Interaktion und Kommunikation: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Glossar der Bildphilosophie
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English Version: [[Glossar-English:Interaction and Communication|Interaction and Communication]]
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=====Was gehört zu einer Zeichenhandlung?=====
==Was gehört zu einer Zeichenhandlung?==
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<!-- ... (siehe Bearbeitungslink in Bibliographie-Box -->
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Von ''Zeichenhandlungen'' ist üblicherweise genau dann die Rede, wenn ein Gegenstand (auch Körperteil) aus Einsicht in die Besonderheiten seiner kommunikativen Verwendungssituation eingesetzt wird, und zwar zu dem vom Handelnden selbst erkannten Zweck der Kommunikation. Das bedeutet: Kein Gegenstand ist „von sich aus“ bereits ein Zeichen. Zum Zeichen wird er nur, weil er in einer bestimmten Weise – in einem gewissen sozialen Handlungskontext – verwendet wird: eben dem einer kommunikativen Interaktion. Das gilt entsprechend auch für Bilder, wenn diese als Zeichen betrachtet werden. Kommunikation und Interaktion liefern, mit anderen Worten, wichtige Randbedingungen für den Gebrauch von Bildern.


Wenn man Kommunikation betrachtet, so betrachtet man Handlungen. Denn nur wer Handlungen vollziehen kann, ist in der Lage, sich mitzuteilen, Information oder gar Gedanken auszutauschen. Handlungen mit mehreren beteiligten Handelnden werden auch ''Interaktionen'' genannt. Sie ziehen oft Interaktionen in umgekehrter Richtung nach sich, so dass ganze Ketten von zusammenhängenden, wechselseitig aufeinander bezogenen Handlungen entstehen können. So richtet sich bei einen Kampf zwischen zwei Hunden jede  Angriffshandlung des einen auf den jeweils anderen (daher Interaktion), der sofort darauf reagiert, etwa mit einer Verteidigungshandlung, einem Gegenangriff, einer Unterwerfungshandlung. Diese Interaktionen fügen sich gewissermaßen zu einer Art Choreographie zusammen, welche Zug-basierten Spielen ähnelt: Auf jeden „Zug“ des einen gibt es eine meist eng begrenzte Menge richtiger Folgezüge des anderen, mit denen das „Spiel“ weitergehen oder regulär beendet werden kann ("Sprachspiel"). Verhält sich einer der Interaktionspartner nicht entsprechend, muß er mit Sanktionen rechnen. Generell zeichnen sich Handlungen dadurch aus, dass sie zweckmäßig sind.<ref>Bei der Zweckmäßigkeit geht es darum, dass wir – als Beobachter – einen Zweck erkennen: Den jeweils Handelnden muss dieser Zweck nicht ebenfalls bewusst werden. Die Zweckmäßigkeit der Handlung kann z.B. auch durch evolutionäre Entwicklungsprozesse stammesgeschichtlich hergestellt sein.</ref>
Kein Gegenstand ist ''von sich aus'' bereits ein [[Zeichen, Zeichenträger, Zeichensystem|Zeichen]]. Zum Zeichen wird etwas nur, weil es in einer bestimm&shy;ten Weise – in einem gewis&shy;sen sozia&shy;len Handlungs&shy;kontext – verwen&shy;det wird: näm&shy;lich dem einer kommu&shy;nika&shy;tiven Inter&shy;aktion. Das gilt ent&shy;sprechend auch für Bilder, wenn diese als Zeichen betrach&shy;tet werden. Kommu&shy;nika&shy;tion und Inter&shy;aktion liefern, mit anderen Worten, wichti&shy;ge Randbe&shy;dingun&shy;gen für den Gebrauch von Bildern.
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[[Datei:Hierarchie2.jpg|thumb|Abbildung 1: Skizze zur Ein&shy;bet&shy;tung von In&shy;ter&shy;ak&shy;tion und Kom&shy;mu&shy;ni&shy;ka&shy;tion in die Hier&shy;ar&shy;chie der Hand&shy;lungs&shy;be&shy;grif&shy;fe]]


Kommunikationshandlungen haben, sehr allgemein gefasst, den herausgehobenen Zweck, das weitere Handeln der beteiligten Handelnden miteinander zu koordinieren. Das gilt offensichtlich nicht schon für eine Angriffs- oder Verteidigungshandlung. Wenn ein Hund dem anderen an die Gurgel zu springen bzw. dieser jenem auszuweichen versucht, lässt sich das nicht (jedenfalls nicht notwendig) dem Zweck unterordnen, das weitere Handeln der beiden zu koordinieren. Etwas anders sieht es allerdings aus bei der Unterwerfungshandlung (die entsprechend auch als Unterwerfungs''geste'' bezeichnet wird):<ref>In diesem Zusammenhang bezeichnen Gesten einfache kommunikative Interaktionen. Sie bestehen insbesondere (aber nicht ausschließlich) aus den Anfängen einer zugrunde liegenden nicht-kommunikativen Interaktion: Typisches Beispiel ist das Zähnefletschen der kämpfenden Hunde, das ursprünglich den Anfang einer Bissattacke darstellt. Diese Attacke wird aber gar nicht mehr ausgeführt, sondern nur noch angedeutet (also kommunikativ genutzt). Dabei wird die Andeutung besonders deutlich ausgeführt, also so, dass das Gegenüber sie möglichst gut erkennen kann – das wäre im Falle der echten Bissattacke gerade ungeschickt, sollte die Vorbereitungsaktivität doch dabei möglichst unentdeckt geschehen, um den Angriff durch Überraschung effektiver zu machen. Vgl. <bib id='Mead 1968'></bib>.</ref> Dieses „Auf-den-Rücken-Legen-und-die-schutzlose-Kehle-Präsen­tieren“ ist unmittelbar darauf gerichtet, dem anderen Hund klarzumachen, dass weitere Angriffe unnötig sind, da selbst keine Angriffe mehr unternommen werden. Die (erfolgreiche) Unterwerfungsgeste koordiniert
Wenn man Kom&shy;mu&shy;ni&shy;ka&shy;tion be&shy;trach&shy;tet, so be&shy;trach&shy;tet man Hand&shy;lungen.<ref>Siehe auch [[Exkurs:Handlungen|Exkurs: Hand&shy;lungen]].</ref> Denn nur wer Hand&shy;lun&shy;gen voll&shy;zie&shy;hen kann, ist in der La&shy;ge, sich mit&shy;zu&shy;tei&shy;len, In&shy;for&shy;ma&shy;tion oder gar Ge&shy;dan&shy;ken aus&shy;zu&shy;tau&shy;schen. Hand&shy;lun&shy;gen mit meh&shy;re&shy;ren be&shy;tei&shy;lig&shy;ten Han&shy;deln&shy;den wer&shy;den auch ''In&shy;ter&shy;ak&shy;ti&shy;onen'' ge&shy;nannt (Abb. 1). Sie zie&shy;hen oft In&shy;ter&shy;ak&shy;tio&shy;nen in um&shy;ge&shy;kehr&shy;ter Rich&shy;tung nach sich, so dass ganze Ket&shy;ten von zu&shy;sam&shy;men&shy;hän&shy;gen&shy;den, wech&shy;sel&shy;sei&shy;tig auf&shy;ein&shy;an&shy;der be&shy;zo&shy;ge&shy;nen Hand&shy;lun&shy;gen ent&shy;ste&shy;hen kön&shy;nen. So rich&shy;tet sich bei einen Kampf zwi&shy;schen zwei Hun&shy;den jede An&shy;griffs&shy;hand&shy;lung des einen auf den je&shy;weils ande&shy;ren, der sofort darauf re&shy;agiert, etwa mit einer Ver&shy;teidi&shy;gungshand&shy;lung, einem Gegen&shy;angriff, einer Unter&shy;werfungs&shy;handlung (vgl. auch <bib id='Mead 1968a'></bib>: S. 81f.). Diese Inter&shy;aktionen fügen sich gewissermaßen zu einer Art Choreo&shy;graphie zusam&shy;men, welche Zug-basier&shy;ten Spielen ähnelt: Auf jeden “Zug” des einen gibt es eine meist eng be&shy;grenzte Menge rich&shy;tiger Folge&shy;züge des anderen, mit denen das “Spiel” weiter&shy;gehen oder regu&shy;lär been&shy;det werden kann (‘Sprach&shy;spiel’; ⊳ [[Illokution|Illo&shy;kution]]; vgl. <bib id='Austin 1972a'></bib> und <bib id='Wittgenstein 1971a'></bib>). Verhält sich einer der Inter&shy;aktions&shy;partner nicht ent&shy;sprechend, muss er mit Sank&shy;tionen rechnen, was im Kontext kommu&shy;nika&shy;tiver Hand&shy;lungs&shy;zusam&shy;menhän&shy;ge bedeuten kann: er muss damit rechnen, nicht ver&shy;standen zu werden, Wider&shy;spruch zu ernten oder um weite&shy;re Präzi&shy;sierun&shy;gen seiner Aussagen gebeten zu werden. 
also das weitere gegenseitige Verhalten der Hunde.
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Generell zeichnen sich Hand&shy;lungen dadurch aus, dass sie zweck&shy;mäßig sind.<ref>Bei der Zweck&shy;mäßig&shy;keit geht es da&shy;rum, dass wir – als Be&shy;ob&shy;ach&shy;ter – einen Zweck er&shy;ken&shy;nen: Den je&shy;weils Han&shy;deln&shy;den muss die&shy;ser Zweck nicht eben&shy;falls be&shy;wusst wer&shy;den. Die Zweck&shy;mäßig&shy;keit der Hand&shy;lung kann z.B. auch durch evo&shy;lutio&shy;näre Ent&shy;wick&shy;lungs&shy;pro&shy;zes&shy;se stam&shy;mes&shy;ge&shy;schicht&shy;lich her&shy;ge&shy;stellt sein.</ref> Kommu&shy;nika&shy;tions&shy;handlun&shy;gen haben, sehr all&shy;gemein gefasst, den heraus&shy;gehobe&shy;nen Zweck, das weite&shy;re Han&shy;deln der betei&shy;ligten Handeln&shy;den mitei&shy;nander zu koor&shy;dinieren. Das gilt offen&shy;sicht&shy;lich nicht schon für eine An&shy;griffs- oder Vertei&shy;digungs&shy;handlung. Wenn ein Hund dem anderen an die Gurgel zu springen bzw. dieser jenem auszu&shy;weichen versucht, lässt sich das nicht (jeden&shy;falls nicht not&shy;wendig) dem Zweck unter&shy;ordnen, das weitere Handeln der beiden zu koor&shy;dinieren. Etwas anders sieht es aller&shy;dings bei der Unter&shy;werfungs&shy;handlung aus (die entspre&shy;chend auch als Unter&shy;werfungs&shy;''geste'' bezeich&shy;net wird):<ref>In die&shy;sem Zu&shy;sam&shy;men&shy;hang be&shy;zeich&shy;nen Ges&shy;ten ein&shy;fa&shy;che kom&shy;mu&shy;ni&shy;ka&shy;ti&shy;ve In&shy;ter&shy;ak&shy;tio&shy;nen. Sie be&shy;ste&shy;hen ins&shy;be&shy;son&shy;de&shy;re (aber nicht aus&shy;schließ&shy;lich) aus den An&shy;fän&shy;gen ei&shy;ner zu&shy;grun&shy;de lie&shy;gen&shy;den nicht-kom&shy;mu&shy;ni&shy;ka&shy;ti&shy;ven In&shy;ter&shy;ak&shy;tion: Ty&shy;pi&shy;sches Bei&shy;spiel ist das Zä&shy;hne&shy;flet&shy;schen der käm&shy;pfen&shy;den Hun&shy;de, das ur&shy;sprüng&shy;lich den An&shy;fang ei&shy;ner Biss&shy;at&shy;ta&shy;cke dar&shy;stellt. Die&shy;se At&shy;ta&shy;cke wird aber gar nicht mehr aus&shy;ge&shy;führt, son&shy;dern nur noch an&shy;ge&shy;deu&shy;tet (al&shy;so kom&shy;mu&shy;ni&shy;ka&shy;tiv ge&shy;nutzt). Da&shy;bei wird die An&shy;deu&shy;tung be&shy;son&shy;ders deut&shy;lich aus&shy;ge&shy;führt, al&shy;so so, dass das Ge&shy;gen&shy;über sie mög&shy;lichst gut er&shy;ken&shy;nen kann – das wä&shy;re im Fal&shy;le der ech&shy;ten Biss&shy;at&shy;ta&shy;cke ge&shy;ra&shy;de un&shy;ge&shy;schickt, soll&shy;te die Vor&shy;be&shy;rei&shy;tungs&shy;ak&shy;ti&shy;vi&shy;tät doch da&shy;bei mög&shy;lichst un&shy;ent&shy;deckt ge&shy;sche&shy;hen, um den An&shy;griff durch Über&shy;ra&shy;schung ef&shy;fek&shy;ti&shy;ver zu ma&shy;chen. Vgl. <bib id='Mead 1968a'></bib>.</ref> Dieses ‹Auf-den-Rü&shy;cken-Legen-und-die-schutz&shy;lose-Kehle-Präsen­&shy;tieren› ist un&shy;mittel&shy;bar darauf gerich&shy;tet, dem anderen Hund klarzu&shy;machen, dass weite&shy;re Angrif&shy;fe unnö&shy;tig sind, da selbst keine An&shy;griffe mehr unter&shy;nommen werden. Die (erfolg&shy;reiche) Unter&shy;werfungs&shy;geste ko&shy;ordi&shy;niert also das weitere gegen&shy;seitige Verhal&shy;ten der Hunde.




=====Direkte, sachbezügliche und kommunikative Interaktionen=====
==Direkte, sachbezügliche und kommuni&shy;kative Inter&shy;akti&shy;onen==
An dem Beispiel der kämpfenden Hunde wird auch klar, dass nicht alle Interaktionen bereits kommunikativ sind. Insbesondere ist zu unterscheiden zwischen den folgenden drei Fällen (vgl. <bib id='Ros 2005'></bib>):
An dem Beispiel der kämpfenden Hunde wird auch klar, dass nicht alle Inter&shy;aktio&shy;nen bereits kommu&shy;nika&shy;tiv sind. Insbe&shy;sondere ist zu unter&shy;scheiden zwischen den folgen&shy;den drei Fällen (vgl. <bib id='Ros 2005a'></bib>):


# ''Direkte Interaktionen'': Dabei versucht ein Individuum auf mindestens ein weiteres Individuum körperlich einzuwirken. Das mag eine Handlung der Körperpflege sein („Lausen“) oder eine Bissattacke während eines Kampfes.  
# ''Direkte Interaktionen'': Dabei versucht ein Indi&shy;viduum auf min&shy;destens ein weite&shy;res Indi&shy;viduum körper&shy;lich einzu&shy;wirken. Das mag eine Hand&shy;lung der Körper&shy;pflege sein (“Lausen”) oder eine Biss&shy;attacke während eines Kampfes.  
# ''Sachbezügliche Interaktionen'': Dabei versucht ein Wesen, ein anderes Wesen mit einem bestimmten Sachverhalt vertraut zu machen, indem es ihm zeigt, dass dieses und jenes der Fall ist (Zeigen als ''Deixis''). Fälle solcher sachbezogenen Interaktionen finden sich z.B., wenn der eine den anderen (etwa ein Jungtier) zu einer Wasserstelle führt (d.h. ihm zeigt, „dass er da trinken kann“).
# ''Sachbezügliche Interaktionen'': Dabei macht ein Wesen, ein anderes Wesen mit einem bestimm&shy;ten Sach&shy;verhalt vertraut, indem es den Ande&shy;ren in eine Situa&shy;tion bringt, in der jener selber wahrzu&shy;nehmen in der Lage ist, dass dieses und jenes der Fall ist (Zeigen als ''Indi&shy;kation''). Fälle solcher sachbe&shy;zogenen Inter&shy;aktio&shy;nen finden sich z.B., wenn der Eine den Ande&shy;ren (etwa ein Jung&shy;tier) durch sein eigenes Trin&shy;ken zu einer Wasser&shy;stelle führt (d.h. ihm zeigt, ‹dass man da trinken kann›).
# ''Kommunikative Interaktion'': Hiervon soll erst in den Fällen die Rede sein, in denen sich ein Interaktionspartner dem anderen Interaktionspartner gegenüber in ganz bestimmter Weise als Handelnder darzustellen versucht, um so dem Gegenüber etwas zu verstehen zu geben (Zeigen als ''Ostentation''). Genau das passiert im Fall der Unterwerfungsgeste: Der sich Unterwerfende stellt sich dar als jemand, der die Dominanz des Gegenübers anerkennt, was er diesem auch genau auf diese Weise zu verstehen gibt.  
# ''Kommunikative Interaktion'': Hier&shy;von soll erst in den Fällen die Rede sein, in denen sich ein Inter&shy;aktions&shy;partner dem anderen Inter&shy;aktions&shy;partner gegen&shy;über in ganz bestimmter Weise als Handeln&shy;der darzu&shy;stellen versucht, um so dem Gegen&shy;über etwas zu ver&shy;stehen zu geben (Zeigen als ''Osten&shy;tation''). Genau das passiert im Fall der Unter&shy;werfungs&shy;geste: Der sich Unter&shy;werfen&shy;de stellt sich dar als jemand, der die Domi&shy;nanz des Gegen&shy;übers aner&shy;kennt, was er diesem auch genau auf diese Weise zu verstehen gibt.  
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Während es mit einer sachbezüg&shy;lichen Inter&shy;aktion nur mög&shy;lich ist, dem jeweiligen Gegen&shy;über Einsicht in solche Sach&shy;verhal&shy;te zu vermit&shy;teln, die dieses selbst wahr&shy;nehmen kann, können mit&shy;hilfe kommu&shy;nika&shy;tiver Inter&shy;aktio&shy;nen Ein&shy;sichten auch in Sach&shy;verhalte ver&shy;mittelt werden, die vom Gegen&shy;über nicht selber unmit&shy;telbar wahrge&shy;nommen werden: sofern sich nämlich der Sender gegen&shy;über dem Empfän&shy;ger dar&shy;stellen kann als jemand, der sich mit jenem Sach&shy;verhalt konfron&shy;tiert sieht. Das klingt zunächst etwas kompli&shy;ziert, erfasst aber bei&shy;spiels&shy;weise genau die Situa&shy;tion, in der von bestimm&shy;ten Prima&shy;ten spezi&shy;fische Warn&shy;rufe beim Wahr&shy;nehmen von Schlangen oder Greif&shy;vögeln einge&shy;setzt werden. Dabei wird der Schrei nur ausge&shy;stoßen, wenn auch Artge&shy;nossen in der Nähe sind, ihn zu hören. Im Schrei stellt sich der Schreiende den anderen gegen&shy;über dar als jemand, der mit der Gegen&shy;wart einer Schlange (bzw. einem Greif&shy;vogel) konfron&shy;tiert ist. Die Reak&shy;tion auf das Er&shy;scheinen eines solchen Feindes muss jeweils unter&shy;schied&shy;lich sein (bei Schlangen: nicht ins un&shy;über&shy;sicht&shy;liche Gebüsch laufen; bei Greif&shy;vögeln: ins Gebüsch in Deckung gehen). Sie tritt auch bei den Indi&shy;viduen, die nur den Warn&shy;ruf hören, ent&shy;sprechend ein, ganz ohne dass sie selbst die Schlange bzw. den Greif&shy;vogel wahrge&shy;nommen haben müssen. Kommu&shy;nika&shy;tion ist dem&shy;nach, im Unter&shy;schied zur sachbe&shy;zogenen Inter&shy;aktion, immer mit einer ''Selbst&shy;präsen&shy;tation'' des Senders verbunden, der also nicht nur eine Bezie&shy;hung zu dem Empfän&shy;ger auf&shy;bauen, sondern auch in eine bestimmte Rela&shy;tion sich selbst und seinem [[Körper]] gegen&shy;über eintreten muss (⊳ [[Interaktions-, Selbst- und Sachbezug|Inter&shy;aktions-, Selbst- und Sach&shy;bezug]]).
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Von ''Zeichenhandlungen'' soll schließ&shy;lich  genau dann die Rede sein, wenn ein Gegen&shy;stand (auch Körper&shy;teil) aus Ein&shy;sicht in die Beson&shy;derhei&shy;ten seiner kommu&shy;nika&shy;tiven Verwen&shy;dungssi&shy;tuation einge&shy;setzt wird, und zwar zu dem vom Handeln&shy;den selbst erkann&shy;ten Zweck der Kommu&shy;nika&shy;tion. Die Zweck&shy;mäßig&shy;keit der Inter&shy;aktion, in der das Zeichen verwendet wird, ist also nicht einfach durch stammes&shy;geschicht&shy;liche Ent&shy;wicklungs&shy;prozesse oder indi&shy;vidual&shy;geschicht&shy;liche Lern&shy;prozesse bestimmt, sondern zum Zweck für den Kommu&shy;nizie&shy;renden selbst geworden.<ref>Kommu&shy;ni&shy;ka&shy;ti&shy;ve In&shy;te&shy;rak&shy;tio&shy;nen, bei de&shy;nen die&shy;se Be&shy;din&shy;gung nicht er&shy;füllt ist, sind Sig&shy;nal&shy;hand&shy;lun&shy;gen. Zu ih&shy;nen ge&shy;hört auch die oben er&shy;wähn&shy;te Un&shy;ter&shy;wer&shy;fungs&shy;ges&shy;te von Hun&shy;den. Vgl. auch [http://de.wikipedia.org/wiki/Kommunikation_%28Biologie%29 Wiki&shy;pedia: Kom&shy;mu&shy;ni&shy;ka&shy;tion (Bio&shy;lo&shy;gie)] sowie <bib id='Bühler 2000a'></bib>: S. 51.<br/>Die Be&shy;deu&shy;tung des Aus&shy;drucks ‘Zei&shy;chen’ wird in ver&shy;schie&shy;de&shy;nen se&shy;mio&shy;ti&shy;schen He&shy;ran&shy;ge&shy;hens&shy;wei&shy;sen un&shy;ter&shy;schied&shy;lich be&shy;stimmt. Mit der um&shy;gangs&shy;sprach&shy;li&shy;chen Ver&shy;wen&shy;dungs&shy;wei&shy;se ver&shy;wandt ist die Be&shy;zeich&shy;nung des zent&shy;ra&shy;len Mit&shy;tel&shy;ge&shy;gen&shy;stands in ei&shy;ner Zei&shy;chen&shy;hand&shy;lung als Zeichen. In hand&shy;lungs&shy;theo&shy;re&shy;ti&shy;schen Se&shy;mi&shy;o&shy;ti&shy;ken wer&shy;den die&shy;se Ge&shy;gen&shy;stän&shy;de hin&shy;ge&shy;gen häu&shy;fig als ‘Mar&shy;ken’ von den ‘Zei&shy;chen’ un&shy;ter&shy;schie&shy;den: Letz&shy;te&shy;re mei&shy;nen dann die je&shy;wei&shy;li&shy;gen Hand&shy;lungs&shy;sche&shy;ma&shy;ta von Zei&shy;chen&shy;hand&shy;lun&shy;gen ins&shy;ge&shy;samt (vgl. <bib id='Kamlah & Lorenzen 1973a'></bib> sowie [[Zeichen, Zeichenträger, Zeichensystem|Zei&shy;chen, Zei&shy;chen&shy;trä&shy;ger, Zei&shy;chen&shy;sys&shy;tem]]).</ref>


Während es mit einer sachbezüglichen Interaktion nur möglich ist, dem jeweiligen Gegenüber Einsicht in solche Sachverhalte zu vermitteln, die dieses selbst wahrnehmen kann, können mithilfe kommunikativer Interaktionen Einsichten auch in Sachverhalte vermittelt werden, die vom Gegenüber nicht selber unmittelbar wahrgenommen werden: Sofern sich nämlich der Sender gegenüber dem Empfänger darstellen kann als jemand, der sich mit jenem Sachverhalt konfrontiert sieht. Das klingt zunächst etwas kompliziert, erfasst aber beispielsweise genau die Situation, in der von bestimmten Primaten spezifische Warnrufe beim Wahrnehmen von Schlangen oder Greifvögeln eingesetzt werden. Dabei wird der Schrei nur ausgestoßen,
wenn auch Artgenossen in der Nähe sind, ihn zu hören. Im Schrei stellt sich der Schreiende den anderen gegenüber dar als jemand, der mit der Gegenwart einer Schlange (bzw. einem Greifvogel) konfrontiert ist. Die Reaktion auf das Erscheinen eines solchen Feindes muss jeweils unterschiedlich sein (bei Schlangen: nicht ins unübersichtliche Gebüsch laufen; bei Greifvögeln: ins Gebüsch in Deckung gehen). Sie tritt auch bei den Individuen, die nur den Warnruf hören, entsprechend ein, ganz ohne dass sie selbst die Schlange bzw. den Greifvogel wahrgenommen haben müssen.


Kommunikation ist demnach, im Unterschied zur sachbezogenen Interaktion, immer mit einer ''Selbstpräsentation'' des Senders verbunden, der also nicht nur eine Beziehung zu dem Empfänger aufbauen, sondern auch in eine bestimmte Relation sich selbst gegenüber eintreten muss.
==Bildgebrauch als Interaktion und als Kom&shy;mu&shy;ni&shy;ka&shy;tion==


[[Datei:lcafe-klein.jpg|thumb|Ab&shy;bil&shy;dung 2: Bild&shy;prä&shy;sen&shy;ta&shy;tion als sach&shy;be&shy;züg&shy;li&shy;che In&shy;ter&shy;ak&shy;tion? (John Pugh: «Art im&shy;it&shy;at&shy;ing life im&shy;it&shy;at&shy;ing art im&shy;it&shy;at&shy;ing life», Wand&shy;bild mit rah&shy;men&shy;den Wand&shy;tei&shy;len)]]


=====Interaktions-, Selbst- und Sachbezug einer kommunikativen Interaktion =====
Anhand eines ''trompe l'œils'' mag es zu&shy;nächst er&shy;schei&shy;nen, als könn&shy;ten Bil&shy;der auch le&shy;dig&shy;lich als sach&shy;be&shy;züg&shy;li&shy;che In&shy;ter&shy;ak&shy;tio&shy;nen wir&shy;ken (sie&shy;he Abb. 2): Denn der Ma&shy;ler des ab&shy;ge&shy;bil&shy;de&shy;ten ''trom&shy;pe l'œils'' er&shy;mög&shy;licht es mit der be&shy;mal&shy;ten Flä&shy;che ja of&shy;fen&shy;bar, dass sei&shy;ne Ad&shy;res&shy;sa&shy;ten be&shy;stimm&shy;te Sach&shy;ver&shy;hal&shy;te selbst se&shy;hen kön&shy;nen: Er zeigt ih&shy;nen (im Sin&shy;ne von In&shy;di&shy;ka&shy;tion) ei&shy;nen Raum, in dem un&shy;ter vie&shy;lem an&shy;de&shy;ren zwei Bis&shy;tro-Ti&shy;sche ste&shy;hen, von de&shy;nen ei&shy;ner ei&shy;ner jun&shy;gen, dun&shy;kel&shy;haa&shy;ri&shy;gen, schwarz ge&shy;klei&shy;de&shy;ten Frau, die ganz in sich ver&shy;sun&shy;ken liest, als Arm&shy;stüt&shy;ze dient. Die vi&shy;su&shy;el&shy;le [[Erfahrung / Unmittelbarkeit|Er&shy;fah&shy;rung]] scheint ganz un&shy;mit&shy;tel&shy;bar ge&shy;ge&shy;ben (⊳ auch [[Evidenz, visuelle/ikonische|Evi&shy;denz, vi&shy;su&shy;el&shy;le/iko&shy;ni&shy;sche]]).
<!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen-->
:
Jede kommunikative Interaktion muss einerseits Aspekte aufweisen, die ihr als eine Art von Interaktion zukommen. Im wesentlichen handelt es sich dabei also um die Anteile der jeweiligen Handlungsschemata, die allen Interaktionen zukommen, wie die beiden Rollen ‚Sender’ und ‚Empfänger’ und ganz generell die Gerichtetheit des Zeichens vom Sender an den Empfänger, sowie der Typ der Interaktion. Dieser ''Interaktionsbezug'' der kommunikativen Interaktion äußert sich insbesondere darin, dass, wer ein Zeichen benutzt, sich damit immer an jemanden richtet, um etwas zu erreichen. Die Handlungskomponenten, in denen der Interaktionsbezug vermittelt wird, sind die [[Illokution]]en.
Doch vernachlässigt eine solche Betrach&shy;tungs&shy;weise den Zeichen&shy;charak&shy;ter des Bildes, da dann ein&shy;fach eine Verwechs&shy;lung vorliegt, das Bild also für das Abge&shy;bildete genom&shy;men wird. Genau das aber tun Bild&shy;nutzer in der Regel beim Bildge&shy;brauch nicht. Viel&shy;mehr ist ihnen der Unter&shy;schied zwischen Bild&shy;träger und Darge&shy;stelltem jeweils (zumindest bis zu einem gewis&shy;sen Grade) bewusst (⊳ [[dezeptiver und immersiver Modus|dezep&shy;tiver und immer&shy;siver Modus]]). Auch der Zweck, den sie damit verbin&shy;den, das Bild jeman&shy;dem zu präsen&shy;tieren, ist ihnen in der Regel selbst bewusst.
:
Versteht man den Bildge&shy;brauch als kommu&shy;nika&shy;tive Inter&shy;aktion, ergibt sich unmit&shy;telbar die folgen&shy;de Frage: Wie stellt sich der Bild&shy;nutzer qua Bildge&shy;brauch dem Kommu&shy;nika&shy;tions&shy;partner gegen&shy;über dar (⊳ [[Interaktions-, Selbst- und Sachbezug|Inter&shy;aktions-, Selbst- und Sach&shy;bezug]]) und wer ist im Zweifels&shy;fall der Kommu&shy;nika&shy;tions&shy;partner, wenn etwa einer allein ein Bild betrach&shy;tet (⊳ [[Bildrezeption als Kommunikationsprozess|Bild&shy;rezep&shy;tion als Kommu&shy;nika&shy;tions&shy;prozess]])? 


Andererseits kommen einer solchen Handlung notwendiger Weise spezifisch Aspekte als einer ''kommunikativen'' Interaktion zu, wozu insbesondere die Selbstpräsentation gehört. Wer ein Zeichen benutzt, adressiert nicht nur einen Empfänger; er muss sich dabei auch in besonderer Weise auf sich selbst, auf seinen Körper und dessen Umgebung, in der die Zeichenhandlung stattfindet, beziehen. Die Handlungskomponenten, in denen dieser ''Selbstbezug'' der kommunikativen Interaktion vermittelt wird, bestimmen unter anderem ihre [[Modalität]].


Die im Selbstbezug vorgeführte Befindlichkeit des Senders kann sich schließlich mit dem Gebrauch von Zeichen zur Wendung des Senders hin auf einen (auch fiktiven) Sachverhalt oder Gegenstand ausdifferenzieren: Dieser Sachverhalt, jener Gegenstand werden dann durch das Zeichen ''dargestellt''. Mit der Benutzung des Zeichens kann also Bezug genommen werden auf einen bestimmten Sachverhalt, auf den der Sender die Aufmerksamkeit des Empfängers richten möchte. Die Handlungskomponenten, die den ''Sachbezug'' einer Zeichenhandlung vermitteln, bilden [[Proposition]]en.  
==Auswirkungen auf andere Begriffe==
Die Handlungsaspekte des Bildge&shy;brauchs werden im Rahmen der [[Bildpragmatik|Bildpragmatik]] verhandelt. Dort finden sich auch weitere Gesichts&shy;punkte des [[Bildhandeln|Bild&shy;handelns]]. Dazu zählen insbe&shy;sondere die Bezie&shy;hung zwischen [[Affekt]] und Kommu&shy;nika&shy;tion und das Verständnis von [[Bildrezeption als Kommunikationsprozess|Bild&shy;rezep&shy;tion als Kommu&shy;nika&shy;tions&shy;prozess]]. Die enge Bezie&shy;hung von Zeichen- und Medien&shy;begriff spiegelt sich zudem im Schlag&shy;wort [[Kommunikationsmedien|Kommu&shy;nika&shy;tions&shy;medien]] wider.<ref>Vgl. auch die Wi&shy;ki&shy;pe&shy;dia-Ein&shy;trä&shy;ge zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Interaktion In&shy;ter&shy;ak&shy;tion], [http://de.wikipedia.org/wiki/Kommunikation Kom&shy;mu&shy;ni&shy;ka&shy;tion] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kommunikationsmodell Kom&shy;mu&shy;ni&shy;ka&shy;tion&shy;smo&shy;dell].</ref>


Eine stark vereinfachte Fassung der drei Aspekte findet sich im so genannten „Organon-Modell“ (vgl. <bib id='Bühler 1933'></bib>: S. 28f.). Der Interaktionsbezug wird dabei verkürzt auf den Aspekt des ''Appell''s: das, was der Sender beim Empfänger bewirken will. Der Selbstbezug geht über in den Aspekt des ''Ausdruck''s: die Art und Weise, wie der Sender sich präsentiert. Der Sachbezug schließlich erscheint in Form des Aspekts der ''[[Repräsentation]]'': das, worauf mit dem Zeichen (vermittels des Selbstbezugs) hingewiesen wird.
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{{GlossarSiehe}}
* [[Affekt]]
* [[Bildhandeln]]
* [[Bildpragmatik]]
* [[Bildrezeption als Kommunikationsprozess]]
* [[Evidenz, visuelle/ikonische]]
* [[dezeptiver und immersiver Modus]]
* [[Erfahrung / Unmittelbarkeit]]
* [[Illokution]]
* [[Interaktions-, Selbst- und Sachbezug]]
* [[Kommunikationsmedien]]
* [[Körper]]
* [[Zeichen, Zeichenträger, Zeichensystem]]


=====Bildgebrauch als Interaktion und als Kommunikation=====
[[Datei:lcafe-klein.jpg|thumb|Beispielbild]]
Anhand eines trompe l'œils mag es zunächst erscheinen, als könnten Bilder auch lediglich als sachbezügliche Interaktionen wirken (siehe Beispielbild): Denn der Maler des abgebildeten trompe l'œils ermöglicht es mit der bemalten Fläche ja offenbar, dass seine Adressaten bestimmte Sachverhalte selbst sehen können: Er zeigt ihnen (im Sinne von Deixis) einen Raum, in dem unter vielem anderen zwei Bistro-Tische stehen, von denen einer einer jungen, dunkelhaarigen, schwarz gekleideten Frau, die ganz in sich versunken liest, als Armstütze dient. Doch vernachlässigt eine solche Betrachtungsweise den Zeichencharakter des Bildes, da dann einfach eine Verwechslung vorliegt, das Bild also für das Abgebildete genommen wird. Genau das aber tun Bildnutzer in der Regel beim Bildgebrauch nicht. Vielmehr ist ihnen der Unterschied zwischen Bildträger und Dargestelltem jeweils (zumindest bis zu einem gewissen Grade) bewusst (⊳ [[dezeptiver und immersiver Modus]]).
Versteht man den Bildgebrauch hingegen als kommunikative Interaktion, ergibt sich unmittelbar die Frage nach dem ''Selbstbezug'' der Bildverwendung: Wie stellt sich der Bildnutzer qua Bildgebrauch dar? Die Antwort hängt weniger von der Unterscheidung in Produzent oder Rezipient ab als vielmehr vom Bildtyp (⊳ auch [[Betrachter als Zeichenverwender]]):
* Bei gegenständlich darstellenden Bildern läßt sich der Selbstbezug beschreiben als: "sich einem anderen (oder sich selbst in der Rolle eines anderen) gegenüber darstellen als jemand, der aktuell etwas sieht, von dem er weiß, dass es nicht tatsächlich anwesend ist". Offensichtlich sind hierbei der ostentative Sinn des Zeigens ("einem anderen (oder sich selbst in der Rolle eines anderen) gegenüber darstellen als jemand") und der deiktische Sinn des Zeigens (hier: "etwas sehen, das nicht da ist (ohne letzteres zu merken)", s.o.) auf ganz spezifische Weise miteinander verkoppelt. Diese Charakterisierung des Selbsbezugs bei der Bildverwendung muß gleichermassen für den Bildproduzenten und den Bildrezipienten gelten, da das Umgehen mit einem Bildträger nur dann ein Bildhandeln sein kann, wenn es mit einem solchen Selbstbezug des Handelnden verbunden ist.
* Für die metaphorisch darstellenden Bilder (⊳ [[Strukturbild]]) gilt: "sich einem anderen (oder sich selbst in der Rolle eines anderen) gegenüber darstellen als jemand, der aktuell etwas sieht, von dem er weiß, dass es an sich nicht sichtbar ist" (⊳ auch [[Semantik logischer Bilder]]).
Hier deutet sich bereits an, daß die Strukturbilder als allgemeinere Bildklasse begriffen werden können, die die gegenständlich darstellenden Bilder als Spezialfall einschließen. Denn etwas, das nicht anwesend ist, kann offensichtlich auch nicht gesehen werden, selbst wenn es an sich visuell wahrnehmbar ist. Als allgemeine Formulierung ergibt sich daher für den Selbstbezug bei Bildgebrauch: "sich einem anderen (oder sich selbst in der Rolle eines anderen) gegenüber darstellen als jemand, der aktuell etwas sieht, von dem er weiß, dass es – im aktuellen Kontext oder generell – nicht sichtbar ist".<ref>Die nicht in die beiden erwähnten Klassen fallenden Bilder müssen [[Bild in reflexiver Verwendung|reflexiv gebrauchte Bilder]] mit defizienter Darstellungsfunktion sein (⊳ auch [[Semantik ungegenständlicher Bilder]]).</ref>
Das Problem der möglichen ''Interaktionsbezüge'' von Bildverwendungen wird im Einzelnen in der [[Bildpragmatik]] verhandelt (⊳ insbesondere [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]). Auf einer generellen Ebene besteht dabei die Frage, ob es möglich ist, eine grundlegende illokutionäre Funktion des Bildgebrauchs zu bestimmen, auf der alle anderen Nutzungen beruhen. In welchem Verhältnis steht diese dann insbesondere zum Behaupten (⊳ auch [[Kontextbildung]]). Wie bei allen Zeichenhandlungen kann der Interaktionsbezug auch beim Bildgebrauch durch Internalisierung der jeweiligen Interaktionspartner modifiziert werden: Der Bildnutzer kann beide Rollen gleichzeitig übernehmen und sich selbst einen Bildträger als Bild präsentieren. Tatsächlich übertrifft die Anzahl solcher "monologischen" Verwendungsweisen die der echt "dialogischen" Bildkommunikationen bei weitem.
Zum ''Sachbezug'' von Bildverwendungen muß man zunächst fragen: Haben Bilder überhaupt Sachbezug? Wenn ja: wie erreichen sie ihn? Ausführungen zu diesen vorwiegend [[Bildsemantik|bildsemantischen Fragen]] sind in den Artikel zu den Schlagworten [[Proposition]], [[Prädikation]] und [[Nomination]] zu finden.
=====Wahrhaftigkeit und Wahrheit=====
Mit der Aufteilung in Interaktions-, Selbst- und Sachbezug einer Zeichenhandlung werden zwei wichtige Eigenschaften definierbar: Während ''Wahrhaftigkeit'' mit Interaktions- und Selbstbezug verbunden ist und das Verhältnis zwischen der tatsächlichen Absicht, die der Sender mit der Zeichenverwendung verfolgt, und der ostentativ gezeigten Intention beurteilt, ist ''Wahrheit'' eine Bewertung des Sachbezugs: Der Sachbezug einer Zeichenhandlung kann mit den entsprechenden Tatsachen übereinstimmen oder nicht. Da Wahrhaftigkeit nicht vom Sachbezug abhängt, ist sie für alle kommunikativen Interaktionen und damit auch für den Bildbegrauch definiert. Solange hingegen nicht klar ist, ob mit jeder Bildverwendung auch ein Sachbezug vollzogen wird, bleibt die Rede von der Wahrheit eines Bildes bestenfalls metaphorisch. Genaueres hierzu ... ??? ... . Auch das Schlagwort [[Authentizität]] gehört in diesen Zusammenhang.
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Aktuelle Version vom 22. Januar 2024, 13:53 Uhr

Unterpunkt zu: Zeichentheorien: Übersicht

English Version: Interaction and Communication


Was gehört zu einer Zeichenhandlung?

Kein Gegenstand ist von sich aus bereits ein Zeichen. Zum Zeichen wird etwas nur, weil es in einer bestimm­ten Weise – in einem gewis­sen sozia­len Handlungs­kontext – verwen­det wird: näm­lich dem einer kommu­nika­tiven Inter­aktion. Das gilt ent­sprechend auch für Bilder, wenn diese als Zeichen betrach­tet werden. Kommu­nika­tion und Inter­aktion liefern, mit anderen Worten, wichti­ge Randbe­dingun­gen für den Gebrauch von Bildern.

Abbildung 1: Skizze zur Ein­bet­tung von In­ter­ak­tion und Kom­mu­ni­ka­tion in die Hier­ar­chie der Hand­lungs­be­grif­fe

Wenn man Kom­mu­ni­ka­tion be­trach­tet, so be­trach­tet man Hand­lungen.[1] Denn nur wer Hand­lun­gen voll­zie­hen kann, ist in der La­ge, sich mit­zu­tei­len, In­for­ma­tion oder gar Ge­dan­ken aus­zu­tau­schen. Hand­lun­gen mit meh­re­ren be­tei­lig­ten Han­deln­den wer­den auch In­ter­ak­ti­onen ge­nannt (Abb. 1). Sie zie­hen oft In­ter­ak­tio­nen in um­ge­kehr­ter Rich­tung nach sich, so dass ganze Ket­ten von zu­sam­men­hän­gen­den, wech­sel­sei­tig auf­ein­an­der be­zo­ge­nen Hand­lun­gen ent­ste­hen kön­nen. So rich­tet sich bei einen Kampf zwi­schen zwei Hun­den jede An­griffs­hand­lung des einen auf den je­weils ande­ren, der sofort darauf re­agiert, etwa mit einer Ver­teidi­gungshand­lung, einem Gegen­angriff, einer Unter­werfungs­handlung (vgl. auch [Mead 1968a]Mead, George Herbert (1968): Geist, Identität und Gesellschaft aus der Sicht des Sozialbehaviorismus. Suhrkamp, Frankfurt/M.
Nicht angezeigt: Original: <em>Mind, Self, and Society</em>. Hg. v. Charles W. Morris. Chicago, 1934
: S. 81f.). Diese Inter­aktionen fügen sich gewissermaßen zu einer Art Choreo­graphie zusam­men, welche Zug-basier­ten Spielen ähnelt: Auf jeden “Zug” des einen gibt es eine meist eng be­grenzte Menge rich­tiger Folge­züge des anderen, mit denen das “Spiel” weiter­gehen oder regu­lär been­det werden kann (‘Sprach­spiel’; ⊳ Illo­kution; vgl. [Austin 1972a]Austin, John L. (1972): Zur Theorie der Sprechakte. Reclam, Stuttgart.
Nicht angezeigt: orig.: How to do things with Words, 1962
und [Wittgenstein 1971a]Wittgenstein, Ludwig (1971): Philosophische Untersuchungen. Suhrkamp, Frankfurt/M.
). Verhält sich einer der Inter­aktions­partner nicht ent­sprechend, muss er mit Sank­tionen rechnen, was im Kontext kommu­nika­tiver Hand­lungs­zusam­menhän­ge bedeuten kann: er muss damit rechnen, nicht ver­standen zu werden, Wider­spruch zu ernten oder um weite­re Präzi­sierun­gen seiner Aussagen gebeten zu werden.

Generell zeichnen sich Hand­lungen dadurch aus, dass sie zweck­mäßig sind.[2] Kommu­nika­tions­handlun­gen haben, sehr all­gemein gefasst, den heraus­gehobe­nen Zweck, das weite­re Han­deln der betei­ligten Handeln­den mitei­nander zu koor­dinieren. Das gilt offen­sicht­lich nicht schon für eine An­griffs- oder Vertei­digungs­handlung. Wenn ein Hund dem anderen an die Gurgel zu springen bzw. dieser jenem auszu­weichen versucht, lässt sich das nicht (jeden­falls nicht not­wendig) dem Zweck unter­ordnen, das weitere Handeln der beiden zu koor­dinieren. Etwas anders sieht es aller­dings bei der Unter­werfungs­handlung aus (die entspre­chend auch als Unter­werfungs­geste bezeich­net wird):[3] Dieses ‹Auf-den-Rü­cken-Legen-und-die-schutz­lose-Kehle-Präsen­­tieren› ist un­mittel­bar darauf gerich­tet, dem anderen Hund klarzu­machen, dass weite­re Angrif­fe unnö­tig sind, da selbst keine An­griffe mehr unter­nommen werden. Die (erfolg­reiche) Unter­werfungs­geste ko­ordi­niert also das weitere gegen­seitige Verhal­ten der Hunde.


Direkte, sachbezügliche und kommuni­kative Inter­akti­onen

An dem Beispiel der kämpfenden Hunde wird auch klar, dass nicht alle Inter­aktio­nen bereits kommu­nika­tiv sind. Insbe­sondere ist zu unter­scheiden zwischen den folgen­den drei Fällen (vgl. [Ros 2005a]Ros, Arno (2005): Materie und Geist. Eine philosophische Untersuchung. Mentis, Paderborn.
):

  1. Direkte Interaktionen: Dabei versucht ein Indi­viduum auf min­destens ein weite­res Indi­viduum körper­lich einzu­wirken. Das mag eine Hand­lung der Körper­pflege sein (“Lausen”) oder eine Biss­attacke während eines Kampfes.
  2. Sachbezügliche Interaktionen: Dabei macht ein Wesen, ein anderes Wesen mit einem bestimm­ten Sach­verhalt vertraut, indem es den Ande­ren in eine Situa­tion bringt, in der jener selber wahrzu­nehmen in der Lage ist, dass dieses und jenes der Fall ist (Zeigen als Indi­kation). Fälle solcher sachbe­zogenen Inter­aktio­nen finden sich z.B., wenn der Eine den Ande­ren (etwa ein Jung­tier) durch sein eigenes Trin­ken zu einer Wasser­stelle führt (d.h. ihm zeigt, ‹dass man da trinken kann›).
  3. Kommunikative Interaktion: Hier­von soll erst in den Fällen die Rede sein, in denen sich ein Inter­aktions­partner dem anderen Inter­aktions­partner gegen­über in ganz bestimmter Weise als Handeln­der darzu­stellen versucht, um so dem Gegen­über etwas zu ver­stehen zu geben (Zeigen als Osten­tation). Genau das passiert im Fall der Unter­werfungs­geste: Der sich Unter­werfen­de stellt sich dar als jemand, der die Domi­nanz des Gegen­übers aner­kennt, was er diesem auch genau auf diese Weise zu verstehen gibt.

Während es mit einer sachbezüg­lichen Inter­aktion nur mög­lich ist, dem jeweiligen Gegen­über Einsicht in solche Sach­verhal­te zu vermit­teln, die dieses selbst wahr­nehmen kann, können mit­hilfe kommu­nika­tiver Inter­aktio­nen Ein­sichten auch in Sach­verhalte ver­mittelt werden, die vom Gegen­über nicht selber unmit­telbar wahrge­nommen werden: sofern sich nämlich der Sender gegen­über dem Empfän­ger dar­stellen kann als jemand, der sich mit jenem Sach­verhalt konfron­tiert sieht. Das klingt zunächst etwas kompli­ziert, erfasst aber bei­spiels­weise genau die Situa­tion, in der von bestimm­ten Prima­ten spezi­fische Warn­rufe beim Wahr­nehmen von Schlangen oder Greif­vögeln einge­setzt werden. Dabei wird der Schrei nur ausge­stoßen, wenn auch Artge­nossen in der Nähe sind, ihn zu hören. Im Schrei stellt sich der Schreiende den anderen gegen­über dar als jemand, der mit der Gegen­wart einer Schlange (bzw. einem Greif­vogel) konfron­tiert ist. Die Reak­tion auf das Er­scheinen eines solchen Feindes muss jeweils unter­schied­lich sein (bei Schlangen: nicht ins un­über­sicht­liche Gebüsch laufen; bei Greif­vögeln: ins Gebüsch in Deckung gehen). Sie tritt auch bei den Indi­viduen, die nur den Warn­ruf hören, ent­sprechend ein, ganz ohne dass sie selbst die Schlange bzw. den Greif­vogel wahrge­nommen haben müssen. Kommu­nika­tion ist dem­nach, im Unter­schied zur sachbe­zogenen Inter­aktion, immer mit einer Selbst­präsen­tation des Senders verbunden, der also nicht nur eine Bezie­hung zu dem Empfän­ger auf­bauen, sondern auch in eine bestimmte Rela­tion sich selbst und seinem Körper gegen­über eintreten muss (⊳ Inter­aktions-, Selbst- und Sach­bezug).

Von Zeichenhandlungen soll schließ­lich genau dann die Rede sein, wenn ein Gegen­stand (auch Körper­teil) aus Ein­sicht in die Beson­derhei­ten seiner kommu­nika­tiven Verwen­dungssi­tuation einge­setzt wird, und zwar zu dem vom Handeln­den selbst erkann­ten Zweck der Kommu­nika­tion. Die Zweck­mäßig­keit der Inter­aktion, in der das Zeichen verwendet wird, ist also nicht einfach durch stammes­geschicht­liche Ent­wicklungs­prozesse oder indi­vidual­geschicht­liche Lern­prozesse bestimmt, sondern zum Zweck für den Kommu­nizie­renden selbst geworden.[4]


Bildgebrauch als Interaktion und als Kom­mu­ni­ka­tion

Ab­bil­dung 2: Bild­prä­sen­ta­tion als sach­be­züg­li­che In­ter­ak­tion? (John Pugh: «Art im­it­at­ing life im­it­at­ing art im­it­at­ing life», Wand­bild mit rah­men­den Wand­tei­len)

Anhand eines trompe l'œils mag es zu­nächst er­schei­nen, als könn­ten Bil­der auch le­dig­lich als sach­be­züg­li­che In­ter­ak­tio­nen wir­ken (sie­he Abb. 2): Denn der Ma­ler des ab­ge­bil­de­ten trom­pe l'œils er­mög­licht es mit der be­mal­ten Flä­che ja of­fen­bar, dass sei­ne Ad­res­sa­ten be­stimm­te Sach­ver­hal­te selbst se­hen kön­nen: Er zeigt ih­nen (im Sin­ne von In­di­ka­tion) ei­nen Raum, in dem un­ter vie­lem an­de­ren zwei Bis­tro-Ti­sche ste­hen, von de­nen ei­ner ei­ner jun­gen, dun­kel­haa­ri­gen, schwarz ge­klei­de­ten Frau, die ganz in sich ver­sun­ken liest, als Arm­stüt­ze dient. Die vi­su­el­le Er­fah­rung scheint ganz un­mit­tel­bar ge­ge­ben (⊳ auch Evi­denz, vi­su­el­le/iko­ni­sche).

Doch vernachlässigt eine solche Betrach­tungs­weise den Zeichen­charak­ter des Bildes, da dann ein­fach eine Verwechs­lung vorliegt, das Bild also für das Abge­bildete genom­men wird. Genau das aber tun Bild­nutzer in der Regel beim Bildge­brauch nicht. Viel­mehr ist ihnen der Unter­schied zwischen Bild­träger und Darge­stelltem jeweils (zumindest bis zu einem gewis­sen Grade) bewusst (⊳ dezep­tiver und immer­siver Modus). Auch der Zweck, den sie damit verbin­den, das Bild jeman­dem zu präsen­tieren, ist ihnen in der Regel selbst bewusst.

Versteht man den Bildge­brauch als kommu­nika­tive Inter­aktion, ergibt sich unmit­telbar die folgen­de Frage: Wie stellt sich der Bild­nutzer qua Bildge­brauch dem Kommu­nika­tions­partner gegen­über dar (⊳ Inter­aktions-, Selbst- und Sach­bezug) und wer ist im Zweifels­fall der Kommu­nika­tions­partner, wenn etwa einer allein ein Bild betrach­tet (⊳ Bild­rezep­tion als Kommu­nika­tions­prozess)?


Auswirkungen auf andere Begriffe

Die Handlungsaspekte des Bildge­brauchs werden im Rahmen der Bildpragmatik verhandelt. Dort finden sich auch weitere Gesichts­punkte des Bild­handelns. Dazu zählen insbe­sondere die Bezie­hung zwischen Affekt und Kommu­nika­tion und das Verständnis von Bild­rezep­tion als Kommu­nika­tions­prozess. Die enge Bezie­hung von Zeichen- und Medien­begriff spiegelt sich zudem im Schlag­wort Kommu­nika­tions­medien wider.[5]

Anmerkungen
  1. ↑ Siehe auch Exkurs: Hand­lungen.
  2. ↑ Bei der Zweck­mäßig­keit geht es da­rum, dass wir – als Be­ob­ach­ter – einen Zweck er­ken­nen: Den je­weils Han­deln­den muss die­ser Zweck nicht eben­falls be­wusst wer­den. Die Zweck­mäßig­keit der Hand­lung kann z.B. auch durch evo­lutio­näre Ent­wick­lungs­pro­zes­se stam­mes­ge­schicht­lich her­ge­stellt sein.
  3. ↑ In die­sem Zu­sam­men­hang be­zeich­nen Ges­ten ein­fa­che kom­mu­ni­ka­ti­ve In­ter­ak­tio­nen. Sie be­ste­hen ins­be­son­de­re (aber nicht aus­schließ­lich) aus den An­fän­gen ei­ner zu­grun­de lie­gen­den nicht-kom­mu­ni­ka­ti­ven In­ter­ak­tion: Ty­pi­sches Bei­spiel ist das Zä­hne­flet­schen der käm­pfen­den Hun­de, das ur­sprüng­lich den An­fang ei­ner Biss­at­ta­cke dar­stellt. Die­se At­ta­cke wird aber gar nicht mehr aus­ge­führt, son­dern nur noch an­ge­deu­tet (al­so kom­mu­ni­ka­tiv ge­nutzt). Da­bei wird die An­deu­tung be­son­ders deut­lich aus­ge­führt, al­so so, dass das Ge­gen­über sie mög­lichst gut er­ken­nen kann – das wä­re im Fal­le der ech­ten Biss­at­ta­cke ge­ra­de un­ge­schickt, soll­te die Vor­be­rei­tungs­ak­ti­vi­tät doch da­bei mög­lichst un­ent­deckt ge­sche­hen, um den An­griff durch Über­ra­schung ef­fek­ti­ver zu ma­chen. Vgl. [Mead 1968a]Mead, George Herbert (1968): Geist, Identität und Gesellschaft aus der Sicht des Sozialbehaviorismus. Suhrkamp, Frankfurt/M.
    Nicht angezeigt: Original: <em>Mind, Self, and Society</em>. Hg. v. Charles W. Morris. Chicago, 1934
    .
  4. ↑ Kommu­ni­ka­ti­ve In­te­rak­tio­nen, bei de­nen die­se Be­din­gung nicht er­füllt ist, sind Sig­nal­hand­lun­gen. Zu ih­nen ge­hört auch die oben er­wähn­te Un­ter­wer­fungs­ges­te von Hun­den. Vgl. auch Wiki­pedia: Kom­mu­ni­ka­tion (Bio­lo­gie) sowie [Bühler 2000a]Bühler, Karl (2000): Die Krise der Psychologie. Velbrück, Weilerswist.
    Notiz: (orig.: 1927)
    Nicht angezeigt: hrsg. von Eschbach, A. & Kapitzky, J.
    : S. 51.
    Die Be­deu­tung des Aus­drucks ‘Zei­chen’ wird in ver­schie­de­nen se­mio­ti­schen He­ran­ge­hens­wei­sen un­ter­schied­lich be­stimmt. Mit der um­gangs­sprach­li­chen Ver­wen­dungs­wei­se ver­wandt ist die Be­zeich­nung des zent­ra­len Mit­tel­ge­gen­stands in ei­ner Zei­chen­hand­lung als Zeichen. In hand­lungs­theo­re­ti­schen Se­mi­o­ti­ken wer­den die­se Ge­gen­stän­de hin­ge­gen häu­fig als ‘Mar­ken’ von den ‘Zei­chen’ un­ter­schie­den: Letz­te­re mei­nen dann die je­wei­li­gen Hand­lungs­sche­ma­ta von Zei­chen­hand­lun­gen ins­ge­samt (vgl. [Kamlah & Lorenzen 1973a]Kamlah, Wilhelm & Lorenzen, Paul (1973): Logische Propädeutik. Vorschule des vernünftigen Redens. BI Wissenschaftsverlag, München.
    Nicht angezeigt: 2. Aufl. (<sup>1</sup>1967, <sup>3</sup>1996)
    sowie Zei­chen, Zei­chen­trä­ger, Zei­chen­sys­tem).
  5. ↑ Vgl. auch die Wi­ki­pe­dia-Ein­trä­ge zu In­ter­ak­tion, Kom­mu­ni­ka­tion und Kom­mu­ni­ka­tion­smo­dell.
Literatur
[Austin 1972a]Austin, John L. (1972): Zur Theorie der Sprechakte. Reclam, Stuttgart.[Bühler 2000a]Bühler, Karl (2000): Die Krise der Psychologie. Velbrück, Weilerswist.[Kamlah & Lorenzen 1973a]Kamlah, Wilhelm & Lorenzen, Paul (1973): Logische Propädeutik. Vorschule des vernünftigen Redens. BI Wissenschaftsverlag, München.[Mead 1968a]Mead, George Herbert (1968): Geist, Identität und Gesellschaft aus der Sicht des Sozialbehaviorismus. Suhrkamp, Frankfurt/M.[Ros 2005a]Ros, Arno (2005): Materie und Geist. Eine philosophische Untersuchung. Mentis, Paderborn.[Wittgenstein 1971a]Wittgenstein, Ludwig (1971): Philosophische Untersuchungen. Suhrkamp, Frankfurt/M.

Ausgabe 1: 2013

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Zitierhinweis:

Schirra, Jörg R.J. (2013). Interaktion und Kommunikation. (Ausg. 1). In: Schirra, J.R.J.; Halawa, M. & Liebsch, D. (Hg.), Glossar der Bildphilosophie. (2012-2026). [bildglossar.org/index.php?title=Interaktion_und_Kommunikation].