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	<title>Glossar der Bildphilosophie - Benutzerbeiträge [de-formal]</title>
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	<updated>2026-10-18T11:59:01Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=15517</id>
		<title>Diagramm</title>
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		<updated>2013-09-23T11:43:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot; */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildmedien]]&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
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{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt--&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von (im weiten Sinne) Bildern bzw. bildlichen Darstellungen, denen – in den jeweiligen Gebrauchskontexten – strukturelle und funktionale Eigenschaften zukommen, die sie aus dem Bereich der Bilder in besonderer Weise herausheben. Dazu gehören etwa: [[Karte|Karten]], geometrische Zeichnungen, Flussdiagramme, Graphen, logische Diagramme (etwa Venn-Diagramme), Funktionsdiagramme, Pläne, aber auch Mindmaps, Listen, Tabellen, Begriffs-Tableaus bzw. in gewisser Weise auch generell alle schriftbildlichen Darstellungen. Zu den entsprechenden spezifischen Eigenschaften dieser Art Bilder gehören insbesondere deren besondere Syntaktizität und Operativität, die sie zugleich in die Nähe anderer symbolischer Darstellungsmedien, wie Sprache und Schrift rücken, zum Teil sind diese diagrammatische Darstellungen sogar direkt mit Schriftzeichen amalgamiert. &lt;br /&gt;
In der Literatur werden unterschiedliche Vorschläge gemacht, die genannten speziellen Arten von Bildern unter einen einheitlichen Begriff zu fassen: etwa als „schematische Zeichnungen“ bzw. „Schemata“ (&amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2004a&#039;&amp;gt;Dirmoser 2004a&amp;lt;/bib&amp;gt;), als „[[Strukturbild|Strukturbilder]]“ (&amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder eben als „Diagramme“ bzw. als „das Diagrammatische“ in einem weiten Sinne (&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;). Am stärksten durchgesetzt als Oberbegriff scheint sich dabei der Begriff des „Diagramms“ zu haben, was sich insbesondere auch daran zeigt, dass sich ein entsprechender Begriff der „Diagrammatik“ etabliert hat, wobei „Diagrammatik“ eben eine Theorie der strukturellen und funktionalen Eigenschaften von diagrammatisch-schematischen Artefakten in diesem weiteren Sinne meint. &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Folgt man dieser extensional ausgeweiteten Verwendung des Begriffs „Diagramm“ bzw. des „Diagrammatischen“, setzt dies natürlich zugleich voraus, dass man die Differenz zu den Diagrammbegriffen im engeren Sinne präsent hält: Wir unterscheiden ja normalsprachlich zwischen beispielsweise Karten und Tabellen einerseits und Diagrammen im engeren Sinne (als geometrischen Darstellungen, als logischen Diagrammen, Fluss- und Funktionsdiagrammen) andererseits. Trotzdem scheinen eine Reihe von markanten strukturellen und funktionalen Eigenschaften eben sowohl für Diagramme im engeren als auch für solche im weiteren Sinne zuzutreffen, strukturelle und funktionale Eigenschaften, die zumindest familienähnlich überlappend den Bereich der als „diagrammatisch“ auszuzeichnenden Phänomene konstituieren. &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Bei Diagrammen im  weiteren Sinne handelt es sich um mehr oder minder abstrakte grafische Darstellungen von Daten oder Sachverhalten, die Beziehungen und Verhältnisse aufzeigen und die im Mit- bzw. Nachvollzug der grafischen Darstellung zugleich Möglichkeiten der Rekonfiguration dieser Beziehungen und Verhältnisse offenlegen. Diagramme können so einerseits didaktische als auch heuristisch-epistemische Funktionen erfüllen. Sie haben abbildenden, repräsentativen Charakter, der von einer Reihe von Diagrammtheoretikern im Anschluss an Charles Sanders Peirce unter Rückgriff auf den Begriff der [[Symbol, Index, Ikon|Ikonizität]] bzw. „[[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität|Ähnlichkeit]]“ erläutert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;). Dabei wird diese Ähnlichkeit als „Strukturähnlichkeit“ (⊳ [[Isomorphie]]) aufgefasst. Vgl. hierzu auch Peirce&#039; Ausführungen: &amp;quot;Many diagrams resemble their objects not at all in looks; it is only in respect to the relations of their parts that their likeness consists.&amp;quot; (&amp;lt;bib id=&#039;Peirce 1998a&#039;&amp;gt;Peirce 1998a&amp;lt;/bib&amp;gt;: 2.282). Dagegen vermeidet Nelson Goodman in seinen Erläuterungen zum Diagramm den Bezug auf so etwas wie &amp;quot;Ähnlichkeit&amp;quot; (&amp;lt;bib id=&#039;Goodman 1968a&#039;&amp;gt;Goodman 1968a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S.163ff. u. S.212f.), Christian Stetter folgt ihm darin (&amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005a&#039;&amp;gt;Stetter 2005a&amp;lt;/bib&amp;gt;). &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Diagramme bzw. diagrammatische Darstellungen kommen in allen möglichen Lebens-, Wissens und Wissenschaftsbereichen zum Einsatz - in der Mathematik und den Naturwissenschaften ebenso wie in den Kulturwissenschaften und selbst in der Philosophie. Dieses bildphilosophische Glossar beruht ja in seiner Struktur selbst auf einer diagrammatischen Begriffskarte, die auf der Portalseite dieses Glossars in einer (um die Unterpunkte) reduzierten Form auch grafisch abgebildet ist: [[GIB - Glossar der Bildphilosophie:Portal]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Strukturmerkmale von Diagrammen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zentralen funktional relevanten Strukturmerkmale von Diagrammen sollen im Folgenden unter drei Stichwortpunkten expliziert und verdeutlicht werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===a) Die spezifische Fähigkeit von Diagrammen zur Sichtbarmachung und Veranschaulichung===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Diagramme [[Referenz|referieren]]. Sie machen dabei empirische oder auch nicht-empirische Sachverhalte/Verhältnisse sichtbar, die vorher nicht (bzw. nicht auf diese Weise) sichtbar gewesen sind. Auch Nichtvisuelles kann durch sie visuell dargestellt bzw. veranschaulicht werden (⊳ [[Semantik logischer Bilder]]). &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Diagrammatische Veranschaulichungen nutzen dabei einerseits räumliche Strukturen/Lagebeziehungen auf der Schreibfläche (wie links und rechts, oben und unten, gegenseitige Nähe und Ferne) und andererseits die Potentiale der menschlichen [[Gestalt|Gestaltwahrnehmung]] (etwa die Fähigkeiten zum Zusammen- und Auseinandersehen, sowie zum Überblicken), um Sachverhalte/Relationen darzustellen. Diagramme können in diesem Sinne „Übersichten“ und „Überblickswissen“ verschaffen. Zentral insbesondere für Diagramme im engeren - [[Raum und Geometrie|geometrischen]] - Sinne ist die Tatsache, dass hier mit dem Akt der zeichnerisch-räumlichen Darstellung entsprechend der jeweils vorgegebenen Konstruktionsregeln mehr Informationen qua  Räumlichkeit/Anschaulichkeit präsent werden, als in den vorgängigen Konstruktionsregeln selber enthalten waren. Diagramme sind aus diesem Grund nicht bloß illustrativ sondern haben epistemische Funktion. &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Mit Diagrammen lassen sich Sachverhalte einerseits verdichtet darstellen, andererseits haben sie aber durchaus auch das gegenläufige Potential: dasjenige der Entkomprimierung, Entflechtung, Differenzierung, Auffächerung, Verkomplizierung der Darstellung. Steffen Bogen und Felix Thürlemann weisen vielleicht etwas zu einseitig nur auf den Verdichtungsaspekt bei der Produktion von Diagrammen hin, dem sie als gegenläufigen Aspekt die „diskursive Expansion oder Entfaltung von Diagrammen“ bei deren Rezeption gegenüberstellen (&amp;lt;bib id=&#039;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003a&#039;&amp;gt;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8).&amp;lt;ref&amp;gt;Auf die Probleme, die mit der diagrammatischen Verdichtung einher gehen können, macht Steffen Siegel aufmerksam (&amp;lt;bib id=&#039;Siegel 2009a&#039;&amp;gt;Siegel 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 27). &amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Verweis auf das Verdichtungspotential von Diagrammen sollte insbesondere nicht mit der irrigen Vorstellung verknüpft werden, diagrammatische Darstellungen würden einseitig der bloßen Komplexitätsreduktion dienen. Mit Blick auf die vielfältige Diagrammpraxis lässt sich vielmehr konstatieren: Es gibt zwar Diagramme, deren Zweck es ist, komplexe Sachverhalte – etwa zu didaktischen Zwecken – vereinfacht darzustellen, allerdings gibt es auch solche Diagramm deren Aufgabe gerade darin besteht, Sachverhalte komplexitäts-erweiternd darzustellen. Manchmal kann eine solche komplexe Darstellung dabei auch „über-komplex“, also unübersichtlich werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Einige der von Gerhard Dirmoser entworfenen quadratmetergroßen Diagramme wie das Diagramm „Ein Diagramm ist (k)ein Bild“ (&amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2006a&#039;&amp;gt;Dirmoser 2006a&amp;lt;/bib&amp;gt;) bergen schlicht aufgrund ihrer Größe die Gefahr in sich, für den Betrachter ins Unübersichtliche zu kippen. &amp;lt;/ref&amp;gt;  „‚Komplexität’ ist (…) eine Funktion des Kommunikations- und Verwendungszwecks“, schreibt Heiner Wilharm (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;).  Komplexitäts-erweiternde Darstellungen,  können dabei u. a. der Generierung von neuem Wissen dienen. Beispielsweise können durch die Darstellung eines Sachverhaltes auf der Schreibfläche plötzlich inhaltliche ‚Leerstellen’ buchstäblich als weiße Flecken auf dem Papier sichtbar werden, die dann zur Bearbeitung drängen. Diagrammatische Darstellungen ermöglichen das sehende bzw. zeichnende Auffinden von neuen Relationen oder von „Zwischengliedern“ (Wittgenstein) durch „Dazwischenschreibung“.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Ausdruck „Dazwischenschreibung“ stammt von Petra Gehring (&amp;lt;bib id=&#039;Gehring 1992a&#039;&amp;gt;Gehring 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===b) Die Syntaktizität von Diagrammen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Feld diagrammatischer Phänomene gibt es große Unterschiede in Bezug auf deren ‚[[Pragmatik, Semantik, Syntax|Syntaktizität]]’ bzw. auf die Regelhaftigkeit der Typisierung und des Typengebrauchs. Nicht alle Diagrammtheoretiker würden in Bezug auf Diagramme von einer „Syntax“ reden. Christian Stetter etwa schlägt vor, den Begriff „Syntax“ nur für Schriften, genauer: für Texte zu reservieren, nicht jedoch für Diagramme (&amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005a&#039;&amp;gt;Stetter 2005a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 126f.). &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Andere Diagramm-Theoretiker haben demgegenüber einen weiteren (bzw. ‚schwächeren’) Syntax-Begriff. Sybille Krämer etwa spricht – wenn auch in Anführungszeichen – von einer ‚Syntax’ des Diagrammatischen. Für sie ist gerade diese Syntaktizität ein zentrales Kriterium dafür, um bloße Bilder von diagrammatischen Artefakten (Phänomenen „operativer Bildlichkeit“, wie es bei Krämer heißt) unterscheiden zu können. Anders als beim Bilder-sehen muss man beim Sehen von Diagrammen die Fähigkeit besitzen, wesentliche von unwesentlichen Aspekten der Darstellung unterscheiden und entsprechend von vielem ‚absehen’ zu können (&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 102).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu auch Stetter: „Dieses Diagrammatische, mit dem die Logik das Pikturale zu unterwandern beginnt, ist Resultat von Tilgungsoperationen (…)“ (&amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005a&#039;&amp;gt;Stetter 2005a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 121). &amp;lt;/ref&amp;gt; Einige Bildtheoretiker präferieren allerdings einen Syntax-Begriff, der sogar so weit (bzw. so ‚schwach’) ist, dass er auch auf Bilder angewandt werden kann und sich dann entsprechend nicht zur besonderen Kennzeichnung von Diagrammen eignet.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Sachs-Hombach etwa gesteht Bildern insgesamt eine „[[Morphologie und Syntax|morphologische Syntax]]“ zu (&amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 105-119). Vgl. auch &amp;lt;bib id=&#039;Schirra 2007b&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Jedoch gibt es auch bei diagrammatischen Darstellungen Unterschiede, was die Strenge der ‚Syntax’ angeht. Bei einigen Diagrammen gibt es sehr klare Regeln für deren korrekte Erstellung und Lesung. Verfahren wie die Vorformatierung der diagrammatischen Inskriptionsflächen durch Koordinatensysteme, in die dann Messwerte eingetragen werden, kreieren eine solche relativ strenge ‚Syntax’. Für logische Diagramme (etwa die ikonische Logik von Peirce&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu die Darstellung von Sun-Joo Shin: &amp;lt;bib id=&#039;Shin 2002a&#039;&amp;gt;Shin 2002a&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;) gilt dies in noch stärkerem Maße. Demgegenüber gibt es jedoch auch diagrammatische Darstellungen, die einer weniger strengen ‚Syntax’ folgen. Das heißt: dort existieren recht freie, offene, provisorische  bzw. transitorische Regeln der Produktion und der Lesung dieser Diagramme.&amp;lt;ref&amp;gt;„Folglich ist bzw. wird die ‚Sprache’ der diagrammatischen Repräsentation nur vorübergehend und provisorisch fixiert. Es reicht, dass gesagt bzw. gezeigt werden kann, was man sagen bzw. zeigen will.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 138). &amp;lt;/ref&amp;gt; Als Laboratorien epistemischen Schreibens/Zeichnens etwa sind diese Arten diagrammatischer Artefakte oftmals sogar gerade darauf angelegt, spielerisch zu ‚verfremden’ und dabei möglichst viele kreative Assoziations- und Interpretationsspielräume zu eröffnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Diagrammatische Darstellungen „geben uns die Chance, die Modelle zu wechseln, um neue Ansichten auszuprobieren.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 141). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===c) Die Operativität und Pragmatik von Diagrammen===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein dritter wesentlicher Aspekt ist die „Operativität“ der Diagramme (bzw. des „Diagrammatischen“) und deren – insbesondere auch im Vergleich zu Bildern – besondere [[Pragmatik, Semantik, Syntax|pragmatische]] Dimension. „Diagramme muss man sich (…) immer auch vom Prozess der Produktion her verständlich machen. Die Geste der Setzung oder das Verfahren der Einschreibung müssen als integraler Bestandteil der Repräsentation mitgedacht werden“, schreibt Steffen Bogen (&amp;lt;bib id=&#039;Bogen 2005b&#039;&amp;gt;Bogen 2005b&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 164). Wer diagrammatische Darstellungen begreifen will – so Heiner Willharm – &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;vollzieht sie oder vollzieht sie nach. Er richtet sich eine Zeitlang im Raum der Darstellung ein&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 151). &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Sybille Krämer sieht das Diagrammatische nicht nur als Anschauungsmedium, sondern zugleich auch als „Werkzeug“ und „’Reflexionsinstrument’“ (&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 104). Schriften, Graphen, Karten stellen nicht nur etwas dar, „sondern eröffnen damit Räume, um das Dargestellte auch zu handhaben, zu beobachten, zu explorieren“ (&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 104). Diagrammatische Darstellungen sind performativ. Indem man an Diagrammen graphische Manipulationen vollzieht bzw. nachvollzieht, wird etwas sichtbar, einsichtig und übersichtlich, was vorher nicht sichtbar, einsichtig bzw. übersichtlich war. Diagramme müssen, so könnte man Wittgenstein adaptierend formulieren, immer als „Diagrammspiele“ aufgefasst, also aus der Praxis des Umgangs mit ihnen verständlich gemacht werden. Für einige Diagramm-Theoretiker beruht die Stärke der Diagramme sogar auf deren besonderer ‚pragmatischer Potenz’: &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mehr als andere Diskursformen sind Diagramme daraufhin angelegt, Nachfolgehandlungen nach sich zu ziehen.&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 158)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zur „Materialität“ der Diagramme==&lt;br /&gt;
Abschließend noch zwei Bemerkungen zur „[[Materialität]]“ der Diagramme und damit noch einmal zur Extension des Diagramm- bzw. des Diagrammatik-Begriffs: &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Diagramme werden – wie Bilder – von den meisten Autoren des Diagrammatik-Diskurses primär als zweidimensionale Artefakte verstanden. Natürlich ist auch diese Fokussierung eine begriffliche Entscheidung, deren Konsequenzen bedacht werden müssen; genauso wie es in Bezug auf das Phänomen Bild eine begriffliche Entscheidung ist (deren Kosten-Nutzen-Bilanz man abzuwägen hat), den Begriff des Bildes eng mit der Zweidimensionalität der Bildfläche zu verkoppeln und Bilder im engeren Sinne von den dreidimensionalen „Bildern“ – etwa Werken der Plastik innerhalb der „bildenden Kunst“ – abzugrenzen. &lt;br /&gt;
Analoges lässt sich auch für die Verwendung des Begriff „Diagramm“ sagen: Eine Reihe von funktionalen Eigenschaften des Diagrammatischen trifft durchaus auch für bestimmte dreidimensionale Artefakte zu. Man denke an dreidimensionale Strukturmodelle, wie das DNS-Modell das Watson und Crick entwickelt – und das heißt auch:  real in 3D gebastelt – haben. Andererseits spricht aber auch vieles dafür, die besondere Übersichtlichkeit, die der Blick von oben auf eine zweidimensionale Diagramm-Darstellungsfläche ermöglicht, und die besonders einfachen (grafischen) Rekonfigurationsmöglichkeiten von Elementen eines Diagramms auf der Schreibfläche auch begrifflich hervorzuheben.&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von Autoren, die zum Teil mit explizitem Bezug auf Peirce’ Konzept des „diagrammatic reasoning“ dafür plädieren, den Begriff des Diagramms, des Diagrammatischen bzw. den Begriff der „Diagrammatik“ in stark entgrenzender Weise – zum Teil bis ins Immaterielle des Geistes hinein – auszuweiten. Diagrammatische Strukturen und Operationen werden dann nicht nur in jeglicher Art von symbolischen Darstellungen – in Texten (&amp;lt;bib id=&#039;Reichert 2011a&#039;&amp;gt;Reichert 2011a&amp;lt;/bib&amp;gt;), [[Film|Filmen]], Bildern, Sounds – aufzufinden versucht, sondern z.B. auch in der menschlichen Kognition selber verortet (&amp;lt;bib id=&#039;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&#039;&amp;gt;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&amp;lt;/bib&amp;gt;, &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;). Auch hier gilt es jedoch, die Kosten und den Nutzen dieser Ausweitung bzw. dieser stärker metaphorischen Verwendung des Begriffs abwägend im Auge zu behalten (&amp;lt;bib id=&#039;Birk 2012b&#039;&amp;gt;Birk 2012b&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Film]]&lt;br /&gt;
* [[Gestalt]]&lt;br /&gt;
* [[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität]]&lt;br /&gt;
* [[Isomorphie]]&lt;br /&gt;
* [[Karte]]&lt;br /&gt;
* [[Materialität]]&lt;br /&gt;
* [[Morphologie und Syntax]]&lt;br /&gt;
* [[Pragmatik, Semantik, Syntax]]&lt;br /&gt;
* [[Raum und Geometrie]]&lt;br /&gt;
* [[Referenz]]&lt;br /&gt;
* [[Semantik logischer Bilder]]&lt;br /&gt;
* [[Strukturbild]]&lt;br /&gt;
* [[Symbol, Index, Ikon]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Rainer Totzke|Rainer Totzke]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlosTab4}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Lektorat:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Dimitri Liebsch|Liebsch, Dimitri]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=15515</id>
		<title>Diagramm</title>
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		<updated>2013-09-23T11:42:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot; */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildmedien]]&lt;br /&gt;
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==Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von (im weiten Sinne) Bildern bzw. bildlichen Darstellungen, denen – in den jeweiligen Gebrauchskontexten – strukturelle und funktionale Eigenschaften zukommen, die sie aus dem Bereich der Bilder in besonderer Weise herausheben. Dazu gehören etwa: [[Karte|Karten]], geometrische Zeichnungen, Flussdiagramme, Graphen, logische Diagramme (etwa Venn-Diagramme), Funktionsdiagramme, Pläne, aber auch Mindmaps, Listen, Tabellen, Begriffs-Tableaus bzw. in gewisser Weise auch generell alle schriftbildlichen Darstellungen. Zu den entsprechenden spezifischen Eigenschaften dieser Art Bilder gehören insbesondere deren besondere Syntaktizität und Operativität, die sie zugleich in die Nähe anderer symbolischer Darstellungsmedien, wie Sprache und Schrift rücken, zum Teil sind diese diagrammatische Darstellungen sogar direkt mit Schriftzeichen amalgamiert. &lt;br /&gt;
In der Literatur werden unterschiedliche Vorschläge gemacht, die genannten speziellen Arten von Bildern unter einen einheitlichen Begriff zu fassen: etwa als „schematische Zeichnungen“ bzw. „Schemata“ (&amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2004a&#039;&amp;gt;Dirmoser 2004a&amp;lt;/bib&amp;gt;), als „[[Strukturbild|Strukturbilder]]“ (&amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder eben als „Diagramme“ bzw. als „das Diagrammatische“ in einem weiten Sinne (&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;). Am stärksten durchgesetzt als Oberbegriff scheint sich dabei der Begriff des „Diagramms“ zu haben, was sich insbesondere auch daran zeigt, dass sich ein entsprechender Begriff der „Diagrammatik“ etabliert hat, wobei „Diagrammatik“ eben eine Theorie der strukturellen und funktionalen Eigenschaften von diagrammatisch-schematischen Artefakten in diesem weiteren Sinne meint. &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Folgt man dieser extensional ausgeweiteten Verwendung des Begriffs „Diagramm“ bzw. des „Diagrammatischen“, setzt dies natürlich zugleich voraus, dass man die Differenz zu den Diagrammbegriffen im engeren Sinne präsent hält: Wir unterscheiden ja normalsprachlich zwischen beispielsweise Karten und Tabellen einerseits und Diagrammen im engeren Sinne (als geometrischen Darstellungen, als logischen Diagrammen, Fluss- und Funktionsdiagrammen) andererseits. Trotzdem scheinen eine Reihe von markanten strukturellen und funktionalen Eigenschaften eben sowohl für Diagramme im engeren als auch für solche im weiteren Sinne zuzutreffen, strukturelle und funktionale Eigenschaften, die zumindest familienähnlich überlappend den Bereich der als „diagrammatisch“ auszuzeichnenden Phänomene konstituieren. &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Bei Diagrammen im  weiteren Sinne handelt es sich um mehr oder minder abstrakte grafische Darstellungen von Daten oder Sachverhalten, die Beziehungen und Verhältnisse aufzeigen und die im Mit- bzw. Nachvollzug der grafischen Darstellung zugleich Möglichkeiten der Rekonfiguration dieser Beziehungen und Verhältnisse offenlegen. Diagramme können so einerseits didaktische als auch heuristisch-epistemische Funktionen erfüllen. Sie haben abbildenden, repräsentativen Charakter, der von einer Reihe von Diagrammtheoretikern im Anschluss an Charles Sanders Peirce unter Rückgriff auf den Begriff der [[Symbol, Index, Ikon|Ikonizität]] bzw. „[[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität|Ähnlichkeit]]“ erläutert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;). Dabei wird diese Ähnlichkeit als „Strukturähnlichkeit“ (⊳ [[Isomorphie]]) aufgefasst. Vgl. hierzu auch Peirce&#039; Ausführungen: &amp;quot;Many diagrams resemble their objects not at all in looks; it is only in respect to the relations of their parts that their likeness consists.&amp;quot; (&amp;lt;bib id=&#039;Peirce 1998a&#039;&amp;gt;Peirce 1998a&amp;lt;/bib&amp;gt;: 2.282). Dagegen vermeidet Nelson Goodman in seinen Erläuterungen zum Diagramm den Bezug auf so etwas wie &amp;quot;Ähnlichkeit&amp;quot; (&amp;lt;bib id=&#039;Goodman 1968a&#039;&amp;gt;Goodman 1968a&amp;lt;/bib&amp;gt;: 163-165, 212-213), Christian Stetter folgt ihm darin (&amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005a&#039;&amp;gt;Stetter 2005a&amp;lt;/bib&amp;gt;). &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Diagramme bzw. diagrammatische Darstellungen kommen in allen möglichen Lebens-, Wissens und Wissenschaftsbereichen zum Einsatz - in der Mathematik und den Naturwissenschaften ebenso wie in den Kulturwissenschaften und selbst in der Philosophie. Dieses bildphilosophische Glossar beruht ja in seiner Struktur selbst auf einer diagrammatischen Begriffskarte, die auf der Portalseite dieses Glossars in einer (um die Unterpunkte) reduzierten Form auch grafisch abgebildet ist: [[GIB - Glossar der Bildphilosophie:Portal]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Strukturmerkmale von Diagrammen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zentralen funktional relevanten Strukturmerkmale von Diagrammen sollen im Folgenden unter drei Stichwortpunkten expliziert und verdeutlicht werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===a) Die spezifische Fähigkeit von Diagrammen zur Sichtbarmachung und Veranschaulichung===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Diagramme [[Referenz|referieren]]. Sie machen dabei empirische oder auch nicht-empirische Sachverhalte/Verhältnisse sichtbar, die vorher nicht (bzw. nicht auf diese Weise) sichtbar gewesen sind. Auch Nichtvisuelles kann durch sie visuell dargestellt bzw. veranschaulicht werden (⊳ [[Semantik logischer Bilder]]). &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Diagrammatische Veranschaulichungen nutzen dabei einerseits räumliche Strukturen/Lagebeziehungen auf der Schreibfläche (wie links und rechts, oben und unten, gegenseitige Nähe und Ferne) und andererseits die Potentiale der menschlichen [[Gestalt|Gestaltwahrnehmung]] (etwa die Fähigkeiten zum Zusammen- und Auseinandersehen, sowie zum Überblicken), um Sachverhalte/Relationen darzustellen. Diagramme können in diesem Sinne „Übersichten“ und „Überblickswissen“ verschaffen. Zentral insbesondere für Diagramme im engeren - [[Raum und Geometrie|geometrischen]] - Sinne ist die Tatsache, dass hier mit dem Akt der zeichnerisch-räumlichen Darstellung entsprechend der jeweils vorgegebenen Konstruktionsregeln mehr Informationen qua  Räumlichkeit/Anschaulichkeit präsent werden, als in den vorgängigen Konstruktionsregeln selber enthalten waren. Diagramme sind aus diesem Grund nicht bloß illustrativ sondern haben epistemische Funktion. &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Mit Diagrammen lassen sich Sachverhalte einerseits verdichtet darstellen, andererseits haben sie aber durchaus auch das gegenläufige Potential: dasjenige der Entkomprimierung, Entflechtung, Differenzierung, Auffächerung, Verkomplizierung der Darstellung. Steffen Bogen und Felix Thürlemann weisen vielleicht etwas zu einseitig nur auf den Verdichtungsaspekt bei der Produktion von Diagrammen hin, dem sie als gegenläufigen Aspekt die „diskursive Expansion oder Entfaltung von Diagrammen“ bei deren Rezeption gegenüberstellen (&amp;lt;bib id=&#039;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003a&#039;&amp;gt;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8).&amp;lt;ref&amp;gt;Auf die Probleme, die mit der diagrammatischen Verdichtung einher gehen können, macht Steffen Siegel aufmerksam (&amp;lt;bib id=&#039;Siegel 2009a&#039;&amp;gt;Siegel 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 27). &amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Verweis auf das Verdichtungspotential von Diagrammen sollte insbesondere nicht mit der irrigen Vorstellung verknüpft werden, diagrammatische Darstellungen würden einseitig der bloßen Komplexitätsreduktion dienen. Mit Blick auf die vielfältige Diagrammpraxis lässt sich vielmehr konstatieren: Es gibt zwar Diagramme, deren Zweck es ist, komplexe Sachverhalte – etwa zu didaktischen Zwecken – vereinfacht darzustellen, allerdings gibt es auch solche Diagramm deren Aufgabe gerade darin besteht, Sachverhalte komplexitäts-erweiternd darzustellen. Manchmal kann eine solche komplexe Darstellung dabei auch „über-komplex“, also unübersichtlich werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Einige der von Gerhard Dirmoser entworfenen quadratmetergroßen Diagramme wie das Diagramm „Ein Diagramm ist (k)ein Bild“ (&amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2006a&#039;&amp;gt;Dirmoser 2006a&amp;lt;/bib&amp;gt;) bergen schlicht aufgrund ihrer Größe die Gefahr in sich, für den Betrachter ins Unübersichtliche zu kippen. &amp;lt;/ref&amp;gt;  „‚Komplexität’ ist (…) eine Funktion des Kommunikations- und Verwendungszwecks“, schreibt Heiner Wilharm (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;).  Komplexitäts-erweiternde Darstellungen,  können dabei u. a. der Generierung von neuem Wissen dienen. Beispielsweise können durch die Darstellung eines Sachverhaltes auf der Schreibfläche plötzlich inhaltliche ‚Leerstellen’ buchstäblich als weiße Flecken auf dem Papier sichtbar werden, die dann zur Bearbeitung drängen. Diagrammatische Darstellungen ermöglichen das sehende bzw. zeichnende Auffinden von neuen Relationen oder von „Zwischengliedern“ (Wittgenstein) durch „Dazwischenschreibung“.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Ausdruck „Dazwischenschreibung“ stammt von Petra Gehring (&amp;lt;bib id=&#039;Gehring 1992a&#039;&amp;gt;Gehring 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===b) Die Syntaktizität von Diagrammen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Feld diagrammatischer Phänomene gibt es große Unterschiede in Bezug auf deren ‚[[Pragmatik, Semantik, Syntax|Syntaktizität]]’ bzw. auf die Regelhaftigkeit der Typisierung und des Typengebrauchs. Nicht alle Diagrammtheoretiker würden in Bezug auf Diagramme von einer „Syntax“ reden. Christian Stetter etwa schlägt vor, den Begriff „Syntax“ nur für Schriften, genauer: für Texte zu reservieren, nicht jedoch für Diagramme (&amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005a&#039;&amp;gt;Stetter 2005a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 126f.). &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Andere Diagramm-Theoretiker haben demgegenüber einen weiteren (bzw. ‚schwächeren’) Syntax-Begriff. Sybille Krämer etwa spricht – wenn auch in Anführungszeichen – von einer ‚Syntax’ des Diagrammatischen. Für sie ist gerade diese Syntaktizität ein zentrales Kriterium dafür, um bloße Bilder von diagrammatischen Artefakten (Phänomenen „operativer Bildlichkeit“, wie es bei Krämer heißt) unterscheiden zu können. Anders als beim Bilder-sehen muss man beim Sehen von Diagrammen die Fähigkeit besitzen, wesentliche von unwesentlichen Aspekten der Darstellung unterscheiden und entsprechend von vielem ‚absehen’ zu können (&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 102).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu auch Stetter: „Dieses Diagrammatische, mit dem die Logik das Pikturale zu unterwandern beginnt, ist Resultat von Tilgungsoperationen (…)“ (&amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005a&#039;&amp;gt;Stetter 2005a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 121). &amp;lt;/ref&amp;gt; Einige Bildtheoretiker präferieren allerdings einen Syntax-Begriff, der sogar so weit (bzw. so ‚schwach’) ist, dass er auch auf Bilder angewandt werden kann und sich dann entsprechend nicht zur besonderen Kennzeichnung von Diagrammen eignet.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Sachs-Hombach etwa gesteht Bildern insgesamt eine „[[Morphologie und Syntax|morphologische Syntax]]“ zu (&amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 105-119). Vgl. auch &amp;lt;bib id=&#039;Schirra 2007b&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Jedoch gibt es auch bei diagrammatischen Darstellungen Unterschiede, was die Strenge der ‚Syntax’ angeht. Bei einigen Diagrammen gibt es sehr klare Regeln für deren korrekte Erstellung und Lesung. Verfahren wie die Vorformatierung der diagrammatischen Inskriptionsflächen durch Koordinatensysteme, in die dann Messwerte eingetragen werden, kreieren eine solche relativ strenge ‚Syntax’. Für logische Diagramme (etwa die ikonische Logik von Peirce&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu die Darstellung von Sun-Joo Shin: &amp;lt;bib id=&#039;Shin 2002a&#039;&amp;gt;Shin 2002a&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;) gilt dies in noch stärkerem Maße. Demgegenüber gibt es jedoch auch diagrammatische Darstellungen, die einer weniger strengen ‚Syntax’ folgen. Das heißt: dort existieren recht freie, offene, provisorische  bzw. transitorische Regeln der Produktion und der Lesung dieser Diagramme.&amp;lt;ref&amp;gt;„Folglich ist bzw. wird die ‚Sprache’ der diagrammatischen Repräsentation nur vorübergehend und provisorisch fixiert. Es reicht, dass gesagt bzw. gezeigt werden kann, was man sagen bzw. zeigen will.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 138). &amp;lt;/ref&amp;gt; Als Laboratorien epistemischen Schreibens/Zeichnens etwa sind diese Arten diagrammatischer Artefakte oftmals sogar gerade darauf angelegt, spielerisch zu ‚verfremden’ und dabei möglichst viele kreative Assoziations- und Interpretationsspielräume zu eröffnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Diagrammatische Darstellungen „geben uns die Chance, die Modelle zu wechseln, um neue Ansichten auszuprobieren.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 141). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===c) Die Operativität und Pragmatik von Diagrammen===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein dritter wesentlicher Aspekt ist die „Operativität“ der Diagramme (bzw. des „Diagrammatischen“) und deren – insbesondere auch im Vergleich zu Bildern – besondere [[Pragmatik, Semantik, Syntax|pragmatische]] Dimension. „Diagramme muss man sich (…) immer auch vom Prozess der Produktion her verständlich machen. Die Geste der Setzung oder das Verfahren der Einschreibung müssen als integraler Bestandteil der Repräsentation mitgedacht werden“, schreibt Steffen Bogen (&amp;lt;bib id=&#039;Bogen 2005b&#039;&amp;gt;Bogen 2005b&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 164). Wer diagrammatische Darstellungen begreifen will – so Heiner Willharm – &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;vollzieht sie oder vollzieht sie nach. Er richtet sich eine Zeitlang im Raum der Darstellung ein&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 151). &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Sybille Krämer sieht das Diagrammatische nicht nur als Anschauungsmedium, sondern zugleich auch als „Werkzeug“ und „’Reflexionsinstrument’“ (&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 104). Schriften, Graphen, Karten stellen nicht nur etwas dar, „sondern eröffnen damit Räume, um das Dargestellte auch zu handhaben, zu beobachten, zu explorieren“ (&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 104). Diagrammatische Darstellungen sind performativ. Indem man an Diagrammen graphische Manipulationen vollzieht bzw. nachvollzieht, wird etwas sichtbar, einsichtig und übersichtlich, was vorher nicht sichtbar, einsichtig bzw. übersichtlich war. Diagramme müssen, so könnte man Wittgenstein adaptierend formulieren, immer als „Diagrammspiele“ aufgefasst, also aus der Praxis des Umgangs mit ihnen verständlich gemacht werden. Für einige Diagramm-Theoretiker beruht die Stärke der Diagramme sogar auf deren besonderer ‚pragmatischer Potenz’: &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mehr als andere Diskursformen sind Diagramme daraufhin angelegt, Nachfolgehandlungen nach sich zu ziehen.&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 158)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zur „Materialität“ der Diagramme==&lt;br /&gt;
Abschließend noch zwei Bemerkungen zur „[[Materialität]]“ der Diagramme und damit noch einmal zur Extension des Diagramm- bzw. des Diagrammatik-Begriffs: &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Diagramme werden – wie Bilder – von den meisten Autoren des Diagrammatik-Diskurses primär als zweidimensionale Artefakte verstanden. Natürlich ist auch diese Fokussierung eine begriffliche Entscheidung, deren Konsequenzen bedacht werden müssen; genauso wie es in Bezug auf das Phänomen Bild eine begriffliche Entscheidung ist (deren Kosten-Nutzen-Bilanz man abzuwägen hat), den Begriff des Bildes eng mit der Zweidimensionalität der Bildfläche zu verkoppeln und Bilder im engeren Sinne von den dreidimensionalen „Bildern“ – etwa Werken der Plastik innerhalb der „bildenden Kunst“ – abzugrenzen. &lt;br /&gt;
Analoges lässt sich auch für die Verwendung des Begriff „Diagramm“ sagen: Eine Reihe von funktionalen Eigenschaften des Diagrammatischen trifft durchaus auch für bestimmte dreidimensionale Artefakte zu. Man denke an dreidimensionale Strukturmodelle, wie das DNS-Modell das Watson und Crick entwickelt – und das heißt auch:  real in 3D gebastelt – haben. Andererseits spricht aber auch vieles dafür, die besondere Übersichtlichkeit, die der Blick von oben auf eine zweidimensionale Diagramm-Darstellungsfläche ermöglicht, und die besonders einfachen (grafischen) Rekonfigurationsmöglichkeiten von Elementen eines Diagramms auf der Schreibfläche auch begrifflich hervorzuheben.&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von Autoren, die zum Teil mit explizitem Bezug auf Peirce’ Konzept des „diagrammatic reasoning“ dafür plädieren, den Begriff des Diagramms, des Diagrammatischen bzw. den Begriff der „Diagrammatik“ in stark entgrenzender Weise – zum Teil bis ins Immaterielle des Geistes hinein – auszuweiten. Diagrammatische Strukturen und Operationen werden dann nicht nur in jeglicher Art von symbolischen Darstellungen – in Texten (&amp;lt;bib id=&#039;Reichert 2011a&#039;&amp;gt;Reichert 2011a&amp;lt;/bib&amp;gt;), [[Film|Filmen]], Bildern, Sounds – aufzufinden versucht, sondern z.B. auch in der menschlichen Kognition selber verortet (&amp;lt;bib id=&#039;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&#039;&amp;gt;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&amp;lt;/bib&amp;gt;, &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;). Auch hier gilt es jedoch, die Kosten und den Nutzen dieser Ausweitung bzw. dieser stärker metaphorischen Verwendung des Begriffs abwägend im Auge zu behalten (&amp;lt;bib id=&#039;Birk 2012b&#039;&amp;gt;Birk 2012b&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Film]]&lt;br /&gt;
* [[Gestalt]]&lt;br /&gt;
* [[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität]]&lt;br /&gt;
* [[Isomorphie]]&lt;br /&gt;
* [[Karte]]&lt;br /&gt;
* [[Materialität]]&lt;br /&gt;
* [[Morphologie und Syntax]]&lt;br /&gt;
* [[Pragmatik, Semantik, Syntax]]&lt;br /&gt;
* [[Raum und Geometrie]]&lt;br /&gt;
* [[Referenz]]&lt;br /&gt;
* [[Semantik logischer Bilder]]&lt;br /&gt;
* [[Strukturbild]]&lt;br /&gt;
* [[Symbol, Index, Ikon]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Rainer Totzke|Rainer Totzke]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlosTab4}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Lektorat:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Dimitri Liebsch|Liebsch, Dimitri]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=15513</id>
		<title>Diagramm</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=15513"/>
		<updated>2013-09-23T11:40:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot; */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildmedien]]&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt--&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von (im weiten Sinne) Bildern bzw. bildlichen Darstellungen, denen – in den jeweiligen Gebrauchskontexten – strukturelle und funktionale Eigenschaften zukommen, die sie aus dem Bereich der Bilder in besonderer Weise herausheben. Dazu gehören etwa: [[Karte|Karten]], geometrische Zeichnungen, Flussdiagramme, Graphen, logische Diagramme (etwa Venn-Diagramme), Funktionsdiagramme, Pläne, aber auch Mindmaps, Listen, Tabellen, Begriffs-Tableaus bzw. in gewisser Weise auch generell alle schriftbildlichen Darstellungen. Zu den entsprechenden spezifischen Eigenschaften dieser Art Bilder gehören insbesondere deren besondere Syntaktizität und Operativität, die sie zugleich in die Nähe anderer symbolischer Darstellungsmedien, wie Sprache und Schrift rücken, zum Teil sind diese diagrammatische Darstellungen sogar direkt mit Schriftzeichen amalgamiert. &lt;br /&gt;
In der Literatur werden unterschiedliche Vorschläge gemacht, die genannten speziellen Arten von Bildern unter einen einheitlichen Begriff zu fassen: etwa als „schematische Zeichnungen“ bzw. „Schemata“ (&amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2004a&#039;&amp;gt;Dirmoser 2004a&amp;lt;/bib&amp;gt;), als „[[Strukturbild|Strukturbilder]]“ (&amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder eben als „Diagramme“ bzw. als „das Diagrammatische“ in einem weiten Sinne (&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;). Am stärksten durchgesetzt als Oberbegriff scheint sich dabei der Begriff des „Diagramms“ zu haben, was sich insbesondere auch daran zeigt, dass sich ein entsprechender Begriff der „Diagrammatik“ etabliert hat, wobei „Diagrammatik“ eben eine Theorie der strukturellen und funktionalen Eigenschaften von diagrammatisch-schematischen Artefakten in diesem weiteren Sinne meint. &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Folgt man dieser extensional ausgeweiteten Verwendung des Begriffs „Diagramm“ bzw. des „Diagrammatischen“, setzt dies natürlich zugleich voraus, dass man die Differenz zu den Diagrammbegriffen im engeren Sinne präsent hält: Wir unterscheiden ja normalsprachlich zwischen beispielsweise Karten und Tabellen einerseits und Diagrammen im engeren Sinne (als geometrischen Darstellungen, als logischen Diagrammen, Fluss- und Funktionsdiagrammen) andererseits. Trotzdem scheinen eine Reihe von markanten strukturellen und funktionalen Eigenschaften eben sowohl für Diagramme im engeren als auch für solche im weiteren Sinne zuzutreffen, strukturelle und funktionale Eigenschaften, die zumindest familienähnlich überlappend den Bereich der als „diagrammatisch“ auszuzeichnenden Phänomene konstituieren. &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Bei Diagrammen im  weiteren Sinne handelt es sich um mehr oder minder abstrakte grafische Darstellungen von Daten oder Sachverhalten, die Beziehungen und Verhältnisse aufzeigen und die im Mit- bzw. Nachvollzug der grafischen Darstellung zugleich Möglichkeiten der Rekonfiguration dieser Beziehungen und Verhältnisse offenlegen. Diagramme können so einerseits didaktische als auch heuristisch-epistemische Funktionen erfüllen. Sie haben abbildenden, repräsentativen Charakter, der von einer Reihe von Diagrammtheoretikern im Anschluss an Charles Sanders Peirce unter Rückgriff auf den Begriff der [[Symbol, Index, Ikon|Ikonizität]] bzw. „[[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität|Ähnlichkeit]]“ erläutert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;). Dabei wird diese Ähnlichkeit als „Strukturähnlichkeit“ (⊳ [[Isomorphie]]) aufgefasst. Vgl. hierzu auch Peirce&#039; Ausführungen: &amp;quot;Many diagrams resemble their objects not at all in looks; it is only in respect to the relations of their parts that their likeness consists.&amp;quot; (&amp;lt;bib id=&#039;Peirce 1998a&#039;&amp;gt;Peirce 1998a&amp;lt;/bib&amp;gt;: 2.282). Dagegen vermeidet Nelson Goodman in seinen Erläuterungen zum Diagramm den Bezug auf so etwas wie &amp;quot;Ähnlichkeit&amp;quot; (&amp;lt;bib id=&#039;Goodman 1968a&#039;&amp;gt;Goodman 1968a&amp;lt;/bib&amp;gt;: 163-165, 212-213), Christian Stetter folgt ihm darin. &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Diagramme bzw. diagrammatische Darstellungen kommen in allen möglichen Lebens-, Wissens und Wissenschaftsbereichen zum Einsatz - in der Mathematik und den Naturwissenschaften ebenso wie in den Kulturwissenschaften und selbst in der Philosophie. Dieses bildphilosophische Glossar beruht ja in seiner Struktur selbst auf einer diagrammatischen Begriffskarte, die auf der Portalseite dieses Glossars in einer (um die Unterpunkte) reduzierten Form auch grafisch abgebildet ist: [[GIB - Glossar der Bildphilosophie:Portal]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Strukturmerkmale von Diagrammen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zentralen funktional relevanten Strukturmerkmale von Diagrammen sollen im Folgenden unter drei Stichwortpunkten expliziert und verdeutlicht werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===a) Die spezifische Fähigkeit von Diagrammen zur Sichtbarmachung und Veranschaulichung===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Diagramme [[Referenz|referieren]]. Sie machen dabei empirische oder auch nicht-empirische Sachverhalte/Verhältnisse sichtbar, die vorher nicht (bzw. nicht auf diese Weise) sichtbar gewesen sind. Auch Nichtvisuelles kann durch sie visuell dargestellt bzw. veranschaulicht werden (⊳ [[Semantik logischer Bilder]]). &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Diagrammatische Veranschaulichungen nutzen dabei einerseits räumliche Strukturen/Lagebeziehungen auf der Schreibfläche (wie links und rechts, oben und unten, gegenseitige Nähe und Ferne) und andererseits die Potentiale der menschlichen [[Gestalt|Gestaltwahrnehmung]] (etwa die Fähigkeiten zum Zusammen- und Auseinandersehen, sowie zum Überblicken), um Sachverhalte/Relationen darzustellen. Diagramme können in diesem Sinne „Übersichten“ und „Überblickswissen“ verschaffen. Zentral insbesondere für Diagramme im engeren - [[Raum und Geometrie|geometrischen]] - Sinne ist die Tatsache, dass hier mit dem Akt der zeichnerisch-räumlichen Darstellung entsprechend der jeweils vorgegebenen Konstruktionsregeln mehr Informationen qua  Räumlichkeit/Anschaulichkeit präsent werden, als in den vorgängigen Konstruktionsregeln selber enthalten waren. Diagramme sind aus diesem Grund nicht bloß illustrativ sondern haben epistemische Funktion. &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Mit Diagrammen lassen sich Sachverhalte einerseits verdichtet darstellen, andererseits haben sie aber durchaus auch das gegenläufige Potential: dasjenige der Entkomprimierung, Entflechtung, Differenzierung, Auffächerung, Verkomplizierung der Darstellung. Steffen Bogen und Felix Thürlemann weisen vielleicht etwas zu einseitig nur auf den Verdichtungsaspekt bei der Produktion von Diagrammen hin, dem sie als gegenläufigen Aspekt die „diskursive Expansion oder Entfaltung von Diagrammen“ bei deren Rezeption gegenüberstellen (&amp;lt;bib id=&#039;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003a&#039;&amp;gt;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8).&amp;lt;ref&amp;gt;Auf die Probleme, die mit der diagrammatischen Verdichtung einher gehen können, macht Steffen Siegel aufmerksam (&amp;lt;bib id=&#039;Siegel 2009a&#039;&amp;gt;Siegel 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 27). &amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Verweis auf das Verdichtungspotential von Diagrammen sollte insbesondere nicht mit der irrigen Vorstellung verknüpft werden, diagrammatische Darstellungen würden einseitig der bloßen Komplexitätsreduktion dienen. Mit Blick auf die vielfältige Diagrammpraxis lässt sich vielmehr konstatieren: Es gibt zwar Diagramme, deren Zweck es ist, komplexe Sachverhalte – etwa zu didaktischen Zwecken – vereinfacht darzustellen, allerdings gibt es auch solche Diagramm deren Aufgabe gerade darin besteht, Sachverhalte komplexitäts-erweiternd darzustellen. Manchmal kann eine solche komplexe Darstellung dabei auch „über-komplex“, also unübersichtlich werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Einige der von Gerhard Dirmoser entworfenen quadratmetergroßen Diagramme wie das Diagramm „Ein Diagramm ist (k)ein Bild“ (&amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2006a&#039;&amp;gt;Dirmoser 2006a&amp;lt;/bib&amp;gt;) bergen schlicht aufgrund ihrer Größe die Gefahr in sich, für den Betrachter ins Unübersichtliche zu kippen. &amp;lt;/ref&amp;gt;  „‚Komplexität’ ist (…) eine Funktion des Kommunikations- und Verwendungszwecks“, schreibt Heiner Wilharm (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;).  Komplexitäts-erweiternde Darstellungen,  können dabei u. a. der Generierung von neuem Wissen dienen. Beispielsweise können durch die Darstellung eines Sachverhaltes auf der Schreibfläche plötzlich inhaltliche ‚Leerstellen’ buchstäblich als weiße Flecken auf dem Papier sichtbar werden, die dann zur Bearbeitung drängen. Diagrammatische Darstellungen ermöglichen das sehende bzw. zeichnende Auffinden von neuen Relationen oder von „Zwischengliedern“ (Wittgenstein) durch „Dazwischenschreibung“.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Ausdruck „Dazwischenschreibung“ stammt von Petra Gehring (&amp;lt;bib id=&#039;Gehring 1992a&#039;&amp;gt;Gehring 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===b) Die Syntaktizität von Diagrammen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Feld diagrammatischer Phänomene gibt es große Unterschiede in Bezug auf deren ‚[[Pragmatik, Semantik, Syntax|Syntaktizität]]’ bzw. auf die Regelhaftigkeit der Typisierung und des Typengebrauchs. Nicht alle Diagrammtheoretiker würden in Bezug auf Diagramme von einer „Syntax“ reden. Christian Stetter etwa schlägt vor, den Begriff „Syntax“ nur für Schriften, genauer: für Texte zu reservieren, nicht jedoch für Diagramme (&amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005a&#039;&amp;gt;Stetter 2005a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 126f.). &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Andere Diagramm-Theoretiker haben demgegenüber einen weiteren (bzw. ‚schwächeren’) Syntax-Begriff. Sybille Krämer etwa spricht – wenn auch in Anführungszeichen – von einer ‚Syntax’ des Diagrammatischen. Für sie ist gerade diese Syntaktizität ein zentrales Kriterium dafür, um bloße Bilder von diagrammatischen Artefakten (Phänomenen „operativer Bildlichkeit“, wie es bei Krämer heißt) unterscheiden zu können. Anders als beim Bilder-sehen muss man beim Sehen von Diagrammen die Fähigkeit besitzen, wesentliche von unwesentlichen Aspekten der Darstellung unterscheiden und entsprechend von vielem ‚absehen’ zu können (&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 102).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu auch Stetter: „Dieses Diagrammatische, mit dem die Logik das Pikturale zu unterwandern beginnt, ist Resultat von Tilgungsoperationen (…)“ (&amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005a&#039;&amp;gt;Stetter 2005a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 121). &amp;lt;/ref&amp;gt; Einige Bildtheoretiker präferieren allerdings einen Syntax-Begriff, der sogar so weit (bzw. so ‚schwach’) ist, dass er auch auf Bilder angewandt werden kann und sich dann entsprechend nicht zur besonderen Kennzeichnung von Diagrammen eignet.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Sachs-Hombach etwa gesteht Bildern insgesamt eine „[[Morphologie und Syntax|morphologische Syntax]]“ zu (&amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 105-119). Vgl. auch &amp;lt;bib id=&#039;Schirra 2007b&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Jedoch gibt es auch bei diagrammatischen Darstellungen Unterschiede, was die Strenge der ‚Syntax’ angeht. Bei einigen Diagrammen gibt es sehr klare Regeln für deren korrekte Erstellung und Lesung. Verfahren wie die Vorformatierung der diagrammatischen Inskriptionsflächen durch Koordinatensysteme, in die dann Messwerte eingetragen werden, kreieren eine solche relativ strenge ‚Syntax’. Für logische Diagramme (etwa die ikonische Logik von Peirce&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu die Darstellung von Sun-Joo Shin: &amp;lt;bib id=&#039;Shin 2002a&#039;&amp;gt;Shin 2002a&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;) gilt dies in noch stärkerem Maße. Demgegenüber gibt es jedoch auch diagrammatische Darstellungen, die einer weniger strengen ‚Syntax’ folgen. Das heißt: dort existieren recht freie, offene, provisorische  bzw. transitorische Regeln der Produktion und der Lesung dieser Diagramme.&amp;lt;ref&amp;gt;„Folglich ist bzw. wird die ‚Sprache’ der diagrammatischen Repräsentation nur vorübergehend und provisorisch fixiert. Es reicht, dass gesagt bzw. gezeigt werden kann, was man sagen bzw. zeigen will.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 138). &amp;lt;/ref&amp;gt; Als Laboratorien epistemischen Schreibens/Zeichnens etwa sind diese Arten diagrammatischer Artefakte oftmals sogar gerade darauf angelegt, spielerisch zu ‚verfremden’ und dabei möglichst viele kreative Assoziations- und Interpretationsspielräume zu eröffnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Diagrammatische Darstellungen „geben uns die Chance, die Modelle zu wechseln, um neue Ansichten auszuprobieren.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 141). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===c) Die Operativität und Pragmatik von Diagrammen===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein dritter wesentlicher Aspekt ist die „Operativität“ der Diagramme (bzw. des „Diagrammatischen“) und deren – insbesondere auch im Vergleich zu Bildern – besondere [[Pragmatik, Semantik, Syntax|pragmatische]] Dimension. „Diagramme muss man sich (…) immer auch vom Prozess der Produktion her verständlich machen. Die Geste der Setzung oder das Verfahren der Einschreibung müssen als integraler Bestandteil der Repräsentation mitgedacht werden“, schreibt Steffen Bogen (&amp;lt;bib id=&#039;Bogen 2005b&#039;&amp;gt;Bogen 2005b&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 164). Wer diagrammatische Darstellungen begreifen will – so Heiner Willharm – &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;vollzieht sie oder vollzieht sie nach. Er richtet sich eine Zeitlang im Raum der Darstellung ein&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 151). &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Sybille Krämer sieht das Diagrammatische nicht nur als Anschauungsmedium, sondern zugleich auch als „Werkzeug“ und „’Reflexionsinstrument’“ (&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 104). Schriften, Graphen, Karten stellen nicht nur etwas dar, „sondern eröffnen damit Räume, um das Dargestellte auch zu handhaben, zu beobachten, zu explorieren“ (&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 104). Diagrammatische Darstellungen sind performativ. Indem man an Diagrammen graphische Manipulationen vollzieht bzw. nachvollzieht, wird etwas sichtbar, einsichtig und übersichtlich, was vorher nicht sichtbar, einsichtig bzw. übersichtlich war. Diagramme müssen, so könnte man Wittgenstein adaptierend formulieren, immer als „Diagrammspiele“ aufgefasst, also aus der Praxis des Umgangs mit ihnen verständlich gemacht werden. Für einige Diagramm-Theoretiker beruht die Stärke der Diagramme sogar auf deren besonderer ‚pragmatischer Potenz’: &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mehr als andere Diskursformen sind Diagramme daraufhin angelegt, Nachfolgehandlungen nach sich zu ziehen.&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 158)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zur „Materialität“ der Diagramme==&lt;br /&gt;
Abschließend noch zwei Bemerkungen zur „[[Materialität]]“ der Diagramme und damit noch einmal zur Extension des Diagramm- bzw. des Diagrammatik-Begriffs: &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Diagramme werden – wie Bilder – von den meisten Autoren des Diagrammatik-Diskurses primär als zweidimensionale Artefakte verstanden. Natürlich ist auch diese Fokussierung eine begriffliche Entscheidung, deren Konsequenzen bedacht werden müssen; genauso wie es in Bezug auf das Phänomen Bild eine begriffliche Entscheidung ist (deren Kosten-Nutzen-Bilanz man abzuwägen hat), den Begriff des Bildes eng mit der Zweidimensionalität der Bildfläche zu verkoppeln und Bilder im engeren Sinne von den dreidimensionalen „Bildern“ – etwa Werken der Plastik innerhalb der „bildenden Kunst“ – abzugrenzen. &lt;br /&gt;
Analoges lässt sich auch für die Verwendung des Begriff „Diagramm“ sagen: Eine Reihe von funktionalen Eigenschaften des Diagrammatischen trifft durchaus auch für bestimmte dreidimensionale Artefakte zu. Man denke an dreidimensionale Strukturmodelle, wie das DNS-Modell das Watson und Crick entwickelt – und das heißt auch:  real in 3D gebastelt – haben. Andererseits spricht aber auch vieles dafür, die besondere Übersichtlichkeit, die der Blick von oben auf eine zweidimensionale Diagramm-Darstellungsfläche ermöglicht, und die besonders einfachen (grafischen) Rekonfigurationsmöglichkeiten von Elementen eines Diagramms auf der Schreibfläche auch begrifflich hervorzuheben.&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von Autoren, die zum Teil mit explizitem Bezug auf Peirce’ Konzept des „diagrammatic reasoning“ dafür plädieren, den Begriff des Diagramms, des Diagrammatischen bzw. den Begriff der „Diagrammatik“ in stark entgrenzender Weise – zum Teil bis ins Immaterielle des Geistes hinein – auszuweiten. Diagrammatische Strukturen und Operationen werden dann nicht nur in jeglicher Art von symbolischen Darstellungen – in Texten (&amp;lt;bib id=&#039;Reichert 2011a&#039;&amp;gt;Reichert 2011a&amp;lt;/bib&amp;gt;), [[Film|Filmen]], Bildern, Sounds – aufzufinden versucht, sondern z.B. auch in der menschlichen Kognition selber verortet (&amp;lt;bib id=&#039;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&#039;&amp;gt;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&amp;lt;/bib&amp;gt;, &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;). Auch hier gilt es jedoch, die Kosten und den Nutzen dieser Ausweitung bzw. dieser stärker metaphorischen Verwendung des Begriffs abwägend im Auge zu behalten (&amp;lt;bib id=&#039;Birk 2012b&#039;&amp;gt;Birk 2012b&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Film]]&lt;br /&gt;
* [[Gestalt]]&lt;br /&gt;
* [[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität]]&lt;br /&gt;
* [[Isomorphie]]&lt;br /&gt;
* [[Karte]]&lt;br /&gt;
* [[Materialität]]&lt;br /&gt;
* [[Morphologie und Syntax]]&lt;br /&gt;
* [[Pragmatik, Semantik, Syntax]]&lt;br /&gt;
* [[Raum und Geometrie]]&lt;br /&gt;
* [[Referenz]]&lt;br /&gt;
* [[Semantik logischer Bilder]]&lt;br /&gt;
* [[Strukturbild]]&lt;br /&gt;
* [[Symbol, Index, Ikon]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Rainer Totzke|Rainer Totzke]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlosTab4}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Lektorat:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Dimitri Liebsch|Liebsch, Dimitri]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=15511</id>
		<title>Diagramm</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=15511"/>
		<updated>2013-09-23T11:34:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot; */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildmedien]]&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
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==Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von (im weiten Sinne) Bildern bzw. bildlichen Darstellungen, denen – in den jeweiligen Gebrauchskontexten – strukturelle und funktionale Eigenschaften zukommen, die sie aus dem Bereich der Bilder in besonderer Weise herausheben. Dazu gehören etwa: [[Karte|Karten]], geometrische Zeichnungen, Flussdiagramme, Graphen, logische Diagramme (etwa Venn-Diagramme), Funktionsdiagramme, Pläne, aber auch Mindmaps, Listen, Tabellen, Begriffs-Tableaus bzw. in gewisser Weise auch generell alle schriftbildlichen Darstellungen. Zu den entsprechenden spezifischen Eigenschaften dieser Art Bilder gehören insbesondere deren besondere Syntaktizität und Operativität, die sie zugleich in die Nähe anderer symbolischer Darstellungsmedien, wie Sprache und Schrift rücken, zum Teil sind diese diagrammatische Darstellungen sogar direkt mit Schriftzeichen amalgamiert. &lt;br /&gt;
In der Literatur werden unterschiedliche Vorschläge gemacht, die genannten speziellen Arten von Bildern unter einen einheitlichen Begriff zu fassen: etwa als „schematische Zeichnungen“ bzw. „Schemata“ (&amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2004a&#039;&amp;gt;Dirmoser 2004a&amp;lt;/bib&amp;gt;), als „[[Strukturbild|Strukturbilder]]“ (&amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder eben als „Diagramme“ bzw. als „das Diagrammatische“ in einem weiten Sinne (&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;). Am stärksten durchgesetzt als Oberbegriff scheint sich dabei der Begriff des „Diagramms“ zu haben, was sich insbesondere auch daran zeigt, dass sich ein entsprechender Begriff der „Diagrammatik“ etabliert hat, wobei „Diagrammatik“ eben eine Theorie der strukturellen und funktionalen Eigenschaften von diagrammatisch-schematischen Artefakten in diesem weiteren Sinne meint. &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Folgt man dieser extensional ausgeweiteten Verwendung des Begriffs „Diagramm“ bzw. des „Diagrammatischen“, setzt dies natürlich zugleich voraus, dass man die Differenz zu den Diagrammbegriffen im engeren Sinne präsent hält: Wir unterscheiden ja normalsprachlich zwischen beispielsweise Karten und Tabellen einerseits und Diagrammen im engeren Sinne (als geometrischen Darstellungen, als logischen Diagrammen, Fluss- und Funktionsdiagrammen) andererseits. Trotzdem scheinen eine Reihe von markanten strukturellen und funktionalen Eigenschaften eben sowohl für Diagramme im engeren als auch für solche im weiteren Sinne zuzutreffen, strukturelle und funktionale Eigenschaften, die zumindest familienähnlich überlappend den Bereich der als „diagrammatisch“ auszuzeichnenden Phänomene konstituieren. &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Bei Diagrammen im  weiteren Sinne handelt es sich um mehr oder minder abstrakte grafische Darstellungen von Daten oder Sachverhalten, die Beziehungen und Verhältnisse aufzeigen und die im Mit- bzw. Nachvollzug der grafischen Darstellung zugleich Möglichkeiten der Rekonfiguration dieser Beziehungen und Verhältnisse offenlegen. Diagramme können so einerseits didaktische als auch heuristisch-epistemische Funktionen erfüllen. Sie haben abbildenden, repräsentativen Charakter, der von einer Reihe von Diagrammtheoretikern im Anschluss an Charles Sanders Peirce unter Rückgriff auf den Begriff der [[Symbol, Index, Ikon|Ikonizität]] bzw. „[[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität|Ähnlichkeit]]“ erläutert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;). Dabei wird diese Ähnlichkeit als „Strukturähnlichkeit“ (⊳ [[Isomorphie]]) aufgefasst. Vgl. hierzu auch Peirce&#039; Ausführungen: &amp;quot;Many diagrams resemble their objects not at all in looks; it is only in respect to the relations of their parts that their likeness consists.&amp;quot; (&amp;lt;bib id=&#039;Peirce 1998a&#039;&amp;gt;Peirce 1998a&amp;lt;/bib&amp;gt;: 2.282). Dagegen vermeidet Nelson Goodman in seinen Erläuterungen zum Diagramm den Bezug auf so etwas wie &amp;quot;Ähnlichkeit&amp;quot;. &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Diagramme bzw. diagrammatische Darstellungen kommen in allen möglichen Lebens-, Wissens und Wissenschaftsbereichen zum Einsatz - in der Mathematik und den Naturwissenschaften ebenso wie in den Kulturwissenschaften und selbst in der Philosophie. Dieses bildphilosophische Glossar beruht ja in seiner Struktur selbst auf einer diagrammatischen Begriffskarte, die auf der Portalseite dieses Glossars in einer (um die Unterpunkte) reduzierten Form auch grafisch abgebildet ist: [[GIB - Glossar der Bildphilosophie:Portal]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Strukturmerkmale von Diagrammen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zentralen funktional relevanten Strukturmerkmale von Diagrammen sollen im Folgenden unter drei Stichwortpunkten expliziert und verdeutlicht werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===a) Die spezifische Fähigkeit von Diagrammen zur Sichtbarmachung und Veranschaulichung===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Diagramme [[Referenz|referieren]]. Sie machen dabei empirische oder auch nicht-empirische Sachverhalte/Verhältnisse sichtbar, die vorher nicht (bzw. nicht auf diese Weise) sichtbar gewesen sind. Auch Nichtvisuelles kann durch sie visuell dargestellt bzw. veranschaulicht werden (⊳ [[Semantik logischer Bilder]]). &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Diagrammatische Veranschaulichungen nutzen dabei einerseits räumliche Strukturen/Lagebeziehungen auf der Schreibfläche (wie links und rechts, oben und unten, gegenseitige Nähe und Ferne) und andererseits die Potentiale der menschlichen [[Gestalt|Gestaltwahrnehmung]] (etwa die Fähigkeiten zum Zusammen- und Auseinandersehen, sowie zum Überblicken), um Sachverhalte/Relationen darzustellen. Diagramme können in diesem Sinne „Übersichten“ und „Überblickswissen“ verschaffen. Zentral insbesondere für Diagramme im engeren - [[Raum und Geometrie|geometrischen]] - Sinne ist die Tatsache, dass hier mit dem Akt der zeichnerisch-räumlichen Darstellung entsprechend der jeweils vorgegebenen Konstruktionsregeln mehr Informationen qua  Räumlichkeit/Anschaulichkeit präsent werden, als in den vorgängigen Konstruktionsregeln selber enthalten waren. Diagramme sind aus diesem Grund nicht bloß illustrativ sondern haben epistemische Funktion. &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Mit Diagrammen lassen sich Sachverhalte einerseits verdichtet darstellen, andererseits haben sie aber durchaus auch das gegenläufige Potential: dasjenige der Entkomprimierung, Entflechtung, Differenzierung, Auffächerung, Verkomplizierung der Darstellung. Steffen Bogen und Felix Thürlemann weisen vielleicht etwas zu einseitig nur auf den Verdichtungsaspekt bei der Produktion von Diagrammen hin, dem sie als gegenläufigen Aspekt die „diskursive Expansion oder Entfaltung von Diagrammen“ bei deren Rezeption gegenüberstellen (&amp;lt;bib id=&#039;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003a&#039;&amp;gt;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8).&amp;lt;ref&amp;gt;Auf die Probleme, die mit der diagrammatischen Verdichtung einher gehen können, macht Steffen Siegel aufmerksam (&amp;lt;bib id=&#039;Siegel 2009a&#039;&amp;gt;Siegel 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 27). &amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Verweis auf das Verdichtungspotential von Diagrammen sollte insbesondere nicht mit der irrigen Vorstellung verknüpft werden, diagrammatische Darstellungen würden einseitig der bloßen Komplexitätsreduktion dienen. Mit Blick auf die vielfältige Diagrammpraxis lässt sich vielmehr konstatieren: Es gibt zwar Diagramme, deren Zweck es ist, komplexe Sachverhalte – etwa zu didaktischen Zwecken – vereinfacht darzustellen, allerdings gibt es auch solche Diagramm deren Aufgabe gerade darin besteht, Sachverhalte komplexitäts-erweiternd darzustellen. Manchmal kann eine solche komplexe Darstellung dabei auch „über-komplex“, also unübersichtlich werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Einige der von Gerhard Dirmoser entworfenen quadratmetergroßen Diagramme wie das Diagramm „Ein Diagramm ist (k)ein Bild“ (&amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2006a&#039;&amp;gt;Dirmoser 2006a&amp;lt;/bib&amp;gt;) bergen schlicht aufgrund ihrer Größe die Gefahr in sich, für den Betrachter ins Unübersichtliche zu kippen. &amp;lt;/ref&amp;gt;  „‚Komplexität’ ist (…) eine Funktion des Kommunikations- und Verwendungszwecks“, schreibt Heiner Wilharm (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;).  Komplexitäts-erweiternde Darstellungen,  können dabei u. a. der Generierung von neuem Wissen dienen. Beispielsweise können durch die Darstellung eines Sachverhaltes auf der Schreibfläche plötzlich inhaltliche ‚Leerstellen’ buchstäblich als weiße Flecken auf dem Papier sichtbar werden, die dann zur Bearbeitung drängen. Diagrammatische Darstellungen ermöglichen das sehende bzw. zeichnende Auffinden von neuen Relationen oder von „Zwischengliedern“ (Wittgenstein) durch „Dazwischenschreibung“.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Ausdruck „Dazwischenschreibung“ stammt von Petra Gehring (&amp;lt;bib id=&#039;Gehring 1992a&#039;&amp;gt;Gehring 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===b) Die Syntaktizität von Diagrammen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Feld diagrammatischer Phänomene gibt es große Unterschiede in Bezug auf deren ‚[[Pragmatik, Semantik, Syntax|Syntaktizität]]’ bzw. auf die Regelhaftigkeit der Typisierung und des Typengebrauchs. Nicht alle Diagrammtheoretiker würden in Bezug auf Diagramme von einer „Syntax“ reden. Christian Stetter etwa schlägt vor, den Begriff „Syntax“ nur für Schriften, genauer: für Texte zu reservieren, nicht jedoch für Diagramme (&amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005a&#039;&amp;gt;Stetter 2005a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 126f.). &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Andere Diagramm-Theoretiker haben demgegenüber einen weiteren (bzw. ‚schwächeren’) Syntax-Begriff. Sybille Krämer etwa spricht – wenn auch in Anführungszeichen – von einer ‚Syntax’ des Diagrammatischen. Für sie ist gerade diese Syntaktizität ein zentrales Kriterium dafür, um bloße Bilder von diagrammatischen Artefakten (Phänomenen „operativer Bildlichkeit“, wie es bei Krämer heißt) unterscheiden zu können. Anders als beim Bilder-sehen muss man beim Sehen von Diagrammen die Fähigkeit besitzen, wesentliche von unwesentlichen Aspekten der Darstellung unterscheiden und entsprechend von vielem ‚absehen’ zu können (&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 102).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu auch Stetter: „Dieses Diagrammatische, mit dem die Logik das Pikturale zu unterwandern beginnt, ist Resultat von Tilgungsoperationen (…)“ (&amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005a&#039;&amp;gt;Stetter 2005a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 121). &amp;lt;/ref&amp;gt; Einige Bildtheoretiker präferieren allerdings einen Syntax-Begriff, der sogar so weit (bzw. so ‚schwach’) ist, dass er auch auf Bilder angewandt werden kann und sich dann entsprechend nicht zur besonderen Kennzeichnung von Diagrammen eignet.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Sachs-Hombach etwa gesteht Bildern insgesamt eine „[[Morphologie und Syntax|morphologische Syntax]]“ zu (&amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 105-119). Vgl. auch &amp;lt;bib id=&#039;Schirra 2007b&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Jedoch gibt es auch bei diagrammatischen Darstellungen Unterschiede, was die Strenge der ‚Syntax’ angeht. Bei einigen Diagrammen gibt es sehr klare Regeln für deren korrekte Erstellung und Lesung. Verfahren wie die Vorformatierung der diagrammatischen Inskriptionsflächen durch Koordinatensysteme, in die dann Messwerte eingetragen werden, kreieren eine solche relativ strenge ‚Syntax’. Für logische Diagramme (etwa die ikonische Logik von Peirce&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu die Darstellung von Sun-Joo Shin: &amp;lt;bib id=&#039;Shin 2002a&#039;&amp;gt;Shin 2002a&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;) gilt dies in noch stärkerem Maße. Demgegenüber gibt es jedoch auch diagrammatische Darstellungen, die einer weniger strengen ‚Syntax’ folgen. Das heißt: dort existieren recht freie, offene, provisorische  bzw. transitorische Regeln der Produktion und der Lesung dieser Diagramme.&amp;lt;ref&amp;gt;„Folglich ist bzw. wird die ‚Sprache’ der diagrammatischen Repräsentation nur vorübergehend und provisorisch fixiert. Es reicht, dass gesagt bzw. gezeigt werden kann, was man sagen bzw. zeigen will.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 138). &amp;lt;/ref&amp;gt; Als Laboratorien epistemischen Schreibens/Zeichnens etwa sind diese Arten diagrammatischer Artefakte oftmals sogar gerade darauf angelegt, spielerisch zu ‚verfremden’ und dabei möglichst viele kreative Assoziations- und Interpretationsspielräume zu eröffnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Diagrammatische Darstellungen „geben uns die Chance, die Modelle zu wechseln, um neue Ansichten auszuprobieren.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 141). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===c) Die Operativität und Pragmatik von Diagrammen===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein dritter wesentlicher Aspekt ist die „Operativität“ der Diagramme (bzw. des „Diagrammatischen“) und deren – insbesondere auch im Vergleich zu Bildern – besondere [[Pragmatik, Semantik, Syntax|pragmatische]] Dimension. „Diagramme muss man sich (…) immer auch vom Prozess der Produktion her verständlich machen. Die Geste der Setzung oder das Verfahren der Einschreibung müssen als integraler Bestandteil der Repräsentation mitgedacht werden“, schreibt Steffen Bogen (&amp;lt;bib id=&#039;Bogen 2005b&#039;&amp;gt;Bogen 2005b&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 164). Wer diagrammatische Darstellungen begreifen will – so Heiner Willharm – &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;vollzieht sie oder vollzieht sie nach. Er richtet sich eine Zeitlang im Raum der Darstellung ein&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 151). &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Sybille Krämer sieht das Diagrammatische nicht nur als Anschauungsmedium, sondern zugleich auch als „Werkzeug“ und „’Reflexionsinstrument’“ (&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 104). Schriften, Graphen, Karten stellen nicht nur etwas dar, „sondern eröffnen damit Räume, um das Dargestellte auch zu handhaben, zu beobachten, zu explorieren“ (&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 104). Diagrammatische Darstellungen sind performativ. Indem man an Diagrammen graphische Manipulationen vollzieht bzw. nachvollzieht, wird etwas sichtbar, einsichtig und übersichtlich, was vorher nicht sichtbar, einsichtig bzw. übersichtlich war. Diagramme müssen, so könnte man Wittgenstein adaptierend formulieren, immer als „Diagrammspiele“ aufgefasst, also aus der Praxis des Umgangs mit ihnen verständlich gemacht werden. Für einige Diagramm-Theoretiker beruht die Stärke der Diagramme sogar auf deren besonderer ‚pragmatischer Potenz’: &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mehr als andere Diskursformen sind Diagramme daraufhin angelegt, Nachfolgehandlungen nach sich zu ziehen.&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 158)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zur „Materialität“ der Diagramme==&lt;br /&gt;
Abschließend noch zwei Bemerkungen zur „[[Materialität]]“ der Diagramme und damit noch einmal zur Extension des Diagramm- bzw. des Diagrammatik-Begriffs: &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Diagramme werden – wie Bilder – von den meisten Autoren des Diagrammatik-Diskurses primär als zweidimensionale Artefakte verstanden. Natürlich ist auch diese Fokussierung eine begriffliche Entscheidung, deren Konsequenzen bedacht werden müssen; genauso wie es in Bezug auf das Phänomen Bild eine begriffliche Entscheidung ist (deren Kosten-Nutzen-Bilanz man abzuwägen hat), den Begriff des Bildes eng mit der Zweidimensionalität der Bildfläche zu verkoppeln und Bilder im engeren Sinne von den dreidimensionalen „Bildern“ – etwa Werken der Plastik innerhalb der „bildenden Kunst“ – abzugrenzen. &lt;br /&gt;
Analoges lässt sich auch für die Verwendung des Begriff „Diagramm“ sagen: Eine Reihe von funktionalen Eigenschaften des Diagrammatischen trifft durchaus auch für bestimmte dreidimensionale Artefakte zu. Man denke an dreidimensionale Strukturmodelle, wie das DNS-Modell das Watson und Crick entwickelt – und das heißt auch:  real in 3D gebastelt – haben. Andererseits spricht aber auch vieles dafür, die besondere Übersichtlichkeit, die der Blick von oben auf eine zweidimensionale Diagramm-Darstellungsfläche ermöglicht, und die besonders einfachen (grafischen) Rekonfigurationsmöglichkeiten von Elementen eines Diagramms auf der Schreibfläche auch begrifflich hervorzuheben.&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von Autoren, die zum Teil mit explizitem Bezug auf Peirce’ Konzept des „diagrammatic reasoning“ dafür plädieren, den Begriff des Diagramms, des Diagrammatischen bzw. den Begriff der „Diagrammatik“ in stark entgrenzender Weise – zum Teil bis ins Immaterielle des Geistes hinein – auszuweiten. Diagrammatische Strukturen und Operationen werden dann nicht nur in jeglicher Art von symbolischen Darstellungen – in Texten (&amp;lt;bib id=&#039;Reichert 2011a&#039;&amp;gt;Reichert 2011a&amp;lt;/bib&amp;gt;), [[Film|Filmen]], Bildern, Sounds – aufzufinden versucht, sondern z.B. auch in der menschlichen Kognition selber verortet (&amp;lt;bib id=&#039;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&#039;&amp;gt;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&amp;lt;/bib&amp;gt;, &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;). Auch hier gilt es jedoch, die Kosten und den Nutzen dieser Ausweitung bzw. dieser stärker metaphorischen Verwendung des Begriffs abwägend im Auge zu behalten (&amp;lt;bib id=&#039;Birk 2012b&#039;&amp;gt;Birk 2012b&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Film]]&lt;br /&gt;
* [[Gestalt]]&lt;br /&gt;
* [[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität]]&lt;br /&gt;
* [[Isomorphie]]&lt;br /&gt;
* [[Karte]]&lt;br /&gt;
* [[Materialität]]&lt;br /&gt;
* [[Morphologie und Syntax]]&lt;br /&gt;
* [[Pragmatik, Semantik, Syntax]]&lt;br /&gt;
* [[Raum und Geometrie]]&lt;br /&gt;
* [[Referenz]]&lt;br /&gt;
* [[Semantik logischer Bilder]]&lt;br /&gt;
* [[Strukturbild]]&lt;br /&gt;
* [[Symbol, Index, Ikon]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Rainer Totzke|Rainer Totzke]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&#039;&#039;Lektorat:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Dimitri Liebsch|Liebsch, Dimitri]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=15509</id>
		<title>Diagramm</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=15509"/>
		<updated>2013-09-23T11:24:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot; */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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==Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von (im weiten Sinne) Bildern bzw. bildlichen Darstellungen, denen – in den jeweiligen Gebrauchskontexten – strukturelle und funktionale Eigenschaften zukommen, die sie aus dem Bereich der Bilder in besonderer Weise herausheben. Dazu gehören etwa: [[Karte|Karten]], geometrische Zeichnungen, Flussdiagramme, Graphen, logische Diagramme (etwa Venn-Diagramme), Funktionsdiagramme, Pläne, aber auch Mindmaps, Listen, Tabellen, Begriffs-Tableaus bzw. in gewisser Weise auch generell alle schriftbildlichen Darstellungen. Zu den entsprechenden spezifischen Eigenschaften dieser Art Bilder gehören insbesondere deren besondere Syntaktizität und Operativität, die sie zugleich in die Nähe anderer symbolischer Darstellungsmedien, wie Sprache und Schrift rücken, zum Teil sind diese diagrammatische Darstellungen sogar direkt mit Schriftzeichen amalgamiert. &lt;br /&gt;
In der Literatur werden unterschiedliche Vorschläge gemacht, die genannten speziellen Arten von Bildern unter einen einheitlichen Begriff zu fassen: etwa als „schematische Zeichnungen“ bzw. „Schemata“ (&amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2004a&#039;&amp;gt;Dirmoser 2004a&amp;lt;/bib&amp;gt;), als „[[Strukturbild|Strukturbilder]]“ (&amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder eben als „Diagramme“ bzw. als „das Diagrammatische“ in einem weiten Sinne (&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;). Am stärksten durchgesetzt als Oberbegriff scheint sich dabei der Begriff des „Diagramms“ zu haben, was sich insbesondere auch daran zeigt, dass sich ein entsprechender Begriff der „Diagrammatik“ etabliert hat, wobei „Diagrammatik“ eben eine Theorie der strukturellen und funktionalen Eigenschaften von diagrammatisch-schematischen Artefakten in diesem weiteren Sinne meint. &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Folgt man dieser extensional ausgeweiteten Verwendung des Begriffs „Diagramm“ bzw. des „Diagrammatischen“, setzt dies natürlich zugleich voraus, dass man die Differenz zu den Diagrammbegriffen im engeren Sinne präsent hält: Wir unterscheiden ja normalsprachlich zwischen beispielsweise Karten und Tabellen einerseits und Diagrammen im engeren Sinne (als geometrischen Darstellungen, als logischen Diagrammen, Fluss- und Funktionsdiagrammen) andererseits. Trotzdem scheinen eine Reihe von markanten strukturellen und funktionalen Eigenschaften eben sowohl für Diagramme im engeren als auch für solche im weiteren Sinne zuzutreffen, strukturelle und funktionale Eigenschaften, die zumindest familienähnlich überlappend den Bereich der als „diagrammatisch“ auszuzeichnenden Phänomene konstituieren. &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Bei Diagrammen im  weiteren Sinne handelt es sich um mehr oder minder abstrakte grafische Darstellungen von Daten oder Sachverhalten, die Beziehungen und Verhältnisse aufzeigen und die im Mit- bzw. Nachvollzug der grafischen Darstellung zugleich Möglichkeiten der Rekonfiguration dieser Beziehungen und Verhältnisse offenlegen. Diagramme können so einerseits didaktische als auch heuristisch-epistemische Funktionen erfüllen. Sie haben abbildenden, repräsentativen Charakter, der von einer Reihe von Diagrammtheoretikern im Anschluss an Charles Sanders Peirce unter Rückgriff auf den Begriff der [[Symbol, Index, Ikon|Ikonizität]] bzw. „[[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität|Ähnlichkeit]]“ erläutert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;). Dabei wird diese Ähnlichkeit als „Strukturähnlichkeit“ (⊳ [[Isomorphie]]) aufgefasst. Vgl. hierzu auch Peirce&#039; Ausführungen: &amp;quot;Many diagrams resemble their objects not at all in looks; it is only in respect to the relations of their parts that their likeness consists.&amp;quot; (&amp;lt;bib id=&#039;Peirce 1998a&#039;&amp;gt;Peirce 1998a&amp;lt;/bib&amp;gt;: 2.282). &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Diagramme bzw. diagrammatische Darstellungen kommen in allen möglichen Lebens-, Wissens und Wissenschaftsbereichen zum Einsatz - in der Mathematik und den Naturwissenschaften ebenso wie in den Kulturwissenschaften und selbst in der Philosophie. Dieses bildphilosophische Glossar beruht ja in seiner Struktur selbst auf einer diagrammatischen Begriffskarte, die auf der Portalseite dieses Glossars in einer (um die Unterpunkte) reduzierten Form auch grafisch abgebildet ist: [[GIB - Glossar der Bildphilosophie:Portal]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Strukturmerkmale von Diagrammen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zentralen funktional relevanten Strukturmerkmale von Diagrammen sollen im Folgenden unter drei Stichwortpunkten expliziert und verdeutlicht werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===a) Die spezifische Fähigkeit von Diagrammen zur Sichtbarmachung und Veranschaulichung===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Diagramme [[Referenz|referieren]]. Sie machen dabei empirische oder auch nicht-empirische Sachverhalte/Verhältnisse sichtbar, die vorher nicht (bzw. nicht auf diese Weise) sichtbar gewesen sind. Auch Nichtvisuelles kann durch sie visuell dargestellt bzw. veranschaulicht werden (⊳ [[Semantik logischer Bilder]]). &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Diagrammatische Veranschaulichungen nutzen dabei einerseits räumliche Strukturen/Lagebeziehungen auf der Schreibfläche (wie links und rechts, oben und unten, gegenseitige Nähe und Ferne) und andererseits die Potentiale der menschlichen [[Gestalt|Gestaltwahrnehmung]] (etwa die Fähigkeiten zum Zusammen- und Auseinandersehen, sowie zum Überblicken), um Sachverhalte/Relationen darzustellen. Diagramme können in diesem Sinne „Übersichten“ und „Überblickswissen“ verschaffen. Zentral insbesondere für Diagramme im engeren - [[Raum und Geometrie|geometrischen]] - Sinne ist die Tatsache, dass hier mit dem Akt der zeichnerisch-räumlichen Darstellung entsprechend der jeweils vorgegebenen Konstruktionsregeln mehr Informationen qua  Räumlichkeit/Anschaulichkeit präsent werden, als in den vorgängigen Konstruktionsregeln selber enthalten waren. Diagramme sind aus diesem Grund nicht bloß illustrativ sondern haben epistemische Funktion. &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Mit Diagrammen lassen sich Sachverhalte einerseits verdichtet darstellen, andererseits haben sie aber durchaus auch das gegenläufige Potential: dasjenige der Entkomprimierung, Entflechtung, Differenzierung, Auffächerung, Verkomplizierung der Darstellung. Steffen Bogen und Felix Thürlemann weisen vielleicht etwas zu einseitig nur auf den Verdichtungsaspekt bei der Produktion von Diagrammen hin, dem sie als gegenläufigen Aspekt die „diskursive Expansion oder Entfaltung von Diagrammen“ bei deren Rezeption gegenüberstellen (&amp;lt;bib id=&#039;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003a&#039;&amp;gt;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8).&amp;lt;ref&amp;gt;Auf die Probleme, die mit der diagrammatischen Verdichtung einher gehen können, macht Steffen Siegel aufmerksam (&amp;lt;bib id=&#039;Siegel 2009a&#039;&amp;gt;Siegel 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 27). &amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Verweis auf das Verdichtungspotential von Diagrammen sollte insbesondere nicht mit der irrigen Vorstellung verknüpft werden, diagrammatische Darstellungen würden einseitig der bloßen Komplexitätsreduktion dienen. Mit Blick auf die vielfältige Diagrammpraxis lässt sich vielmehr konstatieren: Es gibt zwar Diagramme, deren Zweck es ist, komplexe Sachverhalte – etwa zu didaktischen Zwecken – vereinfacht darzustellen, allerdings gibt es auch solche Diagramm deren Aufgabe gerade darin besteht, Sachverhalte komplexitäts-erweiternd darzustellen. Manchmal kann eine solche komplexe Darstellung dabei auch „über-komplex“, also unübersichtlich werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Einige der von Gerhard Dirmoser entworfenen quadratmetergroßen Diagramme wie das Diagramm „Ein Diagramm ist (k)ein Bild“ (&amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2006a&#039;&amp;gt;Dirmoser 2006a&amp;lt;/bib&amp;gt;) bergen schlicht aufgrund ihrer Größe die Gefahr in sich, für den Betrachter ins Unübersichtliche zu kippen. &amp;lt;/ref&amp;gt;  „‚Komplexität’ ist (…) eine Funktion des Kommunikations- und Verwendungszwecks“, schreibt Heiner Wilharm (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;).  Komplexitäts-erweiternde Darstellungen,  können dabei u. a. der Generierung von neuem Wissen dienen. Beispielsweise können durch die Darstellung eines Sachverhaltes auf der Schreibfläche plötzlich inhaltliche ‚Leerstellen’ buchstäblich als weiße Flecken auf dem Papier sichtbar werden, die dann zur Bearbeitung drängen. Diagrammatische Darstellungen ermöglichen das sehende bzw. zeichnende Auffinden von neuen Relationen oder von „Zwischengliedern“ (Wittgenstein) durch „Dazwischenschreibung“.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Ausdruck „Dazwischenschreibung“ stammt von Petra Gehring (&amp;lt;bib id=&#039;Gehring 1992a&#039;&amp;gt;Gehring 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===b) Die Syntaktizität von Diagrammen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Feld diagrammatischer Phänomene gibt es große Unterschiede in Bezug auf deren ‚[[Pragmatik, Semantik, Syntax|Syntaktizität]]’ bzw. auf die Regelhaftigkeit der Typisierung und des Typengebrauchs. Nicht alle Diagrammtheoretiker würden in Bezug auf Diagramme von einer „Syntax“ reden. Christian Stetter etwa schlägt vor, den Begriff „Syntax“ nur für Schriften, genauer: für Texte zu reservieren, nicht jedoch für Diagramme (&amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005a&#039;&amp;gt;Stetter 2005a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 126f.). &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Andere Diagramm-Theoretiker haben demgegenüber einen weiteren (bzw. ‚schwächeren’) Syntax-Begriff. Sybille Krämer etwa spricht – wenn auch in Anführungszeichen – von einer ‚Syntax’ des Diagrammatischen. Für sie ist gerade diese Syntaktizität ein zentrales Kriterium dafür, um bloße Bilder von diagrammatischen Artefakten (Phänomenen „operativer Bildlichkeit“, wie es bei Krämer heißt) unterscheiden zu können. Anders als beim Bilder-sehen muss man beim Sehen von Diagrammen die Fähigkeit besitzen, wesentliche von unwesentlichen Aspekten der Darstellung unterscheiden und entsprechend von vielem ‚absehen’ zu können (&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 102).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu auch Stetter: „Dieses Diagrammatische, mit dem die Logik das Pikturale zu unterwandern beginnt, ist Resultat von Tilgungsoperationen (…)“ (&amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005a&#039;&amp;gt;Stetter 2005a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 121). &amp;lt;/ref&amp;gt; Einige Bildtheoretiker präferieren allerdings einen Syntax-Begriff, der sogar so weit (bzw. so ‚schwach’) ist, dass er auch auf Bilder angewandt werden kann und sich dann entsprechend nicht zur besonderen Kennzeichnung von Diagrammen eignet.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Sachs-Hombach etwa gesteht Bildern insgesamt eine „[[Morphologie und Syntax|morphologische Syntax]]“ zu (&amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 105-119). Vgl. auch &amp;lt;bib id=&#039;Schirra 2007b&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Jedoch gibt es auch bei diagrammatischen Darstellungen Unterschiede, was die Strenge der ‚Syntax’ angeht. Bei einigen Diagrammen gibt es sehr klare Regeln für deren korrekte Erstellung und Lesung. Verfahren wie die Vorformatierung der diagrammatischen Inskriptionsflächen durch Koordinatensysteme, in die dann Messwerte eingetragen werden, kreieren eine solche relativ strenge ‚Syntax’. Für logische Diagramme (etwa die ikonische Logik von Peirce&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu die Darstellung von Sun-Joo Shin: &amp;lt;bib id=&#039;Shin 2002a&#039;&amp;gt;Shin 2002a&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;) gilt dies in noch stärkerem Maße. Demgegenüber gibt es jedoch auch diagrammatische Darstellungen, die einer weniger strengen ‚Syntax’ folgen. Das heißt: dort existieren recht freie, offene, provisorische  bzw. transitorische Regeln der Produktion und der Lesung dieser Diagramme.&amp;lt;ref&amp;gt;„Folglich ist bzw. wird die ‚Sprache’ der diagrammatischen Repräsentation nur vorübergehend und provisorisch fixiert. Es reicht, dass gesagt bzw. gezeigt werden kann, was man sagen bzw. zeigen will.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 138). &amp;lt;/ref&amp;gt; Als Laboratorien epistemischen Schreibens/Zeichnens etwa sind diese Arten diagrammatischer Artefakte oftmals sogar gerade darauf angelegt, spielerisch zu ‚verfremden’ und dabei möglichst viele kreative Assoziations- und Interpretationsspielräume zu eröffnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Diagrammatische Darstellungen „geben uns die Chance, die Modelle zu wechseln, um neue Ansichten auszuprobieren.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 141). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===c) Die Operativität und Pragmatik von Diagrammen===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein dritter wesentlicher Aspekt ist die „Operativität“ der Diagramme (bzw. des „Diagrammatischen“) und deren – insbesondere auch im Vergleich zu Bildern – besondere [[Pragmatik, Semantik, Syntax|pragmatische]] Dimension. „Diagramme muss man sich (…) immer auch vom Prozess der Produktion her verständlich machen. Die Geste der Setzung oder das Verfahren der Einschreibung müssen als integraler Bestandteil der Repräsentation mitgedacht werden“, schreibt Steffen Bogen (&amp;lt;bib id=&#039;Bogen 2005b&#039;&amp;gt;Bogen 2005b&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 164). Wer diagrammatische Darstellungen begreifen will – so Heiner Willharm – &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;vollzieht sie oder vollzieht sie nach. Er richtet sich eine Zeitlang im Raum der Darstellung ein&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 151). &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Sybille Krämer sieht das Diagrammatische nicht nur als Anschauungsmedium, sondern zugleich auch als „Werkzeug“ und „’Reflexionsinstrument’“ (&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 104). Schriften, Graphen, Karten stellen nicht nur etwas dar, „sondern eröffnen damit Räume, um das Dargestellte auch zu handhaben, zu beobachten, zu explorieren“ (&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 104). Diagrammatische Darstellungen sind performativ. Indem man an Diagrammen graphische Manipulationen vollzieht bzw. nachvollzieht, wird etwas sichtbar, einsichtig und übersichtlich, was vorher nicht sichtbar, einsichtig bzw. übersichtlich war. Diagramme müssen, so könnte man Wittgenstein adaptierend formulieren, immer als „Diagrammspiele“ aufgefasst, also aus der Praxis des Umgangs mit ihnen verständlich gemacht werden. Für einige Diagramm-Theoretiker beruht die Stärke der Diagramme sogar auf deren besonderer ‚pragmatischer Potenz’: &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mehr als andere Diskursformen sind Diagramme daraufhin angelegt, Nachfolgehandlungen nach sich zu ziehen.&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 158)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zur „Materialität“ der Diagramme==&lt;br /&gt;
Abschließend noch zwei Bemerkungen zur „[[Materialität]]“ der Diagramme und damit noch einmal zur Extension des Diagramm- bzw. des Diagrammatik-Begriffs: &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Diagramme werden – wie Bilder – von den meisten Autoren des Diagrammatik-Diskurses primär als zweidimensionale Artefakte verstanden. Natürlich ist auch diese Fokussierung eine begriffliche Entscheidung, deren Konsequenzen bedacht werden müssen; genauso wie es in Bezug auf das Phänomen Bild eine begriffliche Entscheidung ist (deren Kosten-Nutzen-Bilanz man abzuwägen hat), den Begriff des Bildes eng mit der Zweidimensionalität der Bildfläche zu verkoppeln und Bilder im engeren Sinne von den dreidimensionalen „Bildern“ – etwa Werken der Plastik innerhalb der „bildenden Kunst“ – abzugrenzen. &lt;br /&gt;
Analoges lässt sich auch für die Verwendung des Begriff „Diagramm“ sagen: Eine Reihe von funktionalen Eigenschaften des Diagrammatischen trifft durchaus auch für bestimmte dreidimensionale Artefakte zu. Man denke an dreidimensionale Strukturmodelle, wie das DNS-Modell das Watson und Crick entwickelt – und das heißt auch:  real in 3D gebastelt – haben. Andererseits spricht aber auch vieles dafür, die besondere Übersichtlichkeit, die der Blick von oben auf eine zweidimensionale Diagramm-Darstellungsfläche ermöglicht, und die besonders einfachen (grafischen) Rekonfigurationsmöglichkeiten von Elementen eines Diagramms auf der Schreibfläche auch begrifflich hervorzuheben.&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von Autoren, die zum Teil mit explizitem Bezug auf Peirce’ Konzept des „diagrammatic reasoning“ dafür plädieren, den Begriff des Diagramms, des Diagrammatischen bzw. den Begriff der „Diagrammatik“ in stark entgrenzender Weise – zum Teil bis ins Immaterielle des Geistes hinein – auszuweiten. Diagrammatische Strukturen und Operationen werden dann nicht nur in jeglicher Art von symbolischen Darstellungen – in Texten (&amp;lt;bib id=&#039;Reichert 2011a&#039;&amp;gt;Reichert 2011a&amp;lt;/bib&amp;gt;), [[Film|Filmen]], Bildern, Sounds – aufzufinden versucht, sondern z.B. auch in der menschlichen Kognition selber verortet (&amp;lt;bib id=&#039;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&#039;&amp;gt;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&amp;lt;/bib&amp;gt;, &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;). Auch hier gilt es jedoch, die Kosten und den Nutzen dieser Ausweitung bzw. dieser stärker metaphorischen Verwendung des Begriffs abwägend im Auge zu behalten (&amp;lt;bib id=&#039;Birk 2012b&#039;&amp;gt;Birk 2012b&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Film]]&lt;br /&gt;
* [[Gestalt]]&lt;br /&gt;
* [[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität]]&lt;br /&gt;
* [[Isomorphie]]&lt;br /&gt;
* [[Karte]]&lt;br /&gt;
* [[Materialität]]&lt;br /&gt;
* [[Morphologie und Syntax]]&lt;br /&gt;
* [[Pragmatik, Semantik, Syntax]]&lt;br /&gt;
* [[Raum und Geometrie]]&lt;br /&gt;
* [[Referenz]]&lt;br /&gt;
* [[Semantik logischer Bilder]]&lt;br /&gt;
* [[Strukturbild]]&lt;br /&gt;
* [[Symbol, Index, Ikon]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Rainer Totzke|Rainer Totzke]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&#039;&#039;Lektorat:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Dimitri Liebsch|Liebsch, Dimitri]]&lt;br /&gt;
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{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=15507</id>
		<title>Diagramm</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=15507"/>
		<updated>2013-09-23T11:23:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot; */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildmedien]]&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
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==Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von (im weiten Sinne) Bildern bzw. bildlichen Darstellungen, denen – in den jeweiligen Gebrauchskontexten – strukturelle und funktionale Eigenschaften zukommen, die sie aus dem Bereich der Bilder in besonderer Weise herausheben. Dazu gehören etwa: [[Karte|Karten]], geometrische Zeichnungen, Flussdiagramme, Graphen, logische Diagramme (etwa Venn-Diagramme), Funktionsdiagramme, Pläne, aber auch Mindmaps, Listen, Tabellen, Begriffs-Tableaus bzw. in gewisser Weise auch generell alle schriftbildlichen Darstellungen. Zu den entsprechenden spezifischen Eigenschaften dieser Art Bilder gehören insbesondere deren besondere Syntaktizität und Operativität, die sie zugleich in die Nähe anderer symbolischer Darstellungsmedien, wie Sprache und Schrift rücken, zum Teil sind diese diagrammatische Darstellungen sogar direkt mit Schriftzeichen amalgamiert. &lt;br /&gt;
In der Literatur werden unterschiedliche Vorschläge gemacht, die genannten speziellen Arten von Bildern unter einen einheitlichen Begriff zu fassen: etwa als „schematische Zeichnungen“ bzw. „Schemata“ (&amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2004a&#039;&amp;gt;Dirmoser 2004a&amp;lt;/bib&amp;gt;), als „[[Strukturbild|Strukturbilder]]“ (&amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder eben als „Diagramme“ bzw. als „das Diagrammatische“ in einem weiten Sinne (&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;). Am stärksten durchgesetzt als Oberbegriff scheint sich dabei der Begriff des „Diagramms“ zu haben, was sich insbesondere auch daran zeigt, dass sich ein entsprechender Begriff der „Diagrammatik“ etabliert hat, wobei „Diagrammatik“ eben eine Theorie der strukturellen und funktionalen Eigenschaften von diagrammatisch-schematischen Artefakten in diesem weiteren Sinne meint. &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Folgt man dieser extensional ausgeweiteten Verwendung des Begriffs „Diagramm“ bzw. des „Diagrammatischen“, setzt dies natürlich zugleich voraus, dass man die Differenz zu den Diagrammbegriffen im engeren Sinne präsent hält: Wir unterscheiden ja normalsprachlich zwischen beispielsweise Karten und Tabellen einerseits und Diagrammen im engeren Sinne (als geometrischen Darstellungen, als logischen Diagrammen, Fluss- und Funktionsdiagrammen) andererseits. Trotzdem scheinen eine Reihe von markanten strukturellen und funktionalen Eigenschaften eben sowohl für Diagramme im engeren als auch für solche im weiteren Sinne zuzutreffen, strukturelle und funktionale Eigenschaften, die zumindest familienähnlich überlappend den Bereich der als „diagrammatisch“ auszuzeichnenden Phänomene konstituieren. &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Bei Diagrammen im  weiteren Sinne handelt es sich um mehr oder minder abstrakte grafische Darstellungen von Daten oder Sachverhalten, die Beziehungen und Verhältnisse aufzeigen und die im Mit- bzw. Nachvollzug der grafischen Darstellung zugleich Möglichkeiten der Rekonfiguration dieser Beziehungen und Verhältnisse offenlegen. Diagramme können so einerseits didaktische als auch heuristisch-epistemische Funktionen erfüllen. Sie haben abbildenden, repräsentativen Charakter, der von einer Reihe von Diagrammtheoretikern im Anschluss an Charles Sanders Peirce unter Rückgriff auf den Begriff der [[Symbol, Index, Ikon|Ikonizität]] bzw. „[[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität|Ähnlichkeit]]“ erläutert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;). Dabei wird diese Ähnlichkeit als „Strukturähnlichkeit“ (⊳ [[Isomorphie]]) aufgefasst. Vgl. hierzu auch Peirce&#039; Bemerkungen: &amp;quot;Many diagrams resemble their objects not at all in looks; it is only in respect to the relations of their parts that their likeness consists.&amp;quot; (&amp;lt;bib id=&#039;Peirce 1998a&#039;&amp;gt;Peirce 1998a&amp;lt;/bib&amp;gt;: 2.282). &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Diagramme bzw. diagrammatische Darstellungen kommen in allen möglichen Lebens-, Wissens und Wissenschaftsbereichen zum Einsatz - in der Mathematik und den Naturwissenschaften ebenso wie in den Kulturwissenschaften und selbst in der Philosophie. Dieses bildphilosophische Glossar beruht ja in seiner Struktur selbst auf einer diagrammatischen Begriffskarte, die auf der Portalseite dieses Glossars in einer (um die Unterpunkte) reduzierten Form auch grafisch abgebildet ist: [[GIB - Glossar der Bildphilosophie:Portal]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Strukturmerkmale von Diagrammen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zentralen funktional relevanten Strukturmerkmale von Diagrammen sollen im Folgenden unter drei Stichwortpunkten expliziert und verdeutlicht werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===a) Die spezifische Fähigkeit von Diagrammen zur Sichtbarmachung und Veranschaulichung===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Diagramme [[Referenz|referieren]]. Sie machen dabei empirische oder auch nicht-empirische Sachverhalte/Verhältnisse sichtbar, die vorher nicht (bzw. nicht auf diese Weise) sichtbar gewesen sind. Auch Nichtvisuelles kann durch sie visuell dargestellt bzw. veranschaulicht werden (⊳ [[Semantik logischer Bilder]]). &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Diagrammatische Veranschaulichungen nutzen dabei einerseits räumliche Strukturen/Lagebeziehungen auf der Schreibfläche (wie links und rechts, oben und unten, gegenseitige Nähe und Ferne) und andererseits die Potentiale der menschlichen [[Gestalt|Gestaltwahrnehmung]] (etwa die Fähigkeiten zum Zusammen- und Auseinandersehen, sowie zum Überblicken), um Sachverhalte/Relationen darzustellen. Diagramme können in diesem Sinne „Übersichten“ und „Überblickswissen“ verschaffen. Zentral insbesondere für Diagramme im engeren - [[Raum und Geometrie|geometrischen]] - Sinne ist die Tatsache, dass hier mit dem Akt der zeichnerisch-räumlichen Darstellung entsprechend der jeweils vorgegebenen Konstruktionsregeln mehr Informationen qua  Räumlichkeit/Anschaulichkeit präsent werden, als in den vorgängigen Konstruktionsregeln selber enthalten waren. Diagramme sind aus diesem Grund nicht bloß illustrativ sondern haben epistemische Funktion. &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Mit Diagrammen lassen sich Sachverhalte einerseits verdichtet darstellen, andererseits haben sie aber durchaus auch das gegenläufige Potential: dasjenige der Entkomprimierung, Entflechtung, Differenzierung, Auffächerung, Verkomplizierung der Darstellung. Steffen Bogen und Felix Thürlemann weisen vielleicht etwas zu einseitig nur auf den Verdichtungsaspekt bei der Produktion von Diagrammen hin, dem sie als gegenläufigen Aspekt die „diskursive Expansion oder Entfaltung von Diagrammen“ bei deren Rezeption gegenüberstellen (&amp;lt;bib id=&#039;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003a&#039;&amp;gt;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8).&amp;lt;ref&amp;gt;Auf die Probleme, die mit der diagrammatischen Verdichtung einher gehen können, macht Steffen Siegel aufmerksam (&amp;lt;bib id=&#039;Siegel 2009a&#039;&amp;gt;Siegel 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 27). &amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Verweis auf das Verdichtungspotential von Diagrammen sollte insbesondere nicht mit der irrigen Vorstellung verknüpft werden, diagrammatische Darstellungen würden einseitig der bloßen Komplexitätsreduktion dienen. Mit Blick auf die vielfältige Diagrammpraxis lässt sich vielmehr konstatieren: Es gibt zwar Diagramme, deren Zweck es ist, komplexe Sachverhalte – etwa zu didaktischen Zwecken – vereinfacht darzustellen, allerdings gibt es auch solche Diagramm deren Aufgabe gerade darin besteht, Sachverhalte komplexitäts-erweiternd darzustellen. Manchmal kann eine solche komplexe Darstellung dabei auch „über-komplex“, also unübersichtlich werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Einige der von Gerhard Dirmoser entworfenen quadratmetergroßen Diagramme wie das Diagramm „Ein Diagramm ist (k)ein Bild“ (&amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2006a&#039;&amp;gt;Dirmoser 2006a&amp;lt;/bib&amp;gt;) bergen schlicht aufgrund ihrer Größe die Gefahr in sich, für den Betrachter ins Unübersichtliche zu kippen. &amp;lt;/ref&amp;gt;  „‚Komplexität’ ist (…) eine Funktion des Kommunikations- und Verwendungszwecks“, schreibt Heiner Wilharm (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;).  Komplexitäts-erweiternde Darstellungen,  können dabei u. a. der Generierung von neuem Wissen dienen. Beispielsweise können durch die Darstellung eines Sachverhaltes auf der Schreibfläche plötzlich inhaltliche ‚Leerstellen’ buchstäblich als weiße Flecken auf dem Papier sichtbar werden, die dann zur Bearbeitung drängen. Diagrammatische Darstellungen ermöglichen das sehende bzw. zeichnende Auffinden von neuen Relationen oder von „Zwischengliedern“ (Wittgenstein) durch „Dazwischenschreibung“.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Ausdruck „Dazwischenschreibung“ stammt von Petra Gehring (&amp;lt;bib id=&#039;Gehring 1992a&#039;&amp;gt;Gehring 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===b) Die Syntaktizität von Diagrammen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Feld diagrammatischer Phänomene gibt es große Unterschiede in Bezug auf deren ‚[[Pragmatik, Semantik, Syntax|Syntaktizität]]’ bzw. auf die Regelhaftigkeit der Typisierung und des Typengebrauchs. Nicht alle Diagrammtheoretiker würden in Bezug auf Diagramme von einer „Syntax“ reden. Christian Stetter etwa schlägt vor, den Begriff „Syntax“ nur für Schriften, genauer: für Texte zu reservieren, nicht jedoch für Diagramme (&amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005a&#039;&amp;gt;Stetter 2005a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 126f.). &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Andere Diagramm-Theoretiker haben demgegenüber einen weiteren (bzw. ‚schwächeren’) Syntax-Begriff. Sybille Krämer etwa spricht – wenn auch in Anführungszeichen – von einer ‚Syntax’ des Diagrammatischen. Für sie ist gerade diese Syntaktizität ein zentrales Kriterium dafür, um bloße Bilder von diagrammatischen Artefakten (Phänomenen „operativer Bildlichkeit“, wie es bei Krämer heißt) unterscheiden zu können. Anders als beim Bilder-sehen muss man beim Sehen von Diagrammen die Fähigkeit besitzen, wesentliche von unwesentlichen Aspekten der Darstellung unterscheiden und entsprechend von vielem ‚absehen’ zu können (&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 102).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu auch Stetter: „Dieses Diagrammatische, mit dem die Logik das Pikturale zu unterwandern beginnt, ist Resultat von Tilgungsoperationen (…)“ (&amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005a&#039;&amp;gt;Stetter 2005a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 121). &amp;lt;/ref&amp;gt; Einige Bildtheoretiker präferieren allerdings einen Syntax-Begriff, der sogar so weit (bzw. so ‚schwach’) ist, dass er auch auf Bilder angewandt werden kann und sich dann entsprechend nicht zur besonderen Kennzeichnung von Diagrammen eignet.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Sachs-Hombach etwa gesteht Bildern insgesamt eine „[[Morphologie und Syntax|morphologische Syntax]]“ zu (&amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 105-119). Vgl. auch &amp;lt;bib id=&#039;Schirra 2007b&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Jedoch gibt es auch bei diagrammatischen Darstellungen Unterschiede, was die Strenge der ‚Syntax’ angeht. Bei einigen Diagrammen gibt es sehr klare Regeln für deren korrekte Erstellung und Lesung. Verfahren wie die Vorformatierung der diagrammatischen Inskriptionsflächen durch Koordinatensysteme, in die dann Messwerte eingetragen werden, kreieren eine solche relativ strenge ‚Syntax’. Für logische Diagramme (etwa die ikonische Logik von Peirce&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu die Darstellung von Sun-Joo Shin: &amp;lt;bib id=&#039;Shin 2002a&#039;&amp;gt;Shin 2002a&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;) gilt dies in noch stärkerem Maße. Demgegenüber gibt es jedoch auch diagrammatische Darstellungen, die einer weniger strengen ‚Syntax’ folgen. Das heißt: dort existieren recht freie, offene, provisorische  bzw. transitorische Regeln der Produktion und der Lesung dieser Diagramme.&amp;lt;ref&amp;gt;„Folglich ist bzw. wird die ‚Sprache’ der diagrammatischen Repräsentation nur vorübergehend und provisorisch fixiert. Es reicht, dass gesagt bzw. gezeigt werden kann, was man sagen bzw. zeigen will.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 138). &amp;lt;/ref&amp;gt; Als Laboratorien epistemischen Schreibens/Zeichnens etwa sind diese Arten diagrammatischer Artefakte oftmals sogar gerade darauf angelegt, spielerisch zu ‚verfremden’ und dabei möglichst viele kreative Assoziations- und Interpretationsspielräume zu eröffnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Diagrammatische Darstellungen „geben uns die Chance, die Modelle zu wechseln, um neue Ansichten auszuprobieren.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 141). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===c) Die Operativität und Pragmatik von Diagrammen===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein dritter wesentlicher Aspekt ist die „Operativität“ der Diagramme (bzw. des „Diagrammatischen“) und deren – insbesondere auch im Vergleich zu Bildern – besondere [[Pragmatik, Semantik, Syntax|pragmatische]] Dimension. „Diagramme muss man sich (…) immer auch vom Prozess der Produktion her verständlich machen. Die Geste der Setzung oder das Verfahren der Einschreibung müssen als integraler Bestandteil der Repräsentation mitgedacht werden“, schreibt Steffen Bogen (&amp;lt;bib id=&#039;Bogen 2005b&#039;&amp;gt;Bogen 2005b&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 164). Wer diagrammatische Darstellungen begreifen will – so Heiner Willharm – &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;vollzieht sie oder vollzieht sie nach. Er richtet sich eine Zeitlang im Raum der Darstellung ein&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 151). &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Sybille Krämer sieht das Diagrammatische nicht nur als Anschauungsmedium, sondern zugleich auch als „Werkzeug“ und „’Reflexionsinstrument’“ (&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 104). Schriften, Graphen, Karten stellen nicht nur etwas dar, „sondern eröffnen damit Räume, um das Dargestellte auch zu handhaben, zu beobachten, zu explorieren“ (&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 104). Diagrammatische Darstellungen sind performativ. Indem man an Diagrammen graphische Manipulationen vollzieht bzw. nachvollzieht, wird etwas sichtbar, einsichtig und übersichtlich, was vorher nicht sichtbar, einsichtig bzw. übersichtlich war. Diagramme müssen, so könnte man Wittgenstein adaptierend formulieren, immer als „Diagrammspiele“ aufgefasst, also aus der Praxis des Umgangs mit ihnen verständlich gemacht werden. Für einige Diagramm-Theoretiker beruht die Stärke der Diagramme sogar auf deren besonderer ‚pragmatischer Potenz’: &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mehr als andere Diskursformen sind Diagramme daraufhin angelegt, Nachfolgehandlungen nach sich zu ziehen.&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 158)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zur „Materialität“ der Diagramme==&lt;br /&gt;
Abschließend noch zwei Bemerkungen zur „[[Materialität]]“ der Diagramme und damit noch einmal zur Extension des Diagramm- bzw. des Diagrammatik-Begriffs: &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Diagramme werden – wie Bilder – von den meisten Autoren des Diagrammatik-Diskurses primär als zweidimensionale Artefakte verstanden. Natürlich ist auch diese Fokussierung eine begriffliche Entscheidung, deren Konsequenzen bedacht werden müssen; genauso wie es in Bezug auf das Phänomen Bild eine begriffliche Entscheidung ist (deren Kosten-Nutzen-Bilanz man abzuwägen hat), den Begriff des Bildes eng mit der Zweidimensionalität der Bildfläche zu verkoppeln und Bilder im engeren Sinne von den dreidimensionalen „Bildern“ – etwa Werken der Plastik innerhalb der „bildenden Kunst“ – abzugrenzen. &lt;br /&gt;
Analoges lässt sich auch für die Verwendung des Begriff „Diagramm“ sagen: Eine Reihe von funktionalen Eigenschaften des Diagrammatischen trifft durchaus auch für bestimmte dreidimensionale Artefakte zu. Man denke an dreidimensionale Strukturmodelle, wie das DNS-Modell das Watson und Crick entwickelt – und das heißt auch:  real in 3D gebastelt – haben. Andererseits spricht aber auch vieles dafür, die besondere Übersichtlichkeit, die der Blick von oben auf eine zweidimensionale Diagramm-Darstellungsfläche ermöglicht, und die besonders einfachen (grafischen) Rekonfigurationsmöglichkeiten von Elementen eines Diagramms auf der Schreibfläche auch begrifflich hervorzuheben.&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von Autoren, die zum Teil mit explizitem Bezug auf Peirce’ Konzept des „diagrammatic reasoning“ dafür plädieren, den Begriff des Diagramms, des Diagrammatischen bzw. den Begriff der „Diagrammatik“ in stark entgrenzender Weise – zum Teil bis ins Immaterielle des Geistes hinein – auszuweiten. Diagrammatische Strukturen und Operationen werden dann nicht nur in jeglicher Art von symbolischen Darstellungen – in Texten (&amp;lt;bib id=&#039;Reichert 2011a&#039;&amp;gt;Reichert 2011a&amp;lt;/bib&amp;gt;), [[Film|Filmen]], Bildern, Sounds – aufzufinden versucht, sondern z.B. auch in der menschlichen Kognition selber verortet (&amp;lt;bib id=&#039;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&#039;&amp;gt;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&amp;lt;/bib&amp;gt;, &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;). Auch hier gilt es jedoch, die Kosten und den Nutzen dieser Ausweitung bzw. dieser stärker metaphorischen Verwendung des Begriffs abwägend im Auge zu behalten (&amp;lt;bib id=&#039;Birk 2012b&#039;&amp;gt;Birk 2012b&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Film]]&lt;br /&gt;
* [[Gestalt]]&lt;br /&gt;
* [[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität]]&lt;br /&gt;
* [[Isomorphie]]&lt;br /&gt;
* [[Karte]]&lt;br /&gt;
* [[Materialität]]&lt;br /&gt;
* [[Morphologie und Syntax]]&lt;br /&gt;
* [[Pragmatik, Semantik, Syntax]]&lt;br /&gt;
* [[Raum und Geometrie]]&lt;br /&gt;
* [[Referenz]]&lt;br /&gt;
* [[Semantik logischer Bilder]]&lt;br /&gt;
* [[Strukturbild]]&lt;br /&gt;
* [[Symbol, Index, Ikon]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
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&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Rainer Totzke|Rainer Totzke]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&#039;&#039;Lektorat:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Dimitri Liebsch|Liebsch, Dimitri]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=15505</id>
		<title>Diagramm</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=15505"/>
		<updated>2013-09-23T11:18:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot; */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildmedien]]&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
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==Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von (im weiten Sinne) Bildern bzw. bildlichen Darstellungen, denen – in den jeweiligen Gebrauchskontexten – strukturelle und funktionale Eigenschaften zukommen, die sie aus dem Bereich der Bilder in besonderer Weise herausheben. Dazu gehören etwa: [[Karte|Karten]], geometrische Zeichnungen, Flussdiagramme, Graphen, logische Diagramme (etwa Venn-Diagramme), Funktionsdiagramme, Pläne, aber auch Mindmaps, Listen, Tabellen, Begriffs-Tableaus bzw. in gewisser Weise auch generell alle schriftbildlichen Darstellungen. Zu den entsprechenden spezifischen Eigenschaften dieser Art Bilder gehören insbesondere deren besondere Syntaktizität und Operativität, die sie zugleich in die Nähe anderer symbolischer Darstellungsmedien, wie Sprache und Schrift rücken, zum Teil sind diese diagrammatische Darstellungen sogar direkt mit Schriftzeichen amalgamiert. &lt;br /&gt;
In der Literatur werden unterschiedliche Vorschläge gemacht, die genannten speziellen Arten von Bildern unter einen einheitlichen Begriff zu fassen: etwa als „schematische Zeichnungen“ bzw. „Schemata“ (&amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2004a&#039;&amp;gt;Dirmoser 2004a&amp;lt;/bib&amp;gt;), als „[[Strukturbild|Strukturbilder]]“ (&amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder eben als „Diagramme“ bzw. als „das Diagrammatische“ in einem weiten Sinne (&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;). Am stärksten durchgesetzt als Oberbegriff scheint sich dabei der Begriff des „Diagramms“ zu haben, was sich insbesondere auch daran zeigt, dass sich ein entsprechender Begriff der „Diagrammatik“ etabliert hat, wobei „Diagrammatik“ eben eine Theorie der strukturellen und funktionalen Eigenschaften von diagrammatisch-schematischen Artefakten in diesem weiteren Sinne meint. &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Folgt man dieser extensional ausgeweiteten Verwendung des Begriffs „Diagramm“ bzw. des „Diagrammatischen“, setzt dies natürlich zugleich voraus, dass man die Differenz zu den Diagrammbegriffen im engeren Sinne präsent hält: Wir unterscheiden ja normalsprachlich zwischen beispielsweise Karten und Tabellen einerseits und Diagrammen im engeren Sinne (als geometrischen Darstellungen, als logischen Diagrammen, Fluss- und Funktionsdiagrammen) andererseits. Trotzdem scheinen eine Reihe von markanten strukturellen und funktionalen Eigenschaften eben sowohl für Diagramme im engeren als auch für solche im weiteren Sinne zuzutreffen, strukturelle und funktionale Eigenschaften, die zumindest familienähnlich überlappend den Bereich der als „diagrammatisch“ auszuzeichnenden Phänomene konstituieren. &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Bei Diagrammen im  weiteren Sinne handelt es sich um mehr oder minder abstrakte grafische Darstellungen von Daten oder Sachverhalten, die Beziehungen und Verhältnisse aufzeigen und die im Mit- bzw. Nachvollzug der grafischen Darstellung zugleich Möglichkeiten der Rekonfiguration dieser Beziehungen und Verhältnisse offenlegen. Diagramme können so einerseits didaktische als auch heuristisch-epistemische Funktionen erfüllen. Sie haben abbildenden, repräsentativen Charakter, der von einer Reihe von Diagrammtheoretikern im Anschluss an Charles Sanders Peirce unter Rückgriff auf den Begriff der [[Symbol, Index, Ikon|Ikonizität]] bzw. „[[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität|Ähnlichkeit]]“ erläutert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;). Dabei wird diese Ähnlichkeit als „Strukturähnlichkeit“ (⊳ [[Isomorphie]]) aufgefasst (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Peirce 1998a&#039;&amp;gt;Peirce 1998a&amp;lt;/bib&amp;gt;: 2.282). &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Diagramme bzw. diagrammatische Darstellungen kommen in allen möglichen Lebens-, Wissens und Wissenschaftsbereichen zum Einsatz - in der Mathematik und den Naturwissenschaften ebenso wie in den Kulturwissenschaften und selbst in der Philosophie. Dieses bildphilosophische Glossar beruht ja in seiner Struktur selbst auf einer diagrammatischen Begriffskarte, die auf der Portalseite dieses Glossars in einer (um die Unterpunkte) reduzierten Form auch grafisch abgebildet ist: [[GIB - Glossar der Bildphilosophie:Portal]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Strukturmerkmale von Diagrammen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zentralen funktional relevanten Strukturmerkmale von Diagrammen sollen im Folgenden unter drei Stichwortpunkten expliziert und verdeutlicht werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===a) Die spezifische Fähigkeit von Diagrammen zur Sichtbarmachung und Veranschaulichung===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Diagramme [[Referenz|referieren]]. Sie machen dabei empirische oder auch nicht-empirische Sachverhalte/Verhältnisse sichtbar, die vorher nicht (bzw. nicht auf diese Weise) sichtbar gewesen sind. Auch Nichtvisuelles kann durch sie visuell dargestellt bzw. veranschaulicht werden (⊳ [[Semantik logischer Bilder]]). &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Diagrammatische Veranschaulichungen nutzen dabei einerseits räumliche Strukturen/Lagebeziehungen auf der Schreibfläche (wie links und rechts, oben und unten, gegenseitige Nähe und Ferne) und andererseits die Potentiale der menschlichen [[Gestalt|Gestaltwahrnehmung]] (etwa die Fähigkeiten zum Zusammen- und Auseinandersehen, sowie zum Überblicken), um Sachverhalte/Relationen darzustellen. Diagramme können in diesem Sinne „Übersichten“ und „Überblickswissen“ verschaffen. Zentral insbesondere für Diagramme im engeren - [[Raum und Geometrie|geometrischen]] - Sinne ist die Tatsache, dass hier mit dem Akt der zeichnerisch-räumlichen Darstellung entsprechend der jeweils vorgegebenen Konstruktionsregeln mehr Informationen qua  Räumlichkeit/Anschaulichkeit präsent werden, als in den vorgängigen Konstruktionsregeln selber enthalten waren. Diagramme sind aus diesem Grund nicht bloß illustrativ sondern haben epistemische Funktion. &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Mit Diagrammen lassen sich Sachverhalte einerseits verdichtet darstellen, andererseits haben sie aber durchaus auch das gegenläufige Potential: dasjenige der Entkomprimierung, Entflechtung, Differenzierung, Auffächerung, Verkomplizierung der Darstellung. Steffen Bogen und Felix Thürlemann weisen vielleicht etwas zu einseitig nur auf den Verdichtungsaspekt bei der Produktion von Diagrammen hin, dem sie als gegenläufigen Aspekt die „diskursive Expansion oder Entfaltung von Diagrammen“ bei deren Rezeption gegenüberstellen (&amp;lt;bib id=&#039;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003a&#039;&amp;gt;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8).&amp;lt;ref&amp;gt;Auf die Probleme, die mit der diagrammatischen Verdichtung einher gehen können, macht Steffen Siegel aufmerksam (&amp;lt;bib id=&#039;Siegel 2009a&#039;&amp;gt;Siegel 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 27). &amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Verweis auf das Verdichtungspotential von Diagrammen sollte insbesondere nicht mit der irrigen Vorstellung verknüpft werden, diagrammatische Darstellungen würden einseitig der bloßen Komplexitätsreduktion dienen. Mit Blick auf die vielfältige Diagrammpraxis lässt sich vielmehr konstatieren: Es gibt zwar Diagramme, deren Zweck es ist, komplexe Sachverhalte – etwa zu didaktischen Zwecken – vereinfacht darzustellen, allerdings gibt es auch solche Diagramm deren Aufgabe gerade darin besteht, Sachverhalte komplexitäts-erweiternd darzustellen. Manchmal kann eine solche komplexe Darstellung dabei auch „über-komplex“, also unübersichtlich werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Einige der von Gerhard Dirmoser entworfenen quadratmetergroßen Diagramme wie das Diagramm „Ein Diagramm ist (k)ein Bild“ (&amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2006a&#039;&amp;gt;Dirmoser 2006a&amp;lt;/bib&amp;gt;) bergen schlicht aufgrund ihrer Größe die Gefahr in sich, für den Betrachter ins Unübersichtliche zu kippen. &amp;lt;/ref&amp;gt;  „‚Komplexität’ ist (…) eine Funktion des Kommunikations- und Verwendungszwecks“, schreibt Heiner Wilharm (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;).  Komplexitäts-erweiternde Darstellungen,  können dabei u. a. der Generierung von neuem Wissen dienen. Beispielsweise können durch die Darstellung eines Sachverhaltes auf der Schreibfläche plötzlich inhaltliche ‚Leerstellen’ buchstäblich als weiße Flecken auf dem Papier sichtbar werden, die dann zur Bearbeitung drängen. Diagrammatische Darstellungen ermöglichen das sehende bzw. zeichnende Auffinden von neuen Relationen oder von „Zwischengliedern“ (Wittgenstein) durch „Dazwischenschreibung“.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Ausdruck „Dazwischenschreibung“ stammt von Petra Gehring (&amp;lt;bib id=&#039;Gehring 1992a&#039;&amp;gt;Gehring 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===b) Die Syntaktizität von Diagrammen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Feld diagrammatischer Phänomene gibt es große Unterschiede in Bezug auf deren ‚[[Pragmatik, Semantik, Syntax|Syntaktizität]]’ bzw. auf die Regelhaftigkeit der Typisierung und des Typengebrauchs. Nicht alle Diagrammtheoretiker würden in Bezug auf Diagramme von einer „Syntax“ reden. Christian Stetter etwa schlägt vor, den Begriff „Syntax“ nur für Schriften, genauer: für Texte zu reservieren, nicht jedoch für Diagramme (&amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005a&#039;&amp;gt;Stetter 2005a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 126f.). &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Andere Diagramm-Theoretiker haben demgegenüber einen weiteren (bzw. ‚schwächeren’) Syntax-Begriff. Sybille Krämer etwa spricht – wenn auch in Anführungszeichen – von einer ‚Syntax’ des Diagrammatischen. Für sie ist gerade diese Syntaktizität ein zentrales Kriterium dafür, um bloße Bilder von diagrammatischen Artefakten (Phänomenen „operativer Bildlichkeit“, wie es bei Krämer heißt) unterscheiden zu können. Anders als beim Bilder-sehen muss man beim Sehen von Diagrammen die Fähigkeit besitzen, wesentliche von unwesentlichen Aspekten der Darstellung unterscheiden und entsprechend von vielem ‚absehen’ zu können (&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 102).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu auch Stetter: „Dieses Diagrammatische, mit dem die Logik das Pikturale zu unterwandern beginnt, ist Resultat von Tilgungsoperationen (…)“ (&amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005a&#039;&amp;gt;Stetter 2005a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 121). &amp;lt;/ref&amp;gt; Einige Bildtheoretiker präferieren allerdings einen Syntax-Begriff, der sogar so weit (bzw. so ‚schwach’) ist, dass er auch auf Bilder angewandt werden kann und sich dann entsprechend nicht zur besonderen Kennzeichnung von Diagrammen eignet.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Sachs-Hombach etwa gesteht Bildern insgesamt eine „[[Morphologie und Syntax|morphologische Syntax]]“ zu (&amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 105-119). Vgl. auch &amp;lt;bib id=&#039;Schirra 2007b&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Jedoch gibt es auch bei diagrammatischen Darstellungen Unterschiede, was die Strenge der ‚Syntax’ angeht. Bei einigen Diagrammen gibt es sehr klare Regeln für deren korrekte Erstellung und Lesung. Verfahren wie die Vorformatierung der diagrammatischen Inskriptionsflächen durch Koordinatensysteme, in die dann Messwerte eingetragen werden, kreieren eine solche relativ strenge ‚Syntax’. Für logische Diagramme (etwa die ikonische Logik von Peirce&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu die Darstellung von Sun-Joo Shin: &amp;lt;bib id=&#039;Shin 2002a&#039;&amp;gt;Shin 2002a&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;) gilt dies in noch stärkerem Maße. Demgegenüber gibt es jedoch auch diagrammatische Darstellungen, die einer weniger strengen ‚Syntax’ folgen. Das heißt: dort existieren recht freie, offene, provisorische  bzw. transitorische Regeln der Produktion und der Lesung dieser Diagramme.&amp;lt;ref&amp;gt;„Folglich ist bzw. wird die ‚Sprache’ der diagrammatischen Repräsentation nur vorübergehend und provisorisch fixiert. Es reicht, dass gesagt bzw. gezeigt werden kann, was man sagen bzw. zeigen will.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 138). &amp;lt;/ref&amp;gt; Als Laboratorien epistemischen Schreibens/Zeichnens etwa sind diese Arten diagrammatischer Artefakte oftmals sogar gerade darauf angelegt, spielerisch zu ‚verfremden’ und dabei möglichst viele kreative Assoziations- und Interpretationsspielräume zu eröffnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Diagrammatische Darstellungen „geben uns die Chance, die Modelle zu wechseln, um neue Ansichten auszuprobieren.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 141). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===c) Die Operativität und Pragmatik von Diagrammen===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein dritter wesentlicher Aspekt ist die „Operativität“ der Diagramme (bzw. des „Diagrammatischen“) und deren – insbesondere auch im Vergleich zu Bildern – besondere [[Pragmatik, Semantik, Syntax|pragmatische]] Dimension. „Diagramme muss man sich (…) immer auch vom Prozess der Produktion her verständlich machen. Die Geste der Setzung oder das Verfahren der Einschreibung müssen als integraler Bestandteil der Repräsentation mitgedacht werden“, schreibt Steffen Bogen (&amp;lt;bib id=&#039;Bogen 2005b&#039;&amp;gt;Bogen 2005b&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 164). Wer diagrammatische Darstellungen begreifen will – so Heiner Willharm – &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;vollzieht sie oder vollzieht sie nach. Er richtet sich eine Zeitlang im Raum der Darstellung ein&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 151). &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Sybille Krämer sieht das Diagrammatische nicht nur als Anschauungsmedium, sondern zugleich auch als „Werkzeug“ und „’Reflexionsinstrument’“ (&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 104). Schriften, Graphen, Karten stellen nicht nur etwas dar, „sondern eröffnen damit Räume, um das Dargestellte auch zu handhaben, zu beobachten, zu explorieren“ (&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 104). Diagrammatische Darstellungen sind performativ. Indem man an Diagrammen graphische Manipulationen vollzieht bzw. nachvollzieht, wird etwas sichtbar, einsichtig und übersichtlich, was vorher nicht sichtbar, einsichtig bzw. übersichtlich war. Diagramme müssen, so könnte man Wittgenstein adaptierend formulieren, immer als „Diagrammspiele“ aufgefasst, also aus der Praxis des Umgangs mit ihnen verständlich gemacht werden. Für einige Diagramm-Theoretiker beruht die Stärke der Diagramme sogar auf deren besonderer ‚pragmatischer Potenz’: &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mehr als andere Diskursformen sind Diagramme daraufhin angelegt, Nachfolgehandlungen nach sich zu ziehen.&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 158)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zur „Materialität“ der Diagramme==&lt;br /&gt;
Abschließend noch zwei Bemerkungen zur „[[Materialität]]“ der Diagramme und damit noch einmal zur Extension des Diagramm- bzw. des Diagrammatik-Begriffs: &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Diagramme werden – wie Bilder – von den meisten Autoren des Diagrammatik-Diskurses primär als zweidimensionale Artefakte verstanden. Natürlich ist auch diese Fokussierung eine begriffliche Entscheidung, deren Konsequenzen bedacht werden müssen; genauso wie es in Bezug auf das Phänomen Bild eine begriffliche Entscheidung ist (deren Kosten-Nutzen-Bilanz man abzuwägen hat), den Begriff des Bildes eng mit der Zweidimensionalität der Bildfläche zu verkoppeln und Bilder im engeren Sinne von den dreidimensionalen „Bildern“ – etwa Werken der Plastik innerhalb der „bildenden Kunst“ – abzugrenzen. &lt;br /&gt;
Analoges lässt sich auch für die Verwendung des Begriff „Diagramm“ sagen: Eine Reihe von funktionalen Eigenschaften des Diagrammatischen trifft durchaus auch für bestimmte dreidimensionale Artefakte zu. Man denke an dreidimensionale Strukturmodelle, wie das DNS-Modell das Watson und Crick entwickelt – und das heißt auch:  real in 3D gebastelt – haben. Andererseits spricht aber auch vieles dafür, die besondere Übersichtlichkeit, die der Blick von oben auf eine zweidimensionale Diagramm-Darstellungsfläche ermöglicht, und die besonders einfachen (grafischen) Rekonfigurationsmöglichkeiten von Elementen eines Diagramms auf der Schreibfläche auch begrifflich hervorzuheben.&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von Autoren, die zum Teil mit explizitem Bezug auf Peirce’ Konzept des „diagrammatic reasoning“ dafür plädieren, den Begriff des Diagramms, des Diagrammatischen bzw. den Begriff der „Diagrammatik“ in stark entgrenzender Weise – zum Teil bis ins Immaterielle des Geistes hinein – auszuweiten. Diagrammatische Strukturen und Operationen werden dann nicht nur in jeglicher Art von symbolischen Darstellungen – in Texten (&amp;lt;bib id=&#039;Reichert 2011a&#039;&amp;gt;Reichert 2011a&amp;lt;/bib&amp;gt;), [[Film|Filmen]], Bildern, Sounds – aufzufinden versucht, sondern z.B. auch in der menschlichen Kognition selber verortet (&amp;lt;bib id=&#039;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&#039;&amp;gt;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&amp;lt;/bib&amp;gt;, &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;). Auch hier gilt es jedoch, die Kosten und den Nutzen dieser Ausweitung bzw. dieser stärker metaphorischen Verwendung des Begriffs abwägend im Auge zu behalten (&amp;lt;bib id=&#039;Birk 2012b&#039;&amp;gt;Birk 2012b&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Film]]&lt;br /&gt;
* [[Gestalt]]&lt;br /&gt;
* [[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität]]&lt;br /&gt;
* [[Isomorphie]]&lt;br /&gt;
* [[Karte]]&lt;br /&gt;
* [[Materialität]]&lt;br /&gt;
* [[Morphologie und Syntax]]&lt;br /&gt;
* [[Pragmatik, Semantik, Syntax]]&lt;br /&gt;
* [[Raum und Geometrie]]&lt;br /&gt;
* [[Referenz]]&lt;br /&gt;
* [[Semantik logischer Bilder]]&lt;br /&gt;
* [[Strukturbild]]&lt;br /&gt;
* [[Symbol, Index, Ikon]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Rainer Totzke|Rainer Totzke]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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* [[Benutzer:Dimitri Liebsch|Liebsch, Dimitri]]&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=15503</id>
		<title>Diagramm</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=15503"/>
		<updated>2013-09-23T11:14:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot; */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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==Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von (im weiten Sinne) Bildern bzw. bildlichen Darstellungen, denen – in den jeweiligen Gebrauchskontexten – strukturelle und funktionale Eigenschaften zukommen, die sie aus dem Bereich der Bilder in besonderer Weise herausheben. Dazu gehören etwa: [[Karte|Karten]], geometrische Zeichnungen, Flussdiagramme, Graphen, logische Diagramme (etwa Venn-Diagramme), Funktionsdiagramme, Pläne, aber auch Mindmaps, Listen, Tabellen, Begriffs-Tableaus bzw. in gewisser Weise auch generell alle schriftbildlichen Darstellungen. Zu den entsprechenden spezifischen Eigenschaften dieser Art Bilder gehören insbesondere deren besondere Syntaktizität und Operativität, die sie zugleich in die Nähe anderer symbolischer Darstellungsmedien, wie Sprache und Schrift rücken, zum Teil sind diese diagrammatische Darstellungen sogar direkt mit Schriftzeichen amalgamiert. &lt;br /&gt;
In der Literatur werden unterschiedliche Vorschläge gemacht, die genannten speziellen Arten von Bildern unter einen einheitlichen Begriff zu fassen: etwa als „schematische Zeichnungen“ bzw. „Schemata“ (&amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2004a&#039;&amp;gt;Dirmoser 2004a&amp;lt;/bib&amp;gt;), als „[[Strukturbild|Strukturbilder]]“ (&amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder eben als „Diagramme“ bzw. als „das Diagrammatische“ in einem weiten Sinne (&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;). Am stärksten durchgesetzt als Oberbegriff scheint sich dabei der Begriff des „Diagramms“ zu haben, was sich insbesondere auch daran zeigt, dass sich ein entsprechender Begriff der „Diagrammatik“ etabliert hat, wobei „Diagrammatik“ eben eine Theorie der strukturellen und funktionalen Eigenschaften von diagrammatisch-schematischen Artefakten in diesem weiteren Sinne meint. &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Folgt man dieser extensional ausgeweiteten Verwendung des Begriffs „Diagramm“ bzw. des „Diagrammatischen“, setzt dies natürlich zugleich voraus, dass man die Differenz zu den Diagrammbegriffen im engeren Sinne präsent hält: Wir unterscheiden ja normalsprachlich zwischen beispielsweise Karten und Tabellen einerseits und Diagrammen im engeren Sinne (als geometrischen Darstellungen, als logischen Diagrammen, Fluss- und Funktionsdiagrammen) andererseits. Trotzdem scheinen eine Reihe von markanten strukturellen und funktionalen Eigenschaften eben sowohl für Diagramme im engeren als auch für solche im weiteren Sinne zuzutreffen, strukturelle und funktionale Eigenschaften, die zumindest familienähnlich überlappend den Bereich der als „diagrammatisch“ auszuzeichnenden Phänomene konstituieren. &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Bei Diagrammen im  weiteren Sinne handelt es sich um mehr oder minder abstrakte grafische Darstellungen von Daten oder Sachverhalten, die Beziehungen und Verhältnisse aufzeigen und die im Mit- bzw. Nachvollzug der grafischen Darstellung zugleich Möglichkeiten der Rekonfiguration dieser Beziehungen und Verhältnisse offenlegen. Diagramme können so einerseits didaktische als auch heuristisch-epistemische Funktionen erfüllen. Sie haben abbildenden, repräsentativen Charakter, der von einer Reihe von Diagrammtheoretikern im Anschluss an Charles Sanders Peirce unter Rückgriff auf den Begriff der [[Symbol, Index, Ikon|Ikonizität]] bzw. „[[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität|Ähnlichkeit]]“ erläutert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;). Dabei wird diese Ähnlichkeit als „Strukturähnlichkeit“ (⊳ [[Isomorphie]]) aufgefasst (vgl. &amp;lt;&amp;gt;: 2.282). &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Diagramme bzw. diagrammatische Darstellungen kommen in allen möglichen Lebens-, Wissens und Wissenschaftsbereichen zum Einsatz - in der Mathematik und den Naturwissenschaften ebenso wie in den Kulturwissenschaften und selbst in der Philosophie. Dieses bildphilosophische Glossar beruht ja in seiner Struktur selbst auf einer diagrammatischen Begriffskarte, die auf der Portalseite dieses Glossars in einer (um die Unterpunkte) reduzierten Form auch grafisch abgebildet ist: [[GIB - Glossar der Bildphilosophie:Portal]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Strukturmerkmale von Diagrammen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zentralen funktional relevanten Strukturmerkmale von Diagrammen sollen im Folgenden unter drei Stichwortpunkten expliziert und verdeutlicht werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===a) Die spezifische Fähigkeit von Diagrammen zur Sichtbarmachung und Veranschaulichung===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Diagramme [[Referenz|referieren]]. Sie machen dabei empirische oder auch nicht-empirische Sachverhalte/Verhältnisse sichtbar, die vorher nicht (bzw. nicht auf diese Weise) sichtbar gewesen sind. Auch Nichtvisuelles kann durch sie visuell dargestellt bzw. veranschaulicht werden (⊳ [[Semantik logischer Bilder]]). &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Diagrammatische Veranschaulichungen nutzen dabei einerseits räumliche Strukturen/Lagebeziehungen auf der Schreibfläche (wie links und rechts, oben und unten, gegenseitige Nähe und Ferne) und andererseits die Potentiale der menschlichen [[Gestalt|Gestaltwahrnehmung]] (etwa die Fähigkeiten zum Zusammen- und Auseinandersehen, sowie zum Überblicken), um Sachverhalte/Relationen darzustellen. Diagramme können in diesem Sinne „Übersichten“ und „Überblickswissen“ verschaffen. Zentral insbesondere für Diagramme im engeren - [[Raum und Geometrie|geometrischen]] - Sinne ist die Tatsache, dass hier mit dem Akt der zeichnerisch-räumlichen Darstellung entsprechend der jeweils vorgegebenen Konstruktionsregeln mehr Informationen qua  Räumlichkeit/Anschaulichkeit präsent werden, als in den vorgängigen Konstruktionsregeln selber enthalten waren. Diagramme sind aus diesem Grund nicht bloß illustrativ sondern haben epistemische Funktion. &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Mit Diagrammen lassen sich Sachverhalte einerseits verdichtet darstellen, andererseits haben sie aber durchaus auch das gegenläufige Potential: dasjenige der Entkomprimierung, Entflechtung, Differenzierung, Auffächerung, Verkomplizierung der Darstellung. Steffen Bogen und Felix Thürlemann weisen vielleicht etwas zu einseitig nur auf den Verdichtungsaspekt bei der Produktion von Diagrammen hin, dem sie als gegenläufigen Aspekt die „diskursive Expansion oder Entfaltung von Diagrammen“ bei deren Rezeption gegenüberstellen (&amp;lt;bib id=&#039;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003a&#039;&amp;gt;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8).&amp;lt;ref&amp;gt;Auf die Probleme, die mit der diagrammatischen Verdichtung einher gehen können, macht Steffen Siegel aufmerksam (&amp;lt;bib id=&#039;Siegel 2009a&#039;&amp;gt;Siegel 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 27). &amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Verweis auf das Verdichtungspotential von Diagrammen sollte insbesondere nicht mit der irrigen Vorstellung verknüpft werden, diagrammatische Darstellungen würden einseitig der bloßen Komplexitätsreduktion dienen. Mit Blick auf die vielfältige Diagrammpraxis lässt sich vielmehr konstatieren: Es gibt zwar Diagramme, deren Zweck es ist, komplexe Sachverhalte – etwa zu didaktischen Zwecken – vereinfacht darzustellen, allerdings gibt es auch solche Diagramm deren Aufgabe gerade darin besteht, Sachverhalte komplexitäts-erweiternd darzustellen. Manchmal kann eine solche komplexe Darstellung dabei auch „über-komplex“, also unübersichtlich werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Einige der von Gerhard Dirmoser entworfenen quadratmetergroßen Diagramme wie das Diagramm „Ein Diagramm ist (k)ein Bild“ (&amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2006a&#039;&amp;gt;Dirmoser 2006a&amp;lt;/bib&amp;gt;) bergen schlicht aufgrund ihrer Größe die Gefahr in sich, für den Betrachter ins Unübersichtliche zu kippen. &amp;lt;/ref&amp;gt;  „‚Komplexität’ ist (…) eine Funktion des Kommunikations- und Verwendungszwecks“, schreibt Heiner Wilharm (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;).  Komplexitäts-erweiternde Darstellungen,  können dabei u. a. der Generierung von neuem Wissen dienen. Beispielsweise können durch die Darstellung eines Sachverhaltes auf der Schreibfläche plötzlich inhaltliche ‚Leerstellen’ buchstäblich als weiße Flecken auf dem Papier sichtbar werden, die dann zur Bearbeitung drängen. Diagrammatische Darstellungen ermöglichen das sehende bzw. zeichnende Auffinden von neuen Relationen oder von „Zwischengliedern“ (Wittgenstein) durch „Dazwischenschreibung“.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Ausdruck „Dazwischenschreibung“ stammt von Petra Gehring (&amp;lt;bib id=&#039;Gehring 1992a&#039;&amp;gt;Gehring 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===b) Die Syntaktizität von Diagrammen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Feld diagrammatischer Phänomene gibt es große Unterschiede in Bezug auf deren ‚[[Pragmatik, Semantik, Syntax|Syntaktizität]]’ bzw. auf die Regelhaftigkeit der Typisierung und des Typengebrauchs. Nicht alle Diagrammtheoretiker würden in Bezug auf Diagramme von einer „Syntax“ reden. Christian Stetter etwa schlägt vor, den Begriff „Syntax“ nur für Schriften, genauer: für Texte zu reservieren, nicht jedoch für Diagramme (&amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005a&#039;&amp;gt;Stetter 2005a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 126f.). &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Andere Diagramm-Theoretiker haben demgegenüber einen weiteren (bzw. ‚schwächeren’) Syntax-Begriff. Sybille Krämer etwa spricht – wenn auch in Anführungszeichen – von einer ‚Syntax’ des Diagrammatischen. Für sie ist gerade diese Syntaktizität ein zentrales Kriterium dafür, um bloße Bilder von diagrammatischen Artefakten (Phänomenen „operativer Bildlichkeit“, wie es bei Krämer heißt) unterscheiden zu können. Anders als beim Bilder-sehen muss man beim Sehen von Diagrammen die Fähigkeit besitzen, wesentliche von unwesentlichen Aspekten der Darstellung unterscheiden und entsprechend von vielem ‚absehen’ zu können (&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 102).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu auch Stetter: „Dieses Diagrammatische, mit dem die Logik das Pikturale zu unterwandern beginnt, ist Resultat von Tilgungsoperationen (…)“ (&amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005a&#039;&amp;gt;Stetter 2005a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 121). &amp;lt;/ref&amp;gt; Einige Bildtheoretiker präferieren allerdings einen Syntax-Begriff, der sogar so weit (bzw. so ‚schwach’) ist, dass er auch auf Bilder angewandt werden kann und sich dann entsprechend nicht zur besonderen Kennzeichnung von Diagrammen eignet.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Sachs-Hombach etwa gesteht Bildern insgesamt eine „[[Morphologie und Syntax|morphologische Syntax]]“ zu (&amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 105-119). Vgl. auch &amp;lt;bib id=&#039;Schirra 2007b&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Jedoch gibt es auch bei diagrammatischen Darstellungen Unterschiede, was die Strenge der ‚Syntax’ angeht. Bei einigen Diagrammen gibt es sehr klare Regeln für deren korrekte Erstellung und Lesung. Verfahren wie die Vorformatierung der diagrammatischen Inskriptionsflächen durch Koordinatensysteme, in die dann Messwerte eingetragen werden, kreieren eine solche relativ strenge ‚Syntax’. Für logische Diagramme (etwa die ikonische Logik von Peirce&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu die Darstellung von Sun-Joo Shin: &amp;lt;bib id=&#039;Shin 2002a&#039;&amp;gt;Shin 2002a&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;) gilt dies in noch stärkerem Maße. Demgegenüber gibt es jedoch auch diagrammatische Darstellungen, die einer weniger strengen ‚Syntax’ folgen. Das heißt: dort existieren recht freie, offene, provisorische  bzw. transitorische Regeln der Produktion und der Lesung dieser Diagramme.&amp;lt;ref&amp;gt;„Folglich ist bzw. wird die ‚Sprache’ der diagrammatischen Repräsentation nur vorübergehend und provisorisch fixiert. Es reicht, dass gesagt bzw. gezeigt werden kann, was man sagen bzw. zeigen will.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 138). &amp;lt;/ref&amp;gt; Als Laboratorien epistemischen Schreibens/Zeichnens etwa sind diese Arten diagrammatischer Artefakte oftmals sogar gerade darauf angelegt, spielerisch zu ‚verfremden’ und dabei möglichst viele kreative Assoziations- und Interpretationsspielräume zu eröffnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Diagrammatische Darstellungen „geben uns die Chance, die Modelle zu wechseln, um neue Ansichten auszuprobieren.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 141). &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===c) Die Operativität und Pragmatik von Diagrammen===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein dritter wesentlicher Aspekt ist die „Operativität“ der Diagramme (bzw. des „Diagrammatischen“) und deren – insbesondere auch im Vergleich zu Bildern – besondere [[Pragmatik, Semantik, Syntax|pragmatische]] Dimension. „Diagramme muss man sich (…) immer auch vom Prozess der Produktion her verständlich machen. Die Geste der Setzung oder das Verfahren der Einschreibung müssen als integraler Bestandteil der Repräsentation mitgedacht werden“, schreibt Steffen Bogen (&amp;lt;bib id=&#039;Bogen 2005b&#039;&amp;gt;Bogen 2005b&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 164). Wer diagrammatische Darstellungen begreifen will – so Heiner Willharm – &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;vollzieht sie oder vollzieht sie nach. Er richtet sich eine Zeitlang im Raum der Darstellung ein&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 151). &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Sybille Krämer sieht das Diagrammatische nicht nur als Anschauungsmedium, sondern zugleich auch als „Werkzeug“ und „’Reflexionsinstrument’“ (&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 104). Schriften, Graphen, Karten stellen nicht nur etwas dar, „sondern eröffnen damit Räume, um das Dargestellte auch zu handhaben, zu beobachten, zu explorieren“ (&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 104). Diagrammatische Darstellungen sind performativ. Indem man an Diagrammen graphische Manipulationen vollzieht bzw. nachvollzieht, wird etwas sichtbar, einsichtig und übersichtlich, was vorher nicht sichtbar, einsichtig bzw. übersichtlich war. Diagramme müssen, so könnte man Wittgenstein adaptierend formulieren, immer als „Diagrammspiele“ aufgefasst, also aus der Praxis des Umgangs mit ihnen verständlich gemacht werden. Für einige Diagramm-Theoretiker beruht die Stärke der Diagramme sogar auf deren besonderer ‚pragmatischer Potenz’: &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mehr als andere Diskursformen sind Diagramme daraufhin angelegt, Nachfolgehandlungen nach sich zu ziehen.&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 158)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zur „Materialität“ der Diagramme==&lt;br /&gt;
Abschließend noch zwei Bemerkungen zur „[[Materialität]]“ der Diagramme und damit noch einmal zur Extension des Diagramm- bzw. des Diagrammatik-Begriffs: &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Diagramme werden – wie Bilder – von den meisten Autoren des Diagrammatik-Diskurses primär als zweidimensionale Artefakte verstanden. Natürlich ist auch diese Fokussierung eine begriffliche Entscheidung, deren Konsequenzen bedacht werden müssen; genauso wie es in Bezug auf das Phänomen Bild eine begriffliche Entscheidung ist (deren Kosten-Nutzen-Bilanz man abzuwägen hat), den Begriff des Bildes eng mit der Zweidimensionalität der Bildfläche zu verkoppeln und Bilder im engeren Sinne von den dreidimensionalen „Bildern“ – etwa Werken der Plastik innerhalb der „bildenden Kunst“ – abzugrenzen. &lt;br /&gt;
Analoges lässt sich auch für die Verwendung des Begriff „Diagramm“ sagen: Eine Reihe von funktionalen Eigenschaften des Diagrammatischen trifft durchaus auch für bestimmte dreidimensionale Artefakte zu. Man denke an dreidimensionale Strukturmodelle, wie das DNS-Modell das Watson und Crick entwickelt – und das heißt auch:  real in 3D gebastelt – haben. Andererseits spricht aber auch vieles dafür, die besondere Übersichtlichkeit, die der Blick von oben auf eine zweidimensionale Diagramm-Darstellungsfläche ermöglicht, und die besonders einfachen (grafischen) Rekonfigurationsmöglichkeiten von Elementen eines Diagramms auf der Schreibfläche auch begrifflich hervorzuheben.&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von Autoren, die zum Teil mit explizitem Bezug auf Peirce’ Konzept des „diagrammatic reasoning“ dafür plädieren, den Begriff des Diagramms, des Diagrammatischen bzw. den Begriff der „Diagrammatik“ in stark entgrenzender Weise – zum Teil bis ins Immaterielle des Geistes hinein – auszuweiten. Diagrammatische Strukturen und Operationen werden dann nicht nur in jeglicher Art von symbolischen Darstellungen – in Texten (&amp;lt;bib id=&#039;Reichert 2011a&#039;&amp;gt;Reichert 2011a&amp;lt;/bib&amp;gt;), [[Film|Filmen]], Bildern, Sounds – aufzufinden versucht, sondern z.B. auch in der menschlichen Kognition selber verortet (&amp;lt;bib id=&#039;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&#039;&amp;gt;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&amp;lt;/bib&amp;gt;, &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;). Auch hier gilt es jedoch, die Kosten und den Nutzen dieser Ausweitung bzw. dieser stärker metaphorischen Verwendung des Begriffs abwägend im Auge zu behalten (&amp;lt;bib id=&#039;Birk 2012b&#039;&amp;gt;Birk 2012b&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Film]]&lt;br /&gt;
* [[Gestalt]]&lt;br /&gt;
* [[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität]]&lt;br /&gt;
* [[Isomorphie]]&lt;br /&gt;
* [[Karte]]&lt;br /&gt;
* [[Materialität]]&lt;br /&gt;
* [[Morphologie und Syntax]]&lt;br /&gt;
* [[Pragmatik, Semantik, Syntax]]&lt;br /&gt;
* [[Raum und Geometrie]]&lt;br /&gt;
* [[Referenz]]&lt;br /&gt;
* [[Semantik logischer Bilder]]&lt;br /&gt;
* [[Strukturbild]]&lt;br /&gt;
* [[Symbol, Index, Ikon]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Rainer Totzke|Rainer Totzke]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlosTab4}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Lektorat:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Dimitri Liebsch|Liebsch, Dimitri]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Bild_in_reflexiver_Verwendung&amp;diff=15455</id>
		<title>Bild in reflexiver Verwendung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Bild_in_reflexiver_Verwendung&amp;diff=15455"/>
		<updated>2013-09-19T11:16:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* Zusammenhänge mit anderen Begriffen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Die reflexive Verwendung von Zeichenhandlungen==&lt;br /&gt;
Alle Zeichen oder allgemeiner alle [[Interaktion und Kommunikation|kommunikativen]] und damit medialen Handlungen können außer zu ihren eigentlichen (direkten) Verwendungszwecken nicht nur zu symbolisch erweiterten Kommunikationshandlungen ([[sprachliche Metaphern und allgemeine Metaphorologie|metaphorische]] Verwendungsweisen) herangezogen werden: Sie können darüber hinaus auch dazu benutzt werden, um auf Aspekte von Kommunikationshandlungen eben dieses Typs selbst aufmerksam zu machen. Wegen dieses Rückbezugs auf die durchgeführte Kommunikationshandlung selbst wird diese Verwendungsweise die &#039;&#039;reflexive Verwendung&#039;&#039; einer Kommunikationshandlung genannt. Zu ihr zählen zum Zwecke des Lehrens vorgeführte Beispielhandlungen, durch die auf mehr oder weniger alle Ausführungsaspekte aufmerksam gemacht werden kann, ebenso wie anführende Verwendungen, bei denen etwa gezielt ganz bestimmte Bedingungen für das Erzeugen eines entsprechenden Zeichenträgers in den Blick gerückt werden (sollen). &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Auf Sprache bezogen wären demnach reflexiv verwendete sprachliche Zeichen solche verbalen Äußerungen, bei denen es weniger darum geht, den normalerweise damit vollzogenen Sprechakt einfach zu aktualisieren. Vielmehr soll der Vollzug eines solchen [[Illokution|Sprechakts]] oder zumindest ein bestimmter Aspekt davon exemplarisch hervorgehoben werden. So sind die Beispielsätze, an denen in keinem Linguistikartikel oder -lehrbuch Mangel herrschen dürfte, durchweg als reflexiv verwendet zu verstehen: Mit der (wiederholten) Äußerung des Satzes ‘Jonas ging nach Hause’ etwa im ersten Abschnitt von Searles «Sprechakttheorie» (&amp;lt;bib id=&#039;Searle 1971a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) soll ja nicht mitgeteilt oder behauptet werden, was üblicherweise unter normalen Verwendungsbedingungen mit dem Äußern jenes Satzes mitgeteilt oder behauptet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;So bleibt beispielsweise in dem Kontext vollkommen unklar, wer eigentlich mit ‘Jonas’ gemeint ist; ⊳ [[Nomination]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Vielmehr dient seine Äußerung hier als ein Beispiel für das Äußern von Sätzen als solches und für ein damit typischerweise verbundenes mentales Phänomen (dass man nämlich mit der Äußerung etwas &#039;&#039;meint&#039;&#039;).   &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Prinzipiell besteht eine enge begriffliche Beziehung zwischen reflexiven Verwendungen und der [[Referenz, Denotation, Exemplifikation|Exemplifikation]]. Allerdings wird letztere in der Regel vorwiegend als &#039;&#039;positive Exemplifikation&#039;&#039; verstanden: Die exemplifizierende Handlung weist selbst den als Beispiel demonstrierten Aspekt auf. Die reflexive Zeichenverwendung umfasst aber auch Fälle von &#039;&#039;negativer Exemplifikation&#039;&#039;: So kann mit einer Zeichenverwendung beispielsweise durch Abwesenheit auf das Fehlen bestimmter für Zeichenhandlungen dieses Typs normalerweise wichtiger oder unumgänglicher Aspekte hingewiesen werden. Aus diesem Grund auch kann bei scheiternder Kommunikation eine Reinterpretation als reflexiv gemeinte Verwendung dazu benutzt werden, den oder die Fehler in der Kommunikationshandlung auf der Metaebene zu erkennen (und evtl. zu überspielen).&amp;lt;ref&amp;gt; Ich führe mir dann etwa das defiziente Zeichen selbst auf reflexive Weise vor, um mich auf fehlerhafte Aspekte seiner Verwendung aufmerksam zu machen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bilder in reflexiver Verwendung==&lt;br /&gt;
Da alle kommunikativen bzw. medialen Handlungen reflexiv verwendet werden können, muss dieser Verwendungstyp auch für den – als mediale Handlung verstandenen – Bildgebrauch auftreten. Tatsächlich wird man [[Bildzitat]]e oder auf andere Weise angeführte Bilder sinnvoller Weise als reflexive Bildverwendungen analysieren, wird dabei doch gerade auf Aspekte der jeweiligen (direkten, symbolisch erweiterten oder sogar bereits reflexiv verwendeten) Bildverwendung selbst aufmerksam gemacht, ganz so, wie es die Definition der reflexiven Verwendungsweise fordert.&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
[[Datei:Teapots.jpg|thumb|Abbildung 1: Serie von Bildern des «Utah Tea Pots» mit dem eigentlichen Ziel, computergraphische Verfahren zu illustrieren]]&lt;br /&gt;
Typische Beispiele sind auch hier in Lehrbüchern verwendete Bilder, mit denen auf bestimmte Gesichtspunkte des Erzeugens und Rezipierens von Bildern im Sinne einer positiven Exemplifikation aufmerksam gemacht werden soll: Wenn etwa in einem Lehrbuch zur Gestaltungslehre ein Bild mit einem besonders auffälligen ›bildbestimmenden Punkt‹ dazu benutzt wird, den Begriff des »bildbestimmenden Punkts« zu thematisieren oder ein Bild mit besonders augenfälligen Gestaltgruppierungen als Exempel für [[Gestalt]]gesetze beim visuellen Wahrnehmen. Auch das häufige Auftreten von Bildern einer bestimmten Art von Teekanne – der vielzitierte «Utah Tea Pot» – in Lehrbüchern zur [[Computergraphik]] ist entsprechend nicht so zu interpretieren, dass Teekannen dieser Art ein fast unentbehrliches Utensil zum Betreiben von Computergraphik darstellten. Vielmehr wird hier an einem standardisierten (wenn auch virtuellen) Objekt auf die Auswirkungen bestimmter Variationen am Erzeugungsprozess solcher Bilder fokussiert (Abb. 1).&amp;lt;ref&amp;gt; Eine solche Lesart kann besonders dadurch verstärkt werden, dass das Bild als Teil einer entsprechenden Serie auftritt, so dass die Wirkung verschiedener Erzeugungs&amp;amp;shy;verfahren (bzw. unterschiedlicher Parameter eines Verfahrens) am gleichen [[Bildinhalt]] verglichen werden kann.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Negative Exemplifikation ist ebenfalls bei reflexiv verwendeten Bildern möglich und tritt auch nicht selten auf: Das &#039;&#039;Brechen&#039;&#039; mit einer Erwartungshaltung dient als Verweis eben auf die Bedeutung dieser Erwartungshaltung als Teil des “normalen” medialen Verwendungszusammenhangs. Entsprechend können selbst monochrome Flächen über den reflexiven Verwendungsmodus als Bilder mit negativer Exemplifikation analysiert werden: Mit ihnen kann auf alles aufmerksam gemacht werden, was ihnen gerade gegenüber einem “normalen” Bild fehlt.&amp;lt;ref&amp;gt;Das heißt nicht, dass mit als Bildern eingesetzten mono&amp;amp;shy;chromen Flächen keine positiven Exemplifikationen möglich wären: Man kann sie auch dazu verwenden, um auf bestimmte – etwa affektive – Effekte hinzuweisen, die mit ihnen ausgelöst werden können, obwohl oder gerade weil die üblichen örtlichen Farb&amp;amp;shy;variationen und alles was damit zusammenhängt hier fehlen.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
[[Datei:Dalmatiner.jpg|thumb|Abbildung 2: (Initial) schwer verständliches Bild eines Dalmatiners]]&lt;br /&gt;
Auch die Wirkung bestimmter [[Vexierbild]]er kann analysiert werden als ein Kommunikationsversuch mit einem Bild, der zunächst fehlschlägt. Erst die reflexive Verwendung des Bildes als eine Strategie zum Erkennen und Beheben des medialen Fehlers liefert Hinweise, was bei diesem Bildgebrauch fehlt. Diese Einsicht kann dazu genutzt werden, das Bild doch noch – auf andere Weise – zu verstehen. Das in der Wahrnehmungspsychologie sehr bekannte «Bild eines Dalmatiners» (Abb. 2) funktioniert ganz in diesem Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Die reflexive Selbstpräsentation des Bildes nach den ersten Fehlversuchen, überhaupt etwas darin zu erkennen, führt zur Erkenntnis, dass das Fehlen von klaren Objekt-Konturen das Sehen von Gegenständen und damit die Interpretation gegenständlich darstellender Bilder erschwert; mit diesem Verständnis (und dem Wissen, dass es sich um einen Dalmatiner handeln soll) gelingt es in der Regel nach einiger Zeit, sich den Dalmatiner im Bild zu zeigen – eine Veränderung des Wahrnehmungsvermögens, die im Anschluss bestehen bleibt, so dass bei weiteren Präsentationen des Bildes der reflexive Modus nicht unbedingt eingenommen zu werden braucht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Offensichtlich sind im Prinzip sämtliche theoretisch als an der Bildverwendung beteiligt verstandenen Faktoren auch Kandidaten für eine positive oder negative Exemplifikation bei einem reflexiv verwendeten Bild, insbesondere alle durch zeichen-, medien- und wahrnehmungstheoretische Begriffe gefassten Teilphänomene des Bildgebrauchs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mediale Auswirkungen der reflexiven Bildverwendung==&lt;br /&gt;
Der reflexive Bildgebrauch hat gegenüber der “direkten” Verwendung spezifische Folgen: Besonders hervorzuheben ist, dass die reflexive Verwendung in der Regel die “normalen” Verwendungsbedingungen des Bildes zwar voraussetzt, sie aber zugleich außer Kraft setzt. Wie am obigen Beispiel der «Utah Tea Pot»-Bilder in der Computergraphik bereits angedeutet, treten insbesondere die semantischen Aspekte gegenüber den Normalverwendungen oft stark zurück: Es kommt nun nicht mehr darauf an, was mit dem Bild normalerweise zu sehen gegeben wird – etwa eine Teekanne. Der übliche semantische Gehalt ist nur noch einer von unendlich vielen anderen ebenfalls möglichen, die alle als Träger einer ganz anderen Botschaft dienen könnten, um die es jetzt tatsächlich geht, nämlich dass man mit dieser oder jener Ausprägung eines computergraphischen Verfahrens ein &#039;&#039;solches&#039;&#039; Bild erhält. &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Ein derartiges Abschirmen des eigentlichen semantischen Gehalts ist auch von Zitaten und Anführungen in anderen Medien bzw. [[Zeichen, Zeichenträger, Zeichensystem|Zeichensystemen]] bekannt. Tatsächlich handelt es sich um eine spezielle Ausprägung eines allgemeineren Zurücktretens der &#039;&#039;normalen&#039;&#039; pragmatischen Aspekte in der reflexiven gegenüber der nicht reflexiven Verwendung. Wer etwa ein Versprechen nur zitiert, ist in der Regel keineswegs bereit, für dessen Einhalten einzustehen – etwas, das zu den normalen Verwendungsbedingungen des Versprechens gehört. Als bildliches Äquivalent mag folgendes Beispiel dienen: Vergleichen wir das Bild einer Überwachungskamera einerseits in normaler Nutzung und andererseits in reflexiver Verwendung, etwa im Katalog des Herstellers des Überwachungssystems. Im ersten Fall gehört es zu den normalen Anwendungsbedingungen, dass der Bildnutzer seine Aufmerksamkeit mit dem Bild auf die Situation vor der Kamera richtet und entsprechend auf die im Bild zu sehende Szene reagiert. Nichts dergleichen trifft zu, wenn mit eben dem Bildträger im Katalog für das Überwachungssystem geworben – und damit auf bestimmte Aspekte der Entstehung und &#039;&#039;normalen&#039;&#039; Verwendung des Bildes aufmerksam gemacht – werden soll.&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Das Ausschalten der &#039;&#039;normalen&#039;&#039; pragmatischen Zusammenhänge liegt insbesondere daran, dass bei reflexiven Verwendungen auch die Bildverwender selbst nicht nur einfach Akteure einer Kommunikationshandlung sind, sondern sich bei dieser Handlung selbst als Kommunizierende in den Blick nehmen (⊳ [[Bildrezeption als Kommunikationsprozess]]). Damit verwendet auch der, der ein ganz bestimmtes Bild etwa von Picasso als einen ‘typischen Picasso’ betrachtet, dieses Bild bereits in reflexiver Weise. Gleiches gilt für denjenigen, der einem Bild als Beobachter seines Betrachtens des Bildes gegenübertritt. Auch er fokussiert mit diesem Bildgebrauch auf einen bestimmten Aspekt des unreflexiven Bildgebrauchs. Die tatsächlich vollzogene Kommunikationshandlung unterscheidet sich also deutlich vom direkten Bildgebrauch mit der Konsequenz, dass auch ganz andere pragmatische Regeln zu befolgen sind.&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Der reflexive Gebrauch eines Zeichens kann selbst auf reflexive Weise verwendet werden. Das haben wir beispielsweise in diesem Text getan, wenn wir Beispiele reflexiver Verwendung angeführt haben. Der potenziert reflexive Gebrauch tritt im Alltag eher selten auf, könnte allerdings im Bereich der Kunstkritik eine gewisse Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zusammenhänge mit anderen Begriffen==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das reflexiv verwendete Bild und die Selbstreferentialität des [[Material|Materials]]&#039;&#039;: Gelegentlich begegnet uns insbesondere im Kontext ungegenständlicher Bilder aber auch im Rahmen der Referenzdiskussion [[digitale Medien|digitaler Medien]] die Formulierung, solche Bilder seien &#039;&#039;selbstreferentiell&#039;&#039;, sie verwiesen nur noch auf ihre eigene [[Materialität]]. Diese Rede von der Selbstreferentialität des Materials steht in engem Zusammenhang mit reflexiven Bildverwendungen, mit denen auf (im weiten Sinne) syntaktische Aspekte des betrachteten Bildes oder auch allgemeiner seines Bildtyps aufmerksam gemacht wird (⊳ [[Materialität und Bildsyntax]]). Die Besonderheit ungegenständlicher Bilder – etwa monochrome Flächen, abstrakte Ornamente – besteht insbesondere darin, dass sie keine (offensichtliche) semantische Dimension zu haben scheinen. Geht man davon aus, dass Bilder normalerweise (d.h. wenn sie zur direkten Verwendung gedacht sind) eine mehr oder weniger direkt ersichtliche oder über eine Legende beigelegte Bedeutung haben, sollte dieser Bruch mit einer Kommunikationserwartung den Wechsel zur reflexiven Verwendung auslösen. So liegt die These nahe, dass rein ungegenständliche Bilder überhaupt nur in reflexiver Verwendung Bilder sind (⊳ [[Semantik ungegenständlicher Bilder]]).&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das reflexiv verwendete Bild und die [[bildende Kunst]]&#039;&#039;: Auch für die Unterscheidung zwischen [[künstlerisches Bild und Alltagsbild|Alltagsbild und künstlerischem Bild]] scheint der Begriff der reflexiven Verwendung relevant: Zwar können Alltagsbilder, wie alle Bilder, auch reflexiv verwendet werden; bei den Bildern der bildenden Kunst scheint hingegen der reflexive Gebrauch die Norm, da hier in der Begegnung mit dem Bild immer zugleich die Aufmerksamkeit auf Aspekte seiner Herstellung, Materialität oder Wirkung gerichtet wird. Allenfalls kommen potenziert reflexive Verwendungsweisen hinzu. &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das reflexiv verwendete Bild und die &#039;&#039;emphatischen Bilder&#039;&#039; der [[Bildlichkeit: Bedingungen und Folgen|Bildlichkeitsdebatte]]&#039;&#039;: Auch bei den sogenannten ‘emphatischen Bildern’ handelt es sich durchweg um reflexiv verwendete Bilder, soll sich doch bei diesen Bildern die Bildhaftigkeit auf besonders hervorgehobene Weise zeigen bzw. genauer aufzeigen lassen. Wenn aber ein Bild dazu verwendet wird, um unter anderem auf das aufmerksam zu machen, was Bilder (allgemein oder einer bestimmten Sorte) auszeichnet, dann werden sie offensichtlich reflexiv verwendet. &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das reflexiv verwendete Bild und die [[Identität bildhafter Zeichen]]&#039;&#039;: Schließlich ist zu fragen, ob es tatsächlich sinnvoll ist, von &#039;&#039;einem&#039;&#039; Bild zu sagen, es könne direkt oder reflexiv (sogar auf verschiedenen Stufen der Reflexivität) verwendet werden oder ob mit den verschiedenen Verwendungsweisen desselben Bildträgers durchaus &#039;&#039;unterschiedliche&#039;&#039; Bilder konstituiert werden. Immerhin entspricht ersteres eher unserer alltäglichen Sprachpraxis. Doch haben sich in der Theoriebildung durchaus verschiedene Meinungen etabliert (⊳ [[Identität bildhafter Zeichen]] und [[Identitätskriterien für Bildträger]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Bildende Kunst]]&lt;br /&gt;
* [[Bildinhalt]] &lt;br /&gt;
* [[Bildlichkeit: Bedingungen und Folgen]]&lt;br /&gt;
* [[Bildrezeption als Kommunikationsprozess]]&lt;br /&gt;
* [[Bildzitat]]&lt;br /&gt;
* [[Computergraphik]]&lt;br /&gt;
* [[Digitale Medien]]&lt;br /&gt;
* [[Gestalt]]&lt;br /&gt;
* [[Identität bildhafter Zeichen]]&lt;br /&gt;
* [[Identitätskriterien für Bildträger]]&lt;br /&gt;
* [[Illokution]]&lt;br /&gt;
* [[Interaktion und Kommunikation]]&lt;br /&gt;
* [[Künstlerisches Bild und Alltagsbild]]&lt;br /&gt;
* [[Material]]&lt;br /&gt;
* [[Materialität]]&lt;br /&gt;
* [[Materialität und Bildsyntax]]&lt;br /&gt;
* [[Nomination]]&lt;br /&gt;
* [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]&lt;br /&gt;
* [[Semantik ungegenständlicher Bilder]]&lt;br /&gt;
* [[Sprachliche Metaphern und allgemeine Metaphorologie]]&lt;br /&gt;
* [[Vexierbild]]&lt;br /&gt;
* [[Zeichen, Zeichenträger, Zeichensystem]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muss dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Joerg R.J. Schirra|Jörg R.J. Schirra]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Bild_in_reflexiver_Verwendung&amp;diff=15453</id>
		<title>Bild in reflexiver Verwendung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Bild_in_reflexiver_Verwendung&amp;diff=15453"/>
		<updated>2013-09-19T11:05:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* Die reflexive Verwendung von Zeichenhandlungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildverwendungstypen]]&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Bildverwendungstypen]]&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Die reflexive Verwendung von Zeichenhandlungen==&lt;br /&gt;
Alle Zeichen oder allgemeiner alle [[Interaktion und Kommunikation|kommunikativen]] und damit medialen Handlungen können außer zu ihren eigentlichen (direkten) Verwendungszwecken nicht nur zu symbolisch erweiterten Kommunikationshandlungen ([[sprachliche Metaphern und allgemeine Metaphorologie|metaphorische]] Verwendungsweisen) herangezogen werden: Sie können darüber hinaus auch dazu benutzt werden, um auf Aspekte von Kommunikationshandlungen eben dieses Typs selbst aufmerksam zu machen. Wegen dieses Rückbezugs auf die durchgeführte Kommunikationshandlung selbst wird diese Verwendungsweise die &#039;&#039;reflexive Verwendung&#039;&#039; einer Kommunikationshandlung genannt. Zu ihr zählen zum Zwecke des Lehrens vorgeführte Beispielhandlungen, durch die auf mehr oder weniger alle Ausführungsaspekte aufmerksam gemacht werden kann, ebenso wie anführende Verwendungen, bei denen etwa gezielt ganz bestimmte Bedingungen für das Erzeugen eines entsprechenden Zeichenträgers in den Blick gerückt werden (sollen). &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Auf Sprache bezogen wären demnach reflexiv verwendete sprachliche Zeichen solche verbalen Äußerungen, bei denen es weniger darum geht, den normalerweise damit vollzogenen Sprechakt einfach zu aktualisieren. Vielmehr soll der Vollzug eines solchen [[Illokution|Sprechakts]] oder zumindest ein bestimmter Aspekt davon exemplarisch hervorgehoben werden. So sind die Beispielsätze, an denen in keinem Linguistikartikel oder -lehrbuch Mangel herrschen dürfte, durchweg als reflexiv verwendet zu verstehen: Mit der (wiederholten) Äußerung des Satzes ‘Jonas ging nach Hause’ etwa im ersten Abschnitt von Searles «Sprechakttheorie» (&amp;lt;bib id=&#039;Searle 1971a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) soll ja nicht mitgeteilt oder behauptet werden, was üblicherweise unter normalen Verwendungsbedingungen mit dem Äußern jenes Satzes mitgeteilt oder behauptet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;So bleibt beispielsweise in dem Kontext vollkommen unklar, wer eigentlich mit ‘Jonas’ gemeint ist; ⊳ [[Nomination]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Vielmehr dient seine Äußerung hier als ein Beispiel für das Äußern von Sätzen als solches und für ein damit typischerweise verbundenes mentales Phänomen (dass man nämlich mit der Äußerung etwas &#039;&#039;meint&#039;&#039;).   &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Prinzipiell besteht eine enge begriffliche Beziehung zwischen reflexiven Verwendungen und der [[Referenz, Denotation, Exemplifikation|Exemplifikation]]. Allerdings wird letztere in der Regel vorwiegend als &#039;&#039;positive Exemplifikation&#039;&#039; verstanden: Die exemplifizierende Handlung weist selbst den als Beispiel demonstrierten Aspekt auf. Die reflexive Zeichenverwendung umfasst aber auch Fälle von &#039;&#039;negativer Exemplifikation&#039;&#039;: So kann mit einer Zeichenverwendung beispielsweise durch Abwesenheit auf das Fehlen bestimmter für Zeichenhandlungen dieses Typs normalerweise wichtiger oder unumgänglicher Aspekte hingewiesen werden. Aus diesem Grund auch kann bei scheiternder Kommunikation eine Reinterpretation als reflexiv gemeinte Verwendung dazu benutzt werden, den oder die Fehler in der Kommunikationshandlung auf der Metaebene zu erkennen (und evtl. zu überspielen).&amp;lt;ref&amp;gt; Ich führe mir dann etwa das defiziente Zeichen selbst auf reflexive Weise vor, um mich auf fehlerhafte Aspekte seiner Verwendung aufmerksam zu machen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bilder in reflexiver Verwendung==&lt;br /&gt;
Da alle kommunikativen bzw. medialen Handlungen reflexiv verwendet werden können, muss dieser Verwendungstyp auch für den – als mediale Handlung verstandenen – Bildgebrauch auftreten. Tatsächlich wird man [[Bildzitat]]e oder auf andere Weise angeführte Bilder sinnvoller Weise als reflexive Bildverwendungen analysieren, wird dabei doch gerade auf Aspekte der jeweiligen (direkten, symbolisch erweiterten oder sogar bereits reflexiv verwendeten) Bildverwendung selbst aufmerksam gemacht, ganz so, wie es die Definition der reflexiven Verwendungsweise fordert.&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
[[Datei:Teapots.jpg|thumb|Abbildung 1: Serie von Bildern des «Utah Tea Pots» mit dem eigentlichen Ziel, computergraphische Verfahren zu illustrieren]]&lt;br /&gt;
Typische Beispiele sind auch hier in Lehrbüchern verwendete Bilder, mit denen auf bestimmte Gesichtspunkte des Erzeugens und Rezipierens von Bildern im Sinne einer positiven Exemplifikation aufmerksam gemacht werden soll: Wenn etwa in einem Lehrbuch zur Gestaltungslehre ein Bild mit einem besonders auffälligen ›bildbestimmenden Punkt‹ dazu benutzt wird, den Begriff des »bildbestimmenden Punkts« zu thematisieren oder ein Bild mit besonders augenfälligen Gestaltgruppierungen als Exempel für [[Gestalt]]gesetze beim visuellen Wahrnehmen. Auch das häufige Auftreten von Bildern einer bestimmten Art von Teekanne – der vielzitierte «Utah Tea Pot» – in Lehrbüchern zur [[Computergraphik]] ist entsprechend nicht so zu interpretieren, dass Teekannen dieser Art ein fast unentbehrliches Utensil zum Betreiben von Computergraphik darstellten. Vielmehr wird hier an einem standardisierten (wenn auch virtuellen) Objekt auf die Auswirkungen bestimmter Variationen am Erzeugungsprozess solcher Bilder fokussiert (Abb. 1).&amp;lt;ref&amp;gt; Eine solche Lesart kann besonders dadurch verstärkt werden, dass das Bild als Teil einer entsprechenden Serie auftritt, so dass die Wirkung verschiedener Erzeugungs&amp;amp;shy;verfahren (bzw. unterschiedlicher Parameter eines Verfahrens) am gleichen [[Bildinhalt]] verglichen werden kann.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Negative Exemplifikation ist ebenfalls bei reflexiv verwendeten Bildern möglich und tritt auch nicht selten auf: Das &#039;&#039;Brechen&#039;&#039; mit einer Erwartungshaltung dient als Verweis eben auf die Bedeutung dieser Erwartungshaltung als Teil des “normalen” medialen Verwendungszusammenhangs. Entsprechend können selbst monochrome Flächen über den reflexiven Verwendungsmodus als Bilder mit negativer Exemplifikation analysiert werden: Mit ihnen kann auf alles aufmerksam gemacht werden, was ihnen gerade gegenüber einem “normalen” Bild fehlt.&amp;lt;ref&amp;gt;Das heißt nicht, dass mit als Bildern eingesetzten mono&amp;amp;shy;chromen Flächen keine positiven Exemplifikationen möglich wären: Man kann sie auch dazu verwenden, um auf bestimmte – etwa affektive – Effekte hinzuweisen, die mit ihnen ausgelöst werden können, obwohl oder gerade weil die üblichen örtlichen Farb&amp;amp;shy;variationen und alles was damit zusammenhängt hier fehlen.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
[[Datei:Dalmatiner.jpg|thumb|Abbildung 2: (Initial) schwer verständliches Bild eines Dalmatiners]]&lt;br /&gt;
Auch die Wirkung bestimmter [[Vexierbild]]er kann analysiert werden als ein Kommunikationsversuch mit einem Bild, der zunächst fehlschlägt. Erst die reflexive Verwendung des Bildes als eine Strategie zum Erkennen und Beheben des medialen Fehlers liefert Hinweise, was bei diesem Bildgebrauch fehlt. Diese Einsicht kann dazu genutzt werden, das Bild doch noch – auf andere Weise – zu verstehen. Das in der Wahrnehmungspsychologie sehr bekannte «Bild eines Dalmatiners» (Abb. 2) funktioniert ganz in diesem Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Die reflexive Selbstpräsentation des Bildes nach den ersten Fehlversuchen, überhaupt etwas darin zu erkennen, führt zur Erkenntnis, dass das Fehlen von klaren Objekt-Konturen das Sehen von Gegenständen und damit die Interpretation gegenständlich darstellender Bilder erschwert; mit diesem Verständnis (und dem Wissen, dass es sich um einen Dalmatiner handeln soll) gelingt es in der Regel nach einiger Zeit, sich den Dalmatiner im Bild zu zeigen – eine Veränderung des Wahrnehmungsvermögens, die im Anschluss bestehen bleibt, so dass bei weiteren Präsentationen des Bildes der reflexive Modus nicht unbedingt eingenommen zu werden braucht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Offensichtlich sind im Prinzip sämtliche theoretisch als an der Bildverwendung beteiligt verstandenen Faktoren auch Kandidaten für eine positive oder negative Exemplifikation bei einem reflexiv verwendeten Bild, insbesondere alle durch zeichen-, medien- und wahrnehmungstheoretische Begriffe gefassten Teilphänomene des Bildgebrauchs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mediale Auswirkungen der reflexiven Bildverwendung==&lt;br /&gt;
Der reflexive Bildgebrauch hat gegenüber der “direkten” Verwendung spezifische Folgen: Besonders hervorzuheben ist, dass die reflexive Verwendung in der Regel die “normalen” Verwendungsbedingungen des Bildes zwar voraussetzt, sie aber zugleich außer Kraft setzt. Wie am obigen Beispiel der «Utah Tea Pot»-Bilder in der Computergraphik bereits angedeutet, treten insbesondere die semantischen Aspekte gegenüber den Normalverwendungen oft stark zurück: Es kommt nun nicht mehr darauf an, was mit dem Bild normalerweise zu sehen gegeben wird – etwa eine Teekanne. Der übliche semantische Gehalt ist nur noch einer von unendlich vielen anderen ebenfalls möglichen, die alle als Träger einer ganz anderen Botschaft dienen könnten, um die es jetzt tatsächlich geht, nämlich dass man mit dieser oder jener Ausprägung eines computergraphischen Verfahrens ein &#039;&#039;solches&#039;&#039; Bild erhält. &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Ein derartiges Abschirmen des eigentlichen semantischen Gehalts ist auch von Zitaten und Anführungen in anderen Medien bzw. [[Zeichen, Zeichenträger, Zeichensystem|Zeichensystemen]] bekannt. Tatsächlich handelt es sich um eine spezielle Ausprägung eines allgemeineren Zurücktretens der &#039;&#039;normalen&#039;&#039; pragmatischen Aspekte in der reflexiven gegenüber der nicht reflexiven Verwendung. Wer etwa ein Versprechen nur zitiert, ist in der Regel keineswegs bereit, für dessen Einhalten einzustehen – etwas, das zu den normalen Verwendungsbedingungen des Versprechens gehört. Als bildliches Äquivalent mag folgendes Beispiel dienen: Vergleichen wir das Bild einer Überwachungskamera einerseits in normaler Nutzung und andererseits in reflexiver Verwendung, etwa im Katalog des Herstellers des Überwachungssystems. Im ersten Fall gehört es zu den normalen Anwendungsbedingungen, dass der Bildnutzer seine Aufmerksamkeit mit dem Bild auf die Situation vor der Kamera richtet und entsprechend auf die im Bild zu sehende Szene reagiert. Nichts dergleichen trifft zu, wenn mit eben dem Bildträger im Katalog für das Überwachungssystem geworben – und damit auf bestimmte Aspekte der Entstehung und &#039;&#039;normalen&#039;&#039; Verwendung des Bildes aufmerksam gemacht – werden soll.&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Das Ausschalten der &#039;&#039;normalen&#039;&#039; pragmatischen Zusammenhänge liegt insbesondere daran, dass bei reflexiven Verwendungen auch die Bildverwender selbst nicht nur einfach Akteure einer Kommunikationshandlung sind, sondern sich bei dieser Handlung selbst als Kommunizierende in den Blick nehmen (⊳ [[Bildrezeption als Kommunikationsprozess]]). Damit verwendet auch der, der ein ganz bestimmtes Bild etwa von Picasso als einen ‘typischen Picasso’ betrachtet, dieses Bild bereits in reflexiver Weise. Gleiches gilt für denjenigen, der einem Bild als Beobachter seines Betrachtens des Bildes gegenübertritt. Auch er fokussiert mit diesem Bildgebrauch auf einen bestimmten Aspekt des unreflexiven Bildgebrauchs. Die tatsächlich vollzogene Kommunikationshandlung unterscheidet sich also deutlich vom direkten Bildgebrauch mit der Konsequenz, dass auch ganz andere pragmatische Regeln zu befolgen sind.&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Der reflexive Gebrauch eines Zeichens kann selbst auf reflexive Weise verwendet werden. Das haben wir beispielsweise in diesem Text getan, wenn wir Beispiele reflexiver Verwendung angeführt haben. Der potenziert reflexive Gebrauch tritt im Alltag eher selten auf, könnte allerdings im Bereich der Kunstkritik eine gewisse Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zusammenhänge mit anderen Begriffen==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das reflexiv verwendete Bild und die Selbstreferentialität des [[Material|Materials]]&#039;&#039;: Gelegentlich begegnet uns insbesondere im Kontext ungegenständlicher Bilder aber auch im Rahmen der Referenzdiskussion [[digitale Medien|digitaler Medien]] die Formulierung, solche Bilder seien &#039;&#039;selbstreferentiell&#039;&#039;, sie verweisen nur noch auf ihre eigene [[Materialität]]. Diese Rede von der Selbstreferentialität des Materials steht in engem Zusammenhang mit reflexiven Bildverwendungen, mit denen auf (im weiten Sinne) syntaktische Aspekte des betrachteten Bildes oder auch allgemeiner seines Bildtyps aufmerksam gemacht wird (⊳ [[Materialität und Bildsyntax]]). Die Besonderheit ungegenständlicher Bilder – etwa monochrome Flächen, abstrakte Ornamente – besteht insbesondere darin, dass sie keine (offensichtliche) semantische Dimension zu haben scheinen. Geht man davon aus, dass Bilder normalerweise (d.h. wenn sie zur direkten Verwendung gedacht sind) eine mehr oder weniger direkt ersichtliche oder über eine Legende beigelegte Bedeutung haben, sollte dieser Bruch mit einer Kommunikationserwartung den Wechsel zur reflexiven Verwendung auslösen. So liegt die These nahe, dass rein ungegenständliche Bilder überhaupt nur in reflexiver Verwendung Bilder sind (⊳ [[Semantik ungegenständlicher Bilder]]).&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das reflexiv verwendete Bild und die [[bildende Kunst]]&#039;&#039;: Auch für die Unterscheidung zwischen [[künstlerisches Bild und Alltagsbild|Alltagsbild und künstlerischem Bild]] scheint der Begriff der reflexiven Verwendung relevant: Zwar können Alltagsbilder, wie alle Bilder, auch reflexiv verwendet werden; bei den Bildern der bildenden Kunst scheint hingegen der reflexive Gebrauch die Norm, da hier in der Begegnung mit dem Bild immer zugleich die Aufmerksamkeit auf Aspekte seiner Herstellung, Materialität oder Wirkung gerichtet wird. Allenfalls kommen potenziert reflexive Verwendungsweisen hinzu. &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das reflexiv verwendete Bild und die &#039;&#039;emphatischen Bilder&#039;&#039; der [[Bildlichkeit: Bedingungen und Folgen|Bildlichkeitsdebatte]]&#039;&#039;: Auch bei den sogenannten ‘emphatischen Bildern’ handelt es sich durchweg um reflexiv verwendete Bilder, soll sich doch bei diesen Bildern die Bildhaftigkeit auf besonders hervorgehobene Weise zeigen bzw. genauer aufzeigen lassen. Wenn aber ein Bild dazu verwendet wird, um unter anderem auf das aufmerksam zu machen, was Bilder (allgemein oder einer bestimmten Sorte) auszeichnet, dann werden sie offensichtlich reflexiv verwendet. &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das reflexiv verwendete Bild und die [[Identität bildhafter Zeichen]]&#039;&#039;: Schließlich ist zu fragen, ob es tatsächlich sinnvoll ist, von &#039;&#039;einem&#039;&#039; Bild zu sagen, es könne direkt oder reflexiv (sogar auf verschiedenen Stufen der Reflexivität) verwendet werden oder ob mit den verschiedenen Verwendungsweisen desselben Bildträgers durchaus &#039;&#039;unterschiedliche&#039;&#039; Bilder konstituiert werden. Immerhin entspricht ersteres eher unserer alltäglichen Sprachpraxis. Doch haben sich in der Theoriebildung durchaus verschiedene Meinungen etabliert (⊳ [[Identität bildhafter Zeichen]] und [[Identitätskriterien für Bildträger]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Bildende Kunst]]&lt;br /&gt;
* [[Bildinhalt]] &lt;br /&gt;
* [[Bildlichkeit: Bedingungen und Folgen]]&lt;br /&gt;
* [[Bildrezeption als Kommunikationsprozess]]&lt;br /&gt;
* [[Bildzitat]]&lt;br /&gt;
* [[Computergraphik]]&lt;br /&gt;
* [[Digitale Medien]]&lt;br /&gt;
* [[Gestalt]]&lt;br /&gt;
* [[Identität bildhafter Zeichen]]&lt;br /&gt;
* [[Identitätskriterien für Bildträger]]&lt;br /&gt;
* [[Illokution]]&lt;br /&gt;
* [[Interaktion und Kommunikation]]&lt;br /&gt;
* [[Künstlerisches Bild und Alltagsbild]]&lt;br /&gt;
* [[Material]]&lt;br /&gt;
* [[Materialität]]&lt;br /&gt;
* [[Materialität und Bildsyntax]]&lt;br /&gt;
* [[Nomination]]&lt;br /&gt;
* [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]&lt;br /&gt;
* [[Semantik ungegenständlicher Bilder]]&lt;br /&gt;
* [[Sprachliche Metaphern und allgemeine Metaphorologie]]&lt;br /&gt;
* [[Vexierbild]]&lt;br /&gt;
* [[Zeichen, Zeichenträger, Zeichensystem]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muss dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Joerg R.J. Schirra|Jörg R.J. Schirra]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Bild_in_reflexiver_Verwendung&amp;diff=15451</id>
		<title>Bild in reflexiver Verwendung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Bild_in_reflexiver_Verwendung&amp;diff=15451"/>
		<updated>2013-09-19T11:02:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildverwendungstypen]]&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Bildverwendungstypen]]&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Die reflexive Verwendung von Zeichenhandlungen==&lt;br /&gt;
Alle Zeichen oder allgemeiner alle [[Interaktion und Kommunikation|kommunikativen]] und damit medialen Handlungen können außer zu ihren eigentlichen (direkten) Verwendungszwecken nicht nur zu symbolisch erweiterten Kommunikationshandlungen ([[sprachliche Metaphern und allgemeine Metaphorologie|metaphorische]] Verwendungsweisen) herangezogen werden: Sie können darüber hinaus auch dazu benutzt werden, um auf Aspekte von Kommunikationshandlungen eben dieses Typs selbst aufmerksam zu machen. Wegen dieses Rückbezugs auf die durchgeführte Kommunikationshandlung selbst wird diese Verwendungsweise die &#039;&#039;reflexive Verwendung&#039;&#039; einer Kommunikationshandlung genannt. Zu ihr zählen zum Zwecke des Lehrens vorgeführte Beispielhandlungen, durch die auf mehr oder weniger alle Ausführungsaspekte aufmerksam gemacht werden kann, ebenso wie anführende Verwendungen, bei denen etwa gezielt ganz bestimmte Bedingungen für das Erzeugen eines entsprechenden Zeichenträgers in den Blick gerückt werden (sollen). &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Auf Sprache bezogen wären demnach reflexiv verwendete sprachliche Zeichen solche verbalen Äußerungen, bei denen es weniger darum geht, den normalerweise damit vollzogenen Sprechakt einfach zu aktualisieren. Vielmehr soll der Vollzug eines solchen [[Illokution|Sprechakts]] oder zumindest ein bestimmter Aspekt davon exemplarisch hervorgehoben werden. So sind die Beispielsätze, an denen in keinem Linguistikartikel oder -lehrbuch Mangel herrschen dürfte, durchweg als reflexiv verwendet zu verstehen: Mit der (wiederholten) Äußerung des Satzes ‘Jonas ging nach Hause’ etwa im ersten Abschnitt von Searles «Sprechakttheorie» (&amp;lt;bib id=&#039;Searle 1971a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) soll ja nicht mitgeteilt oder behauptet werden, was üblicherweise unter normalen Verwendungsbedingungen mit dem Äußern jenes Satzes mitgeteilt oder behauptet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;So bleibt beispielsweise in dem Kontext vollkommen unklar, wer eigentlich mit ‘Jonas’ gemeint ist; ⊳ [[Nomination]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Vielmehr dient seine Äußerung hier als ein Beispiel für das Äußern von Sätzen als solches und einem damit typischerweise verbundenen mentalen Phänomen (dass man nämlich mit der Äußerung etwas &#039;&#039;meint&#039;&#039;).   &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Prinzipiell besteht eine enge begriffliche Beziehung zwischen reflexiven Verwendungen und der [[Referenz, Denotation, Exemplifikation|Exemplifikation]]. Allerdings wird letztere in der Regel vorwiegend als &#039;&#039;positive Exemplifikation&#039;&#039; verstanden: Die exemplifizierende Handlung weist selbst den als Beispiel demonstrierten Aspekt auf. Die reflexive Zeichenverwendung umfasst aber auch Fälle von &#039;&#039;negativer Exemplifikation&#039;&#039;: So kann mit einer Zeichenverwendung beispielsweise durch Abwesenheit auf das Fehlen bestimmter für Zeichenhandlungen dieses Typs normalerweise wichtiger oder unumgänglicher Aspekte hingewiesen werden. Aus diesem Grund auch kann bei scheiternder Kommunikation eine Reinterpretation als reflexiv gemeinte Verwendung dazu benutzt werden, den oder die Fehler in der Kommunikationshandlung auf der Metaebene zu erkennen (und evtl. zu überspielen).&amp;lt;ref&amp;gt; Ich führe mir dann etwa das defiziente Zeichen selbst auf reflexive Weise vor, um mich auf fehlerhafte Aspekte seiner Verwendung aufmerksam zu machen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bilder in reflexiver Verwendung==&lt;br /&gt;
Da alle kommunikativen bzw. medialen Handlungen reflexiv verwendet werden können, muss dieser Verwendungstyp auch für den – als mediale Handlung verstandenen – Bildgebrauch auftreten. Tatsächlich wird man [[Bildzitat]]e oder auf andere Weise angeführte Bilder sinnvoller Weise als reflexive Bildverwendungen analysieren, wird dabei doch gerade auf Aspekte der jeweiligen (direkten, symbolisch erweiterten oder sogar bereits reflexiv verwendeten) Bildverwendung selbst aufmerksam gemacht, ganz so, wie es die Definition der reflexiven Verwendungsweise fordert.&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
[[Datei:Teapots.jpg|thumb|Abbildung 1: Serie von Bildern des «Utah Tea Pots» mit dem eigentlichen Ziel, computergraphische Verfahren zu illustrieren]]&lt;br /&gt;
Typische Beispiele sind auch hier in Lehrbüchern verwendete Bilder, mit denen auf bestimmte Gesichtspunkte des Erzeugens und Rezipierens von Bildern im Sinne einer positiven Exemplifikation aufmerksam gemacht werden soll: Wenn etwa in einem Lehrbuch zur Gestaltungslehre ein Bild mit einem besonders auffälligen ›bildbestimmenden Punkt‹ dazu benutzt wird, den Begriff des »bildbestimmenden Punkts« zu thematisieren oder ein Bild mit besonders augenfälligen Gestaltgruppierungen als Exempel für [[Gestalt]]gesetze beim visuellen Wahrnehmen. Auch das häufige Auftreten von Bildern einer bestimmten Art von Teekanne – der vielzitierte «Utah Tea Pot» – in Lehrbüchern zur [[Computergraphik]] ist entsprechend nicht so zu interpretieren, dass Teekannen dieser Art ein fast unentbehrliches Utensil zum Betreiben von Computergraphik darstellten. Vielmehr wird hier an einem standardisierten (wenn auch virtuellen) Objekt auf die Auswirkungen bestimmter Variationen am Erzeugungsprozess solcher Bilder fokussiert (Abb. 1).&amp;lt;ref&amp;gt; Eine solche Lesart kann besonders dadurch verstärkt werden, dass das Bild als Teil einer entsprechenden Serie auftritt, so dass die Wirkung verschiedener Erzeugungs&amp;amp;shy;verfahren (bzw. unterschiedlicher Parameter eines Verfahrens) am gleichen [[Bildinhalt]] verglichen werden kann.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Negative Exemplifikation ist ebenfalls bei reflexiv verwendeten Bildern möglich und tritt auch nicht selten auf: Das &#039;&#039;Brechen&#039;&#039; mit einer Erwartungshaltung dient als Verweis eben auf die Bedeutung dieser Erwartungshaltung als Teil des “normalen” medialen Verwendungszusammenhangs. Entsprechend können selbst monochrome Flächen über den reflexiven Verwendungsmodus als Bilder mit negativer Exemplifikation analysiert werden: Mit ihnen kann auf alles aufmerksam gemacht werden, was ihnen gerade gegenüber einem “normalen” Bild fehlt.&amp;lt;ref&amp;gt;Das heißt nicht, dass mit als Bildern eingesetzten mono&amp;amp;shy;chromen Flächen keine positiven Exemplifikationen möglich wären: Man kann sie auch dazu verwenden, um auf bestimmte – etwa affektive – Effekte hinzuweisen, die mit ihnen ausgelöst werden können, obwohl oder gerade weil die üblichen örtlichen Farb&amp;amp;shy;variationen und alles was damit zusammenhängt hier fehlen.&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
[[Datei:Dalmatiner.jpg|thumb|Abbildung 2: (Initial) schwer verständliches Bild eines Dalmatiners]]&lt;br /&gt;
Auch die Wirkung bestimmter [[Vexierbild]]er kann analysiert werden als ein Kommunikationsversuch mit einem Bild, der zunächst fehlschlägt. Erst die reflexive Verwendung des Bildes als eine Strategie zum Erkennen und Beheben des medialen Fehlers liefert Hinweise, was bei diesem Bildgebrauch fehlt. Diese Einsicht kann dazu genutzt werden, das Bild doch noch – auf andere Weise – zu verstehen. Das in der Wahrnehmungspsychologie sehr bekannte «Bild eines Dalmatiners» (Abb. 2) funktioniert ganz in diesem Sinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Die reflexive Selbstpräsentation des Bildes nach den ersten Fehlversuchen, überhaupt etwas darin zu erkennen, führt zur Erkenntnis, dass das Fehlen von klaren Objekt-Konturen das Sehen von Gegenständen und damit die Interpretation gegenständlich darstellender Bilder erschwert; mit diesem Verständnis (und dem Wissen, dass es sich um einen Dalmatiner handeln soll) gelingt es in der Regel nach einiger Zeit, sich den Dalmatiner im Bild zu zeigen – eine Veränderung des Wahrnehmungsvermögens, die im Anschluss bestehen bleibt, so dass bei weiteren Präsentationen des Bildes der reflexive Modus nicht unbedingt eingenommen zu werden braucht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Offensichtlich sind im Prinzip sämtliche theoretisch als an der Bildverwendung beteiligt verstandenen Faktoren auch Kandidaten für eine positive oder negative Exemplifikation bei einem reflexiv verwendeten Bild, insbesondere alle durch zeichen-, medien- und wahrnehmungstheoretische Begriffe gefassten Teilphänomene des Bildgebrauchs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mediale Auswirkungen der reflexiven Bildverwendung==&lt;br /&gt;
Der reflexive Bildgebrauch hat gegenüber der “direkten” Verwendung spezifische Folgen: Besonders hervorzuheben ist, dass die reflexive Verwendung in der Regel die “normalen” Verwendungsbedingungen des Bildes zwar voraussetzt, sie aber zugleich außer Kraft setzt. Wie am obigen Beispiel der «Utah Tea Pot»-Bilder in der Computergraphik bereits angedeutet, treten insbesondere die semantischen Aspekte gegenüber den Normalverwendungen oft stark zurück: Es kommt nun nicht mehr darauf an, was mit dem Bild normalerweise zu sehen gegeben wird – etwa eine Teekanne. Der übliche semantische Gehalt ist nur noch einer von unendlich vielen anderen ebenfalls möglichen, die alle als Träger einer ganz anderen Botschaft dienen könnten, um die es jetzt tatsächlich geht, nämlich dass man mit dieser oder jener Ausprägung eines computergraphischen Verfahrens ein &#039;&#039;solches&#039;&#039; Bild erhält. &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Ein derartiges Abschirmen des eigentlichen semantischen Gehalts ist auch von Zitaten und Anführungen in anderen Medien bzw. [[Zeichen, Zeichenträger, Zeichensystem|Zeichensystemen]] bekannt. Tatsächlich handelt es sich um eine spezielle Ausprägung eines allgemeineren Zurücktretens der &#039;&#039;normalen&#039;&#039; pragmatischen Aspekte in der reflexiven gegenüber der nicht reflexiven Verwendung. Wer etwa ein Versprechen nur zitiert, ist in der Regel keineswegs bereit, für dessen Einhalten einzustehen – etwas, das zu den normalen Verwendungsbedingungen des Versprechens gehört. Als bildliches Äquivalent mag folgendes Beispiel dienen: Vergleichen wir das Bild einer Überwachungskamera einerseits in normaler Nutzung und andererseits in reflexiver Verwendung, etwa im Katalog des Herstellers des Überwachungssystems. Im ersten Fall gehört es zu den normalen Anwendungsbedingungen, dass der Bildnutzer seine Aufmerksamkeit mit dem Bild auf die Situation vor der Kamera richtet und entsprechend auf die im Bild zu sehende Szene reagiert. Nichts dergleichen trifft zu, wenn mit eben dem Bildträger im Katalog für das Überwachungssystem geworben – und damit auf bestimmte Aspekte der Entstehung und &#039;&#039;normalen&#039;&#039; Verwendung des Bildes aufmerksam gemacht – werden soll.&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Das Ausschalten der &#039;&#039;normalen&#039;&#039; pragmatischen Zusammenhänge liegt insbesondere daran, dass bei reflexiven Verwendungen auch die Bildverwender selbst nicht nur einfach Akteure einer Kommunikationshandlung sind, sondern sich bei dieser Handlung selbst als Kommunizierende in den Blick nehmen (⊳ [[Bildrezeption als Kommunikationsprozess]]). Damit verwendet auch der, der ein ganz bestimmtes Bild etwa von Picasso als einen ‘typischen Picasso’ betrachtet, dieses Bild bereits in reflexiver Weise. Gleiches gilt für denjenigen, der einem Bild als Beobachter seines Betrachtens des Bildes gegenübertritt. Auch er fokussiert mit diesem Bildgebrauch auf einen bestimmten Aspekt des unreflexiven Bildgebrauchs. Die tatsächlich vollzogene Kommunikationshandlung unterscheidet sich also deutlich vom direkten Bildgebrauch mit der Konsequenz, dass auch ganz andere pragmatische Regeln zu befolgen sind.&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
Der reflexive Gebrauch eines Zeichens kann selbst auf reflexive Weise verwendet werden. Das haben wir beispielsweise in diesem Text getan, wenn wir Beispiele reflexiver Verwendung angeführt haben. Der potenziert reflexive Gebrauch tritt im Alltag eher selten auf, könnte allerdings im Bereich der Kunstkritik eine gewisse Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zusammenhänge mit anderen Begriffen==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das reflexiv verwendete Bild und die Selbstreferentialität des [[Material|Materials]]&#039;&#039;: Gelegentlich begegnet uns insbesondere im Kontext ungegenständlicher Bilder aber auch im Rahmen der Referenzdiskussion [[digitale Medien|digitaler Medien]] die Formulierung, solche Bilder seien &#039;&#039;selbstreferentiell&#039;&#039;, sie verweisen nur noch auf ihre eigene [[Materialität]]. Diese Rede von der Selbstreferentialität des Materials steht in engem Zusammenhang mit reflexiven Bildverwendungen, mit denen auf (im weiten Sinne) syntaktische Aspekte des betrachteten Bildes oder auch allgemeiner seines Bildtyps aufmerksam gemacht wird (⊳ [[Materialität und Bildsyntax]]). Die Besonderheit ungegenständlicher Bilder – etwa monochrome Flächen, abstrakte Ornamente – besteht insbesondere darin, dass sie keine (offensichtliche) semantische Dimension zu haben scheinen. Geht man davon aus, dass Bilder normalerweise (d.h. wenn sie zur direkten Verwendung gedacht sind) eine mehr oder weniger direkt ersichtliche oder über eine Legende beigelegte Bedeutung haben, sollte dieser Bruch mit einer Kommunikationserwartung den Wechsel zur reflexiven Verwendung auslösen. So liegt die These nahe, dass rein ungegenständliche Bilder überhaupt nur in reflexiver Verwendung Bilder sind (⊳ [[Semantik ungegenständlicher Bilder]]).&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das reflexiv verwendete Bild und die [[bildende Kunst]]&#039;&#039;: Auch für die Unterscheidung zwischen [[künstlerisches Bild und Alltagsbild|Alltagsbild und künstlerischem Bild]] scheint der Begriff der reflexiven Verwendung relevant: Zwar können Alltagsbilder, wie alle Bilder, auch reflexiv verwendet werden; bei den Bildern der bildenden Kunst scheint hingegen der reflexive Gebrauch die Norm, da hier in der Begegnung mit dem Bild immer zugleich die Aufmerksamkeit auf Aspekte seiner Herstellung, Materialität oder Wirkung gerichtet wird. Allenfalls kommen potenziert reflexive Verwendungsweisen hinzu. &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das reflexiv verwendete Bild und die &#039;&#039;emphatischen Bilder&#039;&#039; der [[Bildlichkeit: Bedingungen und Folgen|Bildlichkeitsdebatte]]&#039;&#039;: Auch bei den sogenannten ‘emphatischen Bildern’ handelt es sich durchweg um reflexiv verwendete Bilder, soll sich doch bei diesen Bildern die Bildhaftigkeit auf besonders hervorgehobene Weise zeigen bzw. genauer aufzeigen lassen. Wenn aber ein Bild dazu verwendet wird, um unter anderem auf das aufmerksam zu machen, was Bilder (allgemein oder einer bestimmten Sorte) auszeichnet, dann werden sie offensichtlich reflexiv verwendet. &lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das reflexiv verwendete Bild und die [[Identität bildhafter Zeichen]]&#039;&#039;: Schließlich ist zu fragen, ob es tatsächlich sinnvoll ist, von &#039;&#039;einem&#039;&#039; Bild zu sagen, es könne direkt oder reflexiv (sogar auf verschiedenen Stufen der Reflexivität) verwendet werden oder ob mit den verschiedenen Verwendungsweisen desselben Bildträgers durchaus &#039;&#039;unterschiedliche&#039;&#039; Bilder konstituiert werden. Immerhin entspricht ersteres eher unserer alltäglichen Sprachpraxis. Doch haben sich in der Theoriebildung durchaus verschiedene Meinungen etabliert (⊳ [[Identität bildhafter Zeichen]] und [[Identitätskriterien für Bildträger]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Bildende Kunst]]&lt;br /&gt;
* [[Bildinhalt]] &lt;br /&gt;
* [[Bildlichkeit: Bedingungen und Folgen]]&lt;br /&gt;
* [[Bildrezeption als Kommunikationsprozess]]&lt;br /&gt;
* [[Bildzitat]]&lt;br /&gt;
* [[Computergraphik]]&lt;br /&gt;
* [[Digitale Medien]]&lt;br /&gt;
* [[Gestalt]]&lt;br /&gt;
* [[Identität bildhafter Zeichen]]&lt;br /&gt;
* [[Identitätskriterien für Bildträger]]&lt;br /&gt;
* [[Illokution]]&lt;br /&gt;
* [[Interaktion und Kommunikation]]&lt;br /&gt;
* [[Künstlerisches Bild und Alltagsbild]]&lt;br /&gt;
* [[Material]]&lt;br /&gt;
* [[Materialität]]&lt;br /&gt;
* [[Materialität und Bildsyntax]]&lt;br /&gt;
* [[Nomination]]&lt;br /&gt;
* [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]&lt;br /&gt;
* [[Semantik ungegenständlicher Bilder]]&lt;br /&gt;
* [[Sprachliche Metaphern und allgemeine Metaphorologie]]&lt;br /&gt;
* [[Vexierbild]]&lt;br /&gt;
* [[Zeichen, Zeichenträger, Zeichensystem]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Joerg R.J. Schirra|Jörg R.J. Schirra]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13791</id>
		<title>Diagramm</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13791"/>
		<updated>2013-08-06T11:24:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* a) Die spezifische Fähigkeit von Diagrammen zur Sichtbarmachung und Veranschaulichung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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==Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von (im weiten Sinne) Bildern bzw. bildlichen Darstellungen, denen – in den jeweiligen Gebrauchskontexten – strukturelle und funktionale Eigenschaften zukommen, die sie aus dem Bereich der Bilder in besonderer Weise herausheben. Dazu gehören etwa: [[Karte|Karten]], geometrische Zeichnungen, Flussdiagramme, Graphen, logische Diagramme (etwa Venn-Diagramme), Funktionsdiagramme, Pläne, aber auch Mindmaps, Listen, Tabellen, Begriffs-Tableaus bzw. in gewisser Weise auch generell alle schriftbildlichen Darstellungen. Zu den entsprechenden spezifischen Eigenschaften dieser Art Bilder gehören insbesondere deren besondere Syntaktizität und Operativität, die sie zugleich in die Nähe anderer symbolischer Darstellungsmedien, wie Sprache und Schrift rücken, zum Teil sind diese diagrammatische Darstellungen sogar direkt mit Schriftzeichen amalgamiert. &lt;br /&gt;
In der Literatur werden unterschiedliche Vorschläge gemacht, die genannten speziellen Arten von Bildern unter einen einheitlichen Begriff zu fassen: etwa als „schematische Zeichnungen“ bzw. „Schemata“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2004&#039;&amp;gt;Dirmoser 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;, als „Strukturbilder“ &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt; oder eben als „Diagramme“ bzw. als „das Diagrammatische“ in einem weiten Sinne &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Am stärksten durchgesetzt als Oberbegriff scheint sich dabei der Begriff des „Diagramms“ zu haben, was sich insbesondere auch daran zeigt, dass sich ein entsprechender Begriff der „Diagrammatik“ etabliert hat, wobei „Diagrammatik“ eben eine Theorie der strukturellen und funktionalen Eigenschaften von diagrammatisch-schematischen Artefakten in diesem weiteren Sinne meint. Folgt man dieser extensional ausgeweiteten Verwendung des Begriffs „Diagramm“ bzw. des „Diagrammatischen“, setzt dies natürlich zugleich voraus, dass man die Differenz zu den Diagrammbegriffen im engeren Sinne präsent hält: Wir unterscheiden ja normalsprachlich zwischen beispielsweise Karten und Tabellen einerseits und Diagrammen im engeren Sinne (als geometrischen Darstellungen, als logischen Diagrammen, Fluss- und Funktionsdiagrammen) andererseits. Trotzdem scheinen eine Reihe von markanten strukturellen und funktionalen Eigenschaften eben sowohl für Diagramme im engeren als auch für solche im weiteren Sinne zuzutreffen, strukturelle und funktionale Eigenschaften, die zumindest familienähnlich überlappend den Bereich der als „diagrammatisch“ auszuzeichnenden Phänomene konstituieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Diagrammen im  weiteren Sinne handelt es sich um mehr oder minder abstrakte grafische Darstellungen von Daten oder Sachverhalten, die Beziehungen und Verhältnisse aufzeigen und die im Mit- bzw. Nachvollzug der grafischen Darstellung zugleich Möglichkeiten der Rekonfiguration dieser Beziehungen und Verhältnisse offenlegen. Diagramme können so einerseits didaktische als auch heuristisch-epistemische Funktionen erfüllen. Sie haben abbildenden, repräsentativen Charakter, der von einer Reihe von Diagrammtheoretikern im Anschluss an Charles Sanders Peirce unter Rückgriff auf den Begriff der [[Symbol, Index, Ikon|Ikonizität]] bzw. „[[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität|Ähnlichkeit]]“ erläutert wird &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Dabei wird diese Ähnlichkeit als „Strukturähnlichkeit“ aufgefasst (vgl. Peirce: Collected Papers 2.282). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme bzw. diagrammatische Darstellungen kommen in allen möglichen Lebens-, Wissens und Wissenschaftsbereichen zum Einsatz - in der Mathematik und den Naturwissenschaften ebenso wie in den Kulturwissenschaften und selbst in der Philosophie. Dieses bildphilosophische Glossar beruht ja in seiner Struktur selbst auf einer diagrammatischen Begriffskarte, die auf der Portalseite dieses Glossars in einer (um die Unterpunkte) reduzierten Form auch grafisch abgebildet ist: [[GIB - Glossar der Bildphilosophie:Portal]]   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Strukturmerkmale von Diagrammen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zentralen funktional relevanten Strukturmerkmale von Diagrammen sollen im Folgenden unter drei Stichwortpunkten expliziert und verdeutlicht werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===a) Die spezifische Fähigkeit von Diagrammen zur Sichtbarmachung und Veranschaulichung===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Diagramme referieren. Sie machen dabei empirische oder auch nicht-empirische Sachverhalte/Verhältnisse sichtbar, die vorher nicht (bzw. nicht auf diese Weise) sichtbar gewesen sind. Auch Nichtvisuelles kann durch sie visuell dargestellt bzw. veranschaulicht werden. Diagrammatische Veranschaulichungen nutzen dabei einerseits räumliche Strukturen/Lagebeziehungen auf der Schreibfläche (wie links und rechts, oben und unten, gegenseitige Nähe und Ferne) und andererseits die Potentiale der menschlichen Gestaltwahrnehmung (etwa die Fähigkeiten zum Zusammen- und Auseinandersehen, sowie zum Überblicken), um Sachverhalte/Relationen darzustellen. Diagramme können in diesem Sinne „Übersichten“ und „Überblickswissen“ verschaffen. Zentral insbesondere für Diagramme im engeren - geometrischen - Sinne ist die Tatsache, dass hier mit dem Akt der zeichnerisch-räumlichen Darstellung entsprechend der jeweils vorgegebenen Konstruktionsregeln mehr Informationen qua  Räumlichkeit/Anschaulichkeit präsent werden, als in den vorgängigen Konstruktionsregeln selber enthalten waren. Diagramme sind aus diesem Grund nicht bloß illustrativ sondern haben epistemische Funktion. Mit Diagrammen lassen sich Sachverhalte einerseits verdichtet darstellen, andererseits haben sie aber durchaus auch das gegenläufige Potential: dasjenige der Entkomprimierung, Entflechtung, Differenzierung, Auffächerung, Verkomplizierung der Darstellung. Steffen Bogen und Felix Thürlemann weisen vielleicht etwas zu einseitig nur auf den Verdichtungsaspekt bei der Produktion von Diagrammen hin, dem sie als gegenläufigen Aspekt die „diskursive Expansion oder Entfaltung von Diagrammen“ bei deren Rezeption gegenüberstellen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003&#039;&amp;gt;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003: 8&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Auf die Probleme, die mit der diagrammatischen Verdichtung einher gehen können, macht Steffen Siegel aufmerksam &amp;lt;bib id=&#039;Siegel 2009&#039;&amp;gt;Siegel 2009: 27&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Verweis auf das Verdichtungspotential von Diagrammen sollte insbesondere nicht mit der irrigen Vorstellung verknüpft werden, diagrammatische Darstellungen würden einseitig der bloßen Komplexitätsreduktion dienen. Mit Blick auf die vielfältige Diagrammpraxis lässt sich vielmehr konstatieren: Es gibt zwar Diagramme, deren Zweck es ist, komplexe Sachverhalte – etwa zu didaktischen Zwecken – vereinfacht darzustellen, allerdings gibt es auch solche Diagramm deren Aufgabe gerade darin besteht, Sachverhalte komplexitäts-erweiternd darzustellen. Manchmal kann eine solche komplexe Darstellung dabei auch „über-komplex“, also unübersichtlich werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Einige der von Gerhard Dirmoser entworfenen quadratmetergroßen Diagramme wie das Diagramm „Ein Diagramm ist (k)ein Bild“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2006&#039;&amp;gt;Dirmoser 2006&amp;lt;/bib&amp;gt; bergen schlicht aufgrund ihrer Größe die Gefahr in sich, für den Betrachter ins Unübersichtliche zu kippen. &amp;lt;/ref&amp;gt;  „‚Komplexität’ ist (…) eine Funktion des Kommunikations- und Verwendungszwecks“, schreibt Heiner Wilharm &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;.  Komplexitäts-erweiternde Darstellungen,  können dabei u. a. der Generierung von neuem Wissen dienen. Beispielsweise können durch die Darstellung eines Sachverhaltes auf der Schreibfläche plötzlich inhaltliche ‚Leerstellen’ buchstäblich als weiße Flecken auf dem Papier sichtbar werden, die dann zur Bearbeitung drängen. Diagrammatische Darstellungen ermöglichen das sehende bzw. zeichnende Auffinden von neuen Relationen oder von „Zwischengliedern“ (Wittgenstein) durch „Dazwischenschreibung“.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Begriff „Dazwischenschreibung“ stammt von Petra Gehring &amp;lt;bib id=&#039;Gehring 1992&#039;&amp;gt;Gehring 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===b) Die [[Syntax|Syntaktizität]] von Diagrammen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Feld diagrammatischer Phänomene gibt es große Unterschiede in Bezug auf deren ‚Syntaktizität’ bzw. auf die Regelhaftigkeit der Typisierung und des Typengebrauchs. Nicht alle Diagrammtheoretiker würden in Bezug auf Diagramme von einer „Syntax“ reden. Christian Stetter etwa schlägt vor, den Begriff „Syntax“ nur für Schriften, genauer: für Texte zu reservieren, nicht jedoch für Diagramme &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 126f.&amp;lt;/bib&amp;gt;. Andere Diagramm-Theoretiker haben demgegenüber einen weiteren (bzw. ‚schwächeren’) Syntax-Begriff. Sybille Krämer etwa spricht – wenn auch in Anführungszeichen – von einer ‚Syntax’ des Diagrammatischen. Für sie ist gerade diese Syntaktizität ein zentrales Kriterium dafür, um bloße Bilder von diagrammatischen Artefakten (Phänomenen „operativer Bildlichkeit“, wie es bei Krämer heißt) unterscheiden zu können. Anders als beim Bilder-sehen muss man beim Sehen von Diagrammen die Fähigkeit besitzen, wesentliche von unwesentlichen Aspekten der Darstellung unterscheiden und entsprechend von vielem ‚absehen’ zu können &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 102&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu auch Stetter: „Dieses Diagrammatische, mit dem die Logik das Pikturale zu unterwandern beginnt, ist Resultat von Tilgungsoperationen (…)“ &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 121&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt; Einige Bildtheoretiker präferieren allerdings einen Syntax-Begriff, der sogar so weit (bzw. so ‚schwach’) ist, dass er auch auf Bilder angewandt werden kann und sich dann entsprechend nicht zur besonderen Kennzeichnung von Diagrammen eignet.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Sachs-Hombach etwa gesteht Bildern insgesamt eine „morphologische Syntax“ zu &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a: 105-119&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Jedoch gibt es auch bei diagrammatischen Darstellungen Unterschiede, was die Strenge der ‚Syntax’ angeht. Bei einigen Diagrammen gibt es sehr klare Regeln für deren korrekte Erstellung und Lesung. Verfahren wie die Vorformatierung der diagrammatischen Inskriptionsflächen durch Koordinatensysteme, in die dann Messwerte eingetragen werden, kreieren eine solche relativ strenge ‚Syntax’. Für logische Diagramme (etwa die ikonische Logik von Peirce&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu die Darstellung von Sun-Joo Shin &amp;lt;bib id=&#039;Shin 2002&#039;&amp;gt;Shin 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;) gilt dies in noch stärkerem Maße. Demgegenüber gibt es jedoch auch diagrammatische Darstellungen, die einer weniger strengen ‚Syntax’ folgen. Das heißt: dort existieren recht freie, offene, provisorische  bzw. transitorische Regeln der Produktion und der Lesung dieser Diagramme.&amp;lt;ref&amp;gt;„Folglich ist bzw. wird die ‚Sprache’ der diagrammatischen Repräsentation nur vorübergehend und provisorisch fixiert. Es reicht, dass gesagt bzw. gezeigt werden kann, was man sagen bzw. zeigen will.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 138&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt; Als Laboratorien epistemischen Schreibens/Zeichnens etwa sind diese Arten diagrammatischer Artefakte oftmals sogar gerade darauf angelegt, spielerisch zu ‚verfremden’ und dabei möglichst viele kreative Assoziations- und Interpretationsspielräume zu eröffnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Diagrammatische Darstellungen „geben uns die Chance, die Modelle zu wechseln, um neue Ansichten auszuprobieren.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 141&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===c) Die Operativität und Pragmatik von Diagrammen===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein dritter wesentlicher Aspekt ist die „Operativität“ der Diagramme (bzw. des „Diagrammatischen“) und deren – insbesondere auch im Vergleich zu Bildern – besondere pragmatische Dimension. „Diagramme muss man sich (…) immer auch vom Prozess der Produktion her verständlich machen. Die Geste der Setzung oder das Verfahren der Einschreibung müssen als integraler Bestandteil der Repräsentation mitgedacht werden“, schreibt Steffen Bogen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen 2005b&#039;&amp;gt;Bogen 2005b: 164&amp;lt;/bib&amp;gt;. Wer diagrammatische Darstellungen begreifen will – so Heiner Willharm – „vollzieht sie oder vollzieht sie nach. Er richtet sich eine Zeitlang im Raum der Darstellung ein“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 151&amp;lt;/bib&amp;gt;. Sybille Krämer sieht das Diagrammatische nicht nur als Anschauungsmedium, sondern zugleich auch als „Werkzeug“ und „’Reflexionsinstrument’“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Schriften, Graphen, Karten stellen nicht nur etwas dar, „sondern eröffnen damit Räume, um das Dargestellte auch zu handhaben, zu beobachten, zu explorieren“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Diagrammatische Darstellungen sind performativ. Indem man an Diagrammen graphische Manipulationen vollzieht bzw. nachvollzieht, wird etwas sichtbar, einsichtig und übersichtlich, was vorher nicht sichtbar, einsichtig bzw. übersichtlich war. Diagramme müssen, so könnte man Wittgenstein adaptierend formulieren, immer als „Diagrammspiele“ aufgefasst, also aus der Praxis des Umgangs mit ihnen verständlich gemacht werden. Für einige Diagramm-Theoretiker beruht die Stärke der Diagramme sogar auf deren besonderer ‚pragmatischer Potenz’: „Mehr als andere Diskursformen sind Diagramme daraufhin angelegt, Nachfolgehandlungen nach sich zu ziehen.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 158&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zur „Materialität“ der Diagramme==&lt;br /&gt;
Abschließend noch zwei Bemerkungen zur „Materialität“ der Diagramme und damit noch einmal zur Extension des Diagramm- bzw. des Diagrammatik-Begriffs: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme werden – wie Bilder – von den meisten Autoren des Diagrammatik-Diskurses primär als zweidimensionale Artefakte verstanden. Natürlich ist auch diese Fokussierung eine begriffliche Entscheidung, deren Konsequenzen bedacht werden müssen; genauso wie es in Bezug auf das Phänomen Bild eine begriffliche Entscheidung ist (deren Kosten-Nutzen-Bilanz man abzuwägen hat), den Begriff des Bildes eng mit der Zweidimensionalität der Bildfläche zu verkoppeln und Bilder im engeren Sinne von den dreidimensionalen „Bildern“ – etwa Werken der Plastik innerhalb der „bildenden Kunst“ – abzugrenzen. &lt;br /&gt;
Analoges lässt sich auch für die Verwendung des Begriff „Diagramm“ sagen: Eine Reihe von funktionalen Eigenschaften des Diagrammatischen trifft durchaus auch für bestimmte dreidimensionale Artefakte zu. Man denke an dreidimensionale Strukturmodelle, wie das DNS-Modell das Watson und Crick entwickelt – und das heißt auch:  real in 3D gebastelt – haben. Andererseits spricht aber auch vieles dafür, die besondere Übersichtlichkeit, die der Blick von oben auf eine zweidimensionale Diagramm-Darstellungsfläche ermöglicht, und die besonders einfachen (grafischen) Rekonfigurationsmöglichkeiten von Elementen eines Diagramms auf der Schreibfläche auch begrifflich hervorzuheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von Autoren, die zum Teil mit explizitem Bezug auf Peirce’ Konzept des „diagrammatic reasoning“ dafür plädieren, den Begriff des Diagramms, des Diagrammatischen bzw. den Begriff der „Diagrammatik“ in stark entgrenzender Weise – zum Teil bis ins Immaterielle des Geistes hinein – auszuweiten. Diagrammatische Strukturen und Operationen werden dann nicht nur in jeglicher Art von symbolischen Darstellungen – in Texten &amp;lt;bib id=&#039;Reichert 2011&#039;&amp;gt;Reichert 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;, Filmen, Bildern, Sounds – aufzufinden versucht, sondern z.B. auch in der menschlichen Kognition selber verortet &amp;lt;bib id=&#039;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&#039;&amp;gt;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Auch hier gilt es jedoch, die Kosten und den Nutzen dieser Ausweitung bzw. dieser stärker metaphorischen Verwendung des Begriffs abwägend im Auge zu behalten &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2012b&#039;&amp;gt;Birk 2012b&amp;lt;/bib&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität ]]&lt;br /&gt;
* [[Karte]]&lt;br /&gt;
* [[Symbol, Index, Ikon]]&lt;br /&gt;
* [[Syntax]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Rainer Totzke|Rainer Totzke]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13789</id>
		<title>Diagramm</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13789"/>
		<updated>2013-08-06T11:17:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* a) Die spezifische Fähigkeit von Diagrammen zur Sichtbarmachung und Veranschaulichung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildmedien]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von (im weiten Sinne) Bildern bzw. bildlichen Darstellungen, denen – in den jeweiligen Gebrauchskontexten – strukturelle und funktionale Eigenschaften zukommen, die sie aus dem Bereich der Bilder in besonderer Weise herausheben. Dazu gehören etwa: [[Karte|Karten]], geometrische Zeichnungen, Flussdiagramme, Graphen, logische Diagramme (etwa Venn-Diagramme), Funktionsdiagramme, Pläne, aber auch Mindmaps, Listen, Tabellen, Begriffs-Tableaus bzw. in gewisser Weise auch generell alle schriftbildlichen Darstellungen. Zu den entsprechenden spezifischen Eigenschaften dieser Art Bilder gehören insbesondere deren besondere Syntaktizität und Operativität, die sie zugleich in die Nähe anderer symbolischer Darstellungsmedien, wie Sprache und Schrift rücken, zum Teil sind diese diagrammatische Darstellungen sogar direkt mit Schriftzeichen amalgamiert. &lt;br /&gt;
In der Literatur werden unterschiedliche Vorschläge gemacht, die genannten speziellen Arten von Bildern unter einen einheitlichen Begriff zu fassen: etwa als „schematische Zeichnungen“ bzw. „Schemata“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2004&#039;&amp;gt;Dirmoser 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;, als „Strukturbilder“ &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt; oder eben als „Diagramme“ bzw. als „das Diagrammatische“ in einem weiten Sinne &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Am stärksten durchgesetzt als Oberbegriff scheint sich dabei der Begriff des „Diagramms“ zu haben, was sich insbesondere auch daran zeigt, dass sich ein entsprechender Begriff der „Diagrammatik“ etabliert hat, wobei „Diagrammatik“ eben eine Theorie der strukturellen und funktionalen Eigenschaften von diagrammatisch-schematischen Artefakten in diesem weiteren Sinne meint. Folgt man dieser extensional ausgeweiteten Verwendung des Begriffs „Diagramm“ bzw. des „Diagrammatischen“, setzt dies natürlich zugleich voraus, dass man die Differenz zu den Diagrammbegriffen im engeren Sinne präsent hält: Wir unterscheiden ja normalsprachlich zwischen beispielsweise Karten und Tabellen einerseits und Diagrammen im engeren Sinne (als geometrischen Darstellungen, als logischen Diagrammen, Fluss- und Funktionsdiagrammen) andererseits. Trotzdem scheinen eine Reihe von markanten strukturellen und funktionalen Eigenschaften eben sowohl für Diagramme im engeren als auch für solche im weiteren Sinne zuzutreffen, strukturelle und funktionale Eigenschaften, die zumindest familienähnlich überlappend den Bereich der als „diagrammatisch“ auszuzeichnenden Phänomene konstituieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Diagrammen im  weiteren Sinne handelt es sich um mehr oder minder abstrakte grafische Darstellungen von Daten oder Sachverhalten, die Beziehungen und Verhältnisse aufzeigen und die im Mit- bzw. Nachvollzug der grafischen Darstellung zugleich Möglichkeiten der Rekonfiguration dieser Beziehungen und Verhältnisse offenlegen. Diagramme können so einerseits didaktische als auch heuristisch-epistemische Funktionen erfüllen. Sie haben abbildenden, repräsentativen Charakter, der von einer Reihe von Diagrammtheoretikern im Anschluss an Charles Sanders Peirce unter Rückgriff auf den Begriff der [[Symbol, Index, Ikon|Ikonizität]] bzw. „[[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität|Ähnlichkeit]]“ erläutert wird &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Dabei wird diese Ähnlichkeit als „Strukturähnlichkeit“ aufgefasst (vgl. Peirce: Collected Papers 2.282). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme bzw. diagrammatische Darstellungen kommen in allen möglichen Lebens-, Wissens und Wissenschaftsbereichen zum Einsatz - in der Mathematik und den Naturwissenschaften ebenso wie in den Kulturwissenschaften und selbst in der Philosophie. Dieses bildphilosophische Glossar beruht ja in seiner Struktur selbst auf einer diagrammatischen Begriffskarte, die auf der Portalseite dieses Glossars in einer (um die Unterpunkte) reduzierten Form auch grafisch abgebildet ist: [[GIB - Glossar der Bildphilosophie:Portal]]   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Strukturmerkmale von Diagrammen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zentralen funktional relevanten Strukturmerkmale von Diagrammen sollen im Folgenden unter drei Stichwortpunkten expliziert und verdeutlicht werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===a) Die spezifische Fähigkeit von Diagrammen zur Sichtbarmachung und Veranschaulichung===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Diagramme referieren. Sie machen dabei empirische oder auch nicht-empirische Sachverhalte/Verhältnisse sichtbar, die vorher nicht (bzw. nicht auf diese Weise) sichtbar gewesen sind. Auch Nichtvisuelles kann durch sie visuell dargestellt bzw. veranschaulicht werden. Diagrammatische Veranschaulichungen nutzen dabei einerseits räumliche Strukturen/Lagebeziehungen auf der Schreibfläche (wie links und rechts, oben und unten, gegenseitige Nähe und Ferne) und andererseits die Potentiale der menschlichen Gestaltwahrnehmung (etwa die Fähigkeiten zum Zusammen- und Auseinandersehen, sowie zum Überblicken), um Sachverhalte/Relationen darzustellen. Diagramme können in diesem Sinne „Übersichten“ und „Überblickswissen“ verschaffen. Zentral insbesondere für Diagramme im engeren - geometrischen - Sinne ist die Tatsache, dass hier mit dem Akt der zeichnerisch-räumlichen Darstellung entsprechend der jeweils vorgegebenen Konstruktionsregeln mehr Informationen qua  Räumlichkeit/Anschaulichkeit präsent werden, als in den vorgängigen Konstruktionsregeln selber enthalten waren. Diagramme sind entsprechend nicht bloß illustrativ sondern haben epistemische Funktion. Mit Diagrammen lassen sich Sachverhalte einerseits verdichtet darstellen, andererseits haben sie aber durchaus auch das gegenläufige Potential: dasjenige der Entkomprimierung, Entflechtung, Differenzierung, Auffächerung, Verkomplizierung der Darstellung. Steffen Bogen und Felix Thürlemann weisen vielleicht etwas zu einseitig nur auf den Verdichtungsaspekt bei der Produktion von Diagrammen hin, dem sie als gegenläufigen Aspekt die „diskursive Expansion oder Entfaltung von Diagrammen“ bei deren Rezeption gegenüberstellen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003&#039;&amp;gt;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003: 8&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Auf die Probleme, die mit der diagrammatischen Verdichtung einher gehen können, macht Steffen Siegel aufmerksam &amp;lt;bib id=&#039;Siegel 2009&#039;&amp;gt;Siegel 2009: 27&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Verweis auf das Verdichtungspotential von Diagrammen sollte insbesondere nicht mit der irrigen Vorstellung verknüpft werden, diagrammatische Darstellungen würden einseitig der bloßen Komplexitätsreduktion dienen. Mit Blick auf die vielfältige Diagrammpraxis lässt sich vielmehr konstatieren: Es gibt zwar Diagramme, deren Zweck es ist, komplexe Sachverhalte – etwa zu didaktischen Zwecken – vereinfacht darzustellen, allerdings gibt es auch solche Diagramm deren Aufgabe gerade darin besteht, Sachverhalte komplexitäts-erweiternd darzustellen. Manchmal kann eine solche komplexe Darstellung dabei auch „über-komplex“, also unübersichtlich werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Einige der von Gerhard Dirmoser entworfenen quadratmetergroßen Diagramme wie das Diagramm „Ein Diagramm ist (k)ein Bild“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2006&#039;&amp;gt;Dirmoser 2006&amp;lt;/bib&amp;gt; bergen schlicht aufgrund ihrer Größe die Gefahr in sich, für den Betrachter ins Unübersichtliche zu kippen. &amp;lt;/ref&amp;gt;  „‚Komplexität’ ist (…) eine Funktion des Kommunikations- und Verwendungszwecks“, schreibt Heiner Wilharm &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;.  Komplexitäts-erweiternde Darstellungen,  können dabei u. a. der Generierung von neuem Wissen dienen. Beispielsweise können durch die Darstellung eines Sachverhaltes auf der Schreibfläche plötzlich inhaltliche ‚Leerstellen’ buchstäblich als weiße Flecken auf dem Papier sichtbar werden, die dann zur Bearbeitung drängen. Diagrammatische Darstellungen ermöglichen das sehende bzw. zeichnende Auffinden von neuen Relationen oder von „Zwischengliedern“ (Wittgenstein) durch „Dazwischenschreibung“.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Begriff „Dazwischenschreibung“ stammt von Petra Gehring &amp;lt;bib id=&#039;Gehring 1992&#039;&amp;gt;Gehring 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===b) Die [[Syntax|Syntaktizität]] von Diagrammen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Feld diagrammatischer Phänomene gibt es große Unterschiede in Bezug auf deren ‚Syntaktizität’ bzw. auf die Regelhaftigkeit der Typisierung und des Typengebrauchs. Nicht alle Diagrammtheoretiker würden in Bezug auf Diagramme von einer „Syntax“ reden. Christian Stetter etwa schlägt vor, den Begriff „Syntax“ nur für Schriften, genauer: für Texte zu reservieren, nicht jedoch für Diagramme &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 126f.&amp;lt;/bib&amp;gt;. Andere Diagramm-Theoretiker haben demgegenüber einen weiteren (bzw. ‚schwächeren’) Syntax-Begriff. Sybille Krämer etwa spricht – wenn auch in Anführungszeichen – von einer ‚Syntax’ des Diagrammatischen. Für sie ist gerade diese Syntaktizität ein zentrales Kriterium dafür, um bloße Bilder von diagrammatischen Artefakten (Phänomenen „operativer Bildlichkeit“, wie es bei Krämer heißt) unterscheiden zu können. Anders als beim Bilder-sehen muss man beim Sehen von Diagrammen die Fähigkeit besitzen, wesentliche von unwesentlichen Aspekten der Darstellung unterscheiden und entsprechend von vielem ‚absehen’ zu können &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 102&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu auch Stetter: „Dieses Diagrammatische, mit dem die Logik das Pikturale zu unterwandern beginnt, ist Resultat von Tilgungsoperationen (…)“ &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 121&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt; Einige Bildtheoretiker präferieren allerdings einen Syntax-Begriff, der sogar so weit (bzw. so ‚schwach’) ist, dass er auch auf Bilder angewandt werden kann und sich dann entsprechend nicht zur besonderen Kennzeichnung von Diagrammen eignet.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Sachs-Hombach etwa gesteht Bildern insgesamt eine „morphologische Syntax“ zu &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a: 105-119&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Jedoch gibt es auch bei diagrammatischen Darstellungen Unterschiede, was die Strenge der ‚Syntax’ angeht. Bei einigen Diagrammen gibt es sehr klare Regeln für deren korrekte Erstellung und Lesung. Verfahren wie die Vorformatierung der diagrammatischen Inskriptionsflächen durch Koordinatensysteme, in die dann Messwerte eingetragen werden, kreieren eine solche relativ strenge ‚Syntax’. Für logische Diagramme (etwa die ikonische Logik von Peirce&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu die Darstellung von Sun-Joo Shin &amp;lt;bib id=&#039;Shin 2002&#039;&amp;gt;Shin 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;) gilt dies in noch stärkerem Maße. Demgegenüber gibt es jedoch auch diagrammatische Darstellungen, die einer weniger strengen ‚Syntax’ folgen. Das heißt: dort existieren recht freie, offene, provisorische  bzw. transitorische Regeln der Produktion und der Lesung dieser Diagramme.&amp;lt;ref&amp;gt;„Folglich ist bzw. wird die ‚Sprache’ der diagrammatischen Repräsentation nur vorübergehend und provisorisch fixiert. Es reicht, dass gesagt bzw. gezeigt werden kann, was man sagen bzw. zeigen will.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 138&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt; Als Laboratorien epistemischen Schreibens/Zeichnens etwa sind diese Arten diagrammatischer Artefakte oftmals sogar gerade darauf angelegt, spielerisch zu ‚verfremden’ und dabei möglichst viele kreative Assoziations- und Interpretationsspielräume zu eröffnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Diagrammatische Darstellungen „geben uns die Chance, die Modelle zu wechseln, um neue Ansichten auszuprobieren.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 141&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===c) Die Operativität und Pragmatik von Diagrammen===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein dritter wesentlicher Aspekt ist die „Operativität“ der Diagramme (bzw. des „Diagrammatischen“) und deren – insbesondere auch im Vergleich zu Bildern – besondere pragmatische Dimension. „Diagramme muss man sich (…) immer auch vom Prozess der Produktion her verständlich machen. Die Geste der Setzung oder das Verfahren der Einschreibung müssen als integraler Bestandteil der Repräsentation mitgedacht werden“, schreibt Steffen Bogen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen 2005b&#039;&amp;gt;Bogen 2005b: 164&amp;lt;/bib&amp;gt;. Wer diagrammatische Darstellungen begreifen will – so Heiner Willharm – „vollzieht sie oder vollzieht sie nach. Er richtet sich eine Zeitlang im Raum der Darstellung ein“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 151&amp;lt;/bib&amp;gt;. Sybille Krämer sieht das Diagrammatische nicht nur als Anschauungsmedium, sondern zugleich auch als „Werkzeug“ und „’Reflexionsinstrument’“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Schriften, Graphen, Karten stellen nicht nur etwas dar, „sondern eröffnen damit Räume, um das Dargestellte auch zu handhaben, zu beobachten, zu explorieren“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Diagrammatische Darstellungen sind performativ. Indem man an Diagrammen graphische Manipulationen vollzieht bzw. nachvollzieht, wird etwas sichtbar, einsichtig und übersichtlich, was vorher nicht sichtbar, einsichtig bzw. übersichtlich war. Diagramme müssen, so könnte man Wittgenstein adaptierend formulieren, immer als „Diagrammspiele“ aufgefasst, also aus der Praxis des Umgangs mit ihnen verständlich gemacht werden. Für einige Diagramm-Theoretiker beruht die Stärke der Diagramme sogar auf deren besonderer ‚pragmatischer Potenz’: „Mehr als andere Diskursformen sind Diagramme daraufhin angelegt, Nachfolgehandlungen nach sich zu ziehen.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 158&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zur „Materialität“ der Diagramme==&lt;br /&gt;
Abschließend noch zwei Bemerkungen zur „Materialität“ der Diagramme und damit noch einmal zur Extension des Diagramm- bzw. des Diagrammatik-Begriffs: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme werden – wie Bilder – von den meisten Autoren des Diagrammatik-Diskurses primär als zweidimensionale Artefakte verstanden. Natürlich ist auch diese Fokussierung eine begriffliche Entscheidung, deren Konsequenzen bedacht werden müssen; genauso wie es in Bezug auf das Phänomen Bild eine begriffliche Entscheidung ist (deren Kosten-Nutzen-Bilanz man abzuwägen hat), den Begriff des Bildes eng mit der Zweidimensionalität der Bildfläche zu verkoppeln und Bilder im engeren Sinne von den dreidimensionalen „Bildern“ – etwa Werken der Plastik innerhalb der „bildenden Kunst“ – abzugrenzen. &lt;br /&gt;
Analoges lässt sich auch für die Verwendung des Begriff „Diagramm“ sagen: Eine Reihe von funktionalen Eigenschaften des Diagrammatischen trifft durchaus auch für bestimmte dreidimensionale Artefakte zu. Man denke an dreidimensionale Strukturmodelle, wie das DNS-Modell das Watson und Crick entwickelt – und das heißt auch:  real in 3D gebastelt – haben. Andererseits spricht aber auch vieles dafür, die besondere Übersichtlichkeit, die der Blick von oben auf eine zweidimensionale Diagramm-Darstellungsfläche ermöglicht, und die besonders einfachen (grafischen) Rekonfigurationsmöglichkeiten von Elementen eines Diagramms auf der Schreibfläche auch begrifflich hervorzuheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von Autoren, die zum Teil mit explizitem Bezug auf Peirce’ Konzept des „diagrammatic reasoning“ dafür plädieren, den Begriff des Diagramms, des Diagrammatischen bzw. den Begriff der „Diagrammatik“ in stark entgrenzender Weise – zum Teil bis ins Immaterielle des Geistes hinein – auszuweiten. Diagrammatische Strukturen und Operationen werden dann nicht nur in jeglicher Art von symbolischen Darstellungen – in Texten &amp;lt;bib id=&#039;Reichert 2011&#039;&amp;gt;Reichert 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;, Filmen, Bildern, Sounds – aufzufinden versucht, sondern z.B. auch in der menschlichen Kognition selber verortet &amp;lt;bib id=&#039;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&#039;&amp;gt;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Auch hier gilt es jedoch, die Kosten und den Nutzen dieser Ausweitung bzw. dieser stärker metaphorischen Verwendung des Begriffs abwägend im Auge zu behalten &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2012b&#039;&amp;gt;Birk 2012b&amp;lt;/bib&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität ]]&lt;br /&gt;
* [[Karte]]&lt;br /&gt;
* [[Symbol, Index, Ikon]]&lt;br /&gt;
* [[Syntax]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Rainer Totzke|Rainer Totzke]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13787</id>
		<title>Diagramm</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13787"/>
		<updated>2013-08-06T10:58:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot; */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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==Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von (im weiten Sinne) Bildern bzw. bildlichen Darstellungen, denen – in den jeweiligen Gebrauchskontexten – strukturelle und funktionale Eigenschaften zukommen, die sie aus dem Bereich der Bilder in besonderer Weise herausheben. Dazu gehören etwa: [[Karte|Karten]], geometrische Zeichnungen, Flussdiagramme, Graphen, logische Diagramme (etwa Venn-Diagramme), Funktionsdiagramme, Pläne, aber auch Mindmaps, Listen, Tabellen, Begriffs-Tableaus bzw. in gewisser Weise auch generell alle schriftbildlichen Darstellungen. Zu den entsprechenden spezifischen Eigenschaften dieser Art Bilder gehören insbesondere deren besondere Syntaktizität und Operativität, die sie zugleich in die Nähe anderer symbolischer Darstellungsmedien, wie Sprache und Schrift rücken, zum Teil sind diese diagrammatische Darstellungen sogar direkt mit Schriftzeichen amalgamiert. &lt;br /&gt;
In der Literatur werden unterschiedliche Vorschläge gemacht, die genannten speziellen Arten von Bildern unter einen einheitlichen Begriff zu fassen: etwa als „schematische Zeichnungen“ bzw. „Schemata“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2004&#039;&amp;gt;Dirmoser 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;, als „Strukturbilder“ &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt; oder eben als „Diagramme“ bzw. als „das Diagrammatische“ in einem weiten Sinne &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Am stärksten durchgesetzt als Oberbegriff scheint sich dabei der Begriff des „Diagramms“ zu haben, was sich insbesondere auch daran zeigt, dass sich ein entsprechender Begriff der „Diagrammatik“ etabliert hat, wobei „Diagrammatik“ eben eine Theorie der strukturellen und funktionalen Eigenschaften von diagrammatisch-schematischen Artefakten in diesem weiteren Sinne meint. Folgt man dieser extensional ausgeweiteten Verwendung des Begriffs „Diagramm“ bzw. des „Diagrammatischen“, setzt dies natürlich zugleich voraus, dass man die Differenz zu den Diagrammbegriffen im engeren Sinne präsent hält: Wir unterscheiden ja normalsprachlich zwischen beispielsweise Karten und Tabellen einerseits und Diagrammen im engeren Sinne (als geometrischen Darstellungen, als logischen Diagrammen, Fluss- und Funktionsdiagrammen) andererseits. Trotzdem scheinen eine Reihe von markanten strukturellen und funktionalen Eigenschaften eben sowohl für Diagramme im engeren als auch für solche im weiteren Sinne zuzutreffen, strukturelle und funktionale Eigenschaften, die zumindest familienähnlich überlappend den Bereich der als „diagrammatisch“ auszuzeichnenden Phänomene konstituieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Diagrammen im  weiteren Sinne handelt es sich um mehr oder minder abstrakte grafische Darstellungen von Daten oder Sachverhalten, die Beziehungen und Verhältnisse aufzeigen und die im Mit- bzw. Nachvollzug der grafischen Darstellung zugleich Möglichkeiten der Rekonfiguration dieser Beziehungen und Verhältnisse offenlegen. Diagramme können so einerseits didaktische als auch heuristisch-epistemische Funktionen erfüllen. Sie haben abbildenden, repräsentativen Charakter, der von einer Reihe von Diagrammtheoretikern im Anschluss an Charles Sanders Peirce unter Rückgriff auf den Begriff der [[Symbol, Index, Ikon|Ikonizität]] bzw. „[[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität|Ähnlichkeit]]“ erläutert wird &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Dabei wird diese Ähnlichkeit als „Strukturähnlichkeit“ aufgefasst (vgl. Peirce: Collected Papers 2.282). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme bzw. diagrammatische Darstellungen kommen in allen möglichen Lebens-, Wissens und Wissenschaftsbereichen zum Einsatz - in der Mathematik und den Naturwissenschaften ebenso wie in den Kulturwissenschaften und selbst in der Philosophie. Dieses bildphilosophische Glossar beruht ja in seiner Struktur selbst auf einer diagrammatischen Begriffskarte, die auf der Portalseite dieses Glossars in einer (um die Unterpunkte) reduzierten Form auch grafisch abgebildet ist: [[GIB - Glossar der Bildphilosophie:Portal]]   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
==Strukturmerkmale von Diagrammen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zentralen funktional relevanten Strukturmerkmale von Diagrammen sollen im Folgenden unter drei Stichwortpunkten expliziert und verdeutlicht werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===a) Die spezifische Fähigkeit von Diagrammen zur Sichtbarmachung und Veranschaulichung===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Diagramme referieren. Sie machen dabei empirische oder auch nicht-empirische Sachverhalte/Verhältnisse sichtbar, die vorher nicht (bzw. nicht auf diese Weise) sichtbar gewesen sind. Auch Nichtvisuelles kann durch sie visuell dargestellt bzw. veranschaulicht werden. Diagrammatische Veranschaulichungen nutzen dabei einerseits räumliche Strukturen/Lagebeziehungen auf der Schreibfläche (wie links und rechts, oben und unten, gegenseitige Nähe und Ferne) und andererseits die Potentiale der menschlichen Gestaltwahrnehmung (etwa die Fähigkeiten zum Zusammen- und Auseinandersehen, sowie zum Überblicken), um Sachverhalte/Relationen darzustellen. Diagramme können in diesem Sinne „Übersichten“ und „Überblickswissen“ verschaffen. Mit Diagrammen lassen sich Sachverhalte zudem verdichtet darstellen. Andererseits haben sie aber durchaus auch das gegenläufige Potential: dasjenige der Entkomprimierung, Entflechtung, Differenzierung, Auffächerung, Verkomplizierung der Darstellung. Steffen Bogen und Felix Thürlemann weisen vielleicht etwas zu einseitig nur auf den Verdichtungsaspekt bei der Produktion von Diagrammen hin, dem sie als gegenläufigen Aspekt die „diskursive Expansion oder Entfaltung von Diagrammen“ bei deren Rezeption gegenüberstellen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003&#039;&amp;gt;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003: 8&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Auf die Probleme, die mit der diagrammatischen Verdichtung einher gehen können, macht Steffen Siegel aufmerksam &amp;lt;bib id=&#039;Siegel 2009&#039;&amp;gt;Siegel 2009: 27&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Verweis auf das Verdichtungspotential von Diagrammen sollte insbesondere nicht mit der irrigen Vorstellung verknüpft werden, diagrammatische Darstellungen würden einseitig der bloßen Komplexitätsreduktion dienen. Mit Blick auf die vielfältige Diagrammpraxis lässt sich vielmehr konstatieren: Es gibt zwar Diagramme, deren Zweck es ist, komplexe Sachverhalte – etwa zu didaktischen Zwecken – vereinfacht darzustellen, allerdings gibt es auch solche Diagramm deren Aufgabe gerade darin besteht, Sachverhalte komplexitäts-erweiternd darzustellen. Manchmal kann eine solche komplexe Darstellung dabei auch „über-komplex“, also unübersichtlich werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Einige der von Gerhard Dirmoser entworfenen quadratmetergroßen Diagramme wie das Diagramm „Ein Diagramm ist (k)ein Bild“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2006&#039;&amp;gt;Dirmoser 2006&amp;lt;/bib&amp;gt; bergen schlicht aufgrund ihrer Größe die Gefahr in sich, für den Betrachter ins Unübersichtliche zu kippen. &amp;lt;/ref&amp;gt;  „‚Komplexität’ ist (…) eine Funktion des Kommunikations- und Verwendungszwecks“, schreibt Heiner Wilharm &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;.  Komplexitäts-erweiternde Darstellungen,  können dabei u. a. der Generierung von neuem Wissen dienen. Beispielsweise können durch die Darstellung eines Sachverhaltes auf der Schreibfläche plötzlich inhaltliche ‚Leerstellen’ buchstäblich als weiße Flecken auf dem Papier sichtbar werden, die dann zur Bearbeitung drängen. Diagrammatische Darstellungen ermöglichen das sehende bzw. zeichnende Auffinden von neuen Relationen oder von „Zwischengliedern“ (Wittgenstein) durch „Dazwischenschreibung“.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Begriff „Dazwischenschreibung“ stammt von Petra Gehring &amp;lt;bib id=&#039;Gehring 1992&#039;&amp;gt;Gehring 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===b) Die [[Syntax|Syntaktizität]] von Diagrammen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Feld diagrammatischer Phänomene gibt es große Unterschiede in Bezug auf deren ‚Syntaktizität’ bzw. auf die Regelhaftigkeit der Typisierung und des Typengebrauchs. Nicht alle Diagrammtheoretiker würden in Bezug auf Diagramme von einer „Syntax“ reden. Christian Stetter etwa schlägt vor, den Begriff „Syntax“ nur für Schriften, genauer: für Texte zu reservieren, nicht jedoch für Diagramme &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 126f.&amp;lt;/bib&amp;gt;. Andere Diagramm-Theoretiker haben demgegenüber einen weiteren (bzw. ‚schwächeren’) Syntax-Begriff. Sybille Krämer etwa spricht – wenn auch in Anführungszeichen – von einer ‚Syntax’ des Diagrammatischen. Für sie ist gerade diese Syntaktizität ein zentrales Kriterium dafür, um bloße Bilder von diagrammatischen Artefakten (Phänomenen „operativer Bildlichkeit“, wie es bei Krämer heißt) unterscheiden zu können. Anders als beim Bilder-sehen muss man beim Sehen von Diagrammen die Fähigkeit besitzen, wesentliche von unwesentlichen Aspekten der Darstellung unterscheiden und entsprechend von vielem ‚absehen’ zu können &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 102&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu auch Stetter: „Dieses Diagrammatische, mit dem die Logik das Pikturale zu unterwandern beginnt, ist Resultat von Tilgungsoperationen (…)“ &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 121&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt; Einige Bildtheoretiker präferieren allerdings einen Syntax-Begriff, der sogar so weit (bzw. so ‚schwach’) ist, dass er auch auf Bilder angewandt werden kann und sich dann entsprechend nicht zur besonderen Kennzeichnung von Diagrammen eignet.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Sachs-Hombach etwa gesteht Bildern insgesamt eine „morphologische Syntax“ zu &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a: 105-119&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Jedoch gibt es auch bei diagrammatischen Darstellungen Unterschiede, was die Strenge der ‚Syntax’ angeht. Bei einigen Diagrammen gibt es sehr klare Regeln für deren korrekte Erstellung und Lesung. Verfahren wie die Vorformatierung der diagrammatischen Inskriptionsflächen durch Koordinatensysteme, in die dann Messwerte eingetragen werden, kreieren eine solche relativ strenge ‚Syntax’. Für logische Diagramme (etwa die ikonische Logik von Peirce&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu die Darstellung von Sun-Joo Shin &amp;lt;bib id=&#039;Shin 2002&#039;&amp;gt;Shin 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;) gilt dies in noch stärkerem Maße. Demgegenüber gibt es jedoch auch diagrammatische Darstellungen, die einer weniger strengen ‚Syntax’ folgen. Das heißt: dort existieren recht freie, offene, provisorische  bzw. transitorische Regeln der Produktion und der Lesung dieser Diagramme.&amp;lt;ref&amp;gt;„Folglich ist bzw. wird die ‚Sprache’ der diagrammatischen Repräsentation nur vorübergehend und provisorisch fixiert. Es reicht, dass gesagt bzw. gezeigt werden kann, was man sagen bzw. zeigen will.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 138&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt; Als Laboratorien epistemischen Schreibens/Zeichnens etwa sind diese Arten diagrammatischer Artefakte oftmals sogar gerade darauf angelegt, spielerisch zu ‚verfremden’ und dabei möglichst viele kreative Assoziations- und Interpretationsspielräume zu eröffnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Diagrammatische Darstellungen „geben uns die Chance, die Modelle zu wechseln, um neue Ansichten auszuprobieren.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 141&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===c) Die Operativität und Pragmatik von Diagrammen===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein dritter wesentlicher Aspekt ist die „Operativität“ der Diagramme (bzw. des „Diagrammatischen“) und deren – insbesondere auch im Vergleich zu Bildern – besondere pragmatische Dimension. „Diagramme muss man sich (…) immer auch vom Prozess der Produktion her verständlich machen. Die Geste der Setzung oder das Verfahren der Einschreibung müssen als integraler Bestandteil der Repräsentation mitgedacht werden“, schreibt Steffen Bogen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen 2005b&#039;&amp;gt;Bogen 2005b: 164&amp;lt;/bib&amp;gt;. Wer diagrammatische Darstellungen begreifen will – so Heiner Willharm – „vollzieht sie oder vollzieht sie nach. Er richtet sich eine Zeitlang im Raum der Darstellung ein“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 151&amp;lt;/bib&amp;gt;. Sybille Krämer sieht das Diagrammatische nicht nur als Anschauungsmedium, sondern zugleich auch als „Werkzeug“ und „’Reflexionsinstrument’“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Schriften, Graphen, Karten stellen nicht nur etwas dar, „sondern eröffnen damit Räume, um das Dargestellte auch zu handhaben, zu beobachten, zu explorieren“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Diagrammatische Darstellungen sind performativ. Indem man an Diagrammen graphische Manipulationen vollzieht bzw. nachvollzieht, wird etwas sichtbar, einsichtig und übersichtlich, was vorher nicht sichtbar, einsichtig bzw. übersichtlich war. Diagramme müssen, so könnte man Wittgenstein adaptierend formulieren, immer als „Diagrammspiele“ aufgefasst, also aus der Praxis des Umgangs mit ihnen verständlich gemacht werden. Für einige Diagramm-Theoretiker beruht die Stärke der Diagramme sogar auf deren besonderer ‚pragmatischer Potenz’: „Mehr als andere Diskursformen sind Diagramme daraufhin angelegt, Nachfolgehandlungen nach sich zu ziehen.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 158&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zur „Materialität“ der Diagramme==&lt;br /&gt;
Abschließend noch zwei Bemerkungen zur „Materialität“ der Diagramme und damit noch einmal zur Extension des Diagramm- bzw. des Diagrammatik-Begriffs: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme werden – wie Bilder – von den meisten Autoren des Diagrammatik-Diskurses primär als zweidimensionale Artefakte verstanden. Natürlich ist auch diese Fokussierung eine begriffliche Entscheidung, deren Konsequenzen bedacht werden müssen; genauso wie es in Bezug auf das Phänomen Bild eine begriffliche Entscheidung ist (deren Kosten-Nutzen-Bilanz man abzuwägen hat), den Begriff des Bildes eng mit der Zweidimensionalität der Bildfläche zu verkoppeln und Bilder im engeren Sinne von den dreidimensionalen „Bildern“ – etwa Werken der Plastik innerhalb der „bildenden Kunst“ – abzugrenzen. &lt;br /&gt;
Analoges lässt sich auch für die Verwendung des Begriff „Diagramm“ sagen: Eine Reihe von funktionalen Eigenschaften des Diagrammatischen trifft durchaus auch für bestimmte dreidimensionale Artefakte zu. Man denke an dreidimensionale Strukturmodelle, wie das DNS-Modell das Watson und Crick entwickelt – und das heißt auch:  real in 3D gebastelt – haben. Andererseits spricht aber auch vieles dafür, die besondere Übersichtlichkeit, die der Blick von oben auf eine zweidimensionale Diagramm-Darstellungsfläche ermöglicht, und die besonders einfachen (grafischen) Rekonfigurationsmöglichkeiten von Elementen eines Diagramms auf der Schreibfläche auch begrifflich hervorzuheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von Autoren, die zum Teil mit explizitem Bezug auf Peirce’ Konzept des „diagrammatic reasoning“ dafür plädieren, den Begriff des Diagramms, des Diagrammatischen bzw. den Begriff der „Diagrammatik“ in stark entgrenzender Weise – zum Teil bis ins Immaterielle des Geistes hinein – auszuweiten. Diagrammatische Strukturen und Operationen werden dann nicht nur in jeglicher Art von symbolischen Darstellungen – in Texten &amp;lt;bib id=&#039;Reichert 2011&#039;&amp;gt;Reichert 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;, Filmen, Bildern, Sounds – aufzufinden versucht, sondern z.B. auch in der menschlichen Kognition selber verortet &amp;lt;bib id=&#039;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&#039;&amp;gt;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Auch hier gilt es jedoch, die Kosten und den Nutzen dieser Ausweitung bzw. dieser stärker metaphorischen Verwendung des Begriffs abwägend im Auge zu behalten &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2012b&#039;&amp;gt;Birk 2012b&amp;lt;/bib&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
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	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13785</id>
		<title>Diagramm</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13785"/>
		<updated>2013-08-06T10:09:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot; */&lt;/p&gt;
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==Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von (im weiten Sinne) Bildern bzw. bildlichen Darstellungen, denen – in den jeweiligen Gebrauchskontexten – strukturelle und funktionale Eigenschaften zukommen, die sie aus dem Bereich der Bilder in besonderer Weise herausheben. Dazu gehören etwa: [[Karte|Karten]], geometrische Zeichnungen, Flussdiagramme, Graphen, logische Diagramme (etwa Venn-Diagramme), Funktionsdiagramme, Pläne, aber auch Mindmaps, Listen, Tabellen, Begriffs-Tableaus bzw. in gewisser Weise auch generell alle schriftbildlichen Darstellungen. Zu den entsprechenden spezifischen Eigenschaften dieser Art Bilder gehören insbesondere deren besondere Syntaktizität und Operativität, die sie zugleich in die Nähe anderer symbolischer Darstellungsmedien, wie Sprache und Schrift rücken, zum Teil sind diese diagrammatische Darstellungen sogar direkt mit Schriftzeichen amalgamiert. &lt;br /&gt;
In der Literatur werden unterschiedliche Vorschläge gemacht, die genannten speziellen Arten von Bildern unter einen einheitlichen Begriff zu fassen: etwa als „schematische Zeichnungen“ bzw. „Schemata“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2004&#039;&amp;gt;Dirmoser 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;, als „Strukturbilder“ &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt; oder eben als „Diagramme“ bzw. als „das Diagrammatische“ in einem weiten Sinne &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Am stärksten durchgesetzt als Oberbegriff scheint sich dabei der Begriff des „Diagramms“ zu haben, was sich insbesondere auch daran zeigt, dass sich ein entsprechender Begriff der „Diagrammatik“ etabliert hat, wobei „Diagrammatik“ eben eine Theorie der strukturellen und funktionalen Eigenschaften von diagrammatisch-schematischen Artefakten in diesem weiteren Sinne meint. Folgt man dieser extensional ausgeweiteten Verwendung des Begriffs „Diagramm“ bzw. des „Diagrammatischen“, setzt dies natürlich zugleich voraus, dass man die Differenz zu den Diagrammbegriffen im engeren Sinne präsent hält: Wir unterscheiden ja normalsprachlich zwischen beispielsweise Karten und Tabellen einerseits und Diagrammen im engeren Sinne (als geometrischen Darstellungen, als logischen Diagrammen, Fluss- und Funktionsdiagrammen) andererseits. Trotzdem scheinen eine Reihe von markanten strukturellen und funktionalen Eigenschaften eben sowohl für Diagramme im engeren als auch für solche im weiteren Sinne zuzutreffen, strukturelle und funktionale Eigenschaften, die zumindest familienähnlich überlappend den Bereich der als „diagrammatisch“ auszuzeichnenden Phänomene konstituieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Diagrammen im  weiteren Sinne handelt es sich um mehr oder minder abstrakte grafische Darstellungen von Daten oder Sachverhalten, die Beziehungen und Verhältnisse aufzeigen und die im Mit- bzw. Nachvollzug der grafischen Darstellung zugleich Möglichkeiten der Rekonfiguration dieser Beziehungen und Verhältnisse offenlegen. Diagramme können so einerseits didaktische als auch heuristisch-epistemische Funktionen erfüllen. Sie haben abbildenden, repräsentativen Charakter, der von einer Reihe von Diagrammtheoretikern im Anschluss an Charles Sanders Peirce unter Rückgriff auf den Begriff der [[Symbol, Index, Ikon|Ikonizität]] bzw. „[[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität|Ähnlichkeit]]“ erläutert wird &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Dabei wird diese Ähnlichkeit als „Strukturähnlichkeit“ aufgefasst (vgl. Peirce: Collected Papers 2.282). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme bzw. diagrammatische Darstellungen kommen in allen möglichen Lebens-, Wissens und Wissenschaftsbereichen zum Einsatz. In der Mathematik und den Naturwissenschaften ebenso wie in den Kulturwissenschaften und selbst in der Philosophie. Dieses bildphilosophische Glossar beruht ja in seiner Struktur selbst auf einer diagrammatischen Begriffskarte, die auf der Portalseite dieses Glossars in einer (um die Unterpunkte) reduzierten Form auch grafisch abgebildet ist: [[GIB - Glossar der Bildphilosophie:Portal]]   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Strukturmerkmale von Diagrammen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zentralen funktional relevanten Strukturmerkmale von Diagrammen sollen im Folgenden unter drei Stichwortpunkten expliziert und verdeutlicht werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===a) Die spezifische Fähigkeit von Diagrammen zur Sichtbarmachung und Veranschaulichung===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Diagramme referieren. Sie machen dabei empirische oder auch nicht-empirische Sachverhalte/Verhältnisse sichtbar, die vorher nicht (bzw. nicht auf diese Weise) sichtbar gewesen sind. Auch Nichtvisuelles kann durch sie visuell dargestellt bzw. veranschaulicht werden. Diagrammatische Veranschaulichungen nutzen dabei einerseits räumliche Strukturen/Lagebeziehungen auf der Schreibfläche (wie links und rechts, oben und unten, gegenseitige Nähe und Ferne) und andererseits die Potentiale der menschlichen Gestaltwahrnehmung (etwa die Fähigkeiten zum Zusammen- und Auseinandersehen, sowie zum Überblicken), um Sachverhalte/Relationen darzustellen. Diagramme können in diesem Sinne „Übersichten“ und „Überblickswissen“ verschaffen. Mit Diagrammen lassen sich Sachverhalte zudem verdichtet darstellen. Andererseits haben sie aber durchaus auch das gegenläufige Potential: dasjenige der Entkomprimierung, Entflechtung, Differenzierung, Auffächerung, Verkomplizierung der Darstellung. Steffen Bogen und Felix Thürlemann weisen vielleicht etwas zu einseitig nur auf den Verdichtungsaspekt bei der Produktion von Diagrammen hin, dem sie als gegenläufigen Aspekt die „diskursive Expansion oder Entfaltung von Diagrammen“ bei deren Rezeption gegenüberstellen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003&#039;&amp;gt;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003: 8&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Auf die Probleme, die mit der diagrammatischen Verdichtung einher gehen können, macht Steffen Siegel aufmerksam &amp;lt;bib id=&#039;Siegel 2009&#039;&amp;gt;Siegel 2009: 27&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Verweis auf das Verdichtungspotential von Diagrammen sollte insbesondere nicht mit der irrigen Vorstellung verknüpft werden, diagrammatische Darstellungen würden einseitig der bloßen Komplexitätsreduktion dienen. Mit Blick auf die vielfältige Diagrammpraxis lässt sich vielmehr konstatieren: Es gibt zwar Diagramme, deren Zweck es ist, komplexe Sachverhalte – etwa zu didaktischen Zwecken – vereinfacht darzustellen, allerdings gibt es auch solche Diagramm deren Aufgabe gerade darin besteht, Sachverhalte komplexitäts-erweiternd darzustellen. Manchmal kann eine solche komplexe Darstellung dabei auch „über-komplex“, also unübersichtlich werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Einige der von Gerhard Dirmoser entworfenen quadratmetergroßen Diagramme wie das Diagramm „Ein Diagramm ist (k)ein Bild“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2006&#039;&amp;gt;Dirmoser 2006&amp;lt;/bib&amp;gt; bergen schlicht aufgrund ihrer Größe die Gefahr in sich, für den Betrachter ins Unübersichtliche zu kippen. &amp;lt;/ref&amp;gt;  „‚Komplexität’ ist (…) eine Funktion des Kommunikations- und Verwendungszwecks“, schreibt Heiner Wilharm &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;.  Komplexitäts-erweiternde Darstellungen,  können dabei u. a. der Generierung von neuem Wissen dienen. Beispielsweise können durch die Darstellung eines Sachverhaltes auf der Schreibfläche plötzlich inhaltliche ‚Leerstellen’ buchstäblich als weiße Flecken auf dem Papier sichtbar werden, die dann zur Bearbeitung drängen. Diagrammatische Darstellungen ermöglichen das sehende bzw. zeichnende Auffinden von neuen Relationen oder von „Zwischengliedern“ (Wittgenstein) durch „Dazwischenschreibung“.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Begriff „Dazwischenschreibung“ stammt von Petra Gehring &amp;lt;bib id=&#039;Gehring 1992&#039;&amp;gt;Gehring 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===b) Die [[Syntax|Syntaktizität]] von Diagrammen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Feld diagrammatischer Phänomene gibt es große Unterschiede in Bezug auf deren ‚Syntaktizität’ bzw. auf die Regelhaftigkeit der Typisierung und des Typengebrauchs. Nicht alle Diagrammtheoretiker würden in Bezug auf Diagramme von einer „Syntax“ reden. Christian Stetter etwa schlägt vor, den Begriff „Syntax“ nur für Schriften, genauer: für Texte zu reservieren, nicht jedoch für Diagramme &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 126f.&amp;lt;/bib&amp;gt;. Andere Diagramm-Theoretiker haben demgegenüber einen weiteren (bzw. ‚schwächeren’) Syntax-Begriff. Sybille Krämer etwa spricht – wenn auch in Anführungszeichen – von einer ‚Syntax’ des Diagrammatischen. Für sie ist gerade diese Syntaktizität ein zentrales Kriterium dafür, um bloße Bilder von diagrammatischen Artefakten (Phänomenen „operativer Bildlichkeit“, wie es bei Krämer heißt) unterscheiden zu können. Anders als beim Bilder-sehen muss man beim Sehen von Diagrammen die Fähigkeit besitzen, wesentliche von unwesentlichen Aspekten der Darstellung unterscheiden und entsprechend von vielem ‚absehen’ zu können &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 102&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu auch Stetter: „Dieses Diagrammatische, mit dem die Logik das Pikturale zu unterwandern beginnt, ist Resultat von Tilgungsoperationen (…)“ &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 121&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt; Einige Bildtheoretiker präferieren allerdings einen Syntax-Begriff, der sogar so weit (bzw. so ‚schwach’) ist, dass er auch auf Bilder angewandt werden kann und sich dann entsprechend nicht zur besonderen Kennzeichnung von Diagrammen eignet.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Sachs-Hombach etwa gesteht Bildern insgesamt eine „morphologische Syntax“ zu &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a: 105-119&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Jedoch gibt es auch bei diagrammatischen Darstellungen Unterschiede, was die Strenge der ‚Syntax’ angeht. Bei einigen Diagrammen gibt es sehr klare Regeln für deren korrekte Erstellung und Lesung. Verfahren wie die Vorformatierung der diagrammatischen Inskriptionsflächen durch Koordinatensysteme, in die dann Messwerte eingetragen werden, kreieren eine solche relativ strenge ‚Syntax’. Für logische Diagramme (etwa die ikonische Logik von Peirce&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu die Darstellung von Sun-Joo Shin &amp;lt;bib id=&#039;Shin 2002&#039;&amp;gt;Shin 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;) gilt dies in noch stärkerem Maße. Demgegenüber gibt es jedoch auch diagrammatische Darstellungen, die einer weniger strengen ‚Syntax’ folgen. Das heißt: dort existieren recht freie, offene, provisorische  bzw. transitorische Regeln der Produktion und der Lesung dieser Diagramme.&amp;lt;ref&amp;gt;„Folglich ist bzw. wird die ‚Sprache’ der diagrammatischen Repräsentation nur vorübergehend und provisorisch fixiert. Es reicht, dass gesagt bzw. gezeigt werden kann, was man sagen bzw. zeigen will.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 138&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt; Als Laboratorien epistemischen Schreibens/Zeichnens etwa sind diese Arten diagrammatischer Artefakte oftmals sogar gerade darauf angelegt, spielerisch zu ‚verfremden’ und dabei möglichst viele kreative Assoziations- und Interpretationsspielräume zu eröffnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Diagrammatische Darstellungen „geben uns die Chance, die Modelle zu wechseln, um neue Ansichten auszuprobieren.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 141&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===c) Die Operativität und Pragmatik von Diagrammen===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein dritter wesentlicher Aspekt ist die „Operativität“ der Diagramme (bzw. des „Diagrammatischen“) und deren – insbesondere auch im Vergleich zu Bildern – besondere pragmatische Dimension. „Diagramme muss man sich (…) immer auch vom Prozess der Produktion her verständlich machen. Die Geste der Setzung oder das Verfahren der Einschreibung müssen als integraler Bestandteil der Repräsentation mitgedacht werden“, schreibt Steffen Bogen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen 2005b&#039;&amp;gt;Bogen 2005b: 164&amp;lt;/bib&amp;gt;. Wer diagrammatische Darstellungen begreifen will – so Heiner Willharm – „vollzieht sie oder vollzieht sie nach. Er richtet sich eine Zeitlang im Raum der Darstellung ein“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 151&amp;lt;/bib&amp;gt;. Sybille Krämer sieht das Diagrammatische nicht nur als Anschauungsmedium, sondern zugleich auch als „Werkzeug“ und „’Reflexionsinstrument’“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Schriften, Graphen, Karten stellen nicht nur etwas dar, „sondern eröffnen damit Räume, um das Dargestellte auch zu handhaben, zu beobachten, zu explorieren“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Diagrammatische Darstellungen sind performativ. Indem man an Diagrammen graphische Manipulationen vollzieht bzw. nachvollzieht, wird etwas sichtbar, einsichtig und übersichtlich, was vorher nicht sichtbar, einsichtig bzw. übersichtlich war. Diagramme müssen, so könnte man Wittgenstein adaptierend formulieren, immer als „Diagrammspiele“ aufgefasst, also aus der Praxis des Umgangs mit ihnen verständlich gemacht werden. Für einige Diagramm-Theoretiker beruht die Stärke der Diagramme sogar auf deren besonderer ‚pragmatischer Potenz’: „Mehr als andere Diskursformen sind Diagramme daraufhin angelegt, Nachfolgehandlungen nach sich zu ziehen.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 158&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zur „Materialität“ der Diagramme==&lt;br /&gt;
Abschließend noch zwei Bemerkungen zur „Materialität“ der Diagramme und damit noch einmal zur Extension des Diagramm- bzw. des Diagrammatik-Begriffs: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme werden – wie Bilder – von den meisten Autoren des Diagrammatik-Diskurses primär als zweidimensionale Artefakte verstanden. Natürlich ist auch diese Fokussierung eine begriffliche Entscheidung, deren Konsequenzen bedacht werden müssen; genauso wie es in Bezug auf das Phänomen Bild eine begriffliche Entscheidung ist (deren Kosten-Nutzen-Bilanz man abzuwägen hat), den Begriff des Bildes eng mit der Zweidimensionalität der Bildfläche zu verkoppeln und Bilder im engeren Sinne von den dreidimensionalen „Bildern“ – etwa Werken der Plastik innerhalb der „bildenden Kunst“ – abzugrenzen. &lt;br /&gt;
Analoges lässt sich auch für die Verwendung des Begriff „Diagramm“ sagen: Eine Reihe von funktionalen Eigenschaften des Diagrammatischen trifft durchaus auch für bestimmte dreidimensionale Artefakte zu. Man denke an dreidimensionale Strukturmodelle, wie das DNS-Modell das Watson und Crick entwickelt – und das heißt auch:  real in 3D gebastelt – haben. Andererseits spricht aber auch vieles dafür, die besondere Übersichtlichkeit, die der Blick von oben auf eine zweidimensionale Diagramm-Darstellungsfläche ermöglicht, und die besonders einfachen (grafischen) Rekonfigurationsmöglichkeiten von Elementen eines Diagramms auf der Schreibfläche auch begrifflich hervorzuheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von Autoren, die zum Teil mit explizitem Bezug auf Peirce’ Konzept des „diagrammatic reasoning“ dafür plädieren, den Begriff des Diagramms, des Diagrammatischen bzw. den Begriff der „Diagrammatik“ in stark entgrenzender Weise – zum Teil bis ins Immaterielle des Geistes hinein – auszuweiten. Diagrammatische Strukturen und Operationen werden dann nicht nur in jeglicher Art von symbolischen Darstellungen – in Texten &amp;lt;bib id=&#039;Reichert 2011&#039;&amp;gt;Reichert 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;, Filmen, Bildern, Sounds – aufzufinden versucht, sondern z.B. auch in der menschlichen Kognition selber verortet &amp;lt;bib id=&#039;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&#039;&amp;gt;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Auch hier gilt es jedoch, die Kosten und den Nutzen dieser Ausweitung bzw. dieser stärker metaphorischen Verwendung des Begriffs abwägend im Auge zu behalten &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2012b&#039;&amp;gt;Birk 2012b&amp;lt;/bib&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität ]]&lt;br /&gt;
* [[Karte]]&lt;br /&gt;
* [[Symbol, Index, Ikon]]&lt;br /&gt;
* [[Syntax]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Rainer Totzke|Rainer Totzke]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13781</id>
		<title>Diagramm</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13781"/>
		<updated>2013-08-06T09:55:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* Zur „Materialität“ der Diagramme */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildmedien]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von (im weiten Sinne) Bildern bzw. bildlichen Darstellungen, denen – in den jeweiligen Gebrauchskontexten – strukturelle und funktionale Eigenschaften zukommen, die sie aus dem Bereich der Bilder in besonderer Weise herausheben. Dazu gehören etwa: [[Karte|Karten]], geometrische Zeichnungen, Flussdiagramme, Graphen, logische Diagramme (etwa Venn-Diagramme), Funktionsdiagramme, Pläne, aber auch Mindmaps, Listen, Tabellen, Begriffs-Tableaus bzw. in gewisser Weise auch generell alle schriftbildlichen Darstellungen. Zu den entsprechenden spezifischen Eigenschaften dieser Art Bilder gehören insbesondere deren besondere Syntaktizität und Operativität, die sie zugleich in die Nähe anderer symbolischer Darstellungsmedien, wie Sprache und Schrift rücken, zum Teil sind diese diagrammatische Darstellungen sogar direkt mit Schriftzeichen amalgamiert. &lt;br /&gt;
In der Literatur werden unterschiedliche Vorschläge gemacht, die genannten speziellen Arten von Bildern unter einen einheitlichen Begriff zu fassen: etwa als „schematische Zeichnungen“ bzw. „Schemata“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2004&#039;&amp;gt;Dirmoser 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;, als „Strukturbilder“ &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt; oder eben als „Diagramme“ bzw. als „das Diagrammatische“ in einem weiten Sinne &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Am stärksten durchgesetzt als Oberbegriff scheint sich dabei der Begriff des „Diagramms“ zu haben, was sich insbesondere auch daran zeigt, dass sich ein entsprechender Begriff der „Diagrammatik“ etabliert hat, wobei „Diagrammatik“ eben eine Theorie der strukturellen und funktionalen Eigenschaften von diagrammatisch-schematischen Artefakten in diesem weiteren Sinne meint. Folgt man dieser extensional ausgeweiteten Verwendung des Begriffs „Diagramm“ bzw. des „Diagrammatischen“, setzt dies natürlich zugleich voraus, dass man die Differenz zu den Diagrammbegriffen im engeren Sinne präsent hält: Wir unterscheiden ja normalsprachlich zwischen beispielsweise Karten und Tabellen einerseits und Diagrammen im engeren Sinne (als geometrischen Darstellungen, als logischen Diagrammen, Fluss- und Funktionsdiagrammen) andererseits. Trotzdem scheinen eine Reihe von markanten strukturellen und funktionalen Eigenschaften eben sowohl für Diagramme im engeren als auch für solche im weiteren Sinne zuzutreffen, strukturelle und funktionale Eigenschaften, die zumindest familienähnlich überlappend den Bereich der als „diagrammatisch“ auszuzeichnenden Phänomene konstituieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Diagrammen im  weiteren Sinne handelt es sich um mehr oder minder abstrakte grafische Darstellungen von Daten oder Sachverhalten, die Beziehungen und Verhältnisse aufzeigen und die im Mit- bzw. Nachvollzug der grafischen Darstellung zugleich Möglichkeiten der Rekonfiguration dieser Beziehungen und Verhältnisse offenlegen. Diagramme können so einerseits didaktische als auch heuristisch-epistemische Funktionen erfüllen. Sie haben abbildenden, repräsentativen Charakter, der von einer Reihe von Diagrammtheoretikern im Anschluss an Charles Sanders Peirce unter Rückgriff auf den Begriff der [[Symbol, Index, Ikon|Ikonizität]] bzw. „[[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität|Ähnlichkeit]]“ erläutert wird &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Dabei wird diese Ähnlichkeit als „Strukturähnlichkeit“ aufgefasst (vgl. Peirce: Collected Papers 2.282). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme bzw. diagrammatische Darstellungen kommen in allen möglichen Lebens-, Wissens und Wissenschaftsbereichen zum Einsatz. In der Mathematik und den Naturwissenschaften ebenso wie in den Kulturwissenschaften und selbst in der Philosophie. Dieses bildphilosophische Glossar beruht ja in seiner Struktur selbst auf einer diagrammatischen Begriffskarte, die auf der Webseite dieses Glossars in einer (um die Unterpunkte) reduzierten Form auch grafisch abgebildet ist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Strukturmerkmale von Diagrammen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zentralen funktional relevanten Strukturmerkmale von Diagrammen sollen im Folgenden unter drei Stichwortpunkten expliziert und verdeutlicht werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===a) Die spezifische Fähigkeit von Diagrammen zur Sichtbarmachung und Veranschaulichung===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Diagramme referieren. Sie machen dabei empirische oder auch nicht-empirische Sachverhalte/Verhältnisse sichtbar, die vorher nicht (bzw. nicht auf diese Weise) sichtbar gewesen sind. Auch Nichtvisuelles kann durch sie visuell dargestellt bzw. veranschaulicht werden. Diagrammatische Veranschaulichungen nutzen dabei einerseits räumliche Strukturen/Lagebeziehungen auf der Schreibfläche (wie links und rechts, oben und unten, gegenseitige Nähe und Ferne) und andererseits die Potentiale der menschlichen Gestaltwahrnehmung (etwa die Fähigkeiten zum Zusammen- und Auseinandersehen, sowie zum Überblicken), um Sachverhalte/Relationen darzustellen. Diagramme können in diesem Sinne „Übersichten“ und „Überblickswissen“ verschaffen. Mit Diagrammen lassen sich Sachverhalte zudem verdichtet darstellen. Andererseits haben sie aber durchaus auch das gegenläufige Potential: dasjenige der Entkomprimierung, Entflechtung, Differenzierung, Auffächerung, Verkomplizierung der Darstellung. Steffen Bogen und Felix Thürlemann weisen vielleicht etwas zu einseitig nur auf den Verdichtungsaspekt bei der Produktion von Diagrammen hin, dem sie als gegenläufigen Aspekt die „diskursive Expansion oder Entfaltung von Diagrammen“ bei deren Rezeption gegenüberstellen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003&#039;&amp;gt;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003: 8&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Auf die Probleme, die mit der diagrammatischen Verdichtung einher gehen können, macht Steffen Siegel aufmerksam &amp;lt;bib id=&#039;Siegel 2009&#039;&amp;gt;Siegel 2009: 27&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Verweis auf das Verdichtungspotential von Diagrammen sollte insbesondere nicht mit der irrigen Vorstellung verknüpft werden, diagrammatische Darstellungen würden einseitig der bloßen Komplexitätsreduktion dienen. Mit Blick auf die vielfältige Diagrammpraxis lässt sich vielmehr konstatieren: Es gibt zwar Diagramme, deren Zweck es ist, komplexe Sachverhalte – etwa zu didaktischen Zwecken – vereinfacht darzustellen, allerdings gibt es auch solche Diagramm deren Aufgabe gerade darin besteht, Sachverhalte komplexitäts-erweiternd darzustellen. Manchmal kann eine solche komplexe Darstellung dabei auch „über-komplex“, also unübersichtlich werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Einige der von Gerhard Dirmoser entworfenen quadratmetergroßen Diagramme wie das Diagramm „Ein Diagramm ist (k)ein Bild“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2006&#039;&amp;gt;Dirmoser 2006&amp;lt;/bib&amp;gt; bergen schlicht aufgrund ihrer Größe die Gefahr in sich, für den Betrachter ins Unübersichtliche zu kippen. &amp;lt;/ref&amp;gt;  „‚Komplexität’ ist (…) eine Funktion des Kommunikations- und Verwendungszwecks“, schreibt Heiner Wilharm &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;.  Komplexitäts-erweiternde Darstellungen,  können dabei u. a. der Generierung von neuem Wissen dienen. Beispielsweise können durch die Darstellung eines Sachverhaltes auf der Schreibfläche plötzlich inhaltliche ‚Leerstellen’ buchstäblich als weiße Flecken auf dem Papier sichtbar werden, die dann zur Bearbeitung drängen. Diagrammatische Darstellungen ermöglichen das sehende bzw. zeichnende Auffinden von neuen Relationen oder von „Zwischengliedern“ (Wittgenstein) durch „Dazwischenschreibung“.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Begriff „Dazwischenschreibung“ stammt von Petra Gehring &amp;lt;bib id=&#039;Gehring 1992&#039;&amp;gt;Gehring 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===b) Die [[Syntax|Syntaktizität]] von Diagrammen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Feld diagrammatischer Phänomene gibt es große Unterschiede in Bezug auf deren ‚Syntaktizität’ bzw. auf die Regelhaftigkeit der Typisierung und des Typengebrauchs. Nicht alle Diagrammtheoretiker würden in Bezug auf Diagramme von einer „Syntax“ reden. Christian Stetter etwa schlägt vor, den Begriff „Syntax“ nur für Schriften, genauer: für Texte zu reservieren, nicht jedoch für Diagramme &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 126f.&amp;lt;/bib&amp;gt;. Andere Diagramm-Theoretiker haben demgegenüber einen weiteren (bzw. ‚schwächeren’) Syntax-Begriff. Sybille Krämer etwa spricht – wenn auch in Anführungszeichen – von einer ‚Syntax’ des Diagrammatischen. Für sie ist gerade diese Syntaktizität ein zentrales Kriterium dafür, um bloße Bilder von diagrammatischen Artefakten (Phänomenen „operativer Bildlichkeit“, wie es bei Krämer heißt) unterscheiden zu können. Anders als beim Bilder-sehen muss man beim Sehen von Diagrammen die Fähigkeit besitzen, wesentliche von unwesentlichen Aspekten der Darstellung unterscheiden und entsprechend von vielem ‚absehen’ zu können &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 102&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu auch Stetter: „Dieses Diagrammatische, mit dem die Logik das Pikturale zu unterwandern beginnt, ist Resultat von Tilgungsoperationen (…)“ &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 121&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt; Einige Bildtheoretiker präferieren allerdings einen Syntax-Begriff, der sogar so weit (bzw. so ‚schwach’) ist, dass er auch auf Bilder angewandt werden kann und sich dann entsprechend nicht zur besonderen Kennzeichnung von Diagrammen eignet.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Sachs-Hombach etwa gesteht Bildern insgesamt eine „morphologische Syntax“ zu &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a: 105-119&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Jedoch gibt es auch bei diagrammatischen Darstellungen Unterschiede, was die Strenge der ‚Syntax’ angeht. Bei einigen Diagrammen gibt es sehr klare Regeln für deren korrekte Erstellung und Lesung. Verfahren wie die Vorformatierung der diagrammatischen Inskriptionsflächen durch Koordinatensysteme, in die dann Messwerte eingetragen werden, kreieren eine solche relativ strenge ‚Syntax’. Für logische Diagramme (etwa die ikonische Logik von Peirce&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu die Darstellung von Sun-Joo Shin &amp;lt;bib id=&#039;Shin 2002&#039;&amp;gt;Shin 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;) gilt dies in noch stärkerem Maße. Demgegenüber gibt es jedoch auch diagrammatische Darstellungen, die einer weniger strengen ‚Syntax’ folgen. Das heißt: dort existieren recht freie, offene, provisorische  bzw. transitorische Regeln der Produktion und der Lesung dieser Diagramme.&amp;lt;ref&amp;gt;„Folglich ist bzw. wird die ‚Sprache’ der diagrammatischen Repräsentation nur vorübergehend und provisorisch fixiert. Es reicht, dass gesagt bzw. gezeigt werden kann, was man sagen bzw. zeigen will.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 138&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt; Als Laboratorien epistemischen Schreibens/Zeichnens etwa sind diese Arten diagrammatischer Artefakte oftmals sogar gerade darauf angelegt, spielerisch zu ‚verfremden’ und dabei möglichst viele kreative Assoziations- und Interpretationsspielräume zu eröffnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Diagrammatische Darstellungen „geben uns die Chance, die Modelle zu wechseln, um neue Ansichten auszuprobieren.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 141&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===c) Die Operativität und Pragmatik von Diagrammen===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein dritter wesentlicher Aspekt ist die „Operativität“ der Diagramme (bzw. des „Diagrammatischen“) und deren – insbesondere auch im Vergleich zu Bildern – besondere pragmatische Dimension. „Diagramme muss man sich (…) immer auch vom Prozess der Produktion her verständlich machen. Die Geste der Setzung oder das Verfahren der Einschreibung müssen als integraler Bestandteil der Repräsentation mitgedacht werden“, schreibt Steffen Bogen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen 2005b&#039;&amp;gt;Bogen 2005b: 164&amp;lt;/bib&amp;gt;. Wer diagrammatische Darstellungen begreifen will – so Heiner Willharm – „vollzieht sie oder vollzieht sie nach. Er richtet sich eine Zeitlang im Raum der Darstellung ein“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 151&amp;lt;/bib&amp;gt;. Sybille Krämer sieht das Diagrammatische nicht nur als Anschauungsmedium, sondern zugleich auch als „Werkzeug“ und „’Reflexionsinstrument’“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Schriften, Graphen, Karten stellen nicht nur etwas dar, „sondern eröffnen damit Räume, um das Dargestellte auch zu handhaben, zu beobachten, zu explorieren“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Diagrammatische Darstellungen sind performativ. Indem man an Diagrammen graphische Manipulationen vollzieht bzw. nachvollzieht, wird etwas sichtbar, einsichtig und übersichtlich, was vorher nicht sichtbar, einsichtig bzw. übersichtlich war. Diagramme müssen, so könnte man Wittgenstein adaptierend formulieren, immer als „Diagrammspiele“ aufgefasst, also aus der Praxis des Umgangs mit ihnen verständlich gemacht werden. Für einige Diagramm-Theoretiker beruht die Stärke der Diagramme sogar auf deren besonderer ‚pragmatischer Potenz’: „Mehr als andere Diskursformen sind Diagramme daraufhin angelegt, Nachfolgehandlungen nach sich zu ziehen.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 158&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zur „Materialität“ der Diagramme==&lt;br /&gt;
Abschließend noch zwei Bemerkungen zur „Materialität“ der Diagramme und damit noch einmal zur Extension des Diagramm- bzw. des Diagrammatik-Begriffs: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme werden – wie Bilder – von den meisten Autoren des Diagrammatik-Diskurses primär als zweidimensionale Artefakte verstanden. Natürlich ist auch diese Fokussierung eine begriffliche Entscheidung, deren Konsequenzen bedacht werden müssen; genauso wie es in Bezug auf das Phänomen Bild eine begriffliche Entscheidung ist (deren Kosten-Nutzen-Bilanz man abzuwägen hat), den Begriff des Bildes eng mit der Zweidimensionalität der Bildfläche zu verkoppeln und Bilder im engeren Sinne von den dreidimensionalen „Bildern“ – etwa Werken der Plastik innerhalb der „bildenden Kunst“ – abzugrenzen. &lt;br /&gt;
Analoges lässt sich auch für die Verwendung des Begriff „Diagramm“ sagen: Eine Reihe von funktionalen Eigenschaften des Diagrammatischen trifft durchaus auch für bestimmte dreidimensionale Artefakte zu. Man denke an dreidimensionale Strukturmodelle, wie das DNS-Modell das Watson und Crick entwickelt – und das heißt auch:  real in 3D gebastelt – haben. Andererseits spricht aber auch vieles dafür, die besondere Übersichtlichkeit, die der Blick von oben auf eine zweidimensionale Diagramm-Darstellungsfläche ermöglicht, und die besonders einfachen (grafischen) Rekonfigurationsmöglichkeiten von Elementen eines Diagramms auf der Schreibfläche auch begrifflich hervorzuheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von Autoren, die zum Teil mit explizitem Bezug auf Peirce’ Konzept des „diagrammatic reasoning“ dafür plädieren, den Begriff des Diagramms, des Diagrammatischen bzw. den Begriff der „Diagrammatik“ in stark entgrenzender Weise – zum Teil bis ins Immaterielle des Geistes hinein – auszuweiten. Diagrammatische Strukturen und Operationen werden dann nicht nur in jeglicher Art von symbolischen Darstellungen – in Texten &amp;lt;bib id=&#039;Reichert 2011&#039;&amp;gt;Reichert 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;, Filmen, Bildern, Sounds – aufzufinden versucht, sondern z.B. auch in der menschlichen Kognition selber verortet &amp;lt;bib id=&#039;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&#039;&amp;gt;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Auch hier gilt es jedoch, die Kosten und den Nutzen dieser Ausweitung bzw. dieser stärker metaphorischen Verwendung des Begriffs abwägend im Auge zu behalten &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2012b&#039;&amp;gt;Birk 2012b&amp;lt;/bib&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität ]]&lt;br /&gt;
* [[Karte]]&lt;br /&gt;
* [[Symbol, Index, Ikon]]&lt;br /&gt;
* [[Syntax]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
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[[Benutzer:Rainer Totzke|Rainer Totzke]]&lt;br /&gt;
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{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13779</id>
		<title>Diagramm</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13779"/>
		<updated>2013-08-06T09:55:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* c) Die Operativität und Pragmatik von Diagrammen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von (im weiten Sinne) Bildern bzw. bildlichen Darstellungen, denen – in den jeweiligen Gebrauchskontexten – strukturelle und funktionale Eigenschaften zukommen, die sie aus dem Bereich der Bilder in besonderer Weise herausheben. Dazu gehören etwa: [[Karte|Karten]], geometrische Zeichnungen, Flussdiagramme, Graphen, logische Diagramme (etwa Venn-Diagramme), Funktionsdiagramme, Pläne, aber auch Mindmaps, Listen, Tabellen, Begriffs-Tableaus bzw. in gewisser Weise auch generell alle schriftbildlichen Darstellungen. Zu den entsprechenden spezifischen Eigenschaften dieser Art Bilder gehören insbesondere deren besondere Syntaktizität und Operativität, die sie zugleich in die Nähe anderer symbolischer Darstellungsmedien, wie Sprache und Schrift rücken, zum Teil sind diese diagrammatische Darstellungen sogar direkt mit Schriftzeichen amalgamiert. &lt;br /&gt;
In der Literatur werden unterschiedliche Vorschläge gemacht, die genannten speziellen Arten von Bildern unter einen einheitlichen Begriff zu fassen: etwa als „schematische Zeichnungen“ bzw. „Schemata“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2004&#039;&amp;gt;Dirmoser 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;, als „Strukturbilder“ &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt; oder eben als „Diagramme“ bzw. als „das Diagrammatische“ in einem weiten Sinne &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Am stärksten durchgesetzt als Oberbegriff scheint sich dabei der Begriff des „Diagramms“ zu haben, was sich insbesondere auch daran zeigt, dass sich ein entsprechender Begriff der „Diagrammatik“ etabliert hat, wobei „Diagrammatik“ eben eine Theorie der strukturellen und funktionalen Eigenschaften von diagrammatisch-schematischen Artefakten in diesem weiteren Sinne meint. Folgt man dieser extensional ausgeweiteten Verwendung des Begriffs „Diagramm“ bzw. des „Diagrammatischen“, setzt dies natürlich zugleich voraus, dass man die Differenz zu den Diagrammbegriffen im engeren Sinne präsent hält: Wir unterscheiden ja normalsprachlich zwischen beispielsweise Karten und Tabellen einerseits und Diagrammen im engeren Sinne (als geometrischen Darstellungen, als logischen Diagrammen, Fluss- und Funktionsdiagrammen) andererseits. Trotzdem scheinen eine Reihe von markanten strukturellen und funktionalen Eigenschaften eben sowohl für Diagramme im engeren als auch für solche im weiteren Sinne zuzutreffen, strukturelle und funktionale Eigenschaften, die zumindest familienähnlich überlappend den Bereich der als „diagrammatisch“ auszuzeichnenden Phänomene konstituieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Diagrammen im  weiteren Sinne handelt es sich um mehr oder minder abstrakte grafische Darstellungen von Daten oder Sachverhalten, die Beziehungen und Verhältnisse aufzeigen und die im Mit- bzw. Nachvollzug der grafischen Darstellung zugleich Möglichkeiten der Rekonfiguration dieser Beziehungen und Verhältnisse offenlegen. Diagramme können so einerseits didaktische als auch heuristisch-epistemische Funktionen erfüllen. Sie haben abbildenden, repräsentativen Charakter, der von einer Reihe von Diagrammtheoretikern im Anschluss an Charles Sanders Peirce unter Rückgriff auf den Begriff der [[Symbol, Index, Ikon|Ikonizität]] bzw. „[[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität|Ähnlichkeit]]“ erläutert wird &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Dabei wird diese Ähnlichkeit als „Strukturähnlichkeit“ aufgefasst (vgl. Peirce: Collected Papers 2.282). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme bzw. diagrammatische Darstellungen kommen in allen möglichen Lebens-, Wissens und Wissenschaftsbereichen zum Einsatz. In der Mathematik und den Naturwissenschaften ebenso wie in den Kulturwissenschaften und selbst in der Philosophie. Dieses bildphilosophische Glossar beruht ja in seiner Struktur selbst auf einer diagrammatischen Begriffskarte, die auf der Webseite dieses Glossars in einer (um die Unterpunkte) reduzierten Form auch grafisch abgebildet ist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Strukturmerkmale von Diagrammen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zentralen funktional relevanten Strukturmerkmale von Diagrammen sollen im Folgenden unter drei Stichwortpunkten expliziert und verdeutlicht werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===a) Die spezifische Fähigkeit von Diagrammen zur Sichtbarmachung und Veranschaulichung===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Diagramme referieren. Sie machen dabei empirische oder auch nicht-empirische Sachverhalte/Verhältnisse sichtbar, die vorher nicht (bzw. nicht auf diese Weise) sichtbar gewesen sind. Auch Nichtvisuelles kann durch sie visuell dargestellt bzw. veranschaulicht werden. Diagrammatische Veranschaulichungen nutzen dabei einerseits räumliche Strukturen/Lagebeziehungen auf der Schreibfläche (wie links und rechts, oben und unten, gegenseitige Nähe und Ferne) und andererseits die Potentiale der menschlichen Gestaltwahrnehmung (etwa die Fähigkeiten zum Zusammen- und Auseinandersehen, sowie zum Überblicken), um Sachverhalte/Relationen darzustellen. Diagramme können in diesem Sinne „Übersichten“ und „Überblickswissen“ verschaffen. Mit Diagrammen lassen sich Sachverhalte zudem verdichtet darstellen. Andererseits haben sie aber durchaus auch das gegenläufige Potential: dasjenige der Entkomprimierung, Entflechtung, Differenzierung, Auffächerung, Verkomplizierung der Darstellung. Steffen Bogen und Felix Thürlemann weisen vielleicht etwas zu einseitig nur auf den Verdichtungsaspekt bei der Produktion von Diagrammen hin, dem sie als gegenläufigen Aspekt die „diskursive Expansion oder Entfaltung von Diagrammen“ bei deren Rezeption gegenüberstellen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003&#039;&amp;gt;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003: 8&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Auf die Probleme, die mit der diagrammatischen Verdichtung einher gehen können, macht Steffen Siegel aufmerksam &amp;lt;bib id=&#039;Siegel 2009&#039;&amp;gt;Siegel 2009: 27&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Verweis auf das Verdichtungspotential von Diagrammen sollte insbesondere nicht mit der irrigen Vorstellung verknüpft werden, diagrammatische Darstellungen würden einseitig der bloßen Komplexitätsreduktion dienen. Mit Blick auf die vielfältige Diagrammpraxis lässt sich vielmehr konstatieren: Es gibt zwar Diagramme, deren Zweck es ist, komplexe Sachverhalte – etwa zu didaktischen Zwecken – vereinfacht darzustellen, allerdings gibt es auch solche Diagramm deren Aufgabe gerade darin besteht, Sachverhalte komplexitäts-erweiternd darzustellen. Manchmal kann eine solche komplexe Darstellung dabei auch „über-komplex“, also unübersichtlich werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Einige der von Gerhard Dirmoser entworfenen quadratmetergroßen Diagramme wie das Diagramm „Ein Diagramm ist (k)ein Bild“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2006&#039;&amp;gt;Dirmoser 2006&amp;lt;/bib&amp;gt; bergen schlicht aufgrund ihrer Größe die Gefahr in sich, für den Betrachter ins Unübersichtliche zu kippen. &amp;lt;/ref&amp;gt;  „‚Komplexität’ ist (…) eine Funktion des Kommunikations- und Verwendungszwecks“, schreibt Heiner Wilharm &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;.  Komplexitäts-erweiternde Darstellungen,  können dabei u. a. der Generierung von neuem Wissen dienen. Beispielsweise können durch die Darstellung eines Sachverhaltes auf der Schreibfläche plötzlich inhaltliche ‚Leerstellen’ buchstäblich als weiße Flecken auf dem Papier sichtbar werden, die dann zur Bearbeitung drängen. Diagrammatische Darstellungen ermöglichen das sehende bzw. zeichnende Auffinden von neuen Relationen oder von „Zwischengliedern“ (Wittgenstein) durch „Dazwischenschreibung“.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Begriff „Dazwischenschreibung“ stammt von Petra Gehring &amp;lt;bib id=&#039;Gehring 1992&#039;&amp;gt;Gehring 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===b) Die [[Syntax|Syntaktizität]] von Diagrammen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Feld diagrammatischer Phänomene gibt es große Unterschiede in Bezug auf deren ‚Syntaktizität’ bzw. auf die Regelhaftigkeit der Typisierung und des Typengebrauchs. Nicht alle Diagrammtheoretiker würden in Bezug auf Diagramme von einer „Syntax“ reden. Christian Stetter etwa schlägt vor, den Begriff „Syntax“ nur für Schriften, genauer: für Texte zu reservieren, nicht jedoch für Diagramme &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 126f.&amp;lt;/bib&amp;gt;. Andere Diagramm-Theoretiker haben demgegenüber einen weiteren (bzw. ‚schwächeren’) Syntax-Begriff. Sybille Krämer etwa spricht – wenn auch in Anführungszeichen – von einer ‚Syntax’ des Diagrammatischen. Für sie ist gerade diese Syntaktizität ein zentrales Kriterium dafür, um bloße Bilder von diagrammatischen Artefakten (Phänomenen „operativer Bildlichkeit“, wie es bei Krämer heißt) unterscheiden zu können. Anders als beim Bilder-sehen muss man beim Sehen von Diagrammen die Fähigkeit besitzen, wesentliche von unwesentlichen Aspekten der Darstellung unterscheiden und entsprechend von vielem ‚absehen’ zu können &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 102&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu auch Stetter: „Dieses Diagrammatische, mit dem die Logik das Pikturale zu unterwandern beginnt, ist Resultat von Tilgungsoperationen (…)“ &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 121&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt; Einige Bildtheoretiker präferieren allerdings einen Syntax-Begriff, der sogar so weit (bzw. so ‚schwach’) ist, dass er auch auf Bilder angewandt werden kann und sich dann entsprechend nicht zur besonderen Kennzeichnung von Diagrammen eignet.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Sachs-Hombach etwa gesteht Bildern insgesamt eine „morphologische Syntax“ zu &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a: 105-119&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Jedoch gibt es auch bei diagrammatischen Darstellungen Unterschiede, was die Strenge der ‚Syntax’ angeht. Bei einigen Diagrammen gibt es sehr klare Regeln für deren korrekte Erstellung und Lesung. Verfahren wie die Vorformatierung der diagrammatischen Inskriptionsflächen durch Koordinatensysteme, in die dann Messwerte eingetragen werden, kreieren eine solche relativ strenge ‚Syntax’. Für logische Diagramme (etwa die ikonische Logik von Peirce&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu die Darstellung von Sun-Joo Shin &amp;lt;bib id=&#039;Shin 2002&#039;&amp;gt;Shin 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;) gilt dies in noch stärkerem Maße. Demgegenüber gibt es jedoch auch diagrammatische Darstellungen, die einer weniger strengen ‚Syntax’ folgen. Das heißt: dort existieren recht freie, offene, provisorische  bzw. transitorische Regeln der Produktion und der Lesung dieser Diagramme.&amp;lt;ref&amp;gt;„Folglich ist bzw. wird die ‚Sprache’ der diagrammatischen Repräsentation nur vorübergehend und provisorisch fixiert. Es reicht, dass gesagt bzw. gezeigt werden kann, was man sagen bzw. zeigen will.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 138&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt; Als Laboratorien epistemischen Schreibens/Zeichnens etwa sind diese Arten diagrammatischer Artefakte oftmals sogar gerade darauf angelegt, spielerisch zu ‚verfremden’ und dabei möglichst viele kreative Assoziations- und Interpretationsspielräume zu eröffnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Diagrammatische Darstellungen „geben uns die Chance, die Modelle zu wechseln, um neue Ansichten auszuprobieren.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 141&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===c) Die Operativität und Pragmatik von Diagrammen===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein dritter wesentlicher Aspekt ist die „Operativität“ der Diagramme (bzw. des „Diagrammatischen“) und deren – insbesondere auch im Vergleich zu Bildern – besondere pragmatische Dimension. „Diagramme muss man sich (…) immer auch vom Prozess der Produktion her verständlich machen. Die Geste der Setzung oder das Verfahren der Einschreibung müssen als integraler Bestandteil der Repräsentation mitgedacht werden“, schreibt Steffen Bogen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen 2005b&#039;&amp;gt;Bogen 2005b: 164&amp;lt;/bib&amp;gt;. Wer diagrammatische Darstellungen begreifen will – so Heiner Willharm – „vollzieht sie oder vollzieht sie nach. Er richtet sich eine Zeitlang im Raum der Darstellung ein“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 151&amp;lt;/bib&amp;gt;. Sybille Krämer sieht das Diagrammatische nicht nur als Anschauungsmedium, sondern zugleich auch als „Werkzeug“ und „’Reflexionsinstrument’“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Schriften, Graphen, Karten stellen nicht nur etwas dar, „sondern eröffnen damit Räume, um das Dargestellte auch zu handhaben, zu beobachten, zu explorieren“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Diagrammatische Darstellungen sind performativ. Indem man an Diagrammen graphische Manipulationen vollzieht bzw. nachvollzieht, wird etwas sichtbar, einsichtig und übersichtlich, was vorher nicht sichtbar, einsichtig bzw. übersichtlich war. Diagramme müssen, so könnte man Wittgenstein adaptierend formulieren, immer als „Diagrammspiele“ aufgefasst, also aus der Praxis des Umgangs mit ihnen verständlich gemacht werden. Für einige Diagramm-Theoretiker beruht die Stärke der Diagramme sogar auf deren besonderer ‚pragmatischer Potenz’: „Mehr als andere Diskursformen sind Diagramme daraufhin angelegt, Nachfolgehandlungen nach sich zu ziehen.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 158&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zur „Materialität“ der Diagramme==&lt;br /&gt;
Abschließend noch zwei Bemerkungen zur „Materialität“ der Diagramme und damit noch einmal zur Extension des Diagramm- bzw. des Diagrammatik-Begriffs: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme werden – wie Bilder – von den meisten Autoren des Diagrammatik-Diskurses primär als zweidimensionale Artefakte verstanden. Natürlich ist auch diese Fokussierung eine begriffliche Entscheidung, deren Konsequenzen bedacht werden müssen; genauso wie es in Bezug auf das Phänomen Bild eine begriffliche Entscheidung ist (deren Kosten-Nutzen-Bilanz man abzuwägen hat), den Begriff des Bildes eng mit der Zweidimensionalität der Bildfläche zu verkoppeln und Bilder im engeren Sinne von den dreidimensionalen „Bildern“ – etwa Werken der Plastik innerhalb der „bildenden Kunst“ – abzugrenzen. &lt;br /&gt;
Analoges lässt sich auch für die Verwendung des Begriff „Diagramm“ sagen: Eine Reihe von funktionalen Eigenschaften des Diagrammatischen trifft durchaus auch für bestimmte dreidimensionale Artefakte zu. Man denke an dreidimensionale Strukturmodelle, wie das DNS-Modell das Watson und Crick entwickelt – und das heißt auch:  real in 3D gebastelt – haben. Andererseits spricht aber auch vieles dafür, die besondere Übersichtlichkeit, die der Blick von oben auf eine zweidimensionale Diagramm-Darstellungsfläche ermöglicht, und die besonders einfachen (grafischen) Rekonfigurationsmöglichkeiten von Elementen eines Diagramms auf der Schreibfläche auch begrifflich hervorzuheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von Autoren, die zum Teil mit explizitem Bezug auf Peirce’ Konzept des „diagrammatic reasoning“ dafür plädieren, den Begriff des Diagramms, des Diagrammatischen bzw. den Begriff der „Diagrammatik“ in stark entgrenzender Weise – zum Teil bis ins Immaterielle des Geistes hinein – auszuweiten. Diagrammatische Strukturen und Operationen werden dann nicht nur in jeglicher Art von symbolischen Darstellungen – in Texten &amp;lt;bib id=&#039;Reichert 2011&#039;&amp;gt;Reichert 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;, Filmen, Bildern, Sounds – aufzufinden versucht, sondern z.B. auch in der menschlichen Kognition selber verortet &amp;lt;bib id=&#039;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&#039;&amp;gt;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Auch hier gilt es jedoch, die Kosten und den Nutzen dieser Ausweitung bzw. dieser stärker metaphorischen Verwendung des Begriffs abwägend im Auge zu behalten &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2012b&#039;&amp;gt;Birk 2012b&amp;lt;/bib&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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* [[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität ]]&lt;br /&gt;
* [[Karte]]&lt;br /&gt;
* [[Symbol, Index, Ikon]]&lt;br /&gt;
* [[Syntax]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13777</id>
		<title>Diagramm</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13777"/>
		<updated>2013-08-06T09:53:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* b) Die Syntaktizität von Diagrammen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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==Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von (im weiten Sinne) Bildern bzw. bildlichen Darstellungen, denen – in den jeweiligen Gebrauchskontexten – strukturelle und funktionale Eigenschaften zukommen, die sie aus dem Bereich der Bilder in besonderer Weise herausheben. Dazu gehören etwa: [[Karte|Karten]], geometrische Zeichnungen, Flussdiagramme, Graphen, logische Diagramme (etwa Venn-Diagramme), Funktionsdiagramme, Pläne, aber auch Mindmaps, Listen, Tabellen, Begriffs-Tableaus bzw. in gewisser Weise auch generell alle schriftbildlichen Darstellungen. Zu den entsprechenden spezifischen Eigenschaften dieser Art Bilder gehören insbesondere deren besondere Syntaktizität und Operativität, die sie zugleich in die Nähe anderer symbolischer Darstellungsmedien, wie Sprache und Schrift rücken, zum Teil sind diese diagrammatische Darstellungen sogar direkt mit Schriftzeichen amalgamiert. &lt;br /&gt;
In der Literatur werden unterschiedliche Vorschläge gemacht, die genannten speziellen Arten von Bildern unter einen einheitlichen Begriff zu fassen: etwa als „schematische Zeichnungen“ bzw. „Schemata“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2004&#039;&amp;gt;Dirmoser 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;, als „Strukturbilder“ &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt; oder eben als „Diagramme“ bzw. als „das Diagrammatische“ in einem weiten Sinne &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Am stärksten durchgesetzt als Oberbegriff scheint sich dabei der Begriff des „Diagramms“ zu haben, was sich insbesondere auch daran zeigt, dass sich ein entsprechender Begriff der „Diagrammatik“ etabliert hat, wobei „Diagrammatik“ eben eine Theorie der strukturellen und funktionalen Eigenschaften von diagrammatisch-schematischen Artefakten in diesem weiteren Sinne meint. Folgt man dieser extensional ausgeweiteten Verwendung des Begriffs „Diagramm“ bzw. des „Diagrammatischen“, setzt dies natürlich zugleich voraus, dass man die Differenz zu den Diagrammbegriffen im engeren Sinne präsent hält: Wir unterscheiden ja normalsprachlich zwischen beispielsweise Karten und Tabellen einerseits und Diagrammen im engeren Sinne (als geometrischen Darstellungen, als logischen Diagrammen, Fluss- und Funktionsdiagrammen) andererseits. Trotzdem scheinen eine Reihe von markanten strukturellen und funktionalen Eigenschaften eben sowohl für Diagramme im engeren als auch für solche im weiteren Sinne zuzutreffen, strukturelle und funktionale Eigenschaften, die zumindest familienähnlich überlappend den Bereich der als „diagrammatisch“ auszuzeichnenden Phänomene konstituieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Diagrammen im  weiteren Sinne handelt es sich um mehr oder minder abstrakte grafische Darstellungen von Daten oder Sachverhalten, die Beziehungen und Verhältnisse aufzeigen und die im Mit- bzw. Nachvollzug der grafischen Darstellung zugleich Möglichkeiten der Rekonfiguration dieser Beziehungen und Verhältnisse offenlegen. Diagramme können so einerseits didaktische als auch heuristisch-epistemische Funktionen erfüllen. Sie haben abbildenden, repräsentativen Charakter, der von einer Reihe von Diagrammtheoretikern im Anschluss an Charles Sanders Peirce unter Rückgriff auf den Begriff der [[Symbol, Index, Ikon|Ikonizität]] bzw. „[[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität|Ähnlichkeit]]“ erläutert wird &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Dabei wird diese Ähnlichkeit als „Strukturähnlichkeit“ aufgefasst (vgl. Peirce: Collected Papers 2.282). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme bzw. diagrammatische Darstellungen kommen in allen möglichen Lebens-, Wissens und Wissenschaftsbereichen zum Einsatz. In der Mathematik und den Naturwissenschaften ebenso wie in den Kulturwissenschaften und selbst in der Philosophie. Dieses bildphilosophische Glossar beruht ja in seiner Struktur selbst auf einer diagrammatischen Begriffskarte, die auf der Webseite dieses Glossars in einer (um die Unterpunkte) reduzierten Form auch grafisch abgebildet ist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Strukturmerkmale von Diagrammen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zentralen funktional relevanten Strukturmerkmale von Diagrammen sollen im Folgenden unter drei Stichwortpunkten expliziert und verdeutlicht werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===a) Die spezifische Fähigkeit von Diagrammen zur Sichtbarmachung und Veranschaulichung===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Diagramme referieren. Sie machen dabei empirische oder auch nicht-empirische Sachverhalte/Verhältnisse sichtbar, die vorher nicht (bzw. nicht auf diese Weise) sichtbar gewesen sind. Auch Nichtvisuelles kann durch sie visuell dargestellt bzw. veranschaulicht werden. Diagrammatische Veranschaulichungen nutzen dabei einerseits räumliche Strukturen/Lagebeziehungen auf der Schreibfläche (wie links und rechts, oben und unten, gegenseitige Nähe und Ferne) und andererseits die Potentiale der menschlichen Gestaltwahrnehmung (etwa die Fähigkeiten zum Zusammen- und Auseinandersehen, sowie zum Überblicken), um Sachverhalte/Relationen darzustellen. Diagramme können in diesem Sinne „Übersichten“ und „Überblickswissen“ verschaffen. Mit Diagrammen lassen sich Sachverhalte zudem verdichtet darstellen. Andererseits haben sie aber durchaus auch das gegenläufige Potential: dasjenige der Entkomprimierung, Entflechtung, Differenzierung, Auffächerung, Verkomplizierung der Darstellung. Steffen Bogen und Felix Thürlemann weisen vielleicht etwas zu einseitig nur auf den Verdichtungsaspekt bei der Produktion von Diagrammen hin, dem sie als gegenläufigen Aspekt die „diskursive Expansion oder Entfaltung von Diagrammen“ bei deren Rezeption gegenüberstellen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003&#039;&amp;gt;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003: 8&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Auf die Probleme, die mit der diagrammatischen Verdichtung einher gehen können, macht Steffen Siegel aufmerksam &amp;lt;bib id=&#039;Siegel 2009&#039;&amp;gt;Siegel 2009: 27&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Verweis auf das Verdichtungspotential von Diagrammen sollte insbesondere nicht mit der irrigen Vorstellung verknüpft werden, diagrammatische Darstellungen würden einseitig der bloßen Komplexitätsreduktion dienen. Mit Blick auf die vielfältige Diagrammpraxis lässt sich vielmehr konstatieren: Es gibt zwar Diagramme, deren Zweck es ist, komplexe Sachverhalte – etwa zu didaktischen Zwecken – vereinfacht darzustellen, allerdings gibt es auch solche Diagramm deren Aufgabe gerade darin besteht, Sachverhalte komplexitäts-erweiternd darzustellen. Manchmal kann eine solche komplexe Darstellung dabei auch „über-komplex“, also unübersichtlich werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Einige der von Gerhard Dirmoser entworfenen quadratmetergroßen Diagramme wie das Diagramm „Ein Diagramm ist (k)ein Bild“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2006&#039;&amp;gt;Dirmoser 2006&amp;lt;/bib&amp;gt; bergen schlicht aufgrund ihrer Größe die Gefahr in sich, für den Betrachter ins Unübersichtliche zu kippen. &amp;lt;/ref&amp;gt;  „‚Komplexität’ ist (…) eine Funktion des Kommunikations- und Verwendungszwecks“, schreibt Heiner Wilharm &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;.  Komplexitäts-erweiternde Darstellungen,  können dabei u. a. der Generierung von neuem Wissen dienen. Beispielsweise können durch die Darstellung eines Sachverhaltes auf der Schreibfläche plötzlich inhaltliche ‚Leerstellen’ buchstäblich als weiße Flecken auf dem Papier sichtbar werden, die dann zur Bearbeitung drängen. Diagrammatische Darstellungen ermöglichen das sehende bzw. zeichnende Auffinden von neuen Relationen oder von „Zwischengliedern“ (Wittgenstein) durch „Dazwischenschreibung“.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Begriff „Dazwischenschreibung“ stammt von Petra Gehring &amp;lt;bib id=&#039;Gehring 1992&#039;&amp;gt;Gehring 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===b) Die [[Syntax|Syntaktizität]] von Diagrammen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Feld diagrammatischer Phänomene gibt es große Unterschiede in Bezug auf deren ‚Syntaktizität’ bzw. auf die Regelhaftigkeit der Typisierung und des Typengebrauchs. Nicht alle Diagrammtheoretiker würden in Bezug auf Diagramme von einer „Syntax“ reden. Christian Stetter etwa schlägt vor, den Begriff „Syntax“ nur für Schriften, genauer: für Texte zu reservieren, nicht jedoch für Diagramme &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 126f.&amp;lt;/bib&amp;gt;. Andere Diagramm-Theoretiker haben demgegenüber einen weiteren (bzw. ‚schwächeren’) Syntax-Begriff. Sybille Krämer etwa spricht – wenn auch in Anführungszeichen – von einer ‚Syntax’ des Diagrammatischen. Für sie ist gerade diese Syntaktizität ein zentrales Kriterium dafür, um bloße Bilder von diagrammatischen Artefakten (Phänomenen „operativer Bildlichkeit“, wie es bei Krämer heißt) unterscheiden zu können. Anders als beim Bilder-sehen muss man beim Sehen von Diagrammen die Fähigkeit besitzen, wesentliche von unwesentlichen Aspekten der Darstellung unterscheiden und entsprechend von vielem ‚absehen’ zu können &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 102&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu auch Stetter: „Dieses Diagrammatische, mit dem die Logik das Pikturale zu unterwandern beginnt, ist Resultat von Tilgungsoperationen (…)“ &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 121&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt; Einige Bildtheoretiker präferieren allerdings einen Syntax-Begriff, der sogar so weit (bzw. so ‚schwach’) ist, dass er auch auf Bilder angewandt werden kann und sich dann entsprechend nicht zur besonderen Kennzeichnung von Diagrammen eignet.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Sachs-Hombach etwa gesteht Bildern insgesamt eine „morphologische Syntax“ zu &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a: 105-119&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Jedoch gibt es auch bei diagrammatischen Darstellungen Unterschiede, was die Strenge der ‚Syntax’ angeht. Bei einigen Diagrammen gibt es sehr klare Regeln für deren korrekte Erstellung und Lesung. Verfahren wie die Vorformatierung der diagrammatischen Inskriptionsflächen durch Koordinatensysteme, in die dann Messwerte eingetragen werden, kreieren eine solche relativ strenge ‚Syntax’. Für logische Diagramme (etwa die ikonische Logik von Peirce&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu die Darstellung von Sun-Joo Shin &amp;lt;bib id=&#039;Shin 2002&#039;&amp;gt;Shin 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;) gilt dies in noch stärkerem Maße. Demgegenüber gibt es jedoch auch diagrammatische Darstellungen, die einer weniger strengen ‚Syntax’ folgen. Das heißt: dort existieren recht freie, offene, provisorische  bzw. transitorische Regeln der Produktion und der Lesung dieser Diagramme.&amp;lt;ref&amp;gt;„Folglich ist bzw. wird die ‚Sprache’ der diagrammatischen Repräsentation nur vorübergehend und provisorisch fixiert. Es reicht, dass gesagt bzw. gezeigt werden kann, was man sagen bzw. zeigen will.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 138&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt; Als Laboratorien epistemischen Schreibens/Zeichnens etwa sind diese Arten diagrammatischer Artefakte oftmals sogar gerade darauf angelegt, spielerisch zu ‚verfremden’ und dabei möglichst viele kreative Assoziations- und Interpretationsspielräume zu eröffnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Diagrammatische Darstellungen „geben uns die Chance, die Modelle zu wechseln, um neue Ansichten auszuprobieren.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 141&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===c) Die Operativität und Pragmatik von Diagrammen===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein dritter wesentlicher Aspekt ist die „Operativität“ der Diagramme (bzw. des „Diagrammatischen“) und deren – insbesondere auch im Vergleich zu Bildern – besondere pragmatische Dimension. „Diagramme muss man sich (…) immer auch vom Prozess der Produktion her verständlich machen. Die Geste der Setzung oder das Verfahren der Einschreibung müssen als integraler Bestandteil der Repräsentation mitgedacht werden“, schreibt Steffen Bogen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen 2005b&#039;&amp;gt;Bogen 2005b: 164&amp;lt;/bib&amp;gt;. Wer diagrammatische Darstellungen begreifen will – so Heiner Willharm – „vollzieht sie oder vollzieht sie nach. Er richtet sich eine Zeitlang im Raum der Darstellung ein“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 151&amp;lt;/bib&amp;gt;. Sybille Krämer sieht das Diagrammatische nicht nur als Anschauungsmedium, sondern zugleich auch als „Werkzeug“ und „’Reflexionsinstrument’“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Schriften, Graphen, Karten stellen nicht nur etwas dar, „sondern eröffnen damit Räume, um das Dargestellte auch zu handhaben, zu beobachten, zu explorieren“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Diagrammatische Darstellungen sind performativ. Indem man an Diagrammen graphische Manipulationen vollzieht bzw. nachvollzieht, wird etwas sichtbar, einsichtig und übersichtlich, was vorher nicht sichtbar, einsichtig bzw. übersichtlich war. Diagramme müssen, so könnte man Wittgenstein adaptierend formulieren, immer als „Diagrammspiele“ aufgefasst, also aus der Praxis des Umgangs mit ihnen verständlich gemacht werden. Für einige Diagramm-Theoretiker beruht die Stärke der Diagramme sogar auf deren besonderer ‚pragmatischer Potenz’: „Mehr als andere Diskursformen sind Diagramme daraufhin angelegt, Nachfolgehandlungen nach sich zu ziehen.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 158&amp;lt;/bib&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zur „Materialität“ der Diagramme==&lt;br /&gt;
Abschließend noch zwei Bemerkungen zur „Materialität“ der Diagramme und damit noch einmal zur Extension des Diagramm- bzw. des Diagrammatik-Begriffs: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme werden – wie Bilder – von den meisten Autoren des Diagrammatik-Diskurses primär als zweidimensionale Artefakte verstanden. Natürlich ist auch diese Fokussierung eine begriffliche Entscheidung, deren Konsequenzen bedacht werden müssen; genauso wie es in Bezug auf das Phänomen Bild eine begriffliche Entscheidung ist (deren Kosten-Nutzen-Bilanz man abzuwägen hat), den Begriff des Bildes eng mit der Zweidimensionalität der Bildfläche zu verkoppeln und Bilder im engeren Sinne von den dreidimensionalen „Bildern“ – etwa Werken der Plastik innerhalb der „bildenden Kunst“ – abzugrenzen. &lt;br /&gt;
Analoges lässt sich auch für die Verwendung des Begriff „Diagramm“ sagen: Eine Reihe von funktionalen Eigenschaften des Diagrammatischen trifft durchaus auch für bestimmte dreidimensionale Artefakte zu. Man denke an dreidimensionale Strukturmodelle, wie das DNS-Modell das Watson und Crick entwickelt – und das heißt auch:  real in 3D gebastelt – haben. Andererseits spricht aber auch vieles dafür, die besondere Übersichtlichkeit, die der Blick von oben auf eine zweidimensionale Diagramm-Darstellungsfläche ermöglicht, und die besonders einfachen (grafischen) Rekonfigurationsmöglichkeiten von Elementen eines Diagramms auf der Schreibfläche auch begrifflich hervorzuheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von Autoren, die zum Teil mit explizitem Bezug auf Peirce’ Konzept des „diagrammatic reasoning“ dafür plädieren, den Begriff des Diagramms, des Diagrammatischen bzw. den Begriff der „Diagrammatik“ in stark entgrenzender Weise – zum Teil bis ins Immaterielle des Geistes hinein – auszuweiten. Diagrammatische Strukturen und Operationen werden dann nicht nur in jeglicher Art von symbolischen Darstellungen – in Texten &amp;lt;bib id=&#039;Reichert 2011&#039;&amp;gt;Reichert 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;, Filmen, Bildern, Sounds – aufzufinden versucht, sondern z.B. auch in der menschlichen Kognition selber verortet &amp;lt;bib id=&#039;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&#039;&amp;gt;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Auch hier gilt es jedoch, die Kosten und den Nutzen dieser Ausweitung bzw. dieser stärker metaphorischen Verwendung des Begriffs abwägend im Auge zu behalten &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2012b&#039;&amp;gt;Birk 2012b&amp;lt;/bib&amp;gt;.&lt;br /&gt;
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		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
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	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13775</id>
		<title>Diagramm</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13775"/>
		<updated>2013-08-06T09:53:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* c) Die Operativität und Pragmatik von Diagrammen */&lt;/p&gt;
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==Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von (im weiten Sinne) Bildern bzw. bildlichen Darstellungen, denen – in den jeweiligen Gebrauchskontexten – strukturelle und funktionale Eigenschaften zukommen, die sie aus dem Bereich der Bilder in besonderer Weise herausheben. Dazu gehören etwa: [[Karte|Karten]], geometrische Zeichnungen, Flussdiagramme, Graphen, logische Diagramme (etwa Venn-Diagramme), Funktionsdiagramme, Pläne, aber auch Mindmaps, Listen, Tabellen, Begriffs-Tableaus bzw. in gewisser Weise auch generell alle schriftbildlichen Darstellungen. Zu den entsprechenden spezifischen Eigenschaften dieser Art Bilder gehören insbesondere deren besondere Syntaktizität und Operativität, die sie zugleich in die Nähe anderer symbolischer Darstellungsmedien, wie Sprache und Schrift rücken, zum Teil sind diese diagrammatische Darstellungen sogar direkt mit Schriftzeichen amalgamiert. &lt;br /&gt;
In der Literatur werden unterschiedliche Vorschläge gemacht, die genannten speziellen Arten von Bildern unter einen einheitlichen Begriff zu fassen: etwa als „schematische Zeichnungen“ bzw. „Schemata“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2004&#039;&amp;gt;Dirmoser 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;, als „Strukturbilder“ &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt; oder eben als „Diagramme“ bzw. als „das Diagrammatische“ in einem weiten Sinne &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Am stärksten durchgesetzt als Oberbegriff scheint sich dabei der Begriff des „Diagramms“ zu haben, was sich insbesondere auch daran zeigt, dass sich ein entsprechender Begriff der „Diagrammatik“ etabliert hat, wobei „Diagrammatik“ eben eine Theorie der strukturellen und funktionalen Eigenschaften von diagrammatisch-schematischen Artefakten in diesem weiteren Sinne meint. Folgt man dieser extensional ausgeweiteten Verwendung des Begriffs „Diagramm“ bzw. des „Diagrammatischen“, setzt dies natürlich zugleich voraus, dass man die Differenz zu den Diagrammbegriffen im engeren Sinne präsent hält: Wir unterscheiden ja normalsprachlich zwischen beispielsweise Karten und Tabellen einerseits und Diagrammen im engeren Sinne (als geometrischen Darstellungen, als logischen Diagrammen, Fluss- und Funktionsdiagrammen) andererseits. Trotzdem scheinen eine Reihe von markanten strukturellen und funktionalen Eigenschaften eben sowohl für Diagramme im engeren als auch für solche im weiteren Sinne zuzutreffen, strukturelle und funktionale Eigenschaften, die zumindest familienähnlich überlappend den Bereich der als „diagrammatisch“ auszuzeichnenden Phänomene konstituieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Diagrammen im  weiteren Sinne handelt es sich um mehr oder minder abstrakte grafische Darstellungen von Daten oder Sachverhalten, die Beziehungen und Verhältnisse aufzeigen und die im Mit- bzw. Nachvollzug der grafischen Darstellung zugleich Möglichkeiten der Rekonfiguration dieser Beziehungen und Verhältnisse offenlegen. Diagramme können so einerseits didaktische als auch heuristisch-epistemische Funktionen erfüllen. Sie haben abbildenden, repräsentativen Charakter, der von einer Reihe von Diagrammtheoretikern im Anschluss an Charles Sanders Peirce unter Rückgriff auf den Begriff der [[Symbol, Index, Ikon|Ikonizität]] bzw. „[[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität|Ähnlichkeit]]“ erläutert wird &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Dabei wird diese Ähnlichkeit als „Strukturähnlichkeit“ aufgefasst (vgl. Peirce: Collected Papers 2.282). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme bzw. diagrammatische Darstellungen kommen in allen möglichen Lebens-, Wissens und Wissenschaftsbereichen zum Einsatz. In der Mathematik und den Naturwissenschaften ebenso wie in den Kulturwissenschaften und selbst in der Philosophie. Dieses bildphilosophische Glossar beruht ja in seiner Struktur selbst auf einer diagrammatischen Begriffskarte, die auf der Webseite dieses Glossars in einer (um die Unterpunkte) reduzierten Form auch grafisch abgebildet ist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Strukturmerkmale von Diagrammen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zentralen funktional relevanten Strukturmerkmale von Diagrammen sollen im Folgenden unter drei Stichwortpunkten expliziert und verdeutlicht werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===a) Die spezifische Fähigkeit von Diagrammen zur Sichtbarmachung und Veranschaulichung===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Diagramme referieren. Sie machen dabei empirische oder auch nicht-empirische Sachverhalte/Verhältnisse sichtbar, die vorher nicht (bzw. nicht auf diese Weise) sichtbar gewesen sind. Auch Nichtvisuelles kann durch sie visuell dargestellt bzw. veranschaulicht werden. Diagrammatische Veranschaulichungen nutzen dabei einerseits räumliche Strukturen/Lagebeziehungen auf der Schreibfläche (wie links und rechts, oben und unten, gegenseitige Nähe und Ferne) und andererseits die Potentiale der menschlichen Gestaltwahrnehmung (etwa die Fähigkeiten zum Zusammen- und Auseinandersehen, sowie zum Überblicken), um Sachverhalte/Relationen darzustellen. Diagramme können in diesem Sinne „Übersichten“ und „Überblickswissen“ verschaffen. Mit Diagrammen lassen sich Sachverhalte zudem verdichtet darstellen. Andererseits haben sie aber durchaus auch das gegenläufige Potential: dasjenige der Entkomprimierung, Entflechtung, Differenzierung, Auffächerung, Verkomplizierung der Darstellung. Steffen Bogen und Felix Thürlemann weisen vielleicht etwas zu einseitig nur auf den Verdichtungsaspekt bei der Produktion von Diagrammen hin, dem sie als gegenläufigen Aspekt die „diskursive Expansion oder Entfaltung von Diagrammen“ bei deren Rezeption gegenüberstellen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003&#039;&amp;gt;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003: 8&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Auf die Probleme, die mit der diagrammatischen Verdichtung einher gehen können, macht Steffen Siegel aufmerksam &amp;lt;bib id=&#039;Siegel 2009&#039;&amp;gt;Siegel 2009: 27&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Verweis auf das Verdichtungspotential von Diagrammen sollte insbesondere nicht mit der irrigen Vorstellung verknüpft werden, diagrammatische Darstellungen würden einseitig der bloßen Komplexitätsreduktion dienen. Mit Blick auf die vielfältige Diagrammpraxis lässt sich vielmehr konstatieren: Es gibt zwar Diagramme, deren Zweck es ist, komplexe Sachverhalte – etwa zu didaktischen Zwecken – vereinfacht darzustellen, allerdings gibt es auch solche Diagramm deren Aufgabe gerade darin besteht, Sachverhalte komplexitäts-erweiternd darzustellen. Manchmal kann eine solche komplexe Darstellung dabei auch „über-komplex“, also unübersichtlich werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Einige der von Gerhard Dirmoser entworfenen quadratmetergroßen Diagramme wie das Diagramm „Ein Diagramm ist (k)ein Bild“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2006&#039;&amp;gt;Dirmoser 2006&amp;lt;/bib&amp;gt; bergen schlicht aufgrund ihrer Größe die Gefahr in sich, für den Betrachter ins Unübersichtliche zu kippen. &amp;lt;/ref&amp;gt;  „‚Komplexität’ ist (…) eine Funktion des Kommunikations- und Verwendungszwecks“, schreibt Heiner Wilharm &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;.  Komplexitäts-erweiternde Darstellungen,  können dabei u. a. der Generierung von neuem Wissen dienen. Beispielsweise können durch die Darstellung eines Sachverhaltes auf der Schreibfläche plötzlich inhaltliche ‚Leerstellen’ buchstäblich als weiße Flecken auf dem Papier sichtbar werden, die dann zur Bearbeitung drängen. Diagrammatische Darstellungen ermöglichen das sehende bzw. zeichnende Auffinden von neuen Relationen oder von „Zwischengliedern“ (Wittgenstein) durch „Dazwischenschreibung“.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Begriff „Dazwischenschreibung“ stammt von Petra Gehring &amp;lt;bib id=&#039;Gehring 1992&#039;&amp;gt;Gehring 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===b) Die [[Syntax|Syntaktizität]] von Diagrammen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Feld diagrammatischer Phänomene gibt es große Unterschiede in Bezug auf deren ‚Syntaktizität’ bzw. auf die Regelhaftigkeit der Typisierung und des Typengebrauchs. Nicht alle Diagrammtheoretiker würden in Bezug auf Diagramme von einer „Syntax“ reden. Christian Stetter etwa schlägt vor, den Begriff „Syntax“ nur für Schriften, genauer: für Texte zu reservieren, nicht jedoch für Diagramme &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 126f.&amp;lt;/bib&amp;gt;. Andere Diagramm-Theoretiker haben demgegenüber einen weiteren (bzw. ‚schwächeren’) Syntax-Begriff. Sybille Krämer etwa spricht – wenn auch in Anführungszeichen – von einer ‚Syntax’ des Diagrammatischen. Für sie ist gerade diese Syntaktizität ein zentrales Kriterium dafür, um bloße Bilder von diagrammatischen Artefakten (Phänomenen „operativer Bildlichkeit“, wie es bei Krämer heißt) unterscheiden zu können. Anders als beim Bilder-sehen muss man beim Sehen von Diagrammen die Fähigkeit besitzen, wesentliche von unwesentlichen Aspekten der Darstellung unterscheiden und entsprechend von vielem ‚absehen’ zu können &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 102&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu auch Stetter: „Dieses Diagrammatische, mit dem die Logik das Pikturale zu unterwandern beginnt, ist Resultat von Tilgungsoperationen (…)“ &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 121&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt; Einige Bildtheoretiker präferieren allerdings einen Syntax-Begriff, der sogar so weit (bzw. so ‚schwach’) ist, dass er auch auf Bilder angewandt werden kann und sich dann entsprechend nicht zur besonderen Kennzeichnung von Diagrammen eignet.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Sachs-Hombach etwa gesteht Bildern insgesamt eine „morphologische Syntax“ zu &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a: 105-119&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Jedoch gibt es auch bei diagrammatischen Darstellungen Unterschiede, was die Strenge der ‚Syntax’ angeht. Bei einigen Diagrammen gibt es sehr klare Regeln für deren korrekte Erstellung und Lesung. Verfahren wie die Vorformatierung der diagrammatischen Inskriptionsflächen durch Koordinatensysteme, in die dann Messwerte eingetragen werden, kreieren eine solche relativ strenge ‚Syntax’. Für logische Diagramme (etwa die ikonische Logik von Peirce&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu die Darstellung von Sun-Joo Shin &amp;lt;bib id=&#039;Shin 2002&#039;&amp;gt;Shin 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;) gilt dies in noch stärkerem Maße. Demgegenüber gibt es jedoch auch diagrammatische Darstellungen, die einer weniger strengen ‚Syntax’ folgen. Das heißt: dort existieren recht freie, offene, provisorische  bzw. transitorische Regeln der Produktion und der Lesung dieser Diagramme.&amp;lt;ref&amp;gt;„Folglich ist bzw. wird die ‚Sprache’ der diagrammatischen Repräsentation nur vorübergehend und provisorisch fixiert. Es reicht, dass gesagt bzw. gezeigt werden kann, was man sagen bzw. zeigen will.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 138&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt; Als Laboratorien epistemischen Schreibens/Zeichnens etwa sind diese Arten diagrammatischer Artefakte oftmals sogar gerade darauf angelegt, spielerisch zu ‚verfremden’ und dabei möglichst viele kreative Assoziations- und Interpretationsspielräume zu eröffnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Diagrammatische Darstellungen „geben uns die Chance, die Modelle zu wechseln, um neue Ansichten auszuprobieren.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 141&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===c) Die Operativität und Pragmatik von Diagrammen===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein dritter wesentlicher Aspekt ist die „Operativität“ der Diagramme (bzw. des „Diagrammatischen“) und deren – insbesondere auch im Vergleich zu Bildern – besondere pragmatische Dimension. „Diagramme muss man sich (…) immer auch vom Prozess der Produktion her verständlich machen. Die Geste der Setzung oder das Verfahren der Einschreibung müssen als integraler Bestandteil der Repräsentation mitgedacht werden“, schreibt Steffen Bogen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen 2005b&#039;&amp;gt;Bogen 2005b: 164&amp;lt;/bib&amp;gt;. Wer diagrammatische Darstellungen begreifen will – so Heiner Willharm – „vollzieht sie oder vollzieht sie nach. Er richtet sich eine Zeitlang im Raum der Darstellung ein“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 151&amp;lt;/bib&amp;gt;. Sybille Krämer sieht das Diagrammatische nicht nur als Anschauungsmedium, sondern zugleich auch als „Werkzeug“ und „’Reflexionsinstrument’“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Schriften, Graphen, Karten stellen nicht nur etwas dar, „sondern eröffnen damit Räume, um das Dargestellte auch zu handhaben, zu beobachten, zu explorieren“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Diagrammatische Darstellungen sind performativ. Indem man an Diagrammen graphische Manipulationen vollzieht bzw. nachvollzieht, wird etwas sichtbar, einsichtig und übersichtlich, was vorher nicht sichtbar, einsichtig bzw. übersichtlich war. Diagramme müssen, so könnte man Wittgenstein adaptierend formulieren, immer als „Diagrammspiele“ aufgefasst, also aus der Praxis des Umgangs mit ihnen verständlich gemacht werden. Für einige Diagramm-Theoretiker beruht die Stärke der Diagramme sogar auf deren besonderer ‚pragmatischer Potenz’: „Mehr als andere Diskursformen sind Diagramme daraufhin angelegt, Nachfolgehandlungen nach sich zu ziehen.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 158&amp;lt;/bib&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zur „Materialität“ der Diagramme==&lt;br /&gt;
Abschließend noch zwei Bemerkungen zur „Materialität“ der Diagramme und damit noch einmal zur Extension des Diagramm- bzw. des Diagrammatik-Begriffs: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme werden – wie Bilder – von den meisten Autoren des Diagrammatik-Diskurses primär als zweidimensionale Artefakte verstanden. Natürlich ist auch diese Fokussierung eine begriffliche Entscheidung, deren Konsequenzen bedacht werden müssen; genauso wie es in Bezug auf das Phänomen Bild eine begriffliche Entscheidung ist (deren Kosten-Nutzen-Bilanz man abzuwägen hat), den Begriff des Bildes eng mit der Zweidimensionalität der Bildfläche zu verkoppeln und Bilder im engeren Sinne von den dreidimensionalen „Bildern“ – etwa Werken der Plastik innerhalb der „bildenden Kunst“ – abzugrenzen. &lt;br /&gt;
Analoges lässt sich auch für die Verwendung des Begriff „Diagramm“ sagen: Eine Reihe von funktionalen Eigenschaften des Diagrammatischen trifft durchaus auch für bestimmte dreidimensionale Artefakte zu. Man denke an dreidimensionale Strukturmodelle, wie das DNS-Modell das Watson und Crick entwickelt – und das heißt auch:  real in 3D gebastelt – haben. Andererseits spricht aber auch vieles dafür, die besondere Übersichtlichkeit, die der Blick von oben auf eine zweidimensionale Diagramm-Darstellungsfläche ermöglicht, und die besonders einfachen (grafischen) Rekonfigurationsmöglichkeiten von Elementen eines Diagramms auf der Schreibfläche auch begrifflich hervorzuheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von Autoren, die zum Teil mit explizitem Bezug auf Peirce’ Konzept des „diagrammatic reasoning“ dafür plädieren, den Begriff des Diagramms, des Diagrammatischen bzw. den Begriff der „Diagrammatik“ in stark entgrenzender Weise – zum Teil bis ins Immaterielle des Geistes hinein – auszuweiten. Diagrammatische Strukturen und Operationen werden dann nicht nur in jeglicher Art von symbolischen Darstellungen – in Texten &amp;lt;bib id=&#039;Reichert 2011&#039;&amp;gt;Reichert 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;, Filmen, Bildern, Sounds – aufzufinden versucht, sondern z.B. auch in der menschlichen Kognition selber verortet &amp;lt;bib id=&#039;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&#039;&amp;gt;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Auch hier gilt es jedoch, die Kosten und den Nutzen dieser Ausweitung bzw. dieser stärker metaphorischen Verwendung des Begriffs abwägend im Auge zu behalten &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2012b&#039;&amp;gt;Birk 2012b&amp;lt;/bib&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität ]]&lt;br /&gt;
* [[Karte]]&lt;br /&gt;
* [[Symbol, Index, Ikon]]&lt;br /&gt;
* [[Syntax]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Rainer Totzke|Rainer Totzke]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13773</id>
		<title>Diagramm</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13773"/>
		<updated>2013-08-06T09:51:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* Die spezifische Fähigkeit von Diagrammen zur Sichtbarmachung und Veranschaulichung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von (im weiten Sinne) Bildern bzw. bildlichen Darstellungen, denen – in den jeweiligen Gebrauchskontexten – strukturelle und funktionale Eigenschaften zukommen, die sie aus dem Bereich der Bilder in besonderer Weise herausheben. Dazu gehören etwa: [[Karte|Karten]], geometrische Zeichnungen, Flussdiagramme, Graphen, logische Diagramme (etwa Venn-Diagramme), Funktionsdiagramme, Pläne, aber auch Mindmaps, Listen, Tabellen, Begriffs-Tableaus bzw. in gewisser Weise auch generell alle schriftbildlichen Darstellungen. Zu den entsprechenden spezifischen Eigenschaften dieser Art Bilder gehören insbesondere deren besondere Syntaktizität und Operativität, die sie zugleich in die Nähe anderer symbolischer Darstellungsmedien, wie Sprache und Schrift rücken, zum Teil sind diese diagrammatische Darstellungen sogar direkt mit Schriftzeichen amalgamiert. &lt;br /&gt;
In der Literatur werden unterschiedliche Vorschläge gemacht, die genannten speziellen Arten von Bildern unter einen einheitlichen Begriff zu fassen: etwa als „schematische Zeichnungen“ bzw. „Schemata“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2004&#039;&amp;gt;Dirmoser 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;, als „Strukturbilder“ &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt; oder eben als „Diagramme“ bzw. als „das Diagrammatische“ in einem weiten Sinne &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Am stärksten durchgesetzt als Oberbegriff scheint sich dabei der Begriff des „Diagramms“ zu haben, was sich insbesondere auch daran zeigt, dass sich ein entsprechender Begriff der „Diagrammatik“ etabliert hat, wobei „Diagrammatik“ eben eine Theorie der strukturellen und funktionalen Eigenschaften von diagrammatisch-schematischen Artefakten in diesem weiteren Sinne meint. Folgt man dieser extensional ausgeweiteten Verwendung des Begriffs „Diagramm“ bzw. des „Diagrammatischen“, setzt dies natürlich zugleich voraus, dass man die Differenz zu den Diagrammbegriffen im engeren Sinne präsent hält: Wir unterscheiden ja normalsprachlich zwischen beispielsweise Karten und Tabellen einerseits und Diagrammen im engeren Sinne (als geometrischen Darstellungen, als logischen Diagrammen, Fluss- und Funktionsdiagrammen) andererseits. Trotzdem scheinen eine Reihe von markanten strukturellen und funktionalen Eigenschaften eben sowohl für Diagramme im engeren als auch für solche im weiteren Sinne zuzutreffen, strukturelle und funktionale Eigenschaften, die zumindest familienähnlich überlappend den Bereich der als „diagrammatisch“ auszuzeichnenden Phänomene konstituieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Diagrammen im  weiteren Sinne handelt es sich um mehr oder minder abstrakte grafische Darstellungen von Daten oder Sachverhalten, die Beziehungen und Verhältnisse aufzeigen und die im Mit- bzw. Nachvollzug der grafischen Darstellung zugleich Möglichkeiten der Rekonfiguration dieser Beziehungen und Verhältnisse offenlegen. Diagramme können so einerseits didaktische als auch heuristisch-epistemische Funktionen erfüllen. Sie haben abbildenden, repräsentativen Charakter, der von einer Reihe von Diagrammtheoretikern im Anschluss an Charles Sanders Peirce unter Rückgriff auf den Begriff der [[Symbol, Index, Ikon|Ikonizität]] bzw. „[[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität|Ähnlichkeit]]“ erläutert wird &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Dabei wird diese Ähnlichkeit als „Strukturähnlichkeit“ aufgefasst (vgl. Peirce: Collected Papers 2.282). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme bzw. diagrammatische Darstellungen kommen in allen möglichen Lebens-, Wissens und Wissenschaftsbereichen zum Einsatz. In der Mathematik und den Naturwissenschaften ebenso wie in den Kulturwissenschaften und selbst in der Philosophie. Dieses bildphilosophische Glossar beruht ja in seiner Struktur selbst auf einer diagrammatischen Begriffskarte, die auf der Webseite dieses Glossars in einer (um die Unterpunkte) reduzierten Form auch grafisch abgebildet ist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Strukturmerkmale von Diagrammen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zentralen funktional relevanten Strukturmerkmale von Diagrammen sollen im Folgenden unter drei Stichwortpunkten expliziert und verdeutlicht werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===a) Die spezifische Fähigkeit von Diagrammen zur Sichtbarmachung und Veranschaulichung===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Diagramme referieren. Sie machen dabei empirische oder auch nicht-empirische Sachverhalte/Verhältnisse sichtbar, die vorher nicht (bzw. nicht auf diese Weise) sichtbar gewesen sind. Auch Nichtvisuelles kann durch sie visuell dargestellt bzw. veranschaulicht werden. Diagrammatische Veranschaulichungen nutzen dabei einerseits räumliche Strukturen/Lagebeziehungen auf der Schreibfläche (wie links und rechts, oben und unten, gegenseitige Nähe und Ferne) und andererseits die Potentiale der menschlichen Gestaltwahrnehmung (etwa die Fähigkeiten zum Zusammen- und Auseinandersehen, sowie zum Überblicken), um Sachverhalte/Relationen darzustellen. Diagramme können in diesem Sinne „Übersichten“ und „Überblickswissen“ verschaffen. Mit Diagrammen lassen sich Sachverhalte zudem verdichtet darstellen. Andererseits haben sie aber durchaus auch das gegenläufige Potential: dasjenige der Entkomprimierung, Entflechtung, Differenzierung, Auffächerung, Verkomplizierung der Darstellung. Steffen Bogen und Felix Thürlemann weisen vielleicht etwas zu einseitig nur auf den Verdichtungsaspekt bei der Produktion von Diagrammen hin, dem sie als gegenläufigen Aspekt die „diskursive Expansion oder Entfaltung von Diagrammen“ bei deren Rezeption gegenüberstellen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003&#039;&amp;gt;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003: 8&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Auf die Probleme, die mit der diagrammatischen Verdichtung einher gehen können, macht Steffen Siegel aufmerksam &amp;lt;bib id=&#039;Siegel 2009&#039;&amp;gt;Siegel 2009: 27&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Verweis auf das Verdichtungspotential von Diagrammen sollte insbesondere nicht mit der irrigen Vorstellung verknüpft werden, diagrammatische Darstellungen würden einseitig der bloßen Komplexitätsreduktion dienen. Mit Blick auf die vielfältige Diagrammpraxis lässt sich vielmehr konstatieren: Es gibt zwar Diagramme, deren Zweck es ist, komplexe Sachverhalte – etwa zu didaktischen Zwecken – vereinfacht darzustellen, allerdings gibt es auch solche Diagramm deren Aufgabe gerade darin besteht, Sachverhalte komplexitäts-erweiternd darzustellen. Manchmal kann eine solche komplexe Darstellung dabei auch „über-komplex“, also unübersichtlich werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Einige der von Gerhard Dirmoser entworfenen quadratmetergroßen Diagramme wie das Diagramm „Ein Diagramm ist (k)ein Bild“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2006&#039;&amp;gt;Dirmoser 2006&amp;lt;/bib&amp;gt; bergen schlicht aufgrund ihrer Größe die Gefahr in sich, für den Betrachter ins Unübersichtliche zu kippen. &amp;lt;/ref&amp;gt;  „‚Komplexität’ ist (…) eine Funktion des Kommunikations- und Verwendungszwecks“, schreibt Heiner Wilharm &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;.  Komplexitäts-erweiternde Darstellungen,  können dabei u. a. der Generierung von neuem Wissen dienen. Beispielsweise können durch die Darstellung eines Sachverhaltes auf der Schreibfläche plötzlich inhaltliche ‚Leerstellen’ buchstäblich als weiße Flecken auf dem Papier sichtbar werden, die dann zur Bearbeitung drängen. Diagrammatische Darstellungen ermöglichen das sehende bzw. zeichnende Auffinden von neuen Relationen oder von „Zwischengliedern“ (Wittgenstein) durch „Dazwischenschreibung“.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Begriff „Dazwischenschreibung“ stammt von Petra Gehring &amp;lt;bib id=&#039;Gehring 1992&#039;&amp;gt;Gehring 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===b) Die [[Syntax|Syntaktizität]] von Diagrammen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Feld diagrammatischer Phänomene gibt es große Unterschiede in Bezug auf deren ‚Syntaktizität’ bzw. auf die Regelhaftigkeit der Typisierung und des Typengebrauchs. Nicht alle Diagrammtheoretiker würden in Bezug auf Diagramme von einer „Syntax“ reden. Christian Stetter etwa schlägt vor, den Begriff „Syntax“ nur für Schriften, genauer: für Texte zu reservieren, nicht jedoch für Diagramme &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 126f.&amp;lt;/bib&amp;gt;. Andere Diagramm-Theoretiker haben demgegenüber einen weiteren (bzw. ‚schwächeren’) Syntax-Begriff. Sybille Krämer etwa spricht – wenn auch in Anführungszeichen – von einer ‚Syntax’ des Diagrammatischen. Für sie ist gerade diese Syntaktizität ein zentrales Kriterium dafür, um bloße Bilder von diagrammatischen Artefakten (Phänomenen „operativer Bildlichkeit“, wie es bei Krämer heißt) unterscheiden zu können. Anders als beim Bilder-sehen muss man beim Sehen von Diagrammen die Fähigkeit besitzen, wesentliche von unwesentlichen Aspekten der Darstellung unterscheiden und entsprechend von vielem ‚absehen’ zu können &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 102&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu auch Stetter: „Dieses Diagrammatische, mit dem die Logik das Pikturale zu unterwandern beginnt, ist Resultat von Tilgungsoperationen (…)“ &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 121&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt; Einige Bildtheoretiker präferieren allerdings einen Syntax-Begriff, der sogar so weit (bzw. so ‚schwach’) ist, dass er auch auf Bilder angewandt werden kann und sich dann entsprechend nicht zur besonderen Kennzeichnung von Diagrammen eignet.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Sachs-Hombach etwa gesteht Bildern insgesamt eine „morphologische Syntax“ zu &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a: 105-119&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Jedoch gibt es auch bei diagrammatischen Darstellungen Unterschiede, was die Strenge der ‚Syntax’ angeht. Bei einigen Diagrammen gibt es sehr klare Regeln für deren korrekte Erstellung und Lesung. Verfahren wie die Vorformatierung der diagrammatischen Inskriptionsflächen durch Koordinatensysteme, in die dann Messwerte eingetragen werden, kreieren eine solche relativ strenge ‚Syntax’. Für logische Diagramme (etwa die ikonische Logik von Peirce&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu die Darstellung von Sun-Joo Shin &amp;lt;bib id=&#039;Shin 2002&#039;&amp;gt;Shin 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;) gilt dies in noch stärkerem Maße. Demgegenüber gibt es jedoch auch diagrammatische Darstellungen, die einer weniger strengen ‚Syntax’ folgen. Das heißt: dort existieren recht freie, offene, provisorische  bzw. transitorische Regeln der Produktion und der Lesung dieser Diagramme.&amp;lt;ref&amp;gt;„Folglich ist bzw. wird die ‚Sprache’ der diagrammatischen Repräsentation nur vorübergehend und provisorisch fixiert. Es reicht, dass gesagt bzw. gezeigt werden kann, was man sagen bzw. zeigen will.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 138&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt; Als Laboratorien epistemischen Schreibens/Zeichnens etwa sind diese Arten diagrammatischer Artefakte oftmals sogar gerade darauf angelegt, spielerisch zu ‚verfremden’ und dabei möglichst viele kreative Assoziations- und Interpretationsspielräume zu eröffnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Diagrammatische Darstellungen „geben uns die Chance, die Modelle zu wechseln, um neue Ansichten auszuprobieren.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 141&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===c) Die Operativität und Pragmatik von Diagrammen===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein dritter wesentlicher Aspekt ist die „Operativität“ der Diagramme (bzw. des „Diagrammatischen“) und deren – insbesondere auch im Vergleich zu Bildern – besondere pragmatische Dimension. „Diagramme muss man sich (…) immer auch vom Prozess der Produktion her verständlich machen. Die Geste der Setzung oder das Verfahren der Einschreibung müssen als integraler Bestandteil der Repräsentation mitgedacht werden“, schreibt Steffen Bogen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen 2005b&#039;&amp;gt;Bogen 2005b: 164&amp;lt;/bib&amp;gt;. Wer diagrammatische Darstellungen begreifen will – so Heiner Willharm – „vollzieht sie oder vollzieht sie nach. Er richtet sich eine Zeitlang im Raum der Darstellung ein“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 151&amp;lt;/bib&amp;gt;. Sybille Krämer sieht das Diagrammatische nicht nur als Anschauungsmedium, sondern zugleich auch als „Werkzeug“ und „’Reflexionsinstrument’“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Schriften, Graphen, Karten stellen nicht nur etwas dar, „sondern eröffnen damit Räume, um das Dargestellte auch zu handhaben, zu beobachten, zu explorieren“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Diagrammatische Darstellungen sind performativ. Indem man an Diagrammen graphische Manipulationen vollzieht bzw. nachvollzieht, wird etwas sichtbar, einsichtig und übersichtlich, was vorher nicht sichtbar, einsichtig bzw. übersichtlich war. Diagramme müssen, so könnte man Wittgenstein adaptierend formulieren, immer als „Diagrammspiele“ aufgefasst, also aus der Praxis des Umgangs mit ihnen verständlich gemacht werden. Für einige Diagramm-Theoretiker beruht die Stärke der Diagramme sogar auf deren besonderer ‚pragmatischer Potenz’: „Mehr als andere Diskursformen sind Diagramme daraufhin angelegt, Nachfolgehandlungen nach sich zu ziehen.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 158&amp;lt;/bib&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend noch zwei Bemerkungen zur „Materialität“ der Diagramme und damit noch einmal zur Extension des Diagramm- bzw. des Diagrammatik-Begriffs: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme werden – wie Bilder – von den meisten Autoren des Diagrammatik-Diskurses primär als zweidimensionale Artefakte verstanden. Natürlich ist auch diese Fokussierung eine begriffliche Entscheidung, deren Konsequenzen bedacht werden müssen; genauso wie es in Bezug auf das Phänomen Bild eine begriffliche Entscheidung ist (deren Kosten-Nutzen-Bilanz man abzuwägen hat), den Begriff des Bildes eng mit der Zweidimensionalität der Bildfläche zu verkoppeln und Bilder im engeren Sinne von den dreidimensionalen „Bildern“ – etwa Werken der Plastik innerhalb der „bildenden Kunst“ – abzugrenzen. &lt;br /&gt;
Analoges lässt sich auch für die Verwendung des Begriff „Diagramm“ sagen: Eine Reihe von funktionalen Eigenschaften des Diagrammatischen trifft durchaus auch für bestimmte dreidimensionale Artefakte zu. Man denke an dreidimensionale Strukturmodelle, wie das DNS-Modell das Watson und Crick entwickelt – und das heißt auch:  real in 3D gebastelt – haben. Andererseits spricht aber auch vieles dafür, die besondere Übersichtlichkeit, die der Blick von oben auf eine zweidimensionale Diagramm-Darstellungsfläche ermöglicht, und die besonders einfachen (grafischen) Rekonfigurationsmöglichkeiten von Elementen eines Diagramms auf der Schreibfläche auch begrifflich hervorzuheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von Autoren, die zum Teil mit explizitem Bezug auf Peirce’ Konzept des „diagrammatic reasoning“ dafür plädieren, den Begriff des Diagramms, des Diagrammatischen bzw. den Begriff der „Diagrammatik“ in stark entgrenzender Weise – zum Teil bis ins Immaterielle des Geistes hinein – auszuweiten. Diagrammatische Strukturen und Operationen werden dann nicht nur in jeglicher Art von symbolischen Darstellungen – in Texten &amp;lt;bib id=&#039;Reichert 2011&#039;&amp;gt;Reichert 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;, Filmen, Bildern, Sounds – aufzufinden versucht, sondern z.B. auch in der menschlichen Kognition selber verortet &amp;lt;bib id=&#039;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&#039;&amp;gt;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Auch hier gilt es jedoch, die Kosten und den Nutzen dieser Ausweitung bzw. dieser stärker metaphorischen Verwendung des Begriffs abwägend im Auge zu behalten &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2012b&#039;&amp;gt;Birk 2012b&amp;lt;/bib&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität ]]&lt;br /&gt;
* [[Karte]]&lt;br /&gt;
* [[Symbol, Index, Ikon]]&lt;br /&gt;
* [[Syntax]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Rainer Totzke|Rainer Totzke]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13771</id>
		<title>Diagramm</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13771"/>
		<updated>2013-08-06T09:50:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* Strukturmerkmale von Diagrammen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildmedien]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von (im weiten Sinne) Bildern bzw. bildlichen Darstellungen, denen – in den jeweiligen Gebrauchskontexten – strukturelle und funktionale Eigenschaften zukommen, die sie aus dem Bereich der Bilder in besonderer Weise herausheben. Dazu gehören etwa: [[Karte|Karten]], geometrische Zeichnungen, Flussdiagramme, Graphen, logische Diagramme (etwa Venn-Diagramme), Funktionsdiagramme, Pläne, aber auch Mindmaps, Listen, Tabellen, Begriffs-Tableaus bzw. in gewisser Weise auch generell alle schriftbildlichen Darstellungen. Zu den entsprechenden spezifischen Eigenschaften dieser Art Bilder gehören insbesondere deren besondere Syntaktizität und Operativität, die sie zugleich in die Nähe anderer symbolischer Darstellungsmedien, wie Sprache und Schrift rücken, zum Teil sind diese diagrammatische Darstellungen sogar direkt mit Schriftzeichen amalgamiert. &lt;br /&gt;
In der Literatur werden unterschiedliche Vorschläge gemacht, die genannten speziellen Arten von Bildern unter einen einheitlichen Begriff zu fassen: etwa als „schematische Zeichnungen“ bzw. „Schemata“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2004&#039;&amp;gt;Dirmoser 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;, als „Strukturbilder“ &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt; oder eben als „Diagramme“ bzw. als „das Diagrammatische“ in einem weiten Sinne &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Am stärksten durchgesetzt als Oberbegriff scheint sich dabei der Begriff des „Diagramms“ zu haben, was sich insbesondere auch daran zeigt, dass sich ein entsprechender Begriff der „Diagrammatik“ etabliert hat, wobei „Diagrammatik“ eben eine Theorie der strukturellen und funktionalen Eigenschaften von diagrammatisch-schematischen Artefakten in diesem weiteren Sinne meint. Folgt man dieser extensional ausgeweiteten Verwendung des Begriffs „Diagramm“ bzw. des „Diagrammatischen“, setzt dies natürlich zugleich voraus, dass man die Differenz zu den Diagrammbegriffen im engeren Sinne präsent hält: Wir unterscheiden ja normalsprachlich zwischen beispielsweise Karten und Tabellen einerseits und Diagrammen im engeren Sinne (als geometrischen Darstellungen, als logischen Diagrammen, Fluss- und Funktionsdiagrammen) andererseits. Trotzdem scheinen eine Reihe von markanten strukturellen und funktionalen Eigenschaften eben sowohl für Diagramme im engeren als auch für solche im weiteren Sinne zuzutreffen, strukturelle und funktionale Eigenschaften, die zumindest familienähnlich überlappend den Bereich der als „diagrammatisch“ auszuzeichnenden Phänomene konstituieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Diagrammen im  weiteren Sinne handelt es sich um mehr oder minder abstrakte grafische Darstellungen von Daten oder Sachverhalten, die Beziehungen und Verhältnisse aufzeigen und die im Mit- bzw. Nachvollzug der grafischen Darstellung zugleich Möglichkeiten der Rekonfiguration dieser Beziehungen und Verhältnisse offenlegen. Diagramme können so einerseits didaktische als auch heuristisch-epistemische Funktionen erfüllen. Sie haben abbildenden, repräsentativen Charakter, der von einer Reihe von Diagrammtheoretikern im Anschluss an Charles Sanders Peirce unter Rückgriff auf den Begriff der [[Symbol, Index, Ikon|Ikonizität]] bzw. „[[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität|Ähnlichkeit]]“ erläutert wird &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Dabei wird diese Ähnlichkeit als „Strukturähnlichkeit“ aufgefasst (vgl. Peirce: Collected Papers 2.282). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme bzw. diagrammatische Darstellungen kommen in allen möglichen Lebens-, Wissens und Wissenschaftsbereichen zum Einsatz. In der Mathematik und den Naturwissenschaften ebenso wie in den Kulturwissenschaften und selbst in der Philosophie. Dieses bildphilosophische Glossar beruht ja in seiner Struktur selbst auf einer diagrammatischen Begriffskarte, die auf der Webseite dieses Glossars in einer (um die Unterpunkte) reduzierten Form auch grafisch abgebildet ist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Strukturmerkmale von Diagrammen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zentralen funktional relevanten Strukturmerkmale von Diagrammen sollen im Folgenden unter drei Stichwortpunkten expliziert und verdeutlicht werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die spezifische Fähigkeit von Diagrammen zur Sichtbarmachung und Veranschaulichung===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Diagramme referieren. Sie machen dabei empirische oder auch nicht-empirische Sachverhalte/Verhältnisse sichtbar, die vorher nicht (bzw. nicht auf diese Weise) sichtbar gewesen sind. Auch Nichtvisuelles kann durch sie visuell dargestellt bzw. veranschaulicht werden. Diagrammatische Veranschaulichungen nutzen dabei einerseits räumliche Strukturen/Lagebeziehungen auf der Schreibfläche (wie links und rechts, oben und unten, gegenseitige Nähe und Ferne) und andererseits die Potentiale der menschlichen Gestaltwahrnehmung (etwa die Fähigkeiten zum Zusammen- und Auseinandersehen, sowie zum Überblicken), um Sachverhalte/Relationen darzustellen. Diagramme können in diesem Sinne „Übersichten“ und „Überblickswissen“ verschaffen. Mit Diagrammen lassen sich Sachverhalte zudem verdichtet darstellen. Andererseits haben sie aber durchaus auch das gegenläufige Potential: dasjenige der Entkomprimierung, Entflechtung, Differenzierung, Auffächerung, Verkomplizierung der Darstellung. Steffen Bogen und Felix Thürlemann weisen vielleicht etwas zu einseitig nur auf den Verdichtungsaspekt bei der Produktion von Diagrammen hin, dem sie als gegenläufigen Aspekt die „diskursive Expansion oder Entfaltung von Diagrammen“ bei deren Rezeption gegenüberstellen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003&#039;&amp;gt;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003: 8&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Auf die Probleme, die mit der diagrammatischen Verdichtung einher gehen können, macht Steffen Siegel aufmerksam &amp;lt;bib id=&#039;Siegel 2009&#039;&amp;gt;Siegel 2009: 27&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Verweis auf das Verdichtungspotential von Diagrammen sollte insbesondere nicht mit der irrigen Vorstellung verknüpft werden, diagrammatische Darstellungen würden einseitig der bloßen Komplexitätsreduktion dienen. Mit Blick auf die vielfältige Diagrammpraxis lässt sich vielmehr konstatieren: Es gibt zwar Diagramme, deren Zweck es ist, komplexe Sachverhalte – etwa zu didaktischen Zwecken – vereinfacht darzustellen, allerdings gibt es auch solche Diagramm deren Aufgabe gerade darin besteht, Sachverhalte komplexitäts-erweiternd darzustellen. Manchmal kann eine solche komplexe Darstellung dabei auch „über-komplex“, also unübersichtlich werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Einige der von Gerhard Dirmoser entworfenen quadratmetergroßen Diagramme wie das Diagramm „Ein Diagramm ist (k)ein Bild“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2006&#039;&amp;gt;Dirmoser 2006&amp;lt;/bib&amp;gt; bergen schlicht aufgrund ihrer Größe die Gefahr in sich, für den Betrachter ins Unübersichtliche zu kippen. &amp;lt;/ref&amp;gt;  „‚Komplexität’ ist (…) eine Funktion des Kommunikations- und Verwendungszwecks“, schreibt Heiner Wilharm &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;.  Komplexitäts-erweiternde Darstellungen,  können dabei u. a. der Generierung von neuem Wissen dienen. Beispielsweise können durch die Darstellung eines Sachverhaltes auf der Schreibfläche plötzlich inhaltliche ‚Leerstellen’ buchstäblich als weiße Flecken auf dem Papier sichtbar werden, die dann zur Bearbeitung drängen. Diagrammatische Darstellungen ermöglichen das sehende bzw. zeichnende Auffinden von neuen Relationen oder von „Zwischengliedern“ (Wittgenstein) durch „Dazwischenschreibung“.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Begriff „Dazwischenschreibung“ stammt von Petra Gehring &amp;lt;bib id=&#039;Gehring 1992&#039;&amp;gt;Gehring 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===b) Die [[Syntax|Syntaktizität]] von Diagrammen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Feld diagrammatischer Phänomene gibt es große Unterschiede in Bezug auf deren ‚Syntaktizität’ bzw. auf die Regelhaftigkeit der Typisierung und des Typengebrauchs. Nicht alle Diagrammtheoretiker würden in Bezug auf Diagramme von einer „Syntax“ reden. Christian Stetter etwa schlägt vor, den Begriff „Syntax“ nur für Schriften, genauer: für Texte zu reservieren, nicht jedoch für Diagramme &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 126f.&amp;lt;/bib&amp;gt;. Andere Diagramm-Theoretiker haben demgegenüber einen weiteren (bzw. ‚schwächeren’) Syntax-Begriff. Sybille Krämer etwa spricht – wenn auch in Anführungszeichen – von einer ‚Syntax’ des Diagrammatischen. Für sie ist gerade diese Syntaktizität ein zentrales Kriterium dafür, um bloße Bilder von diagrammatischen Artefakten (Phänomenen „operativer Bildlichkeit“, wie es bei Krämer heißt) unterscheiden zu können. Anders als beim Bilder-sehen muss man beim Sehen von Diagrammen die Fähigkeit besitzen, wesentliche von unwesentlichen Aspekten der Darstellung unterscheiden und entsprechend von vielem ‚absehen’ zu können &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 102&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu auch Stetter: „Dieses Diagrammatische, mit dem die Logik das Pikturale zu unterwandern beginnt, ist Resultat von Tilgungsoperationen (…)“ &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 121&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt; Einige Bildtheoretiker präferieren allerdings einen Syntax-Begriff, der sogar so weit (bzw. so ‚schwach’) ist, dass er auch auf Bilder angewandt werden kann und sich dann entsprechend nicht zur besonderen Kennzeichnung von Diagrammen eignet.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Sachs-Hombach etwa gesteht Bildern insgesamt eine „morphologische Syntax“ zu &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a: 105-119&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Jedoch gibt es auch bei diagrammatischen Darstellungen Unterschiede, was die Strenge der ‚Syntax’ angeht. Bei einigen Diagrammen gibt es sehr klare Regeln für deren korrekte Erstellung und Lesung. Verfahren wie die Vorformatierung der diagrammatischen Inskriptionsflächen durch Koordinatensysteme, in die dann Messwerte eingetragen werden, kreieren eine solche relativ strenge ‚Syntax’. Für logische Diagramme (etwa die ikonische Logik von Peirce&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu die Darstellung von Sun-Joo Shin &amp;lt;bib id=&#039;Shin 2002&#039;&amp;gt;Shin 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;) gilt dies in noch stärkerem Maße. Demgegenüber gibt es jedoch auch diagrammatische Darstellungen, die einer weniger strengen ‚Syntax’ folgen. Das heißt: dort existieren recht freie, offene, provisorische  bzw. transitorische Regeln der Produktion und der Lesung dieser Diagramme.&amp;lt;ref&amp;gt;„Folglich ist bzw. wird die ‚Sprache’ der diagrammatischen Repräsentation nur vorübergehend und provisorisch fixiert. Es reicht, dass gesagt bzw. gezeigt werden kann, was man sagen bzw. zeigen will.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 138&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt; Als Laboratorien epistemischen Schreibens/Zeichnens etwa sind diese Arten diagrammatischer Artefakte oftmals sogar gerade darauf angelegt, spielerisch zu ‚verfremden’ und dabei möglichst viele kreative Assoziations- und Interpretationsspielräume zu eröffnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Diagrammatische Darstellungen „geben uns die Chance, die Modelle zu wechseln, um neue Ansichten auszuprobieren.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 141&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===c) Die Operativität und Pragmatik von Diagrammen===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein dritter wesentlicher Aspekt ist die „Operativität“ der Diagramme (bzw. des „Diagrammatischen“) und deren – insbesondere auch im Vergleich zu Bildern – besondere pragmatische Dimension. „Diagramme muss man sich (…) immer auch vom Prozess der Produktion her verständlich machen. Die Geste der Setzung oder das Verfahren der Einschreibung müssen als integraler Bestandteil der Repräsentation mitgedacht werden“, schreibt Steffen Bogen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen 2005b&#039;&amp;gt;Bogen 2005b: 164&amp;lt;/bib&amp;gt;. Wer diagrammatische Darstellungen begreifen will – so Heiner Willharm – „vollzieht sie oder vollzieht sie nach. Er richtet sich eine Zeitlang im Raum der Darstellung ein“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 151&amp;lt;/bib&amp;gt;. Sybille Krämer sieht das Diagrammatische nicht nur als Anschauungsmedium, sondern zugleich auch als „Werkzeug“ und „’Reflexionsinstrument’“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Schriften, Graphen, Karten stellen nicht nur etwas dar, „sondern eröffnen damit Räume, um das Dargestellte auch zu handhaben, zu beobachten, zu explorieren“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Diagrammatische Darstellungen sind performativ. Indem man an Diagrammen graphische Manipulationen vollzieht bzw. nachvollzieht, wird etwas sichtbar, einsichtig und übersichtlich, was vorher nicht sichtbar, einsichtig bzw. übersichtlich war. Diagramme müssen, so könnte man Wittgenstein adaptierend formulieren, immer als „Diagrammspiele“ aufgefasst, also aus der Praxis des Umgangs mit ihnen verständlich gemacht werden. Für einige Diagramm-Theoretiker beruht die Stärke der Diagramme sogar auf deren besonderer ‚pragmatischer Potenz’: „Mehr als andere Diskursformen sind Diagramme daraufhin angelegt, Nachfolgehandlungen nach sich zu ziehen.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 158&amp;lt;/bib&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend noch zwei Bemerkungen zur „Materialität“ der Diagramme und damit noch einmal zur Extension des Diagramm- bzw. des Diagrammatik-Begriffs: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme werden – wie Bilder – von den meisten Autoren des Diagrammatik-Diskurses primär als zweidimensionale Artefakte verstanden. Natürlich ist auch diese Fokussierung eine begriffliche Entscheidung, deren Konsequenzen bedacht werden müssen; genauso wie es in Bezug auf das Phänomen Bild eine begriffliche Entscheidung ist (deren Kosten-Nutzen-Bilanz man abzuwägen hat), den Begriff des Bildes eng mit der Zweidimensionalität der Bildfläche zu verkoppeln und Bilder im engeren Sinne von den dreidimensionalen „Bildern“ – etwa Werken der Plastik innerhalb der „bildenden Kunst“ – abzugrenzen. &lt;br /&gt;
Analoges lässt sich auch für die Verwendung des Begriff „Diagramm“ sagen: Eine Reihe von funktionalen Eigenschaften des Diagrammatischen trifft durchaus auch für bestimmte dreidimensionale Artefakte zu. Man denke an dreidimensionale Strukturmodelle, wie das DNS-Modell das Watson und Crick entwickelt – und das heißt auch:  real in 3D gebastelt – haben. Andererseits spricht aber auch vieles dafür, die besondere Übersichtlichkeit, die der Blick von oben auf eine zweidimensionale Diagramm-Darstellungsfläche ermöglicht, und die besonders einfachen (grafischen) Rekonfigurationsmöglichkeiten von Elementen eines Diagramms auf der Schreibfläche auch begrifflich hervorzuheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von Autoren, die zum Teil mit explizitem Bezug auf Peirce’ Konzept des „diagrammatic reasoning“ dafür plädieren, den Begriff des Diagramms, des Diagrammatischen bzw. den Begriff der „Diagrammatik“ in stark entgrenzender Weise – zum Teil bis ins Immaterielle des Geistes hinein – auszuweiten. Diagrammatische Strukturen und Operationen werden dann nicht nur in jeglicher Art von symbolischen Darstellungen – in Texten &amp;lt;bib id=&#039;Reichert 2011&#039;&amp;gt;Reichert 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;, Filmen, Bildern, Sounds – aufzufinden versucht, sondern z.B. auch in der menschlichen Kognition selber verortet &amp;lt;bib id=&#039;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&#039;&amp;gt;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Auch hier gilt es jedoch, die Kosten und den Nutzen dieser Ausweitung bzw. dieser stärker metaphorischen Verwendung des Begriffs abwägend im Auge zu behalten &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2012b&#039;&amp;gt;Birk 2012b&amp;lt;/bib&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität ]]&lt;br /&gt;
* [[Karte]]&lt;br /&gt;
* [[Symbol, Index, Ikon]]&lt;br /&gt;
* [[Syntax]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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[[Benutzer:Rainer Totzke|Rainer Totzke]]&lt;br /&gt;
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{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13769</id>
		<title>Diagramm</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13769"/>
		<updated>2013-08-06T09:49:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot; */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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Unterpunkt zu: [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von (im weiten Sinne) Bildern bzw. bildlichen Darstellungen, denen – in den jeweiligen Gebrauchskontexten – strukturelle und funktionale Eigenschaften zukommen, die sie aus dem Bereich der Bilder in besonderer Weise herausheben. Dazu gehören etwa: [[Karte|Karten]], geometrische Zeichnungen, Flussdiagramme, Graphen, logische Diagramme (etwa Venn-Diagramme), Funktionsdiagramme, Pläne, aber auch Mindmaps, Listen, Tabellen, Begriffs-Tableaus bzw. in gewisser Weise auch generell alle schriftbildlichen Darstellungen. Zu den entsprechenden spezifischen Eigenschaften dieser Art Bilder gehören insbesondere deren besondere Syntaktizität und Operativität, die sie zugleich in die Nähe anderer symbolischer Darstellungsmedien, wie Sprache und Schrift rücken, zum Teil sind diese diagrammatische Darstellungen sogar direkt mit Schriftzeichen amalgamiert. &lt;br /&gt;
In der Literatur werden unterschiedliche Vorschläge gemacht, die genannten speziellen Arten von Bildern unter einen einheitlichen Begriff zu fassen: etwa als „schematische Zeichnungen“ bzw. „Schemata“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2004&#039;&amp;gt;Dirmoser 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;, als „Strukturbilder“ &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt; oder eben als „Diagramme“ bzw. als „das Diagrammatische“ in einem weiten Sinne &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Am stärksten durchgesetzt als Oberbegriff scheint sich dabei der Begriff des „Diagramms“ zu haben, was sich insbesondere auch daran zeigt, dass sich ein entsprechender Begriff der „Diagrammatik“ etabliert hat, wobei „Diagrammatik“ eben eine Theorie der strukturellen und funktionalen Eigenschaften von diagrammatisch-schematischen Artefakten in diesem weiteren Sinne meint. Folgt man dieser extensional ausgeweiteten Verwendung des Begriffs „Diagramm“ bzw. des „Diagrammatischen“, setzt dies natürlich zugleich voraus, dass man die Differenz zu den Diagrammbegriffen im engeren Sinne präsent hält: Wir unterscheiden ja normalsprachlich zwischen beispielsweise Karten und Tabellen einerseits und Diagrammen im engeren Sinne (als geometrischen Darstellungen, als logischen Diagrammen, Fluss- und Funktionsdiagrammen) andererseits. Trotzdem scheinen eine Reihe von markanten strukturellen und funktionalen Eigenschaften eben sowohl für Diagramme im engeren als auch für solche im weiteren Sinne zuzutreffen, strukturelle und funktionale Eigenschaften, die zumindest familienähnlich überlappend den Bereich der als „diagrammatisch“ auszuzeichnenden Phänomene konstituieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Diagrammen im  weiteren Sinne handelt es sich um mehr oder minder abstrakte grafische Darstellungen von Daten oder Sachverhalten, die Beziehungen und Verhältnisse aufzeigen und die im Mit- bzw. Nachvollzug der grafischen Darstellung zugleich Möglichkeiten der Rekonfiguration dieser Beziehungen und Verhältnisse offenlegen. Diagramme können so einerseits didaktische als auch heuristisch-epistemische Funktionen erfüllen. Sie haben abbildenden, repräsentativen Charakter, der von einer Reihe von Diagrammtheoretikern im Anschluss an Charles Sanders Peirce unter Rückgriff auf den Begriff der [[Symbol, Index, Ikon|Ikonizität]] bzw. „[[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität|Ähnlichkeit]]“ erläutert wird &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Dabei wird diese Ähnlichkeit als „Strukturähnlichkeit“ aufgefasst (vgl. Peirce: Collected Papers 2.282). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme bzw. diagrammatische Darstellungen kommen in allen möglichen Lebens-, Wissens und Wissenschaftsbereichen zum Einsatz. In der Mathematik und den Naturwissenschaften ebenso wie in den Kulturwissenschaften und selbst in der Philosophie. Dieses bildphilosophische Glossar beruht ja in seiner Struktur selbst auf einer diagrammatischen Begriffskarte, die auf der Webseite dieses Glossars in einer (um die Unterpunkte) reduzierten Form auch grafisch abgebildet ist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Strukturmerkmale von Diagrammen=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zentralen funktional relevanten Strukturmerkmale von Diagrammen sollen im Folgenden unter drei Stichwortpunkten expliziert und verdeutlicht werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die spezifische Fähigkeit von Diagrammen zur Sichtbarmachung und Veranschaulichung===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Diagramme referieren. Sie machen dabei empirische oder auch nicht-empirische Sachverhalte/Verhältnisse sichtbar, die vorher nicht (bzw. nicht auf diese Weise) sichtbar gewesen sind. Auch Nichtvisuelles kann durch sie visuell dargestellt bzw. veranschaulicht werden. Diagrammatische Veranschaulichungen nutzen dabei einerseits räumliche Strukturen/Lagebeziehungen auf der Schreibfläche (wie links und rechts, oben und unten, gegenseitige Nähe und Ferne) und andererseits die Potentiale der menschlichen Gestaltwahrnehmung (etwa die Fähigkeiten zum Zusammen- und Auseinandersehen, sowie zum Überblicken), um Sachverhalte/Relationen darzustellen. Diagramme können in diesem Sinne „Übersichten“ und „Überblickswissen“ verschaffen. Mit Diagrammen lassen sich Sachverhalte zudem verdichtet darstellen. Andererseits haben sie aber durchaus auch das gegenläufige Potential: dasjenige der Entkomprimierung, Entflechtung, Differenzierung, Auffächerung, Verkomplizierung der Darstellung. Steffen Bogen und Felix Thürlemann weisen vielleicht etwas zu einseitig nur auf den Verdichtungsaspekt bei der Produktion von Diagrammen hin, dem sie als gegenläufigen Aspekt die „diskursive Expansion oder Entfaltung von Diagrammen“ bei deren Rezeption gegenüberstellen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003&#039;&amp;gt;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003: 8&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Auf die Probleme, die mit der diagrammatischen Verdichtung einher gehen können, macht Steffen Siegel aufmerksam &amp;lt;bib id=&#039;Siegel 2009&#039;&amp;gt;Siegel 2009: 27&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Verweis auf das Verdichtungspotential von Diagrammen sollte insbesondere nicht mit der irrigen Vorstellung verknüpft werden, diagrammatische Darstellungen würden einseitig der bloßen Komplexitätsreduktion dienen. Mit Blick auf die vielfältige Diagrammpraxis lässt sich vielmehr konstatieren: Es gibt zwar Diagramme, deren Zweck es ist, komplexe Sachverhalte – etwa zu didaktischen Zwecken – vereinfacht darzustellen, allerdings gibt es auch solche Diagramm deren Aufgabe gerade darin besteht, Sachverhalte komplexitäts-erweiternd darzustellen. Manchmal kann eine solche komplexe Darstellung dabei auch „über-komplex“, also unübersichtlich werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Einige der von Gerhard Dirmoser entworfenen quadratmetergroßen Diagramme wie das Diagramm „Ein Diagramm ist (k)ein Bild“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2006&#039;&amp;gt;Dirmoser 2006&amp;lt;/bib&amp;gt; bergen schlicht aufgrund ihrer Größe die Gefahr in sich, für den Betrachter ins Unübersichtliche zu kippen. &amp;lt;/ref&amp;gt;  „‚Komplexität’ ist (…) eine Funktion des Kommunikations- und Verwendungszwecks“, schreibt Heiner Wilharm &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;.  Komplexitäts-erweiternde Darstellungen,  können dabei u. a. der Generierung von neuem Wissen dienen. Beispielsweise können durch die Darstellung eines Sachverhaltes auf der Schreibfläche plötzlich inhaltliche ‚Leerstellen’ buchstäblich als weiße Flecken auf dem Papier sichtbar werden, die dann zur Bearbeitung drängen. Diagrammatische Darstellungen ermöglichen das sehende bzw. zeichnende Auffinden von neuen Relationen oder von „Zwischengliedern“ (Wittgenstein) durch „Dazwischenschreibung“.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Begriff „Dazwischenschreibung“ stammt von Petra Gehring &amp;lt;bib id=&#039;Gehring 1992&#039;&amp;gt;Gehring 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===b) Die [[Syntax|Syntaktizität]] von Diagrammen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Feld diagrammatischer Phänomene gibt es große Unterschiede in Bezug auf deren ‚Syntaktizität’ bzw. auf die Regelhaftigkeit der Typisierung und des Typengebrauchs. Nicht alle Diagrammtheoretiker würden in Bezug auf Diagramme von einer „Syntax“ reden. Christian Stetter etwa schlägt vor, den Begriff „Syntax“ nur für Schriften, genauer: für Texte zu reservieren, nicht jedoch für Diagramme &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 126f.&amp;lt;/bib&amp;gt;. Andere Diagramm-Theoretiker haben demgegenüber einen weiteren (bzw. ‚schwächeren’) Syntax-Begriff. Sybille Krämer etwa spricht – wenn auch in Anführungszeichen – von einer ‚Syntax’ des Diagrammatischen. Für sie ist gerade diese Syntaktizität ein zentrales Kriterium dafür, um bloße Bilder von diagrammatischen Artefakten (Phänomenen „operativer Bildlichkeit“, wie es bei Krämer heißt) unterscheiden zu können. Anders als beim Bilder-sehen muss man beim Sehen von Diagrammen die Fähigkeit besitzen, wesentliche von unwesentlichen Aspekten der Darstellung unterscheiden und entsprechend von vielem ‚absehen’ zu können &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 102&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu auch Stetter: „Dieses Diagrammatische, mit dem die Logik das Pikturale zu unterwandern beginnt, ist Resultat von Tilgungsoperationen (…)“ &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 121&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt; Einige Bildtheoretiker präferieren allerdings einen Syntax-Begriff, der sogar so weit (bzw. so ‚schwach’) ist, dass er auch auf Bilder angewandt werden kann und sich dann entsprechend nicht zur besonderen Kennzeichnung von Diagrammen eignet.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Sachs-Hombach etwa gesteht Bildern insgesamt eine „morphologische Syntax“ zu &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a: 105-119&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Jedoch gibt es auch bei diagrammatischen Darstellungen Unterschiede, was die Strenge der ‚Syntax’ angeht. Bei einigen Diagrammen gibt es sehr klare Regeln für deren korrekte Erstellung und Lesung. Verfahren wie die Vorformatierung der diagrammatischen Inskriptionsflächen durch Koordinatensysteme, in die dann Messwerte eingetragen werden, kreieren eine solche relativ strenge ‚Syntax’. Für logische Diagramme (etwa die ikonische Logik von Peirce&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu die Darstellung von Sun-Joo Shin &amp;lt;bib id=&#039;Shin 2002&#039;&amp;gt;Shin 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;) gilt dies in noch stärkerem Maße. Demgegenüber gibt es jedoch auch diagrammatische Darstellungen, die einer weniger strengen ‚Syntax’ folgen. Das heißt: dort existieren recht freie, offene, provisorische  bzw. transitorische Regeln der Produktion und der Lesung dieser Diagramme.&amp;lt;ref&amp;gt;„Folglich ist bzw. wird die ‚Sprache’ der diagrammatischen Repräsentation nur vorübergehend und provisorisch fixiert. Es reicht, dass gesagt bzw. gezeigt werden kann, was man sagen bzw. zeigen will.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 138&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt; Als Laboratorien epistemischen Schreibens/Zeichnens etwa sind diese Arten diagrammatischer Artefakte oftmals sogar gerade darauf angelegt, spielerisch zu ‚verfremden’ und dabei möglichst viele kreative Assoziations- und Interpretationsspielräume zu eröffnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Diagrammatische Darstellungen „geben uns die Chance, die Modelle zu wechseln, um neue Ansichten auszuprobieren.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 141&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===c) Die Operativität und Pragmatik von Diagrammen===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein dritter wesentlicher Aspekt ist die „Operativität“ der Diagramme (bzw. des „Diagrammatischen“) und deren – insbesondere auch im Vergleich zu Bildern – besondere pragmatische Dimension. „Diagramme muss man sich (…) immer auch vom Prozess der Produktion her verständlich machen. Die Geste der Setzung oder das Verfahren der Einschreibung müssen als integraler Bestandteil der Repräsentation mitgedacht werden“, schreibt Steffen Bogen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen 2005b&#039;&amp;gt;Bogen 2005b: 164&amp;lt;/bib&amp;gt;. Wer diagrammatische Darstellungen begreifen will – so Heiner Willharm – „vollzieht sie oder vollzieht sie nach. Er richtet sich eine Zeitlang im Raum der Darstellung ein“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 151&amp;lt;/bib&amp;gt;. Sybille Krämer sieht das Diagrammatische nicht nur als Anschauungsmedium, sondern zugleich auch als „Werkzeug“ und „’Reflexionsinstrument’“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Schriften, Graphen, Karten stellen nicht nur etwas dar, „sondern eröffnen damit Räume, um das Dargestellte auch zu handhaben, zu beobachten, zu explorieren“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Diagrammatische Darstellungen sind performativ. Indem man an Diagrammen graphische Manipulationen vollzieht bzw. nachvollzieht, wird etwas sichtbar, einsichtig und übersichtlich, was vorher nicht sichtbar, einsichtig bzw. übersichtlich war. Diagramme müssen, so könnte man Wittgenstein adaptierend formulieren, immer als „Diagrammspiele“ aufgefasst, also aus der Praxis des Umgangs mit ihnen verständlich gemacht werden. Für einige Diagramm-Theoretiker beruht die Stärke der Diagramme sogar auf deren besonderer ‚pragmatischer Potenz’: „Mehr als andere Diskursformen sind Diagramme daraufhin angelegt, Nachfolgehandlungen nach sich zu ziehen.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 158&amp;lt;/bib&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend noch zwei Bemerkungen zur „Materialität“ der Diagramme und damit noch einmal zur Extension des Diagramm- bzw. des Diagrammatik-Begriffs: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme werden – wie Bilder – von den meisten Autoren des Diagrammatik-Diskurses primär als zweidimensionale Artefakte verstanden. Natürlich ist auch diese Fokussierung eine begriffliche Entscheidung, deren Konsequenzen bedacht werden müssen; genauso wie es in Bezug auf das Phänomen Bild eine begriffliche Entscheidung ist (deren Kosten-Nutzen-Bilanz man abzuwägen hat), den Begriff des Bildes eng mit der Zweidimensionalität der Bildfläche zu verkoppeln und Bilder im engeren Sinne von den dreidimensionalen „Bildern“ – etwa Werken der Plastik innerhalb der „bildenden Kunst“ – abzugrenzen. &lt;br /&gt;
Analoges lässt sich auch für die Verwendung des Begriff „Diagramm“ sagen: Eine Reihe von funktionalen Eigenschaften des Diagrammatischen trifft durchaus auch für bestimmte dreidimensionale Artefakte zu. Man denke an dreidimensionale Strukturmodelle, wie das DNS-Modell das Watson und Crick entwickelt – und das heißt auch:  real in 3D gebastelt – haben. Andererseits spricht aber auch vieles dafür, die besondere Übersichtlichkeit, die der Blick von oben auf eine zweidimensionale Diagramm-Darstellungsfläche ermöglicht, und die besonders einfachen (grafischen) Rekonfigurationsmöglichkeiten von Elementen eines Diagramms auf der Schreibfläche auch begrifflich hervorzuheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von Autoren, die zum Teil mit explizitem Bezug auf Peirce’ Konzept des „diagrammatic reasoning“ dafür plädieren, den Begriff des Diagramms, des Diagrammatischen bzw. den Begriff der „Diagrammatik“ in stark entgrenzender Weise – zum Teil bis ins Immaterielle des Geistes hinein – auszuweiten. Diagrammatische Strukturen und Operationen werden dann nicht nur in jeglicher Art von symbolischen Darstellungen – in Texten &amp;lt;bib id=&#039;Reichert 2011&#039;&amp;gt;Reichert 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;, Filmen, Bildern, Sounds – aufzufinden versucht, sondern z.B. auch in der menschlichen Kognition selber verortet &amp;lt;bib id=&#039;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&#039;&amp;gt;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Auch hier gilt es jedoch, die Kosten und den Nutzen dieser Ausweitung bzw. dieser stärker metaphorischen Verwendung des Begriffs abwägend im Auge zu behalten &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2012b&#039;&amp;gt;Birk 2012b&amp;lt;/bib&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität ]]&lt;br /&gt;
* [[Karte]]&lt;br /&gt;
* [[Symbol, Index, Ikon]]&lt;br /&gt;
* [[Syntax]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13767</id>
		<title>Diagramm</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13767"/>
		<updated>2013-08-06T09:40:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* Die spezifische Fähigkeit von Diagrammen zur Sichtbarmachung und Veranschaulichung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Bildmedien]]&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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=====Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot;=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von (im weiten Sinne) Bildern bzw. bildlichen Darstellungen, denen – in den jeweiligen Gebrauchskontexten – strukturelle und funktionale Eigenschaften zukommen, die sie aus dem Bereich der Bilder in besonderer Weise herausheben. Dazu gehören etwa: [[Karte|Karten]], geometrische Zeichnungen, Flussdiagramme, Graphen, logische Diagramme (etwa Venn-Diagramme), Funktionsdiagramme, Pläne, aber auch Mindmaps, Listen, Tabellen, Begriffs-Tableaus bzw. in gewisser Weise auch generell alle schriftbildlichen Darstellungen. Zu den entsprechenden spezifischen Eigenschaften dieser Art Bilder gehören insbesondere deren besondere Syntaktizität und Operativität, die sie zugleich in die Nähe anderer symbolischer Darstellungsmedien, wie Sprache und Schrift rücken, zum Teil sind diese diagrammatische Darstellungen sogar direkt mit Schriftzeichen amalgamiert. &lt;br /&gt;
In der Literatur werden unterschiedliche Vorschläge gemacht, die genannten speziellen Arten von Bildern unter einen einheitlichen Begriff zu fassen: etwa als „schematische Zeichnungen“ bzw. „Schemata“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2004&#039;&amp;gt;Dirmoser 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;, als „Strukturbilder“ &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt; oder eben als „Diagramme“ bzw. als „das Diagrammatische“ in einem weiten Sinne &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Am stärksten durchgesetzt als Oberbegriff scheint sich dabei der Begriff des „Diagramms“ zu haben, was sich insbesondere auch daran zeigt, dass sich ein entsprechender Begriff der „Diagrammatik“ etabliert hat, wobei „Diagrammatik“ eben eine Theorie der strukturellen und funktionalen Eigenschaften von diagrammatisch-schematischen Artefakten in diesem weiteren Sinne meint. Folgt man dieser extensional ausgeweiteten Verwendung des Begriffs „Diagramm“ bzw. des „Diagrammatischen“, setzt dies natürlich zugleich voraus, dass man die Differenz zu den Diagrammbegriffen im engeren Sinne präsent hält: Wir unterscheiden ja normalsprachlich zwischen beispielsweise Karten und Tabellen einerseits und Diagrammen im engeren Sinne (als geometrischen Darstellungen, als logischen Diagrammen, Fluss- und Funktionsdiagrammen) andererseits. Trotzdem scheinen eine Reihe von markanten strukturellen und funktionalen Eigenschaften eben sowohl für Diagramme im engeren als auch für solche im weiteren Sinne zuzutreffen, strukturelle und funktionale Eigenschaften, die zumindest familienähnlich überlappend den Bereich der als „diagrammatisch“ auszuzeichnenden Phänomene konstituieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Diagrammen im  weiteren Sinne handelt es sich um mehr oder minder abstrakte grafische Darstellungen von Daten oder Sachverhalten, die Beziehungen und Verhältnisse aufzeigen und die im Mit- bzw. Nachvollzug der grafischen Darstellung zugleich Möglichkeiten der Rekonfiguration dieser Beziehungen und Verhältnisse offenlegen. Diagramme können so einerseits didaktische als auch heuristisch-epistemische Funktionen erfüllen. Sie haben abbildenden, repräsentativen Charakter, der von einer Reihe von Diagrammtheoretikern im Anschluss an Charles Sanders Peirce unter Rückgriff auf den Begriff der [[Symbol, Index, Ikon|Ikonizität]] bzw. „[[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität|Ähnlichkeit]]“ erläutert wird &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Dabei wird diese Ähnlichkeit als „Strukturähnlichkeit“ aufgefasst (vgl. Peirce: Collected Papers 2.282). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme bzw. diagrammatische Darstellungen kommen in allen möglichen Lebens-, Wissens und Wissenschaftsbereichen zum Einsatz. In der Mathematik und den Naturwissenschaften ebenso wie in den Kulturwissenschaften und selbst in der Philosophie. Dieses bildphilosophische Glossar beruht ja in seiner Struktur selbst auf einer diagrammatischen Begriffskarte, die auf der Webseite dieses Glossars in einer (um die Unterpunkte) reduzierten Form auch grafisch abgebildet ist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Strukturmerkmale von Diagrammen=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zentralen funktional relevanten Strukturmerkmale von Diagrammen sollen im Folgenden unter drei Stichwortpunkten expliziert und verdeutlicht werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die spezifische Fähigkeit von Diagrammen zur Sichtbarmachung und Veranschaulichung===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Diagramme referieren. Sie machen dabei empirische oder auch nicht-empirische Sachverhalte/Verhältnisse sichtbar, die vorher nicht (bzw. nicht auf diese Weise) sichtbar gewesen sind. Auch Nichtvisuelles kann durch sie visuell dargestellt bzw. veranschaulicht werden. Diagrammatische Veranschaulichungen nutzen dabei einerseits räumliche Strukturen/Lagebeziehungen auf der Schreibfläche (wie links und rechts, oben und unten, gegenseitige Nähe und Ferne) und andererseits die Potentiale der menschlichen Gestaltwahrnehmung (etwa die Fähigkeiten zum Zusammen- und Auseinandersehen, sowie zum Überblicken), um Sachverhalte/Relationen darzustellen. Diagramme können in diesem Sinne „Übersichten“ und „Überblickswissen“ verschaffen. Mit Diagrammen lassen sich Sachverhalte zudem verdichtet darstellen. Andererseits haben sie aber durchaus auch das gegenläufige Potential: dasjenige der Entkomprimierung, Entflechtung, Differenzierung, Auffächerung, Verkomplizierung der Darstellung. Steffen Bogen und Felix Thürlemann weisen vielleicht etwas zu einseitig nur auf den Verdichtungsaspekt bei der Produktion von Diagrammen hin, dem sie als gegenläufigen Aspekt die „diskursive Expansion oder Entfaltung von Diagrammen“ bei deren Rezeption gegenüberstellen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003&#039;&amp;gt;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003: 8&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Auf die Probleme, die mit der diagrammatischen Verdichtung einher gehen können, macht Steffen Siegel aufmerksam &amp;lt;bib id=&#039;Siegel 2009&#039;&amp;gt;Siegel 2009: 27&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Verweis auf das Verdichtungspotential von Diagrammen sollte insbesondere nicht mit der irrigen Vorstellung verknüpft werden, diagrammatische Darstellungen würden einseitig der bloßen Komplexitätsreduktion dienen. Mit Blick auf die vielfältige Diagrammpraxis lässt sich vielmehr konstatieren: Es gibt zwar Diagramme, deren Zweck es ist, komplexe Sachverhalte – etwa zu didaktischen Zwecken – vereinfacht darzustellen, allerdings gibt es auch solche Diagramm deren Aufgabe gerade darin besteht, Sachverhalte komplexitäts-erweiternd darzustellen. Manchmal kann eine solche komplexe Darstellung dabei auch „über-komplex“, also unübersichtlich werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Einige der von Gerhard Dirmoser entworfenen quadratmetergroßen Diagramme wie das Diagramm „Ein Diagramm ist (k)ein Bild“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2006&#039;&amp;gt;Dirmoser 2006&amp;lt;/bib&amp;gt; bergen schlicht aufgrund ihrer Größe die Gefahr in sich, für den Betrachter ins Unübersichtliche zu kippen. &amp;lt;/ref&amp;gt;  „‚Komplexität’ ist (…) eine Funktion des Kommunikations- und Verwendungszwecks“, schreibt Heiner Wilharm &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;.  Komplexitäts-erweiternde Darstellungen,  können dabei u. a. der Generierung von neuem Wissen dienen. Beispielsweise können durch die Darstellung eines Sachverhaltes auf der Schreibfläche plötzlich inhaltliche ‚Leerstellen’ buchstäblich als weiße Flecken auf dem Papier sichtbar werden, die dann zur Bearbeitung drängen. Diagrammatische Darstellungen ermöglichen das sehende bzw. zeichnende Auffinden von neuen Relationen oder von „Zwischengliedern“ (Wittgenstein) durch „Dazwischenschreibung“.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Begriff „Dazwischenschreibung“ stammt von Petra Gehring &amp;lt;bib id=&#039;Gehring 1992&#039;&amp;gt;Gehring 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===b) Die [[Syntax|Syntaktizität]] von Diagrammen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Feld diagrammatischer Phänomene gibt es große Unterschiede in Bezug auf deren ‚Syntaktizität’ bzw. auf die Regelhaftigkeit der Typisierung und des Typengebrauchs. Nicht alle Diagrammtheoretiker würden in Bezug auf Diagramme von einer „Syntax“ reden. Christian Stetter etwa schlägt vor, den Begriff „Syntax“ nur für Schriften, genauer: für Texte zu reservieren, nicht jedoch für Diagramme &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 126f.&amp;lt;/bib&amp;gt;. Andere Diagramm-Theoretiker haben demgegenüber einen weiteren (bzw. ‚schwächeren’) Syntax-Begriff. Sybille Krämer etwa spricht – wenn auch in Anführungszeichen – von einer ‚Syntax’ des Diagrammatischen. Für sie ist gerade diese Syntaktizität ein zentrales Kriterium dafür, um bloße Bilder von diagrammatischen Artefakten (Phänomenen „operativer Bildlichkeit“, wie es bei Krämer heißt) unterscheiden zu können. Anders als beim Bilder-sehen muss man beim Sehen von Diagrammen die Fähigkeit besitzen, wesentliche von unwesentlichen Aspekten der Darstellung unterscheiden und entsprechend von vielem ‚absehen’ zu können &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 102&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu auch Stetter: „Dieses Diagrammatische, mit dem die Logik das Pikturale zu unterwandern beginnt, ist Resultat von Tilgungsoperationen (…)“ &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 121&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt; Einige Bildtheoretiker präferieren allerdings einen Syntax-Begriff, der sogar so weit (bzw. so ‚schwach’) ist, dass er auch auf Bilder angewandt werden kann und sich dann entsprechend nicht zur besonderen Kennzeichnung von Diagrammen eignet.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Sachs-Hombach etwa gesteht Bildern insgesamt eine „morphologische Syntax“ zu &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a: 105-119&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Jedoch gibt es auch bei diagrammatischen Darstellungen Unterschiede, was die Strenge der ‚Syntax’ angeht. Bei einigen Diagrammen gibt es sehr klare Regeln für deren korrekte Erstellung und Lesung. Verfahren wie die Vorformatierung der diagrammatischen Inskriptionsflächen durch Koordinatensysteme, in die dann Messwerte eingetragen werden, kreieren eine solche relativ strenge ‚Syntax’. Für logische Diagramme (etwa die ikonische Logik von Peirce&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu die Darstellung von Sun-Joo Shin &amp;lt;bib id=&#039;Shin 2002&#039;&amp;gt;Shin 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;) gilt dies in noch stärkerem Maße. Demgegenüber gibt es jedoch auch diagrammatische Darstellungen, die einer weniger strengen ‚Syntax’ folgen. Das heißt: dort existieren recht freie, offene, provisorische  bzw. transitorische Regeln der Produktion und der Lesung dieser Diagramme.&amp;lt;ref&amp;gt;„Folglich ist bzw. wird die ‚Sprache’ der diagrammatischen Repräsentation nur vorübergehend und provisorisch fixiert. Es reicht, dass gesagt bzw. gezeigt werden kann, was man sagen bzw. zeigen will.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 138&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt; Als Laboratorien epistemischen Schreibens/Zeichnens etwa sind diese Arten diagrammatischer Artefakte oftmals sogar gerade darauf angelegt, spielerisch zu ‚verfremden’ und dabei möglichst viele kreative Assoziations- und Interpretationsspielräume zu eröffnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Diagrammatische Darstellungen „geben uns die Chance, die Modelle zu wechseln, um neue Ansichten auszuprobieren.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 141&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===c) Die Operativität und Pragmatik von Diagrammen===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein dritter wesentlicher Aspekt ist die „Operativität“ der Diagramme (bzw. des „Diagrammatischen“) und deren – insbesondere auch im Vergleich zu Bildern – besondere pragmatische Dimension. „Diagramme muss man sich (…) immer auch vom Prozess der Produktion her verständlich machen. Die Geste der Setzung oder das Verfahren der Einschreibung müssen als integraler Bestandteil der Repräsentation mitgedacht werden“, schreibt Steffen Bogen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen 2005b&#039;&amp;gt;Bogen 2005b: 164&amp;lt;/bib&amp;gt;. Wer diagrammatische Darstellungen begreifen will – so Heiner Willharm – „vollzieht sie oder vollzieht sie nach. Er richtet sich eine Zeitlang im Raum der Darstellung ein“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 151&amp;lt;/bib&amp;gt;. Sybille Krämer sieht das Diagrammatische nicht nur als Anschauungsmedium, sondern zugleich auch als „Werkzeug“ und „’Reflexionsinstrument’“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Schriften, Graphen, Karten stellen nicht nur etwas dar, „sondern eröffnen damit Räume, um das Dargestellte auch zu handhaben, zu beobachten, zu explorieren“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Diagrammatische Darstellungen sind performativ. Indem man an Diagrammen graphische Manipulationen vollzieht bzw. nachvollzieht, wird etwas sichtbar, einsichtig und übersichtlich, was vorher nicht sichtbar, einsichtig bzw. übersichtlich war. Diagramme müssen, so könnte man Wittgenstein adaptierend formulieren, immer als „Diagrammspiele“ aufgefasst, also aus der Praxis des Umgangs mit ihnen verständlich gemacht werden. Für einige Diagramm-Theoretiker beruht die Stärke der Diagramme sogar auf deren besonderer ‚pragmatischer Potenz’: „Mehr als andere Diskursformen sind Diagramme daraufhin angelegt, Nachfolgehandlungen nach sich zu ziehen.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 158&amp;lt;/bib&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend noch zwei Bemerkungen zur „Materialität“ der Diagramme und damit noch einmal zur Extension des Diagramm- bzw. des Diagrammatik-Begriffs: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme werden – wie Bilder – von den meisten Autoren des Diagrammatik-Diskurses primär als zweidimensionale Artefakte verstanden. Natürlich ist auch diese Fokussierung eine begriffliche Entscheidung, deren Konsequenzen bedacht werden müssen; genauso wie es in Bezug auf das Phänomen Bild eine begriffliche Entscheidung ist (deren Kosten-Nutzen-Bilanz man abzuwägen hat), den Begriff des Bildes eng mit der Zweidimensionalität der Bildfläche zu verkoppeln und Bilder im engeren Sinne von den dreidimensionalen „Bildern“ – etwa Werken der Plastik innerhalb der „bildenden Kunst“ – abzugrenzen. &lt;br /&gt;
Analoges lässt sich auch für die Verwendung des Begriff „Diagramm“ sagen: Eine Reihe von funktionalen Eigenschaften des Diagrammatischen trifft durchaus auch für bestimmte dreidimensionale Artefakte zu. Man denke an dreidimensionale Strukturmodelle, wie das DNS-Modell das Watson und Crick entwickelt – und das heißt auch:  real in 3D gebastelt – haben. Andererseits spricht aber auch vieles dafür, die besondere Übersichtlichkeit, die der Blick von oben auf eine zweidimensionale Diagramm-Darstellungsfläche ermöglicht, und die besonders einfachen (grafischen) Rekonfigurationsmöglichkeiten von Elementen eines Diagramms auf der Schreibfläche auch begrifflich hervorzuheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von Autoren, die zum Teil mit explizitem Bezug auf Peirce’ Konzept des „diagrammatic reasoning“ dafür plädieren, den Begriff des Diagramms, des Diagrammatischen bzw. den Begriff der „Diagrammatik“ in stark entgrenzender Weise – zum Teil bis ins Immaterielle des Geistes hinein – auszuweiten. Diagrammatische Strukturen und Operationen werden dann nicht nur in jeglicher Art von symbolischen Darstellungen – in Texten &amp;lt;bib id=&#039;Reichert 2011&#039;&amp;gt;Reichert 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;, Filmen, Bildern, Sounds – aufzufinden versucht, sondern z.B. auch in der menschlichen Kognition selber verortet &amp;lt;bib id=&#039;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&#039;&amp;gt;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Auch hier gilt es jedoch, die Kosten und den Nutzen dieser Ausweitung bzw. dieser stärker metaphorischen Verwendung des Begriffs abwägend im Auge zu behalten &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2012b&#039;&amp;gt;Birk 2012b&amp;lt;/bib&amp;gt;.&lt;br /&gt;
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		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13765</id>
		<title>Diagramm</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13765"/>
		<updated>2013-08-06T09:36:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* Strukturmerkmale von Diagrammen */&lt;/p&gt;
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&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von (im weiten Sinne) Bildern bzw. bildlichen Darstellungen, denen – in den jeweiligen Gebrauchskontexten – strukturelle und funktionale Eigenschaften zukommen, die sie aus dem Bereich der Bilder in besonderer Weise herausheben. Dazu gehören etwa: [[Karte|Karten]], geometrische Zeichnungen, Flussdiagramme, Graphen, logische Diagramme (etwa Venn-Diagramme), Funktionsdiagramme, Pläne, aber auch Mindmaps, Listen, Tabellen, Begriffs-Tableaus bzw. in gewisser Weise auch generell alle schriftbildlichen Darstellungen. Zu den entsprechenden spezifischen Eigenschaften dieser Art Bilder gehören insbesondere deren besondere Syntaktizität und Operativität, die sie zugleich in die Nähe anderer symbolischer Darstellungsmedien, wie Sprache und Schrift rücken, zum Teil sind diese diagrammatische Darstellungen sogar direkt mit Schriftzeichen amalgamiert. &lt;br /&gt;
In der Literatur werden unterschiedliche Vorschläge gemacht, die genannten speziellen Arten von Bildern unter einen einheitlichen Begriff zu fassen: etwa als „schematische Zeichnungen“ bzw. „Schemata“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2004&#039;&amp;gt;Dirmoser 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;, als „Strukturbilder“ &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt; oder eben als „Diagramme“ bzw. als „das Diagrammatische“ in einem weiten Sinne &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Am stärksten durchgesetzt als Oberbegriff scheint sich dabei der Begriff des „Diagramms“ zu haben, was sich insbesondere auch daran zeigt, dass sich ein entsprechender Begriff der „Diagrammatik“ etabliert hat, wobei „Diagrammatik“ eben eine Theorie der strukturellen und funktionalen Eigenschaften von diagrammatisch-schematischen Artefakten in diesem weiteren Sinne meint. Folgt man dieser extensional ausgeweiteten Verwendung des Begriffs „Diagramm“ bzw. des „Diagrammatischen“, setzt dies natürlich zugleich voraus, dass man die Differenz zu den Diagrammbegriffen im engeren Sinne präsent hält: Wir unterscheiden ja normalsprachlich zwischen beispielsweise Karten und Tabellen einerseits und Diagrammen im engeren Sinne (als geometrischen Darstellungen, als logischen Diagrammen, Fluss- und Funktionsdiagrammen) andererseits. Trotzdem scheinen eine Reihe von markanten strukturellen und funktionalen Eigenschaften eben sowohl für Diagramme im engeren als auch für solche im weiteren Sinne zuzutreffen, strukturelle und funktionale Eigenschaften, die zumindest familienähnlich überlappend den Bereich der als „diagrammatisch“ auszuzeichnenden Phänomene konstituieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Diagrammen im  weiteren Sinne handelt es sich um mehr oder minder abstrakte grafische Darstellungen von Daten oder Sachverhalten, die Beziehungen und Verhältnisse aufzeigen und die im Mit- bzw. Nachvollzug der grafischen Darstellung zugleich Möglichkeiten der Rekonfiguration dieser Beziehungen und Verhältnisse offenlegen. Diagramme können so einerseits didaktische als auch heuristisch-epistemische Funktionen erfüllen. Sie haben abbildenden, repräsentativen Charakter, der von einer Reihe von Diagrammtheoretikern im Anschluss an Charles Sanders Peirce unter Rückgriff auf den Begriff der [[Symbol, Index, Ikon|Ikonizität]] bzw. „[[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität|Ähnlichkeit]]“ erläutert wird &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Dabei wird diese Ähnlichkeit als „Strukturähnlichkeit“ aufgefasst (vgl. Peirce: Collected Papers 2.282). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme bzw. diagrammatische Darstellungen kommen in allen möglichen Lebens-, Wissens und Wissenschaftsbereichen zum Einsatz. In der Mathematik und den Naturwissenschaften ebenso wie in den Kulturwissenschaften und selbst in der Philosophie. Dieses bildphilosophische Glossar beruht ja in seiner Struktur selbst auf einer diagrammatischen Begriffskarte, die auf der Webseite dieses Glossars in einer (um die Unterpunkte) reduzierten Form auch grafisch abgebildet ist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Strukturmerkmale von Diagrammen=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zentralen funktional relevanten Strukturmerkmale von Diagrammen sollen im Folgenden unter drei Stichwortpunkten expliziert und verdeutlicht werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die spezifische Fähigkeit von Diagrammen zur Sichtbarmachung und Veranschaulichung===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Diagramme referieren. Sie machen dabei empirische oder auch nicht-empirische Sachverhalte/Verhältnisse sichtbar, die vorher nicht (bzw. nicht auf diese Weise) sichtbar gewesen sind. Auch Nichtvisuelles kann durch sie visuell dargestellt bzw. veranschaulicht werden. Diagrammatische Veranschaulichungen nutzen dabei einerseits räumliche Strukturen/Lagebeziehungen auf der Schreibfläche (wie links und rechts, oben und unten, gegenseitige Nähe und Ferne) und andererseits die Potentiale der menschlichen Gestaltwahrnehmung (etwa die Fähigkeiten zum Zusammen- und Auseinandersehen, sowie zum Überblicken), um Sachverhalte/Relationen darzustellen. Diagramme können in diesem Sinne „Übersichten“ und „Überblickswissen“ verschaffen. Mit Diagrammen lassen sich Sachverhalte zudem verdichtet darstellen. Andererseits haben sie aber durchaus auch das gegenläufige Potential: dasjenige der Entkomprimierung, Entflechtung, Differenzierung, Auffächerung, Verkomplizierung der Darstellung. Steffen Bogen und Felix Thürlemann weisen vielleicht etwas zu einseitig nur auf den Verdichtungsaspekt bei der Produktion von Diagrammen hin, dem sie als gegenläufigen Aspekt die „diskursive Expansion oder Entfaltung von Diagrammen“ bei deren Rezeption gegenüberstellen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003&#039;&amp;gt;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003: 8&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Auf die Probleme, die mit der diagrammatischen Verdichtung einher gehen können, macht Steffen Siegel aufmerksam &amp;lt;bib id=&#039;Siegel 2009&#039;&amp;gt;Siegel 2009: 27&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Verweis auf das Verdichtungspotential von Diagrammen sollte insbesondere nicht mit der irrigen Vorstellung verknüpft werden, diagrammatische Darstellungen würden einseitig der bloßen Komplexitätsreduktion dienen. Mit Blick auf die vielfältige Diagrammpraxis lässt sich vielmehr konstatieren: Es gibt zwar Diagramme, deren Zweck es ist, komplexe Sachverhalte – etwa zu didaktischen Zwecken – vereinfacht darzustellen, allerdings gibt es auch solche Diagramm deren Aufgabe gerade darin besteht, Sachverhalte komplexitäts-erweiternd darzustellen. Manchmal kann eine solche komplexe Darstellung dabei auch „über-komplex“, also unübersichtlich werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Einige der von Gerhard Dirmoser entworfenen quadratmetergroßen Diagramme wie das Diagramm „Ein Diagramm ist (k)ein Bild“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2006&#039;&amp;gt;Dirmoser 2006&amp;lt;/bib&amp;gt; bergen schlicht aufgrund ihrer Größe die Gefahr in sich, für den Betrachter ins Unübersichtliche zu kippen. &amp;lt;/ref&amp;gt;  „‚Komplexität’ ist (…) eine Funktion des Kommunikations- und Verwendungszwecks“, schreibt Heiner Wilharm &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;.  Komplexitäts-erweiternde Darstellungen,  können dabei u. a. der Generierung von neuem Wissen dienen. Beispielsweise können durch die Darstellung eines Sachverhaltes auf der Schreibfläche plötzlich inhaltliche ‚Leerstellen’ buchstäblich als weiße Flecken auf dem Papier sichtbar werden, die dann zur Bearbeitung drängen. Diagrammatische Darstellungen ermöglichen das sehende bzw. zeichnende Auffinden von neuen Relationen oder von „Zwischengliedern“ (Wittgenstein) durch „Dazwischenschreibung“.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Begriff „Dazwischenschreibung“ stammt von Petra Gehring &amp;lt;bib id=&#039;Gehring 1992&#039;&amp;gt;Gehring 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) Die [[Syntax|Syntaktizität]] von Diagrammen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Feld diagrammatischer Phänomene gibt es große Unterschiede in Bezug auf deren ‚Syntaktizität’ bzw. auf die Regelhaftigkeit der Typisierung und des Typengebrauchs. Nicht alle Diagrammtheoretiker würden in Bezug auf Diagramme von einer „Syntax“ reden. Christian Stetter etwa schlägt vor, den Begriff „Syntax“ nur für Schriften, genauer: für Texte zu reservieren, nicht jedoch für Diagramme &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 126f.&amp;lt;/bib&amp;gt;. Andere Diagramm-Theoretiker haben demgegenüber einen weiteren (bzw. ‚schwächeren’) Syntax-Begriff. Sybille Krämer etwa spricht – wenn auch in Anführungszeichen – von einer ‚Syntax’ des Diagrammatischen. Für sie ist gerade diese Syntaktizität ein zentrales Kriterium dafür, um bloße Bilder von diagrammatischen Artefakten (Phänomenen „operativer Bildlichkeit“, wie es bei Krämer heißt) unterscheiden zu können. Anders als beim Bilder-sehen muss man beim Sehen von Diagrammen die Fähigkeit besitzen, wesentliche von unwesentlichen Aspekten der Darstellung unterscheiden und entsprechend von vielem ‚absehen’ zu können &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 102&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu auch Stetter: „Dieses Diagrammatische, mit dem die Logik das Pikturale zu unterwandern beginnt, ist Resultat von Tilgungsoperationen (…)“ &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 121&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt; Einige Bildtheoretiker präferieren allerdings einen Syntax-Begriff, der sogar so weit (bzw. so ‚schwach’) ist, dass er auch auf Bilder angewandt werden kann und sich dann entsprechend nicht zur besonderen Kennzeichnung von Diagrammen eignet.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Sachs-Hombach etwa gesteht Bildern insgesamt eine „morphologische Syntax“ zu &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a: 105-119&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Jedoch gibt es auch bei diagrammatischen Darstellungen Unterschiede, was die Strenge der ‚Syntax’ angeht. Bei einigen Diagrammen gibt es sehr klare Regeln für deren korrekte Erstellung und Lesung. Verfahren wie die Vorformatierung der diagrammatischen Inskriptionsflächen durch Koordinatensysteme, in die dann Messwerte eingetragen werden, kreieren eine solche relativ strenge ‚Syntax’. Für logische Diagramme (etwa die ikonische Logik von Peirce&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu die Darstellung von Sun-Joo Shin &amp;lt;bib id=&#039;Shin 2002&#039;&amp;gt;Shin 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;) gilt dies in noch stärkerem Maße. Demgegenüber gibt es jedoch auch diagrammatische Darstellungen, die einer weniger strengen ‚Syntax’ folgen. Das heißt: dort existieren recht freie, offene, provisorische  bzw. transitorische Regeln der Produktion und der Lesung dieser Diagramme.&amp;lt;ref&amp;gt;„Folglich ist bzw. wird die ‚Sprache’ der diagrammatischen Repräsentation nur vorübergehend und provisorisch fixiert. Es reicht, dass gesagt bzw. gezeigt werden kann, was man sagen bzw. zeigen will.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 138&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt; Als Laboratorien epistemischen Schreibens/Zeichnens etwa sind diese Arten diagrammatischer Artefakte oftmals sogar gerade darauf angelegt, spielerisch zu ‚verfremden’ und dabei möglichst viele kreative Assoziations- und Interpretationsspielräume zu eröffnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Diagrammatische Darstellungen „geben uns die Chance, die Modelle zu wechseln, um neue Ansichten auszuprobieren.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 141&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) Die Operativität und Pragmatik von Diagrammen&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein dritter wesentlicher Aspekt ist die „Operativität“ der Diagramme (bzw. des „Diagrammatischen“) und deren – insbesondere auch im Vergleich zu Bildern – besondere pragmatische Dimension. „Diagramme muss man sich (…) immer auch vom Prozess der Produktion her verständlich machen. Die Geste der Setzung oder das Verfahren der Einschreibung müssen als integraler Bestandteil der Repräsentation mitgedacht werden“, schreibt Steffen Bogen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen 2005b&#039;&amp;gt;Bogen 2005b: 164&amp;lt;/bib&amp;gt;. Wer diagrammatische Darstellungen begreifen will – so Heiner Willharm – „vollzieht sie oder vollzieht sie nach. Er richtet sich eine Zeitlang im Raum der Darstellung ein“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 151&amp;lt;/bib&amp;gt;. Sybille Krämer sieht das Diagrammatische nicht nur als Anschauungsmedium, sondern zugleich auch als „Werkzeug“ und „’Reflexionsinstrument’“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Schriften, Graphen, Karten stellen nicht nur etwas dar, „sondern eröffnen damit Räume, um das Dargestellte auch zu handhaben, zu beobachten, zu explorieren“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Diagrammatische Darstellungen sind performativ. Indem man an Diagrammen graphische Manipulationen vollzieht bzw. nachvollzieht, wird etwas sichtbar, einsichtig und übersichtlich, was vorher nicht sichtbar, einsichtig bzw. übersichtlich war. Diagramme müssen, so könnte man Wittgenstein adaptierend formulieren, immer als „Diagrammspiele“ aufgefasst, also aus der Praxis des Umgangs mit ihnen verständlich gemacht werden. Für einige Diagramm-Theoretiker beruht die Stärke der Diagramme sogar auf deren besonderer ‚pragmatischer Potenz’: „Mehr als andere Diskursformen sind Diagramme daraufhin angelegt, Nachfolgehandlungen nach sich zu ziehen.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 158&amp;lt;/bib&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend noch zwei Bemerkungen zur „Materialität“ der Diagramme und damit noch einmal zur Extension des Diagramm- bzw. des Diagrammatik-Begriffs: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme werden – wie Bilder – von den meisten Autoren des Diagrammatik-Diskurses primär als zweidimensionale Artefakte verstanden. Natürlich ist auch diese Fokussierung eine begriffliche Entscheidung, deren Konsequenzen bedacht werden müssen; genauso wie es in Bezug auf das Phänomen Bild eine begriffliche Entscheidung ist (deren Kosten-Nutzen-Bilanz man abzuwägen hat), den Begriff des Bildes eng mit der Zweidimensionalität der Bildfläche zu verkoppeln und Bilder im engeren Sinne von den dreidimensionalen „Bildern“ – etwa Werken der Plastik innerhalb der „bildenden Kunst“ – abzugrenzen. &lt;br /&gt;
Analoges lässt sich auch für die Verwendung des Begriff „Diagramm“ sagen: Eine Reihe von funktionalen Eigenschaften des Diagrammatischen trifft durchaus auch für bestimmte dreidimensionale Artefakte zu. Man denke an dreidimensionale Strukturmodelle, wie das DNS-Modell das Watson und Crick entwickelt – und das heißt auch:  real in 3D gebastelt – haben. Andererseits spricht aber auch vieles dafür, die besondere Übersichtlichkeit, die der Blick von oben auf eine zweidimensionale Diagramm-Darstellungsfläche ermöglicht, und die besonders einfachen (grafischen) Rekonfigurationsmöglichkeiten von Elementen eines Diagramms auf der Schreibfläche auch begrifflich hervorzuheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von Autoren, die zum Teil mit explizitem Bezug auf Peirce’ Konzept des „diagrammatic reasoning“ dafür plädieren, den Begriff des Diagramms, des Diagrammatischen bzw. den Begriff der „Diagrammatik“ in stark entgrenzender Weise – zum Teil bis ins Immaterielle des Geistes hinein – auszuweiten. Diagrammatische Strukturen und Operationen werden dann nicht nur in jeglicher Art von symbolischen Darstellungen – in Texten &amp;lt;bib id=&#039;Reichert 2011&#039;&amp;gt;Reichert 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;, Filmen, Bildern, Sounds – aufzufinden versucht, sondern z.B. auch in der menschlichen Kognition selber verortet &amp;lt;bib id=&#039;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&#039;&amp;gt;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Auch hier gilt es jedoch, die Kosten und den Nutzen dieser Ausweitung bzw. dieser stärker metaphorischen Verwendung des Begriffs abwägend im Auge zu behalten &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2012b&#039;&amp;gt;Birk 2012b&amp;lt;/bib&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität ]]&lt;br /&gt;
* [[Karte]]&lt;br /&gt;
* [[Symbol, Index, Ikon]]&lt;br /&gt;
* [[Syntax]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Rainer Totzke|Rainer Totzke]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13763</id>
		<title>Diagramm</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13763"/>
		<updated>2013-08-06T09:33:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot; */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot;=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von (im weiten Sinne) Bildern bzw. bildlichen Darstellungen, denen – in den jeweiligen Gebrauchskontexten – strukturelle und funktionale Eigenschaften zukommen, die sie aus dem Bereich der Bilder in besonderer Weise herausheben. Dazu gehören etwa: [[Karte|Karten]], geometrische Zeichnungen, Flussdiagramme, Graphen, logische Diagramme (etwa Venn-Diagramme), Funktionsdiagramme, Pläne, aber auch Mindmaps, Listen, Tabellen, Begriffs-Tableaus bzw. in gewisser Weise auch generell alle schriftbildlichen Darstellungen. Zu den entsprechenden spezifischen Eigenschaften dieser Art Bilder gehören insbesondere deren besondere Syntaktizität und Operativität, die sie zugleich in die Nähe anderer symbolischer Darstellungsmedien, wie Sprache und Schrift rücken, zum Teil sind diese diagrammatische Darstellungen sogar direkt mit Schriftzeichen amalgamiert. &lt;br /&gt;
In der Literatur werden unterschiedliche Vorschläge gemacht, die genannten speziellen Arten von Bildern unter einen einheitlichen Begriff zu fassen: etwa als „schematische Zeichnungen“ bzw. „Schemata“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2004&#039;&amp;gt;Dirmoser 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;, als „Strukturbilder“ &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt; oder eben als „Diagramme“ bzw. als „das Diagrammatische“ in einem weiten Sinne &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Am stärksten durchgesetzt als Oberbegriff scheint sich dabei der Begriff des „Diagramms“ zu haben, was sich insbesondere auch daran zeigt, dass sich ein entsprechender Begriff der „Diagrammatik“ etabliert hat, wobei „Diagrammatik“ eben eine Theorie der strukturellen und funktionalen Eigenschaften von diagrammatisch-schematischen Artefakten in diesem weiteren Sinne meint. Folgt man dieser extensional ausgeweiteten Verwendung des Begriffs „Diagramm“ bzw. des „Diagrammatischen“, setzt dies natürlich zugleich voraus, dass man die Differenz zu den Diagrammbegriffen im engeren Sinne präsent hält: Wir unterscheiden ja normalsprachlich zwischen beispielsweise Karten und Tabellen einerseits und Diagrammen im engeren Sinne (als geometrischen Darstellungen, als logischen Diagrammen, Fluss- und Funktionsdiagrammen) andererseits. Trotzdem scheinen eine Reihe von markanten strukturellen und funktionalen Eigenschaften eben sowohl für Diagramme im engeren als auch für solche im weiteren Sinne zuzutreffen, strukturelle und funktionale Eigenschaften, die zumindest familienähnlich überlappend den Bereich der als „diagrammatisch“ auszuzeichnenden Phänomene konstituieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Diagrammen im  weiteren Sinne handelt es sich um mehr oder minder abstrakte grafische Darstellungen von Daten oder Sachverhalten, die Beziehungen und Verhältnisse aufzeigen und die im Mit- bzw. Nachvollzug der grafischen Darstellung zugleich Möglichkeiten der Rekonfiguration dieser Beziehungen und Verhältnisse offenlegen. Diagramme können so einerseits didaktische als auch heuristisch-epistemische Funktionen erfüllen. Sie haben abbildenden, repräsentativen Charakter, der von einer Reihe von Diagrammtheoretikern im Anschluss an Charles Sanders Peirce unter Rückgriff auf den Begriff der [[Symbol, Index, Ikon|Ikonizität]] bzw. „[[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität|Ähnlichkeit]]“ erläutert wird &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Dabei wird diese Ähnlichkeit als „Strukturähnlichkeit“ aufgefasst (vgl. Peirce: Collected Papers 2.282). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme bzw. diagrammatische Darstellungen kommen in allen möglichen Lebens-, Wissens und Wissenschaftsbereichen zum Einsatz. In der Mathematik und den Naturwissenschaften ebenso wie in den Kulturwissenschaften und selbst in der Philosophie. Dieses bildphilosophische Glossar beruht ja in seiner Struktur selbst auf einer diagrammatischen Begriffskarte, die auf der Webseite dieses Glossars in einer (um die Unterpunkte) reduzierten Form auch grafisch abgebildet ist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Strukturmerkmale von Diagrammen=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zentralen funktional relevanten Strukturmerkmale von Diagrammen sollen im Folgenden unter drei Stichwortpunkten expliziert und verdeutlicht werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) Die spezifische Fähigkeit von Diagrammen zur Sichtbarmachung und Veranschaulichung &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Diagramme referieren. Sie machen dabei empirische oder auch nicht-empirische Sachverhalte/Verhältnisse sichtbar, die vorher nicht (bzw. nicht auf diese Weise) sichtbar gewesen sind. Auch Nichtvisuelles kann durch sie visuell dargestellt bzw. veranschaulicht werden. Diagrammatische Veranschaulichungen nutzen dabei einerseits räumliche Strukturen/Lagebeziehungen auf der Schreibfläche (wie links und rechts, oben und unten, gegenseitige Nähe und Ferne) und andererseits die Potentiale der menschlichen Gestaltwahrnehmung (etwa die Fähigkeiten zum Zusammen- und Auseinandersehen, sowie zum Überblicken), um Sachverhalte/Relationen darzustellen. Diagramme können in diesem Sinne „Übersichten“ und „Überblickswissen“ verschaffen. Mit Diagrammen lassen sich Sachverhalte zudem verdichtet darstellen. Andererseits haben sie aber durchaus auch das gegenläufige Potential: dasjenige der Entkomprimierung, Entflechtung, Differenzierung, Auffächerung, Verkomplizierung der Darstellung. Steffen Bogen und Felix Thürlemann weisen vielleicht etwas zu einseitig nur auf den Verdichtungsaspekt bei der Produktion von Diagrammen hin, dem sie als gegenläufigen Aspekt die „diskursive Expansion oder Entfaltung von Diagrammen“ bei deren Rezeption gegenüberstellen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003&#039;&amp;gt;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003: 8&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Auf die Probleme, die mit der diagrammatischen Verdichtung einher gehen können, macht Steffen Siegel aufmerksam &amp;lt;bib id=&#039;Siegel 2009&#039;&amp;gt;Siegel 2009: 27&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Verweis auf das Verdichtungspotential von Diagrammen sollte insbesondere nicht mit der irrigen Vorstellung verknüpft werden, diagrammatische Darstellungen würden einseitig der bloßen Komplexitätsreduktion dienen. Mit Blick auf die vielfältige Diagrammpraxis lässt sich vielmehr konstatieren: Es gibt zwar Diagramme, deren Zweck es ist, komplexe Sachverhalte – etwa zu didaktischen Zwecken – vereinfacht darzustellen, allerdings gibt es auch solche Diagramm deren Aufgabe gerade darin besteht, Sachverhalte komplexitäts-erweiternd darzustellen. Manchmal kann eine solche komplexe Darstellung dabei auch „über-komplex“, also unübersichtlich werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Einige der von Gerhard Dirmoser entworfenen quadratmetergroßen Diagramme wie das Diagramm „Ein Diagramm ist (k)ein Bild“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2006&#039;&amp;gt;Dirmoser 2006&amp;lt;/bib&amp;gt; bergen schlicht aufgrund ihrer Größe die Gefahr in sich, für den Betrachter ins Unübersichtliche zu kippen. &amp;lt;/ref&amp;gt;  „‚Komplexität’ ist (…) eine Funktion des Kommunikations- und Verwendungszwecks“, schreibt Heiner Wilharm &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;.  Komplexitäts-erweiternde Darstellungen,  können dabei u. a. der Generierung von neuem Wissen dienen. Beispielsweise können durch die Darstellung eines Sachverhaltes auf der Schreibfläche plötzlich inhaltliche ‚Leerstellen’ buchstäblich als weiße Flecken auf dem Papier sichtbar werden, die dann zur Bearbeitung drängen. Diagrammatische Darstellungen ermöglichen das sehende bzw. zeichnende Auffinden von neuen Relationen oder von „Zwischengliedern“ (Wittgenstein) durch „Dazwischenschreibung“.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Begriff „Dazwischenschreibung“ stammt von Petra Gehring &amp;lt;bib id=&#039;Gehring 1992&#039;&amp;gt;Gehring 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) Die [[Syntax|Syntaktizität]] von Diagrammen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Feld diagrammatischer Phänomene gibt es große Unterschiede in Bezug auf deren ‚Syntaktizität’ bzw. auf die Regelhaftigkeit der Typisierung und des Typengebrauchs. Nicht alle Diagrammtheoretiker würden in Bezug auf Diagramme von einer „Syntax“ reden. Christian Stetter etwa schlägt vor, den Begriff „Syntax“ nur für Schriften, genauer: für Texte zu reservieren, nicht jedoch für Diagramme &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 126f.&amp;lt;/bib&amp;gt;. Andere Diagramm-Theoretiker haben demgegenüber einen weiteren (bzw. ‚schwächeren’) Syntax-Begriff. Sybille Krämer etwa spricht – wenn auch in Anführungszeichen – von einer ‚Syntax’ des Diagrammatischen. Für sie ist gerade diese Syntaktizität ein zentrales Kriterium dafür, um bloße Bilder von diagrammatischen Artefakten (Phänomenen „operativer Bildlichkeit“, wie es bei Krämer heißt) unterscheiden zu können. Anders als beim Bilder-sehen muss man beim Sehen von Diagrammen die Fähigkeit besitzen, wesentliche von unwesentlichen Aspekten der Darstellung unterscheiden und entsprechend von vielem ‚absehen’ zu können &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 102&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu auch Stetter: „Dieses Diagrammatische, mit dem die Logik das Pikturale zu unterwandern beginnt, ist Resultat von Tilgungsoperationen (…)“ &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 121&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt; Einige Bildtheoretiker präferieren allerdings einen Syntax-Begriff, der sogar so weit (bzw. so ‚schwach’) ist, dass er auch auf Bilder angewandt werden kann und sich dann entsprechend nicht zur besonderen Kennzeichnung von Diagrammen eignet.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Sachs-Hombach etwa gesteht Bildern insgesamt eine „morphologische Syntax“ zu &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a: 105-119&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Jedoch gibt es auch bei diagrammatischen Darstellungen Unterschiede, was die Strenge der ‚Syntax’ angeht. Bei einigen Diagrammen gibt es sehr klare Regeln für deren korrekte Erstellung und Lesung. Verfahren wie die Vorformatierung der diagrammatischen Inskriptionsflächen durch Koordinatensysteme, in die dann Messwerte eingetragen werden, kreieren eine solche relativ strenge ‚Syntax’. Für logische Diagramme (etwa die ikonische Logik von Peirce&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu die Darstellung von Sun-Joo Shin &amp;lt;bib id=&#039;Shin 2002&#039;&amp;gt;Shin 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;) gilt dies in noch stärkerem Maße. Demgegenüber gibt es jedoch auch diagrammatische Darstellungen, die einer weniger strengen ‚Syntax’ folgen. Das heißt: dort existieren recht freie, offene, provisorische  bzw. transitorische Regeln der Produktion und der Lesung dieser Diagramme.&amp;lt;ref&amp;gt;„Folglich ist bzw. wird die ‚Sprache’ der diagrammatischen Repräsentation nur vorübergehend und provisorisch fixiert. Es reicht, dass gesagt bzw. gezeigt werden kann, was man sagen bzw. zeigen will.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 138&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt; Als Laboratorien epistemischen Schreibens/Zeichnens etwa sind diese Arten diagrammatischer Artefakte oftmals sogar gerade darauf angelegt, spielerisch zu ‚verfremden’ und dabei möglichst viele kreative Assoziations- und Interpretationsspielräume zu eröffnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Diagrammatische Darstellungen „geben uns die Chance, die Modelle zu wechseln, um neue Ansichten auszuprobieren.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 141&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) Die Operativität und Pragmatik von Diagrammen&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein dritter wesentlicher Aspekt ist die „Operativität“ der Diagramme (bzw. des „Diagrammatischen“) und deren – insbesondere auch im Vergleich zu Bildern – besondere pragmatische Dimension. „Diagramme muss man sich (…) immer auch vom Prozess der Produktion her verständlich machen. Die Geste der Setzung oder das Verfahren der Einschreibung müssen als integraler Bestandteil der Repräsentation mitgedacht werden“, schreibt Steffen Bogen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen 2005b&#039;&amp;gt;Bogen 2005b: 164&amp;lt;/bib&amp;gt;. Wer diagrammatische Darstellungen begreifen will – so Heiner Willharm – „vollzieht sie oder vollzieht sie nach. Er richtet sich eine Zeitlang im Raum der Darstellung ein“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 151&amp;lt;/bib&amp;gt;. Sybille Krämer sieht das Diagrammatische nicht nur als Anschauungsmedium, sondern zugleich auch als „Werkzeug“ und „’Reflexionsinstrument’“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Schriften, Graphen, Karten stellen nicht nur etwas dar, „sondern eröffnen damit Räume, um das Dargestellte auch zu handhaben, zu beobachten, zu explorieren“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Diagrammatische Darstellungen sind performativ. Indem man an Diagrammen graphische Manipulationen vollzieht bzw. nachvollzieht, wird etwas sichtbar, einsichtig und übersichtlich, was vorher nicht sichtbar, einsichtig bzw. übersichtlich war. Diagramme müssen, so könnte man Wittgenstein adaptierend formulieren, immer als „Diagrammspiele“ aufgefasst, also aus der Praxis des Umgangs mit ihnen verständlich gemacht werden. Für einige Diagramm-Theoretiker beruht die Stärke der Diagramme sogar auf deren besonderer ‚pragmatischer Potenz’: „Mehr als andere Diskursformen sind Diagramme daraufhin angelegt, Nachfolgehandlungen nach sich zu ziehen.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 158&amp;lt;/bib&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend noch zwei Bemerkungen zur „Materialität“ der Diagramme und damit noch einmal zur Extension des Diagramm- bzw. des Diagrammatik-Begriffs: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme werden – wie Bilder – von den meisten Autoren des Diagrammatik-Diskurses primär als zweidimensionale Artefakte verstanden. Natürlich ist auch diese Fokussierung eine begriffliche Entscheidung, deren Konsequenzen bedacht werden müssen; genauso wie es in Bezug auf das Phänomen Bild eine begriffliche Entscheidung ist (deren Kosten-Nutzen-Bilanz man abzuwägen hat), den Begriff des Bildes eng mit der Zweidimensionalität der Bildfläche zu verkoppeln und Bilder im engeren Sinne von den dreidimensionalen „Bildern“ – etwa Werken der Plastik innerhalb der „bildenden Kunst“ – abzugrenzen. &lt;br /&gt;
Analoges lässt sich auch für die Verwendung des Begriff „Diagramm“ sagen: Eine Reihe von funktionalen Eigenschaften des Diagrammatischen trifft durchaus auch für bestimmte dreidimensionale Artefakte zu. Man denke an dreidimensionale Strukturmodelle, wie das DNS-Modell das Watson und Crick entwickelt – und das heißt auch:  real in 3D gebastelt – haben. Andererseits spricht aber auch vieles dafür, die besondere Übersichtlichkeit, die der Blick von oben auf eine zweidimensionale Diagramm-Darstellungsfläche ermöglicht, und die besonders einfachen (grafischen) Rekonfigurationsmöglichkeiten von Elementen eines Diagramms auf der Schreibfläche auch begrifflich hervorzuheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von Autoren, die zum Teil mit explizitem Bezug auf Peirce’ Konzept des „diagrammatic reasoning“ dafür plädieren, den Begriff des Diagramms, des Diagrammatischen bzw. den Begriff der „Diagrammatik“ in stark entgrenzender Weise – zum Teil bis ins Immaterielle des Geistes hinein – auszuweiten. Diagrammatische Strukturen und Operationen werden dann nicht nur in jeglicher Art von symbolischen Darstellungen – in Texten &amp;lt;bib id=&#039;Reichert 2011&#039;&amp;gt;Reichert 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;, Filmen, Bildern, Sounds – aufzufinden versucht, sondern z.B. auch in der menschlichen Kognition selber verortet &amp;lt;bib id=&#039;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&#039;&amp;gt;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Auch hier gilt es jedoch, die Kosten und den Nutzen dieser Ausweitung bzw. dieser stärker metaphorischen Verwendung des Begriffs abwägend im Auge zu behalten &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2012b&#039;&amp;gt;Birk 2012b&amp;lt;/bib&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität ]]&lt;br /&gt;
* [[Karte]]&lt;br /&gt;
* [[Symbol, Index, Ikon]]&lt;br /&gt;
* [[Syntax]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Rainer Totzke|Rainer Totzke]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13761</id>
		<title>Diagramm</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13761"/>
		<updated>2013-08-06T09:32:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* Strukturmerkmale von Diagrammen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildmedien]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot;=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von (im weiten Sinne) Bildern bzw. bildlichen Darstellungen, denen – in den jeweiligen Gebrauchskontexten – strukturelle und funktionale Eigenschaften zukommen, die sie aus dem Bereich der Bilder in besonderer Weise herausheben. Dazu gehören etwa: [[Karte|Karten]], geometrische Zeichnungen, Flussdiagramme, Graphen, logische Diagramme (etwa Venn-Diagramme), Funktionsdiagramme, Pläne, aber auch Mindmaps, Listen, Tabellen, Begriffs-Tableaus bzw. in gewisser Weise auch generell alle schriftbildlichen Darstellungen. Zu den entsprechenden spezifischen Eigenschaften dieser Art Bilder gehören insbesondere deren besondere Syntaktizität und Operativität, die sie zugleich in die Nähe anderer symbolischer Darstellungsmedien, wie Sprache und Schrift rücken, zum Teil sind diese diagrammatische Darstellungen sogar direkt mit Schriftzeichen amalgamiert. &lt;br /&gt;
In der Literatur werden unterschiedliche Vorschläge gemacht, die genannten speziellen Arten von Bildern unter einen einheitlichen Begriff zu fassen: etwa als „schematische Zeichnungen“ bzw. „Schemata“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2004&#039;&amp;gt;Dirmoser 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;, als „Strukturbilder“ &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt; oder eben als „Diagramme“ bzw. als „das Diagrammatische“ in einem weiten Sinne &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Am stärksten durchgesetzt als Oberbegriff scheint sich dabei der Begriff des „Diagramms“ zu haben, was sich insbesondere auch daran zeigt, dass sich ein entsprechender Begriff der „Diagrammatik“ etabliert hat, wobei „Diagrammatik“ eben eine Theorie der strukturellen und funktionalen Eigenschaften von diagrammatisch-schematischen Artefakten in diesem weiteren Sinne meint. Folgt man dieser extensional ausgeweiteten Verwendung des Begriffs „Diagramm“ bzw. des „Diagrammatischen“, setzt dies natürlich zugleich voraus, dass man die Differenz zu den Diagrammbegriffen im engeren Sinne präsent hält: Wir unterscheiden ja normalsprachlich zwischen beispielsweise Karten und Tabellen einerseits und Diagrammen im engeren Sinne (als geometrischen Darstellungen, als logischen Diagrammen, Fluss- und Funktionsdiagrammen) andererseits. Trotzdem scheinen eine Reihe von markanten strukturellen und funktionalen Eigenschaften eben sowohl für Diagramme im engeren als auch für solche im weiteren Sinne zuzutreffen, strukturelle und funktionale Eigenschaften, die zumindest familienähnlich überlappend den Bereich der als „diagrammatisch“ auszuzeichnenden Phänomene konstituieren. &lt;br /&gt;
Bei Diagrammen im  weiteren Sinne handelt es sich um mehr oder minder abstrakte grafische Darstellungen von Daten oder Sachverhalten, die Beziehungen und Verhältnisse aufzeigen und die im Mit- bzw. Nachvollzug der grafischen Darstellung zugleich Möglichkeiten der Rekonfiguration dieser Beziehungen und Verhältnisse offenlegen. Diagramme können so einerseits didaktische als auch heuristisch-epistemische Funktionen erfüllen. Sie haben abbildenden, repräsentativen Charakter, der von einer Reihe von Diagrammtheoretikern im Anschluss an Charles Sanders Peirce unter Rückgriff auf den Begriff der [[Symbol, Index, Ikon|Ikonizität]] bzw. „[[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität|Ähnlichkeit]]“ erläutert wird &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Dabei wird diese Ähnlichkeit als „Strukturähnlichkeit“ aufgefasst (vgl. Peirce: Collected Papers 2.282). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme bzw. diagrammatische Darstellungen kommen in allen möglichen Lebens-, Wissens und Wissenschaftsbereichen zum Einsatz. In der Mathematik und den Naturwissenschaften ebenso wie in den Kulturwissenschaften und selbst in der Philosophie. Dieses bildphilosophische Glossar beruht ja in seiner Struktur selbst auf einer diagrammatischen Begriffskarte, die auf der Webseite dieses Glossars in einer (um die Unterpunkte) reduzierten Form auch grafisch abgebildet ist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Strukturmerkmale von Diagrammen=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zentralen funktional relevanten Strukturmerkmale von Diagrammen sollen im Folgenden unter drei Stichwortpunkten expliziert und verdeutlicht werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) Die spezifische Fähigkeit von Diagrammen zur Sichtbarmachung und Veranschaulichung &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Diagramme referieren. Sie machen dabei empirische oder auch nicht-empirische Sachverhalte/Verhältnisse sichtbar, die vorher nicht (bzw. nicht auf diese Weise) sichtbar gewesen sind. Auch Nichtvisuelles kann durch sie visuell dargestellt bzw. veranschaulicht werden. Diagrammatische Veranschaulichungen nutzen dabei einerseits räumliche Strukturen/Lagebeziehungen auf der Schreibfläche (wie links und rechts, oben und unten, gegenseitige Nähe und Ferne) und andererseits die Potentiale der menschlichen Gestaltwahrnehmung (etwa die Fähigkeiten zum Zusammen- und Auseinandersehen, sowie zum Überblicken), um Sachverhalte/Relationen darzustellen. Diagramme können in diesem Sinne „Übersichten“ und „Überblickswissen“ verschaffen. Mit Diagrammen lassen sich Sachverhalte zudem verdichtet darstellen. Andererseits haben sie aber durchaus auch das gegenläufige Potential: dasjenige der Entkomprimierung, Entflechtung, Differenzierung, Auffächerung, Verkomplizierung der Darstellung. Steffen Bogen und Felix Thürlemann weisen vielleicht etwas zu einseitig nur auf den Verdichtungsaspekt bei der Produktion von Diagrammen hin, dem sie als gegenläufigen Aspekt die „diskursive Expansion oder Entfaltung von Diagrammen“ bei deren Rezeption gegenüberstellen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003&#039;&amp;gt;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003: 8&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Auf die Probleme, die mit der diagrammatischen Verdichtung einher gehen können, macht Steffen Siegel aufmerksam &amp;lt;bib id=&#039;Siegel 2009&#039;&amp;gt;Siegel 2009: 27&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Verweis auf das Verdichtungspotential von Diagrammen sollte insbesondere nicht mit der irrigen Vorstellung verknüpft werden, diagrammatische Darstellungen würden einseitig der bloßen Komplexitätsreduktion dienen. Mit Blick auf die vielfältige Diagrammpraxis lässt sich vielmehr konstatieren: Es gibt zwar Diagramme, deren Zweck es ist, komplexe Sachverhalte – etwa zu didaktischen Zwecken – vereinfacht darzustellen, allerdings gibt es auch solche Diagramm deren Aufgabe gerade darin besteht, Sachverhalte komplexitäts-erweiternd darzustellen. Manchmal kann eine solche komplexe Darstellung dabei auch „über-komplex“, also unübersichtlich werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Einige der von Gerhard Dirmoser entworfenen quadratmetergroßen Diagramme wie das Diagramm „Ein Diagramm ist (k)ein Bild“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2006&#039;&amp;gt;Dirmoser 2006&amp;lt;/bib&amp;gt; bergen schlicht aufgrund ihrer Größe die Gefahr in sich, für den Betrachter ins Unübersichtliche zu kippen. &amp;lt;/ref&amp;gt;  „‚Komplexität’ ist (…) eine Funktion des Kommunikations- und Verwendungszwecks“, schreibt Heiner Wilharm &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;.  Komplexitäts-erweiternde Darstellungen,  können dabei u. a. der Generierung von neuem Wissen dienen. Beispielsweise können durch die Darstellung eines Sachverhaltes auf der Schreibfläche plötzlich inhaltliche ‚Leerstellen’ buchstäblich als weiße Flecken auf dem Papier sichtbar werden, die dann zur Bearbeitung drängen. Diagrammatische Darstellungen ermöglichen das sehende bzw. zeichnende Auffinden von neuen Relationen oder von „Zwischengliedern“ (Wittgenstein) durch „Dazwischenschreibung“.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Begriff „Dazwischenschreibung“ stammt von Petra Gehring &amp;lt;bib id=&#039;Gehring 1992&#039;&amp;gt;Gehring 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) Die [[Syntax|Syntaktizität]] von Diagrammen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Feld diagrammatischer Phänomene gibt es große Unterschiede in Bezug auf deren ‚Syntaktizität’ bzw. auf die Regelhaftigkeit der Typisierung und des Typengebrauchs. Nicht alle Diagrammtheoretiker würden in Bezug auf Diagramme von einer „Syntax“ reden. Christian Stetter etwa schlägt vor, den Begriff „Syntax“ nur für Schriften, genauer: für Texte zu reservieren, nicht jedoch für Diagramme &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 126f.&amp;lt;/bib&amp;gt;. Andere Diagramm-Theoretiker haben demgegenüber einen weiteren (bzw. ‚schwächeren’) Syntax-Begriff. Sybille Krämer etwa spricht – wenn auch in Anführungszeichen – von einer ‚Syntax’ des Diagrammatischen. Für sie ist gerade diese Syntaktizität ein zentrales Kriterium dafür, um bloße Bilder von diagrammatischen Artefakten (Phänomenen „operativer Bildlichkeit“, wie es bei Krämer heißt) unterscheiden zu können. Anders als beim Bilder-sehen muss man beim Sehen von Diagrammen die Fähigkeit besitzen, wesentliche von unwesentlichen Aspekten der Darstellung unterscheiden und entsprechend von vielem ‚absehen’ zu können &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 102&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu auch Stetter: „Dieses Diagrammatische, mit dem die Logik das Pikturale zu unterwandern beginnt, ist Resultat von Tilgungsoperationen (…)“ &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 121&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt; Einige Bildtheoretiker präferieren allerdings einen Syntax-Begriff, der sogar so weit (bzw. so ‚schwach’) ist, dass er auch auf Bilder angewandt werden kann und sich dann entsprechend nicht zur besonderen Kennzeichnung von Diagrammen eignet.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Sachs-Hombach etwa gesteht Bildern insgesamt eine „morphologische Syntax“ zu &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a: 105-119&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Jedoch gibt es auch bei diagrammatischen Darstellungen Unterschiede, was die Strenge der ‚Syntax’ angeht. Bei einigen Diagrammen gibt es sehr klare Regeln für deren korrekte Erstellung und Lesung. Verfahren wie die Vorformatierung der diagrammatischen Inskriptionsflächen durch Koordinatensysteme, in die dann Messwerte eingetragen werden, kreieren eine solche relativ strenge ‚Syntax’. Für logische Diagramme (etwa die ikonische Logik von Peirce&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu die Darstellung von Sun-Joo Shin &amp;lt;bib id=&#039;Shin 2002&#039;&amp;gt;Shin 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;) gilt dies in noch stärkerem Maße. Demgegenüber gibt es jedoch auch diagrammatische Darstellungen, die einer weniger strengen ‚Syntax’ folgen. Das heißt: dort existieren recht freie, offene, provisorische  bzw. transitorische Regeln der Produktion und der Lesung dieser Diagramme.&amp;lt;ref&amp;gt;„Folglich ist bzw. wird die ‚Sprache’ der diagrammatischen Repräsentation nur vorübergehend und provisorisch fixiert. Es reicht, dass gesagt bzw. gezeigt werden kann, was man sagen bzw. zeigen will.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 138&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt; Als Laboratorien epistemischen Schreibens/Zeichnens etwa sind diese Arten diagrammatischer Artefakte oftmals sogar gerade darauf angelegt, spielerisch zu ‚verfremden’ und dabei möglichst viele kreative Assoziations- und Interpretationsspielräume zu eröffnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Diagrammatische Darstellungen „geben uns die Chance, die Modelle zu wechseln, um neue Ansichten auszuprobieren.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 141&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) Die Operativität und Pragmatik von Diagrammen&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein dritter wesentlicher Aspekt ist die „Operativität“ der Diagramme (bzw. des „Diagrammatischen“) und deren – insbesondere auch im Vergleich zu Bildern – besondere pragmatische Dimension. „Diagramme muss man sich (…) immer auch vom Prozess der Produktion her verständlich machen. Die Geste der Setzung oder das Verfahren der Einschreibung müssen als integraler Bestandteil der Repräsentation mitgedacht werden“, schreibt Steffen Bogen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen 2005b&#039;&amp;gt;Bogen 2005b: 164&amp;lt;/bib&amp;gt;. Wer diagrammatische Darstellungen begreifen will – so Heiner Willharm – „vollzieht sie oder vollzieht sie nach. Er richtet sich eine Zeitlang im Raum der Darstellung ein“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 151&amp;lt;/bib&amp;gt;. Sybille Krämer sieht das Diagrammatische nicht nur als Anschauungsmedium, sondern zugleich auch als „Werkzeug“ und „’Reflexionsinstrument’“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Schriften, Graphen, Karten stellen nicht nur etwas dar, „sondern eröffnen damit Räume, um das Dargestellte auch zu handhaben, zu beobachten, zu explorieren“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Diagrammatische Darstellungen sind performativ. Indem man an Diagrammen graphische Manipulationen vollzieht bzw. nachvollzieht, wird etwas sichtbar, einsichtig und übersichtlich, was vorher nicht sichtbar, einsichtig bzw. übersichtlich war. Diagramme müssen, so könnte man Wittgenstein adaptierend formulieren, immer als „Diagrammspiele“ aufgefasst, also aus der Praxis des Umgangs mit ihnen verständlich gemacht werden. Für einige Diagramm-Theoretiker beruht die Stärke der Diagramme sogar auf deren besonderer ‚pragmatischer Potenz’: „Mehr als andere Diskursformen sind Diagramme daraufhin angelegt, Nachfolgehandlungen nach sich zu ziehen.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 158&amp;lt;/bib&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend noch zwei Bemerkungen zur „Materialität“ der Diagramme und damit noch einmal zur Extension des Diagramm- bzw. des Diagrammatik-Begriffs: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme werden – wie Bilder – von den meisten Autoren des Diagrammatik-Diskurses primär als zweidimensionale Artefakte verstanden. Natürlich ist auch diese Fokussierung eine begriffliche Entscheidung, deren Konsequenzen bedacht werden müssen; genauso wie es in Bezug auf das Phänomen Bild eine begriffliche Entscheidung ist (deren Kosten-Nutzen-Bilanz man abzuwägen hat), den Begriff des Bildes eng mit der Zweidimensionalität der Bildfläche zu verkoppeln und Bilder im engeren Sinne von den dreidimensionalen „Bildern“ – etwa Werken der Plastik innerhalb der „bildenden Kunst“ – abzugrenzen. &lt;br /&gt;
Analoges lässt sich auch für die Verwendung des Begriff „Diagramm“ sagen: Eine Reihe von funktionalen Eigenschaften des Diagrammatischen trifft durchaus auch für bestimmte dreidimensionale Artefakte zu. Man denke an dreidimensionale Strukturmodelle, wie das DNS-Modell das Watson und Crick entwickelt – und das heißt auch:  real in 3D gebastelt – haben. Andererseits spricht aber auch vieles dafür, die besondere Übersichtlichkeit, die der Blick von oben auf eine zweidimensionale Diagramm-Darstellungsfläche ermöglicht, und die besonders einfachen (grafischen) Rekonfigurationsmöglichkeiten von Elementen eines Diagramms auf der Schreibfläche auch begrifflich hervorzuheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von Autoren, die zum Teil mit explizitem Bezug auf Peirce’ Konzept des „diagrammatic reasoning“ dafür plädieren, den Begriff des Diagramms, des Diagrammatischen bzw. den Begriff der „Diagrammatik“ in stark entgrenzender Weise – zum Teil bis ins Immaterielle des Geistes hinein – auszuweiten. Diagrammatische Strukturen und Operationen werden dann nicht nur in jeglicher Art von symbolischen Darstellungen – in Texten &amp;lt;bib id=&#039;Reichert 2011&#039;&amp;gt;Reichert 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;, Filmen, Bildern, Sounds – aufzufinden versucht, sondern z.B. auch in der menschlichen Kognition selber verortet &amp;lt;bib id=&#039;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&#039;&amp;gt;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Auch hier gilt es jedoch, die Kosten und den Nutzen dieser Ausweitung bzw. dieser stärker metaphorischen Verwendung des Begriffs abwägend im Auge zu behalten &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2012b&#039;&amp;gt;Birk 2012b&amp;lt;/bib&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität ]]&lt;br /&gt;
* [[Karte]]&lt;br /&gt;
* [[Symbol, Index, Ikon]]&lt;br /&gt;
* [[Syntax]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13759</id>
		<title>Diagramm</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13759"/>
		<updated>2013-08-06T09:30:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot; */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot;=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von (im weiten Sinne) Bildern bzw. bildlichen Darstellungen, denen – in den jeweiligen Gebrauchskontexten – strukturelle und funktionale Eigenschaften zukommen, die sie aus dem Bereich der Bilder in besonderer Weise herausheben. Dazu gehören etwa: [[Karte|Karten]], geometrische Zeichnungen, Flussdiagramme, Graphen, logische Diagramme (etwa Venn-Diagramme), Funktionsdiagramme, Pläne, aber auch Mindmaps, Listen, Tabellen, Begriffs-Tableaus bzw. in gewisser Weise auch generell alle schriftbildlichen Darstellungen. Zu den entsprechenden spezifischen Eigenschaften dieser Art Bilder gehören insbesondere deren besondere Syntaktizität und Operativität, die sie zugleich in die Nähe anderer symbolischer Darstellungsmedien, wie Sprache und Schrift rücken, zum Teil sind diese diagrammatische Darstellungen sogar direkt mit Schriftzeichen amalgamiert. &lt;br /&gt;
In der Literatur werden unterschiedliche Vorschläge gemacht, die genannten speziellen Arten von Bildern unter einen einheitlichen Begriff zu fassen: etwa als „schematische Zeichnungen“ bzw. „Schemata“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2004&#039;&amp;gt;Dirmoser 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;, als „Strukturbilder“ &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt; oder eben als „Diagramme“ bzw. als „das Diagrammatische“ in einem weiten Sinne &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Am stärksten durchgesetzt als Oberbegriff scheint sich dabei der Begriff des „Diagramms“ zu haben, was sich insbesondere auch daran zeigt, dass sich ein entsprechender Begriff der „Diagrammatik“ etabliert hat, wobei „Diagrammatik“ eben eine Theorie der strukturellen und funktionalen Eigenschaften von diagrammatisch-schematischen Artefakten in diesem weiteren Sinne meint. Folgt man dieser extensional ausgeweiteten Verwendung des Begriffs „Diagramm“ bzw. des „Diagrammatischen“, setzt dies natürlich zugleich voraus, dass man die Differenz zu den Diagrammbegriffen im engeren Sinne präsent hält: Wir unterscheiden ja normalsprachlich zwischen beispielsweise Karten und Tabellen einerseits und Diagrammen im engeren Sinne (als geometrischen Darstellungen, als logischen Diagrammen, Fluss- und Funktionsdiagrammen) andererseits. Trotzdem scheinen eine Reihe von markanten strukturellen und funktionalen Eigenschaften eben sowohl für Diagramme im engeren als auch für solche im weiteren Sinne zuzutreffen, strukturelle und funktionale Eigenschaften, die zumindest familienähnlich überlappend den Bereich der als „diagrammatisch“ auszuzeichnenden Phänomene konstituieren. &lt;br /&gt;
Bei Diagrammen im  weiteren Sinne handelt es sich um mehr oder minder abstrakte grafische Darstellungen von Daten oder Sachverhalten, die Beziehungen und Verhältnisse aufzeigen und die im Mit- bzw. Nachvollzug der grafischen Darstellung zugleich Möglichkeiten der Rekonfiguration dieser Beziehungen und Verhältnisse offenlegen. Diagramme können so einerseits didaktische als auch heuristisch-epistemische Funktionen erfüllen. Sie haben abbildenden, repräsentativen Charakter, der von einer Reihe von Diagrammtheoretikern im Anschluss an Charles Sanders Peirce unter Rückgriff auf den Begriff der [[Symbol, Index, Ikon|Ikonizität]] bzw. „[[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität|Ähnlichkeit]]“ erläutert wird &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Dabei wird diese Ähnlichkeit als „Strukturähnlichkeit“ aufgefasst (vgl. Peirce: Collected Papers 2.282). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme bzw. diagrammatische Darstellungen kommen in allen möglichen Lebens-, Wissens und Wissenschaftsbereichen zum Einsatz. In der Mathematik und den Naturwissenschaften ebenso wie in den Kulturwissenschaften und selbst in der Philosophie. Dieses bildphilosophische Glossar beruht ja in seiner Struktur selbst auf einer diagrammatischen Begriffskarte, die auf der Webseite dieses Glossars in einer (um die Unterpunkte) reduzierten Form auch grafisch abgebildet ist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Strukturmerkmale von Diagrammen=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Diagrammen im  weiteren Sinne handelt es sich um mehr oder minder abstrakte grafische Darstellungen von Daten oder Sachverhalten, die Beziehungen und Verhältnisse aufzeigen und die im Mit- bzw. Nachvollzug der grafischen Darstellung zugleich Möglichkeiten der Rekonfiguration dieser Beziehungen und Verhältnisse offenlegen. Diagramme können so einerseits didaktische als auch heuristisch-epistemische Funktionen erfüllen. Sie haben abbildenden, repräsentativen Charakter, der von einer Reihe von Diagrammtheoretikern im Anschluss an Charles Sanders Peirce unter Rückgriff auf den Begriff der [[Symbol, Index, Ikon|Ikonizität]] bzw. „[[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität|Ähnlichkeit]]“ erläutert wird &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Dabei wird diese Ähnlichkeit als „Strukturähnlichkeit“ aufgefasst (vgl. Peirce: Collected Papers 2.282). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme bzw. diagrammatische Darstellungen kommen in allen möglichen Lebens-, Wissens und Wissenschaftsbereichen zum Einsatz. In der Mathematik und den Naturwissenschaften ebenso wie in den Kulturwissenschaften und selbst in der Philosophie. Dieses bildphilosophische Glossar beruht ja in seiner Struktur selbst auf einer diagrammatischen Begriffskarte, die auf der Webseite dieses Glossars in einer (um die Unterpunkte) reduzierten Form auch grafisch abgebildet ist.   &lt;br /&gt;
Die zentralen funktional relevanten Strukturmerkmale von Diagrammen sollen im Folgenden unter drei Stichwortpunkten expliziert und verdeutlicht werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) Die spezifische Fähigkeit von Diagrammen zur Sichtbarmachung und Veranschaulichung &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Diagramme referieren. Sie machen dabei empirische oder auch nicht-empirische Sachverhalte/Verhältnisse sichtbar, die vorher nicht (bzw. nicht auf diese Weise) sichtbar gewesen sind. Auch Nichtvisuelles kann durch sie visuell dargestellt bzw. veranschaulicht werden. Diagrammatische Veranschaulichungen nutzen dabei einerseits räumliche Strukturen/Lagebeziehungen auf der Schreibfläche (wie links und rechts, oben und unten, gegenseitige Nähe und Ferne) und andererseits die Potentiale der menschlichen Gestaltwahrnehmung (etwa die Fähigkeiten zum Zusammen- und Auseinandersehen, sowie zum Überblicken), um Sachverhalte/Relationen darzustellen. Diagramme können in diesem Sinne „Übersichten“ und „Überblickswissen“ verschaffen. Mit Diagrammen lassen sich Sachverhalte zudem verdichtet darstellen. Andererseits haben sie aber durchaus auch das gegenläufige Potential: dasjenige der Entkomprimierung, Entflechtung, Differenzierung, Auffächerung, Verkomplizierung der Darstellung. Steffen Bogen und Felix Thürlemann weisen vielleicht etwas zu einseitig nur auf den Verdichtungsaspekt bei der Produktion von Diagrammen hin, dem sie als gegenläufigen Aspekt die „diskursive Expansion oder Entfaltung von Diagrammen“ bei deren Rezeption gegenüberstellen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003&#039;&amp;gt;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003: 8&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Auf die Probleme, die mit der diagrammatischen Verdichtung einher gehen können, macht Steffen Siegel aufmerksam &amp;lt;bib id=&#039;Siegel 2009&#039;&amp;gt;Siegel 2009: 27&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Verweis auf das Verdichtungspotential von Diagrammen sollte insbesondere nicht mit der irrigen Vorstellung verknüpft werden, diagrammatische Darstellungen würden einseitig der bloßen Komplexitätsreduktion dienen. Mit Blick auf die vielfältige Diagrammpraxis lässt sich vielmehr konstatieren: Es gibt zwar Diagramme, deren Zweck es ist, komplexe Sachverhalte – etwa zu didaktischen Zwecken – vereinfacht darzustellen, allerdings gibt es auch solche Diagramm deren Aufgabe gerade darin besteht, Sachverhalte komplexitäts-erweiternd darzustellen. Manchmal kann eine solche komplexe Darstellung dabei auch „über-komplex“, also unübersichtlich werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Einige der von Gerhard Dirmoser entworfenen quadratmetergroßen Diagramme wie das Diagramm „Ein Diagramm ist (k)ein Bild“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2006&#039;&amp;gt;Dirmoser 2006&amp;lt;/bib&amp;gt; bergen schlicht aufgrund ihrer Größe die Gefahr in sich, für den Betrachter ins Unübersichtliche zu kippen. &amp;lt;/ref&amp;gt;  „‚Komplexität’ ist (…) eine Funktion des Kommunikations- und Verwendungszwecks“, schreibt Heiner Wilharm &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;.  Komplexitäts-erweiternde Darstellungen,  können dabei u. a. der Generierung von neuem Wissen dienen. Beispielsweise können durch die Darstellung eines Sachverhaltes auf der Schreibfläche plötzlich inhaltliche ‚Leerstellen’ buchstäblich als weiße Flecken auf dem Papier sichtbar werden, die dann zur Bearbeitung drängen. Diagrammatische Darstellungen ermöglichen das sehende bzw. zeichnende Auffinden von neuen Relationen oder von „Zwischengliedern“ (Wittgenstein) durch „Dazwischenschreibung“.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Begriff „Dazwischenschreibung“ stammt von Petra Gehring &amp;lt;bib id=&#039;Gehring 1992&#039;&amp;gt;Gehring 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) Die [[Syntax|Syntaktizität]] von Diagrammen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Feld diagrammatischer Phänomene gibt es große Unterschiede in Bezug auf deren ‚Syntaktizität’ bzw. auf die Regelhaftigkeit der Typisierung und des Typengebrauchs. Nicht alle Diagrammtheoretiker würden in Bezug auf Diagramme von einer „Syntax“ reden. Christian Stetter etwa schlägt vor, den Begriff „Syntax“ nur für Schriften, genauer: für Texte zu reservieren, nicht jedoch für Diagramme &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 126f.&amp;lt;/bib&amp;gt;. Andere Diagramm-Theoretiker haben demgegenüber einen weiteren (bzw. ‚schwächeren’) Syntax-Begriff. Sybille Krämer etwa spricht – wenn auch in Anführungszeichen – von einer ‚Syntax’ des Diagrammatischen. Für sie ist gerade diese Syntaktizität ein zentrales Kriterium dafür, um bloße Bilder von diagrammatischen Artefakten (Phänomenen „operativer Bildlichkeit“, wie es bei Krämer heißt) unterscheiden zu können. Anders als beim Bilder-sehen muss man beim Sehen von Diagrammen die Fähigkeit besitzen, wesentliche von unwesentlichen Aspekten der Darstellung unterscheiden und entsprechend von vielem ‚absehen’ zu können &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 102&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu auch Stetter: „Dieses Diagrammatische, mit dem die Logik das Pikturale zu unterwandern beginnt, ist Resultat von Tilgungsoperationen (…)“ &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 121&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt; Einige Bildtheoretiker präferieren allerdings einen Syntax-Begriff, der sogar so weit (bzw. so ‚schwach’) ist, dass er auch auf Bilder angewandt werden kann und sich dann entsprechend nicht zur besonderen Kennzeichnung von Diagrammen eignet.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Sachs-Hombach etwa gesteht Bildern insgesamt eine „morphologische Syntax“ zu &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a: 105-119&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Jedoch gibt es auch bei diagrammatischen Darstellungen Unterschiede, was die Strenge der ‚Syntax’ angeht. Bei einigen Diagrammen gibt es sehr klare Regeln für deren korrekte Erstellung und Lesung. Verfahren wie die Vorformatierung der diagrammatischen Inskriptionsflächen durch Koordinatensysteme, in die dann Messwerte eingetragen werden, kreieren eine solche relativ strenge ‚Syntax’. Für logische Diagramme (etwa die ikonische Logik von Peirce&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu die Darstellung von Sun-Joo Shin &amp;lt;bib id=&#039;Shin 2002&#039;&amp;gt;Shin 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;) gilt dies in noch stärkerem Maße. Demgegenüber gibt es jedoch auch diagrammatische Darstellungen, die einer weniger strengen ‚Syntax’ folgen. Das heißt: dort existieren recht freie, offene, provisorische  bzw. transitorische Regeln der Produktion und der Lesung dieser Diagramme.&amp;lt;ref&amp;gt;„Folglich ist bzw. wird die ‚Sprache’ der diagrammatischen Repräsentation nur vorübergehend und provisorisch fixiert. Es reicht, dass gesagt bzw. gezeigt werden kann, was man sagen bzw. zeigen will.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 138&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt; Als Laboratorien epistemischen Schreibens/Zeichnens etwa sind diese Arten diagrammatischer Artefakte oftmals sogar gerade darauf angelegt, spielerisch zu ‚verfremden’ und dabei möglichst viele kreative Assoziations- und Interpretationsspielräume zu eröffnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Diagrammatische Darstellungen „geben uns die Chance, die Modelle zu wechseln, um neue Ansichten auszuprobieren.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 141&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) Die Operativität und Pragmatik von Diagrammen&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein dritter wesentlicher Aspekt ist die „Operativität“ der Diagramme (bzw. des „Diagrammatischen“) und deren – insbesondere auch im Vergleich zu Bildern – besondere pragmatische Dimension. „Diagramme muss man sich (…) immer auch vom Prozess der Produktion her verständlich machen. Die Geste der Setzung oder das Verfahren der Einschreibung müssen als integraler Bestandteil der Repräsentation mitgedacht werden“, schreibt Steffen Bogen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen 2005b&#039;&amp;gt;Bogen 2005b: 164&amp;lt;/bib&amp;gt;. Wer diagrammatische Darstellungen begreifen will – so Heiner Willharm – „vollzieht sie oder vollzieht sie nach. Er richtet sich eine Zeitlang im Raum der Darstellung ein“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 151&amp;lt;/bib&amp;gt;. Sybille Krämer sieht das Diagrammatische nicht nur als Anschauungsmedium, sondern zugleich auch als „Werkzeug“ und „’Reflexionsinstrument’“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Schriften, Graphen, Karten stellen nicht nur etwas dar, „sondern eröffnen damit Räume, um das Dargestellte auch zu handhaben, zu beobachten, zu explorieren“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Diagrammatische Darstellungen sind performativ. Indem man an Diagrammen graphische Manipulationen vollzieht bzw. nachvollzieht, wird etwas sichtbar, einsichtig und übersichtlich, was vorher nicht sichtbar, einsichtig bzw. übersichtlich war. Diagramme müssen, so könnte man Wittgenstein adaptierend formulieren, immer als „Diagrammspiele“ aufgefasst, also aus der Praxis des Umgangs mit ihnen verständlich gemacht werden. Für einige Diagramm-Theoretiker beruht die Stärke der Diagramme sogar auf deren besonderer ‚pragmatischer Potenz’: „Mehr als andere Diskursformen sind Diagramme daraufhin angelegt, Nachfolgehandlungen nach sich zu ziehen.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 158&amp;lt;/bib&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend noch zwei Bemerkungen zur „Materialität“ der Diagramme und damit noch einmal zur Extension des Diagramm- bzw. des Diagrammatik-Begriffs: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme werden – wie Bilder – von den meisten Autoren des Diagrammatik-Diskurses primär als zweidimensionale Artefakte verstanden. Natürlich ist auch diese Fokussierung eine begriffliche Entscheidung, deren Konsequenzen bedacht werden müssen; genauso wie es in Bezug auf das Phänomen Bild eine begriffliche Entscheidung ist (deren Kosten-Nutzen-Bilanz man abzuwägen hat), den Begriff des Bildes eng mit der Zweidimensionalität der Bildfläche zu verkoppeln und Bilder im engeren Sinne von den dreidimensionalen „Bildern“ – etwa Werken der Plastik innerhalb der „bildenden Kunst“ – abzugrenzen. &lt;br /&gt;
Analoges lässt sich auch für die Verwendung des Begriff „Diagramm“ sagen: Eine Reihe von funktionalen Eigenschaften des Diagrammatischen trifft durchaus auch für bestimmte dreidimensionale Artefakte zu. Man denke an dreidimensionale Strukturmodelle, wie das DNS-Modell das Watson und Crick entwickelt – und das heißt auch:  real in 3D gebastelt – haben. Andererseits spricht aber auch vieles dafür, die besondere Übersichtlichkeit, die der Blick von oben auf eine zweidimensionale Diagramm-Darstellungsfläche ermöglicht, und die besonders einfachen (grafischen) Rekonfigurationsmöglichkeiten von Elementen eines Diagramms auf der Schreibfläche auch begrifflich hervorzuheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von Autoren, die zum Teil mit explizitem Bezug auf Peirce’ Konzept des „diagrammatic reasoning“ dafür plädieren, den Begriff des Diagramms, des Diagrammatischen bzw. den Begriff der „Diagrammatik“ in stark entgrenzender Weise – zum Teil bis ins Immaterielle des Geistes hinein – auszuweiten. Diagrammatische Strukturen und Operationen werden dann nicht nur in jeglicher Art von symbolischen Darstellungen – in Texten &amp;lt;bib id=&#039;Reichert 2011&#039;&amp;gt;Reichert 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;, Filmen, Bildern, Sounds – aufzufinden versucht, sondern z.B. auch in der menschlichen Kognition selber verortet &amp;lt;bib id=&#039;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&#039;&amp;gt;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Auch hier gilt es jedoch, die Kosten und den Nutzen dieser Ausweitung bzw. dieser stärker metaphorischen Verwendung des Begriffs abwägend im Auge zu behalten &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2012b&#039;&amp;gt;Birk 2012b&amp;lt;/bib&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität ]]&lt;br /&gt;
* [[Karte]]&lt;br /&gt;
* [[Symbol, Index, Ikon]]&lt;br /&gt;
* [[Syntax]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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[[Benutzer:Rainer Totzke|Rainer Totzke]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13757</id>
		<title>Diagramm</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13757"/>
		<updated>2013-08-06T09:25:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot; */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildmedien]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot;=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von (im weiten Sinne) Bildern bzw. bildlichen Darstellungen, denen – in den jeweiligen Gebrauchskontexten – strukturelle und funktionale Eigenschaften zukommen, die sie aus dem Bereich der Bilder in besonderer Weise herausheben. Dazu gehören etwa: [[Karte|Karten]], geometrische Zeichnungen, Flussdiagramme, Graphen, logische Diagramme (etwa Venn-Diagramme), Funktionsdiagramme, Pläne, aber auch Mindmaps, Listen, Tabellen, Begriffs-Tableaus bzw. in gewisser Weise auch generell alle schriftbildlichen Darstellungen. Zu den entsprechenden spezifischen Eigenschaften dieser Art Bilder gehören insbesondere deren besondere Syntaktizität und Operativität, die sie zugleich in die Nähe anderer symbolischer Darstellungsmedien, wie Sprache und Schrift rücken, zum Teil sind diese diagrammatische Darstellungen sogar direkt mit Schriftzeichen amalgamiert. &lt;br /&gt;
In der Literatur werden unterschiedliche Vorschläge gemacht, die genannten speziellen Arten von Bildern unter einen einheitlichen Begriff zu fassen: etwa als „schematische Zeichnungen“ bzw. „Schemata“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2004&#039;&amp;gt;Dirmoser 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;, als „Strukturbilder“ &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt; oder eben als „Diagramme“ bzw. als „das Diagrammatische“ in einem weiten Sinne &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Am stärksten durchgesetzt als Oberbegriff scheint sich dabei der Begriff des „Diagramms“ zu haben, was sich insbesondere auch daran zeigt, dass sich ein entsprechender Begriff der „Diagrammatik“ etabliert hat, wobei „Diagrammatik“ eben eine Theorie der strukturellen und funktionalen Eigenschaften von diagrammatisch-schematischen Artefakten in diesem weiteren Sinne meint. Folgt man dieser extensional ausgeweiteten Verwendung des Begriffs „Diagramm“ bzw. des „Diagrammatischen“, setzt dies natürlich zugleich voraus, dass man die Differenz zu den Diagrammbegriffen im engeren Sinne präsent hält: Wir unterscheiden ja normalsprachlich zwischen beispielsweise Karten und Tabellen einerseits und Diagrammen im engeren Sinne (als geometrischen Darstellungen, als logischen Diagrammen, Fluss- und Funktionsdiagrammen) andererseits. Trotzdem scheinen eine Reihe von markanten strukturellen und funktionalen Eigenschaften eben sowohl für Diagramme im engeren als auch für solche im weiteren Sinne zuzutreffen, strukturelle und funktionale Eigenschaften, die zumindest familienähnlich überlappend den Bereich der als „diagrammatisch“ auszuzeichnenden Phänomene konstituieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Diagrammen im  weiteren Sinne handelt es sich um mehr oder minder abstrakte grafische Darstellungen von Daten oder Sachverhalten, die Beziehungen und Verhältnisse aufzeigen und die im Mit- bzw. Nachvollzug der grafischen Darstellung zugleich Möglichkeiten der Rekonfiguration dieser Beziehungen und Verhältnisse offenlegen. Diagramme können so einerseits didaktische als auch heuristisch-epistemische Funktionen erfüllen. Sie haben abbildenden, repräsentativen Charakter, der von einer Reihe von Diagrammtheoretikern im Anschluss an Charles Sanders Peirce unter Rückgriff auf den Begriff der [[Symbol, Index, Ikon|Ikonizität]] bzw. „[[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität|Ähnlichkeit]]“ erläutert wird &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Dabei wird diese Ähnlichkeit als „Strukturähnlichkeit“ aufgefasst (vgl. Peirce: Collected Papers 2.282). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme bzw. diagrammatische Darstellungen kommen in allen möglichen Lebens-, Wissens und Wissenschaftsbereichen zum Einsatz. In der Mathematik und den Naturwissenschaften ebenso wie in den Kulturwissenschaften und selbst in der Philosophie. Dieses bildphilosophische Glossar beruht ja in seiner Struktur selbst auf einer diagrammatischen Begriffskarte, die auf der Webseite dieses Glossars in einer (um die Unterpunkte) reduzierten Form auch grafisch abgebildet ist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Strukturmerkmale von Diagrammen=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Diagrammen im  weiteren Sinne handelt es sich um mehr oder minder abstrakte grafische Darstellungen von Daten oder Sachverhalten, die Beziehungen und Verhältnisse aufzeigen und die im Mit- bzw. Nachvollzug der grafischen Darstellung zugleich Möglichkeiten der Rekonfiguration dieser Beziehungen und Verhältnisse offenlegen. Diagramme können so einerseits didaktische als auch heuristisch-epistemische Funktionen erfüllen. Sie haben abbildenden, repräsentativen Charakter, der von einer Reihe von Diagrammtheoretikern im Anschluss an Charles Sanders Peirce unter Rückgriff auf den Begriff der [[Symbol, Index, Ikon|Ikonizität]] bzw. „[[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität|Ähnlichkeit]]“ erläutert wird &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Dabei wird diese Ähnlichkeit als „Strukturähnlichkeit“ aufgefasst (vgl. Peirce: Collected Papers 2.282). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme bzw. diagrammatische Darstellungen kommen in allen möglichen Lebens-, Wissens und Wissenschaftsbereichen zum Einsatz. In der Mathematik und den Naturwissenschaften ebenso wie in den Kulturwissenschaften und selbst in der Philosophie. Dieses bildphilosophische Glossar beruht ja in seiner Struktur selbst auf einer diagrammatischen Begriffskarte, die auf der Webseite dieses Glossars in einer (um die Unterpunkte) reduzierten Form auch grafisch abgebildet ist.   &lt;br /&gt;
Die zentralen funktional relevanten Strukturmerkmale von Diagrammen sollen im Folgenden unter drei Stichwortpunkten expliziert und verdeutlicht werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) Die spezifische Fähigkeit von Diagrammen zur Sichtbarmachung und Veranschaulichung &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Diagramme referieren. Sie machen dabei empirische oder auch nicht-empirische Sachverhalte/Verhältnisse sichtbar, die vorher nicht (bzw. nicht auf diese Weise) sichtbar gewesen sind. Auch Nichtvisuelles kann durch sie visuell dargestellt bzw. veranschaulicht werden. Diagrammatische Veranschaulichungen nutzen dabei einerseits räumliche Strukturen/Lagebeziehungen auf der Schreibfläche (wie links und rechts, oben und unten, gegenseitige Nähe und Ferne) und andererseits die Potentiale der menschlichen Gestaltwahrnehmung (etwa die Fähigkeiten zum Zusammen- und Auseinandersehen, sowie zum Überblicken), um Sachverhalte/Relationen darzustellen. Diagramme können in diesem Sinne „Übersichten“ und „Überblickswissen“ verschaffen. Mit Diagrammen lassen sich Sachverhalte zudem verdichtet darstellen. Andererseits haben sie aber durchaus auch das gegenläufige Potential: dasjenige der Entkomprimierung, Entflechtung, Differenzierung, Auffächerung, Verkomplizierung der Darstellung. Steffen Bogen und Felix Thürlemann weisen vielleicht etwas zu einseitig nur auf den Verdichtungsaspekt bei der Produktion von Diagrammen hin, dem sie als gegenläufigen Aspekt die „diskursive Expansion oder Entfaltung von Diagrammen“ bei deren Rezeption gegenüberstellen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003&#039;&amp;gt;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003: 8&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Auf die Probleme, die mit der diagrammatischen Verdichtung einher gehen können, macht Steffen Siegel aufmerksam &amp;lt;bib id=&#039;Siegel 2009&#039;&amp;gt;Siegel 2009: 27&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Verweis auf das Verdichtungspotential von Diagrammen sollte insbesondere nicht mit der irrigen Vorstellung verknüpft werden, diagrammatische Darstellungen würden einseitig der bloßen Komplexitätsreduktion dienen. Mit Blick auf die vielfältige Diagrammpraxis lässt sich vielmehr konstatieren: Es gibt zwar Diagramme, deren Zweck es ist, komplexe Sachverhalte – etwa zu didaktischen Zwecken – vereinfacht darzustellen, allerdings gibt es auch solche Diagramm deren Aufgabe gerade darin besteht, Sachverhalte komplexitäts-erweiternd darzustellen. Manchmal kann eine solche komplexe Darstellung dabei auch „über-komplex“, also unübersichtlich werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Einige der von Gerhard Dirmoser entworfenen quadratmetergroßen Diagramme wie das Diagramm „Ein Diagramm ist (k)ein Bild“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2006&#039;&amp;gt;Dirmoser 2006&amp;lt;/bib&amp;gt; bergen schlicht aufgrund ihrer Größe die Gefahr in sich, für den Betrachter ins Unübersichtliche zu kippen. &amp;lt;/ref&amp;gt;  „‚Komplexität’ ist (…) eine Funktion des Kommunikations- und Verwendungszwecks“, schreibt Heiner Wilharm &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;.  Komplexitäts-erweiternde Darstellungen,  können dabei u. a. der Generierung von neuem Wissen dienen. Beispielsweise können durch die Darstellung eines Sachverhaltes auf der Schreibfläche plötzlich inhaltliche ‚Leerstellen’ buchstäblich als weiße Flecken auf dem Papier sichtbar werden, die dann zur Bearbeitung drängen. Diagrammatische Darstellungen ermöglichen das sehende bzw. zeichnende Auffinden von neuen Relationen oder von „Zwischengliedern“ (Wittgenstein) durch „Dazwischenschreibung“.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Begriff „Dazwischenschreibung“ stammt von Petra Gehring &amp;lt;bib id=&#039;Gehring 1992&#039;&amp;gt;Gehring 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) Die [[Syntax|Syntaktizität]] von Diagrammen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Feld diagrammatischer Phänomene gibt es große Unterschiede in Bezug auf deren ‚Syntaktizität’ bzw. auf die Regelhaftigkeit der Typisierung und des Typengebrauchs. Nicht alle Diagrammtheoretiker würden in Bezug auf Diagramme von einer „Syntax“ reden. Christian Stetter etwa schlägt vor, den Begriff „Syntax“ nur für Schriften, genauer: für Texte zu reservieren, nicht jedoch für Diagramme &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 126f.&amp;lt;/bib&amp;gt;. Andere Diagramm-Theoretiker haben demgegenüber einen weiteren (bzw. ‚schwächeren’) Syntax-Begriff. Sybille Krämer etwa spricht – wenn auch in Anführungszeichen – von einer ‚Syntax’ des Diagrammatischen. Für sie ist gerade diese Syntaktizität ein zentrales Kriterium dafür, um bloße Bilder von diagrammatischen Artefakten (Phänomenen „operativer Bildlichkeit“, wie es bei Krämer heißt) unterscheiden zu können. Anders als beim Bilder-sehen muss man beim Sehen von Diagrammen die Fähigkeit besitzen, wesentliche von unwesentlichen Aspekten der Darstellung unterscheiden und entsprechend von vielem ‚absehen’ zu können &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 102&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu auch Stetter: „Dieses Diagrammatische, mit dem die Logik das Pikturale zu unterwandern beginnt, ist Resultat von Tilgungsoperationen (…)“ &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 121&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt; Einige Bildtheoretiker präferieren allerdings einen Syntax-Begriff, der sogar so weit (bzw. so ‚schwach’) ist, dass er auch auf Bilder angewandt werden kann und sich dann entsprechend nicht zur besonderen Kennzeichnung von Diagrammen eignet.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Sachs-Hombach etwa gesteht Bildern insgesamt eine „morphologische Syntax“ zu &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a: 105-119&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Jedoch gibt es auch bei diagrammatischen Darstellungen Unterschiede, was die Strenge der ‚Syntax’ angeht. Bei einigen Diagrammen gibt es sehr klare Regeln für deren korrekte Erstellung und Lesung. Verfahren wie die Vorformatierung der diagrammatischen Inskriptionsflächen durch Koordinatensysteme, in die dann Messwerte eingetragen werden, kreieren eine solche relativ strenge ‚Syntax’. Für logische Diagramme (etwa die ikonische Logik von Peirce&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu die Darstellung von Sun-Joo Shin &amp;lt;bib id=&#039;Shin 2002&#039;&amp;gt;Shin 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;) gilt dies in noch stärkerem Maße. Demgegenüber gibt es jedoch auch diagrammatische Darstellungen, die einer weniger strengen ‚Syntax’ folgen. Das heißt: dort existieren recht freie, offene, provisorische  bzw. transitorische Regeln der Produktion und der Lesung dieser Diagramme.&amp;lt;ref&amp;gt;„Folglich ist bzw. wird die ‚Sprache’ der diagrammatischen Repräsentation nur vorübergehend und provisorisch fixiert. Es reicht, dass gesagt bzw. gezeigt werden kann, was man sagen bzw. zeigen will.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 138&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt; Als Laboratorien epistemischen Schreibens/Zeichnens etwa sind diese Arten diagrammatischer Artefakte oftmals sogar gerade darauf angelegt, spielerisch zu ‚verfremden’ und dabei möglichst viele kreative Assoziations- und Interpretationsspielräume zu eröffnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Diagrammatische Darstellungen „geben uns die Chance, die Modelle zu wechseln, um neue Ansichten auszuprobieren.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 141&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) Die Operativität und Pragmatik von Diagrammen&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein dritter wesentlicher Aspekt ist die „Operativität“ der Diagramme (bzw. des „Diagrammatischen“) und deren – insbesondere auch im Vergleich zu Bildern – besondere pragmatische Dimension. „Diagramme muss man sich (…) immer auch vom Prozess der Produktion her verständlich machen. Die Geste der Setzung oder das Verfahren der Einschreibung müssen als integraler Bestandteil der Repräsentation mitgedacht werden“, schreibt Steffen Bogen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen 2005b&#039;&amp;gt;Bogen 2005b: 164&amp;lt;/bib&amp;gt;. Wer diagrammatische Darstellungen begreifen will – so Heiner Willharm – „vollzieht sie oder vollzieht sie nach. Er richtet sich eine Zeitlang im Raum der Darstellung ein“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 151&amp;lt;/bib&amp;gt;. Sybille Krämer sieht das Diagrammatische nicht nur als Anschauungsmedium, sondern zugleich auch als „Werkzeug“ und „’Reflexionsinstrument’“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Schriften, Graphen, Karten stellen nicht nur etwas dar, „sondern eröffnen damit Räume, um das Dargestellte auch zu handhaben, zu beobachten, zu explorieren“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Diagrammatische Darstellungen sind performativ. Indem man an Diagrammen graphische Manipulationen vollzieht bzw. nachvollzieht, wird etwas sichtbar, einsichtig und übersichtlich, was vorher nicht sichtbar, einsichtig bzw. übersichtlich war. Diagramme müssen, so könnte man Wittgenstein adaptierend formulieren, immer als „Diagrammspiele“ aufgefasst, also aus der Praxis des Umgangs mit ihnen verständlich gemacht werden. Für einige Diagramm-Theoretiker beruht die Stärke der Diagramme sogar auf deren besonderer ‚pragmatischer Potenz’: „Mehr als andere Diskursformen sind Diagramme daraufhin angelegt, Nachfolgehandlungen nach sich zu ziehen.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 158&amp;lt;/bib&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend noch zwei Bemerkungen zur „Materialität“ der Diagramme und damit noch einmal zur Extension des Diagramm- bzw. des Diagrammatik-Begriffs: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme werden – wie Bilder – von den meisten Autoren des Diagrammatik-Diskurses primär als zweidimensionale Artefakte verstanden. Natürlich ist auch diese Fokussierung eine begriffliche Entscheidung, deren Konsequenzen bedacht werden müssen; genauso wie es in Bezug auf das Phänomen Bild eine begriffliche Entscheidung ist (deren Kosten-Nutzen-Bilanz man abzuwägen hat), den Begriff des Bildes eng mit der Zweidimensionalität der Bildfläche zu verkoppeln und Bilder im engeren Sinne von den dreidimensionalen „Bildern“ – etwa Werken der Plastik innerhalb der „bildenden Kunst“ – abzugrenzen. &lt;br /&gt;
Analoges lässt sich auch für die Verwendung des Begriff „Diagramm“ sagen: Eine Reihe von funktionalen Eigenschaften des Diagrammatischen trifft durchaus auch für bestimmte dreidimensionale Artefakte zu. Man denke an dreidimensionale Strukturmodelle, wie das DNS-Modell das Watson und Crick entwickelt – und das heißt auch:  real in 3D gebastelt – haben. Andererseits spricht aber auch vieles dafür, die besondere Übersichtlichkeit, die der Blick von oben auf eine zweidimensionale Diagramm-Darstellungsfläche ermöglicht, und die besonders einfachen (grafischen) Rekonfigurationsmöglichkeiten von Elementen eines Diagramms auf der Schreibfläche auch begrifflich hervorzuheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von Autoren, die zum Teil mit explizitem Bezug auf Peirce’ Konzept des „diagrammatic reasoning“ dafür plädieren, den Begriff des Diagramms, des Diagrammatischen bzw. den Begriff der „Diagrammatik“ in stark entgrenzender Weise – zum Teil bis ins Immaterielle des Geistes hinein – auszuweiten. Diagrammatische Strukturen und Operationen werden dann nicht nur in jeglicher Art von symbolischen Darstellungen – in Texten &amp;lt;bib id=&#039;Reichert 2011&#039;&amp;gt;Reichert 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;, Filmen, Bildern, Sounds – aufzufinden versucht, sondern z.B. auch in der menschlichen Kognition selber verortet &amp;lt;bib id=&#039;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&#039;&amp;gt;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Auch hier gilt es jedoch, die Kosten und den Nutzen dieser Ausweitung bzw. dieser stärker metaphorischen Verwendung des Begriffs abwägend im Auge zu behalten &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2012b&#039;&amp;gt;Birk 2012b&amp;lt;/bib&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität ]]&lt;br /&gt;
* [[Karte]]&lt;br /&gt;
* [[Symbol, Index, Ikon]]&lt;br /&gt;
* [[Syntax]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
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[[Benutzer:Rainer Totzke|Rainer Totzke]]&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13755</id>
		<title>Diagramm</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13755"/>
		<updated>2013-08-06T09:23:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* Engere Begriffsbestimmung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildmedien]]&lt;br /&gt;
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Unterpunkt zu: [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot;=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von (im weiten Sinne) Bildern bzw. bildlichen Darstellungen, denen – in den jeweiligen Gebrauchskontexten – strukturelle und funktionale Eigenschaften zukommen, die sie aus dem Bereich der Bilder in besonderer Weise herausheben. Dazu gehören etwa: [[Karte|Karten]], geometrische Zeichnungen, Flussdiagramme, Graphen, logische Diagramme (etwa Venn-Diagramme), Funktionsdiagramme, Pläne, aber auch Mindmaps, Listen, Tabellen, Begriffs-Tableaus bzw. in gewisser Weise auch generell alle schriftbildlichen Darstellungen. Zu den entsprechenden spezifischen Eigenschaften dieser Art Bilder gehören insbesondere deren besondere Syntaktizität und Operativität, die sie zugleich in die Nähe anderer symbolischer Darstellungsmedien, wie Sprache und Schrift rücken, zum Teil sind diese diagrammatische Darstellungen sogar direkt mit Schriftzeichen amalgamiert. &lt;br /&gt;
In der Literatur werden unterschiedliche Vorschläge gemacht, die genannten speziellen Arten von Bildern unter einen einheitlichen Begriff zu fassen: etwa als „schematische Zeichnungen“ bzw. „Schemata“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2004&#039;&amp;gt;Dirmoser 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;, als „Strukturbilder“ &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt; oder eben als „Diagramme“ bzw. als „das Diagrammatische“ in einem weiten Sinne &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Am stärksten durchgesetzt als Oberbegriff scheint sich dabei der Begriff des „Diagramms“ zu haben, was sich insbesondere auch daran zeigt, dass sich ein entsprechender Begriff der „Diagrammatik“ etabliert hat, wobei „Diagrammatik“ eben eine Theorie der strukturellen und funktionalen Eigenschaften von diagrammatisch-schematischen Artefakten in diesem weiteren Sinne meint. Folgt man dieser extensional ausgeweiteten Verwendung des Begriffs „Diagramm“ bzw. des „Diagrammatischen“, setzt dies natürlich zugleich voraus, dass man die Differenz zu den Diagrammbegriffen im engeren Sinne präsent hält: Wir unterscheiden ja normalsprachlich zwischen beispielsweise Karten und Tabellen einerseits und Diagrammen im engeren Sinne (als geometrischen Darstellungen, als logischen Diagrammen, Fluss- und Funktionsdiagrammen) andererseits. Trotzdem scheinen eine Reihe von markanten strukturellen und funktionalen Eigenschaften eben sowohl für Diagramme im engeren als auch für solche im weiteren Sinne zuzutreffen, strukturelle und funktionale Eigenschaften, die zumindest familienähnlich überlappend den Bereich der als „diagrammatisch“ auszuzeichnenden Phänomene konstituieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Strukturmerkmale von Diagrammen=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Diagrammen im  weiteren Sinne handelt es sich um mehr oder minder abstrakte grafische Darstellungen von Daten oder Sachverhalten, die Beziehungen und Verhältnisse aufzeigen und die im Mit- bzw. Nachvollzug der grafischen Darstellung zugleich Möglichkeiten der Rekonfiguration dieser Beziehungen und Verhältnisse offenlegen. Diagramme können so einerseits didaktische als auch heuristisch-epistemische Funktionen erfüllen. Sie haben abbildenden, repräsentativen Charakter, der von einer Reihe von Diagrammtheoretikern im Anschluss an Charles Sanders Peirce unter Rückgriff auf den Begriff der [[Symbol, Index, Ikon|Ikonizität]] bzw. „[[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität|Ähnlichkeit]]“ erläutert wird &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Dabei wird diese Ähnlichkeit als „Strukturähnlichkeit“ aufgefasst (vgl. Peirce: Collected Papers 2.282). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme bzw. diagrammatische Darstellungen kommen in allen möglichen Lebens-, Wissens und Wissenschaftsbereichen zum Einsatz. In der Mathematik und den Naturwissenschaften ebenso wie in den Kulturwissenschaften und selbst in der Philosophie. Dieses bildphilosophische Glossar beruht ja in seiner Struktur selbst auf einer diagrammatischen Begriffskarte, die auf der Webseite dieses Glossars in einer (um die Unterpunkte) reduzierten Form auch grafisch abgebildet ist.   &lt;br /&gt;
Die zentralen funktional relevanten Strukturmerkmale von Diagrammen sollen im Folgenden unter drei Stichwortpunkten expliziert und verdeutlicht werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) Die spezifische Fähigkeit von Diagrammen zur Sichtbarmachung und Veranschaulichung &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Diagramme referieren. Sie machen dabei empirische oder auch nicht-empirische Sachverhalte/Verhältnisse sichtbar, die vorher nicht (bzw. nicht auf diese Weise) sichtbar gewesen sind. Auch Nichtvisuelles kann durch sie visuell dargestellt bzw. veranschaulicht werden. Diagrammatische Veranschaulichungen nutzen dabei einerseits räumliche Strukturen/Lagebeziehungen auf der Schreibfläche (wie links und rechts, oben und unten, gegenseitige Nähe und Ferne) und andererseits die Potentiale der menschlichen Gestaltwahrnehmung (etwa die Fähigkeiten zum Zusammen- und Auseinandersehen, sowie zum Überblicken), um Sachverhalte/Relationen darzustellen. Diagramme können in diesem Sinne „Übersichten“ und „Überblickswissen“ verschaffen. Mit Diagrammen lassen sich Sachverhalte zudem verdichtet darstellen. Andererseits haben sie aber durchaus auch das gegenläufige Potential: dasjenige der Entkomprimierung, Entflechtung, Differenzierung, Auffächerung, Verkomplizierung der Darstellung. Steffen Bogen und Felix Thürlemann weisen vielleicht etwas zu einseitig nur auf den Verdichtungsaspekt bei der Produktion von Diagrammen hin, dem sie als gegenläufigen Aspekt die „diskursive Expansion oder Entfaltung von Diagrammen“ bei deren Rezeption gegenüberstellen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003&#039;&amp;gt;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003: 8&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Auf die Probleme, die mit der diagrammatischen Verdichtung einher gehen können, macht Steffen Siegel aufmerksam &amp;lt;bib id=&#039;Siegel 2009&#039;&amp;gt;Siegel 2009: 27&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Verweis auf das Verdichtungspotential von Diagrammen sollte insbesondere nicht mit der irrigen Vorstellung verknüpft werden, diagrammatische Darstellungen würden einseitig der bloßen Komplexitätsreduktion dienen. Mit Blick auf die vielfältige Diagrammpraxis lässt sich vielmehr konstatieren: Es gibt zwar Diagramme, deren Zweck es ist, komplexe Sachverhalte – etwa zu didaktischen Zwecken – vereinfacht darzustellen, allerdings gibt es auch solche Diagramm deren Aufgabe gerade darin besteht, Sachverhalte komplexitäts-erweiternd darzustellen. Manchmal kann eine solche komplexe Darstellung dabei auch „über-komplex“, also unübersichtlich werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Einige der von Gerhard Dirmoser entworfenen quadratmetergroßen Diagramme wie das Diagramm „Ein Diagramm ist (k)ein Bild“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2006&#039;&amp;gt;Dirmoser 2006&amp;lt;/bib&amp;gt; bergen schlicht aufgrund ihrer Größe die Gefahr in sich, für den Betrachter ins Unübersichtliche zu kippen. &amp;lt;/ref&amp;gt;  „‚Komplexität’ ist (…) eine Funktion des Kommunikations- und Verwendungszwecks“, schreibt Heiner Wilharm &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;.  Komplexitäts-erweiternde Darstellungen,  können dabei u. a. der Generierung von neuem Wissen dienen. Beispielsweise können durch die Darstellung eines Sachverhaltes auf der Schreibfläche plötzlich inhaltliche ‚Leerstellen’ buchstäblich als weiße Flecken auf dem Papier sichtbar werden, die dann zur Bearbeitung drängen. Diagrammatische Darstellungen ermöglichen das sehende bzw. zeichnende Auffinden von neuen Relationen oder von „Zwischengliedern“ (Wittgenstein) durch „Dazwischenschreibung“.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Begriff „Dazwischenschreibung“ stammt von Petra Gehring &amp;lt;bib id=&#039;Gehring 1992&#039;&amp;gt;Gehring 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) Die [[Syntax|Syntaktizität]] von Diagrammen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Feld diagrammatischer Phänomene gibt es große Unterschiede in Bezug auf deren ‚Syntaktizität’ bzw. auf die Regelhaftigkeit der Typisierung und des Typengebrauchs. Nicht alle Diagrammtheoretiker würden in Bezug auf Diagramme von einer „Syntax“ reden. Christian Stetter etwa schlägt vor, den Begriff „Syntax“ nur für Schriften, genauer: für Texte zu reservieren, nicht jedoch für Diagramme &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 126f.&amp;lt;/bib&amp;gt;. Andere Diagramm-Theoretiker haben demgegenüber einen weiteren (bzw. ‚schwächeren’) Syntax-Begriff. Sybille Krämer etwa spricht – wenn auch in Anführungszeichen – von einer ‚Syntax’ des Diagrammatischen. Für sie ist gerade diese Syntaktizität ein zentrales Kriterium dafür, um bloße Bilder von diagrammatischen Artefakten (Phänomenen „operativer Bildlichkeit“, wie es bei Krämer heißt) unterscheiden zu können. Anders als beim Bilder-sehen muss man beim Sehen von Diagrammen die Fähigkeit besitzen, wesentliche von unwesentlichen Aspekten der Darstellung unterscheiden und entsprechend von vielem ‚absehen’ zu können &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 102&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu auch Stetter: „Dieses Diagrammatische, mit dem die Logik das Pikturale zu unterwandern beginnt, ist Resultat von Tilgungsoperationen (…)“ &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 121&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt; Einige Bildtheoretiker präferieren allerdings einen Syntax-Begriff, der sogar so weit (bzw. so ‚schwach’) ist, dass er auch auf Bilder angewandt werden kann und sich dann entsprechend nicht zur besonderen Kennzeichnung von Diagrammen eignet.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Sachs-Hombach etwa gesteht Bildern insgesamt eine „morphologische Syntax“ zu &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a: 105-119&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Jedoch gibt es auch bei diagrammatischen Darstellungen Unterschiede, was die Strenge der ‚Syntax’ angeht. Bei einigen Diagrammen gibt es sehr klare Regeln für deren korrekte Erstellung und Lesung. Verfahren wie die Vorformatierung der diagrammatischen Inskriptionsflächen durch Koordinatensysteme, in die dann Messwerte eingetragen werden, kreieren eine solche relativ strenge ‚Syntax’. Für logische Diagramme (etwa die ikonische Logik von Peirce&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu die Darstellung von Sun-Joo Shin &amp;lt;bib id=&#039;Shin 2002&#039;&amp;gt;Shin 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;) gilt dies in noch stärkerem Maße. Demgegenüber gibt es jedoch auch diagrammatische Darstellungen, die einer weniger strengen ‚Syntax’ folgen. Das heißt: dort existieren recht freie, offene, provisorische  bzw. transitorische Regeln der Produktion und der Lesung dieser Diagramme.&amp;lt;ref&amp;gt;„Folglich ist bzw. wird die ‚Sprache’ der diagrammatischen Repräsentation nur vorübergehend und provisorisch fixiert. Es reicht, dass gesagt bzw. gezeigt werden kann, was man sagen bzw. zeigen will.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 138&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt; Als Laboratorien epistemischen Schreibens/Zeichnens etwa sind diese Arten diagrammatischer Artefakte oftmals sogar gerade darauf angelegt, spielerisch zu ‚verfremden’ und dabei möglichst viele kreative Assoziations- und Interpretationsspielräume zu eröffnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Diagrammatische Darstellungen „geben uns die Chance, die Modelle zu wechseln, um neue Ansichten auszuprobieren.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 141&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) Die Operativität und Pragmatik von Diagrammen&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein dritter wesentlicher Aspekt ist die „Operativität“ der Diagramme (bzw. des „Diagrammatischen“) und deren – insbesondere auch im Vergleich zu Bildern – besondere pragmatische Dimension. „Diagramme muss man sich (…) immer auch vom Prozess der Produktion her verständlich machen. Die Geste der Setzung oder das Verfahren der Einschreibung müssen als integraler Bestandteil der Repräsentation mitgedacht werden“, schreibt Steffen Bogen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen 2005b&#039;&amp;gt;Bogen 2005b: 164&amp;lt;/bib&amp;gt;. Wer diagrammatische Darstellungen begreifen will – so Heiner Willharm – „vollzieht sie oder vollzieht sie nach. Er richtet sich eine Zeitlang im Raum der Darstellung ein“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 151&amp;lt;/bib&amp;gt;. Sybille Krämer sieht das Diagrammatische nicht nur als Anschauungsmedium, sondern zugleich auch als „Werkzeug“ und „’Reflexionsinstrument’“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Schriften, Graphen, Karten stellen nicht nur etwas dar, „sondern eröffnen damit Räume, um das Dargestellte auch zu handhaben, zu beobachten, zu explorieren“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Diagrammatische Darstellungen sind performativ. Indem man an Diagrammen graphische Manipulationen vollzieht bzw. nachvollzieht, wird etwas sichtbar, einsichtig und übersichtlich, was vorher nicht sichtbar, einsichtig bzw. übersichtlich war. Diagramme müssen, so könnte man Wittgenstein adaptierend formulieren, immer als „Diagrammspiele“ aufgefasst, also aus der Praxis des Umgangs mit ihnen verständlich gemacht werden. Für einige Diagramm-Theoretiker beruht die Stärke der Diagramme sogar auf deren besonderer ‚pragmatischer Potenz’: „Mehr als andere Diskursformen sind Diagramme daraufhin angelegt, Nachfolgehandlungen nach sich zu ziehen.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 158&amp;lt;/bib&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend noch zwei Bemerkungen zur „Materialität“ der Diagramme und damit noch einmal zur Extension des Diagramm- bzw. des Diagrammatik-Begriffs: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme werden – wie Bilder – von den meisten Autoren des Diagrammatik-Diskurses primär als zweidimensionale Artefakte verstanden. Natürlich ist auch diese Fokussierung eine begriffliche Entscheidung, deren Konsequenzen bedacht werden müssen; genauso wie es in Bezug auf das Phänomen Bild eine begriffliche Entscheidung ist (deren Kosten-Nutzen-Bilanz man abzuwägen hat), den Begriff des Bildes eng mit der Zweidimensionalität der Bildfläche zu verkoppeln und Bilder im engeren Sinne von den dreidimensionalen „Bildern“ – etwa Werken der Plastik innerhalb der „bildenden Kunst“ – abzugrenzen. &lt;br /&gt;
Analoges lässt sich auch für die Verwendung des Begriff „Diagramm“ sagen: Eine Reihe von funktionalen Eigenschaften des Diagrammatischen trifft durchaus auch für bestimmte dreidimensionale Artefakte zu. Man denke an dreidimensionale Strukturmodelle, wie das DNS-Modell das Watson und Crick entwickelt – und das heißt auch:  real in 3D gebastelt – haben. Andererseits spricht aber auch vieles dafür, die besondere Übersichtlichkeit, die der Blick von oben auf eine zweidimensionale Diagramm-Darstellungsfläche ermöglicht, und die besonders einfachen (grafischen) Rekonfigurationsmöglichkeiten von Elementen eines Diagramms auf der Schreibfläche auch begrifflich hervorzuheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von Autoren, die zum Teil mit explizitem Bezug auf Peirce’ Konzept des „diagrammatic reasoning“ dafür plädieren, den Begriff des Diagramms, des Diagrammatischen bzw. den Begriff der „Diagrammatik“ in stark entgrenzender Weise – zum Teil bis ins Immaterielle des Geistes hinein – auszuweiten. Diagrammatische Strukturen und Operationen werden dann nicht nur in jeglicher Art von symbolischen Darstellungen – in Texten &amp;lt;bib id=&#039;Reichert 2011&#039;&amp;gt;Reichert 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;, Filmen, Bildern, Sounds – aufzufinden versucht, sondern z.B. auch in der menschlichen Kognition selber verortet &amp;lt;bib id=&#039;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&#039;&amp;gt;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Auch hier gilt es jedoch, die Kosten und den Nutzen dieser Ausweitung bzw. dieser stärker metaphorischen Verwendung des Begriffs abwägend im Auge zu behalten &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2012b&#039;&amp;gt;Birk 2012b&amp;lt;/bib&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität ]]&lt;br /&gt;
* [[Karte]]&lt;br /&gt;
* [[Symbol, Index, Ikon]]&lt;br /&gt;
* [[Syntax]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13747</id>
		<title>Diagramm</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=13747"/>
		<updated>2013-08-06T09:15:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* Darstellung des gr. Zusammenhangs */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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=====Diagramme und das Feld des &amp;quot;Diagrammatischen&amp;quot;=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von (im weiten Sinne) Bildern bzw. bildlichen Darstellungen, denen – in den jeweiligen Gebrauchskontexten – strukturelle und funktionale Eigenschaften zukommen, die sie aus dem Bereich der Bilder in besonderer Weise herausheben. Dazu gehören etwa: [[Karte|Karten]], geometrische Zeichnungen, Flussdiagramme, Graphen, logische Diagramme (etwa Venn-Diagramme), Funktionsdiagramme, Pläne, aber auch Mindmaps, Listen, Tabellen, Begriffs-Tableaus bzw. in gewisser Weise auch generell alle schriftbildlichen Darstellungen. Zu den entsprechenden spezifischen Eigenschaften dieser Art Bilder gehören insbesondere deren besondere Syntaktizität und Operativität, die sie zugleich in die Nähe anderer symbolischer Darstellungsmedien, wie Sprache und Schrift rücken, zum Teil sind diese diagrammatische Darstellungen sogar direkt mit Schriftzeichen amalgamiert. &lt;br /&gt;
In der Literatur werden unterschiedliche Vorschläge gemacht, die genannten speziellen Arten von Bildern unter einen einheitlichen Begriff zu fassen: etwa als „schematische Zeichnungen“ bzw. „Schemata“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2004&#039;&amp;gt;Dirmoser 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;, als „Strukturbilder“ &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt; oder eben als „Diagramme“ bzw. als „das Diagrammatische“ in einem weiten Sinne &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Am stärksten durchgesetzt als Oberbegriff scheint sich dabei der Begriff des „Diagramms“ zu haben, was sich insbesondere auch daran zeigt, dass sich ein entsprechender Begriff der „Diagrammatik“ etabliert hat, wobei „Diagrammatik“ eben eine Theorie der strukturellen und funktionalen Eigenschaften von diagrammatisch-schematischen Artefakten in diesem weiteren Sinne meint. Folgt man dieser extensional ausgeweiteten Verwendung des Begriffs „Diagramm“ bzw. des „Diagrammatischen“, setzt dies natürlich zugleich voraus, dass man die Differenz zu den Diagrammbegriffen im engeren Sinne präsent hält: Wir unterscheiden ja normalsprachlich zwischen beispielsweise Karten und Tabellen einerseits und Diagrammen im engeren Sinne (als geometrischen Darstellungen, als logischen Diagrammen, Fluss- und Funktionsdiagrammen) andererseits. Trotzdem scheinen eine Reihe von markanten strukturellen und funktionalen Eigenschaften eben sowohl für Diagramme im engeren als auch für solche im weiteren Sinne zuzutreffen, strukturelle und funktionale Eigenschaften, die zumindest familienähnlich überlappend den Bereich der als „diagrammatisch“ auszuzeichnenden Phänomene konstituieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Engere Begriffsbestimmung=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Diagrammen im  weiteren Sinne handelt es sich um mehr oder minder abstrakte grafische Darstellungen von Daten oder Sachverhalten, die Beziehungen und Verhältnisse aufzeigen und die im Mit- bzw. Nachvollzug der grafischen Darstellung zugleich Möglichkeiten der Rekonfiguration dieser Beziehungen und Verhältnisse offenlegen. Diagramme können so einerseits didaktische als auch heuristisch-epistemische Funktionen erfüllen. Sie haben abbildenden, repräsentativen Charakter, der von einer Reihe von Diagrammtheoretikern im Anschluss an Charles Sanders Peirce unter Rückgriff auf den Begriff der [[Symbol, Index, Ikon|Ikonizität]] bzw. „[[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität|Ähnlichkeit]]“ erläutert wird &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Dabei wird diese Ähnlichkeit als „Strukturähnlichkeit“ aufgefasst (vgl. Peirce: Collected Papers 2.282). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme bzw. diagrammatische Darstellungen kommen in allen möglichen Lebens-, Wissens und Wissenschaftsbereichen zum Einsatz. In der Mathematik und den Naturwissenschaften ebenso wie in den Kulturwissenschaften und selbst in der Philosophie. Dieses bildphilosophische Glossar beruht ja in seiner Struktur selbst auf einer diagrammatischen Begriffskarte, die auf der Webseite dieses Glossars in einer (um die Unterpunkte) reduzierten Form auch grafisch abgebildet ist.   &lt;br /&gt;
Die zentralen funktional relevanten Strukturmerkmale von Diagrammen sollen im Folgenden unter drei Stichwortpunkten expliziert und verdeutlicht werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) Die spezifische Fähigkeit von Diagrammen zur Sichtbarmachung und Veranschaulichung &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Diagramme referieren. Sie machen dabei empirische oder auch nicht-empirische Sachverhalte/Verhältnisse sichtbar, die vorher nicht (bzw. nicht auf diese Weise) sichtbar gewesen sind. Auch Nichtvisuelles kann durch sie visuell dargestellt bzw. veranschaulicht werden. Diagrammatische Veranschaulichungen nutzen dabei einerseits räumliche Strukturen/Lagebeziehungen auf der Schreibfläche (wie links und rechts, oben und unten, gegenseitige Nähe und Ferne) und andererseits die Potentiale der menschlichen Gestaltwahrnehmung (etwa die Fähigkeiten zum Zusammen- und Auseinandersehen, sowie zum Überblicken), um Sachverhalte/Relationen darzustellen. Diagramme können in diesem Sinne „Übersichten“ und „Überblickswissen“ verschaffen. Mit Diagrammen lassen sich Sachverhalte zudem verdichtet darstellen. Andererseits haben sie aber durchaus auch das gegenläufige Potential: dasjenige der Entkomprimierung, Entflechtung, Differenzierung, Auffächerung, Verkomplizierung der Darstellung. Steffen Bogen und Felix Thürlemann weisen vielleicht etwas zu einseitig nur auf den Verdichtungsaspekt bei der Produktion von Diagrammen hin, dem sie als gegenläufigen Aspekt die „diskursive Expansion oder Entfaltung von Diagrammen“ bei deren Rezeption gegenüberstellen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003&#039;&amp;gt;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003: 8&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Auf die Probleme, die mit der diagrammatischen Verdichtung einher gehen können, macht Steffen Siegel aufmerksam &amp;lt;bib id=&#039;Siegel 2009&#039;&amp;gt;Siegel 2009: 27&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Verweis auf das Verdichtungspotential von Diagrammen sollte insbesondere nicht mit der irrigen Vorstellung verknüpft werden, diagrammatische Darstellungen würden einseitig der bloßen Komplexitätsreduktion dienen. Mit Blick auf die vielfältige Diagrammpraxis lässt sich vielmehr konstatieren: Es gibt zwar Diagramme, deren Zweck es ist, komplexe Sachverhalte – etwa zu didaktischen Zwecken – vereinfacht darzustellen, allerdings gibt es auch solche Diagramm deren Aufgabe gerade darin besteht, Sachverhalte komplexitäts-erweiternd darzustellen. Manchmal kann eine solche komplexe Darstellung dabei auch „über-komplex“, also unübersichtlich werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Einige der von Gerhard Dirmoser entworfenen quadratmetergroßen Diagramme wie das Diagramm „Ein Diagramm ist (k)ein Bild“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2006&#039;&amp;gt;Dirmoser 2006&amp;lt;/bib&amp;gt; bergen schlicht aufgrund ihrer Größe die Gefahr in sich, für den Betrachter ins Unübersichtliche zu kippen. &amp;lt;/ref&amp;gt;  „‚Komplexität’ ist (…) eine Funktion des Kommunikations- und Verwendungszwecks“, schreibt Heiner Wilharm &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;.  Komplexitäts-erweiternde Darstellungen,  können dabei u. a. der Generierung von neuem Wissen dienen. Beispielsweise können durch die Darstellung eines Sachverhaltes auf der Schreibfläche plötzlich inhaltliche ‚Leerstellen’ buchstäblich als weiße Flecken auf dem Papier sichtbar werden, die dann zur Bearbeitung drängen. Diagrammatische Darstellungen ermöglichen das sehende bzw. zeichnende Auffinden von neuen Relationen oder von „Zwischengliedern“ (Wittgenstein) durch „Dazwischenschreibung“.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Begriff „Dazwischenschreibung“ stammt von Petra Gehring &amp;lt;bib id=&#039;Gehring 1992&#039;&amp;gt;Gehring 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) Die [[Syntax|Syntaktizität]] von Diagrammen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Feld diagrammatischer Phänomene gibt es große Unterschiede in Bezug auf deren ‚Syntaktizität’ bzw. auf die Regelhaftigkeit der Typisierung und des Typengebrauchs. Nicht alle Diagrammtheoretiker würden in Bezug auf Diagramme von einer „Syntax“ reden. Christian Stetter etwa schlägt vor, den Begriff „Syntax“ nur für Schriften, genauer: für Texte zu reservieren, nicht jedoch für Diagramme &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 126f.&amp;lt;/bib&amp;gt;. Andere Diagramm-Theoretiker haben demgegenüber einen weiteren (bzw. ‚schwächeren’) Syntax-Begriff. Sybille Krämer etwa spricht – wenn auch in Anführungszeichen – von einer ‚Syntax’ des Diagrammatischen. Für sie ist gerade diese Syntaktizität ein zentrales Kriterium dafür, um bloße Bilder von diagrammatischen Artefakten (Phänomenen „operativer Bildlichkeit“, wie es bei Krämer heißt) unterscheiden zu können. Anders als beim Bilder-sehen muss man beim Sehen von Diagrammen die Fähigkeit besitzen, wesentliche von unwesentlichen Aspekten der Darstellung unterscheiden und entsprechend von vielem ‚absehen’ zu können &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 102&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu auch Stetter: „Dieses Diagrammatische, mit dem die Logik das Pikturale zu unterwandern beginnt, ist Resultat von Tilgungsoperationen (…)“ &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 121&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt; Einige Bildtheoretiker präferieren allerdings einen Syntax-Begriff, der sogar so weit (bzw. so ‚schwach’) ist, dass er auch auf Bilder angewandt werden kann und sich dann entsprechend nicht zur besonderen Kennzeichnung von Diagrammen eignet.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Sachs-Hombach etwa gesteht Bildern insgesamt eine „morphologische Syntax“ zu &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a: 105-119&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Jedoch gibt es auch bei diagrammatischen Darstellungen Unterschiede, was die Strenge der ‚Syntax’ angeht. Bei einigen Diagrammen gibt es sehr klare Regeln für deren korrekte Erstellung und Lesung. Verfahren wie die Vorformatierung der diagrammatischen Inskriptionsflächen durch Koordinatensysteme, in die dann Messwerte eingetragen werden, kreieren eine solche relativ strenge ‚Syntax’. Für logische Diagramme (etwa die ikonische Logik von Peirce&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu die Darstellung von Sun-Joo Shin &amp;lt;bib id=&#039;Shin 2002&#039;&amp;gt;Shin 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;) gilt dies in noch stärkerem Maße. Demgegenüber gibt es jedoch auch diagrammatische Darstellungen, die einer weniger strengen ‚Syntax’ folgen. Das heißt: dort existieren recht freie, offene, provisorische  bzw. transitorische Regeln der Produktion und der Lesung dieser Diagramme.&amp;lt;ref&amp;gt;„Folglich ist bzw. wird die ‚Sprache’ der diagrammatischen Repräsentation nur vorübergehend und provisorisch fixiert. Es reicht, dass gesagt bzw. gezeigt werden kann, was man sagen bzw. zeigen will.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 138&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt; Als Laboratorien epistemischen Schreibens/Zeichnens etwa sind diese Arten diagrammatischer Artefakte oftmals sogar gerade darauf angelegt, spielerisch zu ‚verfremden’ und dabei möglichst viele kreative Assoziations- und Interpretationsspielräume zu eröffnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Diagrammatische Darstellungen „geben uns die Chance, die Modelle zu wechseln, um neue Ansichten auszuprobieren.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 141&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) Die Operativität und Pragmatik von Diagrammen&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein dritter wesentlicher Aspekt ist die „Operativität“ der Diagramme (bzw. des „Diagrammatischen“) und deren – insbesondere auch im Vergleich zu Bildern – besondere pragmatische Dimension. „Diagramme muss man sich (…) immer auch vom Prozess der Produktion her verständlich machen. Die Geste der Setzung oder das Verfahren der Einschreibung müssen als integraler Bestandteil der Repräsentation mitgedacht werden“, schreibt Steffen Bogen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen 2005b&#039;&amp;gt;Bogen 2005b: 164&amp;lt;/bib&amp;gt;. Wer diagrammatische Darstellungen begreifen will – so Heiner Willharm – „vollzieht sie oder vollzieht sie nach. Er richtet sich eine Zeitlang im Raum der Darstellung ein“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 151&amp;lt;/bib&amp;gt;. Sybille Krämer sieht das Diagrammatische nicht nur als Anschauungsmedium, sondern zugleich auch als „Werkzeug“ und „’Reflexionsinstrument’“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Schriften, Graphen, Karten stellen nicht nur etwas dar, „sondern eröffnen damit Räume, um das Dargestellte auch zu handhaben, zu beobachten, zu explorieren“ &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;. Diagrammatische Darstellungen sind performativ. Indem man an Diagrammen graphische Manipulationen vollzieht bzw. nachvollzieht, wird etwas sichtbar, einsichtig und übersichtlich, was vorher nicht sichtbar, einsichtig bzw. übersichtlich war. Diagramme müssen, so könnte man Wittgenstein adaptierend formulieren, immer als „Diagrammspiele“ aufgefasst, also aus der Praxis des Umgangs mit ihnen verständlich gemacht werden. Für einige Diagramm-Theoretiker beruht die Stärke der Diagramme sogar auf deren besonderer ‚pragmatischer Potenz’: „Mehr als andere Diskursformen sind Diagramme daraufhin angelegt, Nachfolgehandlungen nach sich zu ziehen.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 158&amp;lt;/bib&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend noch zwei Bemerkungen zur „Materialität“ der Diagramme und damit noch einmal zur Extension des Diagramm- bzw. des Diagrammatik-Begriffs: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme werden – wie Bilder – von den meisten Autoren des Diagrammatik-Diskurses primär als zweidimensionale Artefakte verstanden. Natürlich ist auch diese Fokussierung eine begriffliche Entscheidung, deren Konsequenzen bedacht werden müssen; genauso wie es in Bezug auf das Phänomen Bild eine begriffliche Entscheidung ist (deren Kosten-Nutzen-Bilanz man abzuwägen hat), den Begriff des Bildes eng mit der Zweidimensionalität der Bildfläche zu verkoppeln und Bilder im engeren Sinne von den dreidimensionalen „Bildern“ – etwa Werken der Plastik innerhalb der „bildenden Kunst“ – abzugrenzen. &lt;br /&gt;
Analoges lässt sich auch für die Verwendung des Begriff „Diagramm“ sagen: Eine Reihe von funktionalen Eigenschaften des Diagrammatischen trifft durchaus auch für bestimmte dreidimensionale Artefakte zu. Man denke an dreidimensionale Strukturmodelle, wie das DNS-Modell das Watson und Crick entwickelt – und das heißt auch:  real in 3D gebastelt – haben. Andererseits spricht aber auch vieles dafür, die besondere Übersichtlichkeit, die der Blick von oben auf eine zweidimensionale Diagramm-Darstellungsfläche ermöglicht, und die besonders einfachen (grafischen) Rekonfigurationsmöglichkeiten von Elementen eines Diagramms auf der Schreibfläche auch begrifflich hervorzuheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von Autoren, die zum Teil mit explizitem Bezug auf Peirce’ Konzept des „diagrammatic reasoning“ dafür plädieren, den Begriff des Diagramms, des Diagrammatischen bzw. den Begriff der „Diagrammatik“ in stark entgrenzender Weise – zum Teil bis ins Immaterielle des Geistes hinein – auszuweiten. Diagrammatische Strukturen und Operationen werden dann nicht nur in jeglicher Art von symbolischen Darstellung – in Texten &amp;lt;bib id=&#039;Reichert 2011&#039;&amp;gt;Reichert 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;, Filmen, Bildern, Sounds – aufzufinden versucht, sondern z.B. auch in der menschlichen Kognition selber verortet &amp;lt;bib id=&#039;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&#039;&amp;gt;Bauer &amp;amp; Ernst 2010a&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Auch hier gilt es jedoch, die Kosten und den Nutzen dieser Ausweitung bzw. dieser stärker „metaphorischen Verwendung“ des Begriffs abwägend im Auge zu behalten &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2012b&#039;&amp;gt;Birk 2012b&amp;lt;/bib&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität ]]&lt;br /&gt;
* [[Karte]]&lt;br /&gt;
* [[Symbol, Index, Ikon]]&lt;br /&gt;
* [[Syntax]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Rainer Totzke|Rainer Totzke]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
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		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=GIB_-_Glossar_der_Bildphilosophie:Unterpunkteplanungsliste&amp;diff=8402</id>
		<title>GIB - Glossar der Bildphilosophie:Unterpunkteplanungsliste</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: &lt;/p&gt;
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&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Eine Zeile in der Tabelle sieht so aus: --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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| akzeptiert (JRJS) nachgefragt (17.11.11 JRJS)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
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| [[Grundbegriffe der Bildlichkeit]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Marcel Finke|Finke, Marcel]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (Mark) nachgefragt (17.11.11 JRJS) (kommt Anfang 2012 MH)&lt;br /&gt;
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| [[Abstraktion]] &lt;br /&gt;
| [[Bildsemantik]]&lt;br /&gt;
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| [[Affekt und Kommunikation]] &lt;br /&gt;
| [[Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Christiane Voss|Voss, Christiane]] &lt;br /&gt;
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| [[Affekt und Wahrnehmung]] &lt;br /&gt;
| [[Bildwahrnehmung]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Christiane Voss|Voss, Christiane]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (Eva)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Ähnlichkeit und wahrnehmungsnahe Zeichen]]&lt;br /&gt;
| [[Bildsemantik]] &lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Klaus Sachs-hombach|Sachs-Hombach, Klaus]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Aisthetische Bildtheorien]]&lt;br /&gt;
| [[Bildtheoretische Ansätze]] &lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Marcel Finke|Finke, Marcel]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (Mark) nachgefragt (17.11.11 JRJS) (kommt Anfang 2012 (MH)&lt;br /&gt;
| MH&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Anamorphose]] &lt;br /&gt;
| [[Bildverwendungstypen]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Yvonne Schweizer|Schweizer, Yvonne]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (Mark)&lt;br /&gt;
| MH&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Animation]] &lt;br /&gt;
| [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Lars Grabbe|Grabbe, Lars]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
| DL&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Animation]] &lt;br /&gt;
| [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Patrick Kruse|Kruse, Patrick]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
| DL&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Anschauung und Begriff]] &lt;br /&gt;
| [[Bildbewusstsein und Einbildungskraft]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Joerg R.J. Schirra|Schirra, JRJ]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert, gerne mit Partner&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Planungsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Anschauung und Wahrnehmung]] &lt;br /&gt;
| [[Grundbegriffe der Bildlichkeit]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Silvia Seja|Seja, Silvia]] &lt;br /&gt;
| abgesagt (Mark)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Arabisch: &#039;sûra&#039;, &#039;wathan&#039; und &#039;sanam&#039;]] &lt;br /&gt;
| [[Bildtermini anderer Sprachen]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Dimitri Liebsch|Liebsch, Dimitri]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Ästhesiologie]] &lt;br /&gt;
| [[Wahrnehmungstheorien: Übersicht]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Hans-Ulrich Lessing|Lessing, Hans-Ulrich]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (DL)&lt;br /&gt;
|ES&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Planungsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Auflösung]]&lt;br /&gt;
| [[Bildsyntax]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Martin Scholz|Scholz, Martin]]&lt;br /&gt;
| bedingt zugesagt (JRJS)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Authentizität]]&lt;br /&gt;
| [[Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Thomas Susanka|Susanka, Thomas]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS) &lt;br /&gt;
| MH&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Planungsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Bedeutung und Referenz]] &lt;br /&gt;
| [[Zeichentheorien: Übersicht]]&lt;br /&gt;
| Riedel, Peter &lt;br /&gt;
| angefragt (JRJS)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Beobachtung]] &lt;br /&gt;
| [[Bildwahrnehmung]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Hans Dieter Huber|Huber, Hans Dieter]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|ES&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Betrachter als Beobachter]] &lt;br /&gt;
| [[Bildwahrnehmung]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Hans Dieter Huber|Huber, Hans Dieter]]  &lt;br /&gt;
| akzeptiert (Eva)&lt;br /&gt;
|ES&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Bildrezeption als Zeichenprozeß]] &lt;br /&gt;
| [[Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Joerg R.J. Schirra|Schirra, JRJ]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
| MH&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Bild in der Wissenschaft]]&lt;br /&gt;
| [[Bildverwendungstypen]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Klaus Sachs-hombach|Sachs-Hombach, Klaus]]  &lt;br /&gt;
| akzeptiert (KSH)&lt;br /&gt;
| RT&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Bild in der Wissenschaft]]&lt;br /&gt;
| [[Bildverwendungstypen]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Nicola Mößner|Mößner, Nicola]]  &lt;br /&gt;
| akzeptiert (DL) nachgefragt (18.01.2012 DL) kommt (Mitte Februar DL)&lt;br /&gt;
| RT&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Bild in reflexiver Verwendung]] &lt;br /&gt;
| [[Bildverwendungstypen]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Joerg R.J. Schirra|Schirra, JRJ]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
| RT&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Bild und Negation]] &lt;br /&gt;
| [[Bildsemantik]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Peter Gold|Gold, Peter]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS)&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Bild, analoges/digitales]] &lt;br /&gt;
| [[Bildsyntax]] &lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Elisabeth Birk|Birk, Elisabeth]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Bildakt-Theorie]] &lt;br /&gt;
| [[Bildtheoretische Ansätze]] &lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Dr. Marion Lauschke|Lauschke, Marion]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (Eva)&lt;br /&gt;
| MH&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Bildanthropologie]] &lt;br /&gt;
| [[Bildtheoretische Ansätze]] &lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Joerg R.J. Schirra|Schirra, JRJ]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
| MH&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Bildbewusstsein]] &lt;br /&gt;
| [[Bildbewusstsein und Einbildungskraft]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Jens Bonnemann|Bonnemann, Jens]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (kommt Ende Januar)&lt;br /&gt;
| MH&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Bilden und Bildung]] &lt;br /&gt;
| [[Grundbegriffe der Bildlichkeit]] &lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Burkhard Schäffer|Schäffer, Burkhart]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (KSH) nachgefragt (17.11.11 JRJS)&lt;br /&gt;
|ES&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Bildergeschichte]] &lt;br /&gt;
| [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Stefan Meier|Meier, Stefan]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Bilderschrift und Piktogramm]] &lt;br /&gt;
| [[Schriftbildlichkeit]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Elisabeth Birk|Birk, Elisabeth]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
| JRJS&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Bilderwissenschaft vs. Bildwissenschaft]] &lt;br /&gt;
| [[Bildphilosophische Abgrenzungen]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Mark A. Halawa|Halawa, Mark]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert -- verschmolzen mit anderem Unterpunkt&lt;br /&gt;
| RT&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Bildgrammatik]] &lt;br /&gt;
| [[Bildsyntax]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Klaus Sachs-hombach|Sachs-Hombach, Klaus]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Bildhaftes]] &lt;br /&gt;
| [[Auswirkungen der Bildlichkeit]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Joerg R.J. Schirra|Schirra, JRJ]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert, gerne mit Partner&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Bildhandeln]] &lt;br /&gt;
| [[Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Tobias Schöttler|Schöttler, Tobias]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (DL)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Bildhermeneutik]] &lt;br /&gt;
| [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Rolf Sachsse|Sachsse, Rolf]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS)&lt;br /&gt;
| MH&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Bildinhalt]] &lt;br /&gt;
| [[Bildsemantik]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Klaus Sachs-hombach|Sachs-Hombach, Klaus]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Bildinterpretation]] &lt;br /&gt;
| [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Oliver Scholz|Scholz, Oliver]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (Jakob Steinbrenner)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität]] &lt;br /&gt;
| [[Auswirkungen der Bildlichkeit]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Klaus Sachs-hombach|Sachs-Hombach, Klaus]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Gleichheit, Ähnlichkeit und Identität]] &lt;br /&gt;
| [[Auswirkungen der Bildlichkeit]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Joerg R.J. Schirra|Schirra, JRJ]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Bildmagie]] &lt;br /&gt;
| [[Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Philipp Stoellger|Stoellger, Philipp]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Bildmagie / Bildzauber]] &lt;br /&gt;
| [[Historische Bildbegriffe]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Andreas Matena|Matena, Andreas]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (Mark) (kommt Ende 2011/Anfang 2012)&lt;br /&gt;
| MH&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Bildmontage]] &lt;br /&gt;
| [[Bildsyntax]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Patrick Kruse|Kruse, Patrick]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
| DL&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Bildmontage]] &lt;br /&gt;
| [[Bildsyntax]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Lars Grabbe|Grabbe, Lars]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|ES&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Bildmorphologie]] &lt;br /&gt;
| [[Bildsyntax]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Joerg R.J. Schirra|Schirra, JRJ]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Bildökonomie]]&lt;br /&gt;
| [[Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Matthias Bruhn|Bruhn, Matthias]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS) Kooperation mit Koautoren klappt nicht (letzter Versuch 18.11.11, JRJS)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Bildökonomie]]&lt;br /&gt;
| [[Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Eberhard Ortland|Ortland, Eberhard]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS) angefragt (23.11. JRJS)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Bildökonomie]]&lt;br /&gt;
| [[Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Monika Dommann|Dommann, Monika]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS) angefragt (23.11. JRJS)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Bildökonomie]]&lt;br /&gt;
| [[Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Fabian Steinhauer|Steinhauer, Fabian]]  &lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS) angefragt (23.11. JRJS)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Bildökonomie]] &lt;br /&gt;
| [[Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
| Knieper, Thomas &lt;br /&gt;
| keine Antwort (JRJS)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Bildpolitik]] &lt;br /&gt;
| [[Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Benjamin Drechsel|Drechsel, Benjamin]]  &lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS)&lt;br /&gt;
| MH&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Bildpolitik]] &lt;br /&gt;
| [[Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Petra Bernhardt|Bernhardt, Petra]]  &lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS)&lt;br /&gt;
| MH&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Bildrhetorik]] &lt;br /&gt;
| [[Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Joachim Knape|Knape, Joachim]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS)&lt;br /&gt;
| MH&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Bildsemiotik]] &lt;br /&gt;
| [[Bildtheoretische Ansätze]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Doris Mosbach|Mosbach, Doris]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Bildtermini im modernen Deutsch]] &lt;br /&gt;
| [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Dimitri Liebsch|Liebsch, Dimitri]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Bildtitel]] &lt;br /&gt;
| [[Sprach-Bild-Bezüge]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Hartmut Stöckl|Stöckl, Hartmut]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Bildträger]] &lt;br /&gt;
| [[Bildsyntax]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Joerg R.J. Schirra|Schirra, JRJ]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Bildung (historisch)]] &lt;br /&gt;
| [[Historische Bildbegriffe]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:PD Dr. Egbert Witte|Witte, Egbert]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (DL)&lt;br /&gt;
|ES&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Bildverarbeitung, digitale]] &lt;br /&gt;
| [[Bildsyntax]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Bettina.Berendt|Berendt, Bettina]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Bildverarbeitung, digitale]] &lt;br /&gt;
| [[Bildsyntax]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Philip Dutré|Dutré, Philip]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (BB)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Bildvorstellungen]]&lt;br /&gt;
| [[Bildbewusstsein und Einbildungskraft]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Patrick Kruse|Kruse, Patrick]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
| JRJS&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
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| [[Bildvorstellungen]]&lt;br /&gt;
| [[Bildbewusstsein und Einbildungskraft]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Lars Grabbe|Grabbe, Lars]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
| JRJS&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Bildwahrnehmung vs. Objektwahrnehmung]] &lt;br /&gt;
| [[Wahrnehmungstheorien: Übersicht]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Mark A. Halawa|Halawa, Mark]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]] &lt;br /&gt;
| [[Bildphilosophische Abgrenzungen]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Mark A. Halawa|Halawa, Mark]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
| RT&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Bildwissenschaft vs. Bildtheorie]] &lt;br /&gt;
| [[Bildphilosophische Abgrenzungen]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Mark A. Halawa|Halawa, Mark]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
| RT&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Bildzitat]] &lt;br /&gt;
| [[Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Anna Valentine Ullrich|Ullrich, Anna Valentine]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Blick]] &lt;br /&gt;
| [[Bildwahrnehmung]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Eva Schürmann|Schürmann, Eva]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
| MH&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| chinesisch: .... (evt. zusammen mit japanisch / vergleichend)&lt;br /&gt;
| [[Bildtermini anderer Sprachen]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Petra Hildegard Roesch |Roesch, Petra Hildegard]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS) (nachgefragt 23.2 DL) (kommt Mitte März, DL)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Comic]] &lt;br /&gt;
| [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Stefan Meier|Meier, Stefan]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Computergraphik]] &lt;br /&gt;
| [[Bildverwendungstypen]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Bettina.Berendt|Berendt, Bettina]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Computergraphik]] &lt;br /&gt;
| [[Bildverwendungstypen]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Philip Dutré|Dutré, Philip]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (BB)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Cyberspace]] &lt;br /&gt;
| [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Joerg R.J. Schirra|Schirra, JRJ]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Darstellung (historisch)]] &lt;br /&gt;
| [[Historische Bildbegriffe]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Tobias Schöttler|Schöttler, Tobias]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (DL)&lt;br /&gt;
|ES&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Darstellung und Repräsentation]] &lt;br /&gt;
| [[Bildsemantik]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Klaus Sachs-hombach|Sachs-Hombach, Klaus]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|ES&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Darstellung und Vorstellung]] &lt;br /&gt;
| [[Grundbegriffe der Bildlichkeit]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Eva Schürmann|Schürmann, Eva]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|ES&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[dezeptiver und immersiver Modus]] &lt;br /&gt;
| [[Auswirkungen der Bildlichkeit]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Joerg R.J. Schirra|Schirra, JRJ]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[logische Kontextbildung und mentale Bilder]] &lt;br /&gt;
| [[Auswirkungen der Bildlichkeit]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Joerg R.J. Schirra|Schirra, JRJ]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Diagramm]] &lt;br /&gt;
| [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Rainer Totzke|Totzke, Rainer]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Differenz, ikonische/pikturale]]&lt;br /&gt;
| [[Grundbegriffe der Bildlichkeit]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Mark A. Halawa|Halawa, Mark]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[digitale Medien]] &lt;br /&gt;
| [[Medientheorien: Übersicht]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Jens Schröter|Schröter, Jens]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Medialität]] &lt;br /&gt;
| [[Medientheorien: Übersicht]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Toni Eichler|Eichler, Toni]]  &lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS; bis Ende April)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Eigenwerte, Abbildungswerte und Darstellungswerte syntaktischer Einheiten]] &lt;br /&gt;
| [[Bildsyntax]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Joerg R.J. Schirra|Schirra, JRJ]]&lt;br /&gt;
| übernommen &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Einbildungskraft]] &lt;br /&gt;
| [[Bildbewusstsein und Einbildungskraft]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Lars Grabbe|Grabbe, Lars]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (Mark)&lt;br /&gt;
| JRJS&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Ekphrasis]] &lt;br /&gt;
| [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Barbara Thönnes|Thönnes, Barbara]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (von Rosen)&lt;br /&gt;
|DL&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Emblem]] &lt;br /&gt;
| [[Sprach-Bild-Bezüge]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Ursula Kocher|Kocher, Ursula]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (DL)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Emblem]] &lt;br /&gt;
| [[Sprach-Bild-Bezüge]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Stefan Manns|Manns, Stefan]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (DL)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[englisch: &#039;image&#039; und &#039;picture&#039;]] &lt;br /&gt;
| [[Bildtermini anderer Sprachen]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Hartmut Stöckl|Stöckl, Hartmut]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
| MH&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[epistemisches Bild]] &lt;br /&gt;
| [[Bildverwendungstypen]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Claus Zittel|Zittel, Claus]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS) kann verm. nicht liefern (17.11.11 JRJS)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Erfahrung / Unmittelbarkeit]] &lt;br /&gt;
| [[Wahrnehmungstheorien: Übersicht]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Antje Kapust|Kapust, Antje]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Evidenz, visuelle/ikonische]] &lt;br /&gt;
| [[Grundbegriffe der Bildlichkeit]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Judith Siegmund|Siegmund, Judith]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (Eva)&lt;br /&gt;
| JRJS&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Farbe als bildsyntaktische Kategorie]] &lt;br /&gt;
| [[Bildsyntax]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Joerg R.J. Schirra|Schirra, JRJ]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Farbwahrnehmung]]&lt;br /&gt;
| [[Wahrnehmungstheorien: Übersicht]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Farid I Kandil|Kandil, Farid]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (DL) nachgefragt (17.11.11 JRJS) &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Fernsehen]] &lt;br /&gt;
| [[Bildverwendungstypen]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Hans J. Wulff|Wulff, James]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS)&lt;br /&gt;
| DL&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Fernsehen]] &lt;br /&gt;
| [[Bildverwendungstypen]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Patrick Kruse|Kruse, Patrick]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (Lars)&lt;br /&gt;
| DL&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Fernsehen]] &lt;br /&gt;
| [[Bildverwendungstypen]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Lars Grabbe|Grabbe, Lars]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
| DL&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Figur/Grund-Differenzierung]] &lt;br /&gt;
| [[Bildwahrnehmung]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Zsuzsanna Kondor|Kondor, Zsuzsanna]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Film]] &lt;br /&gt;
| [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Lars Grabbe|Grabbe, Lars]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS)&lt;br /&gt;
| DL&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Film]] &lt;br /&gt;
| [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Hans J. Wulff|Wulff, James]]  &lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS)&lt;br /&gt;
| DL&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[formale Ästhetik]] &lt;br /&gt;
| [[Bildtheoretische Ansätze]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Silvia Seja|Seja, Silvia]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (Mark)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Fotografie]]&lt;br /&gt;
| [[Bildmedien]] &lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Martina Dobbe|Dobbe, Martina]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (Eva)&lt;br /&gt;
| MH&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[französisch: &#039;image&#039;, &#039;dessin&#039; und &#039;cadre&#039;]] &lt;br /&gt;
| [[Bildtermini anderer Sprachen]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Rainer Romanski|Romanski, Rainer]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (DL) &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Planungsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Gegenstand der visuellen Wahrnehmung]] &lt;br /&gt;
| [[Wahrnehmungstheorien: Übersicht]]&lt;br /&gt;
| Hecht, Heiko&lt;br /&gt;
| angefragt (DL)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Gesichtsdarstellung]] &lt;br /&gt;
| [[Bildverwendungstypen]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Sütterlin|Sütterlin, Christa]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Gestalt]] &lt;br /&gt;
| [[Wahrnehmungstheorien: Übersicht]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Zsuzsanna Kondor|Kondor, Zsuzsanna]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[griechisch: &#039;typos&#039; und &#039;eidolon&#039;]] &lt;br /&gt;
| [[Bildtermini anderer Sprachen]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Dimitri Liebsch|Liebsch, Dimitri]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[hebräisch: &#039;päsäl&#039;, &#039;säläm&#039; und &#039;demut&#039;]] &lt;br /&gt;
| [[Bildtermini anderer Sprachen]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Dimitri Liebsch|Liebsch, Dimitri]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Hieroglyphen, Hieroglyphendiskurs]] &lt;br /&gt;
| [[Schriftbildlichkeit]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Renata Landgráfová|Renata Landgráfová]]  &lt;br /&gt;
| akzeptiert(Elisabeth) nachgefragt (17.11.11 JRJS) &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Hologramm]] &lt;br /&gt;
| [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Jens Schröter|Schröter, Jens]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Horizont]] &lt;br /&gt;
| [[Wahrnehmungstheorien: Übersicht]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Antje Kapust|Kapust, Antje]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Hypermedien]] &lt;br /&gt;
| [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Stefan Meier|Meier, Stefan]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Planungsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Ideale]]&lt;br /&gt;
| [[Grundbegriffe der Bildlichkeit]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Markus Rautzenberg|Rautzenberg, Markus]] &lt;br /&gt;
| vorgeschlagen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Planungsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Ideale]] &lt;br /&gt;
| [[Grundbegriffe der Bildlichkeit]]&lt;br /&gt;
| von der Heiden, Anna  &lt;br /&gt;
| angefragt (Mark)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Identität bildhafter Zeichen]] &lt;br /&gt;
| [[Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Jakob Steinbrenner|Steinbrenner, Jakob]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Identitätskriterien für Bildträger]] &lt;br /&gt;
| [[Bildsyntax]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Klaus Sachs-hombach|Sachs-Hombach, Klaus]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Ideogramm, Logogramm und characteristica universalis]]&lt;br /&gt;
| [[Schriftbildlichkeit]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Petra Hildegard Roesch|Roesch, Petra Hildegard]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert unter Vorbehalt (Elisabeth)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Idolatrie]] &lt;br /&gt;
| [[Historische Bildbegriffe]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Andreas Matena|Matena, Andreas]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (Mark) (kommt Ende 2011/Anfang 2012)&lt;br /&gt;
| MH&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Ikone]] &lt;br /&gt;
| [[Bildverwendungstypen]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Petra Hildegard Roesch|Roesch, Petra Hildegard]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Ikonoklasmus]] &lt;br /&gt;
| [[Historische Bildbegriffe]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Andreas Matena|Matena, Andreas]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (Mark) (kommt Ende 2011/Anfang 2012)&lt;br /&gt;
| MH&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Ikonografie, Ikonologie, Ikonik]]&lt;br /&gt;
| [[Bildtheoretische Ansätze]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Petra Hildegard Roesch|Roesch, Petra Hildegard]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Illokution]] &lt;br /&gt;
| [[Zeichentheorien: Übersicht]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Joerg R.J. Schirra|Schirra, JRJ]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[imagery debate]] &lt;br /&gt;
| [[Bildbewusstsein und Einbildungskraft]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Verena Gottschling|Gottschling, Verena]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (KSH) nachgefragt (17.11.11 JRJS)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Installation und Montage]] &lt;br /&gt;
| [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Petra Hildegard Roesch|Roesch, Petra Hildegard]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Interaktion und Kommunikation]] &lt;br /&gt;
| [[Zeichentheorien: Übersicht]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Joerg R.J. Schirra|Schirra, JRJ]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Interaktions-, Selbst- und Sachbezug]] &lt;br /&gt;
| [[Zeichentheorien: Übersicht]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Joerg R.J. Schirra|Schirra, JRJ]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[interaktives Bild]] &lt;br /&gt;
| [[Bildverwendungstypen]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Joerg R.J. Schirra|Schirra, JRJ]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Kalligraphie]] &lt;br /&gt;
| [[Schriftbildlichkeit]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Julia Nissen|Nissen, Julia]]  &lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Kalligraphie]] &lt;br /&gt;
| [[Schriftbildlichkeit]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Sandra Gilgan|Gilgan, Sandra]]  &lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Karte]] &lt;br /&gt;
| [[Bildverwendungstypen]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Gyula Papay|Pápay, Gyula]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Kino]] &lt;br /&gt;
| [[Bildverwendungstypen]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Lars Grabbe|Grabbe, Lars]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS)&lt;br /&gt;
| DL&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Kino]]&lt;br /&gt;
| [[Bildverwendungstypen]] &lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Hans J. Wulff|Wulff, James]]  &lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS)&lt;br /&gt;
| DL&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Kippbild]] &lt;br /&gt;
| [[Bildwahrnehmung]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Jakob Steinbrenner|Steinbrenner, Jakob]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Kippbild]] &lt;br /&gt;
| [[Bildwahrnehmung]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Rainer Schönhammer|Schönhammer, Rainer]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (JS)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Kommunikationsmedien]]&lt;br /&gt;
| [[Medientheorien: Übersicht]] &lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Stefan Meier|Meier, Stefan]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Kommunikologie]] &lt;br /&gt;
| [[Bildtheoretische Ansätze]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Oliver Bidlo|Bidlo, Oliver]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (Mark)&lt;br /&gt;
| MH&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Komposition]] &lt;br /&gt;
| [[Bildsyntax]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Rolf Sachsse|Sachsse, Rolf]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Kontext]] &lt;br /&gt;
| [[Zeichentheorien: Übersicht]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Joerg R.J. Schirra|Schirra, JRJ]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Kontextbildung]]&lt;br /&gt;
| [[Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Joerg R.J. Schirra|Schirra, JRJ]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Körper]] &lt;br /&gt;
| [[Wahrnehmungstheorien: Übersicht]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Antje Kapust|Kapust, Antje]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]]&lt;br /&gt;
| [[Bildphilosophische Abgrenzungen]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Mark A. Halawa|Halawa, Mark]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Kunstgeschichte als historische Bildwissenschaft]] &lt;br /&gt;
| [[Bildphilosophische Abgrenzungen]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Mark A. Halawa|Halawa, Mark]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
| --&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Lateinisch: &#039;effigies&#039;, &#039;species&#039;, &#039;simulacrum&#039;, &#039;imago&#039;]] &lt;br /&gt;
| [[Bildtermini anderer Sprachen]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Dimitri Liebsch|Liebsch, Dimitri]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Malerei]] &lt;br /&gt;
| [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Martina Dobbe|Dobbe, Martina]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (Eva)&lt;br /&gt;
|ES&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Maske]] &lt;br /&gt;
| [[Bildwahrnehmung]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Sütterlin|Sütterlin, Christa]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Massenmedien]] &lt;br /&gt;
| [[Medientheorien: Übersicht]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Florian Sprenger|Sprenger, Florian]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (DL)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Material und Bildsyntax]] &lt;br /&gt;
| [[Bildsyntax]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Klaus Sachs-hombach|Sachs-Hombach, Klaus]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Materialität]] &lt;br /&gt;
| [[Medientheorien: Übersicht]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Petra Hildegard Roesch|Roesch, Petra Hildegard]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Materialität]] &lt;br /&gt;
| [[Medientheorien: Übersicht]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Martin Scholz|Scholz, Martin]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Mediologie]]&lt;br /&gt;
| [[Bildtheoretische Ansätze]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Dimitri Liebsch|Liebsch, Dimitri]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
| JRJS&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Planungsphase}}&lt;br /&gt;
| [[sprachliche Metaphern und allgemeine Metaphorologie]] &lt;br /&gt;
| [[Bild und rhetorische Figur]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Kathrin Fahlenbrach|Fahlenbrach, Kathrin ]] &lt;br /&gt;
| angefragt (EB)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Mimesis]] &lt;br /&gt;
| [[Historische Bildbegriffe]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Tobias Schöttler|Schöttler, Tobias]]  &lt;br /&gt;
| akzeptiert (DL)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Modalität]] &lt;br /&gt;
| [[Zeichentheorien: Übersicht]] &lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Joerg R.J. Schirra|Schirra, JRJ]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Morphologie und Syntax]] &lt;br /&gt;
| [[Zeichentheorien: Übersicht]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Joerg R.J. Schirra|Schirra, JRJ]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[neue Medien]] &lt;br /&gt;
| [[Medientheorien: Übersicht]] &lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Stefan Meier|Meier, Stefan]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Nomination]] &lt;br /&gt;
| [[Zeichentheorien: Übersicht]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Joerg R.J. Schirra|Schirra, JRJ]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Notation]] &lt;br /&gt;
| [[Zeichentheorien: Übersicht]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Christoph Baumberger|Baumberger, Christoph]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Original]] &lt;br /&gt;
| [[Bildsyntax]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Klaus Sachs-hombach|Sachs-Hombach, Klaus]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Performance]] &lt;br /&gt;
| [[Bildverwendungstypen]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Rainer Totzke|Totzke, Rainer]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Planungsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Perspektive und Projektion]] &lt;br /&gt;
| [[Bildsemantik]]&lt;br /&gt;
| Hartle, Johan Frederik  &lt;br /&gt;
| angefragt (JRJS)&amp;lt;br&amp;gt; vogeschlagen v. Blum&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Perspektivik]] &lt;br /&gt;
| [[Bildwahrnehmung]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Sonja Zeman|Zeman, Sonja]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS) (bis Ende des Jahres)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Phänomenologische Bildtheorien]] &lt;br /&gt;
| [[Bildtheoretische Ansätze]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Antje Kapust|Kapust, Antje]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
| JRJS&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Phantasma]] &lt;br /&gt;
| [[Grundbegriffe der Bildlichkeit]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Markus Rautzenberg|Rautzenberg, Markus]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (Mark) nachgefragt (17.11.11 JRJS) (kommt Anfang 2012 MH)&lt;br /&gt;
| MH&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Prädikation]] &lt;br /&gt;
| [[Zeichentheorien: Übersicht]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Joerg R.J. Schirra|Schirra, JRJ]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Pragmatik, Semantik, Syntax]] &lt;br /&gt;
| [[Zeichentheorien: Übersicht]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Buchholz, Kai|Buchholz, Kai]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS) ohne Ergebnis (25.11.11 JRJS)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Pragmatik, Semantik, Syntax]] &lt;br /&gt;
| [[Zeichentheorien: Übersicht]]&lt;br /&gt;
| Netzwerk-intern&lt;br /&gt;
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| MH&lt;br /&gt;
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| akzeptiert&lt;br /&gt;
|ES&lt;br /&gt;
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| [[Raum und Geometrie]] &lt;br /&gt;
| [[Bildsyntax]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Joerg R.J. Schirra|Schirra, JRJ]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
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| [[Raum und Geometrie]] &lt;br /&gt;
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| akzeptiert (JRJS)&lt;br /&gt;
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| [[Realität und Hyperrealität]] &lt;br /&gt;
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| [[Benutzer:Stefan Meier|Meier, Stefan]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]] &lt;br /&gt;
| [[Bildsemantik]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Elisabeth Birk|Birk, Elisabeth]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
| JRJS&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Reflexion und Transparenz]] &lt;br /&gt;
| [[Bildsyntax]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Joerg R.J. Schirra|Schirra, JRJ]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Replika, Faksimile und Kopie]] &lt;br /&gt;
| [[Bildsyntax]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Klaus Sachs-hombach|Sachs-Hombach, Klaus]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Rezeption als Zeichenprozeß]] &lt;br /&gt;
| [[Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Joerg R.J. Schirra|Schirra, JRJ]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Russisch: &#039;obraz&#039;]] &lt;br /&gt;
| [[Bildtermini anderer Sprachen]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Maria Wargin|Wargin, Maria]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (DL)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Wahrnehmung und Rezeption]] &lt;br /&gt;
| [[Bildwahrnehmung]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Eva Schürmann|Schürmann, Eva]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Schrift und Bild]] &lt;br /&gt;
| [[Schriftbildlichkeit]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Rainer Totzke|Totzke, Rainer]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Schrift und Bild]] &lt;br /&gt;
| [[Schriftbildlichkeit]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Doris Mosbach|Mosbach, Doris]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Sehen]] &lt;br /&gt;
| [[Wahrnehmungstheorien: Übersicht]] &lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Nicolas Romanacci|Romanacci, Nicolas]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
ES&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Semantik logischer Bilder]] &lt;br /&gt;
| [[Bildsemantik]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Rainer Totzke|Totzke, Rainer]]  &lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Semantik ungegenständlicher Bilder]] &lt;br /&gt;
| [[Bildsemantik]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Dr. Thomas Hensel|Hensel, Thomas]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS) nachgefragt (17.11.11 JRJS)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Simulation, Simulakrum]] &lt;br /&gt;
| [[Historische Bildbegriffe]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Dimitri Liebsch|Liebsch, Dimitri]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Skulptur]] &lt;br /&gt;
| [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Dr. Thomas Hensel|Hensel, Thomas]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS) &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Skulptur]] &lt;br /&gt;
| [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Anne Röhl|Röhl, Anne]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS) &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[sortale Gegenstände und Individuation]] &lt;br /&gt;
| [[Bildsemantik]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Joerg R.J. Schirra|Schirra, JRJ]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Spanisch: &#039;imagen&#039;, &#039;efigie&#039;, &#039;cuadro&#039;, &#039;cromo&#039;]] &lt;br /&gt;
| [[Bildtermini anderer Sprachen]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Felix Schmelzer|Schmelzer, Felix]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (DL)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Stil]] &lt;br /&gt;
| [[Grundbegriffe der Bildlichkeit]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Eva Schürmann|Schürmann, Eva]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|ES&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Symbol, Index, Ikon]] &lt;br /&gt;
| [[Zeichentheorien: Übersicht]]&lt;br /&gt;
| Netzwerk-intern&lt;br /&gt;
| (München 09.2011)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[syntaktisch unkorrekte Bilder]] &lt;br /&gt;
| [[Bildsyntax]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Joerg R.J. Schirra|Schirra, JRJ]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Syntaktische Dichte]] &lt;br /&gt;
| [[Bildsyntax]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Joerg R.J. Schirra|Schirra, JRJ]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[technische Medien]] &lt;br /&gt;
| [[Medientheorien: Übersicht]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Florian Sprenger|Sprenger, Florian]]&lt;br /&gt;
| azeptiert (DL)&lt;br /&gt;
| JRJS&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Text als Bild, konkrete Poesie]] &lt;br /&gt;
| [[Schriftbildlichkeit]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Rainer Totzke|Totzke, Rainer]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Text als Bild, konkrete Poesie]] &lt;br /&gt;
| [[Schriftbildlichkeit]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Doris Mosbach|Mosbach, Doris]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Textur]] &lt;br /&gt;
| [[Bildsyntax]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Matthias Krüger|Krüger, Matthias]]  &lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS) &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Traumbild]] &lt;br /&gt;
| [[Auswirkungen der Bildlichkeit]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Wolfram Bergande|Bergande, Wolfram]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (DL) nachgefragt (15.01.2012 DL) kommt (Mitte Februar DL)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Typographie]] &lt;br /&gt;
| [[Schriftbildlichkeit]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Hartmut Stöckl|Stöckl, Hartmut]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (Elisabeth)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Typologien der Medien]] &lt;br /&gt;
| [[Medientheorien: Übersicht]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Joerg R.J. Schirra|Schirra, JRJ]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[uneigentliche Bilder]]&lt;br /&gt;
| [[Auswirkungen der Bildlichkeit]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Joerg R.J. Schirra|Schirra, JRJ]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[ungarisch: &#039;kép&#039;]] &lt;br /&gt;
| [[Bildtermini anderer Sprachen]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Zsuzsanna Kondor|Kondor, Zsuzsanna]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Ut pictura poesis]] &lt;br /&gt;
| [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Valeska von Rosen|von Rosen, Valeska]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (Jakob)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Ut pictura poesis]] &lt;br /&gt;
| [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
| Weingart, Brigitte&lt;br /&gt;
| angefragt (DL)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Vexierbild]] &lt;br /&gt;
| [[Bildverwendungstypen]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Klaus Sachs-hombach|Sachs-Hombach, Klaus]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Video]]&lt;br /&gt;
| [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Hans J. Wulff|Wulff, James]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Video]] &lt;br /&gt;
| [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Patrick Kruse|Kruse, Patrick]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (Lars)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Video]] &lt;br /&gt;
| [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Lars Grabbe|Grabbe Lars]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Virtualität]] &lt;br /&gt;
| [[Medientheorien: Übersicht]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Patrick Kruse|Kruse, Patrick]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
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|-&lt;br /&gt;
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| [[Virtualität]] &lt;br /&gt;
| [[Medientheorien: Übersicht]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Lars Grabbe|Grabbe, Lars]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Visual Culture / Visual Studies]] &lt;br /&gt;
| [[Bildtheoretische Ansätze]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Dimitri Liebsch|Liebsch, Dimitri]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
| MH&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Visual Culture / Visual Studies]] &lt;br /&gt;
| [[Bildtheoretische Ansätze]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Petra Hildegard Roesch|Roesch, Petra Hildegard]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[visuelle und multimodale Metaphern]] &lt;br /&gt;
| [[Bild und rhetorische Figur]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Till-Julian Huss|Huss, Till Julian]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert Januar 2012, angekündigt für Februar 2012 (DL)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Planungsphase}}&lt;br /&gt;
| [[visuelle Rationalität]] &lt;br /&gt;
| [[Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Martin Scholz|Scholz, Martin]] &lt;br /&gt;
| bedingt zugesagt (JRJS)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Vorstellungsbilder]] &lt;br /&gt;
| [[Bildbewusstsein und Einbildungskraft]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Verena Gottschling|Gottschling, Verena]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (KSH)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Wahrnehmungsillusion]] &lt;br /&gt;
| [[Wahrnehmungstheorien: Übersicht]] &lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Klaus Sachs-hombach|Sachs-Hombach, Klaus]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Wahrnehmungsmedien]] &lt;br /&gt;
| [[Medientheorien: Übersicht]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Toni Eichler|Eichler, Toni]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS; bis Ende Mai)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Weltbild]] &lt;br /&gt;
| [[Grundbegriffe der Bildlichkeit]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Eva Schürmann|Schürmann, Eva]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert&lt;br /&gt;
|ES&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Werbung]] &lt;br /&gt;
| [[Bildverwendungstypen]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Hartmut Stöckl|Stöckl, Hartmut]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert &lt;br /&gt;
| DL&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Werbung]] &lt;br /&gt;
| [[Bildverwendungstypen]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Thomas Schierl|Schierl, Thomas]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS) (s. Ludwig Mark)&lt;br /&gt;
| DL&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| [[Werbung]] &lt;br /&gt;
| [[Bildverwendungstypen]]&lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Mark Ludwig|Ludwig, Mark]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (JRJS) will im Juni liefern&lt;br /&gt;
| DL&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Zeigen und Sich-Zeigen]] &lt;br /&gt;
| [[Grundbegriffe der Bildlichkeit]] &lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Judith Siegmund|Siegmund, Judith]] &lt;br /&gt;
| akzeptiert (Eva)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| [[Image Schemata]] &lt;br /&gt;
| [[Bildverwendungstypen]] &lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Joerg R.J. Schirra|Schirra, JRJ]]&lt;br /&gt;
| akzeptiert (unter Vorbehalt)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:{|style=&amp;quot;background:none&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| aktueller Stand &amp;amp;nbsp; {{Planungsphase}}&lt;br /&gt;
| : ca. 39 davon 8 wichtige&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| aktueller Stand &amp;amp;nbsp; {{Beginn}}&lt;br /&gt;
| : 68&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| aktueller Stand &amp;amp;nbsp; {{Entwurfsphase}}&lt;br /&gt;
| : 108&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| aktueller Stand &amp;amp;nbsp; {{Fertigstellung}}&lt;br /&gt;
| : 0&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| aktueller Stand &amp;amp;nbsp; {{Abschluß}}&lt;br /&gt;
| : 0&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[GIB - Glossar der Bildphilosophie:Alte Liste|Verweis auf die alte Planungsliste]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Text_als_Bild,_konkrete_Poesie&amp;diff=8094</id>
		<title>Text als Bild, konkrete Poesie</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Text_als_Bild,_konkrete_Poesie&amp;diff=8094"/>
		<updated>2012-02-29T10:01:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* Visuelle Poesie im Computerzeitalter */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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=====Darstellung des gr. Zusammenhangs=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schriftliche Texte haben immer auch eine „Textgestalt“, und als solche wirken sie immer auch bildlich bzw. schriftbildlich in dem Sinne, dass sie nicht nur linear gelesen, sondern auch auf einen Blick in ihrer [[Gestalt]] auf der Fläche angeschaut bzw. erfasst werden. Wolfgang Raible &amp;lt;bib id=&#039;Raible 1991&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt; spricht von der „Semiotik der Textgestalt“ und verweist darauf, dass die Zweidimensionalität der Schreibfläche vielfältig für die Strukturierung von Texten genutzt wird: etwa durch Überschriften, Absätze, Einrückungen, Fußnoten und Endnoten. Andere AutorInnen sprechen allgemeiner von der „Sichtbarkeit der Schrift“ (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Strätling &amp;amp; Witte 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Diese Sichtbarkeit, die Gestalthaftigkeit schriftlicher Texte,  kann in unterschiedlicher Weise gehandhabt und und in verschiedenem Maße reflektiert werden. Dies trifft auch und insbesondere für Texte aus dem Bereich der Literatur zu. Die Sichtbarkeit der Schrift wird in den verschiedenen literarischen Genres unterschiedlich stark ausgebeutet, einige Genres konstituieren sich überhaupt erst als solche über die Textgestalt. &amp;lt;bib id=&#039;Polaschegg 2011&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt; zum Beispiel macht  auf die genuine Schriftbildlichkeit der Lyrik als literarischer Gattung aufmerksam, indem sie gegen die traditionelle Auffassung von der Lyrik als einer akustischen Kunst zur Geltung bringt, dass Gedichte immer schon „auf einen Blick“, das heißt anhand ihrer schriftbildlichen Erscheinung, als solche erkannt werden. So ist es vor allem die durch Zeilenumbrüche markierte Versform, die dem Gedicht seinen unverwechselbaren visuellen Charakter gibt. Lyrik lebt von der spannungsvollen Differenz zwischen simultanem Sehen der Gestalt und der sukzessiven Lektüre,der Schriftzeichen. Auch Witte &amp;lt;bib id=&#039;Witte 2011&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt; verweist auf die visuelle Dimension der Lyrik, die durch die graphisch markierte Versform, das „Versbild“, gekennzeichnet ist. Der Begriff des „Versbildes“ impliziert für ihn dabei die spezifische (schriftbildliche) Sichtbarkeit einer komplexen Form der verbalen Sequentialisierung, die zwischen Sehen und Lesen produktiv zu changieren ermöglicht, und z.B. einzelne Wörter eines Gedichtes über Zeilenumbrüche „erratisiert“, „transgrammatikalisiert“ und diese in ganz neuen Konstellationen wahrnehmbar werden lässt. Jedoch lässt sich auch für literarische Prosa-Texte plausibel machen, dass Texte in ihrer Gestalt, und in diesem Sinne in ihrer (schrift-)bildlichen Dimension wahrgenommen werden und wirken (können) (Giertler 2011).  Auch [[Kalligraphie]] (LINK) und [[Typographie]] (LINK) sind Felder/Praktiken, in denen mit der Sichtbarkeit der Schrift bzw. mit der Textgestalt gearbeitet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Text als Bild – Visuelle Poesie=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ganz besonders intensiver und radikaler und zugleich reflektierter Weise wurde und werden die Sichtbarkeit der Schrift und die Gestalthaftigkeit schriftlicher Texte in den unterschiedlichen Formen visueller Poesie genutzt bzw. ausgestellt. Visuelle Poesie ist in diesem Sinne als ein Sammelbegriff für alle Arten von Dichtung zu verstehen, bei denen die visuelle Präsentation eines Textes ein wesentliches Element der künstlerischen Konzeption darstellt, bei der der Schöpfer/die Schöpferin des Textes also die (schrift-)bildlichen Gestaltqualitäten der Schrift bewusst und intensiv nutzt. Im engeren Sinne verbunden wird der Begriff visuelle Poesie meistens mit experimentellen Arbeiten der literarischen Avantgarden des 20.Jahrhunderts: etwa dem Dadaismus oder dem italienischen und russischen Futurismus in der ersten Jahrhunderthälfte sowie mit der literarischen Strömung der sogenannten „konkreten Poesie“, die sich insbesondere im deutschsprachigen Raum ab den 1950er Jahren formierte, wie aber auch mit der sowjetischen Samisdat-Literatur.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die „visuelle Poesie“ in diesem – mit der Avantgarde-Literatur verknüpften engere Sinne – muss wohl als eine spezifisch europäische Gegenbewegung gegen das ansonsten im europäischen Kulturkreis dominierende Lesbarkeits-Paradigma der Schrift, das mit einer „Sichtbarkeitsvergessenheit“ einhergeht, verstanden werden. Diese Sichtbarkeits- und Materialitätsvergessenheit in Bezug auf die Schrift hat es in außereuropäischen Schriftkulturen in dieser Art vermutlich nie gegeben, da hier z.B. die Kalligraphie eine viel größere Wertschätzung genießt. Darüber hinaus ist zu bemerken, dass es Artefakte visueller Poesie auch in Europa bereits seit der Antike gegeben hat. Man denke an antike und barocke Figurengedichte (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Dencker 2011&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 583ff).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der visuellen Poesie werden dabei ganz unterschiedliche schriftbildliche Gestaltqualitäten von Texten erzeugt: entweder über die Handschrift, die Schreibmaschinenschrift oder über die Typographie. Eine, aber eben nur eine Möglichkeit unter vielen ist dabei, dass der Text – wie im Fall der gerade erwähnten Figurengedichte – so geschrieben oder gesetzt wird, dass die Gestaltumrisse von raumzeitlichen Gegenständen oder visuellen Symbolen (die in bestimmter Weise mit dem Inhalt des geschriebenen Textes spielerisch korrespondieren) an der Gestalt des Textes selber sichtbar werden Diese Art Texte sind in ihrer buchstäblichen Figürlichkeit dann in derselben Weise als bildhaft-ikonisch aufzufassen wie die figürliche Zeichnung oder die gegenständliche Malerei. Um auch die anderen möglichen visuellen Gestaltungsaspekte von literarischen Texten im allgemeinen – und dann eben in diesem Falle der visuellen Poesie – in den Blick zu bekommen, ist vorgeschlagen worden, begrifflich zwischen dem Gestaltaspekt von Schriften und dem Bildaspekt von Schriften zu differenzieren und von Schriften als Bildern nur dann zu reden, wenn tatsächlich Figuren ikonisch abgebildet werden. &amp;lt;bib id=&#039;Polaschegg 2011&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was sind nun diese anderen – über die Figürlichkeit hinausgehenden –Gestaltungsmöglichkeiten von Texten, die in der visuellen Poesie experimentell und spielerisch genutzt bzw. exemplifiziert werden? Es finden sich Experimente mit der räumlichen Dimension der Schrift – z. B. mit verschiedenen Schriftgrößen oder -farben für Buchstaben oder Wörter – und Experimente mit der räumlichen Positionierung der Buchstaben/Worte auf der Schreibfläche, ihrem konstellativen (Re-)Arrangement auf der Buchseite. Darüber hinaus finden sich Versuche, das Gestische der jeweiligen Schreibhandlung im Geschriebenen als Spur sichtbar zu machen sowie Hybridbildungen aus Schrift und Bild (wie bei den sogenannten „Sprachblättern“ von Carlfriedrich Claus), begrifflich häufig als skripturale Malerei zusammengefasst, bei der die Übergänge zwischen Bild, Ornament und Schrift nicht eindeutig sind, und meistens bewusst an der Schnittstelle von Lesbarkeit/Unlesbarkeit operiert wird. Dabei wird beim Leser/Betrachter ein Spiel von Semantisierung / Desemantisierung / Resemantisierung in Gang gesetzt. Für die Arbeiten der russischen Avantgarde der 1910er und 20er Jahre hat Georg Witte &amp;lt;bib id=&#039;Witte 2005&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt; eine Typologie schriftbildlicher Verfahren entwickelt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konkrete Poesie=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die „konkrete Poesie“ ist eine künstlerische Strömung ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die sich im Anschluss an den Begriff bzw. die Bewegung der „Konkreten Kunst“, vertreten vor allem durch den Schweizer Max Bill, seit den 1950er Jahren den materialen Basiselementen der Poesie in ihren einerseits visuellen und andererseits akustischen Darstellungsmedien zuwendet. Wichtige deutschsprachige Vertreter sind Eugen Gomringer, Franz Mon, Helmut Heißenbüttel, Hansjörg Mayer, Max Bense  und Claus Bremer, international ist der Schwede Öyvind Fahlström zu nennen, der 1953 ein „Manifest für konkrete Poesie“ verfasste und damit auch den Namen prägte, die brasilianische Gruppe Noigandres sowie die Wiener Gruppe um H.C. Artmann.  Die Aufmerksamkeit dieser Autoren gilt den einzelnen Buchstaben, Satzzeichen und Wörtern im Geschriebenen und den Lauten, (bzw. auch dem Klang der Stimme) im Gesprochenen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Visuellen soll dabei die experimentelle graphische Anordnung der Wörter, Buchstaben und/oder Sätze neue „Konstellationen“ und damit auch neue – makrotypographische - Bedeutungsdimensionen eröffnen. Mit dem Begriff der Konstellation greift Gomringer in seiner programmatischen Schrift &amp;quot;vom vers zur konstellation&amp;quot; (1955 erstmals publiziert, im folgenden zitiert nach &amp;lt;bib id=&#039;Gomringer 1997&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) auf einen Begriff Mallarmés zurück und bezeichnet damit „die einfachste gestaltungsmöglichkeit der auf dem wort beruhenden dichtung. [...] sie erlaubt das spiel. sie erlaubt die reihenbildung der wortbegriffe a, b, c und deren mögliche variationen“ (&amp;lt;bib id=&#039;Gomringer 1997&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: 16). Er bezieht sich also auf die Anordnung von verknapptem und syntaktisch unverbundenem Wortmaterial auf der weißen Papierfläche inklusive der Zwischen- und Umgebungsräume. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Kennzeichen der ansonsten als künstlerische Strömung durchaus heterogenen Konkreten Poesie ist die akustische Dimension ihrer Wortkunst: So werden die visuellen Konstellationen von einigen Autoren, etwa von Ernst Jandl, intoniert , wodurch allein durch die Prosodie eine Art Dialog (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Dencker 2011&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: 631) entstehen kann. Die deutschsprachige Strömung der Konkreten Poesie sowie die ihr am nächsten stehende brasilianische Künstlergruppe Noigandres haben durch ihre Programmatik wie keine anderen eine selbstbewusste Identität entwickelt, die bis heute zur Weiterentwicklung visueller Dichtung inspiriert (&amp;lt;bib id=&#039;Drucker 1996&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: 58).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Visuelle Poesie im Computerzeitalter=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kinetische Poesie in vielfältiger Form beweglicher, veränderlicher Buchstaben- oder Wortfolgen, findet sich nicht erst, seit es Computer gibt. Beispiele dafür sind filmische Realisationen, (Neon)Lichtinstallationen, Laufschriften und Projektionen (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Dencker 2011&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: 104ff). Auch die durch den Computer leicht hervorrufbare Zufallskombinatorik zur Generierung von visueller Poesie findet sich schon in frühen Beispielen textpermutativer Techniken oder technisch analoger Poesie-Automaten (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Dencker 2011&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: 177ff). Dennoch bietet die heutige Computertechnologie fraglos das weitaus größte Spektrum an medialer Kombinatorik: Durch die neuen Möglichkeiten des Gebrauchs der Schrift in Computerprogrammen bzw. im Internet bieten sich kaum begrenzte Möglichkeiten einer „animierten“ bzw. „operativen“ visuellen Poesie: Schriften/Texte werden nicht nur filmisch in Bewegung versetzt, sondern werden als ausführbare Programme oder Links programmiert (z.B. &amp;lt;bib id=&#039;Cramer 2011&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Dencker (&amp;lt;bib id=&#039;Dencker 2011&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: 265f.) unterscheidet insgesamt elf Typen computergesteuerter kinetischer Poesie, die von ihm chronologisch sortiert eine große Bandbreite umfassen: von ersten, noch linear strukturierten Texten, die am Computer mit zufallsgesteuerten Programmen erstellt wurden über nicht-lineare Hypertexte, Hypermedia, Interaktions- und Kollaborationstexten bis hin zu code-basierten selbstagierenden Texten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Vertreter visueller Poesie=====&lt;br /&gt;
* Pierre Albert-Birot (Frankreich) [http://fr.wikipedia.org/wiki/Pierre_Albert-Birot]&lt;br /&gt;
* H.C. Artmann (Österreich) [http://de.wikipedia.org/wiki/H.C._Artmann]&lt;br /&gt;
* Guillaume Apollinaire (Frankreich) [http://de.wikipedia.org/wiki/Guillaume_Apollinaire]&lt;br /&gt;
* Hugo Ball (D) [http://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_Ball]&lt;br /&gt;
* Josef Bauer (Österreich) [http://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Bauer_%28K%C3%BCnstler%29]&lt;br /&gt;
* Max Bense (Deutschland) [http://de.wikipedia.org/wiki/Max_Bense]&lt;br /&gt;
* Chris Bezzel (D)&lt;br /&gt;
* Claus Bremer (D)&lt;br /&gt;
* Theo Breuer (D)&lt;br /&gt;
* Joan Brossa (Spanien; Katalonien)&lt;br /&gt;
* Giorgio Camastro (D)&lt;br /&gt;
* Carlo Carrá (Italien)&lt;br /&gt;
* Carlfriedrich Claus (DDR)&lt;br /&gt;
* Guillermo Deisler (Chile; DDR)&lt;br /&gt;
* Reinhard Döhl (D)&lt;br /&gt;
* Klaus Peter Dencker (D)&lt;br /&gt;
* Lazar El Lissitzky (Russland)&lt;br /&gt;
* Öyvind Fahlström (Schweden)&lt;br /&gt;
* Brigitta Falkner (Österreich)&lt;br /&gt;
* León Ferrari (Argentinien)&lt;br /&gt;
* Lutz Fleischer (D)&lt;br /&gt;
* Heinz Gappmayr (Österreich)&lt;br /&gt;
* Ilse Garnier (Deutschland, Frankreich)&lt;br /&gt;
* Pierre Garnier (Frankreich)&lt;br /&gt;
* Eugen Gomringer (D)&lt;br /&gt;
* Ferreira Gullar (Brasilien)&lt;br /&gt;
* Raoul Hausmann (Österreich/D)&lt;br /&gt;
* Helmut Heißenbüttel (D)&lt;br /&gt;
* Werner Herbst (Österreich)&lt;br /&gt;
* Christine Huber (Österreich)&lt;br /&gt;
* Ernst Jandl (Österreich)&lt;br /&gt;
* Johannes Jansen (DDR)&lt;br /&gt;
* Gerhard Jaschke (Österreich)&lt;br /&gt;
* Eduardo Kac (Brasilien)&lt;br /&gt;
* Christian Katt (Österreich)&lt;br /&gt;
* Ilse Kilic (Österreich)&lt;br /&gt;
* Boris Konstriktor (Russland)&lt;br /&gt;
* Richard Kostelanetz (USA)&lt;br /&gt;
* Stéphane Mallarmé (Frankreich)&lt;br /&gt;
* Filippo Marinetti (Italien)&lt;br /&gt;
* Décio Pignatari (Brasilien)&lt;br /&gt;
* Alberto Pimenta (Portugal)&lt;br /&gt;
* Karl Riha (D)&lt;br /&gt;
* Rodchenko, Alexander (Russland)&lt;br /&gt;
* Axel Rohlfs (D)&lt;br /&gt;
* Mario Rotter (Österreich)&lt;br /&gt;
* Gerhard Rühm (Österreich)&lt;br /&gt;
* Konrad Balder Schäuffelen (Deutschland)&lt;br /&gt;
* Mira Schendel (Brasilien)&lt;br /&gt;
* Valeri Scherstjanoi (Russland, Deutschland)&lt;br /&gt;
* Kurt Schwitters (Deutschland)&lt;br /&gt;
* Rudolf Sikora (Tschechoslowakei)&lt;br /&gt;
* Christian Steinbacher (Österreich)&lt;br /&gt;
* José Juan Tablada (Mexiko) (1871-1945)&lt;br /&gt;
* Tristan Tzara (Rumänien/Frankreich)&lt;br /&gt;
* Liesl Ujvary (Österreich)&lt;br /&gt;
* Günter Vallaster (Österreich)&lt;br /&gt;
* Jiři Valoch (Tschechoslowakei)&lt;br /&gt;
* Fritz Widhalm (Österreich)&lt;br /&gt;
* Hansjörg Zauner (Österreich)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====optional Beispiele=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Auswirkungen auf andere Begriffe=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Rainer Totzke|Totzke, Rainer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Doris Mosbach|Mosbach, Doris]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Text_als_Bild,_konkrete_Poesie&amp;diff=8093</id>
		<title>Text als Bild, konkrete Poesie</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Text_als_Bild,_konkrete_Poesie&amp;diff=8093"/>
		<updated>2012-02-29T10:00:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* Visuelle Poesie im Computerzeitalter */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schriftbildlichkeit]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Schriftbildlichkeit]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Darstellung des gr. Zusammenhangs=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schriftliche Texte haben immer auch eine „Textgestalt“, und als solche wirken sie immer auch bildlich bzw. schriftbildlich in dem Sinne, dass sie nicht nur linear gelesen, sondern auch auf einen Blick in ihrer [[Gestalt]] auf der Fläche angeschaut bzw. erfasst werden. Wolfgang Raible &amp;lt;bib id=&#039;Raible 1991&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt; spricht von der „Semiotik der Textgestalt“ und verweist darauf, dass die Zweidimensionalität der Schreibfläche vielfältig für die Strukturierung von Texten genutzt wird: etwa durch Überschriften, Absätze, Einrückungen, Fußnoten und Endnoten. Andere AutorInnen sprechen allgemeiner von der „Sichtbarkeit der Schrift“ (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Strätling &amp;amp; Witte 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Diese Sichtbarkeit, die Gestalthaftigkeit schriftlicher Texte,  kann in unterschiedlicher Weise gehandhabt und und in verschiedenem Maße reflektiert werden. Dies trifft auch und insbesondere für Texte aus dem Bereich der Literatur zu. Die Sichtbarkeit der Schrift wird in den verschiedenen literarischen Genres unterschiedlich stark ausgebeutet, einige Genres konstituieren sich überhaupt erst als solche über die Textgestalt. &amp;lt;bib id=&#039;Polaschegg 2011&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt; zum Beispiel macht  auf die genuine Schriftbildlichkeit der Lyrik als literarischer Gattung aufmerksam, indem sie gegen die traditionelle Auffassung von der Lyrik als einer akustischen Kunst zur Geltung bringt, dass Gedichte immer schon „auf einen Blick“, das heißt anhand ihrer schriftbildlichen Erscheinung, als solche erkannt werden. So ist es vor allem die durch Zeilenumbrüche markierte Versform, die dem Gedicht seinen unverwechselbaren visuellen Charakter gibt. Lyrik lebt von der spannungsvollen Differenz zwischen simultanem Sehen der Gestalt und der sukzessiven Lektüre,der Schriftzeichen. Auch Witte &amp;lt;bib id=&#039;Witte 2011&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt; verweist auf die visuelle Dimension der Lyrik, die durch die graphisch markierte Versform, das „Versbild“, gekennzeichnet ist. Der Begriff des „Versbildes“ impliziert für ihn dabei die spezifische (schriftbildliche) Sichtbarkeit einer komplexen Form der verbalen Sequentialisierung, die zwischen Sehen und Lesen produktiv zu changieren ermöglicht, und z.B. einzelne Wörter eines Gedichtes über Zeilenumbrüche „erratisiert“, „transgrammatikalisiert“ und diese in ganz neuen Konstellationen wahrnehmbar werden lässt. Jedoch lässt sich auch für literarische Prosa-Texte plausibel machen, dass Texte in ihrer Gestalt, und in diesem Sinne in ihrer (schrift-)bildlichen Dimension wahrgenommen werden und wirken (können) (Giertler 2011).  Auch [[Kalligraphie]] (LINK) und [[Typographie]] (LINK) sind Felder/Praktiken, in denen mit der Sichtbarkeit der Schrift bzw. mit der Textgestalt gearbeitet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Text als Bild – Visuelle Poesie=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ganz besonders intensiver und radikaler und zugleich reflektierter Weise wurde und werden die Sichtbarkeit der Schrift und die Gestalthaftigkeit schriftlicher Texte in den unterschiedlichen Formen visueller Poesie genutzt bzw. ausgestellt. Visuelle Poesie ist in diesem Sinne als ein Sammelbegriff für alle Arten von Dichtung zu verstehen, bei denen die visuelle Präsentation eines Textes ein wesentliches Element der künstlerischen Konzeption darstellt, bei der der Schöpfer/die Schöpferin des Textes also die (schrift-)bildlichen Gestaltqualitäten der Schrift bewusst und intensiv nutzt. Im engeren Sinne verbunden wird der Begriff visuelle Poesie meistens mit experimentellen Arbeiten der literarischen Avantgarden des 20.Jahrhunderts: etwa dem Dadaismus oder dem italienischen und russischen Futurismus in der ersten Jahrhunderthälfte sowie mit der literarischen Strömung der sogenannten „konkreten Poesie“, die sich insbesondere im deutschsprachigen Raum ab den 1950er Jahren formierte, wie aber auch mit der sowjetischen Samisdat-Literatur.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die „visuelle Poesie“ in diesem – mit der Avantgarde-Literatur verknüpften engere Sinne – muss wohl als eine spezifisch europäische Gegenbewegung gegen das ansonsten im europäischen Kulturkreis dominierende Lesbarkeits-Paradigma der Schrift, das mit einer „Sichtbarkeitsvergessenheit“ einhergeht, verstanden werden. Diese Sichtbarkeits- und Materialitätsvergessenheit in Bezug auf die Schrift hat es in außereuropäischen Schriftkulturen in dieser Art vermutlich nie gegeben, da hier z.B. die Kalligraphie eine viel größere Wertschätzung genießt. Darüber hinaus ist zu bemerken, dass es Artefakte visueller Poesie auch in Europa bereits seit der Antike gegeben hat. Man denke an antike und barocke Figurengedichte (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Dencker 2011&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 583ff).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der visuellen Poesie werden dabei ganz unterschiedliche schriftbildliche Gestaltqualitäten von Texten erzeugt: entweder über die Handschrift, die Schreibmaschinenschrift oder über die Typographie. Eine, aber eben nur eine Möglichkeit unter vielen ist dabei, dass der Text – wie im Fall der gerade erwähnten Figurengedichte – so geschrieben oder gesetzt wird, dass die Gestaltumrisse von raumzeitlichen Gegenständen oder visuellen Symbolen (die in bestimmter Weise mit dem Inhalt des geschriebenen Textes spielerisch korrespondieren) an der Gestalt des Textes selber sichtbar werden Diese Art Texte sind in ihrer buchstäblichen Figürlichkeit dann in derselben Weise als bildhaft-ikonisch aufzufassen wie die figürliche Zeichnung oder die gegenständliche Malerei. Um auch die anderen möglichen visuellen Gestaltungsaspekte von literarischen Texten im allgemeinen – und dann eben in diesem Falle der visuellen Poesie – in den Blick zu bekommen, ist vorgeschlagen worden, begrifflich zwischen dem Gestaltaspekt von Schriften und dem Bildaspekt von Schriften zu differenzieren und von Schriften als Bildern nur dann zu reden, wenn tatsächlich Figuren ikonisch abgebildet werden. &amp;lt;bib id=&#039;Polaschegg 2011&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was sind nun diese anderen – über die Figürlichkeit hinausgehenden –Gestaltungsmöglichkeiten von Texten, die in der visuellen Poesie experimentell und spielerisch genutzt bzw. exemplifiziert werden? Es finden sich Experimente mit der räumlichen Dimension der Schrift – z. B. mit verschiedenen Schriftgrößen oder -farben für Buchstaben oder Wörter – und Experimente mit der räumlichen Positionierung der Buchstaben/Worte auf der Schreibfläche, ihrem konstellativen (Re-)Arrangement auf der Buchseite. Darüber hinaus finden sich Versuche, das Gestische der jeweiligen Schreibhandlung im Geschriebenen als Spur sichtbar zu machen sowie Hybridbildungen aus Schrift und Bild (wie bei den sogenannten „Sprachblättern“ von Carlfriedrich Claus), begrifflich häufig als skripturale Malerei zusammengefasst, bei der die Übergänge zwischen Bild, Ornament und Schrift nicht eindeutig sind, und meistens bewusst an der Schnittstelle von Lesbarkeit/Unlesbarkeit operiert wird. Dabei wird beim Leser/Betrachter ein Spiel von Semantisierung / Desemantisierung / Resemantisierung in Gang gesetzt. Für die Arbeiten der russischen Avantgarde der 1910er und 20er Jahre hat Georg Witte &amp;lt;bib id=&#039;Witte 2005&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt; eine Typologie schriftbildlicher Verfahren entwickelt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konkrete Poesie=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die „konkrete Poesie“ ist eine künstlerische Strömung ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die sich im Anschluss an den Begriff bzw. die Bewegung der „Konkreten Kunst“, vertreten vor allem durch den Schweizer Max Bill, seit den 1950er Jahren den materialen Basiselementen der Poesie in ihren einerseits visuellen und andererseits akustischen Darstellungsmedien zuwendet. Wichtige deutschsprachige Vertreter sind Eugen Gomringer, Franz Mon, Helmut Heißenbüttel, Hansjörg Mayer, Max Bense  und Claus Bremer, international ist der Schwede Öyvind Fahlström zu nennen, der 1953 ein „Manifest für konkrete Poesie“ verfasste und damit auch den Namen prägte, die brasilianische Gruppe Noigandres sowie die Wiener Gruppe um H.C. Artmann.  Die Aufmerksamkeit dieser Autoren gilt den einzelnen Buchstaben, Satzzeichen und Wörtern im Geschriebenen und den Lauten, (bzw. auch dem Klang der Stimme) im Gesprochenen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Visuellen soll dabei die experimentelle graphische Anordnung der Wörter, Buchstaben und/oder Sätze neue „Konstellationen“ und damit auch neue – makrotypographische - Bedeutungsdimensionen eröffnen. Mit dem Begriff der Konstellation greift Gomringer in seiner programmatischen Schrift &amp;quot;vom vers zur konstellation&amp;quot; (1955 erstmals publiziert, im folgenden zitiert nach &amp;lt;bib id=&#039;Gomringer 1997&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) auf einen Begriff Mallarmés zurück und bezeichnet damit „die einfachste gestaltungsmöglichkeit der auf dem wort beruhenden dichtung. [...] sie erlaubt das spiel. sie erlaubt die reihenbildung der wortbegriffe a, b, c und deren mögliche variationen“ (&amp;lt;bib id=&#039;Gomringer 1997&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: 16). Er bezieht sich also auf die Anordnung von verknapptem und syntaktisch unverbundenem Wortmaterial auf der weißen Papierfläche inklusive der Zwischen- und Umgebungsräume. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Kennzeichen der ansonsten als künstlerische Strömung durchaus heterogenen Konkreten Poesie ist die akustische Dimension ihrer Wortkunst: So werden die visuellen Konstellationen von einigen Autoren, etwa von Ernst Jandl, intoniert , wodurch allein durch die Prosodie eine Art Dialog (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Dencker 2011&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: 631) entstehen kann. Die deutschsprachige Strömung der Konkreten Poesie sowie die ihr am nächsten stehende brasilianische Künstlergruppe Noigandres haben durch ihre Programmatik wie keine anderen eine selbstbewusste Identität entwickelt, die bis heute zur Weiterentwicklung visueller Dichtung inspiriert (&amp;lt;bib id=&#039;Drucker 1996&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: 58).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Visuelle Poesie im Computerzeitalter=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kinetische Poesie in vielfältiger Form beweglicher, veränderlicher Buchstaben- oder Wortfolgen, findet sich nicht erst, seit es Computer gibt. Beispiele dafür sind filmische Realisationen, (Neon)Lichtinstallationen, Laufschriften und Projektionen (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Dencker 2011&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: 104ff). Auch die durch den Computer leicht hervorrufbare Zufallskombinatorik zur Generierung von visueller Poesie findet sich schon in frühen Beispielen textpermutativer Techniken oder technisch analoger Poesie-Automaten (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Dencker 2011&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: 177ff). Dennoch bietet die heutige Computertechnologie fraglos das weitaus größte Spektrum an medialer Kombinatorik: Durch die neuen Möglichkeiten des Gebrauchs der Schrift in Computerprogrammen bzw. im Internet bieten sich kaum begrenzte Möglichkeiten einer „animierten“ bzw. „operativen“ visuellen Poesie: Schriften/Texte werden nicht nur filmisch in Bewegung versetzt, sondern werden als ausführbare Programme oder Links programmiert. (z.B. &amp;lt;bib id=&#039;Cramer 2011&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Dencker (&amp;lt;bib id=&#039;Dencker 2011&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: 265f.) unterscheidet insgesamt elf Typen computergesteuerter kinetischer Poesie, die von ihm chronologisch sortiert eine große Bandbreite umfassen: von ersten, noch linear strukturierten Texten , die am Computer mit zufallsgesteuerten Programmen erstellt wurden über nicht-lineare Hypertexte, Hypermedia, Interaktions- und Kollaborationstexten bis hin zu code-basierten selbstagierenden Texten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Vertreter visueller Poesie=====&lt;br /&gt;
* Pierre Albert-Birot (Frankreich) [http://fr.wikipedia.org/wiki/Pierre_Albert-Birot]&lt;br /&gt;
* H.C. Artmann (Österreich) [http://de.wikipedia.org/wiki/H.C._Artmann]&lt;br /&gt;
* Guillaume Apollinaire (Frankreich) [http://de.wikipedia.org/wiki/Guillaume_Apollinaire]&lt;br /&gt;
* Hugo Ball (D) [http://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_Ball]&lt;br /&gt;
* Josef Bauer (Österreich) [http://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Bauer_%28K%C3%BCnstler%29]&lt;br /&gt;
* Max Bense (Deutschland) [http://de.wikipedia.org/wiki/Max_Bense]&lt;br /&gt;
* Chris Bezzel (D)&lt;br /&gt;
* Claus Bremer (D)&lt;br /&gt;
* Theo Breuer (D)&lt;br /&gt;
* Joan Brossa (Spanien; Katalonien)&lt;br /&gt;
* Giorgio Camastro (D)&lt;br /&gt;
* Carlo Carrá (Italien)&lt;br /&gt;
* Carlfriedrich Claus (DDR)&lt;br /&gt;
* Guillermo Deisler (Chile; DDR)&lt;br /&gt;
* Reinhard Döhl (D)&lt;br /&gt;
* Klaus Peter Dencker (D)&lt;br /&gt;
* Lazar El Lissitzky (Russland)&lt;br /&gt;
* Öyvind Fahlström (Schweden)&lt;br /&gt;
* Brigitta Falkner (Österreich)&lt;br /&gt;
* León Ferrari (Argentinien)&lt;br /&gt;
* Lutz Fleischer (D)&lt;br /&gt;
* Heinz Gappmayr (Österreich)&lt;br /&gt;
* Ilse Garnier (Deutschland, Frankreich)&lt;br /&gt;
* Pierre Garnier (Frankreich)&lt;br /&gt;
* Eugen Gomringer (D)&lt;br /&gt;
* Ferreira Gullar (Brasilien)&lt;br /&gt;
* Raoul Hausmann (Österreich/D)&lt;br /&gt;
* Helmut Heißenbüttel (D)&lt;br /&gt;
* Werner Herbst (Österreich)&lt;br /&gt;
* Christine Huber (Österreich)&lt;br /&gt;
* Ernst Jandl (Österreich)&lt;br /&gt;
* Johannes Jansen (DDR)&lt;br /&gt;
* Gerhard Jaschke (Österreich)&lt;br /&gt;
* Eduardo Kac (Brasilien)&lt;br /&gt;
* Christian Katt (Österreich)&lt;br /&gt;
* Ilse Kilic (Österreich)&lt;br /&gt;
* Boris Konstriktor (Russland)&lt;br /&gt;
* Richard Kostelanetz (USA)&lt;br /&gt;
* Stéphane Mallarmé (Frankreich)&lt;br /&gt;
* Filippo Marinetti (Italien)&lt;br /&gt;
* Décio Pignatari (Brasilien)&lt;br /&gt;
* Alberto Pimenta (Portugal)&lt;br /&gt;
* Karl Riha (D)&lt;br /&gt;
* Rodchenko, Alexander (Russland)&lt;br /&gt;
* Axel Rohlfs (D)&lt;br /&gt;
* Mario Rotter (Österreich)&lt;br /&gt;
* Gerhard Rühm (Österreich)&lt;br /&gt;
* Konrad Balder Schäuffelen (Deutschland)&lt;br /&gt;
* Mira Schendel (Brasilien)&lt;br /&gt;
* Valeri Scherstjanoi (Russland, Deutschland)&lt;br /&gt;
* Kurt Schwitters (Deutschland)&lt;br /&gt;
* Rudolf Sikora (Tschechoslowakei)&lt;br /&gt;
* Christian Steinbacher (Österreich)&lt;br /&gt;
* José Juan Tablada (Mexiko) (1871-1945)&lt;br /&gt;
* Tristan Tzara (Rumänien/Frankreich)&lt;br /&gt;
* Liesl Ujvary (Österreich)&lt;br /&gt;
* Günter Vallaster (Österreich)&lt;br /&gt;
* Jiři Valoch (Tschechoslowakei)&lt;br /&gt;
* Fritz Widhalm (Österreich)&lt;br /&gt;
* Hansjörg Zauner (Österreich)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====optional Beispiele=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Auswirkungen auf andere Begriffe=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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[[Benutzer:Rainer Totzke|Totzke, Rainer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Doris Mosbach|Mosbach, Doris]]&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Text_als_Bild,_konkrete_Poesie&amp;diff=8090</id>
		<title>Text als Bild, konkrete Poesie</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Text_als_Bild,_konkrete_Poesie&amp;diff=8090"/>
		<updated>2012-02-29T09:44:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* Konkrete Poesie */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Schriftbildlichkeit]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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=====Darstellung des gr. Zusammenhangs=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schriftliche Texte haben immer auch eine „Textgestalt“, und als solche wirken sie immer auch bildlich bzw. schriftbildlich in dem Sinne, dass sie nicht nur linear gelesen, sondern auch auf einen Blick in ihrer [[Gestalt]] auf der Fläche angeschaut bzw. erfasst werden. Wolfgang Raible &amp;lt;bib id=&#039;Raible 1991&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt; spricht von der „Semiotik der Textgestalt“ und verweist darauf, dass die Zweidimensionalität der Schreibfläche vielfältig für die Strukturierung von Texten genutzt wird: etwa durch Überschriften, Absätze, Einrückungen, Fußnoten und Endnoten. Andere AutorInnen sprechen allgemeiner von der „Sichtbarkeit der Schrift“ (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Strätling &amp;amp; Witte 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Diese Sichtbarkeit, die Gestalthaftigkeit schriftlicher Texte,  kann in unterschiedlicher Weise gehandhabt und und in verschiedenem Maße reflektiert werden. Dies trifft auch und insbesondere für Texte aus dem Bereich der Literatur zu. Die Sichtbarkeit der Schrift wird in den verschiedenen literarischen Genres unterschiedlich stark ausgebeutet, einige Genres konstituieren sich überhaupt erst als solche über die Textgestalt. &amp;lt;bib id=&#039;Polaschegg 2011&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt; zum Beispiel macht  auf die genuine Schriftbildlichkeit der Lyrik als literarischer Gattung aufmerksam, indem sie gegen die traditionelle Auffassung von der Lyrik als einer akustischen Kunst zur Geltung bringt, dass Gedichte immer schon „auf einen Blick“, das heißt anhand ihrer schriftbildlichen Erscheinung, als solche erkannt werden. So ist es vor allem die durch Zeilenumbrüche markierte Versform, die dem Gedicht seinen unverwechselbaren visuellen Charakter gibt. Lyrik lebt von der spannungsvollen Differenz zwischen simultanem Sehen der Gestalt und der sukzessiven Lektüre,der Schriftzeichen. Auch Witte &amp;lt;bib id=&#039;Witte 2011&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt; verweist auf die visuelle Dimension der Lyrik, die durch die graphisch markierte Versform, das „Versbild“, gekennzeichnet ist. Der Begriff des „Versbildes“ impliziert für ihn dabei die spezifische (schriftbildliche) Sichtbarkeit einer komplexen Form der verbalen Sequentialisierung, die zwischen Sehen und Lesen produktiv zu changieren ermöglicht, und z.B. einzelne Wörter eines Gedichtes über Zeilenumbrüche „erratisiert“, „transgrammatikalisiert“ und diese in ganz neuen Konstellationen wahrnehmbar werden lässt. Jedoch lässt sich auch für literarische Prosa-Texte plausibel machen, dass Texte in ihrer Gestalt, und in diesem Sinne in ihrer (schrift-)bildlichen Dimension wahrgenommen werden und wirken (können) (Giertler 2011).  Auch [[Kalligraphie]] (LINK) und [[Typographie]] (LINK) sind Felder/Praktiken, in denen mit der Sichtbarkeit der Schrift bzw. mit der Textgestalt gearbeitet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Text als Bild – Visuelle Poesie=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ganz besonders intensiver und radikaler und zugleich reflektierter Weise wurde und werden die Sichtbarkeit der Schrift und die Gestalthaftigkeit schriftlicher Texte in den unterschiedlichen Formen visueller Poesie genutzt bzw. ausgestellt. Visuelle Poesie ist in diesem Sinne als ein Sammelbegriff für alle Arten von Dichtung zu verstehen, bei denen die visuelle Präsentation eines Textes ein wesentliches Element der künstlerischen Konzeption darstellt, bei der der Schöpfer/die Schöpferin des Textes also die (schrift-)bildlichen Gestaltqualitäten der Schrift bewusst und intensiv nutzt. Im engeren Sinne verbunden wird der Begriff visuelle Poesie meistens mit experimentellen Arbeiten der literarischen Avantgarden des 20.Jahrhunderts: etwa dem Dadaismus oder dem italienischen und russischen Futurismus in der ersten Jahrhunderthälfte sowie mit der literarischen Strömung der sogenannten „konkreten Poesie“, die sich insbesondere im deutschsprachigen Raum ab den 1950er Jahren formierte, wie aber auch mit der sowjetischen Samisdat-Literatur.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die „visuelle Poesie“ in diesem – mit der Avantgarde-Literatur verknüpften engere Sinne – muss wohl als eine spezifisch europäische Gegenbewegung gegen das ansonsten im europäischen Kulturkreis dominierende Lesbarkeits-Paradigma der Schrift, das mit einer „Sichtbarkeitsvergessenheit“ einhergeht, verstanden werden. Diese Sichtbarkeits- und Materialitätsvergessenheit in Bezug auf die Schrift hat es in außereuropäischen Schriftkulturen in dieser Art vermutlich nie gegeben, da hier z.B. die Kalligraphie eine viel größere Wertschätzung genießt. Darüber hinaus ist zu bemerken, dass es Artefakte visueller Poesie auch in Europa bereits seit der Antike gegeben hat. Man denke an antike und barocke Figurengedichte (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Dencker 2011&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 583ff).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der visuellen Poesie werden dabei ganz unterschiedliche schriftbildliche Gestaltqualitäten von Texten erzeugt: entweder über die Handschrift, die Schreibmaschinenschrift oder über die Typographie. Eine, aber eben nur eine Möglichkeit unter vielen ist dabei, dass der Text – wie im Fall der gerade erwähnten Figurengedichte – so geschrieben oder gesetzt wird, dass die Gestaltumrisse von raumzeitlichen Gegenständen oder visuellen Symbolen (die in bestimmter Weise mit dem Inhalt des geschriebenen Textes spielerisch korrespondieren) an der Gestalt des Textes selber sichtbar werden Diese Art Texte sind in ihrer buchstäblichen Figürlichkeit dann in derselben Weise als bildhaft-ikonisch aufzufassen wie die figürliche Zeichnung oder die gegenständliche Malerei. Um auch die anderen möglichen visuellen Gestaltungsaspekte von literarischen Texten im allgemeinen – und dann eben in diesem Falle der visuellen Poesie – in den Blick zu bekommen, ist vorgeschlagen worden, begrifflich zwischen dem Gestaltaspekt von Schriften und dem Bildaspekt von Schriften zu differenzieren und von Schriften als Bildern nur dann zu reden, wenn tatsächlich Figuren ikonisch abgebildet werden. &amp;lt;bib id=&#039;Polaschegg 2011&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was sind nun diese anderen – über die Figürlichkeit hinausgehenden –Gestaltungsmöglichkeiten von Texten, die in der visuellen Poesie experimentell und spielerisch genutzt bzw. exemplifiziert werden? Es finden sich Experimente mit der räumlichen Dimension der Schrift – z. B. mit verschiedenen Schriftgrößen oder -farben für Buchstaben oder Wörter – und Experimente mit der räumlichen Positionierung der Buchstaben/Worte auf der Schreibfläche, ihrem konstellativen (Re-)Arrangement auf der Buchseite. Darüber hinaus finden sich Versuche, das Gestische der jeweiligen Schreibhandlung im Geschriebenen als Spur sichtbar zu machen sowie Hybridbildungen aus Schrift und Bild (wie bei den sogenannten „Sprachblättern“ von Carlfriedrich Claus), begrifflich häufig als skripturale Malerei zusammengefasst, bei der die Übergänge zwischen Bild, Ornament und Schrift nicht eindeutig sind, und meistens bewusst an der Schnittstelle von Lesbarkeit/Unlesbarkeit operiert wird. Dabei wird beim Leser/Betrachter ein Spiel von Semantisierung / Desemantisierung / Resemantisierung in Gang gesetzt. Für die Arbeiten der russischen Avantgarde der 1910er und 20er Jahre hat Georg Witte &amp;lt;bib id=&#039;Witte 2005&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt; eine Typologie schriftbildlicher Verfahren entwickelt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konkrete Poesie=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die „konkrete Poesie“ ist eine künstlerische Strömung ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die sich im Anschluss an den Begriff bzw. die Bewegung der „Konkreten Kunst“, vertreten vor allem durch den Schweizer Max Bill, seit den 1950er Jahren den materialen Basiselementen der Poesie in ihren einerseits visuellen und andererseits akustischen Darstellungsmedien zuwendet. Wichtige deutschsprachige Vertreter sind Eugen Gomringer, Franz Mon, Helmut Heißenbüttel, Hansjörg Mayer, Max Bense  und Claus Bremer, international ist der Schwede Öyvind Fahlström zu nennen, der 1953 ein „Manifest für konkrete Poesie“ verfasste und damit auch den Namen prägte, die brasilianische Gruppe Noigandres sowie die Wiener Gruppe um H.C. Artmann.  Die Aufmerksamkeit dieser Autoren gilt den einzelnen Buchstaben, Satzzeichen und Wörtern im Geschriebenen und den Lauten, (bzw. auch dem Klang der Stimme) im Gesprochenen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Visuellen soll dabei die experimentelle graphische Anordnung der Wörter, Buchstaben und/oder Sätze neue „Konstellationen“ und damit auch neue – makrotypographische - Bedeutungsdimensionen eröffnen. Mit dem Begriff der Konstellation greift Gomringer in seiner programmatischen Schrift &amp;quot;vom vers zur konstellation&amp;quot; (1955 erstmals publiziert, im folgenden zitiert nach &amp;lt;bib id=&#039;Gomringer 1997&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) auf einen Begriff Mallarmés zurück und bezeichnet damit „die einfachste gestaltungsmöglichkeit der auf dem wort beruhenden dichtung. [...] sie erlaubt das spiel. sie erlaubt die reihenbildung der wortbegriffe a, b, c und deren mögliche variationen“ (&amp;lt;bib id=&#039;Gomringer 1997&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: 16). Er bezieht sich also auf die Anordnung von verknapptem und syntaktisch unverbundenem Wortmaterial auf der weißen Papierfläche inklusive der Zwischen- und Umgebungsräume. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Kennzeichen der ansonsten als künstlerische Strömung durchaus heterogenen Konkreten Poesie ist die akustische Dimension ihrer Wortkunst: So werden die visuellen Konstellationen von einigen Autoren, etwa von Ernst Jandl, intoniert , wodurch allein durch die Prosodie eine Art Dialog (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Dencker 2011&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: 631) entstehen kann. Die deutschsprachige Strömung der Konkreten Poesie sowie die ihr am nächsten stehende brasilianische Künstlergruppe Noigandres haben durch ihre Programmatik wie keine anderen eine selbstbewusste Identität entwickelt, die bis heute zur Weiterentwicklung visueller Dichtung inspiriert (&amp;lt;bib id=&#039;Drucker 1996&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: 58).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Visuelle Poesie im Computerzeitalter=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kinetische Poesie in vielfältiger Form beweglicher, veränderlicher Buchstaben- oder Wortfolgen, findet sich nicht erst, seit es Computer gibt. Beispiele dafür sind filmische Realisationen, (Neon)Lichtinstallationen, Laufschriften und Projektionen (vgl. Dencker 2011: 104ff). Auch die durch den Computer leicht hervorrufbare Zufallskombinatorik zur Generierung von visueller Poesie findet sich schon in frühen Beispielen textpermutativer Techniken oder technisch analoger Poesie-Automaten (vgl. Dencker 2011: 177ff). Dennoch bietet die heutige Computertechnologie fraglos das weitaus größte Spektrum an medialer Kombinatorik: Durch die neuen Möglichkeiten des Gebrauchs der Schrift in Computerprogrammen bzw. im Internet bieten sich kaum begrenzte Möglichkeiten einer „animierten“ bzw. „operativen“ visuellen Poesie: Schriften/Texte werden nicht nur filmisch in Bewegung versetzt, sondern werden als ausführbare Programme oder Links programmiert. ( z.B. Cramer 2011). Dencker (2011: 265f.) unterscheidet insgesamt elf Typen computergesteuerter kinetischer Poesie, die von ihm chronologisch sortiert eine große Bandbreite umfassen: von ersten, noch linear strukturierten Texten , die am Computer mit zufallsgesteuerten Programmen erstellt wurden über nicht-lineare Hypertexte, Hypermedia, Interaktions- und Kollaborationstexten bis hin zu code-basierten selbstagierenden Texten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Vertreter visueller Poesie=====&lt;br /&gt;
* Pierre Albert-Birot (Frankreich) [http://fr.wikipedia.org/wiki/Pierre_Albert-Birot]&lt;br /&gt;
* H.C. Artmann (Österreich) [http://de.wikipedia.org/wiki/H.C._Artmann]&lt;br /&gt;
* Guillaume Apollinaire (Frankreich) [http://de.wikipedia.org/wiki/Guillaume_Apollinaire]&lt;br /&gt;
* Hugo Ball (D) [http://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_Ball]&lt;br /&gt;
* Josef Bauer (Österreich) [http://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Bauer_%28K%C3%BCnstler%29]&lt;br /&gt;
* Max Bense (Deutschland) [http://de.wikipedia.org/wiki/Max_Bense]&lt;br /&gt;
* Chris Bezzel (D)&lt;br /&gt;
* Claus Bremer (D)&lt;br /&gt;
* Theo Breuer (D)&lt;br /&gt;
* Joan Brossa (Spanien; Katalonien)&lt;br /&gt;
* Giorgio Camastro (D)&lt;br /&gt;
* Carlo Carrá (Italien)&lt;br /&gt;
* Carlfriedrich Claus (DDR)&lt;br /&gt;
* Guillermo Deisler (Chile; DDR)&lt;br /&gt;
* Reinhard Döhl (D)&lt;br /&gt;
* Klaus Peter Dencker (D)&lt;br /&gt;
* Lazar El Lissitzky (Russland)&lt;br /&gt;
* Öyvind Fahlström (Schweden)&lt;br /&gt;
* Brigitta Falkner (Österreich)&lt;br /&gt;
* León Ferrari (Argentinien)&lt;br /&gt;
* Lutz Fleischer (D)&lt;br /&gt;
* Heinz Gappmayr (Österreich)&lt;br /&gt;
* Ilse Garnier (Deutschland, Frankreich)&lt;br /&gt;
* Pierre Garnier (Frankreich)&lt;br /&gt;
* Eugen Gomringer (D)&lt;br /&gt;
* Ferreira Gullar (Brasilien)&lt;br /&gt;
* Raoul Hausmann (Österreich/D)&lt;br /&gt;
* Helmut Heißenbüttel (D)&lt;br /&gt;
* Werner Herbst (Österreich)&lt;br /&gt;
* Christine Huber (Österreich)&lt;br /&gt;
* Ernst Jandl (Österreich)&lt;br /&gt;
* Johannes Jansen (DDR)&lt;br /&gt;
* Gerhard Jaschke (Österreich)&lt;br /&gt;
* Eduardo Kac (Brasilien)&lt;br /&gt;
* Christian Katt (Österreich)&lt;br /&gt;
* Ilse Kilic (Österreich)&lt;br /&gt;
* Boris Konstriktor (Russland)&lt;br /&gt;
* Richard Kostelanetz (USA)&lt;br /&gt;
* Stéphane Mallarmé (Frankreich)&lt;br /&gt;
* Filippo Marinetti (Italien)&lt;br /&gt;
* Décio Pignatari (Brasilien)&lt;br /&gt;
* Alberto Pimenta (Portugal)&lt;br /&gt;
* Karl Riha (D)&lt;br /&gt;
* Rodchenko, Alexander (Russland)&lt;br /&gt;
* Axel Rohlfs (D)&lt;br /&gt;
* Mario Rotter (Österreich)&lt;br /&gt;
* Gerhard Rühm (Österreich)&lt;br /&gt;
* Konrad Balder Schäuffelen (Deutschland)&lt;br /&gt;
* Mira Schendel (Brasilien)&lt;br /&gt;
* Valeri Scherstjanoi (Russland, Deutschland)&lt;br /&gt;
* Kurt Schwitters (Deutschland)&lt;br /&gt;
* Rudolf Sikora (Tschechoslowakei)&lt;br /&gt;
* Christian Steinbacher (Österreich)&lt;br /&gt;
* José Juan Tablada (Mexiko) (1871-1945)&lt;br /&gt;
* Tristan Tzara (Rumänien/Frankreich)&lt;br /&gt;
* Liesl Ujvary (Österreich)&lt;br /&gt;
* Günter Vallaster (Österreich)&lt;br /&gt;
* Jiři Valoch (Tschechoslowakei)&lt;br /&gt;
* Fritz Widhalm (Österreich)&lt;br /&gt;
* Hansjörg Zauner (Österreich)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====optional Beispiele=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Auswirkungen auf andere Begriffe=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Rainer Totzke|Totzke, Rainer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Doris Mosbach|Mosbach, Doris]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Text_als_Bild,_konkrete_Poesie&amp;diff=8087</id>
		<title>Text als Bild, konkrete Poesie</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Text_als_Bild,_konkrete_Poesie&amp;diff=8087"/>
		<updated>2012-02-29T09:27:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* Text als Bild – Visuelle Poesie */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Schriftbildlichkeit]]&lt;br /&gt;
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Unterpunkt zu: [[Schriftbildlichkeit]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Darstellung des gr. Zusammenhangs=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schriftliche Texte haben immer auch eine „Textgestalt“, und als solche wirken sie immer auch bildlich bzw. schriftbildlich in dem Sinne, dass sie nicht nur linear gelesen, sondern auch auf einen Blick in ihrer [[Gestalt]] auf der Fläche angeschaut bzw. erfasst werden. Wolfgang Raible &amp;lt;bib id=&#039;Raible 1991&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt; spricht von der „Semiotik der Textgestalt“ und verweist darauf, dass die Zweidimensionalität der Schreibfläche vielfältig für die Strukturierung von Texten genutzt wird: etwa durch Überschriften, Absätze, Einrückungen, Fußnoten und Endnoten. Andere AutorInnen sprechen allgemeiner von der „Sichtbarkeit der Schrift“ (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Strätling &amp;amp; Witte 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Diese Sichtbarkeit, die Gestalthaftigkeit schriftlicher Texte,  kann in unterschiedlicher Weise gehandhabt und und in verschiedenem Maße reflektiert werden. Dies trifft auch und insbesondere für Texte aus dem Bereich der Literatur zu. Die Sichtbarkeit der Schrift wird in den verschiedenen literarischen Genres unterschiedlich stark ausgebeutet, einige Genres konstituieren sich überhaupt erst als solche über die Textgestalt. &amp;lt;bib id=&#039;Polaschegg 2011&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt; zum Beispiel macht  auf die genuine Schriftbildlichkeit der Lyrik als literarischer Gattung aufmerksam, indem sie gegen die traditionelle Auffassung von der Lyrik als einer akustischen Kunst zur Geltung bringt, dass Gedichte immer schon „auf einen Blick“, das heißt anhand ihrer schriftbildlichen Erscheinung, als solche erkannt werden. So ist es vor allem die durch Zeilenumbrüche markierte Versform, die dem Gedicht seinen unverwechselbaren visuellen Charakter gibt. Lyrik lebt von der spannungsvollen Differenz zwischen simultanem Sehen der Gestalt und der sukzessiven Lektüre,der Schriftzeichen. Auch Witte &amp;lt;bib id=&#039;Witte 2011&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt; verweist auf die visuelle Dimension der Lyrik, die durch die graphisch markierte Versform, das „Versbild“, gekennzeichnet ist. Der Begriff des „Versbildes“ impliziert für ihn dabei die spezifische (schriftbildliche) Sichtbarkeit einer komplexen Form der verbalen Sequentialisierung, die zwischen Sehen und Lesen produktiv zu changieren ermöglicht, und z.B. einzelne Wörter eines Gedichtes über Zeilenumbrüche „erratisiert“, „transgrammatikalisiert“ und diese in ganz neuen Konstellationen wahrnehmbar werden lässt. Jedoch lässt sich auch für literarische Prosa-Texte plausibel machen, dass Texte in ihrer Gestalt, und in diesem Sinne in ihrer (schrift-)bildlichen Dimension wahrgenommen werden und wirken (können) (Giertler 2011).  Auch [[Kalligraphie]] (LINK) und [[Typographie]] (LINK) sind Felder/Praktiken, in denen mit der Sichtbarkeit der Schrift bzw. mit der Textgestalt gearbeitet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Text als Bild – Visuelle Poesie=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ganz besonders intensiver und radikaler und zugleich reflektierter Weise wurde und werden die Sichtbarkeit der Schrift und die Gestalthaftigkeit schriftlicher Texte in den unterschiedlichen Formen visueller Poesie genutzt bzw. ausgestellt. Visuelle Poesie ist in diesem Sinne als ein Sammelbegriff für alle Arten von Dichtung zu verstehen, bei denen die visuelle Präsentation eines Textes ein wesentliches Element der künstlerischen Konzeption darstellt, bei der der Schöpfer/die Schöpferin des Textes also die (schrift-)bildlichen Gestaltqualitäten der Schrift bewusst und intensiv nutzt. Im engeren Sinne verbunden wird der Begriff visuelle Poesie meistens mit experimentellen Arbeiten der literarischen Avantgarden des 20.Jahrhunderts: etwa dem Dadaismus oder dem italienischen und russischen Futurismus in der ersten Jahrhunderthälfte sowie mit der literarischen Strömung der sogenannten „konkreten Poesie“, die sich insbesondere im deutschsprachigen Raum ab den 1950er Jahren formierte, wie aber auch mit der sowjetischen Samisdat-Literatur.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die „visuelle Poesie“ in diesem – mit der Avantgarde-Literatur verknüpften engere Sinne – muss wohl als eine spezifisch europäische Gegenbewegung gegen das ansonsten im europäischen Kulturkreis dominierende Lesbarkeits-Paradigma der Schrift, das mit einer „Sichtbarkeitsvergessenheit“ einhergeht, verstanden werden. Diese Sichtbarkeits- und Materialitätsvergessenheit in Bezug auf die Schrift hat es in außereuropäischen Schriftkulturen in dieser Art vermutlich nie gegeben, da hier z.B. die Kalligraphie eine viel größere Wertschätzung genießt. Darüber hinaus ist zu bemerken, dass es Artefakte visueller Poesie auch in Europa bereits seit der Antike gegeben hat. Man denke an antike und barocke Figurengedichte (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Dencker 2011&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 583ff).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der visuellen Poesie werden dabei ganz unterschiedliche schriftbildliche Gestaltqualitäten von Texten erzeugt: entweder über die Handschrift, die Schreibmaschinenschrift oder über die Typographie. Eine, aber eben nur eine Möglichkeit unter vielen ist dabei, dass der Text – wie im Fall der gerade erwähnten Figurengedichte – so geschrieben oder gesetzt wird, dass die Gestaltumrisse von raumzeitlichen Gegenständen oder visuellen Symbolen (die in bestimmter Weise mit dem Inhalt des geschriebenen Textes spielerisch korrespondieren) an der Gestalt des Textes selber sichtbar werden Diese Art Texte sind in ihrer buchstäblichen Figürlichkeit dann in derselben Weise als bildhaft-ikonisch aufzufassen wie die figürliche Zeichnung oder die gegenständliche Malerei. Um auch die anderen möglichen visuellen Gestaltungsaspekte von literarischen Texten im allgemeinen – und dann eben in diesem Falle der visuellen Poesie – in den Blick zu bekommen, ist vorgeschlagen worden, begrifflich zwischen dem Gestaltaspekt von Schriften und dem Bildaspekt von Schriften zu differenzieren und von Schriften als Bildern nur dann zu reden, wenn tatsächlich Figuren ikonisch abgebildet werden. &amp;lt;bib id=&#039;Polaschegg 2011&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was sind nun diese anderen – über die Figürlichkeit hinausgehenden –Gestaltungsmöglichkeiten von Texten, die in der visuellen Poesie experimentell und spielerisch genutzt bzw. exemplifiziert werden? Es finden sich Experimente mit der räumlichen Dimension der Schrift – z. B. mit verschiedenen Schriftgrößen oder -farben für Buchstaben oder Wörter – und Experimente mit der räumlichen Positionierung der Buchstaben/Worte auf der Schreibfläche, ihrem konstellativen (Re-)Arrangement auf der Buchseite. Darüber hinaus finden sich Versuche, das Gestische der jeweiligen Schreibhandlung im Geschriebenen als Spur sichtbar zu machen sowie Hybridbildungen aus Schrift und Bild (wie bei den sogenannten „Sprachblättern“ von Carlfriedrich Claus), begrifflich häufig als skripturale Malerei zusammengefasst, bei der die Übergänge zwischen Bild, Ornament und Schrift nicht eindeutig sind, und meistens bewusst an der Schnittstelle von Lesbarkeit/Unlesbarkeit operiert wird. Dabei wird beim Leser/Betrachter ein Spiel von Semantisierung / Desemantisierung / Resemantisierung in Gang gesetzt. Für die Arbeiten der russischen Avantgarde der 1910er und 20er Jahre hat Georg Witte &amp;lt;bib id=&#039;Witte 2005&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt; eine Typologie schriftbildlicher Verfahren entwickelt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konkrete Poesie=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die „konkrete Poesie“ ist eine künstlerische Strömung ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die sich im Anschluss an den Begriff bzw. die Bewegung der „Konkreten Kunst“, vertreten vor allem durch den Schweizer Max Bill, seit den 1950er Jahren den materialen Basiselementen der Poesie in ihren einerseits visuellen und andererseits akustischen Darstellungsmedien zuwendet. Wichtige deutschsprachige Vertreter sind Eugen Gomringer, Franz Mon, Helmut Heißenbüttel, Hansjörg Mayer, Max Bense  und Claus Bremer, international ist der Schwede Öyvind Fahlström zu nennen, der 1953 ein „Manifest für konkrete Poesie“ verfasste und damit auch den Namen prägte, die brasilianische Gruppe Noigandres sowie die Wiener Gruppe um H.C. Artmann.  Die Aufmerksamkeit dieser Autoren gilt den einzelnen Buchstaben, Satzzeichen und Wörtern im Geschriebenen und den Lauten, (bzw. auch dem Klang der Stimme) im Gesprochenen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Visuellen soll dabei die experimentelle graphische Anordnung der Wörter, Buchstaben und/oder Sätze neue „Konstellationen“ und damit auch neue – makrotypographische - Bedeutungsdimensionen eröffnen. Mit dem Begriff der Konstellation greift Gomringer in seiner programmatischen Schrift vom vers zur Konstellation (1955) auf einen Begriff Mallarmés zurück und bezeichnet damit „die einfachste gestaltungsmöglichkeit der auf dem wort beruhenden dichtung. [...] sie erlaubt das spiel. sie erlaubt die reihenbildung der wortbegriffe a, b, c und deren mögliche variationen“ (Gomringer 1955=1997: 16). Er bezieht sich also auf die Anordnung von verknapptem und syntaktisch unverbundenem Wortmaterial auf der weißen Papierfläche inklusive der Zwischen- und Umgebungsräume. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Kennzeichen der ansonsten als künstlerische Strömung durchaus heterogenen Konkreten Poesie ist die akustische Dimension ihrer Wortkunst: So werden die visuellen Konstellationen von einigen Autoren, etwa von Ernst Jandl, intoniert , wodurch allein durch die Prosodie eine Art Dialog (vgl. Dencker 2011: 631) entstehen kann. Die deutschsprachige Strömung der Konkreten Poesie sowie die ihr am nächsten stehende brasilianische Künstlergruppe Noigandres haben durch ihre Programmatik wie keine anderen eine selbstbewusste Identität entwickelt, die bis heute zur Weiterentwicklung visueller Dichtung inspiriert (Drucker 1996: 58).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Visuelle Poesie im Computerzeitalter=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kinetische Poesie in vielfältiger Form beweglicher, veränderlicher Buchstaben- oder Wortfolgen, findet sich nicht erst, seit es Computer gibt. Beispiele dafür sind filmische Realisationen, (Neon)Lichtinstallationen, Laufschriften und Projektionen (vgl. Dencker 2011: 104ff). Auch die durch den Computer leicht hervorrufbare Zufallskombinatorik zur Generierung von visueller Poesie findet sich schon in frühen Beispielen textpermutativer Techniken oder technisch analoger Poesie-Automaten (vgl. Dencker 2011: 177ff). Dennoch bietet die heutige Computertechnologie fraglos das weitaus größte Spektrum an medialer Kombinatorik: Durch die neuen Möglichkeiten des Gebrauchs der Schrift in Computerprogrammen bzw. im Internet bieten sich kaum begrenzte Möglichkeiten einer „animierten“ bzw. „operativen“ visuellen Poesie: Schriften/Texte werden nicht nur filmisch in Bewegung versetzt, sondern werden als ausführbare Programme oder Links programmiert. ( z.B. Cramer 2011). Dencker (2011: 265f.) unterscheidet insgesamt elf Typen computergesteuerter kinetischer Poesie, die von ihm chronologisch sortiert eine große Bandbreite umfassen: von ersten, noch linear strukturierten Texten , die am Computer mit zufallsgesteuerten Programmen erstellt wurden über nicht-lineare Hypertexte, Hypermedia, Interaktions- und Kollaborationstexten bis hin zu code-basierten selbstagierenden Texten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Vertreter visueller Poesie=====&lt;br /&gt;
* Pierre Albert-Birot (Frankreich) [http://fr.wikipedia.org/wiki/Pierre_Albert-Birot]&lt;br /&gt;
* H.C. Artmann (Österreich) [http://de.wikipedia.org/wiki/H.C._Artmann]&lt;br /&gt;
* Guillaume Apollinaire (Frankreich) [http://de.wikipedia.org/wiki/Guillaume_Apollinaire]&lt;br /&gt;
* Hugo Ball (D) [http://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_Ball]&lt;br /&gt;
* Josef Bauer (Österreich) [http://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Bauer_%28K%C3%BCnstler%29]&lt;br /&gt;
* Max Bense (Deutschland) [http://de.wikipedia.org/wiki/Max_Bense]&lt;br /&gt;
* Chris Bezzel (D)&lt;br /&gt;
* Claus Bremer (D)&lt;br /&gt;
* Theo Breuer (D)&lt;br /&gt;
* Joan Brossa (Spanien; Katalonien)&lt;br /&gt;
* Giorgio Camastro (D)&lt;br /&gt;
* Carlo Carrá (Italien)&lt;br /&gt;
* Carlfriedrich Claus (DDR)&lt;br /&gt;
* Guillermo Deisler (Chile; DDR)&lt;br /&gt;
* Reinhard Döhl (D)&lt;br /&gt;
* Klaus Peter Dencker (D)&lt;br /&gt;
* Lazar El Lissitzky (Russland)&lt;br /&gt;
* Öyvind Fahlström (Schweden)&lt;br /&gt;
* Brigitta Falkner (Österreich)&lt;br /&gt;
* León Ferrari (Argentinien)&lt;br /&gt;
* Lutz Fleischer (D)&lt;br /&gt;
* Heinz Gappmayr (Österreich)&lt;br /&gt;
* Ilse Garnier (Deutschland, Frankreich)&lt;br /&gt;
* Pierre Garnier (Frankreich)&lt;br /&gt;
* Eugen Gomringer (D)&lt;br /&gt;
* Ferreira Gullar (Brasilien)&lt;br /&gt;
* Raoul Hausmann (Österreich/D)&lt;br /&gt;
* Helmut Heißenbüttel (D)&lt;br /&gt;
* Werner Herbst (Österreich)&lt;br /&gt;
* Christine Huber (Österreich)&lt;br /&gt;
* Ernst Jandl (Österreich)&lt;br /&gt;
* Johannes Jansen (DDR)&lt;br /&gt;
* Gerhard Jaschke (Österreich)&lt;br /&gt;
* Eduardo Kac (Brasilien)&lt;br /&gt;
* Christian Katt (Österreich)&lt;br /&gt;
* Ilse Kilic (Österreich)&lt;br /&gt;
* Boris Konstriktor (Russland)&lt;br /&gt;
* Richard Kostelanetz (USA)&lt;br /&gt;
* Stéphane Mallarmé (Frankreich)&lt;br /&gt;
* Filippo Marinetti (Italien)&lt;br /&gt;
* Décio Pignatari (Brasilien)&lt;br /&gt;
* Alberto Pimenta (Portugal)&lt;br /&gt;
* Karl Riha (D)&lt;br /&gt;
* Rodchenko, Alexander (Russland)&lt;br /&gt;
* Axel Rohlfs (D)&lt;br /&gt;
* Mario Rotter (Österreich)&lt;br /&gt;
* Gerhard Rühm (Österreich)&lt;br /&gt;
* Konrad Balder Schäuffelen (Deutschland)&lt;br /&gt;
* Mira Schendel (Brasilien)&lt;br /&gt;
* Valeri Scherstjanoi (Russland, Deutschland)&lt;br /&gt;
* Kurt Schwitters (Deutschland)&lt;br /&gt;
* Rudolf Sikora (Tschechoslowakei)&lt;br /&gt;
* Christian Steinbacher (Österreich)&lt;br /&gt;
* José Juan Tablada (Mexiko) (1871-1945)&lt;br /&gt;
* Tristan Tzara (Rumänien/Frankreich)&lt;br /&gt;
* Liesl Ujvary (Österreich)&lt;br /&gt;
* Günter Vallaster (Österreich)&lt;br /&gt;
* Jiři Valoch (Tschechoslowakei)&lt;br /&gt;
* Fritz Widhalm (Österreich)&lt;br /&gt;
* Hansjörg Zauner (Österreich)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====optional Beispiele=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Auswirkungen auf andere Begriffe=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Rainer Totzke|Totzke, Rainer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Doris Mosbach|Mosbach, Doris]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Text_als_Bild,_konkrete_Poesie&amp;diff=8085</id>
		<title>Text als Bild, konkrete Poesie</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Text_als_Bild,_konkrete_Poesie&amp;diff=8085"/>
		<updated>2012-02-29T09:15:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* Darstellung des gr. Zusammenhangs */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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=====Darstellung des gr. Zusammenhangs=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schriftliche Texte haben immer auch eine „Textgestalt“, und als solche wirken sie immer auch bildlich bzw. schriftbildlich in dem Sinne, dass sie nicht nur linear gelesen, sondern auch auf einen Blick in ihrer [[Gestalt]] auf der Fläche angeschaut bzw. erfasst werden. Wolfgang Raible &amp;lt;bib id=&#039;Raible 1991&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt; spricht von der „Semiotik der Textgestalt“ und verweist darauf, dass die Zweidimensionalität der Schreibfläche vielfältig für die Strukturierung von Texten genutzt wird: etwa durch Überschriften, Absätze, Einrückungen, Fußnoten und Endnoten. Andere AutorInnen sprechen allgemeiner von der „Sichtbarkeit der Schrift“ (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Strätling &amp;amp; Witte 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Diese Sichtbarkeit, die Gestalthaftigkeit schriftlicher Texte,  kann in unterschiedlicher Weise gehandhabt und und in verschiedenem Maße reflektiert werden. Dies trifft auch und insbesondere für Texte aus dem Bereich der Literatur zu. Die Sichtbarkeit der Schrift wird in den verschiedenen literarischen Genres unterschiedlich stark ausgebeutet, einige Genres konstituieren sich überhaupt erst als solche über die Textgestalt. &amp;lt;bib id=&#039;Polaschegg 2011&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt; zum Beispiel macht  auf die genuine Schriftbildlichkeit der Lyrik als literarischer Gattung aufmerksam, indem sie gegen die traditionelle Auffassung von der Lyrik als einer akustischen Kunst zur Geltung bringt, dass Gedichte immer schon „auf einen Blick“, das heißt anhand ihrer schriftbildlichen Erscheinung, als solche erkannt werden. So ist es vor allem die durch Zeilenumbrüche markierte Versform, die dem Gedicht seinen unverwechselbaren visuellen Charakter gibt. Lyrik lebt von der spannungsvollen Differenz zwischen simultanem Sehen der Gestalt und der sukzessiven Lektüre,der Schriftzeichen. Auch Witte &amp;lt;bib id=&#039;Witte 2011&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt; verweist auf die visuelle Dimension der Lyrik, die durch die graphisch markierte Versform, das „Versbild“, gekennzeichnet ist. Der Begriff des „Versbildes“ impliziert für ihn dabei die spezifische (schriftbildliche) Sichtbarkeit einer komplexen Form der verbalen Sequentialisierung, die zwischen Sehen und Lesen produktiv zu changieren ermöglicht, und z.B. einzelne Wörter eines Gedichtes über Zeilenumbrüche „erratisiert“, „transgrammatikalisiert“ und diese in ganz neuen Konstellationen wahrnehmbar werden lässt. Jedoch lässt sich auch für literarische Prosa-Texte plausibel machen, dass Texte in ihrer Gestalt, und in diesem Sinne in ihrer (schrift-)bildlichen Dimension wahrgenommen werden und wirken (können) (Giertler 2011).  Auch [[Kalligraphie]] (LINK) und [[Typographie]] (LINK) sind Felder/Praktiken, in denen mit der Sichtbarkeit der Schrift bzw. mit der Textgestalt gearbeitet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Text als Bild – Visuelle Poesie=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ganz besonders intensiver und radikaler und zugleich reflektierter Weise wurde und werden die Sichtbarkeit der Schrift und die Gestalthaftigkeit schriftlicher Texte in den unterschiedlichen Formen visueller Poesie genutzt bzw. ausgestellt. Visuelle Poesie ist in diesem Sinne als ein Sammelbegriff für alle Arten von Dichtung zu verstehen, bei denen die visuelle Präsentation eines Textes ein wesentliches Element der künstlerischen Konzeption darstellt, bei der der Schöpfer/die Schöpferin des Textes also die (schrift-)bildlichen Gestaltqualitäten der Schrift bewusst und intensiv nutzt. Im engeren Sinne verbunden wird der Begriff visuelle Poesie meistens mit experimentellen Arbeiten der literarischen Avantgarden des 20.Jahrhunderts: etwa dem Dadaismus oder dem italienischen und russischen Futurismus in der ersten Jahrhunderthälfte sowie mit der literarischen Strömung der sogenannten „konkreten Poesie“, die sich insbesondere im deutschsprachigen Raum ab den 1950er Jahren formierte, wie aber auch mit der sowjetischen Samisdat-Literatur.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die „visuelle Poesie“ in diesem – mit der Avantgarde-Literatur verknüpften engere Sinne – muss wohl als eine spezifisch europäische Gegenbewegung gegen das ansonsten im europäischen Kulturkreis dominierende Lesbarkeits-Paradigma der Schrift, das mit einer „Sichtbarkeitsvergessenheit“ einhergeht, verstanden werden. Diese Sichtbarkeits- und Materialitätsvergessenheit in Bezug auf die Schrift hat es in außereuropäischen Schriftkulturen in dieser Art vermutlich nie gegeben, da hier z.B. die Kalligraphie eine viel größere Wertschätzung genießt. Darüber hinaus ist zu bemerken, dass es Artefakte visueller Poesie auch in Europa bereits seit der Antike gegeben hat. Man denke an antike und barocke Figurengedichte (vgl. Dencker 2011: 583ff).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der visuellen Poesie werden dabei ganz unterschiedliche schriftbildliche Gestaltqualitäten von Texten erzeugt: entweder über die Handschrift, die Schreibmaschinenschrift oder über die Typographie. Eine, aber eben nur eine Möglichkeit unter vielen ist dabei, dass der Text – wie im Fall der gerade erwähnten Figurengedichte – so geschrieben oder gesetzt wird, dass die Gestaltumrisse von raumzeitlichen Gegenständen oder visuellen Symbolen (die in bestimmter Weise mit dem Inhalt des geschriebenen Textes spielerisch korrespondieren) an der Gestalt des Textes selber sichtbar werden Diese Art Texte sind in ihrer buchstäblichen Figürlichkeit dann in derselben Weise als bildhaft-ikonisch aufzufassen wie die figürliche Zeichnung oder die gegenständliche Malerei. Um auch die anderen möglichen visuellen Gestaltungsaspekte von literarischen Texten im allgemeinen – und dann eben in diesem Falle der visuellen Poesie – in den Blick zu bekommen, ist vorgeschlagen worden, begrifflich zwischen dem Gestaltaspekt von Schriften und dem Bildaspekt von Schriften zu differenzieren und von Schriften als Bildern nur dann zu reden, wenn tatsächlich Figuren ikonisch abgebildet werden. (Polaschegg 2011)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was sind nun diese anderen – über die Figürlichkeit hinausgehenden –Gestaltungsmöglichkeiten von Texten, die in der visuellen Poesie experimentell und spielerisch genutzt bzw. exemplifiziert werden? Es finden sich Experimente mit der räumlichen Dimension der Schrift – z. B. mit verschiedenen Schriftgrößen oder -farben für Buchstaben oder Wörter – und Experimente mit der räumlichen Positionierung der Buchstaben/Worte auf der Schreibfläche, ihrem konstellativen (Re-)Arrangement auf der Buchseite. Darüber hinaus finden sich Versuche, das Gestische der jeweiligen Schreibhandlung im Geschriebenen als Spur sichtbar zu machen sowie Hybridbildungen aus Schrift und Bild (wie bei den sogenannten „Sprachblättern“ von Carlfriedrich Claus), begrifflich häufig als skripturale Malerei zusammengefasst, bei der die Übergänge zwischen Bild, Ornament und Schrift nicht eindeutig sind, und meistens bewusst an der Schnittstelle von Lesbarkeit/Unlesbarkeit operiert wird. Dabei wird beim Leser/Betrachter ein Spiel von Semantisierung / Desemantisierung / Resemantisierung in Gang gesetzt. Für die Arbeiten der russischen Avantgarde der 1910er und 20er Jahre hat Georg Witte (2005) eine Typologie schriftbildlicher Verfahren entwickelt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konkrete Poesie=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die „konkrete Poesie“ ist eine künstlerische Strömung ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die sich im Anschluss an den Begriff bzw. die Bewegung der „Konkreten Kunst“, vertreten vor allem durch den Schweizer Max Bill, seit den 1950er Jahren den materialen Basiselementen der Poesie in ihren einerseits visuellen und andererseits akustischen Darstellungsmedien zuwendet. Wichtige deutschsprachige Vertreter sind Eugen Gomringer, Franz Mon, Helmut Heißenbüttel, Hansjörg Mayer, Max Bense  und Claus Bremer, international ist der Schwede Öyvind Fahlström zu nennen, der 1953 ein „Manifest für konkrete Poesie“ verfasste und damit auch den Namen prägte, die brasilianische Gruppe Noigandres sowie die Wiener Gruppe um H.C. Artmann.  Die Aufmerksamkeit dieser Autoren gilt den einzelnen Buchstaben, Satzzeichen und Wörtern im Geschriebenen und den Lauten, (bzw. auch dem Klang der Stimme) im Gesprochenen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Visuellen soll dabei die experimentelle graphische Anordnung der Wörter, Buchstaben und/oder Sätze neue „Konstellationen“ und damit auch neue – makrotypographische - Bedeutungsdimensionen eröffnen. Mit dem Begriff der Konstellation greift Gomringer in seiner programmatischen Schrift vom vers zur Konstellation (1955) auf einen Begriff Mallarmés zurück und bezeichnet damit „die einfachste gestaltungsmöglichkeit der auf dem wort beruhenden dichtung. [...] sie erlaubt das spiel. sie erlaubt die reihenbildung der wortbegriffe a, b, c und deren mögliche variationen“ (Gomringer 1955=1997: 16). Er bezieht sich also auf die Anordnung von verknapptem und syntaktisch unverbundenem Wortmaterial auf der weißen Papierfläche inklusive der Zwischen- und Umgebungsräume. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Kennzeichen der ansonsten als künstlerische Strömung durchaus heterogenen Konkreten Poesie ist die akustische Dimension ihrer Wortkunst: So werden die visuellen Konstellationen von einigen Autoren, etwa von Ernst Jandl, intoniert , wodurch allein durch die Prosodie eine Art Dialog (vgl. Dencker 2011: 631) entstehen kann. Die deutschsprachige Strömung der Konkreten Poesie sowie die ihr am nächsten stehende brasilianische Künstlergruppe Noigandres haben durch ihre Programmatik wie keine anderen eine selbstbewusste Identität entwickelt, die bis heute zur Weiterentwicklung visueller Dichtung inspiriert (Drucker 1996: 58).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Visuelle Poesie im Computerzeitalter=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kinetische Poesie in vielfältiger Form beweglicher, veränderlicher Buchstaben- oder Wortfolgen, findet sich nicht erst, seit es Computer gibt. Beispiele dafür sind filmische Realisationen, (Neon)Lichtinstallationen, Laufschriften und Projektionen (vgl. Dencker 2011: 104ff). Auch die durch den Computer leicht hervorrufbare Zufallskombinatorik zur Generierung von visueller Poesie findet sich schon in frühen Beispielen textpermutativer Techniken oder technisch analoger Poesie-Automaten (vgl. Dencker 2011: 177ff). Dennoch bietet die heutige Computertechnologie fraglos das weitaus größte Spektrum an medialer Kombinatorik: Durch die neuen Möglichkeiten des Gebrauchs der Schrift in Computerprogrammen bzw. im Internet bieten sich kaum begrenzte Möglichkeiten einer „animierten“ bzw. „operativen“ visuellen Poesie: Schriften/Texte werden nicht nur filmisch in Bewegung versetzt, sondern werden als ausführbare Programme oder Links programmiert. ( z.B. Cramer 2011). Dencker (2011: 265f.) unterscheidet insgesamt elf Typen computergesteuerter kinetischer Poesie, die von ihm chronologisch sortiert eine große Bandbreite umfassen: von ersten, noch linear strukturierten Texten , die am Computer mit zufallsgesteuerten Programmen erstellt wurden über nicht-lineare Hypertexte, Hypermedia, Interaktions- und Kollaborationstexten bis hin zu code-basierten selbstagierenden Texten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Vertreter visueller Poesie=====&lt;br /&gt;
* Pierre Albert-Birot (Frankreich) [http://fr.wikipedia.org/wiki/Pierre_Albert-Birot]&lt;br /&gt;
* H.C. Artmann (Österreich) [http://de.wikipedia.org/wiki/H.C._Artmann]&lt;br /&gt;
* Guillaume Apollinaire (Frankreich) [http://de.wikipedia.org/wiki/Guillaume_Apollinaire]&lt;br /&gt;
* Hugo Ball (D) [http://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_Ball]&lt;br /&gt;
* Josef Bauer (Österreich) [http://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Bauer_%28K%C3%BCnstler%29]&lt;br /&gt;
* Max Bense (Deutschland) [http://de.wikipedia.org/wiki/Max_Bense]&lt;br /&gt;
* Chris Bezzel (D)&lt;br /&gt;
* Claus Bremer (D)&lt;br /&gt;
* Theo Breuer (D)&lt;br /&gt;
* Joan Brossa (Spanien; Katalonien)&lt;br /&gt;
* Giorgio Camastro (D)&lt;br /&gt;
* Carlo Carrá (Italien)&lt;br /&gt;
* Carlfriedrich Claus (DDR)&lt;br /&gt;
* Guillermo Deisler (Chile; DDR)&lt;br /&gt;
* Reinhard Döhl (D)&lt;br /&gt;
* Klaus Peter Dencker (D)&lt;br /&gt;
* Lazar El Lissitzky (Russland)&lt;br /&gt;
* Öyvind Fahlström (Schweden)&lt;br /&gt;
* Brigitta Falkner (Österreich)&lt;br /&gt;
* León Ferrari (Argentinien)&lt;br /&gt;
* Lutz Fleischer (D)&lt;br /&gt;
* Heinz Gappmayr (Österreich)&lt;br /&gt;
* Ilse Garnier (Deutschland, Frankreich)&lt;br /&gt;
* Pierre Garnier (Frankreich)&lt;br /&gt;
* Eugen Gomringer (D)&lt;br /&gt;
* Ferreira Gullar (Brasilien)&lt;br /&gt;
* Raoul Hausmann (Österreich/D)&lt;br /&gt;
* Helmut Heißenbüttel (D)&lt;br /&gt;
* Werner Herbst (Österreich)&lt;br /&gt;
* Christine Huber (Österreich)&lt;br /&gt;
* Ernst Jandl (Österreich)&lt;br /&gt;
* Johannes Jansen (DDR)&lt;br /&gt;
* Gerhard Jaschke (Österreich)&lt;br /&gt;
* Eduardo Kac (Brasilien)&lt;br /&gt;
* Christian Katt (Österreich)&lt;br /&gt;
* Ilse Kilic (Österreich)&lt;br /&gt;
* Boris Konstriktor (Russland)&lt;br /&gt;
* Richard Kostelanetz (USA)&lt;br /&gt;
* Stéphane Mallarmé (Frankreich)&lt;br /&gt;
* Filippo Marinetti (Italien)&lt;br /&gt;
* Décio Pignatari (Brasilien)&lt;br /&gt;
* Alberto Pimenta (Portugal)&lt;br /&gt;
* Karl Riha (D)&lt;br /&gt;
* Rodchenko, Alexander (Russland)&lt;br /&gt;
* Axel Rohlfs (D)&lt;br /&gt;
* Mario Rotter (Österreich)&lt;br /&gt;
* Gerhard Rühm (Österreich)&lt;br /&gt;
* Konrad Balder Schäuffelen (Deutschland)&lt;br /&gt;
* Mira Schendel (Brasilien)&lt;br /&gt;
* Valeri Scherstjanoi (Russland, Deutschland)&lt;br /&gt;
* Kurt Schwitters (Deutschland)&lt;br /&gt;
* Rudolf Sikora (Tschechoslowakei)&lt;br /&gt;
* Christian Steinbacher (Österreich)&lt;br /&gt;
* José Juan Tablada (Mexiko) (1871-1945)&lt;br /&gt;
* Tristan Tzara (Rumänien/Frankreich)&lt;br /&gt;
* Liesl Ujvary (Österreich)&lt;br /&gt;
* Günter Vallaster (Österreich)&lt;br /&gt;
* Jiři Valoch (Tschechoslowakei)&lt;br /&gt;
* Fritz Widhalm (Österreich)&lt;br /&gt;
* Hansjörg Zauner (Österreich)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====optional Beispiele=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Auswirkungen auf andere Begriffe=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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[[Benutzer:Rainer Totzke|Totzke, Rainer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Doris Mosbach|Mosbach, Doris]]&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Text_als_Bild,_konkrete_Poesie&amp;diff=8083</id>
		<title>Text als Bild, konkrete Poesie</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Text_als_Bild,_konkrete_Poesie&amp;diff=8083"/>
		<updated>2012-02-29T08:58:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* Darstellung des gr. Zusammenhangs */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schriftbildlichkeit]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Schriftbildlichkeit]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Darstellung des gr. Zusammenhangs=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schriftliche Texte haben immer auch eine „Textgestalt“, und als solche wirken sie immer auch bildlich bzw. schriftbildlich in dem Sinne, dass sie nicht nur linear gelesen, sondern auch auf einen Blick in ihrer [[Gestalt]] auf der Fläche angeschaut bzw. erfasst werden. Wolfgang Raible &amp;lt;bib id=&#039;Raible 1991&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt; spricht von der „Semiotik der Textgestalt“ und verweist darauf, dass die Zweidimensionalität der Schreibfläche vielfältig für die Strukturierung von Texten genutzt wird: etwa durch Überschriften, Absätze, Einrückungen, Fußnoten und Endnoten. Andere AutorInnen sprechen allgemeiner von der „Sichtbarkeit der Schrift“ (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Strätling &amp;amp; Witte 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Diese Sichtbarkeit, die Gestalthaftigkeit schriftlicher Texte,  kann in unterschiedlicher Weise gehandhabt und und in verschiedenem Maße reflektiert werden. Dies trifft auch und insbesondere für Texte aus dem Bereich der Literatur zu. Die Sichtbarkeit der Schrift wird in den verschiedenen literarischen Genres unterschiedlich stark ausgebeutet, einige Genres konstituieren sich überhaupt erst als solche über die Textgestalt. Polaschegg (2011) zum Beispiel macht  auf die genuine Schriftbildlichkeit der Lyrik als literarischer Gattung aufmerksam, indem sie gegen die traditionelle Auffassung von der Lyrik als einer akustischen Kunst zur Geltung bringt, dass Gedichte immer schon „auf einen Blick“, das heißt anhand ihrer schriftbildlichen Erscheinung, als solche erkannt werden. So ist es vor allem die durch Zeilenumbrüche markierte Versform, die dem Gedicht seinen unverwechselbaren visuellen Charakter gibt. Lyrik lebt von der spannungsvollen Differenz zwischen simultanem Sehen der Gestalt und der sukzessiven Lektüre,der Schriftzeichen. Auch Witte (2011) verweist auf die visuelle Dimension der Lyrik, die durch die graphisch markierte Versform, das „Versbild“, gekennzeichnet ist. Der Begriff des „Versbildes“ impliziert für ihn dabei die spezifische (schriftbildliche) Sichtbarkeit einer komplexen Form der verbalen Sequentialisierung, die zwischen Sehen und Lesen produktiv zu changieren ermöglicht, und z.B. einzelne Wörter eines Gedichtes über Zeilenumbrüche „erratisiert“, „transgrammatikalisiert“ und diese in ganz neuen Konstellationen wahrnehmbar werden lässt. Jedoch lässt sich auch für literarische Prosa-Texte plausibel machen, dass Texte in ihrer Gestalt, und in diesem Sinne in ihrer (schrift-)bildlichen Dimension wahrgenommen werden und wirken (können) (Giertler 2011).  Auch [[Kalligraphie]] (LINK) und [[Typographie]] (LINK) sind Felder/Praktiken, in denen mit der Sichtbarkeit der Schrift bzw. mit der Textgestalt gearbeitet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Text als Bild – Visuelle Poesie=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ganz besonders intensiver und radikaler und zugleich reflektierter Weise wurde und werden die Sichtbarkeit der Schrift und die Gestalthaftigkeit schriftlicher Texte in den unterschiedlichen Formen visueller Poesie genutzt bzw. ausgestellt. Visuelle Poesie ist in diesem Sinne als ein Sammelbegriff für alle Arten von Dichtung zu verstehen, bei denen die visuelle Präsentation eines Textes ein wesentliches Element der künstlerischen Konzeption darstellt, bei der der Schöpfer/die Schöpferin des Textes also die (schrift-)bildlichen Gestaltqualitäten der Schrift bewusst und intensiv nutzt. Im engeren Sinne verbunden wird der Begriff visuelle Poesie meistens mit experimentellen Arbeiten der literarischen Avantgarden des 20.Jahrhunderts: etwa dem Dadaismus oder dem italienischen und russischen Futurismus in der ersten Jahrhunderthälfte sowie mit der literarischen Strömung der sogenannten „konkreten Poesie“, die sich insbesondere im deutschsprachigen Raum ab den 1950er Jahren formierte, wie aber auch mit der sowjetischen Samisdat-Literatur.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die „visuelle Poesie“ in diesem – mit der Avantgarde-Literatur verknüpften engere Sinne – muss wohl als eine spezifisch europäische Gegenbewegung gegen das ansonsten im europäischen Kulturkreis dominierende Lesbarkeits-Paradigma der Schrift, das mit einer „Sichtbarkeitsvergessenheit“ einhergeht, verstanden werden. Diese Sichtbarkeits- und Materialitätsvergessenheit in Bezug auf die Schrift hat es in außereuropäischen Schriftkulturen in dieser Art vermutlich nie gegeben, da hier z.B. die Kalligraphie eine viel größere Wertschätzung genießt. Darüber hinaus ist zu bemerken, dass es Artefakte visueller Poesie auch in Europa bereits seit der Antike gegeben hat. Man denke an antike und barocke Figurengedichte (vgl. Dencker 2011: 583ff).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der visuellen Poesie werden dabei ganz unterschiedliche schriftbildliche Gestaltqualitäten von Texten erzeugt: entweder über die Handschrift, die Schreibmaschinenschrift oder über die Typographie. Eine, aber eben nur eine Möglichkeit unter vielen ist dabei, dass der Text – wie im Fall der gerade erwähnten Figurengedichte – so geschrieben oder gesetzt wird, dass die Gestaltumrisse von raumzeitlichen Gegenständen oder visuellen Symbolen (die in bestimmter Weise mit dem Inhalt des geschriebenen Textes spielerisch korrespondieren) an der Gestalt des Textes selber sichtbar werden Diese Art Texte sind in ihrer buchstäblichen Figürlichkeit dann in derselben Weise als bildhaft-ikonisch aufzufassen wie die figürliche Zeichnung oder die gegenständliche Malerei. Um auch die anderen möglichen visuellen Gestaltungsaspekte von literarischen Texten im allgemeinen – und dann eben in diesem Falle der visuellen Poesie – in den Blick zu bekommen, ist vorgeschlagen worden, begrifflich zwischen dem Gestaltaspekt von Schriften und dem Bildaspekt von Schriften zu differenzieren und von Schriften als Bildern nur dann zu reden, wenn tatsächlich Figuren ikonisch abgebildet werden. (Polaschegg 2011)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was sind nun diese anderen – über die Figürlichkeit hinausgehenden –Gestaltungsmöglichkeiten von Texten, die in der visuellen Poesie experimentell und spielerisch genutzt bzw. exemplifiziert werden? Es finden sich Experimente mit der räumlichen Dimension der Schrift – z. B. mit verschiedenen Schriftgrößen oder -farben für Buchstaben oder Wörter – und Experimente mit der räumlichen Positionierung der Buchstaben/Worte auf der Schreibfläche, ihrem konstellativen (Re-)Arrangement auf der Buchseite. Darüber hinaus finden sich Versuche, das Gestische der jeweiligen Schreibhandlung im Geschriebenen als Spur sichtbar zu machen sowie Hybridbildungen aus Schrift und Bild (wie bei den sogenannten „Sprachblättern“ von Carlfriedrich Claus), begrifflich häufig als skripturale Malerei zusammengefasst, bei der die Übergänge zwischen Bild, Ornament und Schrift nicht eindeutig sind, und meistens bewusst an der Schnittstelle von Lesbarkeit/Unlesbarkeit operiert wird. Dabei wird beim Leser/Betrachter ein Spiel von Semantisierung / Desemantisierung / Resemantisierung in Gang gesetzt. Für die Arbeiten der russischen Avantgarde der 1910er und 20er Jahre hat Georg Witte (2005) eine Typologie schriftbildlicher Verfahren entwickelt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konkrete Poesie=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die „konkrete Poesie“ ist eine künstlerische Strömung ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die sich im Anschluss an den Begriff bzw. die Bewegung der „Konkreten Kunst“, vertreten vor allem durch den Schweizer Max Bill, seit den 1950er Jahren den materialen Basiselementen der Poesie in ihren einerseits visuellen und andererseits akustischen Darstellungsmedien zuwendet. Wichtige deutschsprachige Vertreter sind Eugen Gomringer, Franz Mon, Helmut Heißenbüttel, Hansjörg Mayer, Max Bense  und Claus Bremer, international ist der Schwede Öyvind Fahlström zu nennen, der 1953 ein „Manifest für konkrete Poesie“ verfasste und damit auch den Namen prägte, die brasilianische Gruppe Noigandres sowie die Wiener Gruppe um H.C. Artmann.  Die Aufmerksamkeit dieser Autoren gilt den einzelnen Buchstaben, Satzzeichen und Wörtern im Geschriebenen und den Lauten, (bzw. auch dem Klang der Stimme) im Gesprochenen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Visuellen soll dabei die experimentelle graphische Anordnung der Wörter, Buchstaben und/oder Sätze neue „Konstellationen“ und damit auch neue – makrotypographische - Bedeutungsdimensionen eröffnen. Mit dem Begriff der Konstellation greift Gomringer in seiner programmatischen Schrift vom vers zur Konstellation (1955) auf einen Begriff Mallarmés zurück und bezeichnet damit „die einfachste gestaltungsmöglichkeit der auf dem wort beruhenden dichtung. [...] sie erlaubt das spiel. sie erlaubt die reihenbildung der wortbegriffe a, b, c und deren mögliche variationen“ (Gomringer 1955=1997: 16). Er bezieht sich also auf die Anordnung von verknapptem und syntaktisch unverbundenem Wortmaterial auf der weißen Papierfläche inklusive der Zwischen- und Umgebungsräume. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Kennzeichen der ansonsten als künstlerische Strömung durchaus heterogenen Konkreten Poesie ist die akustische Dimension ihrer Wortkunst: So werden die visuellen Konstellationen von einigen Autoren, etwa von Ernst Jandl, intoniert , wodurch allein durch die Prosodie eine Art Dialog (vgl. Dencker 2011: 631) entstehen kann. Die deutschsprachige Strömung der Konkreten Poesie sowie die ihr am nächsten stehende brasilianische Künstlergruppe Noigandres haben durch ihre Programmatik wie keine anderen eine selbstbewusste Identität entwickelt, die bis heute zur Weiterentwicklung visueller Dichtung inspiriert (Drucker 1996: 58).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Visuelle Poesie im Computerzeitalter=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kinetische Poesie in vielfältiger Form beweglicher, veränderlicher Buchstaben- oder Wortfolgen, findet sich nicht erst, seit es Computer gibt. Beispiele dafür sind filmische Realisationen, (Neon)Lichtinstallationen, Laufschriften und Projektionen (vgl. Dencker 2011: 104ff). Auch die durch den Computer leicht hervorrufbare Zufallskombinatorik zur Generierung von visueller Poesie findet sich schon in frühen Beispielen textpermutativer Techniken oder technisch analoger Poesie-Automaten (vgl. Dencker 2011: 177ff). Dennoch bietet die heutige Computertechnologie fraglos das weitaus größte Spektrum an medialer Kombinatorik: Durch die neuen Möglichkeiten des Gebrauchs der Schrift in Computerprogrammen bzw. im Internet bieten sich kaum begrenzte Möglichkeiten einer „animierten“ bzw. „operativen“ visuellen Poesie: Schriften/Texte werden nicht nur filmisch in Bewegung versetzt, sondern werden als ausführbare Programme oder Links programmiert. ( z.B. Cramer 2011). Dencker (2011: 265f.) unterscheidet insgesamt elf Typen computergesteuerter kinetischer Poesie, die von ihm chronologisch sortiert eine große Bandbreite umfassen: von ersten, noch linear strukturierten Texten , die am Computer mit zufallsgesteuerten Programmen erstellt wurden über nicht-lineare Hypertexte, Hypermedia, Interaktions- und Kollaborationstexten bis hin zu code-basierten selbstagierenden Texten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Vertreter visueller Poesie=====&lt;br /&gt;
* Pierre Albert-Birot (Frankreich) [http://fr.wikipedia.org/wiki/Pierre_Albert-Birot]&lt;br /&gt;
* H.C. Artmann (Österreich) [http://de.wikipedia.org/wiki/H.C._Artmann]&lt;br /&gt;
* Guillaume Apollinaire (Frankreich) [http://de.wikipedia.org/wiki/Guillaume_Apollinaire]&lt;br /&gt;
* Hugo Ball (D) [http://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_Ball]&lt;br /&gt;
* Josef Bauer (Österreich) [http://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Bauer_%28K%C3%BCnstler%29]&lt;br /&gt;
* Max Bense (Deutschland) [http://de.wikipedia.org/wiki/Max_Bense]&lt;br /&gt;
* Chris Bezzel (D)&lt;br /&gt;
* Claus Bremer (D)&lt;br /&gt;
* Theo Breuer (D)&lt;br /&gt;
* Joan Brossa (Spanien; Katalonien)&lt;br /&gt;
* Giorgio Camastro (D)&lt;br /&gt;
* Carlo Carrá (Italien)&lt;br /&gt;
* Carlfriedrich Claus (DDR)&lt;br /&gt;
* Guillermo Deisler (Chile; DDR)&lt;br /&gt;
* Reinhard Döhl (D)&lt;br /&gt;
* Klaus Peter Dencker (D)&lt;br /&gt;
* Lazar El Lissitzky (Russland)&lt;br /&gt;
* Öyvind Fahlström (Schweden)&lt;br /&gt;
* Brigitta Falkner (Österreich)&lt;br /&gt;
* León Ferrari (Argentinien)&lt;br /&gt;
* Lutz Fleischer (D)&lt;br /&gt;
* Heinz Gappmayr (Österreich)&lt;br /&gt;
* Ilse Garnier (Deutschland, Frankreich)&lt;br /&gt;
* Pierre Garnier (Frankreich)&lt;br /&gt;
* Eugen Gomringer (D)&lt;br /&gt;
* Ferreira Gullar (Brasilien)&lt;br /&gt;
* Raoul Hausmann (Österreich/D)&lt;br /&gt;
* Helmut Heißenbüttel (D)&lt;br /&gt;
* Werner Herbst (Österreich)&lt;br /&gt;
* Christine Huber (Österreich)&lt;br /&gt;
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* Johannes Jansen (DDR)&lt;br /&gt;
* Gerhard Jaschke (Österreich)&lt;br /&gt;
* Eduardo Kac (Brasilien)&lt;br /&gt;
* Christian Katt (Österreich)&lt;br /&gt;
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* Boris Konstriktor (Russland)&lt;br /&gt;
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* Stéphane Mallarmé (Frankreich)&lt;br /&gt;
* Filippo Marinetti (Italien)&lt;br /&gt;
* Décio Pignatari (Brasilien)&lt;br /&gt;
* Alberto Pimenta (Portugal)&lt;br /&gt;
* Karl Riha (D)&lt;br /&gt;
* Rodchenko, Alexander (Russland)&lt;br /&gt;
* Axel Rohlfs (D)&lt;br /&gt;
* Mario Rotter (Österreich)&lt;br /&gt;
* Gerhard Rühm (Österreich)&lt;br /&gt;
* Konrad Balder Schäuffelen (Deutschland)&lt;br /&gt;
* Mira Schendel (Brasilien)&lt;br /&gt;
* Valeri Scherstjanoi (Russland, Deutschland)&lt;br /&gt;
* Kurt Schwitters (Deutschland)&lt;br /&gt;
* Rudolf Sikora (Tschechoslowakei)&lt;br /&gt;
* Christian Steinbacher (Österreich)&lt;br /&gt;
* José Juan Tablada (Mexiko) (1871-1945)&lt;br /&gt;
* Tristan Tzara (Rumänien/Frankreich)&lt;br /&gt;
* Liesl Ujvary (Österreich)&lt;br /&gt;
* Günter Vallaster (Österreich)&lt;br /&gt;
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* Fritz Widhalm (Österreich)&lt;br /&gt;
* Hansjörg Zauner (Österreich)&lt;br /&gt;
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=====optional Beispiele=====&lt;br /&gt;
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		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Text_als_Bild,_konkrete_Poesie&amp;diff=8082</id>
		<title>Text als Bild, konkrete Poesie</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Text_als_Bild,_konkrete_Poesie&amp;diff=8082"/>
		<updated>2012-02-29T08:57:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* Darstellung des gr. Zusammenhangs */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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=====Darstellung des gr. Zusammenhangs=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schriftliche Texte haben immer auch eine „Textgestalt“, und als solche wirken sie immer auch bildlich bzw. schriftbildlich in dem Sinne, dass sie nicht nur linear gelesen, sondern auch auf einen Blick in ihrer [[Gestalt]] auf der Fläche angeschaut bzw. erfasst werden. Wolfgang Raible &amp;lt;bib id=&#039;Raible 1991a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt; spricht von der „Semiotik der Textgestalt“ und verweist darauf, dass die Zweidimensionalität der Schreibfläche vielfältig für die Strukturierung von Texten genutzt wird: etwa durch Überschriften, Absätze, Einrückungen, Fußnoten und Endnoten. Andere AutorInnen sprechen allgemeiner von der „Sichtbarkeit der Schrift“ (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Strätling &amp;amp; Witte 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Diese Sichtbarkeit, die Gestalthaftigkeit schriftlicher Texte,  kann in unterschiedlicher Weise gehandhabt und und in verschiedenem Maße reflektiert werden. Dies trifft auch und insbesondere für Texte aus dem Bereich der Literatur zu. Die Sichtbarkeit der Schrift wird in den verschiedenen literarischen Genres unterschiedlich stark ausgebeutet, einige Genres konstituieren sich überhaupt erst als solche über die Textgestalt. Polaschegg (2011) zum Beispiel macht  auf die genuine Schriftbildlichkeit der Lyrik als literarischer Gattung aufmerksam, indem sie gegen die traditionelle Auffassung von der Lyrik als einer akustischen Kunst zur Geltung bringt, dass Gedichte immer schon „auf einen Blick“, das heißt anhand ihrer schriftbildlichen Erscheinung, als solche erkannt werden. So ist es vor allem die durch Zeilenumbrüche markierte Versform, die dem Gedicht seinen unverwechselbaren visuellen Charakter gibt. Lyrik lebt von der spannungsvollen Differenz zwischen simultanem Sehen der Gestalt und der sukzessiven Lektüre,der Schriftzeichen. Auch Witte (2011) verweist auf die visuelle Dimension der Lyrik, die durch die graphisch markierte Versform, das „Versbild“, gekennzeichnet ist. Der Begriff des „Versbildes“ impliziert für ihn dabei die spezifische (schriftbildliche) Sichtbarkeit einer komplexen Form der verbalen Sequentialisierung, die zwischen Sehen und Lesen produktiv zu changieren ermöglicht, und z.B. einzelne Wörter eines Gedichtes über Zeilenumbrüche „erratisiert“, „transgrammatikalisiert“ und diese in ganz neuen Konstellationen wahrnehmbar werden lässt. Jedoch lässt sich auch für literarische Prosa-Texte plausibel machen, dass Texte in ihrer Gestalt, und in diesem Sinne in ihrer (schrift-)bildlichen Dimension wahrgenommen werden und wirken (können) (Giertler 2011).  Auch [[Kalligraphie]] (LINK) und [[Typographie]] (LINK) sind Felder/Praktiken, in denen mit der Sichtbarkeit der Schrift bzw. mit der Textgestalt gearbeitet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Text als Bild – Visuelle Poesie=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ganz besonders intensiver und radikaler und zugleich reflektierter Weise wurde und werden die Sichtbarkeit der Schrift und die Gestalthaftigkeit schriftlicher Texte in den unterschiedlichen Formen visueller Poesie genutzt bzw. ausgestellt. Visuelle Poesie ist in diesem Sinne als ein Sammelbegriff für alle Arten von Dichtung zu verstehen, bei denen die visuelle Präsentation eines Textes ein wesentliches Element der künstlerischen Konzeption darstellt, bei der der Schöpfer/die Schöpferin des Textes also die (schrift-)bildlichen Gestaltqualitäten der Schrift bewusst und intensiv nutzt. Im engeren Sinne verbunden wird der Begriff visuelle Poesie meistens mit experimentellen Arbeiten der literarischen Avantgarden des 20.Jahrhunderts: etwa dem Dadaismus oder dem italienischen und russischen Futurismus in der ersten Jahrhunderthälfte sowie mit der literarischen Strömung der sogenannten „konkreten Poesie“, die sich insbesondere im deutschsprachigen Raum ab den 1950er Jahren formierte, wie aber auch mit der sowjetischen Samisdat-Literatur.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die „visuelle Poesie“ in diesem – mit der Avantgarde-Literatur verknüpften engere Sinne – muss wohl als eine spezifisch europäische Gegenbewegung gegen das ansonsten im europäischen Kulturkreis dominierende Lesbarkeits-Paradigma der Schrift, das mit einer „Sichtbarkeitsvergessenheit“ einhergeht, verstanden werden. Diese Sichtbarkeits- und Materialitätsvergessenheit in Bezug auf die Schrift hat es in außereuropäischen Schriftkulturen in dieser Art vermutlich nie gegeben, da hier z.B. die Kalligraphie eine viel größere Wertschätzung genießt. Darüber hinaus ist zu bemerken, dass es Artefakte visueller Poesie auch in Europa bereits seit der Antike gegeben hat. Man denke an antike und barocke Figurengedichte (vgl. Dencker 2011: 583ff).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der visuellen Poesie werden dabei ganz unterschiedliche schriftbildliche Gestaltqualitäten von Texten erzeugt: entweder über die Handschrift, die Schreibmaschinenschrift oder über die Typographie. Eine, aber eben nur eine Möglichkeit unter vielen ist dabei, dass der Text – wie im Fall der gerade erwähnten Figurengedichte – so geschrieben oder gesetzt wird, dass die Gestaltumrisse von raumzeitlichen Gegenständen oder visuellen Symbolen (die in bestimmter Weise mit dem Inhalt des geschriebenen Textes spielerisch korrespondieren) an der Gestalt des Textes selber sichtbar werden Diese Art Texte sind in ihrer buchstäblichen Figürlichkeit dann in derselben Weise als bildhaft-ikonisch aufzufassen wie die figürliche Zeichnung oder die gegenständliche Malerei. Um auch die anderen möglichen visuellen Gestaltungsaspekte von literarischen Texten im allgemeinen – und dann eben in diesem Falle der visuellen Poesie – in den Blick zu bekommen, ist vorgeschlagen worden, begrifflich zwischen dem Gestaltaspekt von Schriften und dem Bildaspekt von Schriften zu differenzieren und von Schriften als Bildern nur dann zu reden, wenn tatsächlich Figuren ikonisch abgebildet werden. (Polaschegg 2011)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was sind nun diese anderen – über die Figürlichkeit hinausgehenden –Gestaltungsmöglichkeiten von Texten, die in der visuellen Poesie experimentell und spielerisch genutzt bzw. exemplifiziert werden? Es finden sich Experimente mit der räumlichen Dimension der Schrift – z. B. mit verschiedenen Schriftgrößen oder -farben für Buchstaben oder Wörter – und Experimente mit der räumlichen Positionierung der Buchstaben/Worte auf der Schreibfläche, ihrem konstellativen (Re-)Arrangement auf der Buchseite. Darüber hinaus finden sich Versuche, das Gestische der jeweiligen Schreibhandlung im Geschriebenen als Spur sichtbar zu machen sowie Hybridbildungen aus Schrift und Bild (wie bei den sogenannten „Sprachblättern“ von Carlfriedrich Claus), begrifflich häufig als skripturale Malerei zusammengefasst, bei der die Übergänge zwischen Bild, Ornament und Schrift nicht eindeutig sind, und meistens bewusst an der Schnittstelle von Lesbarkeit/Unlesbarkeit operiert wird. Dabei wird beim Leser/Betrachter ein Spiel von Semantisierung / Desemantisierung / Resemantisierung in Gang gesetzt. Für die Arbeiten der russischen Avantgarde der 1910er und 20er Jahre hat Georg Witte (2005) eine Typologie schriftbildlicher Verfahren entwickelt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konkrete Poesie=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die „konkrete Poesie“ ist eine künstlerische Strömung ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die sich im Anschluss an den Begriff bzw. die Bewegung der „Konkreten Kunst“, vertreten vor allem durch den Schweizer Max Bill, seit den 1950er Jahren den materialen Basiselementen der Poesie in ihren einerseits visuellen und andererseits akustischen Darstellungsmedien zuwendet. Wichtige deutschsprachige Vertreter sind Eugen Gomringer, Franz Mon, Helmut Heißenbüttel, Hansjörg Mayer, Max Bense  und Claus Bremer, international ist der Schwede Öyvind Fahlström zu nennen, der 1953 ein „Manifest für konkrete Poesie“ verfasste und damit auch den Namen prägte, die brasilianische Gruppe Noigandres sowie die Wiener Gruppe um H.C. Artmann.  Die Aufmerksamkeit dieser Autoren gilt den einzelnen Buchstaben, Satzzeichen und Wörtern im Geschriebenen und den Lauten, (bzw. auch dem Klang der Stimme) im Gesprochenen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Visuellen soll dabei die experimentelle graphische Anordnung der Wörter, Buchstaben und/oder Sätze neue „Konstellationen“ und damit auch neue – makrotypographische - Bedeutungsdimensionen eröffnen. Mit dem Begriff der Konstellation greift Gomringer in seiner programmatischen Schrift vom vers zur Konstellation (1955) auf einen Begriff Mallarmés zurück und bezeichnet damit „die einfachste gestaltungsmöglichkeit der auf dem wort beruhenden dichtung. [...] sie erlaubt das spiel. sie erlaubt die reihenbildung der wortbegriffe a, b, c und deren mögliche variationen“ (Gomringer 1955=1997: 16). Er bezieht sich also auf die Anordnung von verknapptem und syntaktisch unverbundenem Wortmaterial auf der weißen Papierfläche inklusive der Zwischen- und Umgebungsräume. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Kennzeichen der ansonsten als künstlerische Strömung durchaus heterogenen Konkreten Poesie ist die akustische Dimension ihrer Wortkunst: So werden die visuellen Konstellationen von einigen Autoren, etwa von Ernst Jandl, intoniert , wodurch allein durch die Prosodie eine Art Dialog (vgl. Dencker 2011: 631) entstehen kann. Die deutschsprachige Strömung der Konkreten Poesie sowie die ihr am nächsten stehende brasilianische Künstlergruppe Noigandres haben durch ihre Programmatik wie keine anderen eine selbstbewusste Identität entwickelt, die bis heute zur Weiterentwicklung visueller Dichtung inspiriert (Drucker 1996: 58).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Visuelle Poesie im Computerzeitalter=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kinetische Poesie in vielfältiger Form beweglicher, veränderlicher Buchstaben- oder Wortfolgen, findet sich nicht erst, seit es Computer gibt. Beispiele dafür sind filmische Realisationen, (Neon)Lichtinstallationen, Laufschriften und Projektionen (vgl. Dencker 2011: 104ff). Auch die durch den Computer leicht hervorrufbare Zufallskombinatorik zur Generierung von visueller Poesie findet sich schon in frühen Beispielen textpermutativer Techniken oder technisch analoger Poesie-Automaten (vgl. Dencker 2011: 177ff). Dennoch bietet die heutige Computertechnologie fraglos das weitaus größte Spektrum an medialer Kombinatorik: Durch die neuen Möglichkeiten des Gebrauchs der Schrift in Computerprogrammen bzw. im Internet bieten sich kaum begrenzte Möglichkeiten einer „animierten“ bzw. „operativen“ visuellen Poesie: Schriften/Texte werden nicht nur filmisch in Bewegung versetzt, sondern werden als ausführbare Programme oder Links programmiert. ( z.B. Cramer 2011). Dencker (2011: 265f.) unterscheidet insgesamt elf Typen computergesteuerter kinetischer Poesie, die von ihm chronologisch sortiert eine große Bandbreite umfassen: von ersten, noch linear strukturierten Texten , die am Computer mit zufallsgesteuerten Programmen erstellt wurden über nicht-lineare Hypertexte, Hypermedia, Interaktions- und Kollaborationstexten bis hin zu code-basierten selbstagierenden Texten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Vertreter visueller Poesie=====&lt;br /&gt;
* Pierre Albert-Birot (Frankreich) [http://fr.wikipedia.org/wiki/Pierre_Albert-Birot]&lt;br /&gt;
* H.C. Artmann (Österreich) [http://de.wikipedia.org/wiki/H.C._Artmann]&lt;br /&gt;
* Guillaume Apollinaire (Frankreich) [http://de.wikipedia.org/wiki/Guillaume_Apollinaire]&lt;br /&gt;
* Hugo Ball (D) [http://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_Ball]&lt;br /&gt;
* Josef Bauer (Österreich) [http://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Bauer_%28K%C3%BCnstler%29]&lt;br /&gt;
* Max Bense (Deutschland) [http://de.wikipedia.org/wiki/Max_Bense]&lt;br /&gt;
* Chris Bezzel (D)&lt;br /&gt;
* Claus Bremer (D)&lt;br /&gt;
* Theo Breuer (D)&lt;br /&gt;
* Joan Brossa (Spanien; Katalonien)&lt;br /&gt;
* Giorgio Camastro (D)&lt;br /&gt;
* Carlo Carrá (Italien)&lt;br /&gt;
* Carlfriedrich Claus (DDR)&lt;br /&gt;
* Guillermo Deisler (Chile; DDR)&lt;br /&gt;
* Reinhard Döhl (D)&lt;br /&gt;
* Klaus Peter Dencker (D)&lt;br /&gt;
* Lazar El Lissitzky (Russland)&lt;br /&gt;
* Öyvind Fahlström (Schweden)&lt;br /&gt;
* Brigitta Falkner (Österreich)&lt;br /&gt;
* León Ferrari (Argentinien)&lt;br /&gt;
* Lutz Fleischer (D)&lt;br /&gt;
* Heinz Gappmayr (Österreich)&lt;br /&gt;
* Ilse Garnier (Deutschland, Frankreich)&lt;br /&gt;
* Pierre Garnier (Frankreich)&lt;br /&gt;
* Eugen Gomringer (D)&lt;br /&gt;
* Ferreira Gullar (Brasilien)&lt;br /&gt;
* Raoul Hausmann (Österreich/D)&lt;br /&gt;
* Helmut Heißenbüttel (D)&lt;br /&gt;
* Werner Herbst (Österreich)&lt;br /&gt;
* Christine Huber (Österreich)&lt;br /&gt;
* Ernst Jandl (Österreich)&lt;br /&gt;
* Johannes Jansen (DDR)&lt;br /&gt;
* Gerhard Jaschke (Österreich)&lt;br /&gt;
* Eduardo Kac (Brasilien)&lt;br /&gt;
* Christian Katt (Österreich)&lt;br /&gt;
* Ilse Kilic (Österreich)&lt;br /&gt;
* Boris Konstriktor (Russland)&lt;br /&gt;
* Richard Kostelanetz (USA)&lt;br /&gt;
* Stéphane Mallarmé (Frankreich)&lt;br /&gt;
* Filippo Marinetti (Italien)&lt;br /&gt;
* Décio Pignatari (Brasilien)&lt;br /&gt;
* Alberto Pimenta (Portugal)&lt;br /&gt;
* Karl Riha (D)&lt;br /&gt;
* Rodchenko, Alexander (Russland)&lt;br /&gt;
* Axel Rohlfs (D)&lt;br /&gt;
* Mario Rotter (Österreich)&lt;br /&gt;
* Gerhard Rühm (Österreich)&lt;br /&gt;
* Konrad Balder Schäuffelen (Deutschland)&lt;br /&gt;
* Mira Schendel (Brasilien)&lt;br /&gt;
* Valeri Scherstjanoi (Russland, Deutschland)&lt;br /&gt;
* Kurt Schwitters (Deutschland)&lt;br /&gt;
* Rudolf Sikora (Tschechoslowakei)&lt;br /&gt;
* Christian Steinbacher (Österreich)&lt;br /&gt;
* José Juan Tablada (Mexiko) (1871-1945)&lt;br /&gt;
* Tristan Tzara (Rumänien/Frankreich)&lt;br /&gt;
* Liesl Ujvary (Österreich)&lt;br /&gt;
* Günter Vallaster (Österreich)&lt;br /&gt;
* Jiři Valoch (Tschechoslowakei)&lt;br /&gt;
* Fritz Widhalm (Österreich)&lt;br /&gt;
* Hansjörg Zauner (Österreich)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====optional Beispiele=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Auswirkungen auf andere Begriffe=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Rainer Totzke|Totzke, Rainer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Doris Mosbach|Mosbach, Doris]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=7718</id>
		<title>Diagramm</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=7718"/>
		<updated>2012-01-09T16:00:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* Engere Begriffsbestimmung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Bildmedien]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Darstellung des gr. Zusammenhangs=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von (im weiten Sinne) Bildern bzw. bildlichen Darstellungen, denen – in den jeweiligen Gebrauchskontexten – strukturelle und funktionale Eigenschaften zukommen, die sie aus dem Bereich der Bilder in besonderer Weise herausheben. Dazu gehören etwa: Karten, geometrische Zeichnungen, Flussdiagramme, Graphen, logische Diagramme (etwa Venn-Diagramme), Funktionsdiagramme, Pläne, aber auch Mindmaps, Listen, Tabellen, Begriffs-Tableaus bzw. in gewisser Weise auch generell alle schriftbildlichen Darstellungen. Zu den entsprechenden spezifischen Eigenschaften dieser Art Bilder gehören insbesondere deren besondere Syntaktizität und Operativität, die sie zugleich in die Nähe anderer symbolischer Darstellungsmedien, wie Sprache und Schrift rücken, zum Teil sind diese diagrammatische Darstellungen sogar direkt mit Schriftzeichen amalgamiert. &lt;br /&gt;
In der Literatur werden unterschiedliche Vorschläge gemacht, die genannten speziellen Arten von Bildern unter einen einheitlichen Begriff zu fassen: etwa als „schematische Zeichnungen“ bzw. „Schemata“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2004&#039;&amp;gt;Dirmoser 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;, als „Strukturbilder“ &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt; oder eben als „Diagramme“ bzw. als „das Diagrammatische“ in einem weiten Sinne &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Am stärksten durchgesetzt als Oberbegriff scheint sich dabei der Begriff des „Diagramms“ zu haben, was sich insbesondere auch daran zeigt, dass sich ein entsprechender Begriff der „Diagrammatik“ etabliert hat, wobei „Diagrammatik“ eben eine Theorie der strukturellen und funktionalen Eigenschaften von diagrammatisch-schematischen Artefakten in diesem weiteren Sinne meint. Folgt man dieser extensional ausgeweiteten Verwendung des Begriffs „Diagramm“ bzw. des „Diagrammatischen“, setzt dies natürlich zugleich voraus, dass man die Differenz zu den Diagrammbegriffen im engeren Sinne präsent hält: Wir unterscheiden ja „normalsprachlich“ zwischen beispielsweise Karten und Tabellen einerseits und Diagrammen im engeren Sinne (als geometrischen Darstellungen, als logischen Diagrammen, Fluss- und Funktionsdiagrammen) andererseits. Trotzdem scheinen eine Reihe von markanten strukturellen und funktionalen Eigenschaften eben sowohl für Diagramme im engeren als auch für solche im weiteren Sinne zuzutreffen, strukturelle und funktionale Eigenschaften, die zumindest familienähnlich überlappend den Bereich der als „diagrammatisch“ auszuzeichnenden Phänomene konstituieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Engere Begriffsbestimmung=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Diagrammen im hier im Folgenden zu beschreibenden weiteren Sinne handelt es sich um mehr oder minder abstrakte grafische Darstellungen von Daten oder Sachverhalten, die Beziehungen und Verhältnisse aufzeigen und die im Mit- bzw. Nachvollzug der grafischen Darstellung zugleich Möglichkeiten der Rekonfiguartion dieser Beziehungen und Verhältnisse offenlegen. Diagramme können so einerseits didaktische als auch heuristisch-epistemische Funktionen erfüllen. Sie haben abbildenden, repräsentativen Charakter, der von einer Reihe von Diagrammtheoretikern im Anschluss an Charles Sanders Peirce unter Rückgriff auf den Begriff der Ikonizität bzw. „Ähnlichkeit“ erläutert wird.&amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt; Dabei wird diese Ähnlichkeit als „Strukturähnlichkeit“ aufgefasst.(vgl. Peirce: Collected Papers 2.282) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme bzw. diagrammatische Darstellungen kommen in allen möglichen Lebens-, Wissens und Wissenschaftsbereichen zum Einsatz. In der Mathematik und den Naturwissenschaften ebenso wie in den Kulturwissenschaften und selbst in der Philosophie. Dieses bildphilosophischen Glossar beruht ja in seiner Struktur selbst auf einer diagrammatischen Begriffskarte, die auf der Webseite dieses Glossars in einer (um die Unterpunkte) reduzierten Form auch grafisch abgebildet ist.   &lt;br /&gt;
Die zentralen funktional relevanten Strukturmerkmale von Diagrammen, sollen im Folgenden  unter drei Stichwortpunkten expliziert und verdeutlicht werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a)	die spezifische Fähigkeit von Diagrammen zur Sichtbarmachung und Veranschaulichung. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Diagramme referieren. Sie machen dabei empirische oder auch nicht-empirische Sachverhalte/Verhältnisse sichtbar, die vorher nicht (bzw. nicht auf diese Weise) sichtbar gewesen sind. Auch Nichtvisuelles kann durch sie visuell dargestellt bzw. veranschaulicht werden. Diagrammatische Veranschaulichungen nutzen dabei einerseits räumliche Strukturen/Lagebeziehungen auf der Schreibfläche (wie links und rechts, oben und unten, gegenseitige Nähe und Ferne) und andererseits die Potentiale der menschlichen Gestaltwahrnehmung (etwa die Fähigkeiten zum Zusammen- und Auseinandersehen, sowie zum Überblicken), um Sachverhalte/Relationen darzustellen. Diagramme können in diesem Sinne „Übersichten“ und „Überblickswissen“ verschaffen. Mit Diagrammen lassen sich Sachverhalte zudem verdichtet darstellen. Andererseits haben sie aber durchaus auch das gegenläufige Potential: dasjenige der Entkomprimierung, Entflechtung, Differenzierung, Auffächerung, Verkomplizierung der Darstellung. Steffen Bogen und Felix Thürlemann weisen vielleicht etwas zu einseitig nur auf den Verdichtungsaspekt bei der Produktion von Diagrammen hin, dem sie als gegenläufigen Aspekt die „diskursive Expansion oder Entfaltung von Diagrammen“ bei deren Rezeption gegenüberstellen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003&#039;&amp;gt;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003: 8&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Auf die Probleme, die mit der diagrammatischen Verdichtung einher gehen können, macht Steffen Siegel aufmerksam. &amp;lt;bib id=&#039;Siegel 2009&#039;&amp;gt;Siegel 2009: 27&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Verweis auf das Verdichtungspotential von Diagrammen sollte insbesondere nicht mit der irrigen Vorstellung verknüpft werden, diagrammatische Darstellungen würden einseitig der bloßen Komplexitätsreduktion dienen. Mit Blick auf die vielfältige Diagrammpraxis lässt sich vielmehr konstatieren: Es gibt zwar Diagramme, deren Zweck es ist, komplexe Sachverhalte – etwa zu didaktischen Zwecken – vereinfacht darzustellen, allerdings gibt es auch solche Diagramm deren Aufgabe gerade darin besteht, Sachverhalte komplexitäts-erweiternd darzustellen.Manchmal kann eine solche komplexe Darstellung dabei auch „über-komplex“, also unübersichtlich werden. &amp;lt;ref&amp;gt;Einige der von Gerhard Dirmoser entworfenen quadratmetergroßen Diagramme wie das Diagramm „Ein Diagramm ist (k)ein Bild“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2006&#039;&amp;gt;Dirmoser 2006&amp;lt;/bib&amp;gt; bergen schlicht aufgrund ihrer Größe die Gefahr in sich, für den Betrachter ins Unübersichtliche kippen. &amp;lt;/ref&amp;gt;  „‚Komplexität’ ist (…) eine Funktion des Kommunikations- und Verwendungszwecks.“ schreibt Heiner Wilharm &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;.  Komplexitäts-erweiternde Darstellungen,  können dabei u. a. der Generierung von neuem Wissen dienen. Beispielsweise können durch die Darstellung eines Sachverhaltes auf der Schreibfläche plötzlich inhaltliche ‚Leerstellen’ buchstäblich als weiße Flecken auf dem Papier sichtbar werden, die dann zur Bearbeitung drängen. Diagrammatische Darstellungen ermöglichen das sehende bzw. zeichnende Auffinden von neuen Relationen oder von „Zwischengliedern“ (Wittgenstein) durch „Dazwischenschreibung“&amp;lt;ref&amp;gt;Der Begriff „Dazwischenschreibung“ stammt von Petra Gehring &amp;lt;bib id=&#039;Gehring 1992&#039;&amp;gt;Gehring 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) die Syntaktizität von Diagrammen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Feld diagrammatischer Phänomene gibt es große Unterschiede in Bezug auf deren ‚Syntaktizität’ bzw. auf die Regelhaftigkeit der Typisierung und des Typengebrauchs. Nicht alle Diagrammtheoretiker würden in Bezug auf Diagramme von einer „Syntax“ reden. Christian Stetter etwa schlägt vor, den Begriff „Syntax“ nur für Schriften, genauer: für Texte zu reservieren, nicht jedoch für Diagramme.&amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 126f.&amp;lt;/bib&amp;gt; Andere Diagramm-Theoretiker haben demgegenüber einen weiteren (bzw. ‚schwächeren’) Syntax-Begriff. Sybille Krämer etwa spricht – wenn auch in Anführungszeichen – von einer ‚Syntax’ des Diagrammatischen. Für sie ist gerade diese Syntaktizität ein zentrales Kriterium dafür, bloße Bilder von diagrammatischen Artefakten (Phänomenen „operativer Bildlichkeit“, wie es bei Krämer heißt) unterscheiden zu können. Anders als beim Bilder-sehen muss man beim Sehen von Diagrammen die Fähigkeit besitzen, wesentliche von unwesentlichen Aspekten der Darstellung unterscheiden und entsprechend von vielem „absehen“ zu können.&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 102&amp;lt;/bib&amp;gt; Vgl. hierzu auch Stetter: „Dieses Diagrammatische, mit dem die Logik das Pikturale zu unterwandern beginnt, ist Resultat von Tilgungsoperationen (…)“ &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 121&amp;lt;/bib&amp;gt;. Einige Bildtheoretiker präferieren allerdings einen Syntax-Begriff, der sogar so weit (bzw. so ‚schwach’) ist, dass er auch auf Bilder angewandt werden kann und sich dann entsprechend nicht zur besonderen Kennzeichnung von Diagrammen eignet.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Sachs-Hombach etwa gesteht Bildern insgesamt eine „morphologische Syntax“ zu &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a: 105-119&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Jedoch gibt es auch bei diagrammatische Darstellungen Unterschiede, was die Strenge der ‚Syntax’ angeht. Bei einigen Diagrammen gibt es sehr klare Regeln für deren korrekte Erstellung und Lesung. Verfahren wie die Vorformatierung der diagrammatischen Inskriptionsflächen durch Koordinatensysteme, in die dann Messwerte eingetragen werden, kreieren eine solche relativ strenge ‚Syntax’. Für logische Diagramme (etwa die ikonische Logik von Peirce&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu die Darstellung von Sun-Joo Shin&amp;lt;bib id=&#039;Shin 2002&#039;&amp;gt;Shin 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;) gilt dies in noch stärkerem Maße. Demgegenüber gibt es jedoch auch diagrammatische Darstellungen, die einer weniger strengen ‚Syntax’ folgen. Das heißt: dort existieren recht freie, offene, provisorische  bzw. transitorische Regeln der Produktion und der Lesung dieser Diagramme.&amp;lt;ref&amp;gt;„Folglich ist bzw. wird die ‚Sprache’ der diagrammatischen Repräsentation nur vorübergehend und provisorisch fixiert. Es reicht, dass gesagt bzw. gezeigt werden kann, was man sagen bzw. zeigen will.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 138&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt; Als Laboratorien epistemischen Schreibens/Zeichnens etwa sind diese Arten diagrammatischer Artefakte oftmals sogar gerade darauf angelegt, spielerisch zu ‚verfremden’ und dabei möglichst viele kreative Assoziations- und Interpretationsspielräume zu eröffnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Diagrammatische Darstellungen „geben uns die Chance, die Modelle zu wechseln, um neue Ansichten auszuprobieren.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 141&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) die Operativität und Pragmatik von Diagrammen&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein dritter wesentlicher Aspekt ist die „Operativität“ der Diagramme (bzw. des „Diagrammatischen“) und deren – insbesondere auch im Vergleich zu Bildern – besondere pragmatische Dimension. „Diagramme muss man sich (…) immer auch vom Prozess der Produktion her verständlich machen. Die Geste der Setzung oder das Verfahren der Einschreibung müssen als integraler Bestandteil der Repräsentation mitgedacht werden.“ schreibt Steffen Bogen.&amp;lt;bib id=&#039;Bogen 2005b&#039;&amp;gt;Bogen 2005b: 164&amp;lt;/bib&amp;gt; Wer diagrammatische Darstellungen begreifen will – so Heiner Willharm – „vollzieht sie oder vollzieht sie nach. Er richtet sich eine Zeitlang im Raum der Darstellung ein.“&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 151&amp;lt;/bib&amp;gt; Sybille Krämer sieht das Diagrammatische nicht nur als Anschauungsmedium, sondern zugleich auch als „Werkzeug“ und „’Reflexionsinstrument’“.&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;  Schriften, Graphen, Karten stellen nicht nur etwas dar, „sondern eröffnen damit Räume, um das Dargestellte auch zu handhaben, zu beobachten, zu explorieren“.&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;  Diagrammatische Darstellungen sind performativ . Indem man an Diagrammen graphische Manipulationen vollzieht bzw. nachvollzieht, wird etwas sichtbar, einsichtig und übersichtlich, was vorher nicht sichtbar, einsichtig bzw. übersichtlich war. Diagramme müssen, so könnte man Wittgenstein adaptierend formulieren, immer als „Diagrammspiele“ aufgefasst, also aus der Praxis des Umgangs mit ihnen verständlich gemacht werden. Für einige Diagramm-Theoretiker beruht die Stärke der Diagramme sogar auf deren besonderer ‚pragmatischer Potenz’: „Mehr als andere Diskursformen sind Diagramme daraufhin angelegt, Nachfolgehandlungen nach sich zu ziehen.“&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 158&amp;lt;/bib&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend noch zwei Bemerkungen zur „Materialität“ der Diagramme und damit noch einmal zur Extension des Diagramm- bzw. des Diagrammatik-Begriffs: &lt;br /&gt;
Diagramme werden – wie Bilder – von den meisten Autoren des Diagrammatik-Diskurses primär als zweidimensionale Artefakte verstanden. Natürlich ist auch diese Fokussierung eine begriffliche Entscheidung, deren Konsequenzen bedacht werden müssen; genauso wie es in Bezug auf das Phänomen Bild eine begriffliche Entscheidung ist (deren Kosten-Nutzen-Bilanz man abzuwägen hat), den Begriff des Bildes eng mit der Zweidimensionalität der Bildfläche zu verkoppeln und Bilder im engeren Sinne von den dreidimensionalen „Bildern“ – etwa Werken der Plastik innerhalb der „bildenden Kunst“ – abzugrenzen. &lt;br /&gt;
Analoges lässt sich auch für die Verwendung des Begriff „Diagramm“ sagen: Eine Reihe von funktionalen Eigenschaften des Diagrammatischen trifft durchaus auch für bestimmte dreidimensionale Artefakte zu. Man denke an dreidimensionale Strukturmodelle, wie das DNS-Modell das Watson und Crick entwickelt – und das heißt auch:  real in 3D gebastelt – haben. Andererseits spricht aber auch vieles dafür, die besondere Übersichtlichkeit, die der Blick von oben auf eine zweidimensionale Diagramm-Darstellungsfläche ermöglicht und die besonders einfachen (grafischen) Rekonfigurationsmöglichkeiten von Elementen eines Diagramms auf der Schreibfläche, auch begrifflich exponiert hervorzuheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von Autoren, die zum Teil mit explizitem Bezug auf Peirce’ Konzept des „diagrammatic reasoning“ dafür plädieren, den Begriff des Diagramms, des Diagrammatischen bzw. den Begriff der „Diagrammatik“ in stark entgrenzender Weise – z.T. bis ins Immaterielle des Geistes hinein – auszuweiten. Diagrammatische Strukturen und Operationen werden dann nicht nur in jeglicher Art von symbolischen Darstellung – in Texten &amp;lt;bib id=&#039;Reichert 2011&#039;&amp;gt;Reichert 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;, Filmen, Bildern, Sounds – aufzufinden versucht, sondern z.B. auch in der menschlichen Kognition selber verortet. &amp;lt;bib id=&#039;Bauer/Ernst 2010&#039;&amp;gt;Bauer/Ernst 2010&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt; Auch hier gilt es jedoch, die Kosten und den Nutzen dieser Ausweitung bzw. dieser stärker „metaphorischer Verwendung“ des Begriffs abwägend im Auge zu behalten. &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2012b&#039;&amp;gt;Birk 2012b&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====optional Beispiele=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Auswirkungen auf andere Begriffe=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Rainer Totzke|Rainer Totzke]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=7717</id>
		<title>Diagramm</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Diagramm&amp;diff=7717"/>
		<updated>2012-01-09T15:59:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rainer Totzke: /* Engere Begriffsbestimmung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildmedien]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Darstellung des gr. Zusammenhangs=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von (im weiten Sinne) Bildern bzw. bildlichen Darstellungen, denen – in den jeweiligen Gebrauchskontexten – strukturelle und funktionale Eigenschaften zukommen, die sie aus dem Bereich der Bilder in besonderer Weise herausheben. Dazu gehören etwa: Karten, geometrische Zeichnungen, Flussdiagramme, Graphen, logische Diagramme (etwa Venn-Diagramme), Funktionsdiagramme, Pläne, aber auch Mindmaps, Listen, Tabellen, Begriffs-Tableaus bzw. in gewisser Weise auch generell alle schriftbildlichen Darstellungen. Zu den entsprechenden spezifischen Eigenschaften dieser Art Bilder gehören insbesondere deren besondere Syntaktizität und Operativität, die sie zugleich in die Nähe anderer symbolischer Darstellungsmedien, wie Sprache und Schrift rücken, zum Teil sind diese diagrammatische Darstellungen sogar direkt mit Schriftzeichen amalgamiert. &lt;br /&gt;
In der Literatur werden unterschiedliche Vorschläge gemacht, die genannten speziellen Arten von Bildern unter einen einheitlichen Begriff zu fassen: etwa als „schematische Zeichnungen“ bzw. „Schemata“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2004&#039;&amp;gt;Dirmoser 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;, als „Strukturbilder“ &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a&amp;lt;/bib&amp;gt; oder eben als „Diagramme“ bzw. als „das Diagrammatische“ in einem weiten Sinne &amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a&amp;lt;/bib&amp;gt;. Am stärksten durchgesetzt als Oberbegriff scheint sich dabei der Begriff des „Diagramms“ zu haben, was sich insbesondere auch daran zeigt, dass sich ein entsprechender Begriff der „Diagrammatik“ etabliert hat, wobei „Diagrammatik“ eben eine Theorie der strukturellen und funktionalen Eigenschaften von diagrammatisch-schematischen Artefakten in diesem weiteren Sinne meint. Folgt man dieser extensional ausgeweiteten Verwendung des Begriffs „Diagramm“ bzw. des „Diagrammatischen“, setzt dies natürlich zugleich voraus, dass man die Differenz zu den Diagrammbegriffen im engeren Sinne präsent hält: Wir unterscheiden ja „normalsprachlich“ zwischen beispielsweise Karten und Tabellen einerseits und Diagrammen im engeren Sinne (als geometrischen Darstellungen, als logischen Diagrammen, Fluss- und Funktionsdiagrammen) andererseits. Trotzdem scheinen eine Reihe von markanten strukturellen und funktionalen Eigenschaften eben sowohl für Diagramme im engeren als auch für solche im weiteren Sinne zuzutreffen, strukturelle und funktionale Eigenschaften, die zumindest familienähnlich überlappend den Bereich der als „diagrammatisch“ auszuzeichnenden Phänomene konstituieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Engere Begriffsbestimmung=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Diagrammen im hier im Folgenden zu beschreibenden weiteren Sinne handelt es sich um mehr oder minder abstrakte grafische Darstellungen von Daten oder Sachverhalten, die Beziehungen und Verhältnisse aufzeigen und die im Mit- bzw. Nachvollzug der grafischen Darstellung zugleich Möglichkeiten der Rekonfiguartion dieser Beziehungen und Verhältnisse offenlegen. Diagramme können so einerseits didaktische als auch heuristisch-epistemische Funktionen erfüllen. Sie haben abbildenden, repräsentativen Charakter, der von einer Reihe von Diagrammtheoretikern im Anschluss an Charles Sanders Peirce unter Rückgriff auf den Begriff der Ikonizität bzw. „Ähnlichkeit“ erläutert wird.&amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt; Dabei wird diese Ähnlichkeit als „Strukturähnlichkeit“ aufgefasst.(vgl. Peirce: Collected Papers 2.282) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagramme bzw. diagrammatische Darstellungen kommen in allen möglichen Lebens-, Wissens und Wissenschaftsbereichen zum Einsatz. In der Mathematik und den Naturwissenschaften ebenso wie in den Kulturwissenschaften und selbst in der Philosophie. Dieses bildphilosophischen Glossar beruht ja in seiner Struktur selbst auf einer diagrammatischen Begriffskarte, die auf der Webseite dieses Glossars in einer (um die Unterpunkte) reduzierten Form auch grafisch abgebildet ist.   &lt;br /&gt;
Die zentralen funktional relevanten Strukturmerkmale von Diagrammen, sollen im Folgenden  unter drei Stichwortpunkten expliziert und verdeutlicht werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a)	die spezifische Fähigkeit von Diagrammen zur Sichtbarmachung und Veranschaulichung. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Diagramme referieren. Sie machen dabei empirische oder auch nicht-empirische Sachverhalte/Verhältnisse sichtbar, die vorher nicht (bzw. nicht auf diese Weise) sichtbar gewesen sind. Auch Nichtvisuelles kann durch sie visuell dargestellt bzw. veranschaulicht werden. Diagrammatische Veranschaulichungen nutzen dabei einerseits räumliche Strukturen/Lagebeziehungen auf der Schreibfläche (wie links und rechts, oben und unten, gegenseitige Nähe und Ferne) und andererseits die Potentiale der menschlichen Gestaltwahrnehmung (etwa die Fähigkeiten zum Zusammen- und Auseinandersehen, sowie zum Überblicken), um Sachverhalte/Relationen darzustellen. Diagramme können in diesem Sinne „Übersichten“ und „Überblickswissen“ verschaffen. Mit Diagrammen lassen sich Sachverhalte zudem verdichtet darstellen. Andererseits haben sie aber durchaus auch das gegenläufige Potential: dasjenige der Entkomprimierung, Entflechtung, Differenzierung, Auffächerung, Verkomplizierung der Darstellung. Steffen Bogen und Felix Thürlemann weisen vielleicht etwas zu einseitig nur auf den Verdichtungsaspekt bei der Produktion von Diagrammen hin, dem sie als gegenläufigen Aspekt die „diskursive Expansion oder Entfaltung von Diagrammen“ bei deren Rezeption gegenüberstellen &amp;lt;bib id=&#039;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003&#039;&amp;gt;Bogen &amp;amp; Thürlemann 2003: 8&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Auf die Probleme, die mit der diagrammatischen Verdichtung einher gehen können, macht Steffen Siegel aufmerksam. &amp;lt;bib id=&#039;Siegel 2009&#039;&amp;gt;Siegel 2009: 27&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Verweis auf das Verdichtungspotential von Diagrammen sollte insbesondere nicht mit der irrigen Vorstellung verknüpft werden, diagrammatische Darstellungen würden einseitig der bloßen Komplexitätsreduktion dienen. Mit Blick auf die vielfältige Diagrammpraxis lässt sich vielmehr konstatieren: Es gibt zwar Diagramme, deren Zweck es ist, komplexe Sachverhalte – etwa zu didaktischen Zwecken – vereinfacht darzustellen, allerdings gibt es auch solche Diagramm deren Aufgabe gerade darin besteht, Sachverhalte komplexitäts-erweiternd darzustellen.Manchmal kann eine solche komplexe Darstellung dabei auch „über-komplex“, also unübersichtlich werden. &amp;lt;ref&amp;gt;Einige der von Gerhard Dirmoser entworfenen quadratmetergroßen Diagramme wie das Diagramm „Ein Diagramm ist (k)ein Bild“ &amp;lt;bib id=&#039;Dirmoser 2006&#039;&amp;gt;Dirmoser 2006&amp;lt;/bib&amp;gt; bergen schlicht aufgrund ihrer Größe die Gefahr in sich, für den Betrachter ins Unübersichtliche kippen. &amp;lt;/ref&amp;gt;  „‚Komplexität’ ist (…) eine Funktion des Kommunikations- und Verwendungszwecks.“ schreibt Heiner Wilharm &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a&amp;lt;/bib&amp;gt;.  Komplexitäts-erweiternde Darstellungen,  können dabei u. a. der Generierung von neuem Wissen dienen. Beispielsweise können durch die Darstellung eines Sachverhaltes auf der Schreibfläche plötzlich inhaltliche ‚Leerstellen’ buchstäblich als weiße Flecken auf dem Papier sichtbar werden, die dann zur Bearbeitung drängen. Diagrammatische Darstellungen ermöglichen das sehende bzw. zeichnende Auffinden von neuen Relationen oder von „Zwischengliedern“ (Wittgenstein) durch „Dazwischenschreibung“&amp;lt;ref&amp;gt;Der Begriff „Dazwischenschreibung“ stammt von Petra Gehring &amp;lt;bib id=&#039;Gehring 1992&#039;&amp;gt;Gehring 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) die Syntaktizität von Diagrammen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Feld diagrammatischer Phänomene gibt es große Unterschiede in Bezug auf deren ‚Syntaktizität’ bzw. auf die Regelhaftigkeit der Typisierung und des Typengebrauchs. Nicht alle Diagrammtheoretiker würden in Bezug auf Diagramme von einer „Syntax“ reden. Christian Stetter etwa schlägt vor, den Begriff „Syntax“ nur für Schriften, genauer: für Texte zu reservieren, nicht jedoch für Diagramme.&amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 126f.&amp;lt;/bib&amp;gt; Andere Diagramm-Theoretiker haben demgegenüber einen weiteren (bzw. ‚schwächeren’) Syntax-Begriff. Sybille Krämer etwa spricht – wenn auch in Anführungszeichen – von einer ‚Syntax’ des Diagrammatischen. Für sie ist gerade diese Syntaktizität ein zentrales Kriterium dafür, bloße Bilder von diagrammatischen Artefakten (Phänomenen „operativer Bildlichkeit“, wie es bei Krämer heißt) unterscheiden zu können. Anders als beim Bilder-sehen muss man beim Sehen von Diagrammen die Fähigkeit besitzen, wesentliche von unwesentlichen Aspekten der Darstellung unterscheiden und entsprechend von vielem „absehen“ zu können.&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 102&amp;lt;/bib&amp;gt; Vgl. hierzu auch Stetter: „Dieses Diagrammatische, mit dem die Logik das Pikturale zu unterwandern beginnt, ist Resultat von Tilgungsoperationen (…)“ &amp;lt;bib id=&#039;Stetter 2005&#039;&amp;gt;Stetter 2005: 121&amp;lt;/bib&amp;gt;. Einige Bildtheoretiker präferieren allerdings einen Syntax-Begriff, der sogar so weit (bzw. so ‚schwach’) ist, dass er auch auf Bilder angewandt werden kann und sich dann entsprechend nicht zur besonderen Kennzeichnung von Diagrammen eignet.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Sachs-Hombach etwa gesteht Bildern insgesamt eine „morphologische Syntax“ zu &amp;lt;bib id=&#039;Sachs-Hombach 2003a&#039;&amp;gt;Sachs-Hombach 2003a: 105-119&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Jedoch gibt es auch bei diagrammatische Darstellungen Unterschiede, was die Strenge der ‚Syntax’ angeht. Bei einigen Diagrammen gibt es sehr klare Regeln für deren korrekte Erstellung und Lesung. Verfahren wie die Vorformatierung der diagrammatischen Inskriptionsflächen durch Koordinatensysteme, in die dann Messwerte eingetragen werden, kreieren eine solche relativ strenge ‚Syntax’. Für logische Diagramme (etwa die ikonische Logik von Peirce&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu die Darstellung von Sun-Joo Shin&amp;lt;bib id=&#039;Shin 2002&#039;&amp;gt;Shin 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;. &amp;lt;/ref&amp;gt;) gilt dies in noch stärkerem Maße. Demgegenüber gibt es jedoch auch diagrammatische Darstellungen, die einer weniger strengen ‚Syntax’ folgen. Das heißt: dort existieren recht freie, offene, provisorische  bzw. transitorische Regeln der Produktion und der Lesung dieser Diagramme.&amp;lt;ref&amp;gt;„Folglich ist bzw. wird die ‚Sprache’ der diagrammatischen Repräsentation nur vorübergehend und provisorisch fixiert. Es reicht, dass gesagt bzw. gezeigt werden kann, was man sagen bzw. zeigen will.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 138&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt; Als Laboratorien epistemischen Schreibens/Zeichnens etwa sind diese Arten diagrammatischer Artefakte oftmals sogar gerade darauf angelegt, spielerisch zu ‚verfremden’ und dabei möglichst viele kreative Assoziations- und Interpretationsspielräume zu eröffnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Diagrammatische Darstellungen „geben uns die Chance, die Modelle zu wechseln, um neue Ansichten auszuprobieren.“ &amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 141&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) die Operativität und Pragmatik von Diagrammen&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein dritter wesentlicher Aspekt ist die „Operativität“ der Diagramme (bzw. des „Diagrammatischen“) und deren – insbesondere auch im Vergleich zu Bildern – besondere pragmatische Dimension. „Diagramme muss man sich (…) immer auch vom Prozess der Produktion her verständlich machen. Die Geste der Setzung oder das Verfahren der Einschreibung müssen als integraler Bestandteil der Repräsentation mitgedacht werden.“ schreibt Steffen Bogen.&amp;lt;bib id=&#039;Bogen 2005b&#039;&amp;gt;Bogen 2005b: 164&amp;lt;/bib&amp;gt; Wer diagrammatische Darstellungen begreifen will – so Heiner Willharm – „vollzieht sie oder vollzieht sie nach. Er richtet sich eine Zeitlang im Raum der Darstellung ein.“&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 151&amp;lt;/bib&amp;gt; Sybille Krämer sieht das Diagrammatische nicht nur als Anschauungsmedium, sondern zugleich auch als „Werkzeug“ und „’Reflexionsinstrument’“.&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;  Schriften, Graphen, Karten stellen nicht nur etwas dar, „sondern eröffnen damit Räume, um das Dargestellte auch zu handhaben, zu beobachten, zu explorieren“.&amp;lt;bib id=&#039;Krämer 2009a&#039;&amp;gt;Krämer 2009a: 104&amp;lt;/bib&amp;gt;  Diagrammatische Darstellungen sind performativ . Indem man an Diagrammen graphische Manipulationen vollzieht bzw. nachvollzieht, wird etwas sichtbar, einsichtig und übersichtlich, was vorher nicht sichtbar, einsichtig bzw. übersichtlich war. Diagramme müssen, so könnte man Wittgenstein adaptierend formulieren, immer als „Diagrammspiele“ aufgefasst, also aus der Praxis des Umgangs mit ihnen verständlich gemacht werden. Für einige Diagramm-Theoretiker beruht die Stärke der Diagramme sogar auf deren besonderer ‚pragmatischer Potenz’: „Mehr als andere Diskursformen sind Diagramme daraufhin angelegt, Nachfolgehandlungen nach sich zu ziehen.“&amp;lt;bib id=&#039;Wilharm 1992a&#039;&amp;gt;Wilharm 1992a: 158&amp;lt;/bib&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend noch zwei Bemerkungen zur „Materialität“ der Diagramme und damit noch einmal zur Extension des Diagramm- bzw. des Diagrammatik-Begriffs: &lt;br /&gt;
Diagramme werden – wie Bilder – von den meisten Autoren des Diagrammatik-Diskurses primär als zweidimensionale Artefakte verstanden. Natürlich ist auch diese Fokussierung eine begriffliche Entscheidung, deren Konsequenzen bedacht werden müssen; genauso wie es in Bezug auf das Phänomen Bild eine begriffliche Entscheidung ist (deren Kosten-Nutzen-Bilanz man abzuwägen hat), den Begriff des Bildes eng mit der Zweidimensionalität der Bildfläche zu verkoppeln und Bilder im engeren Sinne von den dreidimensionalen „Bildern“ – etwa Werken der Plastik innerhalb der „bildenden Kunst“ – abzugrenzen. &lt;br /&gt;
Analoges lässt sich auch für die Verwendung des Begriff „Diagramm“ sagen: Eine Reihe von funktionalen Eigenschaften des Diagrammatischen trifft durchaus auch für bestimmte dreidimensionale Artefakte zu. Man denke an dreidimensionale Strukturmodelle, wie das DNS-Modell das Watson und Crick entwickelt – und das heißt auch:  real in 3D gebastelt – haben. Andererseits spricht aber auch vieles dafür, die besondere Übersichtlichkeit, die der Blick von oben auf eine zweidimensionale Diagramm-Darstellungsfläche ermöglicht und die besonders einfachen (grafischen) Rekonfigurationsmöglichkeiten von Elementen eines Diagramms auf der Schreibfläche, auch begrifflich exponiert hervorzuheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Reihe von Autoren, die zum Teil mit explizitem Bezug auf Peirce’ Konzept des „diagrammatic reasoning“ dafür plädieren, den Begriff des Diagramms, des Diagrammatischen bzw. den Begriff der „Diagrammatik“ in stark entgrenzender Weise – z.T. bis ins Immaterielle des Geistes hinein – auszuweiten. Diagrammatische Strukturen und Operationen werden dann nicht nur in jeglicher Art von symbolischen Darstellung – in Texten &amp;lt;bib id=&#039;Reichert 2011a&#039;&amp;gt;Reichert 2011a&amp;lt;/bib&amp;gt;, Filmen, Bildern, Sounds – aufzufinden versucht, sondern z.B. auch in der menschlichen Kognition selber verortet. &amp;lt;bib id=&#039;Bauer/Ernst 2010&#039;&amp;gt;Bauer/Ernst 2010&amp;lt;/bib&amp;gt; &amp;lt;bib id=&#039;Stjernfelt 2007a&#039;&amp;gt;Stjernfelt 2007a&amp;lt;/bib&amp;gt; Auch hier gilt es jedoch, die Kosten und den Nutzen dieser Ausweitung bzw. dieser stärker „metaphorischer Verwendung“ des Begriffs abwägend im Auge zu behalten. &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2012b&#039;&amp;gt;Birk 2012b&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====optional Beispiele=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Auswirkungen auf andere Begriffe=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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[[Benutzer:Rainer Totzke|Rainer Totzke]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Rainer Totzke</name></author>
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