbun&shy;den auf allge&shy;meine Charak&shy;teri&shy;sierun&shy;gen von Zeichen. Dabei steht der Komplex [[Zeichen, Zeichenträger, Zeichensystem|‘Zeichen, Zeichen&shy;träger, Zeichen&shy;system’]] im Zentrum. Zumin&shy;dest die neue&shy;ren semi&shy;oti&shy;schen Ansät&shy;ze beru&shy;hen auf einer handlungs&shy;theore&shy;tischen Grundle&shy;gung des Zeichen&shy;begriffs, was ihn in den Kontext der Begrif&shy;fe&#8203; [[Interaktion und Kommunikation|»Inter&shy;aktion«,&#8203; »Kommu&shy;nika&shy;tion«]]&#8203; und&#8203; [[Modalität|»Moda&shy;lität«]]&#8203; stellt. Mit [[Pragmatik, Semantik, Syntax|‘Pragma&shy;tik, Seman&shy;tik und Syntax’]] wird zudem eine tradi&shy;tionel&shy;le Unter&shy;scheidung der Semi&shy;otik näher beleuch&shy;tet, die auch die im enge&shy;ren Sinne bild&shy;semio&shy;tischen Lemma&shy;ta dieses Glossars einteilt. Je ein Lemma ist zudem einem beson&shy;ders wichti&shy;gen Begriff oder Begriffs&shy;paar dieser Drei&shy;teilung gewid&shy;met: Pragma&shy;tisch spielt der Begriff des&#8203; [[Kontext|»Kontex&shy;tes«]]&#8203; eine wichti&shy;ge Rolle; seman&shy;tisch ist die Unter&shy;scheidung von&#8203; [[Bedeutung und Referenz|»Bedeu&shy;tung«&#8203; und&#8203; »Refe&shy;renz«]]&#8203; wichtig; auf der Ebene der Zeichen&shy;träger ist schließlich die Diffe&shy;renzie&shy;rung zwischen&#8203; [[Morphologie und Syntax|»Syntax«&#8203; und&#8203; »Morpho&shy;logie«]]&#8203; gera&shy;de auch für bild&shy;philo&shy;sophi&shy;sche Betrach&shy;tungen bedeut&shy;sam.
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In einer zweiten Gruppe von Themen geht es um wichti&shy;ge Zeichen&shy;kompo&shy;nenten, wobei im hier betrach&shy;teten allge&shy;meinen Rahmen insbe&shy;sonde&shy;re die aus der semio&shy;tischen Betrach&shy;tung der menschli&shy;chen Sprache gewon&shy;nenen Begrif&shy;fe reka&shy;pitu&shy;liert und in ihrer Brauchbar&shy;keit für die bildtheo&shy;retische Anwen&shy;dung unter&shy;sucht werden: Es wird in dieser Gruppe vor allem das sprachphi&shy;loso&shy;phische Quartett von&#8203; [[Illokution|»Illo&shy;kution«]],&#8203; [[Proposition|»Propo&shy;sition«]]&#8203; sowie&#8203; [[Nomination|»Nomi&shy;nation«]]&#8203; und&#8203; [[Prädikation|»Prädi&shy;kation«]]&#8203; als Teile der Propo&shy;sition betrach&shy;tet. Auf einer allge&shy;meine&shy;ren handlungs&shy;theore&shy;tischen Ebe&shy;ne lässt sich über die Unter&shy;scheidung von&#8203; [[Interaktions-, Selbst- und Sachbezug|»Inter&shy;aktions«-,&#8203; »Selbst-«&#8203; und &#8203;»Sachbe&shy;zug«]]&#8203; von Zeichen zudem eine Querver&shy;bindung von jenen vier sprachphi&shy;loso&shy;phischen Begrif&shy;fen zu den Themen&#8203; »Inter&shy;aktion«,&#8203; »Kommu&shy;nika&shy;tion«,&#8203; »Wahr&shy;heit«&#8203; und »Wahrhaf&shy;tigkeit«&#8203; herstel&shy;len, die auch für bildse&shy;mioti&shy;sche Betrach&shy;tungen nicht zu vernach&shy;lässi&shy;gen ist.
In einer zweiten Gruppe von Themen geht es um wichti&shy;ge Zeichen&shy;kompo&shy;nenten, wobei im hier betrach&shy;teten allge&shy;meinen Rahmen insbe&shy;sonde&shy;re die aus der semi&shy;oti&shy;schen Betrach&shy;tung der menschli&shy;chen Sprache gewon&shy;nenen Begrif&shy;fe reka&shy;pitu&shy;liert und in ihrer Brauchbar&shy;keit für die bild&shy;theore&shy;tische Anwen&shy;dung unter&shy;sucht werden: Es wird in dieser Gruppe vor allem das sprach&shy;philo&shy;sophi&shy;sche Quartett von&#8203; [[Illokution|»Illo&shy;kution«]],&#8203; [[Proposition|»Propo&shy;sition«]]&#8203; sowie&#8203; [[Nomination|»Nomi&shy;nation«]]&#8203; und &#8203;[[Prädikation|»Prädi&shy;kation«]]&#8203; als Teile der Propo&shy;sition betrach&shy;tet. Auf einer allge&shy;meine&shy;ren handlungs&shy;theore&shy;tischen Ebe&shy;ne lässt sich über die Unter&shy;scheidung von&#8203; [[Interaktions-, Selbst- und Sachbezug|»Inter&shy;aktions«-,&#8203; »Selbst-«&#8203; und&#8203; »Sachbe&shy;zug«]]&#8203; von Zeichen zudem eine Querver&shy;bindung von jenen vier sprach&shy;philo&shy;sophi&shy;schen Begrif&shy;fen zu den Themen&#8203; »Inter&shy;aktion«,&#8203; »Kommu&shy;nika&shy;tion«,&#8203; »Wahr&shy;heit«&#8203; und&#8203; »Wahr&shy;haftig&shy;keit«&#8203; herstel&shy;len, die auch für bild&shy;semio&shy;tische Betrach&shy;tungen nicht zu vernach&shy;lässi&shy;gen ist.
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Spezielle Zeichenklassen werden in der dritten Gruppe betrach&shy;tet: Hier geht es insbe&shy;sonde&shy;re um die Peirce&shy;sche Diffe&shy;renzie&shy;rung von [[Symbol, Index, Ikon|symbo&shy;lischen, inde&shy;xika&shy;lischen und iko&shy;nischen Zeichen]] und um den für Goodmans Symbol&shy;theorie wichti&shy;gen Begriff der [[Notation|Nota&shy;tionen]].
Spezielle Zeichenklassen werden in der dritten Gruppe betrach&shy;tet: Hier geht es insbe&shy;sonde&shy;re um die Peirce&shy;sche Diffe&shy;renzie&shy;rung von [[Symbol, Index, Ikon|symbo&shy;lischen, inde&shy;xika&shy;lischen und iko&shy;nischen Zeichen]] und um den für Goodmans Symbol&shy;theorie wichtigen Begriff der [[Notation|Nota&shy;tionen]].


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Version vom 30. November 2013, 15:59 Uhr

Hauptpunkt zu: Bilder als Zeichen


Was bedeutet die Bezeichnung ‘Zeichen’?

Bevor man sich der Frage widmet, ob oder in welchem Sinne Bilder als Zeichen zu begrei­fen sind, sollte zuvor Eini­gung darü­ber herge­stellt werden, was eigent­lich mit dem Ausdruck ‘Zeichen’ gemeint ist. Diese Klärung ist keines­wegs trivial, wird der Termi­nus doch sowohl histo­risch als auch in den gegen­wärti­gen Diskus­sionen in vieler­lei Bedeu­tungsva­rianten verwen­det. Der vorlie­gende Haupt­punkt versam­melt daher eine Reihe von Abhand­lungen zu allge­meinen und grundle­genden Aspek­ten dessen, was (sinnvol­lerwei­se) in welchem Zusam­menhang für Zeichen als charak­teris­tisch aufge­fasst werden sollte.[1]

Zu den Unterpunkten

Diese Artikel lassen sich zwanglos in drei Gruppen arrangieren:

Die Themen der ersten Gruppe beziehen sich auf das theore­tische Umfeld der Zeichen­theorien und hiermit verbun­den auf allge­meine Charak­teri­sierun­gen von Zeichen. Dabei steht der Komplex ‘Zeichen, Zeichen­träger, Zeichen­system’ im Zentrum. Zumin­dest die neue­ren semi­oti­schen Ansät­ze beru­hen auf einer handlungs­theore­tischen Grundle­gung des Zeichen­begriffs, was ihn in den Kontext der Begrif­fe​ »Inter­aktion«,​ »Kommu­nika­tion«​ und​ »Moda­lität«​ stellt. Mit ‘Pragma­tik, Seman­tik und Syntax’ wird zudem eine tradi­tionel­le Unter­scheidung der Semi­otik näher beleuch­tet, die auch die im enge­ren Sinne bild­semio­tischen Lemma­ta dieses Glossars einteilt. Je ein Lemma ist zudem einem beson­ders wichti­gen Begriff oder Begriffs­paar dieser Drei­teilung gewid­met: Pragma­tisch spielt der Begriff des​ »Kontex­tes«​ eine wichti­ge Rolle; seman­tisch ist die Unter­scheidung von​ »Bedeu­tung«​ und​ »Refe­renz«​ wichtig; auf der Ebene der Zeichen­träger ist schließlich die Diffe­renzie­rung zwischen​ »Syntax«​ und​ »Morpho­logie«​ gera­de auch für bild­philo­sophi­sche Betrach­tungen bedeut­sam.

In einer zweiten Gruppe von Themen geht es um wichti­ge Zeichen­kompo­nenten, wobei im hier betrach­teten allge­meinen Rahmen insbe­sonde­re die aus der semi­oti­schen Betrach­tung der menschli­chen Sprache gewon­nenen Begrif­fe reka­pitu­liert und in ihrer Brauchbar­keit für die bild­theore­tische Anwen­dung unter­sucht werden: Es wird in dieser Gruppe vor allem das sprach­philo­sophi­sche Quartett von​ »Illo­kution«,​ »Propo­sition«​ sowie​ »Nomi­nation«​ und ​»Prädi­kation«​ als Teile der Propo­sition betrach­tet. Auf einer allge­meine­ren handlungs­theore­tischen Ebe­ne lässt sich über die Unter­scheidung von​ »Inter­aktions«-,​ »Selbst-«​ und​ »Sachbe­zug«​ von Zeichen zudem eine Querver­bindung von jenen vier sprach­philo­sophi­schen Begrif­fen zu den Themen​ »Inter­aktion«,​ »Kommu­nika­tion«,​ »Wahr­heit«​ und​ »Wahr­haftig­keit«​ herstel­len, die auch für bild­semio­tische Betrach­tungen nicht zu vernach­lässi­gen ist.

Spezielle Zeichenklassen werden in der dritten Gruppe betrach­tet: Hier geht es insbe­sonde­re um die Peirce­sche Diffe­renzie­rung von symbo­lischen, inde­xika­lischen und iko­nischen Zeichen und um den für Goodmans Symbol­theorie wichtigen Begriff der Nota­tionen.

Anmerkungen
  1. ↑ Ein ver­tief­ten Über­blick über die Se­mi­o­tik als Grund­la­gen­the­o­rie für bild­wis­sen­schaft­li­che und bild­phi­lo­so­phi­sche Be­trach­tun­gen fin­det sich in [Birk et al. 2013a]Der Eintrag existiert noch nicht..
Literatur
[Birk et al. 2014a]Birk, Elisabeth & Halawa, Mark A. & Mosbach, Doris (2014): Semiotik. In: Netzwerk Bildphilosophie (Hg.), Bild und Methode. Theoretische Hintergründe und methodische Verfahren der Bildwissenschaft. Halem, Köln.

Verantwortlich:

Seitenbearbeitungen durch: Joerg R.J. Schirra und Klaus Sachs-Hombach — (Hinweis)