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	<title>Glossar der Bildphilosophie - Benutzerbeiträge [de-formal]</title>
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		<title>Benutzerin:Judith Siegmund</title>
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		<updated>2013-08-22T10:47:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Judith Siegmund: &lt;/p&gt;
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&#039;&#039;&#039;Judith Siegmund&#039;&#039;&#039;: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akademische Abschlüsse:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 2007	Promotion (Philosophie) über „Die Evidenz der Kunst“, Universität Potsdam&lt;br /&gt;
* 2001	Magister Philosophie Universität Potsdam &lt;br /&gt;
* 1997	Zwischenprüfung Philosophie, Freie Universität Berlin&lt;br /&gt;
* 1993	Abschluss des Aufbau-Studiums Kunst Staatliche Akademie für Bildende Künste Stuttgart, bei Rudolf Schoofs&lt;br /&gt;
* 1991	Diplom Malerei und Grafik &lt;br /&gt;
* Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden (1985-1991), bei Gerhard Kettner &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaftliche Anstellungen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 2011  Juniorprofessorin für Theorie der Gestaltung / Ästhetische Theorie mit einer Teildenomination Gendertheorie an der Universität der Künste Berlin, Institut für Geschichte und Theorie der Gestaltung&lt;br /&gt;
* 2010  Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für künstlerische Forschung, Hochschule für Film und Fernsehen &amp;quot;Konrad Wolf&amp;quot; Potsdam&lt;br /&gt;
* 2009	Institut für Philosophie der Universität Oldenburg &lt;br /&gt;
* 2003-06	Promotionsstipendium der Heinrich-Böll-Stiftung&lt;br /&gt;
* 2003-06	Sonderforschungsbereich 626 „Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste“ FU Berlin&lt;br /&gt;
* 2003	Institut für Philosophie der Universität Potsdam (wissenschaftliche Hilfskraft)&lt;br /&gt;
* 2000-10 verschiedene Lehraufträge &lt;br /&gt;
** an der Universität Mainz, FB Bildende Kunst; &lt;br /&gt;
** Fachhochschule für Kunst und Wissenschaften Hannover, FB Bildende Kunst;&lt;br /&gt;
** Freie Universität Berlin, Institut für Philosophie&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Künstlerische Arbeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1993 freiberufliche künstlerische Arbeit in den Bereichen Konzept- und Videokunst, Installation, Multimedia, Partizipation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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		<author><name>Judith Siegmund</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Judith Siegmund: &lt;/p&gt;
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&lt;br /&gt;
Akademische Abschlüsse:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 2007	Promotion (Philosophie) über „Die Evidenz der Kunst“, Universität Potsdam&lt;br /&gt;
* 2001	Magister Philosophie Universität Potsdam &lt;br /&gt;
* 1997	Zwischenprüfung Philosophie, Freie Universität Berlin&lt;br /&gt;
* 1993	Abschluss des Aufbau-Studiums Kunst Staatliche Akademie für Bildende Künste Stuttgart, bei Rudolf Schoofs&lt;br /&gt;
* 1991	Diplom Malerei und Grafik &lt;br /&gt;
* Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden (1985-1991), bei Gerhard Kettner &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaftliche Anstellungen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 2011  Juniorprofessorin für Theorie der Gestaltung / Ästhetische Theorie mit einer Teildenomination Gendertheorie an der Universität der Künste Berlin, Institut für Geschichte und Theorie der Gestaltung&lt;br /&gt;
* 2010  Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für künstlerische Forschung, Hochschule für Film und Fernsehen &amp;quot;Konrad Wolf&amp;quot; Potsdam&lt;br /&gt;
* 2009	Institut für Philosophie der Universität Oldenburg &lt;br /&gt;
* 2003-06	Promotionsstipendium der Heinrich-Böll-Stiftung&lt;br /&gt;
* 2003-06	Sonderforschungsbereich 626 „Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste“ FU Berlin&lt;br /&gt;
* 2003	Institut für Philosophie der Universität Potsdam (wissenschaftliche Hilfskraft)&lt;br /&gt;
* 2000-10 verschiedene Lehraufträge &lt;br /&gt;
** an der Universität Mainz, FB Bildende Kunst; &lt;br /&gt;
** Fachhochschule für Kunst und Wissenschaften Hannover, FB Bildende Kunst;&lt;br /&gt;
** Freie Universität Berlin, Institut für Philosophie&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
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Künstlerische Arbeit:&lt;br /&gt;
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		<author><name>Judith Siegmund</name></author>
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		<updated>2012-12-07T17:20:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Judith Siegmund: &lt;/p&gt;
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* 2007	Promotion (Philosophie) über „Die Evidenz der Kunst“, Universität Potsdam&lt;br /&gt;
* 2001	Magister Philosophie Universität Potsdam &lt;br /&gt;
* 1997	Zwischenprüfung Philosophie, Freie Universität Berlin&lt;br /&gt;
* 1993	Abschluss des Aufbau-Studiums Kunst Staatliche Akademie für Bildende Künste Stuttgart, bei Rudolf Schoofs&lt;br /&gt;
* 1991	Diplom Malerei und Grafik &lt;br /&gt;
* Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden (1985-1991), bei Gerhard Kettner &lt;br /&gt;
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Wissenschaftliche Anstellungen: &lt;br /&gt;
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* 2011  Juniorprofessorin für Theorie der Gestaltung / Ästhetische Theorie mit einer Teildenomination Gendertheorie an der Universität der Künste Berlin, Institut für Geschichte und Theorie der Gestaltung&lt;br /&gt;
* 2010  Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für künstlerische Forschung, Hochschule für Film und Fernsehen &amp;quot;Konrad Wolf&amp;quot; Potsdam&lt;br /&gt;
* 2009	Institut für Philosophie der Universität Oldenburg &lt;br /&gt;
* 2003-06	Promotionsstipendium der Heinrich-Böll-Stiftung&lt;br /&gt;
* 2003-06	Sonderforschungsbereich 626 „Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste“ FU Berlin&lt;br /&gt;
* 2003	Institut für Philosophie der Universität Potsdam (wissenschaftliche Hilfskraft)&lt;br /&gt;
* 2000-10 verschiedene Lehraufträge &lt;br /&gt;
** an der Universität Mainz, FB Bildende Kunst; &lt;br /&gt;
** Fachhochschule für Kunst und Wissenschaften Hannover, FB Bildende Kunst;&lt;br /&gt;
** Freie Universität Berlin, Institut für Philosophie&lt;br /&gt;
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		<author><name>Judith Siegmund</name></author>
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		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Evidenz,_visuelle/ikonische&amp;diff=3765</id>
		<title>Evidenz, visuelle/ikonische</title>
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		<updated>2010-11-18T10:51:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Judith Siegmund: /* Differenz von Evidenz und Wahrheit/Fall fehlender Autorschaft von Bildern */&lt;/p&gt;
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=====Evidenz im Allgemeinen=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bestimmung von Evidenz (Offenkundigkeit, unmittelbares Einleuchten, Augenscheinlichkeit, Richtigkeit, auch Wahrheit) im Rahmen eines bildphilosophischen Begriffsverständnisses trifft nur einen Ausschnitt aus dem Gebrauch und der Geschichte des Begriffs. Denn Evidenz im Allgemeinen ist „einerseits dem auffassenden Subjekt, andererseits der objektiven Verbindlichkeit des Aufgefaßten, einerseits dem Urteilserlebnis und dem Akt des Zustimmens („assensus evidens“), andererseits dem Urteilsinhalt zugeordnet worden und weist insofern … eine Ambivalenz auf …“ (&amp;lt;bib id=&#039;Halbfass 1972a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 6199). In dieser Weite bezieht sich der Begriff auf mehr als auf innere und äußere Bilder und deren Wahrnehmung; er bezieht sich auf das Phänomen der Gewissheit bzw. des Einleuchtens überhaupt. Die Frage nach der „evidentiellen Gewissheit“ stellt sich „vom Wissen her“ (&amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 27), das ist wesentlich. Der Begriffsgebrauch ikonischer Evidenz verlangt daher nach einer Klärung des Verhältnisses von [[Anschauung]] und intellektueller Erkenntnis, d.h. es müssen erkenntnistheoretische Grundsatzfragen gestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Visuelle/ikonische Evidenz als ein Sonderfall=====&lt;br /&gt;
Will man angeben, was ikonische Evidenz ist, so ist es erforderlich zu bestimmen, welcher Status der Präsenz der Anschauung gegenüber intellektueller Erkenntnis oder als Ermöglichung dieser zukommt bzw. in welcher anderen Art und Weise beide zusammenhängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baumgarten z.B. löst diese Fragen, indem er intellektuelle Erkenntnis und einleuchtende Anschauung in zwei Evidenzbegriffen fasst, die für unterschiedliche Grade von Gewissheit stehen sollen. Er spricht von Evidenz als überzeugender Gewissheit einerseits, d.i. intellektuelle Gewissheit, und von überredender Gewissheit andererseits, d.i. ästhetisch-anschauliche Gewissheit. Beide Weisen der E. befinden sich lt. Baumgarten in einem Spannungsverhältnis. Dieser „terminologischen Spannung im Gebrauch des Wortes Evidenz“, die sich aus dem Verhältnis von Philosophie und Rethorik (aus Letzterer stammt der Begriff der E. ursprünglich) ergebe, „soll ein Raum der Entfaltung gegeben werden“ (&amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 30). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Subjekt kommt im 17. Jahrhundert in einer neuen Weise ins Spiel, wenn ganz besonders auf sein inneres Erleben im Wahrnehmungsprozess geschaut wird. Seither ist Evidenz nicht mehr nur das Offenkundige selbst, sondern sie wird vielmehr auch als subjektiver Bewusstseinszustand aufgefasst, in dem etwas offenkundig ist (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 28, vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Locke 1975a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 591-594). So fallen bei Franz Brentano im 19. Jahrhundert Wahrheit und Evidenz sogar vollständig zusammen im Sinne der Bestimmung einer völligen emotionalen Zustimmung des Subjekts (&amp;lt;bib id=&#039;Brentano 1930a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 137-150).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Edmund Husserl, auf den sich auch aktuelle Versuche der Bestimmung von E. beziehen (vgl. z.B. Boehm und Siegmund), setzt Wahrheit und Evidenz nicht mehr in eins, sondern bestimmt E. als erfüllte Intentionalität.  Dem Anschauungserlebnis wird damit von Husserl eine Gerichtetheit attestiert, die immer schon mit einer Sinnunterstellung verknüpft ist (&amp;lt;bib id=&#039;Husserl 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8-127). In Bezug auf (äußere) Bilder stellt Husserl fest: „Das Bild … bezieht sich auf die Sache durch Ähnlichkeit“ (&amp;lt;bib id=&#039;Husserl 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 54).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Evidenz und Bildhaftigkeit =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ambivalenzen wie die eingangs genannten spiegeln sich in Versuchen wider, Evidenz konkret als einen bildtheoretischen Begriff zu fassen. Lessing vertritt die Ansicht, Evidenz sei eine Eigenschaft, die man besonders von Bildern erwarte, und verbindet somit E. mit Bildhaftigkeit schlechthin. Er beansprucht diese allerdings nicht nur für die gemalten, sondern mehr noch für die poetischen  Bilder. Das „Material … [wird] zum (ästhetischen) Begriff des Bildes“ (&amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 38).  Die erkenntnistheoretische Schwierigkeit besteht hier wie in vielen Erläuterungen zur ästhetischen/ikonischen E. darin, zu verstehen, was damit gesagt ist, dass Material, mit dem sowohl Bilder als Gegenstände wie auch innere Vorstellungsbilder gemeint sind, zum Begriff werden kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen weiteren Versuch, Evidenz als Bildhaftigkeit zu lesen, unternimmt Gottfried Boehm, der E. mit Sichtbarkeit verbindet. Aus der Sichtbarkeit, die in einem starken Sinne, nämlich als Einleuchten aufgefasst wird, lässt sich allerding noch nicht (wie Boehm es versucht) auf die Kategorie der Bilder schließen, denn sichtbar ist zunächst alles. „Wie läßt sich die Struktur der Evidenz aus der Sphäre der Wahrnehmung in die des Bildes übertragen? Die ikonische Darstellung und ihre Logik … lassen sich auf die Logik der Wahrnehmung zurückbeziehen“ (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 17). In dieser Formulierung Boehms behält E. die Ambivalenz zwischen subjektiver Anschauung und objektiver Augenscheinlichkeit, und es stellt sich zunächst die Frage nach deren genauem Verhältnis. Boehm entscheidet sich unter Rückgriff auf Husserls Intentionalitätsbegriff dafür, Evidenz auf ein „zugrundeliegendes Orientiertsein“ zurückzu­führen, auf welches sich die Geltung der Evidenz stütze, er entscheidet sich somit für die subjektive Akzentuierung des Begriffs (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 22). Damit wird aber die Spezifik einer ikonischen/visuellen Evidenz hinfällig. Denn in der Synthese von „Sicht und Ansicht“ müsste erstens Zeugenschaft von etwas als etwas verankert werden, wenn der Witz des Evidenzbegriffs nicht geopfert werden soll. Aus der Bildhaftigkeit aller Evidenz als innerer Anschauung ist zweitens noch nicht auf die spezifische Bildlichkeit von Bildern zu schließen, die als Gegenstände evident sein können. Diese Spezifik der Bilder bestimmt Boehm mit Hilfe der „Dichte der Materialität“ (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 30). Qua [[Materialität]] sowie aufgrund ihres Gemachtseins „liefern [Bilder] eine Vorgabe des Erwartbaren und zugleich deren gegebenenfalls evidente Erfüllung“ (ebd.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====weitere Begriffsvarianten =====&lt;br /&gt;
Die Weite des Evidenzbegriffs und damit die Variationsbreite möglicher Konzeptualisierungen der Bildlichkeit als innerer Anschauung im Verhältnis zu Sprache und Begriff zeigt sich auch daran, dass Evidenz z.B. als „überkomplexe Zeichenfülle“ verstanden wird, die „jenseits der Mangellogik des Begriffs“ angesiedelt sei (&amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer et al. 2005a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. IX, vgl. auch &amp;lt;bib id=&#039;Sommer 1987a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Abhängig ist solch eine Bestimmung vom jeweiligen Verständnis, wie Sprache sein soll, jedoch ist ja die Pointe der E., dass sich etwas erschließt, etwas, dem Sinn bzw. Bedeutung zukommt. So scheint es eher kontraintuitiv, unter Evidenz eine „Undarstellbarkeit des Ereignisses“ (&amp;lt;bib id=&#039;Oehlschläger 2005a&#039;&amp;gt;Öhlschläger 2005a&amp;lt;/bib&amp;gt;) zu verstehen oder etwas, das sich im „emphatischen Sehen“ als etwas ereignet, „weil die Reflexivität vorübergehend suspendiert ist“ (&amp;lt;bib id=&#039;Riedel 2005a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 196). Auch in einer „Bildproduktion des Unbewussten“ ist Sinnhaftigkeit mit am Werk (vgl. [Pfotenhauer et al. 2005a). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Differenz von Evidenz und Wahrheit/Fall fehlender Autorschaft von Bildern =====&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur Abwesenheit von sprachlich verfasster Reflexivität ist E. als eine performativ erfahrbare Eigenschaft des Augenscheinlichwerdens von etwas als etwas aufzufassen, bei der Sinn bzw. Bedeutung mit den materialen Eigenschaften und dem Phänomen des Wahrgenommenen verschränkt bleibt. Dass Kunstwerke nicht nur etwas evident machen, sondern selbst in ihrer Art, wie sie gemacht sind, evident sind – und der Bereich der [[bildende Kunst|Kunst]] kann hier als paradigmatisch betrachtet werden –, verweist auf die Differenz von E. und Wahrheit. Evidenz ist nicht wie Wahrheit sprachlicher [[Proposition|Aussagen]] an Geltungsforderungen gebunden, sondern vielmehr an in der Wahrnehmung erlebte Anschauung (vgl. [&amp;lt;bib id=&#039;Siegmund 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Es sind die Wahrnehmungen von [[künstlerisches Bild und Alltagsbild|unkünstlerischen Bildern]] (als äußeren Gegenständen), für welche diese Beschreibung der Evidenz nicht mehr vollständig zutrifft, denn nicht allen Bildern lässt sich Evidenz unterstellen. Es gibt Bilder, denen jede Form der Autorschaft abgesprochen werden muss (z.B. Bilder, die von Webcams und anderen Geräten erzeugt werden), und es gibt Bilder, die nur noch von Spezialisten gedeutet werden können (z.B. Untersuchungsergebnisse in der Medizin). Auf solche Bilder trifft die Rede von der „Vorgabe des Erwartbaren“ und der „gegebenfalls evidenten Erfüllung“ (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) dessen, was erwartbar war, nicht mehr zu. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====allgemeines Fazit =====&lt;br /&gt;
Generell lässt sich in Bezug auf E. von einem „gründenden Verhältnis von sinnlicher Anschauung zu begrifflicher Deutung sprechen“, womit über Bilder aber noch nichts Spezifisches gesagt ist, außer dass (mit Husserl gesprochen) eine „erfüllte Intentionalität  in der Wahrnehmung“ von Bildern ein konkreter Fall neben anderen ästhetischen und nichtästhetischen Wahrnehmungsvollzügen ist (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Siegmund 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 191). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Literatur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Boehm, G. (2008) Augenmaß. Zur Genese der ikonischen Evidenz, S. 15-46 in: Boehm, G/Mersmann, B./Spies, C. (2008) Movens Bild. Zwischen Evidenz und Affekt, München.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brentano, F. (1975): Wahrheit und Evidenz, Hamburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Campe, R. (2006) Epoche der Evidenz. Knoten in einem terminologischen Netzwerk zwischen Descartes und Kant, S. 25-43 in: Peters, S./ Schäfer, M.J. (2006) Intellektuelle Anschauung. Figurationen von Evidenz zwischen Kunst und Wissen, Bielefeld. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Halbfass, W. (1972) Evidenz, Sp. 829-834 in: Gründer, K./Ritter, J. (1972) Historisches Wörterbuch der Philosophie, Bd. 2, Basel.&lt;br /&gt;
Husserl, E. (1993) Logische Untersuchungen. Elemente einer phänomenologischen Aufklärung der Erkenntnis II/Bd. 2, Tübingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Locke, J. (1975) An Essay Concerning Human Understanding, hg. von Niddich, P. H., Oxford.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öhlschläger, C. (2005) Evidenz und Ereignis. Musils poetische ‚Momentaufnahmen‘ im Kontext der Moderne, S. 203-216 in: Pfotenhauer, H./Riedel, W./Schneider, S. (2005) Poetik der Evidenz. Die Herausforderung der Bilder in der Literatur um 1900, Würzburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfotenhauer, H./Riedel, W./Schneider, S. (2005) Poetik der Evidenz. Die Herausforderung der Bilder in der Literatur um 1900, Würzburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Riedel, W. (2005) Endogene Bilder. Anthropologie und Poetik bei Gottfried Benn, S. 163-202 in: Pfotenhauer, H./Riedel, W./Schneider, S. (2005) Poetik der Evidenz. Die Herausforderung der Bilder in der Literatur um 1900, Würzburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siegmund, J. (2007) Die Evidenz der Kunst. Künstlerisches Handeln als ästhetische Kommunikation, Bielefeld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sommer, M. (1987) Evidenz im Augenblick. Eine Phänomenologie der reinen Empfindung, Frankfurt am Main.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Judith Siegmund</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Evidenz,_visuelle/ikonische&amp;diff=3764</id>
		<title>Evidenz, visuelle/ikonische</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Evidenz,_visuelle/ikonische&amp;diff=3764"/>
		<updated>2010-11-18T10:49:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Judith Siegmund: /* Differenz von Evidenz und Wahrheit/Fall fehlender Autorschaft */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Grundbegriffe der Bildlichkeit]]&lt;br /&gt;
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Unterpunkt zu: [[Grundbegriffe der Bildlichkeit]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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=====Evidenz im Allgemeinen=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bestimmung von Evidenz (Offenkundigkeit, unmittelbares Einleuchten, Augenscheinlichkeit, Richtigkeit, auch Wahrheit) im Rahmen eines bildphilosophischen Begriffsverständnisses trifft nur einen Ausschnitt aus dem Gebrauch und der Geschichte des Begriffs. Denn Evidenz im Allgemeinen ist „einerseits dem auffassenden Subjekt, andererseits der objektiven Verbindlichkeit des Aufgefaßten, einerseits dem Urteilserlebnis und dem Akt des Zustimmens („assensus evidens“), andererseits dem Urteilsinhalt zugeordnet worden und weist insofern … eine Ambivalenz auf …“ (&amp;lt;bib id=&#039;Halbfass 1972a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 6199). In dieser Weite bezieht sich der Begriff auf mehr als auf innere und äußere Bilder und deren Wahrnehmung; er bezieht sich auf das Phänomen der Gewissheit bzw. des Einleuchtens überhaupt. Die Frage nach der „evidentiellen Gewissheit“ stellt sich „vom Wissen her“ (&amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 27), das ist wesentlich. Der Begriffsgebrauch ikonischer Evidenz verlangt daher nach einer Klärung des Verhältnisses von [[Anschauung]] und intellektueller Erkenntnis, d.h. es müssen erkenntnistheoretische Grundsatzfragen gestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Visuelle/ikonische Evidenz als ein Sonderfall=====&lt;br /&gt;
Will man angeben, was ikonische Evidenz ist, so ist es erforderlich zu bestimmen, welcher Status der Präsenz der Anschauung gegenüber intellektueller Erkenntnis oder als Ermöglichung dieser zukommt bzw. in welcher anderen Art und Weise beide zusammenhängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baumgarten z.B. löst diese Fragen, indem er intellektuelle Erkenntnis und einleuchtende Anschauung in zwei Evidenzbegriffen fasst, die für unterschiedliche Grade von Gewissheit stehen sollen. Er spricht von Evidenz als überzeugender Gewissheit einerseits, d.i. intellektuelle Gewissheit, und von überredender Gewissheit andererseits, d.i. ästhetisch-anschauliche Gewissheit. Beide Weisen der E. befinden sich lt. Baumgarten in einem Spannungsverhältnis. Dieser „terminologischen Spannung im Gebrauch des Wortes Evidenz“, die sich aus dem Verhältnis von Philosophie und Rethorik (aus Letzterer stammt der Begriff der E. ursprünglich) ergebe, „soll ein Raum der Entfaltung gegeben werden“ (&amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 30). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Subjekt kommt im 17. Jahrhundert in einer neuen Weise ins Spiel, wenn ganz besonders auf sein inneres Erleben im Wahrnehmungsprozess geschaut wird. Seither ist Evidenz nicht mehr nur das Offenkundige selbst, sondern sie wird vielmehr auch als subjektiver Bewusstseinszustand aufgefasst, in dem etwas offenkundig ist (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 28, vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Locke 1975a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 591-594). So fallen bei Franz Brentano im 19. Jahrhundert Wahrheit und Evidenz sogar vollständig zusammen im Sinne der Bestimmung einer völligen emotionalen Zustimmung des Subjekts (&amp;lt;bib id=&#039;Brentano 1930a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 137-150).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Edmund Husserl, auf den sich auch aktuelle Versuche der Bestimmung von E. beziehen (vgl. z.B. Boehm und Siegmund), setzt Wahrheit und Evidenz nicht mehr in eins, sondern bestimmt E. als erfüllte Intentionalität.  Dem Anschauungserlebnis wird damit von Husserl eine Gerichtetheit attestiert, die immer schon mit einer Sinnunterstellung verknüpft ist (&amp;lt;bib id=&#039;Husserl 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8-127). In Bezug auf (äußere) Bilder stellt Husserl fest: „Das Bild … bezieht sich auf die Sache durch Ähnlichkeit“ (&amp;lt;bib id=&#039;Husserl 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 54).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Evidenz und Bildhaftigkeit =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ambivalenzen wie die eingangs genannten spiegeln sich in Versuchen wider, Evidenz konkret als einen bildtheoretischen Begriff zu fassen. Lessing vertritt die Ansicht, Evidenz sei eine Eigenschaft, die man besonders von Bildern erwarte, und verbindet somit E. mit Bildhaftigkeit schlechthin. Er beansprucht diese allerdings nicht nur für die gemalten, sondern mehr noch für die poetischen  Bilder. Das „Material … [wird] zum (ästhetischen) Begriff des Bildes“ (&amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 38).  Die erkenntnistheoretische Schwierigkeit besteht hier wie in vielen Erläuterungen zur ästhetischen/ikonischen E. darin, zu verstehen, was damit gesagt ist, dass Material, mit dem sowohl Bilder als Gegenstände wie auch innere Vorstellungsbilder gemeint sind, zum Begriff werden kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen weiteren Versuch, Evidenz als Bildhaftigkeit zu lesen, unternimmt Gottfried Boehm, der E. mit Sichtbarkeit verbindet. Aus der Sichtbarkeit, die in einem starken Sinne, nämlich als Einleuchten aufgefasst wird, lässt sich allerding noch nicht (wie Boehm es versucht) auf die Kategorie der Bilder schließen, denn sichtbar ist zunächst alles. „Wie läßt sich die Struktur der Evidenz aus der Sphäre der Wahrnehmung in die des Bildes übertragen? Die ikonische Darstellung und ihre Logik … lassen sich auf die Logik der Wahrnehmung zurückbeziehen“ (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 17). In dieser Formulierung Boehms behält E. die Ambivalenz zwischen subjektiver Anschauung und objektiver Augenscheinlichkeit, und es stellt sich zunächst die Frage nach deren genauem Verhältnis. Boehm entscheidet sich unter Rückgriff auf Husserls Intentionalitätsbegriff dafür, Evidenz auf ein „zugrundeliegendes Orientiertsein“ zurückzu­führen, auf welches sich die Geltung der Evidenz stütze, er entscheidet sich somit für die subjektive Akzentuierung des Begriffs (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 22). Damit wird aber die Spezifik einer ikonischen/visuellen Evidenz hinfällig. Denn in der Synthese von „Sicht und Ansicht“ müsste erstens Zeugenschaft von etwas als etwas verankert werden, wenn der Witz des Evidenzbegriffs nicht geopfert werden soll. Aus der Bildhaftigkeit aller Evidenz als innerer Anschauung ist zweitens noch nicht auf die spezifische Bildlichkeit von Bildern zu schließen, die als Gegenstände evident sein können. Diese Spezifik der Bilder bestimmt Boehm mit Hilfe der „Dichte der Materialität“ (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 30). Qua [[Materialität]] sowie aufgrund ihres Gemachtseins „liefern [Bilder] eine Vorgabe des Erwartbaren und zugleich deren gegebenenfalls evidente Erfüllung“ (ebd.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====weitere Begriffsvarianten =====&lt;br /&gt;
Die Weite des Evidenzbegriffs und damit die Variationsbreite möglicher Konzeptualisierungen der Bildlichkeit als innerer Anschauung im Verhältnis zu Sprache und Begriff zeigt sich auch daran, dass Evidenz z.B. als „überkomplexe Zeichenfülle“ verstanden wird, die „jenseits der Mangellogik des Begriffs“ angesiedelt sei (&amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer et al. 2005a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. IX, vgl. auch &amp;lt;bib id=&#039;Sommer 1987a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Abhängig ist solch eine Bestimmung vom jeweiligen Verständnis, wie Sprache sein soll, jedoch ist ja die Pointe der E., dass sich etwas erschließt, etwas, dem Sinn bzw. Bedeutung zukommt. So scheint es eher kontraintuitiv, unter Evidenz eine „Undarstellbarkeit des Ereignisses“ (&amp;lt;bib id=&#039;Oehlschläger 2005a&#039;&amp;gt;Öhlschläger 2005a&amp;lt;/bib&amp;gt;) zu verstehen oder etwas, das sich im „emphatischen Sehen“ als etwas ereignet, „weil die Reflexivität vorübergehend suspendiert ist“ (&amp;lt;bib id=&#039;Riedel 2005a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 196). Auch in einer „Bildproduktion des Unbewussten“ ist Sinnhaftigkeit mit am Werk (vgl. [Pfotenhauer et al. 2005a). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Differenz von Evidenz und Wahrheit/Fall fehlender Autorschaft von Bildern =====&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur Abwesenheit von sprachlich verfasster Reflexivität ist E. als eine performativ erfahrbare Eigenschaft des Augenscheinlichwerdens von etwas als etwas aufzufassen, bei der Sinn bzw. Bedeutung mit den materialen Eigenschaften und dem Phänomen des Wahrgenommenen verschränkt bleibt. Dass Kunstwerke nicht nur etwas evident machen, sondern selbst in ihrer Art, wie sie gemacht sind, evident sind – und der Bereich der [[bildende Kunst|Kunst]] kann hier als paradigmatisch betrachtet werden –, verweist auf die Differenz von E. und Wahrheit. Evidenz ist nicht wie Wahrheit sprachlicher [[Proposition|Aussagen]] an Geltungsforderungen gebunden, sondern vielmehr an in der Wahrnehmung erlebte Anschauung (vgl. [&amp;lt;bib id=&#039;Siegmund 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Es sind die Wahrnehmungen von [[künstlerisches Bild und Alltagsbild|unkünstlerischen Bildern]] (als äußeren Gegenständen), für welche diese Beschreibung der Evidenz nicht mehr vollständig zutrifft, denn nicht allen Bildern lässt sich Evidenz unterstellen. Es gibt Bilder, denen jede Form der Autorschaft abgesprochen werden muss (z.B. Bilder, die von Webcams und anderen Geräten erzeugt werden), und es gibt Bilder, die nur noch von Spezialisten gedeutet werden können (z.B. Untersuchungsergebnisse in der Medizin). Auf solche Bilder trifft die Rede von der „Vorgabe des Erwartbaren“ und der „gegebenfalls evidenten Erfüllung“ (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) dessen, was erwartbar war, nicht mehr zu. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell lässt sich in Bezug auf E. von einem „gründenden Verhältnis von sinnlicher Anschauung zu begrifflicher Deutung sprechen“, womit über Bilder aber noch nichts Spezifisches gesagt ist, außer dass (mit Husserl gesprochen) eine „erfüllte Intentionalität  in der Wahrnehmung“ von Bildern ein konkreter Fall neben anderen ästhetischen und nichtästhetischen Wahrnehmungsvollzügen ist (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Siegmund 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 191). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Literatur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Boehm, G. (2008) Augenmaß. Zur Genese der ikonischen Evidenz, S. 15-46 in: Boehm, G/Mersmann, B./Spies, C. (2008) Movens Bild. Zwischen Evidenz und Affekt, München.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brentano, F. (1975): Wahrheit und Evidenz, Hamburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Campe, R. (2006) Epoche der Evidenz. Knoten in einem terminologischen Netzwerk zwischen Descartes und Kant, S. 25-43 in: Peters, S./ Schäfer, M.J. (2006) Intellektuelle Anschauung. Figurationen von Evidenz zwischen Kunst und Wissen, Bielefeld. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Halbfass, W. (1972) Evidenz, Sp. 829-834 in: Gründer, K./Ritter, J. (1972) Historisches Wörterbuch der Philosophie, Bd. 2, Basel.&lt;br /&gt;
Husserl, E. (1993) Logische Untersuchungen. Elemente einer phänomenologischen Aufklärung der Erkenntnis II/Bd. 2, Tübingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Locke, J. (1975) An Essay Concerning Human Understanding, hg. von Niddich, P. H., Oxford.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öhlschläger, C. (2005) Evidenz und Ereignis. Musils poetische ‚Momentaufnahmen‘ im Kontext der Moderne, S. 203-216 in: Pfotenhauer, H./Riedel, W./Schneider, S. (2005) Poetik der Evidenz. Die Herausforderung der Bilder in der Literatur um 1900, Würzburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfotenhauer, H./Riedel, W./Schneider, S. (2005) Poetik der Evidenz. Die Herausforderung der Bilder in der Literatur um 1900, Würzburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Riedel, W. (2005) Endogene Bilder. Anthropologie und Poetik bei Gottfried Benn, S. 163-202 in: Pfotenhauer, H./Riedel, W./Schneider, S. (2005) Poetik der Evidenz. Die Herausforderung der Bilder in der Literatur um 1900, Würzburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siegmund, J. (2007) Die Evidenz der Kunst. Künstlerisches Handeln als ästhetische Kommunikation, Bielefeld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sommer, M. (1987) Evidenz im Augenblick. Eine Phänomenologie der reinen Empfindung, Frankfurt am Main.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
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[[Benutzer:Judith Siegmund|Judith Siegmund]]&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Judith Siegmund</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Evidenz,_visuelle/ikonische&amp;diff=3763</id>
		<title>Evidenz, visuelle/ikonische</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Evidenz,_visuelle/ikonische&amp;diff=3763"/>
		<updated>2010-11-18T10:48:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Judith Siegmund: /* Visuelle/ikonische Evidenz als ein Sonderfall */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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=====Evidenz im Allgemeinen=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bestimmung von Evidenz (Offenkundigkeit, unmittelbares Einleuchten, Augenscheinlichkeit, Richtigkeit, auch Wahrheit) im Rahmen eines bildphilosophischen Begriffsverständnisses trifft nur einen Ausschnitt aus dem Gebrauch und der Geschichte des Begriffs. Denn Evidenz im Allgemeinen ist „einerseits dem auffassenden Subjekt, andererseits der objektiven Verbindlichkeit des Aufgefaßten, einerseits dem Urteilserlebnis und dem Akt des Zustimmens („assensus evidens“), andererseits dem Urteilsinhalt zugeordnet worden und weist insofern … eine Ambivalenz auf …“ (&amp;lt;bib id=&#039;Halbfass 1972a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 6199). In dieser Weite bezieht sich der Begriff auf mehr als auf innere und äußere Bilder und deren Wahrnehmung; er bezieht sich auf das Phänomen der Gewissheit bzw. des Einleuchtens überhaupt. Die Frage nach der „evidentiellen Gewissheit“ stellt sich „vom Wissen her“ (&amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 27), das ist wesentlich. Der Begriffsgebrauch ikonischer Evidenz verlangt daher nach einer Klärung des Verhältnisses von [[Anschauung]] und intellektueller Erkenntnis, d.h. es müssen erkenntnistheoretische Grundsatzfragen gestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Visuelle/ikonische Evidenz als ein Sonderfall=====&lt;br /&gt;
Will man angeben, was ikonische Evidenz ist, so ist es erforderlich zu bestimmen, welcher Status der Präsenz der Anschauung gegenüber intellektueller Erkenntnis oder als Ermöglichung dieser zukommt bzw. in welcher anderen Art und Weise beide zusammenhängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baumgarten z.B. löst diese Fragen, indem er intellektuelle Erkenntnis und einleuchtende Anschauung in zwei Evidenzbegriffen fasst, die für unterschiedliche Grade von Gewissheit stehen sollen. Er spricht von Evidenz als überzeugender Gewissheit einerseits, d.i. intellektuelle Gewissheit, und von überredender Gewissheit andererseits, d.i. ästhetisch-anschauliche Gewissheit. Beide Weisen der E. befinden sich lt. Baumgarten in einem Spannungsverhältnis. Dieser „terminologischen Spannung im Gebrauch des Wortes Evidenz“, die sich aus dem Verhältnis von Philosophie und Rethorik (aus Letzterer stammt der Begriff der E. ursprünglich) ergebe, „soll ein Raum der Entfaltung gegeben werden“ (&amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 30). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Subjekt kommt im 17. Jahrhundert in einer neuen Weise ins Spiel, wenn ganz besonders auf sein inneres Erleben im Wahrnehmungsprozess geschaut wird. Seither ist Evidenz nicht mehr nur das Offenkundige selbst, sondern sie wird vielmehr auch als subjektiver Bewusstseinszustand aufgefasst, in dem etwas offenkundig ist (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 28, vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Locke 1975a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 591-594). So fallen bei Franz Brentano im 19. Jahrhundert Wahrheit und Evidenz sogar vollständig zusammen im Sinne der Bestimmung einer völligen emotionalen Zustimmung des Subjekts (&amp;lt;bib id=&#039;Brentano 1930a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 137-150).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Edmund Husserl, auf den sich auch aktuelle Versuche der Bestimmung von E. beziehen (vgl. z.B. Boehm und Siegmund), setzt Wahrheit und Evidenz nicht mehr in eins, sondern bestimmt E. als erfüllte Intentionalität.  Dem Anschauungserlebnis wird damit von Husserl eine Gerichtetheit attestiert, die immer schon mit einer Sinnunterstellung verknüpft ist (&amp;lt;bib id=&#039;Husserl 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8-127). In Bezug auf (äußere) Bilder stellt Husserl fest: „Das Bild … bezieht sich auf die Sache durch Ähnlichkeit“ (&amp;lt;bib id=&#039;Husserl 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 54).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Evidenz und Bildhaftigkeit =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ambivalenzen wie die eingangs genannten spiegeln sich in Versuchen wider, Evidenz konkret als einen bildtheoretischen Begriff zu fassen. Lessing vertritt die Ansicht, Evidenz sei eine Eigenschaft, die man besonders von Bildern erwarte, und verbindet somit E. mit Bildhaftigkeit schlechthin. Er beansprucht diese allerdings nicht nur für die gemalten, sondern mehr noch für die poetischen  Bilder. Das „Material … [wird] zum (ästhetischen) Begriff des Bildes“ (&amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 38).  Die erkenntnistheoretische Schwierigkeit besteht hier wie in vielen Erläuterungen zur ästhetischen/ikonischen E. darin, zu verstehen, was damit gesagt ist, dass Material, mit dem sowohl Bilder als Gegenstände wie auch innere Vorstellungsbilder gemeint sind, zum Begriff werden kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen weiteren Versuch, Evidenz als Bildhaftigkeit zu lesen, unternimmt Gottfried Boehm, der E. mit Sichtbarkeit verbindet. Aus der Sichtbarkeit, die in einem starken Sinne, nämlich als Einleuchten aufgefasst wird, lässt sich allerding noch nicht (wie Boehm es versucht) auf die Kategorie der Bilder schließen, denn sichtbar ist zunächst alles. „Wie läßt sich die Struktur der Evidenz aus der Sphäre der Wahrnehmung in die des Bildes übertragen? Die ikonische Darstellung und ihre Logik … lassen sich auf die Logik der Wahrnehmung zurückbeziehen“ (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 17). In dieser Formulierung Boehms behält E. die Ambivalenz zwischen subjektiver Anschauung und objektiver Augenscheinlichkeit, und es stellt sich zunächst die Frage nach deren genauem Verhältnis. Boehm entscheidet sich unter Rückgriff auf Husserls Intentionalitätsbegriff dafür, Evidenz auf ein „zugrundeliegendes Orientiertsein“ zurückzu­führen, auf welches sich die Geltung der Evidenz stütze, er entscheidet sich somit für die subjektive Akzentuierung des Begriffs (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 22). Damit wird aber die Spezifik einer ikonischen/visuellen Evidenz hinfällig. Denn in der Synthese von „Sicht und Ansicht“ müsste erstens Zeugenschaft von etwas als etwas verankert werden, wenn der Witz des Evidenzbegriffs nicht geopfert werden soll. Aus der Bildhaftigkeit aller Evidenz als innerer Anschauung ist zweitens noch nicht auf die spezifische Bildlichkeit von Bildern zu schließen, die als Gegenstände evident sein können. Diese Spezifik der Bilder bestimmt Boehm mit Hilfe der „Dichte der Materialität“ (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 30). Qua [[Materialität]] sowie aufgrund ihres Gemachtseins „liefern [Bilder] eine Vorgabe des Erwartbaren und zugleich deren gegebenenfalls evidente Erfüllung“ (ebd.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====weitere Begriffsvarianten =====&lt;br /&gt;
Die Weite des Evidenzbegriffs und damit die Variationsbreite möglicher Konzeptualisierungen der Bildlichkeit als innerer Anschauung im Verhältnis zu Sprache und Begriff zeigt sich auch daran, dass Evidenz z.B. als „überkomplexe Zeichenfülle“ verstanden wird, die „jenseits der Mangellogik des Begriffs“ angesiedelt sei (&amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer et al. 2005a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. IX, vgl. auch &amp;lt;bib id=&#039;Sommer 1987a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Abhängig ist solch eine Bestimmung vom jeweiligen Verständnis, wie Sprache sein soll, jedoch ist ja die Pointe der E., dass sich etwas erschließt, etwas, dem Sinn bzw. Bedeutung zukommt. So scheint es eher kontraintuitiv, unter Evidenz eine „Undarstellbarkeit des Ereignisses“ (&amp;lt;bib id=&#039;Oehlschläger 2005a&#039;&amp;gt;Öhlschläger 2005a&amp;lt;/bib&amp;gt;) zu verstehen oder etwas, das sich im „emphatischen Sehen“ als etwas ereignet, „weil die Reflexivität vorübergehend suspendiert ist“ (&amp;lt;bib id=&#039;Riedel 2005a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 196). Auch in einer „Bildproduktion des Unbewussten“ ist Sinnhaftigkeit mit am Werk (vgl. [Pfotenhauer et al. 2005a). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Differenz von Evidenz und Wahrheit/Fall fehlender Autorschaft =====&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur Abwesenheit von sprachlich verfasster Reflexivität ist E. als eine performativ erfahrbare Eigenschaft des Augenscheinlichwerdens von etwas als etwas aufzufassen, bei der Sinn bzw. Bedeutung mit den materialen Eigenschaften und dem Phänomen des Wahrgenommenen verschränkt bleibt. Dass Kunstwerke nicht nur etwas evident machen, sondern selbst in ihrer Art, wie sie gemacht sind, evident sind – und der Bereich der [[bildende Kunst|Kunst]] kann hier als paradigmatisch betrachtet werden –, verweist auf die Differenz von E. und Wahrheit. Evidenz ist nicht wie Wahrheit sprachlicher [[Proposition|Aussagen]] an Geltungsforderungen gebunden, sondern vielmehr an in der Wahrnehmung erlebte Anschauung (vgl. [&amp;lt;bib id=&#039;Siegmund 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Es sind die Wahrnehmungen von [[künstlerisches Bild und Alltagsbild|unkünstlerischen Bildern]] (als äußeren Gegenständen), für welche diese Beschreibung der Evidenz nicht mehr vollständig zutrifft, denn nicht allen Bildern lässt sich Evidenz unterstellen. Es gibt Bilder, denen jede Form der Autorschaft abgesprochen werden muss (z.B. Bilder, die von Webcams und anderen Geräten erzeugt werden), und es gibt Bilder, die nur noch von Spezialisten gedeutet werden können (z.B. Untersuchungsergebnisse in der Medizin). Auf solche Bilder trifft die Rede von der „Vorgabe des Erwartbaren“ und der „gegebenfalls evidenten Erfüllung“ (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) dessen, was erwartbar war, nicht mehr zu. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell lässt sich in Bezug auf E. von einem „gründenden Verhältnis von sinnlicher Anschauung zu begrifflicher Deutung sprechen“, womit über Bilder aber noch nichts Spezifisches gesagt ist, außer dass (mit Husserl gesprochen) eine „erfüllte Intentionalität  in der Wahrnehmung“ von Bildern ein konkreter Fall neben anderen ästhetischen und nichtästhetischen Wahrnehmungsvollzügen ist (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Siegmund 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 191). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Literatur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Boehm, G. (2008) Augenmaß. Zur Genese der ikonischen Evidenz, S. 15-46 in: Boehm, G/Mersmann, B./Spies, C. (2008) Movens Bild. Zwischen Evidenz und Affekt, München.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brentano, F. (1975): Wahrheit und Evidenz, Hamburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Campe, R. (2006) Epoche der Evidenz. Knoten in einem terminologischen Netzwerk zwischen Descartes und Kant, S. 25-43 in: Peters, S./ Schäfer, M.J. (2006) Intellektuelle Anschauung. Figurationen von Evidenz zwischen Kunst und Wissen, Bielefeld. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Halbfass, W. (1972) Evidenz, Sp. 829-834 in: Gründer, K./Ritter, J. (1972) Historisches Wörterbuch der Philosophie, Bd. 2, Basel.&lt;br /&gt;
Husserl, E. (1993) Logische Untersuchungen. Elemente einer phänomenologischen Aufklärung der Erkenntnis II/Bd. 2, Tübingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Locke, J. (1975) An Essay Concerning Human Understanding, hg. von Niddich, P. H., Oxford.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öhlschläger, C. (2005) Evidenz und Ereignis. Musils poetische ‚Momentaufnahmen‘ im Kontext der Moderne, S. 203-216 in: Pfotenhauer, H./Riedel, W./Schneider, S. (2005) Poetik der Evidenz. Die Herausforderung der Bilder in der Literatur um 1900, Würzburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfotenhauer, H./Riedel, W./Schneider, S. (2005) Poetik der Evidenz. Die Herausforderung der Bilder in der Literatur um 1900, Würzburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Riedel, W. (2005) Endogene Bilder. Anthropologie und Poetik bei Gottfried Benn, S. 163-202 in: Pfotenhauer, H./Riedel, W./Schneider, S. (2005) Poetik der Evidenz. Die Herausforderung der Bilder in der Literatur um 1900, Würzburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siegmund, J. (2007) Die Evidenz der Kunst. Künstlerisches Handeln als ästhetische Kommunikation, Bielefeld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sommer, M. (1987) Evidenz im Augenblick. Eine Phänomenologie der reinen Empfindung, Frankfurt am Main.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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[[Benutzer:Judith Siegmund|Judith Siegmund]]&lt;br /&gt;
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{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Judith Siegmund</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Evidenz,_visuelle/ikonische&amp;diff=3762</id>
		<title>Evidenz, visuelle/ikonische</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Evidenz,_visuelle/ikonische&amp;diff=3762"/>
		<updated>2010-11-18T10:47:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Judith Siegmund: /* Visuelle/ikonische Evidenz als ein Sonderfall */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Grundbegriffe der Bildlichkeit]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Grundbegriffe der Bildlichkeit]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Evidenz im Allgemeinen=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bestimmung von Evidenz (Offenkundigkeit, unmittelbares Einleuchten, Augenscheinlichkeit, Richtigkeit, auch Wahrheit) im Rahmen eines bildphilosophischen Begriffsverständnisses trifft nur einen Ausschnitt aus dem Gebrauch und der Geschichte des Begriffs. Denn Evidenz im Allgemeinen ist „einerseits dem auffassenden Subjekt, andererseits der objektiven Verbindlichkeit des Aufgefaßten, einerseits dem Urteilserlebnis und dem Akt des Zustimmens („assensus evidens“), andererseits dem Urteilsinhalt zugeordnet worden und weist insofern … eine Ambivalenz auf …“ (&amp;lt;bib id=&#039;Halbfass 1972a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 6199). In dieser Weite bezieht sich der Begriff auf mehr als auf innere und äußere Bilder und deren Wahrnehmung; er bezieht sich auf das Phänomen der Gewissheit bzw. des Einleuchtens überhaupt. Die Frage nach der „evidentiellen Gewissheit“ stellt sich „vom Wissen her“ (&amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 27), das ist wesentlich. Der Begriffsgebrauch ikonischer Evidenz verlangt daher nach einer Klärung des Verhältnisses von [[Anschauung]] und intellektueller Erkenntnis, d.h. es müssen erkenntnistheoretische Grundsatzfragen gestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Visuelle/ikonische Evidenz als ein Sonderfall=====&lt;br /&gt;
Will man angeben, was ikonische Evidenz ist, so ist es erforderlich zu bestimmen, welcher Status der Präsenz der Anschauung gegenüber intellektueller Erkenntnis oder als Ermöglichung dieser zukommt bzw. in welcher anderen Art und Weise beide zusammenhängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baumgarten z.B. löst diese Fragen, indem er intellektuelle Erkenntnis und einleuchtende Anschauung in zwei Evidenzbegriffen fasst, die für unterschiedliche Grade von Gewissheit stehen sollen. Er spricht von Evidenz als überzeugender Gewissheit einerseits, d.i. intellektuelle Gewissheit, und von überredender Gewissheit andererseits, d.i. ästhetisch-anschauliche Gewissheit. Beide Weisen der E. befinden sich lt. Baumgarten in einem Spannungsverhältnis. Dieser „terminologischen Spannung im Gebrauch des Wortes Evidenz“, die sich aus dem Verhältnis von Philosophie und Rethorik (aus Letzterer stammt der Begriff der E. ursprünglich) ergebe, „soll ein Raum der Entfaltung gegeben werden“ (&amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 30). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Subjekt kommt im 17. Jahrhundert in einer neuen Weise ins Spiel, wenn ganz besonders auf sein inneres Erleben im Wahrnehmungsprozess geschaut wird. Seither ist Evidenz nicht mehr nur das Offenkundige selbst, sondern sie wird vielmehr auch als subjektiver Bewusstseinszustand aufgefasst, in dem etwas offenkundig ist (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 28, vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Locke 1975a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 591-594). So fallen bei Franz Brentano im 19. Jahrhundert Wahrheit und Evidenz sogar vollständig zusammen im Sinne der Bestimmung einer völligen emotionalen Zustimmung des Subjekts (&amp;lt;bib id=&#039;Brentano 1930a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 137-150).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Edmund Husserl, auf den sich auch aktuelle Versuche der Bestimmung von E. beziehen (vgl. z.B. Boehm und Siegmund), setzt Wahrheit und Evidenz nicht mehr in eins, sondern bestimmt E. als erfüllte Intentionalität.  Dem Anschauungserlebnis wird damit von Husserl eine Gerichtetheit attestiert, die immer schon mit einer Sinnunterstellung verknüpft ist (&amp;lt;bib id=&#039;Husserl 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8-127). In Bezug auf (äußere) Bilder stellt Husserl fest: „Das Bild … bezieht sich auf die Sache durch Ähnlichkeit“ (&amp;lt;bib id=&#039;Husserl 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 54).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ambivalenzen wie die eingangs genannten spiegeln sich in Versuchen wider, Evidenz konkret als einen bildtheoretischen Begriff zu fassen. Lessing vertritt die Ansicht, Evidenz sei eine Eigenschaft, die man besonders von Bildern erwarte, und verbindet somit E. mit Bildhaftigkeit schlechthin. Er beansprucht diese allerdings nicht nur für die gemalten, sondern mehr noch für die poetischen  Bilder. Das „Material … [wird] zum (ästhetischen) Begriff des Bildes“ (&amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 38).  Die erkenntnistheoretische Schwierigkeit besteht hier wie in vielen Erläuterungen zur ästhetischen/ikonischen E. darin, zu verstehen, was damit gesagt ist, dass Material, mit dem sowohl Bilder als Gegenstände wie auch innere Vorstellungsbilder gemeint sind, zum Begriff werden kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen weiteren Versuch, Evidenz als Bildhaftigkeit zu lesen, unternimmt Gottfried Boehm, der E. mit Sichtbarkeit verbindet. Aus der Sichtbarkeit, die in einem starken Sinne, nämlich als Einleuchten aufgefasst wird, lässt sich allerding noch nicht (wie Boehm es versucht) auf die Kategorie der Bilder schließen, denn sichtbar ist zunächst alles. „Wie läßt sich die Struktur der Evidenz aus der Sphäre der Wahrnehmung in die des Bildes übertragen? Die ikonische Darstellung und ihre Logik … lassen sich auf die Logik der Wahrnehmung zurückbeziehen“ (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 17). In dieser Formulierung Boehms behält E. die Ambivalenz zwischen subjektiver Anschauung und objektiver Augenscheinlichkeit, und es stellt sich zunächst die Frage nach deren genauem Verhältnis. Boehm entscheidet sich unter Rückgriff auf Husserls Intentionalitätsbegriff dafür, Evidenz auf ein „zugrundeliegendes Orientiertsein“ zurückzu­führen, auf welches sich die Geltung der Evidenz stütze, er entscheidet sich somit für die subjektive Akzentuierung des Begriffs (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 22). Damit wird aber die Spezifik einer ikonischen/visuellen Evidenz hinfällig. Denn in der Synthese von „Sicht und Ansicht“ müsste erstens Zeugenschaft von etwas als etwas verankert werden, wenn der Witz des Evidenzbegriffs nicht geopfert werden soll. Aus der Bildhaftigkeit aller Evidenz als innerer Anschauung ist zweitens noch nicht auf die spezifische Bildlichkeit von Bildern zu schließen, die als Gegenstände evident sein können. Diese Spezifik der Bilder bestimmt Boehm mit Hilfe der „Dichte der Materialität“ (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 30). Qua [[Materialität]] sowie aufgrund ihres Gemachtseins „liefern [Bilder] eine Vorgabe des Erwartbaren und zugleich deren gegebenenfalls evidente Erfüllung“ (ebd.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====weitere Begriffsvarianten =====&lt;br /&gt;
Die Weite des Evidenzbegriffs und damit die Variationsbreite möglicher Konzeptualisierungen der Bildlichkeit als innerer Anschauung im Verhältnis zu Sprache und Begriff zeigt sich auch daran, dass Evidenz z.B. als „überkomplexe Zeichenfülle“ verstanden wird, die „jenseits der Mangellogik des Begriffs“ angesiedelt sei (&amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer et al. 2005a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. IX, vgl. auch &amp;lt;bib id=&#039;Sommer 1987a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Abhängig ist solch eine Bestimmung vom jeweiligen Verständnis, wie Sprache sein soll, jedoch ist ja die Pointe der E., dass sich etwas erschließt, etwas, dem Sinn bzw. Bedeutung zukommt. So scheint es eher kontraintuitiv, unter Evidenz eine „Undarstellbarkeit des Ereignisses“ (&amp;lt;bib id=&#039;Oehlschläger 2005a&#039;&amp;gt;Öhlschläger 2005a&amp;lt;/bib&amp;gt;) zu verstehen oder etwas, das sich im „emphatischen Sehen“ als etwas ereignet, „weil die Reflexivität vorübergehend suspendiert ist“ (&amp;lt;bib id=&#039;Riedel 2005a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 196). Auch in einer „Bildproduktion des Unbewussten“ ist Sinnhaftigkeit mit am Werk (vgl. [Pfotenhauer et al. 2005a). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Differenz von Evidenz und Wahrheit/Fall fehlender Autorschaft =====&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur Abwesenheit von sprachlich verfasster Reflexivität ist E. als eine performativ erfahrbare Eigenschaft des Augenscheinlichwerdens von etwas als etwas aufzufassen, bei der Sinn bzw. Bedeutung mit den materialen Eigenschaften und dem Phänomen des Wahrgenommenen verschränkt bleibt. Dass Kunstwerke nicht nur etwas evident machen, sondern selbst in ihrer Art, wie sie gemacht sind, evident sind – und der Bereich der [[bildende Kunst|Kunst]] kann hier als paradigmatisch betrachtet werden –, verweist auf die Differenz von E. und Wahrheit. Evidenz ist nicht wie Wahrheit sprachlicher [[Proposition|Aussagen]] an Geltungsforderungen gebunden, sondern vielmehr an in der Wahrnehmung erlebte Anschauung (vgl. [&amp;lt;bib id=&#039;Siegmund 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Es sind die Wahrnehmungen von [[künstlerisches Bild und Alltagsbild|unkünstlerischen Bildern]] (als äußeren Gegenständen), für welche diese Beschreibung der Evidenz nicht mehr vollständig zutrifft, denn nicht allen Bildern lässt sich Evidenz unterstellen. Es gibt Bilder, denen jede Form der Autorschaft abgesprochen werden muss (z.B. Bilder, die von Webcams und anderen Geräten erzeugt werden), und es gibt Bilder, die nur noch von Spezialisten gedeutet werden können (z.B. Untersuchungsergebnisse in der Medizin). Auf solche Bilder trifft die Rede von der „Vorgabe des Erwartbaren“ und der „gegebenfalls evidenten Erfüllung“ (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) dessen, was erwartbar war, nicht mehr zu. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell lässt sich in Bezug auf E. von einem „gründenden Verhältnis von sinnlicher Anschauung zu begrifflicher Deutung sprechen“, womit über Bilder aber noch nichts Spezifisches gesagt ist, außer dass (mit Husserl gesprochen) eine „erfüllte Intentionalität  in der Wahrnehmung“ von Bildern ein konkreter Fall neben anderen ästhetischen und nichtästhetischen Wahrnehmungsvollzügen ist (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Siegmund 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 191). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Literatur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Boehm, G. (2008) Augenmaß. Zur Genese der ikonischen Evidenz, S. 15-46 in: Boehm, G/Mersmann, B./Spies, C. (2008) Movens Bild. Zwischen Evidenz und Affekt, München.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brentano, F. (1975): Wahrheit und Evidenz, Hamburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Campe, R. (2006) Epoche der Evidenz. Knoten in einem terminologischen Netzwerk zwischen Descartes und Kant, S. 25-43 in: Peters, S./ Schäfer, M.J. (2006) Intellektuelle Anschauung. Figurationen von Evidenz zwischen Kunst und Wissen, Bielefeld. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Halbfass, W. (1972) Evidenz, Sp. 829-834 in: Gründer, K./Ritter, J. (1972) Historisches Wörterbuch der Philosophie, Bd. 2, Basel.&lt;br /&gt;
Husserl, E. (1993) Logische Untersuchungen. Elemente einer phänomenologischen Aufklärung der Erkenntnis II/Bd. 2, Tübingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Locke, J. (1975) An Essay Concerning Human Understanding, hg. von Niddich, P. H., Oxford.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öhlschläger, C. (2005) Evidenz und Ereignis. Musils poetische ‚Momentaufnahmen‘ im Kontext der Moderne, S. 203-216 in: Pfotenhauer, H./Riedel, W./Schneider, S. (2005) Poetik der Evidenz. Die Herausforderung der Bilder in der Literatur um 1900, Würzburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfotenhauer, H./Riedel, W./Schneider, S. (2005) Poetik der Evidenz. Die Herausforderung der Bilder in der Literatur um 1900, Würzburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Riedel, W. (2005) Endogene Bilder. Anthropologie und Poetik bei Gottfried Benn, S. 163-202 in: Pfotenhauer, H./Riedel, W./Schneider, S. (2005) Poetik der Evidenz. Die Herausforderung der Bilder in der Literatur um 1900, Würzburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siegmund, J. (2007) Die Evidenz der Kunst. Künstlerisches Handeln als ästhetische Kommunikation, Bielefeld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sommer, M. (1987) Evidenz im Augenblick. Eine Phänomenologie der reinen Empfindung, Frankfurt am Main.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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		<author><name>Judith Siegmund</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Evidenz,_visuelle/ikonische&amp;diff=3761</id>
		<title>Evidenz, visuelle/ikonische</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Evidenz,_visuelle/ikonische&amp;diff=3761"/>
		<updated>2010-11-18T10:45:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Judith Siegmund: /* Visuelle/ikonische Evidenz als ein Sonderfall */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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=====Evidenz im Allgemeinen=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bestimmung von Evidenz (Offenkundigkeit, unmittelbares Einleuchten, Augenscheinlichkeit, Richtigkeit, auch Wahrheit) im Rahmen eines bildphilosophischen Begriffsverständnisses trifft nur einen Ausschnitt aus dem Gebrauch und der Geschichte des Begriffs. Denn Evidenz im Allgemeinen ist „einerseits dem auffassenden Subjekt, andererseits der objektiven Verbindlichkeit des Aufgefaßten, einerseits dem Urteilserlebnis und dem Akt des Zustimmens („assensus evidens“), andererseits dem Urteilsinhalt zugeordnet worden und weist insofern … eine Ambivalenz auf …“ (&amp;lt;bib id=&#039;Halbfass 1972a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 6199). In dieser Weite bezieht sich der Begriff auf mehr als auf innere und äußere Bilder und deren Wahrnehmung; er bezieht sich auf das Phänomen der Gewissheit bzw. des Einleuchtens überhaupt. Die Frage nach der „evidentiellen Gewissheit“ stellt sich „vom Wissen her“ (&amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 27), das ist wesentlich. Der Begriffsgebrauch ikonischer Evidenz verlangt daher nach einer Klärung des Verhältnisses von [[Anschauung]] und intellektueller Erkenntnis, d.h. es müssen erkenntnistheoretische Grundsatzfragen gestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Visuelle/ikonische Evidenz als ein Sonderfall=====&lt;br /&gt;
Will man angeben, was ikonische Evidenz ist, so ist es erforderlich zu bestimmen, welcher Status der Präsenz der Anschauung gegenüber intellektueller Erkenntnis oder als Ermöglichung dieser zukommt bzw. in welcher anderen Art und Weise beide zusammenhängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baumgarten z.B. löst diese Fragen, indem er intellektuelle Erkenntnis und einleuchtende Anschauung in zwei Evidenzbegriffen fasst, die für unterschiedliche Grade von Gewissheit stehen sollen. Er spricht von Evidenz als überzeugender Gewissheit einerseits, d.i. intellektuelle Gewissheit, und von überredender Gewissheit andererseits, d.i. ästhetisch-anschauliche Gewissheit. Beide Weisen der E. befinden sich lt. Baumgarten in einem Spannungsverhältnis. Dieser „terminologischen Spannung im Gebrauch des Wortes Evidenz“, die sich aus dem Verhältnis von Philosophie und Rethorik (aus Letzterer stammt der Begriff der E. ursprünglich) ergebe, „soll ein Raum der Entfaltung gegeben werden“ (&amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 30). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Subjekt kommt im 17. Jahrhundert in einer neuen Weise ins Spiel, wenn ganz besonders auf sein inneres Erleben im Wahrnehmungsprozess geschaut wird. Seither ist Evidenz nicht mehr nur das Offenkundige selbst, sondern sie wird vielmehr auch als subjektiver Bewusstseinszustand aufgefasst, in dem etwas offenkundig ist (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 28, vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Locke 1975a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 591-594). So fallen bei Franz Brentano im 19. Jahrhundert Wahrheit und Evidenz sogar vollständig zusammen im Sinne der Bestimmung einer völligen emotionalen Zustimmung des Subjekts (&amp;lt;bib id=&#039;Brentano 1930a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 137-150).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Edmund Husserl, auf den sich auch aktuelle Versuche der Bestimmung von E. beziehen (vgl. z.B. Boehm und Siegmund), setzt Wahrheit und Evidenz nicht mehr in eins, sondern bestimmt E. als erfüllte Intentionalität.  Dem Anschauungserlebnis wird damit von Husserl eine Gerichtetheit attestiert, die immer schon mit einer Sinnunterstellung verknüpft ist (&amp;lt;bib id=&#039;Husserl 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8-127). In Bezug auf (äußere) Bilder stellt Husserl fest: „Das Bild … bezieht sich auf die Sache durch Ähnlichkeit“ (&amp;lt;bib id=&#039;Husserl 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 54).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ambivalenzen wie die eingangs genannten spiegeln sich in Versuchen wider, Evidenz konkret als einen bildtheoretischen Begriff zu fassen. Lessing vertritt die Ansicht, Evidenz sei eine Eigenschaft, die man besonders von Bildern erwarte, und verbindet somit E. mit Bildhaftigkeit schlechthin. Er beansprucht diese allerdings nicht nur für die gemalten, sondern mehr noch für die poetischen  Bilder. Das „Material … [wird] zum (ästhetischen) Begriff des Bildes“ (&amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 38).  Die erkenntnistheoretische Schwierigkeit besteht hier wie in vielen Erläuterungen zur ästhetischen/ikonischen E. darin, zu verstehen, was damit gesagt ist, dass Material, mit dem sowohl Bilder als Gegenstände wie auch innere Vorstellungsbilder gemeint sind, zum Begriff werden kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen weiteren Versuch, Evidenz als Bildhaftigkeit zu lesen, unternimmt Gottfried Boehm, der E. mit Sichtbarkeit verbindet. Aus der Sichtbarkeit, die in einem starken Sinne, nämlich als Einleuchten aufgefasst wird, lässt sich allerding noch nicht (wie Boehm es versucht) auf die Kategorie der Bilder schließen, denn sichtbar ist zunächst alles. „Wie läßt sich die Struktur der Evidenz aus der Sphäre der Wahrnehmung in die des Bildes übertragen? Die ikonische Darstellung und ihre Logik … lassen sich auf die Logik der Wahrnehmung zurückbeziehen“ (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 17). In dieser Formulierung Boehms behält E. die Ambivalenz zwischen subjektiver Anschauung und objektiver Augenscheinlichkeit, und es stellt sich zunächst die Frage nach deren genauem Verhältnis. Boehm entscheidet sich unter Rückgriff auf Husserls Intentionalitätsbegriff dafür, Evidenz auf ein „zugrundeliegendes Orientiertsein“ zurückzu­führen, auf welches sich die Geltung der Evidenz stütze, er entscheidet sich somit für die subjektive Akzentuierung des Begriffs (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 22). Damit wird aber die Spezifik einer ikonischen/visuellen Evidenz hinfällig. Denn in der Synthese von „Sicht und Ansicht“ müsste erstens Zeugenschaft von etwas als etwas verankert werden, wenn der Witz des Evidenzbegriffs nicht geopfert werden soll. Aus der Bildhaftigkeit aller Evidenz als innerer Anschauung ist zweitens noch nicht auf die spezifische Bildlichkeit von Bildern zu schließen, die als Gegenstände evident sein können. Diese Spezifik der Bilder bestimmt Boehm mit Hilfe der „Dichte der Materialität“ (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 30). Qua [[Materialität]] sowie aufgrund ihres Gemachtseins „liefern [Bilder] eine Vorgabe des Erwartbaren und zugleich deren gegebenenfalls evidente Erfüllung“ (ebd.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====weitere Begriffsvarianten =====&lt;br /&gt;
Die Weite des Evidenzbegriffs und damit die Variationsbreite möglicher Konzeptualisierungen der Bildlichkeit als innerer Anschauung im Verhältnis zu Sprache und Begriff zeigt sich auch daran, dass Evidenz z.B. als „überkomplexe Zeichenfülle“ verstanden wird, die „jenseits der Mangellogik des Begriffs“ angesiedelt sei (&amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer et al. 2005a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. IX, vgl. auch &amp;lt;bib id=&#039;Sommer 1987a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Abhängig ist solch eine Bestimmung vom jeweiligen Verständnis, wie Sprache sein soll, jedoch ist ja die Pointe der E., dass sich etwas erschließt, etwas, dem Sinn bzw. Bedeutung zukommt. So scheint es eher kontraintuitiv, unter Evidenz eine „Undarstellbarkeit des Ereignisses“ (&amp;lt;bib id=&#039;Oehlschläger 2005a&#039;&amp;gt;Öhlschläger 2005a&amp;lt;/bib&amp;gt;) zu verstehen oder etwas, das sich im „emphatischen Sehen“ als etwas ereignet, „weil die Reflexivität vorübergehend suspendiert ist“ (&amp;lt;bib id=&#039;Riedel 2005a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 196). Auch in einer „Bildproduktion des Unbewussten“ ist Sinnhaftigkeit mit am Werk (vgl. [Pfotenhauer et al. 2005a). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Differenz von Evidenz und Wahrheit/Fall fehlender Autorschaft =====&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur Abwesenheit von sprachlich verfasster Reflexivität ist E. als eine performativ erfahrbare Eigenschaft des Augenscheinlichwerdens von etwas als etwas aufzufassen, bei der Sinn bzw. Bedeutung mit den materialen Eigenschaften und dem Phänomen des Wahrgenommenen verschränkt bleibt. Dass Kunstwerke nicht nur etwas evident machen, sondern selbst in ihrer Art, wie sie gemacht sind, evident sind – und der Bereich der [[bildende Kunst|Kunst]] kann hier als paradigmatisch betrachtet werden –, verweist auf die Differenz von E. und Wahrheit. Evidenz ist nicht wie Wahrheit sprachlicher [[Proposition|Aussagen]] an Geltungsforderungen gebunden, sondern vielmehr an in der Wahrnehmung erlebte Anschauung (vgl. [&amp;lt;bib id=&#039;Siegmund 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Es sind die Wahrnehmungen von [[künstlerisches Bild und Alltagsbild|unkünstlerischen Bildern]] (als äußeren Gegenständen), für welche diese Beschreibung der Evidenz nicht mehr vollständig zutrifft, denn nicht allen Bildern lässt sich Evidenz unterstellen. Es gibt Bilder, denen jede Form der Autorschaft abgesprochen werden muss (z.B. Bilder, die von Webcams und anderen Geräten erzeugt werden), und es gibt Bilder, die nur noch von Spezialisten gedeutet werden können (z.B. Untersuchungsergebnisse in der Medizin). Auf solche Bilder trifft die Rede von der „Vorgabe des Erwartbaren“ und der „gegebenfalls evidenten Erfüllung“ (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) dessen, was erwartbar war, nicht mehr zu. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell lässt sich in Bezug auf E. von einem „gründenden Verhältnis von sinnlicher Anschauung zu begrifflicher Deutung sprechen“, womit über Bilder aber noch nichts Spezifisches gesagt ist, außer dass (mit Husserl gesprochen) eine „erfüllte Intentionalität  in der Wahrnehmung“ von Bildern ein konkreter Fall neben anderen ästhetischen und nichtästhetischen Wahrnehmungsvollzügen ist (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Siegmund 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 191). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Literatur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Boehm, G. (2008) Augenmaß. Zur Genese der ikonischen Evidenz, S. 15-46 in: Boehm, G/Mersmann, B./Spies, C. (2008) Movens Bild. Zwischen Evidenz und Affekt, München.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brentano, F. (1975): Wahrheit und Evidenz, Hamburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Campe, R. (2006) Epoche der Evidenz. Knoten in einem terminologischen Netzwerk zwischen Descartes und Kant, S. 25-43 in: Peters, S./ Schäfer, M.J. (2006) Intellektuelle Anschauung. Figurationen von Evidenz zwischen Kunst und Wissen, Bielefeld. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Halbfass, W. (1972) Evidenz, Sp. 829-834 in: Gründer, K./Ritter, J. (1972) Historisches Wörterbuch der Philosophie, Bd. 2, Basel.&lt;br /&gt;
Husserl, E. (1993) Logische Untersuchungen. Elemente einer phänomenologischen Aufklärung der Erkenntnis II/Bd. 2, Tübingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Locke, J. (1975) An Essay Concerning Human Understanding, hg. von Niddich, P. H., Oxford.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öhlschläger, C. (2005) Evidenz und Ereignis. Musils poetische ‚Momentaufnahmen‘ im Kontext der Moderne, S. 203-216 in: Pfotenhauer, H./Riedel, W./Schneider, S. (2005) Poetik der Evidenz. Die Herausforderung der Bilder in der Literatur um 1900, Würzburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfotenhauer, H./Riedel, W./Schneider, S. (2005) Poetik der Evidenz. Die Herausforderung der Bilder in der Literatur um 1900, Würzburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Riedel, W. (2005) Endogene Bilder. Anthropologie und Poetik bei Gottfried Benn, S. 163-202 in: Pfotenhauer, H./Riedel, W./Schneider, S. (2005) Poetik der Evidenz. Die Herausforderung der Bilder in der Literatur um 1900, Würzburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siegmund, J. (2007) Die Evidenz der Kunst. Künstlerisches Handeln als ästhetische Kommunikation, Bielefeld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sommer, M. (1987) Evidenz im Augenblick. Eine Phänomenologie der reinen Empfindung, Frankfurt am Main.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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		<author><name>Judith Siegmund</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Evidenz,_visuelle/ikonische&amp;diff=3760</id>
		<title>Evidenz, visuelle/ikonische</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Evidenz,_visuelle/ikonische&amp;diff=3760"/>
		<updated>2010-11-18T10:42:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Judith Siegmund: /* weitere Begriffsvarianten */&lt;/p&gt;
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=====Evidenz im Allgemeinen=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bestimmung von Evidenz (Offenkundigkeit, unmittelbares Einleuchten, Augenscheinlichkeit, Richtigkeit, auch Wahrheit) im Rahmen eines bildphilosophischen Begriffsverständnisses trifft nur einen Ausschnitt aus dem Gebrauch und der Geschichte des Begriffs. Denn Evidenz im Allgemeinen ist „einerseits dem auffassenden Subjekt, andererseits der objektiven Verbindlichkeit des Aufgefaßten, einerseits dem Urteilserlebnis und dem Akt des Zustimmens („assensus evidens“), andererseits dem Urteilsinhalt zugeordnet worden und weist insofern … eine Ambivalenz auf …“ (&amp;lt;bib id=&#039;Halbfass 1972a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 6199). In dieser Weite bezieht sich der Begriff auf mehr als auf innere und äußere Bilder und deren Wahrnehmung; er bezieht sich auf das Phänomen der Gewissheit bzw. des Einleuchtens überhaupt. Die Frage nach der „evidentiellen Gewissheit“ stellt sich „vom Wissen her“ (&amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 27), das ist wesentlich. Der Begriffsgebrauch ikonischer Evidenz verlangt daher nach einer Klärung des Verhältnisses von [[Anschauung]] und intellektueller Erkenntnis, d.h. es müssen erkenntnistheoretische Grundsatzfragen gestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Visuelle/ikonische Evidenz als ein Sonderfall=====&lt;br /&gt;
Will man angeben, was ikonische Evidenz ist, so ist es erforderlich zu bestimmen, welcher Status der Präsenz der Anschauung gegenüber intellektueller Erkenntnis oder als Ermöglichung dieser zukommt bzw. in welcher anderen Art und Weise beide zusammenhängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baumgarten z.B. löst diese Fragen, indem er intellektuelle Erkenntnis und einleuchtende Anschauung in zwei Evidenzbegriffen fasst, die für unterschiedliche Grade von Gewissheit stehen sollen. Er spricht von Evidenz als überzeugender Gewissheit einerseits, d.i. intellektuelle Gewissheit, und von überredender Gewissheit andererseits, d.i. ästhetisch-anschauliche Gewissheit. Beide Weisen der E. befinden sich lt. Baumgarten in einem Spannungsverhältnis. Dieser „terminologischen Spannung im Gebrauch des Wortes Evidenz“, die sich aus dem Verhältnis von Philosophie und Rethorik (aus Letzterer stammt der Begriff der E. ursprünglich) ergebe, „soll ein Raum der Entfaltung gegeben werden“ (&amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 30). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Subjekt kommt im 17. Jahrhundert in einer neuen Weise ins Spiel, wenn ganz besonders auf sein inneres Erleben im Wahrnehmungsprozess geschaut wird. Seither ist Evidenz nicht mehr nur das Offenkundige selbst, sondern sie wird vielmehr auch als subjektiver Bewusstseinszustand aufgefasst, in dem etwas offenkundig ist (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 28, vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Locke 1975a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 591-594). So fallen bei Franz Brentano im 19. Jahrhundert Wahrheit und Evidenz sogar vollständig zusammen im Sinne der Bestimmung einer völligen emotionalen Zustimmung des Subjekts (&amp;lt;bib id=&#039;Brentano 1930a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 137-150).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Edmund Husserl, auf den sich auch aktuelle Versuche der Bestimmung von E. beziehen (vgl. z.B. Boehm und Siegmund), setzt Wahrheit und Evidenz nicht mehr in eins, sondern bestimmt E. als erfüllte Intentionalität.  Dem Anschauungserlebnis wird damit von Husserl eine Gerichtetheit attestiert, die immer schon mit einer Sinnunterstellung verknüpft ist (&amp;lt;bib id=&#039;Husserl 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8-127). In Bezug auf (äußere) Bilder stellt Husserl fest: „Das Bild … bezieht sich auf die Sache durch Ähnlichkeit“ (&amp;lt;bib id=&#039;Husserl 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 54).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ambivalenzen wie die eingangs genannten spiegeln sich in Versuchen wider, Evidenz konkret als einen bildtheoretischen Begriff zu fassen. Lessing vertritt die Ansicht, Evidenz sei eine Eigenschaft, die man besonders von Bildern erwarte, und verbindet somit E. mit Bildhaftigkeit schlechthin. Er beansprucht diese allerdings nicht nur für die gemalten, sondern mehr noch für die poetischen  Bilder. Das „Material … [wird] zum (ästhetischen) Begriff des Bildes“ (&amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 38).  Die erkenntnistheoretische Schwierigkeit besteht hier wie in vielen Erläuterungen zur ästhetischen/ikonischen E. darin, zu verstehen, was damit gesagt ist, dass Material, mit dem sowohl Bilder als Gegenstände wie auch innere Vorstellungsbilder gemeint sind, zum Begriff werden kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen weiteren Versuch, Evidenz als Bildhaftigkeit zu lesen, unternimmt Gottfried Boehm, der E. mit Sichtbarkeit verbindet. Aus der Sichtbarkeit, die in einem starken Sinne, nämlich als Einleuchten aufgefasst wird, lässt sich allerding noch nicht (wie Boehm es versucht) auf die Kategorie der Bilder schließen, denn sichtbar ist zunächst alles. „Wie läßt sich die Struktur der Evidenz aus der Sphäre der Wahrnehmung in die des Bildes übertragen? Die ikonische Darstellung und ihre Logik … lassen sich auf die Logik der Wahrnehmung zurückbeziehen“ (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 17). In dieser Formulierung Boehms behält E. die Ambivalenz zwischen subjektiver Anschauung und objektiver Augenscheinlichkeit, und es stellt sich zunächst die Frage nach deren genauem Verhältnis. Boehm entscheidet sich unter Rückgriff auf Husserls Intentionalitätsbegriff dafür, Evidenz auf ein „zugrundeliegendes Orientiertsein“ zurückzu­führen, auf welches sich die Geltung der Evidenz stütze, er entscheidet sich somit für die subjektive Akzentuierung des Begriffs (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 22). Damit wird aber die Spezifik einer ikonischen/visuellen Evidenz hinfällig. Denn in der Synthese von „Sicht und Ansicht“ müsste erstens Zeugenschaft von etwas als etwas verankert werden, wenn der Witz des Evidenzbegriffs nicht geopfert werden soll. Aus der Bildhaftigkeit aller Evidenz als innerer Anschauung ist zweitens noch nicht auf die spezifische Bildlichkeit von Bildern zu schließen, die als Gegenstände evident sein können. Diese Spezifik der Bilder bestimmt Boehm mit Hilfe der „Dichte der Materialität“ (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 30). Qua [[Materialität]] sowie aufgrund ihres Gemachtseins „liefern [Bilder] eine Vorgabe des Erwartbaren und zugleich deren gegebenenfalls evidente Erfüllung“ (ebd.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====weitere Begriffsvarianten =====&lt;br /&gt;
Die Weite des Evidenzbegriffs und damit die Variationsbreite möglicher Konzeptualisierungen der Bildlichkeit als innerer Anschauung im Verhältnis zu Sprache und Begriff zeigt sich auch daran, dass Evidenz z.B. als „überkomplexe Zeichenfülle“ verstanden wird, die „jenseits der Mangellogik des Begriffs“ angesiedelt sei (&amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer et al. 2005a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. IX, vgl. auch &amp;lt;bib id=&#039;Sommer 1987a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Abhängig ist solch eine Bestimmung vom jeweiligen Verständnis, wie Sprache sein soll, jedoch ist ja die Pointe der E., dass sich etwas erschließt, etwas, dem Sinn bzw. Bedeutung zukommt. So scheint es eher kontraintuitiv, unter Evidenz eine „Undarstellbarkeit des Ereignisses“ (&amp;lt;bib id=&#039;Oehlschläger 2005a&#039;&amp;gt;Öhlschläger 2005a&amp;lt;/bib&amp;gt;) zu verstehen oder etwas, das sich im „emphatischen Sehen“ als etwas ereignet, „weil die Reflexivität vorübergehend suspendiert ist“ (&amp;lt;bib id=&#039;Riedel 2005a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 196). Auch in einer „Bildproduktion des Unbewussten“ ist Sinnhaftigkeit mit am Werk (vgl. [Pfotenhauer et al. 2005a). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Differenz von Evidenz und Wahrheit/Fall fehlender Autorschaft =====&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur Abwesenheit von sprachlich verfasster Reflexivität ist E. als eine performativ erfahrbare Eigenschaft des Augenscheinlichwerdens von etwas als etwas aufzufassen, bei der Sinn bzw. Bedeutung mit den materialen Eigenschaften und dem Phänomen des Wahrgenommenen verschränkt bleibt. Dass Kunstwerke nicht nur etwas evident machen, sondern selbst in ihrer Art, wie sie gemacht sind, evident sind – und der Bereich der [[bildende Kunst|Kunst]] kann hier als paradigmatisch betrachtet werden –, verweist auf die Differenz von E. und Wahrheit. Evidenz ist nicht wie Wahrheit sprachlicher [[Proposition|Aussagen]] an Geltungsforderungen gebunden, sondern vielmehr an in der Wahrnehmung erlebte Anschauung (vgl. [&amp;lt;bib id=&#039;Siegmund 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Es sind die Wahrnehmungen von [[künstlerisches Bild und Alltagsbild|unkünstlerischen Bildern]] (als äußeren Gegenständen), für welche diese Beschreibung der Evidenz nicht mehr vollständig zutrifft, denn nicht allen Bildern lässt sich Evidenz unterstellen. Es gibt Bilder, denen jede Form der Autorschaft abgesprochen werden muss (z.B. Bilder, die von Webcams und anderen Geräten erzeugt werden), und es gibt Bilder, die nur noch von Spezialisten gedeutet werden können (z.B. Untersuchungsergebnisse in der Medizin). Auf solche Bilder trifft die Rede von der „Vorgabe des Erwartbaren“ und der „gegebenfalls evidenten Erfüllung“ (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) dessen, was erwartbar war, nicht mehr zu. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell lässt sich in Bezug auf E. von einem „gründenden Verhältnis von sinnlicher Anschauung zu begrifflicher Deutung sprechen“, womit über Bilder aber noch nichts Spezifisches gesagt ist, außer dass (mit Husserl gesprochen) eine „erfüllte Intentionalität  in der Wahrnehmung“ von Bildern ein konkreter Fall neben anderen ästhetischen und nichtästhetischen Wahrnehmungsvollzügen ist (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Siegmund 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 191). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Literatur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Boehm, G. (2008) Augenmaß. Zur Genese der ikonischen Evidenz, S. 15-46 in: Boehm, G/Mersmann, B./Spies, C. (2008) Movens Bild. Zwischen Evidenz und Affekt, München.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brentano, F. (1975): Wahrheit und Evidenz, Hamburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Campe, R. (2006) Epoche der Evidenz. Knoten in einem terminologischen Netzwerk zwischen Descartes und Kant, S. 25-43 in: Peters, S./ Schäfer, M.J. (2006) Intellektuelle Anschauung. Figurationen von Evidenz zwischen Kunst und Wissen, Bielefeld. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Halbfass, W. (1972) Evidenz, Sp. 829-834 in: Gründer, K./Ritter, J. (1972) Historisches Wörterbuch der Philosophie, Bd. 2, Basel.&lt;br /&gt;
Husserl, E. (1993) Logische Untersuchungen. Elemente einer phänomenologischen Aufklärung der Erkenntnis II/Bd. 2, Tübingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Locke, J. (1975) An Essay Concerning Human Understanding, hg. von Niddich, P. H., Oxford.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öhlschläger, C. (2005) Evidenz und Ereignis. Musils poetische ‚Momentaufnahmen‘ im Kontext der Moderne, S. 203-216 in: Pfotenhauer, H./Riedel, W./Schneider, S. (2005) Poetik der Evidenz. Die Herausforderung der Bilder in der Literatur um 1900, Würzburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfotenhauer, H./Riedel, W./Schneider, S. (2005) Poetik der Evidenz. Die Herausforderung der Bilder in der Literatur um 1900, Würzburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Riedel, W. (2005) Endogene Bilder. Anthropologie und Poetik bei Gottfried Benn, S. 163-202 in: Pfotenhauer, H./Riedel, W./Schneider, S. (2005) Poetik der Evidenz. Die Herausforderung der Bilder in der Literatur um 1900, Würzburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siegmund, J. (2007) Die Evidenz der Kunst. Künstlerisches Handeln als ästhetische Kommunikation, Bielefeld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sommer, M. (1987) Evidenz im Augenblick. Eine Phänomenologie der reinen Empfindung, Frankfurt am Main.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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		<author><name>Judith Siegmund</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Evidenz,_visuelle/ikonische&amp;diff=3759</id>
		<title>Evidenz, visuelle/ikonische</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Evidenz,_visuelle/ikonische&amp;diff=3759"/>
		<updated>2010-11-18T10:38:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Judith Siegmund: /* Visuelle/ikonische Evidenz als ein Sonderfall */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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&lt;br /&gt;
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=====Evidenz im Allgemeinen=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bestimmung von Evidenz (Offenkundigkeit, unmittelbares Einleuchten, Augenscheinlichkeit, Richtigkeit, auch Wahrheit) im Rahmen eines bildphilosophischen Begriffsverständnisses trifft nur einen Ausschnitt aus dem Gebrauch und der Geschichte des Begriffs. Denn Evidenz im Allgemeinen ist „einerseits dem auffassenden Subjekt, andererseits der objektiven Verbindlichkeit des Aufgefaßten, einerseits dem Urteilserlebnis und dem Akt des Zustimmens („assensus evidens“), andererseits dem Urteilsinhalt zugeordnet worden und weist insofern … eine Ambivalenz auf …“ (&amp;lt;bib id=&#039;Halbfass 1972a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 6199). In dieser Weite bezieht sich der Begriff auf mehr als auf innere und äußere Bilder und deren Wahrnehmung; er bezieht sich auf das Phänomen der Gewissheit bzw. des Einleuchtens überhaupt. Die Frage nach der „evidentiellen Gewissheit“ stellt sich „vom Wissen her“ (&amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 27), das ist wesentlich. Der Begriffsgebrauch ikonischer Evidenz verlangt daher nach einer Klärung des Verhältnisses von [[Anschauung]] und intellektueller Erkenntnis, d.h. es müssen erkenntnistheoretische Grundsatzfragen gestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Visuelle/ikonische Evidenz als ein Sonderfall=====&lt;br /&gt;
Will man angeben, was ikonische Evidenz ist, so ist es erforderlich zu bestimmen, welcher Status der Präsenz der Anschauung gegenüber intellektueller Erkenntnis oder als Ermöglichung dieser zukommt bzw. in welcher anderen Art und Weise beide zusammenhängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baumgarten z.B. löst diese Fragen, indem er intellektuelle Erkenntnis und einleuchtende Anschauung in zwei Evidenzbegriffen fasst, die für unterschiedliche Grade von Gewissheit stehen sollen. Er spricht von Evidenz als überzeugender Gewissheit einerseits, d.i. intellektuelle Gewissheit, und von überredender Gewissheit andererseits, d.i. ästhetisch-anschauliche Gewissheit. Beide Weisen der E. befinden sich lt. Baumgarten in einem Spannungsverhältnis. Dieser „terminologischen Spannung im Gebrauch des Wortes Evidenz“, die sich aus dem Verhältnis von Philosophie und Rethorik (aus Letzterer stammt der Begriff der E. ursprünglich) ergebe, „soll ein Raum der Entfaltung gegeben werden“ (&amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 30). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Subjekt kommt im 17. Jahrhundert in einer neuen Weise ins Spiel, wenn ganz besonders auf sein inneres Erleben im Wahrnehmungsprozess geschaut wird. Seither ist Evidenz nicht mehr nur das Offenkundige selbst, sondern sie wird vielmehr auch als subjektiver Bewusstseinszustand aufgefasst, in dem etwas offenkundig ist (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 28, vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Locke 1975a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 591-594). So fallen bei Franz Brentano im 19. Jahrhundert Wahrheit und Evidenz sogar vollständig zusammen im Sinne der Bestimmung einer völligen emotionalen Zustimmung des Subjekts (&amp;lt;bib id=&#039;Brentano 1930a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 137-150).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Edmund Husserl, auf den sich auch aktuelle Versuche der Bestimmung von E. beziehen (vgl. z.B. Boehm und Siegmund), setzt Wahrheit und Evidenz nicht mehr in eins, sondern bestimmt E. als erfüllte Intentionalität.  Dem Anschauungserlebnis wird damit von Husserl eine Gerichtetheit attestiert, die immer schon mit einer Sinnunterstellung verknüpft ist (&amp;lt;bib id=&#039;Husserl 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8-127). In Bezug auf (äußere) Bilder stellt Husserl fest: „Das Bild … bezieht sich auf die Sache durch Ähnlichkeit“ (&amp;lt;bib id=&#039;Husserl 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 54).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ambivalenzen wie die eingangs genannten spiegeln sich in Versuchen wider, Evidenz konkret als einen bildtheoretischen Begriff zu fassen. Lessing vertritt die Ansicht, Evidenz sei eine Eigenschaft, die man besonders von Bildern erwarte, und verbindet somit E. mit Bildhaftigkeit schlechthin. Er beansprucht diese allerdings nicht nur für die gemalten, sondern mehr noch für die poetischen  Bilder. Das „Material … [wird] zum (ästhetischen) Begriff des Bildes“ (&amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 38).  Die erkenntnistheoretische Schwierigkeit besteht hier wie in vielen Erläuterungen zur ästhetischen/ikonischen E. darin, zu verstehen, was damit gesagt ist, dass Material, mit dem sowohl Bilder als Gegenstände wie auch innere Vorstellungsbilder gemeint sind, zum Begriff werden kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen weiteren Versuch, Evidenz als Bildhaftigkeit zu lesen, unternimmt Gottfried Boehm, der E. mit Sichtbarkeit verbindet. Aus der Sichtbarkeit, die in einem starken Sinne, nämlich als Einleuchten aufgefasst wird, lässt sich allerding noch nicht (wie Boehm es versucht) auf die Kategorie der Bilder schließen, denn sichtbar ist zunächst alles. „Wie läßt sich die Struktur der Evidenz aus der Sphäre der Wahrnehmung in die des Bildes übertragen? Die ikonische Darstellung und ihre Logik … lassen sich auf die Logik der Wahrnehmung zurückbeziehen“ (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 17). In dieser Formulierung Boehms behält E. die Ambivalenz zwischen subjektiver Anschauung und objektiver Augenscheinlichkeit, und es stellt sich zunächst die Frage nach deren genauem Verhältnis. Boehm entscheidet sich unter Rückgriff auf Husserls Intentionalitätsbegriff dafür, Evidenz auf ein „zugrundeliegendes Orientiertsein“ zurückzu­führen, auf welches sich die Geltung der Evidenz stütze, er entscheidet sich somit für die subjektive Akzentuierung des Begriffs (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 22). Damit wird aber die Spezifik einer ikonischen/visuellen Evidenz hinfällig. Denn in der Synthese von „Sicht und Ansicht“ müsste erstens Zeugenschaft von etwas als etwas verankert werden, wenn der Witz des Evidenzbegriffs nicht geopfert werden soll. Aus der Bildhaftigkeit aller Evidenz als innerer Anschauung ist zweitens noch nicht auf die spezifische Bildlichkeit von Bildern zu schließen, die als Gegenstände evident sein können. Diese Spezifik der Bilder bestimmt Boehm mit Hilfe der „Dichte der Materialität“ (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 30). Qua [[Materialität]] sowie aufgrund ihres Gemachtseins „liefern [Bilder] eine Vorgabe des Erwartbaren und zugleich deren gegebenenfalls evidente Erfüllung“ (ebd.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====weitere Begriffsvarianten =====&lt;br /&gt;
Die Weite des Evidenzbegriffs und damit die Variationsbreite möglicher Konzeptualisierungen der Bildlichkeit als innerer Anschauung im Verhältnis zu Sprache und Begriff zeigt sich auch daran, dass Evidenz z.B. als „überkomplexe Zeichenfülle“ verstanden wird, die „jenseits der Mangellogik des Begriffs“ angesiedelt sei (&amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer et al. 2005a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. IX, vgl. auch &amp;lt;bib id=&#039;Sommer 1987a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Abhängig ist solch eine Bestimmung vom jeweiligen Verständnis, wie Sprache sein soll, jedoch ist ja die Pointe der E., dass sich etwas erschließt, etwas, dem Sinn bzw. Bedeutung zukommt. So scheint es eher kontraintuitiv, unter Evidenz eine „Undarstellbarkeit des Ereignisses“ (&amp;lt;bib id=&#039;Oehlschläger 2005a&#039;&amp;gt;Öhlschläger 2005a&amp;lt;/bib&amp;gt;) zu verstehen oder etwas, das sich im „emphatischen Sehen“ als etwas ereignet, „weil die Reflexivität vorübergehend suspendiert ist“ (&amp;lt;bib id=&#039;Riedel 2005a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 196). Auch in einer „Bildproduktion des Unbewussten“ ist Sinnhaftigkeit mit am Werk (vgl. [Pfotenhauer et al. 2005a). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur Abwesenheit von sprachlich verfasster Reflexivität ist E. als eine performativ erfahrbare Eigenschaft des Augenscheinlichwerdens von etwas als etwas aufzufassen, bei der Sinn bzw. Bedeutung mit den materialen Eigenschaften und dem Phänomen des Wahrgenommenen verschränkt bleibt. Dass Kunstwerke nicht nur etwas evident machen, sondern selbst in ihrer Art, wie sie gemacht sind, evident sind – und der Bereich der [[bildende Kunst|Kunst]] kann hier als paradigmatisch betrachtet werden –, verweist auf die Differenz von E. und Wahrheit. Evidenz ist nicht wie Wahrheit sprachlicher [[Proposition|Aussagen]] an Geltungsforderungen gebunden, sondern vielmehr an in der Wahrnehmung erlebte Anschauung (vgl. [&amp;lt;bib id=&#039;Siegmund 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Es sind die Wahrnehmungen von [[künstlerisches Bild und Alltagsbild|unkünstlerischen Bildern]] (als äußeren Gegenständen), für welche diese Beschreibung der Evidenz nicht mehr vollständig zutrifft, denn nicht allen Bildern lässt sich Evidenz unterstellen. Es gibt Bilder, denen jede Form der Autorschaft abgesprochen werden muss (z.B. Bilder, die von Webcams und anderen Geräten erzeugt werden), und es gibt Bilder, die nur noch von Spezialisten gedeutet werden können (z.B. Untersuchungsergebnisse in der Medizin). Auf solche Bilder trifft die Rede von der „Vorgabe des Erwartbaren“ und der „gegebenfalls evidenten Erfüllung“ (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) dessen, was erwartbar war, nicht mehr zu. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell lässt sich in Bezug auf E. von einem „gründenden Verhältnis von sinnlicher Anschauung zu begrifflicher Deutung sprechen“, womit über Bilder aber noch nichts Spezifisches gesagt ist, außer dass (mit Husserl gesprochen) eine „erfüllte Intentionalität  in der Wahrnehmung“ von Bildern ein konkreter Fall neben anderen ästhetischen und nichtästhetischen Wahrnehmungsvollzügen ist (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Siegmund 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 191). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Literatur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Boehm, G. (2008) Augenmaß. Zur Genese der ikonischen Evidenz, S. 15-46 in: Boehm, G/Mersmann, B./Spies, C. (2008) Movens Bild. Zwischen Evidenz und Affekt, München.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brentano, F. (1975): Wahrheit und Evidenz, Hamburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Campe, R. (2006) Epoche der Evidenz. Knoten in einem terminologischen Netzwerk zwischen Descartes und Kant, S. 25-43 in: Peters, S./ Schäfer, M.J. (2006) Intellektuelle Anschauung. Figurationen von Evidenz zwischen Kunst und Wissen, Bielefeld. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Halbfass, W. (1972) Evidenz, Sp. 829-834 in: Gründer, K./Ritter, J. (1972) Historisches Wörterbuch der Philosophie, Bd. 2, Basel.&lt;br /&gt;
Husserl, E. (1993) Logische Untersuchungen. Elemente einer phänomenologischen Aufklärung der Erkenntnis II/Bd. 2, Tübingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Locke, J. (1975) An Essay Concerning Human Understanding, hg. von Niddich, P. H., Oxford.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öhlschläger, C. (2005) Evidenz und Ereignis. Musils poetische ‚Momentaufnahmen‘ im Kontext der Moderne, S. 203-216 in: Pfotenhauer, H./Riedel, W./Schneider, S. (2005) Poetik der Evidenz. Die Herausforderung der Bilder in der Literatur um 1900, Würzburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfotenhauer, H./Riedel, W./Schneider, S. (2005) Poetik der Evidenz. Die Herausforderung der Bilder in der Literatur um 1900, Würzburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Riedel, W. (2005) Endogene Bilder. Anthropologie und Poetik bei Gottfried Benn, S. 163-202 in: Pfotenhauer, H./Riedel, W./Schneider, S. (2005) Poetik der Evidenz. Die Herausforderung der Bilder in der Literatur um 1900, Würzburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siegmund, J. (2007) Die Evidenz der Kunst. Künstlerisches Handeln als ästhetische Kommunikation, Bielefeld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sommer, M. (1987) Evidenz im Augenblick. Eine Phänomenologie der reinen Empfindung, Frankfurt am Main.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Judith Siegmund</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Evidenz,_visuelle/ikonische&amp;diff=3758</id>
		<title>Evidenz, visuelle/ikonische</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Evidenz,_visuelle/ikonische&amp;diff=3758"/>
		<updated>2010-11-18T10:37:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Judith Siegmund: /* ??? */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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=====Evidenz im Allgemeinen=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bestimmung von Evidenz (Offenkundigkeit, unmittelbares Einleuchten, Augenscheinlichkeit, Richtigkeit, auch Wahrheit) im Rahmen eines bildphilosophischen Begriffsverständnisses trifft nur einen Ausschnitt aus dem Gebrauch und der Geschichte des Begriffs. Denn Evidenz im Allgemeinen ist „einerseits dem auffassenden Subjekt, andererseits der objektiven Verbindlichkeit des Aufgefaßten, einerseits dem Urteilserlebnis und dem Akt des Zustimmens („assensus evidens“), andererseits dem Urteilsinhalt zugeordnet worden und weist insofern … eine Ambivalenz auf …“ (&amp;lt;bib id=&#039;Halbfass 1972a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 6199). In dieser Weite bezieht sich der Begriff auf mehr als auf innere und äußere Bilder und deren Wahrnehmung; er bezieht sich auf das Phänomen der Gewissheit bzw. des Einleuchtens überhaupt. Die Frage nach der „evidentiellen Gewissheit“ stellt sich „vom Wissen her“ (&amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 27), das ist wesentlich. Der Begriffsgebrauch ikonischer Evidenz verlangt daher nach einer Klärung des Verhältnisses von [[Anschauung]] und intellektueller Erkenntnis, d.h. es müssen erkenntnistheoretische Grundsatzfragen gestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Visuelle/ikonische Evidenz als ein Sonderfall=====&lt;br /&gt;
Will man angeben, was ikonische Evidenz ist, so ist es erforderlich zu bestimmen, welcher Status der Präsenz der Anschauung gegenüber intellektueller Erkenntnis oder als Ermöglichung dieser zukommt bzw. in welcher anderen Art und Weise beide zusammenhängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Unterüberschrift&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Baumgarten z.B. löst diese Fragen, indem er intellektuelle Erkenntnis und einleuchtende Anschauung in zwei Evidenzbegriffen fasst, die für unterschiedliche Grade von Gewissheit stehen sollen. Er spricht von Evidenz als überzeugender Gewissheit einerseits, d.i. intellektuelle Gewissheit, und von überredender Gewissheit andererseits, d.i. ästhetisch-anschauliche Gewissheit. Beide Weisen der E. befinden sich lt. Baumgarten in einem Spannungsverhältnis. Dieser „terminologischen Spannung im Gebrauch des Wortes Evidenz“, die sich aus dem Verhältnis von Philosophie und Rethorik (aus Letzterer stammt der Begriff der E. ursprünglich) ergebe, „soll ein Raum der Entfaltung gegeben werden“ (&amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 30). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Subjekt kommt im 17. Jahrhundert in einer neuen Weise ins Spiel, wenn ganz besonders auf sein inneres Erleben im Wahrnehmungsprozess geschaut wird. Seither ist Evidenz nicht mehr nur das Offenkundige selbst, sondern sie wird vielmehr auch als subjektiver Bewusstseinszustand aufgefasst, in dem etwas offenkundig ist (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 28, vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Locke 1975a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 591-594). So fallen bei Franz Brentano im 19. Jahrhundert Wahrheit und Evidenz sogar vollständig zusammen im Sinne der Bestimmung einer völligen emotionalen Zustimmung des Subjekts (&amp;lt;bib id=&#039;Brentano 1930a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 137-150).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Edmund Husserl, auf den sich auch aktuelle Versuche der Bestimmung von E. beziehen (vgl. z.B. Boehm und Siegmund), setzt Wahrheit und Evidenz nicht mehr in eins, sondern bestimmt E. als erfüllte Intentionalität.  Dem Anschauungserlebnis wird damit von Husserl eine Gerichtetheit attestiert, die immer schon mit einer Sinnunterstellung verknüpft ist (&amp;lt;bib id=&#039;Husserl 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8-127). In Bezug auf (äußere) Bilder stellt Husserl fest: „Das Bild … bezieht sich auf die Sache durch Ähnlichkeit“ (&amp;lt;bib id=&#039;Husserl 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 54).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ambivalenzen wie die eingangs genannten spiegeln sich in Versuchen wider, Evidenz konkret als einen bildtheoretischen Begriff zu fassen. Lessing vertritt die Ansicht, Evidenz sei eine Eigenschaft, die man besonders von Bildern erwarte, und verbindet somit E. mit Bildhaftigkeit schlechthin. Er beansprucht diese allerdings nicht nur für die gemalten, sondern mehr noch für die poetischen  Bilder. Das „Material … [wird] zum (ästhetischen) Begriff des Bildes“ (&amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 38).  Die erkenntnistheoretische Schwierigkeit besteht hier wie in vielen Erläuterungen zur ästhetischen/ikonischen E. darin, zu verstehen, was damit gesagt ist, dass Material, mit dem sowohl Bilder als Gegenstände wie auch innere Vorstellungsbilder gemeint sind, zum Begriff werden kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen weiteren Versuch, Evidenz als Bildhaftigkeit zu lesen, unternimmt Gottfried Boehm, der E. mit Sichtbarkeit verbindet. Aus der Sichtbarkeit, die in einem starken Sinne, nämlich als Einleuchten aufgefasst wird, lässt sich allerding noch nicht (wie Boehm es versucht) auf die Kategorie der Bilder schließen, denn sichtbar ist zunächst alles. „Wie läßt sich die Struktur der Evidenz aus der Sphäre der Wahrnehmung in die des Bildes übertragen? Die ikonische Darstellung und ihre Logik … lassen sich auf die Logik der Wahrnehmung zurückbeziehen“ (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 17). In dieser Formulierung Boehms behält E. die Ambivalenz zwischen subjektiver Anschauung und objektiver Augenscheinlichkeit, und es stellt sich zunächst die Frage nach deren genauem Verhältnis. Boehm entscheidet sich unter Rückgriff auf Husserls Intentionalitätsbegriff dafür, Evidenz auf ein „zugrundeliegendes Orientiertsein“ zurückzu­führen, auf welches sich die Geltung der Evidenz stütze, er entscheidet sich somit für die subjektive Akzentuierung des Begriffs (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 22). Damit wird aber die Spezifik einer ikonischen/visuellen Evidenz hinfällig. Denn in der Synthese von „Sicht und Ansicht“ müsste erstens Zeugenschaft von etwas als etwas verankert werden, wenn der Witz des Evidenzbegriffs nicht geopfert werden soll. Aus der Bildhaftigkeit aller Evidenz als innerer Anschauung ist zweitens noch nicht auf die spezifische Bildlichkeit von Bildern zu schließen, die als Gegenstände evident sein können. Diese Spezifik der Bilder bestimmt Boehm mit Hilfe der „Dichte der Materialität“ (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 30). Qua [[Materialität]] sowie aufgrund ihres Gemachtseins „liefern [Bilder] eine Vorgabe des Erwartbaren und zugleich deren gegebenenfalls evidente Erfüllung“ (ebd.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====weitere Begriffsvarianten =====&lt;br /&gt;
Die Weite des Evidenzbegriffs und damit die Variationsbreite möglicher Konzeptualisierungen der Bildlichkeit als innerer Anschauung im Verhältnis zu Sprache und Begriff zeigt sich auch daran, dass Evidenz z.B. als „überkomplexe Zeichenfülle“ verstanden wird, die „jenseits der Mangellogik des Begriffs“ angesiedelt sei (&amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer et al. 2005a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. IX, vgl. auch &amp;lt;bib id=&#039;Sommer 1987a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Abhängig ist solch eine Bestimmung vom jeweiligen Verständnis, wie Sprache sein soll, jedoch ist ja die Pointe der E., dass sich etwas erschließt, etwas, dem Sinn bzw. Bedeutung zukommt. So scheint es eher kontraintuitiv, unter Evidenz eine „Undarstellbarkeit des Ereignisses“ (&amp;lt;bib id=&#039;Oehlschläger 2005a&#039;&amp;gt;Öhlschläger 2005a&amp;lt;/bib&amp;gt;) zu verstehen oder etwas, das sich im „emphatischen Sehen“ als etwas ereignet, „weil die Reflexivität vorübergehend suspendiert ist“ (&amp;lt;bib id=&#039;Riedel 2005a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 196). Auch in einer „Bildproduktion des Unbewussten“ ist Sinnhaftigkeit mit am Werk (vgl. [Pfotenhauer et al. 2005a). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur Abwesenheit von sprachlich verfasster Reflexivität ist E. als eine performativ erfahrbare Eigenschaft des Augenscheinlichwerdens von etwas als etwas aufzufassen, bei der Sinn bzw. Bedeutung mit den materialen Eigenschaften und dem Phänomen des Wahrgenommenen verschränkt bleibt. Dass Kunstwerke nicht nur etwas evident machen, sondern selbst in ihrer Art, wie sie gemacht sind, evident sind – und der Bereich der [[bildende Kunst|Kunst]] kann hier als paradigmatisch betrachtet werden –, verweist auf die Differenz von E. und Wahrheit. Evidenz ist nicht wie Wahrheit sprachlicher [[Proposition|Aussagen]] an Geltungsforderungen gebunden, sondern vielmehr an in der Wahrnehmung erlebte Anschauung (vgl. [&amp;lt;bib id=&#039;Siegmund 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Es sind die Wahrnehmungen von [[künstlerisches Bild und Alltagsbild|unkünstlerischen Bildern]] (als äußeren Gegenständen), für welche diese Beschreibung der Evidenz nicht mehr vollständig zutrifft, denn nicht allen Bildern lässt sich Evidenz unterstellen. Es gibt Bilder, denen jede Form der Autorschaft abgesprochen werden muss (z.B. Bilder, die von Webcams und anderen Geräten erzeugt werden), und es gibt Bilder, die nur noch von Spezialisten gedeutet werden können (z.B. Untersuchungsergebnisse in der Medizin). Auf solche Bilder trifft die Rede von der „Vorgabe des Erwartbaren“ und der „gegebenfalls evidenten Erfüllung“ (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) dessen, was erwartbar war, nicht mehr zu. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell lässt sich in Bezug auf E. von einem „gründenden Verhältnis von sinnlicher Anschauung zu begrifflicher Deutung sprechen“, womit über Bilder aber noch nichts Spezifisches gesagt ist, außer dass (mit Husserl gesprochen) eine „erfüllte Intentionalität  in der Wahrnehmung“ von Bildern ein konkreter Fall neben anderen ästhetischen und nichtästhetischen Wahrnehmungsvollzügen ist (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Siegmund 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 191). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Literatur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Boehm, G. (2008) Augenmaß. Zur Genese der ikonischen Evidenz, S. 15-46 in: Boehm, G/Mersmann, B./Spies, C. (2008) Movens Bild. Zwischen Evidenz und Affekt, München.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brentano, F. (1975): Wahrheit und Evidenz, Hamburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Campe, R. (2006) Epoche der Evidenz. Knoten in einem terminologischen Netzwerk zwischen Descartes und Kant, S. 25-43 in: Peters, S./ Schäfer, M.J. (2006) Intellektuelle Anschauung. Figurationen von Evidenz zwischen Kunst und Wissen, Bielefeld. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Halbfass, W. (1972) Evidenz, Sp. 829-834 in: Gründer, K./Ritter, J. (1972) Historisches Wörterbuch der Philosophie, Bd. 2, Basel.&lt;br /&gt;
Husserl, E. (1993) Logische Untersuchungen. Elemente einer phänomenologischen Aufklärung der Erkenntnis II/Bd. 2, Tübingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Locke, J. (1975) An Essay Concerning Human Understanding, hg. von Niddich, P. H., Oxford.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öhlschläger, C. (2005) Evidenz und Ereignis. Musils poetische ‚Momentaufnahmen‘ im Kontext der Moderne, S. 203-216 in: Pfotenhauer, H./Riedel, W./Schneider, S. (2005) Poetik der Evidenz. Die Herausforderung der Bilder in der Literatur um 1900, Würzburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfotenhauer, H./Riedel, W./Schneider, S. (2005) Poetik der Evidenz. Die Herausforderung der Bilder in der Literatur um 1900, Würzburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Riedel, W. (2005) Endogene Bilder. Anthropologie und Poetik bei Gottfried Benn, S. 163-202 in: Pfotenhauer, H./Riedel, W./Schneider, S. (2005) Poetik der Evidenz. Die Herausforderung der Bilder in der Literatur um 1900, Würzburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siegmund, J. (2007) Die Evidenz der Kunst. Künstlerisches Handeln als ästhetische Kommunikation, Bielefeld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sommer, M. (1987) Evidenz im Augenblick. Eine Phänomenologie der reinen Empfindung, Frankfurt am Main.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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[[Benutzer:Judith Siegmund|Judith Siegmund]]&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Judith Siegmund</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Evidenz,_visuelle/ikonische&amp;diff=3757</id>
		<title>Evidenz, visuelle/ikonische</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Evidenz,_visuelle/ikonische&amp;diff=3757"/>
		<updated>2010-11-18T10:33:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Judith Siegmund: /* Hauptüberschrift */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
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Unterpunkt zu: [[Grundbegriffe der Bildlichkeit]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Evidenz im Allgemeinen=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bestimmung von Evidenz (Offenkundigkeit, unmittelbares Einleuchten, Augenscheinlichkeit, Richtigkeit, auch Wahrheit) im Rahmen eines bildphilosophischen Begriffsverständnisses trifft nur einen Ausschnitt aus dem Gebrauch und der Geschichte des Begriffs. Denn Evidenz im Allgemeinen ist „einerseits dem auffassenden Subjekt, andererseits der objektiven Verbindlichkeit des Aufgefaßten, einerseits dem Urteilserlebnis und dem Akt des Zustimmens („assensus evidens“), andererseits dem Urteilsinhalt zugeordnet worden und weist insofern … eine Ambivalenz auf …“ (&amp;lt;bib id=&#039;Halbfass 1972a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 6199). In dieser Weite bezieht sich der Begriff auf mehr als auf innere und äußere Bilder und deren Wahrnehmung; er bezieht sich auf das Phänomen der Gewissheit bzw. des Einleuchtens überhaupt. Die Frage nach der „evidentiellen Gewissheit“ stellt sich „vom Wissen her“ (&amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 27), das ist wesentlich. Der Begriffsgebrauch ikonischer Evidenz verlangt daher nach einer Klärung des Verhältnisses von [[Anschauung]] und intellektueller Erkenntnis, d.h. es müssen erkenntnistheoretische Grundsatzfragen gestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Visuelle/ikonische Evidenz als ein Sonderfall=====&lt;br /&gt;
Will man angeben, was ikonische Evidenz ist, so ist es erforderlich zu bestimmen, welcher Status der Präsenz der Anschauung gegenüber intellektueller Erkenntnis oder als Ermöglichung dieser zukommt bzw. in welcher anderen Art und Weise beide zusammenhängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Unterüberschrift&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Baumgarten z.B. löst diese Fragen, indem er intellektuelle Erkenntnis und einleuchtende Anschauung in zwei Evidenzbegriffen fasst, die für unterschiedliche Grade von Gewissheit stehen sollen. Er spricht von Evidenz als überzeugender Gewissheit einerseits, d.i. intellektuelle Gewissheit, und von überredender Gewissheit andererseits, d.i. ästhetisch-anschauliche Gewissheit. Beide Weisen der E. befinden sich lt. Baumgarten in einem Spannungsverhältnis. Dieser „terminologischen Spannung im Gebrauch des Wortes Evidenz“, die sich aus dem Verhältnis von Philosophie und Rethorik (aus Letzterer stammt der Begriff der E. ursprünglich) ergebe, „soll ein Raum der Entfaltung gegeben werden“ (&amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 30). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Subjekt kommt im 17. Jahrhundert in einer neuen Weise ins Spiel, wenn ganz besonders auf sein inneres Erleben im Wahrnehmungsprozess geschaut wird. Seither ist Evidenz nicht mehr nur das Offenkundige selbst, sondern sie wird vielmehr auch als subjektiver Bewusstseinszustand aufgefasst, in dem etwas offenkundig ist (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 28, vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Locke 1975a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 591-594). So fallen bei Franz Brentano im 19. Jahrhundert Wahrheit und Evidenz sogar vollständig zusammen im Sinne der Bestimmung einer völligen emotionalen Zustimmung des Subjekts (&amp;lt;bib id=&#039;Brentano 1930a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 137-150).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Edmund Husserl, auf den sich auch aktuelle Versuche der Bestimmung von E. beziehen (vgl. z.B. Boehm und Siegmund), setzt Wahrheit und Evidenz nicht mehr in eins, sondern bestimmt E. als erfüllte Intentionalität.  Dem Anschauungserlebnis wird damit von Husserl eine Gerichtetheit attestiert, die immer schon mit einer Sinnunterstellung verknüpft ist (&amp;lt;bib id=&#039;Husserl 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8-127). In Bezug auf (äußere) Bilder stellt Husserl fest: „Das Bild … bezieht sich auf die Sache durch Ähnlichkeit“ (&amp;lt;bib id=&#039;Husserl 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 54).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ambivalenzen wie die eingangs genannten spiegeln sich in Versuchen wider, Evidenz konkret als einen bildtheoretischen Begriff zu fassen. Lessing vertritt die Ansicht, Evidenz sei eine Eigenschaft, die man besonders von Bildern erwarte, und verbindet somit E. mit Bildhaftigkeit schlechthin. Er beansprucht diese allerdings nicht nur für die gemalten, sondern mehr noch für die poetischen  Bilder. Das „Material … [wird] zum (ästhetischen) Begriff des Bildes“ (&amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 38).  Die erkenntnistheoretische Schwierigkeit besteht hier wie in vielen Erläuterungen zur ästhetischen/ikonischen E. darin, zu verstehen, was damit gesagt ist, dass Material, mit dem sowohl Bilder als Gegenstände wie auch innere Vorstellungsbilder gemeint sind, zum Begriff werden kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen weiteren Versuch, Evidenz als Bildhaftigkeit zu lesen, unternimmt Gottfried Boehm, der E. mit Sichtbarkeit verbindet. Aus der Sichtbarkeit, die in einem starken Sinne, nämlich als Einleuchten aufgefasst wird, lässt sich allerding noch nicht (wie Boehm es versucht) auf die Kategorie der Bilder schließen, denn sichtbar ist zunächst alles. „Wie läßt sich die Struktur der Evidenz aus der Sphäre der Wahrnehmung in die des Bildes übertragen? Die ikonische Darstellung und ihre Logik … lassen sich auf die Logik der Wahrnehmung zurückbeziehen“ (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 17). In dieser Formulierung Boehms behält E. die Ambivalenz zwischen subjektiver Anschauung und objektiver Augenscheinlichkeit, und es stellt sich zunächst die Frage nach deren genauem Verhältnis. Boehm entscheidet sich unter Rückgriff auf Husserls Intentionalitätsbegriff dafür, Evidenz auf ein „zugrundeliegendes Orientiertsein“ zurückzu­führen, auf welches sich die Geltung der Evidenz stütze, er entscheidet sich somit für die subjektive Akzentuierung des Begriffs (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 22). Damit wird aber die Spezifik einer ikonischen/visuellen Evidenz hinfällig. Denn in der Synthese von „Sicht und Ansicht“ müsste erstens Zeugenschaft von etwas als etwas verankert werden, wenn der Witz des Evidenzbegriffs nicht geopfert werden soll. Aus der Bildhaftigkeit aller Evidenz als innerer Anschauung ist zweitens noch nicht auf die spezifische Bildlichkeit von Bildern zu schließen, die als Gegenstände evident sein können. Diese Spezifik der Bilder bestimmt Boehm mit Hilfe der „Dichte der Materialität“ (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 30). Qua [[Materialität]] sowie aufgrund ihres Gemachtseins „liefern [Bilder] eine Vorgabe des Erwartbaren und zugleich deren gegebenenfalls evidente Erfüllung“ (ebd.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====??? =====&lt;br /&gt;
Die Weite des Evidenzbegriffs und damit die Variationsbreite möglicher Konzeptualisierungen der Bildlichkeit als innerer Anschauung im Verhältnis zu Sprache und Begriff zeigt sich auch daran, dass Evidenz z.B. als „überkomplexe Zeichenfülle“ verstanden wird, die „jenseits der Mangellogik des Begriffs“ angesiedelt sei (&amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer et al. 2005a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. IX, vgl. auch &amp;lt;bib id=&#039;Sommer 1987a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Abhängig ist solch eine Bestimmung vom jeweiligen Verständnis, wie Sprache sein soll, jedoch ist ja die Pointe der E., dass sich etwas erschließt, etwas, dem Sinn bzw. Bedeutung zukommt. So scheint es eher kontraintuitiv, unter Evidenz eine „Undarstellbarkeit des Ereignisses“ (&amp;lt;bib id=&#039;Oehlschläger 2005a&#039;&amp;gt;Öhlschläger 2005a&amp;lt;/bib&amp;gt;) zu verstehen oder etwas, das sich im „emphatischen Sehen“ als etwas ereignet, „weil die Reflexivität vorübergehend suspendiert ist“ (&amp;lt;bib id=&#039;Riedel 2005a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 196). Auch in einer „Bildproduktion des Unbewussten“ ist Sinnhaftigkeit mit am Werk (vgl. [Pfotenhauer et al. 2005a). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur Abwesenheit von sprachlich verfasster Reflexivität ist E. als eine performativ erfahrbare Eigenschaft des Augenscheinlichwerdens von etwas als etwas aufzufassen, bei der Sinn bzw. Bedeutung mit den materialen Eigenschaften und dem Phänomen des Wahrgenommenen verschränkt bleibt. Dass Kunstwerke nicht nur etwas evident machen, sondern selbst in ihrer Art, wie sie gemacht sind, evident sind – und der Bereich der [[bildende Kunst|Kunst]] kann hier als paradigmatisch betrachtet werden –, verweist auf die Differenz von E. und Wahrheit. Evidenz ist nicht wie Wahrheit sprachlicher [[Proposition|Aussagen]] an Geltungsforderungen gebunden, sondern vielmehr an in der Wahrnehmung erlebte Anschauung (vgl. [&amp;lt;bib id=&#039;Siegmund 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Es sind die Wahrnehmungen von [[künstlerisches Bild und Alltagsbild|unkünstlerischen Bildern]] (als äußeren Gegenständen), für welche diese Beschreibung der Evidenz nicht mehr vollständig zutrifft, denn nicht allen Bildern lässt sich Evidenz unterstellen. Es gibt Bilder, denen jede Form der Autorschaft abgesprochen werden muss (z.B. Bilder, die von Webcams und anderen Geräten erzeugt werden), und es gibt Bilder, die nur noch von Spezialisten gedeutet werden können (z.B. Untersuchungsergebnisse in der Medizin). Auf solche Bilder trifft die Rede von der „Vorgabe des Erwartbaren“ und der „gegebenfalls evidenten Erfüllung“ (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) dessen, was erwartbar war, nicht mehr zu. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell lässt sich in Bezug auf E. von einem „gründenden Verhältnis von sinnlicher Anschauung zu begrifflicher Deutung sprechen“, womit über Bilder aber noch nichts Spezifisches gesagt ist, außer dass (mit Husserl gesprochen) eine „erfüllte Intentionalität  in der Wahrnehmung“ von Bildern ein konkreter Fall neben anderen ästhetischen und nichtästhetischen Wahrnehmungsvollzügen ist (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Siegmund 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 191). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Literatur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Boehm, G. (2008) Augenmaß. Zur Genese der ikonischen Evidenz, S. 15-46 in: Boehm, G/Mersmann, B./Spies, C. (2008) Movens Bild. Zwischen Evidenz und Affekt, München.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brentano, F. (1975): Wahrheit und Evidenz, Hamburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Campe, R. (2006) Epoche der Evidenz. Knoten in einem terminologischen Netzwerk zwischen Descartes und Kant, S. 25-43 in: Peters, S./ Schäfer, M.J. (2006) Intellektuelle Anschauung. Figurationen von Evidenz zwischen Kunst und Wissen, Bielefeld. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Halbfass, W. (1972) Evidenz, Sp. 829-834 in: Gründer, K./Ritter, J. (1972) Historisches Wörterbuch der Philosophie, Bd. 2, Basel.&lt;br /&gt;
Husserl, E. (1993) Logische Untersuchungen. Elemente einer phänomenologischen Aufklärung der Erkenntnis II/Bd. 2, Tübingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Locke, J. (1975) An Essay Concerning Human Understanding, hg. von Niddich, P. H., Oxford.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öhlschläger, C. (2005) Evidenz und Ereignis. Musils poetische ‚Momentaufnahmen‘ im Kontext der Moderne, S. 203-216 in: Pfotenhauer, H./Riedel, W./Schneider, S. (2005) Poetik der Evidenz. Die Herausforderung der Bilder in der Literatur um 1900, Würzburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfotenhauer, H./Riedel, W./Schneider, S. (2005) Poetik der Evidenz. Die Herausforderung der Bilder in der Literatur um 1900, Würzburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Riedel, W. (2005) Endogene Bilder. Anthropologie und Poetik bei Gottfried Benn, S. 163-202 in: Pfotenhauer, H./Riedel, W./Schneider, S. (2005) Poetik der Evidenz. Die Herausforderung der Bilder in der Literatur um 1900, Würzburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siegmund, J. (2007) Die Evidenz der Kunst. Künstlerisches Handeln als ästhetische Kommunikation, Bielefeld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sommer, M. (1987) Evidenz im Augenblick. Eine Phänomenologie der reinen Empfindung, Frankfurt am Main.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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		<author><name>Judith Siegmund</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Evidenz,_visuelle/ikonische&amp;diff=3756</id>
		<title>Evidenz, visuelle/ikonische</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Evidenz,_visuelle/ikonische&amp;diff=3756"/>
		<updated>2010-11-18T10:32:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Judith Siegmund: /* Visuelle/ikonische Evidenz als ein Sonderfall von Evidenz im Allgemeinen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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=====Evidenz im Allgemeinen=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bestimmung von Evidenz (Offenkundigkeit, unmittelbares Einleuchten, Augenscheinlichkeit, Richtigkeit, auch Wahrheit) im Rahmen eines bildphilosophischen Begriffsverständnisses trifft nur einen Ausschnitt aus dem Gebrauch und der Geschichte des Begriffs. Denn Evidenz im Allgemeinen ist „einerseits dem auffassenden Subjekt, andererseits der objektiven Verbindlichkeit des Aufgefaßten, einerseits dem Urteilserlebnis und dem Akt des Zustimmens („assensus evidens“), andererseits dem Urteilsinhalt zugeordnet worden und weist insofern … eine Ambivalenz auf …“ (&amp;lt;bib id=&#039;Halbfass 1972a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 6199). In dieser Weite bezieht sich der Begriff auf mehr als auf innere und äußere Bilder und deren Wahrnehmung; er bezieht sich auf das Phänomen der Gewissheit bzw. des Einleuchtens überhaupt. Die Frage nach der „evidentiellen Gewissheit“ stellt sich „vom Wissen her“ (&amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 27), das ist wesentlich. Der Begriffsgebrauch ikonischer Evidenz verlangt daher nach einer Klärung des Verhältnisses von [[Anschauung]] und intellektueller Erkenntnis, d.h. es müssen erkenntnistheoretische Grundsatzfragen gestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Hauptüberschrift=====&lt;br /&gt;
Will man angeben, was ikonische Evidenz ist, so ist es erforderlich zu bestimmen, welcher Status der Präsenz der Anschauung gegenüber intellektueller Erkenntnis oder als Ermöglichung dieser zukommt bzw. in welcher anderen Art und Weise beide zusammenhängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Unterüberschrift&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Baumgarten z.B. löst diese Fragen, indem er intellektuelle Erkenntnis und einleuchtende Anschauung in zwei Evidenzbegriffen fasst, die für unterschiedliche Grade von Gewissheit stehen sollen. Er spricht von Evidenz als überzeugender Gewissheit einerseits, d.i. intellektuelle Gewissheit, und von überredender Gewissheit andererseits, d.i. ästhetisch-anschauliche Gewissheit. Beide Weisen der E. befinden sich lt. Baumgarten in einem Spannungsverhältnis. Dieser „terminologischen Spannung im Gebrauch des Wortes Evidenz“, die sich aus dem Verhältnis von Philosophie und Rethorik (aus Letzterer stammt der Begriff der E. ursprünglich) ergebe, „soll ein Raum der Entfaltung gegeben werden“ (&amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 30). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Subjekt kommt im 17. Jahrhundert in einer neuen Weise ins Spiel, wenn ganz besonders auf sein inneres Erleben im Wahrnehmungsprozess geschaut wird. Seither ist Evidenz nicht mehr nur das Offenkundige selbst, sondern sie wird vielmehr auch als subjektiver Bewusstseinszustand aufgefasst, in dem etwas offenkundig ist (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 28, vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Locke 1975a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 591-594). So fallen bei Franz Brentano im 19. Jahrhundert Wahrheit und Evidenz sogar vollständig zusammen im Sinne der Bestimmung einer völligen emotionalen Zustimmung des Subjekts (&amp;lt;bib id=&#039;Brentano 1930a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 137-150).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Edmund Husserl, auf den sich auch aktuelle Versuche der Bestimmung von E. beziehen (vgl. z.B. Boehm und Siegmund), setzt Wahrheit und Evidenz nicht mehr in eins, sondern bestimmt E. als erfüllte Intentionalität.  Dem Anschauungserlebnis wird damit von Husserl eine Gerichtetheit attestiert, die immer schon mit einer Sinnunterstellung verknüpft ist (&amp;lt;bib id=&#039;Husserl 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8-127). In Bezug auf (äußere) Bilder stellt Husserl fest: „Das Bild … bezieht sich auf die Sache durch Ähnlichkeit“ (&amp;lt;bib id=&#039;Husserl 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 54).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ambivalenzen wie die eingangs genannten spiegeln sich in Versuchen wider, Evidenz konkret als einen bildtheoretischen Begriff zu fassen. Lessing vertritt die Ansicht, Evidenz sei eine Eigenschaft, die man besonders von Bildern erwarte, und verbindet somit E. mit Bildhaftigkeit schlechthin. Er beansprucht diese allerdings nicht nur für die gemalten, sondern mehr noch für die poetischen  Bilder. Das „Material … [wird] zum (ästhetischen) Begriff des Bildes“ (&amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 38).  Die erkenntnistheoretische Schwierigkeit besteht hier wie in vielen Erläuterungen zur ästhetischen/ikonischen E. darin, zu verstehen, was damit gesagt ist, dass Material, mit dem sowohl Bilder als Gegenstände wie auch innere Vorstellungsbilder gemeint sind, zum Begriff werden kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen weiteren Versuch, Evidenz als Bildhaftigkeit zu lesen, unternimmt Gottfried Boehm, der E. mit Sichtbarkeit verbindet. Aus der Sichtbarkeit, die in einem starken Sinne, nämlich als Einleuchten aufgefasst wird, lässt sich allerding noch nicht (wie Boehm es versucht) auf die Kategorie der Bilder schließen, denn sichtbar ist zunächst alles. „Wie läßt sich die Struktur der Evidenz aus der Sphäre der Wahrnehmung in die des Bildes übertragen? Die ikonische Darstellung und ihre Logik … lassen sich auf die Logik der Wahrnehmung zurückbeziehen“ (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 17). In dieser Formulierung Boehms behält E. die Ambivalenz zwischen subjektiver Anschauung und objektiver Augenscheinlichkeit, und es stellt sich zunächst die Frage nach deren genauem Verhältnis. Boehm entscheidet sich unter Rückgriff auf Husserls Intentionalitätsbegriff dafür, Evidenz auf ein „zugrundeliegendes Orientiertsein“ zurückzu­führen, auf welches sich die Geltung der Evidenz stütze, er entscheidet sich somit für die subjektive Akzentuierung des Begriffs (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 22). Damit wird aber die Spezifik einer ikonischen/visuellen Evidenz hinfällig. Denn in der Synthese von „Sicht und Ansicht“ müsste erstens Zeugenschaft von etwas als etwas verankert werden, wenn der Witz des Evidenzbegriffs nicht geopfert werden soll. Aus der Bildhaftigkeit aller Evidenz als innerer Anschauung ist zweitens noch nicht auf die spezifische Bildlichkeit von Bildern zu schließen, die als Gegenstände evident sein können. Diese Spezifik der Bilder bestimmt Boehm mit Hilfe der „Dichte der Materialität“ (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 30). Qua [[Materialität]] sowie aufgrund ihres Gemachtseins „liefern [Bilder] eine Vorgabe des Erwartbaren und zugleich deren gegebenenfalls evidente Erfüllung“ (ebd.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====??? =====&lt;br /&gt;
Die Weite des Evidenzbegriffs und damit die Variationsbreite möglicher Konzeptualisierungen der Bildlichkeit als innerer Anschauung im Verhältnis zu Sprache und Begriff zeigt sich auch daran, dass Evidenz z.B. als „überkomplexe Zeichenfülle“ verstanden wird, die „jenseits der Mangellogik des Begriffs“ angesiedelt sei (&amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer et al. 2005a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. IX, vgl. auch &amp;lt;bib id=&#039;Sommer 1987a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Abhängig ist solch eine Bestimmung vom jeweiligen Verständnis, wie Sprache sein soll, jedoch ist ja die Pointe der E., dass sich etwas erschließt, etwas, dem Sinn bzw. Bedeutung zukommt. So scheint es eher kontraintuitiv, unter Evidenz eine „Undarstellbarkeit des Ereignisses“ (&amp;lt;bib id=&#039;Oehlschläger 2005a&#039;&amp;gt;Öhlschläger 2005a&amp;lt;/bib&amp;gt;) zu verstehen oder etwas, das sich im „emphatischen Sehen“ als etwas ereignet, „weil die Reflexivität vorübergehend suspendiert ist“ (&amp;lt;bib id=&#039;Riedel 2005a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 196). Auch in einer „Bildproduktion des Unbewussten“ ist Sinnhaftigkeit mit am Werk (vgl. [Pfotenhauer et al. 2005a). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur Abwesenheit von sprachlich verfasster Reflexivität ist E. als eine performativ erfahrbare Eigenschaft des Augenscheinlichwerdens von etwas als etwas aufzufassen, bei der Sinn bzw. Bedeutung mit den materialen Eigenschaften und dem Phänomen des Wahrgenommenen verschränkt bleibt. Dass Kunstwerke nicht nur etwas evident machen, sondern selbst in ihrer Art, wie sie gemacht sind, evident sind – und der Bereich der [[bildende Kunst|Kunst]] kann hier als paradigmatisch betrachtet werden –, verweist auf die Differenz von E. und Wahrheit. Evidenz ist nicht wie Wahrheit sprachlicher [[Proposition|Aussagen]] an Geltungsforderungen gebunden, sondern vielmehr an in der Wahrnehmung erlebte Anschauung (vgl. [&amp;lt;bib id=&#039;Siegmund 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Es sind die Wahrnehmungen von [[künstlerisches Bild und Alltagsbild|unkünstlerischen Bildern]] (als äußeren Gegenständen), für welche diese Beschreibung der Evidenz nicht mehr vollständig zutrifft, denn nicht allen Bildern lässt sich Evidenz unterstellen. Es gibt Bilder, denen jede Form der Autorschaft abgesprochen werden muss (z.B. Bilder, die von Webcams und anderen Geräten erzeugt werden), und es gibt Bilder, die nur noch von Spezialisten gedeutet werden können (z.B. Untersuchungsergebnisse in der Medizin). Auf solche Bilder trifft die Rede von der „Vorgabe des Erwartbaren“ und der „gegebenfalls evidenten Erfüllung“ (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) dessen, was erwartbar war, nicht mehr zu. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell lässt sich in Bezug auf E. von einem „gründenden Verhältnis von sinnlicher Anschauung zu begrifflicher Deutung sprechen“, womit über Bilder aber noch nichts Spezifisches gesagt ist, außer dass (mit Husserl gesprochen) eine „erfüllte Intentionalität  in der Wahrnehmung“ von Bildern ein konkreter Fall neben anderen ästhetischen und nichtästhetischen Wahrnehmungsvollzügen ist (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Siegmund 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 191). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Literatur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Boehm, G. (2008) Augenmaß. Zur Genese der ikonischen Evidenz, S. 15-46 in: Boehm, G/Mersmann, B./Spies, C. (2008) Movens Bild. Zwischen Evidenz und Affekt, München.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brentano, F. (1975): Wahrheit und Evidenz, Hamburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Campe, R. (2006) Epoche der Evidenz. Knoten in einem terminologischen Netzwerk zwischen Descartes und Kant, S. 25-43 in: Peters, S./ Schäfer, M.J. (2006) Intellektuelle Anschauung. Figurationen von Evidenz zwischen Kunst und Wissen, Bielefeld. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Halbfass, W. (1972) Evidenz, Sp. 829-834 in: Gründer, K./Ritter, J. (1972) Historisches Wörterbuch der Philosophie, Bd. 2, Basel.&lt;br /&gt;
Husserl, E. (1993) Logische Untersuchungen. Elemente einer phänomenologischen Aufklärung der Erkenntnis II/Bd. 2, Tübingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Locke, J. (1975) An Essay Concerning Human Understanding, hg. von Niddich, P. H., Oxford.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öhlschläger, C. (2005) Evidenz und Ereignis. Musils poetische ‚Momentaufnahmen‘ im Kontext der Moderne, S. 203-216 in: Pfotenhauer, H./Riedel, W./Schneider, S. (2005) Poetik der Evidenz. Die Herausforderung der Bilder in der Literatur um 1900, Würzburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfotenhauer, H./Riedel, W./Schneider, S. (2005) Poetik der Evidenz. Die Herausforderung der Bilder in der Literatur um 1900, Würzburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Riedel, W. (2005) Endogene Bilder. Anthropologie und Poetik bei Gottfried Benn, S. 163-202 in: Pfotenhauer, H./Riedel, W./Schneider, S. (2005) Poetik der Evidenz. Die Herausforderung der Bilder in der Literatur um 1900, Würzburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siegmund, J. (2007) Die Evidenz der Kunst. Künstlerisches Handeln als ästhetische Kommunikation, Bielefeld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sommer, M. (1987) Evidenz im Augenblick. Eine Phänomenologie der reinen Empfindung, Frankfurt am Main.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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		<author><name>Judith Siegmund</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Evidenz,_visuelle/ikonische&amp;diff=3755</id>
		<title>Evidenz, visuelle/ikonische</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Evidenz,_visuelle/ikonische&amp;diff=3755"/>
		<updated>2010-11-18T10:31:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Judith Siegmund: /* Hauptüberschrift */&lt;/p&gt;
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=====Visuelle/ikonische Evidenz als ein Sonderfall von Evidenz im Allgemeinen=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bestimmung von Evidenz (Offenkundigkeit, unmittelbares Einleuchten, Augenscheinlichkeit, Richtigkeit, auch Wahrheit) im Rahmen eines bildphilosophischen Begriffsverständnisses trifft nur einen Ausschnitt aus dem Gebrauch und der Geschichte des Begriffs. Denn Evidenz im Allgemeinen ist „einerseits dem auffassenden Subjekt, andererseits der objektiven Verbindlichkeit des Aufgefaßten, einerseits dem Urteilserlebnis und dem Akt des Zustimmens („assensus evidens“), andererseits dem Urteilsinhalt zugeordnet worden und weist insofern … eine Ambivalenz auf …“ (&amp;lt;bib id=&#039;Halbfass 1972a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 6199). In dieser Weite bezieht sich der Begriff auf mehr als auf innere und äußere Bilder und deren Wahrnehmung; er bezieht sich auf das Phänomen der Gewissheit bzw. des Einleuchtens überhaupt. Die Frage nach der „evidentiellen Gewissheit“ stellt sich „vom Wissen her“ (&amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 27), das ist wesentlich. Der Begriffsgebrauch ikonischer Evidenz verlangt daher nach einer Klärung des Verhältnisses von [[Anschauung]] und intellektueller Erkenntnis, d.h. es müssen erkenntnistheoretische Grundsatzfragen gestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Hauptüberschrift=====&lt;br /&gt;
Will man angeben, was ikonische Evidenz ist, so ist es erforderlich zu bestimmen, welcher Status der Präsenz der Anschauung gegenüber intellektueller Erkenntnis oder als Ermöglichung dieser zukommt bzw. in welcher anderen Art und Weise beide zusammenhängen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Unterüberschrift&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Baumgarten z.B. löst diese Fragen, indem er intellektuelle Erkenntnis und einleuchtende Anschauung in zwei Evidenzbegriffen fasst, die für unterschiedliche Grade von Gewissheit stehen sollen. Er spricht von Evidenz als überzeugender Gewissheit einerseits, d.i. intellektuelle Gewissheit, und von überredender Gewissheit andererseits, d.i. ästhetisch-anschauliche Gewissheit. Beide Weisen der E. befinden sich lt. Baumgarten in einem Spannungsverhältnis. Dieser „terminologischen Spannung im Gebrauch des Wortes Evidenz“, die sich aus dem Verhältnis von Philosophie und Rethorik (aus Letzterer stammt der Begriff der E. ursprünglich) ergebe, „soll ein Raum der Entfaltung gegeben werden“ (&amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 30). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Subjekt kommt im 17. Jahrhundert in einer neuen Weise ins Spiel, wenn ganz besonders auf sein inneres Erleben im Wahrnehmungsprozess geschaut wird. Seither ist Evidenz nicht mehr nur das Offenkundige selbst, sondern sie wird vielmehr auch als subjektiver Bewusstseinszustand aufgefasst, in dem etwas offenkundig ist (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 28, vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Locke 1975a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 591-594). So fallen bei Franz Brentano im 19. Jahrhundert Wahrheit und Evidenz sogar vollständig zusammen im Sinne der Bestimmung einer völligen emotionalen Zustimmung des Subjekts (&amp;lt;bib id=&#039;Brentano 1930a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 137-150).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Edmund Husserl, auf den sich auch aktuelle Versuche der Bestimmung von E. beziehen (vgl. z.B. Boehm und Siegmund), setzt Wahrheit und Evidenz nicht mehr in eins, sondern bestimmt E. als erfüllte Intentionalität.  Dem Anschauungserlebnis wird damit von Husserl eine Gerichtetheit attestiert, die immer schon mit einer Sinnunterstellung verknüpft ist (&amp;lt;bib id=&#039;Husserl 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8-127). In Bezug auf (äußere) Bilder stellt Husserl fest: „Das Bild … bezieht sich auf die Sache durch Ähnlichkeit“ (&amp;lt;bib id=&#039;Husserl 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 54).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ambivalenzen wie die eingangs genannten spiegeln sich in Versuchen wider, Evidenz konkret als einen bildtheoretischen Begriff zu fassen. Lessing vertritt die Ansicht, Evidenz sei eine Eigenschaft, die man besonders von Bildern erwarte, und verbindet somit E. mit Bildhaftigkeit schlechthin. Er beansprucht diese allerdings nicht nur für die gemalten, sondern mehr noch für die poetischen  Bilder. Das „Material … [wird] zum (ästhetischen) Begriff des Bildes“ (&amp;lt;bib id=&#039;Campe 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 38).  Die erkenntnistheoretische Schwierigkeit besteht hier wie in vielen Erläuterungen zur ästhetischen/ikonischen E. darin, zu verstehen, was damit gesagt ist, dass Material, mit dem sowohl Bilder als Gegenstände wie auch innere Vorstellungsbilder gemeint sind, zum Begriff werden kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen weiteren Versuch, Evidenz als Bildhaftigkeit zu lesen, unternimmt Gottfried Boehm, der E. mit Sichtbarkeit verbindet. Aus der Sichtbarkeit, die in einem starken Sinne, nämlich als Einleuchten aufgefasst wird, lässt sich allerding noch nicht (wie Boehm es versucht) auf die Kategorie der Bilder schließen, denn sichtbar ist zunächst alles. „Wie läßt sich die Struktur der Evidenz aus der Sphäre der Wahrnehmung in die des Bildes übertragen? Die ikonische Darstellung und ihre Logik … lassen sich auf die Logik der Wahrnehmung zurückbeziehen“ (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 17). In dieser Formulierung Boehms behält E. die Ambivalenz zwischen subjektiver Anschauung und objektiver Augenscheinlichkeit, und es stellt sich zunächst die Frage nach deren genauem Verhältnis. Boehm entscheidet sich unter Rückgriff auf Husserls Intentionalitätsbegriff dafür, Evidenz auf ein „zugrundeliegendes Orientiertsein“ zurückzu­führen, auf welches sich die Geltung der Evidenz stütze, er entscheidet sich somit für die subjektive Akzentuierung des Begriffs (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 22). Damit wird aber die Spezifik einer ikonischen/visuellen Evidenz hinfällig. Denn in der Synthese von „Sicht und Ansicht“ müsste erstens Zeugenschaft von etwas als etwas verankert werden, wenn der Witz des Evidenzbegriffs nicht geopfert werden soll. Aus der Bildhaftigkeit aller Evidenz als innerer Anschauung ist zweitens noch nicht auf die spezifische Bildlichkeit von Bildern zu schließen, die als Gegenstände evident sein können. Diese Spezifik der Bilder bestimmt Boehm mit Hilfe der „Dichte der Materialität“ (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 30). Qua [[Materialität]] sowie aufgrund ihres Gemachtseins „liefern [Bilder] eine Vorgabe des Erwartbaren und zugleich deren gegebenenfalls evidente Erfüllung“ (ebd.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====??? =====&lt;br /&gt;
Die Weite des Evidenzbegriffs und damit die Variationsbreite möglicher Konzeptualisierungen der Bildlichkeit als innerer Anschauung im Verhältnis zu Sprache und Begriff zeigt sich auch daran, dass Evidenz z.B. als „überkomplexe Zeichenfülle“ verstanden wird, die „jenseits der Mangellogik des Begriffs“ angesiedelt sei (&amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer et al. 2005a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. IX, vgl. auch &amp;lt;bib id=&#039;Sommer 1987a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Abhängig ist solch eine Bestimmung vom jeweiligen Verständnis, wie Sprache sein soll, jedoch ist ja die Pointe der E., dass sich etwas erschließt, etwas, dem Sinn bzw. Bedeutung zukommt. So scheint es eher kontraintuitiv, unter Evidenz eine „Undarstellbarkeit des Ereignisses“ (&amp;lt;bib id=&#039;Oehlschläger 2005a&#039;&amp;gt;Öhlschläger 2005a&amp;lt;/bib&amp;gt;) zu verstehen oder etwas, das sich im „emphatischen Sehen“ als etwas ereignet, „weil die Reflexivität vorübergehend suspendiert ist“ (&amp;lt;bib id=&#039;Riedel 2005a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 196). Auch in einer „Bildproduktion des Unbewussten“ ist Sinnhaftigkeit mit am Werk (vgl. [Pfotenhauer et al. 2005a). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur Abwesenheit von sprachlich verfasster Reflexivität ist E. als eine performativ erfahrbare Eigenschaft des Augenscheinlichwerdens von etwas als etwas aufzufassen, bei der Sinn bzw. Bedeutung mit den materialen Eigenschaften und dem Phänomen des Wahrgenommenen verschränkt bleibt. Dass Kunstwerke nicht nur etwas evident machen, sondern selbst in ihrer Art, wie sie gemacht sind, evident sind – und der Bereich der [[bildende Kunst|Kunst]] kann hier als paradigmatisch betrachtet werden –, verweist auf die Differenz von E. und Wahrheit. Evidenz ist nicht wie Wahrheit sprachlicher [[Proposition|Aussagen]] an Geltungsforderungen gebunden, sondern vielmehr an in der Wahrnehmung erlebte Anschauung (vgl. [&amp;lt;bib id=&#039;Siegmund 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Es sind die Wahrnehmungen von [[künstlerisches Bild und Alltagsbild|unkünstlerischen Bildern]] (als äußeren Gegenständen), für welche diese Beschreibung der Evidenz nicht mehr vollständig zutrifft, denn nicht allen Bildern lässt sich Evidenz unterstellen. Es gibt Bilder, denen jede Form der Autorschaft abgesprochen werden muss (z.B. Bilder, die von Webcams und anderen Geräten erzeugt werden), und es gibt Bilder, die nur noch von Spezialisten gedeutet werden können (z.B. Untersuchungsergebnisse in der Medizin). Auf solche Bilder trifft die Rede von der „Vorgabe des Erwartbaren“ und der „gegebenfalls evidenten Erfüllung“ (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Boehm 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) dessen, was erwartbar war, nicht mehr zu. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell lässt sich in Bezug auf E. von einem „gründenden Verhältnis von sinnlicher Anschauung zu begrifflicher Deutung sprechen“, womit über Bilder aber noch nichts Spezifisches gesagt ist, außer dass (mit Husserl gesprochen) eine „erfüllte Intentionalität  in der Wahrnehmung“ von Bildern ein konkreter Fall neben anderen ästhetischen und nichtästhetischen Wahrnehmungsvollzügen ist (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Siegmund 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 191). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Literatur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Boehm, G. (2008) Augenmaß. Zur Genese der ikonischen Evidenz, S. 15-46 in: Boehm, G/Mersmann, B./Spies, C. (2008) Movens Bild. Zwischen Evidenz und Affekt, München.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brentano, F. (1975): Wahrheit und Evidenz, Hamburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Campe, R. (2006) Epoche der Evidenz. Knoten in einem terminologischen Netzwerk zwischen Descartes und Kant, S. 25-43 in: Peters, S./ Schäfer, M.J. (2006) Intellektuelle Anschauung. Figurationen von Evidenz zwischen Kunst und Wissen, Bielefeld. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Halbfass, W. (1972) Evidenz, Sp. 829-834 in: Gründer, K./Ritter, J. (1972) Historisches Wörterbuch der Philosophie, Bd. 2, Basel.&lt;br /&gt;
Husserl, E. (1993) Logische Untersuchungen. Elemente einer phänomenologischen Aufklärung der Erkenntnis II/Bd. 2, Tübingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Locke, J. (1975) An Essay Concerning Human Understanding, hg. von Niddich, P. H., Oxford.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öhlschläger, C. (2005) Evidenz und Ereignis. Musils poetische ‚Momentaufnahmen‘ im Kontext der Moderne, S. 203-216 in: Pfotenhauer, H./Riedel, W./Schneider, S. (2005) Poetik der Evidenz. Die Herausforderung der Bilder in der Literatur um 1900, Würzburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfotenhauer, H./Riedel, W./Schneider, S. (2005) Poetik der Evidenz. Die Herausforderung der Bilder in der Literatur um 1900, Würzburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Riedel, W. (2005) Endogene Bilder. Anthropologie und Poetik bei Gottfried Benn, S. 163-202 in: Pfotenhauer, H./Riedel, W./Schneider, S. (2005) Poetik der Evidenz. Die Herausforderung der Bilder in der Literatur um 1900, Würzburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siegmund, J. (2007) Die Evidenz der Kunst. Künstlerisches Handeln als ästhetische Kommunikation, Bielefeld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sommer, M. (1987) Evidenz im Augenblick. Eine Phänomenologie der reinen Empfindung, Frankfurt am Main.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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		<author><name>Judith Siegmund</name></author>
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