Sehendes Sehen: Unterschied zwischen den Versionen
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Affirmativ etwa <bib id='Boehm 1995a'></bib> in dem von ihm herausgegebenen Band «Was ist ein Bild», durch Abdruck des Beitrages von Imdahl «Ikonik. Bilder und ihre Anschauung» (<bib id='Imdahl 1996a'></bib>: S. 300-324). Im selben Band auch mit direkter Bezugnahme und weiterführenden Überlegungen Waldenfels mit seinem Aufsatz «Ordnungen des Sichtbaren» (<bib id='Waldenfels 1994a'></bib>), speziell der Teil «Kunsttheoretisches Vorspiel: Sehendes und wiedererkennendes Sehen» (234-237).<ref>Ob es legitim ist, Imdahl explizit einer phänomenologischen Position zuzuordnen, bliebe aus meiner Sicht noch zu diskutieren. So wäre etwa Imdahls eher analytischer Bezug auf syntaktische und semantische Sinnebenen im Zusammenhang mit seiner »Ikonik« der Phänomenologie doch eher fremd. Bezieht sich Imdahl irgendwo auf Phänomenologie?</ref>. Gottfried Boehm bietet eine Einführung zum Band «Reflexion, Theorie, Methode» (<bib id='Imdahl 1996c'></bib>: S. 7-41), wobei er dort Imdahls Unterscheidung von sehendem und wiedererkennenden Sehen auf dem Weg zur Ikonik als „die wohl wichtigste, im übrigen auch die erfolgreichste Etappe“ einstuft (<bib id='Imdahl 1996a'></bib>: S. 92-29). Zur Kritik an Imdahls Geschichtsauffassung siehe etwa <bib id='Rosenberg 2006a'></bib>. Kritisch und sehr differenziert zum Verhältnis Imdahl/Panofsky: <bib id='Thürlemann 2009a'></bib>. Einmal aus analytischer Sicht, aber dann Imdahl kritisch bewertend: <bib id='Steinbrenner 1997a'></bib>. Naheliegend aus analytischer Sicht ist dabei die Verbindung von »Ikonik« zu Goodmans Begriff der [[Referenz, Denotation, Exemplifikation|Exemplifikation]]. | Affirmativ etwa <bib id='Boehm 1995a'></bib> in dem von ihm herausgegebenen Band «Was ist ein Bild», durch Abdruck des Beitrages von Imdahl «Ikonik. Bilder und ihre Anschauung» (<bib id='Imdahl 1996a'></bib>: S. 300-324). Im selben Band auch mit direkter Bezugnahme und weiterführenden Überlegungen Waldenfels mit seinem Aufsatz «Ordnungen des Sichtbaren» (<bib id='Waldenfels 1994a'></bib>), speziell der Teil «Kunsttheoretisches Vorspiel: Sehendes und wiedererkennendes Sehen» (234-237).<ref>Ob es legitim ist, Imdahl explizit einer phänomenologischen Position zuzuordnen, bliebe aus meiner Sicht noch zu diskutieren. So wäre etwa Imdahls eher analytischer Bezug auf syntaktische und semantische Sinnebenen im Zusammenhang mit seiner »Ikonik« der Phänomenologie doch eher fremd. Bezieht sich Imdahl irgendwo auf Phänomenologie?</ref>. Gottfried Boehm bietet eine Einführung zum Band «Reflexion, Theorie, Methode» (<bib id='Imdahl 1996c'></bib>: S. 7-41), wobei er dort Imdahls Unterscheidung von sehendem und wiedererkennenden Sehen auf dem Weg zur Ikonik als „die wohl wichtigste, im übrigen auch die erfolgreichste Etappe“ einstuft (<bib id='Imdahl 1996a'></bib>: S. 92-29). Zur Kritik an Imdahls Geschichtsauffassung siehe etwa <bib id='Rosenberg 2006a'></bib>. Kritisch und sehr differenziert zum Verhältnis Imdahl/Panofsky: <bib id='Thürlemann 2009a'></bib>. Einmal aus analytischer Sicht, aber dann Imdahl kritisch bewertend: <bib id='Steinbrenner 1997a'></bib>. Naheliegend aus analytischer Sicht ist dabei die Verbindung von »Ikonik« zu Goodmans Begriff der [[Referenz, Denotation, Exemplifikation|Exemplifikation]]. | ||
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Version vom 12. Februar 2013, 15:07 Uhr
Unterpunkt zu: Wahrnehmungstheorien: Übersicht
»Sehendes Sehen«Der Ausdruck ‘sehendes Sehen’ wurde geprägt von Max Imdahl (1925-1988), einem deutschen Kunsthistoriker, der zeitweise auch als bildender Künstler tätig war. Für Imdahls Methode der Werkanalyse, von ihm als ‘Ikonik’ bezeichnet, spielt der Begriff des »sehenden Sehens« im Zusammenhang mit Imdahls Auffassung eines »wiedererkennenden Sehens« eine grundlegende Rolle. Im Folgenden soll ein Überblick gegeben werden über die folgenden Aspekte: Imdahls Entwicklung des Begriffes »sehendes Sehen«, Bezug zur »Ikonik«, Imdahls Bezugnahme auf und Kritik an Autoren wie Fiedler oder Panofsky, Rezeption von Imdahls Methode, mögliche Anknüpfungspunkte für die aktuelle bildwissenschaftliche Forschung.
Imdahls Entwicklung des Begriffes »sehendes Sehen«Imdahl entwickelt und konturiert den Begriff des »sehenden Sehens« durch Bezugnahme auf sein Verständnis von einem »wiedererkennenden Sehen« (erstmals in einem Aufsatz von 1974; vgl. [Imdahl 1996a]Imdahl, Max (1996): Cézanne – Bracque – Picasso. Zum Verhältnis zwischen Bildautonomie und Gegenstandssehen. In: Boehm, G. (Hg.), Max Imdahl, Gesammelte Schriften, Band 3: Reflexion – Theorie – Methode. Suhrkamp, Frankfurt/M.
»Erkennendes Sehen« und »Ikonik«, Bezüge zu und Kritik an Fiedler und PanofskyDas »sehende Sehen« im Sinne Imdahls steht für eine Sichtweise, die sich von der Praxis, das betrachtete Objekt Begriffen unterzuordnen, grundlegend distanziert. In der Kritik an einer solchen Praxis sieht sich Imdahl den Auffassungen Konrad Fiedlers (1841-1895) nahestehend, der es scharf verurteilt, „die Anschauung als Mittel, zum Begriff zu gelangen“ ([Imdahl 1996a]Imdahl, Max (1996): Cézanne – Bracque – Picasso. Zum Verhältnis zwischen Bildautonomie und Gegenstandssehen. In: Boehm, G. (Hg.), Max Imdahl, Gesammelte Schriften, Band 3: Reflexion – Theorie – Methode. Suhrkamp, Frankfurt/M.
Thematisch werden damit – aus heutiger Sicht formuliert – grundlegende Fragen zur Natur nicht-propositionaler Erkenntnisformen, in Bezug auf die Wahrnehmung von Kunstwerken. Auf dieser erkenntnistheoretischen Ebene dürften auch Anknüpfungspunkte zu aktuellen bildwissenschaftlichen Debatten zu finden sein, dazu später mehr. Imdahl beruft sich somit auf einer erkenntnistheoretischen Ebene und in Bezug auf seine Werkauffassung explizit und wiederholt auf Fiedler (siehe etwa [Imdahl 1996a]Imdahl, Max (1996): Cézanne – Bracque – Picasso. Zum Verhältnis zwischen Bildautonomie und Gegenstandssehen. In: Boehm, G. (Hg.), Max Imdahl, Gesammelte Schriften, Band 3: Reflexion – Theorie – Methode. Suhrkamp, Frankfurt/M.
Erst im vermittelten Verhältnis von sehendem und wiedererkennendem Sehen sieht Imdahl also seine ikonische Betrachtungsweise realisiert:
Rezeption von Imdahls MethodikAffirmativ etwa [Boehm 1995a]Boehm, Gottfried (1995): Bildbeschreibung. Über die Grenzen von Bild und Sprache. In: Boehm, G. & Pfotenhauer, H. (Hg.), Beschreibungskunst, Kunstbeschreibung: Ekphrasis von der Antike bis zur Gegenwart. Fink, München. |
Anmerkungen
Literatur
[Boehm 1995a]Boehm, Gottfried (1995): Bildbeschreibung. Über die Grenzen von Bild und Sprache. In: Boehm, G. & Pfotenhauer, H. (Hg.), Beschreibungskunst, Kunstbeschreibung: Ekphrasis von der Antike bis zur Gegenwart. Fink, München.[Imdahl 1996a]Imdahl, Max (1996): Cézanne – Bracque – Picasso. Zum Verhältnis zwischen Bildautonomie und Gegenstandssehen. In: Boehm, G. (Hg.), Max Imdahl, Gesammelte Schriften, Band 3: Reflexion – Theorie – Methode. Suhrkamp, Frankfurt/M.[Imdahl 1996b]Imdahl, Max (1996): Giotto. Arenafresken. Fink, München.[Imdahl 1996c]Imdahl, Max (1996): Reflexion, Theorie, Methode. Suhrkamp, Frankfurt/M.[Rosenberg 2006a]Rosenberg, Raphael (2006): Ikonik und Geschichte. Zur Frage der historischen Angemessenheit von Max Imdahls Kunstbetrachtung .[Steinbrenner 1997a]Steinbrenner, Jakob (1997): Doppelbilder: Manet und Imdahl. In: Steinbrenner, J. & Winko, U. (Hg.), Bilder in der Philosophie & in anderen Künsten & Wissenschaften. Schöningh, Paderborn.[Thürlemann 2009a]Thürlemann, Felix (2009): Ikonographie, Ikonologie, Ikonik: Max Imdahl liest Erwin Panofsky. In: Sachs-Hombach, K. (Hg.), Bildtheorien: Anthropologische und kulturelle Grundlagen des Visualistic Turn. Suhrkamp, Frankfurt/M.[Waldenfels 1994a]Waldenfels, Bernhard (1994): Ordnungen des Sichtbaren. Zum Gedenken an Max Imdahl. In: Boehm, G. (Hg.), Was ist ein Bild?. Fink, München. Verantwortlich: Seitenbearbeitungen durch: Joerg R.J. Schirra, Marcel Lemmes und Eva Schürmann — (Hinweis) |