Raum und Geometrie: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Glossar der Bildphilosophie
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Joerg R.J. Schirra (Diskussion | Beiträge)
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==Raum als Grundkategorie der Bild&shy;morpho&shy;logie==
Die Menge der syntaktischen Komponenten [[Ähnlichkeit und wahrnehmungsnahe Zeichen|wahrneh&shy;mungsna&shy;her]] [[Zeichen, Zeichenträger, Zeichensystem|Zeichen]] kann im Prinzip in zwei Gruppen aufge&shy;teilt werden: Einer&shy;seits gibt es eine abstrak&shy;te rela&shy;tiona&shy;le ''Basis&shy;struktur''. Sie spannt meist mehre&shy;re koordi&shy;nierte Dimen&shy;sionen auf, in welche die Ele&shy;mente der zweiten Gruppe einge&shy;ordnet werden können. Letzte&shy;re bilden Syste&shy;me perzep&shy;tueller ''Marker&shy;werte'', die es über&shy;haupt erst erlau&shy;ben, die zugrun&shy;de liegen&shy;de Basis&shy;struktur wahrneh&shy;men zu können. In den Worten Kants formt die Basis&shy;struktur eine ''[[Anschauung|reine Anschau&shy;ung]]''.<ref>Als lo&shy;gi&shy;sche Vo&shy;r&shy;aus&shy;set&shy;zung der Wahr&shy;neh&shy;mung – d.h. als ih&shy;re „Be&shy;din&shy;gung der Mög&shy;lich&shy;keit“ – sind rei&shy;ne An&shy;schau&shy;un&shy;gen nicht selbst wahr&shy;nehm&shy;bar (<bib id='Kant 1968a'></bib>: B 33-36).</ref> Bei Bildern ist die Basis&shy;struktur der zwei&shy;dimen&shy;siona&shy;le Raum, wohin&shy;gegen die Marker&shy;werte im Wesent&shy;lichen aus [[Farbe als bildsyntaktische Kategorie|Farben]] und [[Textur|Textu&shy;ren]] beste&shy;hen, die die rein räumli&shy;che Struktur sichtbar machen. Aus diesem Grunde heißt über Bilder zu sprechen auch, über Raum zu sprechen.
:
Die Regeln, die unser Sprechen über Raum orga&shy;nisie&shy;ren (zumin&shy;dest sofern dieses Sprechen als ratio&shy;nal kontrol&shy;liert verstan&shy;den wird), sind mindes&shy;tens schon seit der neoli&shy;thischen Revo&shy;lution mit der Einfüh&shy;rung von Archi&shy;tektur, Acker&shy;bau und den dazu benö&shy;tigten auf&shy;einan&shy;der abge&shy;stimmten räumli&shy;chen Akti&shy;vitä&shy;ten im Fokus der Aufmerk&shy;samkeit. Heute beeinflus&shy;sen vor allem die Kalkü&shy;lisie&shy;rung der Geo&shy;metrie im anti&shy;ken Griechen&shy;land und ihre alge&shy;braische Refor&shy;mulie&shy;rung im 16. Jhd. die Konzep&shy;tion des ''reinen Raums'', der auch der Bild&shy;syntax zugrun&shy;de liegt.<ref>Da&shy;mit wird nicht be&shy;haup&shy;tet, dass je&shy;ne Kal&shy;kü&shy;le aus&shy;reich&shy;ten, wenn es um se&shy;man&shy;ti&shy;sche oder prag&shy;ma&shy;ti&shy;sche As&shy;pek&shy;te geht; ⊳ [[Theorien des Bildraums|The&shy;o&shy;ri&shy;en des Bild&shy;raums]]. </ref>


<!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen-->
=====Darstellung des gr. Zusammenhangs=====


<!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen-->
==Geometrische Kalküle als Forma&shy;lisie&shy;rung von Raum==
<!--Anmerkung zwischen <ref> und </ref> im laufenden Text-->
Ein geometrischer Kalkül ist im Grunde genom&shy;men eine Menge von Regeln, die zu&shy;aller&shy;erst die Möglich&shy;keiten festle&shy;gen, über soge&shy;nannte ''geo&shy;metri&shy;sche Enti&shy;täten'' ganz im Abstrak&shy;ten – d.h. ohne Bezug auf Konkre&shy;ta mit kontin&shy;genten nicht-geo&shy;metri&shy;schen Eigen&shy;heiten – zu reden. Diese Regeln bilden die begriff&shy;lichen Bestim&shy;mungen einer Menge räumli&shy;cher Begrif&shy;fe. Die Begrif&shy;fe für ele&shy;menta&shy;re geo&shy;metri&shy;sche Enti&shy;täten werden im Wesent&shy;lichen durch die Rela&shy;tionen bestimmt, in die sie mit&shy;einan&shy;der eintre&shy;ten können. Diese werden übli&shy;cherwei&shy;se unter&shy;teilt in Bezie&shy;hungen von Kontakt und Nachbar&shy;schaft (''topo&shy;logi&shy;sche'' Rela&shy;tionen),<ref>Vgl. auch [http://de.wikipedia.org/wiki/Topologie_(Mathematik) Wi&shy;ki&shy;pe&shy;di&shy;a: To&shy;po&shy;lo&shy;gie (Ma&shy;the&shy;ma&shy;tik)].</ref> Bezie&shy;hungen, die Abstand und Ausdeh&shy;nung betref&shy;fen (''metri&shy;sche'' Rela&shy;tionen)<ref>Vgl. auch [http://de.wikipedia.org/wiki/Metrischer_Raum Wi&shy;ki&shy;pe&shy;di&shy;a: Met&shy;ri&shy;scher Raum].</ref> und Bezie&shy;hungen hinsicht&shy;lich Richtung und Orien&shy;tierung (''direk&shy;tiona&shy;le'' oder ''projek&shy;tive'' Rela&shy;tionen).<ref>Vgl. auch [http://de.wikipedia.org/wiki/Projektive_Geometrie Wi&shy;ki&shy;pe&shy;di&shy;a: Pro&shy;jek&shy;ti&shy;ve Geo&shy;me&shy;trie].</ref>  
<!--Literaturverweise im laufenden Text <bib id='Jonas 61a'>Jonas 1961</bib> -->
:
<!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen -->
Über geometrische Begriffe zu verfü&shy;gen hat vor allem drei Auswir&shy;kungen:
<!--  ... (siehe Link "Sammlung" in Bibliographie-Box -->
<!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] -->


* Der ''ontologische'' Aspekt der Regeln zeigt sich darin, dass sie uns erlau&shy;ben, etwas als ''räumlich'' zu beschrei&shy;ben.<ref>Ge&shy;nau&shy;er ge&shy;sagt: Ei&shy;ne sol&shy;che Be&shy;schrei&shy;bung be&shy;steht aus Äu&shy;ße&shy;run&shy;gen, die [[Proposition|Pro&shy;po&shy;si&shy;ti&shy;o&shy;nen]] mit ei&shy;ner [[Prädikation|Prä&shy;di&shy;ka&shy;ti&shy;on]] ver&shy;wen&shy;den, die sich auf ei&shy;nen geo&shy;me&shy;tri&shy;schen Be&shy;griff be&shy;zieht, der durch den Kal&shy;kül fest&shy;ge&shy;legt ist.</ref> Etwas als Instanz eines solchen Begriffs zu verste&shy;hen, d.h. als eine geo&shy;metri&shy;sche Enti&shy;tät, bedeu&shy;tet, es als ein rein räumli&shy;ches Etwas zu begrei&shy;fen – unab&shy;hängig von allen ande&shy;ren Charak&shy;teri&shy;sierun&shy;gen, die eben&shy;falls zutref&shy;fen mögen (z.B. farbig zu sein, schwer zu sein).<ref> D.h.: »geo&shy;me&shy;trisch sein« als sol&shy;ches im&shy;pli&shy;ziert nicht not&shy;wen&shy;dig schon  »räum&shy;lich sein«.</ref> Kurz gesagt: ''Die Welt erscheint räumlich orga&shy;nisiert, wenn wir ihre Teile mithil&shy;fe geo&shy;metri&shy;scher Begrif&shy;fe unter&shy;scheiden.''


* Der ''epistemologische'' Aspekt beinhal&shy;tet (u.a.), dass die [[Gestalt|Gestal&shy;ten]], die in Beschrei&shy;bungen visu&shy;ellen Wahrneh&shy;mens vorkom&shy;men, als geo&shy;metri&shy;sche (und daher: räumli&shy;che) Enti&shy;täten verstan&shy;den werden können. Das heißt, der Kalkül forma&shy;lisiert einen abstrak&shy;ten Teil unse&shy;res Verständ&shy;nisses von der visu&shy;ellen Wahr&shy;nehmung (auch ⊳ [[Gegenstand der visuellen Wahrnehmung|Gegen&shy;stand der visu&shy;ellen Wahr&shy;nehmung]]): Kurz gesagt: ''Wir sehen die Welt als räumlich orga&shy;nisiert.''


* Der ''argumentative'' Aspekt bedeutet schließ&shy;lich, dass die Regeln des Kalküls ange&shy;ben, wie eine gege&shy;bene Beschrei&shy;bung räumli&shy;cher Gegen&shy;stände umge&shy;formt werden kann, ohne die Wahrheit der Beschrei&shy;bung zu verän&shy;dern: Diese Umfor&shy;mungen werden meist unter der Bezeich&shy;nung ‘räumli&shy;ches Schließen’ zusam&shy;menge&shy;fasst:<ref> Bei&shy;spiels&shy;wei&shy;se die Re&shy;geln, die geo&shy;me&shy;tri&shy;sche Be&shy;grif&shy;fe mit&shy;ein&shy;an&shy;der in Be&shy;zie&shy;hung set&shy;zen, wie et&shy;wa dass »links« das In&shy;ver&shy;se zu »rechts« sei oder dass »in« un&shy;ter ge&shy;wis&shy;sen Vo&shy;raus&shy;set&shy;zun&shy;gen ei&shy;ne tran&shy;si&shy;ti&shy;ve Re&shy;la&shy;ti&shy;on sei, kön&shy;nen als Mit&shy;tel&shy;ter&shy;me in räum&shy;li&shy;chen Syl&shy;lo&shy;gis&shy;men ver&shy;wen&shy;det wer&shy;den, die ver&shy;schie&shy;de&shy;ne [[Proposition|Pro&shy;po&shy;si&shy;ti&shy;o&shy;nen]] über geo&shy;me&shy;tri&shy;sche En&shy;ti&shy;tä&shy;ten mit&shy;ein&shy;an&shy;der ver&shy;bin&shy;den. Vgl. hier&shy;zu aber auch die über die rei&shy;ne Geo&shy;me&shy;trie hi&shy;n&shy;aus&shy;ge&shy;hen&shy;den An&shy;tei&shy;le an sol&shy;chen Schluss&shy;pro&shy;zes&shy;sen, wie sie ins&shy;be&shy;son&shy;de&shy;re in <bib id='Herskovits 1986a'>Hers&shy;ko&shy;vits 1986a</bib> oder <bib id='Aurnague & Vieu 1993a'>Aur&shy;na&shy;gue & Vieu 1993a</bib> be&shy;grün&shy;det wer&shy;den, und die Kopp&shy;lung die&shy;ser Über&shy;le&shy;gun&shy;gen mit be&shy;griffs&shy;ge&shy;ne&shy;ti&shy;schen Ar&shy;gu&shy;men&shy;ta&shy;ti&shy;o&shy;nen in <bib id='Schirra 1994a'>Schir&shy;ra 1994a</bib>: vor al&shy;lem Kap. 5. </ref> Kurz gesagt: ''Wenn wir rati&shy;onal über Räumli&shy;ches disku&shy;tieren, verwen&shy;den wir die Kalkül-Regeln für geo&shy;metri&shy;sche Begrif&shy;fe.''
:
Der Standardansatz zu geometri&shy;schen Kalkü&shy;len ist (1) Euklids axio&shy;mati&shy;sches System, das auf dem Begriff eines unaus&shy;gedehn&shy;ten aber eindeu&shy;tig loka&shy;lisier&shy;ten »Punktes« beruht: Dieser Begriff ist aller&shy;dings ziemlich abstrakt und verhält&shy;nismä&shy;ßig weit entfernt von der konkre&shy;ten Erfah&shy;rung mit Raum. (2) Eine Fami&shy;lie von Non-Standard-Geo&shy;metrie&shy;kalkü&shy;len, die im Wesent&shy;lichen erst im 20. Jhd. ent&shy;wickelt wurde und kogni&shy;tiven Prinzi&shy;pien mehr gerecht zu werden versucht, bietet eine Forma&shy;lisie&shy;rung von Geo&shy;metrie ohne dieses Problem und mit inte&shy;ressan&shy;ten Eigen&shy;schaften für die [[Bildmorphologie|Bild&shy;morpho&shy;logie]]: ''Mereo&shy;geome&shy;trien''.
:
===Euklidische Geometrie&shy;kalkü&shy;le===
Vor mehr als 2000 Jahren wurde das erste axio&shy;matische System der Geo&shy;metrie von Euklid vorge&shy;schlagen.<ref>Vgl. auch [http://de.wikipedia.org/wiki/Euklidische_Geometrie Wi&shy;ki&shy;pe&shy;dia: Eu&shy;kli&shy;di&shy;sche Geo&shy;me&shy;trie].</ref> Ausge&shy;hend von einer Menge grundle&shy;gender Postu&shy;late (sog. ‘Axi&shy;ome’) können in diesem System Schluss&shy;folge&shy;rungen gezo&shy;gen werden, um formal (d.h. nur mittels logi&shy;scher Deduk&shy;tion) Theore&shy;me über geo&shy;metri&shy;sche Objek&shy;te und deren Eigen&shy;schaften und Rela&shy;tionen zu bewei&shy;sen. Die Diskus&shy;sion dieses Ansat&shy;zes insbe&shy;sonde&shy;re über die Unab&shy;hängig&shy;keit der fünf Grund&shy;postu&shy;late hat tatsäch&shy;lich in der Folge zu verschie&shy;denen Vari&shy;anten solcher geo&shy;metri&shy;scher Kalkü&shy;le geführt, die den Bereich der ''synthe&shy;tischen Geo&shy;metrie'' bilden.<ref>Vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Synthetische_Geometrie Wi&shy;ki&shy;pe&shy;dia: Syn&shy;the&shy;ti&shy;sche Geo&shy;me&shy;trie]. Vor allem das “fünfte Axiom”, wie es meist genannt wird, das sich mit dem Begriff der Paral&shy;leli&shy;tät befasst, erwies sich als sehr fruchtbar, obwohl die klassi&shy;schen Nicht-Eukli&shy;dischen Kalkü&shy;le, die daraus entstan&shy;den, in der Regel für Bild&shy;syntax wenig rele&shy;vant sind; vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Parallelenaxiom Wi&shy;ki&shy;pe&shy;dia: Pa&shy;ral&shy;le&shy;len&shy;axi&shy;om].</ref> 
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Im 17. Jhd. entwickelte Descartes (<bib id='Descartes 1637a'>Des&shy;cartes 1637a</bib>) einen alter&shy;nati&shy;ven, auf alge&shy;braischen Formeln beru&shy;henden Forma&shy;lismus – Orte werden durch Zahlen beschrie&shy;ben, die deren Entfer&shy;nungen zu einem ''Ursprungs&shy;punkt'' rela&shy;tiv zu Koordi&shy;naten&shy;achsen enko&shy;dieren (''karte&shy;sische Koordi&shy;naten''). Von dieser ''ana&shy;lyti&shy;schen Geo&shy;metrie'', die letztlich zu den heute zumin&shy;dest im techni&shy;schen Bereich meist verwen&shy;deten Vektor&shy;kalkü&shy;len des Raumes geführt hat, konnte formal bewie&shy;sen werden (<bib id='Hilbert 1899a'></bib>), dass sie vollkom&shy;men äqui&shy;valent zu Euklids Kalkül ist.<ref>Vgl. auch [http://de.wikipedia.org/wiki/Analytische_Geometrie Wi&shy;ki&shy;pe&shy;dia: Ana&shy;ly&shy;ti&shy;sche Geo&shy;met&shy;rie].</ref>
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Alle geometrischen Objekte werden wesent&shy;lich betrach&shy;tet als Mengen indi&shy;vidu&shy;eller Orte, genannt ‘Punkte’, die, wie Euklid sich ausdrück&shy;te, das sind, „was keine Teile hat“. Punkte können in einer oder mehre&shy;ren Dimen&shy;sionen orga&shy;nisiert sein – abhän&shy;gig von der Menge der unab&shy;hängi&shy;gen (‘ortho&shy;gona&shy;len’) Koordi&shy;naten&shy;achsen, die mit den Haupt&shy;richtun&shy;gen asso&shy;ziiert sind. Jede Achse orga&shy;nisiert die Punkte zudem gemäß den reellen Zahlen. Daher sind die Eukli&shy;dischen Punkte notwen&shy;dig in einem Konti&shy;nuum ange&shy;ordnet. 
:
Mit den Regeln des Geometriekalküls werden räumli&shy;che ''Homo&shy;geni&shy;tät'' (Inva&shy;rianz gegen&shy;über Transla&shy;tion des Koordi&shy;naten&shy;ursprungs) und ''Iso&shy;tropie'' (Inva&shy;rianz gegen&shy;über Rota&shy;tion der Koordi&shy;naten&shy;achsen) erreicht, die letztlich die Basis bilden für die [[syntaktische Dichte|syntak&shy;tische Dichte]] des Bild&shy;raumes. Aller&shy;dings führt die übli&shy;che eukli&shy;dische Forma&shy;lisie&shy;rung der Geo&shy;metrie auch zu der uner&shy;wünschten Folge, dass die grund&shy;legen&shy;den Pixe&shy;me notwen&shy;dig unaus&shy;gedehn&shy;te Punkte sind – ein hoch&shy;abstrak&shy;ter, von der Erfah&shy;rung weit entfern&shy;ter Begriff also. Jede ausge&shy;dehnte Region – und damit letztlich auch jedes Pixem – muss dann aus einer unend&shy;lich großen Menge ele&shy;menta&shy;rer geo&shy;metri&shy;scher Objek&shy;te beste&shy;hen, ganz im Gegen&shy;satz zur [[Gestalt]]-Konzep&shy;tion der (Raum-)Wahrneh&shy;mung.


=====Engere Begriffsbestimmung=====
===Mereogeometrische Kalküle===


<!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen-->
Einige Nichtstandard-Kalküle des Raumes liefern einen inte&shy;ressan&shy;ten Ausweg aus diesem Dilem&shy;ma: Mereo&shy;geome&shy;trien sind das Ergeb&shy;nis eines forma&shy;len Ansat&shy;zes zur Geo&shy;metrie, die im Wesent&shy;lichen im 20. Jhd. entwi&shy;ckelt wurden, und die versu&shy;chen, den funda&shy;menta&shy;len kogni&shy;tiven Prinzi&shy;pien gerecht zu werden. Wenn ein Punkt, wie Euklid dachte, das sein soll, „was keine Teile hat“, dann sollten Teil-Ganzes-Bezie&shy;hungen offen&shy;sichtlich als zentra&shy;le Ele&shy;mente der Geo&shy;metrie betrach&shy;tet werden. Zumin&shy;dest für eine Begrün&shy;dung des Bild&shy;raumes wären zudem geo&shy;metri&shy;sche Enti&shy;täten ''mit'' Teilen die natür&shy;liche&shy;ren Kandi&shy;daten für die logi&shy;schen  Grund&shy;bau&shy;steine geo&shy;metri&shy;scher Kalkü&shy;le.
:
Im Gegensatz zu den Geometriekal&shy;külen im Stile Euklids ist die Fami&shy;lie der mereo&shy;geome&shy;trischen Kalkü&shy;le auf dem Begriff einer Region aufge&shy;baut, einer ''ausge&shy;dehnten'' Einheit, die unter&shy;scheidba&shy;re echte Teile haben mag oder auch nicht. Diese Regi&shy;onen werden in der Mereo&shy;geome&shy;trie oft auch ‘Indi&shy;viduen’ genannt, da sie als un&shy;hinter&shy;gehba&shy;re Grund&shy;ele&shy;mente des Kalküls gelten.<ref>Me&shy;reo&shy;geo&shy;me&shy;tri&shy;sche Re&shy;gi&shy;o&shy;nen kön&shy;nen als für den me&shy;reo&shy;geo&shy;met&shy;ri&shy;schen Kal&shy;kül un&shy;teil&shy;bar (‘in-di&shy;vi&shy;du&shy;um’) gel&shy;ten, ob&shy;wohl sie in Teil-Gan&shy;zes-Be&shy;zie&shy;hun&shy;gen ein&shy;ge&shy;hen und da&shy;her an&shy;de&shy;re Re&shy;gi&shy;o&shy;nen als Tei&shy;le ha&shy;ben kön&shy;nen, weil ih&shy;re Ei&shy;gen&shy;schaf&shy;ten nicht auf die Kom&shy;po&shy;si&shy;ti&shy;on aus zu&shy;grun&shy;de lie&shy;gen&shy;den Ele&shy;men&shy;ten zu&shy;rück&shy;ge&shy;führt wird.</ref> Sie haben keine unmit&shy;telba&shy;ren Form- oder Posi&shy;tions&shy;eigen&shy;schaften:<ref> Aus&shy;nah&shy;men be&shy;le&shy;gen hier die Re&shy;gel: In ei&shy;ni&shy;gen Va&shy;ri&shy;an&shy;ten wer&shy;den et&shy;wa nur kreis&shy;för&shy;mi&shy;ge Re&shy;gi&shy;o&shy;nen be&shy;trach&shy;tet (<bib id='Tarski 1929a'>Tars&shy;ki 1929a</bib>).</ref> Ledig&shy;lich die Bezie&shy;hungen zu ande&shy;ren Indi&shy;viduen, die insbe&shy;sonde&shy;re ihre Teile sein können oder von denen sie ein Teil sind, bestim&shy;men Form, Ausdeh&shy;nung und rela&shy;tive Lage: Die Form etwa ist deter&shy;miniert durch die Rela&shy;tionen zwischen den Teil&shy;regi&shy;onen eines Gebiets.
:
Während in Euklidischen Geometrien zunächst die unend&shy;lich große Menge des Konti&shy;nuums von Ko&shy;ordi&shy;naten einge&shy;führt wird, die die poten&shy;tiellen Punkte bestim&shy;men, von denen eini&shy;ge dann als rele&shy;vant ausge&shy;wählt werden (in aller Regel sind das für praktisch bedeut&shy;same Fälle immer noch unend&shy;lich viele), begin&shy;nen mereo&shy;geome&shy;trische Kalkü&shy;le mit einer (für gewöhn&shy;lich endli&shy;chen) Anzahl rele&shy;vanter Regi&shy;onen (‘Indi&shy;viduen’).<ref>Ein aus&shy;führ&shy;li&shy;che&shy;res Bei&shy;spiel ei&shy;nes me&shy;reo&shy;geo&shy;me&shy;tri&shy;schen Kal&shy;küls fin&shy;det sich in [[Exkurs:Mereogeometrien|Ex&shy;kurs: Me&shy;reo&shy;geo&shy;met&shy;rien]].</ref> Ein solches Indi&shy;viduum kann man sich – den wahr&shy;nehmungs&shy;psycho&shy;logi&shy;schen Prinzi&shy;pien der Gestalt&shy;schule folgend – sehr wohl auch als eine visu&shy;elle [[Gestalt]] vorstel&shy;len: Man muss zunächst das wahr&shy;genom&shy;mene Ganze betrach&shy;ten und sollte die Begrif&shy;fe der perzep&shy;tuellen “Ato&shy;me” erst danach als Instru&shy;mente zum Erklä&shy;ren der Gestal&shy;ten einfü&shy;hren, nicht umge&shy;kehrt. Schließlich sehen Menschen – und das gilt ins&shy;beson&shy;dere auch für die [[Bildwahrnehmung|Bildwahr&shy;nehmung]] – keine unend&shy;lich großen Mengen null-dimen&shy;siona&shy;ler Punkte, sondern ausge&shy;dehnte Gestal&shy;ten. Der abstrak&shy;te Begriff einer räumli&shy;chen Einheit ohne Ausdeh&shy;nung ist sekun&shy;där und zu dem Zweck konstru&shy;iert, eini&shy;ge Aspek&shy;te des Er&shy;fahrungs&shy;raums zu erläu&shy;tern, während er an ande&shy;rer Stelle zu ernst&shy;haften Proble&shy;men führt.
: 
Da Raum traditionell durch Punkt-basier&shy;te Geo&shy;metrie&shy;kalkü&shy;le be&shy;griffen wurde, ist immer&shy;hin zu bemer&shy;ken, dass die Eigen&shy;schaften des Eukli&shy;dischen Raumes (d.h. des durch Eukli&shy;dische Kalkü&shy;le beschrie&shy;benen Raum&shy;konzepts) im Großen und Ganzen durchaus zu unse&shy;ren allge&shy;meinen Vor&shy;stellun&shy;gen von Raum passen. Daher sollte es auch nicht über&shy;raschen, dass die meisten mereo&shy;geomet&shy;rischen Kalkü&shy;le zu Syste&shy;men führen, die dem Eukli&shy;dischen Raum äqui&shy;valent sind (vgl. <bib id='Borgo & Masolo 2010a'>Borgo & Maso&shy;lo 2010a</bib>). Diese Tatsa&shy;che verdeut&shy;licht, dass unse&shy;re Kogni&shy;tionen von Raum ziemlich stabil und praktisch sind und nicht von der Wahl der geome&shy;trischen Primi&shy;tive abhän&shy;gen. Tatsäch&shy;lich geht es auch nicht darum, ledig&shy;lich die Eigen&shy;arten des Alltags&shy;begriffs von Raum abzu&shy;decken. Die Pointe liegt vielmehr darin zu erläu&shy;tern, wie wir diesen spezi&shy;fischen Begriff von Raum kogni&shy;tiv errei&shy;chen. Die primä&shy;re Frage, die Mereo&shy;geome&shy;trien aus dieser Perspek&shy;tive zu beant&shy;worten suchen, ist daher, welche Primi&shy;tive auf ausge&shy;dehnte Objek&shy;te anwend&shy;bar sind, die ausdrucks&shy;stark genug sind, den Alltags&shy;begriff von Raum zu entfal&shy;ten.




=====optional Beispiele=====
==Geometriekalküle und bild&shy;morpho&shy;logi&shy;sche Struktu&shy;ren==


<!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen-->
Die Forschung zu mereo&shy;geomet&shy;rischen Kalkü&shy;len stützt in der Tat einen irri&shy;tieren&shy;den bild&shy;morpho&shy;logi&shy;schen Befund: das Fehlen von Ein&shy;schränkun&shy;gen für die Wahl der morpho&shy;logi&shy;schen Primi&shy;tive. In beiden Berei&shy;chen (Mereo&shy;geome&shy;trie und Bildmor&shy;pholo&shy;gie) kommt man leicht zu äqui&shy;valen&shy;ten Forma&shy;lismen, obwohl man von ganz unter&shy;schiedli&shy;chen Voraus&shy;setzun&shy;gen ausge&shy;gangen ist. Daher darf die Wahl der Primi&shy;tive nicht nur von rein forma&shy;len Eigen&shy;schaften abhän&shy;gen, sondern muss von Argu&shy;menten und Beobach&shy;tungen aus ande&shy;ren, insbe&shy;sonde&shy;re kogni&shy;tiven, evo&shy;luti&shy;onä&shy;ren, menta&shy;len und wahr&shy;nehmungs&shy;psycho&shy;logi&shy;schen Per&shy;spek&shy;tiven unter&shy;stützt werden. Die Entwick&shy;lung der geo&shy;metri&shy;schen Kalkü&shy;le bis hin zu den Mereo&shy;geo&shy;metrien führt zu geo&shy;metri&shy;schen Ansät&shy;zen, die, indem sie unter&shy;schiedli&shy;che Primi&shy;tive ausnut&shy;zen, ganz zwanglos verschie&shy;dene forma&shy;le Syste&shy;me mit äqui&shy;valen&shy;ter Ausdrucks&shy;stärke hervor&shy;bringen. Einer&shy;seits führt die Suche nach der Grund&shy;legung von Pixe&shy;men (als Primi&shy;tive wie als Proto&shy;typen) direkt zu einer Debat&shy;te, die der Diskus&shy;sion über die funda&shy;menta&shy;len geo&shy;metri&shy;schen Enti&shy;täten entspricht. Ande&shy;rerseits legt der Wunsch, mit einem Com&shy;puter&shy;programm komple&shy;xe Bilder zu erzeu&shy;gen oder zu verste&shy;hen, (zumindest in der Theorie) die Exis&shy;tenz einer begrenz&shy;ten Zahl von Basis&shy;pixe&shy;men nahe, die in einem forma&shy;len Kalkül bei beschränk&shy;ter Komple&shy;xität belie&shy;big kombi&shy;nierbar sein sollen (⊳  [[Bildverarbeitung, digitale|Bild&shy;verar&shy;beitung, digi&shy;tale]]).<ref>Na&shy;tür&shy;lich um&shy;fasst die [[Bildmorphologie|Bild&shy;mor&shy;pho&shy;lo&shy;gie]] we&shy;sent&shy;lich mehr als die&shy;se Frage; vgl. ins&shy;be&shy;son&shy;de&shy;re <bib id='Goodman 1968a'>Good&shy;man 1968a</bib>.</ref>


===Pixeme als geometrische Enti&shy;täten===
Im Kontext der morphologischen Struktur von Bildern beschreibt der geo&shy;metri&shy;sche Kalkül, wie wir (rati&shy;onal) über die Basis&shy;struktur der Bild&shy;ebene und den darin enthal&shy;tenen Pixe&shy;men reden. Eine Basis&shy;struktur, die den Regeln, wie sie vom Kalkül vorge&shy;schrieben sind, nicht erfüllt, führt zu [[syntaktisch unkorrekte Bilder|syntak&shy;tisch unkor&shy;rekten Bildern]]. Mit einem punkt-basier&shy;ten Kalkül werden Pixe&shy;me verstan&shy;den als (unend&shy;liche) Mengen von Punkten, die durch [[Gestalt]]-orga&shy;nisie&shy;rende Prozes&shy;se auf den visu&shy;ellen Marker&shy;werten (⊳ [[Farbe als bildsyntaktische Kategorie|Farbe als bild&shy;syntak&shy;tische Kate&shy;gorie]]) bestimmt sind. Die unend&shy;lich vielen Punkte, die jedes Pixem enthält, sind letzt&shy;lich Orte, die ledig&shy;lich ''poten&shy;tiell'' von Interes&shy;se sein könnten: Sie mögen morpho&shy;logisch rele&shy;vant werden, wenn man den gera&shy;de betrach&shy;teten Bild&shy;träger mit einem ande&shy;ren Bild&shy;träger vergleicht. Entspre&shy;chend kommt in Eukli&shy;dischen Kalkü&shy;len ein Begriff der [[Auflösung|Auflö&shy;sung]] nicht vor: Der hypo&shy;theti&shy;sche Auf&shy;lösungs&shy;faktor ist hier immer unend&shy;lich – entspre&shy;chend einer Gottes&shy;perspek&shy;tive auf Raum. 
:
Bei einem mereo&shy;geometri&shy;schen Kalkül sind Pixe&shy;me “Indi&shy;viduen”, also primi&shy;tive Enti&shy;täten des Kalküls. Wenn wir davon ausge&shy;hen, dass die Gestalt-Prinzi&shy;pien, die visu&shy;elles Wahrneh&shy;men orga&shy;nisie&shy;ren, genau solche Regi&shy;onen bestim&shy;men, die syntak&shy;tisch rele&shy;vant sind, können diese Pixe&shy;me also ganz zwang&shy;los als etwas in der Wahrneh&shy;mung Gege&shy;benes aufge&shy;fasst werden. Es besteht keine Not&shy;wendig&shy;keit, weite&shy;re Punkte zu betrach&shy;ten.


=====Auswirkungen auf andere Begriffe=====
===Punkte, Auflösung und Mikros&shy;kopie&shy;rung===


<!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen-->
Während Mereogeomet&shy;rien mit reinem Raum beschäf&shy;tigt sind, muss Bild&shy;morpho&shy;logie weite&shy;re Fakto&shy;ren berück&shy;sichti&shy;gen, wie »Granu&shy;lari&shy;tät« (welche sehr grund&shy;legen&shy;de Eigen&shy;schaften, wie Kontakt zwischen Enti&shy;täten, und damit die Topo&shy;logie an sich, beein&shy;flusst). In der Tat kann in der Mereo&shy;geome&shy;trie der Begriff einer ''kleinsten'' Region durchaus einge&shy;führt werden: Sie werden in den Kalkü&shy;len für gewöhn&shy;lich ‘Punkte’ genannt, könnten aber ebenso gut als ‘Pixel’ bezeich&shy;net werden. Ein solcher Punkt, der sich offen&shy;sichtlich deutlich vom Eukli&shy;dischen Punkt&shy;begriff unter&shy;scheidet, ist im wesent&shy;lichen defi&shy;niert über eine Region, die keine echte Teil&shy;region im Kalkül aufweist (d.h.: es werden keine solchen Teile betrach&shy;tet!).<ref> Der me&shy;reo&shy;geo&shy;met&shy;ri&shy;sche Punkt ist in der Re&shy;gel nicht iden&shy;tisch mit der mi&shy;ni&shy;ma&shy;len Re&shy;gi&shy;on selbst, son&shy;dern wird als Klas&shy;se über al&shy;le In&shy;di&shy;vi&shy;du&shy;en/Re&shy;gi&shy;o&shy;nen de&shy;fi&shy;niert, an de&shy;nen er Teil hat.</ref> Wenn der Begriff »Punkt« auf mereo&shy;geo&shy;metri&shy;sche Weise einge&shy;führt wird, ist es bei der Betrach&shy;tung eines konkre&shy;ten Falles – bei Betrach&shy;tung eines endli&shy;chen Raum&shy;bereichs – nicht not&shy;wendig, ''unend&shy;lich'' viele solcher Punkt-Regi&shy;onen zu berück&shy;sichti&shy;gen. Ledig&shy;lich “rele&shy;vante” Punkte müssen instan&shy;tiiert werden. Das bedeu&shy;tet zugleich, dass ein solcher Kalkül den Raum stets mit endli&shy;cher Auf&shy;lösung erfasst. Aller&shy;dings haben N. Asher & L. Vieu (<bib id='Asher & Vieu 1995a'></bib>) durch eine moda&shy;le Erwei&shy;terung ihres mereo&shy;geo&shy;metri&shy;schen Kalküls einen ‘Mikro&shy;skopie&shy;rung’ genann&shy;ten forma&shy;len Mecha&shy;nismus vorge&shy;schlagen, der eine Art ''Zooming''-Ope&shy;ration darstellt: Was auf einer Be&shy;trachtungs&shy;ebene ein Punkt ist, kann dann auf einer ande&shy;ren, mikro&shy;sko&shy;pierten Betrach&shy;tungs&shy;ebene eine zu&shy;sammen&shy;gesetz&shy;te Region sein, die aus mehre&shy;ren (rele&shy;vanten) Punkten besteht.
 
===Die leere Bildfläche und Maximal&shy;pixe&shy;me===
 
Im Gegensatz zu den Räumen der Standard&shy;geomet&shy;rien ist der Bild&shy;raum stets nach außen beschränkt: Die Bild&shy;ebe&shy;ne besteht aus einem einzi&shy;gen Maxi&shy;mal&shy;pixem, das kein Teil eines ande&shy;ren Pixems des Bildes ist – Fernan&shy;de Saint-Martin verwen&shy;det hierfür den Ausdruck ‘basic pic&shy;ture plane’ (<bib id='Saint-Martin 1987a'></bib>).<ref>Na&shy;tür&shy;lich wird die&shy;ses Ma&shy;xi&shy;mal&shy;pi&shy;xem trotz&shy;dem im&shy;mer auch als Teil sei&shy;ner je&shy;wei&shy;li&shy;gen räum&shy;li&shy;chen Um&shy;ge&shy;bung – sei&shy;nes [[Kontext|Kon&shy;texts]] – wahr&shy;ge&shy;nom&shy;men.</ref> Die für mereo&shy;geo&shy;metri&shy;sche Kalkü&shy;le zentra&shy;le Unter&shy;scheidung des abge&shy;schlosse&shy;nen, d.h. seine Grenze mit umfas&shy;senden Indi&shy;viduums gegen&shy;über dem Teil&shy;indi&shy;viduum, das dem Erste&shy;ren ganz entspricht ohne aber die Grenze selbst zu bein&shy;halten, liefert einen un&shy;mittel&shy;baren Ansatz für die Unter&shy;scheidung des Rahmens vom eigent&shy;lichen Bild (⊳ [[Rahmung, Rahmen]]).
:
[[Datei:Energetic-SaintMartin1990.jpg|thumb|Ab&shy;bil&shy;dung 1: Recht&shy;ecki&shy;ges Ma&shy;xi&shy;mal&shy;pi&shy;xem mit “ener&shy;ge&shy;ti&shy;schem Phä&shy;no&shy;men” nach Saint-Mar&shy;tin]]
Wird die üb&shy;li&shy;che recht&shy;ecki&shy;ge Grund&shy;form der Bild&shy;flä&shy;che ge&shy;wählt, er&shy;ge&shy;ben sich bei me&shy;reo&shy;geo&shy;met&shy;ri&shy;scher Be&shy;trach&shy;tung zu&shy;dem ins&shy;be&shy;son&shy;de&shy;re vier In&shy;di&shy;vi&shy;du&shy;en, die als (me&shy;reo&shy;geo&shy;met&shy;ri&shy;sche) Punk&shy;te zu be&shy;trach&shy;ten sind: die vier Ecken. Da&shy;bei dürf&shy;te die “ener&shy;ge&shy;ti&shy;sche Auf&shy;la&shy;dung” der Eck&shy;re&shy;gi&shy;o&shy;nen, auf die et&shy;wa Saint-Mar&shy;tin in ih&shy;rer bild&shy;mor&shy;pho&shy;lo&shy;gi&shy;schen Ab&shy;hand&shy;lung hin&shy;weist (s. Abb. 1), mit der Kon&shy;struk&shy;ti&shy;on des Punkt&shy;kon&shy;zep&shy;tes in&shy;ner&shy;halb der meis&shy;ten me&shy;reo&shy;geo&shy;met&shy;ri&shy;schen Kal&shy;kü&shy;le zu&shy;sam&shy;men&shy;hän&shy;gen: Im me&shy;reo&shy;geo&shy;met&shy;ri&shy;schen Kal&shy;kül von Tars&shy;ki et&shy;wa wer&shy;den Punk&shy;te als Klas&shy;se al&shy;ler im Kal&shy;kül be&shy;trach&shy;te&shy;ten kon&shy;zen&shy;tri&shy;schen Krei&shy;se ein&shy;ge&shy;führt (<bib id='Tarski 1929a'></bib>). Für jede Ecke einer recht&shy;ecki&shy;gen Bild&shy;fläche müssen in einer Beschrei&shy;bung also entspre&shy;chende Kreis&shy;indi&shy;viduen instan&shy;ziiert werden – ihre in der Bild&shy;fläche liegen&shy;den Teile entspre&shy;chen den Energie&shy;linien Saint-Martins.
 
 
==Weitere Aspekte==
 
===Bildsemantische Aspekte der Geo&shy;metrie===
Die in geometrischen Kalkülen gefassten Raum&shy;konzep&shy;te spielen natür&shy;lich auch eine wichti&shy;ge Rolle in der [[Bildsemantik|Bild&shy;seman&shy;tik]]: Die Pro&shy;jek&shy;tion einer drei&shy;dimen&shy;siona&shy;len Szene auf eine zwei&shy;dimen&shy;siona&shy;le Bild&shy;fläche gehorcht Regeln, die sich insb&shy;esonde&shy;re (wenn auch nicht aus&shy;schließlich) aus den Kalkü&shy;len der projek&shy;tiven Geo&shy;metrien erge&shy;ben. Auf diese Zu&shy;sammen&shy;hänge wird im Lemma ⊳ [[Perspektive und Projektion|Perspek&shy;tive und Projek&shy;tion]] näher einge&shy;gangen.
 
===Zeit als Raum===
Physikalisch wird auch die zeitliche Er&shy;streckung und Anord&shy;nung als weite&shy;re (vierte) geo&shy;metri&shy;sche Dimen&shy;sion gefasst. Dies spielt in der Bild&shy;philo&shy;sophie entspre&shy;chend bei [[Film]], [[Video]], [[Fernsehen|Fernse&shy;hen]] und ande&shy;ren Bewegt&shy;bild&shy;forma&shy;ten eine Rolle. Im strengen physi&shy;kali&shy;schen Sinne wird aller&shy;dings die zeitli&shy;che “Raum&shy;richtung” von den räumli&shy;chen Dimen&shy;sionen oft dadurch hervor&shy;geho&shy;ben, dass sie als ima&shy;ginä&shy;re Achse eines vier&shy;dimen&shy;siona&shy;len komple&shy;xen Vektor&shy;raumes ange&shy;setzt wird, oder umge&shy;kehrt die eigent&shy;lichen Raum&shy;antei&shy;le als ima&shy;ginä&shy;re Dimen&shy;sionen die Zeit als einzi&shy;ge reell&shy;werti&shy;ge Dimen&shy;sion ergän&shy;zen (sog. ‘Quater&shy;nionen’).<ref>Vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Quaternionen Wi&shy;ki&shy;pe&shy;dia: Qua&shy;ter&shy;ni&shy;o&shy;nen]. </ref> Auch in der [[Computergraphik|Com&shy;pu&shy;ter&shy;gra&shy;phik]] werden solche Quater&shy;nionen zur Berech&shy;nung von Trans&shy;forma&shy;tionen von 3D-Model&shy;len verwen&shy;det. Insbe&shy;sonde&shy;re Drehun&shy;gen im Raum lassen sich auf diese Weise beson&shy;ders einfach formal behan&shy;deln.
 
{{GlossarSiehe}}
* [[Ähnlichkeit und wahrnehmungsnahe Zeichen]]
* [[Anschauung]]
* [[Auflösung]]
* [[Bildmorphologie]]
* [[Bildsemantik]]
* [[Bildverarbeitung, digitale]]
* [[Bildwahrnehmung]]
* [[Computergraphik]]
* [[Exkurs:Mereogeometrien]]
* [[Farbe als bildsyntaktische Kategorie]]
* [[Fernsehen]]
* [[Film]]
* [[Gegenstand der visuellen Wahrnehmung]]
* [[Gestalt]]
* [[Kontext]]
* [[Perspektive und Projektion]]
* [[Prädikation]]
* [[Proposition]]
* [[Rahmung, Rahmen]]
* [[Syntaktisch unkorrekte Bilder]]
* [[Syntaktische Dichte]]
* [[Theorien des Bildraums]]
* [[Textur]]
* [[Video]]
* [[Zeichen, Zeichenträger, Zeichensystem]]


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Aktuelle Version vom 22. Januar 2024, 13:53 Uhr


Unterpunkt zu: Bildsyntax

English Version: Space and Geometry


Raum als Grundkategorie der Bild­morpho­logie

Die Menge der syntaktischen Komponenten wahrneh­mungsna­her Zeichen kann im Prinzip in zwei Gruppen aufge­teilt werden: Einer­seits gibt es eine abstrak­te rela­tiona­le Basis­struktur. Sie spannt meist mehre­re koordi­nierte Dimen­sionen auf, in welche die Ele­mente der zweiten Gruppe einge­ordnet werden können. Letzte­re bilden Syste­me perzep­tueller Marker­werte, die es über­haupt erst erlau­ben, die zugrun­de liegen­de Basis­struktur wahrneh­men zu können. In den Worten Kants formt die Basis­struktur eine reine Anschau­ung.[1] Bei Bildern ist die Basis­struktur der zwei­dimen­siona­le Raum, wohin­gegen die Marker­werte im Wesent­lichen aus Farben und Textu­ren beste­hen, die die rein räumli­che Struktur sichtbar machen. Aus diesem Grunde heißt über Bilder zu sprechen auch, über Raum zu sprechen.

Die Regeln, die unser Sprechen über Raum orga­nisie­ren (zumin­dest sofern dieses Sprechen als ratio­nal kontrol­liert verstan­den wird), sind mindes­tens schon seit der neoli­thischen Revo­lution mit der Einfüh­rung von Archi­tektur, Acker­bau und den dazu benö­tigten auf­einan­der abge­stimmten räumli­chen Akti­vitä­ten im Fokus der Aufmerk­samkeit. Heute beeinflus­sen vor allem die Kalkü­lisie­rung der Geo­metrie im anti­ken Griechen­land und ihre alge­braische Refor­mulie­rung im 16. Jhd. die Konzep­tion des reinen Raums, der auch der Bild­syntax zugrun­de liegt.[2]


Geometrische Kalküle als Forma­lisie­rung von Raum

Ein geometrischer Kalkül ist im Grunde genom­men eine Menge von Regeln, die zu­aller­erst die Möglich­keiten festle­gen, über soge­nannte geo­metri­sche Enti­täten ganz im Abstrak­ten – d.h. ohne Bezug auf Konkre­ta mit kontin­genten nicht-geo­metri­schen Eigen­heiten – zu reden. Diese Regeln bilden die begriff­lichen Bestim­mungen einer Menge räumli­cher Begrif­fe. Die Begrif­fe für ele­menta­re geo­metri­sche Enti­täten werden im Wesent­lichen durch die Rela­tionen bestimmt, in die sie mit­einan­der eintre­ten können. Diese werden übli­cherwei­se unter­teilt in Bezie­hungen von Kontakt und Nachbar­schaft (topo­logi­sche Rela­tionen),[3] Bezie­hungen, die Abstand und Ausdeh­nung betref­fen (metri­sche Rela­tionen)[4] und Bezie­hungen hinsicht­lich Richtung und Orien­tierung (direk­tiona­le oder projek­tive Rela­tionen).[5]

Über geometrische Begriffe zu verfü­gen hat vor allem drei Auswir­kungen:

  • Der ontologische Aspekt der Regeln zeigt sich darin, dass sie uns erlau­ben, etwas als räumlich zu beschrei­ben.[6] Etwas als Instanz eines solchen Begriffs zu verste­hen, d.h. als eine geo­metri­sche Enti­tät, bedeu­tet, es als ein rein räumli­ches Etwas zu begrei­fen – unab­hängig von allen ande­ren Charak­teri­sierun­gen, die eben­falls zutref­fen mögen (z.B. farbig zu sein, schwer zu sein).[7] Kurz gesagt: Die Welt erscheint räumlich orga­nisiert, wenn wir ihre Teile mithil­fe geo­metri­scher Begrif­fe unter­scheiden.
  • Der epistemologische Aspekt beinhal­tet (u.a.), dass die Gestal­ten, die in Beschrei­bungen visu­ellen Wahrneh­mens vorkom­men, als geo­metri­sche (und daher: räumli­che) Enti­täten verstan­den werden können. Das heißt, der Kalkül forma­lisiert einen abstrak­ten Teil unse­res Verständ­nisses von der visu­ellen Wahr­nehmung (auch ⊳ Gegen­stand der visu­ellen Wahr­nehmung): Kurz gesagt: Wir sehen die Welt als räumlich orga­nisiert.
  • Der argumentative Aspekt bedeutet schließ­lich, dass die Regeln des Kalküls ange­ben, wie eine gege­bene Beschrei­bung räumli­cher Gegen­stände umge­formt werden kann, ohne die Wahrheit der Beschrei­bung zu verän­dern: Diese Umfor­mungen werden meist unter der Bezeich­nung ‘räumli­ches Schließen’ zusam­menge­fasst:[8] Kurz gesagt: Wenn wir rati­onal über Räumli­ches disku­tieren, verwen­den wir die Kalkül-Regeln für geo­metri­sche Begrif­fe.

Der Standardansatz zu geometri­schen Kalkü­len ist (1) Euklids axio­mati­sches System, das auf dem Begriff eines unaus­gedehn­ten aber eindeu­tig loka­lisier­ten »Punktes« beruht: Dieser Begriff ist aller­dings ziemlich abstrakt und verhält­nismä­ßig weit entfernt von der konkre­ten Erfah­rung mit Raum. (2) Eine Fami­lie von Non-Standard-Geo­metrie­kalkü­len, die im Wesent­lichen erst im 20. Jhd. ent­wickelt wurde und kogni­tiven Prinzi­pien mehr gerecht zu werden versucht, bietet eine Forma­lisie­rung von Geo­metrie ohne dieses Problem und mit inte­ressan­ten Eigen­schaften für die Bild­morpho­logie: Mereo­geome­trien.

Euklidische Geometrie­kalkü­le

Vor mehr als 2000 Jahren wurde das erste axio­matische System der Geo­metrie von Euklid vorge­schlagen.[9] Ausge­hend von einer Menge grundle­gender Postu­late (sog. ‘Axi­ome’) können in diesem System Schluss­folge­rungen gezo­gen werden, um formal (d.h. nur mittels logi­scher Deduk­tion) Theore­me über geo­metri­sche Objek­te und deren Eigen­schaften und Rela­tionen zu bewei­sen. Die Diskus­sion dieses Ansat­zes insbe­sonde­re über die Unab­hängig­keit der fünf Grund­postu­late hat tatsäch­lich in der Folge zu verschie­denen Vari­anten solcher geo­metri­scher Kalkü­le geführt, die den Bereich der synthe­tischen Geo­metrie bilden.[10]

Im 17. Jhd. entwickelte Descartes ([Descartes 1637a]Descartes, René (1637): La géométrie. Jan Maire, Leiden.
Notiz: Anhang des ‘Discours de la méthode’
) einen alter­nati­ven, auf alge­braischen Formeln beru­henden Forma­lismus – Orte werden durch Zahlen beschrie­ben, die deren Entfer­nungen zu einem Ursprungs­punkt rela­tiv zu Koordi­naten­achsen enko­dieren (karte­sische Koordi­naten). Von dieser ana­lyti­schen Geo­metrie, die letztlich zu den heute zumin­dest im techni­schen Bereich meist verwen­deten Vektor­kalkü­len des Raumes geführt hat, konnte formal bewie­sen werden ([Hilbert 1899a]Hilbert, David (1899): Grundlagen der Geometrie. Teubner, Leipzig.
), dass sie vollkom­men äqui­valent zu Euklids Kalkül ist.[11]

Alle geometrischen Objekte werden wesent­lich betrach­tet als Mengen indi­vidu­eller Orte, genannt ‘Punkte’, die, wie Euklid sich ausdrück­te, das sind, „was keine Teile hat“. Punkte können in einer oder mehre­ren Dimen­sionen orga­nisiert sein – abhän­gig von der Menge der unab­hängi­gen (‘ortho­gona­len’) Koordi­naten­achsen, die mit den Haupt­richtun­gen asso­ziiert sind. Jede Achse orga­nisiert die Punkte zudem gemäß den reellen Zahlen. Daher sind die Eukli­dischen Punkte notwen­dig in einem Konti­nuum ange­ordnet.

Mit den Regeln des Geometriekalküls werden räumli­che Homo­geni­tät (Inva­rianz gegen­über Transla­tion des Koordi­naten­ursprungs) und Iso­tropie (Inva­rianz gegen­über Rota­tion der Koordi­naten­achsen) erreicht, die letztlich die Basis bilden für die syntak­tische Dichte des Bild­raumes. Aller­dings führt die übli­che eukli­dische Forma­lisie­rung der Geo­metrie auch zu der uner­wünschten Folge, dass die grund­legen­den Pixe­me notwen­dig unaus­gedehn­te Punkte sind – ein hoch­abstrak­ter, von der Erfah­rung weit entfern­ter Begriff also. Jede ausge­dehnte Region – und damit letztlich auch jedes Pixem – muss dann aus einer unend­lich großen Menge ele­menta­rer geo­metri­scher Objek­te beste­hen, ganz im Gegen­satz zur Gestalt-Konzep­tion der (Raum-)Wahrneh­mung.

Mereogeometrische Kalküle

Einige Nichtstandard-Kalküle des Raumes liefern einen inte­ressan­ten Ausweg aus diesem Dilem­ma: Mereo­geome­trien sind das Ergeb­nis eines forma­len Ansat­zes zur Geo­metrie, die im Wesent­lichen im 20. Jhd. entwi­ckelt wurden, und die versu­chen, den funda­menta­len kogni­tiven Prinzi­pien gerecht zu werden. Wenn ein Punkt, wie Euklid dachte, das sein soll, „was keine Teile hat“, dann sollten Teil-Ganzes-Bezie­hungen offen­sichtlich als zentra­le Ele­mente der Geo­metrie betrach­tet werden. Zumin­dest für eine Begrün­dung des Bild­raumes wären zudem geo­metri­sche Enti­täten mit Teilen die natür­liche­ren Kandi­daten für die logi­schen Grund­bau­steine geo­metri­scher Kalkü­le.

Im Gegensatz zu den Geometriekal­külen im Stile Euklids ist die Fami­lie der mereo­geome­trischen Kalkü­le auf dem Begriff einer Region aufge­baut, einer ausge­dehnten Einheit, die unter­scheidba­re echte Teile haben mag oder auch nicht. Diese Regi­onen werden in der Mereo­geome­trie oft auch ‘Indi­viduen’ genannt, da sie als un­hinter­gehba­re Grund­ele­mente des Kalküls gelten.[12] Sie haben keine unmit­telba­ren Form- oder Posi­tions­eigen­schaften:[13] Ledig­lich die Bezie­hungen zu ande­ren Indi­viduen, die insbe­sonde­re ihre Teile sein können oder von denen sie ein Teil sind, bestim­men Form, Ausdeh­nung und rela­tive Lage: Die Form etwa ist deter­miniert durch die Rela­tionen zwischen den Teil­regi­onen eines Gebiets.

Während in Euklidischen Geometrien zunächst die unend­lich große Menge des Konti­nuums von Ko­ordi­naten einge­führt wird, die die poten­tiellen Punkte bestim­men, von denen eini­ge dann als rele­vant ausge­wählt werden (in aller Regel sind das für praktisch bedeut­same Fälle immer noch unend­lich viele), begin­nen mereo­geome­trische Kalkü­le mit einer (für gewöhn­lich endli­chen) Anzahl rele­vanter Regi­onen (‘Indi­viduen’).[14] Ein solches Indi­viduum kann man sich – den wahr­nehmungs­psycho­logi­schen Prinzi­pien der Gestalt­schule folgend – sehr wohl auch als eine visu­elle Gestalt vorstel­len: Man muss zunächst das wahr­genom­mene Ganze betrach­ten und sollte die Begrif­fe der perzep­tuellen “Ato­me” erst danach als Instru­mente zum Erklä­ren der Gestal­ten einfü­hren, nicht umge­kehrt. Schließlich sehen Menschen – und das gilt ins­beson­dere auch für die Bildwahr­nehmung – keine unend­lich großen Mengen null-dimen­siona­ler Punkte, sondern ausge­dehnte Gestal­ten. Der abstrak­te Begriff einer räumli­chen Einheit ohne Ausdeh­nung ist sekun­där und zu dem Zweck konstru­iert, eini­ge Aspek­te des Er­fahrungs­raums zu erläu­tern, während er an ande­rer Stelle zu ernst­haften Proble­men führt.

Da Raum traditionell durch Punkt-basier­te Geo­metrie­kalkü­le be­griffen wurde, ist immer­hin zu bemer­ken, dass die Eigen­schaften des Eukli­dischen Raumes (d.h. des durch Eukli­dische Kalkü­le beschrie­benen Raum­konzepts) im Großen und Ganzen durchaus zu unse­ren allge­meinen Vor­stellun­gen von Raum passen. Daher sollte es auch nicht über­raschen, dass die meisten mereo­geomet­rischen Kalkü­le zu Syste­men führen, die dem Eukli­dischen Raum äqui­valent sind (vgl. [Borgo & Masolo 2010a]Borgo, Stefano & Masolo, Claudio (2010): Full Mereogeometries. The Review of Symvbolic Logic, 3, 4.
Webadresse: citeseerx.ist.psu.edu/viewdoc/summary?doi=10.1.1.98.2266
). Diese Tatsa­che verdeut­licht, dass unse­re Kogni­tionen von Raum ziemlich stabil und praktisch sind und nicht von der Wahl der geome­trischen Primi­tive abhän­gen. Tatsäch­lich geht es auch nicht darum, ledig­lich die Eigen­arten des Alltags­begriffs von Raum abzu­decken. Die Pointe liegt vielmehr darin zu erläu­tern, wie wir diesen spezi­fischen Begriff von Raum kogni­tiv errei­chen. Die primä­re Frage, die Mereo­geome­trien aus dieser Perspek­tive zu beant­worten suchen, ist daher, welche Primi­tive auf ausge­dehnte Objek­te anwend­bar sind, die ausdrucks­stark genug sind, den Alltags­begriff von Raum zu entfal­ten.


Geometriekalküle und bild­morpho­logi­sche Struktu­ren

Die Forschung zu mereo­geomet­rischen Kalkü­len stützt in der Tat einen irri­tieren­den bild­morpho­logi­schen Befund: das Fehlen von Ein­schränkun­gen für die Wahl der morpho­logi­schen Primi­tive. In beiden Berei­chen (Mereo­geome­trie und Bildmor­pholo­gie) kommt man leicht zu äqui­valen­ten Forma­lismen, obwohl man von ganz unter­schiedli­chen Voraus­setzun­gen ausge­gangen ist. Daher darf die Wahl der Primi­tive nicht nur von rein forma­len Eigen­schaften abhän­gen, sondern muss von Argu­menten und Beobach­tungen aus ande­ren, insbe­sonde­re kogni­tiven, evo­luti­onä­ren, menta­len und wahr­nehmungs­psycho­logi­schen Per­spek­tiven unter­stützt werden. Die Entwick­lung der geo­metri­schen Kalkü­le bis hin zu den Mereo­geo­metrien führt zu geo­metri­schen Ansät­zen, die, indem sie unter­schiedli­che Primi­tive ausnut­zen, ganz zwanglos verschie­dene forma­le Syste­me mit äqui­valen­ter Ausdrucks­stärke hervor­bringen. Einer­seits führt die Suche nach der Grund­legung von Pixe­men (als Primi­tive wie als Proto­typen) direkt zu einer Debat­te, die der Diskus­sion über die funda­menta­len geo­metri­schen Enti­täten entspricht. Ande­rerseits legt der Wunsch, mit einem Com­puter­programm komple­xe Bilder zu erzeu­gen oder zu verste­hen, (zumindest in der Theorie) die Exis­tenz einer begrenz­ten Zahl von Basis­pixe­men nahe, die in einem forma­len Kalkül bei beschränk­ter Komple­xität belie­big kombi­nierbar sein sollen (⊳ Bild­verar­beitung, digi­tale).[15]

Pixeme als geometrische Enti­täten

Im Kontext der morphologischen Struktur von Bildern beschreibt der geo­metri­sche Kalkül, wie wir (rati­onal) über die Basis­struktur der Bild­ebene und den darin enthal­tenen Pixe­men reden. Eine Basis­struktur, die den Regeln, wie sie vom Kalkül vorge­schrieben sind, nicht erfüllt, führt zu syntak­tisch unkor­rekten Bildern. Mit einem punkt-basier­ten Kalkül werden Pixe­me verstan­den als (unend­liche) Mengen von Punkten, die durch Gestalt-orga­nisie­rende Prozes­se auf den visu­ellen Marker­werten (⊳ Farbe als bild­syntak­tische Kate­gorie) bestimmt sind. Die unend­lich vielen Punkte, die jedes Pixem enthält, sind letzt­lich Orte, die ledig­lich poten­tiell von Interes­se sein könnten: Sie mögen morpho­logisch rele­vant werden, wenn man den gera­de betrach­teten Bild­träger mit einem ande­ren Bild­träger vergleicht. Entspre­chend kommt in Eukli­dischen Kalkü­len ein Begriff der Auflö­sung nicht vor: Der hypo­theti­sche Auf­lösungs­faktor ist hier immer unend­lich – entspre­chend einer Gottes­perspek­tive auf Raum.

Bei einem mereo­geometri­schen Kalkül sind Pixe­me “Indi­viduen”, also primi­tive Enti­täten des Kalküls. Wenn wir davon ausge­hen, dass die Gestalt-Prinzi­pien, die visu­elles Wahrneh­men orga­nisie­ren, genau solche Regi­onen bestim­men, die syntak­tisch rele­vant sind, können diese Pixe­me also ganz zwang­los als etwas in der Wahrneh­mung Gege­benes aufge­fasst werden. Es besteht keine Not­wendig­keit, weite­re Punkte zu betrach­ten.

Punkte, Auflösung und Mikros­kopie­rung

Während Mereogeomet­rien mit reinem Raum beschäf­tigt sind, muss Bild­morpho­logie weite­re Fakto­ren berück­sichti­gen, wie »Granu­lari­tät« (welche sehr grund­legen­de Eigen­schaften, wie Kontakt zwischen Enti­täten, und damit die Topo­logie an sich, beein­flusst). In der Tat kann in der Mereo­geome­trie der Begriff einer kleinsten Region durchaus einge­führt werden: Sie werden in den Kalkü­len für gewöhn­lich ‘Punkte’ genannt, könnten aber ebenso gut als ‘Pixel’ bezeich­net werden. Ein solcher Punkt, der sich offen­sichtlich deutlich vom Eukli­dischen Punkt­begriff unter­scheidet, ist im wesent­lichen defi­niert über eine Region, die keine echte Teil­region im Kalkül aufweist (d.h.: es werden keine solchen Teile betrach­tet!).[16] Wenn der Begriff »Punkt« auf mereo­geo­metri­sche Weise einge­führt wird, ist es bei der Betrach­tung eines konkre­ten Falles – bei Betrach­tung eines endli­chen Raum­bereichs – nicht not­wendig, unend­lich viele solcher Punkt-Regi­onen zu berück­sichti­gen. Ledig­lich “rele­vante” Punkte müssen instan­tiiert werden. Das bedeu­tet zugleich, dass ein solcher Kalkül den Raum stets mit endli­cher Auf­lösung erfasst. Aller­dings haben N. Asher & L. Vieu ([Asher & Vieu 1995a]Asher, Nicholas & Vieu, Laure (1995): Toward a Geometry of Common Sense: A Semantics and a Complete Axiomatization of Mereotopology. In: IJCAI-95. Morgan Kaufmann.
) durch eine moda­le Erwei­terung ihres mereo­geo­metri­schen Kalküls einen ‘Mikro­skopie­rung’ genann­ten forma­len Mecha­nismus vorge­schlagen, der eine Art Zooming-Ope­ration darstellt: Was auf einer Be­trachtungs­ebene ein Punkt ist, kann dann auf einer ande­ren, mikro­sko­pierten Betrach­tungs­ebene eine zu­sammen­gesetz­te Region sein, die aus mehre­ren (rele­vanten) Punkten besteht.

Die leere Bildfläche und Maximal­pixe­me

Im Gegensatz zu den Räumen der Standard­geomet­rien ist der Bild­raum stets nach außen beschränkt: Die Bild­ebe­ne besteht aus einem einzi­gen Maxi­mal­pixem, das kein Teil eines ande­ren Pixems des Bildes ist – Fernan­de Saint-Martin verwen­det hierfür den Ausdruck ‘basic pic­ture plane’ ([Saint-Martin 1987a]Saint-Martin, Fernande (1987): Sémiologie du langage visuel. Presses de l’Université du Quebec, Montréal.
Notiz: Englisch: Semiotics of Visual Language. Bloomington, Indianapolis: Indiana University Press.
).[17] Die für mereo­geo­metri­sche Kalkü­le zentra­le Unter­scheidung des abge­schlosse­nen, d.h. seine Grenze mit umfas­senden Indi­viduums gegen­über dem Teil­indi­viduum, das dem Erste­ren ganz entspricht ohne aber die Grenze selbst zu bein­halten, liefert einen un­mittel­baren Ansatz für die Unter­scheidung des Rahmens vom eigent­lichen Bild (⊳ Rahmung, Rahmen).

Ab­bil­dung 1: Recht­ecki­ges Ma­xi­mal­pi­xem mit “ener­ge­ti­schem Phä­no­men” nach Saint-Mar­tin

Wird die üb­li­che recht­ecki­ge Grund­form der Bild­flä­che ge­wählt, er­ge­ben sich bei me­reo­geo­met­ri­scher Be­trach­tung zu­dem ins­be­son­de­re vier In­di­vi­du­en, die als (me­reo­geo­met­ri­sche) Punk­te zu be­trach­ten sind: die vier Ecken. Da­bei dürf­te die “ener­ge­ti­sche Auf­la­dung” der Eck­re­gi­o­nen, auf die et­wa Saint-Mar­tin in ih­rer bild­mor­pho­lo­gi­schen Ab­hand­lung hin­weist (s. Abb. 1), mit der Kon­struk­ti­on des Punkt­kon­zep­tes in­ner­halb der meis­ten me­reo­geo­met­ri­schen Kal­kü­le zu­sam­men­hän­gen: Im me­reo­geo­met­ri­schen Kal­kül von Tars­ki et­wa wer­den Punk­te als Klas­se al­ler im Kal­kül be­trach­te­ten kon­zen­tri­schen Krei­se ein­ge­führt ([Tarski 1929a]Tarski, Alfred (1929): Les fondement de la géometrie des corps. Société polonaise de mathématique, Cracovie.
Notiz: Erweiterte Fassung in Tarksi: <em>Logique, Sémantique, Métamathématique</em>. A. Colin, Paris 1972, Vol. 1, 27-34
). Für jede Ecke einer recht­ecki­gen Bild­fläche müssen in einer Beschrei­bung also entspre­chende Kreis­indi­viduen instan­ziiert werden – ihre in der Bild­fläche liegen­den Teile entspre­chen den Energie­linien Saint-Martins.


Weitere Aspekte

Bildsemantische Aspekte der Geo­metrie

Die in geometrischen Kalkülen gefassten Raum­konzep­te spielen natür­lich auch eine wichti­ge Rolle in der Bild­seman­tik: Die Pro­jek­tion einer drei­dimen­siona­len Szene auf eine zwei­dimen­siona­le Bild­fläche gehorcht Regeln, die sich insb­esonde­re (wenn auch nicht aus­schließlich) aus den Kalkü­len der projek­tiven Geo­metrien erge­ben. Auf diese Zu­sammen­hänge wird im Lemma ⊳ Perspek­tive und Projek­tion näher einge­gangen.

Zeit als Raum

Physikalisch wird auch die zeitliche Er­streckung und Anord­nung als weite­re (vierte) geo­metri­sche Dimen­sion gefasst. Dies spielt in der Bild­philo­sophie entspre­chend bei Film, Video, Fernse­hen und ande­ren Bewegt­bild­forma­ten eine Rolle. Im strengen physi­kali­schen Sinne wird aller­dings die zeitli­che “Raum­richtung” von den räumli­chen Dimen­sionen oft dadurch hervor­geho­ben, dass sie als ima­ginä­re Achse eines vier­dimen­siona­len komple­xen Vektor­raumes ange­setzt wird, oder umge­kehrt die eigent­lichen Raum­antei­le als ima­ginä­re Dimen­sionen die Zeit als einzi­ge reell­werti­ge Dimen­sion ergän­zen (sog. ‘Quater­nionen’).[18] Auch in der Com­pu­ter­gra­phik werden solche Quater­nionen zur Berech­nung von Trans­forma­tionen von 3D-Model­len verwen­det. Insbe­sonde­re Drehun­gen im Raum lassen sich auf diese Weise beson­ders einfach formal behan­deln.

Anmerkungen
  1. ↑ Als lo­gi­sche Vo­r­aus­set­zung der Wahr­neh­mung – d.h. als ih­re „Be­din­gung der Mög­lich­keit“ – sind rei­ne An­schau­un­gen nicht selbst wahr­nehm­bar ([Kant 1968a]Kant, Immanuel (1968): Kritik der reinen Vernunft. de Gruyter, Berlin.
    Notiz: A: 1781, B: 1787
    : B 33-36).
  2. ↑ Da­mit wird nicht be­haup­tet, dass je­ne Kal­kü­le aus­reich­ten, wenn es um se­man­ti­sche oder prag­ma­ti­sche As­pek­te geht; ⊳ The­o­ri­en des Bild­raums.
  3. ↑ Vgl. auch Wi­ki­pe­di­a: To­po­lo­gie (Ma­the­ma­tik).
  4. ↑ Vgl. auch Wi­ki­pe­di­a: Met­ri­scher Raum.
  5. ↑ Vgl. auch Wi­ki­pe­di­a: Pro­jek­ti­ve Geo­me­trie.
  6. ↑ Ge­nau­er ge­sagt: Ei­ne sol­che Be­schrei­bung be­steht aus Äu­ße­run­gen, die Pro­po­si­ti­o­nen mit ei­ner Prä­di­ka­ti­on ver­wen­den, die sich auf ei­nen geo­me­tri­schen Be­griff be­zieht, der durch den Kal­kül fest­ge­legt ist.
  7. ↑ D.h.: »geo­me­trisch sein« als sol­ches im­pli­ziert nicht not­wen­dig schon »räum­lich sein«.
  8. ↑ Bei­spiels­wei­se die Re­geln, die geo­me­tri­sche Be­grif­fe mit­ein­an­der in Be­zie­hung set­zen, wie et­wa dass »links« das In­ver­se zu »rechts« sei oder dass »in« un­ter ge­wis­sen Vo­raus­set­zun­gen ei­ne tran­si­ti­ve Re­la­ti­on sei, kön­nen als Mit­tel­ter­me in räum­li­chen Syl­lo­gis­men ver­wen­det wer­den, die ver­schie­de­ne Pro­po­si­ti­o­nen über geo­me­tri­sche En­ti­tä­ten mit­ein­an­der ver­bin­den. Vgl. hier­zu aber auch die über die rei­ne Geo­me­trie hi­n­aus­ge­hen­den An­tei­le an sol­chen Schluss­pro­zes­sen, wie sie ins­be­son­de­re in [Herskovits 1986a]Herskovits, Annette (1986): Language and Cognition – An Interdisciplinary Study of the Prepositions in English. Cambridge Univ. Press, Cambridge.
    oder [Aurnague & Vieu 1993a]Aurnague, Michel & Vieu, Laure (1993): A Three-Level Approach to the Semantics of Space. In: Zelinsky-Wibbelt, C. (Hg.), The Semantics of Prepositions – From Mental Processing to Natural Language Processing. Mouton de Gruyter, Berlin.
    be­grün­det wer­den, und die Kopp­lung die­ser Über­le­gun­gen mit be­griffs­ge­ne­ti­schen Ar­gu­men­ta­ti­o­nen in [Schirra 1994a]Schirra, Jörg R.J. (1994): Bildbeschreibung als Verbindung von visuellem und sprachlichem Raum. DISKI, St. Augustin.
    : vor al­lem Kap. 5.
  9. ↑ Vgl. auch Wi­ki­pe­dia: Eu­kli­di­sche Geo­me­trie.
  10. ↑ Vgl. Wi­ki­pe­dia: Syn­the­ti­sche Geo­me­trie. Vor allem das “fünfte Axiom”, wie es meist genannt wird, das sich mit dem Begriff der Paral­leli­tät befasst, erwies sich als sehr fruchtbar, obwohl die klassi­schen Nicht-Eukli­dischen Kalkü­le, die daraus entstan­den, in der Regel für Bild­syntax wenig rele­vant sind; vgl. Wi­ki­pe­dia: Pa­ral­le­len­axi­om.
  11. ↑ Vgl. auch Wi­ki­pe­dia: Ana­ly­ti­sche Geo­met­rie.
  12. ↑ Me­reo­geo­me­tri­sche Re­gi­o­nen kön­nen als für den me­reo­geo­met­ri­schen Kal­kül un­teil­bar (‘in-di­vi­du­um’) gel­ten, ob­wohl sie in Teil-Gan­zes-Be­zie­hun­gen ein­ge­hen und da­her an­de­re Re­gi­o­nen als Tei­le ha­ben kön­nen, weil ih­re Ei­gen­schaf­ten nicht auf die Kom­po­si­ti­on aus zu­grun­de lie­gen­den Ele­men­ten zu­rück­ge­führt wird.
  13. ↑ Aus­nah­men be­le­gen hier die Re­gel: In ei­ni­gen Va­ri­an­ten wer­den et­wa nur kreis­för­mi­ge Re­gi­o­nen be­trach­tet ([Tarski 1929a]Tarski, Alfred (1929): Les fondement de la géometrie des corps. Société polonaise de mathématique, Cracovie.
    Notiz: Erweiterte Fassung in Tarksi: <em>Logique, Sémantique, Métamathématique</em>. A. Colin, Paris 1972, Vol. 1, 27-34
    ).
  14. ↑ Ein aus­führ­li­che­res Bei­spiel ei­nes me­reo­geo­me­tri­schen Kal­küls fin­det sich in Ex­kurs: Me­reo­geo­met­rien.
  15. ↑ Na­tür­lich um­fasst die Bild­mor­pho­lo­gie we­sent­lich mehr als die­se Frage; vgl. ins­be­son­de­re [Goodman 1968a]Goodman, Nelson (1968): Languages of Art. Hackett, Indianapolis.
    Notiz: 2. rev. Aufl. 1976
    Nicht angezeigt: dt.: Sprachen der Kunst. Frankfurt/M.: Suhrkamp, 1998
    .
  16. ↑ Der me­reo­geo­met­ri­sche Punkt ist in der Re­gel nicht iden­tisch mit der mi­ni­ma­len Re­gi­on selbst, son­dern wird als Klas­se über al­le In­di­vi­du­en/Re­gi­o­nen de­fi­niert, an de­nen er Teil hat.
  17. ↑ Na­tür­lich wird die­ses Ma­xi­mal­pi­xem trotz­dem im­mer auch als Teil sei­ner je­wei­li­gen räum­li­chen Um­ge­bung – sei­nes Kon­texts – wahr­ge­nom­men.
  18. ↑ Vgl. Wi­ki­pe­dia: Qua­ter­ni­o­nen.
Literatur
[Asher & Vieu 1995a]Asher, Nicholas & Vieu, Laure (1995): Toward a Geometry of Common Sense: A Semantics and a Complete Axiomatization of Mereotopology. In: IJCAI-95. Morgan Kaufmann.[Aurnague & Vieu 1993a]Aurnague, Michel & Vieu, Laure (1993): A Three-Level Approach to the Semantics of Space. In: Zelinsky-Wibbelt, C. (Hg.), The Semantics of Prepositions – From Mental Processing to Natural Language Processing. Mouton de Gruyter, Berlin.[Borgo & Masolo 2010a]Borgo, Stefano & Masolo, Claudio (2010): Full Mereogeometries. The Review of Symvbolic Logic, 3, 4.[Descartes 1637a]Descartes, René (1637): La géométrie. Jan Maire, Leiden.[Goodman 1968a]Goodman, Nelson (1968): Languages of Art. Hackett, Indianapolis.[Herskovits 1986a]Herskovits, Annette (1986): Language and Cognition – An Interdisciplinary Study of the Prepositions in English. Cambridge Univ. Press, Cambridge.[Hilbert 1899a]Hilbert, David (1899): Grundlagen der Geometrie. Teubner, Leipzig.[Kant 1968a]Kant, Immanuel (1968): Kritik der reinen Vernunft. de Gruyter, Berlin.[Saint-Martin 1987a]Saint-Martin, Fernande (1987): Sémiologie du langage visuel. Presses de l’Université du Quebec, Montréal.[Schirra 1994a]Schirra, Jörg R.J. (1994): Bildbeschreibung als Verbindung von visuellem und sprachlichem Raum. DISKI, St. Augustin.[Tarski 1929a]Tarski, Alfred (1929): Les fondement de la géometrie des corps. Société polonaise de mathématique, Cracovie.

Ausgabe 1: 2013

Lektorat:

Zitierhinweis:

Schirra, Jörg R.J. & Borgo, Stefano (2013). Raum und Geometrie. (Ausg. 1). In: Schirra, J.R.J.; Halawa, M. & Liebsch, D. (Hg.), Glossar der Bildphilosophie. (2012-2026). [bildglossar.org/index.php?title=Raum_und_Geometrie].