Exkurs:Verifikationsverfahren: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Glossar der Bildphilosophie
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Joerg R.J. Schirra (Diskussion | Beiträge)
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==Verifikationsverfahren für singu&shy;läre kon&shy;krete Propo&shy;siti&shy;onen ==
==Verifikationsverfahren für singu&shy;läre kon&shy;krete Propo&shy;siti&shy;onen ==
*Das allgemeine ''empirische'' Veri&shy;fika&shy;tionsver&shy;fahren für singu&shy;läre konkre&shy;te Propo&shy;siti&shy;onen besteht darin, zunächst den durch die [[Kontextbildung|Kontext&shy;bildung]] ange&shy;gebe&shy;nen Kontext aufzu&shy;suchen, dort die durch die [[Nomination|Nomi&shy;natio&shy;nen]] iden&shy;tifi&shy;zierten Gegen&shy;stände zu finden und schließlich die durch die [[Prädikation|Prädi&shy;kation]] ins Spiel gebrach&shy;te Unter&shy;scheidungs&shy;praxis auf jene Gegen&shy;stände anzu&shy;wenden. Der Wahrheits&shy;begriff ist damit ''korres&shy;pondenz&shy;theore&shy;tisch'' gefaßt.
*Das allgemeine ''empirische'' Veri&shy;fika&shy;tionsver&shy;fahren für singu&shy;läre konkre&shy;te Propo&shy;siti&shy;onen besteht darin, zunächst den durch die [[Kontextbildung|Kontext&shy;bildung]] ange&shy;gebe&shy;nen Kontext aufzu&shy;suchen, dort die durch die [[Nomination|Nomi&shy;natio&shy;nen]] iden&shy;tifi&shy;zierten Gegen&shy;stände zu finden und schließlich die durch die [[Prädikation|Prädi&shy;kation]] ins Spiel gebrach&shy;te Unter&shy;scheidungs&shy;praxis auf jene Gegen&shy;stände anzu&shy;wenden. Der Wahrheits&shy;begriff ist damit ''korres&shy;pondenz&shy;theore&shy;tisch'' gefasst.


:*Ein Sonderfall tritt bei Loka&shy;tionsan&shy;gaben ein: Wird durch die Prädi&shy;kation ein Gegen&shy;stand ''loka&shy;lisiert'', dann sucht man gemein&shy;hin nicht zunächst den Gegen&shy;stand und prüft dann, ob er sich am prädi&shy;zierten Ort befin&shy;det; vielmehr sucht man den ange&shy;gebenen Ort auf und prüft, ob sich der gemein&shy;te konkre&shy;te Gegen&shy;stand dort befin&shy;det. Diese ''Veri&shy;fika&shy;tionsum&shy;kehr'' hängt mit der Bedeu&shy;tung der Rauman&shy;gaben für die [[Kontextbildung|Kontext&shy;bildung]] zusam&shy;men (vgl. <bib id='Tugendhat 1976a'>Tugend&shy;hat 1976a</bib>: V. 26, insbes. S. 463-469).<ref>Ge&shy;nau&shy;er: Da kon&shy;kre&shy;te Pro&shy;po&shy;si&shy;ti&shy;o&shy;nen da&shy;durch be&shy;stimmt sind, dass man sich mit ih&shy;nen auf'' raum&shy;zeit&shy;lich ver&shy;or&shy;te&shy;te'' Ge&shy;gen&shy;stän&shy;de be&shy;zieht, tritt die Ve&shy;ri&shy;fi&shy;ka&shy;ti&shy;ons&shy;um&shy;kehr ge&shy;ra&shy;de bei der Zu&shy;schrei&shy;bung der für die&shy;se Art von Ge&shy;gen&shy;stän&shy;den cha&shy;rak&shy;te&shy;ris&shy;ti&shy;schen Ei&shy;gen&shy;schaft auf.</ref>     
:*Ein Sonderfall tritt bei Loka&shy;tionsan&shy;gaben ein: Wird durch die Prädi&shy;kation ein Gegen&shy;stand ''loka&shy;lisiert'', dann sucht man gemein&shy;hin nicht zunächst den Gegen&shy;stand und prüft dann, ob er sich am prädi&shy;zierten Ort befin&shy;det. Vielmehr sucht man zunächst den ange&shy;gebenen Ort auf und prüft sodann, ob sich der gemein&shy;te konkre&shy;te Gegen&shy;stand dort befin&shy;det. Diese ''Veri&shy;fika&shy;tionsum&shy;kehr'' hängt mit der Bedeu&shy;tung der Rauman&shy;gaben für die [[Kontextbildung|Kontext&shy;bildung]] zusam&shy;men (vgl. <bib id='Tugendhat 1976a'>Tugend&shy;hat 1976a</bib>: V. 26, insbes. S. 463-469).<ref>Ge&shy;nau&shy;er: Da kon&shy;kre&shy;te Pro&shy;po&shy;si&shy;ti&shy;o&shy;nen da&shy;durch be&shy;stimmt sind, dass man sich mit ih&shy;nen auf'' raum&shy;zeit&shy;lich ver&shy;or&shy;te&shy;te'' Ge&shy;gen&shy;stän&shy;de be&shy;zieht, tritt die Ve&shy;ri&shy;fi&shy;ka&shy;ti&shy;ons&shy;um&shy;kehr ge&shy;ra&shy;de bei der Zu&shy;schrei&shy;bung der für die&shy;se Art von Ge&shy;gen&shy;stän&shy;den cha&shy;rak&shy;te&shy;ris&shy;ti&shy;schen Ei&shy;gen&shy;schaft auf.</ref>     


*Ein allgemeines ''logisches'' Veri&shy;fika&shy;tionsver&shy;fahren kann für die singu&shy;lären konkre&shy;ten Propo&shy;sitio&shy;nen zum Zuge kommen, wenn der Zielkon&shy;text nicht zur aktu&shy;ellen Verhal&shy;tensi&shy;tuation, in der allein das empi&shy;rische Veri&shy;fika&shy;tionsver&shy;fahren wirksam wäre, gemacht werden kann: Hierbei wird allein durch logi&shy;sches Schließen die Verträg&shy;lichkeit der Propo&shy;sition mit dem Wissen über jenen [[Kontext]] getestet (vgl. hierzu [[Prädikation#Begriffe, begriffliche Argu&shy;mente und logi&shy;sches Schließen|Prädi&shy;kation: Begrif&shy;fe, begriff&shy;liche Argu&shy;mente und logi&shy;sches Schließen]]). Hier liegt daher ein ''kohä&shy;renzthe&shy;oreti&shy;scher'' Wahrheits&shy;begriff zugrun&shy;de.
*Ein allgemeines ''logisches'' Veri&shy;fika&shy;tionsver&shy;fahren kann für die singu&shy;lären konkre&shy;ten Propo&shy;sitio&shy;nen zum Zuge kommen, wenn der Zielkon&shy;text nicht zur aktu&shy;ellen Verhal&shy;tensi&shy;tuation, in der allein das empi&shy;rische Veri&shy;fika&shy;tionsver&shy;fahren wirksam wäre, gemacht werden kann: Hierbei wird allein durch logi&shy;sches Schließen die Verträg&shy;lichkeit der Propo&shy;sition mit dem Wissen über jenen [[Kontext]] getestet (vgl. hierzu [[Prädikation#Begriffe, begriffliche Argu&shy;mente und logi&shy;sches Schließen|Prädi&shy;kation: Begrif&shy;fe, begriff&shy;liche Argu&shy;mente und logi&shy;sches Schließen]]). Hier liegt daher ein ''kohä&shy;renzthe&shy;oreti&shy;scher'' Wahrheits&shy;begriff zugrun&shy;de.
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Bei den anderen Typen von Propo&shy;sitio&shy;nen wird Wahrheit auf verschie&shy;dene Weisen auf die Basis&shy;form der singu&shy;lären konkre&shy;ten Propo&shy;sitio&shy;nen zurück bezo&shy;gen:<ref>Da be&shy;griff&shy;li&shy;che “Pro&shy;po&shy;si&shy;ti&shy;o&shy;nen” ei&shy;nen stark ten&shy;ta&shy;tiv-nor&shy;ma&shy;ti&shy;ven An&shy;teil haben, stellt sich bei ih&shy;nen nicht die Fra&shy;ge nach der Wahr&shy;heit, son&shy;dern nach ih&shy;rer ''Sinn&shy;haf&shy;tig&shy;keit''; vgl. <bib id='Ros 1999a'></bib></ref>
Bei den anderen Typen von Propo&shy;sitio&shy;nen wird Wahrheit auf verschie&shy;dene Weisen auf die Basis&shy;form der singu&shy;lären konkre&shy;ten Propo&shy;sitio&shy;nen zurück bezo&shy;gen:<ref>Da be&shy;griff&shy;li&shy;che “Pro&shy;po&shy;si&shy;ti&shy;o&shy;nen” ei&shy;nen stark ten&shy;ta&shy;tiv-nor&shy;ma&shy;ti&shy;ven An&shy;teil haben, stellt sich bei ih&shy;nen nicht die Fra&shy;ge nach der Wahr&shy;heit, son&shy;dern nach ih&shy;rer ''Sinn&shy;haf&shy;tig&shy;keit''; vgl. <bib id='Ros 1999a'></bib></ref>


*Das allgemeine Verifikations&shy;verfah&shy;ren für ''gene&shy;relle konkre&shy;te'' Propo&shy;siti&shy;onen (bzw. ''exten&shy;sional-abstrak&shy;te'' P.) besteht darin, die unter der Quanti&shy;fika&shy;tion zusam&shy;menge&shy;faßten Einzel&shy;fälle gemäß der entspre&shy;chenden Veri&shy;fika&shy;tionsver&shy;fahren für singu&shy;läre konkre&shy;te Propo&shy;siti&shy;onen zu über&shy;prüfen. Da es sich um eine endli&shy;che Menge handelt, termi&shy;niert der Entschei&shy;dungsal&shy;gorith&shy;mus, sobald bei Allquan&shy;tifi&shy;kation ein Gegen&shy;beispiel oder bei Exis&shy;tenzquan&shy;tifi&shy;kation ein Beispiel gefun&shy;den wird, oder wenn alle Möglich&shy;keiten über&shy;prüft sind. Da dieses Veri&shy;fika&shy;tionsver&shy;fahren auf dem für singu&shy;läre konkre&shy;te Propo&shy;siti&shy;onen beruht, erge&shy;ben sich ana&shy;log logi&shy;sche und empi&shy;rische Vari&shy;anten.
*Das allgemeine Verifikations&shy;verfah&shy;ren für ''gene&shy;relle konkre&shy;te'' Propo&shy;siti&shy;onen (bzw. ''exten&shy;sional-abstrak&shy;te'' P.) besteht darin, die unter der Quanti&shy;fika&shy;tion zusam&shy;menge&shy;fassten Einzel&shy;fälle gemäß der entspre&shy;chenden Veri&shy;fika&shy;tionsver&shy;fahren für singu&shy;läre konkre&shy;te Propo&shy;siti&shy;onen zu über&shy;prüfen. Da es sich um eine endli&shy;che Menge handelt, termi&shy;niert der Entschei&shy;dungsal&shy;gorith&shy;mus, sobald bei Allquan&shy;tifi&shy;kation ein Gegen&shy;beispiel oder bei Exis&shy;tenzquan&shy;tifi&shy;kation ein Beispiel gefun&shy;den wird, oder wenn alle Möglich&shy;keiten über&shy;prüft sind. Da dieses Veri&shy;fika&shy;tionsver&shy;fahren auf dem für singu&shy;läre konkre&shy;te Propo&shy;siti&shy;onen beruht, erge&shy;ben sich ana&shy;log logi&shy;sche und empi&shy;rische Vari&shy;anten.


* Die Verifikationsverfahren für ''inten&shy;sional-abstrak&shy;te'' Propo&shy;siti&shy;onen müssen darauf gerich&shy;tet sein zu über&shy;prüfen, ob eine prinzi&shy;piell auf unend&shy;lich viele Einzel&shy;fälle anwend&shy;bare ''Regel'' gilt. Die Wahrheit hängt also nur indi&shy;rekt von bestimm&shy;ten Kontex&shy;ten ab. Da eine Über&shy;prüfung aller Einzel&shy;fälle nicht möglich ist, richtet sich die Veri&shy;fika&shy;tion in diesen Fällen norma&shy;lerwei&shy;se an der Korrekt&shy;heit des Konstruk&shy;tionsver&shy;fahrens für solche Regeln aus. Dabei spielen insbe&shy;sonde&shy;re die logi&shy;schen Zusam&shy;menhän&shy;ge zwischen den betei&shy;ligten Begrif&shy;fen eine entschei&shy;dende Rolle. <ref>In&shy;so&shy;fern mit die&shy;sen Re&shy;geln ei&shy;ner&shy;seits ar&shy;ti&shy;ku&shy;liert wer&shy;den kann, dass ein Sach&shy;ver&shy;halt in al&shy;len Kon&shy;tex&shy;ten gilt, oder an&shy;de&shy;rer&shy;seits, dass ein Sach&shy;ver&shy;halt we&shy;nig&shy;stens in ei&shy;ni&shy;gen Kon&shy;tex&shy;ten gilt, kön&shy;nen die ale&shy;thi&shy;schen Mo&shy;dal&shy;lo&shy;gi&shy;ken ein&shy;ge&shy;setzt wer&shy;den.</ref>
* Die Verifikationsverfahren für ''inten&shy;sional-abstrak&shy;te'' Propo&shy;siti&shy;onen müssen darauf gerich&shy;tet sein zu über&shy;prüfen, ob eine prinzi&shy;piell auf unend&shy;lich viele Einzel&shy;fälle anwend&shy;bare ''Regel'' gilt. Die Wahrheit hängt also nur indi&shy;rekt von bestimm&shy;ten Kontex&shy;ten ab. Da eine Über&shy;prüfung aller Einzel&shy;fälle nicht möglich ist, richtet sich die Veri&shy;fika&shy;tion in diesen Fällen norma&shy;lerwei&shy;se an der Korrekt&shy;heit des Konstruk&shy;tionsver&shy;fahrens für solche Regeln aus. Dabei spielen insbe&shy;sonde&shy;re die logi&shy;schen Zusam&shy;menhän&shy;ge zwischen den betei&shy;ligten Begrif&shy;fen eine entschei&shy;dende Rolle. <ref>In&shy;so&shy;fern mit die&shy;sen Re&shy;geln ei&shy;ner&shy;seits ar&shy;ti&shy;ku&shy;liert wer&shy;den kann, dass ein Sach&shy;ver&shy;halt in al&shy;len Kon&shy;tex&shy;ten gilt, oder an&shy;de&shy;rer&shy;seits, dass ein Sach&shy;ver&shy;halt we&shy;nig&shy;stens in ei&shy;ni&shy;gen Kon&shy;tex&shy;ten gilt, kön&shy;nen die ale&shy;thi&shy;schen Mo&shy;dal&shy;lo&shy;gi&shy;ken ein&shy;ge&shy;setzt wer&shy;den.</ref>
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* [[Benutzer:Klaus Sachs-Hombach|Sachs-Hombach, Klaus]]
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Aktuelle Version vom 22. Januar 2024, 13:59 Uhr

Exkurs zu: Modalität, Proposition


Die Wahrheit einer Proposition kann nur rela­tiv zu dem gemein­ten Kontext ange­geben werden. Bei einer singu­lären konkre­ten Propo­sition[1] ergibt sich Wahrheit (und Falsch­heit) aus dem Verhält­nis zwischen dem behaup­teten Sachver­halt und den Tatsa­chen in dem gemein­ten Kontext. Dabei muss unter­schieden werden, ob es möglich ist, die Geltung des behaup­teten Sachver­halts in dem Kontext empi­risch zu über­prüfen, oder ob direk­ter Zugang zu dem Kontext nicht möglich ist und daher nur ein logi­scher Abgleich mit dem Vorwis­sen gelingt.[2]


Verifikationsverfahren für singu­läre kon­krete Propo­siti­onen

  • Das allgemeine empirische Veri­fika­tionsver­fahren für singu­läre konkre­te Propo­siti­onen besteht darin, zunächst den durch die Kontext­bildung ange­gebe­nen Kontext aufzu­suchen, dort die durch die Nomi­natio­nen iden­tifi­zierten Gegen­stände zu finden und schließlich die durch die Prädi­kation ins Spiel gebrach­te Unter­scheidungs­praxis auf jene Gegen­stände anzu­wenden. Der Wahrheits­begriff ist damit korres­pondenz­theore­tisch gefasst.
  • Ein Sonderfall tritt bei Loka­tionsan­gaben ein: Wird durch die Prädi­kation ein Gegen­stand loka­lisiert, dann sucht man gemein­hin nicht zunächst den Gegen­stand und prüft dann, ob er sich am prädi­zierten Ort befin­det. Vielmehr sucht man zunächst den ange­gebenen Ort auf und prüft sodann, ob sich der gemein­te konkre­te Gegen­stand dort befin­det. Diese Veri­fika­tionsum­kehr hängt mit der Bedeu­tung der Rauman­gaben für die Kontext­bildung zusam­men (vgl. [Tugendhat 1976a]Tugendhat, Ernst (1976): Vorlesungen zur Einführung in die sprachanalytische Philosophie. Suhrkamp, Frankfurt/M.
    : V. 26, insbes. S. 463-469).[3]
  • Ein allgemeines logisches Veri­fika­tionsver­fahren kann für die singu­lären konkre­ten Propo­sitio­nen zum Zuge kommen, wenn der Zielkon­text nicht zur aktu­ellen Verhal­tensi­tuation, in der allein das empi­rische Veri­fika­tionsver­fahren wirksam wäre, gemacht werden kann: Hierbei wird allein durch logi­sches Schließen die Verträg­lichkeit der Propo­sition mit dem Wissen über jenen Kontext getestet (vgl. hierzu Prädi­kation: Begrif­fe, begriff­liche Argu­mente und logi­sches Schließen). Hier liegt daher ein kohä­renzthe­oreti­scher Wahrheits­begriff zugrun­de.


Verifikationsverfahren für andere Arten von Pro­posi­tionen

Bei den anderen Typen von Propo­sitio­nen wird Wahrheit auf verschie­dene Weisen auf die Basis­form der singu­lären konkre­ten Propo­sitio­nen zurück bezo­gen:[4]

  • Das allgemeine Verifikations­verfah­ren für gene­relle konkre­te Propo­siti­onen (bzw. exten­sional-abstrak­te P.) besteht darin, die unter der Quanti­fika­tion zusam­menge­fassten Einzel­fälle gemäß der entspre­chenden Veri­fika­tionsver­fahren für singu­läre konkre­te Propo­siti­onen zu über­prüfen. Da es sich um eine endli­che Menge handelt, termi­niert der Entschei­dungsal­gorith­mus, sobald bei Allquan­tifi­kation ein Gegen­beispiel oder bei Exis­tenzquan­tifi­kation ein Beispiel gefun­den wird, oder wenn alle Möglich­keiten über­prüft sind. Da dieses Veri­fika­tionsver­fahren auf dem für singu­läre konkre­te Propo­siti­onen beruht, erge­ben sich ana­log logi­sche und empi­rische Vari­anten.
  • Die Verifikationsverfahren für inten­sional-abstrak­te Propo­siti­onen müssen darauf gerich­tet sein zu über­prüfen, ob eine prinzi­piell auf unend­lich viele Einzel­fälle anwend­bare Regel gilt. Die Wahrheit hängt also nur indi­rekt von bestimm­ten Kontex­ten ab. Da eine Über­prüfung aller Einzel­fälle nicht möglich ist, richtet sich die Veri­fika­tion in diesen Fällen norma­lerwei­se an der Korrekt­heit des Konstruk­tionsver­fahrens für solche Regeln aus. Dabei spielen insbe­sonde­re die logi­schen Zusam­menhän­ge zwischen den betei­ligten Begrif­fen eine entschei­dende Rolle. [5]


Anmerkungen
  1. ↑ Vgl. Ex­kurs: Ar­ten von Pro­po­si­ti­o­nen.
  2. ↑ Vgl. auch Wi­ki­pe­dia: Ve­ri­fi­ka­ti­on, so­wie Wi­ki­pe­dia: Be­weis (Lo­gik).
  3. ↑ Ge­nau­er: Da kon­kre­te Pro­po­si­ti­o­nen da­durch be­stimmt sind, dass man sich mit ih­nen auf raum­zeit­lich ver­or­te­te Ge­gen­stän­de be­zieht, tritt die Ve­ri­fi­ka­ti­ons­um­kehr ge­ra­de bei der Zu­schrei­bung der für die­se Art von Ge­gen­stän­den cha­rak­te­ris­ti­schen Ei­gen­schaft auf.
  4. ↑ Da be­griff­li­che “Pro­po­si­ti­o­nen” ei­nen stark ten­ta­tiv-nor­ma­ti­ven An­teil haben, stellt sich bei ih­nen nicht die Fra­ge nach der Wahr­heit, son­dern nach ih­rer Sinn­haf­tig­keit; vgl. [Ros 1999a]Ros, Arno (1999): Was ist Philosophie?. In: Raatzsch, R. (Hg.), Philo­sophie­ren über Philo­sophie. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig.
  5. ↑ In­so­fern mit die­sen Re­geln ei­ner­seits ar­ti­ku­liert wer­den kann, dass ein Sach­ver­halt in al­len Kon­tex­ten gilt, oder an­de­rer­seits, dass ein Sach­ver­halt we­nig­stens in ei­ni­gen Kon­tex­ten gilt, kön­nen die ale­thi­schen Mo­dal­lo­gi­ken ein­ge­setzt wer­den.
Literatur
[Ros 1999a]Ros, Arno (1999): Was ist Philosophie?. In: Raatzsch, R. (Hg.), Philo­sophie­ren über Philo­sophie. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig.[Tugendhat 1976a]Tugendhat, Ernst (1976): Vorlesungen zur Einführung in die sprachanalytische Philosophie. Suhrkamp, Frankfurt/M.

Ausgabe 1: 2013

Verantwortlich:

Seitenbearbeitungen durch: Joerg R.J. Schirra und Marcel Lemmes — (Hinweis)

Zitierhinweis:

Schirra, Jörg R.J. (2013). Verifikationsverfahren (Exkurs). (Ausg. 1). In: Schirra, J.R.J.; Halawa, M. & Liebsch, D. (Hg.), Glossar der Bildphilosophie. (2012-2026). [bildglossar.org/index.php?title=Exkurs:Verifikationsverfahren].