Ekphrasis: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Glossar der Bildphilosophie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Joerg R.J. Schirra (Diskussion | Beiträge)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
K Textersetzung - „{{GlosTab5}}↵<bibdummy>“ durch „{{GlosTab5}}“
 
(90 dazwischenliegende Versionen von 4 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
<!--  "This is comment"  -->
<!--  "This is comment"  -->
<!--Vorlage für Unterpunkte-->
<!--Vorlage für Unterpunkte-->
<!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern-->
<!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern-->
{{GlosHeader}}
{{GlosHeader}}
[[Kategorie:Unterpunkt]]
[[Kategorie:Unterpunkt]]
<!--Ende header-->
<!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht-->
[[Kategorie:Sprechen über Bilder]]
[[Kategorie:Sprechen über Bilder]]
<!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht-->
Unterpunkt zu: [[Sprechen über Bilder]]
Unterpunkt zu: [[Sprechen über Bilder]]
<!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein-->
<!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern-->
{{GlosTab1}}
{{GlosTab1}}
{{GlossarBoxMain}}
{{GlossarBoxMain}}
 
<!--Ende header-->
<!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen-->
<!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen-->
=====Darstellung des gr. Zusammenhangs=====
==Ekphrasis – hörend und lesend sehen==


<!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen-->
‘Ekphrasis’ ist ein aus der Rheto&shy;rik stammen&shy;der Ausdruck, der eine beson&shy;ders anschau&shy;liche, weil wirkmäch&shy;tige sprachli&shy;che Darstel&shy;lung bezeich&shy;net. Im Gegen&shy;satz zum heuti&shy;gen Sprachge&shy;brauch, der unter ‘Ekphra&shy;sis’ die Kunstbe&shy;schreibung versteht, begriff die Anti&shy;ke darun&shy;ter noch jedwe&shy;de Beschrei&shy;bung von Gegen&shy;ständen, darun&shy;ter auch von Kunstwer&shy;ken, aber eben&shy;so von Perso&shy;nen, Landschaf&shy;ten und Bauwer&shy;ken.
<!--Anmerkung zwischen <ref> und </ref> im laufenden Text-->
:
<!--Literaturverweise im laufenden Text <bib id='Jonas 61a'>Jonas 1961</bib> -->
Nikolaos von Myra definiert Ekphra&shy;sis als „eine ausführ&shy;liche Rede, die das zu Zeigen&shy;de deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfol&shy;ge von Ereig&shy;nissen geschil&shy;dert wird. Ekphra&shy;sis zielt auf höchste Anschau&shy;lichkeit, sie versucht durch das Wort zur [[Bildvorstellungen|Ima&shy;gina&shy;tion von Bildern]] anzu&shy;leiten, also „die Hörer zu Zuschau&shy;ern zu machen”.<ref>Das Zi&shy;tat lau&shy;tet im Wei&shy;te&shy;ren: „Wir be&shy;schrei&shy;ben aber Or&shy;te, Zei&shy;ten, Per&shy;so&shy;nen, Fes&shy;te, Ta&shy;ten […]. Wann im&shy;mer wir aber be&shy;schrei&shy;ben möch&shy;ten […] Sta&shy;tu&shy;en oder Bil&shy;der oder der&shy;ar&shy;ti&shy;ges sonst, soll man aber ver&shy;su&shy;chen, Über&shy;le&shy;gun&shy;gen zu sol&shy;chem oder sol&shy;chem hin&shy;zu&shy;zu&shy;fü&shy;gen von Sei&shy;ten der Ver&shy;fas&shy;sung des Ma&shy;lers oder des Bild&shy;hau&shy;ers” (<bib id='Spengel 1966a'>Spengel 1966a</bib>: S. 491; <bib id='Boeder 1996a'>Boeder 1996</bib>: S. 40). </ref> Durch die Verwen&shy;dung von [[Sprachliche Metaphern und allgemeine Metaphorologie|Meta&shy;phern]], lautma&shy;leri&shy;schen Wendun&shy;gen und Synäs&shy;thesi&shy;en wird ein menta&shy;les Vor-Augen-Stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzäh&shy;lung” nicht unter&shy;brochen, sondern um eine [[Allegorie|alle&shy;gori&shy;sche]] Ebe&shy;ne erwei&shy;tert wird (<bib id='Löhr 2003a'>Löhr 2003</bib>: S. 76).
<!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen -->
:
<!--  ... (siehe Link "Sammlung" in Bibliographie-Box -->
Das griechische Wort ‘Ekphrasis’ – ἔκ-φρασις – (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, ausspre&shy;chen) bezeich&shy;net eine beson&shy;ders anschau&shy;liche Beschrei&shy;bung oder eine mit allen Sinnen verge&shy;genwär&shy;tigen&shy;de [[Darstellung|Darstel&shy;lung]] eines Gesche&shy;hens in einer Rede. Das Gegen&shy;stück in der latei&shy;nischen Rheto&shy;rik ist ''‘descrip&shy;tio’'', aller&shy;dings setzte sich der griechi&shy;sche Termi&shy;nus durch. Die ''descrip&shy;tio'' war im Gegen&shy;satz zur Ekphra&shy;sis keine eige&shy;ne Gattung, sondern nur Beschrei&shy;bung im allge&shy;meinen Sinn, und sie wurde auch nicht wie die Ekphra&shy;sis insti&shy;tutio&shy;neller Bestand&shy;teil der Anfän&shy;gerü&shy;bungen, der so genann&shy;ten ''progymnas&shy;mata''<ref> Vier der Bü&shy;cher mit ''pro&shy;gym&shy;nas&shy;ma&shy;ta'' aus dem 1. bis 5. Jahr&shy;hun&shy;dert sind über&shy;lie&shy;fert. Ih&shy;re Au&shy;to&shy;ren sind Aeli&shy;us Theon, Her&shy;mo&shy;ge&shy;nes, Aph&shy;to&shy;ni&shy;us So&shy;phis&shy;tes und Ni&shy;ko&shy;laos von Myra. Letz&shy;te&shy;rer ist der ein&shy;zi&shy;ge Au&shy;tor, der ex&shy;pli&shy;zit Kunst&shy;wer&shy;ke als Ge&shy;gen&shy;stand der Ek&shy;phra&shy;sis er&shy;wähnt (<bib id='Boeder 1996a'>Boe&shy;der 1996</bib>: S. 34-41.)</ref>. In der neuzeit&shy;lichen und moder&shy;nen Bildbe&shy;schreibung bezeich&shy;net ‘Ekphra&shy;sis’ die charak&shy;teri&shy;sieren&shy;de Beschrei&shy;bung eines meist real exis&shy;tieren&shy;den Kunstwerks, was auch in einer neue&shy;ren Defi&shy;nition von Ekphra&shy;sis Ausdruck findet: „ekphra&shy;sis is the verbal repre&shy;senta&shy;tion of visu&shy;al repre&shy;senta&shy;tion” (<bib id='Heffernan 1999a'>Heffer&shy;nan 1999</bib>: S. 21).<ref> Um&shy;strit&shy;ten bleibt die Ver&shy;wen&shy;dung des Be&shy;griffs in der Mu&shy;sik(-wis&shy;sen&shy;schaft) im Sin&shy;ne von Kom&shy;po&shy;nie&shy;ren nach Bil&shy;dern bzw. von pro&shy;gramm&shy;be&shy;zo&shy;ge&shy;nem Kom&shy;po&shy;nie&shy;ren; wei&shy;ter&shy;füh&shy;rend da&shy;zu bei&shy;spiels&shy;wei&shy;se <bib id='Fink 1988a'>Fink 1988</bib> und <bib id='Bruhn 2000a'>Bruhn 2000</bib>.</ref>
<!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] -->




==Ziel und Funktion der Ekphra&shy;sis==
Die Qualität der Sprache, Bilder zu evo&shy;zieren, soll genutzt werden, um eigent&shy;lich abwe&shy;sende Bilder wie anwe&shy;send erschei&shy;nen zu lassen – die Bilder sollen “zwischen den Zeilen” sichtbar gemacht werden. Dabei ist die fakti&shy;sche Exis&shy;tenz des beschrie&shy;benen Objekts keine notwen&shy;dige Bedin&shy;gung. Vor allem in anti&shy;ken Texten finden sich Ekphra&shy;sen, die ein nur in der textu&shy;ellen Fiktion exis&shy;tieren&shy;des Kunstwerk beschrei&shy;ben. Nach Giulia&shy;ni stellt vor allem „die Abwe&shy;senheit der Bilder eine notwen&shy;dige Bedin&shy;gung des ästhe&shy;tischen Spiels” dar (<bib id='Giuliani 2006a'>Giulia&shy;ni 2006</bib>: S. 94). Ziel ist dabei immer, in den Zuhö&shy;rern Emo&shy;tionen auszu&shy;lösen (vgl. <bib id='Webb 1999a'>Webb 1999</bib>: S. 13). In der Rheto&shy;rikaus&shy;bildung sollte durch Ekphra&shy;sis die affek&shy;tive Wirkung der Beschrei&shy;bung auf die Zuhö&shy;rer einge&shy;übt werden. Durch Ekphra&shy;sis soll ein maxi&shy;maler Anschau&shy;lichkeits&shy;effekt (''enar&shy;geia''/''evi&shy;dentia'') erzielt werden. Nach Quinti&shy;lian ist ''enar&shy;geia'' die Eigen&shy;schaft der Rede, Vergan&shy;genes oder allge&shy;mein nicht Gegen&shy;wärti&shy;ges vor dem inne&shy;ren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emo&shy;tiona&shy;le Bewegt&shy;heit des Rhetors den Wortcha&shy;rakter des Textes aufzu&shy;heben,<ref> Quin&shy;ti&shy;lian, «De in&shy;sti&shy;tu&shy;ti&shy;o&shy;ne ora&shy;to&shy;ria», IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63. </ref> was in der Formel „an die äuße&shy;re tritt die inne&shy;re Schau” program&shy;matisch zusam&shy;menge&shy;fasst werden kann (<bib id='Graf 1995a'>Graf 1995</bib>: S. 145-146). Männlein-Robert stellt den beson&shy;deren Anteil des Lesers/Betrach&shy;ters an der Konsti&shy;tution des ima&shy;ginier&shy;ten Bildes heraus, denn die Beschrei&shy;bung der Kunstwer&shy;ke vor allem in der helle&shy;nisti&shy;schen Dichtung sei in der Regel „ausschnitt&shy;haft und auf Wesent&shy;liches konzen&shy;triert” (<bib id='Männlein-Robert 2007a'>Männlein-Robert 2007</bib>: S. 2).




=====Engere Begriffsbestimmung=====
==Ekphrasis und Kunst&shy;beschrei&shy;bung==
Aus der Ekphrasis als rheto&shy;rischer Form ent&shy;wickelt sich in der Spätan&shy;tike eine selbststän&shy;dige lite&shy;rari&shy;sche Textgat&shy;tung der Bild- bzw. Kunstbe&shy;schreibung.<ref> Aus&shy;führ&shy;lich wird die Gat&shy;tungs&shy;ge&shy;schich&shy;te dar&shy;ge&shy;stellt in <bib id='Friedländer 1912a'>Fried&shy;län&shy;der 1912</bib>.</ref> Die um 200 n. Chr. entstan&shy;denen «Eikónes» des Philo&shy;strat gelten als ihr frühes&shy;tes Beispiel (<bib id='Giuliani 2006a'>Giulia&shy;ni 2006</bib>, <bib id='Graf 1995a'>Graf 1995</bib>). In der einlei&shy;tenden Vorre&shy;de wird der vermeint&shy;liche Entste&shy;hungskon&shy;text des Werkes erläu&shy;tert – angeb&shy;lich eine Demon&shy;stration der Rede&shy;kunst des Autors vor jugend&shy;lichen Rheto&shy;rikschü&shy;lern. Die folgen&shy;den 65 Beschrei&shy;bungen von Kunstwer&shy;ken weisen aber eine ganz eige&shy;ne Narra&shy;tivi&shy;tät auf, die über die bloße Beschrei&shy;bung eines Bildes hinaus gehen und einer eige&shy;nen, quasi bildim&shy;manen&shy;ten Drama&shy;turgie folgen. Mit seinem Text lobt Philo&shy;strat die Bildkunst und stellt zugleich die Über&shy;legen&shy;heit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. <bib id='Giuliani 2006a'>Giulia&shy;ni 2006</bib>: S. 95).
:
Mit der Entwicklung der Kunst&shy;theorie in der Frühen Neuzeit verän&shy;dert sich auch die Form der Kunstbe&shy;schreibun&shy;gen, die nicht mehr “nur” Teil eines lite&shy;rari&shy;schen Werks sind wie beispiels&shy;weise in den zahlrei&shy;chen Künstler&shy;viten. Die Verge&shy;genwär&shy;tigung eines spezi&shy;fischen Bildes durch eine detail&shy;genaue Beschrei&shy;bung rückt in den Mittel&shy;punkt, und es werden, u.a. von Giorgio Vasa&shy;ri, Gian Pietro Bello&shy;ri, André Féli&shy;bien und später auch von Denis Dide&shy;rot, syste&shy;mati&shy;sche Krite&shy;rien ent&shy;wickelt – wie die Beach&shy;tung der [[Komposition|Kompo&shy;sition]], der [[Stil|Stil&shy;idi&shy;ome]], der Iko&shy;nogra&shy;phie –, die eine Beschrei&shy;bung im Hinblick auf Wieder&shy;erkenn&shy;barkeit des einzel&shy;nen Kunstwerks zum Ziel haben (<bib id='Rosenberg 1995a'>Rosen&shy;berg 1995</bib>, 306). Bildbe&shy;schreibun&shy;gen sind ein zentra&shy;les Ele&shy;ment in Kunstkri&shy;tik und Kunstwis&shy;senschaft, die aus der Rheto&shy;rik eige&shy;ne Maßstä&shy;be für die Bewer&shy;tung von Kunstwer&shy;ken ent&shy;wickel&shy;ten (<bib id='Rosenberg 2007a'>Rosen&shy;berg 2007</bib>, 271).<ref> Bei&shy;spiels&shy;wei&shy;se wur&shy;den die bei&shy;den ers&shy;ten Pro&shy;duk&shy;ti&shy;ons&shy;sta&shy;di&shy;en der Re&shy;de ''in&shy;ven&shy;tio'' und ''dis&shy;po&shy;tio'' aus der Rhe&shy;to&shy;rik für den Kunst&shy;dis&shy;kurs über&shy;nom&shy;men; die Kri&shy;te&shy;ri&shy;en der ''elo&shy;cu&shy;tio'', ''me&shy;mo&shy;ria'' und ''pro&shy;nun&shy;ti&shy;a&shy;tio'' je&shy;doch nicht (vgl. <bib id='Rosenberg 2007a'>Ro&shy;sen&shy;berg 2007</bib>, 272).</ref>
:
Vor allem antike lite&shy;rari&shy;sche Ekphra&shy;sen wurden in der Frühen Neuzeit Vorla&shy;ge bildkünst&shy;leri&shy;schen Schaffens, wie beispiels&shy;weise Tizians «Venus&shy;fest» (1518-19, Madrid, Prado), das Passa&shy;gen aus Philo&shy;strats «Eikó&shy;nes» bildkünst&shy;lerisch umsetzt (<bib id='Rosen 2001a'>Rosen 2001</bib>: S. 92ff; für weite&shy;re Bsp. <bib id='Löhr 2003a'>Löhr 2003</bib>: S. 78-79).
:
Seit den 1990er Jahren steht die Ekphra&shy;sis im beson&shy;deren Inte&shy;resse der lite&shy;ratur-, sprach- , kunst- und bildwis&shy;senschaft&shy;lichen Forschung vor allem im Hinblick auf inter&shy;medi&shy;ale Bezü&shy;ge und Zeichen&shy;haftig&shy;keit, wobei immer auch defi&shy;nito&shy;rische Aktu&shy;ali&shy;sierun&shy;gen und Präzi&shy;sierun&shy;gen unter&shy;nommen werden (<bib id='Boehm & Pfotenhauer 1995a'>Boehm & Pfoten&shy;hauer 1995</bib>; <bib id='Boehm 1995a'>Boehm 1995</bib>; <bib id='Pfotenhauer 1996a'>Pfoten&shy;hauer 1996</bib>; <bib id='Wagner 1996a'>Wagner 1996</bib>; <bib id='Wandhoff 2001a'>Wand&shy;hoff 2001</bib>;  <bib id='Schaefer & Rentsch 2004a'>Schaefer & Rentsch 2004</bib>; <bib id='Drügh 2006a'>Drügh 2006</bib>; <bib id='Baumann 2011a'>Bau&shy;mann 2011</bib>) oder für die ausschließ&shy;liche Verwen&shy;dung des Begriffs im anti&shy;ken Kontext plädiert wird (<bib id='Rosenberg 2007a'>Rosen&shy;berg 2007</bib>; <bib id='Webb 2009a'>Webb 2009</bib>).


<!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen-->


==Beispiele==
Gewissermaßen als Urtext der lite&shy;rari&shy;schen Ekphra&shy;sis gilt die Beschrei&shy;bung des Schildes des Achill in der «Ilias» des Homer (18. Gesang, 478-608). Die beson&shy;dere narra&shy;tive Quali&shy;tät des Textes lässt Hörer bzw. Leser dem Entste&shy;hungspro&shy;zess des Schildes in der Schmiede des Hephais&shy;tos beiwoh&shy;nen. Die Rezi&shy;pienten werden sukzes&shy;sive zu einer vollstän&shy;digen Ima&shy;gina&shy;tion und Verge&shy;genwär&shy;tigung ange&shy;leitet (ausführ&shy;lich dazu: <bib id='Moog-Grünewald 2001a'>Moog-Grüne&shy;wald 2001</bib>).<ref> Das Be&shy;son&shy;de&shy;re der ge&shy;sam&shy;ten Schild&shy;be&shy;schrei&shy;bung ist die Selbst&shy;re&shy;fe&shy;ren&shy;ti&shy;a&shy;li&shy;tät des Tex&shy;tes. Der Vor&shy;tra&shy;gen&shy;de tritt als Künst&shy;ler in Er&shy;schei&shy;nung und der Text selbst wird als Kunst&shy;werk vor&shy;ge&shy;führt. So&shy;mit wird of&shy;fen&shy;bar, dass es sich auch bei dem Schild um ein fik&shy;ti&shy;ves Kunst&shy;werk han&shy;delt (ebd.).</ref>
:
Vasaris «Vite dei più illustri pittori, scul&shy;tori ed archi&shy;tetti» (1550/ 1568) enthal&shy;ten zahlrei&shy;che ekphras&shy;tische Passa&shy;gen nach rheto&shy;rischem Muster, in denen die Bilder vorran&shy;gig in Hinblick auf ihre narra&shy;tiven Quali&shy;täten beschrie&shy;ben werden (<bib id='Alpers 1960a'>Alpers 1960</bib>; <bib id='Alpers 1995a'>Alpers 1995</bib>). Ausführ&shy;licher sind die zahlrei&shy;chen Bildbe&shy;schreibun&shy;gen in Bello&shy;ris «Le vite de' pitto&shy;ri, sculto&shy;ri et archi&shy;tetti moder&shy;ni» (1672). In der Kunstge&shy;schichte bzw. -wissen&shy;schaft ist die Beschrei&shy;bung von Kunstwer&shy;ken zentral und wirft immer wieder die Frage auf, inwie&shy;fern Sprache abbil&shy;det und abbil&shy;den kann (<bib id='Baxandall 1990a'>Baxan&shy;dall 1990</bib>; <bib id='Bätschmann 2009a'>Bätsch&shy;mann 2009</bib>). Beispiel&shy;haft sei Aby Warburg genannt, der in seiner amor&shy;phen, an Neolo&shy;gismen reichen Sprache in Bezug auf die sprachwis&shy;senschaft&shy;lichen Theo&shy;rien seiner Zeit versucht hat in „sprachli&shy;cher Bildkon&shy;zeption verbun&shy;den mit bildli&shy;cher Sprachkon&shy;zeption” (<bib id='Schiffermüller 2009a'>Schiffer&shy;müller 2009</bib>: S. 9) bildli&shy;chen Ausdrucks&shy;werten ein sprachli&shy;ches Abbild zu verlei&shy;hen.
:
Die Beispiele lite&shy;rari&shy;scher Ekphra&shy;sis sind zahlreich.<ref> Ei&shy;ne um&shy;fang&shy;rei&shy;che Lis&shy;te ek&shy;phras&shy;ti&shy;scher Wer&shy;ke von der An&shy;ti&shy;ke bis zum Mit&shy;tel&shy;al&shy;ter lie&shy;fert <bib id='Downey 1959a'>Dow&shy;ney 1959</bib>.</ref> Eine beson&shy;dere Rolle kommt der Ekphra&shy;sis in der Lyrik, im so genann&shy;ten Bildge&shy;dicht zu (<bib id='Kranz 1976a'>Kranz 1976</bib>; <bib id='Hollander 1988a'>Hollan&shy;der 1988</bib>; <bib id='Frangenberg 2003a'>Frangen&shy;berg 2003</bib>).


=====optional Beispiele=====


<!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen-->
==Ekphrasis im Kontext==
Schon ''qua definitionem'' ist Ekphra&shy;sis eine Form der Inter&shy;medi&shy;ali&shy;tät, da es um die Über&shy;tragung eines bildkünst&shy;leri&shy;schen Medi&shy;ums in Sprach&shy;kunst geht (<bib id='Reulecke 2002a'>Reu&shy;lecke 2002</bib>). In diesem Kontext wird natürlich auch der Topos des ''para&shy;gone'', des Wettstreits der Künste, aufge&shy;rufen und damit die auf Horaz zurück&shy;gehende Formel „[[Ut pictura poesis|Ut pictu&shy;ra poesis]]“,  in der das Verhält&shy;nis von [[Malerei|Male&shy;rei]] und Dichtung thema&shy;tisiert wird.
Im Kontext der Ekphra&shy;sis steht auch immer die Frage nach der Narra&shy;tion bzw. nach dem Verhält&shy;nis von Beschrei&shy;bung und Erzäh&shy;lung, von ''histoire'' und ''discours'' (<bib id='Fowler 1991a'>Fowler 1991</bib>).
:
Hollander stellt einen Bezug zu [[Emblem|Emble&shy;men]] (''impre&shy;se'') her und weist auf die Bezie&shy;hung von Bild und Text hin. Der bildbe&shy;gleiten&shy;de Text sei eine „reduc&shy;tive ecphra&shy;sis” (<bib id='Hollander 1988a'>Hollan&shy;der 1988</bib>).
:
In der Semiotik wird u.a. die Frage disku&shy;tiert, wie denn Wörter bildhaf&shy;ten, in gewis&shy;ser Weise abbild&shy;haften, gegen&shy;ständli&shy;chen Charak&shy;ter anneh&shy;men können, wenn sie doch selber nur Abstrak&shy;ta sind – und das berührt den Kern der Ekphra&shy;sis (<bib id='Krieger 1992a'>Krieger 1992</bib> und <bib id='Krieger 1995a'>Krieger 1995</bib>; ⊳ [[Uneigentliche Bilder|Unei&shy;gentli&shy;che Bilder]]).


 
{{GlossarSiehe}}
=====Auswirkungen auf andere Begriffe=====
* [[Allegorie]]
 
* [[Bildvorstellungen]]
<!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen-->
* [[Darstellung]]
* [[Einbildungskraft]]
* [[Emblem]]
* [[Komposition]]
* [[Malerei]]
* [[Sprachliche Metaphern und allgemeine Metaphorologie]]
* [[Stil]]
* [[Uneigentliche Bilder]]
* [[Ut pictura poesis]]


<!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern-->
<!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern-->
Zeile 50: Zeile 68:
{{GlosTab2}}
{{GlosTab2}}
{{GlosTab3}}
{{GlosTab3}}
''Ausgabe 1: 2013''
{{GlosTab4}}
''Verantwortlich:''  
''Verantwortlich:''  
* [[Benutzer:Barbara Thönnes|Thönnes, Barbara]]


<!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen-->
{{GlosTab4}}
* [[Benutzer:Barbara Thönnes|Thönnes, Barbara]]
''Lektorat:''
* [[Benutzer:Valeska von Rosen|von Rosen, Valeska]]
* [[Benutzer:Dimitri Liebsch|Liebsch, Dimitri]]
{{GlosTab5}}
<!--den Schluß nicht verändern-->
<!--den Schluß nicht verändern-->
{{GlosEnd}}
{{GlosEndB}}
<!--Das war's-->
<!--Das war's-->

Aktuelle Version vom 22. Januar 2024, 13:53 Uhr

Unterpunkt zu: Sprechen über Bilder


Ekphrasis – hörend und lesend sehen

‘Ekphrasis’ ist ein aus der Rheto­rik stammen­der Ausdruck, der eine beson­ders anschau­liche, weil wirkmäch­tige sprachli­che Darstel­lung bezeich­net. Im Gegen­satz zum heuti­gen Sprachge­brauch, der unter ‘Ekphra­sis’ die Kunstbe­schreibung versteht, begriff die Anti­ke darun­ter noch jedwe­de Beschrei­bung von Gegen­ständen, darun­ter auch von Kunstwer­ken, aber eben­so von Perso­nen, Landschaf­ten und Bauwer­ken.

Nikolaos von Myra definiert Ekphra­sis als „eine ausführ­liche Rede, die das zu Zeigen­de deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfol­ge von Ereig­nissen geschil­dert wird. Ekphra­sis zielt auf höchste Anschau­lichkeit, sie versucht durch das Wort zur Ima­gina­tion von Bildern anzu­leiten, also „die Hörer zu Zuschau­ern zu machen”.[1] Durch die Verwen­dung von Meta­phern, lautma­leri­schen Wendun­gen und Synäs­thesi­en wird ein menta­les Vor-Augen-Stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzäh­lung” nicht unter­brochen, sondern um eine alle­gori­sche Ebe­ne erwei­tert wird ([Löhr 2003a]Löhr, Wolf-Dietrich (2003): Ekphrasis. In: Pfisterer, U. (Hg.), Metzler-Lexikon Kulturwissenschaft: Ideen, Methoden, Begriffe. Metzler, Stuttgart [u.a.].
: S. 76).

Das griechische Wort ‘Ekphrasis’ – ἔκ-φρασις – (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, ausspre­chen) bezeich­net eine beson­ders anschau­liche Beschrei­bung oder eine mit allen Sinnen verge­genwär­tigen­de Darstel­lung eines Gesche­hens in einer Rede. Das Gegen­stück in der latei­nischen Rheto­rik ist ‘descrip­tio’, aller­dings setzte sich der griechi­sche Termi­nus durch. Die descrip­tio war im Gegen­satz zur Ekphra­sis keine eige­ne Gattung, sondern nur Beschrei­bung im allge­meinen Sinn, und sie wurde auch nicht wie die Ekphra­sis insti­tutio­neller Bestand­teil der Anfän­gerü­bungen, der so genann­ten progymnas­mata[2]. In der neuzeit­lichen und moder­nen Bildbe­schreibung bezeich­net ‘Ekphra­sis’ die charak­teri­sieren­de Beschrei­bung eines meist real exis­tieren­den Kunstwerks, was auch in einer neue­ren Defi­nition von Ekphra­sis Ausdruck findet: „ekphra­sis is the verbal repre­senta­tion of visu­al repre­senta­tion” ([Heffernan 1999a]Heffernan, James A.W. (1999): Speaking for Pictures: The Rhetoric of Art Criticism. Word & Image, 15.
: S. 21).[3]


Ziel und Funktion der Ekphra­sis

Die Qualität der Sprache, Bilder zu evo­zieren, soll genutzt werden, um eigent­lich abwe­sende Bilder wie anwe­send erschei­nen zu lassen – die Bilder sollen “zwischen den Zeilen” sichtbar gemacht werden. Dabei ist die fakti­sche Exis­tenz des beschrie­benen Objekts keine notwen­dige Bedin­gung. Vor allem in anti­ken Texten finden sich Ekphra­sen, die ein nur in der textu­ellen Fiktion exis­tieren­des Kunstwerk beschrei­ben. Nach Giulia­ni stellt vor allem „die Abwe­senheit der Bilder eine notwen­dige Bedin­gung des ästhe­tischen Spiels” dar ([Giuliani 2006a]Giuliani, Luca (2006): Die unmöglichen Bilder des Philostrat: Ein antiker Beitrag zur Paragone-Debatte. Pegasus. Berliner Beiräge zum Nachleben der Antike, 8.
: S. 94). Ziel ist dabei immer, in den Zuhö­rern Emo­tionen auszu­lösen (vgl. [Webb 1999a]Webb, Ruth (1999): Ekphrasis Ancient and Modern: The Invention of a Genre. Word & Image, 15.
: S. 13). In der Rheto­rikaus­bildung sollte durch Ekphra­sis die affek­tive Wirkung der Beschrei­bung auf die Zuhö­rer einge­übt werden. Durch Ekphra­sis soll ein maxi­maler Anschau­lichkeits­effekt (enar­geia/evi­dentia) erzielt werden. Nach Quinti­lian ist enar­geia die Eigen­schaft der Rede, Vergan­genes oder allge­mein nicht Gegen­wärti­ges vor dem inne­ren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emo­tiona­le Bewegt­heit des Rhetors den Wortcha­rakter des Textes aufzu­heben,[4] was in der Formel „an die äuße­re tritt die inne­re Schau” program­matisch zusam­menge­fasst werden kann ([Graf 1995a]Graf, Fritz (1995): Ekphrasis. Die Entstehung der Gattung in der Antike. In: Boehm, G. & Pfotenhauer, H. (Hg.), Beschreibungskunst, Kunstbeschreibung: Ekphrasis von der Antike bis zur Gegenwart. Fink, München.
: S. 145-146). Männlein-Robert stellt den beson­deren Anteil des Lesers/Betrach­ters an der Konsti­tution des ima­ginier­ten Bildes heraus, denn die Beschrei­bung der Kunstwer­ke vor allem in der helle­nisti­schen Dichtung sei in der Regel „ausschnitt­haft und auf Wesent­liches konzen­triert” ([Männlein-Robert 2007a]Männlein-Robert, Irmgard (2007): Stimme, Schrift und Bild: zum Verhältnis der Künste in der hellenistischen Dichtung. Universitätsverlag Winter, Heidelberg.
: S. 2).


Ekphrasis und Kunst­beschrei­bung

Aus der Ekphrasis als rheto­rischer Form ent­wickelt sich in der Spätan­tike eine selbststän­dige lite­rari­sche Textgat­tung der Bild- bzw. Kunstbe­schreibung.[5] Die um 200 n. Chr. entstan­denen «Eikónes» des Philo­strat gelten als ihr frühes­tes Beispiel ([Giuliani 2006a]Giuliani, Luca (2006): Die unmöglichen Bilder des Philostrat: Ein antiker Beitrag zur Paragone-Debatte. Pegasus. Berliner Beiräge zum Nachleben der Antike, 8.
, [Graf 1995a]Graf, Fritz (1995): Ekphrasis. Die Entstehung der Gattung in der Antike. In: Boehm, G. & Pfotenhauer, H. (Hg.), Beschreibungskunst, Kunstbeschreibung: Ekphrasis von der Antike bis zur Gegenwart. Fink, München.
). In der einlei­tenden Vorre­de wird der vermeint­liche Entste­hungskon­text des Werkes erläu­tert – angeb­lich eine Demon­stration der Rede­kunst des Autors vor jugend­lichen Rheto­rikschü­lern. Die folgen­den 65 Beschrei­bungen von Kunstwer­ken weisen aber eine ganz eige­ne Narra­tivi­tät auf, die über die bloße Beschrei­bung eines Bildes hinaus gehen und einer eige­nen, quasi bildim­manen­ten Drama­turgie folgen. Mit seinem Text lobt Philo­strat die Bildkunst und stellt zugleich die Über­legen­heit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. [Giuliani 2006a]Giuliani, Luca (2006): Die unmöglichen Bilder des Philostrat: Ein antiker Beitrag zur Paragone-Debatte. Pegasus. Berliner Beiräge zum Nachleben der Antike, 8.
: S. 95).

Mit der Entwicklung der Kunst­theorie in der Frühen Neuzeit verän­dert sich auch die Form der Kunstbe­schreibun­gen, die nicht mehr “nur” Teil eines lite­rari­schen Werks sind wie beispiels­weise in den zahlrei­chen Künstler­viten. Die Verge­genwär­tigung eines spezi­fischen Bildes durch eine detail­genaue Beschrei­bung rückt in den Mittel­punkt, und es werden, u.a. von Giorgio Vasa­ri, Gian Pietro Bello­ri, André Féli­bien und später auch von Denis Dide­rot, syste­mati­sche Krite­rien ent­wickelt – wie die Beach­tung der Kompo­sition, der Stil­idi­ome, der Iko­nogra­phie –, die eine Beschrei­bung im Hinblick auf Wieder­erkenn­barkeit des einzel­nen Kunstwerks zum Ziel haben ([Rosenberg 1995a]Rosenberg, Raphael (1995): Von der Ekphrasis zur wissenschaftlichen Bildbeschreibung: Vasari, Agucchi, Félibien, Burckhardt. Zeitschrift für Kunstgeschichte, 58.
, 306). Bildbe­schreibun­gen sind ein zentra­les Ele­ment in Kunstkri­tik und Kunstwis­senschaft, die aus der Rheto­rik eige­ne Maßstä­be für die Bewer­tung von Kunstwer­ken ent­wickel­ten ([Rosenberg 2007a]Rosenberg, Raphael (2007): Inwiefern Ekphrasis keine Bildbeschreibung ist. In: Knape, Joachim (Hg.), Zeitschrift für Kunstgeschichte. Koerner, Baden-Baden.
, 271).[6]

Vor allem antike lite­rari­sche Ekphra­sen wurden in der Frühen Neuzeit Vorla­ge bildkünst­leri­schen Schaffens, wie beispiels­weise Tizians «Venus­fest» (1518-19, Madrid, Prado), das Passa­gen aus Philo­strats «Eikó­nes» bildkünst­lerisch umsetzt ([Rosen 2001a]Rosen, Valeska von (2001): “Diletto dei sensi” und “diletto dell'intelletto”. Bellinis und Tizians «bacchanalien» für Alfonso d'Este in ihrem Rezeptionskontext. Städel-Jahrbuch, N.F. 18.
: S. 92ff; für weite­re Bsp. [Löhr 2003a]Löhr, Wolf-Dietrich (2003): Ekphrasis. In: Pfisterer, U. (Hg.), Metzler-Lexikon Kulturwissenschaft: Ideen, Methoden, Begriffe. Metzler, Stuttgart [u.a.].
: S. 78-79).

Seit den 1990er Jahren steht die Ekphra­sis im beson­deren Inte­resse der lite­ratur-, sprach- , kunst- und bildwis­senschaft­lichen Forschung vor allem im Hinblick auf inter­medi­ale Bezü­ge und Zeichen­haftig­keit, wobei immer auch defi­nito­rische Aktu­ali­sierun­gen und Präzi­sierun­gen unter­nommen werden ([Boehm & Pfotenhauer 1995a]Boehm, Gottfried & Pfotenhauer, Helmut (Hg.) (1995): Beschreibungskunst, Kunstbeschreibung: Ekphrasis von der Antike bis zur Gegenwart. Fink, München.
; [Boehm 1995a]Boehm, Gottfried (1995): Bildbeschreibung. Über die Grenzen von Bild und Sprache. In: Boehm, G. & Pfotenhauer, H. (Hg.), Beschreibungskunst, Kunstbeschreibung: Ekphrasis von der Antike bis zur Gegenwart. Fink, München.
; [Pfotenhauer 1996a]Pfotenhauer, Helmut (1996): Die nicht mehr abbildenden Bilder: Zur Verräumlichung der Zeit in der Prosaliteratur um 1800. Poetica : Zeitschrift für Sprach- und Literaturwissenschaft, 28, 3.
; [Wagner 1996a]Wagner, Peter (1996): Introduction: Ekphrasis, Iconotexts, and Intermediality – The State(s) of the Art(s). In: Wagner, P. (Hg.), Icons - Texts - Iconotexts. De Gruyter, Berlin.
; [Wandhoff 2001a]Wandhoff, Heiko (2001): Ekphrasis. Bildbeschreibungen in der Literatur von der Antike bis in die Gegenwart. In: Wenzel, H. (Hg.), Audiovisualität vor und nach Gutenberg. Zur Kulturgeschichte der medialen Umbrüche. Verlag des Kunsthistor. Museums Wien, Wien.
; [Schaefer & Rentsch 2004a]Schaefer, Christina & Rentsch, Stefanie (2004): Ekphrasis. Anmerkungen zur Begriffsbestimmung in der neueren Forschung. Zeitschrift für französische Sprache und Literatur, 114, 2.
; [Drügh 2006a]Drügh, Heinz J. (Hg.) (2006): Ästhetik der Beschreibung – poetische und kulturelle Energie deskriptiver Texte (1700-2000). Studien und Texte zur Kulturgeschichte deutschsprachiger Literatur. Francke, Tübingen.
; [Baumann 2011a]Baumann, Mario (2011): Bilder schreiben. Virtuose Ekphrasis in Philostrats Eikones. De Gruyter, Berlin.
) oder für die ausschließ­liche Verwen­dung des Begriffs im anti­ken Kontext plädiert wird ([Rosenberg 2007a]Rosenberg, Raphael (2007): Inwiefern Ekphrasis keine Bildbeschreibung ist. In: Knape, Joachim (Hg.), Zeitschrift für Kunstgeschichte. Koerner, Baden-Baden.
; [Webb 2009a]Webb, Ruth (2009): Ekphrasis, Imagination and Persuasion in Ancient Rhetorical Theory and Practice. Ashgate, Farnham [u.a.].
).


Beispiele

Gewissermaßen als Urtext der lite­rari­schen Ekphra­sis gilt die Beschrei­bung des Schildes des Achill in der «Ilias» des Homer (18. Gesang, 478-608). Die beson­dere narra­tive Quali­tät des Textes lässt Hörer bzw. Leser dem Entste­hungspro­zess des Schildes in der Schmiede des Hephais­tos beiwoh­nen. Die Rezi­pienten werden sukzes­sive zu einer vollstän­digen Ima­gina­tion und Verge­genwär­tigung ange­leitet (ausführ­lich dazu: [Moog-Grünewald 2001a]Moog-Grünewald, Maria (2001): Der Sänger im Schild – oder: Über den Grund ekphrastischen Schreibens. In: Drügh, H. J. & Moog-Grünewald, M. (Hg.), Behext von Bildern? Ursachen, Funktionen und Perspektiven der textuellen Faszination durch Bilder. C. Winter, Heidelberg.
Nicht angezeigt: Neues Forum für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, 12
).[7]

Vasaris «Vite dei più illustri pittori, scul­tori ed archi­tetti» (1550/ 1568) enthal­ten zahlrei­che ekphras­tische Passa­gen nach rheto­rischem Muster, in denen die Bilder vorran­gig in Hinblick auf ihre narra­tiven Quali­täten beschrie­ben werden ([Alpers 1960a]Alpers, Svetlana (1960): Ekphrasis and aesthetic attitudes in Vasari’s Lives. Journal of the Warburg and Courtauld Institutes , 23, 1937.
; [Alpers 1995a]Alpers, Svetlana (1995): Ekphrasis und Kunstanschauung in Vasaris Viten. In: Boehm, G. & Pfotenhauer, H. (Hg.), Beschreibungskunst, Kunstbeschreibung. Fink, München.
). Ausführ­licher sind die zahlrei­chen Bildbe­schreibun­gen in Bello­ris «Le vite de' pitto­ri, sculto­ri et archi­tetti moder­ni» (1672). In der Kunstge­schichte bzw. -wissen­schaft ist die Beschrei­bung von Kunstwer­ken zentral und wirft immer wieder die Frage auf, inwie­fern Sprache abbil­det und abbil­den kann ([Baxandall 1990a]Baxandall, Michael (1990): Ursachen der Bilder. Über das historische Erklären von Kunst. Reimer, Berlin.
Notiz: zuerst engl.: Patterns of intentention, 1985
; [Bätschmann 2009a]Bätschmann, Oskar (2009): Beschreibung und Illustration. In: Kofler, Peter (Hg.), Ekstatische Kunst – besonnenes Wort. Aby Warburg und die Denkräume der Ekphrasis. Studien-Verlag, Wien.
). Beispiel­haft sei Aby Warburg genannt, der in seiner amor­phen, an Neolo­gismen reichen Sprache in Bezug auf die sprachwis­senschaft­lichen Theo­rien seiner Zeit versucht hat in „sprachli­cher Bildkon­zeption verbun­den mit bildli­cher Sprachkon­zeption” ([Schiffermüller 2009a]Schiffermüller, Isolde (2009): Wort und Bild im Atlas »Mnemosyne«. Zur pathetischen Eloquenz der Sprache Aby Warburgs . In: Kofler, P. (Hg.), Ekstatische Kunst. Aby Warburg und die Denkräume der Ekphrasis. Studienverlag, Wien (u.a.).
: S. 9) bildli­chen Ausdrucks­werten ein sprachli­ches Abbild zu verlei­hen.

Die Beispiele lite­rari­scher Ekphra­sis sind zahlreich.[8] Eine beson­dere Rolle kommt der Ekphra­sis in der Lyrik, im so genann­ten Bildge­dicht zu ([Kranz 1976a]Kranz, Gisbert (Hg.) (1976): Gedichte auf Bilder. Anthologie und Galerie. DTV, München.
; [Hollander 1988a]Hollander, John (1988): The Poetics of Ekphrasis. Word & Image, 4, 1.
; [Frangenberg 2003a]Frangenberg, Thomas (2003): Poetry on Art : Renaissance to Romanticism. Schaun, T., Donington.
).


Ekphrasis im Kontext

Schon qua definitionem ist Ekphra­sis eine Form der Inter­medi­ali­tät, da es um die Über­tragung eines bildkünst­leri­schen Medi­ums in Sprach­kunst geht ([Reulecke 2002a]Reulecke, Anne-Kathrin (2002): Geschriebene Bilder – Zum Kunst- und Mediendiskurs in der Gegenwartsliteratur. Fink, München.
). In diesem Kontext wird natürlich auch der Topos des para­gone, des Wettstreits der Künste, aufge­rufen und damit die auf Horaz zurück­gehende Formel „Ut pictu­ra poesis“, in der das Verhält­nis von Male­rei und Dichtung thema­tisiert wird. Im Kontext der Ekphra­sis steht auch immer die Frage nach der Narra­tion bzw. nach dem Verhält­nis von Beschrei­bung und Erzäh­lung, von histoire und discours ([Fowler 1991a]Fowler, Don P. (1991): Narrate and Describe: The Problem of Ekphrasis. The Journal of Roman Studies, 81.
).

Hollander stellt einen Bezug zu Emble­men (impre­se) her und weist auf die Bezie­hung von Bild und Text hin. Der bildbe­gleiten­de Text sei eine „reduc­tive ecphra­sis” ([Hollander 1988a]Hollander, John (1988): The Poetics of Ekphrasis. Word & Image, 4, 1.
).

In der Semiotik wird u.a. die Frage disku­tiert, wie denn Wörter bildhaf­ten, in gewis­ser Weise abbild­haften, gegen­ständli­chen Charak­ter anneh­men können, wenn sie doch selber nur Abstrak­ta sind – und das berührt den Kern der Ekphra­sis ([Krieger 1992a]Krieger, Murray (1992): Ekphrasis - the Illussion of the Natural Sign. John Hopkins University Press, Baltimore [u.a.].
und [Krieger 1995a]Krieger, Murray (1995): Das Problem der Ekphrasis: Wort und Bild, Raum und Zeit – und das literarische Werk. In: Boehm, G. & Pfotenhauer, H. (Hg.), Beschreibungskunst, Kunstbeschreibung: Ekphrasis von der Antike bis zur Gegenwart. Fink, München.
; ⊳ Unei­gentli­che Bilder).

Anmerkungen
  1. ↑ Das Zi­tat lau­tet im Wei­te­ren: „Wir be­schrei­ben aber Or­te, Zei­ten, Per­so­nen, Fes­te, Ta­ten […]. Wann im­mer wir aber be­schrei­ben möch­ten […] Sta­tu­en oder Bil­der oder der­ar­ti­ges sonst, soll man aber ver­su­chen, Über­le­gun­gen zu sol­chem oder sol­chem hin­zu­zu­fü­gen von Sei­ten der Ver­fas­sung des Ma­lers oder des Bild­hau­ers” ([Spengel 1966a]Spengel, Leonhard (1966): Rhetores Graeci. Minerva, Frankfurt.
    Notiz: 1/3, [unv. Nachdr. der Ausg. 1853-1856]
    : S. 491; [Boeder 1996a]Boeder, Maria (1996): Visa et vox. Sprache und Bild in der spätantiken Literatur. Lang, Frankfurt/M.
    : S. 40).
  2. ↑ Vier der Bü­cher mit pro­gym­nas­ma­ta aus dem 1. bis 5. Jahr­hun­dert sind über­lie­fert. Ih­re Au­to­ren sind Aeli­us Theon, Her­mo­ge­nes, Aph­to­ni­us So­phis­tes und Ni­ko­laos von Myra. Letz­te­rer ist der ein­zi­ge Au­tor, der ex­pli­zit Kunst­wer­ke als Ge­gen­stand der Ek­phra­sis er­wähnt ([Boeder 1996a]Boeder, Maria (1996): Visa et vox. Sprache und Bild in der spätantiken Literatur. Lang, Frankfurt/M.
    : S. 34-41.)
  3. ↑ Um­strit­ten bleibt die Ver­wen­dung des Be­griffs in der Mu­sik(-wis­sen­schaft) im Sin­ne von Kom­po­nie­ren nach Bil­dern bzw. von pro­gramm­be­zo­ge­nem Kom­po­nie­ren; wei­ter­füh­rend da­zu bei­spiels­wei­se [Fink 1988a]Fink, Monika (1988): Musik nach Bildern. Programmbezogenes Komponieren im 19. und 20. Jahrhundert. Helbling, Innsbruck.
    und [Bruhn 2000a]Bruhn, Sieglind (2000): Mucial Ecphrasis: Composers Responding to Poetry and Painting. Pendragon Press, New York.
    .
  4. ↑ Quin­ti­lian, «De in­sti­tu­ti­o­ne ora­to­ria», IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63.
  5. ↑ Aus­führ­lich wird die Gat­tungs­ge­schich­te dar­ge­stellt in [Friedländer 1912a]Friedländer, Paul (1912): Johannes von Gaza und Paulus Silentiarius. Kunstbeschreibungen justinianischer Zeit. Teubner, Leipzig.
    .
  6. ↑ Bei­spiels­wei­se wur­den die bei­den ers­ten Pro­duk­ti­ons­sta­di­en der Re­de in­ven­tio und dis­po­tio aus der Rhe­to­rik für den Kunst­dis­kurs über­nom­men; die Kri­te­ri­en der elo­cu­tio, me­mo­ria und pro­nun­ti­a­tio je­doch nicht (vgl. [Rosenberg 2007a]Rosenberg, Raphael (2007): Inwiefern Ekphrasis keine Bildbeschreibung ist. In: Knape, Joachim (Hg.), Zeitschrift für Kunstgeschichte. Koerner, Baden-Baden.
    , 272).
  7. ↑ Das Be­son­de­re der ge­sam­ten Schild­be­schrei­bung ist die Selbst­re­fe­ren­ti­a­li­tät des Tex­tes. Der Vor­tra­gen­de tritt als Künst­ler in Er­schei­nung und der Text selbst wird als Kunst­werk vor­ge­führt. So­mit wird of­fen­bar, dass es sich auch bei dem Schild um ein fik­ti­ves Kunst­werk han­delt (ebd.).
  8. ↑ Ei­ne um­fang­rei­che Lis­te ek­phras­ti­scher Wer­ke von der An­ti­ke bis zum Mit­tel­al­ter lie­fert [Downey 1959a]Downey, Glanville (1959): Ekphrasis. Reallexikon für Antike und Christentum, IV.
    Notiz: Sp.921-944
    .
Literatur
[Alpers 1960a]Alpers, Svetlana (1960): Ekphrasis and aesthetic attitudes in Vasari’s Lives. Journal of the Warburg and Courtauld Institutes , 23, 1937.[Alpers 1995a]Alpers, Svetlana (1995): Ekphrasis und Kunstanschauung in Vasaris Viten. In: Boehm, G. & Pfotenhauer, H. (Hg.), Beschreibungskunst, Kunstbeschreibung. Fink, München.[Baumann 2011a]Baumann, Mario (2011): Bilder schreiben. Virtuose Ekphrasis in Philostrats Eikones. De Gruyter, Berlin.[Baxandall 1990a]Baxandall, Michael (1990): Ursachen der Bilder. Über das historische Erklären von Kunst. Reimer, Berlin.[Boeder 1996a]Boeder, Maria (1996): Visa et vox. Sprache und Bild in der spätantiken Literatur. Lang, Frankfurt/M.[Boehm & Pfotenhauer 1995a]Boehm, Gottfried & Pfotenhauer, Helmut (Hg.) (1995): Beschreibungskunst, Kunstbeschreibung: Ekphrasis von der Antike bis zur Gegenwart. Fink, München.[Boehm 1995a]Boehm, Gottfried (1995): Bildbeschreibung. Über die Grenzen von Bild und Sprache. In: Boehm, G. & Pfotenhauer, H. (Hg.), Beschreibungskunst, Kunstbeschreibung: Ekphrasis von der Antike bis zur Gegenwart. Fink, München.[Bruhn 2000a]Bruhn, Sieglind (2000): Mucial Ecphrasis: Composers Responding to Poetry and Painting. Pendragon Press, New York.[Bätschmann 2009a]Bätschmann, Oskar (2009): Beschreibung und Illustration. In: Kofler, Peter (Hg.), Ekstatische Kunst – besonnenes Wort. Aby Warburg und die Denkräume der Ekphrasis. Studien-Verlag, Wien.[Downey 1959a]Downey, Glanville (1959): Ekphrasis. Reallexikon für Antike und Christentum, IV.[Drügh 2006a]Drügh, Heinz J. (Hg.) (2006): Ästhetik der Beschreibung – poetische und kulturelle Energie deskriptiver Texte (1700-2000). Studien und Texte zur Kulturgeschichte deutschsprachiger Literatur. Francke, Tübingen.[Fink 1988a]Fink, Monika (1988): Musik nach Bildern. Programmbezogenes Komponieren im 19. und 20. Jahrhundert. Helbling, Innsbruck.[Fowler 1991a]Fowler, Don P. (1991): Narrate and Describe: The Problem of Ekphrasis. The Journal of Roman Studies, 81.[Frangenberg 2003a]Frangenberg, Thomas (2003): Poetry on Art : Renaissance to Romanticism. Schaun, T., Donington.[Friedländer 1912a]Friedländer, Paul (1912): Johannes von Gaza und Paulus Silentiarius. Kunstbeschreibungen justinianischer Zeit. Teubner, Leipzig.[Giuliani 2006a]Giuliani, Luca (2006): Die unmöglichen Bilder des Philostrat: Ein antiker Beitrag zur Paragone-Debatte. Pegasus. Berliner Beiräge zum Nachleben der Antike, 8.[Graf 1995a]Graf, Fritz (1995): Ekphrasis. Die Entstehung der Gattung in der Antike. In: Boehm, G. & Pfotenhauer, H. (Hg.), Beschreibungskunst, Kunstbeschreibung: Ekphrasis von der Antike bis zur Gegenwart. Fink, München.[Heffernan 1999a]Heffernan, James A.W. (1999): Speaking for Pictures: The Rhetoric of Art Criticism. Word & Image, 15.[Hollander 1988a]Hollander, John (1988): The Poetics of Ekphrasis. Word & Image, 4, 1.[Kranz 1976a]Kranz, Gisbert (Hg.) (1976): Gedichte auf Bilder. Anthologie und Galerie. DTV, München.[Krieger 1992a]Krieger, Murray (1992): Ekphrasis - the Illussion of the Natural Sign. John Hopkins University Press, Baltimore [u.a.].[Krieger 1995a]Krieger, Murray (1995): Das Problem der Ekphrasis: Wort und Bild, Raum und Zeit – und das literarische Werk. In: Boehm, G. & Pfotenhauer, H. (Hg.), Beschreibungskunst, Kunstbeschreibung: Ekphrasis von der Antike bis zur Gegenwart. Fink, München.[Löhr 2003a]Löhr, Wolf-Dietrich (2003): Ekphrasis. In: Pfisterer, U. (Hg.), Metzler-Lexikon Kulturwissenschaft: Ideen, Methoden, Begriffe. Metzler, Stuttgart [u.a.].[Moog-Grünewald 2001a]Moog-Grünewald, Maria (2001): Der Sänger im Schild – oder: Über den Grund ekphrastischen Schreibens. In: Drügh, H. J. & Moog-Grünewald, M. (Hg.), Behext von Bildern? Ursachen, Funktionen und Perspektiven der textuellen Faszination durch Bilder. C. Winter, Heidelberg.[Männlein-Robert 2007a]Männlein-Robert, Irmgard (2007): Stimme, Schrift und Bild: zum Verhältnis der Künste in der hellenistischen Dichtung. Universitätsverlag Winter, Heidelberg.[Pfotenhauer 1996a]Pfotenhauer, Helmut (1996): Die nicht mehr abbildenden Bilder: Zur Verräumlichung der Zeit in der Prosaliteratur um 1800. Poetica : Zeitschrift für Sprach- und Literaturwissenschaft, 28, 3.[Reulecke 2002a]Reulecke, Anne-Kathrin (2002): Geschriebene Bilder – Zum Kunst- und Mediendiskurs in der Gegenwartsliteratur. Fink, München.[Rosen 2001a]Rosen, Valeska von (2001): “Diletto dei sensi” und “diletto dell'intelletto”. Bellinis und Tizians «bacchanalien» für Alfonso d'Este in ihrem Rezeptionskontext. Städel-Jahrbuch, N.F. 18.[Rosenberg 1995a]Rosenberg, Raphael (1995): Von der Ekphrasis zur wissenschaftlichen Bildbeschreibung: Vasari, Agucchi, Félibien, Burckhardt. Zeitschrift für Kunstgeschichte, 58.[Rosenberg 2007a]Rosenberg, Raphael (2007): Inwiefern Ekphrasis keine Bildbeschreibung ist. In: Knape, Joachim (Hg.), Zeitschrift für Kunstgeschichte. Koerner, Baden-Baden.[Schaefer & Rentsch 2004a]Schaefer, Christina & Rentsch, Stefanie (2004): Ekphrasis. Anmerkungen zur Begriffsbestimmung in der neueren Forschung. Zeitschrift für französische Sprache und Literatur, 114, 2.[Schiffermüller 2009a]Schiffermüller, Isolde (2009): Wort und Bild im Atlas »Mnemosyne«. Zur pathetischen Eloquenz der Sprache Aby Warburgs . In: Kofler, P. (Hg.), Ekstatische Kunst. Aby Warburg und die Denkräume der Ekphrasis. Studienverlag, Wien (u.a.).[Spengel 1966a]Spengel, Leonhard (1966): Rhetores Graeci. Minerva, Frankfurt.[Wagner 1996a]Wagner, Peter (1996): Introduction: Ekphrasis, Iconotexts, and Intermediality – The State(s) of the Art(s). In: Wagner, P. (Hg.), Icons - Texts - Iconotexts. De Gruyter, Berlin.[Wandhoff 2001a]Wandhoff, Heiko (2001): Ekphrasis. Bildbeschreibungen in der Literatur von der Antike bis in die Gegenwart. In: Wenzel, H. (Hg.), Audiovisualität vor und nach Gutenberg. Zur Kulturgeschichte der medialen Umbrüche. Verlag des Kunsthistor. Museums Wien, Wien.[Webb 1999a]Webb, Ruth (1999): Ekphrasis Ancient and Modern: The Invention of a Genre. Word & Image, 15.[Webb 2009a]Webb, Ruth (2009): Ekphrasis, Imagination and Persuasion in Ancient Rhetorical Theory and Practice. Ashgate, Farnham [u.a.].

Ausgabe 1: 2013

Verantwortlich:

Lektorat:

Zitierhinweis:

Thönnes, Barbara (2013). Ekphrasis. (Ausg. 1). In: Schirra, J.R.J.; Halawa, M. & Liebsch, D. (Hg.), Glossar der Bildphilosophie. (2012-2026). [bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis].