Bildrezeption als Kommunikationsprozess: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Glossar der Bildphilosophie
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==Ist Bildrezeption ein Fall von Zeichen&shy;ge&shy;brauch?==


==Ist Bildrezeption ein Fall von Zeichengebrauch?==
Werden Bilder als Zeichen verwendet, folgt daraus, dass Gegen&shy;stände nur dann als Bilder be&shy;griffen werden können, wenn sie als Kompo&shy;nenten mit bestimm&shy;ter Funktion in einer [[Interaktion und Kommunikation|kommu&shy;nika&shy;tiven Inter&shy;aktion]] zwischen mindestens zwei Indi&shy;viduen betrachtet werden. Diese bipo&shy;lare Auf&shy;fassung von der Rezep&shy;tions&shy;situa&shy;tion scheint in einem direk&shy;ten Gegen&shy;satz zu stehen zu der in der Kunst&shy;geschich&shy;te zum Standard gewor&shy;denen Auf&shy;fassung von der Rezep&shy;tions&shy;situa&shy;tion als einer mono&shy;polaren – d.h. von einem isolierten Indi&shy;viduum alleine voll&shy;zogenen – Handlung vor dem Bild&shy;träger. Anders gewendet lautet die Frage: Wie lässt sich die [[Bildsemiotik|Zeichen&shy;theorie des Bildes]] mit der anscheinend mono&shy;polaren Rezep&shy;tions&shy;situa&shy;tion be&shy;griff&shy;lich ver&shy;ein&shy;baren?


Werden Bilder als Zeichen verwendet, folgt daraus, dass Gegenstände nur dann als Bilder begriffen werden können, wenn sie als Komponenten mit bestimmter Funktion in einer [[Interaktion und Kommunikation|kommunikativen Interaktion]] zwischen mindestens zwei Individuen betrachtet werden. Diese bipolare Auffassung von der Rezeptionssituation scheint in einem direkten Gegensatz zu stehen zu der in der Kunstgeschichte zum Standard gewordenen Auffassung von der Rezeptionssituation als einer monopolaren – d.h. von einem isolierten Individuum alleine vollzogenen – Handlung vor dem Bildträger. Anders gewendet lautet die Frage: Wie lässt sich die Zeichentheorie des Bildes mit der anscheinend monopolaren Rezeptionssituation begrifflich vereinbaren?


==Die “klassische” monopolare Rezeptionssituation, das “aktive” Bild und die Aura==
==Die “klassische” monopolare Rezep&shy;tions&shy;situa&shy;tion, das “aktive” Bild und die Aura==


Thematisieren kunsthistorische Betrachtungen die Rezeptionssituationen der betrachteten Bildwerke, so wird zumindest in deren traditioneller ausgerichteten oder vulgarisierten Ansätzen trotz aller Varianzen der Rezeptionssituationen ein Element nicht aufgegeben, soll es sich denn um eine korrekte Hinwendung zum Werk handeln: Der naive Betrachter, der professionelle Kunstkritiker, der erfahrene Kunsthistoriker, sie alle stehen jeweils alleine in Versenkung vor dem Werk. Es ist das Bild, das sich an den einsam vor ihm stehenden Betrachter zu wenden scheint und ihm darin – plötzlich oder nach und nach, immer aber spontan – sein (des Bildes) Wesen enthüllt. Der ideeierenden Wesensschau der Phänomenologie gleich eröffne nur eine intensive im Wesentlichen aber passiv-geduldige Haltung des Rezipienten den Zugang zur wahren Natur des Werks.<ref>Es wundert daher nicht, dass der Phänomenologe Hans Jonas in Bildern den anthropologischen Ursprung zur Epagoge (Wesensschau) sah <bib id='Jonas 1961a'></bib>.</ref>
Thematisieren kunsthistorische Betrachtungen die Rezep&shy;tions&shy;situa&shy;tionen der betrach&shy;teten Bild&shy;werke, so wird zumindest in deren tradi&shy;tio&shy;neller ausge&shy;richteten oder vulga&shy;risier&shy;ten Ansätzen trotz aller Varianzen der Rezep&shy;tions&shy;situa&shy;tionen ein Element nicht aufge&shy;geben, soll es sich denn um eine korrekte Hin&shy;wendung zum Werk handeln: Der naive Betrach&shy;ter, der profes&shy;sionelle Kunst&shy;kritiker, der erfah&shy;rene Kunst&shy;histo&shy;riker, sie alle stehen jeweils alleine in Ver&shy;senkung vor dem Werk. Es ist das Bild, das sich an den ein&shy;sam vor ihm stehen&shy;den Betrach&shy;ter zu wenden scheint und ihm darin – plötz&shy;lich oder nach und nach, immer aber spontan – sein (des Bildes) Wesen ent&shy;hüllt. Der idee&shy;ierenden Wesens&shy;schau der Phäno&shy;meno&shy;logie gleich eröffne nur eine inten&shy;sive im Wesent&shy;lichen aber passiv-gedul&shy;dige Haltung des Rezi&shy;pienten den Zugang zur wahren Natur des Werks.<ref>Es wundert daher nicht, dass der Phäno&shy;meno&shy;loge Hans Jonas in Bildern den anthro&shy;polo&shy;gischen Ursprung zur Epa&shy;goge (Wesens&shy;schau) sah <bib id='Jonas 1961a'></bib>.</ref>
 
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Für Marshall McLuhan stellt diese monopolare Rezeptionssituation allerdings lediglich eine historisch bedingte Sicht dar, die aus medientheoretischer Perspektive als typische Auswirkung der sozialen Reaktionen auf das “neue” Medium Buchdruck (“Gutenberg-Galaxis”) zu verstehen sei (vgl. <bib id='McLuhan 1962a'></bib>). In ihr spiegele sich die Dominanz der “linearen” monoperspektivischen Darstellungen, die seit der Renaissance paradigmatisch für bildliche Darstellungen geworden waren und erst mit dem Übergang zum 20. Jahrhundert wieder Raum für alternative Darstellungsweisen machten.  
Für Marshall McLuhan stellt diese mono&shy;polare Rezep&shy;tions&shy;situa&shy;tion aller&shy;dings ledig&shy;lich eine histo&shy;risch bedingte Sicht dar, die aus medien&shy;theore&shy;tischer Perspek&shy;tive als typische Aus&shy;wirkung der sozialen Reak&shy;tionen auf das “neue” Medium Buch&shy;druck (“Guten&shy;berg-Gala&shy;xis”) zu ver&shy;stehen sei (vgl. <bib id='McLuhan 1962a'></bib>). In ihr spiegele sich die Dominanz der “line&shy;aren” mono&shy;perspek&shy;tivi&shy;schen Dar&shy;stellungen, die seit der Renais&shy;sance para&shy;digma&shy;tisch für bild&shy;liche Dar&shy;stellungen geworden waren und erst mit dem Über&shy;gang zum 20. Jahr&shy;hundert wieder Raum für alter&shy;native Dar&shy;stellungs&shy;weisen machten.
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Bereits Walter Benjamin hatte mit seinem Konzept der Aura eine Des&shy;krip&shy;tion des bürger&shy;lichen Kunst&shy;begriffs vorge&shy;schlagen, die die mono&shy;polar konzi&shy;pierte Rezep&shy;tions&shy;situa&shy;tion als über&shy;holtes ge&shy;schicht&shy;liches Konstrukt, wenn nicht gar als ideo&shy;logisch be&shy;lastet, ab&shy;lehnt (<bib id='Benjamin 1939a'></bib>): Hinter der Zu&shy;schrei&shy;bung einer Aura als einer Eigen&shy;schaft des Betrach&shy;teten und nicht als einer Haltung des Rezi&shy;pienten gegen&shy;über seinem Gegen&shy;stand versteckt sich nicht nur ein Residuum magi&shy;scher Bild&shy;auf&shy;fassun&shy;gen, das einer&shy;seits noch auf den sakral-ritu&shy;ellen Ur&shy;sprung der Bild&shy;kompe&shy;tenz ver&shy;weisen mag, ande&shy;rer&shy;seits als poten&shy;zielles Herr&shy;schafts&shy;wissen tenden&shy;ziell herme&shy;tische Züge trägt; viel&shy;mehr werde damit sogar das Poten&shy;zial der Bild&shy;rezi&shy;pienten, sich mit&shy;hilfe dieser Kommu&shy;nika&shy;tions&shy;form über beste&shy;hende und mög&shy;liche Bedin&shy;gungen ihres Zusam&shy;menle&shy;bens zu ver&shy;stän&shy;digen, ver&shy;schüttet.  
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Bereits Walter Benjamin hatte mit seinem Konzept der Aura eine Deskription des bürgerlichen Kunstbegriffs vorgeschlagen, die die monopolar konzipierte Rezeptionssituation als überholtes geschichtliches Konstrukt, wenn nicht gar als ideologisch belastet, ablehnt (<bib id='Benjamin 1939a'></bib>): Hinter der Zuschreibung einer Aura als einer Eigenschaft des Betrachteten und nicht als einer Haltung des Rezipienten gegenüber seinem Gegenstand versteckt sich nicht nur ein Residuum magischer Bildauffassungen, das einerseits noch auf den sakral-rituellen Ursprung der Bildkompetenz verweisen mag, andererseits als potenzielles Herrschaftswissen tendenziell hermetische Züge trägt; vielmehr werde damit sogar das Potenzial der Bildrezipienten, sich mithilfe dieser Kommunikationsform über bestehende und mögliche Bedingungen ihres Zusammenlebens zu verständigen, verschüttet.  
In letzter Konsequenz führt die Konzeption der mono&shy;polaren Rezep&shy;tions&shy;situa&shy;tion zur Auf&shy;fassung, dass Bilder – genauer sollte es wohl heißen: Bild&shy;träger – selbst aktive Hand&shy;lungs&shy;träger seien, die das, was mit ihnen dar&shy;gestellt wird, erst für den Betrach&shy;ter (und unab&shy;hängig von ihm) erzeug&shy;ten (⊳ [[Bildakt-Theorie]]). Aller&shy;dings wird in dieser Pro&shy;jek&shy;tion einer Hand&shy;lungs&shy;träger&shy;schaft auf den dazu an sich un&shy;geeig&shy;neten Bild&shy;träger der Konf&shy;likt mit dem grund&shy;sätzlich bi&shy;polaren zeichen&shy;theore&shy;tischen Bild&shy;ansatz gemil&shy;dert, werden nun doch tat&shy;säch&shy;lich zwei Hand&shy;lungs&shy;träger berück&shy;sichtigt, nur dass die Zu&shy;schrei&shy;bung dieses Attri&shy;buts zumin&shy;dest für den Bild&shy;träger – milde gesagt – unge&shy;wöhn&shy;lich ist.


In letzter Konsequenz führt die Konzeption der monopolaren Rezeptionssituation zur Auffassung, dass Bilder – genauer sollte es wohl heißen: Bildträger – selbst aktive Handlungsträger seien, die das, was mit ihnen dargestellt wird, erst für den Betrachter (und unabhängig von ihm) erzeugten (⊳ [[Bildakt-Theorie]]). Allerdings wird in dieser Projektion einer Handlungsträgerschaft auf den dazu an sich ungeeigneten Bildträger der Konflikt mit dem grundsätzlich bipolaren zeichentheoretischen Bildansatz gemildert, werden nun doch tatsächlich zwei Handlungsträger berücksichtigt, nur dass die Zuschreibung dieses Attributs zumindest für den Bildträger – milde gesagt – ungewöhnlich ist.


==Die klassische bipolare Rezeptionssituation des Kommunizierens==
==Die klassische bipolare Rezep&shy;tions&shy;situa&shy;tion des Kom&shy;muni&shy;zierens==


Da Zeichenverwendungen sinnvoller weise aus [[Interaktion und Kommunikation|Kommunikationshandlungen]] abgeleitet werden, sind sie jeweils auf zwei zu entsprechend komplexen Handlungen fähigen Aktivitätsträgern aufgeteilt: In Kommunikationstheorien werden sie meist ‘Sender’ und ‘Empfänger’ genannt. Den damit gegebenen dreifachen Bezug eines als Zeichen verwendeten Trägerobjekts zu “Sender”, “Empfänger” und “Referent” hat Karl Bühler exemplarisch für Sprache in seinem Organon-Modell mit den Relationen “Ausdruck”, “Appell” und “Darstellung” entfaltet (<bib id='Bühler 1934a'></bib>): Im Zeichengebrauch ist der Zeichenträger das Mittel, eine Verständigung hinsichtlich etwas Repräsentiertem zwischen den beiden beteiligten zeichenhandelnden Subjekten zu erreichen.<ref>Vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Organon-Modell Wikipedia: Organon-Modell].</ref>
Da Zeichenverwendungen sinnvoller Weise aus [[Interaktion und Kommunikation|Kommu&shy;nika&shy;tions&shy;hand&shy;lungen]] abge&shy;leitet werden, sind sie je&shy;weils auf zwei zu ent&shy;sprechend komp&shy;lexen Hand&shy;lungen fähigen Akti&shy;vitäts&shy;trägern aufge&shy;teilt: In Kommu&shy;nika&shy;tions&shy;theorien werden sie meist ‘Sen&shy;der’ und ‘Emp&shy;fänger’ genannt. Den damit gege&shy;benen drei&shy;fachen Bezug eines als Zeichen verwen&shy;deten Träger&shy;objekts zu ‘Sen&shy;der’, ‘Emp&shy;fänger’ und ‘Re&shy;ferent’ hat Karl Bühler exem&shy;plarisch für Sprache in seinem Orga&shy;non-Modell mit den Rela&shy;tionen ‘Aus&shy;druck’, ‘Appell’ und ‘Dar&shy;stellung’ entfaltet (<bib id='Bühler 1934a'></bib>): Im Zeichen&shy;gebrauch ist der Zeichen&shy;träger das Mittel, eine Ver&shy;stän&shy;digung hin&shy;sicht&shy;lich etwas Re&shy;präsen&shy;tiertem zwischen den beiden betei&shy;ligten zeichen&shy;handelnden Sub&shy;jekten zu er&shy;reichen.<ref>Vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Organon-Modell Wikipedia: Organon-Modell].</ref>
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Die beiden Handlungs“pole” der Zeichen&shy;hand&shy;lungen be&shy;zeichnen dabei ganz all&shy;gemein ''Rollen'' des zuge&shy;hörigen Inter&shy;aktions&shy;sche&shy;mas.<ref>Hierzu auch ⊳ [[Exkurs:Handlungen|Ex&shy;kurs: Hand&shy;lungen]].</ref> Diese können tat&shy;säch&shy;lich nicht nur von unter&shy;schied&shy;lichen, sondern durch&shy;aus auch vom selben Hand&shy;lungs&shy;träger belegt werden. Das ist etwa bei Selbst&shy;gesprä&shy;chen der Fall: Eine Person stellt dann sich selbst gegen&shy;über bestimm&shy;te ihr wich&shy;tige Sach&shy;ver&shy;halte dar. Auf diese Weise fokus&shy;siert sie ihre Gedan&shy;ken zu jenem Thema. Dem&shy;nach könnte auch das ein&shy;same Betrach&shy;ten eines Bildes in schein&shy;bar mono&shy;polarer Situa&shy;tion tat&shy;sächlich als eine Art pik&shy;turalen Selbst&shy;“gesprächs” und damit als grund&shy;sätz&shy;lich bi&shy;polar verstan&shy;den werden: Jemand zeigt sich selbst mit&shy;hilfe des Bild&shy;trägers, was immer ihm damit zu zeigen wichtig scheint, und fokus&shy;siert so seine Ge&shy;danken auf diese Aspekte. Eine solche Inter&shy;preta&shy;tion ist sicher&shy;lich vor allem für die soge&shy;nannten [["natürliche" Bilder|“natür&shy;lichen” Bilder]] sinn&shy;voll. Doch wird damit bei anderen (“normalen”) Bildern der Bezug zu deren Produk&shy;tions&shy;situa&shy;tion weit&shy;gehend ausge&shy;hebelt. Kann man auf diese Weise über&shy;haupt “von einem Bild über&shy;rascht werden”?
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Das wesentliche Problem liegt hier darin, dass bei Bildern – als [[Typologien der Medien|se&shy;kun&shy;däre Medien]] – in der Regel Pro&shy;duk&shy;tions- und Rezep&shy;tions&shy;situa&shy;tionen zeit&shy;lich aus&shy;ein&shy;ander fallen. Nicht nur, dass Sender und Emp&shy;fänger sich normaler&shy;weise nicht kennen. Es ist ihnen der tempo&shy;ralen Distanz wegen da&shy;rüber hinaus meist auch unmög&shy;lich, über&shy;haupt je mit&shy;ein&shy;ander bekannt zu werden. Daher sind Modi&shy;fika&shy;tionen des Kommu&shy;nika&shy;tions&shy;begriffs nötig, der am Kommu&shy;nizieren in primären Medien mit den dort (wie auch in Tertiär&shy;medien) gege&shy;benen Mög&shy;lich&shy;keiten kommun&shy;ikativen Feed&shy;backs ausge&shy;richtet war. Das bi&shy;polare Kommu&shy;nika&shy;tions&shy;modell muss für sekun&shy;däre Medien schon des&shy;halb erwei&shy;tert werden, weil dieser Medien&shy;typus nur für die beson&shy;ders komplexe Klasse der be&shy;wussten Kommu&shy;nika&shy;tion – also der [[Zeichen, Zeichenträger, Zeichensystem|Zeichen&shy;handlungen]] – verfüg&shy;bar ist.<ref>Daraus folgt dann übri&shy;gens eben&shy;falls un&shy;mittel&shy;bar, dass auch für sprach&shy;liche Zeichen&shy;hand&shy;lungen das bi&shy;polare Kommun&shy;ika&shy;tions&shy;modell nicht kom&shy;plex genug ist.</ref>


Die beiden Handlungs“pole” der Zeichenhandlungen bezeichnen dabei ganz allgemein ''Rollen'' des zugehörigen Interaktionsschemas.<ref>Hierzu auch ⊳ [[Exkurs:Schema und Aktualisierung]].</ref> Diese können tatsächlich nicht nur von unterschiedlichen, sondern durchaus auch vom selben Handlungsträger belegt werden. Das ist etwa bei Selbstgesprächen der Fall: Eine Person stellt dann sich selbst gegenüber bestimmte ihr wichtige Sachverhalte dar. Auf diese Weise fokussiert sie ihre Gedanken zu jenem Thema. Demnach könnte auch das einsame Betrachten eines Bildes in scheinbar monopolarer Situation tatsächlich als eine Art pikturalen Selbst“gesprächs” und damit als grundsätzlich bipolar verstanden werden: Jemand zeigt sich selbst mithilfe des Bildträgers, was immer ihm damit zu zeigen wichtig scheint, und fokussiert so seine Gedanken auf diese Aspekte. Eine solche Interpretation ist sicherlich vor allem für die sogenannten [["natürliche" Bilder|“natürlichen” Bilder]] sinnvoll. Doch wird damit bei anderen (“normalen”) Bildern der Bezug zu deren Produktionssituation weitgehend ausgehebelt. Kann man auf diese Weise überhaupt “von einem Bild überrascht werden”?


Das wesentliche Problem liegt hier darin, dass bei Bildern – als [[Typologien der Medien|sekundäre Medien]] – in der Regel Produktions- und Rezeptionssituationen zeitlich auseinander fallen. Nicht nur, dass Sender und Empfänger sich normalerweise nicht kennen. Es ist ihnen der temporalen Distanz wegen darüber hinaus meist auch unmöglich, überhaupt je miteinander bekannt zu werden. Daher sind Modifikationen des Kommunikationsbegriffs nötig, der am Kommunizieren in primären Medien mit den dort (wie auch in Tertiärmedien) gegebenen Möglichkeiten kommunikativen Feedbacks ausgerichtet nötig war. Das bipolare Kommunikationsmodell muss für sekundäre Medien schon deshalb erweitert werden, weil dieser Medientypus nur für die besonders komplexe Klasse der bewussten Kommunikation – also der [[Interaktion und Kommunikation|Zeichenhandlungen]] – verfügbar ist.<ref>Daraus folgt dann übrigens ebenfalls unmittelbar, dass auch für sprachliche Zeichenhandlungen das bipolare Kommunikationsmodell nicht komplex genug ist.</ref>
==Die quadrupolare Rezeptions&shy;situa&shy;tion se&shy;kun&shy;därer Me&shy;dien==


==Die quadrupolare Rezeptionssituation sekundärer Medien==
Der Übergang von einfachen kommu&shy;nika&shy;tiven Inter&shy;akti&shy;onen, wie etwa Aus&shy;drucks&shy;bewe&shy;gungen und Signal&shy;verhal&shy;ten, zu Zeichen&shy;hand&shy;lungen wird in der Fach&shy;lite&shy;ratur ins&shy;beson&shy;dere da&shy;durch charak&shy;teri&shy;siert, dass das Vor&shy;führen von Ver&shy;haltens&shy;weisen, wie es für den Voll&shy;zug kommun&shy;ika&shy;tiver Hand&shy;lungen wesent&shy;lich ist, ver&shy;inner&shy;licht – inter&shy;nali&shy;siert – wird (vgl. <bib id='Mead 1968a'></bib>). Doch ver&shy;lassen wir uns hier nicht einfach auf die be&shy;queme räum&shy;liche Meta&shy;pher eines (men&shy;talen) Innen&shy;raumes, in dem die kommu&shy;nika&shy;tiven Selbst&shy;dar&shy;stellun&shy;gen nun statt&shy;finden sollen: Präzi&shy;ser gesagt geht es nämlich darum, dass sie „sich hier aus den kommu&shy;nika&shy;tiven Zusammen&shy;hängen, in die sie [...] nor&shy;maler&shy;weise einge&shy;bettet sind, heraus&shy;lösen, und zur Fähig&shy;keit einer allein für sich zu voll&shy;ziehen&shy;den leib&shy;lichen Selbst&shy;ver&shy;gegen&shy;wärti&shy;gung ent&shy;wickeln“ können (<bib id='Ros 2005a'></bib>: S. 591).
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Während ein in kommunikativer Absicht vorge&shy;führtes Verhal&shy;ten unter ande&shy;rem so modi&shy;fiziert wird, dass seine körper&shy;lichen Aspekte beson&shy;ders deut&shy;lich und für den Emp&shy;fänger beson&shy;ders gut erkenn&shy;bar arti&shy;kuliert werden, führt die nun be&shy;trach&shy;tete Re&shy;flexi&shy;vierung des Zeigens eines Verhal&shy;tens zu einer Re&shy;duktion seiner von außen klar erkenn&shy;baren Aspekte: Statt deut&shy;lich sicht&shy;barer körper&shy;licher Ver&shy;ände&shy;rungen (etwa das bei Wölfen als Geste aus dem Anfangs&shy;element einer Beiß&shy;attacke ent&shy;wickelte hervor&shy;geho&shy;bene Fletschen der Zähne<ref>Als echtes An&shy;fangs&shy;teil einer wirklichen Beiß&shy;attacke (‹Lippen zurück&shy;ziehen, um sich nicht selbst zu ver&shy;letzen›) müsste diese Akti&shy;vität besser mög&shy;lichst ver&shy;steckt aus&shy;ge&shy;führt werden, soll der Gegner den An&shy;griff nicht früh&shy;zei&shy;tig er&shy;kennen und Gegen&shy;maß&shy;nahmen er&shy;grei&shy;fen können.</ref>) genügt nun eine sehr schwache Akti&shy;vierung der ent&shy;sprechen&shy;den Nerven&shy;bahnen, eine kaum merk&shy;liche Ände&shy;rung des zuge&shy;hörigen Muskel&shy;tonus.<ref>Diese schwachen körper&shy;lichen Aktiv&shy;itäten führen zwar kaum zu einer von Außen noch unter&shy;scheid&shy;baren Ver&shy;ände&shy;rung. Doch bleibt ihre Wirk&shy;sam&shy;keit auf den Hand&shy;lungs&shy;träger selbst über das proprio&shy;zeptorisch ver&shy;mittelte Körper&shy;bewusst&shy;sein bestehen. Letz&shy;teres stellt ein wich&shy;tiges Element der Steue&shy;rung jedes körper&shy;lichen Verhal&shy;tens dar, das kom&shy;plexer als ein&shy;fache Reiz-Re&shy;aktions­-Schema&shy;ta ist.</ref> Insbe&shy;sondere können nun die Akti&shy;vitäten des Vor&shy;führens des einen Kommu&shy;nika&shy;tions&shy;part&shy;ners und die zu&shy;gehö&shy;rigen Re&shy;aktio&shy;nen des anderen Kommu&shy;nika&shy;tions&shy;part&shy;ners auf&shy;einan&shy;der be&shy;zogen werden. Die Rolle des Gegen&shy;übers kann näm&shy;lich mit der Inter&shy;nali&shy;sierung ''vom Kommu&shy;nizie&shy;renden selbst'' mit seiner eigenen Rolle in einen syste&shy;mati&shy;schen Zu&shy;sammen&shy;hang ge&shy;bracht werden.
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[[Datei:quadrupol.jpg|thumb|Abbildung 1: Quadru&shy;polares Kommu&shy;nika&shy;tions&shy;mo&shy;dell]]
Damit sind In&shy;di&shy;vi&shy;duen, die in Zei&shy;chen&shy;hand&shy;lun&shy;gen ein&shy;tre&shy;ten kön&shy;nen, stets als ''dy&shy;adisch'' zu ver&shy;ste&shy;hen: Je&shy;der Be&shy;griff ei&shy;nes Hand&shy;lungs&shy;trä&shy;gers, der nur kon&shy;se&shy;ku&shy;tiv als Sen&shy;der oder Emp&shy;fän&shy;ger agiert, und nicht si&shy;mul&shy;tan, kann nicht un&shy;ter die&shy;sen Be&shy;griff von be&shy;wuss&shy;ter Kom&shy;mu&shy;nika&shy;tion fal&shy;len. Die bei&shy;den Pole des bi&shy;po&shy;la&shy;ren Kom&shy;mu&shy;ni&shy;ka&shy;tions&shy;mo&shy;dells müs&shy;sen nun selbst als je&shy;weils zwei&shy;ge&shy;teilt ver&shy;stan&shy;den wer&shy;den, da je&shy;der da&shy;von die bei&shy;den Rol&shy;len von Sen&shy;der und Emp&shy;fän&shy;ger in&shy;ter&shy;na&shy;li&shy;siert aus&shy;füllt (vgl. Abb. 1). Kommun&shy;ika&shy;tiv wirk&shy;sam können nun jeweils drei Inter&shy;aktionen werden: (i) Die inter&shy;nali&shy;sierte Inter&shy;aktion zwischen dem Selbst&shy;modell des “akti&shy;ven” Zeichen&shy;handeln&shy;den (Produ&shy;zent) und seiner Vor&shy;stellung vom “passi&shy;ven” Kommu&shy;nika&shy;tions&shy;partner (Rezi&shy;pient), (ii) die inter&shy;nali&shy;sierte Inter&shy;aktion zwischen der Vor&shy;stellung eines Rezi&shy;pien&shy;ten vom Sender und dem eigenen Selbst&shy;modell, (iii) die (externe) Inter&shy;aktion zwischen dem Selbst&shy;modell des Produ&shy;zenten und dem Selbst&shy;modell des Rezi&shy;pienten. Weiter&shy;hin kann die Ko&shy;ordi&shy;nation zwischen den kommu&shy;nika&shy;tiven Teil&shy;hand&shy;lungen (i) und (iii) über das ex&shy;terne Feed&shy;back des Rezi&shy;pienten – seine Re&shy;aktionen inklu&shy;sive Rück&shy;fragen – (ge&shy;strichel&shy;te Linie im Bild) er&shy;reicht werden, die zwischen Teil&shy;kommu&shy;nika&shy;tionen (ii) und (iii) über weitere Zeichen&shy;hand&shy;lungen des Produ&shy;zenten an diesen Rezi&shy;pienten.<ref>Die ge&shy;strichel&shy;ten Pfeile inner&shy;halb der Ellip&shy;sen der Zeichen&shy;handeln&shy;den in Abb. 1 können als Anti&shy;zipa&shy;tionen des je&shy;weiligen Ant&shy;wort&shy;verhal&shy;tens begriffen werden: Be&shy;urtei&shy;lungen des Er&shy;folgs oder Miss&shy;erfolgs der Zeichen&shy;hand&shy;lung durch die Zeichen&shy;handeln&shy;den sind weit&shy;gehend auf diesen vor&shy;gestell&shy;ten mög&shy;lichen Re&shy;akti&shy;onen des jewei&shy;ligen Gegen&shy;übers ge&shy;gründet (vgl. auch <bib id='Schirra 1994a'></bib>). Man be&shy;achte, dass nur das quadru&shy;polare Kommu&shy;nika&shy;tions&shy;modell wegen dieser Feed&shy;back-Anti&shy;zipa&shy;tion die Mög&shy;lich&shy;keit für durch die Kommun&shy;izie&shy;renden selbst re&shy;konstruier&shy;bare Miss&shy;ver&shy;ständ&shy;nisse bietet.</ref>
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[[Datei:quadrupol2.jpg|thumb|Abbildung 2: Quadru&shy;polares Kommu&shy;nika&shy;tions&shy;mo&shy;dell bei Se&shy;kun&shy;där&shy;me&shy;dien]]
Bei Kommunikation über se&shy;kun&shy;dä&shy;re Me&shy;dien wer&shy;den we&shy;gen der zeit&shy;li&shy;chen Se&shy;pa&shy;rie&shy;rung der Pro&shy;duk&shy;tions- und Re&shy;zep&shy;tions&shy;si&shy;tua&shy;tio&shy;nen die kom&shy;mu&shy;ni&shy;ka&shy;ti&shy;ven Teil&shy;hand&shy;lun&shy;gen (i) und (ii) von&shy;ein&shy;an&shy;der ab&shy;ge&shy;kop&shy;pelt, wäh&shy;rend (iii) in zwei Tei&shy;le zer&shy;fällt, die über den per&shy;sisten&shy;ten Zei&shy;chen&shy;trä&shy;ger nur lose mit&shy;ein&shy;an&shy;der “har&shy;mo&shy;ni&shy;siert” wer&shy;den kön&shy;nen (vgl. Abb. 2).<ref>So ist etwa zu er&shy;klären, dass lite&shy;ratur&shy;wissen&shy;schaft&shy;lich durch&shy;aus unter&shy;schied&shy;liche Inter&shy;preta&shy;tionen (des&shy;selben Zeichen&shy;trägers) neben&shy;einander be&shy;trachtet werden: Was etwa der vor&shy;ge&shy;stell&shy;te histo&shy;rische Autor – ein Konstrukt des heutigen Lite&shy;ratur&shy;wissen&shy;schaft&shy;lers – mit einem Text gemeint haben mag, oder was der Lite&shy;ratur&shy;wissen&shy;schaft&shy;ler selber als Sender einem von ihm vor&shy;gestell&shy;ten Zeit&shy;genos&shy;sen damit sagen mag. Vgl. in diesem Zu&shy;sammen&shy;hang auch [http://de.wikipedia.org/wiki/Rezeptions%C3%A4sthetik Wikipedia: Re&shy;zep&shy;tions&shy;ästhetik].</ref>


Der Übergang von einfachen kommunikativen Interaktionen, wie etwa Ausdrucksbewegungen und Signalverhalten, zu Zeichenhandlungen wird in der Fachliteratur insbesondere dadurch charakterisiert, dass das Vorführen von Verhaltensweisen, wie es für den Vollzug kommunikativer Handlungen wesentlich ist, verinnerlicht – internalisiert – wird (vgl. <bib id='Mead 1968a'></bib>). Doch verlassen wir uns hier nicht einfach auf die bequeme räumliche Metapher eines (mentalen) Innenraumes, in dem die kommunikativen Selbstdarstellungen nun stattfinden sollen: Präziser gesagt geht es nämlich darum, dass sie “sich hier aus den kommunikativen Zusammenhängen, in die sie [...] normalerweise eingebettet sind, herauslösen, und zur Fähigkeit einer allein für sich zu vollziehenden leiblichen Selbstvergegenwärtigung entwickeln” können (<bib id='Ros 2005a'></bib>: S. 591).


Während ein in kommunikativer Absicht vorgeführtes Verhalten unter anderem so modifiziert wird, dass seine körperlichen Aspekte besonders deutlich und für den Empfänger besonders gut erkennbar artikuliert werden, führt die nun betrachtete Reflexivierung des Zeigens eines Verhaltens zu einer Reduktion seiner von außen klar erkennbaren Aspekte: Statt deutlich sichtbarer körperlicher Veränderungen (etwa das bei Wölfen als Geste aus dem Anfangselement einer Beißattacke entwickelte hervorgehobene Fletschen der Zähne<ref>Als echtes Anfangsteil einer Beißattacke (“Lippen zurückziehen, um sich nicht selbst zu verletzen”) müsste diese Aktivität besser möglichst versteckt ausgeführt werden, soll der Gegner den Angriff nicht frühzeitig erkennen und Gegenmaßnahmen ergreifen können.</ref>) genügt nun eine sehr schwache Aktivierung der entsprechenden Nervenbahnen, eine kaum merkliche Änderung des zugehörigen Muskeltonus.<ref>Diese schwachen körperlichen Aktivitäten führen zwar kaum zu einer von Außen noch unterscheidbaren Veränderung. Doch bleibt ihre Wirksamkeit auf den Handlungsträger selbst über das propriozeptorisch vermittelte Körperbewusstsein bestehen. Letzteres stellt ein wichtiges Element der Steuerung jedes körperlichen Verhaltens dar, das komplexer als einfache Reiz-Reaktions­-Schemata ist.</ref> Insbesondere können nun die Aktivitäten des Vorführens des einen Kommunikationspartners und die zugehörigen Reaktionen des anderen Kommunikationspartners aufeinander bezogen werden. Die Rolle des Gegenübers kann nämlich mit der Internalisierung ''vom Kommunizierenden selbst'' mit seiner eigenen Rolle in einen systematischen Zusammenhang gebracht werden.
==Die “monologische” Rezeptions&shy;situa&shy;tion des Bild&shy;gebrauchs==


[[Datei:quadrupol.jpg|thumb|Abbildung 1: Quadrupolares Kommunikationsmodell]]
[[Datei:quadrupol-mono.jpg|thumb|Abbildung 3: Die zwei Vari&shy;an&shy;ten der se&shy;kun&shy;där&shy;me&shy;dia&shy;len Zei&shy;chen&shy;ver&shy;wen&shy;dung bei “mo&shy;no&shy;logischer” Si&shy;tua&shy;tion im quadru&shy;po&shy;la&shy;ren Kom&shy;mu&shy;ni&shy;ka&shy;ti&shy;ons&shy;mo&shy;dell: Ab&shy;ge&shy;kop&shy;pel&shy;te Re&shy;zep&shy;tion mit (a) vor&shy;ge&shy;stell&shy;tem Sen&shy;der oder (b) vor&shy;ge&shy;stell&shy;tem Emp&shy;fän&shy;ger]]
Damit sind Individuen, die in Zeichenhandlungen eintreten können, stets als ''dyadisch'' zu verstehen: Jeder Begriff eines Handlungsträgers, der nur konsekutiv als Sender oder Empfänger agiert, und nicht simultan, kann nicht unter diesen Begriff von bewusster Kommunikation fallen. Die beiden Pole des bipolaren Kommunikationsmodells müssen nun selbst als jeweils zweigeteilt verstanden werden, da jeder davon die beiden Rollen von Sender und Empfänger internalisiert ausfüllt (vgl. Abb. 1). Kommunikativ wirksam können nun jeweils drei Interaktionen werden: (i) Die internalisierte Interaktion zwischen dem Selbstmodell des “aktiven” Zeichenhandelnden (Produzent) und seiner Vorstellung vom “passiven” Kommunikationspartner (Rezipient), (ii) die internalisierte Interaktion zwischen der Vorstellung eines Rezipienten vom Sender und dem eigenen Selbstmodell, (iii) die Interaktion zwischen dem Selbstmodell des Produzenten und dessen Partnermodell des Rezipienten. Weiterhin kann die Koordination zwischen den kommunikativen Teilhandlungen (i) und (iii) über das externe Feedback des Rezipienten – seine Reaktionen inklusive Rückfragen – (gestrichelte Linie im Bild) erreicht werden, die zwischen Teilkommunikationen (ii) und (iii) über weitere Zeichenhandlungen des Produzenten an diesen Rezipienten.<ref>Die gestrichelten Pfeile innerhalb der Ellipsen der Zeichenhandelnden in Abb. 1 können als Antizipationen des jeweiligen Antwortverhaltens begriffen werden: Beurteilungen des Erfolgs oder Misserfolg der Zeichenhandlung durch die Zeichenhandelnden sind weitgehend auf diesen vorgestellten möglichen Reaktionen des jeweiligen Gegenübers gegründet. Man beachte, dass nur das quadrupolare Kommunikationsmodell wegen dieser Feedback-Antizipation die Möglichkeit für durch die Kommunizierenden selbst rekonstruierbare Missverständnisse bietet.</ref>
Für asynchrone Kom&shy;mu&shy;ni&shy;ka&shy;tion, wie sie ge&shy;ra&shy;de bei Bild&shy;ver&shy;wen&shy;dung sehr häu&shy;fig auf&shy;tritt, hat die Mead&shy;sche dop&shy;pelt-bi&shy;po&shy;lare Kon&shy;zep&shy;tion ent&shy;schei&shy;den&shy;de Kon&shy;se&shy;quen&shy;zen. Ins&shy;be&shy;son&shy;de&shy;re führt sie zu ei&shy;ner dem mo&shy;no&shy;po&shy;la&shy;ren An&shy;satz dia&shy;met&shy;ral ent&shy;ge&shy;gen&shy;ge&shy;setz&shy;ten Fas&shy;sung ei&shy;ner Re&shy;zep&shy;tions&shy;äs&shy;the&shy;tik: Wer al&shy;lei&shy;ne ei&shy;nen Bild&shy;trä&shy;ger als Bild be&shy;trach&shy;tet, nimmt si&shy;mul&shy;tan die Rol&shy;le von Sen&shy;der und Emp&shy;fän&shy;ger des Bild&shy;zei&shy;chens ein – er zeigt es sich selbst in der Rol&shy;le ei&shy;nes an&shy;de&shy;ren. Dabei ent&shy;spricht die Ambi&shy;gui&shy;tät der Phrase ‘in der Rolle eines Anderen’ in dem vorigen Satz durch&shy;aus den beiden Mög&shy;lich&shy;keiten: ‘er selbst in der Rolle des (vorge&shy;stellten) Senders (und den von ihm dem Sender zuge&shy;schriebenen Charak&shy;teristika) zeigt sich selbst das Bild’ (Abb. 3 (a)) vs. ‘er zeigt einem anderen, den er sich in der Rolle des Emp&shy;fänger vorstellt, das Bild’ (Abb. 3 (b)). Diese Dopp&shy;lung tritt aber nicht nur auf der Rezep&shy;tions&shy;seite auf: Auch der Produ&shy;zent hat bei der Her&shy;stellung des Bildes ja stets be&shy;stimmte Vor&shy;stellungen vom Emp&shy;fänger, an den er sich richtet.  
 
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[[Datei:quadrupol2.jpg|thumb|Abbildung 2: Quadrupolares Kommunikationsmodell bei Sekundärmedien]]
Ganz entsprechend ist schon 1934 für John Dewey der Begriff der ästhe&shy;tischen Er&shy;fahrung prinzi&shy;piell in einer zwar mög&shy;licher&shy;weise zeit&shy;lich aufge&shy;spalteten, gleich&shy;wohl nur im Zusammen&shy;hang zu denken&shy;den Situa&shy;tion einer Zeichen&shy;hand&shy;lung zwischen Produ&shy;zent und Rezi&shy;pient zu verstehen (vgl. <bib id='Dewey 1934a'></bib>). Nach Matthias Vogel unter&shy;scheidet Dewey dabei prinzi&shy;piell die folgen&shy;den vier Aspekte ganz in Ana&shy;logie zum quadru&shy;polaren Kommu&shy;nika&shy;tions&shy;modell (vgl. <bib id='Vogel 2001a'></bib>: S. 139):
Bei Kommunikation über sekundäre Medien werden wegen der zeitlichen Separierung der Produktions- und Rezeptionssituationen die kommunikativen Teilhandlungen (i) und (ii) voneinander abgekoppelt, während(iii) in zwei Teile zerfällt , die über den persistenten Zeichenträger nur lose miteinander “harmonisiert” werden können (vgl. Abb. 2).<ref>So ist etwa zu erklären, dass literaturwissenschaftlich durchaus unterschiedliche Interpretationen (desselben Zeichenträgers) nebeneinander betrachtet werden: Was etwa der vorgestellte historische Autor – ein Konstrukt des heutigen Literaturwissenschaftlers – mit einem Text gemeint haben mag, oder was der Literaturwissenschaftler selber als Sender einem von ihm vorgestellten Zeitgenossen damit sagen mag. Vgl. in diesem Zusammenhang auch [http://de.wikipedia.org/wiki/Rezeptions%C3%A4sthetik Wikipedia: Rezeptionsästhetik].</ref>
''(1) Die ästhetische Erfahrung des Produz&shy;enten (''P<sub>1</sub>'') umfasst''
 
:''(a) ein aktivisches Moment, inso&shy;fern ''P<sub>1</sub>'' einen Gegen&shy;stand ''K'' ''ge&shy;staltet'';''
==Die “monologische” Rezeptionssituation des Bildgebrauchs==
:''(b) sie umfasst ein passivisches Moment, inso&shy;fern ''P<sub>1</sub>'' Im&shy;pulse von ''K'' auf ''sich wirken lassen'' muss, um ''K'' gemäß den unter&shy;stell&shy;ten Wahr&shy;nehmungs&shy;weisen von ''P<sub>n</sub>'' zu gestal&shy;ten.''
 
[[Datei:quadrupol-mono.jpg|thumb|Abbildung 3: Die zwei Varianten der sekundärmedialen Zeichenverwendung bei "monologischer" Situation im quadrupolaren Kommunikationsmodell: Abgekoppelte Rezeption mit (a) vorgestelltem Sender oder (b) vorgestelltem Empfänger]]
Für asynchrone Kommunikation, wie sie gerade bei Bildverwendung sehr häufig auftritt, hat die Meadsche doppelt-bipolare Konzeption entscheidende Konsequenzen. Insbesondere führt sie zu einer dem monopolaren Ansatz diametral entgegengesetzten Fassung einer Rezeptionsästhetik: Wer alleine einen Bildträger als Bild betrachtet, nimmt simultan die Rolle von Sender und Empfänger des Bildzeichens ein – er zeigt es sich selbst in der Rolle eines anderen. Dabei entspricht die Ambiguität der Phrase ‘in der Rolle eines anderen’ in dem vorigen Satz durchaus den beiden Möglichkeiten: “er selbst in der Rolle des (vorgestellten) Senders (und den von ihm dem Sender zugeschriebenen Charakteristika) zeigt sich selbst das Bild” (Abb. 3 (a)) vs. “er zeigt einem anderen, den er sich in der Rolle des Empfänger vorstellt, das Bild” (Abb. 3 (b)). Diese Dopplung tritt aber nicht nur auf der Rezeptionsseite auf: Auch der Produzent hat bei der Herstellung des Bildes ja stets bestimmte Vorstellungen vom Empfänger, an den er sich richtet.  
 
Ganz entsprechend ist schon 1934 für J. Dewey der Begriff der ästhetischen Erfahrung prinzipiell in einer zwar möglicherweise zeitlich aufgespaltenen, gleichwohl nur im Zusammenhang zu denkenden Situation einer Zeichenhandlung zwischen Produzent und Rezipient zu verstehen (<bib id='Dewey 1934a'></bib>). Nach M. Vogel unterscheidet Dewey dabei prinzipiell die folgenden vier Aspekte ganz in Analogie zum quadrupolaren Kommunikationsmodell (<bib id='Vogel 2001a'></bib>: S. 139):
''(1) Die ästhetische Erfahrung des Produzenten (''P<sub>1</sub>'') umfaßt''
:''(a) ein aktivisches Moment, insofern ''P<sub>1</sub>'' einen Gegenstand ''K'' ''gestaltet'';''
:''(b) sie umfaßt ein passivisches Moment, insofern ''P<sub>1</sub>'' Impulse von ''K'' auf ''sich wirken lassen'' muß, um ''K'' gemäß den unterstellten Wahrnehmungsweisen von ''P<sub>n</sub>'' zu gestalten.''
 
''(2) Die ästhetische Erfahrung des Rezipienten (''P<sub>2</sub>'') umfaßt''
:''(a) ein aktivisches Moment, insofern ''P<sub>2</sub>'' einen Gegenstand ''K'' ''interpretiert'';''
:''(b) sie umfaßt ein passivisches Moment, insofern ''P<sub>2</sub>'' Impulse von ''K'' ''aufnehmen muß'', um ''K'' gemäß der unterstellten Absicht von ''P<sub>1</sub>'' zu interpretieren.''<ref>Neben dem Produzenten ''P<sub>1</sub>'' und dem betrachteten Rezipienten ''P<sub>2</sub>'' sind die potentiellen anderen Rezipienten (oder genauer die vom Produzenten ins Auge gefassten “Normalrezipienten”) in dem Zitat durch ''P<sub>n</sub>'' bezeichnet.</ref>
 
Je nach vorgestellten Kommunikationspartnern ergeben sich so tatsächlich jeweils unterschiedliche Varianten des Kommunikationsprozesses und damit des erreichten Bildverständnisses. Damit öffnen sich der theoretischen Betrachtung Spielräume für Wiederverwendungen und Reinterpretationen von Bildträgern jenseits einer einzigen als historisch korrekt markierten Deutung. Die Rekonstruktion der produktionsseitigen Kommunikationsintentionen im entsprechenden historischen Kontext mit einem angenommenen Selbstmodell des Produzenten und den vermutlich von ihm anvisierten Empfängern bildet eine (wenn auch etwa kunsthistorisch vor allem interessierende) Deutungsmöglichkeit neben vielen weiteren rezeptionsseitig induzierten Interpretationen.
 
Die scheinbar monopolare Verwendungsweise eines Bildes entpuppt sich dabei als pikturales Analogon eines notwendig von Kommunikation abhängigen Monologs.   


''(2) Die ästhetische Erfahrung des Rezi&shy;pienten (''P<sub>2</sub>'') umfasst''
:''(a) ein aktivisches Moment, inso&shy;fern ''P<sub>2</sub>'' einen Gegen&shy;stand ''K'' ''inter&shy;pretiert'';''
:''(b) sie umfasst ein passivisches Moment, inso&shy;fern ''P<sub>2</sub>'' Im&shy;pulse von ''K'' ''auf&shy;nehmen muss'', um ''K'' gemäß der unter&shy;stellten Absicht von ''P<sub>1</sub>'' zu inter&shy;pretieren.''<ref>Neben dem Produzenten ''P<sub>1</sub>'' und dem betrach&shy;teten Rezi&shy;pienten ''P<sub>2</sub>'' sind die poten&shy;ziellen anderen Rezi&shy;pienten (oder genauer die vom Produ&shy;zenten ins Auge gefass&shy;ten “Normal&shy;rezi&shy;pienten”) in dem Zitat durch ''P<sub>n</sub>'' be&shy;zeichnet.</ref>
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Je nach vorgestellten Kommu&shy;nika&shy;tions&shy;partnern ergeben sich so tat&shy;säch&shy;lich jeweils unter&shy;schied&shy;liche Varian&shy;ten des Kommu&shy;nika&shy;tions&shy;prozesses und damit des er&shy;reich&shy;ten Bild&shy;ver&shy;ständ&shy;nisses. Damit öffnen sich der theo&shy;retischen Betrach&shy;tung Spiel&shy;räume für Wieder&shy;verwen&shy;dungen und Re&shy;inter&shy;preta&shy;tionen von Bild&shy;trägern jen&shy;seits einer einzigen als histo&shy;risch korrekt mar&shy;kierten Deutung. Die Re&shy;konstruk&shy;tion der pro&shy;duktions&shy;seitigen Kommu&shy;nika&shy;tions&shy;inten&shy;tionen im ent&shy;sprechen&shy;den histo&shy;rischen Kontext mit einem ange&shy;nommenen Selbst&shy;modell des Produ&shy;zenten und den vermut&shy;lich von ihm anvi&shy;sierten Emp&shy;fängern bildet eine (wenn auch etwa kunst&shy;historisch vor allem interes&shy;sierende) Deutungs&shy;möglich&shy;keit neben vielen weiteren rezep&shy;tions&shy;seitig indu&shy;zierten Inter&shy;preta&shy;tionen.
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Die scheinbar monopolare Verwendungs&shy;weise eines Bildes ent&shy;puppt sich dabei als piktu&shy;rales Ana&shy;logon eines not&shy;wendig von Kommu&shy;nika&shy;tion ab&shy;hängigen Mono&shy;logs.   


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Aktuelle Version vom 22. Januar 2024, 13:53 Uhr

Unterpunkt zu: Bildpragmatik

English Version: Image reception as a communication process


Ist Bildrezeption ein Fall von Zeichen­ge­brauch?

Werden Bilder als Zeichen verwendet, folgt daraus, dass Gegen­stände nur dann als Bilder be­griffen werden können, wenn sie als Kompo­nenten mit bestimm­ter Funktion in einer kommu­nika­tiven Inter­aktion zwischen mindestens zwei Indi­viduen betrachtet werden. Diese bipo­lare Auf­fassung von der Rezep­tions­situa­tion scheint in einem direk­ten Gegen­satz zu stehen zu der in der Kunst­geschich­te zum Standard gewor­denen Auf­fassung von der Rezep­tions­situa­tion als einer mono­polaren – d.h. von einem isolierten Indi­viduum alleine voll­zogenen – Handlung vor dem Bild­träger. Anders gewendet lautet die Frage: Wie lässt sich die Zeichen­theorie des Bildes mit der anscheinend mono­polaren Rezep­tions­situa­tion be­griff­lich ver­ein­baren?


Die “klassische” monopolare Rezep­tions­situa­tion, das “aktive” Bild und die Aura

Thematisieren kunsthistorische Betrachtungen die Rezep­tions­situa­tionen der betrach­teten Bild­werke, so wird zumindest in deren tradi­tio­neller ausge­richteten oder vulga­risier­ten Ansätzen trotz aller Varianzen der Rezep­tions­situa­tionen ein Element nicht aufge­geben, soll es sich denn um eine korrekte Hin­wendung zum Werk handeln: Der naive Betrach­ter, der profes­sionelle Kunst­kritiker, der erfah­rene Kunst­histo­riker, sie alle stehen jeweils alleine in Ver­senkung vor dem Werk. Es ist das Bild, das sich an den ein­sam vor ihm stehen­den Betrach­ter zu wenden scheint und ihm darin – plötz­lich oder nach und nach, immer aber spontan – sein (des Bildes) Wesen ent­hüllt. Der idee­ierenden Wesens­schau der Phäno­meno­logie gleich eröffne nur eine inten­sive im Wesent­lichen aber passiv-gedul­dige Haltung des Rezi­pienten den Zugang zur wahren Natur des Werks.[1]

Für Marshall McLuhan stellt diese mono­polare Rezep­tions­situa­tion aller­dings ledig­lich eine histo­risch bedingte Sicht dar, die aus medien­theore­tischer Perspek­tive als typische Aus­wirkung der sozialen Reak­tionen auf das “neue” Medium Buch­druck (“Guten­berg-Gala­xis”) zu ver­stehen sei (vgl. [McLuhan 1962a]McLuhan, Marshall (1962): The Gutenberg Galaxy: The Making of Typographic Man. University of Toronto Press, Toronto.
). In ihr spiegele sich die Dominanz der “line­aren” mono­perspek­tivi­schen Dar­stellungen, die seit der Renais­sance para­digma­tisch für bild­liche Dar­stellungen geworden waren und erst mit dem Über­gang zum 20. Jahr­hundert wieder Raum für alter­native Dar­stellungs­weisen machten.

Bereits Walter Benjamin hatte mit seinem Konzept der Aura eine Des­krip­tion des bürger­lichen Kunst­begriffs vorge­schlagen, die die mono­polar konzi­pierte Rezep­tions­situa­tion als über­holtes ge­schicht­liches Konstrukt, wenn nicht gar als ideo­logisch be­lastet, ab­lehnt ([Benjamin 1939a]Benjamin, Walter (2002): Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit. In: Schöttker, D. (Hg.), Walter Benjamin: Medienästhetische Schriften. Suhrkamp , Frankfurt/M.
Notiz: dritte, autorisierte letzte Fassung, 1939
): Hinter der Zu­schrei­bung einer Aura als einer Eigen­schaft des Betrach­teten und nicht als einer Haltung des Rezi­pienten gegen­über seinem Gegen­stand versteckt sich nicht nur ein Residuum magi­scher Bild­auf­fassun­gen, das einer­seits noch auf den sakral-ritu­ellen Ur­sprung der Bild­kompe­tenz ver­weisen mag, ande­rer­seits als poten­zielles Herr­schafts­wissen tenden­ziell herme­tische Züge trägt; viel­mehr werde damit sogar das Poten­zial der Bild­rezi­pienten, sich mit­hilfe dieser Kommu­nika­tions­form über beste­hende und mög­liche Bedin­gungen ihres Zusam­menle­bens zu ver­stän­digen, ver­schüttet.

In letzter Konsequenz führt die Konzeption der mono­polaren Rezep­tions­situa­tion zur Auf­fassung, dass Bilder – genauer sollte es wohl heißen: Bild­träger – selbst aktive Hand­lungs­träger seien, die das, was mit ihnen dar­gestellt wird, erst für den Betrach­ter (und unab­hängig von ihm) erzeug­ten (⊳ Bildakt-Theorie). Aller­dings wird in dieser Pro­jek­tion einer Hand­lungs­träger­schaft auf den dazu an sich un­geeig­neten Bild­träger der Konf­likt mit dem grund­sätzlich bi­polaren zeichen­theore­tischen Bild­ansatz gemil­dert, werden nun doch tat­säch­lich zwei Hand­lungs­träger berück­sichtigt, nur dass die Zu­schrei­bung dieses Attri­buts zumin­dest für den Bild­träger – milde gesagt – unge­wöhn­lich ist.


Die klassische bipolare Rezep­tions­situa­tion des Kom­muni­zierens

Da Zeichenverwendungen sinnvoller Weise aus Kommu­nika­tions­hand­lungen abge­leitet werden, sind sie je­weils auf zwei zu ent­sprechend komp­lexen Hand­lungen fähigen Akti­vitäts­trägern aufge­teilt: In Kommu­nika­tions­theorien werden sie meist ‘Sen­der’ und ‘Emp­fänger’ genannt. Den damit gege­benen drei­fachen Bezug eines als Zeichen verwen­deten Träger­objekts zu ‘Sen­der’, ‘Emp­fänger’ und ‘Re­ferent’ hat Karl Bühler exem­plarisch für Sprache in seinem Orga­non-Modell mit den Rela­tionen ‘Aus­druck’, ‘Appell’ und ‘Dar­stellung’ entfaltet ([Bühler 1934a]Bühler, Karl (1965): Sprachtheorie. Die Darstellungsfunktion der Sprache. Fischer , Stuttgart.
): Im Zeichen­gebrauch ist der Zeichen­träger das Mittel, eine Ver­stän­digung hin­sicht­lich etwas Re­präsen­tiertem zwischen den beiden betei­ligten zeichen­handelnden Sub­jekten zu er­reichen.[2]

Die beiden Handlungs“pole” der Zeichen­hand­lungen be­zeichnen dabei ganz all­gemein Rollen des zuge­hörigen Inter­aktions­sche­mas.[3] Diese können tat­säch­lich nicht nur von unter­schied­lichen, sondern durch­aus auch vom selben Hand­lungs­träger belegt werden. Das ist etwa bei Selbst­gesprä­chen der Fall: Eine Person stellt dann sich selbst gegen­über bestimm­te ihr wich­tige Sach­ver­halte dar. Auf diese Weise fokus­siert sie ihre Gedan­ken zu jenem Thema. Dem­nach könnte auch das ein­same Betrach­ten eines Bildes in schein­bar mono­polarer Situa­tion tat­sächlich als eine Art pik­turalen Selbst­“gesprächs” und damit als grund­sätz­lich bi­polar verstan­den werden: Jemand zeigt sich selbst mit­hilfe des Bild­trägers, was immer ihm damit zu zeigen wichtig scheint, und fokus­siert so seine Ge­danken auf diese Aspekte. Eine solche Inter­preta­tion ist sicher­lich vor allem für die soge­nannten “natür­lichen” Bilder sinn­voll. Doch wird damit bei anderen (“normalen”) Bildern der Bezug zu deren Produk­tions­situa­tion weit­gehend ausge­hebelt. Kann man auf diese Weise über­haupt “von einem Bild über­rascht werden”?

Das wesentliche Problem liegt hier darin, dass bei Bildern – als se­kun­däre Medien – in der Regel Pro­duk­tions- und Rezep­tions­situa­tionen zeit­lich aus­ein­ander fallen. Nicht nur, dass Sender und Emp­fänger sich normaler­weise nicht kennen. Es ist ihnen der tempo­ralen Distanz wegen da­rüber hinaus meist auch unmög­lich, über­haupt je mit­ein­ander bekannt zu werden. Daher sind Modi­fika­tionen des Kommu­nika­tions­begriffs nötig, der am Kommu­nizieren in primären Medien mit den dort (wie auch in Tertiär­medien) gege­benen Mög­lich­keiten kommun­ikativen Feed­backs ausge­richtet war. Das bi­polare Kommu­nika­tions­modell muss für sekun­däre Medien schon des­halb erwei­tert werden, weil dieser Medien­typus nur für die beson­ders komplexe Klasse der be­wussten Kommu­nika­tion – also der Zeichen­handlungen – verfüg­bar ist.[4]


Die quadrupolare Rezeptions­situa­tion se­kun­därer Me­dien

Der Übergang von einfachen kommu­nika­tiven Inter­akti­onen, wie etwa Aus­drucks­bewe­gungen und Signal­verhal­ten, zu Zeichen­hand­lungen wird in der Fach­lite­ratur ins­beson­dere da­durch charak­teri­siert, dass das Vor­führen von Ver­haltens­weisen, wie es für den Voll­zug kommun­ika­tiver Hand­lungen wesent­lich ist, ver­inner­licht – inter­nali­siert – wird (vgl. [Mead 1968a]Mead, George Herbert (1968): Geist, Identität und Gesellschaft aus der Sicht des Sozialbehaviorismus. Suhrkamp, Frankfurt/M.
Nicht angezeigt: Original: <em>Mind, Self, and Society</em>. Hg. v. Charles W. Morris. Chicago, 1934
). Doch ver­lassen wir uns hier nicht einfach auf die be­queme räum­liche Meta­pher eines (men­talen) Innen­raumes, in dem die kommu­nika­tiven Selbst­dar­stellun­gen nun statt­finden sollen: Präzi­ser gesagt geht es nämlich darum, dass sie „sich hier aus den kommu­nika­tiven Zusammen­hängen, in die sie [...] nor­maler­weise einge­bettet sind, heraus­lösen, und zur Fähig­keit einer allein für sich zu voll­ziehen­den leib­lichen Selbst­ver­gegen­wärti­gung ent­wickeln“ können ([Ros 2005a]Ros, Arno (2005): Materie und Geist. Eine philosophische Untersuchung. Mentis, Paderborn.
: S. 591).

Während ein in kommunikativer Absicht vorge­führtes Verhal­ten unter ande­rem so modi­fiziert wird, dass seine körper­lichen Aspekte beson­ders deut­lich und für den Emp­fänger beson­ders gut erkenn­bar arti­kuliert werden, führt die nun be­trach­tete Re­flexi­vierung des Zeigens eines Verhal­tens zu einer Re­duktion seiner von außen klar erkenn­baren Aspekte: Statt deut­lich sicht­barer körper­licher Ver­ände­rungen (etwa das bei Wölfen als Geste aus dem Anfangs­element einer Beiß­attacke ent­wickelte hervor­geho­bene Fletschen der Zähne[5]) genügt nun eine sehr schwache Akti­vierung der ent­sprechen­den Nerven­bahnen, eine kaum merk­liche Ände­rung des zuge­hörigen Muskel­tonus.[6] Insbe­sondere können nun die Akti­vitäten des Vor­führens des einen Kommu­nika­tions­part­ners und die zu­gehö­rigen Re­aktio­nen des anderen Kommu­nika­tions­part­ners auf­einan­der be­zogen werden. Die Rolle des Gegen­übers kann näm­lich mit der Inter­nali­sierung vom Kommu­nizie­renden selbst mit seiner eigenen Rolle in einen syste­mati­schen Zu­sammen­hang ge­bracht werden.

Abbildung 1: Quadru­polares Kommu­nika­tions­mo­dell

Damit sind In­di­vi­duen, die in Zei­chen­hand­lun­gen ein­tre­ten kön­nen, stets als dy­adisch zu ver­ste­hen: Je­der Be­griff ei­nes Hand­lungs­trä­gers, der nur kon­se­ku­tiv als Sen­der oder Emp­fän­ger agiert, und nicht si­mul­tan, kann nicht un­ter die­sen Be­griff von be­wuss­ter Kom­mu­nika­tion fal­len. Die bei­den Pole des bi­po­la­ren Kom­mu­ni­ka­tions­mo­dells müs­sen nun selbst als je­weils zwei­ge­teilt ver­stan­den wer­den, da je­der da­von die bei­den Rol­len von Sen­der und Emp­fän­ger in­ter­na­li­siert aus­füllt (vgl. Abb. 1). Kommun­ika­tiv wirk­sam können nun jeweils drei Inter­aktionen werden: (i) Die inter­nali­sierte Inter­aktion zwischen dem Selbst­modell des “akti­ven” Zeichen­handeln­den (Produ­zent) und seiner Vor­stellung vom “passi­ven” Kommu­nika­tions­partner (Rezi­pient), (ii) die inter­nali­sierte Inter­aktion zwischen der Vor­stellung eines Rezi­pien­ten vom Sender und dem eigenen Selbst­modell, (iii) die (externe) Inter­aktion zwischen dem Selbst­modell des Produ­zenten und dem Selbst­modell des Rezi­pienten. Weiter­hin kann die Ko­ordi­nation zwischen den kommu­nika­tiven Teil­hand­lungen (i) und (iii) über das ex­terne Feed­back des Rezi­pienten – seine Re­aktionen inklu­sive Rück­fragen – (ge­strichel­te Linie im Bild) er­reicht werden, die zwischen Teil­kommu­nika­tionen (ii) und (iii) über weitere Zeichen­hand­lungen des Produ­zenten an diesen Rezi­pienten.[7]

Abbildung 2: Quadru­polares Kommu­nika­tions­mo­dell bei Se­kun­där­me­dien

Bei Kommunikation über se­kun­dä­re Me­dien wer­den we­gen der zeit­li­chen Se­pa­rie­rung der Pro­duk­tions- und Re­zep­tions­si­tua­tio­nen die kom­mu­ni­ka­ti­ven Teil­hand­lun­gen (i) und (ii) von­ein­an­der ab­ge­kop­pelt, wäh­rend (iii) in zwei Tei­le zer­fällt, die über den per­sisten­ten Zei­chen­trä­ger nur lose mit­ein­an­der “har­mo­ni­siert” wer­den kön­nen (vgl. Abb. 2).[8]


Die “monologische” Rezeptions­situa­tion des Bild­gebrauchs

Abbildung 3: Die zwei Vari­an­ten der se­kun­där­me­dia­len Zei­chen­ver­wen­dung bei “mo­no­logischer” Si­tua­tion im quadru­po­la­ren Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mo­dell: Ab­ge­kop­pel­te Re­zep­tion mit (a) vor­ge­stell­tem Sen­der oder (b) vor­ge­stell­tem Emp­fän­ger

Für asynchrone Kom­mu­ni­ka­tion, wie sie ge­ra­de bei Bild­ver­wen­dung sehr häu­fig auf­tritt, hat die Mead­sche dop­pelt-bi­po­lare Kon­zep­tion ent­schei­den­de Kon­se­quen­zen. Ins­be­son­de­re führt sie zu ei­ner dem mo­no­po­la­ren An­satz dia­met­ral ent­ge­gen­ge­setz­ten Fas­sung ei­ner Re­zep­tions­äs­the­tik: Wer al­lei­ne ei­nen Bild­trä­ger als Bild be­trach­tet, nimmt si­mul­tan die Rol­le von Sen­der und Emp­fän­ger des Bild­zei­chens ein – er zeigt es sich selbst in der Rol­le ei­nes an­de­ren. Dabei ent­spricht die Ambi­gui­tät der Phrase ‘in der Rolle eines Anderen’ in dem vorigen Satz durch­aus den beiden Mög­lich­keiten: ‘er selbst in der Rolle des (vorge­stellten) Senders (und den von ihm dem Sender zuge­schriebenen Charak­teristika) zeigt sich selbst das Bild’ (Abb. 3 (a)) vs. ‘er zeigt einem anderen, den er sich in der Rolle des Emp­fänger vorstellt, das Bild’ (Abb. 3 (b)). Diese Dopp­lung tritt aber nicht nur auf der Rezep­tions­seite auf: Auch der Produ­zent hat bei der Her­stellung des Bildes ja stets be­stimmte Vor­stellungen vom Emp­fänger, an den er sich richtet.

Ganz entsprechend ist schon 1934 für John Dewey der Begriff der ästhe­tischen Er­fahrung prinzi­piell in einer zwar mög­licher­weise zeit­lich aufge­spalteten, gleich­wohl nur im Zusammen­hang zu denken­den Situa­tion einer Zeichen­hand­lung zwischen Produ­zent und Rezi­pient zu verstehen (vgl. [Dewey 1934a]Dewey, John (1934): Art as Experience. Minton, Balch & Company, New York.
). Nach Matthias Vogel unter­scheidet Dewey dabei prinzi­piell die folgen­den vier Aspekte ganz in Ana­logie zum quadru­polaren Kommu­nika­tions­modell (vgl. [Vogel 2001a]Vogel, Matthias (2001): Medien der Vernunft. Eine Theorie des Geistes und der Rationalität auf Grundlage einer Theorie der Medien. Suhrkamp, Frankfurt/M.
: S. 139): (1) Die ästhetische Erfahrung des Produz­enten (P1) umfasst

(a) ein aktivisches Moment, inso­fern P1 einen Gegen­stand K ge­staltet;
(b) sie umfasst ein passivisches Moment, inso­fern P1 Im­pulse von K auf sich wirken lassen muss, um K gemäß den unter­stell­ten Wahr­nehmungs­weisen von Pn zu gestal­ten.

(2) Die ästhetische Erfahrung des Rezi­pienten (P2) umfasst

(a) ein aktivisches Moment, inso­fern P2 einen Gegen­stand K inter­pretiert;
(b) sie umfasst ein passivisches Moment, inso­fern P2 Im­pulse von K auf­nehmen muss, um K gemäß der unter­stellten Absicht von P1 zu inter­pretieren.[9]

Je nach vorgestellten Kommu­nika­tions­partnern ergeben sich so tat­säch­lich jeweils unter­schied­liche Varian­ten des Kommu­nika­tions­prozesses und damit des er­reich­ten Bild­ver­ständ­nisses. Damit öffnen sich der theo­retischen Betrach­tung Spiel­räume für Wieder­verwen­dungen und Re­inter­preta­tionen von Bild­trägern jen­seits einer einzigen als histo­risch korrekt mar­kierten Deutung. Die Re­konstruk­tion der pro­duktions­seitigen Kommu­nika­tions­inten­tionen im ent­sprechen­den histo­rischen Kontext mit einem ange­nommenen Selbst­modell des Produ­zenten und den vermut­lich von ihm anvi­sierten Emp­fängern bildet eine (wenn auch etwa kunst­historisch vor allem interes­sierende) Deutungs­möglich­keit neben vielen weiteren rezep­tions­seitig indu­zierten Inter­preta­tionen.

Die scheinbar monopolare Verwendungs­weise eines Bildes ent­puppt sich dabei als piktu­rales Ana­logon eines not­wendig von Kommu­nika­tion ab­hängigen Mono­logs.

Anmerkungen
  1. ↑ Es wundert daher nicht, dass der Phäno­meno­loge Hans Jonas in Bildern den anthro­polo­gischen Ursprung zur Epa­goge (Wesens­schau) sah [Jonas 1961a]Jonas, Hans (1961): Die Freiheit des Bildens – Homo pictor und die differentia des Menschen. Zeitschrift für Philosophische Forschung, 15.
    Nicht angezeigt: Wieder abgedruckt in: Jonas, Hans: <em>Zwischen Nichts und Ewigkeit – Zur Lehre vom Menschen</em>. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1987, 26–43
    .
  2. ↑ Vgl. Wikipedia: Organon-Modell.
  3. ↑ Hierzu auch ⊳ Ex­kurs: Hand­lungen.
  4. ↑ Daraus folgt dann übri­gens eben­falls un­mittel­bar, dass auch für sprach­liche Zeichen­hand­lungen das bi­polare Kommun­ika­tions­modell nicht kom­plex genug ist.
  5. ↑ Als echtes An­fangs­teil einer wirklichen Beiß­attacke (‹Lippen zurück­ziehen, um sich nicht selbst zu ver­letzen›) müsste diese Akti­vität besser mög­lichst ver­steckt aus­ge­führt werden, soll der Gegner den An­griff nicht früh­zei­tig er­kennen und Gegen­maß­nahmen er­grei­fen können.
  6. ↑ Diese schwachen körper­lichen Aktiv­itäten führen zwar kaum zu einer von Außen noch unter­scheid­baren Ver­ände­rung. Doch bleibt ihre Wirk­sam­keit auf den Hand­lungs­träger selbst über das proprio­zeptorisch ver­mittelte Körper­bewusst­sein bestehen. Letz­teres stellt ein wich­tiges Element der Steue­rung jedes körper­lichen Verhal­tens dar, das kom­plexer als ein­fache Reiz-Re­aktions­-Schema­ta ist.
  7. ↑ Die ge­strichel­ten Pfeile inner­halb der Ellip­sen der Zeichen­handeln­den in Abb. 1 können als Anti­zipa­tionen des je­weiligen Ant­wort­verhal­tens begriffen werden: Be­urtei­lungen des Er­folgs oder Miss­erfolgs der Zeichen­hand­lung durch die Zeichen­handeln­den sind weit­gehend auf diesen vor­gestell­ten mög­lichen Re­akti­onen des jewei­ligen Gegen­übers ge­gründet (vgl. auch [Schirra 1994a]Schirra, Jörg R.J. (1994): Bildbeschreibung als Verbindung von visuellem und sprachlichem Raum. DISKI, St. Augustin.
    ). Man be­achte, dass nur das quadru­polare Kommu­nika­tions­modell wegen dieser Feed­back-Anti­zipa­tion die Mög­lich­keit für durch die Kommun­izie­renden selbst re­konstruier­bare Miss­ver­ständ­nisse bietet.
  8. ↑ So ist etwa zu er­klären, dass lite­ratur­wissen­schaft­lich durch­aus unter­schied­liche Inter­preta­tionen (des­selben Zeichen­trägers) neben­einander be­trachtet werden: Was etwa der vor­ge­stell­te histo­rische Autor – ein Konstrukt des heutigen Lite­ratur­wissen­schaft­lers – mit einem Text gemeint haben mag, oder was der Lite­ratur­wissen­schaft­ler selber als Sender einem von ihm vor­gestell­ten Zeit­genos­sen damit sagen mag. Vgl. in diesem Zu­sammen­hang auch Wikipedia: Re­zep­tions­ästhetik.
  9. ↑ Neben dem Produzenten P1 und dem betrach­teten Rezi­pienten P2 sind die poten­ziellen anderen Rezi­pienten (oder genauer die vom Produ­zenten ins Auge gefass­ten “Normal­rezi­pienten”) in dem Zitat durch Pn be­zeichnet.
Literatur
[Benjamin 1939a]Benjamin, Walter (2002): Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit. In: Schöttker, D. (Hg.), Walter Benjamin: Medienästhetische Schriften. Suhrkamp , Frankfurt/M.[Bühler 1934a]Bühler, Karl (1965): Sprachtheorie. Die Darstellungsfunktion der Sprache. Fischer , Stuttgart.[Dewey 1934a]Dewey, John (1934): Art as Experience. Minton, Balch & Company, New York.[Jonas 1961a]Jonas, Hans (1961): Die Freiheit des Bildens – Homo pictor und die differentia des Menschen. Zeitschrift für Philosophische Forschung, 15.[McLuhan 1962a]McLuhan, Marshall (1962): The Gutenberg Galaxy: The Making of Typographic Man. University of Toronto Press, Toronto.[Mead 1968a]Mead, George Herbert (1968): Geist, Identität und Gesellschaft aus der Sicht des Sozialbehaviorismus. Suhrkamp, Frankfurt/M.[Ros 2005a]Ros, Arno (2005): Materie und Geist. Eine philosophische Untersuchung. Mentis, Paderborn.[Schirra 1994a]Schirra, Jörg R.J. (1994): Bildbeschreibung als Verbindung von visuellem und sprachlichem Raum. DISKI, St. Augustin.[Vogel 2001a]Vogel, Matthias (2001): Medien der Vernunft. Eine Theorie des Geistes und der Rationalität auf Grundlage einer Theorie der Medien. Suhrkamp, Frankfurt/M.

Ausgabe 1: 2013

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Seitenbearbeitungen durch: Joerg R.J. Schirra, Emilia Didier und Marcel Lemmes — (Hinweis)

Zitierhinweis:

Schirra, Jörg R.J. (2013). Bildrezeption als Kommunikationsprozess. (Ausg. 1). In: Schirra, J.R.J.; Halawa, M. & Liebsch, D. (Hg.), Glossar der Bildphilosophie. (2012-2026). [bildglossar.org/index.php?title=Bildrezeption_als_Kommunikationsprozess].