Exkurs:Verifikationsverfahren: Unterschied zwischen den Versionen
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Die Wahrheit einer [[Proposition]] kann nur | Die Wahrheit einer [[Proposition]] kann nur rela­tiv zu dem gemein­ten [[Kontext]] ange­geben werden. Bei einer ''singu­lären konkre­ten'' Propo­sition<ref>Vgl. [[Exkurs:Arten von Propositionen|Ex­kurs: Ar­ten von Pro­po­si­ti­o­nen]].</ref> ergibt sich Wahrheit (und Falsch­heit) aus dem Verhält­nis zwischen dem behaup­teten Sachver­halt und den Tatsa­chen in dem gemein­ten Kontext. Dabei muss unter­schieden werden, ob es möglich ist, die Geltung des behaup­teten Sachver­halts in dem Kontext ''empi­risch'' zu über­prüfen, oder ob direk­ter Zugang zu dem Kontext nicht möglich ist und daher nur ein ''logi­scher'' Abgleich mit dem Vorwis­sen gelingt.<ref>Vgl. auch [http://de.wikipedia.org/wiki/Verifikation Wi­ki­pe­dia: Ve­ri­fi­ka­ti­on], so­wie [http://de.wikipedia.org/wiki/Beweis_%28Logik%29 Wi­ki­pe­dia: Be­weis (Lo­gik)].</ref> | ||
==Verifikationsverfahren für | ==Verifikationsverfahren für singu­läre kon­krete Propo­siti­onen == | ||
*Das allgemeine ''empirische'' | *Das allgemeine ''empirische'' Veri­fika­tionsver­fahren für singu­läre konkre­te Propo­siti­onen besteht darin, zunächst den durch die [[Kontextbildung|Kontext­bildung]] ange­gebe­nen Kontext aufzu­suchen, dort die durch die [[Nomination|Nomi­natio­nen]] iden­tifi­zierten Gegen­stände zu finden und schließlich die durch die [[Prädikation|Prädi­kation]] ins Spiel gebrach­te Unter­scheidungs­praxis auf jene Gegen­stände anzu­wenden. Der Wahrheits­begriff ist damit ''korres­pondenz­theore­tisch'' gefaßt. | ||
:*Ein Sonderfall tritt bei | :*Ein Sonderfall tritt bei Loka­tionsan­gaben ein: Wird durch die Prädi­kation ein Gegen­stand ''loka­lisiert'', dann sucht man gemein­hin nicht zunächst den Gegen­stand und prüft dann, ob er sich am prädi­zierten Ort befin­det; vielmehr sucht man den ange­gebenen Ort auf und prüft, ob sich der gemein­te konkre­te Gegen­stand dort befin­det. Diese ''Veri­fika­tionsum­kehr'' hängt mit der Bedeu­tung der Rauman­gaben für die [[Kontextbildung|Kontext­bildung]] zusam­men (vgl. <bib id='Tugendhat 1976a'>Tugend­hat 1976a</bib>: V. 26, insbes. S. 463-469).<ref>Ge­nau­er: Da kon­kre­te Pro­po­si­ti­o­nen da­durch be­stimmt sind, dass man sich mit ih­nen auf'' raum­zeit­lich ver­or­te­te'' Ge­gen­stän­de be­zieht, tritt die Ve­ri­fi­ka­ti­ons­um­kehr ge­ra­de bei der Zu­schrei­bung der für die­se Art von Ge­gen­stän­den cha­rak­te­ris­ti­schen Ei­gen­schaft auf.</ref> | ||
*Ein allgemeines ''logisches'' Verifikationsverfahren kann für die singulären konkreten Propositionen zum Zuge kommen, wenn der Zielkontext nicht zur aktuellen Verhaltensituation, in der allein das empirische Verifikationsverfahren wirksam wäre, gemacht werden kann: Hierbei wird allein durch logisches Schließen die Verträglichkeit der Proposition mit dem Wissen über jenen Kontext getestet (vgl. hierzu [[Prädikation#Begriffe, begriffliche Argu­mente und logi­sches Schließen|Prädikation: Begriffe, begriffliche Argumente und logisches Schließen]]). Hier liegt daher ein ''kohärenztheoretischer'' Wahrheitsbegriff zugunde. | *Ein allgemeines ''logisches'' Verifikationsverfahren kann für die singulären konkreten Propositionen zum Zuge kommen, wenn der Zielkontext nicht zur aktuellen Verhaltensituation, in der allein das empirische Verifikationsverfahren wirksam wäre, gemacht werden kann: Hierbei wird allein durch logisches Schließen die Verträglichkeit der Proposition mit dem Wissen über jenen Kontext getestet (vgl. hierzu [[Prädikation#Begriffe, begriffliche Argu­mente und logi­sches Schließen|Prädikation: Begriffe, begriffliche Argumente und logisches Schließen]]). Hier liegt daher ein ''kohärenztheoretischer'' Wahrheitsbegriff zugunde. | ||
Version vom 8. September 2013, 23:07 Uhr
Exkurs zu: Modalität, Proposition
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Die Wahrheit einer Proposition kann nur relativ zu dem gemeinten Kontext angegeben werden. Bei einer singulären konkreten Proposition[1] ergibt sich Wahrheit (und Falschheit) aus dem Verhältnis zwischen dem behaupteten Sachverhalt und den Tatsachen in dem gemeinten Kontext. Dabei muss unterschieden werden, ob es möglich ist, die Geltung des behaupteten Sachverhalts in dem Kontext empirisch zu überprüfen, oder ob direkter Zugang zu dem Kontext nicht möglich ist und daher nur ein logischer Abgleich mit dem Vorwissen gelingt.[2]
Verifikationsverfahren für singuläre konkrete Propositionen
Verifikationsverfahren für andere Arten von PropositionenBei den anderen Typen von Propositionen wird Wahrheit auf verschiedene Weisen auf die Basisform der singulären konkreten Propositionen zurück bezogen:[4]
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Anmerkungen
Literatur
[Ros 1999a]Ros, Arno (1999): Was ist Philosophie?. In: Raatzsch, R. (Hg.), Philosophieren über Philosophie. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig.[Tugendhat 1976a]Tugendhat, Ernst (1976): Vorlesungen zur Einführung in die sprachanalytische Philosophie. Suhrkamp, Frankfurt/M. Verantwortlich: Lektorat: Seitenbearbeitungen durch: Joerg R.J. Schirra und Marcel Lemmes — (Hinweis) |