Bildtermini anderer Sprachen: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Glossar der Bildphilosophie
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Joerg R.J. Schirra (Diskussion | Beiträge)
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==Fragestellung==
Die Annahme, dass gegen Ende des 20. Jahrhun&shy;derts nicht nur in den Kultur&shy;wissen&shy;schaften eine Hinwen&shy;dung, ein ''turn'' hin zu den Bildern stattge&shy;funden habe, gehört zum Common&shy;sense.<ref>Zu den ein&shy;schlä&shy;gi&shy;gen Pro&shy;kla&shy;ma&shy;ti&shy;o&shy;nen die&shy;ses ''turn'' vgl. <bib id='Fellmann 1991a'>Fell&shy;mann 1991a</bib>: S. 26, (<bib id='Mitchell 2008a'>Mit&shy;chell 2008a</bib>: S. 101-&#8203;135 und <bib id='Boehm 1994a'></bib>.</ref> Vor diesem Hinter&shy;grund bedarf eine Rückwen&shy;dung zur Sprache – und selbst wenn es sich dabei um eine Wendung zu den Bild&shy;termi&shy;ni ande&shy;rer Sprachen handelt – zumin&shy;dest einer Erläu&shy;terung.<ref>Die kom&shy;ple&shy;men&shy;tä&shy;ren [[Bildtermini im modernen Deutsch|Bild&shy;ter&shy;mi&shy;ni des Deut&shy;schen]] wer&shy;den im Haupt&shy;punkt [[Sprechen über Bilder|Spre&shy;chen über Bil&shy;der]] be&shy;rück&shy;sich&shy;tigt.</ref> Welche Gründe gibt es also, sich mit derar&shy;tigen Bild&shy;termi&shy;ni ausein&shy;ander&shy;zuset&shy;zen?
Im ersten Kapitel seines einfluss&shy;reichen Buches «Icono&shy;logy» unter&shy;scheidet W.J.T. Mitchell mehre&shy;re Zweige in der Fami&shy;lie der „images“, darun&shy;ter den graphi&shy;schen, opti&shy;schen, menta&shy;len und verba&shy;len (vgl. <bib id='Mitchell 1986a'></bib>: S. 10). Das ist auf den ersten Blick einleuch&shy;tend. Es entspricht weitge&shy;hend unse&shy;rem Sprachver&shy;ständnis, dass wir [[Malerei|Gemäl&shy;de]], [[Spiegel|Spiege&shy;lungen]], [[Vorstellung|Vorstel&shy;lungen]] und auch bestimm&shy;te rheto&shy;rische Figu&shy;ren – wie etwa die eben verwen&shy;dete [[Sprachliche Metaphern und allgemeine Metaphorologie|Meta&shy;pher]] des Zweigs – ‘Bilder’ nennen (⊳ [[Bild und rhetorische Figur|Bild und rheto&shy;rische Figur]]).
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Allerdings sollte uns schon Mitchells Text selbst skeptisch machen: Wieso spricht er von ‘''images''’ und nicht von ‘''pic&shy;tures''’? Immer&shy;hin lässt sich doch beides mit ‘Bild’ über&shy;setzen! Und welche Bedeu&shy;tungsdif&shy;ferenz im Engli&shy;schen entgeht uns, wenn wir genau das tun und beides mit ein und demsel&shy;ben deutschen Wort wieder&shy;geben? Außer&shy;dem ist Sprache, sind Sprachen wandelbar. Dafür ist zufäl&shy;liger&shy;weise das deutsche Wort ‘Image’ ein gutes Beispiel, das, aus dem Engli&shy;schen kommend, sich in den 1950er Jahren zuerst in der Wirtschafts&shy;psycho&shy;logie und dann in der Alltags&shy;sprache verbrei&shy;tete (vgl. <bib id='Brachfeld 1976a'></bib>). Wir müssen also vermu&shy;ten, dass sich unser gegen&shy;wärti&shy;ges Sprachver&shy;ständnis nicht ohne Verzer&shy;rungen einfach in die Vergan&shy;genheit proji&shy;zieren lässt.  
Eine solche Auseinandersetzung bietet Einsich&shy;ten in die Instru&shy;mente, mit denen wir uns auf Bilder bezie&shy;hen; sie erschließt dabei die Bedeu&shy;tungsnu&shy;ancen der Termi&shy;ni und die unter&shy;schiedli&shy;chen Gegen&shy;stände, die unter sie fallen; und sie infor&shy;miert ferner über die wissens- und kultur&shy;geschicht&shy;liche Bedeu&shy;tung von Bild&shy;meta&shy;phern. Im einzel&shy;nen:
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===Bezug auf Bilder===
Obwohl gegen Ende des 20. Jahrhun&shy;derts eine Hinwen&shy;dung zum Thema Bild stattge&shy;funden hat, ist damit keines&shy;wegs das gängi&shy;ge wissen&shy;schaftli&shy;che Proze&shy;dere – um auf dieser allge&shy;meinsten Ebene noch nicht von ‘Metho&shy;de’ zu sprechen – außer Kurs gesetzt worden: In der Regel ''reden'' oder ''schreiben'' wir in den Wissen&shy;schaften immer noch über die für uns rele&shy;vanten Themen. Wir haben nicht begon&shy;nen, (über) sie statt&shy;dessen nur noch zu ''malen'', ''zeichnen'' oder zu ''foto&shy;grafie&shy;ren''.<ref>Aus&shy;nah&shy;men von die&shy;ser Re&shy;gel sind bei&shy;spiels&shy;wei&shy;se schon «Der Bil&shy;der&shy;at&shy;las Mne&shy;mo&shy;sy&shy;ne» aus den 1920er Jah&shy;ren (<bib id='Warburg 2008a'>War&shy;burg 2008a</bib>), die „pic&shy;to&shy;rial es&shy;says“, die sich in den – be&shy;zeich&shy;nen&shy;der&shy;wei&shy;se aus ei&shy;ner BBC-&#8203;Fern&shy;seh&shy;se&shy;rie her&shy;vor&shy;ge&shy;gan&shy;ge&shy;nen – «Ways of See&shy;ing» fin&shy;den (<bib id='Berger 1972a'>Ber&shy;ger 1972a</bib>), oder auch jün&shy;ge&shy;re Ar&shy;bei&shy;ten im An&shy;schluss an Wal&shy;ter Ben&shy;ja&shy;mins «Pas&shy;sa&shy;gen-&#8203;Werk» (<bib id='Buck-Morss 1989a'>Buck-&#8203;Morss 1989a</bib>: S. 341-&#8203;375 und <bib id='Buck-Morss 2000a'>Buck-&#8203;Morss 2000a</bib>). Es ist je&shy;doch auf&shy;fäl&shy;lig, das auch der&shy;ar&shy;ti&shy;ge Aus&shy;nah&shy;men nicht voll&shy;stän&shy;dig mit dem Prin&shy;zip des [[Sprechen über Bilder|Spre&shy;chens über Bil&shy;der]] bre&shy;chen kön&shy;nen: Es wer&shy;den Ti&shy;tel ver&shy;wen&shy;det, und die Bil&shy;der oder Bild&shy;stre&shy;cken wer&shy;den ent&shy;wed&shy;er di&shy;rekt kom&shy;men&shy;tiert oder lo&shy;cke&shy;rer dis&shy;kur&shy;siv kon&shy;tex&shy;tu&shy;iert.</ref> Um über sie reden oder schreiben zu können, müssen wir nahe liegen&shy;der Weise auch Aus&shy;drücke verwen&shy;den, mit denen wir uns auf sie bezie&shy;hen. Sich mit Bild&shy;termi&shy;ni ausein&shy;ander&shy;zuset&shy;zen, bedeu&shy;tet daher, sich über die Instru&shy;mente Aufschluss zu geben, mit denen wir uns (auch in den Wissen&shy;schaften) auf Bilder bezie&shy;hen. Neben&shy;bei, auch der aktu&shy;elle Satz ist ein Beispiel für diesen Bezug, denn in ihm finden sich bezeich&shy;nender&shy;weise keine ''Bilder'' – in ihm findet sich ledig&shy;lich der ''Ausdruck'' ‘Bilder’.
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In den hier zusammengestellten Beiträ&shy;gen wird es darum gehen, genau diese Skrupel zu berück&shy;sichti&shy;gen und vor allem danach zu fragen, was sich in älte&shy;ren und fremdspra&shy;chigen Texten tatsäch&shy;lich findet, wenn in der deutschen Über&shy;setzung zumeist nur ‘Bild’ zu lesen ist. Es wird sich also um Beiträ&shy;ge zur Begriffs&shy;geschich&shy;te oder zur histo&shy;rischen Seman&shy;tik von ‘Bild’ und seinen Über&shy;setzun&shy;gen handeln.<ref>Der the&shy;ma&shy;tisch eben&shy;falls in die&shy;sen Zu&shy;sam&shy;men&shy;hang ge&shy;hö&shy;ren&shy;de Ar&shy;ti&shy;kel&#8203; «[[Bildtermini im modernen Deutsch|Bild&shy;ter&shy;mi&shy;ni im mo&shy;der&shy;nen Deutsch]]»&#8203; wur&shy;de aus na&shy;he&shy;lie&shy;gen&shy;den Grün&shy;den dem Haupt&shy;punkt&#8203; «[[Sprechen über Bilder|Spre&shy;chen über Bil&shy;der]]»&#8203; zu&shy;ge&shy;ord&shy;net.</ref>
 
===Bedeutungsnuancen der Termini===
Schon anhand von einer, erst recht bei der Berück&shy;sichti&shy;gung von mehre&shy;ren Sprachen, kann man feststel&shy;len, dass es erstens eine Vielzahl von derar&shy;tigen Termi&shy;ni gibt und dass es sich zweitens bei dieser Vielzahl nicht um eine ono&shy;masio&shy;logi&shy;sche Trivia&shy;lität handelt. Die Ono&shy;masio&shy;logie fragt nach den verschie&shy;denen Bezeich&shy;nungen, die eine Sache haben kann. Bei den uns inte&shy;ressie&shy;renden Termi&shy;ni handelt es sich jedoch nicht immer schlicht um verschie&shy;dene Termi&shy;ni für ein und diesel&shy;be Sache – welche Sache es tatsäch&shy;lich ist, kann vielmehr nach Maßga&shy;be der Termi&shy;ni durchaus vari&shy;ieren. Wir stoßen bei dem Termi&shy;ni also auf Bedeu&shy;tungsnu&shy;ancen. Die franzö&shy;sische Alltags&shy;sprache kennt beispiels&shy;weise sowohl die Rede vom ''tableau'' als auch die von der ''image''; gemäß der unter&shy;schiedli&shy;chen Logik der beiden Begrif&shy;fe, der konkre&shy;teren Ausrich&shy;tung des ersten und der abstrak&shy;teren Ausrich&shy;tung der zweiten, können wir von einem ''tableau'' sagen, dass wir es an die Wand hängen, bei einer ''image'' ist dies jedoch unmög&shy;lich.<ref>Vgl. ⊳ [[Französisch: 'image', 'dessin' und 'cadre'|Fran&shy;zö&shy;sisch: ‘image’, ‘des&shy;sin’ und ‘cadre’]]; Ent&shy;spre&shy;chen&shy;des trifft auch auf das Eng&shy;li&shy;sche und die Un&shy;ter&shy;schei&shy;dung zwi&shy;schen [[Englisch: 'image' und 'picture'|''pic&shy;ture'']] und [[Englisch: 'image' und 'picture'|''im&shy;age'']] zu.</ref> (Die deutsche Alltags&shy;sprache hinge&shy;gen verfährt anders, verschleift diesen Unter&shy;schied und nennt beides ‘Bild’.)<ref>Im Deut&shy;schen wird die&shy;ser Un&shy;ter&shy;schied erst durch ei&shy;ne Ver&shy;bin&shy;dung des Bild&shy;ter&shy;mi&shy;nus mit ei&shy;nem Ad&shy;jek&shy;tiv oder durch ei&shy;ne an&shy;de&shy;re Er&shy;wei&shy;te&shy;rung ein&shy;ge&shy;holt. Bei&shy;spie&shy;le in der deut&shy;schen Wis&shy;sen&shy;schafts&shy;spra&shy;che da&shy;für fin&shy;den sich bei Ed&shy;mund Hus&shy;serl, der das „phy&shy;si&shy;sche Bild, das Bild aus Lein&shy;wand, aus Mar&shy;mor usw.“ vom „re&shy;prä&shy;sen&shy;tie&shy;ren&shy;den Bild“ oder „Bild&shy;ob&shy;jekt“ ab&shy;grenzt (<bib id='Husserl 1980a'>Hus&shy;serl 1980a</bib>: S. 19), oder in der Be&shy;zeich&shy;nung [[Bildträger|‘Bild&shy;trä&shy;ger’]].</ref>
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===Gegenstände===
Die Semasiologie fragt danach, was alles unter ein und diesel&shy;be Bezeich&shy;nung fällt. Im Falle der Bild&shy;termi&shy;ni ist diese Frage eben&shy;falls aufschluss&shy;reich, da sie keines&shy;wegs nur visuell wahrnehm&shy;bare Arte&shy;fakte bezeich&shy;nen. William John Thomas Mitchell hat auch aufgrund dessen die Fami&shy;lie der Bilder grob in graphi&shy;sche ([[Malerei|Gemäl&shy;de]], Zeichnun&shy;gen etc., [[Skulptur|Statuen]], Pläne), opti&shy;sche ([[Spiegel|Spiegel]], Projek&shy;tionen), perzep&shy;tuelle (Sinnes&shy;daten, „Formen“, Erschei&shy;nungen), menta&shy;le ([[Traumbild|Träume]], Erin&shy;nerun&shy;gen, Ideen, [[Vorstellungsbilder / Mentale Modelle|Vorstel&shy;lungsbil&shy;der]]) und sprachli&shy;che Bilder ([[Sprachliche Metaphern und allgemeine Metaphorologie|Meta&shy;phern]], Beschrei&shy;bungen) einge&shy;teilt (<bib id='Mitchell 1986a'></bib>: S. 10). Etwas anders gesagt: Es lässt sich beobach&shy;ten, dass eine Fülle verschie&shy;dener Gegen&shy;stände unter die fragli&shy;chen Termi&shy;ni fällt. — Neben Unter&shy;schieden, die sich bereits in der synchro&shy;nen Perspek&shy;tive erschlie&shy;ßen, finden sich weite&shy;re Unter&shy;schiede, wenn man wie die Begriffs&shy;geschich&shy;te oder die histo&shy;rische Seman&shy;tik die Termi&shy;ni in der diachro&shy;nen Perspek&shy;tive verfolgt.<ref>Für die Phi&shy;lo&shy;so&shy;phie vgl. da&shy;zu <bib id='Ritter 1967a'>Rit&shy;ter 1967a</bib>, für die His&shy;to&shy;ri&shy;o&shy;gra&shy;phie <bib id='Koselleck 1979a'>Ko&shy;sel&shy;leck 1979a</bib> und für die So&shy;zi&shy;o&shy;lo&shy;gie <bib id='Luhmann 1980a'>Luh&shy;mann 1980a</bib>.</ref> Beispiels&shy;weise fiel unter ‘ima&shy;go’, der Wurzel für das franzö&shy;sische oder engli&shy;sche ‘image’, keines&shy;wegs immer nur etwas Abstrak&shy;te(re)s, sondern zu Beginn der rekon&shy;struier&shy;baren Begriffs&shy;geschich&shy;te ganz handgreif&shy;lich die römi&shy;sche Toten&shy;maske (⊳ [[Lateinisch: 'effigies', 'species', 'simulacrum', 'imago'|Latei&shy;nisch: ‘effi&shy;gies’, ‘species’, ‘simu&shy;lacrum’, ‘ima&shy;go’]]).<ref> Um ein wei&shy;te&shy;res Bei&shy;spiel zu nen&shy;nen: Noch Hus&shy;serls Er&shy;klä&shy;run&shy;gen zum phy&shy;si&shy;schen Bild ver&shy;ra&shy;ten an&shy;satz&shy;wei&shy;se, dass es frü&shy;her im Ge&shy;gen&shy;satz zu heu&shy;te üb&shy;lich war, un&shy;ter ‘Bild’ vor al&shy;lem plas&shy;ti&shy;sche und nicht pla&shy;ne Ge&shy;gen&shy;stän&shy;de zu fas&shy;sen.</ref>
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===Bedeutung von Bildmetaphern===
In Zusammenhängen wie dem letztge&shy;nannten zeigt sich darü&shy;ber hinaus, dass Bild&shy;termi&shy;ni – teils durch expli&shy;zite Verglei&shy;che oder Ana&shy;logien gestützt – oftmals meta&shy;phorisch verwen&shy;det werden (vgl. hier und im Folgen&shy;den <bib id='Liebsch 2012a'></bib>). Um nur zwei prägnan&shy;te Beispie&shy;le zu nennen: Im byzan&shy;tini&shy;schen [[Idolatrie und Ikonoklasmus|Bilder&shy;streit]] weitet der Iko&shy;nophi&shy;le Johan&shy;nes von Damas&shy;kus die Bedeu&shy;tung von ‘eikon’ (vgl. ⊳ [[Griechisch: 'agalma', 'phantasma', 'eidolon', 'typos', 'eikon'|Griechisch: ‘agal&shy;ma’, ‘phantas&shy;ma’, ‘eido&shy;lon’, ‘typos’, ‘eikon’]]) derar&shy;tig aus, dass erstens der gesam&shy;te christli&shy;che Kosmos als bildhaft und zweitens das ursprüng&shy;liche Problem, die [[Ikone|Iko&shy;ne]], nur noch als ein unpro&shy;blema&shy;tischer Fall von vielen erscheint.<ref>Ge&shy;mes&shy;sen an un&shy;se&shy;rem Ver&shy;ständ&shy;nis von ‘Bild’ teils doch recht aben&shy;teu&shy;er&shy;lich fällt un&shy;ter ‘ei&shy;kon’ bei Jo&shy;han&shy;nes: a) Chris&shy;tus im Ver&shy;hält&shy;nis zu Gott, b) die über&shy;zeit&shy;li&shy;che Idee im Geis&shy;te Got&shy;tes, die das Ge&shy;sche&shy;hen in der Zeit vor&shy;her&shy;be&shy;stimmt, c) der Mensch als Eben&shy;bild Got&shy;tes, d) die Schöp&shy;fung, in&shy;so&shy;fern sie auf ih&shy;ren Schöp&shy;fer ver&shy;weist, e) das ty&shy;po&shy;lo&shy;gi&shy;sche Ver&shy;hält&shy;nis des Al&shy;ten zum Neu&shy;en Tes&shy;ta&shy;ment so&shy;wie f) das mo&shy;ra&shy;li&shy;sche Vor&shy;bild, das sich in den Ge&shy;schich&shy;ten der Bi&shy;bel und den Iko&shy;nen fin&shy;det; vgl. <bib id='Johannes von Damaskos 1975a'>Jo&shy;ha&shy;nnes von Da&shy;mas&shy;kos 1975a</bib>: III, 18-23).</ref> Und John Locke ana&shy;logi&shy;siert in der Neuzeit unse&shy;re Vorstel&shy;lungen von Dingen mit ‘pic&shy;tures’ und vergleicht ihr Entste&shy;hen im menschli&shy;chen Verstand mit der Erzeu&shy;gung von Bildern in der [[Camera obscura|Came&shy;ra obscu&shy;ra]].<ref>Vgl. <bib id='Locke 1975a'>Lo&shy;cke 1975a</bib>: II. Buch, 12. Ka&shy;pi&shy;tel, Ab&shy;schnitt 17. — Schon Pla&shy;ton und Aris&shy;to&shy;te&shy;les ha&shy;ben ähn&shy;li&shy;che Ver&shy;glei&shy;che vor&shy;ge&shy;nom&shy;men, da&shy;bei aber na&shy;tür&shy;lich auf an&shy;de&shy;re Ver&shy;fah&shy;ren der Bild&shy;er&shy;zeu&shy;gung re&shy;kur&shy;riert, näm&shy;lich auf die Ma&shy;le&shy;rei wie Pla&shy;ton im «Phi&shy;le&shy;bos» (39a-c) und auf die Ma&shy;ler&shy;ei und die rhe&shy;to&shy;ri&shy;sche Mne&shy;mo&shy;tech&shy;nik wie Aris&shy;to&shy;te&shy;les in «De ani&shy;ma» (427b).</ref> Folgt man der meta&shy;phori&shy;schen Verwen&shy;dung von Bild&shy;termi&shy;ni, so lässt sich feststel&shy;len, dass die Bild&shy;meta&shy;pher eine tragen&shy;de Rolle in Onto&shy;logie und Theo&shy;logie, in Erkennt&shy;nistheo&shy;rie und Psycho&shy;logie sowie in der Ethik und vielen ande&shy;ren Berei&shy;chen gespielt hat. Sie zählt zu jenen starken und weit verbrei&shy;teten Meta&shy;phern, die bis heute unser Wissen struktu&shy;rieren.<ref>Da&shy;zu heißt es im «Wör&shy;ter&shy;buch der phi&shy;lo&shy;so&shy;phi&shy;schen Me&shy;ta&shy;phern»: „Sol&shy;che Me&shy;ta&shy;phern, von an&shy;de&shy;ren Au&shy;to&shy;ren auch 'ra&shy;di&shy;ka&shy;le Me&shy;ta&shy;phern' (Ernst Cas&shy;sie&shy;rer), ''root meta&shy;phors'' (Ste&shy;phen C. Pep&shy;per), ''gen&shy;er&shy;a&shy;tive meta&shy;phors'' (Max Black) oder ''mé&shy;ta&shy;phores vi&shy;ves'' (Paul Ri&shy;cœur) ge&shy;nannt, sind 'Grund&shy;be&shy;stän&shy;de' oder, wie Blu&shy;men&shy;berg auch sagt, ‘ab&shy;so&shy;lu&shy;te’ Me&shy;ta&shy;phern und bie&shy;ten als sol&shy;che be&shy;son&shy;de&shy;re An&shy;läs&shy;se phi&shy;lo&shy;so&shy;phi&shy;scher Re&shy;fle&shy;xion“ (<bib id='Konersmann 2011a'>Ko&shy;ners&shy;mann 2011a</bib>: S. 12). — Di&shy;rekt zur Bild&shy;me&shy;ta&shy;pho&shy;rik vgl. im «Wör&shy;ter&shy;buch» ins&shy;be&shy;son&shy;de&shy;re <bib id='Meyer-Drawe & Witte 2011a'>Me&shy;yer-&#8203;Dra&shy;we & Wit&shy;te 2011a</bib>: S. 66-70.</ref>


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* [[Englisch: 'image' und 'picture'|Englisch: ‘image’ und ‘picture’]]
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* [[Hilfe:Entschuldigung1|Französisch: 'image', 'dessin' und 'cadre' -]]
* [[Hilfe:Entschuldigung1|Französisch: 'image', 'dessin' und 'cadre' -]]
* [[Griechisch: 'ἄγαλμα', 'φάντασμα', 'εἴδωλον', 'τύπος', 'εἰκών'|Griechisch: ‘ἄγαλμα’, ‘φάντασμα’, ‘εἴδωλον’, ‘τύπος’, ‘εἰκών’ -]]
* [[Griechisch: 'agalma', 'phantasma', 'eidolon', 'typos', 'eikon'|Griechisch: ‘ἄγαλμα’, ‘φάντασμα’, ‘εἴδωλον’, ‘τύπος’, ‘εἰκών’]]
* [[Hebräisch: 'päsäl', 'säläm' und 'demut'|Hebräisch: ‘פַּסָּל‘, ’צֶלֶם’ und ‘דְּמוּת’]]
* [[Hebräisch: 'päsäl', 'säläm' und 'demut'|Hebräisch: ‘פַּסָּל‘, ’צֶלֶם’ und ‘דְּמוּת’]]
* [[Hilfe:Entschuldigung1|Italienisch: ‘disegno’, ‘quadro’, ‘dipinto’, ‘figura’, ‘immagine’, ‘ritratto’ -]]
* [[Hilfe:Entschuldigung1|Italienisch: ‘disegno’, ‘quadro’, ‘dipinto’, ‘figura’, ‘immagine’, ‘ritratto’ -]]
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Aktuelle Version vom 10. Januar 2026, 19:56 Uhr

Hauptpunkt zu: Bild und Sprache


Die Annahme, dass gegen Ende des 20. Jahrhun­derts nicht nur in den Kultur­wissen­schaften eine Hinwen­dung, ein turn hin zu den Bildern stattge­funden habe, gehört zum Common­sense.[1] Vor diesem Hinter­grund bedarf eine Rückwen­dung zur Sprache – und selbst wenn es sich dabei um eine Wendung zu den Bild­termi­ni ande­rer Sprachen handelt – zumin­dest einer Erläu­terung.[2] Welche Gründe gibt es also, sich mit derar­tigen Bild­termi­ni ausein­ander­zuset­zen?

Eine solche Auseinandersetzung bietet Einsich­ten in die Instru­mente, mit denen wir uns auf Bilder bezie­hen; sie erschließt dabei die Bedeu­tungsnu­ancen der Termi­ni und die unter­schiedli­chen Gegen­stände, die unter sie fallen; und sie infor­miert ferner über die wissens- und kultur­geschicht­liche Bedeu­tung von Bild­meta­phern. Im einzel­nen:

Bezug auf Bilder

Obwohl gegen Ende des 20. Jahrhun­derts eine Hinwen­dung zum Thema Bild stattge­funden hat, ist damit keines­wegs das gängi­ge wissen­schaftli­che Proze­dere – um auf dieser allge­meinsten Ebene noch nicht von ‘Metho­de’ zu sprechen – außer Kurs gesetzt worden: In der Regel reden oder schreiben wir in den Wissen­schaften immer noch über die für uns rele­vanten Themen. Wir haben nicht begon­nen, (über) sie statt­dessen nur noch zu malen, zeichnen oder zu foto­grafie­ren.[3] Um über sie reden oder schreiben zu können, müssen wir nahe liegen­der Weise auch Aus­drücke verwen­den, mit denen wir uns auf sie bezie­hen. Sich mit Bild­termi­ni ausein­ander­zuset­zen, bedeu­tet daher, sich über die Instru­mente Aufschluss zu geben, mit denen wir uns (auch in den Wissen­schaften) auf Bilder bezie­hen. Neben­bei, auch der aktu­elle Satz ist ein Beispiel für diesen Bezug, denn in ihm finden sich bezeich­nender­weise keine Bilder – in ihm findet sich ledig­lich der Ausdruck ‘Bilder’.

Bedeutungsnuancen der Termini

Schon anhand von einer, erst recht bei der Berück­sichti­gung von mehre­ren Sprachen, kann man feststel­len, dass es erstens eine Vielzahl von derar­tigen Termi­ni gibt und dass es sich zweitens bei dieser Vielzahl nicht um eine ono­masio­logi­sche Trivia­lität handelt. Die Ono­masio­logie fragt nach den verschie­denen Bezeich­nungen, die eine Sache haben kann. Bei den uns inte­ressie­renden Termi­ni handelt es sich jedoch nicht immer schlicht um verschie­dene Termi­ni für ein und diesel­be Sache – welche Sache es tatsäch­lich ist, kann vielmehr nach Maßga­be der Termi­ni durchaus vari­ieren. Wir stoßen bei dem Termi­ni also auf Bedeu­tungsnu­ancen. Die franzö­sische Alltags­sprache kennt beispiels­weise sowohl die Rede vom tableau als auch die von der image; gemäß der unter­schiedli­chen Logik der beiden Begrif­fe, der konkre­teren Ausrich­tung des ersten und der abstrak­teren Ausrich­tung der zweiten, können wir von einem tableau sagen, dass wir es an die Wand hängen, bei einer image ist dies jedoch unmög­lich.[4] (Die deutsche Alltags­sprache hinge­gen verfährt anders, verschleift diesen Unter­schied und nennt beides ‘Bild’.)[5]

Gegenstände

Die Semasiologie fragt danach, was alles unter ein und diesel­be Bezeich­nung fällt. Im Falle der Bild­termi­ni ist diese Frage eben­falls aufschluss­reich, da sie keines­wegs nur visuell wahrnehm­bare Arte­fakte bezeich­nen. William John Thomas Mitchell hat auch aufgrund dessen die Fami­lie der Bilder grob in graphi­sche (Gemäl­de, Zeichnun­gen etc., Statuen, Pläne), opti­sche (Spiegel, Projek­tionen), perzep­tuelle (Sinnes­daten, „Formen“, Erschei­nungen), menta­le (Träume, Erin­nerun­gen, Ideen, Vorstel­lungsbil­der) und sprachli­che Bilder (Meta­phern, Beschrei­bungen) einge­teilt ([Mitchell 1986a]Mitchell, William J.T. (1986): Iconology. Image, Text, Ideology. University of Chicago Press, Chicago, London.
: S. 10). Etwas anders gesagt: Es lässt sich beobach­ten, dass eine Fülle verschie­dener Gegen­stände unter die fragli­chen Termi­ni fällt. — Neben Unter­schieden, die sich bereits in der synchro­nen Perspek­tive erschlie­ßen, finden sich weite­re Unter­schiede, wenn man wie die Begriffs­geschich­te oder die histo­rische Seman­tik die Termi­ni in der diachro­nen Perspek­tive verfolgt.[6] Beispiels­weise fiel unter ‘ima­go’, der Wurzel für das franzö­sische oder engli­sche ‘image’, keines­wegs immer nur etwas Abstrak­te(re)s, sondern zu Beginn der rekon­struier­baren Begriffs­geschich­te ganz handgreif­lich die römi­sche Toten­maske (⊳ Latei­nisch: ‘effi­gies’, ‘species’, ‘simu­lacrum’, ‘ima­go’).[7]

Bedeutung von Bildmetaphern

In Zusammenhängen wie dem letztge­nannten zeigt sich darü­ber hinaus, dass Bild­termi­ni – teils durch expli­zite Verglei­che oder Ana­logien gestützt – oftmals meta­phorisch verwen­det werden (vgl. hier und im Folgen­den [Liebsch 2012a]Liebsch, Dimitri (2012): “Uneigentliche” Bilder. Zur (historischen) Bildsemantik und -metaphorik. In: Liebsch, D. & Mößner, N. (Hg.), Visualisierung und Erkenntnis. Bildverstehen und Bildverwenden in Natur- und Geisteswissenschaften. von Halem, Köln.
). Um nur zwei prägnan­te Beispie­le zu nennen: Im byzan­tini­schen Bilder­streit weitet der Iko­nophi­le Johan­nes von Damas­kus die Bedeu­tung von ‘eikon’ (vgl. ⊳ Griechisch: ‘agal­ma’, ‘phantas­ma’, ‘eido­lon’, ‘typos’, ‘eikon’) derar­tig aus, dass erstens der gesam­te christli­che Kosmos als bildhaft und zweitens das ursprüng­liche Problem, die Iko­ne, nur noch als ein unpro­blema­tischer Fall von vielen erscheint.[8] Und John Locke ana­logi­siert in der Neuzeit unse­re Vorstel­lungen von Dingen mit ‘pic­tures’ und vergleicht ihr Entste­hen im menschli­chen Verstand mit der Erzeu­gung von Bildern in der Came­ra obscu­ra.[9] Folgt man der meta­phori­schen Verwen­dung von Bild­termi­ni, so lässt sich feststel­len, dass die Bild­meta­pher eine tragen­de Rolle in Onto­logie und Theo­logie, in Erkennt­nistheo­rie und Psycho­logie sowie in der Ethik und vielen ande­ren Berei­chen gespielt hat. Sie zählt zu jenen starken und weit verbrei­teten Meta­phern, die bis heute unser Wissen struktu­rieren.[10]

Anmerkungen
  1. ↑ Zu den ein­schlä­gi­gen Pro­kla­ma­ti­o­nen die­ses turn vgl. [Fellmann 1991a]Fellmann, Ferdinand (1991): Symbolischer Pragmatismus. Hermeneutik nach Dilthey. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg.
    : S. 26, ([Mitchell 2008a]Mitchell, William J. Thomas (2008): Bildtheorie. Suhrkamp, Frankfurt/M.
    Nicht angezeigt: hrsg. von Gustav Frank
    : S. 101-​135 und [Boehm 1994a]Boehm, Gottfried (1994): Die Wiederkehr der Bilder. In: Boehm, G. (Hg.), Was ist ein Bild?. Fink, München.
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  2. ↑ Die kom­ple­men­tä­ren Bild­ter­mi­ni des Deut­schen wer­den im Haupt­punkt Spre­chen über Bil­der be­rück­sich­tigt.
  3. ↑ Aus­nah­men von die­ser Re­gel sind bei­spiels­wei­se schon «Der Bil­der­at­las Mne­mo­sy­ne» aus den 1920er Jah­ren ([Warburg 2008a]Warnke, M.; unter Mitarbeit von Brink, C. (Hg.) (2008): Der Bilderatlas Mnemosyne (2000). Akademie, Berlin.
    ), die „pic­to­rial es­says“, die sich in den – be­zeich­nen­der­wei­se aus ei­ner BBC-​Fern­seh­se­rie her­vor­ge­gan­ge­nen – «Ways of See­ing» fin­den ([Berger 1972a]Berger, John (1972): Ways of Seeing. Penguin Books, London.
    Nicht angezeigt: First published by the British Broadcasting Cooperation and Penguin Books 1972, reissued as a part of the Penguin Design Series 2008
    ), oder auch jün­ge­re Ar­bei­ten im An­schluss an Wal­ter Ben­ja­mins «Pas­sa­gen-​Werk» ([Buck-Morss 1989a]Buck-Morss, Susan (1989): The Dialectics of Seeing. Walter Benjamin and the Arcades-Project. MIT Press, Cambridge, MA.
    : S. 341-​375 und [Buck-Morss 2000a]Buck-Morss, Susan (2000): Dreamworld and Catastrophe. The Passing of Mass Utopia in East and West. MIT Press, Cambridge, MA.
    ). Es ist je­doch auf­fäl­lig, das auch der­ar­ti­ge Aus­nah­men nicht voll­stän­dig mit dem Prin­zip des Spre­chens über Bil­der bre­chen kön­nen: Es wer­den Ti­tel ver­wen­det, und die Bil­der oder Bild­stre­cken wer­den ent­wed­er di­rekt kom­men­tiert oder lo­cke­rer dis­kur­siv kon­tex­tu­iert.
  4. ↑ Vgl. ⊳ Fran­zö­sisch: ‘image’, ‘des­sin’ und ‘cadre’; Ent­spre­chen­des trifft auch auf das Eng­li­sche und die Un­ter­schei­dung zwi­schen pic­ture und im­age zu.
  5. ↑ Im Deut­schen wird die­ser Un­ter­schied erst durch ei­ne Ver­bin­dung des Bild­ter­mi­nus mit ei­nem Ad­jek­tiv oder durch ei­ne an­de­re Er­wei­te­rung ein­ge­holt. Bei­spie­le in der deut­schen Wis­sen­schafts­spra­che da­für fin­den sich bei Ed­mund Hus­serl, der das „phy­si­sche Bild, das Bild aus Lein­wand, aus Mar­mor usw.“ vom „re­prä­sen­tie­ren­den Bild“ oder „Bild­ob­jekt“ ab­grenzt ([Husserl 1980a]Husserl, Edmund (1980): Phantasie, Bildbewusstsein, Erinnerung. Zur Phänomenologie der anschaulichen Vergegenwärtigungen. Texte aus dem Nachlass (1898-1925) (Husserliana XXIII). Nijhoff, Den Haag, Boston, Dordrecht.
    : S. 19), oder in der Be­zeich­nung ‘Bild­trä­ger’.
  6. ↑ Für die Phi­lo­so­phie vgl. da­zu [Ritter 1967a]Ritter, Joachim (1967): Leitgedanken und Grundsätze des Historischen Wörterbuchs der Philosophie. Archiv für Begriffsgeschichte, 11.
    , für die His­to­ri­o­gra­phie [Koselleck 1979a]Koselleck, Reinhart (Hg.) (1979): Historische Semantik und Begriffsgeschichte. Klett-Cotta, Stuttgart.
    und für die So­zi­o­lo­gie [Luhmann 1980a]Luhmann, Niklas (1980): Gesellschaftsstruktur und Semantik. Studien zur Wissenssoziologie der modernen Gesellschaft. Bd. 1. Suhrkamp, Frankfurt/M.
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  7. ↑ Um ein wei­te­res Bei­spiel zu nen­nen: Noch Hus­serls Er­klä­run­gen zum phy­si­schen Bild ver­ra­ten an­satz­wei­se, dass es frü­her im Ge­gen­satz zu heu­te üb­lich war, un­ter ‘Bild’ vor al­lem plas­ti­sche und nicht pla­ne Ge­gen­stän­de zu fas­sen.
  8. ↑ Ge­mes­sen an un­se­rem Ver­ständ­nis von ‘Bild’ teils doch recht aben­teu­er­lich fällt un­ter ‘ei­kon’ bei Jo­han­nes: a) Chris­tus im Ver­hält­nis zu Gott, b) die über­zeit­li­che Idee im Geis­te Got­tes, die das Ge­sche­hen in der Zeit vor­her­be­stimmt, c) der Mensch als Eben­bild Got­tes, d) die Schöp­fung, in­so­fern sie auf ih­ren Schöp­fer ver­weist, e) das ty­po­lo­gi­sche Ver­hält­nis des Al­ten zum Neu­en Tes­ta­ment so­wie f) das mo­ra­li­sche Vor­bild, das sich in den Ge­schich­ten der Bi­bel und den Iko­nen fin­det; vgl. [Johannes von Damaskos 1975a]Johannes von Damaskos (1975): Contra imaginum calumniatores orationes tres (Die Schriften des Johannes von Damaskus. Bd. 3). Walter de Gruyter, Berlin, New York.
    Nicht angezeigt: Patristische Texte und Studien. Bd. 17
    : III, 18-23).
  9. ↑ Vgl. [Locke 1975a]Locke, John (1975): An Essay Concerning Human Understanding. Oxford University Press, Oxford.
    Notiz: hg. von Nidditch, P. H.
    : II. Buch, 12. Ka­pi­tel, Ab­schnitt 17. — Schon Pla­ton und Aris­to­te­les ha­ben ähn­li­che Ver­glei­che vor­ge­nom­men, da­bei aber na­tür­lich auf an­de­re Ver­fah­ren der Bild­er­zeu­gung re­kur­riert, näm­lich auf die Ma­le­rei wie Pla­ton im «Phi­le­bos» (39a-c) und auf die Ma­ler­ei und die rhe­to­ri­sche Mne­mo­tech­nik wie Aris­to­te­les in «De ani­ma» (427b).
  10. ↑ Da­zu heißt es im «Wör­ter­buch der phi­lo­so­phi­schen Me­ta­phern»: „Sol­che Me­ta­phern, von an­de­ren Au­to­ren auch 'ra­di­ka­le Me­ta­phern' (Ernst Cas­sie­rer), root meta­phors (Ste­phen C. Pep­per), gen­er­a­tive meta­phors (Max Black) oder mé­ta­phores vi­ves (Paul Ri­cœur) ge­nannt, sind 'Grund­be­stän­de' oder, wie Blu­men­berg auch sagt, ‘ab­so­lu­te’ Me­ta­phern und bie­ten als sol­che be­son­de­re An­läs­se phi­lo­so­phi­scher Re­fle­xion“ ([Konersmann 2011a]Konersmann, Ralf (2011): Vorwort: Figuratives Wissen. In: Konersmann, R. (Hg.), Wörterbuch der philosophischen Metaphern. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt.
    Notiz: 3., erweiterte Auflage
    : S. 12). — Di­rekt zur Bild­me­ta­pho­rik vgl. im «Wör­ter­buch» ins­be­son­de­re [Meyer-Drawe & Witte 2011a]Meyer-Drawe, Käte & Witte, Egbert (2011): Bilden. In: Konersmann, R. (Hg.), Wörterbuch der philosophischen Metaphern. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt.
    Notiz: 3., erweiterte Auflage
    : S. 66-70.
Literatur
[Berger 1972a]Berger, John (1972): Ways of Seeing. Penguin Books, London.[Boehm 1994a]Boehm, Gottfried (1994): Die Wiederkehr der Bilder. In: Boehm, G. (Hg.), Was ist ein Bild?. Fink, München.[Buck-Morss 1989a]Buck-Morss, Susan (1989): The Dialectics of Seeing. Walter Benjamin and the Arcades-Project. MIT Press, Cambridge, MA.[Buck-Morss 2000a]Buck-Morss, Susan (2000): Dreamworld and Catastrophe. The Passing of Mass Utopia in East and West. MIT Press, Cambridge, MA.[Fellmann 1991a]Fellmann, Ferdinand (1991): Symbolischer Pragmatismus. Hermeneutik nach Dilthey. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg.[Husserl 1980a]Husserl, Edmund (1980): Phantasie, Bildbewusstsein, Erinnerung. Zur Phänomenologie der anschaulichen Vergegenwärtigungen. Texte aus dem Nachlass (1898-1925) (Husserliana XXIII). Nijhoff, Den Haag, Boston, Dordrecht.[Johannes von Damaskos 1975a]Johannes von Damaskos (1975): Contra imaginum calumniatores orationes tres (Die Schriften des Johannes von Damaskus. Bd. 3). Walter de Gruyter, Berlin, New York.[Konersmann 2011a]Konersmann, Ralf (2011): Vorwort: Figuratives Wissen. In: Konersmann, R. (Hg.), Wörterbuch der philosophischen Metaphern. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt.[Koselleck 1979a]Koselleck, Reinhart (Hg.) (1979): Historische Semantik und Begriffsgeschichte. Klett-Cotta, Stuttgart.[Liebsch 2012a]Liebsch, Dimitri (2012): “Uneigentliche” Bilder. Zur (historischen) Bildsemantik und -metaphorik. In: Liebsch, D. & Mößner, N. (Hg.), Visualisierung und Erkenntnis. Bildverstehen und Bildverwenden in Natur- und Geisteswissenschaften. von Halem, Köln.[Locke 1975a]Locke, John (1975): An Essay Concerning Human Understanding. Oxford University Press, Oxford.[Luhmann 1980a]Luhmann, Niklas (1980): Gesellschaftsstruktur und Semantik. Studien zur Wissenssoziologie der modernen Gesellschaft. Bd. 1. Suhrkamp, Frankfurt/M.[Meyer-Drawe & Witte 2011a]Meyer-Drawe, Käte & Witte, Egbert (2011): Bilden. In: Konersmann, R. (Hg.), Wörterbuch der philosophischen Metaphern. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt.[Mitchell 1986a]Mitchell, William J.T. (1986): Iconology. Image, Text, Ideology. University of Chicago Press, Chicago, London.[Mitchell 2008a]Mitchell, William J. Thomas (2008): Bildtheorie. Suhrkamp, Frankfurt/M.[Ritter 1967a]Ritter, Joachim (1967): Leitgedanken und Grundsätze des Historischen Wörterbuchs der Philosophie. Archiv für Begriffsgeschichte, 11.[Warburg 2008a]Warnke, M.; unter Mitarbeit von Brink, C. (Hg.) (2008): Der Bilderatlas Mnemosyne (2000). Akademie, Berlin.

Ausgabe 1: 2013

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Zitierhinweis:

Liebsch, Dimitri (2013). Bildtermini anderer Sprachen (Hauptpunkt). (Ausg. 1). In: Schirra, J.R.J.; Halawa, M. & Liebsch, D. (Hg.), Glossar der Bildphilosophie. (2012-2026). [bildglossar.org/index.php?title=Bildtermini_anderer_Sprachen].