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Neben den gerade genannten Debat­ten um eine spezi­fisch auf die Male­rei bezo­gene bildme­diale Bestim­mung sind für die Bildwis­senschaf­ten auch jene Über­legun­gen von Inte­resse, die – oft genug ohne dies zu proble­mati­sieren – unter ‘Bild’ in der Regel das gerahm­te Tafel­bild und also die Bildge­schichte der Male­rei anspre­chen, ohne weite­re medi­ale Diffe­renzie­rung. Das promi­nentes­te Para­digma solcher Diskus­sionen dürfte die (konstru­ierte) [[Perspektivik|Perspek­tive]] sein, die perspec­tiva arti­ficia­lis bzw. prospet­tiva, wie sie als „gene­reller Begriff für die Darstel­lung dreidi­mensio­naler Gege­benhei­ten auf zweidi­mensio­naler Projek­tionsflä­che“ (<bib id='Büttner 2003a'></bib>: S. 265) seit dem frühen 15. Jahrhun­dert etab­liert ist. Ausgangs­punkt der kriti­schen Refle­xion auf die Perspek­tive ist nach wie vor Panof­skys Aufsatz «Die Perspek­tive als “symbo­lische Form”» von 1927 (<bib id='Panofsky 1924a'>Panofs­ky 1924a</bib>), der auf die Kultur­philo­sophie Ernst Cassi­rers zurück­griff. Panofs­kys Unter­suchun­gen wurden in der Folge z.Tl. korri­giert, aber nicht im Grundsatz revi­diert, sie wurden durch neue­re Erkennt­nisse zur Geschich­te der Optik ergänzt (vgl. <bib id='Edgerton 2002a'>Edger­ton 2002a</bib>) und in kultur­kompa­ratis­tischer Hinsicht (vgl. <bib id='Belting 2008a'></bib>) weiter­verfolgt. In bildkon­zeptu­eller Hinsicht wieder spezi­fischer an der (Geschich­te der) Male­rei orien­tiert, hat Svetla­na Alpers (<bib id='Alpers 1985a'></bib>) zwischen ita­lieni­schen, erzäh­lenden und hollän­dischen, beschrei­benden Bildern unter­schieden. Im Kern liegt dieser Gegen­über­stellung auch die Diffe­renzie­rung zwischen der alber­tini­schen, perspek­tivi­schen Bildauf­fassung und nicht-alber­tini­schen Darstel­lungskon­venti­onen wie der Distanz­punktper­spekti­ve<ref>Vgl. zu die­ser Ge­gen­über­stel­lung bei Al­pers den Auf­satz von <bib id='Michalsky 2005a'>Mi­chal­sky 2005a</bib>: ins­be­son­de­re S. 292ff.</ref> zugrun­de. Wenn die Perspek­tive als Darstel­lungsmo­dus im bildphi­loso­phischen Glossar an dieser Stelle zumin­dest erwähnt werden soll, dann kann dies als Hinweis darauf verstan­den werden, dass das Verhält­nis von Bild und Darstel­lungsmo­dus (hier: Perspek­tive) ähnlich inter­preta­tionsbe­dürftig ist wie das Verhältnis von Bild und Bildme­dium (hier: Male­rei). Die kultu­rell prägen­de, lange Tradi­tion der neuzeit­lichen Male­rei bis hin zum sog. Ende der wissen­schaftli­chen Perspek­tive in der Male­rei der Moder­ne hat einer Über­schneidung dieser an sich zu unter­scheiden­den bildwis­senschaft­lichen Themen­berei­che immer wieder Vorschub geleis­tet. | Neben den gerade genannten Debat­ten um eine spezi­fisch auf die Male­rei bezo­gene bildme­diale Bestim­mung sind für die Bildwis­senschaf­ten auch jene Über­legun­gen von Inte­resse, die – oft genug ohne dies zu proble­mati­sieren – unter ‘Bild’ in der Regel das gerahm­te Tafel­bild und also die Bildge­schichte der Male­rei anspre­chen, ohne weite­re medi­ale Diffe­renzie­rung. Das promi­nentes­te Para­digma solcher Diskus­sionen dürfte die (konstru­ierte) [[Perspektivik|Perspek­tive]] sein, die perspec­tiva arti­ficia­lis bzw. prospet­tiva, wie sie als „gene­reller Begriff für die Darstel­lung dreidi­mensio­naler Gege­benhei­ten auf zweidi­mensio­naler Projek­tionsflä­che“ (<bib id='Büttner 2003a'></bib>: S. 265) seit dem frühen 15. Jahrhun­dert etab­liert ist. Ausgangs­punkt der kriti­schen Refle­xion auf die Perspek­tive ist nach wie vor Panof­skys Aufsatz «Die Perspek­tive als “symbo­lische Form”» von 1927 (<bib id='Panofsky 1924a'>Panofs­ky 1924a</bib>), der auf die Kultur­philo­sophie Ernst Cassi­rers zurück­griff. Panofs­kys Unter­suchun­gen wurden in der Folge z.Tl. korri­giert, aber nicht im Grundsatz revi­diert, sie wurden durch neue­re Erkennt­nisse zur Geschich­te der Optik ergänzt (vgl. <bib id='Edgerton 2002a'>Edger­ton 2002a</bib>) und in kultur­kompa­ratis­tischer Hinsicht (vgl. <bib id='Belting 2008a'></bib>) weiter­verfolgt. In bildkon­zeptu­eller Hinsicht wieder spezi­fischer an der (Geschich­te der) Male­rei orien­tiert, hat Svetla­na Alpers (<bib id='Alpers 1985a'></bib>) zwischen ita­lieni­schen, erzäh­lenden und hollän­dischen, beschrei­benden Bildern unter­schieden. Im Kern liegt dieser Gegen­über­stellung auch die Diffe­renzie­rung zwischen der alber­tini­schen, perspek­tivi­schen Bildauf­fassung und nicht-alber­tini­schen Darstel­lungskon­venti­onen wie der Distanz­punktper­spekti­ve<ref>Vgl. zu die­ser Ge­gen­über­stel­lung bei Al­pers den Auf­satz von <bib id='Michalsky 2005a'>Mi­chal­sky 2005a</bib>: ins­be­son­de­re S. 292ff.</ref> zugrun­de. Wenn die Perspek­tive als Darstel­lungsmo­dus im bildphi­loso­phischen Glossar an dieser Stelle zumin­dest erwähnt werden soll, dann kann dies als Hinweis darauf verstan­den werden, dass das Verhält­nis von Bild und Darstel­lungsmo­dus (hier: Perspek­tive) ähnlich inter­preta­tionsbe­dürftig ist wie das Verhältnis von Bild und Bildme­dium (hier: Male­rei). Die kultu­rell prägen­de, lange Tradi­tion der neuzeit­lichen Male­rei bis hin zum sog. Ende der wissen­schaftli­chen Perspek­tive in der Male­rei der Moder­ne hat einer Über­schneidung dieser an sich zu unter­scheiden­den bildwis­senschaft­lichen Themen­berei­che immer wieder Vorschub geleis­tet. | ||
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Auch die Beschwörung eines Endes der Male­rei und die zahlrei­chen Versu­che, eine „Male­rei nach dem Ende der Male­rei“ (vgl. <bib id='Meinhardt 1997a'></bib>: S. 19-34) zu bestim­men, setzen Bild und Male­rei i.d.R. synonym. Für die älte­re Kunstge­schichte hat Victor I. Stoichi­ta das Ende des Bildes und das Ende der Kunst als Topoi des meta­pictu­ralen Diskur­ses der neuzeit­lichen Male­rei geltend gemacht und gezeigt, dass die Erfin­dung des Gemäl­des (im Sinne des Tafel­bildes / tableau) als „rela­tiv junge Erfin­dung“ (<bib id='Stoichita 1998a'>Stoichi­ta 1998a</bib> und <bib id='Kruse 2003a'></bib>) die Voraus­setzung dafür war, dass die Male­rei in Bildsu­jets wie dem Gale­riestück (<bib id='Bredekamp 2000a'>Brede­kamp 2000a</bib>: S. 150-185), dem Ate­lierbild (<bib id='Winner 1962a'></bib> sowie <bib id='Asemissen & Schweikhart 1994a'>Asemis­sen & Schweikhart 1994a</bib>) und dem Künstler­selbstpor­trät<ref>Sys­te­ma­ti­sche Fra­gen an das Selbst­port­rät ent­wi­ckelt <bib id='Boehm 1985a'></bib>. Zu­letzt im Über­blick: <bib id='Pfisterer & von Rosen 2006a'>Pfis­te­rer & von Ro­sen 2006a</bib>.</ref> genau­so wie in Bild­ele­menten wie dem inner­bildli­chen [[Rahmung, Rahmen|Rahmen]], Nischen-, Fenster-, Tür, Karten- und Spiegel­moti­ven [[Bild in reflexiver Verwendung|ihren eige­nen Bildsta­tus reflek­tiert]]. Als (ein) Höhe­punkt des meta­pictu­ralen Diskur­sen gilt Stoichi­ta wiede­rum Perraults Vorstel­lung einer „Male­rei als solcher (la Peinture en elle-mesme)“ (<bib id='Perrault 1964a'></bib>, S. 370; vgl. dazu <bib id='Stoichita 1998a'>Stoichi­ta 1998a</bib>, S. 10), d.h. die Male­reibe­stimmun­gen der Querel­le des Anciens et des Moder­nes. Man kann darü­ber speku­lieren, ob die (bild-)wissen­schaftli­che und (bild-)philo­sophi­sche Aufmerk­samkeit für das Phäno­men der Meta­male­rei wesent­lich durch Bilder­fahrun­gen der klassi­schen Moder­ne, der Abstrak­tion und/oder der zeitge­nössi­schen Kunst stimu­liert wurde, ob und in welcher Hinsicht also die jünge­ren bildtheo­reti­schen Ana­lysen zu Topoi wie „Die weiße Wand“ und „Die weiße Leinwand“ (vgl. <bib id='Stoichita 1998a'>Stoichi­ta 1998a</bib>, S. 110ff. und S. 173ff.) der Vorgän­gigkeit der Male­rei bedurf­ten, etwa der Gemäl­de von Male­witsch («Supre­matis­tische Kompo­sition: Weiß auf Weiß», 1918[http:// | Auch die Beschwörung eines Endes der Male­rei und die zahlrei­chen Versu­che, eine „Male­rei nach dem Ende der Male­rei“ (vgl. <bib id='Meinhardt 1997a'></bib>: S. 19-34) zu bestim­men, setzen Bild und Male­rei i.d.R. synonym. Für die älte­re Kunstge­schichte hat Victor I. Stoichi­ta das Ende des Bildes und das Ende der Kunst als Topoi des meta­pictu­ralen Diskur­ses der neuzeit­lichen Male­rei geltend gemacht und gezeigt, dass die Erfin­dung des Gemäl­des (im Sinne des Tafel­bildes / tableau) als „rela­tiv junge Erfin­dung“ (<bib id='Stoichita 1998a'>Stoichi­ta 1998a</bib> und <bib id='Kruse 2003a'></bib>) die Voraus­setzung dafür war, dass die Male­rei in Bildsu­jets wie dem Gale­riestück (<bib id='Bredekamp 2000a'>Brede­kamp 2000a</bib>: S. 150-185), dem Ate­lierbild (<bib id='Winner 1962a'></bib> sowie <bib id='Asemissen & Schweikhart 1994a'>Asemis­sen & Schweikhart 1994a</bib>) und dem Künstler­selbstpor­trät<ref>Sys­te­ma­ti­sche Fra­gen an das Selbst­port­rät ent­wi­ckelt <bib id='Boehm 1985a'></bib>. Zu­letzt im Über­blick: <bib id='Pfisterer & von Rosen 2006a'>Pfis­te­rer & von Ro­sen 2006a</bib>.</ref> genau­so wie in Bild­ele­menten wie dem inner­bildli­chen [[Rahmung, Rahmen|Rahmen]], Nischen-, Fenster-, Tür, Karten- und Spiegel­moti­ven [[Bild in reflexiver Verwendung|ihren eige­nen Bildsta­tus reflek­tiert]]. Als (ein) Höhe­punkt des meta­pictu­ralen Diskur­sen gilt Stoichi­ta wiede­rum Perraults Vorstel­lung einer „Male­rei als solcher (la Peinture en elle-mesme)“ (<bib id='Perrault 1964a'></bib>, S. 370; vgl. dazu <bib id='Stoichita 1998a'>Stoichi­ta 1998a</bib>, S. 10), d.h. die Male­reibe­stimmun­gen der Querel­le des Anciens et des Moder­nes. Man kann darü­ber speku­lieren, ob die (bild-)wissen­schaftli­che und (bild-)philo­sophi­sche Aufmerk­samkeit für das Phäno­men der Meta­male­rei wesent­lich durch Bilder­fahrun­gen der klassi­schen Moder­ne, der Abstrak­tion und/oder der zeitge­nössi­schen Kunst stimu­liert wurde, ob und in welcher Hinsicht also die jünge­ren bildtheo­reti­schen Ana­lysen zu Topoi wie „Die weiße Wand“ und „Die weiße Leinwand“ (vgl. <bib id='Stoichita 1998a'>Stoichi­ta 1998a</bib>, S. 110ff. und S. 173ff.) der Vorgän­gigkeit der Male­rei bedurf­ten, etwa der Gemäl­de von Male­witsch («Supre­matis­tische Kompo­sition: Weiß auf Weiß», 1918[http://en.wikipedia.org/wiki/File:Kazimir_Malevich_-_%27Suprematist_Composition-_White_on_White%27,_oil_on_canvas,_1918,_Museum_of_Modern_Art.jpg]) oder von Rauschenberg («White Painting», 1951[http://www.sfmoma.org/images/artwork/large/98.308.A-C_01_d02.jpg]). In jedem Fall hat die Male­rei selbst, haben konkre­te Gemäl­de immer wieder auch neue medi­ale Bestim­mungen provo­ziert. „Letzte Bilder“<ref>Ad Rein­hardt nann­te ins­be­son­de­re sei­ne «black pain­tings», die er ab Mit­te der 1950er Jah­ren re­a­li­sier­te, ‘letz­te Bil­der’. Vgl. <bib id='Liesbrock 2010a'>Lies­brock 2010a</bib>.</ref> haben in der Male­reige­schichte stets ein Bild nach dem letzen Bild wachge­rufen, wofür – jenseits der Abstrak­tion – auch Gemäl­de der Maler-Iro­niker Sigmar Polke («Moderne Kunst», 1968[http://www2.kah-bonn.de/1/12/p/1.jpg]) und Martin Kippen­berger («Lieber Maler, male mir», 1981[http://www.saatchi-gallery.co.uk/imgs/artists/thumbs/kippenberger/martin-kippenberger-untitled-Figures-Pair.jpg]) oder der Meta-Maler Thomas Huber («Das Ende der Malerei», 2001[http://www.kunstmuseenkrefeld.de/images/shop/editionen/Thomas-Huber.jpg]) oder Neo Rauch («Sucher», 1997[http://www.herrenzimmer.de/wp-content/uploads/2011/05/Rauch_Sucher.jpg]) einste­hen können. Auch und gerade nach dem Ende der Kunst im Sinne Hegels lotet die Male­rei – und in ihrem Gefol­ge die Bildwis­senschaft – die Grenze zwischen Male­rei (painting) und Bild (picture) je neu aus, gemäß dem Motto Robert Rymans: | ||
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:''Mir scheint, dass die Male­rei nicht tot sein kann, solange Bilder gemalt werden.'' (Robert Ryman, zit. n. <bib id='König & Obrist 1993a'></bib>, S. 194). | :''Mir scheint, dass die Male­rei nicht tot sein kann, solange Bilder gemalt werden.'' (Robert Ryman, zit. n. <bib id='König & Obrist 1993a'></bib>, S. 194). | ||
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Aktuelle Version vom 22. Januar 2024, 13:53 Uhr
Unterpunkt zu: Bildmedien
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Die Malerei als Medium wird traditionellerweise als Teilbereich der Bildenden Kunst ausgewiesen und aufgrund ihrer Flächenbezogenheit von der Skulptur und Architektur als dreidimensionalen Kunstformen unterschieden. Im Kontext der flächenbezogenen Künste sind materiale und technische Abgrenzungen, beispielsweise zur Zeichnung, zur Druckgrafik und zum Relief geläufig, genauso wie funktionale Differenzierungen etwa hinsichtlich der Wandmalerei, des Tafelbildes u.s.f.. Bevor es die Kunst-, die Medienwissenschaften und die Bildwissenschaften gab, wurden Fragen an das Medium Malerei im Rahmen der Ästhetik und Kunsttheorie sowie im Rahmen künstlertheoretischer Traktate thematisiert. In der älteren Kunsttheorie kann der Paragone, der Vergleich zwischen den verschiedenen Gattungen der Bildenden Kunst, als Vorläufer medienästhetischer Debatten gelten. Insbesondere im 16. Jahrhundert wurde der „Wettstreit der Künste“ nicht nur genutzt, um eine Rangfolge der Künste festzulegen, sondern um die Grundlagen bzw. Prinzipien der verschiedenen Künste zu bedenken. In Leonardos Schriften zur Malerei ([Farago 1992a]Farago, Claire J. (1992): Leonardo da Vinci’s Paragone. A Critical Interpretation with a New Edition of the Text in the Codex Urbinas. Brill, Leiden, New York, Kopenhagen, Köln. Eine andere, ebenfalls äußerst wirkungsmächtige, medienästhetisch fundierte Diskussion der Malerei ist die Laokoon-Debatte des 18. Jahrhunderts, mit der, so Karlheinz Stierle, die Frage nach der Mediengebundenheit der ästhetischen Erfahrung prominent wurde. Lessings Schrift «Laokoon oder über die Grenzen der Malerei und Poesie» (1766) gilt demzufolge nicht nur als eine frühe zeichentheoretische Thematisierung von Malerei und Dichtung im Vergleich, sondern als der „Gipfelpunkt der in das Verhältnis von Medium, Werk und ästhetischer Erfahrung eindringenden Reflexion des 18. Jahrhunderts“ ([Stierle 1984a]Stierle, Karlheinz (1984): Das bequeme Verhältnis. Lessings Laokoon und die Entdeckung des ästhetischen Mediums. In: Gebauer, G. (Hg.), Das Laokoon-Projekt: Pläne einer semiotischen Ästhetik. Metzler, Stuttgart. In der kritischen Auseinandersetzung mit Greenbergs Thesen hat u.a. Thierry de Duve zu einer Dekonstruktion des modernistischen Medienverständnisses beigetragen und der Medienspezifik (der Malerei) im Sinne Clement Greenbergs das Generische (der Kunst) im Anschluß an Marcel Duchamp und den Minimalismus entgegengesetzt ([de Duve 1990a]de Duve, Thierry (1990): The Monochrome and the Blank Canvas. In: Guilbaut, S. (Hg.), Reconstructing Modernism. Art in New York, Paris and Montreal 1945-1964. The MIT Press, Cambridge/Mass. Neben den gerade genannten Debatten um eine spezifisch auf die Malerei bezogene bildmediale Bestimmung sind für die Bildwissenschaften auch jene Überlegungen von Interesse, die – oft genug ohne dies zu problematisieren – unter ‘Bild’ in der Regel das gerahmte Tafelbild und also die Bildgeschichte der Malerei ansprechen, ohne weitere mediale Differenzierung. Das prominenteste Paradigma solcher Diskussionen dürfte die (konstruierte) Perspektive sein, die perspectiva artificialis bzw. prospettiva, wie sie als „genereller Begriff für die Darstellung dreidimensionaler Gegebenheiten auf zweidimensionaler Projektionsfläche“ ([Büttner 2003a]Büttner, Frank (2003): Perspektive. In: Pfisterer, U. (Hg.), Metzler Lexikon Kunstwissenschaft. Ideen – Methoden – Begriffe. JB Metzler, Stuttgart, Weimar. Auch die Beschwörung eines Endes der Malerei und die zahlreichen Versuche, eine „Malerei nach dem Ende der Malerei“ (vgl. [Meinhardt 1997a]Meinhardt, Johannes (1997): Ende der Malerei und Malerei nach dem Ende der Malerei. Hatje Cantz, Ostfildern-Ruit.
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Anmerkungen
Literatur
[Alpers 1985a]Alpers, Svetlana (1985): Kunst als Beschreibung. Holländische Malerei des 17. Jahrhunderts. DuMont, Köln.[Asemissen & Schweikhart 1994a]Asemissen, Hermann Ulrich & Schweikhart, Gunter (1994): Malerei als Thema der Malerei. Akademie, Berlin.[Baader 2003a]Baader, Hannah (2003): Paragone. In: Pfisterer, U. (Hg.), Metzler Lexikon Kunstwissenschaft. Ideen – Methoden – Begriffe. J.B. Metzler, Stuttgart, Weimar.[Belting 2008a]Belting, Hans (2008): Florenz und Bagdad. Eine westöstliche Geschichte des Blicks. C.H. Beck, München.[Boehm 1985a]Boehm, Gottfried (1985): Der Andere als Prototyp. In: Boehm, G. (Hg.), Bildnis und Individuum. Über den Ursprung der Porträtmalerei in der italienischen Renaissance. Prestel, München.[Bredekamp 2000a]Bredekamp, Horst (2000): Antikensehnsucht und Maschinenglauben. Die Geschichte der Kunstkammer und die Zukunft der Kunstgeschichte. Wagenbach, Berlin.[Büttner 2003a]Büttner, Frank (2003): Perspektive. In: Pfisterer, U. (Hg.), Metzler Lexikon Kunstwissenschaft. Ideen – Methoden – Begriffe. JB Metzler, Stuttgart, Weimar.[Edgerton 2002a]Edgerton, Samuel Y. (2002): Die Entdeckung der Perspektive. Fink, München.[Farago 1992a]Farago, Claire J. (1992): Leonardo da Vinci’s Paragone. A Critical Interpretation with a New Edition of the Text in the Codex Urbinas. Brill, Leiden, New York, Kopenhagen, Köln.[Greenberg 1997a]Greenberg, Clement (1997): Zu einem neuen Laokoon. In: Lüdeking, K. (Hg.), Clement Greenberg – Die Essenz der Moderne. Ausgewählte Essays und Kritiken. Philo Fine Arts, Amsterdam, Dresden.[Imdahl 1987a]Imdahl, Max (1987): Farbe. Kunsttheoretische Reflexionen in Frankreich. Fink, München.[Kemp 1974a]Kemp, Wolfgang (1974): Disegno. Beiträge zu einer Geschichte des Begriffs zwischen 1547 und 1607. Marburger Jahrbuch für Kunstwissenschaf, 19.[Krauss 1999a]Krauss, Rosalind (1999): Reinventing the Medium. Critical Inquiry, 25,, 2.[Krauss 2000a]Der Eintrag existiert noch nicht.[Kruse 2003a]Kruse, Christiane (2003): Wozu Menschen malen. Historische Begründungen eines Bildmediums. Fink, München.[König & Obrist 1993a]König, Kasper & Obrist, Hans-Ulrich (Hg.) (1993): Der zerbrochene Spiegel. Positionen zur Malerei. Kunsthalle Wien / Deichtorhallen Hamburg, Wien.[Liesbrock 2010a]Liesbrock, Heinz (Hg.) (2010): Ad Reinhardt: Letzte Bilder. Josef Albers Museum Quadrat Bottrop, Düsseldorf.[Meinhardt 1997a]Meinhardt, Johannes (1997): Ende der Malerei und Malerei nach dem Ende der Malerei. Hatje Cantz, Ostfildern-Ruit.[Mendelsohn 1982a]Mendelsohn, Leatrice (1982): Paragoni. Benedetto Varchi’s Due Lezioni and Cinquecento Art Theory. UMI Research Press, Ann Arbor.[Michalsky 2005a]Michalsky, Tanja (2005): Raum visualisieren. Zur Genese des modernen Raumverständnisses in den Medien der Frühen Neuzeit. In: Geppert, A. C.; Jensen, U. & Weinhold, J. (Hg.), Ortsgespräche. Raum und Kommunikation im 19. und 20. Jahrhundert. transcript, Bielefeld.[Panofsky 1924a]Panofsky, Erwin (1998): Die Perspektive als symbolische Form (1924). In: Michels, K. & Warnke, M. (Hg.), Erwin Panofsky, Deutschsprachige Aufsätze, Bd. 2. Akademie, Berlin.[Perrault 1964a]Perrault, Charles (1964): Parallèle des Anciens et des Modernes en ce qui regarde les Arts et les Sciences. Eidos, München.[Pfisterer & von Rosen 2006a]Pfisterer, Ulrich & von Rosen, Valeska (Hg.) (2006): Der Künstler als Kunstwerk. Selbstporträts vom Mittelalter bis zur Gegenwart. reclam, Stuttgart.[Puttfarken 1985a]Puttfarken, Thomas (1985): Roger de Piles‘ Theory of Art. Yale Univ. Press, New Haven, London.[Puttfarken 1991a]Puttfarken, Thomas (1991): The Dispute about Disegno and Colorito in Venice. Paolo Pino, Lodovico Dolce and Titian. In: Glanz, P.; Gosebruch, M.; Meier, N. & Warnke, M. (Hg.), Kunst und Kunsttheorie 1400–1900. Harrassowitz, Wiesbaden.[Stierle 1984a]Stierle, Karlheinz (1984): Das bequeme Verhältnis. Lessings Laokoon und die Entdeckung des ästhetischen Mediums. In: Gebauer, G. (Hg.), Das Laokoon-Projekt: Pläne einer semiotischen Ästhetik. Metzler, Stuttgart.[Stoichita 1998a]Stoichita, Victor I. (1998): Das selbstbewusste Bild. Vom Ursprung der Metamalerei. Fink, München.[Winner 1962a]Winner, Matthias (1962): Gemalte Kunsttheorie. Zu Gustave Courbets «Allégorie réelle» und der Tradition. Jahrbuch der Berliner Museen, 4.[de Duve 1990a]de Duve, Thierry (1990): The Monochrome and the Blank Canvas. In: Guilbaut, S. (Hg.), Reconstructing Modernism. Art in New York, Paris and Montreal 1945-1964. The MIT Press, Cambridge/Mass. Ausgabe 1: 2013 Verantwortlich: Lektorat: Seitenbearbeitungen durch: Joerg R.J. Schirra, Martina Dobbe, Eva Schürmann, Marcel Lemmes und Sebastian Spanknebel — (Hinweis) Zitierhinweis: |