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	<title>Glossar der Bildphilosophie - Benutzerbeiträge [de-formal]</title>
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		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Russisch:_%27obraz%27&amp;diff=9473</id>
		<title>Russisch: &#039;obraz&#039;</title>
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		<updated>2012-10-20T16:45:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria Wargin: /* “Obraz”: Etymologie und Semantik */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====“Obraz”: Vorläufige Bestimmung=====&lt;br /&gt;
Der zentrale Bild-Begriff der russischen Sprache ist “obraz”.&amp;lt;ref&amp;gt;Einen Überblick über diesen und andere Bildbegriffe bieten: Vjačeslav &amp;lt;bib id=&#039;Ivanov 1985a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;, &amp;lt;bib id=&#039;Vasmer 1986a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;, &amp;lt;bib id=&#039;Černych 2001a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Zyganenko 1989a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Die semantische Komplexität und die sprachimmanente Spezifik dieses Begriffs lässt seine direkte Übertragung ins Deutsche als “Bild” oder “sinnliche Gestalt”/“Form” nur als behelfsmäßig und eigentlich als inadäquat erscheinen. Innerhalb der russischen Sprachdynamik ist der Begriff tendenziell meliorativ, trotz aller Vielschichtigkeit und semantischen Dialektik dieses Begriffs: Die Nähe zum Ursprünglichen, Wahren und Sakralen zeichnet dieses Bild-Konzept aus. Belegen lässt sich diese Tendenz bereits an der zweiten Grundbedeutung dieses Begriffs. “Obraz” meint auch eine manifeste Abbildung des Heiligen in der [[Ikone]]. Eine Ikone erhielt ursprünglich nicht bloß stellvertretend einen Heiligkeitsstatus, sondern sie war durch das Dargestellte selbst heilig. Die Relevanz des Begriffs “obraz” kann für die russische Kultur im Ganzen und für die russische Philosophie im Besonderen kaum überschätzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Auch für die russische Kunst- und Literaturwissenschaft ist dieser Begriff von entscheidender Bedeutung. Vgl. beispielsweise den obraz-Begriff bei Gustav Špet, Alexander Potebnja, Viktor Šklovskij. In die literaturwissenschaftliche Terminologie wurde der Begriff 1838 von Vissarion Belinskij (in seinem Aufsatz “Fonvizin i Zagoskin” in der Zeitschrift &#039;&#039;Moskovskij nabljudatelj&#039;&#039;&#039;) als eine einheitliche Übersetzung der Hegelschen kunstphilosophischen Begriffe “Bild” und “Gestalt” eingeführt. Auf Belinskij geht auch die Formel “poėzija est&#039; myšlenie v obrazach” (“Poesie ist Denken in Bildern”) zurück, die im Kontext der Rezeption Hegels zu sehen ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; An dieser Stelle sei nur beispielhaft auf Pavel Florenskijs Schrift &#039;&#039;Namen&#039;&#039; verwiesen (&amp;lt;bib id=&#039;Florenskij 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====“Obraz”: Etymologie und Semantik=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ist alt- und gemeinslawischen Ursprungs und seit dem 11. Jahrhundert nachweisbar. Der Wortstamm ist auf das Verb “rezat&#039;” (&#039;schneiden&#039;, &#039;eine Grenze ziehen&#039;) zurückzuführen. “Rezat&#039;” meint &#039;schneiden&#039;, in kleinere Einheiten (“raz”) teilen und dadurch Vielheiten schaffen. Der Prozess des Schneidens oder der Prägung gibt dem Gegenstand Form, Gestalt. Demnach meint “obraz” zunächst die einheitliche Gestalt eines Gegenstandes, die ihn begrenzt und damit bestimmt und unterscheidbar macht. Als etwas Gestaltetes kann es auch ein Vollkommenes sein – so wie auch im Griechischen [[Griechisch: &#039;typos&#039; und &#039;eidolon&#039;|&#039;&#039;eikon&#039;&#039;, &#039;&#039;typos&#039;&#039; und &#039;&#039;morphe&#039;&#039;]]. Sergej M. Ėizenštein (&amp;lt;bib id=&#039;Ėizenštein 1975a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) sieht außerdem eine etymologische Verwandtschaft von “obraz” mit “obnaruženie” (&#039;Bloßlegung&#039;, &#039;Hervortreten&#039;, &#039;Entdecken&#039;). Wird diese Bedeutung berücksichtigt, so treten in dem Erscheinen eines Gegenstandes, in seinem &amp;quot;obraz&amp;quot;, wesentliche Zusammenhänge prozesshaft zutage. Charakteristisch für die Semantik von “obraz” ist die Vereinigung von höchster Konkretheit und Detailliertheit mit Allgemeinheit und Abstraktheit – oder auch von Individualität mit Ganzheitlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) Als etwas visuell oder, allgemeiner, sinnlich Erfahrbares meint “obraz” eine äußere Erscheinung, Darstellung oder Verkörperung von etwas Nicht-Sichtbarem oder nicht unmittelbar Zugänglichem und in diesem Sinne eine Einheit von Form und Inhalt, von Sinnlichkeit und Sinn. “Obraz” meint die sinnliche Erscheinungsweise des Nichtsinnlichen. Als solche Erscheinung ist &amp;quot;obraz&amp;quot; tendenziell auch sinnbildlich. Der [[Mimesis|mimetische]] Bedeutungsaspekt tritt eher bei etymologisch verwandten Bild-Begriffen in den Vordergrund (z.B. “izobraženie”, “otobraženie”, die &#039;Abbild&#039;, &#039;Illustration&#039; bedeuten). Dementsprechend meint “obraz” im künstlerischen oder literarischen Kontext die Veranschaulichung eines allgemeineren (gedanklichen) Zusammenhangs in einer individuellen Erscheinung oder Figur. Für eine solche sinnliche Darstellung ist Lebendigkeit und Dynamik charakteristisch. Als statisch kann dieses Bild-Konzept nicht begriffen werden, wie es dagegen etwa bei den Begriffen “kopija” (dt. [[Replika, Faksimile und Kopie|“Kopie”]])  oder “otobraženie” (dt. “Widerspiegelung”, ”Abbild”) der Fall ist. Der dynamische Aspekt findet sich auch in der Bedeutung von “obraz“ als &#039;menschliche Gestalt&#039;. Die Ganzheitlichkeit und Dynamik eines &amp;quot;obraz&amp;quot; lässt sich in einem Erkenntnisprozess nicht vollständig schematisch zerlegen. Jederzeit bleibt ein Bedeutungsüberschuss, eine Vielschichtigkeit, die nicht in einer feststellenden mimetischen Beschreibung zu erfassen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(2) Das, was sich in einer konkreten sinnlichen Erscheinung zeigt, ist ein Typ, ein allgemeinerer Charakter, ein Maß. Auch dies bringt “obraz” zum Ausdruck. Als ein idealtypisches Bild oder Ebenbild verweist “obraz” auf ein Erstes (“čelovek kak obraz i podobie Boga”: dt. “&#039;der Mensch als Ebenbild Gottes”).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(3) Das ideale Bedeutungsmoment ist es auch, das die Dynamik dieses Bild-Konzepts garantiert. Das Ideale wird implizit als ein Ziel begriffen, aus dem heraus die Form und die Handlungsweise, die Ordnung und die Tradition (“obraz žisni”: dt. “Lebensweise”; “obraz mysli”: dt. “Denkungsart”)  entsteht. Das Derivat “obrazec” (dt. “Vorbild”, “Maß”) untermauert die teleologische Nuancierung der Semantik von “obraz”. Vgl. auch das Idiom “poterjat’ obraz čelovečeskij”, das sich als “alles Menschliche einbüßen” ins Deutsche übertragen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(4) “Obraz” meint auch ein/e lebendige/s anschauliche/s [[Bildvorstellungen|mentale Vorstellung/Bild]] von etwas. Das etymologisch verwandte Wort “voobraženie” bedeutet [[Einbildungskraft|‘Einbildungskraft’]], ‘Vorstellungsvermögen’. Überwiegt das Fließende, Bewegliche und Austauschbare bei einem &amp;quot;obraz&amp;quot;, so handelt es bei den Vorstellungen um (fiktive) Phantasiebilder. Wird dagegen das Wesentliche in einem &amp;quot;obraz&amp;quot; hervorgehoben, so ist es eine künstlerische Erfassung der Realität und eine zwischen dem Subjekt und der Realität vermittelnde Leistung, die das Reale (oder das Wahre) in einer neuen Form, in einem &amp;quot;obraz&amp;quot;, zur Erscheinung bringt. Betrachtet man die von “obraz&#039; abgeleiteten Begriffe (“bezobrazie”: dt. “Häßlichkeit”, “moralische Verwerflichkeit”; “preobraženie”: dt. “Verklärung”, “Verwandlung”), so wird offensichtlich, dass “obraz” nicht eine beliebige äußere Form meint, sondern als eng verknüpft mit Schönem, Gutem und Wahrem zu denken ist. Das Böse ist demgegenüber als gestaltlos (d.h. als &amp;quot;bez-obraznoe&amp;quot;) zu verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Weitere Bild-Begriffe=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außer “obraz” existieren noch viele andere Bild-Ausdrücke in der russischen Sprache. Neben den schon erwähnten “kopija” und “otobraženie” sei hier nur noch ein weiterer Begriff zusätzlich angeführt: “kartina”. Die Bedeutungssphären der beiden Begriffe “obraz” und “kartina” verhalten sich komplementär zueinander. Wenn “obraz” eher mit dem englischen [[Englisch: &#039;image&#039; und &#039;picture&#039;|“image”]] vergleichbar ist, dann entspricht die Bedeutung von “kartina” eher [[Englisch: &#039;image&#039; und &#039;picture&#039;|“picture”]]. Die materielle und künstliche Beschaffenheit eines Objekts tritt bei diesem Bild-Begriff deutlicher in den Vordergrund. In Abgrenzung zu “obraz” vermittelt “kartina” einen tendenziell statischen Gesamteindruck über eine Reihe von [[Gestalt|Gestalten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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* [[Bildvorstellungen]]&lt;br /&gt;
* [[Einbildungskraft]]&lt;br /&gt;
* [[englisch: &#039;image&#039; und &#039;picture&#039;]]&lt;br /&gt;
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* [[Griechisch: &#039;typos&#039; und &#039;eidolon&#039;]]&lt;br /&gt;
* [[Ikone]]&lt;br /&gt;
* [[Mimesis]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>Maria Wargin</name></author>
	</entry>
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		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Russisch:_%27obraz%27&amp;diff=9472</id>
		<title>Russisch: &#039;obraz&#039;</title>
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		<updated>2012-10-20T16:33:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria Wargin: /* “Obraz”: Etymologie und Semantik */&lt;/p&gt;
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=====“Obraz”: Vorläufige Bestimmung=====&lt;br /&gt;
Der zentrale Bild-Begriff der russischen Sprache ist “obraz”.&amp;lt;ref&amp;gt;Einen Überblick über diesen und andere Bildbegriffe bieten: Vjačeslav &amp;lt;bib id=&#039;Ivanov 1985a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;, &amp;lt;bib id=&#039;Vasmer 1986a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;, &amp;lt;bib id=&#039;Černych 2001a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Zyganenko 1989a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Die semantische Komplexität und die sprachimmanente Spezifik dieses Begriffs lässt seine direkte Übertragung ins Deutsche als “Bild” oder “sinnliche Gestalt”/“Form” nur als behelfsmäßig und eigentlich als inadäquat erscheinen. Innerhalb der russischen Sprachdynamik ist der Begriff tendenziell meliorativ, trotz aller Vielschichtigkeit und semantischen Dialektik dieses Begriffs: Die Nähe zum Ursprünglichen, Wahren und Sakralen zeichnet dieses Bild-Konzept aus. Belegen lässt sich diese Tendenz bereits an der zweiten Grundbedeutung dieses Begriffs. “Obraz” meint auch eine manifeste Abbildung des Heiligen in der [[Ikone]]. Eine Ikone erhielt ursprünglich nicht bloß stellvertretend einen Heiligkeitsstatus, sondern sie war durch das Dargestellte selbst heilig. Die Relevanz des Begriffs “obraz” kann für die russische Kultur im Ganzen und für die russische Philosophie im Besonderen kaum überschätzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Auch für die russische Kunst- und Literaturwissenschaft ist dieser Begriff von entscheidender Bedeutung. Vgl. beispielsweise den obraz-Begriff bei Gustav Špet, Alexander Potebnja, Viktor Šklovskij. In die literaturwissenschaftliche Terminologie wurde der Begriff 1838 von Vissarion Belinskij (in seinem Aufsatz “Fonvizin i Zagoskin” in der Zeitschrift &#039;&#039;Moskovskij nabljudatelj&#039;&#039;&#039;) als eine einheitliche Übersetzung der Hegelschen kunstphilosophischen Begriffe “Bild” und “Gestalt” eingeführt. Auf Belinskij geht auch die Formel “poėzija est&#039; myšlenie v obrazach” (“Poesie ist Denken in Bildern”) zurück, die im Kontext der Rezeption Hegels zu sehen ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; An dieser Stelle sei nur beispielhaft auf Pavel Florenskijs Schrift &#039;&#039;Namen&#039;&#039; verwiesen (&amp;lt;bib id=&#039;Florenskij 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====“Obraz”: Etymologie und Semantik=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ist alt- und gemeinslawischen Ursprungs und seit dem 11. Jahrhundert nachweisbar. Der Wortstamm ist auf das Verb “rezat&#039;” (&#039;schneiden&#039;, &#039;eine Grenze ziehen&#039;) zurückzuführen. “Rezat&#039;” meint &#039;schneiden&#039;, in kleinere Einheiten (“raz”) teilen und dadurch Vielheiten schaffen. Der Prozess des Schneidens oder der Prägung gibt dem Gegenstand Form, Gestalt. Demnach meint “obraz” zunächst eine einheitliche Gestalt eines Gegenstandes, die ihn begrenzt und damit bestimmt und unterscheidbar macht. Als etwas Gestaltetes kann es auch ein Vollkommenes sein – so wie auch im Griechischen [[Griechisch: &#039;typos&#039; und &#039;eidolon&#039;|&#039;&#039;eikon&#039;&#039;, &#039;&#039;typos&#039;&#039; und &#039;&#039;morphe&#039;&#039;]]. Sergej M. Ėizenštein (&amp;lt;bib id=&#039;Ėizenštein 1975a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) sieht außerdem eine etymologische Verwandtschaft von “obraz” mit “obnaruženie” (&#039;Bloßlegung&#039;, &#039;Hervortreten&#039;, &#039;Entdecken&#039;). Wird diese Bedeutung berücksichtigt, so treten in dem Erscheinen eines Gegenstandes, in seinem obraz, wesentliche Zusammenhänge prozesshaft zutage. Charakteristisch für die Semantik von “obraz” ist die Vereinigung von höchster Konkretheit und Detailliertheit mit Allgemeinheit und Abstraktheit – oder auch von Individualität mit Ganzheitlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) Als etwas visuell oder, allgemeiner, sinnlich Erfahrbares meint “obraz” eine äußere Erscheinung, Darstellung oder Verkörperung von etwas Nicht-Sichtbarem oder nicht unmittelbar Zugänglichem und in diesem Sinne eine Einheit von Form und Inhalt, von Sinnlichkeit und Sinn. “Obraz” meint die sinnliche Erscheinungsweise des Nichtsinnlichen. Als solche Erscheinung ist obraz tendenziell auch sinnbildlich. Der [[Mimesis|mimetische]] Bedeutungsaspekt tritt eher bei etymologisch verwandten Bild-Begriffen in den Vordergrund (z.B. “izobraženie”, “otobraženie”, die &#039;Bild&#039;, &#039;Abbild&#039; bedeuten). Dementsprechend meint “obraz” im künstlerischen oder literarischen Kontext die Veranschaulichung eines allgemeineren (gedanklichen) Zusammenhangs in einer individuellen Erscheinung oder Figur. Für eine solche sinnliche Darstellung ist Lebendigkeit und Dynamik charakteristisch. Als statisch kann dieses Bild-Konzept nicht begriffen werden, wie es dagegen etwa bei den Begriffen “kopija” (dt. [[Replika, Faksimile und Kopie|“Kopie”]])  oder “otobraženie” (dt. “Widerspiegelung”, ”Abbild”) der Fall ist. Der dynamische Aspekt findet sich auch in der Bedeutung von “obraz“ als &#039;menschliche Gestalt&#039;. Die Ganzheitlichkeit und Dynamik eines obraz lässt sich in einem Erkenntnisprozess nicht vollständig schematisch zerlegen. Jederzeit bleibt ein Bedeutungsüberschuss, eine Vielschichtigkeit, die nicht in einer mimetischen Beschreibung zu erfassen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(2) Das, was sich in einer konkreten sinnlichen Erscheinung zeigt, ist ein Typ, ein allgemeinerer Charakter, ein Maß. Auch dies bringt “obraz” zum Ausdruck. Als ein idealtypisches Bild oder Ebenbild verweist “obraz” auf ein Erstes (“čelovek kak obraz i podobie Boga”: dt. “&#039;der Mensch als Ebenbild Gottes”).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(3) Das ideale Bedeutungsmoment ist es auch, das die Dynamik dieses Bild-Konzepts garantiert. Das Ideale wird implizit als ein Ziel begriffen, aus dem heraus die Form und die Handlungsweise, die Ordnung und die Tradition (“obraz žisni”: dt. “Lebensweise”; “obraz mysli”: dt. “Denkungsart”)  entsteht. Das Derivat “obrazec” (dt. “Vorbild”, “Maß”) untermauert die teleologische Nuancierung der Semantik von “obraz”. Vgl. auch das Idiom “poterjat’ obraz čelovečeskij”, das sich als “alles Menschliche einbüßen” ins Deutsche übertragen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(4) “Obraz” meint auch ein/e lebendige/s anschauliche/s [[Bildvorstellungen|mentale Vorstellung/Bild]] von etwas. Das etymologisch verwandte Wort “voobraženie” bedeutet [[Einbildungskraft|‘Einbildungskraft’]], ‘Vorstellungsvermögen’. Überwiegt das Fließende und Bewegliche bei einem obraz, so handelt es bei den Vorstellungen um (fiktive) Phantasiebilder; wird jedoch das Wesentliche in einem obraz hervorgehoben, so ist es eine künstlerische Erfassung der Realität und eine zwischen dem Subjekt und der Realität vermittelnde Leistung, die das Reale (oder das Wahre) in einer neuen Form, in einem obraz, zur Erscheinung bringt. Betrachtet man die von “obraz&#039; abgeleiteten Begriffe (“bezobrazie”: dt. “Häßlichkeit”, “moralische Verwerflichkeit”; “preobraženie”: dt. “Verklärung”, “Verwandlung”), so wird offensichtlich, dass “obraz” nicht eine beliebige äußere Form meint, sondern als eng verknüpft mit Schönem, Gutem und Wahrem zu denken ist. Das Böse ist demgegenüber als gestaltlos (d.h. als &amp;quot;bez-obraznoe&amp;quot;) zu verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Weitere Bild-Begriffe=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außer “obraz” existieren noch viele andere Bild-Ausdrücke in der russischen Sprache. Neben den schon erwähnten “kopija” und “otobraženie” sei hier nur noch ein weiterer Begriff zusätzlich angeführt: “kartina”. Die Bedeutungssphären der beiden Begriffe “obraz” und “kartina” verhalten sich komplementär zueinander. Wenn “obraz” eher mit dem englischen [[Englisch: &#039;image&#039; und &#039;picture&#039;|“image”]] vergleichbar ist, dann entspricht die Bedeutung von “kartina” eher [[Englisch: &#039;image&#039; und &#039;picture&#039;|“picture”]]. Die materielle und künstliche Beschaffenheit eines Objekts tritt bei diesem Bild-Begriff deutlicher in den Vordergrund. In Abgrenzung zu “obraz” vermittelt “kartina” einen tendenziell statischen Gesamteindruck über eine Reihe von [[Gestalt|Gestalten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Bildvorstellungen]]&lt;br /&gt;
* [[Einbildungskraft]]&lt;br /&gt;
* [[englisch: &#039;image&#039; und &#039;picture&#039;]]&lt;br /&gt;
* [[Gestalt]]&lt;br /&gt;
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* [[Ikone]]&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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		<author><name>Maria Wargin</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Russisch:_%27obraz%27&amp;diff=9471</id>
		<title>Russisch: &#039;obraz&#039;</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Russisch:_%27obraz%27&amp;diff=9471"/>
		<updated>2012-10-20T16:32:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria Wargin: /* “Obraz”: Etymologie und Semantik */&lt;/p&gt;
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=====“Obraz”: Vorläufige Bestimmung=====&lt;br /&gt;
Der zentrale Bild-Begriff der russischen Sprache ist “obraz”.&amp;lt;ref&amp;gt;Einen Überblick über diesen und andere Bildbegriffe bieten: Vjačeslav &amp;lt;bib id=&#039;Ivanov 1985a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;, &amp;lt;bib id=&#039;Vasmer 1986a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;, &amp;lt;bib id=&#039;Černych 2001a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Zyganenko 1989a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Die semantische Komplexität und die sprachimmanente Spezifik dieses Begriffs lässt seine direkte Übertragung ins Deutsche als “Bild” oder “sinnliche Gestalt”/“Form” nur als behelfsmäßig und eigentlich als inadäquat erscheinen. Innerhalb der russischen Sprachdynamik ist der Begriff tendenziell meliorativ, trotz aller Vielschichtigkeit und semantischen Dialektik dieses Begriffs: Die Nähe zum Ursprünglichen, Wahren und Sakralen zeichnet dieses Bild-Konzept aus. Belegen lässt sich diese Tendenz bereits an der zweiten Grundbedeutung dieses Begriffs. “Obraz” meint auch eine manifeste Abbildung des Heiligen in der [[Ikone]]. Eine Ikone erhielt ursprünglich nicht bloß stellvertretend einen Heiligkeitsstatus, sondern sie war durch das Dargestellte selbst heilig. Die Relevanz des Begriffs “obraz” kann für die russische Kultur im Ganzen und für die russische Philosophie im Besonderen kaum überschätzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Auch für die russische Kunst- und Literaturwissenschaft ist dieser Begriff von entscheidender Bedeutung. Vgl. beispielsweise den obraz-Begriff bei Gustav Špet, Alexander Potebnja, Viktor Šklovskij. In die literaturwissenschaftliche Terminologie wurde der Begriff 1838 von Vissarion Belinskij (in seinem Aufsatz “Fonvizin i Zagoskin” in der Zeitschrift &#039;&#039;Moskovskij nabljudatelj&#039;&#039;&#039;) als eine einheitliche Übersetzung der Hegelschen kunstphilosophischen Begriffe “Bild” und “Gestalt” eingeführt. Auf Belinskij geht auch die Formel “poėzija est&#039; myšlenie v obrazach” (“Poesie ist Denken in Bildern”) zurück, die im Kontext der Rezeption Hegels zu sehen ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; An dieser Stelle sei nur beispielhaft auf Pavel Florenskijs Schrift &#039;&#039;Namen&#039;&#039; verwiesen (&amp;lt;bib id=&#039;Florenskij 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====“Obraz”: Etymologie und Semantik=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ist alt- und gemeinslawischen Ursprungs und seit dem 11. Jahrhundert nachweisbar. Der Wortstamm ist auf das Verb “rezat&#039;” (&#039;schneiden&#039;, &#039;eine Grenze ziehen&#039;) zurückzuführen. “Rezat&#039;” meint &#039;schneiden&#039;, in kleinere Einheiten (“raz”) teilen und dadurch Vielheiten schaffen. Der Prozess des Schneidens oder der Prägung gibt dem Gegenstand Form, Gestalt. Demnach meint “obraz” zunächst eine einheitliche Gestalt eines Gegenstandes, die ihn begrenzt und damit bestimmt und unterscheidbar macht. Als etwas Gestaltetes kann es auch ein Vollkommenes sein – so wie auch im Griechischen [[Griechisch: &#039;typos&#039; und &#039;eidolon&#039;|&#039;&#039;eikon&#039;&#039;, &#039;&#039;typos&#039;&#039; und &#039;&#039;morphe&#039;&#039;]]. Sergej M. Ėizenštein (&amp;lt;bib id=&#039;Ėizenštein 1975a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) sieht außerdem eine etymologische Verwandtschaft von “obraz” mit “obnaruženie” (&#039;Bloßlegung&#039;, &#039;Hervortreten&#039;, &#039;Entdecken&#039;). Wird diese Bedeutung berücksichtigt, so treten in dem Erscheinen eines Gegenstandes, in seinem obraz, wesentliche Zusammenhänge prozesshaft zutage. Charakteristisch für die Semantik von “obraz” ist die Vereinigung von höchster Konkretheit und Detailliertheit mit Allgemeinheit und Abstraktheit – oder auch von Individualität mit Ganzheitlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) Als etwas visuell oder, allgemeiner, sinnlich Erfahrbares meint “obraz” eine äußere Erscheinung, Darstellung oder Verkörperung von etwas Nicht-Sichtbarem oder nicht unmittelbar Zugänglichem und in diesem Sinne eine Einheit von Form und Inhalt, von Sinnlichkeit und Sinn. “Obraz” meint die sinnliche Erscheinungsweise des Nichtsinnlichen. Als solche Erscheinung ist obraz tendenziell auch sinnbildlich. Der [[Mimesis|mimetische]] Bedeutungsaspekt tritt eher bei etymologisch verwandten Bild-Begriffen in den Vordergrund (z.B. “izobraženie”, “otobraženie”, die &#039;Bild&#039;, &#039;Abbild&#039; bedeuten). Dementsprechend meint “obraz” im künstlerischen oder literarischen Kontext die Veranschaulichung eines allgemeineren (gedanklichen) Zusammenhangs in einer individuellen Erscheinung oder Figur. Für eine solche sinnliche Darstellung ist Lebendigkeit und Dynamik charakteristisch. Als statisch kann dieses Bild-Konzept nicht begriffen werden, wie es dagegen etwa bei den Begriffen “kopija” (dt. [[Replika, Faksimile und Kopie|“Kopie”]])  oder “otobraženie” (dt. “Widerspiegelung”, ”Abbild”) der Fall ist. Der dynamische Aspekt findet sich auch in der Bedeutung von “obraz“ als &#039;menschliche Gestalt&#039;. Die Ganzheitlichkeit und Dynamik eines obraz lässt sich in einem Erkenntnisprozess nicht vollständig schematisch zerlegen. Jederzeit bleibt ein Bedeutungsüberschuss, eine Vielschichtigkeit, die nicht in einer mimetischen Beschreibung zu erfassen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(2) Das, was sich in einer konkreten sinnlichen Erscheinung zeigt, ist ein Typ, ein allgemeinerer Charakter, ein Maß. Auch dies bringt “obraz” zum Ausdruck. Als ein idealtypisches Bild oder Ebenbild verweist “obraz” auf ein Erstes (“čelovek kak obraz i podobie Boga”: dt. “&#039;der Mensch als Ebenbild Gottes”).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(3) Das ideale Bedeutungsmoment ist es auch, das die Dynamik dieses Bild-Konzepts garantiert. Das Ideale wird implizit als ein Ziel begriffen, aus dem heraus die Form und die Handlungsweise, die Ordnung und die Tradition (“obraz žisni”: dt. “Lebensweise”; “obraz mysli”: dt. “Denkungsart”)  entsteht. Das Derivat “obrazec” (dt. “Vorbild”, “Maß”) untermauert die teleologische Nuancierung der Semantik von “obraz”. Vgl. auch das Idiom “poterjat’ obraz čelovečeskij”, das sich als “alles Menschliche einbüßen” ins Deutsche übertragen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(4) “Obraz” meint auch ein/e lebendige/s anschauliche/s [[Bildvorstellungen|mentale Vorstellung/Bild]] von etwas. Das etymologisch verwandte Wort “voobraženie” bedeutet [[Einbildungskraft|‘Einbildungskraft’]], ‘Vorstellungsvermögen’. Überwiegt das Fließende und Bewegliche bei einem obraz, so handelt es bei den Vorstellungen um (fiktive) Phantasiebilder; wird jedoch das Wesentliche in einem obraz hervorgehoben, so ist es eine künstlerische Erfassung der Realität und eine zwischen dem Subjekt und der Realität vermittelnde Leistung, die das Reale (oder das Wahre) in einer neuen Form, in einem obraz, zur Erscheinung bringt. Betrachtet man die von “obraz&#039; abgeleiteten Begriffe (“bezobrazie”: dt. “Häßlichkeit”, “moralische Verwerflichkeit”; “preobraženie”: dt. “Verklärung”, “Verwandlung”), so wird offensichtlich, dass “obraz” nicht eine beliebige äußere Form meint, sondern als eng verknüpft mit Schönem, Gutem und Wahrem zu denken ist. Das Böse ist demgegenüber als gestaltlos (d.h. als bez-obraznoe) zu verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Weitere Bild-Begriffe=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außer “obraz” existieren noch viele andere Bild-Ausdrücke in der russischen Sprache. Neben den schon erwähnten “kopija” und “otobraženie” sei hier nur noch ein weiterer Begriff zusätzlich angeführt: “kartina”. Die Bedeutungssphären der beiden Begriffe “obraz” und “kartina” verhalten sich komplementär zueinander. Wenn “obraz” eher mit dem englischen [[Englisch: &#039;image&#039; und &#039;picture&#039;|“image”]] vergleichbar ist, dann entspricht die Bedeutung von “kartina” eher [[Englisch: &#039;image&#039; und &#039;picture&#039;|“picture”]]. Die materielle und künstliche Beschaffenheit eines Objekts tritt bei diesem Bild-Begriff deutlicher in den Vordergrund. In Abgrenzung zu “obraz” vermittelt “kartina” einen tendenziell statischen Gesamteindruck über eine Reihe von [[Gestalt|Gestalten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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* [[Bildvorstellungen]]&lt;br /&gt;
* [[Einbildungskraft]]&lt;br /&gt;
* [[englisch: &#039;image&#039; und &#039;picture&#039;]]&lt;br /&gt;
* [[Gestalt]]&lt;br /&gt;
* [[Griechisch: &#039;typos&#039; und &#039;eidolon&#039;]]&lt;br /&gt;
* [[Ikone]]&lt;br /&gt;
* [[Mimesis]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>Maria Wargin</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Russisch:_%27obraz%27&amp;diff=9469</id>
		<title>Russisch: &#039;obraz&#039;</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Russisch:_%27obraz%27&amp;diff=9469"/>
		<updated>2012-10-19T18:17:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria Wargin: /* “Obraz”: Etymologie und Semantik */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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=====“Obraz”: Vorläufige Bestimmung=====&lt;br /&gt;
Der zentrale Bild-Begriff der russischen Sprache ist “obraz”.&amp;lt;ref&amp;gt;Einen Überblick über diesen und andere Bildbegriffe bieten: Vjačeslav &amp;lt;bib id=&#039;Ivanov 1985a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;, &amp;lt;bib id=&#039;Vasmer 1986a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;, &amp;lt;bib id=&#039;Černych 2001a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Zyganenko 1989a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Die semantische Komplexität und die sprachimmanente Spezifik dieses Begriffs lässt seine direkte Übertragung ins Deutsche als “Bild” oder “sinnliche Gestalt”/“Form” nur als behelfsmäßig und eigentlich als inadäquat erscheinen. Innerhalb der russischen Sprachdynamik ist der Begriff tendenziell meliorativ, trotz aller Vielschichtigkeit und semantischen Dialektik dieses Begriffs: Die Nähe zum Ursprünglichen, Wahren und Sakralen zeichnet dieses Bild-Konzept aus. Belegen lässt sich diese Tendenz bereits an der zweiten Grundbedeutung dieses Begriffs. “Obraz” meint auch eine manifeste Abbildung des Heiligen in der [[Ikone]]. Eine Ikone erhielt ursprünglich nicht bloß stellvertretend einen Heiligkeitsstatus, sondern sie war durch das Dargestellte selbst heilig. Die Relevanz des Begriffs “obraz” kann für die russische Kultur im Ganzen und für die russische Philosophie im Besonderen kaum überschätzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Auch für die russische Kunst- und Literaturwissenschaft ist dieser Begriff von entscheidender Bedeutung. Vgl. beispielsweise den obraz-Begriff bei Gustav Špet, Alexander Potebnja, Viktor Šklovskij. In die literaturwissenschaftliche Terminologie wurde der Begriff 1838 von Vissarion Belinskij (in seinem Aufsatz “Fonvizin i Zagoskin” in der Zeitschrift &#039;&#039;Moskovskij nabljudatelj&#039;&#039;&#039;) als eine einheitliche Übersetzung der Hegelschen kunstphilosophischen Begriffe “Bild” und “Gestalt” eingeführt. Auf Belinskij geht auch die Formel “poėzija est&#039; myšlenie v obrazach” (“Poesie ist Denken in Bildern”) zurück, die im Kontext der Rezeption Hegels zu sehen ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; An dieser Stelle sei nur beispielhaft auf Pavel Florenskijs Schrift &#039;&#039;Namen&#039;&#039; verwiesen (&amp;lt;bib id=&#039;Florenskij 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====“Obraz”: Etymologie und Semantik=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ist alt- und gemeinslawischen Ursprungs und seit dem 11. Jahrhundert nachweisbar. Der Wortstamm ist auf das Verb “rezat&#039;” (&#039;schneiden&#039;, &#039;eine Grenze ziehen&#039;) zurückzuführen. “Rezat&#039;” meint &#039;schneiden&#039;, in kleinere Einheiten (“raz”) teilen und dadurch Vielheiten schaffen. Der Prozess des Schneidens oder der Prägung gibt dem Gegenstand Form, Gestalt. Demnach meint “obraz” zunächst eine einheitliche Gestalt eines Gegenstandes, die ihn begrenzt und damit bestimmt und unterscheidbar macht. Als etwas Gestaltetes kann es auch ein Vollkommenes sein – so wie auch im Griechischen [[Griechisch: &#039;typos&#039; und &#039;eidolon&#039;|&#039;&#039;eikon&#039;&#039;, &#039;&#039;typos&#039;&#039; und &#039;&#039;morphe&#039;&#039;]]. Sergej M. Ėizenštein (&amp;lt;bib id=&#039;Ėizenštein 1975a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) sieht außerdem eine etymologische Verwandtschaft von “obraz” mit “obnaruženie” (&#039;Bloßlegung&#039;, &#039;Hervortreten&#039;, &#039;Entdecken&#039;). Wird diese Bedeutung berücksichtigt, so treten in dem Erscheinen eines Gegenstandes, in seinem obraz, wesentliche Zusammenhänge prozesshaft zutage. Charakteristisch für die Semantik von “obraz” ist die Vereinigung von höchster Konkretheit und Detailliertheit mit Allgemeinheit und Abstraktheit – oder auch von Individualität mit Ganzheitlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) Als etwas visuell oder, allgemeiner, sinnlich Erfahrbares meint “obraz” eine äußere Erscheinung, Darstellung oder Verkörperung von etwas Nicht-Sichtbarem oder nicht unmittelbar Zugänglichem und in diesem Sinne eine Einheit von Form und Inhalt, von Sinnlichkeit und Sinn. “Obraz” meint die sinnliche Erscheinungsweise des Nichtsinnlichen. Als solche Erscheinung ist obraz tendenziell auch sinnbildlich. Der [[Mimesis|mimetische]] Bedeutungsaspekt tritt eher bei etymologisch verwandten Bild-Begriffen in den Vordergrund (z.B. “izobraženie”, “otobraženie”, die &#039;Bild&#039;, &#039;Abbild&#039; bedeuten). Dementsprechend meint “obraz” im künstlerischen oder literarischen Kontext die Veranschaulichung eines allgemeineren (gedanklichen) Zusammenhangs in einer individuellen Erscheinung oder Figur. Für eine solche sinnliche Darstellung ist Lebendigkeit und Dynamik charakteristisch. Als statisch kann dieses Bild-Konzept nicht begriffen werden, wie es dagegen etwa bei den Begriffen “kopija” (dt. [[Replika, Faksimile und Kopie|“Kopie”]])  oder “otobraženie” (dt. “Widerspiegelung”, ”Abbild”) der Fall ist. Der dynamische Aspekt findet sich auch in der Bedeutung von “obraz“ als &#039;menschliche Gestalt&#039;. Die Ganzheitlichkeit und Dynamik eines obraz lässt sich in einem Erkenntnisprozess nicht vollständig schematisch zerlegen. Jederzeit bleibt ein Bedeutungsüberschuss, eine Vielschichtigkeit, die nicht in einer mimetischen Beschreibung zu erfassen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(2) Das, was sich in einer konkreten sinnlichen Erscheinung zeigt, ist ein Typ, ein allgemeinerer Charakter, ein Maß. Auch dies bringt “obraz” zum Ausdruck. Als ein idealtypisches Bild oder Ebenbild verweist “obraz” auf ein Erstes (“čelovek kak obraz i podobie Boga”: dt. “&#039;der Mensch als Ebenbild Gottes”).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(3) Das ideale Bedeutungsmoment ist es auch, das die Dynamik dieses Bild-Konzepts garantiert. Das Ideale wird implizit als ein Ziel begriffen, aus dem heraus die Form und die Handlungsweise, die Ordnung und die Tradition (“obraz žisni”: dt. “Lebensweise”; “obraz mysli”: dt. “Denkungsart”)  entsteht. Das Derivat “obrazec” (dt. “Vorbild”, “Maß”) untermauert die teleologische Nuancierung der Semantik von “obraz”. Vgl. auch das Idiom “poterjat’ obraz čelovečeskij”, das sich als “alles Menschliche einbüßen” ins Deutsche übertragen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(4) “Obraz” meint auch ein/e lebendige/s anschauliche/s [[Bildvorstellungen|mentale Vorstellung/Bild]] von etwas. Das etymologisch verwandte Wort “voobraženie” bedeutet [[Einbildungskraft|‘Einbildungskraft’]], ‘Vorstellungsvermögen’. Überwiegt das Fließende und Dynamische bei einem obraz, so handelt es bei den Vorstellungen um (fiktive) Phantasiebilder; wird jedoch das Wesentliche in einem obraz hervorgehoben, so ist es eine künstlerische Erfassung der Realität und eine zwischen dem Subjekt und der Realität vermittelnde Leistung, die das Reale (oder das Wahre) nacherschafft. Betrachtet man die von “obraz&#039; abgeleiteten Begriffe (“bezobrazie”: dt. “Häßlichkeit”, “moralische Verwerflichkeit”; “preobraženie”: dt. “Verklärung”, “Verwandlung”), so wird offensichtlich, dass “obraz” nicht eine beliebige äußere Form meint, sondern als eng verknüpft mit Schönem, Gutem und Wahrem zu denken ist. Das Böse ist demgegenüber als gestaltlos (d.h. als bez-obraznoe) zu verstehen.&lt;br /&gt;
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=====Weitere Bild-Begriffe=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außer “obraz” existieren noch viele andere Bild-Ausdrücke in der russischen Sprache. Neben den schon erwähnten “kopija” und “otobraženie” sei hier nur noch ein weiterer Begriff zusätzlich angeführt: “kartina”. Die Bedeutungssphären der beiden Begriffe “obraz” und “kartina” verhalten sich komplementär zueinander. Wenn “obraz” eher mit dem englischen [[Englisch: &#039;image&#039; und &#039;picture&#039;|“image”]] vergleichbar ist, dann entspricht die Bedeutung von “kartina” eher [[Englisch: &#039;image&#039; und &#039;picture&#039;|“picture”]]. Die materielle und künstliche Beschaffenheit eines Objekts tritt bei diesem Bild-Begriff deutlicher in den Vordergrund. In Abgrenzung zu “obraz” vermittelt “kartina” einen tendenziell statischen Gesamteindruck über eine Reihe von [[Gestalt|Gestalten]].&lt;br /&gt;
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* [[Bildvorstellungen]]&lt;br /&gt;
* [[Einbildungskraft]]&lt;br /&gt;
* [[englisch: &#039;image&#039; und &#039;picture&#039;]]&lt;br /&gt;
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		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Russisch:_%27obraz%27&amp;diff=9468</id>
		<title>Russisch: &#039;obraz&#039;</title>
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		<updated>2012-10-19T18:16:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria Wargin: /* “Obraz”: Vorläufige Bestimmung */&lt;/p&gt;
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Der zentrale Bild-Begriff der russischen Sprache ist “obraz”.&amp;lt;ref&amp;gt;Einen Überblick über diesen und andere Bildbegriffe bieten: Vjačeslav &amp;lt;bib id=&#039;Ivanov 1985a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;, &amp;lt;bib id=&#039;Vasmer 1986a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;, &amp;lt;bib id=&#039;Černych 2001a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Zyganenko 1989a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Die semantische Komplexität und die sprachimmanente Spezifik dieses Begriffs lässt seine direkte Übertragung ins Deutsche als “Bild” oder “sinnliche Gestalt”/“Form” nur als behelfsmäßig und eigentlich als inadäquat erscheinen. Innerhalb der russischen Sprachdynamik ist der Begriff tendenziell meliorativ, trotz aller Vielschichtigkeit und semantischen Dialektik dieses Begriffs: Die Nähe zum Ursprünglichen, Wahren und Sakralen zeichnet dieses Bild-Konzept aus. Belegen lässt sich diese Tendenz bereits an der zweiten Grundbedeutung dieses Begriffs. “Obraz” meint auch eine manifeste Abbildung des Heiligen in der [[Ikone]]. Eine Ikone erhielt ursprünglich nicht bloß stellvertretend einen Heiligkeitsstatus, sondern sie war durch das Dargestellte selbst heilig. Die Relevanz des Begriffs “obraz” kann für die russische Kultur im Ganzen und für die russische Philosophie im Besonderen kaum überschätzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Auch für die russische Kunst- und Literaturwissenschaft ist dieser Begriff von entscheidender Bedeutung. Vgl. beispielsweise den obraz-Begriff bei Gustav Špet, Alexander Potebnja, Viktor Šklovskij. In die literaturwissenschaftliche Terminologie wurde der Begriff 1838 von Vissarion Belinskij (in seinem Aufsatz “Fonvizin i Zagoskin” in der Zeitschrift &#039;&#039;Moskovskij nabljudatelj&#039;&#039;&#039;) als eine einheitliche Übersetzung der Hegelschen kunstphilosophischen Begriffe “Bild” und “Gestalt” eingeführt. Auf Belinskij geht auch die Formel “poėzija est&#039; myšlenie v obrazach” (“Poesie ist Denken in Bildern”) zurück, die im Kontext der Rezeption Hegels zu sehen ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; An dieser Stelle sei nur beispielhaft auf Pavel Florenskijs Schrift &#039;&#039;Namen&#039;&#039; verwiesen (&amp;lt;bib id=&#039;Florenskij 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
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=====“Obraz”: Etymologie und Semantik=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ist alt- und gemeinslawischen Ursprungs und seit dem 11. Jahrhundert nachweisbar. Der Wortstamm ist auf das Verb “rezat” (&#039;schneiden&#039;, &#039;eine Grenze ziehen&#039;) zurückzuführen. “Rezat” meint &#039;schneiden&#039;, in kleinere Einheiten (“raz”) teilen und dadurch Vielheiten schaffen. Der Prozess des Schneidens oder der Prägung gibt dem Gegenstand Form, Gestalt. Demnach meint “obraz” zunächst eine einheitliche Gestalt eines Gegenstandes, die ihn begrenzt und damit bestimmt und unterscheidbar macht. Als etwas Gestaltetes kann es auch ein Vollkommenes sein – so wie auch im Griechischen [[Griechisch: &#039;typos&#039; und &#039;eidolon&#039;|&#039;&#039;eikon&#039;&#039;, &#039;&#039;typos&#039;&#039; und &#039;&#039;morphe&#039;&#039;]]. Sergej M. Ėizenštein (&amp;lt;bib id=&#039;Ėizenštein 1975a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) sieht außerdem eine etymologische Verwandtschaft von “obraz” mit “obnaruženie” (&#039;Bloßlegung&#039;, &#039;Hervortreten&#039;, &#039;Entdecken&#039;). Wird diese Bedeutung berücksichtigt, so treten in dem Erscheinen eines Gegenstandes, in seinem obraz, wesentliche Zusammenhänge prozesshaft zutage. Charakteristisch für die Semantik von “obraz” ist die Vereinigung von höchster Konkretheit und Detailliertheit mit Allgemeinheit und Abstraktheit – oder auch von Individualität mit Ganzheitlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) Als etwas visuell oder, allgemeiner, sinnlich Erfahrbares meint “obraz” eine äußere Erscheinung, Darstellung oder Verkörperung von etwas Nicht-Sichtbarem oder nicht unmittelbar Zugänglichem und in diesem Sinne eine Einheit von Form und Inhalt, von Sinnlichkeit und Sinn. “Obraz” meint die sinnliche Erscheinungsweise des Nichtsinnlichen. Als solche Erscheinung ist obraz tendenziell auch sinnbildlich. Der [[Mimesis|mimetische]] Bedeutungsaspekt tritt eher bei etymologisch verwandten Bild-Begriffen in den Vordergrund (z.B. “izobraženie”, “otobraženie”, die &#039;Bild&#039;, &#039;Abbild&#039; bedeuten). Dementsprechend meint “obraz” im künstlerischen oder literarischen Kontext die Veranschaulichung eines allgemeineren (gedanklichen) Zusammenhangs in einer individuellen Erscheinung oder Figur. Für eine solche sinnliche Darstellung ist Lebendigkeit und Dynamik charakteristisch. Als statisch kann dieses Bild-Konzept nicht begriffen werden, wie es dagegen etwa bei den Begriffen “kopija” (dt. [[Replika, Faksimile und Kopie|“Kopie”]])  oder “otobraženie” (dt. “Widerspiegelung”, ”Abbild”) der Fall ist. Der dynamische Aspekt findet sich auch in der Bedeutung von “obraz“ als &#039;menschliche Gestalt&#039;. Die Ganzheitlichkeit und Dynamik eines obraz lässt sich in einem Erkenntnisprozess nicht vollständig schematisch zerlegen. Jederzeit bleibt ein Bedeutungsüberschuss, eine Vielschichtigkeit, die nicht in einer mimetischen Beschreibung zu erfassen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(2) Das, was sich in einer konkreten sinnlichen Erscheinung zeigt, ist ein Typ, ein allgemeinerer Charakter, ein Maß. Auch dies bringt “obraz” zum Ausdruck. Als ein idealtypisches Bild oder Ebenbild verweist “obraz” auf ein Erstes (“čelovek kak obraz i podobie Boga”: dt. “&#039;der Mensch als Ebenbild Gottes”).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(3) Das ideale Bedeutungsmoment ist es auch, das die Dynamik dieses Bild-Konzepts garantiert. Das Ideale wird implizit als ein Ziel begriffen, aus dem heraus die Form und die Handlungsweise, die Ordnung und die Tradition (“obraz žisni”: dt. “Lebensweise”; “obraz mysli”: dt. “Denkungsart”)  entsteht. Das Derivat “obrazec” (dt. “Vorbild”, “Maß”) untermauert die teleologische Nuancierung der Semantik von “obraz”. Vgl. auch das Idiom “poterjat’ obraz čelovečeskij”, das sich als “alles Menschliche einbüßen” ins Deutsche übertragen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(4) “Obraz” meint auch ein/e lebendige/s anschauliche/s [[Bildvorstellungen|mentale Vorstellung/Bild]] von etwas. Das etymologisch verwandte Wort “voobraženie” bedeutet [[Einbildungskraft|‘Einbildungskraft’]], ‘Vorstellungsvermögen’. Überwiegt das Fließende und Dynamische bei einem obraz, so handelt es bei den Vorstellungen um (fiktive) Phantasiebilder; wird jedoch das Wesentliche in einem obraz hervorgehoben, so ist es eine künstlerische Erfassung der Realität und eine zwischen dem Subjekt und der Realität vermittelnde Leistung, die das Reale (oder das Wahre) nacherschafft. Betrachtet man die von “obraz&#039; abgeleiteten Begriffe (“bezobrazie”: dt. “Häßlichkeit”, “moralische Verwerflichkeit”; “preobraženie”: dt. “Verklärung”, “Verwandlung”), so wird offensichtlich, dass “obraz” nicht eine beliebige äußere Form meint, sondern als eng verknüpft mit Schönem, Gutem und Wahrem zu denken ist. Das Böse ist demgegenüber als gestaltlos (d.h. als bez-obraznoe) zu verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Weitere Bild-Begriffe=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außer “obraz” existieren noch viele andere Bild-Ausdrücke in der russischen Sprache. Neben den schon erwähnten “kopija” und “otobraženie” sei hier nur noch ein weiterer Begriff zusätzlich angeführt: “kartina”. Die Bedeutungssphären der beiden Begriffe “obraz” und “kartina” verhalten sich komplementär zueinander. Wenn “obraz” eher mit dem englischen [[Englisch: &#039;image&#039; und &#039;picture&#039;|“image”]] vergleichbar ist, dann entspricht die Bedeutung von “kartina” eher [[Englisch: &#039;image&#039; und &#039;picture&#039;|“picture”]]. Die materielle und künstliche Beschaffenheit eines Objekts tritt bei diesem Bild-Begriff deutlicher in den Vordergrund. In Abgrenzung zu “obraz” vermittelt “kartina” einen tendenziell statischen Gesamteindruck über eine Reihe von [[Gestalt|Gestalten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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* [[Bildvorstellungen]]&lt;br /&gt;
* [[Einbildungskraft]]&lt;br /&gt;
* [[englisch: &#039;image&#039; und &#039;picture&#039;]]&lt;br /&gt;
* [[Gestalt]]&lt;br /&gt;
* [[Griechisch: &#039;typos&#039; und &#039;eidolon&#039;]]&lt;br /&gt;
* [[Ikone]]&lt;br /&gt;
* [[Mimesis]]&lt;br /&gt;
* [[Replika, Faksimile und Kopie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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		<author><name>Maria Wargin</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Russisch:_%27obraz%27&amp;diff=9467</id>
		<title>Russisch: &#039;obraz&#039;</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Russisch:_%27obraz%27&amp;diff=9467"/>
		<updated>2012-10-19T18:15:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria Wargin: /* “Obraz”: Vorläufige Bestimmung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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=====“Obraz”: Vorläufige Bestimmung=====&lt;br /&gt;
Der zentrale Bild-Begriff der russischen Sprache ist “obraz”&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Einen Überblick über diesen und andere Bildbegriffe bieten: Vjačeslav &amp;lt;bib id=&#039;Ivanov 1985a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;, &amp;lt;bib id=&#039;Vasmer 1986a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;, &amp;lt;bib id=&#039;Černych 2001a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Zyganenko 1989a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Die semantische Komplexität und die sprachimmanente Spezifik dieses Begriffs lässt seine direkte Übertragung ins Deutsche als “Bild” oder “sinnliche Gestalt”/“Form” nur als behelfsmäßig und eigentlich als inadäquat erscheinen. Innerhalb der russischen Sprachdynamik ist der Begriff tendenziell meliorativ, trotz aller Vielschichtigkeit und semantischen Dialektik dieses Begriffs: Die Nähe zum Ursprünglichen, Wahren und Sakralen zeichnet dieses Bild-Konzept aus. Belegen lässt sich diese Tendenz bereits an der zweiten Grundbedeutung dieses Begriffs. “Obraz” meint auch eine manifeste Abbildung des Heiligen in der [[Ikone]]. Eine Ikone erhielt ursprünglich nicht bloß stellvertretend einen Heiligkeitsstatus, sondern sie war durch das Dargestellte selbst heilig. Die Relevanz des Begriffs “obraz” kann für die russische Kultur im Ganzen und für die russische Philosophie im Besonderen kaum überschätzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Auch für die russische Kunst- und Literaturwissenschaft ist dieser Begriff von entscheidender Bedeutung. Vgl. beispielsweise den obraz-Begriff bei Gustav Špet, Alexander Potebnja, Viktor Šklovskij. In die literaturwissenschaftliche Terminologie wurde der Begriff 1838 von Vissarion Belinskij (in seinem Aufsatz “Fonvizin i Zagoskin” in der Zeitschrift &#039;&#039;Moskovskij nabljudatelj&#039;&#039;&#039;) als eine einheitliche Übersetzung der Hegelschen kunstphilosophischen Begriffe “Bild” und “Gestalt” eingeführt. Auf Belinskij geht auch die Formel “poėzija est&#039; myšlenie v obrazach” (“Poesie ist Denken in Bildern”) zurück, die im Kontext der Rezeption Hegels zu sehen ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; An dieser Stelle sei nur beispielhaft auf Pavel Florenskijs Schrift &#039;&#039;Namen&#039;&#039; verwiesen (&amp;lt;bib id=&#039;Florenskij 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====“Obraz”: Etymologie und Semantik=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ist alt- und gemeinslawischen Ursprungs und seit dem 11. Jahrhundert nachweisbar. Der Wortstamm ist auf das Verb “rezat” (&#039;schneiden&#039;, &#039;eine Grenze ziehen&#039;) zurückzuführen. “Rezat” meint &#039;schneiden&#039;, in kleinere Einheiten (“raz”) teilen und dadurch Vielheiten schaffen. Der Prozess des Schneidens oder der Prägung gibt dem Gegenstand Form, Gestalt. Demnach meint “obraz” zunächst eine einheitliche Gestalt eines Gegenstandes, die ihn begrenzt und damit bestimmt und unterscheidbar macht. Als etwas Gestaltetes kann es auch ein Vollkommenes sein – so wie auch im Griechischen [[Griechisch: &#039;typos&#039; und &#039;eidolon&#039;|&#039;&#039;eikon&#039;&#039;, &#039;&#039;typos&#039;&#039; und &#039;&#039;morphe&#039;&#039;]]. Sergej M. Ėizenštein (&amp;lt;bib id=&#039;Ėizenštein 1975a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) sieht außerdem eine etymologische Verwandtschaft von “obraz” mit “obnaruženie” (&#039;Bloßlegung&#039;, &#039;Hervortreten&#039;, &#039;Entdecken&#039;). Wird diese Bedeutung berücksichtigt, so treten in dem Erscheinen eines Gegenstandes, in seinem obraz, wesentliche Zusammenhänge prozesshaft zutage. Charakteristisch für die Semantik von “obraz” ist die Vereinigung von höchster Konkretheit und Detailliertheit mit Allgemeinheit und Abstraktheit – oder auch von Individualität mit Ganzheitlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) Als etwas visuell oder, allgemeiner, sinnlich Erfahrbares meint “obraz” eine äußere Erscheinung, Darstellung oder Verkörperung von etwas Nicht-Sichtbarem oder nicht unmittelbar Zugänglichem und in diesem Sinne eine Einheit von Form und Inhalt, von Sinnlichkeit und Sinn. “Obraz” meint die sinnliche Erscheinungsweise des Nichtsinnlichen. Als solche Erscheinung ist obraz tendenziell auch sinnbildlich. Der [[Mimesis|mimetische]] Bedeutungsaspekt tritt eher bei etymologisch verwandten Bild-Begriffen in den Vordergrund (z.B. “izobraženie”, “otobraženie”, die &#039;Bild&#039;, &#039;Abbild&#039; bedeuten). Dementsprechend meint “obraz” im künstlerischen oder literarischen Kontext die Veranschaulichung eines allgemeineren (gedanklichen) Zusammenhangs in einer individuellen Erscheinung oder Figur. Für eine solche sinnliche Darstellung ist Lebendigkeit und Dynamik charakteristisch. Als statisch kann dieses Bild-Konzept nicht begriffen werden, wie es dagegen etwa bei den Begriffen “kopija” (dt. [[Replika, Faksimile und Kopie|“Kopie”]])  oder “otobraženie” (dt. “Widerspiegelung”, ”Abbild”) der Fall ist. Der dynamische Aspekt findet sich auch in der Bedeutung von “obraz“ als &#039;menschliche Gestalt&#039;. Die Ganzheitlichkeit und Dynamik eines obraz lässt sich in einem Erkenntnisprozess nicht vollständig schematisch zerlegen. Jederzeit bleibt ein Bedeutungsüberschuss, eine Vielschichtigkeit, die nicht in einer mimetischen Beschreibung zu erfassen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(2) Das, was sich in einer konkreten sinnlichen Erscheinung zeigt, ist ein Typ, ein allgemeinerer Charakter, ein Maß. Auch dies bringt “obraz” zum Ausdruck. Als ein idealtypisches Bild oder Ebenbild verweist “obraz” auf ein Erstes (“čelovek kak obraz i podobie Boga”: dt. “&#039;der Mensch als Ebenbild Gottes”).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(3) Das ideale Bedeutungsmoment ist es auch, das die Dynamik dieses Bild-Konzepts garantiert. Das Ideale wird implizit als ein Ziel begriffen, aus dem heraus die Form und die Handlungsweise, die Ordnung und die Tradition (“obraz žisni”: dt. “Lebensweise”; “obraz mysli”: dt. “Denkungsart”)  entsteht. Das Derivat “obrazec” (dt. “Vorbild”, “Maß”) untermauert die teleologische Nuancierung der Semantik von “obraz”. Vgl. auch das Idiom “poterjat’ obraz čelovečeskij”, das sich als “alles Menschliche einbüßen” ins Deutsche übertragen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(4) “Obraz” meint auch ein/e lebendige/s anschauliche/s [[Bildvorstellungen|mentale Vorstellung/Bild]] von etwas. Das etymologisch verwandte Wort “voobraženie” bedeutet [[Einbildungskraft|‘Einbildungskraft’]], ‘Vorstellungsvermögen’. Überwiegt das Fließende und Dynamische bei einem obraz, so handelt es bei den Vorstellungen um (fiktive) Phantasiebilder; wird jedoch das Wesentliche in einem obraz hervorgehoben, so ist es eine künstlerische Erfassung der Realität und eine zwischen dem Subjekt und der Realität vermittelnde Leistung, die das Reale (oder das Wahre) nacherschafft. Betrachtet man die von “obraz&#039; abgeleiteten Begriffe (“bezobrazie”: dt. “Häßlichkeit”, “moralische Verwerflichkeit”; “preobraženie”: dt. “Verklärung”, “Verwandlung”), so wird offensichtlich, dass “obraz” nicht eine beliebige äußere Form meint, sondern als eng verknüpft mit Schönem, Gutem und Wahrem zu denken ist. Das Böse ist demgegenüber als gestaltlos (d.h. als bez-obraznoe) zu verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Weitere Bild-Begriffe=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außer “obraz” existieren noch viele andere Bild-Ausdrücke in der russischen Sprache. Neben den schon erwähnten “kopija” und “otobraženie” sei hier nur noch ein weiterer Begriff zusätzlich angeführt: “kartina”. Die Bedeutungssphären der beiden Begriffe “obraz” und “kartina” verhalten sich komplementär zueinander. Wenn “obraz” eher mit dem englischen [[Englisch: &#039;image&#039; und &#039;picture&#039;|“image”]] vergleichbar ist, dann entspricht die Bedeutung von “kartina” eher [[Englisch: &#039;image&#039; und &#039;picture&#039;|“picture”]]. Die materielle und künstliche Beschaffenheit eines Objekts tritt bei diesem Bild-Begriff deutlicher in den Vordergrund. In Abgrenzung zu “obraz” vermittelt “kartina” einen tendenziell statischen Gesamteindruck über eine Reihe von [[Gestalt|Gestalten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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* [[Bildvorstellungen]]&lt;br /&gt;
* [[Einbildungskraft]]&lt;br /&gt;
* [[englisch: &#039;image&#039; und &#039;picture&#039;]]&lt;br /&gt;
* [[Gestalt]]&lt;br /&gt;
* [[Griechisch: &#039;typos&#039; und &#039;eidolon&#039;]]&lt;br /&gt;
* [[Ikone]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>Maria Wargin</name></author>
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	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Russisch:_%27obraz%27&amp;diff=6953</id>
		<title>Russisch: &#039;obraz&#039;</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Russisch:_%27obraz%27&amp;diff=6953"/>
		<updated>2011-11-02T08:44:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria Wargin: /* optional Beispiele */&lt;/p&gt;
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=====&#039;Obraz&#039;: Vorläufige Bestimmung=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Der zentrale Bild-Begriff der russischen Sprache ist &#039;obraz&#039;. Die semantische Komplexität und die&lt;br /&gt;
sprachimmanente Spezifik dieses Begriffs lässt seine direkte Übertragung ins Deutsche als &#039;Bild&#039;&lt;br /&gt;
oder &#039;sinnliche Gestalt/Form&#039; nur als provisorisch und eigentlich als inadäquat erscheinen.&lt;br /&gt;
Innerhalb der russischen Sprachdynamik ist der Begriff tendenziell meliorativ, trotz aller&lt;br /&gt;
Vielschichtigkeit und semantischen Dialektik dieses Begriffs: Die Nähe zum Ursprünglichen,&lt;br /&gt;
Wahren und Sakralen zeichnet dieses Bild-Konzept aus. Belegen lässt sich diese Vermutung bereits&lt;br /&gt;
an der zweiten Grundbedeutung dieses Begriffs. &#039;Obraz&#039; meint auch eine manifeste Abbildung des&lt;br /&gt;
Heiligen in der Ikone. Eine Ikone erhielt ursprünglich nicht bloß stellvertretend einen&lt;br /&gt;
Heiligkeitsstatus, sondern sie war im Dargestellten selbst heilig. Die Relevanz des Begriffs &#039;obraz&#039;&lt;br /&gt;
kann für die russische Kultur im Ganzen und für die russische Philosophie im Besonderen kaum&lt;br /&gt;
überschätzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt; Auch für die russische Kunst- und Literaturwissenschaft ist dieser Begriff von entscheidender Bedeutung. Vgl. beispielsweise den obraz-Begriff bei Špet, Potebnja, Šklovskij. In die literaturwissenschaftliche Terminologie wurde der&lt;br /&gt;
Begriff 1838 von V. Belinskij (Zs. „Moskovskij nabljudatelj&#039;“ in seinem Aufsatz &#039;Fonvizin i Zagoskin&#039;) als eine&lt;br /&gt;
einheitliche Übersetzung der hegelschen kunstphilosophischen Begriffe „Bild“ und „Gestalt“ eingeführt. Auf&lt;br /&gt;
Belinskij geht auch die Formel &#039;poėzija est&#039; myshlenie v obrazach&#039; (&#039;Poesie ist Denken in Bildern)&#039; zurück, die im&lt;br /&gt;
Kontext der Rezeption Hegels zu sehen ist. &amp;lt;/ref&amp;gt; An dieser Stelle sei nur beispielhaft auf Pavel Florenskij (z.B. &#039;&#039;P. Florenskij&#039;&#039;. Imena. SpB, 2007. ) verwiesen.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Titel dieser Siete ist noch nicht endgültig. Bitte an Jörg Schirra durchgeben, wenn Seitentitel endgültig feststeht. Wird dann angepasst. Danke!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Engere Begriffsbestimmung=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Der Begriff ist alt- und gemeinslawischen Ursprungs und ist seit dem XI. Jh. nachweisbar. Der&lt;br /&gt;
Wortstamm ist auf das Verb &#039;rezat&#039;&#039; (dt. &#039;schneiden&#039;; &#039;eine Grenze ziehen&#039;) zurückzuführen. &#039;Rezat&#039;&#039;&lt;br /&gt;
meint &#039;schneiden&#039;, in kleinere Einheiten (&#039;raz&#039;) teilen und dadurch Vielheiten schaffen. Der Prozess&lt;br /&gt;
des Schneidens, oder der Prägung, gibt dem Gegenstand Form, Gestalt. Demnach meint &#039;obraz&#039;&lt;br /&gt;
zunächst eine einheitliche Gestalt eines Gegenstandes, die ihn begrenzt und damit bestimmt und&lt;br /&gt;
unterscheidbar macht. Als etwas Gestaltetes ist es eventuell auch etwas Vollkommenes. Vgl. gr.&lt;br /&gt;
Eikon, Typos und Morphe. Ėizenštein &amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Ėizenšteins Aufsatz „Perspektiven“ von 1929, in Schlegel, op.cit. &amp;lt;/ref&amp;gt;  sieht außerdem eine etymologische Verwandtschaft von&lt;br /&gt;
&#039;obraz&#039; mit &#039;obnaruženie&#039; (dt. &#039;Bloßlegung&#039;, &#039;Hervortreten&#039;, &#039;Entdecken&#039;). Wird diese Bedeutung&lt;br /&gt;
berücksichtigt, so treten in dem Erscheinen eines Gegenstandes, in seinem &#039;obraz&#039;, wesentliche&lt;br /&gt;
Zusammenhänge prozesshaft zutage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakteristisch für die Semantik von &#039;obraz&#039; ist die Vereinigung von höchster Konkretheit und&lt;br /&gt;
Detailliertheit mit der Allgemeinheit und Abstraktheit, oder von Individualität mit der&lt;br /&gt;
Ganzheitlichkeit.&lt;br /&gt;
(1) Als etwas visuell oder, allgemeiner, sinnlich Erfahrbares meint &#039;obraz&#039; eine äußere Erscheinung,&lt;br /&gt;
Darstellung oder Verkörperung von etwas Nicht-Sichtbarem oder nicht unmittelbar Zugänglichem&lt;br /&gt;
und in diesem Sinne eine Einheit von Form und Inhalt, von Sinnlichkeit und Sinn. &#039;Obraz&#039; meint die&lt;br /&gt;
sinnliche Erscheinungsweise des Nichtsinnlichen. Als solche Erscheinung ist &#039;obraz&#039; tendenziell&lt;br /&gt;
auch sinnbildlich. Der mimetische Bedeutungsaspekt tritt eher bei etymologisch verwandten Bild-&lt;br /&gt;
Begriffen in den Vordergrund (z.B. &#039;izobraženie&#039;, &#039;otobraženie&#039;: dt. &#039;Bild&#039;, &#039;Abbild&#039;).&lt;br /&gt;
Dementsprechend meint &#039;obraz&#039; im künstlerischen oder literarischen Kontext die Veranschaulichung&lt;br /&gt;
eines allgemeineren (gedanklichen) Zusammenhangs in einer individuellen Erscheinung oder Figur.&lt;br /&gt;
Charakteristisch ist Lebendigkeit und Dynamik einer solchen sinnlichen Darstellung. Als statisch&lt;br /&gt;
kann dieses Bild-Konzept nicht begriffen werden, wie es z.B. bei den Begriffen &#039;kopija&#039; (dt. &#039;Kopie&#039;)&lt;br /&gt;
oder &#039;otobraženie&#039; (dt. &#039;Widerspiegelung&#039;, &#039;Abbild&#039;) der Fall ist. Diesen Aspekt bestärkt die&lt;br /&gt;
Bedeutung von &#039;obraz&#039; als &#039;menschliche Gestalt&#039;.&lt;br /&gt;
Die Ganzheitlichkeit und Dynamik eines &#039;obraz&#039; lässt ihn in einem Erkenntnisprozess nicht&lt;br /&gt;
vollständig schematisch zerlegen. Jederzeit bleibt ein Bedeutungsüberschuss, eine Vielschichtigkeit,&lt;br /&gt;
die nicht in einer mimetischen Beschreibung zu erfassen ist.&lt;br /&gt;
(2) Das, was sich in einer konkreten sinnlichen Erscheinung zeigt, ist ein Typ, ein allgemeinerer&lt;br /&gt;
Charakter, ein Maß (z.B. . Auch dies bringt &#039;obraz&#039; zum Ausdruck. Als ein idealtypisches Bild oder&lt;br /&gt;
Ebenbild verweist &#039;obraz&#039; auf ein Erstes (&#039;čelovek kak obraz i podobie Boga&#039;: dt. &#039;der Mensch als&lt;br /&gt;
Ebenbild Gottes&#039;).&lt;br /&gt;
(3) Das ideale Bedeutungsmoment ist es auch, das die Dynamik dieses Bild-Konzepts garantiert.&lt;br /&gt;
Das Ideale wird implizit als ein Ziel begriffen, aus dem heraus die Form und die Handlungsweise,&lt;br /&gt;
die Ordnung und die Tradition (&#039;obraz žisni&#039;: dt. &#039;Lebensweise&#039;; &#039;obraz mysli&#039;: dt. &#039;Denkungsart&#039;)&lt;br /&gt;
entsteht. Das Derivat &#039;obrazec&#039; (dt. &#039;Vorbild&#039;, &#039;Maß&#039;) untermauert die teleologische Nuancierung der&lt;br /&gt;
Semantik von &#039;obraz&#039;. Vgl. auch das Idiom &#039;poterjat&#039; obraz čelovečeskij&#039;, das sich als &#039;alles&lt;br /&gt;
Menschliche einbüßen&#039; ins Deutsche übertragen lässt.&lt;br /&gt;
(4) Das Ideale des Maßes wird seinerseits im Ideellen erfasst: &#039;Obraz&#039; meint auch eine lebendige&lt;br /&gt;
anschauliche mentale Vorstellung/Bild von etwas. Das etymologisch verwandte Wort &#039;voobraženie&#039;&lt;br /&gt;
bedeutet Einbildungskraft, Vorstellungsvermögen. Überwiegt das Fließende und Dynamische bei&lt;br /&gt;
einem &#039;obraz&#039;, handelt es bei den Vorstellungen um (fiktive) Phantasiebilder; wird das „Wesentliche“&lt;br /&gt;
in einem &#039;obraz&#039; hervorgehoben, so ist es eine künstlerische Erfassung der Realität und eine&lt;br /&gt;
zwischen dem Subjekt und der Realität vermittelnde Leistung, die das Reale (oder das Wahre)&lt;br /&gt;
nacherschafft.&lt;br /&gt;
Betrachtet man die von &#039;obraz&#039; abgeleiteten Begriffe (&#039;bezobrazie&#039;: dt. &#039;Häßlichkeit&#039;, &#039;moralische&lt;br /&gt;
Verwerflichkeit&#039;; &#039;preobraženie&#039;: dt. &#039;Verklärung&#039;, &#039;Verwandlung&#039;), so wird offensichtlich, dass &#039;obraz&#039;&lt;br /&gt;
nicht eine beliebige äußere Form meint, sondern als eng verknüpft mit Schönem, Gutem und&lt;br /&gt;
Wahrem zu denken ist. Das Böse ist demgegenüber als gestaltlos, d.i. bez-obraznoe, zu verstehen.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Weitere Bild-Begriffe=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Daneben existieren noch viele andere Bild-Begriffe in der russischen Sprache. Beispielhaft sei hier&lt;br /&gt;
nur noch einer zusätzlich angeführt.&lt;br /&gt;
Einen wichtigen, zu &#039;obraz&#039; synonymen Begriff stellt der Begriff &#039;kartina&#039; dar. Die&lt;br /&gt;
Bedeutungssphären der beiden Begriffe verhalten sich komplementär zueinander. Wenn &#039;obraz&#039; eher&lt;br /&gt;
mit dem englischen &#039;image&#039; vergleichbar ist, dann entspricht die Bedeutung von &#039;kartina&#039; eher&lt;br /&gt;
&#039;picture&#039;. Die materielle und künstliche Beschaffenheit eines Objekts tritt bei diesem Bild-Begriff&lt;br /&gt;
deutlicher in den Vordergrund. In Abgrenzung zu &#039;obraz&#039; vermittelt &#039;kartina&#039; einen tendenziell&lt;br /&gt;
statischen Gesamteindruck über eine Reihe von Gestalten.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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[[Benutzer:Maria Wargin|Wargin, Maria]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria Wargin</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Russisch:_%27obraz%27&amp;diff=6952</id>
		<title>Russisch: &#039;obraz&#039;</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Russisch:_%27obraz%27&amp;diff=6952"/>
		<updated>2011-11-02T08:44:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria Wargin: /* Auswirkungen auf andere Begriffe */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildtermini anderer Sprachen]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Bildtermini anderer Sprachen]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====&#039;Obraz&#039;: Vorläufige Bestimmung=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Der zentrale Bild-Begriff der russischen Sprache ist &#039;obraz&#039;. Die semantische Komplexität und die&lt;br /&gt;
sprachimmanente Spezifik dieses Begriffs lässt seine direkte Übertragung ins Deutsche als &#039;Bild&#039;&lt;br /&gt;
oder &#039;sinnliche Gestalt/Form&#039; nur als provisorisch und eigentlich als inadäquat erscheinen.&lt;br /&gt;
Innerhalb der russischen Sprachdynamik ist der Begriff tendenziell meliorativ, trotz aller&lt;br /&gt;
Vielschichtigkeit und semantischen Dialektik dieses Begriffs: Die Nähe zum Ursprünglichen,&lt;br /&gt;
Wahren und Sakralen zeichnet dieses Bild-Konzept aus. Belegen lässt sich diese Vermutung bereits&lt;br /&gt;
an der zweiten Grundbedeutung dieses Begriffs. &#039;Obraz&#039; meint auch eine manifeste Abbildung des&lt;br /&gt;
Heiligen in der Ikone. Eine Ikone erhielt ursprünglich nicht bloß stellvertretend einen&lt;br /&gt;
Heiligkeitsstatus, sondern sie war im Dargestellten selbst heilig. Die Relevanz des Begriffs &#039;obraz&#039;&lt;br /&gt;
kann für die russische Kultur im Ganzen und für die russische Philosophie im Besonderen kaum&lt;br /&gt;
überschätzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt; Auch für die russische Kunst- und Literaturwissenschaft ist dieser Begriff von entscheidender Bedeutung. Vgl. beispielsweise den obraz-Begriff bei Špet, Potebnja, Šklovskij. In die literaturwissenschaftliche Terminologie wurde der&lt;br /&gt;
Begriff 1838 von V. Belinskij (Zs. „Moskovskij nabljudatelj&#039;“ in seinem Aufsatz &#039;Fonvizin i Zagoskin&#039;) als eine&lt;br /&gt;
einheitliche Übersetzung der hegelschen kunstphilosophischen Begriffe „Bild“ und „Gestalt“ eingeführt. Auf&lt;br /&gt;
Belinskij geht auch die Formel &#039;poėzija est&#039; myshlenie v obrazach&#039; (&#039;Poesie ist Denken in Bildern)&#039; zurück, die im&lt;br /&gt;
Kontext der Rezeption Hegels zu sehen ist. &amp;lt;/ref&amp;gt; An dieser Stelle sei nur beispielhaft auf Pavel Florenskij (z.B. &#039;&#039;P. Florenskij&#039;&#039;. Imena. SpB, 2007. ) verwiesen.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Titel dieser Siete ist noch nicht endgültig. Bitte an Jörg Schirra durchgeben, wenn Seitentitel endgültig feststeht. Wird dann angepasst. Danke!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Engere Begriffsbestimmung=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Der Begriff ist alt- und gemeinslawischen Ursprungs und ist seit dem XI. Jh. nachweisbar. Der&lt;br /&gt;
Wortstamm ist auf das Verb &#039;rezat&#039;&#039; (dt. &#039;schneiden&#039;; &#039;eine Grenze ziehen&#039;) zurückzuführen. &#039;Rezat&#039;&#039;&lt;br /&gt;
meint &#039;schneiden&#039;, in kleinere Einheiten (&#039;raz&#039;) teilen und dadurch Vielheiten schaffen. Der Prozess&lt;br /&gt;
des Schneidens, oder der Prägung, gibt dem Gegenstand Form, Gestalt. Demnach meint &#039;obraz&#039;&lt;br /&gt;
zunächst eine einheitliche Gestalt eines Gegenstandes, die ihn begrenzt und damit bestimmt und&lt;br /&gt;
unterscheidbar macht. Als etwas Gestaltetes ist es eventuell auch etwas Vollkommenes. Vgl. gr.&lt;br /&gt;
Eikon, Typos und Morphe. Ėizenštein &amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Ėizenšteins Aufsatz „Perspektiven“ von 1929, in Schlegel, op.cit. &amp;lt;/ref&amp;gt;  sieht außerdem eine etymologische Verwandtschaft von&lt;br /&gt;
&#039;obraz&#039; mit &#039;obnaruženie&#039; (dt. &#039;Bloßlegung&#039;, &#039;Hervortreten&#039;, &#039;Entdecken&#039;). Wird diese Bedeutung&lt;br /&gt;
berücksichtigt, so treten in dem Erscheinen eines Gegenstandes, in seinem &#039;obraz&#039;, wesentliche&lt;br /&gt;
Zusammenhänge prozesshaft zutage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakteristisch für die Semantik von &#039;obraz&#039; ist die Vereinigung von höchster Konkretheit und&lt;br /&gt;
Detailliertheit mit der Allgemeinheit und Abstraktheit, oder von Individualität mit der&lt;br /&gt;
Ganzheitlichkeit.&lt;br /&gt;
(1) Als etwas visuell oder, allgemeiner, sinnlich Erfahrbares meint &#039;obraz&#039; eine äußere Erscheinung,&lt;br /&gt;
Darstellung oder Verkörperung von etwas Nicht-Sichtbarem oder nicht unmittelbar Zugänglichem&lt;br /&gt;
und in diesem Sinne eine Einheit von Form und Inhalt, von Sinnlichkeit und Sinn. &#039;Obraz&#039; meint die&lt;br /&gt;
sinnliche Erscheinungsweise des Nichtsinnlichen. Als solche Erscheinung ist &#039;obraz&#039; tendenziell&lt;br /&gt;
auch sinnbildlich. Der mimetische Bedeutungsaspekt tritt eher bei etymologisch verwandten Bild-&lt;br /&gt;
Begriffen in den Vordergrund (z.B. &#039;izobraženie&#039;, &#039;otobraženie&#039;: dt. &#039;Bild&#039;, &#039;Abbild&#039;).&lt;br /&gt;
Dementsprechend meint &#039;obraz&#039; im künstlerischen oder literarischen Kontext die Veranschaulichung&lt;br /&gt;
eines allgemeineren (gedanklichen) Zusammenhangs in einer individuellen Erscheinung oder Figur.&lt;br /&gt;
Charakteristisch ist Lebendigkeit und Dynamik einer solchen sinnlichen Darstellung. Als statisch&lt;br /&gt;
kann dieses Bild-Konzept nicht begriffen werden, wie es z.B. bei den Begriffen &#039;kopija&#039; (dt. &#039;Kopie&#039;)&lt;br /&gt;
oder &#039;otobraženie&#039; (dt. &#039;Widerspiegelung&#039;, &#039;Abbild&#039;) der Fall ist. Diesen Aspekt bestärkt die&lt;br /&gt;
Bedeutung von &#039;obraz&#039; als &#039;menschliche Gestalt&#039;.&lt;br /&gt;
Die Ganzheitlichkeit und Dynamik eines &#039;obraz&#039; lässt ihn in einem Erkenntnisprozess nicht&lt;br /&gt;
vollständig schematisch zerlegen. Jederzeit bleibt ein Bedeutungsüberschuss, eine Vielschichtigkeit,&lt;br /&gt;
die nicht in einer mimetischen Beschreibung zu erfassen ist.&lt;br /&gt;
(2) Das, was sich in einer konkreten sinnlichen Erscheinung zeigt, ist ein Typ, ein allgemeinerer&lt;br /&gt;
Charakter, ein Maß (z.B. . Auch dies bringt &#039;obraz&#039; zum Ausdruck. Als ein idealtypisches Bild oder&lt;br /&gt;
Ebenbild verweist &#039;obraz&#039; auf ein Erstes (&#039;čelovek kak obraz i podobie Boga&#039;: dt. &#039;der Mensch als&lt;br /&gt;
Ebenbild Gottes&#039;).&lt;br /&gt;
(3) Das ideale Bedeutungsmoment ist es auch, das die Dynamik dieses Bild-Konzepts garantiert.&lt;br /&gt;
Das Ideale wird implizit als ein Ziel begriffen, aus dem heraus die Form und die Handlungsweise,&lt;br /&gt;
die Ordnung und die Tradition (&#039;obraz žisni&#039;: dt. &#039;Lebensweise&#039;; &#039;obraz mysli&#039;: dt. &#039;Denkungsart&#039;)&lt;br /&gt;
entsteht. Das Derivat &#039;obrazec&#039; (dt. &#039;Vorbild&#039;, &#039;Maß&#039;) untermauert die teleologische Nuancierung der&lt;br /&gt;
Semantik von &#039;obraz&#039;. Vgl. auch das Idiom &#039;poterjat&#039; obraz čelovečeskij&#039;, das sich als &#039;alles&lt;br /&gt;
Menschliche einbüßen&#039; ins Deutsche übertragen lässt.&lt;br /&gt;
(4) Das Ideale des Maßes wird seinerseits im Ideellen erfasst: &#039;Obraz&#039; meint auch eine lebendige&lt;br /&gt;
anschauliche mentale Vorstellung/Bild von etwas. Das etymologisch verwandte Wort &#039;voobraženie&#039;&lt;br /&gt;
bedeutet Einbildungskraft, Vorstellungsvermögen. Überwiegt das Fließende und Dynamische bei&lt;br /&gt;
einem &#039;obraz&#039;, handelt es bei den Vorstellungen um (fiktive) Phantasiebilder; wird das „Wesentliche“&lt;br /&gt;
in einem &#039;obraz&#039; hervorgehoben, so ist es eine künstlerische Erfassung der Realität und eine&lt;br /&gt;
zwischen dem Subjekt und der Realität vermittelnde Leistung, die das Reale (oder das Wahre)&lt;br /&gt;
nacherschafft.&lt;br /&gt;
Betrachtet man die von &#039;obraz&#039; abgeleiteten Begriffe (&#039;bezobrazie&#039;: dt. &#039;Häßlichkeit&#039;, &#039;moralische&lt;br /&gt;
Verwerflichkeit&#039;; &#039;preobraženie&#039;: dt. &#039;Verklärung&#039;, &#039;Verwandlung&#039;), so wird offensichtlich, dass &#039;obraz&#039;&lt;br /&gt;
nicht eine beliebige äußere Form meint, sondern als eng verknüpft mit Schönem, Gutem und&lt;br /&gt;
Wahrem zu denken ist. Das Böse ist demgegenüber als gestaltlos, d.i. bez-obraznoe, zu verstehen.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====optional Beispiele=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Weitere Bild-Begriffe=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Daneben existieren noch viele andere Bild-Begriffe in der russischen Sprache. Beispielhaft sei hier&lt;br /&gt;
nur noch einer zusätzlich angeführt.&lt;br /&gt;
Einen wichtigen, zu &#039;obraz&#039; synonymen Begriff stellt der Begriff &#039;kartina&#039; dar. Die&lt;br /&gt;
Bedeutungssphären der beiden Begriffe verhalten sich komplementär zueinander. Wenn &#039;obraz&#039; eher&lt;br /&gt;
mit dem englischen &#039;image&#039; vergleichbar ist, dann entspricht die Bedeutung von &#039;kartina&#039; eher&lt;br /&gt;
&#039;picture&#039;. Die materielle und künstliche Beschaffenheit eines Objekts tritt bei diesem Bild-Begriff&lt;br /&gt;
deutlicher in den Vordergrund. In Abgrenzung zu &#039;obraz&#039; vermittelt &#039;kartina&#039; einen tendenziell&lt;br /&gt;
statischen Gesamteindruck über eine Reihe von Gestalten.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria Wargin</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Russisch:_%27obraz%27&amp;diff=6951</id>
		<title>Russisch: &#039;obraz&#039;</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Russisch:_%27obraz%27&amp;diff=6951"/>
		<updated>2011-11-02T08:44:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria Wargin: /* Obraz: Vorläufige Bestimmung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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=====&#039;Obraz&#039;: Vorläufige Bestimmung=====&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Der zentrale Bild-Begriff der russischen Sprache ist &#039;obraz&#039;. Die semantische Komplexität und die&lt;br /&gt;
sprachimmanente Spezifik dieses Begriffs lässt seine direkte Übertragung ins Deutsche als &#039;Bild&#039;&lt;br /&gt;
oder &#039;sinnliche Gestalt/Form&#039; nur als provisorisch und eigentlich als inadäquat erscheinen.&lt;br /&gt;
Innerhalb der russischen Sprachdynamik ist der Begriff tendenziell meliorativ, trotz aller&lt;br /&gt;
Vielschichtigkeit und semantischen Dialektik dieses Begriffs: Die Nähe zum Ursprünglichen,&lt;br /&gt;
Wahren und Sakralen zeichnet dieses Bild-Konzept aus. Belegen lässt sich diese Vermutung bereits&lt;br /&gt;
an der zweiten Grundbedeutung dieses Begriffs. &#039;Obraz&#039; meint auch eine manifeste Abbildung des&lt;br /&gt;
Heiligen in der Ikone. Eine Ikone erhielt ursprünglich nicht bloß stellvertretend einen&lt;br /&gt;
Heiligkeitsstatus, sondern sie war im Dargestellten selbst heilig. Die Relevanz des Begriffs &#039;obraz&#039;&lt;br /&gt;
kann für die russische Kultur im Ganzen und für die russische Philosophie im Besonderen kaum&lt;br /&gt;
überschätzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt; Auch für die russische Kunst- und Literaturwissenschaft ist dieser Begriff von entscheidender Bedeutung. Vgl. beispielsweise den obraz-Begriff bei Špet, Potebnja, Šklovskij. In die literaturwissenschaftliche Terminologie wurde der&lt;br /&gt;
Begriff 1838 von V. Belinskij (Zs. „Moskovskij nabljudatelj&#039;“ in seinem Aufsatz &#039;Fonvizin i Zagoskin&#039;) als eine&lt;br /&gt;
einheitliche Übersetzung der hegelschen kunstphilosophischen Begriffe „Bild“ und „Gestalt“ eingeführt. Auf&lt;br /&gt;
Belinskij geht auch die Formel &#039;poėzija est&#039; myshlenie v obrazach&#039; (&#039;Poesie ist Denken in Bildern)&#039; zurück, die im&lt;br /&gt;
Kontext der Rezeption Hegels zu sehen ist. &amp;lt;/ref&amp;gt; An dieser Stelle sei nur beispielhaft auf Pavel Florenskij (z.B. &#039;&#039;P. Florenskij&#039;&#039;. Imena. SpB, 2007. ) verwiesen.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Titel dieser Siete ist noch nicht endgültig. Bitte an Jörg Schirra durchgeben, wenn Seitentitel endgültig feststeht. Wird dann angepasst. Danke!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Engere Begriffsbestimmung=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Der Begriff ist alt- und gemeinslawischen Ursprungs und ist seit dem XI. Jh. nachweisbar. Der&lt;br /&gt;
Wortstamm ist auf das Verb &#039;rezat&#039;&#039; (dt. &#039;schneiden&#039;; &#039;eine Grenze ziehen&#039;) zurückzuführen. &#039;Rezat&#039;&#039;&lt;br /&gt;
meint &#039;schneiden&#039;, in kleinere Einheiten (&#039;raz&#039;) teilen und dadurch Vielheiten schaffen. Der Prozess&lt;br /&gt;
des Schneidens, oder der Prägung, gibt dem Gegenstand Form, Gestalt. Demnach meint &#039;obraz&#039;&lt;br /&gt;
zunächst eine einheitliche Gestalt eines Gegenstandes, die ihn begrenzt und damit bestimmt und&lt;br /&gt;
unterscheidbar macht. Als etwas Gestaltetes ist es eventuell auch etwas Vollkommenes. Vgl. gr.&lt;br /&gt;
Eikon, Typos und Morphe. Ėizenštein &amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Ėizenšteins Aufsatz „Perspektiven“ von 1929, in Schlegel, op.cit. &amp;lt;/ref&amp;gt;  sieht außerdem eine etymologische Verwandtschaft von&lt;br /&gt;
&#039;obraz&#039; mit &#039;obnaruženie&#039; (dt. &#039;Bloßlegung&#039;, &#039;Hervortreten&#039;, &#039;Entdecken&#039;). Wird diese Bedeutung&lt;br /&gt;
berücksichtigt, so treten in dem Erscheinen eines Gegenstandes, in seinem &#039;obraz&#039;, wesentliche&lt;br /&gt;
Zusammenhänge prozesshaft zutage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakteristisch für die Semantik von &#039;obraz&#039; ist die Vereinigung von höchster Konkretheit und&lt;br /&gt;
Detailliertheit mit der Allgemeinheit und Abstraktheit, oder von Individualität mit der&lt;br /&gt;
Ganzheitlichkeit.&lt;br /&gt;
(1) Als etwas visuell oder, allgemeiner, sinnlich Erfahrbares meint &#039;obraz&#039; eine äußere Erscheinung,&lt;br /&gt;
Darstellung oder Verkörperung von etwas Nicht-Sichtbarem oder nicht unmittelbar Zugänglichem&lt;br /&gt;
und in diesem Sinne eine Einheit von Form und Inhalt, von Sinnlichkeit und Sinn. &#039;Obraz&#039; meint die&lt;br /&gt;
sinnliche Erscheinungsweise des Nichtsinnlichen. Als solche Erscheinung ist &#039;obraz&#039; tendenziell&lt;br /&gt;
auch sinnbildlich. Der mimetische Bedeutungsaspekt tritt eher bei etymologisch verwandten Bild-&lt;br /&gt;
Begriffen in den Vordergrund (z.B. &#039;izobraženie&#039;, &#039;otobraženie&#039;: dt. &#039;Bild&#039;, &#039;Abbild&#039;).&lt;br /&gt;
Dementsprechend meint &#039;obraz&#039; im künstlerischen oder literarischen Kontext die Veranschaulichung&lt;br /&gt;
eines allgemeineren (gedanklichen) Zusammenhangs in einer individuellen Erscheinung oder Figur.&lt;br /&gt;
Charakteristisch ist Lebendigkeit und Dynamik einer solchen sinnlichen Darstellung. Als statisch&lt;br /&gt;
kann dieses Bild-Konzept nicht begriffen werden, wie es z.B. bei den Begriffen &#039;kopija&#039; (dt. &#039;Kopie&#039;)&lt;br /&gt;
oder &#039;otobraženie&#039; (dt. &#039;Widerspiegelung&#039;, &#039;Abbild&#039;) der Fall ist. Diesen Aspekt bestärkt die&lt;br /&gt;
Bedeutung von &#039;obraz&#039; als &#039;menschliche Gestalt&#039;.&lt;br /&gt;
Die Ganzheitlichkeit und Dynamik eines &#039;obraz&#039; lässt ihn in einem Erkenntnisprozess nicht&lt;br /&gt;
vollständig schematisch zerlegen. Jederzeit bleibt ein Bedeutungsüberschuss, eine Vielschichtigkeit,&lt;br /&gt;
die nicht in einer mimetischen Beschreibung zu erfassen ist.&lt;br /&gt;
(2) Das, was sich in einer konkreten sinnlichen Erscheinung zeigt, ist ein Typ, ein allgemeinerer&lt;br /&gt;
Charakter, ein Maß (z.B. . Auch dies bringt &#039;obraz&#039; zum Ausdruck. Als ein idealtypisches Bild oder&lt;br /&gt;
Ebenbild verweist &#039;obraz&#039; auf ein Erstes (&#039;čelovek kak obraz i podobie Boga&#039;: dt. &#039;der Mensch als&lt;br /&gt;
Ebenbild Gottes&#039;).&lt;br /&gt;
(3) Das ideale Bedeutungsmoment ist es auch, das die Dynamik dieses Bild-Konzepts garantiert.&lt;br /&gt;
Das Ideale wird implizit als ein Ziel begriffen, aus dem heraus die Form und die Handlungsweise,&lt;br /&gt;
die Ordnung und die Tradition (&#039;obraz žisni&#039;: dt. &#039;Lebensweise&#039;; &#039;obraz mysli&#039;: dt. &#039;Denkungsart&#039;)&lt;br /&gt;
entsteht. Das Derivat &#039;obrazec&#039; (dt. &#039;Vorbild&#039;, &#039;Maß&#039;) untermauert die teleologische Nuancierung der&lt;br /&gt;
Semantik von &#039;obraz&#039;. Vgl. auch das Idiom &#039;poterjat&#039; obraz čelovečeskij&#039;, das sich als &#039;alles&lt;br /&gt;
Menschliche einbüßen&#039; ins Deutsche übertragen lässt.&lt;br /&gt;
(4) Das Ideale des Maßes wird seinerseits im Ideellen erfasst: &#039;Obraz&#039; meint auch eine lebendige&lt;br /&gt;
anschauliche mentale Vorstellung/Bild von etwas. Das etymologisch verwandte Wort &#039;voobraženie&#039;&lt;br /&gt;
bedeutet Einbildungskraft, Vorstellungsvermögen. Überwiegt das Fließende und Dynamische bei&lt;br /&gt;
einem &#039;obraz&#039;, handelt es bei den Vorstellungen um (fiktive) Phantasiebilder; wird das „Wesentliche“&lt;br /&gt;
in einem &#039;obraz&#039; hervorgehoben, so ist es eine künstlerische Erfassung der Realität und eine&lt;br /&gt;
zwischen dem Subjekt und der Realität vermittelnde Leistung, die das Reale (oder das Wahre)&lt;br /&gt;
nacherschafft.&lt;br /&gt;
Betrachtet man die von &#039;obraz&#039; abgeleiteten Begriffe (&#039;bezobrazie&#039;: dt. &#039;Häßlichkeit&#039;, &#039;moralische&lt;br /&gt;
Verwerflichkeit&#039;; &#039;preobraženie&#039;: dt. &#039;Verklärung&#039;, &#039;Verwandlung&#039;), so wird offensichtlich, dass &#039;obraz&#039;&lt;br /&gt;
nicht eine beliebige äußere Form meint, sondern als eng verknüpft mit Schönem, Gutem und&lt;br /&gt;
Wahrem zu denken ist. Das Böse ist demgegenüber als gestaltlos, d.i. bez-obraznoe, zu verstehen.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====optional Beispiele=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Auswirkungen auf andere Begriffe=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Daneben existieren noch viele andere Bild-Begriffe in der russischen Sprache. Beispielhaft sei hier&lt;br /&gt;
nur noch einer zusätzlich angeführt.&lt;br /&gt;
Einen wichtigen, zu &#039;obraz&#039; synonymen Begriff stellt der Begriff &#039;kartina&#039; dar. Die&lt;br /&gt;
Bedeutungssphären der beiden Begriffe verhalten sich komplementär zueinander. Wenn &#039;obraz&#039; eher&lt;br /&gt;
mit dem englischen &#039;image&#039; vergleichbar ist, dann entspricht die Bedeutung von &#039;kartina&#039; eher&lt;br /&gt;
&#039;picture&#039;. Die materielle und künstliche Beschaffenheit eines Objekts tritt bei diesem Bild-Begriff&lt;br /&gt;
deutlicher in den Vordergrund. In Abgrenzung zu &#039;obraz&#039; vermittelt &#039;kartina&#039; einen tendenziell&lt;br /&gt;
statischen Gesamteindruck über eine Reihe von Gestalten.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Maria Wargin|Wargin, Maria]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria Wargin</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Russisch:_%27obraz%27&amp;diff=6950</id>
		<title>Russisch: &#039;obraz&#039;</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Russisch:_%27obraz%27&amp;diff=6950"/>
		<updated>2011-11-02T08:43:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria Wargin: /* Darstellung des gr. Zusammenhangs */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildtermini anderer Sprachen]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Bildtermini anderer Sprachen]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Obraz: Vorläufige Bestimmung=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Der zentrale Bild-Begriff der russischen Sprache ist &#039;obraz&#039;. Die semantische Komplexität und die&lt;br /&gt;
sprachimmanente Spezifik dieses Begriffs lässt seine direkte Übertragung ins Deutsche als &#039;Bild&#039;&lt;br /&gt;
oder &#039;sinnliche Gestalt/Form&#039; nur als provisorisch und eigentlich als inadäquat erscheinen.&lt;br /&gt;
Innerhalb der russischen Sprachdynamik ist der Begriff tendenziell meliorativ, trotz aller&lt;br /&gt;
Vielschichtigkeit und semantischen Dialektik dieses Begriffs: Die Nähe zum Ursprünglichen,&lt;br /&gt;
Wahren und Sakralen zeichnet dieses Bild-Konzept aus. Belegen lässt sich diese Vermutung bereits&lt;br /&gt;
an der zweiten Grundbedeutung dieses Begriffs. &#039;Obraz&#039; meint auch eine manifeste Abbildung des&lt;br /&gt;
Heiligen in der Ikone. Eine Ikone erhielt ursprünglich nicht bloß stellvertretend einen&lt;br /&gt;
Heiligkeitsstatus, sondern sie war im Dargestellten selbst heilig. Die Relevanz des Begriffs &#039;obraz&#039;&lt;br /&gt;
kann für die russische Kultur im Ganzen und für die russische Philosophie im Besonderen kaum&lt;br /&gt;
überschätzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt; Auch für die russische Kunst- und Literaturwissenschaft ist dieser Begriff von entscheidender Bedeutung. Vgl. beispielsweise den obraz-Begriff bei Špet, Potebnja, Šklovskij. In die literaturwissenschaftliche Terminologie wurde der&lt;br /&gt;
Begriff 1838 von V. Belinskij (Zs. „Moskovskij nabljudatelj&#039;“ in seinem Aufsatz &#039;Fonvizin i Zagoskin&#039;) als eine&lt;br /&gt;
einheitliche Übersetzung der hegelschen kunstphilosophischen Begriffe „Bild“ und „Gestalt“ eingeführt. Auf&lt;br /&gt;
Belinskij geht auch die Formel &#039;poėzija est&#039; myshlenie v obrazach&#039; (&#039;Poesie ist Denken in Bildern)&#039; zurück, die im&lt;br /&gt;
Kontext der Rezeption Hegels zu sehen ist. &amp;lt;/ref&amp;gt; An dieser Stelle sei nur beispielhaft auf Pavel Florenskij (z.B. &#039;&#039;P. Florenskij&#039;&#039;. Imena. SpB, 2007. ) verwiesen.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Titel dieser Siete ist noch nicht endgültig. Bitte an Jörg Schirra durchgeben, wenn Seitentitel endgültig feststeht. Wird dann angepasst. Danke!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Engere Begriffsbestimmung=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Der Begriff ist alt- und gemeinslawischen Ursprungs und ist seit dem XI. Jh. nachweisbar. Der&lt;br /&gt;
Wortstamm ist auf das Verb &#039;rezat&#039;&#039; (dt. &#039;schneiden&#039;; &#039;eine Grenze ziehen&#039;) zurückzuführen. &#039;Rezat&#039;&#039;&lt;br /&gt;
meint &#039;schneiden&#039;, in kleinere Einheiten (&#039;raz&#039;) teilen und dadurch Vielheiten schaffen. Der Prozess&lt;br /&gt;
des Schneidens, oder der Prägung, gibt dem Gegenstand Form, Gestalt. Demnach meint &#039;obraz&#039;&lt;br /&gt;
zunächst eine einheitliche Gestalt eines Gegenstandes, die ihn begrenzt und damit bestimmt und&lt;br /&gt;
unterscheidbar macht. Als etwas Gestaltetes ist es eventuell auch etwas Vollkommenes. Vgl. gr.&lt;br /&gt;
Eikon, Typos und Morphe. Ėizenštein &amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Ėizenšteins Aufsatz „Perspektiven“ von 1929, in Schlegel, op.cit. &amp;lt;/ref&amp;gt;  sieht außerdem eine etymologische Verwandtschaft von&lt;br /&gt;
&#039;obraz&#039; mit &#039;obnaruženie&#039; (dt. &#039;Bloßlegung&#039;, &#039;Hervortreten&#039;, &#039;Entdecken&#039;). Wird diese Bedeutung&lt;br /&gt;
berücksichtigt, so treten in dem Erscheinen eines Gegenstandes, in seinem &#039;obraz&#039;, wesentliche&lt;br /&gt;
Zusammenhänge prozesshaft zutage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakteristisch für die Semantik von &#039;obraz&#039; ist die Vereinigung von höchster Konkretheit und&lt;br /&gt;
Detailliertheit mit der Allgemeinheit und Abstraktheit, oder von Individualität mit der&lt;br /&gt;
Ganzheitlichkeit.&lt;br /&gt;
(1) Als etwas visuell oder, allgemeiner, sinnlich Erfahrbares meint &#039;obraz&#039; eine äußere Erscheinung,&lt;br /&gt;
Darstellung oder Verkörperung von etwas Nicht-Sichtbarem oder nicht unmittelbar Zugänglichem&lt;br /&gt;
und in diesem Sinne eine Einheit von Form und Inhalt, von Sinnlichkeit und Sinn. &#039;Obraz&#039; meint die&lt;br /&gt;
sinnliche Erscheinungsweise des Nichtsinnlichen. Als solche Erscheinung ist &#039;obraz&#039; tendenziell&lt;br /&gt;
auch sinnbildlich. Der mimetische Bedeutungsaspekt tritt eher bei etymologisch verwandten Bild-&lt;br /&gt;
Begriffen in den Vordergrund (z.B. &#039;izobraženie&#039;, &#039;otobraženie&#039;: dt. &#039;Bild&#039;, &#039;Abbild&#039;).&lt;br /&gt;
Dementsprechend meint &#039;obraz&#039; im künstlerischen oder literarischen Kontext die Veranschaulichung&lt;br /&gt;
eines allgemeineren (gedanklichen) Zusammenhangs in einer individuellen Erscheinung oder Figur.&lt;br /&gt;
Charakteristisch ist Lebendigkeit und Dynamik einer solchen sinnlichen Darstellung. Als statisch&lt;br /&gt;
kann dieses Bild-Konzept nicht begriffen werden, wie es z.B. bei den Begriffen &#039;kopija&#039; (dt. &#039;Kopie&#039;)&lt;br /&gt;
oder &#039;otobraženie&#039; (dt. &#039;Widerspiegelung&#039;, &#039;Abbild&#039;) der Fall ist. Diesen Aspekt bestärkt die&lt;br /&gt;
Bedeutung von &#039;obraz&#039; als &#039;menschliche Gestalt&#039;.&lt;br /&gt;
Die Ganzheitlichkeit und Dynamik eines &#039;obraz&#039; lässt ihn in einem Erkenntnisprozess nicht&lt;br /&gt;
vollständig schematisch zerlegen. Jederzeit bleibt ein Bedeutungsüberschuss, eine Vielschichtigkeit,&lt;br /&gt;
die nicht in einer mimetischen Beschreibung zu erfassen ist.&lt;br /&gt;
(2) Das, was sich in einer konkreten sinnlichen Erscheinung zeigt, ist ein Typ, ein allgemeinerer&lt;br /&gt;
Charakter, ein Maß (z.B. . Auch dies bringt &#039;obraz&#039; zum Ausdruck. Als ein idealtypisches Bild oder&lt;br /&gt;
Ebenbild verweist &#039;obraz&#039; auf ein Erstes (&#039;čelovek kak obraz i podobie Boga&#039;: dt. &#039;der Mensch als&lt;br /&gt;
Ebenbild Gottes&#039;).&lt;br /&gt;
(3) Das ideale Bedeutungsmoment ist es auch, das die Dynamik dieses Bild-Konzepts garantiert.&lt;br /&gt;
Das Ideale wird implizit als ein Ziel begriffen, aus dem heraus die Form und die Handlungsweise,&lt;br /&gt;
die Ordnung und die Tradition (&#039;obraz žisni&#039;: dt. &#039;Lebensweise&#039;; &#039;obraz mysli&#039;: dt. &#039;Denkungsart&#039;)&lt;br /&gt;
entsteht. Das Derivat &#039;obrazec&#039; (dt. &#039;Vorbild&#039;, &#039;Maß&#039;) untermauert die teleologische Nuancierung der&lt;br /&gt;
Semantik von &#039;obraz&#039;. Vgl. auch das Idiom &#039;poterjat&#039; obraz čelovečeskij&#039;, das sich als &#039;alles&lt;br /&gt;
Menschliche einbüßen&#039; ins Deutsche übertragen lässt.&lt;br /&gt;
(4) Das Ideale des Maßes wird seinerseits im Ideellen erfasst: &#039;Obraz&#039; meint auch eine lebendige&lt;br /&gt;
anschauliche mentale Vorstellung/Bild von etwas. Das etymologisch verwandte Wort &#039;voobraženie&#039;&lt;br /&gt;
bedeutet Einbildungskraft, Vorstellungsvermögen. Überwiegt das Fließende und Dynamische bei&lt;br /&gt;
einem &#039;obraz&#039;, handelt es bei den Vorstellungen um (fiktive) Phantasiebilder; wird das „Wesentliche“&lt;br /&gt;
in einem &#039;obraz&#039; hervorgehoben, so ist es eine künstlerische Erfassung der Realität und eine&lt;br /&gt;
zwischen dem Subjekt und der Realität vermittelnde Leistung, die das Reale (oder das Wahre)&lt;br /&gt;
nacherschafft.&lt;br /&gt;
Betrachtet man die von &#039;obraz&#039; abgeleiteten Begriffe (&#039;bezobrazie&#039;: dt. &#039;Häßlichkeit&#039;, &#039;moralische&lt;br /&gt;
Verwerflichkeit&#039;; &#039;preobraženie&#039;: dt. &#039;Verklärung&#039;, &#039;Verwandlung&#039;), so wird offensichtlich, dass &#039;obraz&#039;&lt;br /&gt;
nicht eine beliebige äußere Form meint, sondern als eng verknüpft mit Schönem, Gutem und&lt;br /&gt;
Wahrem zu denken ist. Das Böse ist demgegenüber als gestaltlos, d.i. bez-obraznoe, zu verstehen.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====optional Beispiele=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Auswirkungen auf andere Begriffe=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Daneben existieren noch viele andere Bild-Begriffe in der russischen Sprache. Beispielhaft sei hier&lt;br /&gt;
nur noch einer zusätzlich angeführt.&lt;br /&gt;
Einen wichtigen, zu &#039;obraz&#039; synonymen Begriff stellt der Begriff &#039;kartina&#039; dar. Die&lt;br /&gt;
Bedeutungssphären der beiden Begriffe verhalten sich komplementär zueinander. Wenn &#039;obraz&#039; eher&lt;br /&gt;
mit dem englischen &#039;image&#039; vergleichbar ist, dann entspricht die Bedeutung von &#039;kartina&#039; eher&lt;br /&gt;
&#039;picture&#039;. Die materielle und künstliche Beschaffenheit eines Objekts tritt bei diesem Bild-Begriff&lt;br /&gt;
deutlicher in den Vordergrund. In Abgrenzung zu &#039;obraz&#039; vermittelt &#039;kartina&#039; einen tendenziell&lt;br /&gt;
statischen Gesamteindruck über eine Reihe von Gestalten.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Maria Wargin|Wargin, Maria]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria Wargin</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Russisch:_%27obraz%27&amp;diff=6949</id>
		<title>Russisch: &#039;obraz&#039;</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Russisch:_%27obraz%27&amp;diff=6949"/>
		<updated>2011-11-02T08:42:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria Wargin: /* Darstellung des gr. Zusammenhangs */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildtermini anderer Sprachen]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Bildtermini anderer Sprachen]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Darstellung des gr. Zusammenhangs=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Der zentrale Bild-Begriff der russischen Sprache ist &#039;obraz&#039;. Die semantische Komplexität und die&lt;br /&gt;
sprachimmanente Spezifik dieses Begriffs lässt seine direkte Übertragung ins Deutsche als &#039;Bild&#039;&lt;br /&gt;
oder &#039;sinnliche Gestalt/Form&#039; nur als provisorisch und eigentlich als inadäquat erscheinen.&lt;br /&gt;
Innerhalb der russischen Sprachdynamik ist der Begriff tendenziell meliorativ, trotz aller&lt;br /&gt;
Vielschichtigkeit und semantischen Dialektik dieses Begriffs: Die Nähe zum Ursprünglichen,&lt;br /&gt;
Wahren und Sakralen zeichnet dieses Bild-Konzept aus. Belegen lässt sich diese Vermutung bereits&lt;br /&gt;
an der zweiten Grundbedeutung dieses Begriffs. &#039;Obraz&#039; meint auch eine manifeste Abbildung des&lt;br /&gt;
Heiligen in der Ikone. Eine Ikone erhielt ursprünglich nicht bloß stellvertretend einen&lt;br /&gt;
Heiligkeitsstatus, sondern sie war im Dargestellten selbst heilig. Die Relevanz des Begriffs &#039;obraz&#039;&lt;br /&gt;
kann für die russische Kultur im Ganzen und für die russische Philosophie im Besonderen kaum&lt;br /&gt;
überschätzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt; Auch für die russische Kunst- und Literaturwissenschaft ist dieser Begriff von entscheidender Bedeutung. Vgl. beispielsweise den obraz-Begriff bei Špet, Potebnja, Šklovskij. In die literaturwissenschaftliche Terminologie wurde der&lt;br /&gt;
Begriff 1838 von V. Belinskij (Zs. „Moskovskij nabljudatelj&#039;“ in seinem Aufsatz &#039;Fonvizin i Zagoskin&#039;) als eine&lt;br /&gt;
einheitliche Übersetzung der hegelschen kunstphilosophischen Begriffe „Bild“ und „Gestalt“ eingeführt. Auf&lt;br /&gt;
Belinskij geht auch die Formel &#039;poėzija est&#039; myshlenie v obrazach&#039; (&#039;Poesie ist Denken in Bildern)&#039; zurück, die im&lt;br /&gt;
Kontext der Rezeption Hegels zu sehen ist. &amp;lt;/ref&amp;gt; An dieser Stelle sei nur beispielhaft auf Pavel Florenskij (z.B. &#039;&#039;P. Florenskij&#039;&#039;. Imena. SpB, 2007. ) verwiesen.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Titel dieser Siete ist noch nicht endgültig. Bitte an Jörg Schirra durchgeben, wenn Seitentitel endgültig feststeht. Wird dann angepasst. Danke!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Engere Begriffsbestimmung=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Der Begriff ist alt- und gemeinslawischen Ursprungs und ist seit dem XI. Jh. nachweisbar. Der&lt;br /&gt;
Wortstamm ist auf das Verb &#039;rezat&#039;&#039; (dt. &#039;schneiden&#039;; &#039;eine Grenze ziehen&#039;) zurückzuführen. &#039;Rezat&#039;&#039;&lt;br /&gt;
meint &#039;schneiden&#039;, in kleinere Einheiten (&#039;raz&#039;) teilen und dadurch Vielheiten schaffen. Der Prozess&lt;br /&gt;
des Schneidens, oder der Prägung, gibt dem Gegenstand Form, Gestalt. Demnach meint &#039;obraz&#039;&lt;br /&gt;
zunächst eine einheitliche Gestalt eines Gegenstandes, die ihn begrenzt und damit bestimmt und&lt;br /&gt;
unterscheidbar macht. Als etwas Gestaltetes ist es eventuell auch etwas Vollkommenes. Vgl. gr.&lt;br /&gt;
Eikon, Typos und Morphe. Ėizenštein &amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Ėizenšteins Aufsatz „Perspektiven“ von 1929, in Schlegel, op.cit. &amp;lt;/ref&amp;gt;  sieht außerdem eine etymologische Verwandtschaft von&lt;br /&gt;
&#039;obraz&#039; mit &#039;obnaruženie&#039; (dt. &#039;Bloßlegung&#039;, &#039;Hervortreten&#039;, &#039;Entdecken&#039;). Wird diese Bedeutung&lt;br /&gt;
berücksichtigt, so treten in dem Erscheinen eines Gegenstandes, in seinem &#039;obraz&#039;, wesentliche&lt;br /&gt;
Zusammenhänge prozesshaft zutage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakteristisch für die Semantik von &#039;obraz&#039; ist die Vereinigung von höchster Konkretheit und&lt;br /&gt;
Detailliertheit mit der Allgemeinheit und Abstraktheit, oder von Individualität mit der&lt;br /&gt;
Ganzheitlichkeit.&lt;br /&gt;
(1) Als etwas visuell oder, allgemeiner, sinnlich Erfahrbares meint &#039;obraz&#039; eine äußere Erscheinung,&lt;br /&gt;
Darstellung oder Verkörperung von etwas Nicht-Sichtbarem oder nicht unmittelbar Zugänglichem&lt;br /&gt;
und in diesem Sinne eine Einheit von Form und Inhalt, von Sinnlichkeit und Sinn. &#039;Obraz&#039; meint die&lt;br /&gt;
sinnliche Erscheinungsweise des Nichtsinnlichen. Als solche Erscheinung ist &#039;obraz&#039; tendenziell&lt;br /&gt;
auch sinnbildlich. Der mimetische Bedeutungsaspekt tritt eher bei etymologisch verwandten Bild-&lt;br /&gt;
Begriffen in den Vordergrund (z.B. &#039;izobraženie&#039;, &#039;otobraženie&#039;: dt. &#039;Bild&#039;, &#039;Abbild&#039;).&lt;br /&gt;
Dementsprechend meint &#039;obraz&#039; im künstlerischen oder literarischen Kontext die Veranschaulichung&lt;br /&gt;
eines allgemeineren (gedanklichen) Zusammenhangs in einer individuellen Erscheinung oder Figur.&lt;br /&gt;
Charakteristisch ist Lebendigkeit und Dynamik einer solchen sinnlichen Darstellung. Als statisch&lt;br /&gt;
kann dieses Bild-Konzept nicht begriffen werden, wie es z.B. bei den Begriffen &#039;kopija&#039; (dt. &#039;Kopie&#039;)&lt;br /&gt;
oder &#039;otobraženie&#039; (dt. &#039;Widerspiegelung&#039;, &#039;Abbild&#039;) der Fall ist. Diesen Aspekt bestärkt die&lt;br /&gt;
Bedeutung von &#039;obraz&#039; als &#039;menschliche Gestalt&#039;.&lt;br /&gt;
Die Ganzheitlichkeit und Dynamik eines &#039;obraz&#039; lässt ihn in einem Erkenntnisprozess nicht&lt;br /&gt;
vollständig schematisch zerlegen. Jederzeit bleibt ein Bedeutungsüberschuss, eine Vielschichtigkeit,&lt;br /&gt;
die nicht in einer mimetischen Beschreibung zu erfassen ist.&lt;br /&gt;
(2) Das, was sich in einer konkreten sinnlichen Erscheinung zeigt, ist ein Typ, ein allgemeinerer&lt;br /&gt;
Charakter, ein Maß (z.B. . Auch dies bringt &#039;obraz&#039; zum Ausdruck. Als ein idealtypisches Bild oder&lt;br /&gt;
Ebenbild verweist &#039;obraz&#039; auf ein Erstes (&#039;čelovek kak obraz i podobie Boga&#039;: dt. &#039;der Mensch als&lt;br /&gt;
Ebenbild Gottes&#039;).&lt;br /&gt;
(3) Das ideale Bedeutungsmoment ist es auch, das die Dynamik dieses Bild-Konzepts garantiert.&lt;br /&gt;
Das Ideale wird implizit als ein Ziel begriffen, aus dem heraus die Form und die Handlungsweise,&lt;br /&gt;
die Ordnung und die Tradition (&#039;obraz žisni&#039;: dt. &#039;Lebensweise&#039;; &#039;obraz mysli&#039;: dt. &#039;Denkungsart&#039;)&lt;br /&gt;
entsteht. Das Derivat &#039;obrazec&#039; (dt. &#039;Vorbild&#039;, &#039;Maß&#039;) untermauert die teleologische Nuancierung der&lt;br /&gt;
Semantik von &#039;obraz&#039;. Vgl. auch das Idiom &#039;poterjat&#039; obraz čelovečeskij&#039;, das sich als &#039;alles&lt;br /&gt;
Menschliche einbüßen&#039; ins Deutsche übertragen lässt.&lt;br /&gt;
(4) Das Ideale des Maßes wird seinerseits im Ideellen erfasst: &#039;Obraz&#039; meint auch eine lebendige&lt;br /&gt;
anschauliche mentale Vorstellung/Bild von etwas. Das etymologisch verwandte Wort &#039;voobraženie&#039;&lt;br /&gt;
bedeutet Einbildungskraft, Vorstellungsvermögen. Überwiegt das Fließende und Dynamische bei&lt;br /&gt;
einem &#039;obraz&#039;, handelt es bei den Vorstellungen um (fiktive) Phantasiebilder; wird das „Wesentliche“&lt;br /&gt;
in einem &#039;obraz&#039; hervorgehoben, so ist es eine künstlerische Erfassung der Realität und eine&lt;br /&gt;
zwischen dem Subjekt und der Realität vermittelnde Leistung, die das Reale (oder das Wahre)&lt;br /&gt;
nacherschafft.&lt;br /&gt;
Betrachtet man die von &#039;obraz&#039; abgeleiteten Begriffe (&#039;bezobrazie&#039;: dt. &#039;Häßlichkeit&#039;, &#039;moralische&lt;br /&gt;
Verwerflichkeit&#039;; &#039;preobraženie&#039;: dt. &#039;Verklärung&#039;, &#039;Verwandlung&#039;), so wird offensichtlich, dass &#039;obraz&#039;&lt;br /&gt;
nicht eine beliebige äußere Form meint, sondern als eng verknüpft mit Schönem, Gutem und&lt;br /&gt;
Wahrem zu denken ist. Das Böse ist demgegenüber als gestaltlos, d.i. bez-obraznoe, zu verstehen.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====optional Beispiele=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Auswirkungen auf andere Begriffe=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Daneben existieren noch viele andere Bild-Begriffe in der russischen Sprache. Beispielhaft sei hier&lt;br /&gt;
nur noch einer zusätzlich angeführt.&lt;br /&gt;
Einen wichtigen, zu &#039;obraz&#039; synonymen Begriff stellt der Begriff &#039;kartina&#039; dar. Die&lt;br /&gt;
Bedeutungssphären der beiden Begriffe verhalten sich komplementär zueinander. Wenn &#039;obraz&#039; eher&lt;br /&gt;
mit dem englischen &#039;image&#039; vergleichbar ist, dann entspricht die Bedeutung von &#039;kartina&#039; eher&lt;br /&gt;
&#039;picture&#039;. Die materielle und künstliche Beschaffenheit eines Objekts tritt bei diesem Bild-Begriff&lt;br /&gt;
deutlicher in den Vordergrund. In Abgrenzung zu &#039;obraz&#039; vermittelt &#039;kartina&#039; einen tendenziell&lt;br /&gt;
statischen Gesamteindruck über eine Reihe von Gestalten.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria Wargin</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Russisch:_%27obraz%27&amp;diff=6948</id>
		<title>Russisch: &#039;obraz&#039;</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Russisch:_%27obraz%27&amp;diff=6948"/>
		<updated>2011-11-02T08:39:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria Wargin: /* Engere Begriffsbestimmung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Der zentrale Bild-Begriff der russischen Sprache ist &#039;obraz&#039;. Die semantische Komplexität und die&lt;br /&gt;
sprachimmanente Spezifik dieses Begriffs lässt seine direkte Übertragung ins Deutsche als &#039;Bild&#039;&lt;br /&gt;
oder &#039;sinnliche Gestalt/Form&#039; nur als provisorisch und eigentlich als inadäquat erscheinen.&lt;br /&gt;
Innerhalb der russischen Sprachdynamik ist der Begriff tendenziell meliorativ, trotz aller&lt;br /&gt;
Vielschichtigkeit und semantischen Dialektik dieses Begriffs: Die Nähe zum Ursprünglichen,&lt;br /&gt;
Wahren und Sakralen zeichnet dieses Bild-Konzept aus. Belegen lässt sich diese Vermutung bereits&lt;br /&gt;
an der zweiten Grundbedeutung dieses Begriffs. &#039;Obraz&#039; meint auch eine manifeste Abbildung des&lt;br /&gt;
Heiligen in der Ikone. Eine Ikone erhielt ursprünglich nicht bloß stellvertretend einen&lt;br /&gt;
Heiligkeitsstatus, sondern sie war im Dargestellten selbst heilig. Die Relevanz des Begriffs &#039;obraz&#039;&lt;br /&gt;
kann für die russische Kultur im Ganzen und für die russische Philosophie im Besonderen kaum&lt;br /&gt;
überschätzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt; Auch für die russische Kunst- und Literaturwissenschaft ist dieser Begriff von entscheidender Bedeutung. Vgl. beispielsweise den obraz-Begriff bei Špet, Potebnja, Šklovskij. In die literaturwissenschaftliche Terminologie wurde der&lt;br /&gt;
Begriff 1838 von V. Belinskij (Zs. „Moskovskij nabljudatelj&#039;“ in seinem Aufsatz &#039;Fonvizin i Zagoskin&#039;) als eine&lt;br /&gt;
einheitliche Übersetzung der hegelschen kunstphilosophischen Begriffe „Bild“ und „Gestalt“ eingeführt. Auf&lt;br /&gt;
Belinskij geht auch die Formel &#039;poėzija est&#039; myshlenie v obrazach&#039; (&#039;Poesie ist Denken in Bildern)&#039; zurück, die im&lt;br /&gt;
Kontext der Rezeption Hegels zu sehen ist. &amp;lt;/ref&amp;gt; An dieser Stelle sei nur beispielhaft auf Pavel Florenskij (z.B. P. Florenskij. &#039;&#039;Imena&#039;&#039;. SpB, 2007. ) verwiesen.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Titel dieser Siete ist noch nicht endgültig. Bitte an Jörg Schirra durchgeben, wenn Seitentitel endgültig feststeht. Wird dann angepasst. Danke!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Engere Begriffsbestimmung=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Der Begriff ist alt- und gemeinslawischen Ursprungs und ist seit dem XI. Jh. nachweisbar. Der&lt;br /&gt;
Wortstamm ist auf das Verb &#039;rezat&#039;&#039; (dt. &#039;schneiden&#039;; &#039;eine Grenze ziehen&#039;) zurückzuführen. &#039;Rezat&#039;&#039;&lt;br /&gt;
meint &#039;schneiden&#039;, in kleinere Einheiten (&#039;raz&#039;) teilen und dadurch Vielheiten schaffen. Der Prozess&lt;br /&gt;
des Schneidens, oder der Prägung, gibt dem Gegenstand Form, Gestalt. Demnach meint &#039;obraz&#039;&lt;br /&gt;
zunächst eine einheitliche Gestalt eines Gegenstandes, die ihn begrenzt und damit bestimmt und&lt;br /&gt;
unterscheidbar macht. Als etwas Gestaltetes ist es eventuell auch etwas Vollkommenes. Vgl. gr.&lt;br /&gt;
Eikon, Typos und Morphe. Ėizenštein &amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Ėizenšteins Aufsatz „Perspektiven“ von 1929, in Schlegel, op.cit. &amp;lt;/ref&amp;gt;  sieht außerdem eine etymologische Verwandtschaft von&lt;br /&gt;
&#039;obraz&#039; mit &#039;obnaruženie&#039; (dt. &#039;Bloßlegung&#039;, &#039;Hervortreten&#039;, &#039;Entdecken&#039;). Wird diese Bedeutung&lt;br /&gt;
berücksichtigt, so treten in dem Erscheinen eines Gegenstandes, in seinem &#039;obraz&#039;, wesentliche&lt;br /&gt;
Zusammenhänge prozesshaft zutage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakteristisch für die Semantik von &#039;obraz&#039; ist die Vereinigung von höchster Konkretheit und&lt;br /&gt;
Detailliertheit mit der Allgemeinheit und Abstraktheit, oder von Individualität mit der&lt;br /&gt;
Ganzheitlichkeit.&lt;br /&gt;
(1) Als etwas visuell oder, allgemeiner, sinnlich Erfahrbares meint &#039;obraz&#039; eine äußere Erscheinung,&lt;br /&gt;
Darstellung oder Verkörperung von etwas Nicht-Sichtbarem oder nicht unmittelbar Zugänglichem&lt;br /&gt;
und in diesem Sinne eine Einheit von Form und Inhalt, von Sinnlichkeit und Sinn. &#039;Obraz&#039; meint die&lt;br /&gt;
sinnliche Erscheinungsweise des Nichtsinnlichen. Als solche Erscheinung ist &#039;obraz&#039; tendenziell&lt;br /&gt;
auch sinnbildlich. Der mimetische Bedeutungsaspekt tritt eher bei etymologisch verwandten Bild-&lt;br /&gt;
Begriffen in den Vordergrund (z.B. &#039;izobraženie&#039;, &#039;otobraženie&#039;: dt. &#039;Bild&#039;, &#039;Abbild&#039;).&lt;br /&gt;
Dementsprechend meint &#039;obraz&#039; im künstlerischen oder literarischen Kontext die Veranschaulichung&lt;br /&gt;
eines allgemeineren (gedanklichen) Zusammenhangs in einer individuellen Erscheinung oder Figur.&lt;br /&gt;
Charakteristisch ist Lebendigkeit und Dynamik einer solchen sinnlichen Darstellung. Als statisch&lt;br /&gt;
kann dieses Bild-Konzept nicht begriffen werden, wie es z.B. bei den Begriffen &#039;kopija&#039; (dt. &#039;Kopie&#039;)&lt;br /&gt;
oder &#039;otobraženie&#039; (dt. &#039;Widerspiegelung&#039;, &#039;Abbild&#039;) der Fall ist. Diesen Aspekt bestärkt die&lt;br /&gt;
Bedeutung von &#039;obraz&#039; als &#039;menschliche Gestalt&#039;.&lt;br /&gt;
Die Ganzheitlichkeit und Dynamik eines &#039;obraz&#039; lässt ihn in einem Erkenntnisprozess nicht&lt;br /&gt;
vollständig schematisch zerlegen. Jederzeit bleibt ein Bedeutungsüberschuss, eine Vielschichtigkeit,&lt;br /&gt;
die nicht in einer mimetischen Beschreibung zu erfassen ist.&lt;br /&gt;
(2) Das, was sich in einer konkreten sinnlichen Erscheinung zeigt, ist ein Typ, ein allgemeinerer&lt;br /&gt;
Charakter, ein Maß (z.B. . Auch dies bringt &#039;obraz&#039; zum Ausdruck. Als ein idealtypisches Bild oder&lt;br /&gt;
Ebenbild verweist &#039;obraz&#039; auf ein Erstes (&#039;čelovek kak obraz i podobie Boga&#039;: dt. &#039;der Mensch als&lt;br /&gt;
Ebenbild Gottes&#039;).&lt;br /&gt;
(3) Das ideale Bedeutungsmoment ist es auch, das die Dynamik dieses Bild-Konzepts garantiert.&lt;br /&gt;
Das Ideale wird implizit als ein Ziel begriffen, aus dem heraus die Form und die Handlungsweise,&lt;br /&gt;
die Ordnung und die Tradition (&#039;obraz žisni&#039;: dt. &#039;Lebensweise&#039;; &#039;obraz mysli&#039;: dt. &#039;Denkungsart&#039;)&lt;br /&gt;
entsteht. Das Derivat &#039;obrazec&#039; (dt. &#039;Vorbild&#039;, &#039;Maß&#039;) untermauert die teleologische Nuancierung der&lt;br /&gt;
Semantik von &#039;obraz&#039;. Vgl. auch das Idiom &#039;poterjat&#039; obraz čelovečeskij&#039;, das sich als &#039;alles&lt;br /&gt;
Menschliche einbüßen&#039; ins Deutsche übertragen lässt.&lt;br /&gt;
(4) Das Ideale des Maßes wird seinerseits im Ideellen erfasst: &#039;Obraz&#039; meint auch eine lebendige&lt;br /&gt;
anschauliche mentale Vorstellung/Bild von etwas. Das etymologisch verwandte Wort &#039;voobraženie&#039;&lt;br /&gt;
bedeutet Einbildungskraft, Vorstellungsvermögen. Überwiegt das Fließende und Dynamische bei&lt;br /&gt;
einem &#039;obraz&#039;, handelt es bei den Vorstellungen um (fiktive) Phantasiebilder; wird das „Wesentliche“&lt;br /&gt;
in einem &#039;obraz&#039; hervorgehoben, so ist es eine künstlerische Erfassung der Realität und eine&lt;br /&gt;
zwischen dem Subjekt und der Realität vermittelnde Leistung, die das Reale (oder das Wahre)&lt;br /&gt;
nacherschafft.&lt;br /&gt;
Betrachtet man die von &#039;obraz&#039; abgeleiteten Begriffe (&#039;bezobrazie&#039;: dt. &#039;Häßlichkeit&#039;, &#039;moralische&lt;br /&gt;
Verwerflichkeit&#039;; &#039;preobraženie&#039;: dt. &#039;Verklärung&#039;, &#039;Verwandlung&#039;), so wird offensichtlich, dass &#039;obraz&#039;&lt;br /&gt;
nicht eine beliebige äußere Form meint, sondern als eng verknüpft mit Schönem, Gutem und&lt;br /&gt;
Wahrem zu denken ist. Das Böse ist demgegenüber als gestaltlos, d.i. bez-obraznoe, zu verstehen.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====optional Beispiele=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Auswirkungen auf andere Begriffe=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Daneben existieren noch viele andere Bild-Begriffe in der russischen Sprache. Beispielhaft sei hier&lt;br /&gt;
nur noch einer zusätzlich angeführt.&lt;br /&gt;
Einen wichtigen, zu &#039;obraz&#039; synonymen Begriff stellt der Begriff &#039;kartina&#039; dar. Die&lt;br /&gt;
Bedeutungssphären der beiden Begriffe verhalten sich komplementär zueinander. Wenn &#039;obraz&#039; eher&lt;br /&gt;
mit dem englischen &#039;image&#039; vergleichbar ist, dann entspricht die Bedeutung von &#039;kartina&#039; eher&lt;br /&gt;
&#039;picture&#039;. Die materielle und künstliche Beschaffenheit eines Objekts tritt bei diesem Bild-Begriff&lt;br /&gt;
deutlicher in den Vordergrund. In Abgrenzung zu &#039;obraz&#039; vermittelt &#039;kartina&#039; einen tendenziell&lt;br /&gt;
statischen Gesamteindruck über eine Reihe von Gestalten.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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[[Benutzer:Maria Wargin|Wargin, Maria]]&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria Wargin</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Russisch:_%27obraz%27&amp;diff=6947</id>
		<title>Russisch: &#039;obraz&#039;</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Russisch:_%27obraz%27&amp;diff=6947"/>
		<updated>2011-11-02T08:38:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria Wargin: /* Auswirkungen auf andere Begriffe */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildtermini anderer Sprachen]]&lt;br /&gt;
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Unterpunkt zu: [[Bildtermini anderer Sprachen]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Darstellung des gr. Zusammenhangs=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Der zentrale Bild-Begriff der russischen Sprache ist &#039;obraz&#039;. Die semantische Komplexität und die&lt;br /&gt;
sprachimmanente Spezifik dieses Begriffs lässt seine direkte Übertragung ins Deutsche als &#039;Bild&#039;&lt;br /&gt;
oder &#039;sinnliche Gestalt/Form&#039; nur als provisorisch und eigentlich als inadäquat erscheinen.&lt;br /&gt;
Innerhalb der russischen Sprachdynamik ist der Begriff tendenziell meliorativ, trotz aller&lt;br /&gt;
Vielschichtigkeit und semantischen Dialektik dieses Begriffs: Die Nähe zum Ursprünglichen,&lt;br /&gt;
Wahren und Sakralen zeichnet dieses Bild-Konzept aus. Belegen lässt sich diese Vermutung bereits&lt;br /&gt;
an der zweiten Grundbedeutung dieses Begriffs. &#039;Obraz&#039; meint auch eine manifeste Abbildung des&lt;br /&gt;
Heiligen in der Ikone. Eine Ikone erhielt ursprünglich nicht bloß stellvertretend einen&lt;br /&gt;
Heiligkeitsstatus, sondern sie war im Dargestellten selbst heilig. Die Relevanz des Begriffs &#039;obraz&#039;&lt;br /&gt;
kann für die russische Kultur im Ganzen und für die russische Philosophie im Besonderen kaum&lt;br /&gt;
überschätzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt; Auch für die russische Kunst- und Literaturwissenschaft ist dieser Begriff von entscheidender Bedeutung. Vgl. beispielsweise den obraz-Begriff bei Špet, Potebnja, Šklovskij. In die literaturwissenschaftliche Terminologie wurde der&lt;br /&gt;
Begriff 1838 von V. Belinskij (Zs. „Moskovskij nabljudatelj&#039;“ in seinem Aufsatz &#039;Fonvizin i Zagoskin&#039;) als eine&lt;br /&gt;
einheitliche Übersetzung der hegelschen kunstphilosophischen Begriffe „Bild“ und „Gestalt“ eingeführt. Auf&lt;br /&gt;
Belinskij geht auch die Formel &#039;poėzija est&#039; myshlenie v obrazach&#039; (&#039;Poesie ist Denken in Bildern)&#039; zurück, die im&lt;br /&gt;
Kontext der Rezeption Hegels zu sehen ist. &amp;lt;/ref&amp;gt; An dieser Stelle sei nur beispielhaft auf Pavel Florenskij (z.B. P. Florenskij. &#039;&#039;Imena&#039;&#039;. SpB, 2007. ) verwiesen.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Titel dieser Siete ist noch nicht endgültig. Bitte an Jörg Schirra durchgeben, wenn Seitentitel endgültig feststeht. Wird dann angepasst. Danke!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Engere Begriffsbestimmung=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Der Begriff ist alt- und gemeinslawischen Ursprungs und ist seit dem XI. Jh. nachweisbar. Der&lt;br /&gt;
Wortstamm ist auf das Verb &#039;rezat&#039;&#039; (dt. &#039;schneiden&#039;; &#039;eine Grenze ziehen&#039;) zurückzuführen. &#039;Rezat&#039;&#039;&lt;br /&gt;
meint &#039;schneiden&#039;, in kleinere Einheiten (&#039;raz&#039;) teilen und dadurch Vielheiten schaffen. Der Prozess&lt;br /&gt;
des Schneidens, oder der Prägung, gibt dem Gegenstand Form, Gestalt. Demnach meint &#039;obraz&#039;&lt;br /&gt;
zunächst eine einheitliche Gestalt eines Gegenstandes, die ihn begrenzt und damit bestimmt und&lt;br /&gt;
unterscheidbar macht. Als etwas Gestaltetes ist es eventuell auch etwas Vollkommenes. Vgl. gr.&lt;br /&gt;
Eikon, Typos und Morphe. Ėizenštein2 sieht außerdem eine etymologische Verwandtschaft von&lt;br /&gt;
&#039;obraz&#039; mit &#039;obnaruženie&#039; (dt. &#039;Bloßlegung&#039;, &#039;Hervortreten&#039;, &#039;Entdecken&#039;). Wird diese Bedeutung&lt;br /&gt;
berücksichtigt, so treten in dem Erscheinen eines Gegenstandes, in seinem &#039;obraz&#039;, wesentliche&lt;br /&gt;
Zusammenhänge prozesshaft zutage.&lt;br /&gt;
Charakteristisch für die Semantik von &#039;obraz&#039; ist die Vereinigung von höchster Konkretheit und&lt;br /&gt;
Detailliertheit mit der Allgemeinheit und Abstraktheit, oder von Individualität mit der&lt;br /&gt;
Ganzheitlichkeit.&lt;br /&gt;
(1) Als etwas visuell oder, allgemeiner, sinnlich Erfahrbares meint &#039;obraz&#039; eine äußere Erscheinung,&lt;br /&gt;
Darstellung oder Verkörperung von etwas Nicht-Sichtbarem oder nicht unmittelbar Zugänglichem&lt;br /&gt;
und in diesem Sinne eine Einheit von Form und Inhalt, von Sinnlichkeit und Sinn. &#039;Obraz&#039; meint die&lt;br /&gt;
sinnliche Erscheinungsweise des Nichtsinnlichen. Als solche Erscheinung ist &#039;obraz&#039; tendenziell&lt;br /&gt;
auch sinnbildlich. Der mimetische Bedeutungsaspekt tritt eher bei etymologisch verwandten Bild-&lt;br /&gt;
Begriffen in den Vordergrund (z.B. &#039;izobraženie&#039;, &#039;otobraženie&#039;: dt. &#039;Bild&#039;, &#039;Abbild&#039;).&lt;br /&gt;
Dementsprechend meint &#039;obraz&#039; im künstlerischen oder literarischen Kontext die Veranschaulichung&lt;br /&gt;
eines allgemeineren (gedanklichen) Zusammenhangs in einer individuellen Erscheinung oder Figur.&lt;br /&gt;
Charakteristisch ist Lebendigkeit und Dynamik einer solchen sinnlichen Darstellung. Als statisch&lt;br /&gt;
kann dieses Bild-Konzept nicht begriffen werden, wie es z.B. bei den Begriffen &#039;kopija&#039; (dt. &#039;Kopie&#039;)&lt;br /&gt;
oder &#039;otobraženie&#039; (dt. &#039;Widerspiegelung&#039;, &#039;Abbild&#039;) der Fall ist. Diesen Aspekt bestärkt die&lt;br /&gt;
Bedeutung von &#039;obraz&#039; als &#039;menschliche Gestalt&#039;.&lt;br /&gt;
Die Ganzheitlichkeit und Dynamik eines &#039;obraz&#039; lässt ihn in einem Erkenntnisprozess nicht&lt;br /&gt;
vollständig schematisch zerlegen. Jederzeit bleibt ein Bedeutungsüberschuss, eine Vielschichtigkeit,&lt;br /&gt;
die nicht in einer mimetischen Beschreibung zu erfassen ist.&lt;br /&gt;
(2) Das, was sich in einer konkreten sinnlichen Erscheinung zeigt, ist ein Typ, ein allgemeinerer&lt;br /&gt;
Charakter, ein Maß (z.B. . Auch dies bringt &#039;obraz&#039; zum Ausdruck. Als ein idealtypisches Bild oder&lt;br /&gt;
Ebenbild verweist &#039;obraz&#039; auf ein Erstes (&#039;čelovek kak obraz i podobie Boga&#039;: dt. &#039;der Mensch als&lt;br /&gt;
Ebenbild Gottes&#039;).&lt;br /&gt;
(3) Das ideale Bedeutungsmoment ist es auch, das die Dynamik dieses Bild-Konzepts garantiert.&lt;br /&gt;
Das Ideale wird implizit als ein Ziel begriffen, aus dem heraus die Form und die Handlungsweise,&lt;br /&gt;
die Ordnung und die Tradition (&#039;obraz žisni&#039;: dt. &#039;Lebensweise&#039;; &#039;obraz mysli&#039;: dt. &#039;Denkungsart&#039;)&lt;br /&gt;
entsteht. Das Derivat &#039;obrazec&#039; (dt. &#039;Vorbild&#039;, &#039;Maß&#039;) untermauert die teleologische Nuancierung der&lt;br /&gt;
Semantik von &#039;obraz&#039;. Vgl. auch das Idiom &#039;poterjat&#039; obraz čelovečeskij&#039;, das sich als &#039;alles&lt;br /&gt;
Menschliche einbüßen&#039; ins Deutsche übertragen lässt.&lt;br /&gt;
(4) Das Ideale des Maßes wird seinerseits im Ideellen erfasst: &#039;Obraz&#039; meint auch eine lebendige&lt;br /&gt;
anschauliche mentale Vorstellung/Bild von etwas. Das etymologisch verwandte Wort &#039;voobraženie&#039;&lt;br /&gt;
bedeutet Einbildungskraft, Vorstellungsvermögen. Überwiegt das Fließende und Dynamische bei&lt;br /&gt;
einem &#039;obraz&#039;, handelt es bei den Vorstellungen um (fiktive) Phantasiebilder; wird das „Wesentliche“&lt;br /&gt;
in einem &#039;obraz&#039; hervorgehoben, so ist es eine künstlerische Erfassung der Realität und eine&lt;br /&gt;
zwischen dem Subjekt und der Realität vermittelnde Leistung, die das Reale (oder das Wahre)&lt;br /&gt;
nacherschafft.&lt;br /&gt;
Betrachtet man die von &#039;obraz&#039; abgeleiteten Begriffe (&#039;bezobrazie&#039;: dt. &#039;Häßlichkeit&#039;, &#039;moralische&lt;br /&gt;
Verwerflichkeit&#039;; &#039;preobraženie&#039;: dt. &#039;Verklärung&#039;, &#039;Verwandlung&#039;), so wird offensichtlich, dass &#039;obraz&#039;&lt;br /&gt;
nicht eine beliebige äußere Form meint, sondern als eng verknüpft mit Schönem, Gutem und&lt;br /&gt;
Wahrem zu denken ist. Das Böse ist demgegenüber als gestaltlos, d.i. bez-obraznoe, zu verstehen.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====optional Beispiele=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Auswirkungen auf andere Begriffe=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Daneben existieren noch viele andere Bild-Begriffe in der russischen Sprache. Beispielhaft sei hier&lt;br /&gt;
nur noch einer zusätzlich angeführt.&lt;br /&gt;
Einen wichtigen, zu &#039;obraz&#039; synonymen Begriff stellt der Begriff &#039;kartina&#039; dar. Die&lt;br /&gt;
Bedeutungssphären der beiden Begriffe verhalten sich komplementär zueinander. Wenn &#039;obraz&#039; eher&lt;br /&gt;
mit dem englischen &#039;image&#039; vergleichbar ist, dann entspricht die Bedeutung von &#039;kartina&#039; eher&lt;br /&gt;
&#039;picture&#039;. Die materielle und künstliche Beschaffenheit eines Objekts tritt bei diesem Bild-Begriff&lt;br /&gt;
deutlicher in den Vordergrund. In Abgrenzung zu &#039;obraz&#039; vermittelt &#039;kartina&#039; einen tendenziell&lt;br /&gt;
statischen Gesamteindruck über eine Reihe von Gestalten.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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		<author><name>Maria Wargin</name></author>
	</entry>
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		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Russisch:_%27obraz%27&amp;diff=6946</id>
		<title>Russisch: &#039;obraz&#039;</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Russisch:_%27obraz%27&amp;diff=6946"/>
		<updated>2011-11-02T08:37:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria Wargin: /* Engere Begriffsbestimmung */&lt;/p&gt;
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&amp;lt;!--Der zentrale Bild-Begriff der russischen Sprache ist &#039;obraz&#039;. Die semantische Komplexität und die&lt;br /&gt;
sprachimmanente Spezifik dieses Begriffs lässt seine direkte Übertragung ins Deutsche als &#039;Bild&#039;&lt;br /&gt;
oder &#039;sinnliche Gestalt/Form&#039; nur als provisorisch und eigentlich als inadäquat erscheinen.&lt;br /&gt;
Innerhalb der russischen Sprachdynamik ist der Begriff tendenziell meliorativ, trotz aller&lt;br /&gt;
Vielschichtigkeit und semantischen Dialektik dieses Begriffs: Die Nähe zum Ursprünglichen,&lt;br /&gt;
Wahren und Sakralen zeichnet dieses Bild-Konzept aus. Belegen lässt sich diese Vermutung bereits&lt;br /&gt;
an der zweiten Grundbedeutung dieses Begriffs. &#039;Obraz&#039; meint auch eine manifeste Abbildung des&lt;br /&gt;
Heiligen in der Ikone. Eine Ikone erhielt ursprünglich nicht bloß stellvertretend einen&lt;br /&gt;
Heiligkeitsstatus, sondern sie war im Dargestellten selbst heilig. Die Relevanz des Begriffs &#039;obraz&#039;&lt;br /&gt;
kann für die russische Kultur im Ganzen und für die russische Philosophie im Besonderen kaum&lt;br /&gt;
überschätzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt; Auch für die russische Kunst- und Literaturwissenschaft ist dieser Begriff von entscheidender Bedeutung. Vgl. beispielsweise den obraz-Begriff bei Špet, Potebnja, Šklovskij. In die literaturwissenschaftliche Terminologie wurde der&lt;br /&gt;
Begriff 1838 von V. Belinskij (Zs. „Moskovskij nabljudatelj&#039;“ in seinem Aufsatz &#039;Fonvizin i Zagoskin&#039;) als eine&lt;br /&gt;
einheitliche Übersetzung der hegelschen kunstphilosophischen Begriffe „Bild“ und „Gestalt“ eingeführt. Auf&lt;br /&gt;
Belinskij geht auch die Formel &#039;poėzija est&#039; myshlenie v obrazach&#039; (&#039;Poesie ist Denken in Bildern)&#039; zurück, die im&lt;br /&gt;
Kontext der Rezeption Hegels zu sehen ist. &amp;lt;/ref&amp;gt; An dieser Stelle sei nur beispielhaft auf Pavel Florenskij (z.B. P. Florenskij. &#039;&#039;Imena&#039;&#039;. SpB, 2007. ) verwiesen.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Titel dieser Siete ist noch nicht endgültig. Bitte an Jörg Schirra durchgeben, wenn Seitentitel endgültig feststeht. Wird dann angepasst. Danke!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Engere Begriffsbestimmung=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Der Begriff ist alt- und gemeinslawischen Ursprungs und ist seit dem XI. Jh. nachweisbar. Der&lt;br /&gt;
Wortstamm ist auf das Verb &#039;rezat&#039;&#039; (dt. &#039;schneiden&#039;; &#039;eine Grenze ziehen&#039;) zurückzuführen. &#039;Rezat&#039;&#039;&lt;br /&gt;
meint &#039;schneiden&#039;, in kleinere Einheiten (&#039;raz&#039;) teilen und dadurch Vielheiten schaffen. Der Prozess&lt;br /&gt;
des Schneidens, oder der Prägung, gibt dem Gegenstand Form, Gestalt. Demnach meint &#039;obraz&#039;&lt;br /&gt;
zunächst eine einheitliche Gestalt eines Gegenstandes, die ihn begrenzt und damit bestimmt und&lt;br /&gt;
unterscheidbar macht. Als etwas Gestaltetes ist es eventuell auch etwas Vollkommenes. Vgl. gr.&lt;br /&gt;
Eikon, Typos und Morphe. Ėizenštein2 sieht außerdem eine etymologische Verwandtschaft von&lt;br /&gt;
&#039;obraz&#039; mit &#039;obnaruženie&#039; (dt. &#039;Bloßlegung&#039;, &#039;Hervortreten&#039;, &#039;Entdecken&#039;). Wird diese Bedeutung&lt;br /&gt;
berücksichtigt, so treten in dem Erscheinen eines Gegenstandes, in seinem &#039;obraz&#039;, wesentliche&lt;br /&gt;
Zusammenhänge prozesshaft zutage.&lt;br /&gt;
Charakteristisch für die Semantik von &#039;obraz&#039; ist die Vereinigung von höchster Konkretheit und&lt;br /&gt;
Detailliertheit mit der Allgemeinheit und Abstraktheit, oder von Individualität mit der&lt;br /&gt;
Ganzheitlichkeit.&lt;br /&gt;
(1) Als etwas visuell oder, allgemeiner, sinnlich Erfahrbares meint &#039;obraz&#039; eine äußere Erscheinung,&lt;br /&gt;
Darstellung oder Verkörperung von etwas Nicht-Sichtbarem oder nicht unmittelbar Zugänglichem&lt;br /&gt;
und in diesem Sinne eine Einheit von Form und Inhalt, von Sinnlichkeit und Sinn. &#039;Obraz&#039; meint die&lt;br /&gt;
sinnliche Erscheinungsweise des Nichtsinnlichen. Als solche Erscheinung ist &#039;obraz&#039; tendenziell&lt;br /&gt;
auch sinnbildlich. Der mimetische Bedeutungsaspekt tritt eher bei etymologisch verwandten Bild-&lt;br /&gt;
Begriffen in den Vordergrund (z.B. &#039;izobraženie&#039;, &#039;otobraženie&#039;: dt. &#039;Bild&#039;, &#039;Abbild&#039;).&lt;br /&gt;
Dementsprechend meint &#039;obraz&#039; im künstlerischen oder literarischen Kontext die Veranschaulichung&lt;br /&gt;
eines allgemeineren (gedanklichen) Zusammenhangs in einer individuellen Erscheinung oder Figur.&lt;br /&gt;
Charakteristisch ist Lebendigkeit und Dynamik einer solchen sinnlichen Darstellung. Als statisch&lt;br /&gt;
kann dieses Bild-Konzept nicht begriffen werden, wie es z.B. bei den Begriffen &#039;kopija&#039; (dt. &#039;Kopie&#039;)&lt;br /&gt;
oder &#039;otobraženie&#039; (dt. &#039;Widerspiegelung&#039;, &#039;Abbild&#039;) der Fall ist. Diesen Aspekt bestärkt die&lt;br /&gt;
Bedeutung von &#039;obraz&#039; als &#039;menschliche Gestalt&#039;.&lt;br /&gt;
Die Ganzheitlichkeit und Dynamik eines &#039;obraz&#039; lässt ihn in einem Erkenntnisprozess nicht&lt;br /&gt;
vollständig schematisch zerlegen. Jederzeit bleibt ein Bedeutungsüberschuss, eine Vielschichtigkeit,&lt;br /&gt;
die nicht in einer mimetischen Beschreibung zu erfassen ist.&lt;br /&gt;
(2) Das, was sich in einer konkreten sinnlichen Erscheinung zeigt, ist ein Typ, ein allgemeinerer&lt;br /&gt;
Charakter, ein Maß (z.B. . Auch dies bringt &#039;obraz&#039; zum Ausdruck. Als ein idealtypisches Bild oder&lt;br /&gt;
Ebenbild verweist &#039;obraz&#039; auf ein Erstes (&#039;čelovek kak obraz i podobie Boga&#039;: dt. &#039;der Mensch als&lt;br /&gt;
Ebenbild Gottes&#039;).&lt;br /&gt;
(3) Das ideale Bedeutungsmoment ist es auch, das die Dynamik dieses Bild-Konzepts garantiert.&lt;br /&gt;
Das Ideale wird implizit als ein Ziel begriffen, aus dem heraus die Form und die Handlungsweise,&lt;br /&gt;
die Ordnung und die Tradition (&#039;obraz žisni&#039;: dt. &#039;Lebensweise&#039;; &#039;obraz mysli&#039;: dt. &#039;Denkungsart&#039;)&lt;br /&gt;
entsteht. Das Derivat &#039;obrazec&#039; (dt. &#039;Vorbild&#039;, &#039;Maß&#039;) untermauert die teleologische Nuancierung der&lt;br /&gt;
Semantik von &#039;obraz&#039;. Vgl. auch das Idiom &#039;poterjat&#039; obraz čelovečeskij&#039;, das sich als &#039;alles&lt;br /&gt;
Menschliche einbüßen&#039; ins Deutsche übertragen lässt.&lt;br /&gt;
(4) Das Ideale des Maßes wird seinerseits im Ideellen erfasst: &#039;Obraz&#039; meint auch eine lebendige&lt;br /&gt;
anschauliche mentale Vorstellung/Bild von etwas. Das etymologisch verwandte Wort &#039;voobraženie&#039;&lt;br /&gt;
bedeutet Einbildungskraft, Vorstellungsvermögen. Überwiegt das Fließende und Dynamische bei&lt;br /&gt;
einem &#039;obraz&#039;, handelt es bei den Vorstellungen um (fiktive) Phantasiebilder; wird das „Wesentliche“&lt;br /&gt;
in einem &#039;obraz&#039; hervorgehoben, so ist es eine künstlerische Erfassung der Realität und eine&lt;br /&gt;
zwischen dem Subjekt und der Realität vermittelnde Leistung, die das Reale (oder das Wahre)&lt;br /&gt;
nacherschafft.&lt;br /&gt;
Betrachtet man die von &#039;obraz&#039; abgeleiteten Begriffe (&#039;bezobrazie&#039;: dt. &#039;Häßlichkeit&#039;, &#039;moralische&lt;br /&gt;
Verwerflichkeit&#039;; &#039;preobraženie&#039;: dt. &#039;Verklärung&#039;, &#039;Verwandlung&#039;), so wird offensichtlich, dass &#039;obraz&#039;&lt;br /&gt;
nicht eine beliebige äußere Form meint, sondern als eng verknüpft mit Schönem, Gutem und&lt;br /&gt;
Wahrem zu denken ist. Das Böse ist demgegenüber als gestaltlos, d.i. bez-obraznoe, zu verstehen.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====optional Beispiele=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Auswirkungen auf andere Begriffe=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria Wargin</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Russisch:_%27obraz%27&amp;diff=6945</id>
		<title>Russisch: &#039;obraz&#039;</title>
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		<updated>2011-11-02T08:36:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria Wargin: /* Engere Begriffsbestimmung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Bildtermini anderer Sprachen]]&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Darstellung des gr. Zusammenhangs=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Der zentrale Bild-Begriff der russischen Sprache ist &#039;obraz&#039;. Die semantische Komplexität und die&lt;br /&gt;
sprachimmanente Spezifik dieses Begriffs lässt seine direkte Übertragung ins Deutsche als &#039;Bild&#039;&lt;br /&gt;
oder &#039;sinnliche Gestalt/Form&#039; nur als provisorisch und eigentlich als inadäquat erscheinen.&lt;br /&gt;
Innerhalb der russischen Sprachdynamik ist der Begriff tendenziell meliorativ, trotz aller&lt;br /&gt;
Vielschichtigkeit und semantischen Dialektik dieses Begriffs: Die Nähe zum Ursprünglichen,&lt;br /&gt;
Wahren und Sakralen zeichnet dieses Bild-Konzept aus. Belegen lässt sich diese Vermutung bereits&lt;br /&gt;
an der zweiten Grundbedeutung dieses Begriffs. &#039;Obraz&#039; meint auch eine manifeste Abbildung des&lt;br /&gt;
Heiligen in der Ikone. Eine Ikone erhielt ursprünglich nicht bloß stellvertretend einen&lt;br /&gt;
Heiligkeitsstatus, sondern sie war im Dargestellten selbst heilig. Die Relevanz des Begriffs &#039;obraz&#039;&lt;br /&gt;
kann für die russische Kultur im Ganzen und für die russische Philosophie im Besonderen kaum&lt;br /&gt;
überschätzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt; Auch für die russische Kunst- und Literaturwissenschaft ist dieser Begriff von entscheidender Bedeutung. Vgl. beispielsweise den obraz-Begriff bei Špet, Potebnja, Šklovskij. In die literaturwissenschaftliche Terminologie wurde der&lt;br /&gt;
Begriff 1838 von V. Belinskij (Zs. „Moskovskij nabljudatelj&#039;“ in seinem Aufsatz &#039;Fonvizin i Zagoskin&#039;) als eine&lt;br /&gt;
einheitliche Übersetzung der hegelschen kunstphilosophischen Begriffe „Bild“ und „Gestalt“ eingeführt. Auf&lt;br /&gt;
Belinskij geht auch die Formel &#039;poėzija est&#039; myshlenie v obrazach&#039; (&#039;Poesie ist Denken in Bildern)&#039; zurück, die im&lt;br /&gt;
Kontext der Rezeption Hegels zu sehen ist. &amp;lt;/ref&amp;gt; An dieser Stelle sei nur beispielhaft auf Pavel Florenskij (z.B. P. Florenskij. &#039;&#039;Imena&#039;&#039;. SpB, 2007. ) verwiesen.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Titel dieser Siete ist noch nicht endgültig. Bitte an Jörg Schirra durchgeben, wenn Seitentitel endgültig feststeht. Wird dann angepasst. Danke!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Engere Begriffsbestimmung=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Der Begriff ist alt- und gemeinslawischen Ursprungs und ist seit dem XI. Jh. nachweisbar. Der&lt;br /&gt;
Wortstamm ist auf das Verb &#039;rezat&#039;&#039; (dt. &#039;schneiden&#039;; &#039;eine Grenze ziehen&#039;) zurückzuführen. &#039;Rezat&#039;&#039;&lt;br /&gt;
meint &#039;schneiden&#039;, in kleinere Einheiten (&#039;raz&#039;) teilen und dadurch Vielheiten schaffen. Der Prozess&lt;br /&gt;
des Schneidens, oder der Prägung, gibt dem Gegenstand Form, Gestalt. Demnach meint &#039;obraz&#039;&lt;br /&gt;
zunächst eine einheitliche Gestalt eines Gegenstandes, die ihn begrenzt und damit bestimmt und&lt;br /&gt;
unterscheidbar macht. Als etwas Gestaltetes ist es eventuell auch etwas Vollkommenes. Vgl. gr.&lt;br /&gt;
Eikon, Typos und Morphe. Ėizenštein2 sieht außerdem eine etymologische Verwandtschaft von&lt;br /&gt;
&#039;obraz&#039; mit &#039;obnaruženie&#039; (dt. &#039;Bloßlegung&#039;, &#039;Hervortreten&#039;, &#039;Entdecken&#039;). Wird diese Bedeutung&lt;br /&gt;
berücksichtigt, so treten in dem Erscheinen eines Gegenstandes, in seinem &#039;obraz&#039;, wesentliche&lt;br /&gt;
Zusammenhänge prozesshaft zutage.&lt;br /&gt;
Charakteristisch für die Semantik von &#039;obraz&#039; ist die Vereinigung von höchster Konkretheit und&lt;br /&gt;
Detailliertheit mit der Allgemeinheit und Abstraktheit, oder von Individualität mit der&lt;br /&gt;
Ganzheitlichkeit.&lt;br /&gt;
(1) Als etwas visuell oder, allgemeiner, sinnlich Erfahrbares meint &#039;obraz&#039; eine äußere Erscheinung,&lt;br /&gt;
Darstellung oder Verkörperung von etwas Nicht-Sichtbarem oder nicht unmittelbar Zugänglichem&lt;br /&gt;
und in diesem Sinne eine Einheit von Form und Inhalt, von Sinnlichkeit und Sinn. &#039;Obraz&#039; meint die&lt;br /&gt;
sinnliche Erscheinungsweise des Nichtsinnlichen. Als solche Erscheinung ist &#039;obraz&#039; tendenziell&lt;br /&gt;
auch sinnbildlich. Der mimetische Bedeutungsaspekt tritt eher bei etymologisch verwandten Bild-&lt;br /&gt;
Begriffen in den Vordergrund (z.B. &#039;izobraženie&#039;, &#039;otobraženie&#039;: dt. &#039;Bild&#039;, &#039;Abbild&#039;).&lt;br /&gt;
Dementsprechend meint &#039;obraz&#039; im künstlerischen oder literarischen Kontext die Veranschaulichung&lt;br /&gt;
eines allgemeineren (gedanklichen) Zusammenhangs in einer individuellen Erscheinung oder Figur.&lt;br /&gt;
Charakteristisch ist Lebendigkeit und Dynamik einer solchen sinnlichen Darstellung. Als statisch&lt;br /&gt;
kann dieses Bild-Konzept nicht begriffen werden, wie es z.B. bei den Begriffen &#039;kopija&#039; (dt. &#039;Kopie&#039;)&lt;br /&gt;
oder &#039;otobraženie&#039; (dt. &#039;Widerspiegelung&#039;, &#039;Abbild&#039;) der Fall ist. Diesen Aspekt bestärkt die&lt;br /&gt;
Bedeutung von &#039;obraz&#039; als &#039;menschliche Gestalt&#039;.&lt;br /&gt;
Die Ganzheitlichkeit und Dynamik eines &#039;obraz&#039; lässt ihn in einem Erkenntnisprozess nicht&lt;br /&gt;
vollständig schematisch zerlegen. Jederzeit bleibt ein Bedeutungsüberschuss, eine Vielschichtigkeit,&lt;br /&gt;
die nicht in einer mimetischen Beschreibung zu erfassen ist.&lt;br /&gt;
(2) Das, was sich in einer konkreten sinnlichen Erscheinung zeigt, ist ein Typ, ein allgemeinerer&lt;br /&gt;
Charakter, ein Maß (z.B. . Auch dies bringt &#039;obraz&#039; zum Ausdruck. Als ein idealtypisches Bild oder&lt;br /&gt;
Ebenbild verweist &#039;obraz&#039; auf ein Erstes (&#039;čelovek kak obraz i podobie Boga&#039;: dt. &#039;der Mensch als&lt;br /&gt;
Ebenbild Gottes&#039;).&lt;br /&gt;
Das Ideale wird implizit als ein Ziel begriffen, aus dem heraus die Form und die Handlungsweise,&lt;br /&gt;
die Ordnung und die Tradition (&#039;obraz žisni&#039;: dt. &#039;Lebensweise&#039;; &#039;obraz mysli&#039;: dt. &#039;Denkungsart&#039;)&lt;br /&gt;
entsteht. Das Derivat &#039;obrazec&#039; (dt. &#039;Vorbild&#039;, &#039;Maß&#039;) untermauert die teleologische Nuancierung der&lt;br /&gt;
Semantik von &#039;obraz&#039;. Vgl. auch das Idiom &#039;poterjat&#039; obraz čelovečeskij&#039;, das sich als &#039;alles&lt;br /&gt;
Menschliche einbüßen&#039; ins Deutsche übertragen lässt.&lt;br /&gt;
(4) Das Ideale des Maßes wird seinerseits im Ideellen erfasst: &#039;Obraz&#039; meint auch eine lebendige&lt;br /&gt;
anschauliche mentale Vorstellung/Bild von etwas. Das etymologisch verwandte Wort &#039;voobraženie&#039;&lt;br /&gt;
bedeutet Einbildungskraft, Vorstellungsvermögen. Überwiegt das Fließende und Dynamische bei&lt;br /&gt;
einem &#039;obraz&#039;, handelt es bei den Vorstellungen um (fiktive) Phantasiebilder; wird das „Wesentliche“&lt;br /&gt;
in einem &#039;obraz&#039; hervorgehoben, so ist es eine künstlerische Erfassung der Realität und eine&lt;br /&gt;
zwischen dem Subjekt und der Realität vermittelnde Leistung, die das Reale (oder das Wahre)&lt;br /&gt;
nacherschafft.&lt;br /&gt;
Betrachtet man die von &#039;obraz&#039; abgeleiteten Begriffe (&#039;bezobrazie&#039;: dt. &#039;Häßlichkeit&#039;, &#039;moralische&lt;br /&gt;
Verwerflichkeit&#039;; &#039;preobraženie&#039;: dt. &#039;Verklärung&#039;, &#039;Verwandlung&#039;), so wird offensichtlich, dass &#039;obraz&#039;&lt;br /&gt;
nicht eine beliebige äußere Form meint, sondern als eng verknüpft mit Schönem, Gutem und&lt;br /&gt;
Wahrem zu denken ist. Das Böse ist demgegenüber als gestaltlos, d.i. bez-obraznoe, zu verstehen.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====optional Beispiele=====&lt;br /&gt;
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		<author><name>Maria Wargin</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Russisch:_%27obraz%27&amp;diff=6944</id>
		<title>Russisch: &#039;obraz&#039;</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Russisch:_%27obraz%27&amp;diff=6944"/>
		<updated>2011-11-02T08:35:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria Wargin: /* Engere Begriffsbestimmung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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oder &#039;sinnliche Gestalt/Form&#039; nur als provisorisch und eigentlich als inadäquat erscheinen.&lt;br /&gt;
Innerhalb der russischen Sprachdynamik ist der Begriff tendenziell meliorativ, trotz aller&lt;br /&gt;
Vielschichtigkeit und semantischen Dialektik dieses Begriffs: Die Nähe zum Ursprünglichen,&lt;br /&gt;
Wahren und Sakralen zeichnet dieses Bild-Konzept aus. Belegen lässt sich diese Vermutung bereits&lt;br /&gt;
an der zweiten Grundbedeutung dieses Begriffs. &#039;Obraz&#039; meint auch eine manifeste Abbildung des&lt;br /&gt;
Heiligen in der Ikone. Eine Ikone erhielt ursprünglich nicht bloß stellvertretend einen&lt;br /&gt;
Heiligkeitsstatus, sondern sie war im Dargestellten selbst heilig. Die Relevanz des Begriffs &#039;obraz&#039;&lt;br /&gt;
kann für die russische Kultur im Ganzen und für die russische Philosophie im Besonderen kaum&lt;br /&gt;
überschätzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt; Auch für die russische Kunst- und Literaturwissenschaft ist dieser Begriff von entscheidender Bedeutung. Vgl. beispielsweise den obraz-Begriff bei Špet, Potebnja, Šklovskij. In die literaturwissenschaftliche Terminologie wurde der&lt;br /&gt;
Begriff 1838 von V. Belinskij (Zs. „Moskovskij nabljudatelj&#039;“ in seinem Aufsatz &#039;Fonvizin i Zagoskin&#039;) als eine&lt;br /&gt;
einheitliche Übersetzung der hegelschen kunstphilosophischen Begriffe „Bild“ und „Gestalt“ eingeführt. Auf&lt;br /&gt;
Belinskij geht auch die Formel &#039;poėzija est&#039; myshlenie v obrazach&#039; (&#039;Poesie ist Denken in Bildern)&#039; zurück, die im&lt;br /&gt;
Kontext der Rezeption Hegels zu sehen ist. &amp;lt;/ref&amp;gt; An dieser Stelle sei nur beispielhaft auf Pavel Florenskij (z.B. P. Florenskij. &#039;&#039;Imena&#039;&#039;. SpB, 2007. ) verwiesen.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Der Begriff ist alt- und gemeinslawischen Ursprungs und ist seit dem XI. Jh. nachweisbar. Der&lt;br /&gt;
Wortstamm ist auf das Verb &#039;rezat&#039;&#039; (dt. &#039;schneiden&#039;; &#039;eine Grenze ziehen&#039;) zurückzuführen. &#039;Rezat&#039;&#039;&lt;br /&gt;
meint &#039;schneiden&#039;, in kleinere Einheiten (&#039;raz&#039;) teilen und dadurch Vielheiten schaffen. Der Prozess&lt;br /&gt;
des Schneidens, oder der Prägung, gibt dem Gegenstand Form, Gestalt. Demnach meint &#039;obraz&#039;&lt;br /&gt;
zunächst eine einheitliche Gestalt eines Gegenstandes, die ihn begrenzt und damit bestimmt und&lt;br /&gt;
unterscheidbar macht. Als etwas Gestaltetes ist es eventuell auch etwas Vollkommenes. Vgl. gr.&lt;br /&gt;
Eikon, Typos und Morphe. Ėizenštein2 sieht außerdem eine etymologische Verwandtschaft von&lt;br /&gt;
&#039;obraz&#039; mit &#039;obnaruženie&#039; (dt. &#039;Bloßlegung&#039;, &#039;Hervortreten&#039;, &#039;Entdecken&#039;). Wird diese Bedeutung&lt;br /&gt;
berücksichtigt, so treten in dem Erscheinen eines Gegenstandes, in seinem &#039;obraz&#039;, wesentliche&lt;br /&gt;
Zusammenhänge prozesshaft zutage.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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[[Benutzer:Maria Wargin|Wargin, Maria]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>Maria Wargin</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Russisch:_%27obraz%27&amp;diff=6943</id>
		<title>Russisch: &#039;obraz&#039;</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Russisch:_%27obraz%27&amp;diff=6943"/>
		<updated>2011-11-02T08:34:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria Wargin: /* Darstellung des gr. Zusammenhangs */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Darstellung des gr. Zusammenhangs=====&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Der zentrale Bild-Begriff der russischen Sprache ist &#039;obraz&#039;. Die semantische Komplexität und die&lt;br /&gt;
sprachimmanente Spezifik dieses Begriffs lässt seine direkte Übertragung ins Deutsche als &#039;Bild&#039;&lt;br /&gt;
oder &#039;sinnliche Gestalt/Form&#039; nur als provisorisch und eigentlich als inadäquat erscheinen.&lt;br /&gt;
Innerhalb der russischen Sprachdynamik ist der Begriff tendenziell meliorativ, trotz aller&lt;br /&gt;
Vielschichtigkeit und semantischen Dialektik dieses Begriffs: Die Nähe zum Ursprünglichen,&lt;br /&gt;
Wahren und Sakralen zeichnet dieses Bild-Konzept aus. Belegen lässt sich diese Vermutung bereits&lt;br /&gt;
an der zweiten Grundbedeutung dieses Begriffs. &#039;Obraz&#039; meint auch eine manifeste Abbildung des&lt;br /&gt;
Heiligen in der Ikone. Eine Ikone erhielt ursprünglich nicht bloß stellvertretend einen&lt;br /&gt;
Heiligkeitsstatus, sondern sie war im Dargestellten selbst heilig. Die Relevanz des Begriffs &#039;obraz&#039;&lt;br /&gt;
kann für die russische Kultur im Ganzen und für die russische Philosophie im Besonderen kaum&lt;br /&gt;
überschätzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt; Auch für die russische Kunst- und Literaturwissenschaft ist dieser Begriff von entscheidender Bedeutung. Vgl. beispielsweise den obraz-Begriff bei Špet, Potebnja, Šklovskij. In die literaturwissenschaftliche Terminologie wurde der&lt;br /&gt;
Begriff 1838 von V. Belinskij (Zs. „Moskovskij nabljudatelj&#039;“ in seinem Aufsatz &#039;Fonvizin i Zagoskin&#039;) als eine&lt;br /&gt;
einheitliche Übersetzung der hegelschen kunstphilosophischen Begriffe „Bild“ und „Gestalt“ eingeführt. Auf&lt;br /&gt;
Belinskij geht auch die Formel &#039;poėzija est&#039; myshlenie v obrazach&#039; (&#039;Poesie ist Denken in Bildern)&#039; zurück, die im&lt;br /&gt;
Kontext der Rezeption Hegels zu sehen ist. &amp;lt;/ref&amp;gt; An dieser Stelle sei nur beispielhaft auf Pavel Florenskij (z.B. P. Florenskij. &#039;&#039;Imena&#039;&#039;. SpB, 2007. ) verwiesen.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Titel dieser Siete ist noch nicht endgültig. Bitte an Jörg Schirra durchgeben, wenn Seitentitel endgültig feststeht. Wird dann angepasst. Danke!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Engere Begriffsbestimmung=====&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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=====optional Beispiele=====&lt;br /&gt;
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=====Auswirkungen auf andere Begriffe=====&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria Wargin</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Russisch:_%27obraz%27&amp;diff=6942</id>
		<title>Russisch: &#039;obraz&#039;</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Russisch:_%27obraz%27&amp;diff=6942"/>
		<updated>2011-11-02T08:30:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria Wargin: /* Darstellung des gr. Zusammenhangs */&lt;/p&gt;
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&amp;lt;!--Der zentrale Bild-Begriff der russischen Sprache ist &#039;obraz&#039;. Die semantische Komplexität und die&lt;br /&gt;
sprachimmanente Spezifik dieses Begriffs lässt seine direkte Übertragung ins Deutsche als &#039;Bild&#039;&lt;br /&gt;
oder &#039;sinnliche Gestalt/Form&#039; nur als provisorisch und eigentlich als inadäquat erscheinen.&lt;br /&gt;
Innerhalb der russischen Sprachdynamik ist der Begriff tendenziell meliorativ, trotz aller&lt;br /&gt;
Vielschichtigkeit und semantischen Dialektik dieses Begriffs: Die Nähe zum Ursprünglichen,&lt;br /&gt;
Wahren und Sakralen zeichnet dieses Bild-Konzept aus. Belegen lässt sich diese Vermutung bereits&lt;br /&gt;
an der zweiten Grundbedeutung dieses Begriffs. &#039;Obraz&#039; meint auch eine manifeste Abbildung des&lt;br /&gt;
Heiligen in der Ikone. Eine Ikone erhielt ursprünglich nicht bloß stellvertretend einen&lt;br /&gt;
Heiligkeitsstatus, sondern sie war im Dargestellten selbst heilig. Die Relevanz des Begriffs &#039;obraz&#039;&lt;br /&gt;
kann für die russische Kultur im Ganzen und für die russische Philosophie im Besonderen kaum&lt;br /&gt;
überschätzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt; Auch für die russische Kunst- und Literaturwissenschaft ist dieser Begriff von entscheidender Bedeutung. Vgl. beispielsweise den obraz-Begriff bei Špet, Potebnja, Šklovskij. In die literaturwissenschaftliche Terminologie wurde der&lt;br /&gt;
Begriff 1838 von V. Belinskij (Zs. „Moskovskij nabljudatelj&#039;“ in seinem Aufsatz &#039;Fonvizin i Zagoskin&#039;) als eine&lt;br /&gt;
einheitliche Übersetzung der hegelschen kunstphilosophischen Begriffe „Bild“ und „Gestalt“ eingeführt. Auf&lt;br /&gt;
Belinskij geht auch die Formel &#039;poėzija est&#039; myshlenie v obrazach&#039; (&#039;Poesie ist Denken in Bildern)&#039; zurück, die im&lt;br /&gt;
Kontext der Rezeption Hegels zu sehen ist. &amp;lt;/ref&amp;gt; An dieser Stelle sei nur beispielhaft auf Pavel Florenskij (z.B. ) verwiesen.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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Der Titel dieser Siete ist noch nicht endgültig. Bitte an Jörg Schirra durchgeben, wenn Seitentitel endgültig feststeht. Wird dann angepasst. Danke!&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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[[Benutzer:Maria Wargin|Wargin, Maria]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>Maria Wargin</name></author>
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