Ikonische Differenz: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Glossar der Bildphilosophie
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Joerg R.J. Schirra (Diskussion | Beiträge)
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==Einleitung und Textbe&shy;stand==
Der von Gottfried Boehm geprägte “Begriff” der iko&shy;nischen Diffe&shy;renz<ref>Wahl&shy;wei&shy;se auch als „The&shy;o&shy;rem der iko&shy;ni&shy;schen Dif&shy;fe&shy;renz“ (<bib id='Boehm 1994a'></bib>: S. 32, 34), „Ka&shy;te&shy;go&shy;rie oder Mo&shy;dell der iko&shy;ni&shy;schen Dif&shy;fe&shy;renz“ (<bib id='Boehm 2004b'></bib>: S. 15), „Kon&shy;strukt der iko&shy;ni&shy;schen Dif&shy;fe&shy;renz“ (<bib id='Boehm 2004b'></bib>: S. 16), „Mo&shy;dell der iko&shy;ni&shy;schen Dif&shy;fe&shy;renz“ (<bib id='Boehm 2007a'></bib>: S. 16), „Be&shy;grün&shy;dungs&shy;fi&shy;gur“ oder „Ar&shy;gu&shy;men&shy;ta&shy;ti&shy;ons&shy;fi&shy;gur der iko&shy;ni&shy;schen Dif&shy;fe&shy;renz“ (<bib id='Boehm 2011a'></bib>: S. 173f.), tat&shy;säch&shy;lich auch als „The&shy;o&shy;rie der iko&shy;ni&shy;schen Dif&shy;fe&shy;renz“ (<bib id='Boehm 2007b'></bib>: S. 36) und wie&shy;de&shy;rum als „Ka&shy;te&shy;go&shy;rie“ (<bib id='Boehm 2011a'></bib>: S. 170) be&shy;zeich&shy;net.</ref> soll eben&shy;so wie ande&shy;re promi&shy;nente Begrif&shy;fe der Bild&shy;theorie&#8203; (»Au&shy;ra«,&#8203; »punctum«&#8203; etc.) offen&shy;bar „nicht zu Ende gedacht“ werden. Laut einem zusam&shy;menfas&shy;senden Arti&shy;kel von 2011 wurde er von Boehm bereits seit 1978 ent&shy;wickelt (<bib id='Boehm 2011a'></bib>: S. 170), eine ande&shy;re Selbst&shy;auskunft (<bib id='Boehm 2007b'></bib>: S. 35) datiert den Ursprung auf einen Text von 1980.<ref>Boehm ver&shy;weist hier auf fol&shy;gen&shy;de Ar&shy;bei&shy;ten: <bib id='Boehm 1978a'></bib>, <bib id='Boehm 1980a'></bib>.</ref>
:
Seitdem wurde der Begriff in konzep&shy;tuell sehr unter&shy;schiedli&shy;chen Vari&shy;anten publi&shy;ziert, ohne jemals zu einem theore&shy;tischen Gesamt&shy;system ausge&shy;arbei&shy;tet worden zu sein. Das Vorläu&shy;fige und Prozess&shy;hafte des Begriffs ist durchaus gewollt, so heißt es noch 2004: „Ich bin dabei, dieses Grund&shy;modell weiter auszu&shy;arbei&shy;ten und mit weite&shy;ren theore&shy;tischen strata auszu&shy;statten“ (<bib id='Boehm 2004a'></bib>: S. 16). Die Vari&shy;abi&shy;lität der Konzep&shy;tion korre&shy;liert also mit dem ausdrück&shy;lichen Wunsch, die Begrün&shy;dung eines bild-&#8203;theore&shy;tischen Systems zu vermei&shy;den:
:
:''Dieses Modell der ikoni&shy;schen Diffe&shy;renz dient dazu, die in Bildern wirksa&shy;me Logik zu ana&shy;lysie&shy;ren, ohne damit ein theore&shy;tisches System zu inten&shy;dieren.'' (<bib id='Boehm 2007a'></bib>: S. 16)
:
Vielmehr entwickelt sie sich anhand einer rela&shy;tiv konstan&shy;ten Grund&shy;frage (s. unten [[#Ziele|Kap. 2]]) weiter. Entspre&shy;chend muss sich die hier versuch&shy;te Darstel&shy;lung des Konzep&shy;tes der iko&shy;nischen Diffe&shy;renz an einem Textbe&shy;stand orien&shy;tieren, bei dem manchmal expli&shy;zit und ausführ&shy;lich für es argu&shy;mentiert wird (vgl. z.B. <bib id='Boehm 1994a'></bib>, <bib id='Boehm 2007c'></bib>, <bib id='Boehm 2011a'></bib>) und manchmal eher peri&shy;pher und zita&shy;tiv auf den Begriff verwie&shy;sen wird, wie dies etwa im Zusam&shy;menhang mit dem Zeichnen (vgl. <bib id='Boehm 2008a'></bib>: S. 16, 34), der Bild-[[Evidenz, visuelle/ikonische|Evi&shy;denz]] (vgl. <bib id='Boehm 2009a'></bib>: S. 43, 46), dem Zeigen von Bildern (<bib id='Boehm 2010a'></bib>: S. 44f.), aber auch in der wissen&shy;schaftli&shy;chen Selbst&shy;posi&shy;tionie&shy;rung (<bib id='Boehm 2007b'></bib>: S. 35) geschieht.
:
Auch unter den expliziten Darstellun&shy;gen des Konzepts der iko&shy;nischen Diffe&shy;renz sind bei Boehm mehre&shy;re Vari&shy;anten unter&shy;scheidbar, die jeweils unter dem Einfluss bestimm&shy;ter zeitge&shy;nössi&shy;scher Diskus&shy;sionen stehen und dem Begriff dabei verän&shy;derte Quali&shy;täten und Begrün&shy;dungsmus&shy;ter zuschrei&shy;ben. So ent&shy;wickelt die frühe Vari&shy;ante (vgl. <bib id='Boehm 1994a'></bib>) die Konzep&shy;tion der iko&shy;nischen Diffe&shy;renz vor allem inner&shy;halb der Unter&shy;scheidung des [[Linguistic turn, pictorial turn, medial turn|''iconic'' vom ''lin&shy;guistic turn'']] und orien&shy;tiert sie dabei, zumin&shy;dest prokla&shy;mativ, an dem sprach&shy;wissen&shy;schaftli&shy;chen Begriff der [[Sprachliche Metaphern und allgemeine Metaphorologie|Meta&shy;pher]] (s. unten [[#Ikonische Differenz nach dem Modell der Meta&shy;pher (1994)|Kap. 5]]). Die späte&shy;re Varian&shy;te (vgl. <bib id='Boehm 2007c'></bib>) wird gleicher&shy;maßen unter Hinweis auf die Diskur&shy;se zur Geste und das Thema des bildli&shy;chen [[Zeigen und Sich-Zeigen|Zeigens]] formu&shy;liert (s. unten [[#Ikonische Differenz nach dem Modell des gesti&shy;schen Zeigens (2007)|Kap. 7]]).
:
Wegen der gewollten Vari&shy;abi&shy;lität der Konzep&shy;tion und dem mäan&shy;dernden Textbe&shy;stand erschei&shy;nen alle kritisch syste&shy;mati&shy;schen Darstel&shy;lungen des Begriffs unver&shy;meidlich als holz&shy;schnittar&shy;tige Reduk&shy;tionen. Gleichwohl müssen sie versucht werden, weil die Vari&shy;anten iko&shy;nischer Diffe&shy;renz erstens nicht selbst&shy;erklä&shy;rend sind, ihr thema&shy;tisches Inte&shy;resse aber zweitens auf den Kern bildthe&shy;oreti&shy;scher Fragen abzielt, wie nicht zuletzt die Konjunk&shy;tur des Termi&shy;nus belegt.


<!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen-->
=====Darstellung des gr. Zusammenhangs=====


<!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen-->
==Ziele==
<!--Anmerkung zwischen <ref> und </ref> im laufenden Text-->
Trotz seiner permanenten Varia&shy;bili&shy;tät steht das Konzept der iko&shy;nischen Diffe&shy;renz unter dem Einfluss eines bestimm&shy;ten, gleichblei&shy;benden Inte&shy;resses am Bild, das die zentra&shy;len Fragen des ''iconic turn'' betrifft. In den Worten Boehms argu&shy;mentiert er entlang einer
<!--Literaturverweise im laufenden Text <bib id='Jonas 61a'>Jonas 1961</bib> -->
:
<!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen -->
:''Gratwanderung [...], die sich auf die Singu&shy;lari&shy;tät der Bilder einlässt und sie zugleich auf diese inne&shy;re Struktur hin befragt. Das geschieht in der Erwar&shy;tung, dass sich das Iko&shy;nische wieder&shy;kehren&shy;der Regeln und Verfah&shy;ren bedient, die die Rede von einer alter&shy;nati&shy;ven Logik rechtfer&shy;tigen und verständ&shy;lich machen, wie Bilder zu ihrer Macht gelan&shy;gen. Sie lässt sich als Über&shy;zeugungs&shy;kraft, Sugges&shy;tivi&shy;tät, Evi&shy;denz, Luzi&shy;dität, Aura etc. genau&shy;er ausbuch&shy;stabie&shy;ren.'' (<bib id='Boehm 2007a'></bib>: S. 16)
<!--  ... (siehe Link "Sammlung" in Bibliographie-Box -->
:
<!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] -->
Diese Gratwanderung verläuft zwischen den singu&shy;lären Quali&shy;täten je einzel&shy;ner Bilder und dem Anspruch, ihre Wirkungs&shy;weise in durchaus bild&shy;theore&shy;tisch uni&shy;versa&shy;len Regeln wieder&shy;zuge&shy;ben. Da solche Unter&shy;suchun&shy;gen aber nicht bei der Singu&shy;lari&shy;tät der Bilder enden, sondern in ihr wiede&shy;rum eine „inne&shy;re Struktur“ zu kontu&shy;rieren versu&shy;chen, die sogar als „alter&shy;nati&shy;ve Logik“ ange&shy;sprochen wird, zielen sie letztlich doch auf eine theore&shy;tische Allge&shy;meingül&shy;tigkeit ab. Aller&shy;dings ist es nicht die medien&shy;philo&shy;sophi&shy;sche Frage nach einer verläss&shy;lichen Begrün&shy;dung der Wirkungs&shy;weise von Bildern, sondern vielmehr ein spezi&shy;ali&shy;sierte&shy;res Sachin&shy;teres&shy;se, das sich mit der Konzep&shy;tion der iko&shy;nischen Diffe&shy;renz verbin&shy;det. Diese „Leit&shy;frage“ lautet:
:
:''Wie generie&shy;ren Bilder auf ihre Weise einen visu&shy;ellen, einen iko&shy;nischen Sinn?'' (<bib id='Boehm 2004b'></bib>: S. 16)
:
Diese Frage nach der bildli&shy;chen Gene&shy;se von Sinn umfasst die frühen und späten Konzep&shy;tionen des Begriffs gleicher&shy;maßen:
:
:''Die iko&shy;nische Diffe&shy;renz versucht [...] ein ande&shy;res Denken von Sinn einzu&shy;leiten.'' (<bib id='Boehm 2011a'></bib>: S. 172)
:
Die Rede von der Genese bildlichen Sinns ist dabei durchaus kausa&shy;listisch zu verste&shy;hen, inso&shy;fern mit der Anga&shy;be eines „Grund&shy;kontras&shy;tes“ tatsäch&shy;lich eine Ursa&shy;che bildli&shy;cher Wirkun&shy;gen iden&shy;tifi&shy;ziert wird:
:
:''Was Bilder in aller histo&shy;rischen Vielfalt als Bilder 'sind', was sie 'zeigen', was sie 'sagen', verdankt sich mithin einem visu&shy;ellen Grund&shy;kontrast, der zugleich der Geburts&shy;ort jedes bildli&shy;chen Sinnes genannt werden kann.'' (<bib id='Boehm 1994a'></bib>: S. 30])
:
Dieser theoretische Anspruch wird zugleich als Erfolgs&shy;krite&shy;rium eta&shy;bliert, wobei es insbe&shy;sonde&shy;re gilt, solch eine Gene&shy;se bildli&shy;chen Sinns jenseits sprachli&shy;cher Logi&shy;ken zu ermi&shy;tteln.<ref> So heißt es auch 2011: „Die Ar&shy;gu&shy;men&shy;ta&shy;ti&shy;ons&shy;fi&shy;gur der iko&shy;ni&shy;schen Dif&shy;fe&shy;renz ist dann er&shy;folg&shy;reich, wenn sie zu be&shy;grün&shy;den ver&shy;mag, wie die Bil&shy;der Sinn ge&shy;ne&shy;rie&shy;ren und wo&shy;raus sie ih&shy;re Kraft zie&shy;hen, oh&shy;ne je von sprach&shy;li&shy;chen oder sprach&shy;ana&shy;lo&shy;gen Mo&shy;del&shy;len Ge&shy;brauch zu ma&shy;chen. [...] Die iko&shy;ni&shy;sche Dif&shy;fe&shy;renz ge&shy;ne&shy;riert Sinn, oh&shy;ne ‘ist’ zu sa&shy;gen, sie er&shy;öff&shy;net Zu&shy;gän&shy;ge zur Re&shy;a&shy;li&shy;tät, die 'sich er&shy;wei&shy;sen', die 'sich zei&shy;gen'. Bil&shy;der sind deik&shy;ti&shy;sche Er&shy;eig&shy;nis&shy;se, ihr Sinn der Ef&shy;fekt ei&shy;ner ma&shy;te&shy;ri&shy;el&shy;len Ord&shy;nung und Dis&shy;po&shy;si&shy;ti&shy;on.“ (<bib id='Boehm 2011a'></bib>: S. 174)</ref>
:
Mit dieser Zielangabe unterscheidet sich die&#8203; »iko&shy;nische Diffe&shy;renz«&#8203; auch von ande&shy;ren diffe&shy;renzthe&shy;oreti&shy;schen Posi&shy;tionen in der Bild&shy;theorie. Anders als der Begriff der&#8203; »pictu&shy;ralen Diffe&shy;renz«&#8203; bei Walden&shy;fels (vgl. <bib id='Waldenfels 2004a'>Walden&shy;fels 2004a</bib>: S. 58f.) oder der&#8203; »spezi&shy;fischen Diffe&shy;renz«&#8203; bei Brandt (vgl. <bib id='Brandt 2004a'></bib>: S. 173), ist Boehms Begriff nicht vorran&shy;gig an einer philo&shy;sophi&shy;schen Begrün&shy;dung des Bildbe&shy;griffs inte&shy;ressiert. Er thema&shy;tisiert Fragen der Sukzes&shy;sion oder Simu&shy;lari&shy;tät zwei&shy;stelli&shy;ger Bild&shy;wahrneh&shy;mungen, wie sie zwischen Gombrich (vgl. <bib id='Gombrich 1978a'></bib>) und Wollheim (vgl. <bib id='Wollheim 1982a'></bib>) ausge&shy;handelt wurden, inte&shy;ressiert sich hierbei aber vorran&shy;gig für die produk&shy;tiven Leistun&shy;gen des Bildes, wie sie etwa Max Imdahl (vgl. <bib id='Imdahl 1996c'></bib>) disku&shy;tiert hatte.




==Synonyme der Differenz: Kontrast, Wech&shy;sel&shy;spiel, Oszil&shy;lation==
Man kann nicht sinnvoll von Diffe&shy;renzen reden, ohne anzu&shy;geben, zwischen was und in welcher Weise diese Rela&shy;tion behaup&shy;tet wird. In welcher Weise die iko&shy;nische Diffe&shy;renz das von ihr Unter&shy;schiede&shy;ne vermit&shy;telt lässt sich auf der Grundla&shy;ge des Text&shy;bestands vergleichs&shy;weise leicht ange&shy;ben, auch wenn es eine Reihe von Syno&shy;nymen hierfür gibt:
:
:''Wir verstehen die ikonische Diffe&shy;renz als Ereig&shy;nis im Sinne einer Oszil&shy;lation, bzw. einer Logik des Kontras&shy;tes. Bildwer&shy;ke eröff&shy;nen ihren Bedeu&shy;tungsraum, indem sie dem Auge ein komple&shy;xes Hin- und Her ermög&shy;lichen, es ihm gestat&shy;ten, zwischen simul&shy;tanem Ausgriff und sukze&shy;dieren&shy;der Bewe&shy;gung einzu&shy;schwingen.'' (<bib id='Boehm 2011a'></bib>: S. 175)
:
Es geht um eine für die bildliche Gene&shy;se von Sinn konsti&shy;tuti&shy;ve Diffe&shy;renz, also um eine zweistel&shy;lige Rela&shy;tion, deren häufig&shy;ste Syno&shy;nyme sie aller&shy;dings als Kontrast, selte&shy;ner als ein Wechsel&shy;spiel oder eine Oszil&shy;lation ausge&shy;ben. Damit wird eine dyna&shy;mische Rela&shy;tion ange&shy;sprochen, die zwischen gegen&shy;sätzli&shy;chen Polen vorherrscht und deren Diffe&shy;renz, anders als bei einem dialek&shy;tischen Antago&shy;nismus, nicht aufheb&shy;bar ist:
:
:''Vor allem das 'Wechselspiel' in der Diffe&shy;renz gilt es ins Auge zu fassen. Wir vermei&shy;den ausdrück&shy;lich, von einer Dialek&shy;tik oder Synthe&shy;se zu sprechen [...]'' (<bib id='Boehm 2011a'></bib>: S. 172).
:
Unter dieser Prämisse reduziert sich der Bereich mögli&shy;cher bild&shy;imma&shy;nenter Diffe&shy;renzen auf solche, die sich erstens in einer unauf&shy;hebba&shy;ren Pola&shy;rität befin&shy;den und die sich zweitens nicht abnut&shy;zen, nicht zum Ausgleich gebracht werden können.
:
Grundsätzlich handelt es sich also um eine Wirkung, die dyna&shy;misch verstan&shy;den wird und deshalb kein festes Ziel, keinen typi&shy;schen Verlauf und kein verbind&shy;liches zeitli&shy;ches Ende aufweist (hierin vergleich&shy;bar mit Kants freiem Spiel der Erkennt&shy;niskräf&shy;te). Diese Wirkung speist sich, wie auch bei Kant, aus der Wechsel&shy;wirkung zweier mitein&shy;ander kontras&shy;tieren&shy;der Kompo&shy;nenten; sie wird aller&shy;dings nicht mehr vermö&shy;genspsy&shy;cholo&shy;gisch, sondern vielmehr bild&shy;theore&shy;tisch gefasst.<ref>Un&shy;aus&shy;ge&shy;führt bleibt Boehms spä&shy;te&shy;rer Vor&shy;schlag, von ei&shy;ner zwei&shy;stel&shy;li&shy;gen zu ei&shy;ner drei&shy;stel&shy;li&shy;gen Kon&shy;stel&shy;la&shy;ti&shy;on zu wech&shy;seln, die nun den Be&shy;griff des Er&shy;eig&shy;nis&shy;ses ein&shy;be&shy;zieht: „Denn die iko&shy;ni&shy;sche Dif&shy;fe&shy;renz er&shy;weist sich nicht als zwei&shy;glied&shy;ri&shy;ge, vi&shy;su&shy;ell ge&shy;wen&shy;de&shy;te Op&shy;po&shy;si&shy;ti&shy;ons&shy;fi&shy;gur, son&shy;dern sie re&shy;prä&shy;sen&shy;tiert ei&shy;nen drei&shy;glied&shy;ri&shy;gen Über&shy;gang, kon&shy;zi&shy;piert das Bild als Er&shy;eig&shy;nis.“ (<bib id='Boehm 2011a'></bib>: S. 171)</ref>
:
Kontrastverhältnisse sind spezi&shy;fischer als Diffe&shy;renzen.<ref>Al&shy;le Kon&shy;tras&shy;te sind Dif&shy;fe&shy;renz&shy;re&shy;la&shy;ti&shy;o&shy;nen, aber Dif&shy;fe&shy;ren&shy;zen müs&shy;sen nicht not&shy;wen&shy;dig Kon&shy;tras&shy;te sein.</ref> Da die iko&shy;nische Diffe&shy;renz wesent&shy;lich auf einer Kontrast&shy;figur basiert, könnte sie zutref&shy;fender als ‘iko&shy;nischer Kontrast’ titu&shy;liert werden. ‘Wechsel&shy;spiel’ und ‘Oszil&shy;lation’ sind inso&shy;fern schwäche&shy;re Syno&shy;nyme, weil sie zwar den dyna&shy;mischen Prozess, nicht jedoch die als verur&shy;sachend ange&shy;nomme&shy;ne Struktur benen&shy;nen. ‘Iko&shy;nischer Kontrast’ wäre also zutref&shy;fend, zumal das Prädi&shy;kat ‘iko&shy;nisch’ in Boehms Lesart auch bereits die erwünsch&shy;te Dyna&shy;mik inklu&shy;diert. Denn in Abgren&shy;zung zu Max Imdahls [[Ikonografie, Ikonologie, Ikonik|Iko&shy;nik]] (vgl. <bib id='Imdahl 1994a'></bib>) und zum [[Symbol, Index, Ikon|Ikon]] bei [[Bildsemiotik|Peirce]] soll mit dem Prädi&shy;kat ‘iko&shy;nisch’ „das Bild zugleich als Gegen&shy;stand und als Verfah&shy;ren gekenn&shy;zeichnet“ werden (<bib id='Boehm 2007b'></bib>: S. 32).




=====Engere Begriffsbestimmung=====
==Was kontrastiert?==
Schwieriger wird es, wenn man fragt, was im Sinne der iko&shy;nischen Diffe&shy;renz jeweils oszil&shy;liert, wo&shy;zwischen also der Kontrast ange&shy;nommen werden kann. Hier kommen in der frühen Konzep&shy;tion mehre&shy;re Kontrast&shy;paare in Frage, deren Verhält&shy;nis unter&shy;einan&shy;der aber unge&shy;klärt bleibt. So heißt es, die iko&shy;nische Diffe&shy;renz
:
:''markiert eine zugleich visu&shy;elle und logi&shy;sche Mächtig&shy;keit, welche die Eigen&shy;art des Bildes kennzeich&shy;net, das der mate&shy;riellen Kultur unauf&shy;hebbar zuge&shy;hört, auf unver&shy;zichtba&shy;re Weise in Mate&shy;rie einge&shy;schrieben ist, darin aber einen Sinn aufschei&shy;nen lässt, der zugleich alles Fakti&shy;sche über&shy;bietet.'' (<bib id='Boehm 1994a'></bib>: S. 30)
:
Diese Leitdifferenz, die zugleich als Kontrast und Pola&shy;rität konzi&shy;piert ist, ließe sich in dem Dualis&shy;mus von Mate&shy;riali&shy;tät und Idea&shy;lität des Bildes zusam&shy;menfas&shy;sen. Denn tatsäch&shy;lich findet sich diese Diffe&shy;renzbe&shy;ziehung am Häufig&shy;sten in den Selbst&shy;darstel&shy;lungen des Begriffs, ohne dass sie aller&shy;dings expli&shy;zit auch als gemein&shy;same Struktur aller spezi&shy;ali&shy;sierte&shy;ren Diffe&shy;renzver&shy;hältnis&shy;se ausge&shy;wiesen wäre.
:
Solch einem „basalen Phänomen“ näher zu kommen, wird noch 2004 als „Haupt&shy;absicht“ des Begriffs ausge&shy;wiesen.<ref>„Das Kon&shy;strukt der iko&shy;ni&shy;schen Dif&shy;fe&shy;renz macht den Ver&shy;such, dort, wo Bil&shy;der auf&shy;tre&shy;ten – sie tre&shy;ten schon pa&shy;lä&shy;on&shy;to&shy;lo&shy;gisch auf in Na&shy;tur&shy;ver&shy;hält&shy;nis&shy;sen, in Höh&shy;len, in wie im&shy;mer ma&shy;te&shy;ri&shy;ell sehr stark vor&shy;struk&shy;tu&shy;rier&shy;ten Ge&shy;ge&shy;ben&shy;hei&shy;ten – , dass sich dort ein Kon&shy;trast aus&shy;bil&shy;det, ein op&shy;ti&shy;sches Kon&shy;trast&shy;ver&shy;hält&shy;nis, das die Men&shy;schen dann als ein Be&shy;stim&shy;mungs&shy;ver&shy;hält&shy;nis zu le&shy;sen ver&shy;stan&shy;den ha&shy;ben. Das ist gleich&shy;sam das Wun&shy;der des Bil&shy;des, das man un&shy;ter ma&shy;te&shy;ri&shy;el&shy;len Be&shy;din&shy;gun&shy;gen se&shy;hen, er&shy;ken&shy;nen und ver&shy;ste&shy;hen kann. Die iko&shy;ni&shy;sche Dif&shy;fe&shy;renz ist ei&shy;gent&shy;lich der Ver&shy;such, die&shy;sem ba&shy;sa&shy;len Pro&shy;zess und Phä&shy;no&shy;men nä&shy;her zu kom&shy;men. Das ist die Haupt&shy;ab&shy;sicht.“ (<bib id='Boehm 1994a'></bib>: S. 16)</ref> Er zielt also auf die Beschrei&shy;bung einer „basa&shy;len“ Diffe&shy;renz, die zwischen den mate&shy;riellen Bedin&shy;gungen und Gege&shy;benhei&shy;ten eines Bildes und der Möglich&shy;keit, es gleichwohl als ein sinnhaf&shy;tes Bestim&shy;mungsver&shy;hältnis zu sehen, zu erken&shy;nen und zu verste&shy;hen, besteht. Eben dieses Verhält&shy;nis gilt als konsti&shy;tutiv für einen nicht-&#8203;sprachli&shy;chen, bildli&shy;chen Sinn. Es wird zugleich als zentra&shy;le medien&shy;spezi&shy;fische Bestim&shy;mung von Bildlich&shy;keit ange&shy;nommen.<ref>„Wenn wir jetzt von einem Kon&shy;trast spre&shy;chen, der das Bild ge&shy;ne&shy;rell kenn&shy;zeich&shy;net, sind nicht pri&shy;mär Ein&shy;zel&shy;phä&shy;no&shy;me&shy;ne im Blick, son&shy;dern die Be&shy;din&shy;gun&shy;gen des Me&shy;di&shy;ums selbst.“ (<bib id='Boehm 1994a'></bib>: S. 29)</ref> Diesem großen Anspruch kann der Begriff der iko&shy;nischen Diffe&shy;renz aber nicht gerecht werden, weil der gene&shy;relle Kontrast wieder&shy;holt durch Einzel&shy;phäno&shy;mene ersetzt wird, wobei zusätz&shy;lich ihr Verhält&shy;nis zuein&shy;ander unge&shy;klärt bleibt.
:
So werden zahlreiche Kontrast-&#8203;Rela&shy;tionen genannt, aber schon der nächste „Grundkon&shy;trast“ verschiebt und verfehlt die Rela&shy;tion von bildli&shy;cher Mate&shy;riali&shy;tät und Idea&shy;lität, weil er eher visu&shy;elle Ganzhei&shy;ten und Details korre&shy;liert:
:
:''Was uns als Bild begegnet, beruht auf einem einzi&shy;gen Grund&shy;kontrast, dem zwischen einer über&shy;schauba&shy;ren Gesamt&shy;fläche und allem, was sie an Binnen&shy;ereig&shy;nissen einschließt.'' (<bib id='Boehm 1994a'></bib>: S. 29f.)
:
Damit wären bereits im frühen Text (1994) zwei Kandi&shy;daten für einen bildli&shy;chen Grundkon&shy;trast genannt. Der Letzte&shy;re lässt sich zudem an histo&shy;rischen Vari&shy;anten exem&shy;plifi&shy;zieren.<ref> Denn Bilder „ent&shy;fal&shy;ten das Ver&shy;hält&shy;nis zwi&shy;schen ih&shy;rer sicht&shy;ba&shy;ren To&shy;ta&shy;li&shy;tät und dem Reich&shy;tum ih&shy;rer dar&shy;ge&shy;stell&shy;ten Viel&shy;falt. Das his&shy;to&shy;ri&shy;sche Spek&shy;trum mög&shy;li&shy;cher Wech&shy;sel&shy;be&shy;stim&shy;mun&shy;gen die&shy;ser iko&shy;ni&shy;schen Dif&shy;fe&shy;renz ist aus&shy;ge&shy;spro&shy;chen reich.“ (<bib id='Boehm 1994a'></bib>: S. 30)</ref> Schwierig wird es jedoch, wenn solche Details gleicher&shy;maßen einen der beiden Grundkon&shy;traste exem&shy;plifi&shy;zieren sollen: Ein „starkes Bild“
:
:''bindet sich dabei aber an arti&shy;fiziel&shy;le Bedin&shy;gungen, an einen iko&shy;nischen Kontrast, von dem gesagt wurde, er sei zugleich flach und tief, opak und transpa&shy;rent, mate&shy;riell und völlig ungreif&shy;bar.'' (<bib id='Boehm 1994a'></bib>: S. 35)
:
Genau für das systematische Verhält&shy;nis des oder der Grundkon&shy;traste zu solchen speziel&shy;leren Kontrast&shy;rela&shy;tionen besteht aber ein großer Klärungs&shy;bedarf. Gibt es verschie&shy;dene, auch quali&shy;tativ unter&shy;scheidba&shy;re Konstel&shy;latio&shy;nen iko&shy;nischer Diffe&shy;renz, je nachdem ob sich [[Figur/Grund-Differenzierung|Figur und Hinter&shy;grund]], [[Theorien des Bildraums|Flächig&shy;keit und Tiefe]], [[Materialität|Mate&shy;riali&shy;tät]] und ide&shy;elle Perma&shy;nenz eines Bildes in Wechsel&shy;wirkung befin&shy;den? Und darü&shy;ber hinaus wäre zu fragen: Wie lassen sich im Sinne einer wider&shy;spruchsfrei&shy;en Konzep&shy;tion iko&shy;nischer Diffe&shy;renz Über&shy;schneidungs&shy;verhält&shy;nisse zwischen den kontras&shy;tieren&shy;den Paaren verste&shy;hen? Sind bild&shy;phäno&shy;meno&shy;logisch wirksa&shy;me Wechsel&shy;wirkun&shy;gen zwischen z.B. Tiefe und Mate&shy;riali&shy;tät, Figur und Fläche etc. eben&shy;falls als struktu&shy;reller Anlass iko&shy;nischer Diffe&shy;renzef&shy;fekte aufzu&shy;fassen?  Limi&shy;tiert sich der Begriff hinsicht&shy;lich bestimm&shy;ter Kontrast&shy;paare? Meint er eine offe&shy;ne Aufzäh&shy;lung oder etwas, was all diesen Paaren zugrun&shy;de liegt?


<!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen-->


==Ikonische Differenz nach dem Modell der Meta&shy;pher (1994)==
Ikonische Differenz wird bei Gottfried Boehm 1994 durch die Über&shy;nahme des Begriffs der [[Sprachliche Metaphern und allgemeine Metaphorologie|Meta&shy;pher]] und seine Über&shy;tragung auf das Bild konzi&shy;piert.<ref>„Im wei&shy;ten Fel&shy;de der Spra&shy;che er&shy;scheint die Me&shy;ta&shy;pher als ein be&shy;son&shy;ders ge&shy;eig&shy;ne&shy;ter Kan&shy;di&shy;dat, struk&shy;tu&shy;rel&shy;le Ein&shy;sich&shy;ten in die Funk&shy;ti&shy;ons&shy;wei&shy;se von Bil&shy;dern zu er&shy;öff&shy;nen, ob sie nun ge&shy;malt, skulp&shy;tiert, ge&shy;baut, ge&shy;stellt, ge&shy;spielt oder ge&shy;tanzt sind.“ (<bib id='Boehm 1994a'></bib>: S. 26)</ref> Diese frühe Vari&shy;ante ist zugleich an [[Künstlerisches Bild und Alltagsbild|künstle&shy;rischen Bildern]] orien&shy;tiert und im Sinne eines Wertmaß&shy;stabs zur Beur&shy;teilung von „starken Bildern“ (<bib id='Boehm 1994a'></bib>: S. 35) ausge&shy;wiesen, die von [[Simulation|Simu&shy;lati&shy;onen]] und bloßen Abbil&shy;dern unter&shy;schieden werden. Ihre opti&shy;male Verwirk&shy;lichung findet sie daher im Bereich der moder&shy;nen [[Malerei|Male&shy;rei]], ihrem Anspruch nach gilt sie aber als medien&shy;spezi&shy;fische Bestim&shy;mung für die bildli&shy;che Sinn&shy;gene&shy;se insge&shy;samt.
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Dabei wird die Metapher als Kontrast&shy;figur inter&shy;pretiert.<ref>„Die Bild&shy;haf&shy;tig&shy;keit, die uns die Me&shy;ta&shy;pher dar&shy;bie&shy;tet, lässt sich, Ein&shy;zel&shy;be&shy;ob&shy;ach&shy;tun&shy;gen zu&shy;sam&shy;men&shy;fas&shy;send, als ein Phä&shy;no&shy;men des Kon&shy;tras&shy;tes kenn&shy;zeich&shy;nen.“ (<bib id='Boehm 1994a'></bib>: S. 29)</ref> Diese Gleichset&shy;zung von Meta&shy;pher und bildli&shy;chem Kontrast ist nicht ganz über&shy;zeugend, denn die Figur des Kontras&shy;tes basiert ja auf gleichbe&shy;rechtig&shy;ten Ele&shy;menten, während die Meta&shy;pher eher mit einer Steige&shy;rung ope&shy;riert: Das Buchstäb&shy;liche ist verständ&shy;lich und syste&shy;matisch vollstän&shy;dig, es kommt ohne über&shy;trage&shy;ne Bedeu&shy;tung aus, während umge&shy;kehrt die Meta&shy;phorik auf das Buchstäb&shy;liche ange&shy;wiesen ist und es über&shy;schreitet. So muss man fragen, wie im Bild Buchstäb&shy;liches mit Übertra&shy;genem inter&shy;agiert. Erst in den späte&shy;ren Versi&shy;onen, die sich nicht mehr auf die Meta&shy;pher beru&shy;fen, kommt ein entspre&shy;chendes Ungleich&shy;gewicht zwischen den kontras&shy;tieren&shy;den Posi&shy;tionen als Gefäl&shy;le oder Asym&shy;metrie zur Sprache.


=====optional Beispiele=====


<!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen-->
==Das Problem der Optimier&shy;barkeit iko&shy;nischer Diffe&shy;renz==
Als wesentliches systemati&shy;sches Merkmal der frühen Konzep&shy;tion kann man die These einer bildpro&shy;dukti&shy;ven Opti&shy;mierbar&shy;keit der iko&shy;nischen Diffe&shy;renz anneh&shy;men (die teilwei&shy;se, wenn auch nicht mehr so deutlich, noch in den späte&shy;ren Texten wieder&shy;holt wird). Sie stellt in syste&shy;mati&shy;scher Hinsicht die Crux dieser Posi&shy;tion dar. Grundsätz&shy;lich stimmt sie mit der Konzen&shy;tration des Begriffs auf künstle&shy;rische Bilder und hier insbe&shy;sonde&shy;re auf die künstle&shy;rische Bildpro&shy;duktion über&shy;ein. Zugleich stellt sie damit aber die medien&shy;philo&shy;sophi&shy;sche Basis der Konzep&shy;tion in Frage.
:
Zunächst erscheinen die Kontrast&shy;verhält&shy;nisse des Bildes als bevor&shy;zugtes Betä&shy;tigungs&shy;feld von Bildkünst&shy;lern und werden damit bereits als beherrsch- und opti&shy;mierbar ausge&shy;geben:
:
:''Das Verhältnis zwischen dem anschau&shy;lichen Ganzen und dem, was es an Einzel&shy;bestim&shy;mungen (der Farbe, der Form, der Figur etc.) be&shy;inhal&shy;tet, wurde vom Künstler auf irgend&shy;eine Weise opti&shy;miert.'' (<bib id='Boehm 1994a'></bib>: S. 30)
:
So erscheint die ikonische Diffe&shy;renz nun als arti&shy;fiziell bewirk&shy;te und regu&shy;lierba&shy;re Bildqua&shy;lität, die sich unter der Perspek&shy;tive ihrer Opti&shy;mierbar&shy;keit zugleich als “nachvoll&shy;ziehba&shy;re” Darstel&shy;lungsin&shy;tention und “wirkungs&shy;starke” [[Interaktion und Kommunikation|Kommu&shy;nika&shy;tion]] gibt und damit eher dem Bereich der [[Bildpragmatik|Bildprag&shy;matik]] anzu&shy;gehö&shy;ren scheint als dem einer bildli&shy;chen Sinnge&shy;nese.<ref>„Was auch im&shy;mer ein Bild&shy;künst&shy;ler dar&shy;stel&shy;len woll&shy;te, im dämm&shy;ri&shy;gen Dun&shy;kel prä&shy;his&shy;to&shy;ri&shy;scher Höh&shy;len, im sak&shy;ra&shy;len Kon&shy;text der Iko&shy;nen&shy;ma&shy;le&shy;rei, im in&shy;spi&shy;rier&shy;ten Raum des mo&shy;der&shy;nen Ate&shy;li&shy;ers, es ver&shy;dankt sei&shy;ne Exis&shy;tenz, sei&shy;ne Nach&shy;voll&shy;zieh&shy;bar&shy;keit und Wir&shy;kungs&shy;stär&shy;ke der je&shy;wei&shy;li&shy;gen Op&shy;ti&shy;mie&shy;rung des&shy;sen, was wir die ‘iko&shy;ni&shy;sche Dif&shy;fe&shy;renz’ nen&shy;nen.“ (<bib id='Boehm 1994a'></bib>: S. 30)</ref>
:
Auch [[Photographie]], [[Film]] und [[Video]] können unter Umstän&shy;den „starke Bilder“ im Sinne der iko&shy;nischen Diffe&shy;renz hervor&shy;bringen.
:
:''Von diesen neuen Techniken einen bildstär&shy;kenden Gebrauch zu machen, setzte freilich voraus, die iko&shy;nische Spannung kontrol&shy;liert aufzu&shy;bauen und dem Betrach&shy;ter sichtbar werden zu lassen.'' (<bib id='Boehm 1994a'></bib>: S. 35)
:
Versucht man das Prinzip der Opti&shy;mierung mit dem Konzept der iko&shy;nischen Diffe&shy;renz wider&shy;spruchsfrei zu verbin&shy;den, so ist folgen&shy;de Konse&shy;quenz zu ziehen: Iko&shy;nische Diffe&shy;renz ist ein gradu&shy;elles Phäno&shy;men. D.h.: Die mit dem Begriff ausge&shy;drückten sinnhaf&shy;ten Wechsel&shy;wirkun&shy;gen in Bildern können in unter&shy;schiedli&shy;cher Inten&shy;sität vorlie&shy;gen, wobei ein grundsätz&shy;liches, allen Bildern in medien&shy;spezi&shy;fischer Weise zuste&shy;hendes Prinzip ange&shy;nommen wird, das sich wissent&shy;lich und absichts&shy;voll in (künstle&shy;rischen) Bildpro&shy;duktio&shy;nen mani&shy;pulie&shy;ren lässt und dann offen&shy;bar auch im Sinne einer Wirkungs&shy;steige&shy;rung rezi&shy;piert werden kann. In dieser Lesart verliert der Begriff jedoch seine medien&shy;philo&shy;sophi&shy;sche Radi&shy;kali&shy;tät und wird zum Wertmaß&shy;stab künstle&shy;rischer Bilder im Sinne eines Eva&shy;luations&shy;krite&shy;riums.
:
In kritischer Perspektive muss daher gefragt werden, ob sich solche Wirkungs&shy;steige&shy;rungen im Sinne der iko&shy;nischen Diffe&shy;renz auch unbe&shy;absich&shy;tigt einstel&shy;len können, ob es also denkbar ist, dass sich eine für grundsätz&shy;lich bildlich gehal&shy;tene Sinnge&shy;nese („die Bedin&shy;gungen des Mediums selbst“) inner&shy;halb von Bildpro&shy;duktio&shy;nen auch zufäl&shy;lig, unbe&shy;absich&shy;tigt oder jenseits ihrer souve&shy;ränen artis&shy;tischen Beherr&shy;schung und damit im eigent&shy;lichen Sinne auf der Basis der medi&shy;alen Bestim&shy;mungen des Bildes selbst ent&shy;wickeln kann. Denn erst dann wäre die iko&shy;nische Diffe&shy;renz auch in einem radi&shy;kalen Sinne iko&shy;nisch zu verste&shy;hen. Handelt es sich bei dem Begriff also um eine medien&shy;theore&shy;tische oder um eine produk&shy;tionsäs&shy;theti&shy;sche Bestim&shy;mung? Nur die erste Vari&shy;ante iko&shy;nischer Diffe&shy;renz, die sich auf Bildlich&shy;keit gründet und nicht auf Darstel&shy;lungsab&shy;sichten und Produk&shy;tionswei&shy;sen, wäre als Darstel&shy;lung einer genuin bildli&shy;chen Sinnge&shy;nese zu verste&shy;hen. Sie würde sich aber grundsätz&shy;lich keiner souve&shy;ränen Verfü&shy;gung durch Bildpro&shy;duzen&shy;ten verdan&shy;ken, auch wenn sie theore&shy;tisch noch mit dem Prinzip der Opti&shy;mierung als eines nachge&shy;ordne&shy;ten Interes&shy;ses verbun&shy;den sein könnte.




=====Auswirkungen auf andere Begriffe=====
==Ikonische Differenz nach dem Modell des gesti&shy;schen Zeigens (2007)==
Die spätere Konzeption ikonischer Diffe&shy;renz verzich&shy;tet argu&shy;menta&shy;tiv auf das Postu&shy;lat einer medi&shy;alen Diffe&shy;renz zwischen Sprache und Schrift, wie sie mit der Ausru&shy;fung des ''iconic turn'' noch verbun&shy;den war. Sie orien&shy;tiert sich vielmehr an der „Verwandt&shy;schaft zwischen dem Zeigen und den Bildern“ (<bib id='Boehm 2007c'></bib>: S. 19). Dieses [[Zeigen und Sich-Zeigen|Zeigen]] wird im Bereich der Bilder als ein doppel&shy;tes Zeigen von etwas und sich ausge&shy;wiesen und nimmt nun die Posi&shy;tion des Grundkon&shy;trastes in der iko&shy;nischen Diffe&shy;renz ein, der nun unter Verweis auf die körper&shy;liche Geste (und ihre bildli&shy;che Darstel&shy;lung)<ref>Be&shy;mer&shy;kens&shy;wert ist, dass die spä&shy;te&shy;re Kon&shy;zep&shy;ti&shy;on (<!--vgl. <bib id='Boehm 2007a'></bib>-->1977) mit Bil&shy;dern ar&shy;gu&shy;men&shy;tiert, wo&shy;bei es kei&shy;nes&shy;wegs künst&shy;le&shy;ri&shy;sche Bil&shy;der sind, die ei&shy;ne iko&shy;ni&shy;sche Dif&shy;fe&shy;renz auf&shy;wei&shy;sen, son&shy;dern fo&shy;to&shy;gra&shy;fi&shy;sche Ab&shy;bil&shy;der Ges&shy;ten do&shy;ku&shy;men&shy;tie&shy;ren (ge&shy;zeigt wird ei&shy;ne Fo&shy;to&shy;se&shy;rie zum ges&shy;ti&shy;ku&shy;lie&shy;ren&shy;den Hei&shy;deg&shy;ger, auf&shy;ge&shy;nom&shy;men von Digne Mel&shy;ler Mar&shy;co&shy;vicz am 23. Sep&shy;tem&shy;ber 1966 im Rah&shy;men ei&shy;nes In&shy;ter&shy;views), die wie&shy;de&shy;rum zei&shy;gen sol&shy;len, auf wel&shy;chem Grund&shy;kon&shy;trast ges&shy;ti&shy;sches Zei&shy;gen grün&shy;det. Falsch ist hier&shy;bei der Ein&shy;druck, iko&shy;ni&shy;sche Dif&shy;fe&shy;renz gel&shy;te in ih&shy;rer ges&shy;ti&shy;schen Be&shy;grün&shy;dung vor al&shy;lem für Bil&shy;der von Ges&shy;ten, denn die spä&shy;te&shy;re Kon&shy;zep&shy;ti&shy;on ist nicht auf ei&shy;ne ein&shy;ge&shy;schränk&shy;te Bild&shy;gat&shy;tung spe&shy;zi&shy;a&shy;li&shy;siert.</ref> begrün&shy;det wird.<ref>„Die&shy;ser do&shy;mi&shy;nan&shy;te vi&shy;su&shy;el&shy;le Sog von der Sin&shy;gu&shy;la&shy;ri&shy;tät des dar&shy;ge&shy;stell&shy;ten Kör&shy;pers zur Ganz&shy;heit sei&shy;nes Er&shy;schei&shy;nens und zu&shy;rück eta&shy;bliert ei&shy;nen iko&shy;ni&shy;schen Grund&shy;kon&shy;trast [...]“ (<bib id='Boehm 2007c'></bib>: S. 28).</ref> So wird auch in der späte&shy;ren Version nicht ausschließ&shy;lich im Bereich bildli&shy;cher Medi&shy;ali&shy;tät argu&shy;mentiert, obwohl es diese als Diffe&shy;renzstruk&shy;tur zu begrün&shy;den gilt:
:
:''Genauer gesprochen geht es um die zur These verfes&shy;tigte Vermu&shy;tung, dass Bilder ihrer eige&shy;nen Natur nach auf einem doppel&shy;ten Zeigen beru&shy;hen, nämlich etwas zu zeigen und sich zu zeigen.'' (<bib id='Boehm 2007c'></bib>: S. 19<!--28-->)
:
An die Stelle der sprachlichen Metapher rückt nun die körper&shy;liche Geste als eines argu&shy;menta&shy;tiv, aber auch illus&shy;trativ gebrauch&shy;ten Diffe&shy;renzme&shy;diums, geht es doch darum: „[...] an Körper und Geste Aufschlüs&shy;se über die Funktions&shy;weise von Bildern zu gewin&shy;nen, über ihr im strikten Sinne iko&shy;nisches Zeigen.“ (<bib id='Boehm 2007c'></bib>: S. 28). Unter der „enge[n] Verbin&shy;dung von iko&shy;nischer Diffe&shy;renz und körper&shy;licher Gebär&shy;dung“ (<bib id='Boehm 2011a'></bib>: S. 175) wandelt sich die Konzep&shy;tion iko&shy;nischer Diffe&shy;renz dabei grundle&shy;gend. Denn ein genuin bildli&shy;ches Kontrast&shy;verhält&shy;nis wird nun zwischen dem expli&shy;ziten Sagen und dem Sich-&#8203;Zeigen des Bildes ange&shy;nommen und konsti&shy;tutiv auf das Verhält&shy;nis des gesti&shy;schen Zeigens zum Sich-&#8203;Zeigen gegrün&shy;det. Demnach weist der gesti&shy;kulie&shy;rende Körper in seinen Haltun&shy;gen einen expli&shy;ziten Bezug auf (das, worauf er verweist, was er deutlich macht, womit er expres&shy;siv wird) und zugleich bleibt er an einen ruhen&shy;den Körper gebun&shy;den, der für die Gesti&shy;kula&shy;tion konsti&shy;tutiv ist und in seiner singu&shy;lären Anwe&shy;senheit auch den Charak&shy;ter der jeweils expli&shy;ziten Gesti&shy;kula&shy;tion “färbt”.
:
Mit dieser Grundmetapher gesti&shy;schen Arti&shy;kulie&shy;rens wird nun die iko&shy;nische Diffe&shy;renz in zweier&shy;lei Weise neu kontu&shy;riert: Erstens gilt sie nicht mehr für verschie&shy;dene Kontrast&shy;verhält&shy;nisse, sondern für all jene, die sich diesem Modell inte&shy;grieren lassen. Zweitens ist das Diffe&shy;renzver&shy;hältnis zwischen ‘sich zeigen’ und ‘etwas zeigen’ nun nicht mehr mit einem Opti&shy;mierungs&shy;these verknüpft, sondern stärker als medien&shy;philo&shy;sophi&shy;sche Bestim&shy;mung des Bildes konzi&shy;piert:
:
:''Seine körperliche Präsenz, das, was sich zeigt, verdankt sich dage&shy;gen keinem Autor und keiner Inten&shy;tion.'' (<bib id='Boehm 2007c'></bib>: S. 32)
:
Es bleibt zwar historisch wandel&shy;bar, bezeich&shy;net aber eine grundle&shy;gende medi&shy;ale Bestim&shy;mung von Bildern, die in verschie&shy;denen Weisen des Bilder&shy;machens nur jeweils anders reali&shy;siert wurde. Denn:
:
:''Die Hintergründigkeit ist ein Merkmal, das Bildern struktu&shy;rell zukommt.'' (<bib id='Boehm 2007c'></bib>: S. 29)
:
Diese „sinnliche Materialität des Bild&shy;grundes“ wird als ein „tragen&shy;der Ort“ verstan&shy;den, der „jedmög&shy;lichem Inhalt als Bedin&shy;gung voraus&shy;geht“ (<bib id='Boehm 2007c'></bib>: S. 29). 
:
In dieser späteren Variante ikoni&shy;scher Diffe&shy;renz werden solche bildspe&shy;zifi&shy;schen Bestim&shy;mungen direkt mit Einsich&shy;ten in die Funktions&shy;weise des körper&shy;lichen Zeigens ana&shy;logi&shy;siert, wobei beson&shy;ders ein gleicher&shy;maßen gelten&shy;des Diffe&shy;renzsche&shy;ma ange&shy;nommen und von der Zeige&shy;geste auf das Bild über&shy;tragen wird.<ref>„Wenn wir frag&shy;ten: wo&shy;her nimmt das Zei&shy;gen sei&shy;nen Nach&shy;druck? Was ver&shy;leiht ihm Kraft und Evi&shy;denz? So wis&shy;sen wir jetzt Ent&shy;schei&shy;den&shy;des mehr. Es ist ei&shy;ne dop&shy;pel&shy;te Op&shy;tik bzw. Les&shy;bar&shy;keit, die das Zei&shy;gen in&shy;stand setzt, Sinn zu ge&shy;ne&shy;rie&shy;ren. Zei&shy;gen stützt sich auf ei&shy;ne Lo&shy;gik der Kon&shy;tras&shy;te, wo&shy;bei ein agie&shy;ren&shy;des Or&shy;gan ein Zei&shy;chen setzt, in&shy;dem es aus der Grun&shy;die&shy;rung des Kör&shy;pers her&shy;vor&shy;tritt und je&shy;ne span&shy;nungs&shy;vol&shy;le Be&shy;zie&shy;hung auf&shy;baut, mit der sich ei&shy;ne fun&shy;da&shy;men&shy;ta&shy;le Dif&shy;fe&shy;renz ein&shy;stellt: die Ges&shy;te zeigt et&shy;was und sie weist zu&shy;gleich den Kör&shy;per vor, der sich zeigt. Die&shy;se Dif&shy;fe&shy;renz aber ist der Ort sinn&shy;träch&shy;ti&shy;ger Be&shy;kun&shy;dun&shy;gen, die auch die Re&shy;de von ei&shy;nem deik&shy;ti&shy;schen Lo&shy;gos recht&shy;fer&shy;tigt.“ (<bib id='Boehm 2007c'></bib>: S. 25f.)</ref> Die Auffas&shy;sung des bildli&shy;chen Zeigens geht dabei also von einer gesti&shy;schen Logik des menschli&shy;chen Körpers aus.<ref>„Wir neh&shy;men al&shy;so die struk&shy;tu&shy;rel&shy;le Ener&shy;gie des Kör&shy;pers in An&shy;spruch [...], wir zie&shy;hen das da&shy;rin ent&shy;hal&shy;te&shy;ne Sys&shy;tem der Ori&shy;en&shy;tie&shy;rung he&shy;ran, wenn wir er&shy;klä&shy;ren wol&shy;len, wie Bil&shy;der zei&shy;gen [...]“ (<bib id='Boehm 2010a'></bib>: S. 44).</ref> Aller&shy;dings ist die iko&shy;nische Diffe&shy;renz, wie es 2010 heißt, nicht vollstän&shy;dig mit der körper&shy;lichen Gebär&shy;dung kompa&shy;tibel, denn sie hat „ganz ande&shy;re Eigen&shy;schaften“ (<bib id='Boehm 2010a'></bib>: S. 44). Gleichwohl wird neben einem Zeigen vor allem die Annah&shy;me gemein&shy;samer Kontras&shy;te und Diffe&shy;renzen betont.<ref>„Was bei&shy;de frei&shy;lich, die so&shy;ma&shy;ti&shy;sche und die iko&shy;ni&shy;sche Ord&shy;nung, mit&shy;ein&shy;an&shy;der ver&shy;bin&shy;det, ist die Kraft des Zei&shy;gens, de&shy;ren Dy&shy;na&shy;mik sich in je&shy;nem Sys&shy;tem von Kon&shy;tras&shy;ten ma&shy;ni&shy;fes&shy;tiert, die wir mit der Ka&shy;te&shy;go&shy;rie 'Dif&shy;fe&shy;renz' zu&shy;sam&shy;men&shy;fas&shy;sen.“ (<bib id='Boehm 2010a'></bib>: S. 44)</ref>
:
Ikonische Differenz fungiert nun als Ordnungs&shy;begriff für ein „System von Kontras&shy;ten“, wobei aller&shy;dings gera&shy;de für diese Subor&shy;dina&shy;tion, also das Verhält&shy;nis einzel&shy;ner, empi&shy;risch und histo&shy;risch vorkom&shy;mender bildli&shy;cher Kontrast&shy;bezie&shy;hungen zu einer über&shy;geord&shy;neten und verein&shy;heitli&shy;chenden, genuin iko&shy;nischen Kontrast&shy;struktur keine Syste&shy;matik erkenn&shy;bar ist. Einer&shy;seits kann die iko&shy;nische Diffe&shy;renz dabei als ein bloß zusam&shy;menfas&shy;sender Ausdruck erkenn&shy;barer bildli&shy;cher Kontrast&shy;rela&shy;tionen gelten und hat damit eine retro&shy;spektiv deskrip&shy;tive Funktion. Ande&shy;rerseits steht sie aber auch für einen gerade&shy;zu „transzen&shy;denta&shy;len Schema&shy;tismus“ (<bib id='Boehm 2011a'></bib>: S. 175), nach dem sich Einzel&shy;kontras&shy;te erst bilden und der als „Bau der iko&shy;nischen Diffe&shy;renz“ apos&shy;trophiert wird.<ref>„Tat&shy;säch&shy;lich lie&shy;ße sich aus ei&shy;ner so in&shy;ter&shy;pre&shy;tier&shy;ten iko&shy;ni&shy;schen Dif&shy;fe&shy;renz ei&shy;ne Ge&shy;ne&shy;a&shy;lo&shy;gie der Bil&shy;der er&shy;schlie&shy;ßen, die sich nicht nur auf die Dif&shy;fe&shy;renz Wei&shy;ße Wand/&#8203;Schwar&shy;zes Loch stützt, son&shy;dern auch auf an&shy;de&shy;re bild&shy;ge&shy;schicht&shy;lich wirk&shy;sa&shy;me und bild&shy;the&shy;o&shy;re&shy;tisch be&shy;deut&shy;sa&shy;me 'Me&shy;cha&shy;nis&shy;men'. Da&shy;zu zäh&shy;len Punkt und Punkt&shy;steu&shy;e&shy;rung, Fleck und Fle&shy;cken&shy;mus&shy;ter [...], die Ener&shy;gie der Li&shy;nie oder sich aus&shy;brei&shy;ten&shy;der Far&shy;be etc. Sie or&shy;ga&shy;ni&shy;sie&shy;ren die Ge&shy;ne&shy;se bild&shy;li&shy;chen Sin&shy;nes von ih&shy;ren An&shy;fän&shy;gen her und ha&shy;ben das Ge&shy;sicht der Bild&shy;ge&shy;schich&shy;te in gro&shy;ßem Um&shy;fang be&shy;stimmt. Ih&shy;rer Na&shy;tur nach han&shy;delt es sich um die Set&shy;zung un&shy;ter&shy;schied&shy;li&shy;cher Dif&shy;fe&shy;ren&shy;zen, die je&shy;weils auf an&shy;de&shy;re Wei&shy;se sche&shy;ma&shy;ti&shy;sie&shy;ren, d.h. Zu&shy;gän&shy;ge zur Welt er&shy;öff&shy;nen. Es ist der Bau der iko&shy;ni&shy;schen Dif&shy;fe&shy;renz, in dem sich un&shy;ter&shy;schied&shy;li&shy;che Sinn&shy;kon&shy;fi&shy;gu&shy;ra&shy;ti&shy;o&shy;nen – was man den Lo&shy;gos des Bil&shy;des nen&shy;nen kann – ma&shy;ni&shy;fes&shy;tie&shy;ren.“ (<bib id='Boehm 2011a'></bib>: S. 176)</ref>


<!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen-->
 
==Kritik und Fragen==
a) Es gibt zahlreiche externe Abgren&shy;zungen des Begriffs der iko&shy;nischen Diffe&shy;renz, aber kaum inter&shy;ne Begrün&shy;dungen. So wird zwar durchge&shy;hend die exter&shy;ne Diffe&shy;renz des Bildes zur Sprache hervor&shy;geho&shy;ben und sowohl mit dem Prinzip der Meta&shy;pher als auch mit dem Prinzip des bildli&shy;chen Zeigens begrün&shy;det; die Konzep&shy;tion der iko&shy;nischen Diffe&shy;renz weist aber hinsicht&shy;lich ihres eigent&shy;lichen Ziels, der Frage nach der Gene&shy;se bildli&shy;chen Sinnes, Begrün&shy;dungslü&shy;cken auf. So fehlt etwa eine inter&shy;ne Unter&shy;scheidung des Begriffs von ande&shy;ren diffe&shy;renzthe&shy;oreti&shy;schen Perspek&shy;tiven in den Bild&shy;theorien. Solche inter&shy;nen Begrün&shy;dungen, die den Kern des Projekts der iko&shy;nischen Diffe&shy;renz selbst betref&shy;fen, würden hier eine deutli&shy;chere bildtheo&shy;retische Kontu&shy;rierung leisten. Warum ist es etwa ausge&shy;schlossen, dass die Gene&shy;se bildli&shy;chen Sinns auch einstel&shy;lig darge&shy;stellt oder konzi&shy;piert werden kann? Inwie&shy;fern ist bildli&shy;che Evi&shy;denz und Sinnge&shy;nese immer ein Effekt einer Diffe&shy;renzope&shy;ration? Muss das Etwas-&#8203;zeigen des Bildes immer mit seinem Sich-&#8203;zeigen oszil&shy;lieren? Ist das bloß Etwas zeigende (Ab-)&#8203;Bild ein sinnlo&shy;ses Bild, bzw. eines, das ausschließ&shy;lich sprachli&shy;chen [[Prädikation|Prädi&shy;kati&shy;onen]] unter&shy;steht?
:
b) Der Begriff der ikonischen Differenz weist einen unschar&shy;fen Gegen&shy;standsbe&shy;reich auf, weil er einen medien&shy;theore&shy;tischen Anspruch mit kunst- und bildkri&shy;tischen Inte&shy;ressen verbin&shy;det:
:
:''Mit der ikonischen Differenz formu&shy;lieren wir eine Hypo&shy;these, deren Geltung für jedes beson&shy;dere Bildwerk behaup&shy;tet wird.'' (<bib id='Boehm 2011a'></bib>: S. 171)
:
Die Formulierung ‘jedes besondere’ kombi&shy;niert die eva&shy;luati&shy;ve Exklu&shy;sion mit einer uni&shy;versa&shy;len Inklu&shy;sion von Bildern. D.h.: Hier wird eine vorder&shy;gründig medien&shy;spezi&shy;fische Bestim&shy;mung von Bildern mit einer einschrän&shy;kenden und anspruchs&shy;vollen Bildkri&shy;tik verbun&shy;den, und das ist in syste&shy;mati&shy;scher Hinsicht eine latent konflik&shy;täre Bezie&shy;hung. Denn der Begrün&shy;dungsan&shy;spruch ist ein durchaus allge&shy;meiner.<ref>„Je&shy;des iko&shy;ni&shy;sche Ar&shy;te&shy;fakt or&shy;ga&shy;ni&shy;siert sich in der Form ei&shy;ner vi&shy;su&shy;el&shy;len, in&shy;tel&shy;li&shy;gen&shy;ten so&shy;wie deik&shy;ti&shy;schen, und das heißt nicht-&#8203;sprach&shy;li&shy;chen, Dif&shy;fe&shy;renz. Ih&shy;re kon&shy;sti&shy;tu&shy;ti&shy;ven As&shy;pek&shy;te sind je&shy;weils an&shy;de&shy;re, ob es sich nun zum Bei&shy;spiel um Höh&shy;len&shy;ma&shy;le&shy;rei, um Iko&shy;nen, Mas&shy;ken, Ta&shy;fel&shy;bil&shy;der, um drei&shy;di&shy;men&shy;si&shy;o&shy;na&shy;le Bild&shy;wer&shy;ke, um Zeich&shy;nun&shy;gen, Fotos, bild&shy;ge&shy;ben&shy;de Ver&shy;fah&shy;ren, Dia&shy;gram&shy;me oder Be&shy;wegt&shy;bil&shy;der han&shy;delt. In ei&shy;nem frei&shy;lich kom&shy;men sie al&shy;le über&shy;ein: in ih&shy;ren he&shy;te&shy;ro&shy;ge&shy;nen Er&shy;schei&shy;nungs&shy;for&shy;men ak&shy;ti&shy;vie&shy;ren sie ein Struk&shy;tur&shy;mo&shy;ment, das sie mit&shy;ein&shy;an&shy;der ver&shy;bin&shy;det, sie zu Bil&shy;dern macht. Al&shy;le Bil&shy;der ar&shy;bei&shy;ten, wie ge&shy;sagt, struk&shy;tu&shy;rell ge&shy;se&shy;hen, mit dem Wech&shy;sel&shy;spiel ei&shy;nes Kon&shy;tras&shy;tes zwi&shy;schen kon&shy;ti&shy;nu&shy;ie&shy;ren&shy;den Mo&shy;men&shy;ten und dis&shy;kre&shy;ten Ele&shy;men&shy;ten, sie sind ei&shy;ne 'kon&shy;ti&shy;nu&shy;ier&shy;li&shy;che Dis&shy;kon&shy;ti&shy;nu&shy;i&shy;tät'.“ (<bib id='Boehm 2011a'></bib>: S. 171)</ref>
:
Das Konzept der ikonischen Diffe&shy;renz unter&shy;sucht die Gene&shy;se eines genuin bildli&shy;chen Sinns, der im Unter&shy;schied zu sprachli&shy;chen Prädi&shy;kati&shy;onen der Bilder kontu&shy;riert werden soll und damit immer schon auf die Medien&shy;spezi&shy;fik des Bildes voraus&shy;greift. Sein ide&shy;ales Unter&shy;suchungs&shy;feld sind jedoch beson&shy;ders gelun&shy;gene künstle&shy;rische Bilder, wobei vor allem die frühe Konzep&shy;tion bildkri&shy;tisch und produk&shy;tionsäs&shy;thetisch (Prinzip der Opti&shy;mierung) argu&shy;mentiert. Die Gene&shy;se bildli&shy;chen Sinnes erscheint hier als Effekt einer ästhe&shy;tischen Inter&shy;vention und der medien&shy;theore&shy;tische Anspruch des Begriffs der iko&shy;nischen Diffe&shy;renz damit als eine theore&shy;tische Setzung, die bestimm&shy;te Eigen&shy;schaften gelun&shy;gener künstle&shy;rischer Bilder für die Gesamt&shy;heit der Bilder proji&shy;ziert. So gründet etwa die Evi&shy;denz des Bildes auf einem „kunstvoll ange&shy;legten Selbstver&shy;gleich“, der von produk&shy;tiven Bilder&shy;machern aller&shy;erst als inter&shy;ne Diffe&shy;renz des Bildes ent&shy;wickelt wird (vgl. <bib id='Boehm 2008a'></bib>: S. 32, 36). Ist die iko&shy;nische Diffe&shy;renz produk&shy;tionsäs&shy;thetisch beherrsch&shy;bar, also inten&shy;diert? Kann sie nicht auch an Bildern auftre&shy;ten, in denen sie nicht berück&shy;sichtigt wurde, also zufäl&shy;lig ist? Und kann sie sich in einem radi&shy;kalen Sinne ihres medien&shy;spezi&shy;fischen Anspruchs even&shy;tuell sogar gegen die Inten&shy;tionen einer bloß abbild&shy;lichen Bildpro&shy;duktion richten, also mit einer Auto&shy;nomie des Bildes korre&shy;lieren?
:
c) Wie oben bereits mehrfach darge&shy;legt, besteht eine unkla&shy;re Syste&shy;matik und fehlen&shy;de Begrün&shy;dungsar&shy;beit hinsicht&shy;lich der Bezie&shy;hung eines medien&shy;spezi&shy;fischen Gesamt&shy;kontras&shy;tes zu den einzel&shy;nen bildli&shy;chen Kontrast&shy;rela&shy;tionen. Dadurch changiert der Begriff der iko&shy;nischen Diffe&shy;renz zwischen Deskrip&shy;tion und Setzung. Als deskrip&shy;tiver Begriff würde er ande&shy;re Weisen bildli&shy;cher Sinnge&shy;nese zulas&shy;sen und nur beste&shy;hende diffe&shy;renz- oder kontrast&shy;basier&shy;te Weisen zusam&shy;menfas&shy;sen. Als norma&shy;tiver Begriff bean&shy;sprucht er eine verbind&shy;liche Darstel&shy;lung der Grundstruk&shy;tur bildli&shy;cher Sinnge&shy;nese, die ande&shy;re Opti&shy;onen ausschließt. Beides zusam&shy;men geht nicht.
:
— Die hier angeführten Anmerkungen, Kommen&shy;tare und Ordnung&shy;versu&shy;che können und wollen keines&shy;wegs bestrei&shy;ten, dass es sich bei dem Projekt der iko&shy;nischen Diffe&shy;renz um eine der wichtig&shy;sten Baustel&shy;len der Bildthe&shy;orie handelt: die Erkun&shy;dung der Bedingun&shy;gen einer bildlichen Sinnge&shy;nese. Es ist eben diese unbe&shy;streitba&shy;re Rele&shy;vanz des Themas, die für eine starke Rezep&shy;tion des Begriffs gesorgt hat. Aber gerade die Breite der Zustim&shy;mung wird damit zum Anlaß, das Begriffs&shy;verständ&shy;nis im jewei&shy;ligen Einzel&shy;fall genau&shy;er nachzu&shy;fragen.
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Aktuelle Version vom 22. Januar 2024, 13:53 Uhr

Unterpunkt zu: Grundbegriffe der Bildlichkeit


Einleitung und Textbe­stand

Der von Gottfried Boehm geprägte “Begriff” der iko­nischen Diffe­renz[1] soll eben­so wie ande­re promi­nente Begrif­fe der Bild­theorie​ (»Au­ra«,​ »punctum«​ etc.) offen­bar „nicht zu Ende gedacht“ werden. Laut einem zusam­menfas­senden Arti­kel von 2011 wurde er von Boehm bereits seit 1978 ent­wickelt ([Boehm 2011a]Boehm, Gottfried (2011): Ikonische Differenz. Rheinsprung 11 – Zeitschrift für Bildkritik, 1.
Webadresse: rheinsprung11.unibas.ch/fileadmin/documents/Edition_PDF/volume1/glossar-boehm.pdf
: S. 170), eine ande­re Selbst­auskunft ([Boehm 2007b]Boehm, Gottfried (2007): Iconic Turn. Ein Brief. In: Belting, H. (Hg.), Bilderfragen. Die Bildwissenschaft im Aufbruch. Fink, München.
: S. 35) datiert den Ursprung auf einen Text von 1980.[2]

Seitdem wurde der Begriff in konzep­tuell sehr unter­schiedli­chen Vari­anten publi­ziert, ohne jemals zu einem theore­tischen Gesamt­system ausge­arbei­tet worden zu sein. Das Vorläu­fige und Prozess­hafte des Begriffs ist durchaus gewollt, so heißt es noch 2004: „Ich bin dabei, dieses Grund­modell weiter auszu­arbei­ten und mit weite­ren theore­tischen strata auszu­statten“ ([Boehm 2004a]Boehm, Gottfried (2007): Jenseits der Sprache? Anmerkungen zur Logik der Bilder (2004). In: Boehm, G. (Hg.), Wie Bilder Sinn erzeugen. Die Macht des Zeigens. Berlin University Press, Berlin.
: S. 16). Die Vari­abi­lität der Konzep­tion korre­liert also mit dem ausdrück­lichen Wunsch, die Begrün­dung eines bild-​theore­tischen Systems zu vermei­den:

Dieses Modell der ikoni­schen Diffe­renz dient dazu, die in Bildern wirksa­me Logik zu ana­lysie­ren, ohne damit ein theore­tisches System zu inten­dieren. ([Boehm 2007a]Boehm, Gottfried (2007): Wie Bilder Sinn erzeugen. Die Macht des Zeigens. Berlin University Press, Berlin.
: S. 16)

Vielmehr entwickelt sie sich anhand einer rela­tiv konstan­ten Grund­frage (s. unten Kap. 2) weiter. Entspre­chend muss sich die hier versuch­te Darstel­lung des Konzep­tes der iko­nischen Diffe­renz an einem Textbe­stand orien­tieren, bei dem manchmal expli­zit und ausführ­lich für es argu­mentiert wird (vgl. z.B. [Boehm 1994a]Boehm, Gottfried (1994): Die Wiederkehr der Bilder. In: Boehm, G. (Hg.), Was ist ein Bild?. Fink, München.
, [Boehm 2007c]Boehm, Gottfried (2007): Die Hintergründigkeit des Zeigens. Deiktische Wurzeln des Bildes. In: Boehm, G. (Hg.), Wie Bilder Sinn erzeugen. Fink, Berlin.
Nicht angezeigt: Berlin Uni­versity Press
, [Boehm 2011a]Boehm, Gottfried (2011): Ikonische Differenz. Rheinsprung 11 – Zeitschrift für Bildkritik, 1.
Webadresse: rheinsprung11.unibas.ch/fileadmin/documents/Edition_PDF/volume1/glossar-boehm.pdf
) und manchmal eher peri­pher und zita­tiv auf den Begriff verwie­sen wird, wie dies etwa im Zusam­menhang mit dem Zeichnen (vgl. [Boehm 2008a]Boehm, Gottfried (2008): Augenmaß. Zur Genese der ikonischen Evidenz. In: Boehm, G. & Mersmann, B. & Spies, Ch. (Hg.), Movens Bild. Zwischen Evidenz und Affekt. Fink, München.
: S. 16, 34), der Bild-Evi­denz (vgl. [Boehm 2009a]Boehm, Gottfried (2009): Spur und Gespür. Zur Archäologie der Zeichnung. In: Bach, F. T. & Pichler, W. (Hg.), Öffnungen. Zur Theorie und Geschichte der Zeichnung. Fink, München.
: S. 43, 46), dem Zeigen von Bildern ([Boehm 2010a]Boehm, Gottfried (2010): Das Zeigen der Bilder. In: Boehm, G. & Egenhofer, S. & Spies, Ch. (Hg.), Zeigen. Die Rhetorik des Sichtbaren. Fink, München.
: S. 44f.), aber auch in der wissen­schaftli­chen Selbst­posi­tionie­rung ([Boehm 2007b]Boehm, Gottfried (2007): Iconic Turn. Ein Brief. In: Belting, H. (Hg.), Bilderfragen. Die Bildwissenschaft im Aufbruch. Fink, München.
: S. 35) geschieht.

Auch unter den expliziten Darstellun­gen des Konzepts der iko­nischen Diffe­renz sind bei Boehm mehre­re Vari­anten unter­scheidbar, die jeweils unter dem Einfluss bestimm­ter zeitge­nössi­scher Diskus­sionen stehen und dem Begriff dabei verän­derte Quali­täten und Begrün­dungsmus­ter zuschrei­ben. So ent­wickelt die frühe Vari­ante (vgl. [Boehm 1994a]Boehm, Gottfried (1994): Die Wiederkehr der Bilder. In: Boehm, G. (Hg.), Was ist ein Bild?. Fink, München.
) die Konzep­tion der iko­nischen Diffe­renz vor allem inner­halb der Unter­scheidung des iconic vom lin­guistic turn und orien­tiert sie dabei, zumin­dest prokla­mativ, an dem sprach­wissen­schaftli­chen Begriff der Meta­pher (s. unten Kap. 5). Die späte­re Varian­te (vgl. [Boehm 2007c]Boehm, Gottfried (2007): Die Hintergründigkeit des Zeigens. Deiktische Wurzeln des Bildes. In: Boehm, G. (Hg.), Wie Bilder Sinn erzeugen. Fink, Berlin.
Nicht angezeigt: Berlin Uni­versity Press
) wird gleicher­maßen unter Hinweis auf die Diskur­se zur Geste und das Thema des bildli­chen Zeigens formu­liert (s. unten Kap. 7).

Wegen der gewollten Vari­abi­lität der Konzep­tion und dem mäan­dernden Textbe­stand erschei­nen alle kritisch syste­mati­schen Darstel­lungen des Begriffs unver­meidlich als holz­schnittar­tige Reduk­tionen. Gleichwohl müssen sie versucht werden, weil die Vari­anten iko­nischer Diffe­renz erstens nicht selbst­erklä­rend sind, ihr thema­tisches Inte­resse aber zweitens auf den Kern bildthe­oreti­scher Fragen abzielt, wie nicht zuletzt die Konjunk­tur des Termi­nus belegt.


Ziele

Trotz seiner permanenten Varia­bili­tät steht das Konzept der iko­nischen Diffe­renz unter dem Einfluss eines bestimm­ten, gleichblei­benden Inte­resses am Bild, das die zentra­len Fragen des iconic turn betrifft. In den Worten Boehms argu­mentiert er entlang einer

Gratwanderung [...], die sich auf die Singu­lari­tät der Bilder einlässt und sie zugleich auf diese inne­re Struktur hin befragt. Das geschieht in der Erwar­tung, dass sich das Iko­nische wieder­kehren­der Regeln und Verfah­ren bedient, die die Rede von einer alter­nati­ven Logik rechtfer­tigen und verständ­lich machen, wie Bilder zu ihrer Macht gelan­gen. Sie lässt sich als Über­zeugungs­kraft, Sugges­tivi­tät, Evi­denz, Luzi­dität, Aura etc. genau­er ausbuch­stabie­ren. ([Boehm 2007a]Boehm, Gottfried (2007): Wie Bilder Sinn erzeugen. Die Macht des Zeigens. Berlin University Press, Berlin.
: S. 16)

Diese Gratwanderung verläuft zwischen den singu­lären Quali­täten je einzel­ner Bilder und dem Anspruch, ihre Wirkungs­weise in durchaus bild­theore­tisch uni­versa­len Regeln wieder­zuge­ben. Da solche Unter­suchun­gen aber nicht bei der Singu­lari­tät der Bilder enden, sondern in ihr wiede­rum eine „inne­re Struktur“ zu kontu­rieren versu­chen, die sogar als „alter­nati­ve Logik“ ange­sprochen wird, zielen sie letztlich doch auf eine theore­tische Allge­meingül­tigkeit ab. Aller­dings ist es nicht die medien­philo­sophi­sche Frage nach einer verläss­lichen Begrün­dung der Wirkungs­weise von Bildern, sondern vielmehr ein spezi­ali­sierte­res Sachin­teres­se, das sich mit der Konzep­tion der iko­nischen Diffe­renz verbin­det. Diese „Leit­frage“ lautet:

Wie generie­ren Bilder auf ihre Weise einen visu­ellen, einen iko­nischen Sinn? ([Boehm 2004b]Boehm, Gottfried (2004): Das Bild in der Kunstwissenschaft. Interview mit Gottfried Boehm. In: Sachs-Hombach, K. (Hg.), Wege zur Bildwissenschaft. Interviews. Halem, Köln.
: S. 16)

Diese Frage nach der bildli­chen Gene­se von Sinn umfasst die frühen und späten Konzep­tionen des Begriffs gleicher­maßen:

Die iko­nische Diffe­renz versucht [...] ein ande­res Denken von Sinn einzu­leiten. ([Boehm 2011a]Boehm, Gottfried (2011): Ikonische Differenz. Rheinsprung 11 – Zeitschrift für Bildkritik, 1.
Webadresse: rheinsprung11.unibas.ch/fileadmin/documents/Edition_PDF/volume1/glossar-boehm.pdf
: S. 172)

Die Rede von der Genese bildlichen Sinns ist dabei durchaus kausa­listisch zu verste­hen, inso­fern mit der Anga­be eines „Grund­kontras­tes“ tatsäch­lich eine Ursa­che bildli­cher Wirkun­gen iden­tifi­ziert wird:

Was Bilder in aller histo­rischen Vielfalt als Bilder 'sind', was sie 'zeigen', was sie 'sagen', verdankt sich mithin einem visu­ellen Grund­kontrast, der zugleich der Geburts­ort jedes bildli­chen Sinnes genannt werden kann. ([Boehm 1994a]Boehm, Gottfried (1994): Die Wiederkehr der Bilder. In: Boehm, G. (Hg.), Was ist ein Bild?. Fink, München.
: S. 30])

Dieser theoretische Anspruch wird zugleich als Erfolgs­krite­rium eta­bliert, wobei es insbe­sonde­re gilt, solch eine Gene­se bildli­chen Sinns jenseits sprachli­cher Logi­ken zu ermi­tteln.[3]

Mit dieser Zielangabe unterscheidet sich die​ »iko­nische Diffe­renz«​ auch von ande­ren diffe­renzthe­oreti­schen Posi­tionen in der Bild­theorie. Anders als der Begriff der​ »pictu­ralen Diffe­renz«​ bei Walden­fels (vgl. [Waldenfels 2004a]Waldenfels, Bernhard (2004): Das Bild in der Philosophie. In: Sachs-Hombach, K. (Hg.), Wege der Bildwissenschaft. Interviews. Halem, Köln.
: S. 58f.) oder der​ »spezi­fischen Diffe­renz«​ bei Brandt (vgl. [Brandt 2004a]Brandt, Reinhard (2004): Das Bild: Gesehen und erkannt. In: Sachs-Hombach, K. (Hg.), Wege zur Bildwissenschaft. Interviews. Herbert von Halem Verlag, Köln.
: S. 173), ist Boehms Begriff nicht vorran­gig an einer philo­sophi­schen Begrün­dung des Bildbe­griffs inte­ressiert. Er thema­tisiert Fragen der Sukzes­sion oder Simu­lari­tät zwei­stelli­ger Bild­wahrneh­mungen, wie sie zwischen Gombrich (vgl. [Gombrich 1978a]Gombrich, Ernst H. (1978): Meditationen über ein Steckenpferd. Von den Wurzeln und Grenzen der Kunst. Suhrkamp, Frankfurt/M.
) und Wollheim (vgl. [Wollheim 1982a]Wollheim, Richard (1982): Sehen-als, sehen-in und bildliche Darstellung. In: Wollheim, R. (Hg.), Objekte der Kunst. Suhrkamp, Frankfurt/M.
Nicht angezeigt: übersetzt von Looser, Max
) ausge­handelt wurden, inte­ressiert sich hierbei aber vorran­gig für die produk­tiven Leistun­gen des Bildes, wie sie etwa Max Imdahl (vgl. [Imdahl 1996c]Imdahl, Max (1996): Reflexion, Theorie, Methode. Suhrkamp, Frankfurt/M.
Nicht angezeigt: Mit e. Beitr. v. H. R. Jauß. Hrsg. u. eingel. v. G. Boehm
) disku­tiert hatte.


Synonyme der Differenz: Kontrast, Wech­sel­spiel, Oszil­lation

Man kann nicht sinnvoll von Diffe­renzen reden, ohne anzu­geben, zwischen was und in welcher Weise diese Rela­tion behaup­tet wird. In welcher Weise die iko­nische Diffe­renz das von ihr Unter­schiede­ne vermit­telt lässt sich auf der Grundla­ge des Text­bestands vergleichs­weise leicht ange­ben, auch wenn es eine Reihe von Syno­nymen hierfür gibt:

Wir verstehen die ikonische Diffe­renz als Ereig­nis im Sinne einer Oszil­lation, bzw. einer Logik des Kontras­tes. Bildwer­ke eröff­nen ihren Bedeu­tungsraum, indem sie dem Auge ein komple­xes Hin- und Her ermög­lichen, es ihm gestat­ten, zwischen simul­tanem Ausgriff und sukze­dieren­der Bewe­gung einzu­schwingen. ([Boehm 2011a]Boehm, Gottfried (2011): Ikonische Differenz. Rheinsprung 11 – Zeitschrift für Bildkritik, 1.
Webadresse: rheinsprung11.unibas.ch/fileadmin/documents/Edition_PDF/volume1/glossar-boehm.pdf
: S. 175)

Es geht um eine für die bildliche Gene­se von Sinn konsti­tuti­ve Diffe­renz, also um eine zweistel­lige Rela­tion, deren häufig­ste Syno­nyme sie aller­dings als Kontrast, selte­ner als ein Wechsel­spiel oder eine Oszil­lation ausge­ben. Damit wird eine dyna­mische Rela­tion ange­sprochen, die zwischen gegen­sätzli­chen Polen vorherrscht und deren Diffe­renz, anders als bei einem dialek­tischen Antago­nismus, nicht aufheb­bar ist:

Vor allem das 'Wechselspiel' in der Diffe­renz gilt es ins Auge zu fassen. Wir vermei­den ausdrück­lich, von einer Dialek­tik oder Synthe­se zu sprechen [...] ([Boehm 2011a]Boehm, Gottfried (2011): Ikonische Differenz. Rheinsprung 11 – Zeitschrift für Bildkritik, 1.
Webadresse: rheinsprung11.unibas.ch/fileadmin/documents/Edition_PDF/volume1/glossar-boehm.pdf
: S. 172).

Unter dieser Prämisse reduziert sich der Bereich mögli­cher bild­imma­nenter Diffe­renzen auf solche, die sich erstens in einer unauf­hebba­ren Pola­rität befin­den und die sich zweitens nicht abnut­zen, nicht zum Ausgleich gebracht werden können.

Grundsätzlich handelt es sich also um eine Wirkung, die dyna­misch verstan­den wird und deshalb kein festes Ziel, keinen typi­schen Verlauf und kein verbind­liches zeitli­ches Ende aufweist (hierin vergleich­bar mit Kants freiem Spiel der Erkennt­niskräf­te). Diese Wirkung speist sich, wie auch bei Kant, aus der Wechsel­wirkung zweier mitein­ander kontras­tieren­der Kompo­nenten; sie wird aller­dings nicht mehr vermö­genspsy­cholo­gisch, sondern vielmehr bild­theore­tisch gefasst.[4]

Kontrastverhältnisse sind spezi­fischer als Diffe­renzen.[5] Da die iko­nische Diffe­renz wesent­lich auf einer Kontrast­figur basiert, könnte sie zutref­fender als ‘iko­nischer Kontrast’ titu­liert werden. ‘Wechsel­spiel’ und ‘Oszil­lation’ sind inso­fern schwäche­re Syno­nyme, weil sie zwar den dyna­mischen Prozess, nicht jedoch die als verur­sachend ange­nomme­ne Struktur benen­nen. ‘Iko­nischer Kontrast’ wäre also zutref­fend, zumal das Prädi­kat ‘iko­nisch’ in Boehms Lesart auch bereits die erwünsch­te Dyna­mik inklu­diert. Denn in Abgren­zung zu Max Imdahls Iko­nik (vgl. [Imdahl 1994a]Imdahl, Max (1994): Ikonik: Bilder und ihre Anschauung. In: Böhm, G. (Hg.), Was ist ein Bild?. Fink, München.
) und zum Ikon bei Peirce soll mit dem Prädi­kat ‘iko­nisch’ „das Bild zugleich als Gegen­stand und als Verfah­ren gekenn­zeichnet“ werden ([Boehm 2007b]Boehm, Gottfried (2007): Iconic Turn. Ein Brief. In: Belting, H. (Hg.), Bilderfragen. Die Bildwissenschaft im Aufbruch. Fink, München.
: S. 32).


Was kontrastiert?

Schwieriger wird es, wenn man fragt, was im Sinne der iko­nischen Diffe­renz jeweils oszil­liert, wo­zwischen also der Kontrast ange­nommen werden kann. Hier kommen in der frühen Konzep­tion mehre­re Kontrast­paare in Frage, deren Verhält­nis unter­einan­der aber unge­klärt bleibt. So heißt es, die iko­nische Diffe­renz

markiert eine zugleich visu­elle und logi­sche Mächtig­keit, welche die Eigen­art des Bildes kennzeich­net, das der mate­riellen Kultur unauf­hebbar zuge­hört, auf unver­zichtba­re Weise in Mate­rie einge­schrieben ist, darin aber einen Sinn aufschei­nen lässt, der zugleich alles Fakti­sche über­bietet. ([Boehm 1994a]Boehm, Gottfried (1994): Die Wiederkehr der Bilder. In: Boehm, G. (Hg.), Was ist ein Bild?. Fink, München.
: S. 30)

Diese Leitdifferenz, die zugleich als Kontrast und Pola­rität konzi­piert ist, ließe sich in dem Dualis­mus von Mate­riali­tät und Idea­lität des Bildes zusam­menfas­sen. Denn tatsäch­lich findet sich diese Diffe­renzbe­ziehung am Häufig­sten in den Selbst­darstel­lungen des Begriffs, ohne dass sie aller­dings expli­zit auch als gemein­same Struktur aller spezi­ali­sierte­ren Diffe­renzver­hältnis­se ausge­wiesen wäre.

Solch einem „basalen Phänomen“ näher zu kommen, wird noch 2004 als „Haupt­absicht“ des Begriffs ausge­wiesen.[6] Er zielt also auf die Beschrei­bung einer „basa­len“ Diffe­renz, die zwischen den mate­riellen Bedin­gungen und Gege­benhei­ten eines Bildes und der Möglich­keit, es gleichwohl als ein sinnhaf­tes Bestim­mungsver­hältnis zu sehen, zu erken­nen und zu verste­hen, besteht. Eben dieses Verhält­nis gilt als konsti­tutiv für einen nicht-​sprachli­chen, bildli­chen Sinn. Es wird zugleich als zentra­le medien­spezi­fische Bestim­mung von Bildlich­keit ange­nommen.[7] Diesem großen Anspruch kann der Begriff der iko­nischen Diffe­renz aber nicht gerecht werden, weil der gene­relle Kontrast wieder­holt durch Einzel­phäno­mene ersetzt wird, wobei zusätz­lich ihr Verhält­nis zuein­ander unge­klärt bleibt.

So werden zahlreiche Kontrast-​Rela­tionen genannt, aber schon der nächste „Grundkon­trast“ verschiebt und verfehlt die Rela­tion von bildli­cher Mate­riali­tät und Idea­lität, weil er eher visu­elle Ganzhei­ten und Details korre­liert:

Was uns als Bild begegnet, beruht auf einem einzi­gen Grund­kontrast, dem zwischen einer über­schauba­ren Gesamt­fläche und allem, was sie an Binnen­ereig­nissen einschließt. ([Boehm 1994a]Boehm, Gottfried (1994): Die Wiederkehr der Bilder. In: Boehm, G. (Hg.), Was ist ein Bild?. Fink, München.
: S. 29f.)

Damit wären bereits im frühen Text (1994) zwei Kandi­daten für einen bildli­chen Grundkon­trast genannt. Der Letzte­re lässt sich zudem an histo­rischen Vari­anten exem­plifi­zieren.[8] Schwierig wird es jedoch, wenn solche Details gleicher­maßen einen der beiden Grundkon­traste exem­plifi­zieren sollen: Ein „starkes Bild“

bindet sich dabei aber an arti­fiziel­le Bedin­gungen, an einen iko­nischen Kontrast, von dem gesagt wurde, er sei zugleich flach und tief, opak und transpa­rent, mate­riell und völlig ungreif­bar. ([Boehm 1994a]Boehm, Gottfried (1994): Die Wiederkehr der Bilder. In: Boehm, G. (Hg.), Was ist ein Bild?. Fink, München.
: S. 35)

Genau für das systematische Verhält­nis des oder der Grundkon­traste zu solchen speziel­leren Kontrast­rela­tionen besteht aber ein großer Klärungs­bedarf. Gibt es verschie­dene, auch quali­tativ unter­scheidba­re Konstel­latio­nen iko­nischer Diffe­renz, je nachdem ob sich Figur und Hinter­grund, Flächig­keit und Tiefe, Mate­riali­tät und ide­elle Perma­nenz eines Bildes in Wechsel­wirkung befin­den? Und darü­ber hinaus wäre zu fragen: Wie lassen sich im Sinne einer wider­spruchsfrei­en Konzep­tion iko­nischer Diffe­renz Über­schneidungs­verhält­nisse zwischen den kontras­tieren­den Paaren verste­hen? Sind bild­phäno­meno­logisch wirksa­me Wechsel­wirkun­gen zwischen z.B. Tiefe und Mate­riali­tät, Figur und Fläche etc. eben­falls als struktu­reller Anlass iko­nischer Diffe­renzef­fekte aufzu­fassen? Limi­tiert sich der Begriff hinsicht­lich bestimm­ter Kontrast­paare? Meint er eine offe­ne Aufzäh­lung oder etwas, was all diesen Paaren zugrun­de liegt?


Ikonische Differenz nach dem Modell der Meta­pher (1994)

Ikonische Differenz wird bei Gottfried Boehm 1994 durch die Über­nahme des Begriffs der Meta­pher und seine Über­tragung auf das Bild konzi­piert.[9] Diese frühe Vari­ante ist zugleich an künstle­rischen Bildern orien­tiert und im Sinne eines Wertmaß­stabs zur Beur­teilung von „starken Bildern“ ([Boehm 1994a]Boehm, Gottfried (1994): Die Wiederkehr der Bilder. In: Boehm, G. (Hg.), Was ist ein Bild?. Fink, München.
: S. 35) ausge­wiesen, die von Simu­lati­onen und bloßen Abbil­dern unter­schieden werden. Ihre opti­male Verwirk­lichung findet sie daher im Bereich der moder­nen Male­rei, ihrem Anspruch nach gilt sie aber als medien­spezi­fische Bestim­mung für die bildli­che Sinn­gene­se insge­samt.

Dabei wird die Metapher als Kontrast­figur inter­pretiert.[10] Diese Gleichset­zung von Meta­pher und bildli­chem Kontrast ist nicht ganz über­zeugend, denn die Figur des Kontras­tes basiert ja auf gleichbe­rechtig­ten Ele­menten, während die Meta­pher eher mit einer Steige­rung ope­riert: Das Buchstäb­liche ist verständ­lich und syste­matisch vollstän­dig, es kommt ohne über­trage­ne Bedeu­tung aus, während umge­kehrt die Meta­phorik auf das Buchstäb­liche ange­wiesen ist und es über­schreitet. So muss man fragen, wie im Bild Buchstäb­liches mit Übertra­genem inter­agiert. Erst in den späte­ren Versi­onen, die sich nicht mehr auf die Meta­pher beru­fen, kommt ein entspre­chendes Ungleich­gewicht zwischen den kontras­tieren­den Posi­tionen als Gefäl­le oder Asym­metrie zur Sprache.


Das Problem der Optimier­barkeit iko­nischer Diffe­renz

Als wesentliches systemati­sches Merkmal der frühen Konzep­tion kann man die These einer bildpro­dukti­ven Opti­mierbar­keit der iko­nischen Diffe­renz anneh­men (die teilwei­se, wenn auch nicht mehr so deutlich, noch in den späte­ren Texten wieder­holt wird). Sie stellt in syste­mati­scher Hinsicht die Crux dieser Posi­tion dar. Grundsätz­lich stimmt sie mit der Konzen­tration des Begriffs auf künstle­rische Bilder und hier insbe­sonde­re auf die künstle­rische Bildpro­duktion über­ein. Zugleich stellt sie damit aber die medien­philo­sophi­sche Basis der Konzep­tion in Frage.

Zunächst erscheinen die Kontrast­verhält­nisse des Bildes als bevor­zugtes Betä­tigungs­feld von Bildkünst­lern und werden damit bereits als beherrsch- und opti­mierbar ausge­geben:

Das Verhältnis zwischen dem anschau­lichen Ganzen und dem, was es an Einzel­bestim­mungen (der Farbe, der Form, der Figur etc.) be­inhal­tet, wurde vom Künstler auf irgend­eine Weise opti­miert. ([Boehm 1994a]Boehm, Gottfried (1994): Die Wiederkehr der Bilder. In: Boehm, G. (Hg.), Was ist ein Bild?. Fink, München.
: S. 30)

So erscheint die ikonische Diffe­renz nun als arti­fiziell bewirk­te und regu­lierba­re Bildqua­lität, die sich unter der Perspek­tive ihrer Opti­mierbar­keit zugleich als “nachvoll­ziehba­re” Darstel­lungsin­tention und “wirkungs­starke” Kommu­nika­tion gibt und damit eher dem Bereich der Bildprag­matik anzu­gehö­ren scheint als dem einer bildli­chen Sinnge­nese.[11]

Auch Photographie, Film und Video können unter Umstän­den „starke Bilder“ im Sinne der iko­nischen Diffe­renz hervor­bringen.

Von diesen neuen Techniken einen bildstär­kenden Gebrauch zu machen, setzte freilich voraus, die iko­nische Spannung kontrol­liert aufzu­bauen und dem Betrach­ter sichtbar werden zu lassen. ([Boehm 1994a]Boehm, Gottfried (1994): Die Wiederkehr der Bilder. In: Boehm, G. (Hg.), Was ist ein Bild?. Fink, München.
: S. 35)

Versucht man das Prinzip der Opti­mierung mit dem Konzept der iko­nischen Diffe­renz wider­spruchsfrei zu verbin­den, so ist folgen­de Konse­quenz zu ziehen: Iko­nische Diffe­renz ist ein gradu­elles Phäno­men. D.h.: Die mit dem Begriff ausge­drückten sinnhaf­ten Wechsel­wirkun­gen in Bildern können in unter­schiedli­cher Inten­sität vorlie­gen, wobei ein grundsätz­liches, allen Bildern in medien­spezi­fischer Weise zuste­hendes Prinzip ange­nommen wird, das sich wissent­lich und absichts­voll in (künstle­rischen) Bildpro­duktio­nen mani­pulie­ren lässt und dann offen­bar auch im Sinne einer Wirkungs­steige­rung rezi­piert werden kann. In dieser Lesart verliert der Begriff jedoch seine medien­philo­sophi­sche Radi­kali­tät und wird zum Wertmaß­stab künstle­rischer Bilder im Sinne eines Eva­luations­krite­riums.

In kritischer Perspektive muss daher gefragt werden, ob sich solche Wirkungs­steige­rungen im Sinne der iko­nischen Diffe­renz auch unbe­absich­tigt einstel­len können, ob es also denkbar ist, dass sich eine für grundsätz­lich bildlich gehal­tene Sinnge­nese („die Bedin­gungen des Mediums selbst“) inner­halb von Bildpro­duktio­nen auch zufäl­lig, unbe­absich­tigt oder jenseits ihrer souve­ränen artis­tischen Beherr­schung und damit im eigent­lichen Sinne auf der Basis der medi­alen Bestim­mungen des Bildes selbst ent­wickeln kann. Denn erst dann wäre die iko­nische Diffe­renz auch in einem radi­kalen Sinne iko­nisch zu verste­hen. Handelt es sich bei dem Begriff also um eine medien­theore­tische oder um eine produk­tionsäs­theti­sche Bestim­mung? Nur die erste Vari­ante iko­nischer Diffe­renz, die sich auf Bildlich­keit gründet und nicht auf Darstel­lungsab­sichten und Produk­tionswei­sen, wäre als Darstel­lung einer genuin bildli­chen Sinnge­nese zu verste­hen. Sie würde sich aber grundsätz­lich keiner souve­ränen Verfü­gung durch Bildpro­duzen­ten verdan­ken, auch wenn sie theore­tisch noch mit dem Prinzip der Opti­mierung als eines nachge­ordne­ten Interes­ses verbun­den sein könnte.


Ikonische Differenz nach dem Modell des gesti­schen Zeigens (2007)

Die spätere Konzeption ikonischer Diffe­renz verzich­tet argu­menta­tiv auf das Postu­lat einer medi­alen Diffe­renz zwischen Sprache und Schrift, wie sie mit der Ausru­fung des iconic turn noch verbun­den war. Sie orien­tiert sich vielmehr an der „Verwandt­schaft zwischen dem Zeigen und den Bildern“ ([Boehm 2007c]Boehm, Gottfried (2007): Die Hintergründigkeit des Zeigens. Deiktische Wurzeln des Bildes. In: Boehm, G. (Hg.), Wie Bilder Sinn erzeugen. Fink, Berlin.
Nicht angezeigt: Berlin Uni­versity Press
: S. 19). Dieses Zeigen wird im Bereich der Bilder als ein doppel­tes Zeigen von etwas und sich ausge­wiesen und nimmt nun die Posi­tion des Grundkon­trastes in der iko­nischen Diffe­renz ein, der nun unter Verweis auf die körper­liche Geste (und ihre bildli­che Darstel­lung)[12] begrün­det wird.[13] So wird auch in der späte­ren Version nicht ausschließ­lich im Bereich bildli­cher Medi­ali­tät argu­mentiert, obwohl es diese als Diffe­renzstruk­tur zu begrün­den gilt:

Genauer gesprochen geht es um die zur These verfes­tigte Vermu­tung, dass Bilder ihrer eige­nen Natur nach auf einem doppel­ten Zeigen beru­hen, nämlich etwas zu zeigen und sich zu zeigen. ([Boehm 2007c]Boehm, Gottfried (2007): Die Hintergründigkeit des Zeigens. Deiktische Wurzeln des Bildes. In: Boehm, G. (Hg.), Wie Bilder Sinn erzeugen. Fink, Berlin.
Nicht angezeigt: Berlin Uni­versity Press
: S. 19)

An die Stelle der sprachlichen Metapher rückt nun die körper­liche Geste als eines argu­menta­tiv, aber auch illus­trativ gebrauch­ten Diffe­renzme­diums, geht es doch darum: „[...] an Körper und Geste Aufschlüs­se über die Funktions­weise von Bildern zu gewin­nen, über ihr im strikten Sinne iko­nisches Zeigen.“ ([Boehm 2007c]Boehm, Gottfried (2007): Die Hintergründigkeit des Zeigens. Deiktische Wurzeln des Bildes. In: Boehm, G. (Hg.), Wie Bilder Sinn erzeugen. Fink, Berlin.
Nicht angezeigt: Berlin Uni­versity Press
: S. 28). Unter der „enge[n] Verbin­dung von iko­nischer Diffe­renz und körper­licher Gebär­dung“ ([Boehm 2011a]Boehm, Gottfried (2011): Ikonische Differenz. Rheinsprung 11 – Zeitschrift für Bildkritik, 1.
Webadresse: rheinsprung11.unibas.ch/fileadmin/documents/Edition_PDF/volume1/glossar-boehm.pdf
: S. 175) wandelt sich die Konzep­tion iko­nischer Diffe­renz dabei grundle­gend. Denn ein genuin bildli­ches Kontrast­verhält­nis wird nun zwischen dem expli­ziten Sagen und dem Sich-​Zeigen des Bildes ange­nommen und konsti­tutiv auf das Verhält­nis des gesti­schen Zeigens zum Sich-​Zeigen gegrün­det. Demnach weist der gesti­kulie­rende Körper in seinen Haltun­gen einen expli­ziten Bezug auf (das, worauf er verweist, was er deutlich macht, womit er expres­siv wird) und zugleich bleibt er an einen ruhen­den Körper gebun­den, der für die Gesti­kula­tion konsti­tutiv ist und in seiner singu­lären Anwe­senheit auch den Charak­ter der jeweils expli­ziten Gesti­kula­tion “färbt”.

Mit dieser Grundmetapher gesti­schen Arti­kulie­rens wird nun die iko­nische Diffe­renz in zweier­lei Weise neu kontu­riert: Erstens gilt sie nicht mehr für verschie­dene Kontrast­verhält­nisse, sondern für all jene, die sich diesem Modell inte­grieren lassen. Zweitens ist das Diffe­renzver­hältnis zwischen ‘sich zeigen’ und ‘etwas zeigen’ nun nicht mehr mit einem Opti­mierungs­these verknüpft, sondern stärker als medien­philo­sophi­sche Bestim­mung des Bildes konzi­piert:

Seine körperliche Präsenz, das, was sich zeigt, verdankt sich dage­gen keinem Autor und keiner Inten­tion. ([Boehm 2007c]Boehm, Gottfried (2007): Die Hintergründigkeit des Zeigens. Deiktische Wurzeln des Bildes. In: Boehm, G. (Hg.), Wie Bilder Sinn erzeugen. Fink, Berlin.
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: S. 32)

Es bleibt zwar historisch wandel­bar, bezeich­net aber eine grundle­gende medi­ale Bestim­mung von Bildern, die in verschie­denen Weisen des Bilder­machens nur jeweils anders reali­siert wurde. Denn:

Die Hintergründigkeit ist ein Merkmal, das Bildern struktu­rell zukommt. ([Boehm 2007c]Boehm, Gottfried (2007): Die Hintergründigkeit des Zeigens. Deiktische Wurzeln des Bildes. In: Boehm, G. (Hg.), Wie Bilder Sinn erzeugen. Fink, Berlin.
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: S. 29)

Diese „sinnliche Materialität des Bild­grundes“ wird als ein „tragen­der Ort“ verstan­den, der „jedmög­lichem Inhalt als Bedin­gung voraus­geht“ ([Boehm 2007c]Boehm, Gottfried (2007): Die Hintergründigkeit des Zeigens. Deiktische Wurzeln des Bildes. In: Boehm, G. (Hg.), Wie Bilder Sinn erzeugen. Fink, Berlin.
Nicht angezeigt: Berlin Uni­versity Press
: S. 29).

In dieser späteren Variante ikoni­scher Diffe­renz werden solche bildspe­zifi­schen Bestim­mungen direkt mit Einsich­ten in die Funktions­weise des körper­lichen Zeigens ana­logi­siert, wobei beson­ders ein gleicher­maßen gelten­des Diffe­renzsche­ma ange­nommen und von der Zeige­geste auf das Bild über­tragen wird.[14] Die Auffas­sung des bildli­chen Zeigens geht dabei also von einer gesti­schen Logik des menschli­chen Körpers aus.[15] Aller­dings ist die iko­nische Diffe­renz, wie es 2010 heißt, nicht vollstän­dig mit der körper­lichen Gebär­dung kompa­tibel, denn sie hat „ganz ande­re Eigen­schaften“ ([Boehm 2010a]Boehm, Gottfried (2010): Das Zeigen der Bilder. In: Boehm, G. & Egenhofer, S. & Spies, Ch. (Hg.), Zeigen. Die Rhetorik des Sichtbaren. Fink, München.
: S. 44). Gleichwohl wird neben einem Zeigen vor allem die Annah­me gemein­samer Kontras­te und Diffe­renzen betont.[16]

Ikonische Differenz fungiert nun als Ordnungs­begriff für ein „System von Kontras­ten“, wobei aller­dings gera­de für diese Subor­dina­tion, also das Verhält­nis einzel­ner, empi­risch und histo­risch vorkom­mender bildli­cher Kontrast­bezie­hungen zu einer über­geord­neten und verein­heitli­chenden, genuin iko­nischen Kontrast­struktur keine Syste­matik erkenn­bar ist. Einer­seits kann die iko­nische Diffe­renz dabei als ein bloß zusam­menfas­sender Ausdruck erkenn­barer bildli­cher Kontrast­rela­tionen gelten und hat damit eine retro­spektiv deskrip­tive Funktion. Ande­rerseits steht sie aber auch für einen gerade­zu „transzen­denta­len Schema­tismus“ ([Boehm 2011a]Boehm, Gottfried (2011): Ikonische Differenz. Rheinsprung 11 – Zeitschrift für Bildkritik, 1.
Webadresse: rheinsprung11.unibas.ch/fileadmin/documents/Edition_PDF/volume1/glossar-boehm.pdf
: S. 175), nach dem sich Einzel­kontras­te erst bilden und der als „Bau der iko­nischen Diffe­renz“ apos­trophiert wird.[17]


Kritik und Fragen

a) Es gibt zahlreiche externe Abgren­zungen des Begriffs der iko­nischen Diffe­renz, aber kaum inter­ne Begrün­dungen. So wird zwar durchge­hend die exter­ne Diffe­renz des Bildes zur Sprache hervor­geho­ben und sowohl mit dem Prinzip der Meta­pher als auch mit dem Prinzip des bildli­chen Zeigens begrün­det; die Konzep­tion der iko­nischen Diffe­renz weist aber hinsicht­lich ihres eigent­lichen Ziels, der Frage nach der Gene­se bildli­chen Sinnes, Begrün­dungslü­cken auf. So fehlt etwa eine inter­ne Unter­scheidung des Begriffs von ande­ren diffe­renzthe­oreti­schen Perspek­tiven in den Bild­theorien. Solche inter­nen Begrün­dungen, die den Kern des Projekts der iko­nischen Diffe­renz selbst betref­fen, würden hier eine deutli­chere bildtheo­retische Kontu­rierung leisten. Warum ist es etwa ausge­schlossen, dass die Gene­se bildli­chen Sinns auch einstel­lig darge­stellt oder konzi­piert werden kann? Inwie­fern ist bildli­che Evi­denz und Sinnge­nese immer ein Effekt einer Diffe­renzope­ration? Muss das Etwas-​zeigen des Bildes immer mit seinem Sich-​zeigen oszil­lieren? Ist das bloß Etwas zeigende (Ab-)​Bild ein sinnlo­ses Bild, bzw. eines, das ausschließ­lich sprachli­chen Prädi­kati­onen unter­steht?

b) Der Begriff der ikonischen Differenz weist einen unschar­fen Gegen­standsbe­reich auf, weil er einen medien­theore­tischen Anspruch mit kunst- und bildkri­tischen Inte­ressen verbin­det:

Mit der ikonischen Differenz formu­lieren wir eine Hypo­these, deren Geltung für jedes beson­dere Bildwerk behaup­tet wird. ([Boehm 2011a]Boehm, Gottfried (2011): Ikonische Differenz. Rheinsprung 11 – Zeitschrift für Bildkritik, 1.
Webadresse: rheinsprung11.unibas.ch/fileadmin/documents/Edition_PDF/volume1/glossar-boehm.pdf
: S. 171)

Die Formulierung ‘jedes besondere’ kombi­niert die eva­luati­ve Exklu­sion mit einer uni­versa­len Inklu­sion von Bildern. D.h.: Hier wird eine vorder­gründig medien­spezi­fische Bestim­mung von Bildern mit einer einschrän­kenden und anspruchs­vollen Bildkri­tik verbun­den, und das ist in syste­mati­scher Hinsicht eine latent konflik­täre Bezie­hung. Denn der Begrün­dungsan­spruch ist ein durchaus allge­meiner.[18]

Das Konzept der ikonischen Diffe­renz unter­sucht die Gene­se eines genuin bildli­chen Sinns, der im Unter­schied zu sprachli­chen Prädi­kati­onen der Bilder kontu­riert werden soll und damit immer schon auf die Medien­spezi­fik des Bildes voraus­greift. Sein ide­ales Unter­suchungs­feld sind jedoch beson­ders gelun­gene künstle­rische Bilder, wobei vor allem die frühe Konzep­tion bildkri­tisch und produk­tionsäs­thetisch (Prinzip der Opti­mierung) argu­mentiert. Die Gene­se bildli­chen Sinnes erscheint hier als Effekt einer ästhe­tischen Inter­vention und der medien­theore­tische Anspruch des Begriffs der iko­nischen Diffe­renz damit als eine theore­tische Setzung, die bestimm­te Eigen­schaften gelun­gener künstle­rischer Bilder für die Gesamt­heit der Bilder proji­ziert. So gründet etwa die Evi­denz des Bildes auf einem „kunstvoll ange­legten Selbstver­gleich“, der von produk­tiven Bilder­machern aller­erst als inter­ne Diffe­renz des Bildes ent­wickelt wird (vgl. [Boehm 2008a]Boehm, Gottfried (2008): Augenmaß. Zur Genese der ikonischen Evidenz. In: Boehm, G. & Mersmann, B. & Spies, Ch. (Hg.), Movens Bild. Zwischen Evidenz und Affekt. Fink, München.
: S. 32, 36). Ist die iko­nische Diffe­renz produk­tionsäs­thetisch beherrsch­bar, also inten­diert? Kann sie nicht auch an Bildern auftre­ten, in denen sie nicht berück­sichtigt wurde, also zufäl­lig ist? Und kann sie sich in einem radi­kalen Sinne ihres medien­spezi­fischen Anspruchs even­tuell sogar gegen die Inten­tionen einer bloß abbild­lichen Bildpro­duktion richten, also mit einer Auto­nomie des Bildes korre­lieren?

c) Wie oben bereits mehrfach darge­legt, besteht eine unkla­re Syste­matik und fehlen­de Begrün­dungsar­beit hinsicht­lich der Bezie­hung eines medien­spezi­fischen Gesamt­kontras­tes zu den einzel­nen bildli­chen Kontrast­rela­tionen. Dadurch changiert der Begriff der iko­nischen Diffe­renz zwischen Deskrip­tion und Setzung. Als deskrip­tiver Begriff würde er ande­re Weisen bildli­cher Sinnge­nese zulas­sen und nur beste­hende diffe­renz- oder kontrast­basier­te Weisen zusam­menfas­sen. Als norma­tiver Begriff bean­sprucht er eine verbind­liche Darstel­lung der Grundstruk­tur bildli­cher Sinnge­nese, die ande­re Opti­onen ausschließt. Beides zusam­men geht nicht.

— Die hier angeführten Anmerkungen, Kommen­tare und Ordnung­versu­che können und wollen keines­wegs bestrei­ten, dass es sich bei dem Projekt der iko­nischen Diffe­renz um eine der wichtig­sten Baustel­len der Bildthe­orie handelt: die Erkun­dung der Bedingun­gen einer bildlichen Sinnge­nese. Es ist eben diese unbe­streitba­re Rele­vanz des Themas, die für eine starke Rezep­tion des Begriffs gesorgt hat. Aber gerade die Breite der Zustim­mung wird damit zum Anlaß, das Begriffs­verständ­nis im jewei­ligen Einzel­fall genau­er nachzu­fragen.

Anmerkungen
  1. ↑ Wahl­wei­se auch als „The­o­rem der iko­ni­schen Dif­fe­renz“ ([Boehm 1994a]Boehm, Gottfried (1994): Die Wiederkehr der Bilder. In: Boehm, G. (Hg.), Was ist ein Bild?. Fink, München.
    : S. 32, 34), „Ka­te­go­rie oder Mo­dell der iko­ni­schen Dif­fe­renz“ ([Boehm 2004b]Boehm, Gottfried (2004): Das Bild in der Kunstwissenschaft. Interview mit Gottfried Boehm. In: Sachs-Hombach, K. (Hg.), Wege zur Bildwissenschaft. Interviews. Halem, Köln.
    : S. 15), „Kon­strukt der iko­ni­schen Dif­fe­renz“ ([Boehm 2004b]Boehm, Gottfried (2004): Das Bild in der Kunstwissenschaft. Interview mit Gottfried Boehm. In: Sachs-Hombach, K. (Hg.), Wege zur Bildwissenschaft. Interviews. Halem, Köln.
    : S. 16), „Mo­dell der iko­ni­schen Dif­fe­renz“ ([Boehm 2007a]Boehm, Gottfried (2007): Wie Bilder Sinn erzeugen. Die Macht des Zeigens. Berlin University Press, Berlin.
    : S. 16), „Be­grün­dungs­fi­gur“ oder „Ar­gu­men­ta­ti­ons­fi­gur der iko­ni­schen Dif­fe­renz“ ([Boehm 2011a]Boehm, Gottfried (2011): Ikonische Differenz. Rheinsprung 11 – Zeitschrift für Bildkritik, 1.
    Webadresse: rheinsprung11.unibas.ch/fileadmin/documents/Edition_PDF/volume1/glossar-boehm.pdf
    : S. 173f.), tat­säch­lich auch als „The­o­rie der iko­ni­schen Dif­fe­renz“ ([Boehm 2007b]Boehm, Gottfried (2007): Iconic Turn. Ein Brief. In: Belting, H. (Hg.), Bilderfragen. Die Bildwissenschaft im Aufbruch. Fink, München.
    : S. 36) und wie­de­rum als „Ka­te­go­rie“ ([Boehm 2011a]Boehm, Gottfried (2011): Ikonische Differenz. Rheinsprung 11 – Zeitschrift für Bildkritik, 1.
    Webadresse: rheinsprung11.unibas.ch/fileadmin/documents/Edition_PDF/volume1/glossar-boehm.pdf
    : S. 170) be­zeich­net.
  2. ↑ Boehm ver­weist hier auf fol­gen­de Ar­bei­ten: [Boehm 1978a]Boehm, Gottfried (1978): Zu einer Hermeneutik des Bildes. In: Gadamer, H. & Boehm, G. (Hg.), Die Hermeneutik und die Wissenschaft. Suhrkamp, Frankfurt/M.
    , [Boehm 1980a]Boehm, Gottfried (1980): Bildsinn und Sinnesorgane. Neue Hefte für Philosophie, 18/19.
    .
  3. ↑ So heißt es auch 2011: „Die Ar­gu­men­ta­ti­ons­fi­gur der iko­ni­schen Dif­fe­renz ist dann er­folg­reich, wenn sie zu be­grün­den ver­mag, wie die Bil­der Sinn ge­ne­rie­ren und wo­raus sie ih­re Kraft zie­hen, oh­ne je von sprach­li­chen oder sprach­ana­lo­gen Mo­del­len Ge­brauch zu ma­chen. [...] Die iko­ni­sche Dif­fe­renz ge­ne­riert Sinn, oh­ne ‘ist’ zu sa­gen, sie er­öff­net Zu­gän­ge zur Re­a­li­tät, die 'sich er­wei­sen', die 'sich zei­gen'. Bil­der sind deik­ti­sche Er­eig­nis­se, ihr Sinn der Ef­fekt ei­ner ma­te­ri­el­len Ord­nung und Dis­po­si­ti­on.“ ([Boehm 2011a]Boehm, Gottfried (2011): Ikonische Differenz. Rheinsprung 11 – Zeitschrift für Bildkritik, 1.
    Webadresse: rheinsprung11.unibas.ch/fileadmin/documents/Edition_PDF/volume1/glossar-boehm.pdf
    : S. 174)
  4. ↑ Un­aus­ge­führt bleibt Boehms spä­te­rer Vor­schlag, von ei­ner zwei­stel­li­gen zu ei­ner drei­stel­li­gen Kon­stel­la­ti­on zu wech­seln, die nun den Be­griff des Er­eig­nis­ses ein­be­zieht: „Denn die iko­ni­sche Dif­fe­renz er­weist sich nicht als zwei­glied­ri­ge, vi­su­ell ge­wen­de­te Op­po­si­ti­ons­fi­gur, son­dern sie re­prä­sen­tiert ei­nen drei­glied­ri­gen Über­gang, kon­zi­piert das Bild als Er­eig­nis.“ ([Boehm 2011a]Boehm, Gottfried (2011): Ikonische Differenz. Rheinsprung 11 – Zeitschrift für Bildkritik, 1.
    Webadresse: rheinsprung11.unibas.ch/fileadmin/documents/Edition_PDF/volume1/glossar-boehm.pdf
    : S. 171)
  5. ↑ Al­le Kon­tras­te sind Dif­fe­renz­re­la­ti­o­nen, aber Dif­fe­ren­zen müs­sen nicht not­wen­dig Kon­tras­te sein.
  6. ↑ „Das Kon­strukt der iko­ni­schen Dif­fe­renz macht den Ver­such, dort, wo Bil­der auf­tre­ten – sie tre­ten schon pa­lä­on­to­lo­gisch auf in Na­tur­ver­hält­nis­sen, in Höh­len, in wie im­mer ma­te­ri­ell sehr stark vor­struk­tu­rier­ten Ge­ge­ben­hei­ten – , dass sich dort ein Kon­trast aus­bil­det, ein op­ti­sches Kon­trast­ver­hält­nis, das die Men­schen dann als ein Be­stim­mungs­ver­hält­nis zu le­sen ver­stan­den ha­ben. Das ist gleich­sam das Wun­der des Bil­des, das man un­ter ma­te­ri­el­len Be­din­gun­gen se­hen, er­ken­nen und ver­ste­hen kann. Die iko­ni­sche Dif­fe­renz ist ei­gent­lich der Ver­such, die­sem ba­sa­len Pro­zess und Phä­no­men nä­her zu kom­men. Das ist die Haupt­ab­sicht.“ ([Boehm 1994a]Boehm, Gottfried (1994): Die Wiederkehr der Bilder. In: Boehm, G. (Hg.), Was ist ein Bild?. Fink, München.
    : S. 16)
  7. ↑ „Wenn wir jetzt von einem Kon­trast spre­chen, der das Bild ge­ne­rell kenn­zeich­net, sind nicht pri­mär Ein­zel­phä­no­me­ne im Blick, son­dern die Be­din­gun­gen des Me­di­ums selbst.“ ([Boehm 1994a]Boehm, Gottfried (1994): Die Wiederkehr der Bilder. In: Boehm, G. (Hg.), Was ist ein Bild?. Fink, München.
    : S. 29)
  8. ↑ Denn Bilder „ent­fal­ten das Ver­hält­nis zwi­schen ih­rer sicht­ba­ren To­ta­li­tät und dem Reich­tum ih­rer dar­ge­stell­ten Viel­falt. Das his­to­ri­sche Spek­trum mög­li­cher Wech­sel­be­stim­mun­gen die­ser iko­ni­schen Dif­fe­renz ist aus­ge­spro­chen reich.“ ([Boehm 1994a]Boehm, Gottfried (1994): Die Wiederkehr der Bilder. In: Boehm, G. (Hg.), Was ist ein Bild?. Fink, München.
    : S. 30)
  9. ↑ „Im wei­ten Fel­de der Spra­che er­scheint die Me­ta­pher als ein be­son­ders ge­eig­ne­ter Kan­di­dat, struk­tu­rel­le Ein­sich­ten in die Funk­ti­ons­wei­se von Bil­dern zu er­öff­nen, ob sie nun ge­malt, skulp­tiert, ge­baut, ge­stellt, ge­spielt oder ge­tanzt sind.“ ([Boehm 1994a]Boehm, Gottfried (1994): Die Wiederkehr der Bilder. In: Boehm, G. (Hg.), Was ist ein Bild?. Fink, München.
    : S. 26)
  10. ↑ „Die Bild­haf­tig­keit, die uns die Me­ta­pher dar­bie­tet, lässt sich, Ein­zel­be­ob­ach­tun­gen zu­sam­men­fas­send, als ein Phä­no­men des Kon­tras­tes kenn­zeich­nen.“ ([Boehm 1994a]Boehm, Gottfried (1994): Die Wiederkehr der Bilder. In: Boehm, G. (Hg.), Was ist ein Bild?. Fink, München.
    : S. 29)
  11. ↑ „Was auch im­mer ein Bild­künst­ler dar­stel­len woll­te, im dämm­ri­gen Dun­kel prä­his­to­ri­scher Höh­len, im sak­ra­len Kon­text der Iko­nen­ma­le­rei, im in­spi­rier­ten Raum des mo­der­nen Ate­li­ers, es ver­dankt sei­ne Exis­tenz, sei­ne Nach­voll­zieh­bar­keit und Wir­kungs­stär­ke der je­wei­li­gen Op­ti­mie­rung des­sen, was wir die ‘iko­ni­sche Dif­fe­renz’ nen­nen.“ ([Boehm 1994a]Boehm, Gottfried (1994): Die Wiederkehr der Bilder. In: Boehm, G. (Hg.), Was ist ein Bild?. Fink, München.
    : S. 30)
  12. ↑ Be­mer­kens­wert ist, dass die spä­te­re Kon­zep­ti­on (1977) mit Bil­dern ar­gu­men­tiert, wo­bei es kei­nes­wegs künst­le­ri­sche Bil­der sind, die ei­ne iko­ni­sche Dif­fe­renz auf­wei­sen, son­dern fo­to­gra­fi­sche Ab­bil­der Ges­ten do­ku­men­tie­ren (ge­zeigt wird ei­ne Fo­to­se­rie zum ges­ti­ku­lie­ren­den Hei­deg­ger, auf­ge­nom­men von Digne Mel­ler Mar­co­vicz am 23. Sep­tem­ber 1966 im Rah­men ei­nes In­ter­views), die wie­de­rum zei­gen sol­len, auf wel­chem Grund­kon­trast ges­ti­sches Zei­gen grün­det. Falsch ist hier­bei der Ein­druck, iko­ni­sche Dif­fe­renz gel­te in ih­rer ges­ti­schen Be­grün­dung vor al­lem für Bil­der von Ges­ten, denn die spä­te­re Kon­zep­ti­on ist nicht auf ei­ne ein­ge­schränk­te Bild­gat­tung spe­zi­a­li­siert.
  13. ↑ „Die­ser do­mi­nan­te vi­su­el­le Sog von der Sin­gu­la­ri­tät des dar­ge­stell­ten Kör­pers zur Ganz­heit sei­nes Er­schei­nens und zu­rück eta­bliert ei­nen iko­ni­schen Grund­kon­trast [...]“ ([Boehm 2007c]Boehm, Gottfried (2007): Die Hintergründigkeit des Zeigens. Deiktische Wurzeln des Bildes. In: Boehm, G. (Hg.), Wie Bilder Sinn erzeugen. Fink, Berlin.
    Nicht angezeigt: Berlin Uni­versity Press
    : S. 28).
  14. ↑ „Wenn wir frag­ten: wo­her nimmt das Zei­gen sei­nen Nach­druck? Was ver­leiht ihm Kraft und Evi­denz? So wis­sen wir jetzt Ent­schei­den­des mehr. Es ist ei­ne dop­pel­te Op­tik bzw. Les­bar­keit, die das Zei­gen in­stand setzt, Sinn zu ge­ne­rie­ren. Zei­gen stützt sich auf ei­ne Lo­gik der Kon­tras­te, wo­bei ein agie­ren­des Or­gan ein Zei­chen setzt, in­dem es aus der Grun­die­rung des Kör­pers her­vor­tritt und je­ne span­nungs­vol­le Be­zie­hung auf­baut, mit der sich ei­ne fun­da­men­ta­le Dif­fe­renz ein­stellt: die Ges­te zeigt et­was und sie weist zu­gleich den Kör­per vor, der sich zeigt. Die­se Dif­fe­renz aber ist der Ort sinn­träch­ti­ger Be­kun­dun­gen, die auch die Re­de von ei­nem deik­ti­schen Lo­gos recht­fer­tigt.“ ([Boehm 2007c]Boehm, Gottfried (2007): Die Hintergründigkeit des Zeigens. Deiktische Wurzeln des Bildes. In: Boehm, G. (Hg.), Wie Bilder Sinn erzeugen. Fink, Berlin.
    Nicht angezeigt: Berlin Uni­versity Press
    : S. 25f.)
  15. ↑ „Wir neh­men al­so die struk­tu­rel­le Ener­gie des Kör­pers in An­spruch [...], wir zie­hen das da­rin ent­hal­te­ne Sys­tem der Ori­en­tie­rung he­ran, wenn wir er­klä­ren wol­len, wie Bil­der zei­gen [...]“ ([Boehm 2010a]Boehm, Gottfried (2010): Das Zeigen der Bilder. In: Boehm, G. & Egenhofer, S. & Spies, Ch. (Hg.), Zeigen. Die Rhetorik des Sichtbaren. Fink, München.
    : S. 44).
  16. ↑ „Was bei­de frei­lich, die so­ma­ti­sche und die iko­ni­sche Ord­nung, mit­ein­an­der ver­bin­det, ist die Kraft des Zei­gens, de­ren Dy­na­mik sich in je­nem Sys­tem von Kon­tras­ten ma­ni­fes­tiert, die wir mit der Ka­te­go­rie 'Dif­fe­renz' zu­sam­men­fas­sen.“ ([Boehm 2010a]Boehm, Gottfried (2010): Das Zeigen der Bilder. In: Boehm, G. & Egenhofer, S. & Spies, Ch. (Hg.), Zeigen. Die Rhetorik des Sichtbaren. Fink, München.
    : S. 44)
  17. ↑ „Tat­säch­lich lie­ße sich aus ei­ner so in­ter­pre­tier­ten iko­ni­schen Dif­fe­renz ei­ne Ge­ne­a­lo­gie der Bil­der er­schlie­ßen, die sich nicht nur auf die Dif­fe­renz Wei­ße Wand/​Schwar­zes Loch stützt, son­dern auch auf an­de­re bild­ge­schicht­lich wirk­sa­me und bild­the­o­re­tisch be­deut­sa­me 'Me­cha­nis­men'. Da­zu zäh­len Punkt und Punkt­steu­e­rung, Fleck und Fle­cken­mus­ter [...], die Ener­gie der Li­nie oder sich aus­brei­ten­der Far­be etc. Sie or­ga­ni­sie­ren die Ge­ne­se bild­li­chen Sin­nes von ih­ren An­fän­gen her und ha­ben das Ge­sicht der Bild­ge­schich­te in gro­ßem Um­fang be­stimmt. Ih­rer Na­tur nach han­delt es sich um die Set­zung un­ter­schied­li­cher Dif­fe­ren­zen, die je­weils auf an­de­re Wei­se sche­ma­ti­sie­ren, d.h. Zu­gän­ge zur Welt er­öff­nen. Es ist der Bau der iko­ni­schen Dif­fe­renz, in dem sich un­ter­schied­li­che Sinn­kon­fi­gu­ra­ti­o­nen – was man den Lo­gos des Bil­des nen­nen kann – ma­ni­fes­tie­ren.“ ([Boehm 2011a]Boehm, Gottfried (2011): Ikonische Differenz. Rheinsprung 11 – Zeitschrift für Bildkritik, 1.
    Webadresse: rheinsprung11.unibas.ch/fileadmin/documents/Edition_PDF/volume1/glossar-boehm.pdf
    : S. 176)
  18. ↑ „Je­des iko­ni­sche Ar­te­fakt or­ga­ni­siert sich in der Form ei­ner vi­su­el­len, in­tel­li­gen­ten so­wie deik­ti­schen, und das heißt nicht-​sprach­li­chen, Dif­fe­renz. Ih­re kon­sti­tu­ti­ven As­pek­te sind je­weils an­de­re, ob es sich nun zum Bei­spiel um Höh­len­ma­le­rei, um Iko­nen, Mas­ken, Ta­fel­bil­der, um drei­di­men­si­o­na­le Bild­wer­ke, um Zeich­nun­gen, Fotos, bild­ge­ben­de Ver­fah­ren, Dia­gram­me oder Be­wegt­bil­der han­delt. In ei­nem frei­lich kom­men sie al­le über­ein: in ih­ren he­te­ro­ge­nen Er­schei­nungs­for­men ak­ti­vie­ren sie ein Struk­tur­mo­ment, das sie mit­ein­an­der ver­bin­det, sie zu Bil­dern macht. Al­le Bil­der ar­bei­ten, wie ge­sagt, struk­tu­rell ge­se­hen, mit dem Wech­sel­spiel ei­nes Kon­tras­tes zwi­schen kon­ti­nu­ie­ren­den Mo­men­ten und dis­kre­ten Ele­men­ten, sie sind ei­ne 'kon­ti­nu­ier­li­che Dis­kon­ti­nu­i­tät'.“ ([Boehm 2011a]Boehm, Gottfried (2011): Ikonische Differenz. Rheinsprung 11 – Zeitschrift für Bildkritik, 1.
    Webadresse: rheinsprung11.unibas.ch/fileadmin/documents/Edition_PDF/volume1/glossar-boehm.pdf
    : S. 171)
Literatur
[Boehm 1978a]Boehm, Gottfried (1978): Zu einer Hermeneutik des Bildes. In: Gadamer, H. & Boehm, G. (Hg.), Die Hermeneutik und die Wissenschaft. Suhrkamp, Frankfurt/M.[Boehm 1980a]Boehm, Gottfried (1980): Bildsinn und Sinnesorgane. Neue Hefte für Philosophie, 18/19.[Boehm 1994a]Boehm, Gottfried (1994): Die Wiederkehr der Bilder. In: Boehm, G. (Hg.), Was ist ein Bild?. Fink, München.[Boehm 2004a]Boehm, Gottfried (2007): Jenseits der Sprache? Anmerkungen zur Logik der Bilder (2004). In: Boehm, G. (Hg.), Wie Bilder Sinn erzeugen. Die Macht des Zeigens. Berlin University Press, Berlin.[Boehm 2004b]Boehm, Gottfried (2004): Das Bild in der Kunstwissenschaft. Interview mit Gottfried Boehm. In: Sachs-Hombach, K. (Hg.), Wege zur Bildwissenschaft. Interviews. Halem, Köln.[Boehm 2007a]Boehm, Gottfried (2007): Wie Bilder Sinn erzeugen. Die Macht des Zeigens. Berlin University Press, Berlin.[Boehm 2007b]Boehm, Gottfried (2007): Iconic Turn. Ein Brief. In: Belting, H. (Hg.), Bilderfragen. Die Bildwissenschaft im Aufbruch. Fink, München.[Boehm 2007c]Boehm, Gottfried (2007): Die Hintergründigkeit des Zeigens. Deiktische Wurzeln des Bildes. In: Boehm, G. (Hg.), Wie Bilder Sinn erzeugen. Fink, Berlin.[Boehm 2008a]Boehm, Gottfried (2008): Augenmaß. Zur Genese der ikonischen Evidenz. In: Boehm, G. & Mersmann, B. & Spies, Ch. (Hg.), Movens Bild. Zwischen Evidenz und Affekt. Fink, München.[Boehm 2009a]Boehm, Gottfried (2009): Spur und Gespür. Zur Archäologie der Zeichnung. In: Bach, F. T. & Pichler, W. (Hg.), Öffnungen. Zur Theorie und Geschichte der Zeichnung. Fink, München.[Boehm 2010a]Boehm, Gottfried (2010): Das Zeigen der Bilder. In: Boehm, G. & Egenhofer, S. & Spies, Ch. (Hg.), Zeigen. Die Rhetorik des Sichtbaren. Fink, München.[Boehm 2011a]Boehm, Gottfried (2011): Ikonische Differenz. Rheinsprung 11 – Zeitschrift für Bildkritik, 1.[Brandt 2004a]Brandt, Reinhard (2004): Das Bild: Gesehen und erkannt. In: Sachs-Hombach, K. (Hg.), Wege zur Bildwissenschaft. Interviews. Herbert von Halem Verlag, Köln.[Gombrich 1978a]Gombrich, Ernst H. (1978): Meditationen über ein Steckenpferd. Von den Wurzeln und Grenzen der Kunst. Suhrkamp, Frankfurt/M.[Imdahl 1994a]Imdahl, Max (1994): Ikonik: Bilder und ihre Anschauung. In: Böhm, G. (Hg.), Was ist ein Bild?. Fink, München.[Imdahl 1996c]Imdahl, Max (1996): Reflexion, Theorie, Methode. Suhrkamp, Frankfurt/M.[Waldenfels 2004a]Waldenfels, Bernhard (2004): Das Bild in der Philosophie. In: Sachs-Hombach, K. (Hg.), Wege der Bildwissenschaft. Interviews. Halem, Köln.[Wollheim 1982a]Wollheim, Richard (1982): Sehen-als, sehen-in und bildliche Darstellung. In: Wollheim, R. (Hg.), Objekte der Kunst. Suhrkamp, Frankfurt/M.

Ausgabe 1: 2014

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Seitenbearbeitungen durch: Joerg R.J. Schirra, Mark A. Halawa und Marcel Lemmes — (Hinweis)

Zitierhinweis:

Richtmeyer, Ulrich (2014). Ikonische Differenz. (Ausg. 1). In: Schirra, J.R.J.; Halawa, M. & Liebsch, D. (Hg.), Glossar der Bildphilosophie. (2012-2026). [bildglossar.org/index.php?title=Ikonische_Differenz].