Psychoanalytische Theorien des Bildes: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Glossar der Bildphilosophie
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==Allgemeine Charakteris&shy;tika psycho&shy;ana&shy;lyti&shy;scher Bild&shy;theorie==
Im Gegensatz zu den Kunstwissen&shy;schaften, die über umfang&shy;reiche und gut doku&shy;mentier&shy;te psycho&shy;ana&shy;lytisch orien&shy;tierte Theorie&shy;tradi&shy;tionen verfü&shy;gen, stellen psycho&shy;ana&shy;lyti&shy;sche Ansät&shy;ze inner&shy;halb der allge&shy;meinen Bild&shy;theorie bisher ein Forschungs&shy;desi&shy;derat im Spannungs&shy;feld [[Phänomenologische Bildtheorien|phäno&shy;meno&shy;logi&shy;scher]], femi&shy;nisti&shy;scher sowie post&shy;struktu&shy;ralis&shy;tischer Zugänge dar. Als ‘psycho&shy;ana&shy;lytisch’ wird eine Bild&shy;theorie zumeist dann charak&shy;teri&shy;siert, wenn sie sich unter Rückgriff auf klassi&shy;sche psycho&shy;ana&shy;lyti&shy;sche sowie ideo&shy;logie- und diskurs&shy;kriti&shy;sche Theorie&shy;ansät&shy;ze mit den Blickver&shy;hältnis&shy;sen und Blickre&shy;gimen beschäf&shy;tigt, die sich in Bildern als Sympto&shy;me eines vorgän&shy;gigen Weltver&shy;hältnis&shy;ses mani&shy;festie&shy;ren. Dies schließt die sozi&shy;ale Konsti&shy;tution von Sichtbar&shy;keit und Bildlich&shy;keit eben&shy;so ein wie das Verhält&shy;nis von Wahrneh&shy;mung und Affekt im Sinne einer Affekt&shy;öko&shy;nomie des Bildli&shy;chen. Die für psycho&shy;ana&shy;lyti&shy;sche Ansät&shy;ze grundle&shy;gende Denkfi&shy;gur lautet: Bilder werden als Mani&shy;festa&shy;tionen laten&shy;ter Sinnge&shy;halte oder Welt-/&#8203;Macht-/&#8203;Seinsver&shy;hältnis&shy;se verstanden (Traum&shy;ana&shy;logie).
:
Die Psychoanalyse ist eine Mytho&shy;graphie des Selbst, die das Unbe&shy;wusste als einen Code bestimmt, der entschlüs&shy;selt werden muss, um zum eigent&shy;lichen Sinnge&shy;halt durchzu&shy;dringen. Die psycho&shy;ana&shy;lyti&shy;sche Metho&shy;de ist dabei zutiefst von der herme&shy;neuti&shy;schen Tradi&shy;tion geprägt, die im zwanzig&shy;sten Jahrhun&shy;dert wiede&shy;rum durch die Psycho&shy;ana&shy;lyse entschei&shy;dende Impul&shy;se erhal&shy;ten hat (vgl. <bib id='Ricoeur 1974a'></bib>). Dieser Umstand trug während dieses Zeitab&shy;schnitts eben&shy;so zur enor&shy;men Wirkung des psycho&shy;ana&shy;lyti&shy;schen Denkens wie zu dessen “Nieder&shy;gang” bei. Die Gründe für die verhält&shy;nismä&shy;ßig gerin&shy;ge Sichtbar&shy;keit psycho&shy;ana&shy;lyti&shy;scher Ansät&shy;ze inner&shy;halb der heuti&shy;gen bildwis&shy;senschaft&shy;lichen Forschung sind eben hierin zu suchen, denn als zutiefst herme&shy;neutisch gepräg&shy;te Metho&shy;de und Theorie wider&shy;spricht die Psycho&shy;ana&shy;lyse – welcher die Tendenz zuge&shy;schrieben wird, die Phäno&shy;mene stets als Sympto&shy;me eines tiefer liegen&shy;den, “eigent&shy;lichen” Sinnge&shy;halts zu beschrei&shy;ben –  medien&shy;theore&shy;tischen, phäno&shy;meno&shy;logi&shy;schen, kogni&shy;tionsthe&shy;oreti&shy;schen und/&#8203;oder poststruk&shy;tura&shy;listi&shy;schen Prämis&shy;sen bild&shy;wissen&shy;schaftli&shy;cher Theorie&shy;bildung zu Beginn des 21. Jahrhun&shy;derts. Einer&shy;seits scheint die Psycho&shy;ana&shy;lyse aufgrund ihres starken Fokus auf tiefen&shy;herme&shy;neuti&shy;sche Aspek&shy;te weitge&shy;hend diskre&shy;ditiert, ande&shy;rerseits erfreu&shy;en sich Ansät&shy;ze vor allem Lacan’scher Prove&shy;nienz konstan&shy;ter Popu&shy;lari&shy;tät. Dieser Umstand spiegelt jene Bandbrei&shy;te psycho&shy;ana&shy;lyti&shy;scher Theorie&shy;bildung wider, die bereits bei Freud ange&shy;legt ist und die seitdem stetig erwei&shy;tert wurde und wird.


<!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen-->
=====Darstellung des gr. Zusammenhangs=====


<!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen-->
==Kernelemente psychoanalytischer Bild&shy;theorie==
<!--Anmerkung zwischen <ref> und </ref> im laufenden Text-->
<!--Literaturverweise im laufenden Text <bib id='Jonas 61a'>Jonas 1961</bib> -->
<!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen -->
<!--  ... (siehe Link "Sammlung" in Bibliographie-Box -->
<!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] -->


===Freud===
Eine ''via regia'' zur Entschlüsselung unbe&shy;wussten Sinns ist der Traum – oder genauer: die Traumar&shy;beit, die von Sigmund Freud in dessen Traumdeu&shy;tung (vgl.<bib id='Freud 1900a'></bib>) als ein Prozess darge&shy;stellt wird, der sprachlich und [[Proposition|propo&shy;sitio&shy;nal]] verfass&shy;te „Traumge&shy;danken“ in [[Traumbild|„Traum&shy;bilder“]]  über&shy;setzt. Diese Umfor&shy;mung ist notwen&shy;dig, da – Freuds Modell des psychi&shy;schen Appa&shy;rats zufol&shy;ge – eine inner&shy;psychi&shy;sche Zensur den eigent&shy;lichen Gehalt des Traumge&shy;dankens nicht direkt, sondern nur in verschlüs&shy;selter Form zugäng&shy;lich machen kann (vgl. <bib id='Freud 1915a'></bib>, <bib id='Freud 1900a'></bib>). Diese verschlüs&shy;selte Form ist dann zum Beispiel das Traumbild (ande&shy;re Formen sind Witz, Verspre&shy;cher und ande&shy;re „Psycho&shy;patho&shy;logien des Alltags“ sowie die patho&shy;logi&shy;schen Zustän&shy;de – Neuro&shy;se, Psycho&shy;se etc. –, die als solche laut Freud nur Zerrbil&shy;der des psychi&shy;schen Appa&shy;rats in seinem “Normal&shy;zustand” sind) und aus diesem Grund gibt es bereits in der Traumdeu&shy;tung eine ausge&shy;arbei&shy;tete Bildtheo&shy;rie, die darzu&shy;stellen versucht, wie aus Traumge&shy;danken (die für Freud gene&shy;rell sprachlich verfasst sind) Bilder entste&shy;hen. In zentra&shy;len Kapi&shy;teln der Traumdeu&shy;tung wird daher beschrie&shy;ben, wie die Traumar&shy;beit mittels „Verdich&shy;tung“ und „Verschie&shy;bung“ ihre bildli&shy;chen Gehal&shy;te erzeugt und unter „Rücksicht auf Darstell&shy;barkeit“ insze&shy;niert (vgl. <bib id='Freud 1900a'></bib>: S. 285ff., S. 309ff., S. 341ff.). Traumbil&shy;der weisen eine hohe „Verdich&shy;tungsquo&shy;te“ auf, die laut Freud als solche „unbe&shy;stimmbar“ sei (vgl. ebd.: S. 285).
:
Für Freud sind Träume eine in der Ordnung des Visu&shy;ellen arbe&shy;itende Auffüh&shy;rungspra&shy;xis des Unbe&shy;wussten, in der es um „Verbild&shy;lichung des abstrak&shy;ten Gedan&shy;kens“ (ebd.: S. 344) gehe. Zu diesem Zweck bedie&shy;ne sich die Traumar&shy;beit eines ganzen Arse&shy;nals von Möglich&shy;keiten, aus logi&shy;schen Bezie&shy;hungen Bilder zu model&shy;lieren, die dann durch Entstel&shy;lung, Verdich&shy;tung und Verschie&shy;bung für das „phantas&shy;tische Geprä&shy;ge“ (ebd.: S. 327) des Traums verant&shy;wortlich seien. Logi&shy;sche Verhält&shy;nisse wie „Kausal&shy;bezie&shy;hung“, „Entwe&shy;der-&#8203;Oder“ oder „Nachein&shy;ander“ würden in der Traum&shy;arbeit zu bestimm&shy;ten Bildkon&shy;stella&shy;tionen verdich&shy;tet, die dann die „Traumre&shy;quisi&shy;ten“ (ebd.: S. 339) bereit&shy;stellten oder auch sich der Ausfor&shy;mung ins Bildli&shy;che verwei&shy;gerten, sodass der Traum diesen Miss&shy;stand durch weite&shy;re Entstel&shy;lung und Verschie&shy;bung umge&shy;hen müsse, um zur Darstel&shy;lung zu gelan&shy;gen. Bildtheo&shy;retisch rele&shy;vant bleibt auch Freuds Antwort auf die Frage, warum der Traumge&shy;danke über&shy;haupt der Bilder bedarf, um “zur Sprache” zu kommen. Dabei zeigt sich, dass es hier vor allem um Proble&shy;me der Effi&shy;zienz geht, also das Unbe&shy;wusste die Tendenz zu haben scheint, große Poly&shy;semie auf kleinsten Raum zu proji&shy;zieren. Bilder scheinen zu diesem Zwecke ein geeig&shy;nete&shy;res Medium zu sein als Sprache:
:
:''Das Bildliche ist für den Traum darstel&shy;lungsfä&shy;hig, lässt sich in eine Situ&shy;ation einfü&shy;gen, wo der abstrak&shy;te Ausdruck der Traumdar&shy;stellung ähnli&shy;che Schwierig&shy;keiten berei&shy;ten würde wie ein poli&shy;tischer Leitartikel einer Zeitung der Illus&shy;tration“ (ebd.: S. 342).
:
Das Bildliche ist gegenüber dem Begriff&shy;lichen „anknüp&shy;fungsrei&shy;cher“ (ebd.: S. 343) und kommt damit Zensur und Verdich&shy;tung entge&shy;gen.
:
Neben jener impliziten Bildtheorie, die Bestand&shy;teil der Traumdeu&shy;tung ist, hat sich Freud zu verschie&shy;denen Zeiten auch mit Bildnis&shy;sen aus der Kunstge&shy;schichte befasst. Hervor&shy;zuhe&shy;ben sind hier vor allem die Studien «Eine Kindheits&shy;erin&shy;nerung des Leonar&shy;do Da Vinci» (vgl. <bib id='Freud 1910a'></bib>) und «Der Moses des Michel&shy;ange&shy;lo» (vgl. <bib id='Freud 1914a'></bib>). Von hier aus lassen sich zwei verschie&shy;dene Zugangs&shy;weisen einer psycho&shy;ana&shy;lyti&shy;schen Bild&shy;theorie im Anschluss an Freud rekon&shy;struie&shy;ren: Die an der Biogra&shy;phie des Künstlers orien&shy;tierte und von Freud soge&shy;nannte Patho&shy;graphie (Leonar&shy;do-&#8203;Studie) und eine am Werk selbst ausge&shy;richte&shy;te Form&shy;ana&shy;lyse, welche vor dem Hinter&shy;grund der Sichtbar&shy;keit und [[Materialität|Mate&shy;riali&shy;tät]] des jewei&shy;ligen Bildnis&shy;ses Rück&shy;schlüsse auf Affekt&shy;öko&shy;nomie, Inten&shy;tion und ästhe&shy;tische Erfah&shy;rung gewäh&shy;ren soll (Moses-&#8203;Aufsatz).
:
===Lacan===
Jacques Lacan ist für jene Erneu&shy;erung der Psycho&shy;ana&shy;lyse verant&shy;wortlich, die im Zeichen struktu&shy;ralis&shy;tischer und post-&#8203;struktu&shy;ralis&shy;tischer Theorie bis heute von zentra&shy;ler Bedeu&shy;tung für die meisten film&shy;wissen&shy;schaftli&shy;chen, kunst&shy;histo&shy;rischen und bild&shy;theore&shy;tischen Zugän&shy;ge psycho&shy;ana&shy;lyti&shy;scher Prove&shy;nienz geblie&shy;ben ist. Ihr Einfluss reicht von Louis Althus&shy;sers Imple&shy;mentie&shy;rung psycho&shy;ana&shy;lyti&shy;scher Theorie in eine marxis&shy;tisch-&#8203;struktu&shy;ralis&shy;tische Metho&shy;dik, die in Marx’ eige&shy;ner Inter&shy;preta&shy;tionspra&shy;xis eine Form von „sympto&shy;mati&shy;scher Lektü&shy;re“ aufzu&shy;zeigen versucht (vgl. <bib id='Althusser & Balibar 1972a'>Althus&shy;ser & Bali&shy;bar 1972a</bib>), über die für die Film&shy;wissen&shy;schaften entschei&shy;denden Arbei&shy;ten eines Christian Metz (vgl. <bib id='Metz 2000a'></bib>) oder Michel Chion (vgl. <bib id='Chion 1999a'></bib>) bis zu medien- und bild&shy;wissen&shy;schaftli&shy;chen Ansät&shy;zen (vgl. <bib id='Kittler 2002b'></bib>, <bib id='Pfaller 2002a'></bib>, <bib id='Blümle & von der Heiden 2005a'></bib> und die dort enthal&shy;tene Biblio&shy;grafie) jünge&shy;ren Datums. Lacan hat sich im Gegen&shy;satz zu Freud von Anfang an mit Bildlich&shy;keit, Optik und dem Feld des Sichtba&shy;ren befasst. Eini&shy;ge der wichtig&shy;sten Grund&shy;theore&shy;me und Begrif&shy;fe Lacans – etwa ‘Spiegel&shy;stadium’, ‘Ima&shy;ginä&shy;res’, ‘Tableau’ – sind direkt der Optik und dem Feld des Sichtba&shy;ren entnom&shy;men und zu psycho&shy;ana&shy;lyti&shy;schen Denkfi&shy;guren transfor&shy;miert worden. Lacans Theorie ist – darin dem Freud’schen Vorbild verpflich&shy;tet – nicht nur eine Theorie des Psychi&shy;schen, sondern immer auch eine philo&shy;sophisch-&#8203;ethisch ausge&shy;richte&shy;te Kultur&shy;theorie, in der Lacan stets eine ihm eige&shy;ne struktu&shy;ralis&shy;tische Radi&shy;kali&shy;sierung klassisch psycho&shy;ana&shy;lyti&shy;scher Posi&shy;tionen mit philo&shy;sophi&shy;schen, natur&shy;wissen&shy;schaftli&shy;chen, kunst&shy;histo&shy;rischen und epis&shy;temo&shy;logi&shy;schen Ansät&shy;zen (um nur eini&shy;ge zu nennen) eng verkop&shy;pelt.
:
Der Aufsatz «Das Spiegel&shy;stadium als Bildner der Ich-&#8203;Funktion» (vgl. <bib id='Lacan 1949a'></bib>) beschreibt auf der Grundla&shy;ge der Freud’schen Narzis&shy;smus-&#8203;Theorie (vgl. <bib id='Freud 1914b'></bib>) eine Frühpha&shy;se der Subjekt&shy;konsti&shy;tution, welche durch das früh&shy;kindli&shy;che Auftre&shy;ten der drei Lacan’schen Ordnun&shy;gen&#8203; (»Reales«,&#8203; »Symbolisches«,&#8203; »Imaginäres«)&#8203; gekenn&shy;zeichnet ist. Das Spiegel&shy;stadium bezeich&shy;net dabei eine Phase inner&shy;halb der Entwick&shy;lung des Kleinkin&shy;des, in der es sich zum ersten Mal im [[Spiegel]] zu erken&shy;nen glaubt, wobei zentral ist, dass dieses Erken&shy;nen von Lacan als ein Verken&shy;nen konzi&shy;piert ist, das ab diesem Zeitpunkt als „Drama“ (<bib id='Lacan 1949a'></bib>: S. 67) das Subjekt für alle Zeiten bestim&shy;men wird. Das Verken&shy;nen besteht in dem Umstand, dass das Spiegel&shy;bild dem Infans eine Inte&shy;grität vorspie&shy;gelt, die es aufgrund seines körper&shy;lichen Entwick&shy;lungssta&shy;diums jedoch noch nicht hat. Lacan wird zeitle&shy;bens von dieser Grundstruk&shy;tur nicht ab&shy;rücken und hier das Urdra&shy;ma der Subjekt&shy;werdung veror&shy;ten. „Jubi&shy;lato&shy;risch“ ist die Aufnah&shy;me des Spiegel&shy;bildes deshalb, weil es das Gefühl der Ohnmacht und exis&shy;tenziel&shy;len Abhän&shy;gigkeit suspen&shy;diert und in einen ersten Akt der Selbster&shy;mächti&shy;gung mündet, welcher aller&shy;dings illu&shy;sorisch ist, da die fakti&shy;sche Schwäche des kleinen Menschen ja dadurch nur kurzei&shy;tig „verges&shy;sen“, nicht jedoch abge&shy;schafft wird. Das Medium dieser Suspen&shy;sion ist das Bild und hierin wird dann die Film- und Bild&shy;theorie einen wichti&shy;gen Faktor der Faszi&shy;nations&shy;kraft des Bildli&shy;chen ent&shy;decken. Dies ist das erste Auftre&shy;ten jener Ordnung, die Lacan ein paar Jahre später „das Ima&shy;ginä&shy;re“ nennen wird und die als der Bereich des „Bildes und der Vorstel&shy;lung, der Täuschung und Enttäu&shy;schung“ (<bib id='Evans 2002a'></bib>: S. 146) gilt. Wichtig ist zu beto&shy;nen, dass es sich hierbei nicht um eine „Phase“ handelt, die vom Subjekt über&shy;wunden werden kann. Es geht nicht um eine Illu&shy;sion, die abzu&shy;schütteln wäre. Das Ima&shy;ginä&shy;re bleibt konsti&shy;tutiv für das Subjekt und steht in einem perma&shy;nenten psycho&shy;dyna&shy;mischen Austausch&shy;verhält&shy;nis mit dem Realen und dem Symbo&shy;lischen. Das Ima&shy;ginä&shy;re ist wesent&shy;lich für die Ich-&#8203;Konsti&shy;tution im Sinne des Selbst&shy;bildes (Ima&shy;go) und bestimmt das Verhält&shy;nis zum Ande&shy;ren. Auf Lacan aufbau&shy;end, hat Gilles De&shy;leuze eine Theorie der "Bildwer&shy;dung" ent&shy;wickelt, die mit Mela&shy;nie Klein Lacans Theorie bild&shy;theore&shy;tisch entschei&shy;dend erwei&shy;tert (vgl. <bib id='Deleuze 1993a'>De&shy;leuze 1993a</bib>: S. 231-&#8203;267).
:
Diese Konzeption erlaubt es Lacan dann unter Hinzu&shy;ziehung phäno&shy;meno&shy;logi&shy;scher Posi&shy;tionen (vgl. v.a. <bib id='Sartre 1943a'></bib>: S. 457-539) die Entwick&shy;lung des für eine Bild&shy;theorie zentra&shy;len Konzepts der „Spaltung von Auge und Blick“. Innerhalb der ima&shy;ginä&shy;ren Ordnung veror&shy;tet sich das Subjekt selbst über eine Verken&shy;nungsfunk&shy;tion, die ihr Modell im Konzept des Spiegel&shy;stadiums hat. Für die sozi&shy;ale Subjekt&shy;konsti&shy;tution ist jedoch nicht so sehr das eige&shy;ne Sehen, sondern das Gese&shy;hen-&#8203;Werden von entschei&shy;dender Bedeu&shy;tung (vgl. <bib id='Lacan 1996a'></bib>: S. 73-&#8203;112). Dieses Gese&shy;hen-&#8203;Werden ist jener Blick, den Lacan in Anleh&shy;nung an Sartre vom Auge (im Sinne visu&shy;eller Sinnes&shy;wahrneh&shy;mung) abkop&shy;pelt. Die Attrak&shy;tivi&shy;tät dieser Konzep&shy;tion gera&shy;de für post-&#8203;struktu&shy;ralis&shy;tische Theorie&shy;bildung besteht darin, dass die Blick&shy;verhält&shy;nisse von Inten&shy;tiona&shy;litä&shy;ten sehen&shy;der Subjek&shy;te unab&shy;hängig sind und somit auch in Dingen (und damit auch Bildern) veror&shy;tet werden können. Die Formel „Was wir sehen blickt uns an“ (vgl. <bib id='Didi-Huberman 1999a'>Didi-&#8203;Huber&shy;man 1999a</bib>) bezieht nicht zuletzt hieraus ihre Plausi&shy;bili&shy;tät. Für Lacan ist entschei&shy;dend: „Statt in inte&shy;resse&shy;loser Distanz zu verhar&shy;ren, wird das Subjekt als sehen&shy;des und begeh&shy;rendes von den Bildern getrof&shy;fen“ (<bib id='Blümle & von der Heiden 2005a'></bib>: S. 9) - „getrof&shy;fen“, weil das Subjekt als Ange&shy;blicktes selbst zum Objekt unter ande&shy;ren wird.
:
Hieraus resultiert schließlich Lacans Kritik an der frühneu&shy;zeitli&shy;chen Epis&shy;temo&shy;logie Des&shy;cartes’, die er exem&shy;plarisch in Form der [[Perspektive und Projektion|Zentral&shy;perspek&shy;tive]] verkör&shy;pert sieht. Was hier laut Lacan zuta&shy;ge tritt, ist eine zu einem Dispo&shy;sitiv geron&shy;nene Selbst&shy;ermäch&shy;tigungs&shy;phanta&shy;sie des Subjekts, dessen Ganzheits&shy;phantas&shy;ma sich im despo&shy;tischen Blick der Zentral&shy;perspek&shy;tive mani&shy;festiert. Das carte&shy;siani&shy;sche Subjekt setzt sich als Geome&shy;tral- und Perspek&shy;tivpunkt selbst in den blinden Fleck des zentral&shy;perspek&shy;tivi&shy;schen Bildes ein und bringt das Feld des Sehens dadurch in seine Gewalt. Die [[Anamorphose|Ana&shy;morpho&shy;se]] wiede&shy;rum subver&shy;tiert diese Bild&shy;ordnung mit den Mitteln der Zentral&shy;perspek&shy;tive und erin&shy;nert „im Vorbei&shy;gehen“ den Betrach&shy;ter an seinen chiasti&shy;schen Platz im Feld der Sichtbar&shy;keit – als gleichzei&shy;tig sehen&shy;des und gese&shy;henes Objekt unter ande&shy;ren, als Bildfunk&shy;tion:
:
:''Die Psychoanalyse Lacans bricht [...] mit einer carte&shy;siani&shy;schen Geo&shy;metrie, der gemäß der Mensch als ›punctus subjec&shy;tivus‹ einer ausge&shy;dehnten Gegen&shy;standswelt gegen&shy;über&shy;steht, eben&shy;so wie mit dem meta&shy;physi&shy;schen Dualis&shy;mus, dem gemäß das Objekt dasje&shy;nige sei, was vorge&shy;stellt wird und den Sinn affi&shy;ziert.'' (<bib id='Runte 2005a'></bib>: S. 415-&#8203;416)<ref>Zur psy&shy;cho&shy;ana&shy;ly&shy;tisch mo&shy;ti&shy;vier&shy;ten Kri&shy;tik der Zen&shy;tral&shy;per&shy;spek&shy;ti&shy;ve im An&shy;schluss an Freud und La&shy;can siehe <bib id='Damisch 1987a'>Da&shy;misch 1987a</bib>.</ref>
:




==Anwendungs&shy;felder==


=====Engere Begriffsbestimmung=====
Nach Reiche (vgl. <bib id='Reiche 2001a'></bib>) lassen sich fünf Wege der Anwen&shy;dung ausma&shy;chen, auf dessen Pfaden eine psycho&shy;ana&shy;lytisch orien&shy;tierte Bild&shy;theorie bisher veror&shy;tet werden kann:


<!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen-->
1. Der Einbau der Psychoanalyse in eine globa&shy;le Kunst&shy;theorie. Hiermit beschreibt Reiche die Inte&shy;gration psycho&shy;ana&shy;lyti&shy;scher Metho&shy;den und Denkfi&shy;guren in ein bereits exis&shy;tieren&shy;des Denkge&shy;bäude, wobei er quali&shy;tativ zwischen „gelun&shy;genen Assi&shy;mila&shy;tionen“ (ebd.: S. 26) und „äußer&shy;lichem Anbau“ (ebd.) unter&shy;scheidet.


2. „Ein psychopathographischer, über die Autor&shy;psyche laufen&shy;der Zugang“ (ebd.: S. 28). Jener Zugang, der in Freuds Leonar&shy;do-&#8203;Studie sein Vorbild hat (s.o.), gilt heute als wissen&shy;schaftlich weitge&shy;hend diskre&shy;ditiert und findet kaum mehr Anwen&shy;dung.


=====optional Beispiele=====
3. In der Nachfolge von Phyllis Greenacre, Marion Milner und Donald W. Winni&shy;cott kann die thera&shy;peuti&shy;sche Situ&shy;ation selbst als ästhe&shy;tisches Ensem&shy;ble beschrie&shy;ben werden. Da dieser Ansatz „nicht so sehr das Werk, als den Prozess seiner Erschaf&shy;fung“ (ebd.: S. 28) in den Mittel&shy;punkt stellt, werden hier Psycho&shy;dyna&shy;miken der Werkge&shy;nese und damit Aspek&shy;te der Kreati&shy;vität fokus&shy;siert.


<!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen-->
4. Die „Gegenübertragungs&shy;these“ hat insbe&shy;sonde&shy;re inner&shy;halb der Film&shy;wissen&shy;schaft eine lange Tradi&shy;tion und wurde von Alfred Loren&shy;zer zu einer „tiefen&shy;herme&shy;neuti&shy;schen Kultur&shy;ana&shy;lyse“ ausge&shy;baut. Der aus der thera&shy;peuti&shy;schen Praxis stammen&shy;de Begriff der Gegen&shy;über&shy;tragung birgt aller&shy;dings nicht unbe&shy;trächtli&shy;che Risi&shy;ken: „Die große Attrak&shy;tion dieser Metho&shy;de für alle Freunde der Psycho&shy;ana&shy;lyse ist zugleich ihre Achil&shy;lesver&shy;se: die je meini&shy;ge Gefühls&shy;antwort auf das Werk wird in den Mittel&shy;punkt gestellt und als Gegen&shy;über&shy;tragung dekla&shy;riert.“ (ebd.: S. 30)


5. „Zugänge über die Form“ (ebd.: S. 32), welche von Reiche selbst favo&shy;risiert werden, nehmen im Falle Reiches ihren Ausgang sowohl von Freuds Bild&shy;theorie der Traum&shy;arbeit als auch von jenen Form&shy;ana&shy;lysen, die Freud in «Der Moses des Michel&shy;ange&shy;lo» erprobt hat. Ob dabei jedoch von einer „Struktur&shy;ana&shy;logie von Traum und Kunst&shy;werk“ (ebd.: S. 34) auszu&shy;gehen ist muss dahin&shy;gestellt bleiben.


=====Auswirkungen auf andere Begriffe=====
{{GlossarSiehe}}
 
* [[Anamorphose]]
<!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen-->
* [[Bildhermeneutik]]
* [[Blick]]
* [[Film]]
* [[Materialität]]
* [[Perspektive und Projektion]]
* [[Perspektivik]]
* [[Phänomenologische Bildtheorien]]
* [[Proposition]]
* [[Sehen]]
* [[Spiegel]]
* [[Traumbild]]


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''Ausgabe 1: 2013''
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* [[Benutzer:Markus Rautzenberg|Rautzenberg, Markus]]
[[Benutzer:Markus Rautzenberg|Markus Rautzenberg]]
 
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* [[Benutzer:Mark A. Halawa|Halawa, Mark]]
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Aktuelle Version vom 22. Januar 2024, 13:53 Uhr

Unterpunkt zu: Bildtheoretische Ansätze


Allgemeine Charakteris­tika psycho­ana­lyti­scher Bild­theorie

Im Gegensatz zu den Kunstwissen­schaften, die über umfang­reiche und gut doku­mentier­te psycho­ana­lytisch orien­tierte Theorie­tradi­tionen verfü­gen, stellen psycho­ana­lyti­sche Ansät­ze inner­halb der allge­meinen Bild­theorie bisher ein Forschungs­desi­derat im Spannungs­feld phäno­meno­logi­scher, femi­nisti­scher sowie post­struktu­ralis­tischer Zugänge dar. Als ‘psycho­ana­lytisch’ wird eine Bild­theorie zumeist dann charak­teri­siert, wenn sie sich unter Rückgriff auf klassi­sche psycho­ana­lyti­sche sowie ideo­logie- und diskurs­kriti­sche Theorie­ansät­ze mit den Blickver­hältnis­sen und Blickre­gimen beschäf­tigt, die sich in Bildern als Sympto­me eines vorgän­gigen Weltver­hältnis­ses mani­festie­ren. Dies schließt die sozi­ale Konsti­tution von Sichtbar­keit und Bildlich­keit eben­so ein wie das Verhält­nis von Wahrneh­mung und Affekt im Sinne einer Affekt­öko­nomie des Bildli­chen. Die für psycho­ana­lyti­sche Ansät­ze grundle­gende Denkfi­gur lautet: Bilder werden als Mani­festa­tionen laten­ter Sinnge­halte oder Welt-/​Macht-/​Seinsver­hältnis­se verstanden (Traum­ana­logie).

Die Psychoanalyse ist eine Mytho­graphie des Selbst, die das Unbe­wusste als einen Code bestimmt, der entschlüs­selt werden muss, um zum eigent­lichen Sinnge­halt durchzu­dringen. Die psycho­ana­lyti­sche Metho­de ist dabei zutiefst von der herme­neuti­schen Tradi­tion geprägt, die im zwanzig­sten Jahrhun­dert wiede­rum durch die Psycho­ana­lyse entschei­dende Impul­se erhal­ten hat (vgl. [Ricoeur 1974a]Ricœur, Paul (1974): Die Interpretation. Ein Versuch über Freud. Suhrkamp, Frankfurt/M.
). Dieser Umstand trug während dieses Zeitab­schnitts eben­so zur enor­men Wirkung des psycho­ana­lyti­schen Denkens wie zu dessen “Nieder­gang” bei. Die Gründe für die verhält­nismä­ßig gerin­ge Sichtbar­keit psycho­ana­lyti­scher Ansät­ze inner­halb der heuti­gen bildwis­senschaft­lichen Forschung sind eben hierin zu suchen, denn als zutiefst herme­neutisch gepräg­te Metho­de und Theorie wider­spricht die Psycho­ana­lyse – welcher die Tendenz zuge­schrieben wird, die Phäno­mene stets als Sympto­me eines tiefer liegen­den, “eigent­lichen” Sinnge­halts zu beschrei­ben – medien­theore­tischen, phäno­meno­logi­schen, kogni­tionsthe­oreti­schen und/​oder poststruk­tura­listi­schen Prämis­sen bild­wissen­schaftli­cher Theorie­bildung zu Beginn des 21. Jahrhun­derts. Einer­seits scheint die Psycho­ana­lyse aufgrund ihres starken Fokus auf tiefen­herme­neuti­sche Aspek­te weitge­hend diskre­ditiert, ande­rerseits erfreu­en sich Ansät­ze vor allem Lacan’scher Prove­nienz konstan­ter Popu­lari­tät. Dieser Umstand spiegelt jene Bandbrei­te psycho­ana­lyti­scher Theorie­bildung wider, die bereits bei Freud ange­legt ist und die seitdem stetig erwei­tert wurde und wird.


Kernelemente psychoanalytischer Bild­theorie

Freud

Eine via regia zur Entschlüsselung unbe­wussten Sinns ist der Traum – oder genauer: die Traumar­beit, die von Sigmund Freud in dessen Traumdeu­tung (vgl.[Freud 1900a]Freud, Sigmund (1991): Die Traumdeutung. Franz Deuticke, Leipzig, Wien.
) als ein Prozess darge­stellt wird, der sprachlich und propo­sitio­nal verfass­te „Traumge­danken“ in „Traum­bilder“ über­setzt. Diese Umfor­mung ist notwen­dig, da – Freuds Modell des psychi­schen Appa­rats zufol­ge – eine inner­psychi­sche Zensur den eigent­lichen Gehalt des Traumge­dankens nicht direkt, sondern nur in verschlüs­selter Form zugäng­lich machen kann (vgl. [Freud 1915a]Freud, Sigmund (1975): Die metapsychologischen Schriften von 1915. In: Psychologie des Unbewußten. Studienausgabe Band III. Fischer, Frankfurt/M.
, [Freud 1900a]Freud, Sigmund (1991): Die Traumdeutung. Franz Deuticke, Leipzig, Wien.
). Diese verschlüs­selte Form ist dann zum Beispiel das Traumbild (ande­re Formen sind Witz, Verspre­cher und ande­re „Psycho­patho­logien des Alltags“ sowie die patho­logi­schen Zustän­de – Neuro­se, Psycho­se etc. –, die als solche laut Freud nur Zerrbil­der des psychi­schen Appa­rats in seinem “Normal­zustand” sind) und aus diesem Grund gibt es bereits in der Traumdeu­tung eine ausge­arbei­tete Bildtheo­rie, die darzu­stellen versucht, wie aus Traumge­danken (die für Freud gene­rell sprachlich verfasst sind) Bilder entste­hen. In zentra­len Kapi­teln der Traumdeu­tung wird daher beschrie­ben, wie die Traumar­beit mittels „Verdich­tung“ und „Verschie­bung“ ihre bildli­chen Gehal­te erzeugt und unter „Rücksicht auf Darstell­barkeit“ insze­niert (vgl. [Freud 1900a]Freud, Sigmund (1991): Die Traumdeutung. Franz Deuticke, Leipzig, Wien.
: S. 285ff., S. 309ff., S. 341ff.). Traumbil­der weisen eine hohe „Verdich­tungsquo­te“ auf, die laut Freud als solche „unbe­stimmbar“ sei (vgl. ebd.: S. 285).

Für Freud sind Träume eine in der Ordnung des Visu­ellen arbe­itende Auffüh­rungspra­xis des Unbe­wussten, in der es um „Verbild­lichung des abstrak­ten Gedan­kens“ (ebd.: S. 344) gehe. Zu diesem Zweck bedie­ne sich die Traumar­beit eines ganzen Arse­nals von Möglich­keiten, aus logi­schen Bezie­hungen Bilder zu model­lieren, die dann durch Entstel­lung, Verdich­tung und Verschie­bung für das „phantas­tische Geprä­ge“ (ebd.: S. 327) des Traums verant­wortlich seien. Logi­sche Verhält­nisse wie „Kausal­bezie­hung“, „Entwe­der-​Oder“ oder „Nachein­ander“ würden in der Traum­arbeit zu bestimm­ten Bildkon­stella­tionen verdich­tet, die dann die „Traumre­quisi­ten“ (ebd.: S. 339) bereit­stellten oder auch sich der Ausfor­mung ins Bildli­che verwei­gerten, sodass der Traum diesen Miss­stand durch weite­re Entstel­lung und Verschie­bung umge­hen müsse, um zur Darstel­lung zu gelan­gen. Bildtheo­retisch rele­vant bleibt auch Freuds Antwort auf die Frage, warum der Traumge­danke über­haupt der Bilder bedarf, um “zur Sprache” zu kommen. Dabei zeigt sich, dass es hier vor allem um Proble­me der Effi­zienz geht, also das Unbe­wusste die Tendenz zu haben scheint, große Poly­semie auf kleinsten Raum zu proji­zieren. Bilder scheinen zu diesem Zwecke ein geeig­nete­res Medium zu sein als Sprache:

Das Bildliche ist für den Traum darstel­lungsfä­hig, lässt sich in eine Situ­ation einfü­gen, wo der abstrak­te Ausdruck der Traumdar­stellung ähnli­che Schwierig­keiten berei­ten würde wie ein poli­tischer Leitartikel einer Zeitung der Illus­tration“ (ebd.: S. 342).

Das Bildliche ist gegenüber dem Begriff­lichen „anknüp­fungsrei­cher“ (ebd.: S. 343) und kommt damit Zensur und Verdich­tung entge­gen.

Neben jener impliziten Bildtheorie, die Bestand­teil der Traumdeu­tung ist, hat sich Freud zu verschie­denen Zeiten auch mit Bildnis­sen aus der Kunstge­schichte befasst. Hervor­zuhe­ben sind hier vor allem die Studien «Eine Kindheits­erin­nerung des Leonar­do Da Vinci» (vgl. [Freud 1910a]Freud, Sigmund (2001): Eine Kindheitserinnerung des Leonardo da Vinci. In: Mitscherlich, A.; Richards, A. & Strachey, J. (Hg.), Bildende Kunst und Literatur. Studienausgabe Bd. X. Fischer, Frankfurt/M.
) und «Der Moses des Michel­ange­lo» (vgl. [Freud 1914a]Freud, Sigmund (2001): Der Moses des Michelangelo. In: Mitscherlich, A.; Richards, A. & Strachey, J. (Hg.), Bildende Kunst und Literatur. Studienausgabe Bd. X . Fischer, Frankfurt/M.
). Von hier aus lassen sich zwei verschie­dene Zugangs­weisen einer psycho­ana­lyti­schen Bild­theorie im Anschluss an Freud rekon­struie­ren: Die an der Biogra­phie des Künstlers orien­tierte und von Freud soge­nannte Patho­graphie (Leonar­do-​Studie) und eine am Werk selbst ausge­richte­te Form­ana­lyse, welche vor dem Hinter­grund der Sichtbar­keit und Mate­riali­tät des jewei­ligen Bildnis­ses Rück­schlüsse auf Affekt­öko­nomie, Inten­tion und ästhe­tische Erfah­rung gewäh­ren soll (Moses-​Aufsatz).

Lacan

Jacques Lacan ist für jene Erneu­erung der Psycho­ana­lyse verant­wortlich, die im Zeichen struktu­ralis­tischer und post-​struktu­ralis­tischer Theorie bis heute von zentra­ler Bedeu­tung für die meisten film­wissen­schaftli­chen, kunst­histo­rischen und bild­theore­tischen Zugän­ge psycho­ana­lyti­scher Prove­nienz geblie­ben ist. Ihr Einfluss reicht von Louis Althus­sers Imple­mentie­rung psycho­ana­lyti­scher Theorie in eine marxis­tisch-​struktu­ralis­tische Metho­dik, die in Marx’ eige­ner Inter­preta­tionspra­xis eine Form von „sympto­mati­scher Lektü­re“ aufzu­zeigen versucht (vgl. [Althusser & Balibar 1972a]Althusser, Louis & Balibar, Etienne (1972): Das Kapital lesen. Rowohlt, Reinbek.
), über die für die Film­wissen­schaften entschei­denden Arbei­ten eines Christian Metz (vgl. [Metz 2000a]Metz, Christian (2000): Der imaginäre Signifikant. Psychoanalyse und Kino. Nodus, Münster.
) oder Michel Chion (vgl. [Chion 1999a]Chion, Michel (1999): The Voice in Cinema. Columbia University Press.
) bis zu medien- und bild­wissen­schaftli­chen Ansät­zen (vgl. [Kittler 2002b]Kittler, Friedrich (2002): Optische Medien. Berliner Vorlesung 1999. Merve, Berlin.
, [Pfaller 2002a]Pfaller, Robert (2002): Die Illusion des Anderen. Suhrkamp.
, [Blümle & von der Heiden 2005a]Blümle, Claudia & von der Heiden, Anne (Hg.) (2005): Blickzähmung und Augentäuschung. Zu Jacques Lacans Bildtheorie. Diaphanes, Zürich, Berlin.
und die dort enthal­tene Biblio­grafie) jünge­ren Datums. Lacan hat sich im Gegen­satz zu Freud von Anfang an mit Bildlich­keit, Optik und dem Feld des Sichtba­ren befasst. Eini­ge der wichtig­sten Grund­theore­me und Begrif­fe Lacans – etwa ‘Spiegel­stadium’, ‘Ima­ginä­res’, ‘Tableau’ – sind direkt der Optik und dem Feld des Sichtba­ren entnom­men und zu psycho­ana­lyti­schen Denkfi­guren transfor­miert worden. Lacans Theorie ist – darin dem Freud’schen Vorbild verpflich­tet – nicht nur eine Theorie des Psychi­schen, sondern immer auch eine philo­sophisch-​ethisch ausge­richte­te Kultur­theorie, in der Lacan stets eine ihm eige­ne struktu­ralis­tische Radi­kali­sierung klassisch psycho­ana­lyti­scher Posi­tionen mit philo­sophi­schen, natur­wissen­schaftli­chen, kunst­histo­rischen und epis­temo­logi­schen Ansät­zen (um nur eini­ge zu nennen) eng verkop­pelt.

Der Aufsatz «Das Spiegel­stadium als Bildner der Ich-​Funktion» (vgl. [Lacan 1949a]Lacan, Jacques (1973): Das Spiegelstadium als Bildner der Ich-Funktion wie sie uns in der psychoanalytischen Erfahrung erscheint. In: Schriften I. Walter, Olten, Freiburg im Breisgau.
) beschreibt auf der Grundla­ge der Freud’schen Narzis­smus-​Theorie (vgl. [Freud 1914b]Freud, Sigmund (1975): Zur Einführung in den Narzissmus. In: Psychologie des Unbewußten. Studienausgabe Band III. Fischer, Frankfurt/M.
) eine Frühpha­se der Subjekt­konsti­tution, welche durch das früh­kindli­che Auftre­ten der drei Lacan’schen Ordnun­gen​ (»Reales«,​ »Symbolisches«,​ »Imaginäres«)​ gekenn­zeichnet ist. Das Spiegel­stadium bezeich­net dabei eine Phase inner­halb der Entwick­lung des Kleinkin­des, in der es sich zum ersten Mal im Spiegel zu erken­nen glaubt, wobei zentral ist, dass dieses Erken­nen von Lacan als ein Verken­nen konzi­piert ist, das ab diesem Zeitpunkt als „Drama“ ([Lacan 1949a]Lacan, Jacques (1973): Das Spiegelstadium als Bildner der Ich-Funktion wie sie uns in der psychoanalytischen Erfahrung erscheint. In: Schriften I. Walter, Olten, Freiburg im Breisgau.
: S. 67) das Subjekt für alle Zeiten bestim­men wird. Das Verken­nen besteht in dem Umstand, dass das Spiegel­bild dem Infans eine Inte­grität vorspie­gelt, die es aufgrund seines körper­lichen Entwick­lungssta­diums jedoch noch nicht hat. Lacan wird zeitle­bens von dieser Grundstruk­tur nicht ab­rücken und hier das Urdra­ma der Subjekt­werdung veror­ten. „Jubi­lato­risch“ ist die Aufnah­me des Spiegel­bildes deshalb, weil es das Gefühl der Ohnmacht und exis­tenziel­len Abhän­gigkeit suspen­diert und in einen ersten Akt der Selbster­mächti­gung mündet, welcher aller­dings illu­sorisch ist, da die fakti­sche Schwäche des kleinen Menschen ja dadurch nur kurzei­tig „verges­sen“, nicht jedoch abge­schafft wird. Das Medium dieser Suspen­sion ist das Bild und hierin wird dann die Film- und Bild­theorie einen wichti­gen Faktor der Faszi­nations­kraft des Bildli­chen ent­decken. Dies ist das erste Auftre­ten jener Ordnung, die Lacan ein paar Jahre später „das Ima­ginä­re“ nennen wird und die als der Bereich des „Bildes und der Vorstel­lung, der Täuschung und Enttäu­schung“ ([Evans 2002a]Evans, Dylan (Hg.) (2002): Wörterbuch der Lacanschen Psychoanalyse. Turia + Kant, Wien.
: S. 146) gilt. Wichtig ist zu beto­nen, dass es sich hierbei nicht um eine „Phase“ handelt, die vom Subjekt über­wunden werden kann. Es geht nicht um eine Illu­sion, die abzu­schütteln wäre. Das Ima­ginä­re bleibt konsti­tutiv für das Subjekt und steht in einem perma­nenten psycho­dyna­mischen Austausch­verhält­nis mit dem Realen und dem Symbo­lischen. Das Ima­ginä­re ist wesent­lich für die Ich-​Konsti­tution im Sinne des Selbst­bildes (Ima­go) und bestimmt das Verhält­nis zum Ande­ren. Auf Lacan aufbau­end, hat Gilles De­leuze eine Theorie der "Bildwer­dung" ent­wickelt, die mit Mela­nie Klein Lacans Theorie bild­theore­tisch entschei­dend erwei­tert (vgl. [Deleuze 1993a]Deleuze, Gilles (1993): Logik des Sinns. Suhrkamp, Frankfurt/M.
: S. 231-​267).

Diese Konzeption erlaubt es Lacan dann unter Hinzu­ziehung phäno­meno­logi­scher Posi­tionen (vgl. v.a. [Sartre 1943a]Sartre, Jean-Paul (2010): Das Sein und das Nichts. Rowohlt.
: S. 457-539) die Entwick­lung des für eine Bild­theorie zentra­len Konzepts der „Spaltung von Auge und Blick“. Innerhalb der ima­ginä­ren Ordnung veror­tet sich das Subjekt selbst über eine Verken­nungsfunk­tion, die ihr Modell im Konzept des Spiegel­stadiums hat. Für die sozi­ale Subjekt­konsti­tution ist jedoch nicht so sehr das eige­ne Sehen, sondern das Gese­hen-​Werden von entschei­dender Bedeu­tung (vgl. [Lacan 1996a]Lacan, Jaques (1996): Schriften I [1973]. Quadriga, Weinheim
: S. 73-​112). Dieses Gese­hen-​Werden ist jener Blick, den Lacan in Anleh­nung an Sartre vom Auge (im Sinne visu­eller Sinnes­wahrneh­mung) abkop­pelt. Die Attrak­tivi­tät dieser Konzep­tion gera­de für post-​struktu­ralis­tische Theorie­bildung besteht darin, dass die Blick­verhält­nisse von Inten­tiona­litä­ten sehen­der Subjek­te unab­hängig sind und somit auch in Dingen (und damit auch Bildern) veror­tet werden können. Die Formel „Was wir sehen blickt uns an“ (vgl. [Didi-Huberman 1999a]Didi-Huberman, Georges (1999): Was wir sehen blickt uns an. Zur Metapsychologie des Bildes. Fink, München.
) bezieht nicht zuletzt hieraus ihre Plausi­bili­tät. Für Lacan ist entschei­dend: „Statt in inte­resse­loser Distanz zu verhar­ren, wird das Subjekt als sehen­des und begeh­rendes von den Bildern getrof­fen“ ([Blümle & von der Heiden 2005a]Blümle, Claudia & von der Heiden, Anne (Hg.) (2005): Blickzähmung und Augentäuschung. Zu Jacques Lacans Bildtheorie. Diaphanes, Zürich, Berlin.
: S. 9) - „getrof­fen“, weil das Subjekt als Ange­blicktes selbst zum Objekt unter ande­ren wird.

Hieraus resultiert schließlich Lacans Kritik an der frühneu­zeitli­chen Epis­temo­logie Des­cartes’, die er exem­plarisch in Form der Zentral­perspek­tive verkör­pert sieht. Was hier laut Lacan zuta­ge tritt, ist eine zu einem Dispo­sitiv geron­nene Selbst­ermäch­tigungs­phanta­sie des Subjekts, dessen Ganzheits­phantas­ma sich im despo­tischen Blick der Zentral­perspek­tive mani­festiert. Das carte­siani­sche Subjekt setzt sich als Geome­tral- und Perspek­tivpunkt selbst in den blinden Fleck des zentral­perspek­tivi­schen Bildes ein und bringt das Feld des Sehens dadurch in seine Gewalt. Die Ana­morpho­se wiede­rum subver­tiert diese Bild­ordnung mit den Mitteln der Zentral­perspek­tive und erin­nert „im Vorbei­gehen“ den Betrach­ter an seinen chiasti­schen Platz im Feld der Sichtbar­keit – als gleichzei­tig sehen­des und gese­henes Objekt unter ande­ren, als Bildfunk­tion:

Die Psychoanalyse Lacans bricht [...] mit einer carte­siani­schen Geo­metrie, der gemäß der Mensch als ›punctus subjec­tivus‹ einer ausge­dehnten Gegen­standswelt gegen­über­steht, eben­so wie mit dem meta­physi­schen Dualis­mus, dem gemäß das Objekt dasje­nige sei, was vorge­stellt wird und den Sinn affi­ziert. ([Runte 2005a]Runte, Annette (2005): Dinge sehen dich an: Die Melancholie des leeren Platzes in der metaphysischen Malerei. In: Blümle, C. & von der Heiden, A. (Hg.), Blickzähmung und Augentäuschung. Zu Jacques Lacans Bildtheorie. Diaphanes, Zürich, Berlin.
: S. 415-​416)[1]


Anwendungs­felder

Nach Reiche (vgl. [Reiche 2001a]Reiche, Reimut (2001): Mutterseelenallein. Kunst, Form, Psychoanalyse. Stroemfeld.
) lassen sich fünf Wege der Anwen­dung ausma­chen, auf dessen Pfaden eine psycho­ana­lytisch orien­tierte Bild­theorie bisher veror­tet werden kann:

1. Der Einbau der Psychoanalyse in eine globa­le Kunst­theorie. Hiermit beschreibt Reiche die Inte­gration psycho­ana­lyti­scher Metho­den und Denkfi­guren in ein bereits exis­tieren­des Denkge­bäude, wobei er quali­tativ zwischen „gelun­genen Assi­mila­tionen“ (ebd.: S. 26) und „äußer­lichem Anbau“ (ebd.) unter­scheidet.

2. „Ein psychopathographischer, über die Autor­psyche laufen­der Zugang“ (ebd.: S. 28). Jener Zugang, der in Freuds Leonar­do-​Studie sein Vorbild hat (s.o.), gilt heute als wissen­schaftlich weitge­hend diskre­ditiert und findet kaum mehr Anwen­dung.

3. In der Nachfolge von Phyllis Greenacre, Marion Milner und Donald W. Winni­cott kann die thera­peuti­sche Situ­ation selbst als ästhe­tisches Ensem­ble beschrie­ben werden. Da dieser Ansatz „nicht so sehr das Werk, als den Prozess seiner Erschaf­fung“ (ebd.: S. 28) in den Mittel­punkt stellt, werden hier Psycho­dyna­miken der Werkge­nese und damit Aspek­te der Kreati­vität fokus­siert.

4. Die „Gegenübertragungs­these“ hat insbe­sonde­re inner­halb der Film­wissen­schaft eine lange Tradi­tion und wurde von Alfred Loren­zer zu einer „tiefen­herme­neuti­schen Kultur­ana­lyse“ ausge­baut. Der aus der thera­peuti­schen Praxis stammen­de Begriff der Gegen­über­tragung birgt aller­dings nicht unbe­trächtli­che Risi­ken: „Die große Attrak­tion dieser Metho­de für alle Freunde der Psycho­ana­lyse ist zugleich ihre Achil­lesver­se: die je meini­ge Gefühls­antwort auf das Werk wird in den Mittel­punkt gestellt und als Gegen­über­tragung dekla­riert.“ (ebd.: S. 30)

5. „Zugänge über die Form“ (ebd.: S. 32), welche von Reiche selbst favo­risiert werden, nehmen im Falle Reiches ihren Ausgang sowohl von Freuds Bild­theorie der Traum­arbeit als auch von jenen Form­ana­lysen, die Freud in «Der Moses des Michel­ange­lo» erprobt hat. Ob dabei jedoch von einer „Struktur­ana­logie von Traum und Kunst­werk“ (ebd.: S. 34) auszu­gehen ist muss dahin­gestellt bleiben.

Anmerkungen
  1. ↑ Zur psy­cho­ana­ly­tisch mo­ti­vier­ten Kri­tik der Zen­tral­per­spek­ti­ve im An­schluss an Freud und La­can siehe [Damisch 1987a]Damisch, Hubert (1987): L'origine de la perspective. Flammarion, Paris.
    .
Literatur
[Althusser & Balibar 1972a]Althusser, Louis & Balibar, Etienne (1972): Das Kapital lesen. Rowohlt, Reinbek.[Blümle & von der Heiden 2005a]Blümle, Claudia & von der Heiden, Anne (Hg.) (2005): Blickzähmung und Augentäuschung. Zu Jacques Lacans Bildtheorie. Diaphanes, Zürich, Berlin.[Chion 1999a]Chion, Michel (1999): The Voice in Cinema. Columbia University Press.[Damisch 1987a]Damisch, Hubert (1987): L'origine de la perspective. Flammarion, Paris.[Deleuze 1993a]Deleuze, Gilles (1993): Logik des Sinns. Suhrkamp, Frankfurt/M.[Didi-Huberman 1999a]Didi-Huberman, Georges (1999): Was wir sehen blickt uns an. Zur Metapsychologie des Bildes. Fink, München.[Evans 2002a]Evans, Dylan (Hg.) (2002): Wörterbuch der Lacanschen Psychoanalyse. Turia + Kant, Wien.[Freud 1900a]Freud, Sigmund (1991): Die Traumdeutung. Franz Deuticke, Leipzig, Wien.[Freud 1910a]Freud, Sigmund (2001): Eine Kindheitserinnerung des Leonardo da Vinci. In: Mitscherlich, A.; Richards, A. & Strachey, J. (Hg.), Bildende Kunst und Literatur. Studienausgabe Bd. X. Fischer, Frankfurt/M.[Freud 1914a]Freud, Sigmund (2001): Der Moses des Michelangelo. In: Mitscherlich, A.; Richards, A. & Strachey, J. (Hg.), Bildende Kunst und Literatur. Studienausgabe Bd. X . Fischer, Frankfurt/M.[Freud 1914b]Freud, Sigmund (1975): Zur Einführung in den Narzissmus. In: Psychologie des Unbewußten. Studienausgabe Band III. Fischer, Frankfurt/M.[Freud 1915a]Freud, Sigmund (1975): Die metapsychologischen Schriften von 1915. In: Psychologie des Unbewußten. Studienausgabe Band III. Fischer, Frankfurt/M.[Kittler 2002b]Kittler, Friedrich (2002): Optische Medien. Berliner Vorlesung 1999. Merve, Berlin.[Lacan 1949a]Lacan, Jacques (1973): Das Spiegelstadium als Bildner der Ich-Funktion wie sie uns in der psychoanalytischen Erfahrung erscheint. In: Schriften I. Walter, Olten, Freiburg im Breisgau.[Lacan 1996a]Lacan, Jaques (1996): Schriften I [1973]. Quadriga, Weinheim [Metz 2000a]Metz, Christian (2000): Der imaginäre Signifikant. Psychoanalyse und Kino. Nodus, Münster.[Pfaller 2002a]Pfaller, Robert (2002): Die Illusion des Anderen. Suhrkamp.[Reiche 2001a]Reiche, Reimut (2001): Mutterseelenallein. Kunst, Form, Psychoanalyse. Stroemfeld.[Ricoeur 1974a]Ricœur, Paul (1974): Die Interpretation. Ein Versuch über Freud. Suhrkamp, Frankfurt/M.[Runte 2005a]Runte, Annette (2005): Dinge sehen dich an: Die Melancholie des leeren Platzes in der metaphysischen Malerei. In: Blümle, C. & von der Heiden, A. (Hg.), Blickzähmung und Augentäuschung. Zu Jacques Lacans Bildtheorie. Diaphanes, Zürich, Berlin.[Sartre 1943a]Sartre, Jean-Paul (2010): Das Sein und das Nichts. Rowohlt.

Ausgabe 1: 2013

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Zitierhinweis:

Rautzenberg, Markus (2013). Psychoanalytische Theorien des Bildes. (Ausg. 1). In: Schirra, J.R.J.; Halawa, M. & Liebsch, D. (Hg.), Glossar der Bildphilosophie. (2012-2026). [bildglossar.org/index.php?title=Psychoanalytische_Theorien_des_Bildes].