Englisch: 'image' und 'picture': Unterschied zwischen den Versionen

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Joerg R.J. Schirra (Diskussion | Beiträge)
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==Herkunft von ‘image’ und ‘picture’==
Das moderne Englisch verfügt im Wesent&shy;lichen über zwei stilis&shy;tisch neutrale Lexeme (Wörter) für das Konzept »Bild«: ‘image’ und ‘picture’. Deren Be&shy;deutungs&shy;spektren sind sehr ähn&shy;lich, wenn auch der Gebrauch der Wörter subtile Unter&shy;schiede kennt. Etymo&shy;logisch betrach&shy;tet muss ‘image’ als das ältere Wort gelten; es beginnt sich ab 1225 im Eng&shy;lischen zu ver&shy;breiten. ‘Picture’ hin&shy;gegen ist jünger; es wird erst um 1531 erst&shy;mals im Eng&shy;lischen re&shy;gistriert. Auch die Her&shy;kunft der beiden Lexeme ist ver&shy;schieden. ‘Image’ gelangt über das Anglo&shy;norman&shy;nische und Alt&shy;franzö&shy;sische in das Mittel&shy;englische und hat dort zunächst die Be&shy;deutung ›künst&shy;liches Ab&shy;bild/Nach&shy;bildung eines exter&shy;nen Objekts‹. Ur&shy;sprüng&shy;lich geht das Wort auf das Klassi&shy;sche [[Lateinisch: 'effigies', 'species', 'simulacrum', 'imago'|Latein]] zurück, wo es in ver&shy;schiedenen Bedeu&shy;tungen Verwen&shy;dung findet, im Wesent&shy;lichen aber im Sinne von ›Nach&shy;bildung‹/›Ab&shy;bild‹. ‘Picture’ kommt direkt aus dem Latei&shy;nischen und bezeich&shy;net zunächst und primär das mate&shy;rielle, durch Malen oder Zeichnen herge&shy;stellte [[Bildträger|Bild-Objekt]] bzw. die Handlung und Praxis des [[Bildherstellung|Bilder-Machens]].
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In dieser unterschiedlichen Etymo&shy;logie ist ein im gegen&shy;wärti&shy;gen Gebrauch der beiden Wörter immer noch spür&shy;barer Be&shy;deutungs&shy;unter&shy;schied festzu&shy;machen. Während ‘picture’ auf den Gegen&shy;stand ''Bild'' fokus&shy;siert, lässt sich ‘image’ vor allem auf den [[Bildinhalt|Bild&shy;inhalt]] und dort auf eine Viel&shy;falt der Bezüge zwischen Abge&shy;bilde&shy;tem und Abbild ([[Replika, Faksimile und Kopie|Kopie]], [["natürliche" Bilder|Spiege&shy;lung]], [[Ähnlichkeit|Ähn&shy;lich&shy;keit]] etc.) sowie auf nicht-mate&shy;rielle Bilder (z.B. [[Vorstellungsbilder|Vor&shy;stellun&shy;gen]], Erin&shy;nerun&shy;gen, Erschei&shy;nungen) beziehen. Diese seman&shy;tische Diver&shy;genz zeigt sich auch in der Häufig&shy;keit der Be&shy;deutun&shy;gen im heuti&shy;gen Eng&shy;lischen: ‘picture’ kommt am häufig&shy;sten in den Bedeu&shy;tungen ›Zeich&shy;nung‹, [[Malerei|›Gemäl&shy;de‹]], [[Fotografie|›Foto‹]] (auch [[Film|Film]]/[[Fernsehen|TV]]) vor; ‘image’ dage&shy;gen ist in der Bedeu&shy;tung ›Vorstel&shy;lung‹ und ›Erschei&shy;nung‹ am meisten gebraucht (<bib id='CCALED-4'>CCALED</bib>).
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=====Darstellung des gr. Zusammenhangs=====
<!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen-->
<!--Anmerkung zwischen <ref> und </ref> im laufenden Text-->
<!--Literaturverweise im laufenden Text <bib id='Jonas 61a'>Jonas 1961</bib> -->
<!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen -->
<!--  ... (siehe Link "Sammlung" in Bibliographie-Box -->
<!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] -->
=====Engere Begriffsbestimmung=====


<!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen-->
==Bedeutungsvarianten==
Die Polysemie der beiden Wörter ist stark ausge&shy;prägt: sie verfü&shy;gen jeweils über eine Viel&shy;zahl von Be&shy;deutun&shy;gen oder Sinne, von denen die meisten zwischen ‘image’ und ‘picture’ ganz oder teil&shy;weise über&shy;lappen. Die histo&shy;rische Aus&shy;bildung dieser Bedeu&shy;tungen verläuft jedoch ver&shy;schieden.
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‘Image’ kann die folgen&shy;den Be&shy;deutungs&shy;varian&shy;ten (''senses'') haben – hier aufge&shy;führt von der äl&shy;testen zur jüngsten: 1) künst&shy;liches Abbild (1225), 2) Er&shy;schei&shy;nung/Ähn&shy;lich&shy;keit (1340), 3) Wider&shy;spiege&shy;lung durch Licht (1350), 4) Kopie/Gleich&shy;heit (1384), 5) mentales Bild aus Vor&shy;stellung oder Erin&shy;nerung oder durch Sinnes&shy;wahr&shy;nehmung (1425), 6) sprach&shy;liches Bild/bild&shy;hafte Darstel&shy;lung durch Sprache (1522) und 7) Symbol/Emblem für Abstrak&shy;tes (1551). Hinzu kommen noch einige tech&shy;nische Bedeu&shy;tungen: in der Elek&shy;tronik (1848), Mathe&shy;matik (1888), Radio&shy;technik (1928) und Com&shy;puter&shy;techno&shy;logie (1982).
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Im Ver&shy;gleich dazu verfügt ‘Picture’ über die folgen&shy;den Wort&shy;sinne: 1) Dar&shy;stellung auf Ober&shy;fläche (1425), 2) Kunst/Tech&shy;nik/Pro&shy;zess des Ab&shy;bildens (1439), 3) Ähn&shy;lich&shy;keit von Per&shy;sonen (1475; im Gegen&shy;warts&shy;eng&shy;lischen ist diese Bedeu&shy;tung als ar&shy;chaisch markiert), 4) bild&shy;hafte sprach&shy;liche Dar&shy;stellung (1531), 5) Idee/Ein&shy;druck (1538), 6) Bei&shy;spiel/Modell für Ab&shy;straktes (1553), 7) Situ&shy;ation/Zu&shy;stand (1661), 8) Bilder aus opti&shy;schen und elek&shy;troni&shy;schen Verfah&shy;ren bzw. Gerä&shy;ten (1668).
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Im semantischen Vergleich können zusammen&shy;fassend eini&shy;ge Unter&shy;schiede in der Aus&shy;rich&shy;tung der Wort&shy;bedeu&shy;tungen ausge&shy;macht werden. Erstens scheint für ‘image’ das Konzept der Wider&shy;spiege&shy;lung und damit einer Aus&shy;deutung des Bild&shy;lichen als ‹Kopie oder Ab&shy;bild von etwas› grund&shy;legend. Hin&shy;gegen hat ‘picture’ einen Be&shy;deutungs&shy;schwerpunkt bei der [[Materialität|Mate&shy;riali&shy;tät]] des Bildes und der konkre&shy;ten Form, die es auf&shy;weist, ohne dabei auf Ähn&shy;lich&shy;keit oder gar Iden&shy;tität abzu&shy;heben. Zweitens ist ‘image’ das bevor&shy;zugte Wort für die Bezeich&shy;nung men&shy;taler/gei&shy;stiger Bilder, die durch multi&shy;sensorische Wahr&shy;nehmung und kognitive Operationen (Vor&shy;stellen/Erinnern) im Gehirn produziert werden. ‘Picture’ lässt diese Bedeu&shy;tung zwar auch zu, dann aber mit einem Fokus auf der Illu&shy;stration einer Idee oder dem gene&shy;rellen Eindruck einer Situ&shy;ation oder eines Zustands (s. Sinne 5, 6 und 7 oben).
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Morphologisch kreativer, d.h. stärker in Prozes&shy;se der Wort&shy;bildung einge&shy;bunden, ist nach dem <bib id='OED-3'>OED</bib> ‘picture’ – es weist z.B. eine über&shy;aus lange Liste von Kompo&shy;sita auf (z.B. ‘picture book’, ‘picture rail’, ‘picture library’). Aller&shy;dings verfügt ‘image’ über mehr Deri&shy;vatio&shy;nen (Ab&shy;leitun&shy;gen anderer Wort&shy;arten), z.B. ‘imaging’, ‘imagin&shy;ative’, ‘imagin&shy;ary’, ‘imagin&shy;ation’, ‘imagin&shy;able’). Im Gegen&shy;warts&shy;englisch scheint ‘image’ derzeit das modi&shy;schere Wort zu sein, es findet – auch auf&shy;grund seines häufi&shy;gen Gebrauchs in technik&shy;bezoge&shy;nen Zu&shy;sam&shy;men&shy;hän&shy;gen – oft auch in Kontex&shy;ten Ver&shy;wendung, wo ‘picture’ funktio&shy;nieren würde. In der Bedeu&shy;tung ›Bild als mate&shy;rieller Gegen&shy;stand‹ ist ‘image’ stilistisch als formell mar&shy;kiert mit ‘picture’ als neut&shy;rale Vari&shy;ante (<bib id='CCALED-4'>CCALED</bib>).
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=====optional Beispiele=====
==Semantisch/thematisch verwandte Wörter==
Abschließend ein Blick auf seman&shy;tisch/the&shy;matisch ver&shy;wandte Wörter im heuti&shy;gen Engli&shy;schen: Hier reflek&shy;tieren die abge&shy;leite&shy;ten Verben zunächst die oben getrof&shy;fene Fest&shy;stellung: ‘to pic&shy;ture/be pic&shy;tured’ bezieht sich primär auf das bild&shy;neri&shy;sche Dar&shy;stellen, während ‘to ima&shy;gine’ drei Be&shy;deutun&shy;gen haben kann (näm&shy;lich: ›sich etwas vor&shy;stellen‹, ›glauben‹ und ›ein&shy;bilden‹), die alle in der Deutung von ›Bild als etwas Menta&shy;lem/In&shy;neren‹ wurzeln. Inte&shy;ressan&shy;te, mit ‘picture’ und ‘image’ thesau&shy;rieren&shy;de Wörter sind unter anderen: ‘depic&shy;tion’ (Dar&shy;stellung/Ab&shy;bildung), ‘repres&shy;entation’ (Ab&shy;bild/Dar&shy;stellung), ‘likeness’ (Ähn&shy;lich&shy;keit), ‘icon’ (Ikon, Bild, Sinn&shy;bild), ‘visualiz&shy;ation’ (bild&shy;liche Dar&shy;stellung, Visuali&shy;sierung), ‘concept’/‘idea’ (Konzept, Gedanke, Begriff, Idee), ‘notion’ (Vor&shy;stellung, Idee, An&shy;nahme), ‘meta&shy;phor’ (Meta&shy;pher), ‘imagery’ (Sprach&shy;bilder, Bild&shy;haftes in Sprache, Vor&shy;stellun&shy;gen, symbo&shy;lische Bilder) und ‘copy’ (Kopie, Dupli&shy;kat, Ab&shy;bild). Sie gehö&shy;ren jeweils zu den oben aufge&shy;führten Be&shy;deutungs&shy;varian&shy;ten und stellen Syno&shy;nyme dar. Die deutschen Äqui&shy;valente zeigen, dass die beiden Sprachen den Gegen&shy;stands&shy;bereich ver&shy;schieden auf&shy;teilen und struktu&shy;rieren.


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* [[Ähnlichkeit]]
 
* [[Bildherstellung]]
=====Auswirkungen auf andere Begriffe=====
* [[Bildinhalt]]
 
* [[Bildträger]]
<!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen-->
* [[Fernsehen]]
* [[Film]] 
* [[Fotografie]]
* [[Lateinisch: 'effigies', 'species', 'simulacrum', 'imago']]
* [[Malerei]]
* [["natürliche" Bilder]]
* [[Replika, Faksimile und Kopie]]
* [[Vorstellungsbilder]]


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''Ausgabe 1: 2013''
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[[Benutzer:XXX]]
 
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Aktuelle Version vom 22. Januar 2024, 13:53 Uhr

Unterpunkt zu: Bildtermini anderer Sprachen


Herkunft von ‘image’ und ‘picture’

Das moderne Englisch verfügt im Wesent­lichen über zwei stilis­tisch neutrale Lexeme (Wörter) für das Konzept »Bild«: ‘image’ und ‘picture’. Deren Be­deutungs­spektren sind sehr ähn­lich, wenn auch der Gebrauch der Wörter subtile Unter­schiede kennt. Etymo­logisch betrach­tet muss ‘image’ als das ältere Wort gelten; es beginnt sich ab 1225 im Eng­lischen zu ver­breiten. ‘Picture’ hin­gegen ist jünger; es wird erst um 1531 erst­mals im Eng­lischen re­gistriert. Auch die Her­kunft der beiden Lexeme ist ver­schieden. ‘Image’ gelangt über das Anglo­norman­nische und Alt­franzö­sische in das Mittel­englische und hat dort zunächst die Be­deutung ›künst­liches Ab­bild/Nach­bildung eines exter­nen Objekts‹. Ur­sprüng­lich geht das Wort auf das Klassi­sche Latein zurück, wo es in ver­schiedenen Bedeu­tungen Verwen­dung findet, im Wesent­lichen aber im Sinne von ›Nach­bildung‹/›Ab­bild‹. ‘Picture’ kommt direkt aus dem Latei­nischen und bezeich­net zunächst und primär das mate­rielle, durch Malen oder Zeichnen herge­stellte Bild-Objekt bzw. die Handlung und Praxis des Bilder-Machens.

In dieser unterschiedlichen Etymo­logie ist ein im gegen­wärti­gen Gebrauch der beiden Wörter immer noch spür­barer Be­deutungs­unter­schied festzu­machen. Während ‘picture’ auf den Gegen­stand Bild fokus­siert, lässt sich ‘image’ vor allem auf den Bild­inhalt und dort auf eine Viel­falt der Bezüge zwischen Abge­bilde­tem und Abbild (Kopie, Spiege­lung, Ähn­lich­keit etc.) sowie auf nicht-mate­rielle Bilder (z.B. Vor­stellun­gen, Erin­nerun­gen, Erschei­nungen) beziehen. Diese seman­tische Diver­genz zeigt sich auch in der Häufig­keit der Be­deutun­gen im heuti­gen Eng­lischen: ‘picture’ kommt am häufig­sten in den Bedeu­tungen ›Zeich­nung‹, ›Gemäl­de‹, ›Foto‹ (auch Film/TV) vor; ‘image’ dage­gen ist in der Bedeu­tung ›Vorstel­lung‹ und ›Erschei­nung‹ am meisten gebraucht ([CCALED-4]Collins Cobuild (Hg.) (2003): Collins Cobuild Advanced Learner’s English Dictionary. Collins, Glasgow.
Notiz: 4<sup>th</sup> edition
).


Bedeutungsvarianten

Die Polysemie der beiden Wörter ist stark ausge­prägt: sie verfü­gen jeweils über eine Viel­zahl von Be­deutun­gen oder Sinne, von denen die meisten zwischen ‘image’ und ‘picture’ ganz oder teil­weise über­lappen. Die histo­rische Aus­bildung dieser Bedeu­tungen verläuft jedoch ver­schieden.

‘Image’ kann die folgen­den Be­deutungs­varian­ten (senses) haben – hier aufge­führt von der äl­testen zur jüngsten: 1) künst­liches Abbild (1225), 2) Er­schei­nung/Ähn­lich­keit (1340), 3) Wider­spiege­lung durch Licht (1350), 4) Kopie/Gleich­heit (1384), 5) mentales Bild aus Vor­stellung oder Erin­nerung oder durch Sinnes­wahr­nehmung (1425), 6) sprach­liches Bild/bild­hafte Darstel­lung durch Sprache (1522) und 7) Symbol/Emblem für Abstrak­tes (1551). Hinzu kommen noch einige tech­nische Bedeu­tungen: in der Elek­tronik (1848), Mathe­matik (1888), Radio­technik (1928) und Com­puter­techno­logie (1982).

Im Ver­gleich dazu verfügt ‘Picture’ über die folgen­den Wort­sinne: 1) Dar­stellung auf Ober­fläche (1425), 2) Kunst/Tech­nik/Pro­zess des Ab­bildens (1439), 3) Ähn­lich­keit von Per­sonen (1475; im Gegen­warts­eng­lischen ist diese Bedeu­tung als ar­chaisch markiert), 4) bild­hafte sprach­liche Dar­stellung (1531), 5) Idee/Ein­druck (1538), 6) Bei­spiel/Modell für Ab­straktes (1553), 7) Situ­ation/Zu­stand (1661), 8) Bilder aus opti­schen und elek­troni­schen Verfah­ren bzw. Gerä­ten (1668).

Im semantischen Vergleich können zusammen­fassend eini­ge Unter­schiede in der Aus­rich­tung der Wort­bedeu­tungen ausge­macht werden. Erstens scheint für ‘image’ das Konzept der Wider­spiege­lung und damit einer Aus­deutung des Bild­lichen als ‹Kopie oder Ab­bild von etwas› grund­legend. Hin­gegen hat ‘picture’ einen Be­deutungs­schwerpunkt bei der Mate­riali­tät des Bildes und der konkre­ten Form, die es auf­weist, ohne dabei auf Ähn­lich­keit oder gar Iden­tität abzu­heben. Zweitens ist ‘image’ das bevor­zugte Wort für die Bezeich­nung men­taler/gei­stiger Bilder, die durch multi­sensorische Wahr­nehmung und kognitive Operationen (Vor­stellen/Erinnern) im Gehirn produziert werden. ‘Picture’ lässt diese Bedeu­tung zwar auch zu, dann aber mit einem Fokus auf der Illu­stration einer Idee oder dem gene­rellen Eindruck einer Situ­ation oder eines Zustands (s. Sinne 5, 6 und 7 oben).

Morphologisch kreativer, d.h. stärker in Prozes­se der Wort­bildung einge­bunden, ist nach dem [OED-3]University of Oxford (2010): Oxford English Dictionary. Oxford University Press, Oxford.
Webadresse: oed.com
Notiz: 3<sup>rd</sup> edition
‘picture’ – es weist z.B. eine über­aus lange Liste von Kompo­sita auf (z.B. ‘picture book’, ‘picture rail’, ‘picture library’). Aller­dings verfügt ‘image’ über mehr Deri­vatio­nen (Ab­leitun­gen anderer Wort­arten), z.B. ‘imaging’, ‘imagin­ative’, ‘imagin­ary’, ‘imagin­ation’, ‘imagin­able’). Im Gegen­warts­englisch scheint ‘image’ derzeit das modi­schere Wort zu sein, es findet – auch auf­grund seines häufi­gen Gebrauchs in technik­bezoge­nen Zu­sam­men­hän­gen – oft auch in Kontex­ten Ver­wendung, wo ‘picture’ funktio­nieren würde. In der Bedeu­tung ›Bild als mate­rieller Gegen­stand‹ ist ‘image’ stilistisch als formell mar­kiert mit ‘picture’ als neut­rale Vari­ante ([CCALED-4]Collins Cobuild (Hg.) (2003): Collins Cobuild Advanced Learner’s English Dictionary. Collins, Glasgow.
Notiz: 4<sup>th</sup> edition
).


Semantisch/thematisch verwandte Wörter

Abschließend ein Blick auf seman­tisch/the­matisch ver­wandte Wörter im heuti­gen Engli­schen: Hier reflek­tieren die abge­leite­ten Verben zunächst die oben getrof­fene Fest­stellung: ‘to pic­ture/be pic­tured’ bezieht sich primär auf das bild­neri­sche Dar­stellen, während ‘to ima­gine’ drei Be­deutun­gen haben kann (näm­lich: ›sich etwas vor­stellen‹, ›glauben‹ und ›ein­bilden‹), die alle in der Deutung von ›Bild als etwas Menta­lem/In­neren‹ wurzeln. Inte­ressan­te, mit ‘picture’ und ‘image’ thesau­rieren­de Wörter sind unter anderen: ‘depic­tion’ (Dar­stellung/Ab­bildung), ‘repres­entation’ (Ab­bild/Dar­stellung), ‘likeness’ (Ähn­lich­keit), ‘icon’ (Ikon, Bild, Sinn­bild), ‘visualiz­ation’ (bild­liche Dar­stellung, Visuali­sierung), ‘concept’/‘idea’ (Konzept, Gedanke, Begriff, Idee), ‘notion’ (Vor­stellung, Idee, An­nahme), ‘meta­phor’ (Meta­pher), ‘imagery’ (Sprach­bilder, Bild­haftes in Sprache, Vor­stellun­gen, symbo­lische Bilder) und ‘copy’ (Kopie, Dupli­kat, Ab­bild). Sie gehö­ren jeweils zu den oben aufge­führten Be­deutungs­varian­ten und stellen Syno­nyme dar. Die deutschen Äqui­valente zeigen, dass die beiden Sprachen den Gegen­stands­bereich ver­schieden auf­teilen und struktu­rieren.

Anmerkungen
Literatur
[CCALED-4]Collins Cobuild (Hg.) (2003): Collins Cobuild Advanced Learner’s English Dictionary. Collins, Glasgow.[OED-3]University of Oxford (2010): Oxford English Dictionary. Oxford University Press, Oxford.

Ausgabe 1: 2013

Verantwortlich:

Lektorat:

Seitenbearbeitungen durch: Joerg R.J. Schirra, Mark A. Halawa und Marcel Lemmes — (Hinweis)

Zitierhinweis:

Stöckl, Hartmut (2013). Englisch: 'image' und 'picture'. (Ausg. 1). In: Schirra, J.R.J.; Halawa, M. & Liebsch, D. (Hg.), Glossar der Bildphilosophie. (2012-2026). [/index.php?title=Englisch:_%27image%27_und_%27picture%27].