<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de-x-formal">
	<id>https://bildglossar.org/api.php?action=feedcontributions&amp;feedformat=atom&amp;user=Barbara+Th%C3%B6nnes</id>
	<title>Glossar der Bildphilosophie - Benutzerbeiträge [de-formal]</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://bildglossar.org/api.php?action=feedcontributions&amp;feedformat=atom&amp;user=Barbara+Th%C3%B6nnes"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Spezial:Beitr%C3%A4ge/Barbara_Th%C3%B6nnes"/>
	<updated>2026-10-18T11:40:17Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.44.3</generator>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Benutzer:Barbara_Th%C3%B6nnes&amp;diff=11450</id>
		<title>Benutzer:Barbara Thönnes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Benutzer:Barbara_Th%C3%B6nnes&amp;diff=11450"/>
		<updated>2013-02-14T14:58:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Barbara Thönnes: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Benutzerseiten--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Barbara Thönnes&#039;&#039;&#039;: &lt;br /&gt;
2003 - 2005: Bachelor-Studium der Kunstgeschichte und Romanischen Philologie (Französisch) an der Ruhr-Universität Bochum&lt;br /&gt;
2005 - 2006: Auslandsstudium an Université François Rabelais in Tours (F)&lt;br /&gt;
2007 - 2011: Master-Studium der Kunstgeschichte und Romanischen Philologie (Französisch) an der Ruhr-Universität Bochum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Studienschwerpunkte: Kunst- und Literaturgeschichte der Frühen Neuzeit sowie des 18. und frühen 19. Jahrhunderts, Genderforschung, Kunsttheorie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu  in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu die Links im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxSub}}&lt;br /&gt;
[[Datei:NN-Portrait.jpg|center|thumb|Portrait von Nutzer (bitte ersetzen)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... Datei bitte hochladen und hier einsetzen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxSub}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;bibprint/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxSub}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich für:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
[[Ekphrasis]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{BenEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Barbara Thönnes</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=11449</id>
		<title>Ekphrasis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=11449"/>
		<updated>2013-02-14T14:55:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Barbara Thönnes: /* Ekphrasis im Kontext */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
====Ekphrasis – hörend und lesend sehen====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ekphrasis“ ist ein aus der Rhetorik stammender Begriff, der eine besonders anschauliche, weil wirkmächtige sprachliche Darstellung bezeichnet. Im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch, der unter „Ekphrasis“ die Kunstbeschreibung versteht, begriff die Antike darunter noch jedwede Beschreibung von Gegenständen, darunter auch von Kunstwerken, aber ebenso von Personen, Landschaften und Bauwerken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nikolaos von Myra definiert Ekphrasis als „eine ausführliche Rede, die das zu Zeigende deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfolge von Ereignissen geschildert wird. Ekphrasis zielt auf höchste Anschaulichkeit, sie versucht durch das Wort zur [[Bildvorstellungen|Imagination von Bildern]] anzuleiten, also „die Hörer zu Zuschauern zu machen”.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Zitat lautet im Weiteren: „Wir beschreiben aber Orte, Zeiten, Personen, Feste, Taten […]. Wann immer wir aber beschreiben möchten […] Statuen oder Bilder oder derartiges sonst, soll man aber versuchen, Überlegungen zu solchem oder solchem hinzuzufügen von Seiten der Verfassung des Malers oder des Bildhauers.” (&amp;lt;bib id=&#039;Spengel 1966a&#039;&amp;gt;Spengel 1966a&amp;lt;/bib&amp;gt;, 491; &amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 40) &amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Verwendung von [[Metapher]]n, lautmalerischen Wendungen und Synästhesien wird ein mentales Vor-Augen-stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzählung” nicht unterbrochen, sondern um eine allegorische Ebene erweitert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das griechische Wort „Ekphrasis” (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, aussprechen) bezeichnet eine besonders anschauliche Beschreibung oder eine mit allen Sinnen vergegenwärtigende [[Darstellung]] eines Geschehens in einer Rede. Das Gegenstück in der lateinischen Rhetorik ist &#039;&#039;descriptio&#039;&#039;, allerdings setzte sich der griechische Terminus durch. Die &#039;&#039;descriptio&#039;&#039; war im Gegensatz zur Ekphrasis keine eigene Gattung, sondern nur Beschreibung im allgemeinen Sinn, und sie wurde auch nicht wie die Ekphrasis institutioneller Bestandteil der Anfängerübungen, der so genannten &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Vier der Bücher mit &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039; aus dem 1. bis 5. Jahrhundert sind überliefert. Ihre Autoren sind Aelius Theon, Hermogenes, Aphtonius Sophistes und Nikolaos von Myra. Letzterer ist der einzige Autor, der explizit Kunstwerke als Gegenstand der Ekphrasis erwähnt (&amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 34-41.)&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
 In der neuzeitlichen und modernen Bildbeschreibung bezeichnet „Ekphrasis“ die charakterisierende Beschreibung eines meist real existierenden Kunstwerks, was auch in einer neueren Definition von Ekphrasis Ausdruck findet: „ekphrasis is the verbal representation of visual representation” (&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 21).&amp;lt;ref&amp;gt; Umstritten bleibt die Verwendung des Begriffs in der Musik(-wissenschaft) im Sinne von Komponieren nach Bildern bzw. von programmbezogenem Komponieren. (Weiterführend dazu beispielsweise &amp;lt;bib id=&#039;Fink 1988a&#039;&amp;gt;Fink 1988&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Bruhn 2000a&#039;&amp;gt;Bruhn 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ziel und Funktion der Ekphrasis====&lt;br /&gt;
Die Qualität der Sprache, Bilder zu evozieren, soll genutzt werden, um eigentlich abwesende Bilder wie anwesend erscheinen zu lassen -- die Bilder sollen &amp;quot;zwischen den Zeilen&amp;quot; sichtbar gemacht werden. Dabei ist die faktische Existenz des beschriebenen Objekts keine notwendige Bedingung. Vor allem in antiken Texten finden sich Ekphrasen, die ein nur in der textuellen Fiktion existierendes Kunstwerk beschreiben. Nach Giuliani stellt vor allem „die Abwesenheit der Bilder eine notwendige Bedingung des ästhetischen Spiels” dar (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 94). Ziel ist dabei immer, in den Zuhöreren Emotionen auszulösen (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Webb 1999a&#039;&amp;gt;Webb 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 13). In der Rhetorikausbildung sollte durch Ekphrasis die affektive Wirkung der Beschreibung auf die Zuhörer eingeübt werden. Durch Ekphrasis soll ein maximaler Anschaulichkeitseffekt (&#039;&#039;enargeia&#039;&#039;/&#039;&#039;evidentia&#039;&#039;) erzielt werden. Nach Quintilian ist &#039;&#039;enargeia&#039;&#039; die Eigenschaft der Rede, Vergangenes oder allgemein nicht Gegenwärtiges vor dem inneren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emotionale Bewegtheit des Rhetors den Wortcharakter des Textes aufzuheben,&amp;lt;ref&amp;gt; Quintilian, &#039;&#039;De institutione oratoria&#039;&#039;, IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63. &amp;lt;/ref&amp;gt; was in der Formel „an die äußere tritt die innere Schau” programmatisch zusammengefasst werden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Graf 1995a&#039;&amp;gt;Graf 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 145-146). Männlein-Robert stellt den besonderen Anteil des Lesers/Betrachters an der Konstitution des imaginierten Bildes heraus, denn die Beschreibung der Kunstwerke vor allem in der hellenistischen Dichtung sei in der Regel „ausschnitthaft und auf Wesentliches konzentriert” (&amp;lt;bib id=&#039;Männlein-Robert 2007a&#039;&amp;gt;Männlein-Robert 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis und Kunstbeschreibung====&lt;br /&gt;
Aus der Ekphrasis als rhetorischer Form entwickelt sich in der Spätantike eine selbstständige literarische Textgattung der Bild- bzw. Kunstbeschreibung.&amp;lt;ref&amp;gt; Ausführlich wird die Gattungsgeschichte dargestellt in: &amp;lt;bib id=&#039;Friedländer 1912&#039;&amp;gt;Friedländer 1912&amp;lt;/bib&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die um 200 n. Chr. entstandenen &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; des Philostrat gelten als ihr frühestes Beispiel (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, &amp;lt;bib id=&#039;Graf 1995a&#039;&amp;gt;Graf 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;). In der einleitenden Vorrede wird der vermeintliche Entstehungskontext des Werkes erläutert – angeblich eine Demonstration der Redekunst des Autors vor jugendlichen Rhetorikschülern. Die folgenden 65 Beschreibungen von Kunstwerken weisen aber eine ganz eigene Narrativität auf, die über die bloße Beschreibung eines Bildes hinaus gehen und einer eigenen, quasi bildimmanenten Dramaturgie folgen. Mit seinem Text lobt Philostrat die Bildkunst und stellt zugleich die Überlegenheit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 95).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entwicklung der Kunsttheorie in der Frühen Neuzeit verändert sich auch die Form der Kunstbeschreibungen, die nicht mehr &amp;quot;nur&amp;quot; Teil eines literarischen Werks sind wie beispielsweise in den zahlreichen Künstlerviten. Die Vergegenwärtigung eines spezifischen Bildes durch eine detailgenaue Beschreibung rückt in den Mittelpunkt, und es werden, u.a. von Giorgio Vasari, Gian Pietro Bellori, André Félibien und später auch von Denis Diderot, systematische Kriterien entwickelt - wie die Beachtung der Komposition, der Stilidiome, der Ikonographie -, die eine Beschreibung im Hinblick auf Wiedererkennbarkeit des einzelnen Kunstwerks zum Ziel haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 1995a&#039;&amp;gt;Rosenberg 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 306). Bildbeschreibungen sind ein zentrales Element in Kunstkritik und Kunstwissenschaft, die aus der Rhetorik eigene Maßstäbe für die Bewertung von Kunstwerken entwickelten (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 271).&amp;lt;ref&amp;gt; Beispielsweise wurden die beiden ersten Produktionsstadien der Rede &#039;&#039;inventio&#039;&#039; und &#039;&#039;dispotio&#039;&#039; aus der Rhetorik für den Kunstdiskurs übernommen; die Kriterien der &#039;&#039;elocutio&#039;&#039;, &#039;&#039;memoria&#039;&#039; und &#039;&#039;pronuntiatio&#039;&#039; jedoch nicht (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 272).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem antike literarische Ekphrasen wurden in der Frühen Neuzeit Vorlage bildkünstlerischen Schaffens, wie beispielsweise Tizians &#039;&#039;Venusfest&#039;&#039; (1518-19, Madrid, Prado), das Passagen aus Philostrats &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; bildkünstlerisch umsetzt (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2001a&#039;&amp;gt;Rosen 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;, 92ff; für weitere Bsp. &amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 78-79).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1990er Jahren steht die Ekphrasis im besonderen Interesse der literatur-, sprach- , kunst- und bildwissenschaftlichen Forschung vor allem im Hinblick auf intermediale Bezüge und Zeichenhaftigkeit, wobei immer auch definitorische Aktualisierungen und Präzisierungen unternommen werden (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995a&#039;&amp;gt;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Boehm 1995a&#039;&amp;gt;Boehm 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer 1996a&#039;&amp;gt;Pfotenhauer 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Wagner 1996a&#039;&amp;gt;Wagner 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2001a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;;  &amp;lt;bib id=&#039;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004a&#039;&amp;gt;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Drügh 2006a&#039;&amp;gt;Drügh 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Baumann 2011a&#039;&amp;gt;Baumann 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder für die ausschließliche Verwendung des Begriffs im antiken Kontext plädiert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Webb 2009a&#039;&amp;gt;Webb 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beispiele====&lt;br /&gt;
Gewissermaßen als Urtext der literarischen Ekphrasis gilt die Beschreibung des Schildes des Achill in der &#039;&#039;Ilias&#039;&#039; des Homer (18. Gesang, 478-608). Die besondere narrative Qualität des Textes lässt Hörer bzw. Leser dem Entstehungsprozess des Schildes in der Schmiede des Hephaistos beiwohnen. Die Rezipienten werden sukzessive zu einer vollständigen Imagination und Vergegenwärtigung angeleitet (ausführlich dazu: &amp;lt;bib id=&#039;Moog-Grünewald 2001a&#039;&amp;gt;Moog-Grünewald 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;ref&amp;gt; Das Besondere der gesamten Schildbeschreibung ist die Selbstreferentialität des Textes. Der Vortragende tritt als Künstler in Erscheinung und der Text selbst wird als Kunstwerk vorgeführt. Somit wird offenbar, dass es sich auch bei dem Schild um ein fiktives Kunstwerk handelt (ebd.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vasaris &#039;&#039;Vite dei più illustri pittori, scultori ed architetti&#039;&#039; (1550/ 1568) enthalten  zahlreiche ekphrastische Passagen nach rhetorischem Muster, in denen die Bilder vorrangig in Hinblick auf ihre narrativen Qualitäten beschrieben werden (&amp;lt;bib id=&#039;Alpers 1960a&#039;&amp;gt;Alpers 1960&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Alpers 1995a&amp;gt;Alpers 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;). Ausführlicher sind die zahlreichen Bildbeschreibungen in Belloris &#039;&#039;Le vite de&#039; pittori, scultori et architetti moderni&#039;&#039; (1672). In der Kunstgeschichte bzw. -wissenschaft ist die Beschreibung von Kunstwerken zentral und wirft immer wieder die Frage auf, inwiefern Sprache abbildet und abbilden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Baxandall 1990a&#039;&amp;gt;Baxandall 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Bätschmann 2009a&#039;&amp;gt;Bätschmann 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;). Beispielhaft sei Aby Warburg genannt, der in seiner amorphen, an Neologismen reichen Sprache in Bezug auf die sprachwissenschaftlichen Theorien seiner Zeit versucht hat in „sprachlicher Bildkonzeption verbunden mit bildlicher Sprachkonzeption” (&amp;lt;bib id=&#039;Schiffermüller 2009a&#039;&amp;gt;Schiffermüller 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;, 9) bildlichen Ausdruckswerten ein sprachliches Abbild zu verleihen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beispiele literarischer Ekphrasis sind zahlreich.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine umfangreiche Liste ekphrastischer Werke von der Antike bis zum Mittelalter liefert &amp;lt;bib id=&#039;Downey 1959a&#039;&amp;gt;Downey 1959&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine besondere Rolle kommt der Ekphrasis in der Lyrik, im so genannten Bildgedicht zu (&amp;lt;bib id=&#039;Kranz 1976a&#039;&amp;gt;Kranz 1976&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Hollander 1995a&#039;&amp;gt;Hollander 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Frangenberg 2003a&#039;&amp;gt;Frangenberg 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis im Kontext====&lt;br /&gt;
Schon &#039;&#039;qua definitionem&#039;&#039; ist Ekphrasis eine Form der Intermedialität, da es um die Übertragung eines bildkünstlerischen Mediums in Sprachkunst geht (&amp;lt;bib id=&#039;Reulecke 2002a&#039;&amp;gt;Reulecke 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;). In diesem Kontext wird natürlich auch der Topos des &#039;&#039;paragone&#039;&#039;, des Wettstreits der Künste, aufgerufen und damit die auf Horaz zurückgehende Formel [http://www.bildwissenschaft.org/netzwerk/glossar/index.php/Ut_pictura_poesis Ut pictura poiesis],  in der das Verhältnis von Malerei und Dichtung thematisiert wird.&lt;br /&gt;
Im Kontext der Ekphrasis steht auch immer die Frage nach der Narration bzw. nach dem Verhältnis von Beschreibung und Erzählung, von &#039;&#039;histoire&#039;&#039; und &#039;&#039;discours&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Fowler 1991a&#039;&amp;gt;Fowler 1991&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hollander stellt einen Bezug zu Emblemen (&#039;&#039;imprese&#039;&#039;) her und weist auf die Beziehung von Bild und Text hin. Der bildbegleitende Text sei eine „reductive ecphrasis” (&amp;lt;bib id=&#039;Hollander 1995a&#039;&amp;gt;Hollander 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Semiotik wird u.a. die Frage diskutiert, wie denn Wörter bildhaften, in gewisser Weise abbildhaften, gegenständlichen Charakter annehmen können, wenn sie doch selber nur Abstrakta sind – und berühren damit den Kern der Ekphrasis (&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1992a&#039;&amp;gt;Krieger 1992&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1995a&#039;&amp;gt;Krieger 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Bildvorstellungen]]&lt;br /&gt;
* [[Darstellung]]&lt;br /&gt;
* [[Einbildungskraft]]&lt;br /&gt;
* [[Metapher]]&lt;br /&gt;
* [[Ut pictura poiesis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Barbara Thönnes|Thönnes, Barbara]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Barbara Thönnes</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=11442</id>
		<title>Ekphrasis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=11442"/>
		<updated>2013-02-14T14:35:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Barbara Thönnes: /* Beispiele */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
====Ekphrasis – hörend und lesend sehen====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ekphrasis“ ist ein aus der Rhetorik stammender Begriff, der eine besonders anschauliche, weil wirkmächtige sprachliche Darstellung bezeichnet. Im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch, der unter „Ekphrasis“ die Kunstbeschreibung versteht, begriff die Antike darunter noch jedwede Beschreibung von Gegenständen, darunter auch von Kunstwerken, aber ebenso von Personen, Landschaften und Bauwerken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nikolaos von Myra definiert Ekphrasis als „eine ausführliche Rede, die das zu Zeigende deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfolge von Ereignissen geschildert wird. Ekphrasis zielt auf höchste Anschaulichkeit, sie versucht durch das Wort zur [[Bildvorstellungen|Imagination von Bildern]] anzuleiten, also „die Hörer zu Zuschauern zu machen”.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Zitat lautet im Weiteren: „Wir beschreiben aber Orte, Zeiten, Personen, Feste, Taten […]. Wann immer wir aber beschreiben möchten […] Statuen oder Bilder oder derartiges sonst, soll man aber versuchen, Überlegungen zu solchem oder solchem hinzuzufügen von Seiten der Verfassung des Malers oder des Bildhauers.” (&amp;lt;bib id=&#039;Spengel 1966a&#039;&amp;gt;Spengel 1966a&amp;lt;/bib&amp;gt;, 491; &amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 40) &amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Verwendung von [[Metapher]]n, lautmalerischen Wendungen und Synästhesien wird ein mentales Vor-Augen-stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzählung” nicht unterbrochen, sondern um eine allegorische Ebene erweitert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das griechische Wort „Ekphrasis” (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, aussprechen) bezeichnet eine besonders anschauliche Beschreibung oder eine mit allen Sinnen vergegenwärtigende [[Darstellung]] eines Geschehens in einer Rede. Das Gegenstück in der lateinischen Rhetorik ist &#039;&#039;descriptio&#039;&#039;, allerdings setzte sich der griechische Terminus durch. Die &#039;&#039;descriptio&#039;&#039; war im Gegensatz zur Ekphrasis keine eigene Gattung, sondern nur Beschreibung im allgemeinen Sinn, und sie wurde auch nicht wie die Ekphrasis institutioneller Bestandteil der Anfängerübungen, der so genannten &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Vier der Bücher mit &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039; aus dem 1. bis 5. Jahrhundert sind überliefert. Ihre Autoren sind Aelius Theon, Hermogenes, Aphtonius Sophistes und Nikolaos von Myra. Letzterer ist der einzige Autor, der explizit Kunstwerke als Gegenstand der Ekphrasis erwähnt (&amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 34-41.)&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
 In der neuzeitlichen und modernen Bildbeschreibung bezeichnet „Ekphrasis“ die charakterisierende Beschreibung eines meist real existierenden Kunstwerks, was auch in einer neueren Definition von Ekphrasis Ausdruck findet: „ekphrasis is the verbal representation of visual representation” (&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 21).&amp;lt;ref&amp;gt; Umstritten bleibt die Verwendung des Begriffs in der Musik(-wissenschaft) im Sinne von Komponieren nach Bildern bzw. von programmbezogenem Komponieren. (Weiterführend dazu beispielsweise &amp;lt;bib id=&#039;Fink 1988a&#039;&amp;gt;Fink 1988&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Bruhn 2000a&#039;&amp;gt;Bruhn 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ziel und Funktion der Ekphrasis====&lt;br /&gt;
Die Qualität der Sprache, Bilder zu evozieren, soll genutzt werden, um eigentlich abwesende Bilder wie anwesend erscheinen zu lassen -- die Bilder sollen &amp;quot;zwischen den Zeilen&amp;quot; sichtbar gemacht werden. Dabei ist die faktische Existenz des beschriebenen Objekts keine notwendige Bedingung. Vor allem in antiken Texten finden sich Ekphrasen, die ein nur in der textuellen Fiktion existierendes Kunstwerk beschreiben. Nach Giuliani stellt vor allem „die Abwesenheit der Bilder eine notwendige Bedingung des ästhetischen Spiels” dar (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 94). Ziel ist dabei immer, in den Zuhöreren Emotionen auszulösen (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Webb 1999a&#039;&amp;gt;Webb 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 13). In der Rhetorikausbildung sollte durch Ekphrasis die affektive Wirkung der Beschreibung auf die Zuhörer eingeübt werden. Durch Ekphrasis soll ein maximaler Anschaulichkeitseffekt (&#039;&#039;enargeia&#039;&#039;/&#039;&#039;evidentia&#039;&#039;) erzielt werden. Nach Quintilian ist &#039;&#039;enargeia&#039;&#039; die Eigenschaft der Rede, Vergangenes oder allgemein nicht Gegenwärtiges vor dem inneren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emotionale Bewegtheit des Rhetors den Wortcharakter des Textes aufzuheben,&amp;lt;ref&amp;gt; Quintilian, &#039;&#039;De institutione oratoria&#039;&#039;, IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63. &amp;lt;/ref&amp;gt; was in der Formel „an die äußere tritt die innere Schau” programmatisch zusammengefasst werden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Graf 1995a&#039;&amp;gt;Graf 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 145-146). Männlein-Robert stellt den besonderen Anteil des Lesers/Betrachters an der Konstitution des imaginierten Bildes heraus, denn die Beschreibung der Kunstwerke vor allem in der hellenistischen Dichtung sei in der Regel „ausschnitthaft und auf Wesentliches konzentriert” (&amp;lt;bib id=&#039;Männlein-Robert 2007a&#039;&amp;gt;Männlein-Robert 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis und Kunstbeschreibung====&lt;br /&gt;
Aus der Ekphrasis als rhetorischer Form entwickelt sich in der Spätantike eine selbstständige literarische Textgattung der Bild- bzw. Kunstbeschreibung.&amp;lt;ref&amp;gt; Ausführlich wird die Gattungsgeschichte dargestellt in: &amp;lt;bib id=&#039;Friedländer 1912&#039;&amp;gt;Friedländer 1912&amp;lt;/bib&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die um 200 n. Chr. entstandenen &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; des Philostrat gelten als ihr frühestes Beispiel (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, &amp;lt;bib id=&#039;Graf 1995a&#039;&amp;gt;Graf 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;). In der einleitenden Vorrede wird der vermeintliche Entstehungskontext des Werkes erläutert – angeblich eine Demonstration der Redekunst des Autors vor jugendlichen Rhetorikschülern. Die folgenden 65 Beschreibungen von Kunstwerken weisen aber eine ganz eigene Narrativität auf, die über die bloße Beschreibung eines Bildes hinaus gehen und einer eigenen, quasi bildimmanenten Dramaturgie folgen. Mit seinem Text lobt Philostrat die Bildkunst und stellt zugleich die Überlegenheit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 95).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entwicklung der Kunsttheorie in der Frühen Neuzeit verändert sich auch die Form der Kunstbeschreibungen, die nicht mehr &amp;quot;nur&amp;quot; Teil eines literarischen Werks sind wie beispielsweise in den zahlreichen Künstlerviten. Die Vergegenwärtigung eines spezifischen Bildes durch eine detailgenaue Beschreibung rückt in den Mittelpunkt, und es werden, u.a. von Giorgio Vasari, Gian Pietro Bellori, André Félibien und später auch von Denis Diderot, systematische Kriterien entwickelt - wie die Beachtung der Komposition, der Stilidiome, der Ikonographie -, die eine Beschreibung im Hinblick auf Wiedererkennbarkeit des einzelnen Kunstwerks zum Ziel haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 1995a&#039;&amp;gt;Rosenberg 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 306). Bildbeschreibungen sind ein zentrales Element in Kunstkritik und Kunstwissenschaft, die aus der Rhetorik eigene Maßstäbe für die Bewertung von Kunstwerken entwickelten (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 271).&amp;lt;ref&amp;gt; Beispielsweise wurden die beiden ersten Produktionsstadien der Rede &#039;&#039;inventio&#039;&#039; und &#039;&#039;dispotio&#039;&#039; aus der Rhetorik für den Kunstdiskurs übernommen; die Kriterien der &#039;&#039;elocutio&#039;&#039;, &#039;&#039;memoria&#039;&#039; und &#039;&#039;pronuntiatio&#039;&#039; jedoch nicht (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 272).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem antike literarische Ekphrasen wurden in der Frühen Neuzeit Vorlage bildkünstlerischen Schaffens, wie beispielsweise Tizians &#039;&#039;Venusfest&#039;&#039; (1518-19, Madrid, Prado), das Passagen aus Philostrats &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; bildkünstlerisch umsetzt (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2001a&#039;&amp;gt;Rosen 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;, 92ff; für weitere Bsp. &amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 78-79).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1990er Jahren steht die Ekphrasis im besonderen Interesse der literatur-, sprach- , kunst- und bildwissenschaftlichen Forschung vor allem im Hinblick auf intermediale Bezüge und Zeichenhaftigkeit, wobei immer auch definitorische Aktualisierungen und Präzisierungen unternommen werden (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995a&#039;&amp;gt;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Boehm 1995a&#039;&amp;gt;Boehm 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer 1996a&#039;&amp;gt;Pfotenhauer 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Wagner 1996a&#039;&amp;gt;Wagner 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2001a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;;  &amp;lt;bib id=&#039;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004a&#039;&amp;gt;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Drügh 2006a&#039;&amp;gt;Drügh 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Baumann 2011a&#039;&amp;gt;Baumann 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder für die ausschließliche Verwendung des Begriffs im antiken Kontext plädiert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Webb 2009a&#039;&amp;gt;Webb 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beispiele====&lt;br /&gt;
Gewissermaßen als Urtext der literarischen Ekphrasis gilt die Beschreibung des Schildes des Achill in der &#039;&#039;Ilias&#039;&#039; des Homer (18. Gesang, 478-608). Die besondere narrative Qualität des Textes lässt Hörer bzw. Leser dem Entstehungsprozess des Schildes in der Schmiede des Hephaistos beiwohnen. Die Rezipienten werden sukzessive zu einer vollständigen Imagination und Vergegenwärtigung angeleitet (ausführlich dazu: &amp;lt;bib id=&#039;Moog-Grünewald 2001a&#039;&amp;gt;Moog-Grünewald 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;ref&amp;gt; Das Besondere der gesamten Schildbeschreibung ist die Selbstreferentialität des Textes. Der Vortragende tritt als Künstler in Erscheinung und der Text selbst wird als Kunstwerk vorgeführt. Somit wird offenbar, dass es sich auch bei dem Schild um ein fiktives Kunstwerk handelt (ebd.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vasaris &#039;&#039;Vite dei più illustri pittori, scultori ed architetti&#039;&#039; (1550/ 1568) enthalten  zahlreiche ekphrastische Passagen nach rhetorischem Muster, in denen die Bilder vorrangig in Hinblick auf ihre narrativen Qualitäten beschrieben werden (&amp;lt;bib id=&#039;Alpers 1960a&#039;&amp;gt;Alpers 1960&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Alpers 1995a&amp;gt;Alpers 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;). Ausführlicher sind die zahlreichen Bildbeschreibungen in Belloris &#039;&#039;Le vite de&#039; pittori, scultori et architetti moderni&#039;&#039; (1672). In der Kunstgeschichte bzw. -wissenschaft ist die Beschreibung von Kunstwerken zentral und wirft immer wieder die Frage auf, inwiefern Sprache abbildet und abbilden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Baxandall 1990a&#039;&amp;gt;Baxandall 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Bätschmann 2009a&#039;&amp;gt;Bätschmann 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;). Beispielhaft sei Aby Warburg genannt, der in seiner amorphen, an Neologismen reichen Sprache in Bezug auf die sprachwissenschaftlichen Theorien seiner Zeit versucht hat in „sprachlicher Bildkonzeption verbunden mit bildlicher Sprachkonzeption” (&amp;lt;bib id=&#039;Schiffermüller 2009a&#039;&amp;gt;Schiffermüller 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;, 9) bildlichen Ausdruckswerten ein sprachliches Abbild zu verleihen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beispiele literarischer Ekphrasis sind zahlreich.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine umfangreiche Liste ekphrastischer Werke von der Antike bis zum Mittelalter liefert &amp;lt;bib id=&#039;Downey 1959a&#039;&amp;gt;Downey 1959&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine besondere Rolle kommt der Ekphrasis in der Lyrik, im so genannten Bildgedicht zu (&amp;lt;bib id=&#039;Kranz 1976a&#039;&amp;gt;Kranz 1976&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Hollander 1995a&#039;&amp;gt;Hollander 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Frangenberg 2003a&#039;&amp;gt;Frangenberg 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis im Kontext====&lt;br /&gt;
Schon &#039;&#039;qua definitionem&#039;&#039; ist Ekphrasis eine Form der Intermedialität, da es um die Übertragung eines bildkünstlerischen Mediums in Sprachkunst geht (&amp;lt;bib id=&#039;Reulecke 2002a&#039;&amp;gt;Reulecke 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;). In diesem Kontext wird natürlich auch der Topos des &#039;&#039;paragone&#039;&#039;, des Wettstreits der Künste, aufgerufen und damit die auf Horaz zurückgehende Formel [http://www.bildwissenschaft.org/netzwerk/glossar/index.php/Ut_pictura_poesis Ut pictura poiesis],  in der das Verhältnis von Malerei und Dichtung thematisiert wird.&lt;br /&gt;
Im Kontext der Ekphrasis steht auch immer die Frage nach der Narration bzw. nach dem Verhältnis von Beschreibung und Erzählung, von &#039;&#039;histoire&#039;&#039; und &#039;&#039;discours&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Fowler 1991a&#039;&amp;gt;Fowler 1991&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Hollander stellt einen Bezug zu Emblemen (&#039;&#039;imprese&#039;&#039;) her und weist auf die Beziehung von Bild und Text hin. Der bildbegleitende Text sei eine „reductive ecphrasis” (Hollander 1995). &lt;br /&gt;
Problemstellungen in der Semiotik führen zu der Frage, wie denn Wörter bildhaften, in gewisser Weise abbildhaften, gegenständlichen Charakter annehmen können, wenn sie doch selber nur Abstrakta sind – und berühren damit den Kern der Ekphrasis (&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1992a&#039;&amp;gt;Krieger 1992&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1995a&#039;&amp;gt;Krieger 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Bildvorstellungen]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Darstellung]]&lt;br /&gt;
* [[Einbildungskraft]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Metapher]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Ut pictura poiesis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Barbara Thönnes|Thönnes, Barbara]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Barbara Thönnes</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=11441</id>
		<title>Ekphrasis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=11441"/>
		<updated>2013-02-14T14:34:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Barbara Thönnes: /* Beispiele */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
====Ekphrasis – hörend und lesend sehen====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ekphrasis“ ist ein aus der Rhetorik stammender Begriff, der eine besonders anschauliche, weil wirkmächtige sprachliche Darstellung bezeichnet. Im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch, der unter „Ekphrasis“ die Kunstbeschreibung versteht, begriff die Antike darunter noch jedwede Beschreibung von Gegenständen, darunter auch von Kunstwerken, aber ebenso von Personen, Landschaften und Bauwerken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nikolaos von Myra definiert Ekphrasis als „eine ausführliche Rede, die das zu Zeigende deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfolge von Ereignissen geschildert wird. Ekphrasis zielt auf höchste Anschaulichkeit, sie versucht durch das Wort zur [[Bildvorstellungen|Imagination von Bildern]] anzuleiten, also „die Hörer zu Zuschauern zu machen”.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Zitat lautet im Weiteren: „Wir beschreiben aber Orte, Zeiten, Personen, Feste, Taten […]. Wann immer wir aber beschreiben möchten […] Statuen oder Bilder oder derartiges sonst, soll man aber versuchen, Überlegungen zu solchem oder solchem hinzuzufügen von Seiten der Verfassung des Malers oder des Bildhauers.” (&amp;lt;bib id=&#039;Spengel 1966a&#039;&amp;gt;Spengel 1966a&amp;lt;/bib&amp;gt;, 491; &amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 40) &amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Verwendung von [[Metapher]]n, lautmalerischen Wendungen und Synästhesien wird ein mentales Vor-Augen-stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzählung” nicht unterbrochen, sondern um eine allegorische Ebene erweitert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das griechische Wort „Ekphrasis” (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, aussprechen) bezeichnet eine besonders anschauliche Beschreibung oder eine mit allen Sinnen vergegenwärtigende [[Darstellung]] eines Geschehens in einer Rede. Das Gegenstück in der lateinischen Rhetorik ist &#039;&#039;descriptio&#039;&#039;, allerdings setzte sich der griechische Terminus durch. Die &#039;&#039;descriptio&#039;&#039; war im Gegensatz zur Ekphrasis keine eigene Gattung, sondern nur Beschreibung im allgemeinen Sinn, und sie wurde auch nicht wie die Ekphrasis institutioneller Bestandteil der Anfängerübungen, der so genannten &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Vier der Bücher mit &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039; aus dem 1. bis 5. Jahrhundert sind überliefert. Ihre Autoren sind Aelius Theon, Hermogenes, Aphtonius Sophistes und Nikolaos von Myra. Letzterer ist der einzige Autor, der explizit Kunstwerke als Gegenstand der Ekphrasis erwähnt (&amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 34-41.)&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
 In der neuzeitlichen und modernen Bildbeschreibung bezeichnet „Ekphrasis“ die charakterisierende Beschreibung eines meist real existierenden Kunstwerks, was auch in einer neueren Definition von Ekphrasis Ausdruck findet: „ekphrasis is the verbal representation of visual representation” (&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 21).&amp;lt;ref&amp;gt; Umstritten bleibt die Verwendung des Begriffs in der Musik(-wissenschaft) im Sinne von Komponieren nach Bildern bzw. von programmbezogenem Komponieren. (Weiterführend dazu beispielsweise &amp;lt;bib id=&#039;Fink 1988a&#039;&amp;gt;Fink 1988&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Bruhn 2000a&#039;&amp;gt;Bruhn 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ziel und Funktion der Ekphrasis====&lt;br /&gt;
Die Qualität der Sprache, Bilder zu evozieren, soll genutzt werden, um eigentlich abwesende Bilder wie anwesend erscheinen zu lassen -- die Bilder sollen &amp;quot;zwischen den Zeilen&amp;quot; sichtbar gemacht werden. Dabei ist die faktische Existenz des beschriebenen Objekts keine notwendige Bedingung. Vor allem in antiken Texten finden sich Ekphrasen, die ein nur in der textuellen Fiktion existierendes Kunstwerk beschreiben. Nach Giuliani stellt vor allem „die Abwesenheit der Bilder eine notwendige Bedingung des ästhetischen Spiels” dar (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 94). Ziel ist dabei immer, in den Zuhöreren Emotionen auszulösen (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Webb 1999a&#039;&amp;gt;Webb 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 13). In der Rhetorikausbildung sollte durch Ekphrasis die affektive Wirkung der Beschreibung auf die Zuhörer eingeübt werden. Durch Ekphrasis soll ein maximaler Anschaulichkeitseffekt (&#039;&#039;enargeia&#039;&#039;/&#039;&#039;evidentia&#039;&#039;) erzielt werden. Nach Quintilian ist &#039;&#039;enargeia&#039;&#039; die Eigenschaft der Rede, Vergangenes oder allgemein nicht Gegenwärtiges vor dem inneren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emotionale Bewegtheit des Rhetors den Wortcharakter des Textes aufzuheben,&amp;lt;ref&amp;gt; Quintilian, &#039;&#039;De institutione oratoria&#039;&#039;, IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63. &amp;lt;/ref&amp;gt; was in der Formel „an die äußere tritt die innere Schau” programmatisch zusammengefasst werden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Graf 1995a&#039;&amp;gt;Graf 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 145-146). Männlein-Robert stellt den besonderen Anteil des Lesers/Betrachters an der Konstitution des imaginierten Bildes heraus, denn die Beschreibung der Kunstwerke vor allem in der hellenistischen Dichtung sei in der Regel „ausschnitthaft und auf Wesentliches konzentriert” (&amp;lt;bib id=&#039;Männlein-Robert 2007a&#039;&amp;gt;Männlein-Robert 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis und Kunstbeschreibung====&lt;br /&gt;
Aus der Ekphrasis als rhetorischer Form entwickelt sich in der Spätantike eine selbstständige literarische Textgattung der Bild- bzw. Kunstbeschreibung.&amp;lt;ref&amp;gt; Ausführlich wird die Gattungsgeschichte dargestellt in: &amp;lt;bib id=&#039;Friedländer 1912&#039;&amp;gt;Friedländer 1912&amp;lt;/bib&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die um 200 n. Chr. entstandenen &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; des Philostrat gelten als ihr frühestes Beispiel (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, &amp;lt;bib id=&#039;Graf 1995a&#039;&amp;gt;Graf 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;). In der einleitenden Vorrede wird der vermeintliche Entstehungskontext des Werkes erläutert – angeblich eine Demonstration der Redekunst des Autors vor jugendlichen Rhetorikschülern. Die folgenden 65 Beschreibungen von Kunstwerken weisen aber eine ganz eigene Narrativität auf, die über die bloße Beschreibung eines Bildes hinaus gehen und einer eigenen, quasi bildimmanenten Dramaturgie folgen. Mit seinem Text lobt Philostrat die Bildkunst und stellt zugleich die Überlegenheit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 95).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entwicklung der Kunsttheorie in der Frühen Neuzeit verändert sich auch die Form der Kunstbeschreibungen, die nicht mehr &amp;quot;nur&amp;quot; Teil eines literarischen Werks sind wie beispielsweise in den zahlreichen Künstlerviten. Die Vergegenwärtigung eines spezifischen Bildes durch eine detailgenaue Beschreibung rückt in den Mittelpunkt, und es werden, u.a. von Giorgio Vasari, Gian Pietro Bellori, André Félibien und später auch von Denis Diderot, systematische Kriterien entwickelt - wie die Beachtung der Komposition, der Stilidiome, der Ikonographie -, die eine Beschreibung im Hinblick auf Wiedererkennbarkeit des einzelnen Kunstwerks zum Ziel haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 1995a&#039;&amp;gt;Rosenberg 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 306). Bildbeschreibungen sind ein zentrales Element in Kunstkritik und Kunstwissenschaft, die aus der Rhetorik eigene Maßstäbe für die Bewertung von Kunstwerken entwickelten (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 271).&amp;lt;ref&amp;gt; Beispielsweise wurden die beiden ersten Produktionsstadien der Rede &#039;&#039;inventio&#039;&#039; und &#039;&#039;dispotio&#039;&#039; aus der Rhetorik für den Kunstdiskurs übernommen; die Kriterien der &#039;&#039;elocutio&#039;&#039;, &#039;&#039;memoria&#039;&#039; und &#039;&#039;pronuntiatio&#039;&#039; jedoch nicht (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 272).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem antike literarische Ekphrasen wurden in der Frühen Neuzeit Vorlage bildkünstlerischen Schaffens, wie beispielsweise Tizians &#039;&#039;Venusfest&#039;&#039; (1518-19, Madrid, Prado), das Passagen aus Philostrats &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; bildkünstlerisch umsetzt (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2001a&#039;&amp;gt;Rosen 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;, 92ff; für weitere Bsp. &amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 78-79).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1990er Jahren steht die Ekphrasis im besonderen Interesse der literatur-, sprach- , kunst- und bildwissenschaftlichen Forschung vor allem im Hinblick auf intermediale Bezüge und Zeichenhaftigkeit, wobei immer auch definitorische Aktualisierungen und Präzisierungen unternommen werden (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995a&#039;&amp;gt;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Boehm 1995a&#039;&amp;gt;Boehm 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer 1996a&#039;&amp;gt;Pfotenhauer 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Wagner 1996a&#039;&amp;gt;Wagner 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2001a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;;  &amp;lt;bib id=&#039;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004a&#039;&amp;gt;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Drügh 2006a&#039;&amp;gt;Drügh 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Baumann 2011a&#039;&amp;gt;Baumann 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder für die ausschließliche Verwendung des Begriffs im antiken Kontext plädiert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Webb 2009a&#039;&amp;gt;Webb 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beispiele====&lt;br /&gt;
Gewissermaßen als Urtext der literarischen Ekphrasis gilt die Beschreibung des Schildes des Achill in der &#039;&#039;Ilias&#039;&#039; des Homer (18. Gesang, 478-608). Die besondere narrative Qualität des Textes lässt Hörer bzw. Leser dem Entstehungsprozess des Schildes in der Schmiede des Hephaistos beiwohnen. Die Rezipienten werden sukzessive zu einer vollständigen Imagination und Vergegenwärtigung angeleitet (ausführlich dazu: &amp;lt;bib id=&#039;Moog-Grünewald 2001a&#039;&amp;gt;Moog-Grünewald 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;ref&amp;gt; Das Besondere der gesamten Schildbeschreibung ist die Selbstreferentialität des Textes. Der Vortragende tritt als Künstler in Erscheinung und der Text selbst wird als Kunstwerk vorgeführt. Somit wird offenbar, dass es sich auch bei dem Schild um ein fiktives Kunstwerk handelt (ebd.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vasaris &#039;&#039;Vite dei più illustri pittori, scultori ed architetti&#039;&#039; (1550/ 1568) enthalten  zahlreiche ekphrastische Passagen nach rhetorischem Muster, in denen die Bilder vorrangig in Hinblick auf ihre narrativen Qualitäten beschrieben werden (&amp;lt;bib id=&#039;Alpers 1960a&#039;&amp;gt;Alpers 1960&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Alpers 1995a&amp;gt;Alpers 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;). Ausführlicher sind die zahlreichen Bildbeschreibungen in Belloris &#039;&#039;Le vite de&#039; pittori, scultori et architetti moderni&#039;&#039; (1672). In der Kunstgeschichte bzw. -wissenschaft ist die Beschreibung von Kunstwerken zentral und wirft immer wieder die Frage auf, inwiefern Sprache abbildet und abbilden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Baxandall 1990a&#039;&amp;gt;Baxandall 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Bätschmann 2009a&#039;&amp;gt;Bätschmann 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;). Beispielhaft sei Aby Warburg genannt, der in seiner amorphen, an Neologismen reichen Sprache in Bezug auf die sprachwissenschaftlichen Theorien seiner Zeit versucht hat in „sprachlicher Bildkonzeption verbunden mit bildlicher Sprachkonzeption” (&amp;lt;bib id=&#039;Schiffermüller 2009a&#039;&amp;gt;Schiffermüller 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;, 9) bildlichen Ausdruckswerten ein sprachliches Abbild zu verleihen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beispiele literarischer Ekphrasis sind zahlreich.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine umfangreiche Liste ekphrastischer Werke von der Antike bis zum Mittelalter liefert &amp;lt;bib id=&#039;Downey 1959a&#039;&amp;gt;Downey 1959&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine besondere Rolle kommt der Ekphrasis in der Lyrik, im so genannten Bildgedicht zu (&amp;lt;bib id=&#039;Kranz 1976a&#039;&amp;gt;Kranz 1976&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Hollander 1995a&#039;&amp;gt;Hollander 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Frangenberg 2003a&#039;&amp;gt;Frangenberg 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis im Kontext====&lt;br /&gt;
Schon &#039;&#039;qua definitionem&#039;&#039; ist Ekphrasis eine Form der Intermedialität, da es um die Übertragung eines bildkünstlerischen Mediums in Sprachkunst geht (&amp;lt;bib id=&#039;Reulecke 2002a&#039;&amp;gt;Reulecke 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;). In diesem Kontext wird natürlich auch der Topos des &#039;&#039;paragone&#039;&#039;, des Wettstreits der Künste, aufgerufen und damit die auf Horaz zurückgehende Formel [http://www.bildwissenschaft.org/netzwerk/glossar/index.php/Ut_pictura_poesis Ut pictura poiesis],  in der das Verhältnis von Malerei und Dichtung thematisiert wird.&lt;br /&gt;
Im Kontext der Ekphrasis steht auch immer die Frage nach der Narration bzw. nach dem Verhältnis von Beschreibung und Erzählung, von &#039;&#039;histoire&#039;&#039; und &#039;&#039;discours&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Fowler 1991a&#039;&amp;gt;Fowler 1991&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Hollander stellt einen Bezug zu Emblemen (&#039;&#039;imprese&#039;&#039;) her und weist auf die Beziehung von Bild und Text hin. Der bildbegleitende Text sei eine „reductive ecphrasis” (Hollander 1995). &lt;br /&gt;
Problemstellungen in der Semiotik führen zu der Frage, wie denn Wörter bildhaften, in gewisser Weise abbildhaften, gegenständlichen Charakter annehmen können, wenn sie doch selber nur Abstrakta sind – und berühren damit den Kern der Ekphrasis (&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1992a&#039;&amp;gt;Krieger 1992&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1995a&#039;&amp;gt;Krieger 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Bildvorstellungen]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Darstellung]]&lt;br /&gt;
* [[Einbildungskraft]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Metapher]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Ut pictura poiesis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Barbara Thönnes|Thönnes, Barbara]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Barbara Thönnes</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=11440</id>
		<title>Ekphrasis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=11440"/>
		<updated>2013-02-14T14:31:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Barbara Thönnes: /* Ekphrasis und Kunstbeschreibung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
====Ekphrasis – hörend und lesend sehen====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ekphrasis“ ist ein aus der Rhetorik stammender Begriff, der eine besonders anschauliche, weil wirkmächtige sprachliche Darstellung bezeichnet. Im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch, der unter „Ekphrasis“ die Kunstbeschreibung versteht, begriff die Antike darunter noch jedwede Beschreibung von Gegenständen, darunter auch von Kunstwerken, aber ebenso von Personen, Landschaften und Bauwerken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nikolaos von Myra definiert Ekphrasis als „eine ausführliche Rede, die das zu Zeigende deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfolge von Ereignissen geschildert wird. Ekphrasis zielt auf höchste Anschaulichkeit, sie versucht durch das Wort zur [[Bildvorstellungen|Imagination von Bildern]] anzuleiten, also „die Hörer zu Zuschauern zu machen”.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Zitat lautet im Weiteren: „Wir beschreiben aber Orte, Zeiten, Personen, Feste, Taten […]. Wann immer wir aber beschreiben möchten […] Statuen oder Bilder oder derartiges sonst, soll man aber versuchen, Überlegungen zu solchem oder solchem hinzuzufügen von Seiten der Verfassung des Malers oder des Bildhauers.” (&amp;lt;bib id=&#039;Spengel 1966a&#039;&amp;gt;Spengel 1966a&amp;lt;/bib&amp;gt;, 491; &amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 40) &amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Verwendung von [[Metapher]]n, lautmalerischen Wendungen und Synästhesien wird ein mentales Vor-Augen-stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzählung” nicht unterbrochen, sondern um eine allegorische Ebene erweitert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das griechische Wort „Ekphrasis” (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, aussprechen) bezeichnet eine besonders anschauliche Beschreibung oder eine mit allen Sinnen vergegenwärtigende [[Darstellung]] eines Geschehens in einer Rede. Das Gegenstück in der lateinischen Rhetorik ist &#039;&#039;descriptio&#039;&#039;, allerdings setzte sich der griechische Terminus durch. Die &#039;&#039;descriptio&#039;&#039; war im Gegensatz zur Ekphrasis keine eigene Gattung, sondern nur Beschreibung im allgemeinen Sinn, und sie wurde auch nicht wie die Ekphrasis institutioneller Bestandteil der Anfängerübungen, der so genannten &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Vier der Bücher mit &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039; aus dem 1. bis 5. Jahrhundert sind überliefert. Ihre Autoren sind Aelius Theon, Hermogenes, Aphtonius Sophistes und Nikolaos von Myra. Letzterer ist der einzige Autor, der explizit Kunstwerke als Gegenstand der Ekphrasis erwähnt (&amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 34-41.)&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
 In der neuzeitlichen und modernen Bildbeschreibung bezeichnet „Ekphrasis“ die charakterisierende Beschreibung eines meist real existierenden Kunstwerks, was auch in einer neueren Definition von Ekphrasis Ausdruck findet: „ekphrasis is the verbal representation of visual representation” (&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 21).&amp;lt;ref&amp;gt; Umstritten bleibt die Verwendung des Begriffs in der Musik(-wissenschaft) im Sinne von Komponieren nach Bildern bzw. von programmbezogenem Komponieren. (Weiterführend dazu beispielsweise &amp;lt;bib id=&#039;Fink 1988a&#039;&amp;gt;Fink 1988&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Bruhn 2000a&#039;&amp;gt;Bruhn 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ziel und Funktion der Ekphrasis====&lt;br /&gt;
Die Qualität der Sprache, Bilder zu evozieren, soll genutzt werden, um eigentlich abwesende Bilder wie anwesend erscheinen zu lassen -- die Bilder sollen &amp;quot;zwischen den Zeilen&amp;quot; sichtbar gemacht werden. Dabei ist die faktische Existenz des beschriebenen Objekts keine notwendige Bedingung. Vor allem in antiken Texten finden sich Ekphrasen, die ein nur in der textuellen Fiktion existierendes Kunstwerk beschreiben. Nach Giuliani stellt vor allem „die Abwesenheit der Bilder eine notwendige Bedingung des ästhetischen Spiels” dar (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 94). Ziel ist dabei immer, in den Zuhöreren Emotionen auszulösen (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Webb 1999a&#039;&amp;gt;Webb 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 13). In der Rhetorikausbildung sollte durch Ekphrasis die affektive Wirkung der Beschreibung auf die Zuhörer eingeübt werden. Durch Ekphrasis soll ein maximaler Anschaulichkeitseffekt (&#039;&#039;enargeia&#039;&#039;/&#039;&#039;evidentia&#039;&#039;) erzielt werden. Nach Quintilian ist &#039;&#039;enargeia&#039;&#039; die Eigenschaft der Rede, Vergangenes oder allgemein nicht Gegenwärtiges vor dem inneren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emotionale Bewegtheit des Rhetors den Wortcharakter des Textes aufzuheben,&amp;lt;ref&amp;gt; Quintilian, &#039;&#039;De institutione oratoria&#039;&#039;, IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63. &amp;lt;/ref&amp;gt; was in der Formel „an die äußere tritt die innere Schau” programmatisch zusammengefasst werden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Graf 1995a&#039;&amp;gt;Graf 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 145-146). Männlein-Robert stellt den besonderen Anteil des Lesers/Betrachters an der Konstitution des imaginierten Bildes heraus, denn die Beschreibung der Kunstwerke vor allem in der hellenistischen Dichtung sei in der Regel „ausschnitthaft und auf Wesentliches konzentriert” (&amp;lt;bib id=&#039;Männlein-Robert 2007a&#039;&amp;gt;Männlein-Robert 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis und Kunstbeschreibung====&lt;br /&gt;
Aus der Ekphrasis als rhetorischer Form entwickelt sich in der Spätantike eine selbstständige literarische Textgattung der Bild- bzw. Kunstbeschreibung.&amp;lt;ref&amp;gt; Ausführlich wird die Gattungsgeschichte dargestellt in: &amp;lt;bib id=&#039;Friedländer 1912&#039;&amp;gt;Friedländer 1912&amp;lt;/bib&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die um 200 n. Chr. entstandenen &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; des Philostrat gelten als ihr frühestes Beispiel (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, &amp;lt;bib id=&#039;Graf 1995a&#039;&amp;gt;Graf 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;). In der einleitenden Vorrede wird der vermeintliche Entstehungskontext des Werkes erläutert – angeblich eine Demonstration der Redekunst des Autors vor jugendlichen Rhetorikschülern. Die folgenden 65 Beschreibungen von Kunstwerken weisen aber eine ganz eigene Narrativität auf, die über die bloße Beschreibung eines Bildes hinaus gehen und einer eigenen, quasi bildimmanenten Dramaturgie folgen. Mit seinem Text lobt Philostrat die Bildkunst und stellt zugleich die Überlegenheit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 95).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entwicklung der Kunsttheorie in der Frühen Neuzeit verändert sich auch die Form der Kunstbeschreibungen, die nicht mehr &amp;quot;nur&amp;quot; Teil eines literarischen Werks sind wie beispielsweise in den zahlreichen Künstlerviten. Die Vergegenwärtigung eines spezifischen Bildes durch eine detailgenaue Beschreibung rückt in den Mittelpunkt, und es werden, u.a. von Giorgio Vasari, Gian Pietro Bellori, André Félibien und später auch von Denis Diderot, systematische Kriterien entwickelt - wie die Beachtung der Komposition, der Stilidiome, der Ikonographie -, die eine Beschreibung im Hinblick auf Wiedererkennbarkeit des einzelnen Kunstwerks zum Ziel haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 1995a&#039;&amp;gt;Rosenberg 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 306). Bildbeschreibungen sind ein zentrales Element in Kunstkritik und Kunstwissenschaft, die aus der Rhetorik eigene Maßstäbe für die Bewertung von Kunstwerken entwickelten (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 271).&amp;lt;ref&amp;gt; Beispielsweise wurden die beiden ersten Produktionsstadien der Rede &#039;&#039;inventio&#039;&#039; und &#039;&#039;dispotio&#039;&#039; aus der Rhetorik für den Kunstdiskurs übernommen; die Kriterien der &#039;&#039;elocutio&#039;&#039;, &#039;&#039;memoria&#039;&#039; und &#039;&#039;pronuntiatio&#039;&#039; jedoch nicht (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 272).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem antike literarische Ekphrasen wurden in der Frühen Neuzeit Vorlage bildkünstlerischen Schaffens, wie beispielsweise Tizians &#039;&#039;Venusfest&#039;&#039; (1518-19, Madrid, Prado), das Passagen aus Philostrats &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; bildkünstlerisch umsetzt (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2001a&#039;&amp;gt;Rosen 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;, 92ff; für weitere Bsp. &amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 78-79).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1990er Jahren steht die Ekphrasis im besonderen Interesse der literatur-, sprach- , kunst- und bildwissenschaftlichen Forschung vor allem im Hinblick auf intermediale Bezüge und Zeichenhaftigkeit, wobei immer auch definitorische Aktualisierungen und Präzisierungen unternommen werden (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995a&#039;&amp;gt;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Boehm 1995a&#039;&amp;gt;Boehm 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer 1996a&#039;&amp;gt;Pfotenhauer 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Wagner 1996a&#039;&amp;gt;Wagner 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2001a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;;  &amp;lt;bib id=&#039;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004a&#039;&amp;gt;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Drügh 2006a&#039;&amp;gt;Drügh 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Baumann 2011a&#039;&amp;gt;Baumann 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder für die ausschließliche Verwendung des Begriffs im antiken Kontext plädiert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Webb 2009a&#039;&amp;gt;Webb 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beispiele====&lt;br /&gt;
Gewissermaßen als Urtext der literarischen Ekphrasis gilt die Beschreibung des Schildes des Achill in der &#039;&#039;Ilias&#039;&#039; des Homer (18. Gesang, 478-608, Hampe 1979). Die besondere narrative Qualität des Textes lässt Hörer bzw. Leser dem Entstehungsprozess des Schildes in der Schmiede des Hephaistos beiwohnen. Die Rezipienten werden sukzessive zu einer vollständigen Imagination und Vergegenwärtigung angeleitet (ausführlich dazu: &amp;lt;bib id=&#039;Moog-Grünewald 2001a&#039;&amp;gt;Moog-Grünewald 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;ref&amp;gt; Das Besondere der gesamten Schildbeschreibung ist die Selbstreferentialität des Textes. Der Vortragende tritt als Künstler in Erscheinung und der Text selbst wird als Kunstwerk vorgeführt. Somit wird offenbar, dass es sich auch bei dem Schild um ein fiktives Kunstwerk handelt (ebd.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nun formt&#039; er den Schild, den ungeheuren und starken,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ganz ausschmückend mit Kunst. Ihn umzog er mit schimmerndem Rande, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dreifach und blank, und fügte das silberne schöne Gehenk an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus fünf Schichten gedrängt war der Schild selbst; oben darauf nun&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bildet&#039; er mancherlei Kunst mit erfindungsreichem Verstande. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Drauf nun schuf er die Erd&#039;, und das wogende Meer, und den Himmel,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch den vollen Mond, und die rastlos laufende Sonne; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drauf zwei Städt&#039; auch schuf er der vielfach redenden Menschen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Blühende: voll war die ein&#039; hochzeitlicher Fest&#039; und Gelage.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Junge Bräut&#039; aus den Kammern, geführt beim Scheine der Fackeln,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gingen einher durch die Stadt; und hell erhob sich das Brautlied:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Tanzende Jünglinge drehten behende sich unter dem Klange, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der von Flöten und Harfen ertönete; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vasaris &#039;&#039;Vite dei più illustri pittori, scultori ed architetti&#039;&#039; (1550/ 1568) enthalten  zahlreiche ekphrastische Passagen nach rhetorischem Muster, in denen die Bilder vorrangig in Hinblick auf ihre narrativen Qualitäten beschrieben werden (Alpers 1960/1995). Ausführlicher sind die zahlreiche Bildbeschreibungen in Belloris &#039;&#039;Le vite de&#039; pittori, scultori et architetti moderni&#039;&#039; (1672). In der Kunstgeschichte bzw. -wissenschaft ist die Beschreibung von Kunstwerken zentral und wirft immer wieder die Frage auf, inwiefern Sprache abbildet und abbilden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Baxandall 1990a&#039;&amp;gt;Baxandall 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Bätschmann 2009a&#039;&amp;gt;Bätschmann 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;). Beispielhaft sei Aby Warburg genannt, der in seiner amorphen, an Neologismen reichen Sprache in Bezug auf die sprachwissenschaftlichen Theorien seiner Zeit versucht hat in „sprachlicher Bildkonzeption verbunden mit bildlicher Sprachkonzeption” (&amp;lt;bib id=&#039;Schiffermüller 2009a&#039;&amp;gt;Schiffermüller 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;, 9) bildlichen Ausdruckswerten ein sprachliches Abbild zu verleihen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beispiele literarischer Ekphrasis sind zahlreich.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine umfangreiche Liste ekphrastischer Werke von der Antike bis zum Mittelalter liefert &amp;lt;bib id=&#039;Downey 1959a&#039;&amp;gt;Downey 1959&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine besondere Rolle kommt der Ekphrasis in der Lyrik, im so genannten Bildgedicht zu (&amp;lt;bib id=&#039;Kranz 1976a&#039;&amp;gt;Kranz 1976&amp;lt;/bib&amp;gt;; Hollander 1995; &amp;lt;bib id=&#039;Frangenberg 2003a&#039;&amp;gt;Frangenberg 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis im Kontext====&lt;br /&gt;
Schon &#039;&#039;qua definitionem&#039;&#039; ist Ekphrasis eine Form der Intermedialität, da es um die Übertragung eines bildkünstlerischen Mediums in Sprachkunst geht (&amp;lt;bib id=&#039;Reulecke 2002a&#039;&amp;gt;Reulecke 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;). In diesem Kontext wird natürlich auch der Topos des &#039;&#039;paragone&#039;&#039;, des Wettstreits der Künste, aufgerufen und damit die auf Horaz zurückgehende Formel [http://www.bildwissenschaft.org/netzwerk/glossar/index.php/Ut_pictura_poesis Ut pictura poiesis],  in der das Verhältnis von Malerei und Dichtung thematisiert wird.&lt;br /&gt;
Im Kontext der Ekphrasis steht auch immer die Frage nach der Narration bzw. nach dem Verhältnis von Beschreibung und Erzählung, von &#039;&#039;histoire&#039;&#039; und &#039;&#039;discours&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Fowler 1991a&#039;&amp;gt;Fowler 1991&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Hollander stellt einen Bezug zu Emblemen (&#039;&#039;imprese&#039;&#039;) her und weist auf die Beziehung von Bild und Text hin. Der bildbegleitende Text sei eine „reductive ecphrasis” (Hollander 1995). &lt;br /&gt;
Problemstellungen in der Semiotik führen zu der Frage, wie denn Wörter bildhaften, in gewisser Weise abbildhaften, gegenständlichen Charakter annehmen können, wenn sie doch selber nur Abstrakta sind – und berühren damit den Kern der Ekphrasis (&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1992a&#039;&amp;gt;Krieger 1992&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1995a&#039;&amp;gt;Krieger 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Bildvorstellungen]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Darstellung]]&lt;br /&gt;
* [[Einbildungskraft]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Metapher]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Ut pictura poiesis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Barbara Thönnes|Thönnes, Barbara]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Barbara Thönnes</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=11439</id>
		<title>Ekphrasis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=11439"/>
		<updated>2013-02-14T14:27:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Barbara Thönnes: /* Ekphrasis und Kunstbeschreibung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
====Ekphrasis – hörend und lesend sehen====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ekphrasis“ ist ein aus der Rhetorik stammender Begriff, der eine besonders anschauliche, weil wirkmächtige sprachliche Darstellung bezeichnet. Im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch, der unter „Ekphrasis“ die Kunstbeschreibung versteht, begriff die Antike darunter noch jedwede Beschreibung von Gegenständen, darunter auch von Kunstwerken, aber ebenso von Personen, Landschaften und Bauwerken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nikolaos von Myra definiert Ekphrasis als „eine ausführliche Rede, die das zu Zeigende deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfolge von Ereignissen geschildert wird. Ekphrasis zielt auf höchste Anschaulichkeit, sie versucht durch das Wort zur [[Bildvorstellungen|Imagination von Bildern]] anzuleiten, also „die Hörer zu Zuschauern zu machen”.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Zitat lautet im Weiteren: „Wir beschreiben aber Orte, Zeiten, Personen, Feste, Taten […]. Wann immer wir aber beschreiben möchten […] Statuen oder Bilder oder derartiges sonst, soll man aber versuchen, Überlegungen zu solchem oder solchem hinzuzufügen von Seiten der Verfassung des Malers oder des Bildhauers.” (&amp;lt;bib id=&#039;Spengel 1966a&#039;&amp;gt;Spengel 1966a&amp;lt;/bib&amp;gt;, 491; &amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 40) &amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Verwendung von [[Metapher]]n, lautmalerischen Wendungen und Synästhesien wird ein mentales Vor-Augen-stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzählung” nicht unterbrochen, sondern um eine allegorische Ebene erweitert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das griechische Wort „Ekphrasis” (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, aussprechen) bezeichnet eine besonders anschauliche Beschreibung oder eine mit allen Sinnen vergegenwärtigende [[Darstellung]] eines Geschehens in einer Rede. Das Gegenstück in der lateinischen Rhetorik ist &#039;&#039;descriptio&#039;&#039;, allerdings setzte sich der griechische Terminus durch. Die &#039;&#039;descriptio&#039;&#039; war im Gegensatz zur Ekphrasis keine eigene Gattung, sondern nur Beschreibung im allgemeinen Sinn, und sie wurde auch nicht wie die Ekphrasis institutioneller Bestandteil der Anfängerübungen, der so genannten &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Vier der Bücher mit &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039; aus dem 1. bis 5. Jahrhundert sind überliefert. Ihre Autoren sind Aelius Theon, Hermogenes, Aphtonius Sophistes und Nikolaos von Myra. Letzterer ist der einzige Autor, der explizit Kunstwerke als Gegenstand der Ekphrasis erwähnt (&amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 34-41.)&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
 In der neuzeitlichen und modernen Bildbeschreibung bezeichnet „Ekphrasis“ die charakterisierende Beschreibung eines meist real existierenden Kunstwerks, was auch in einer neueren Definition von Ekphrasis Ausdruck findet: „ekphrasis is the verbal representation of visual representation” (&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 21).&amp;lt;ref&amp;gt; Umstritten bleibt die Verwendung des Begriffs in der Musik(-wissenschaft) im Sinne von Komponieren nach Bildern bzw. von programmbezogenem Komponieren. (Weiterführend dazu beispielsweise &amp;lt;bib id=&#039;Fink 1988a&#039;&amp;gt;Fink 1988&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Bruhn 2000a&#039;&amp;gt;Bruhn 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ziel und Funktion der Ekphrasis====&lt;br /&gt;
Die Qualität der Sprache, Bilder zu evozieren, soll genutzt werden, um eigentlich abwesende Bilder wie anwesend erscheinen zu lassen -- die Bilder sollen &amp;quot;zwischen den Zeilen&amp;quot; sichtbar gemacht werden. Dabei ist die faktische Existenz des beschriebenen Objekts keine notwendige Bedingung. Vor allem in antiken Texten finden sich Ekphrasen, die ein nur in der textuellen Fiktion existierendes Kunstwerk beschreiben. Nach Giuliani stellt vor allem „die Abwesenheit der Bilder eine notwendige Bedingung des ästhetischen Spiels” dar (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 94). Ziel ist dabei immer, in den Zuhöreren Emotionen auszulösen (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Webb 1999a&#039;&amp;gt;Webb 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 13). In der Rhetorikausbildung sollte durch Ekphrasis die affektive Wirkung der Beschreibung auf die Zuhörer eingeübt werden. Durch Ekphrasis soll ein maximaler Anschaulichkeitseffekt (&#039;&#039;enargeia&#039;&#039;/&#039;&#039;evidentia&#039;&#039;) erzielt werden. Nach Quintilian ist &#039;&#039;enargeia&#039;&#039; die Eigenschaft der Rede, Vergangenes oder allgemein nicht Gegenwärtiges vor dem inneren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emotionale Bewegtheit des Rhetors den Wortcharakter des Textes aufzuheben,&amp;lt;ref&amp;gt; Quintilian, &#039;&#039;De institutione oratoria&#039;&#039;, IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63. &amp;lt;/ref&amp;gt; was in der Formel „an die äußere tritt die innere Schau” programmatisch zusammengefasst werden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Graf 1995a&#039;&amp;gt;Graf 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 145-146). Männlein-Robert stellt den besonderen Anteil des Lesers/Betrachters an der Konstitution des imaginierten Bildes heraus, denn die Beschreibung der Kunstwerke vor allem in der hellenistischen Dichtung sei in der Regel „ausschnitthaft und auf Wesentliches konzentriert” (&amp;lt;bib id=&#039;Männlein-Robert 2007a&#039;&amp;gt;Männlein-Robert 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis und Kunstbeschreibung====&lt;br /&gt;
Aus der Ekphrasis als rhetorischer Form entwickelt sich in der Spätantike eine selbstständige literarische Textgattung der Bild- bzw. Kunstbeschreibung.&amp;lt;ref&amp;gt; Ausführlich wird die Gattungsgeschichte dargestellt in: &amp;lt;bib id=&#039;Friedländer 1912&#039;&amp;gt;Friedländer 1912&amp;lt;/bib&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die um 200 n. Chr. entstandenen &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; des Philostrat gelten als ihr frühestes Beispiel (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, &amp;lt;bib id=&#039;Graf 1995a&#039;&amp;gt;Graf 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;). In der einleitenden Vorrede wird der vermeintliche Entstehungskontext des Werkes erläutert – angeblich eine Demonstration der Redekunst des Autors vor jugendlichen Rhetorikschülern. Die folgenden 65 Beschreibungen von Kunstwerken weisen aber eine ganz eigene Narrativität auf, die über die bloße Beschreibung eines Bildes hinaus gehen und einen eigenen narrativen Fiktionsraum schaffen. Mit seinem Text lobt Philostrat die Bildkunst und stellt zugleich die Überlegenheit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 95).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entwicklung der Kunsttheorie in der Frühen Neuzeit verändert sich auch die Form der Kunstbeschreibungen, die nicht mehr &amp;quot;nur&amp;quot; Teil eines literarischen Werks sind wie beispielsweise in den zahlreichen Künstlerviten. Die Vergegenwärtigung eines spezifischen Bildes durch eine detailgenaue Beschreibung rückt in den Mittelpunkt, und es werden, u.a. von Giorgio Vasari, Gian Pietro Bellori, André Félibien und später auch von Denis Diderot, systematische Kriterien entwickelt - wie die Beachtung der Komposition, der Stilidiome, der Ikonographie -, die eine Beschreibung im Hinblick auf Wiedererkennbarkeit des einzelnen Kunstwerks zum Ziel haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 1995a&#039;&amp;gt;Rosenberg 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 306). Bildbeschreibungen sind ein zentrales Element in Kunstkritik und Kunstwissenschaft, die aus der Rhetorik eigene Maßstäbe für die Bewertung von Kunstwerken entwickelten (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 271).&amp;lt;ref&amp;gt; Beispielsweise wurden die beiden ersten Produktionsstadien der Rede &#039;&#039;inventio&#039;&#039; und &#039;&#039;dispotio&#039;&#039; aus der Rhetorik für den Kunstdiskurs übernommen; die Kriterien der &#039;&#039;elocutio&#039;&#039;, &#039;&#039;memoria&#039;&#039; und &#039;&#039;pronuntiatio&#039;&#039; jedoch nicht (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 272).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem antike literarische Ekphrasen wurden in der Frühen Neuzeit Vorlage bildkünstlerischen Schaffens, wie beispielsweise Tizians &#039;&#039;Venusfest&#039;&#039; (1518-19, Madrid, Prado), das Passagen aus Philostrats &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; bildkünstlerisch umsetzt (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2001a&#039;&amp;gt;Rosen 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;, 92ff; für weitere Bsp. &amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 78-79).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1990er Jahren steht die Ekphrasis im besonderen Interesse der literatur-, sprach- , kunst- und bildwissenschaftlichen Forschung vor allem im Hinblick auf intermediale Bezüge und Zeichenhaftigkeit, wobei immer auch definitorische Aktualisierungen und Präzisierungen unternommen werden (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995a&#039;&amp;gt;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Boehm 1995a&#039;&amp;gt;Boehm 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer 1996a&#039;&amp;gt;Pfotenhauer 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Wagner 1996a&#039;&amp;gt;Wagner 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2001a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;;  &amp;lt;bib id=&#039;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004a&#039;&amp;gt;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Drügh 2006a&#039;&amp;gt;Drügh 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Baumann 2011a&#039;&amp;gt;Baumann 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder für die ausschließliche Verwendung des Begriffs im antiken Kontext plädiert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Webb 2009a&#039;&amp;gt;Webb 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beispiele====&lt;br /&gt;
Gewissermaßen als Urtext der literarischen Ekphrasis gilt die Beschreibung des Schildes des Achill in der &#039;&#039;Ilias&#039;&#039; des Homer (18. Gesang, 478-608, Hampe 1979). Die besondere narrative Qualität des Textes lässt Hörer bzw. Leser dem Entstehungsprozess des Schildes in der Schmiede des Hephaistos beiwohnen. Die Rezipienten werden sukzessive zu einer vollständigen Imagination und Vergegenwärtigung angeleitet (ausführlich dazu: &amp;lt;bib id=&#039;Moog-Grünewald 2001a&#039;&amp;gt;Moog-Grünewald 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;ref&amp;gt; Das Besondere der gesamten Schildbeschreibung ist die Selbstreferentialität des Textes. Der Vortragende tritt als Künstler in Erscheinung und der Text selbst wird als Kunstwerk vorgeführt. Somit wird offenbar, dass es sich auch bei dem Schild um ein fiktives Kunstwerk handelt (ebd.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nun formt&#039; er den Schild, den ungeheuren und starken,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ganz ausschmückend mit Kunst. Ihn umzog er mit schimmerndem Rande, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dreifach und blank, und fügte das silberne schöne Gehenk an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus fünf Schichten gedrängt war der Schild selbst; oben darauf nun&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bildet&#039; er mancherlei Kunst mit erfindungsreichem Verstande. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Drauf nun schuf er die Erd&#039;, und das wogende Meer, und den Himmel,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch den vollen Mond, und die rastlos laufende Sonne; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drauf zwei Städt&#039; auch schuf er der vielfach redenden Menschen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Blühende: voll war die ein&#039; hochzeitlicher Fest&#039; und Gelage.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Junge Bräut&#039; aus den Kammern, geführt beim Scheine der Fackeln,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gingen einher durch die Stadt; und hell erhob sich das Brautlied:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Tanzende Jünglinge drehten behende sich unter dem Klange, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der von Flöten und Harfen ertönete; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vasaris &#039;&#039;Vite dei più illustri pittori, scultori ed architetti&#039;&#039; (1550/ 1568) enthalten  zahlreiche ekphrastische Passagen nach rhetorischem Muster, in denen die Bilder vorrangig in Hinblick auf ihre narrativen Qualitäten beschrieben werden (Alpers 1960/1995). Ausführlicher sind die zahlreiche Bildbeschreibungen in Belloris &#039;&#039;Le vite de&#039; pittori, scultori et architetti moderni&#039;&#039; (1672). In der Kunstgeschichte bzw. -wissenschaft ist die Beschreibung von Kunstwerken zentral und wirft immer wieder die Frage auf, inwiefern Sprache abbildet und abbilden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Baxandall 1990a&#039;&amp;gt;Baxandall 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Bätschmann 2009a&#039;&amp;gt;Bätschmann 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;). Beispielhaft sei Aby Warburg genannt, der in seiner amorphen, an Neologismen reichen Sprache in Bezug auf die sprachwissenschaftlichen Theorien seiner Zeit versucht hat in „sprachlicher Bildkonzeption verbunden mit bildlicher Sprachkonzeption” (&amp;lt;bib id=&#039;Schiffermüller 2009a&#039;&amp;gt;Schiffermüller 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;, 9) bildlichen Ausdruckswerten ein sprachliches Abbild zu verleihen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beispiele literarischer Ekphrasis sind zahlreich.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine umfangreiche Liste ekphrastischer Werke von der Antike bis zum Mittelalter liefert &amp;lt;bib id=&#039;Downey 1959a&#039;&amp;gt;Downey 1959&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine besondere Rolle kommt der Ekphrasis in der Lyrik, im so genannten Bildgedicht zu (&amp;lt;bib id=&#039;Kranz 1976a&#039;&amp;gt;Kranz 1976&amp;lt;/bib&amp;gt;; Hollander 1995; &amp;lt;bib id=&#039;Frangenberg 2003a&#039;&amp;gt;Frangenberg 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis im Kontext====&lt;br /&gt;
Schon &#039;&#039;qua definitionem&#039;&#039; ist Ekphrasis eine Form der Intermedialität, da es um die Übertragung eines bildkünstlerischen Mediums in Sprachkunst geht (&amp;lt;bib id=&#039;Reulecke 2002a&#039;&amp;gt;Reulecke 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;). In diesem Kontext wird natürlich auch der Topos des &#039;&#039;paragone&#039;&#039;, des Wettstreits der Künste, aufgerufen und damit die auf Horaz zurückgehende Formel [http://www.bildwissenschaft.org/netzwerk/glossar/index.php/Ut_pictura_poesis Ut pictura poiesis],  in der das Verhältnis von Malerei und Dichtung thematisiert wird.&lt;br /&gt;
Im Kontext der Ekphrasis steht auch immer die Frage nach der Narration bzw. nach dem Verhältnis von Beschreibung und Erzählung, von &#039;&#039;histoire&#039;&#039; und &#039;&#039;discours&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Fowler 1991a&#039;&amp;gt;Fowler 1991&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Hollander stellt einen Bezug zu Emblemen (&#039;&#039;imprese&#039;&#039;) her und weist auf die Beziehung von Bild und Text hin. Der bildbegleitende Text sei eine „reductive ecphrasis” (Hollander 1995). &lt;br /&gt;
Problemstellungen in der Semiotik führen zu der Frage, wie denn Wörter bildhaften, in gewisser Weise abbildhaften, gegenständlichen Charakter annehmen können, wenn sie doch selber nur Abstrakta sind – und berühren damit den Kern der Ekphrasis (&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1992a&#039;&amp;gt;Krieger 1992&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1995a&#039;&amp;gt;Krieger 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Bildvorstellungen]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Darstellung]]&lt;br /&gt;
* [[Einbildungskraft]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Metapher]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Ut pictura poiesis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Barbara Thönnes|Thönnes, Barbara]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Barbara Thönnes</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=11438</id>
		<title>Ekphrasis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=11438"/>
		<updated>2013-02-14T14:26:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Barbara Thönnes: /* Ziel und Funktion der Ekphrasis */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
====Ekphrasis – hörend und lesend sehen====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ekphrasis“ ist ein aus der Rhetorik stammender Begriff, der eine besonders anschauliche, weil wirkmächtige sprachliche Darstellung bezeichnet. Im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch, der unter „Ekphrasis“ die Kunstbeschreibung versteht, begriff die Antike darunter noch jedwede Beschreibung von Gegenständen, darunter auch von Kunstwerken, aber ebenso von Personen, Landschaften und Bauwerken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nikolaos von Myra definiert Ekphrasis als „eine ausführliche Rede, die das zu Zeigende deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfolge von Ereignissen geschildert wird. Ekphrasis zielt auf höchste Anschaulichkeit, sie versucht durch das Wort zur [[Bildvorstellungen|Imagination von Bildern]] anzuleiten, also „die Hörer zu Zuschauern zu machen”.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Zitat lautet im Weiteren: „Wir beschreiben aber Orte, Zeiten, Personen, Feste, Taten […]. Wann immer wir aber beschreiben möchten […] Statuen oder Bilder oder derartiges sonst, soll man aber versuchen, Überlegungen zu solchem oder solchem hinzuzufügen von Seiten der Verfassung des Malers oder des Bildhauers.” (&amp;lt;bib id=&#039;Spengel 1966a&#039;&amp;gt;Spengel 1966a&amp;lt;/bib&amp;gt;, 491; &amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 40) &amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Verwendung von [[Metapher]]n, lautmalerischen Wendungen und Synästhesien wird ein mentales Vor-Augen-stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzählung” nicht unterbrochen, sondern um eine allegorische Ebene erweitert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das griechische Wort „Ekphrasis” (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, aussprechen) bezeichnet eine besonders anschauliche Beschreibung oder eine mit allen Sinnen vergegenwärtigende [[Darstellung]] eines Geschehens in einer Rede. Das Gegenstück in der lateinischen Rhetorik ist &#039;&#039;descriptio&#039;&#039;, allerdings setzte sich der griechische Terminus durch. Die &#039;&#039;descriptio&#039;&#039; war im Gegensatz zur Ekphrasis keine eigene Gattung, sondern nur Beschreibung im allgemeinen Sinn, und sie wurde auch nicht wie die Ekphrasis institutioneller Bestandteil der Anfängerübungen, der so genannten &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Vier der Bücher mit &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039; aus dem 1. bis 5. Jahrhundert sind überliefert. Ihre Autoren sind Aelius Theon, Hermogenes, Aphtonius Sophistes und Nikolaos von Myra. Letzterer ist der einzige Autor, der explizit Kunstwerke als Gegenstand der Ekphrasis erwähnt (&amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 34-41.)&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
 In der neuzeitlichen und modernen Bildbeschreibung bezeichnet „Ekphrasis“ die charakterisierende Beschreibung eines meist real existierenden Kunstwerks, was auch in einer neueren Definition von Ekphrasis Ausdruck findet: „ekphrasis is the verbal representation of visual representation” (&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 21).&amp;lt;ref&amp;gt; Umstritten bleibt die Verwendung des Begriffs in der Musik(-wissenschaft) im Sinne von Komponieren nach Bildern bzw. von programmbezogenem Komponieren. (Weiterführend dazu beispielsweise &amp;lt;bib id=&#039;Fink 1988a&#039;&amp;gt;Fink 1988&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Bruhn 2000a&#039;&amp;gt;Bruhn 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ziel und Funktion der Ekphrasis====&lt;br /&gt;
Die Qualität der Sprache, Bilder zu evozieren, soll genutzt werden, um eigentlich abwesende Bilder wie anwesend erscheinen zu lassen -- die Bilder sollen &amp;quot;zwischen den Zeilen&amp;quot; sichtbar gemacht werden. Dabei ist die faktische Existenz des beschriebenen Objekts keine notwendige Bedingung. Vor allem in antiken Texten finden sich Ekphrasen, die ein nur in der textuellen Fiktion existierendes Kunstwerk beschreiben. Nach Giuliani stellt vor allem „die Abwesenheit der Bilder eine notwendige Bedingung des ästhetischen Spiels” dar (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 94). Ziel ist dabei immer, in den Zuhöreren Emotionen auszulösen (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Webb 1999a&#039;&amp;gt;Webb 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 13). In der Rhetorikausbildung sollte durch Ekphrasis die affektive Wirkung der Beschreibung auf die Zuhörer eingeübt werden. Durch Ekphrasis soll ein maximaler Anschaulichkeitseffekt (&#039;&#039;enargeia&#039;&#039;/&#039;&#039;evidentia&#039;&#039;) erzielt werden. Nach Quintilian ist &#039;&#039;enargeia&#039;&#039; die Eigenschaft der Rede, Vergangenes oder allgemein nicht Gegenwärtiges vor dem inneren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emotionale Bewegtheit des Rhetors den Wortcharakter des Textes aufzuheben,&amp;lt;ref&amp;gt; Quintilian, &#039;&#039;De institutione oratoria&#039;&#039;, IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63. &amp;lt;/ref&amp;gt; was in der Formel „an die äußere tritt die innere Schau” programmatisch zusammengefasst werden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Graf 1995a&#039;&amp;gt;Graf 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 145-146). Männlein-Robert stellt den besonderen Anteil des Lesers/Betrachters an der Konstitution des imaginierten Bildes heraus, denn die Beschreibung der Kunstwerke vor allem in der hellenistischen Dichtung sei in der Regel „ausschnitthaft und auf Wesentliches konzentriert” (&amp;lt;bib id=&#039;Männlein-Robert 2007a&#039;&amp;gt;Männlein-Robert 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis und Kunstbeschreibung====&lt;br /&gt;
Aus der Ekphrasis als rhetorischer Form entwickelt sich in der Spätantike eine selbstständige literarische Textgattung der Bild- bzw. Kunstbeschreibung.&amp;lt;ref&amp;gt; Ausführlich wird die Gattungsgeschichte dargestellt in: &amp;lt;bib id=&#039;Friedländer 1912&#039;&amp;gt;Friedländer 1912&amp;lt;/bib&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die um 200 n. Chr. entstandenen &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; des Philostrat gelten als ihr frühestes Beispiel (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, Graf 1995). In der einleitenden Vorrede wird der vermeintliche Entstehungskontext des Werkes erläutert – angeblich eine Demonstration der Redekunst des Autors vor jugendlichen Rhetorikschülern. Die folgenden 65 Beschreibungen von Kunstwerken weisen aber eine ganz eigene Narrativität auf, die über die bloße Beschreibung eines Bildes hinaus gehen und einen eigenen narrativen Fiktionsraum schaffen. Mit seinem Text lobt Philostrat die Bildkunst und stellt zugleich die Überlegenheit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 95).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entwicklung der Kunsttheorie in der Frühen Neuzeit verändert sich auch die Form der Kunstbeschreibungen, die nicht mehr &amp;quot;nur&amp;quot; Teil eines literarischen Werks sind wie beispielsweise in den zahlreichen Künstlerviten. Die Vergegenwärtigung eines spezifischen Bildes durch eine detailgenaue Beschreibung rückt in den Mittelpunkt, und es werden, u.a. von Giorgio Vasari, Gian Pietro Bellori, André Félibien und später auch von Denis Diderot, systematische Kriterien entwickelt - wie die Beachtung der Komposition, der Stilidiome, der Ikonographie -, die eine Beschreibung im Hinblick auf Wiedererkennbarkeit des einzelnen Kunstwerks zum Ziel haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 1995a&#039;&amp;gt;Rosenberg 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 306). Bildbeschreibungen sind ein zentrales Element in Kunstkritik und Kunstwissenschaft, die aus der Rhetorik eigene Maßstäbe für die Bewertung von Kunstwerken entwickelten (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 271).&amp;lt;ref&amp;gt; Beispielsweise wurden die beiden ersten Produktionsstadien der Rede &#039;&#039;inventio&#039;&#039; und &#039;&#039;dispotio&#039;&#039; aus der Rhetorik für den Kunstdiskurs übernommen; die Kriterien der &#039;&#039;elocutio&#039;&#039;, &#039;&#039;memoria&#039;&#039; und &#039;&#039;pronuntiatio&#039;&#039; jedoch nicht (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 272).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem antike literarische Ekphrasen wurden in der Frühen Neuzeit Vorlage bildkünstlerischen Schaffens, wie beispielsweise Tizians &#039;&#039;Venusfest&#039;&#039; (1518-19, Madrid, Prado), das Passagen aus Philostrats &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; bildkünstlerisch umsetzt (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2001a&#039;&amp;gt;Rosen 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;, 92ff; für weitere Bsp. &amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 78-79).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1990er Jahren steht die Ekphrasis im besonderen Interesse der literatur-, sprach- , kunst- und bildwissenschaftlichen Forschung vor allem im Hinblick auf intermediale Bezüge und Zeichenhaftigkeit, wobei immer auch definitorische Aktualisierungen und Präzisierungen unternommen werden (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995a&#039;&amp;gt;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Boehm 1995a&#039;&amp;gt;Boehm 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer 1996a&#039;&amp;gt;Pfotenhauer 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Wagner 1996a&#039;&amp;gt;Wagner 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2001a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;;  &amp;lt;bib id=&#039;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004a&#039;&amp;gt;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Drügh 2006a&#039;&amp;gt;Drügh 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Baumann 2011a&#039;&amp;gt;Baumann 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder für die ausschließliche Verwendung des Begriffs im antiken Kontext plädiert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Webb 2009a&#039;&amp;gt;Webb 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beispiele====&lt;br /&gt;
Gewissermaßen als Urtext der literarischen Ekphrasis gilt die Beschreibung des Schildes des Achill in der &#039;&#039;Ilias&#039;&#039; des Homer (18. Gesang, 478-608, Hampe 1979). Die besondere narrative Qualität des Textes lässt Hörer bzw. Leser dem Entstehungsprozess des Schildes in der Schmiede des Hephaistos beiwohnen. Die Rezipienten werden sukzessive zu einer vollständigen Imagination und Vergegenwärtigung angeleitet (ausführlich dazu: &amp;lt;bib id=&#039;Moog-Grünewald 2001a&#039;&amp;gt;Moog-Grünewald 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;ref&amp;gt; Das Besondere der gesamten Schildbeschreibung ist die Selbstreferentialität des Textes. Der Vortragende tritt als Künstler in Erscheinung und der Text selbst wird als Kunstwerk vorgeführt. Somit wird offenbar, dass es sich auch bei dem Schild um ein fiktives Kunstwerk handelt (ebd.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nun formt&#039; er den Schild, den ungeheuren und starken,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ganz ausschmückend mit Kunst. Ihn umzog er mit schimmerndem Rande, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dreifach und blank, und fügte das silberne schöne Gehenk an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus fünf Schichten gedrängt war der Schild selbst; oben darauf nun&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bildet&#039; er mancherlei Kunst mit erfindungsreichem Verstande. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Drauf nun schuf er die Erd&#039;, und das wogende Meer, und den Himmel,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch den vollen Mond, und die rastlos laufende Sonne; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drauf zwei Städt&#039; auch schuf er der vielfach redenden Menschen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Blühende: voll war die ein&#039; hochzeitlicher Fest&#039; und Gelage.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Junge Bräut&#039; aus den Kammern, geführt beim Scheine der Fackeln,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gingen einher durch die Stadt; und hell erhob sich das Brautlied:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Tanzende Jünglinge drehten behende sich unter dem Klange, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der von Flöten und Harfen ertönete; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vasaris &#039;&#039;Vite dei più illustri pittori, scultori ed architetti&#039;&#039; (1550/ 1568) enthalten  zahlreiche ekphrastische Passagen nach rhetorischem Muster, in denen die Bilder vorrangig in Hinblick auf ihre narrativen Qualitäten beschrieben werden (Alpers 1960/1995). Ausführlicher sind die zahlreiche Bildbeschreibungen in Belloris &#039;&#039;Le vite de&#039; pittori, scultori et architetti moderni&#039;&#039; (1672). In der Kunstgeschichte bzw. -wissenschaft ist die Beschreibung von Kunstwerken zentral und wirft immer wieder die Frage auf, inwiefern Sprache abbildet und abbilden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Baxandall 1990a&#039;&amp;gt;Baxandall 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Bätschmann 2009a&#039;&amp;gt;Bätschmann 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;). Beispielhaft sei Aby Warburg genannt, der in seiner amorphen, an Neologismen reichen Sprache in Bezug auf die sprachwissenschaftlichen Theorien seiner Zeit versucht hat in „sprachlicher Bildkonzeption verbunden mit bildlicher Sprachkonzeption” (&amp;lt;bib id=&#039;Schiffermüller 2009a&#039;&amp;gt;Schiffermüller 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;, 9) bildlichen Ausdruckswerten ein sprachliches Abbild zu verleihen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beispiele literarischer Ekphrasis sind zahlreich.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine umfangreiche Liste ekphrastischer Werke von der Antike bis zum Mittelalter liefert &amp;lt;bib id=&#039;Downey 1959a&#039;&amp;gt;Downey 1959&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine besondere Rolle kommt der Ekphrasis in der Lyrik, im so genannten Bildgedicht zu (&amp;lt;bib id=&#039;Kranz 1976a&#039;&amp;gt;Kranz 1976&amp;lt;/bib&amp;gt;; Hollander 1995; &amp;lt;bib id=&#039;Frangenberg 2003a&#039;&amp;gt;Frangenberg 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis im Kontext====&lt;br /&gt;
Schon &#039;&#039;qua definitionem&#039;&#039; ist Ekphrasis eine Form der Intermedialität, da es um die Übertragung eines bildkünstlerischen Mediums in Sprachkunst geht (&amp;lt;bib id=&#039;Reulecke 2002a&#039;&amp;gt;Reulecke 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;). In diesem Kontext wird natürlich auch der Topos des &#039;&#039;paragone&#039;&#039;, des Wettstreits der Künste, aufgerufen und damit die auf Horaz zurückgehende Formel [http://www.bildwissenschaft.org/netzwerk/glossar/index.php/Ut_pictura_poesis Ut pictura poiesis],  in der das Verhältnis von Malerei und Dichtung thematisiert wird.&lt;br /&gt;
Im Kontext der Ekphrasis steht auch immer die Frage nach der Narration bzw. nach dem Verhältnis von Beschreibung und Erzählung, von &#039;&#039;histoire&#039;&#039; und &#039;&#039;discours&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Fowler 1991a&#039;&amp;gt;Fowler 1991&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Hollander stellt einen Bezug zu Emblemen (&#039;&#039;imprese&#039;&#039;) her und weist auf die Beziehung von Bild und Text hin. Der bildbegleitende Text sei eine „reductive ecphrasis” (Hollander 1995). &lt;br /&gt;
Problemstellungen in der Semiotik führen zu der Frage, wie denn Wörter bildhaften, in gewisser Weise abbildhaften, gegenständlichen Charakter annehmen können, wenn sie doch selber nur Abstrakta sind – und berühren damit den Kern der Ekphrasis (&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1992a&#039;&amp;gt;Krieger 1992&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1995a&#039;&amp;gt;Krieger 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Bildvorstellungen]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Darstellung]]&lt;br /&gt;
* [[Einbildungskraft]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Metapher]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Ut pictura poiesis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Barbara Thönnes|Thönnes, Barbara]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Barbara Thönnes</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=11437</id>
		<title>Ekphrasis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=11437"/>
		<updated>2013-02-14T14:22:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Barbara Thönnes: /* Ekphrasis – hörend und lesend sehen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
====Ekphrasis – hörend und lesend sehen====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ekphrasis“ ist ein aus der Rhetorik stammender Begriff, der eine besonders anschauliche, weil wirkmächtige sprachliche Darstellung bezeichnet. Im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch, der unter „Ekphrasis“ die Kunstbeschreibung versteht, begriff die Antike darunter noch jedwede Beschreibung von Gegenständen, darunter auch von Kunstwerken, aber ebenso von Personen, Landschaften und Bauwerken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nikolaos von Myra definiert Ekphrasis als „eine ausführliche Rede, die das zu Zeigende deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfolge von Ereignissen geschildert wird. Ekphrasis zielt auf höchste Anschaulichkeit, sie versucht durch das Wort zur [[Bildvorstellungen|Imagination von Bildern]] anzuleiten, also „die Hörer zu Zuschauern zu machen”.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Zitat lautet im Weiteren: „Wir beschreiben aber Orte, Zeiten, Personen, Feste, Taten […]. Wann immer wir aber beschreiben möchten […] Statuen oder Bilder oder derartiges sonst, soll man aber versuchen, Überlegungen zu solchem oder solchem hinzuzufügen von Seiten der Verfassung des Malers oder des Bildhauers.” (&amp;lt;bib id=&#039;Spengel 1966a&#039;&amp;gt;Spengel 1966a&amp;lt;/bib&amp;gt;, 491; &amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 40) &amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Verwendung von [[Metapher]]n, lautmalerischen Wendungen und Synästhesien wird ein mentales Vor-Augen-stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzählung” nicht unterbrochen, sondern um eine allegorische Ebene erweitert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das griechische Wort „Ekphrasis” (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, aussprechen) bezeichnet eine besonders anschauliche Beschreibung oder eine mit allen Sinnen vergegenwärtigende [[Darstellung]] eines Geschehens in einer Rede. Das Gegenstück in der lateinischen Rhetorik ist &#039;&#039;descriptio&#039;&#039;, allerdings setzte sich der griechische Terminus durch. Die &#039;&#039;descriptio&#039;&#039; war im Gegensatz zur Ekphrasis keine eigene Gattung, sondern nur Beschreibung im allgemeinen Sinn, und sie wurde auch nicht wie die Ekphrasis institutioneller Bestandteil der Anfängerübungen, der so genannten &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Vier der Bücher mit &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039; aus dem 1. bis 5. Jahrhundert sind überliefert. Ihre Autoren sind Aelius Theon, Hermogenes, Aphtonius Sophistes und Nikolaos von Myra. Letzterer ist der einzige Autor, der explizit Kunstwerke als Gegenstand der Ekphrasis erwähnt (&amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 34-41.)&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
 In der neuzeitlichen und modernen Bildbeschreibung bezeichnet „Ekphrasis“ die charakterisierende Beschreibung eines meist real existierenden Kunstwerks, was auch in einer neueren Definition von Ekphrasis Ausdruck findet: „ekphrasis is the verbal representation of visual representation” (&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 21).&amp;lt;ref&amp;gt; Umstritten bleibt die Verwendung des Begriffs in der Musik(-wissenschaft) im Sinne von Komponieren nach Bildern bzw. von programmbezogenem Komponieren. (Weiterführend dazu beispielsweise &amp;lt;bib id=&#039;Fink 1988a&#039;&amp;gt;Fink 1988&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Bruhn 2000a&#039;&amp;gt;Bruhn 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ziel und Funktion der Ekphrasis====&lt;br /&gt;
Die visuelle Qualität der Sprache soll genutzt werden, um die abwesenden Bilder wie anwesend erscheinen zu lassen. Dabei ist die faktische Existenz des beschriebenen Objekts keine notwendige Bedingung. Vor allem in antiken Texten finden sich Ekphrasen, die ein nur in der textuellen Fiktion existierendes Kunstwerk beschreiben. Nach Giuliani stellt vor allem „die Abwesenheit der Bilder eine notwendige Bedingung des ästhetischen Spiels” dar (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 94). Ziel ist dabei immer, in den Zuhöreren Emotionen auszulösen (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Webb 1999a&#039;&amp;gt;Webb 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 13). In der Rhetorikausbildung sollte durch Ekphrasis die affektive Wirkung der Beschreibung auf die Zuhörer eingeübt werden. Durch Ekphrasis soll ein maximaler Anschaulichkeitseffekt (&#039;&#039;enargeia&#039;&#039;/&#039;&#039;evidentia&#039;&#039;) erzielt werden. Nach Quintilian ist &#039;&#039;enargeia&#039;&#039; die Eigenschaft der Rede, Vergangenes oder allgemein nicht Gegenwärtiges vor dem inneren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emotionale Bewegtheit des Rhetors den Wortcharakter des Textes aufzuheben,&amp;lt;ref&amp;gt; Quintilian, &#039;&#039;De institutione oratoria&#039;&#039;, IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63. &amp;lt;/ref&amp;gt; was in der Formel „an die äußere tritt die innere Schau” programmatisch zusammengefasst werden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Graf 1995a&#039;&amp;gt;Graf 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 145-146). Männlein-Robert stellt den besonderen Anteil des Lesers/Betrachters an der Konstitution des imaginierten Bildes heraus, denn die Beschreibung der Kunstwerke vor allem in der hellenistischen Dichtung sei in der Regel „ausschnitthaft und auf Wesentliches konzentriert” (&amp;lt;bib id=&#039;Männlein-Robert 2007a&#039;&amp;gt;Männlein-Robert 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis und Kunstbeschreibung====&lt;br /&gt;
Aus der Ekphrasis als rhetorischer Form entwickelt sich in der Spätantike eine selbstständige literarische Textgattung der Bild- bzw. Kunstbeschreibung.&amp;lt;ref&amp;gt; Ausführlich wird die Gattungsgeschichte dargestellt in: &amp;lt;bib id=&#039;Friedländer 1912&#039;&amp;gt;Friedländer 1912&amp;lt;/bib&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die um 200 n. Chr. entstandenen &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; des Philostrat gelten als ihr frühestes Beispiel (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, Graf 1995). In der einleitenden Vorrede wird der vermeintliche Entstehungskontext des Werkes erläutert – angeblich eine Demonstration der Redekunst des Autors vor jugendlichen Rhetorikschülern. Die folgenden 65 Beschreibungen von Kunstwerken weisen aber eine ganz eigene Narrativität auf, die über die bloße Beschreibung eines Bildes hinaus gehen und einen eigenen narrativen Fiktionsraum schaffen. Mit seinem Text lobt Philostrat die Bildkunst und stellt zugleich die Überlegenheit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 95).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entwicklung der Kunsttheorie in der Frühen Neuzeit verändert sich auch die Form der Kunstbeschreibungen, die nicht mehr &amp;quot;nur&amp;quot; Teil eines literarischen Werks sind wie beispielsweise in den zahlreichen Künstlerviten. Die Vergegenwärtigung eines spezifischen Bildes durch eine detailgenaue Beschreibung rückt in den Mittelpunkt, und es werden, u.a. von Giorgio Vasari, Gian Pietro Bellori, André Félibien und später auch von Denis Diderot, systematische Kriterien entwickelt - wie die Beachtung der Komposition, der Stilidiome, der Ikonographie -, die eine Beschreibung im Hinblick auf Wiedererkennbarkeit des einzelnen Kunstwerks zum Ziel haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 1995a&#039;&amp;gt;Rosenberg 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 306). Bildbeschreibungen sind ein zentrales Element in Kunstkritik und Kunstwissenschaft, die aus der Rhetorik eigene Maßstäbe für die Bewertung von Kunstwerken entwickelten (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 271).&amp;lt;ref&amp;gt; Beispielsweise wurden die beiden ersten Produktionsstadien der Rede &#039;&#039;inventio&#039;&#039; und &#039;&#039;dispotio&#039;&#039; aus der Rhetorik für den Kunstdiskurs übernommen; die Kriterien der &#039;&#039;elocutio&#039;&#039;, &#039;&#039;memoria&#039;&#039; und &#039;&#039;pronuntiatio&#039;&#039; jedoch nicht (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 272).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem antike literarische Ekphrasen wurden in der Frühen Neuzeit Vorlage bildkünstlerischen Schaffens, wie beispielsweise Tizians &#039;&#039;Venusfest&#039;&#039; (1518-19, Madrid, Prado), das Passagen aus Philostrats &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; bildkünstlerisch umsetzt (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2001a&#039;&amp;gt;Rosen 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;, 92ff; für weitere Bsp. &amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 78-79).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1990er Jahren steht die Ekphrasis im besonderen Interesse der literatur-, sprach- , kunst- und bildwissenschaftlichen Forschung vor allem im Hinblick auf intermediale Bezüge und Zeichenhaftigkeit, wobei immer auch definitorische Aktualisierungen und Präzisierungen unternommen werden (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995a&#039;&amp;gt;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Boehm 1995a&#039;&amp;gt;Boehm 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer 1996a&#039;&amp;gt;Pfotenhauer 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Wagner 1996a&#039;&amp;gt;Wagner 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2001a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;;  &amp;lt;bib id=&#039;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004a&#039;&amp;gt;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Drügh 2006a&#039;&amp;gt;Drügh 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Baumann 2011a&#039;&amp;gt;Baumann 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder für die ausschließliche Verwendung des Begriffs im antiken Kontext plädiert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Webb 2009a&#039;&amp;gt;Webb 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beispiele====&lt;br /&gt;
Gewissermaßen als Urtext der literarischen Ekphrasis gilt die Beschreibung des Schildes des Achill in der &#039;&#039;Ilias&#039;&#039; des Homer (18. Gesang, 478-608, Hampe 1979). Die besondere narrative Qualität des Textes lässt Hörer bzw. Leser dem Entstehungsprozess des Schildes in der Schmiede des Hephaistos beiwohnen. Die Rezipienten werden sukzessive zu einer vollständigen Imagination und Vergegenwärtigung angeleitet (ausführlich dazu: &amp;lt;bib id=&#039;Moog-Grünewald 2001a&#039;&amp;gt;Moog-Grünewald 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;ref&amp;gt; Das Besondere der gesamten Schildbeschreibung ist die Selbstreferentialität des Textes. Der Vortragende tritt als Künstler in Erscheinung und der Text selbst wird als Kunstwerk vorgeführt. Somit wird offenbar, dass es sich auch bei dem Schild um ein fiktives Kunstwerk handelt (ebd.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nun formt&#039; er den Schild, den ungeheuren und starken,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ganz ausschmückend mit Kunst. Ihn umzog er mit schimmerndem Rande, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dreifach und blank, und fügte das silberne schöne Gehenk an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus fünf Schichten gedrängt war der Schild selbst; oben darauf nun&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bildet&#039; er mancherlei Kunst mit erfindungsreichem Verstande. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Drauf nun schuf er die Erd&#039;, und das wogende Meer, und den Himmel,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch den vollen Mond, und die rastlos laufende Sonne; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drauf zwei Städt&#039; auch schuf er der vielfach redenden Menschen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Blühende: voll war die ein&#039; hochzeitlicher Fest&#039; und Gelage.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Junge Bräut&#039; aus den Kammern, geführt beim Scheine der Fackeln,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gingen einher durch die Stadt; und hell erhob sich das Brautlied:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Tanzende Jünglinge drehten behende sich unter dem Klange, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der von Flöten und Harfen ertönete; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vasaris &#039;&#039;Vite dei più illustri pittori, scultori ed architetti&#039;&#039; (1550/ 1568) enthalten  zahlreiche ekphrastische Passagen nach rhetorischem Muster, in denen die Bilder vorrangig in Hinblick auf ihre narrativen Qualitäten beschrieben werden (Alpers 1960/1995). Ausführlicher sind die zahlreiche Bildbeschreibungen in Belloris &#039;&#039;Le vite de&#039; pittori, scultori et architetti moderni&#039;&#039; (1672). In der Kunstgeschichte bzw. -wissenschaft ist die Beschreibung von Kunstwerken zentral und wirft immer wieder die Frage auf, inwiefern Sprache abbildet und abbilden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Baxandall 1990a&#039;&amp;gt;Baxandall 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Bätschmann 2009a&#039;&amp;gt;Bätschmann 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;). Beispielhaft sei Aby Warburg genannt, der in seiner amorphen, an Neologismen reichen Sprache in Bezug auf die sprachwissenschaftlichen Theorien seiner Zeit versucht hat in „sprachlicher Bildkonzeption verbunden mit bildlicher Sprachkonzeption” (&amp;lt;bib id=&#039;Schiffermüller 2009a&#039;&amp;gt;Schiffermüller 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;, 9) bildlichen Ausdruckswerten ein sprachliches Abbild zu verleihen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beispiele literarischer Ekphrasis sind zahlreich.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine umfangreiche Liste ekphrastischer Werke von der Antike bis zum Mittelalter liefert &amp;lt;bib id=&#039;Downey 1959a&#039;&amp;gt;Downey 1959&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine besondere Rolle kommt der Ekphrasis in der Lyrik, im so genannten Bildgedicht zu (&amp;lt;bib id=&#039;Kranz 1976a&#039;&amp;gt;Kranz 1976&amp;lt;/bib&amp;gt;; Hollander 1995; &amp;lt;bib id=&#039;Frangenberg 2003a&#039;&amp;gt;Frangenberg 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis im Kontext====&lt;br /&gt;
Schon &#039;&#039;qua definitionem&#039;&#039; ist Ekphrasis eine Form der Intermedialität, da es um die Übertragung eines bildkünstlerischen Mediums in Sprachkunst geht (&amp;lt;bib id=&#039;Reulecke 2002a&#039;&amp;gt;Reulecke 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;). In diesem Kontext wird natürlich auch der Topos des &#039;&#039;paragone&#039;&#039;, des Wettstreits der Künste, aufgerufen und damit die auf Horaz zurückgehende Formel [http://www.bildwissenschaft.org/netzwerk/glossar/index.php/Ut_pictura_poesis Ut pictura poiesis],  in der das Verhältnis von Malerei und Dichtung thematisiert wird.&lt;br /&gt;
Im Kontext der Ekphrasis steht auch immer die Frage nach der Narration bzw. nach dem Verhältnis von Beschreibung und Erzählung, von &#039;&#039;histoire&#039;&#039; und &#039;&#039;discours&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Fowler 1991a&#039;&amp;gt;Fowler 1991&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Hollander stellt einen Bezug zu Emblemen (&#039;&#039;imprese&#039;&#039;) her und weist auf die Beziehung von Bild und Text hin. Der bildbegleitende Text sei eine „reductive ecphrasis” (Hollander 1995). &lt;br /&gt;
Problemstellungen in der Semiotik führen zu der Frage, wie denn Wörter bildhaften, in gewisser Weise abbildhaften, gegenständlichen Charakter annehmen können, wenn sie doch selber nur Abstrakta sind – und berühren damit den Kern der Ekphrasis (&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1992a&#039;&amp;gt;Krieger 1992&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1995a&#039;&amp;gt;Krieger 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Bildvorstellungen]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Darstellung]]&lt;br /&gt;
* [[Einbildungskraft]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Metapher]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Ut pictura poiesis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Barbara Thönnes|Thönnes, Barbara]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Barbara Thönnes</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=11435</id>
		<title>Ekphrasis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=11435"/>
		<updated>2013-02-14T14:17:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Barbara Thönnes: /* Ekphrasis und Kunstbeschreibung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
====Ekphrasis – hörend und lesend sehen====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ekphrasis“ ist ein aus der Rhetorik stammender Begriff, der eine besonders anschauliche, weil wirkmächtige sprachliche Darstellung bezeichnet. Im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch, der unter „Ekphrasis“ die Kunstbeschreibung versteht, begriff die Antike darunter noch jedwede Beschreibung von Gegenständen, darunter auch von Kunstwerken, aber ebenso von Personen, Landschaften und Bauwerken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nikolaos von Myra definiert Ekphrasis als „eine ausführliche Rede, die das zu Zeigende deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfolge von Ereignissen geschildert wird. Ekphrasis zielt auf höchste Anschaulichkeit, sie versucht durch das Wort zur [[Bildvorstellungen|Imagination von Bildern]] anzuleiten, also „die Hörer zu Zuschauern zu machen”.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Zitat lautet im Weiteren: „Wir beschreiben aber Orte, Zeiten, Personen, Feste, Taten […]. Wann immer wir aber beschreiben möchten […] Statuen oder Bilder oder derartiges sonst, soll man aber versuchen, Überlegungen zu solchem oder solchem hinzuzufügen von Seiten der Verfassung des Malers oder des Bildhauers.” (&amp;lt;bib id=&#039;Spengel 1966a&#039;&amp;gt;Spengel 1966a&amp;lt;/bib&amp;gt;, 491; &amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 40) &amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Verwendung von [[Metapher]]n, lautmalerischen Wendungen und Synästhesien wird ein mentales Vor-Augen-stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzählung” nicht unterbrochen, sondern um eine allegorische Ebene erweitert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das griechische Wort „Ekphrasis” (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, aussprechen) bezeichnet eine besonders anschauliche Beschreibung oder eine mit allen Sinnen vergegenwärtigende [[Darstellung]] eines Geschehens in einer Rede. Das Gegenstück in der lateinischen Rhetorik ist &#039;&#039;descriptio&#039;&#039;, allerdings setzte sich der griechische Terminus durch. Die &#039;&#039;descriptio&#039;&#039; war im Gegensatz zur Ekphrasis keine eigene Gattung, sondern nur Beschreibung im allgemeinen Sinn, und sie wurde auch nicht wie die Ekphrasis institutioneller Bestandteil der Anfängerübungen, der so genannten &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt; Vier der Bücher mit &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039; aus dem 1. bis 5. Jahrhundert sind überliefert. Ihre Autoren sind Aelius Theon, Hermogenes, Aphtonius Sophistes und Nikolaos von Myra. Letzterer ist der einzige Autor, der explizit Kunstwerke als Gegenstand der Ekphrasis erwähnt (&amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 34-41.)&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
 In der neuzeitlichen und modernen Bildbeschreibung bezeichnet „Ekphrasis“ die charakterisierende Beschreibung eines meist real existierenden Kunstwerks, was auch in einer neueren Definition von Ekphrasis Ausdruck findet: „ekphrasis is the verbal representation of visual representation” (&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, XX).&amp;lt;ref&amp;gt; Umstritten bleibt die Verwendung des Begriffs in der Musik(-wissenschaft) im Sinne von Komponieren nach Bildern bzw. von programmbezogenem Komponieren. (Weiterführend dazu beispielsweise &amp;lt;bib id=&#039;Fink 1988a&#039;&amp;gt;Fink 1988&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Bruhn 2000a&#039;&amp;gt;Bruhn 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ziel und Funktion der Ekphrasis====&lt;br /&gt;
Die visuelle Qualität der Sprache soll genutzt werden, um die abwesenden Bilder wie anwesend erscheinen zu lassen. Dabei ist die faktische Existenz des beschriebenen Objekts keine notwendige Bedingung. Vor allem in antiken Texten finden sich Ekphrasen, die ein nur in der textuellen Fiktion existierendes Kunstwerk beschreiben. Nach Giuliani stellt vor allem „die Abwesenheit der Bilder eine notwendige Bedingung des ästhetischen Spiels” dar (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 94). Ziel ist dabei immer, in den Zuhöreren Emotionen auszulösen (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Webb 1999a&#039;&amp;gt;Webb 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 13). In der Rhetorikausbildung sollte durch Ekphrasis die affektive Wirkung der Beschreibung auf die Zuhörer eingeübt werden. Durch Ekphrasis soll ein maximaler Anschaulichkeitseffekt (&#039;&#039;enargeia&#039;&#039;/&#039;&#039;evidentia&#039;&#039;) erzielt werden. Nach Quintilian ist &#039;&#039;enargeia&#039;&#039; die Eigenschaft der Rede, Vergangenes oder allgemein nicht Gegenwärtiges vor dem inneren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emotionale Bewegtheit des Rhetors den Wortcharakter des Textes aufzuheben,&amp;lt;ref&amp;gt; Quintilian, &#039;&#039;De institutione oratoria&#039;&#039;, IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63. &amp;lt;/ref&amp;gt; was in der Formel „an die äußere tritt die innere Schau” programmatisch zusammengefasst werden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Graf 1995a&#039;&amp;gt;Graf 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 145-146). Männlein-Robert stellt den besonderen Anteil des Lesers/Betrachters an der Konstitution des imaginierten Bildes heraus, denn die Beschreibung der Kunstwerke vor allem in der hellenistischen Dichtung sei in der Regel „ausschnitthaft und auf Wesentliches konzentriert” (&amp;lt;bib id=&#039;Männlein-Robert 2007a&#039;&amp;gt;Männlein-Robert 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis und Kunstbeschreibung====&lt;br /&gt;
Aus der Ekphrasis als rhetorischer Form entwickelt sich in der Spätantike eine selbstständige literarische Textgattung der Bild- bzw. Kunstbeschreibung.&amp;lt;ref&amp;gt; Ausführlich wird die Gattungsgeschichte dargestellt in: &amp;lt;bib id=&#039;Friedländer 1912&#039;&amp;gt;Friedländer 1912&amp;lt;/bib&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die um 200 n. Chr. entstandenen &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; des Philostrat gelten als ihr frühestes Beispiel (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, Graf 1995). In der einleitenden Vorrede wird der vermeintliche Entstehungskontext des Werkes erläutert – angeblich eine Demonstration der Redekunst des Autors vor jugendlichen Rhetorikschülern. Die folgenden 65 Beschreibungen von Kunstwerken weisen aber eine ganz eigene Narrativität auf, die über die bloße Beschreibung eines Bildes hinaus gehen und einen eigenen narrativen Fiktionsraum schaffen. Mit seinem Text lobt Philostrat die Bildkunst und stellt zugleich die Überlegenheit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 95).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entwicklung der Kunsttheorie in der Frühen Neuzeit verändert sich auch die Form der Kunstbeschreibungen, die nicht mehr &amp;quot;nur&amp;quot; Teil eines literarischen Werks sind wie beispielsweise in den zahlreichen Künstlerviten. Die Vergegenwärtigung eines spezifischen Bildes durch eine detailgenaue Beschreibung rückt in den Mittelpunkt, und es werden, u.a. von Giorgio Vasari, Gian Pietro Bellori, André Félibien und später auch von Denis Diderot, systematische Kriterien entwickelt - wie die Beachtung der Komposition, der Stilidiome, der Ikonographie -, die eine Beschreibung im Hinblick auf Wiedererkennbarkeit des einzelnen Kunstwerks zum Ziel haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 1995a&#039;&amp;gt;Rosenberg 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 306). Bildbeschreibungen sind ein zentrales Element in Kunstkritik und Kunstwissenschaft, die aus der Rhetorik eigene Maßstäbe für die Bewertung von Kunstwerken entwickelten (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 271).&amp;lt;ref&amp;gt; Beispielsweise wurden die beiden ersten Produktionsstadien der Rede &#039;&#039;inventio&#039;&#039; und &#039;&#039;dispotio&#039;&#039; aus der Rhetorik für den Kunstdiskurs übernommen; die Kriterien der &#039;&#039;elocutio&#039;&#039;, &#039;&#039;memoria&#039;&#039; und &#039;&#039;pronuntiatio&#039;&#039; jedoch nicht (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 272).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem antike literarische Ekphrasen wurden in der Frühen Neuzeit Vorlage bildkünstlerischen Schaffens, wie beispielsweise Tizians &#039;&#039;Venusfest&#039;&#039; (1518-19, Madrid, Prado), das Passagen aus Philostrats &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; bildkünstlerisch umsetzt (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2001a&#039;&amp;gt;Rosen 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;, 92ff; für weitere Bsp. &amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 78-79).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1990er Jahren steht die Ekphrasis im besonderen Interesse der literatur-, sprach- , kunst- und bildwissenschaftlichen Forschung vor allem im Hinblick auf intermediale Bezüge und Zeichenhaftigkeit, wobei immer auch definitorische Aktualisierungen und Präzisierungen unternommen werden (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995a&#039;&amp;gt;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Boehm 1995a&#039;&amp;gt;Boehm 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer 1996a&#039;&amp;gt;Pfotenhauer 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Wagner 1996a&#039;&amp;gt;Wagner 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2001a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;;  &amp;lt;bib id=&#039;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004a&#039;&amp;gt;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Drügh 2006a&#039;&amp;gt;Drügh 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Baumann 2011a&#039;&amp;gt;Baumann 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder für die ausschließliche Verwendung des Begriffs im antiken Kontext plädiert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Webb 2009a&#039;&amp;gt;Webb 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beispiele====&lt;br /&gt;
Gewissermaßen als Urtext der literarischen Ekphrasis gilt die Beschreibung des Schildes des Achill in der &#039;&#039;Ilias&#039;&#039; des Homer (18. Gesang, 478-608, Hampe 1979). Die besondere narrative Qualität des Textes lässt Hörer bzw. Leser dem Entstehungsprozess des Schildes in der Schmiede des Hephaistos beiwohnen. Die Rezipienten werden sukzessive zu einer vollständigen Imagination und Vergegenwärtigung angeleitet (ausführlich dazu: &amp;lt;bib id=&#039;Moog-Grünewald 2001a&#039;&amp;gt;Moog-Grünewald 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;ref&amp;gt; Das Besondere der gesamten Schildbeschreibung ist die Selbstreferentialität des Textes. Der Vortragende tritt als Künstler in Erscheinung und der Text selbst wird als Kunstwerk vorgeführt. Somit wird offenbar, dass es sich auch bei dem Schild um ein fiktives Kunstwerk handelt (ebd.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nun formt&#039; er den Schild, den ungeheuren und starken,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ganz ausschmückend mit Kunst. Ihn umzog er mit schimmerndem Rande, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dreifach und blank, und fügte das silberne schöne Gehenk an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus fünf Schichten gedrängt war der Schild selbst; oben darauf nun&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bildet&#039; er mancherlei Kunst mit erfindungsreichem Verstande. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Drauf nun schuf er die Erd&#039;, und das wogende Meer, und den Himmel,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch den vollen Mond, und die rastlos laufende Sonne; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drauf zwei Städt&#039; auch schuf er der vielfach redenden Menschen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Blühende: voll war die ein&#039; hochzeitlicher Fest&#039; und Gelage.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Junge Bräut&#039; aus den Kammern, geführt beim Scheine der Fackeln,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gingen einher durch die Stadt; und hell erhob sich das Brautlied:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Tanzende Jünglinge drehten behende sich unter dem Klange, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der von Flöten und Harfen ertönete; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vasaris &#039;&#039;Vite dei più illustri pittori, scultori ed architetti&#039;&#039; (1550/ 1568) enthalten  zahlreiche ekphrastische Passagen nach rhetorischem Muster, in denen die Bilder vorrangig in Hinblick auf ihre narrativen Qualitäten beschrieben werden (Alpers 1960/1995). Ausführlicher sind die zahlreiche Bildbeschreibungen in Belloris &#039;&#039;Le vite de&#039; pittori, scultori et architetti moderni&#039;&#039; (1672). In der Kunstgeschichte bzw. -wissenschaft ist die Beschreibung von Kunstwerken zentral und wirft immer wieder die Frage auf, inwiefern Sprache abbildet und abbilden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Baxandall 1990a&#039;&amp;gt;Baxandall 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Bätschmann 2009a&#039;&amp;gt;Bätschmann 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;). Beispielhaft sei Aby Warburg genannt, der in seiner amorphen, an Neologismen reichen Sprache in Bezug auf die sprachwissenschaftlichen Theorien seiner Zeit versucht hat in „sprachlicher Bildkonzeption verbunden mit bildlicher Sprachkonzeption” (&amp;lt;bib id=&#039;Schiffermüller 2009a&#039;&amp;gt;Schiffermüller 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;, 9) bildlichen Ausdruckswerten ein sprachliches Abbild zu verleihen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beispiele literarischer Ekphrasis sind zahlreich.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine umfangreiche Liste ekphrastischer Werke von der Antike bis zum Mittelalter liefert &amp;lt;bib id=&#039;Downey 1959a&#039;&amp;gt;Downey 1959&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine besondere Rolle kommt der Ekphrasis in der Lyrik, im so genannten Bildgedicht zu (&amp;lt;bib id=&#039;Kranz 1976a&#039;&amp;gt;Kranz 1976&amp;lt;/bib&amp;gt;; Hollander 1995; &amp;lt;bib id=&#039;Frangenberg 2003a&#039;&amp;gt;Frangenberg 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis im Kontext====&lt;br /&gt;
Schon &#039;&#039;qua definitionem&#039;&#039; ist Ekphrasis eine Form der Intermedialität, da es um die Übertragung eines bildkünstlerischen Mediums in Sprachkunst geht (&amp;lt;bib id=&#039;Reulecke 2002a&#039;&amp;gt;Reulecke 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;). In diesem Kontext wird natürlich auch der Topos des &#039;&#039;paragone&#039;&#039;, des Wettstreits der Künste, aufgerufen und damit die auf Horaz zurückgehende Formel [http://www.bildwissenschaft.org/netzwerk/glossar/index.php/Ut_pictura_poesis Ut pictura poiesis],  in der das Verhältnis von Malerei und Dichtung thematisiert wird.&lt;br /&gt;
Im Kontext der Ekphrasis steht auch immer die Frage nach der Narration bzw. nach dem Verhältnis von Beschreibung und Erzählung, von &#039;&#039;histoire&#039;&#039; und &#039;&#039;discours&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Fowler 1991a&#039;&amp;gt;Fowler 1991&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Hollander stellt einen Bezug zu Emblemen (&#039;&#039;imprese&#039;&#039;) her und weist auf die Beziehung von Bild und Text hin. Der bildbegleitende Text sei eine „reductive ecphrasis” (Hollander 1995). &lt;br /&gt;
Problemstellungen in der Semiotik führen zu der Frage, wie denn Wörter bildhaften, in gewisser Weise abbildhaften, gegenständlichen Charakter annehmen können, wenn sie doch selber nur Abstrakta sind – und berühren damit den Kern der Ekphrasis (&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1992a&#039;&amp;gt;Krieger 1992&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1995a&#039;&amp;gt;Krieger 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Bildvorstellungen]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Darstellung]]&lt;br /&gt;
* [[Einbildungskraft]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Metapher]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Ut pictura poiesis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Barbara Thönnes|Thönnes, Barbara]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Barbara Thönnes</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=11434</id>
		<title>Ekphrasis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=11434"/>
		<updated>2013-02-14T14:07:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Barbara Thönnes: /* Ekphrasis und Kunstbeschreibung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
====Ekphrasis – hörend und lesend sehen====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ekphrasis“ ist ein aus der Rhetorik stammender Begriff, der eine besonders anschauliche, weil wirkmächtige sprachliche Darstellung bezeichnet. Im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch, der unter „Ekphrasis“ die Kunstbeschreibung versteht, begriff die Antike darunter noch jedwede Beschreibung von Gegenständen, darunter auch von Kunstwerken, aber ebenso von Personen, Landschaften und Bauwerken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nikolaos von Myra definiert Ekphrasis als „eine ausführliche Rede, die das zu Zeigende deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfolge von Ereignissen geschildert wird. Ekphrasis zielt auf höchste Anschaulichkeit, sie versucht durch das Wort zur [[Bildvorstellungen|Imagination von Bildern]] anzuleiten, also „die Hörer zu Zuschauern zu machen”.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Zitat lautet im Weiteren: „Wir beschreiben aber Orte, Zeiten, Personen, Feste, Taten […]. Wann immer wir aber beschreiben möchten […] Statuen oder Bilder oder derartiges sonst, soll man aber versuchen, Überlegungen zu solchem oder solchem hinzuzufügen von Seiten der Verfassung des Malers oder des Bildhauers.” (&amp;lt;bib id=&#039;Spengel 1966a&#039;&amp;gt;Spengel 1966a&amp;lt;/bib&amp;gt;, 491; &amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 40) &amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Verwendung von [[Metapher]]n, lautmalerischen Wendungen und Synästhesien wird ein mentales Vor-Augen-stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzählung” nicht unterbrochen, sondern um eine allegorische Ebene erweitert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das griechische Wort „Ekphrasis” (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, aussprechen) bezeichnet eine besonders anschauliche Beschreibung oder eine mit allen Sinnen vergegenwärtigende [[Darstellung]] eines Geschehens in einer Rede. Das Gegenstück in der lateinischen Rhetorik ist &#039;&#039;descriptio&#039;&#039;, allerdings setzte sich der griechische Terminus durch. Die &#039;&#039;descriptio&#039;&#039; war im Gegensatz zur Ekphrasis keine eigene Gattung, sondern nur Beschreibung im allgemeinen Sinn, und sie wurde auch nicht wie die Ekphrasis institutioneller Bestandteil der Anfängerübungen, der so genannten &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt; Vier der Bücher mit &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039; aus dem 1. bis 5. Jahrhundert sind überliefert. Ihre Autoren sind Aelius Theon, Hermogenes, Aphtonius Sophistes und Nikolaos von Myra. Letzterer ist der einzige Autor, der explizit Kunstwerke als Gegenstand der Ekphrasis erwähnt (&amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 34-41.)&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
 In der neuzeitlichen und modernen Bildbeschreibung bezeichnet „Ekphrasis“ die charakterisierende Beschreibung eines meist real existierenden Kunstwerks, was auch in einer neueren Definition von Ekphrasis Ausdruck findet: „ekphrasis is the verbal representation of visual representation” (&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, XX).&amp;lt;ref&amp;gt; Umstritten bleibt die Verwendung des Begriffs in der Musik(-wissenschaft) im Sinne von Komponieren nach Bildern bzw. von programmbezogenem Komponieren. (Weiterführend dazu beispielsweise &amp;lt;bib id=&#039;Fink 1988a&#039;&amp;gt;Fink 1988&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Bruhn 2000a&#039;&amp;gt;Bruhn 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ziel und Funktion der Ekphrasis====&lt;br /&gt;
Die visuelle Qualität der Sprache soll genutzt werden, um die abwesenden Bilder wie anwesend erscheinen zu lassen. Dabei ist die faktische Existenz des beschriebenen Objekts keine notwendige Bedingung. Vor allem in antiken Texten finden sich Ekphrasen, die ein nur in der textuellen Fiktion existierendes Kunstwerk beschreiben. Nach Giuliani stellt vor allem „die Abwesenheit der Bilder eine notwendige Bedingung des ästhetischen Spiels” dar (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 94). Ziel ist dabei immer, in den Zuhöreren Emotionen auszulösen (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Webb 1999a&#039;&amp;gt;Webb 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 13). In der Rhetorikausbildung sollte durch Ekphrasis die affektive Wirkung der Beschreibung auf die Zuhörer eingeübt werden. Durch Ekphrasis soll ein maximaler Anschaulichkeitseffekt (&#039;&#039;enargeia&#039;&#039;/&#039;&#039;evidentia&#039;&#039;) erzielt werden. Nach Quintilian ist &#039;&#039;enargeia&#039;&#039; die Eigenschaft der Rede, Vergangenes oder allgemein nicht Gegenwärtiges vor dem inneren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emotionale Bewegtheit des Rhetors den Wortcharakter des Textes aufzuheben,&amp;lt;ref&amp;gt; Quintilian, &#039;&#039;De institutione oratoria&#039;&#039;, IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63. &amp;lt;/ref&amp;gt; was in der Formel „an die äußere tritt die innere Schau” programmatisch zusammengefasst werden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Graf 1995a&#039;&amp;gt;Graf 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 145-146). Männlein-Robert stellt den besonderen Anteil des Lesers/Betrachters an der Konstitution des imaginierten Bildes heraus, denn die Beschreibung der Kunstwerke vor allem in der hellenistischen Dichtung sei in der Regel „ausschnitthaft und auf Wesentliches konzentriert” (&amp;lt;bib id=&#039;Männlein-Robert 2007a&#039;&amp;gt;Männlein-Robert 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis und Kunstbeschreibung====&lt;br /&gt;
Aus der Ekphrasis als rhetorischer Form entwickelt sich in der Spätantike eine selbstständige literarische Textgattung der Bild- bzw. Kunstbeschreibung.&amp;lt;ref&amp;gt; Ausführlich wird die Gattungsgeschichte dargestellt in: &amp;lt;bib id=&#039;Friedländer 1912&#039;&amp;gt;Friedländer 1912&amp;lt;/bib&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die um 200 n. Chr. entstandenen &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; des Philostrat gelten als ihr frühestes Beispiel (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, Graf 1995). In der einleitenden Vorrede wird der vermeintliche Entstehungskontext des Werkes erläutert – angeblich eine Demonstration der Redekunst des Autors vor jugendlichen Rhetorikschülern. Die folgenden 65 Beschreibungen von Kunstwerken weisen aber eine ganz eigene Narrativität auf, die über die bloße Beschreibung eines Bildes hinaus gehen und einen eigenen narrativen Fiktionsraum schaffen. Mit seinem Text lobt Philostrat die Bildkunst und stellt zugleich die Überlegenheit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 95).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entwicklung der Kunsttheorie in der Frühen Neuzeit verändert sich auch die Form der Kunstbeschreibungen, die nicht mehr &amp;quot;nur&amp;quot; Teil eines literarischen Werks sind wie beispielsweise in den zahlreichen Künstlerviten. Die Vergegenwärtigung eines spezifischen Bildes durch eine detailgenaue Beschreibung rückt in den Mittelpunkt, und es werden, u.a. von Giorgio Vasari, Gian Pietro Bellori, André Félibien und später auch von Denis Diderot, systematische Kriterien entwickelt - wie die Beachtung der Komposition, der Stilidiome, der Ikonographie -, die eine Beschreibung im Hinblick auf Wiedererkennbarkeit des einzelnen Kunstwerks zum Ziel haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 1995a&#039;&amp;gt;Rosenberg 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 306). Bildbeschreibungen sind ein zentrales Element in Kunstkritik und Kunstwissenschaft, die aus der Rhetorik eigene Maßstäbe für die Bewertung von Kunstwerken entwickelten (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 271).&amp;lt;ref&amp;gt; Beispielsweise wurden die beiden ersten Produktionsstadien der Rede &#039;&#039;inventio&#039;&#039; und &#039;&#039;dispotio&#039;&#039; aus der Rhetorik für den Kunstdiskurs übernommen; die Kriterien der &#039;&#039;elocutio&#039;&#039;, &#039;&#039;memoria&#039;&#039; und &#039;&#039;pronuntiatio&#039;&#039; jedoch nicht (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 272).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem antike literarische Ekphrasen wurden in der Frühen Neuzeit Vorlage bildkünstlerischen Schaffens, wie beispielsweise Tizians &#039;&#039;Venusfest&#039;&#039; (1518-19, Madrid, Prado), das Passagen aus Philostrats &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; bildkünstlerisch umsetzt (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2001a&#039;&amp;gt;Rosen 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;, 92ff; für weitere Bsp. &amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 78-79).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1990er Jahren steht die Ekphrasis im besonderen Interesse der literatur-, sprach- , kunst- und bildwissenschaftlichen Forschung vor allem im Hinblick auf intermediale Bezüge und Zeichenhaftigkeit, wobei immer auch definitorische Aktualisierungen und Präzisierungen unternommen werden (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995a&#039;&amp;gt;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Boehm 1995a&#039;&amp;gt;Boehm 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer 1996a&#039;&amp;gt;Pfotenhauer 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Wagner 1996a&#039;&amp;gt;Wagner 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2001a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;;  &amp;lt;bib id=&#039;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004a&#039;&amp;gt;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Drügh 2006a&#039;&amp;gt;Drügh 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Baumann 2011&#039;&amp;gt;Baumann 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder für die ausschließliche Verwendung des Begriffs im antiken Kontext plädiert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Webb 2009a&#039;&amp;gt;Webb 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beispiele====&lt;br /&gt;
Gewissermaßen als Urtext der literarischen Ekphrasis gilt die Beschreibung des Schildes des Achill in der &#039;&#039;Ilias&#039;&#039; des Homer (18. Gesang, 478-608, Hampe 1979). Die besondere narrative Qualität des Textes lässt Hörer bzw. Leser dem Entstehungsprozess des Schildes in der Schmiede des Hephaistos beiwohnen. Die Rezipienten werden sukzessive zu einer vollständigen Imagination und Vergegenwärtigung angeleitet (ausführlich dazu: &amp;lt;bib id=&#039;Moog-Grünewald 2001a&#039;&amp;gt;Moog-Grünewald 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;ref&amp;gt; Das Besondere der gesamten Schildbeschreibung ist die Selbstreferentialität des Textes. Der Vortragende tritt als Künstler in Erscheinung und der Text selbst wird als Kunstwerk vorgeführt. Somit wird offenbar, dass es sich auch bei dem Schild um ein fiktives Kunstwerk handelt (ebd.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nun formt&#039; er den Schild, den ungeheuren und starken,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ganz ausschmückend mit Kunst. Ihn umzog er mit schimmerndem Rande, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dreifach und blank, und fügte das silberne schöne Gehenk an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus fünf Schichten gedrängt war der Schild selbst; oben darauf nun&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bildet&#039; er mancherlei Kunst mit erfindungsreichem Verstande. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Drauf nun schuf er die Erd&#039;, und das wogende Meer, und den Himmel,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch den vollen Mond, und die rastlos laufende Sonne; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drauf zwei Städt&#039; auch schuf er der vielfach redenden Menschen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Blühende: voll war die ein&#039; hochzeitlicher Fest&#039; und Gelage.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Junge Bräut&#039; aus den Kammern, geführt beim Scheine der Fackeln,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gingen einher durch die Stadt; und hell erhob sich das Brautlied:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Tanzende Jünglinge drehten behende sich unter dem Klange, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der von Flöten und Harfen ertönete; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vasaris &#039;&#039;Vite dei più illustri pittori, scultori ed architetti&#039;&#039; (1550/ 1568) enthalten  zahlreiche ekphrastische Passagen nach rhetorischem Muster, in denen die Bilder vorrangig in Hinblick auf ihre narrativen Qualitäten beschrieben werden (Alpers 1960/1995). Ausführlicher sind die zahlreiche Bildbeschreibungen in Belloris &#039;&#039;Le vite de&#039; pittori, scultori et architetti moderni&#039;&#039; (1672). In der Kunstgeschichte bzw. -wissenschaft ist die Beschreibung von Kunstwerken zentral und wirft immer wieder die Frage auf, inwiefern Sprache abbildet und abbilden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Baxandall 1990a&#039;&amp;gt;Baxandall 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Bätschmann 2009a&#039;&amp;gt;Bätschmann 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;). Beispielhaft sei Aby Warburg genannt, der in seiner amorphen, an Neologismen reichen Sprache in Bezug auf die sprachwissenschaftlichen Theorien seiner Zeit versucht hat in „sprachlicher Bildkonzeption verbunden mit bildlicher Sprachkonzeption” (&amp;lt;bib id=&#039;Schiffermüller 2009a&#039;&amp;gt;Schiffermüller 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;, 9) bildlichen Ausdruckswerten ein sprachliches Abbild zu verleihen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beispiele literarischer Ekphrasis sind zahlreich.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine umfangreiche Liste ekphrastischer Werke von der Antike bis zum Mittelalter liefert &amp;lt;bib id=&#039;Downey 1959a&#039;&amp;gt;Downey 1959&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine besondere Rolle kommt der Ekphrasis in der Lyrik, im so genannten Bildgedicht zu (&amp;lt;bib id=&#039;Kranz 1976a&#039;&amp;gt;Kranz 1976&amp;lt;/bib&amp;gt;; Hollander 1995; &amp;lt;bib id=&#039;Frangenberg 2003a&#039;&amp;gt;Frangenberg 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis im Kontext====&lt;br /&gt;
Schon &#039;&#039;qua definitionem&#039;&#039; ist Ekphrasis eine Form der Intermedialität, da es um die Übertragung eines bildkünstlerischen Mediums in Sprachkunst geht (&amp;lt;bib id=&#039;Reulecke 2002a&#039;&amp;gt;Reulecke 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;). In diesem Kontext wird natürlich auch der Topos des &#039;&#039;paragone&#039;&#039;, des Wettstreits der Künste, aufgerufen und damit die auf Horaz zurückgehende Formel [http://www.bildwissenschaft.org/netzwerk/glossar/index.php/Ut_pictura_poesis Ut pictura poiesis],  in der das Verhältnis von Malerei und Dichtung thematisiert wird.&lt;br /&gt;
Im Kontext der Ekphrasis steht auch immer die Frage nach der Narration bzw. nach dem Verhältnis von Beschreibung und Erzählung, von &#039;&#039;histoire&#039;&#039; und &#039;&#039;discours&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Fowler 1991a&#039;&amp;gt;Fowler 1991&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Hollander stellt einen Bezug zu Emblemen (&#039;&#039;imprese&#039;&#039;) her und weist auf die Beziehung von Bild und Text hin. Der bildbegleitende Text sei eine „reductive ecphrasis” (Hollander 1995). &lt;br /&gt;
Problemstellungen in der Semiotik führen zu der Frage, wie denn Wörter bildhaften, in gewisser Weise abbildhaften, gegenständlichen Charakter annehmen können, wenn sie doch selber nur Abstrakta sind – und berühren damit den Kern der Ekphrasis (&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1992a&#039;&amp;gt;Krieger 1992&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1995a&#039;&amp;gt;Krieger 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Bildvorstellungen]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Darstellung]]&lt;br /&gt;
* [[Einbildungskraft]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Metapher]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Ut pictura poiesis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Barbara Thönnes|Thönnes, Barbara]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Barbara Thönnes</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=11391</id>
		<title>Ekphrasis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=11391"/>
		<updated>2013-02-13T11:58:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Barbara Thönnes: /* Ekphrasis – hörend und lesend sehen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
====Ekphrasis – hörend und lesend sehen====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ekphrasis“ ist ein aus der Rhetorik stammender Begriff, der eine besonders anschauliche, weil wirkmächtige sprachliche Darstellung bezeichnet. Im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch, der unter „Ekphrasis“ die Kunstbeschreibung versteht, begriff die Antike darunter noch jedwede Beschreibung von Gegenständen, darunter auch von Kunstwerken, aber ebenso von Personen, Landschaften und Bauwerken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nikolaos von Myra definiert Ekphrasis als „eine ausführliche Rede, die das zu Zeigende deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfolge von Ereignissen geschildert wird. Ekphrasis zielt auf höchste Anschaulichkeit, sie versucht durch das Wort zur [[Bildvorstellungen|Imagination von Bildern]] anzuleiten, also „die Hörer zu Zuschauern zu machen”.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Zitat lautet im Weiteren: „Wir beschreiben aber Orte, Zeiten, Personen, Feste, Taten […]. Wann immer wir aber beschreiben möchten […] Statuen oder Bilder oder derartiges sonst, soll man aber versuchen, Überlegungen zu solchem oder solchem hinzuzufügen von Seiten der Verfassung des Malers oder des Bildhauers.” (&amp;lt;bib id=&#039;Spengel 1966a&#039;&amp;gt;Spengel 1966a&amp;lt;/bib&amp;gt;, 491; &amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 40) &amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Verwendung von [[Metapher]]n, lautmalerischen Wendungen und Synästhesien wird ein mentales Vor-Augen-stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzählung” nicht unterbrochen, sondern um eine allegorische Ebene erweitert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das griechische Wort „Ekphrasis” (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, aussprechen) bezeichnet eine besonders anschauliche Beschreibung oder eine mit allen Sinnen vergegenwärtigende [[Darstellung]] eines Geschehens in einer Rede. Das Gegenstück in der lateinischen Rhetorik ist &#039;&#039;descriptio&#039;&#039;, allerdings setzte sich der griechische Terminus durch. Die &#039;&#039;descriptio&#039;&#039; war im Gegensatz zur Ekphrasis keine eigene Gattung, sondern nur Beschreibung im allgemeinen Sinn, und sie wurde auch nicht wie die Ekphrasis institutioneller Bestandteil der Anfängerübungen, der so genannten &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt; Vier der Bücher mit &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039; aus dem 1. bis 5. Jahrhundert sind überliefert. Ihre Autoren sind Aelius Theon, Hermogenes, Aphtonius Sophistes und Nikolaos von Myra. Letzterer ist der einzige Autor, der explizit Kunstwerke als Gegenstand der Ekphrasis erwähnt (&amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 34-41.)&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
 In der neuzeitlichen und modernen Bildbeschreibung bezeichnet „Ekphrasis“ die charakterisierende Beschreibung eines meist real existierenden Kunstwerks, was auch in einer neueren Definition von Ekphrasis Ausdruck findet: „ekphrasis is the verbal representation of visual representation” (&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, XX).&amp;lt;ref&amp;gt; Umstritten bleibt die Verwendung des Begriffs in der Musik(-wissenschaft) im Sinne von Komponieren nach Bildern bzw. von programmbezogenem Komponieren. (Weiterführend dazu beispielsweise &amp;lt;bib id=&#039;Fink 1988a&#039;&amp;gt;Fink 1988&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Bruhn 2000a&#039;&amp;gt;Bruhn 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ziel und Funktion der Ekphrasis====&lt;br /&gt;
Die visuelle Qualität der Sprache soll genutzt werden, um die abwesenden Bilder wie anwesend erscheinen zu lassen. Dabei ist die faktische Existenz des beschriebenen Objekts keine notwendige Bedingung. Vor allem in antiken Texten finden sich Ekphrasen, die ein nur in der textuellen Fiktion existierendes Kunstwerk beschreiben. Nach Giuliani stellt vor allem „die Abwesenheit der Bilder eine notwendige Bedingung des ästhetischen Spiels” dar (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 94). Ziel ist dabei immer, in den Zuhöreren Emotionen auszulösen (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Webb 1999a&#039;&amp;gt;Webb 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 13). In der Rhetorikausbildung sollte durch Ekphrasis die affektive Wirkung der Beschreibung auf die Zuhörer eingeübt werden. Durch Ekphrasis soll ein maximaler Anschaulichkeitseffekt (&#039;&#039;enargeia&#039;&#039;/&#039;&#039;evidentia&#039;&#039;) erzielt werden. Nach Quintilian ist &#039;&#039;enargeia&#039;&#039; die Eigenschaft der Rede, Vergangenes oder allgemein nicht Gegenwärtiges vor dem inneren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emotionale Bewegtheit des Rhetors den Wortcharakter des Textes aufzuheben,&amp;lt;ref&amp;gt; Quintilian, &#039;&#039;De institutione oratoria&#039;&#039;, IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63. &amp;lt;/ref&amp;gt; was in der Formel „an die äußere tritt die innere Schau” programmatisch zusammengefasst werden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Graf 1995a&#039;&amp;gt;Graf 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 145-146). Männlein-Robert stellt den besonderen Anteil des Lesers/Betrachters an der Konstitution des imaginierten Bildes heraus, denn die Beschreibung der Kunstwerke vor allem in der hellenistischen Dichtung sei in der Regel „ausschnitthaft und auf Wesentliches konzentriert” (&amp;lt;bib id=&#039;Männlein-Robert 2007a&#039;&amp;gt;Männlein-Robert 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis und Kunstbeschreibung====&lt;br /&gt;
Aus der Ekphrasis als rhetorischer Form entwickelt sich in der Spätantike eine selbstständige literarische Textgattung der Bild- bzw. Kunstbeschreibung.&amp;lt;ref&amp;gt; Ausführlich wird die Gattungsgeschichte dargestellt in: &amp;lt;bib id=&#039;Friedländer 1912&#039;&amp;gt;Friedländer 1912&amp;lt;/bib&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die um 200 n. Chr. entstandenen &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; des Philostrat gelten als ihr frühestes Beispiel (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, Graf 1995). In der einleitenden Vorrede wird der vermeintliche Entstehungskontext des Werkes erläutert – angeblich eine Demonstration der Redekunst des Autors vor jugendlichen Rhetorikschülern. Die folgenden 65 Beschreibungen von Kunstwerken weisen aber eine ganz eigene Narrativität auf, die über die bloße Beschreibung eines Bildes hinaus gehen und einen eigenen narrativen Fiktionsraum schaffen. Mit seinem Text lobt Philostrat die Bildkunst und stellt zugleich die Überlegenheit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 95).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entwicklung der Kunsttheorie in der Frühen Neuzeit verändert sich auch die Form der Kunstbeschreibungen, die nicht mehr &amp;quot;nur&amp;quot; Teil eines literarischen Werks sind wie beispielsweise in den zahlreichen Künstlerviten. Die Vergegenwärtigung eines spezifischen Bildes durch eine detailgenaue Beschreibung rückt in den Mittelpunkt, und es werden, u.a. von Giorgio Vasari, Gian Pietro Bellori, André Félibien und später auch von Denis Diderot, systematische Kriterien entwickelt - wie die Beachtung der Komposition, der Stilidiome, der Ikonographie -, die eine Beschreibung im Hinblick auf Wiedererkennbarkeit des einzelnen Kunstwerks zum Ziel haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 1995a&#039;&amp;gt;Rosenberg 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 306). Bildbeschreibungen sind ein zentrales Element in Kunstkritik und Kunstwissenschaft, die aus der Rhetorik eigene Maßstäbe für die Bewertung von Kunstwerken entwickelten (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 271).&amp;lt;ref&amp;gt; Beispielsweise wurden die beiden ersten Produktionsstadien der Rede &#039;&#039;inventio&#039;&#039; und &#039;&#039;dispotio&#039;&#039; aus der Rhetorik für den Kunstdiskurs übernommen; die Kriterien der &#039;&#039;elocutio&#039;&#039;, &#039;&#039;memoria&#039;&#039; und &#039;&#039;pronuntiatio&#039;&#039; jedoch nicht (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 272).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem antike literarische Ekphrasen wurden in der Frühen Neuzeit Vorlage bildkünstlerischen Schaffens, wie beispielsweise Tizians &#039;&#039;Venusfest&#039;&#039; (1518-19, Madrid, Prado), das Passagen aus Philostrats &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; bildkünstlerisch umsetzt (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2001a&#039;&amp;gt;Rosen 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;, 92ff; für weitere Bsp. &amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 78-79).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1990er Jahren steht die Ekphrasis im besonderen Interesse der literatur-, sprach- , kunst- und bildwissenschaftlichen Forschung vor allem im Hinblick auf intermediale Bezüge und Zeichenhaftigkeit, wobei immer auch definitorische Aktualisierungen und Präzisierungen unternommen werden (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995a&#039;&amp;gt;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Boehm 1995a&#039;&amp;gt;Boehm 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer 1996a&#039;&amp;gt;Pfotenhauer 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib&amp;gt; id=&#039;Wagner 1996a&#039;&amp;gt;Wagner 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2001a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;;  &amp;lt;bib id=&#039;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004a&#039;&amp;gt;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Drügh 2006a&#039;&amp;gt;Drügh 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Baumann 2011&#039;&amp;gt;Baumann 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder für die ausschließliche Verwendung des Begriffs im antiken Kontext plädiert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Webb 2009a&#039;&amp;gt;Webb 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beispiele====&lt;br /&gt;
Gewissermaßen als Urtext der literarischen Ekphrasis gilt die Beschreibung des Schildes des Achill in der &#039;&#039;Ilias&#039;&#039; des Homer (18. Gesang, 478-608, Hampe 1979). Die besondere narrative Qualität des Textes lässt Hörer bzw. Leser dem Entstehungsprozess des Schildes in der Schmiede des Hephaistos beiwohnen. Die Rezipienten werden sukzessive zu einer vollständigen Imagination und Vergegenwärtigung angeleitet (ausführlich dazu: &amp;lt;bib id=&#039;Moog-Grünewald 2001a&#039;&amp;gt;Moog-Grünewald 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;ref&amp;gt; Das Besondere der gesamten Schildbeschreibung ist die Selbstreferentialität des Textes. Der Vortragende tritt als Künstler in Erscheinung und der Text selbst wird als Kunstwerk vorgeführt. Somit wird offenbar, dass es sich auch bei dem Schild um ein fiktives Kunstwerk handelt (ebd.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nun formt&#039; er den Schild, den ungeheuren und starken,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ganz ausschmückend mit Kunst. Ihn umzog er mit schimmerndem Rande, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dreifach und blank, und fügte das silberne schöne Gehenk an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus fünf Schichten gedrängt war der Schild selbst; oben darauf nun&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bildet&#039; er mancherlei Kunst mit erfindungsreichem Verstande. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Drauf nun schuf er die Erd&#039;, und das wogende Meer, und den Himmel,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch den vollen Mond, und die rastlos laufende Sonne; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drauf zwei Städt&#039; auch schuf er der vielfach redenden Menschen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Blühende: voll war die ein&#039; hochzeitlicher Fest&#039; und Gelage.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Junge Bräut&#039; aus den Kammern, geführt beim Scheine der Fackeln,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gingen einher durch die Stadt; und hell erhob sich das Brautlied:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Tanzende Jünglinge drehten behende sich unter dem Klange, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der von Flöten und Harfen ertönete; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vasaris &#039;&#039;Vite dei più illustri pittori, scultori ed architetti&#039;&#039; (1550/ 1568) enthalten  zahlreiche ekphrastische Passagen nach rhetorischem Muster, in denen die Bilder vorrangig in Hinblick auf ihre narrativen Qualitäten beschrieben werden (Alpers 1960/1995). Ausführlicher sind die zahlreiche Bildbeschreibungen in Belloris &#039;&#039;Le vite de&#039; pittori, scultori et architetti moderni&#039;&#039; (1672). In der Kunstgeschichte bzw. -wissenschaft ist die Beschreibung von Kunstwerken zentral und wirft immer wieder die Frage auf, inwiefern Sprache abbildet und abbilden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Baxandall 1990a&#039;&amp;gt;Baxandall 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Bätschmann 2009a&#039;&amp;gt;Bätschmann 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;). Beispielhaft sei Aby Warburg genannt, der in seiner amorphen, an Neologismen reichen Sprache in Bezug auf die sprachwissenschaftlichen Theorien seiner Zeit versucht hat in „sprachlicher Bildkonzeption verbunden mit bildlicher Sprachkonzeption” (&amp;lt;bib id=&#039;Schiffermüller 2009a&#039;&amp;gt;Schiffermüller 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;, 9) bildlichen Ausdruckswerten ein sprachliches Abbild zu verleihen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beispiele literarischer Ekphrasis sind zahlreich.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine umfangreiche Liste ekphrastischer Werke von der Antike bis zum Mittelalter liefert &amp;lt;bib id=&#039;Downey 1959a&#039;&amp;gt;Downey 1959&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine besondere Rolle kommt der Ekphrasis in der Lyrik, im so genannten Bildgedicht zu (&amp;lt;bib id=&#039;Kranz 1976a&#039;&amp;gt;Kranz 1976&amp;lt;/bib&amp;gt;; Hollander 1995; &amp;lt;bib id=&#039;Frangenberg 2003a&#039;&amp;gt;Frangenberg 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis im Kontext====&lt;br /&gt;
Schon &#039;&#039;qua definitionem&#039;&#039; ist Ekphrasis eine Form der Intermedialität, da es um die Übertragung eines bildkünstlerischen Mediums in Sprachkunst geht (&amp;lt;bib id=&#039;Reulecke 2002a&#039;&amp;gt;Reulecke 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;). In diesem Kontext wird natürlich auch der Topos des &#039;&#039;paragone&#039;&#039;, des Wettstreits der Künste, aufgerufen und damit die auf Horaz zurückgehende Formel [http://www.bildwissenschaft.org/netzwerk/glossar/index.php/Ut_pictura_poesis Ut pictura poiesis],  in der das Verhältnis von Malerei und Dichtung thematisiert wird.&lt;br /&gt;
Im Kontext der Ekphrasis steht auch immer die Frage nach der Narration bzw. nach dem Verhältnis von Beschreibung und Erzählung, von &#039;&#039;histoire&#039;&#039; und &#039;&#039;discours&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Fowler 1991a&#039;&amp;gt;Fowler 1991&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Hollander stellt einen Bezug zu Emblemen (&#039;&#039;imprese&#039;&#039;) her und weist auf die Beziehung von Bild und Text hin. Der bildbegleitende Text sei eine „reductive ecphrasis” (Hollander 1995). &lt;br /&gt;
Problemstellungen in der Semiotik führen zu der Frage, wie denn Wörter bildhaften, in gewisser Weise abbildhaften, gegenständlichen Charakter annehmen können, wenn sie doch selber nur Abstrakta sind – und berühren damit den Kern der Ekphrasis (&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1992a&#039;&amp;gt;Krieger 1992&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1995a&#039;&amp;gt;Krieger 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Bildvorstellungen]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Darstellung]]&lt;br /&gt;
* [[Einbildungskraft]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Metapher]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[ ]]&lt;br /&gt;
* [[Ut pictura poiesis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Barbara Thönnes|Thönnes, Barbara]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Barbara Thönnes</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6790</id>
		<title>Ekphrasis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6790"/>
		<updated>2011-09-30T18:17:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Barbara Thönnes: /* Ekphrasis im Kontext */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
====Ekphrasis – hörend und lesend sehen====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ekphrasis ist ein aus der Rhetorik stammender Begriff, der eine besonders anschauliche, weil wirkmächtige sprachliche Darstellung bezeichnet. Im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch im Sinne von Kunstbeschreibung, bezeichnete &#039;&#039;Ekphrasis&#039;&#039; in der Antike jedwede Beschreibung von Gegenständen, darunter auch von Kunstwerken, aber ebenso von Personen, Landschaften und Bauwerken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nikolaos von Myra definiert &#039;&#039;E.&#039;&#039; als „eine ausführliche Rede, die das zu Zeigende deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfolge von Ereignissen geschildert wird. Durch einen fingierten medialen Wechsel vom Wort zum imaginierten Bild, soll höchstmögliche Anschaulichkeit erreicht werden. E. soll „die Hörer zu Zuschauern zu machen”.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Zitat lautet im weiteren: „Wir beschreiben aber Orte, Zeiten, Personen, Feste, Taten […]. Wann immer wir aber beschreiben möchten […] Statuen oder Bilder oder derartiges sonst, soll man aber versuchen, Überlegungen zu solchem oder solchem hinzuzufügen von Seiten der Verfassung des Malers oder des Bildhauers.” (&amp;lt;bib id=&#039;Spengel 1966a&#039;&amp;gt;Spengel 1966a&amp;lt;/bib&amp;gt;, 491; &amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 40) &amp;lt;/ref&amp;gt; Mit der Überschreitung dieser imaginären medialen Grenze  wird der Sehsinn, dem nach Aristoteles der höchste Erkenntniswert beigemessen wird, gegenüber dem Hörsinn bevorzugt.&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles: &#039;&#039;De anima&#039;&#039;, 424b, 22ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Verwendung von Metaphern, lautmalerischen Wendungen und Synästesien wird ein mentales Vor-Augen-stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzählung” nicht unterbrochen, sondern um eine allegorische Ebene erweitert werde (&amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das griechische Wort ἔκ-φρασις (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, Aussprechen oder das Aussprechende; im Plural &#039;&#039;Ekphraseis&#039;&#039; oder &#039;&#039;Ekphrasen&#039;&#039;) bezeichnet eine besonders anschauliche Beschreibung oder eine mit allen Sinnen vergegenwärtigende Darstellung eines Geschehens in einer Rede. Das Äquivalent in der lateinischen Rhetorik ist &#039;&#039;descriptio&#039;&#039;, wobei sich der griechische Terminus durchsetzte, da &#039;&#039;E.&#039;&#039; überwiegend in griechischen Rhetoriklehrbüchern, den sog. &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;,&amp;lt;ref&amp;gt; Vier der &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;, der Rhetoriklehrbücher aus dem 1. bis 5. Jahrhundert, sind überliefert. Ihre Autoren sind Aelius Theon, Hermogenes, Aphtonius Sophistes und Nikolaos von Myra. Letzterer ist der einzige Autor, der explizit Kunstwerke als Gegenstand der Ekphrasis erwähnt (&amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 34-41.)&amp;lt;/ref&amp;gt; behandelt wird. In der neuzeitlichen und modernen Bildbeschreibung bezeichnet &#039;&#039;E.&#039;&#039; die charakterisierende Beschreibung eines meist real existierenden Kunstwerks, was auch in einer neueren Definition von &#039;&#039;E.&#039;&#039; Ausdruck findet: „ekphrasis is the verbal representation of visual representation” (&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, XX).&amp;lt;ref&amp;gt; Umstritten bleibt die Verwendung des Begriffs in der Musik(-wissenschaft) als musikalische Ekphrasis im Sinne von Komponieren nach Bildern bzw. &#039;&#039;E.&#039;&#039; als Beispiel für programmbezogenes Komponieren. (Weiterfrührend dazu bspw. &lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Fink 1988a&#039;&amp;gt;Fink 1988&amp;lt;/bib&amp;gt; und  &amp;lt;bib id=&#039;Bruhn 2000a&#039;&amp;gt;Bruhn 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ziel und Funktion der Ekphrasis====&lt;br /&gt;
Die visuelle Qualität der Sprache soll genutzt werden, um die abwesenden Bilder wie anwesend erscheinen zu lassen. Dabei ist die faktische Existenz des beschriebenen Objekts keine notwendige Bedingung. Vor allem in antiken Texten finden sich Ekphrasen, die ein nur in der textuellen Fiktion existierendes Kunstwerk beschreiben. Nach Giuliani stellt vor allem „die Abwesenheit der Bilder eine notwendige Bedingung des ästhetischen Spiels” dar (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 94). Dies erfolgt immer mit Konzentration auf die Bewegung der Emotionen der Zuhörer (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Webb 1999a&#039;&amp;gt;Webb 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 13). In der Rhetorikausbildung sollte durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; die affektive Wirkung der Beschreibung auf die Zuhörer eingeübt werden. Durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; soll ein maximaler Anschaulichkeitseffekt (&#039;&#039;enargeia&#039;&#039;/ &#039;&#039;evidentia&#039;&#039;) erzielt werden. Nach Quintilian ist &#039;&#039;enargeia&#039;&#039; die Eigenschaft der Rede, Vergangenes oder allgemein nicht Gegenwärtiges vor dem inneren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emotionale Bewegtheit des Rhetors den Wortcharakter des Textes aufzuheben,&amp;lt;ref&amp;gt; Quintilian, &#039;&#039;De institutione oratoria&#039;&#039;, IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63. &amp;lt;/ref&amp;gt; was in der Formel „an die äußere tritt die innere Schau” programmatisch zusammengefasst werden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Graf 1995a&#039;&amp;gt;Graf 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 145-146). Männlein-Robert stellt den besonderen Anteil des Lesers/ Betrachters an der Konstitution des imaginierten Bildes heraus, denn die Beschreibung der Kunstwerke v.a. in der hellenistischen Dichtung, sei in der Regel „ausschnitthaft und auf Wesentliches konzentriert” (&amp;lt;bib id=&#039;Männlein-Robert 2007a&#039;&amp;gt;Männlein-Robert 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis und Kunstbeschreibung====&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;E.&#039;&#039; als rhetorischer Form entwickelt sich in der Spätantike eine selbstständige literarische Textgattung der Bild- bzw. Kunstbeschreibung.&amp;lt;ref&amp;gt; Ausführlich wird die Gattungsgeschichte dargestellt in : &amp;lt;bib id=&#039;Friedländer 1912&#039;&amp;gt;Friedländer 1912&amp;lt;/bib&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die um 200 n. Chr. entstandenen &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; des Philostrat gelten als ihr frühestes Beispiel (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, Graf 1995). In der einleitenden Vorrede wird der vermeintliche Entstehungskontext des Werkes erläutert  – angeblich eine Demonstration der Redekunst des Autors vor jugendlichen Rhetorikschülern. Die folgenden 65 Beschreibungen von Kunstwerken weisen aber eine ganz eigene Narrativität auf, die über die bloße Beschreibung eines Bildes hinaus gehen und einen eigenen narrativen Fiktionsraum schaffen. Mit seinem Text lobt Philostrat die Bildkunst und stellt zugleich die Überlegenheit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 95).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entwicklung der Kunsttheorie in der Frühen Neuzeit verändert sich auch die Form der Kunstbeschreibungen, die nicht mehr &amp;quot;nur&amp;quot; Teil eines literarischen Werks sind wie bspw. in den zahlreichen Künstlerviten. Die Vergegenwärtigung eines spezifischen Bildes durch eine detailgenaue Beschreibung rückt in den Mittelpunkt und es werden, u.a. von Giorgio Vasari, Gian Pietro Bellori, André Félibien und später auch von Denis Diderot, systematische Kriterien entwickelt -- wie die Beachtung der Komposition, der Stilidiome, der Ikonographie --, die eine Beschreibung im Hinblick auf Wiedererkennbarkeit des einzelnen Kunstwerks zum Ziel haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 1995a&#039;&amp;gt;Rosenberg 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 306). Bildbeschreibungen sind ein zentrales Element in Kunstkritik und Kunstwissenschaft, die aus den rhetorischen Kriterien eigene Maßstäbe für die Bewertung von Kunstwerken entwickelten (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 271).&amp;lt;ref&amp;gt; Beispielsweise wurden die beiden ersten Produktionsstadien der Rede &#039;&#039;inventio&#039;&#039; und &#039;&#039;dispotio&#039;&#039; aus der Rhetorik für den Kunstdiskurs übernommen; die Kriterien der &#039;&#039;elocutio&#039;&#039;, &#039;&#039;memoria&#039;&#039; und &#039;&#039;pronuntiatio&#039;&#039; jedoch nicht (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 272).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem antike literarische Ekphrasen wurden in der Frühen Neuzeit Vorlage bildkünstlerischen Schaffens, wie bspw. Tizians &#039;&#039;Venusfest&#039;&#039; (1518-19, Madrid, Prado), das Passagen aus Philostrats &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; bildkünstlerisch umsetzt (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2001a&#039;&amp;gt;Rosen 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;, 92ff; für weitere Bsp. &amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 78-79).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1990er Jahren steht &#039;&#039;E.&#039;&#039; im besonderen Interesse der literatur-, sprach- , kunst- und bildwissenschaftlichen Forschung vor allem im Hinblick auf intermediale Bezüge und Zeichenhaftigkeit, wobei immer auch definitorische Aktualisierungen und Präzisierungen unternommen werden (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995a&#039;&amp;gt;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Boehm 1995a&#039;&amp;gt;Boehm 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer 1996a&#039;&amp;gt;Pfotenhauer 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib&amp;gt; id=&#039;Wagner 1996a&#039;&amp;gt;Wagner 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2001a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;;  &amp;lt;bib id=&#039;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004a&#039;&amp;gt;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Drügh 2006a&#039;&amp;gt;Drügh 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Baumann 2011&#039;&amp;gt;Baumann 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder für die ausschließliche Verwendung des Begriffs im antiken Kontext plädiert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Webb 2009a&#039;&amp;gt;Webb 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beispiele====&lt;br /&gt;
Als der &amp;quot;Urtext&amp;quot; der literarischen &#039;&#039;E.&#039;&#039; gilt die Beschreibung des Schildes des Achill in der &#039;&#039;Ilias&#039;&#039; des Homer (18. Gesang, 478-608, Hampe 1979). Die besondere narrative Qualität des Textes lässt Hörer bzw. Leser dem Entstehungsprozess des Schildes in der Schmiede des Hephaistos beiwohnen.  Die Anschaulichkeit wird sukzessive aufgebaut und hat Vergegenwärtigung durch Imagination zum Ziel (ausführlich dazu: &amp;lt;bib id=&#039;Moog-Grünewald 2001a&#039;&amp;gt;Moog-Grünewald 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;ref&amp;gt; Das Besondere der gesamten Schildbeschreibung ist die Selbstreferentialität des Textes. Der Vortragende tritt als Künstler in Erscheinung und der Text selbst wir als Kunstwerk vorgeführt wird. Somit wird offenbar, dass es sich auch bei dem Schild um ein fiktives Kunstwerk handelt (ebd.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nun formt&#039; er den Schild, den ungeheuren und starken,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ganz ausschmückend mit Kunst. Ihn umzog er mit schimmerndem Rande, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dreifach und blank, und fügte das silberne schöne Gehenk an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus fünf Schichten gedrängt war der Schild selbst; oben darauf nun&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bildet&#039; er mancherlei Kunst mit erfindungsreichem Verstande. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Drauf nun schuf er die Erd&#039;, und das wogende Meer, und den Himmel,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch den vollen Mond, und die rastlos laufende Sonne; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drauf zwei Städt&#039; auch schuf er der vielfach redenden Menschen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Blühende: voll war die ein&#039; hochzeitlicher Fest&#039; und Gelage.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Junge Bräut&#039; aus den Kammern, geführt beim Scheine der Fackeln,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gingen einher durch die Stadt; und hell erhob sich das Brautlied:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Tanzende Jünglinge drehten behende sich unter dem Klange, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der von Flöten und Harfen ertönete; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vasaris &#039;&#039;Vite dei più illustri pittori, scultori ed architetti&#039;&#039; (1550/ 1568) enthalten  zahlreiche ekphrastische Passagen nach rhetorischem Muster, in denen die Bilder vorrangig in Hinblick auf ihre narrativen Qualitäten beschrieben werden (Alpers 1960/ 1995). Ausführlicher sind die zahlreiche Bildbeschreibungen in Belloris &#039;&#039;Le vite de&#039; pittori, scultori et architetti moderni&#039;&#039; (1672). In der Kunstgeschichte bzw. -wissenschaft ist die Beschreibung von Kunstwerken zentral und wirft immer wieder die Frage nach dem Abbildcharakter der Sprache auf (&amp;lt;bib id=&#039;Baxandall 1990a&#039;&amp;gt;Baxandall 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Bätschmann 2009a&#039;&amp;gt;Bätschmann 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;). Beispielhaft sei Aby Warburg genannt, der in seiner amorphen, an Neologismen reichen Sprache in Bezug auf die sprachwissenschaftlichen Theorien seiner Zeit versucht hat in „sprachlicher Bildkonzeption verbunden mit bildlicher Sprachkonzeption” (&amp;lt;bib id=&#039;Schiffermüller 2009a&#039;&amp;gt;Schiffermüller 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;, 9) bildlichen Ausdruckswerten ein sprachliches Abbild zu verleihen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Beispiele literarischer &#039;&#039;E.&#039;&#039; sind zahlreich.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine umfangreiche Liste ekphrastischer Werke von der Antike bis zum Mittelalter liefert &amp;lt;bib id=&#039;Downey 1959a&#039;&amp;gt;Downey 1959&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine besondere Rolle kommt der &#039;&#039;E.&#039;&#039; in der Lyrik, im sog. Bildgedicht zu (&amp;lt;bib id=&#039;Kranz 1976a&#039;&amp;gt;Kranz 1976&amp;lt;/bib&amp;gt;; Hollander 1995; &amp;lt;bib id=&#039;Frangenberg 2003a&#039;&amp;gt;Frangenberg 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis im Kontext====&lt;br /&gt;
Schon qua definitionem ist &#039;&#039;E.&#039;&#039;  eine Form der Intermedialität, da es um die Übertragung eines bildkünstlerischen Mediums in Sprachkunst geht (&amp;lt;bib id=&#039;Reulecke 2002a&#039;&amp;gt;Reulecke 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;). In diesem Kontext wird natürlich auch der Topos des &#039;&#039;paragone&#039;&#039;, des Wettstreits der Künste, aufgerufen und damit die auf Horaz zurückgehende Formel [http://www.bildwissenschaft.org/netzwerk/glossar/index.php/Ut_pictura_poesis Ut pictura poiesis],  in der das Verhältnis von Malerei und Dichtung thematisiert wird.&lt;br /&gt;
Im Kontext von &#039;&#039;E.&#039;&#039; steht auch immer die Frage nach der Narration bzw. nach dem Verhältnis von Beschreibung und Erzählung, von &#039;&#039;histoire&#039;&#039; und &#039;&#039;discours&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Fowler 1991a&#039;&amp;gt;Fowler 1991&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Hollander stellt einen Bezug zu Emblemen (&#039;&#039;imprese&#039;&#039;) her und weist auf die Beziehung von Bild und Text hin. Der bildbegleitende Text sei eine „reductive ecphrasis” (Hollander 1995). &lt;br /&gt;
Problemstellungen in der Semiotik führen zu der Frage, wie denn Wörter bildhaften, in gewisser Weise abbildhaften, gegenständlichen Charakter annehmen können, wenn sie doch selber nur Abstrakta sind – und berühren damit den Kern der &#039;&#039;E.&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1992a&#039;&amp;gt;Krieger 1992&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1995a&#039;&amp;gt;Krieger 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Barbara Thönnes|Thönnes, Barbara]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Barbara Thönnes</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6787</id>
		<title>Ekphrasis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6787"/>
		<updated>2011-09-30T14:11:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Barbara Thönnes: /* Ekphrasis im Kontext */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
====Ekphrasis – hörend und lesend sehen====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ekphrasis ist ein aus der Rhetorik stammender Begriff, der eine besonders anschauliche, weil wirkmächtige sprachliche Darstellung bezeichnet. Im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch im Sinne von Kunstbeschreibung, bezeichnete &#039;&#039;Ekphrasis&#039;&#039; in der Antike jedwede Beschreibung von Gegenständen, darunter auch von Kunstwerken, aber ebenso von Personen, Landschaften und Bauwerken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nikolaos von Myra definiert &#039;&#039;E.&#039;&#039; als „eine ausführliche Rede, die das zu Zeigende deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfolge von Ereignissen geschildert wird. Durch einen fingierten medialen Wechsel vom Wort zum imaginierten Bild, soll höchstmögliche Anschaulichkeit erreicht werden. E. soll „die Hörer zu Zuschauern zu machen”.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Zitat lautet im weiteren: „Wir beschreiben aber Orte, Zeiten, Personen, Feste, Taten […]. Wann immer wir aber beschreiben möchten […] Statuen oder Bilder oder derartiges sonst, soll man aber versuchen, Überlegungen zu solchem oder solchem hinzuzufügen von Seiten der Verfassung des Malers oder des Bildhauers.” (&amp;lt;bib id=&#039;Spengel 1966a&#039;&amp;gt;Spengel 1966a&amp;lt;/bib&amp;gt;, 491; &amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 40) &amp;lt;/ref&amp;gt; Mit der Überschreitung dieser imaginären medialen Grenze  wird der Sehsinn, dem nach Aristoteles der höchste Erkenntniswert beigemessen wird, gegenüber dem Hörsinn bevorzugt.&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles: &#039;&#039;De anima&#039;&#039;, 424b, 22ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Verwendung von Metaphern, lautmalerischen Wendungen und Synästesien wird ein mentales Vor-Augen-stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzählung” nicht unterbrochen, sondern um eine allegorische Ebene erweitert werde (&amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das griechische Wort ἔκ-φρασις (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, Aussprechen oder das Aussprechende; im Plural &#039;&#039;Ekphraseis&#039;&#039; oder &#039;&#039;Ekphrasen&#039;&#039;) bezeichnet eine besonders anschauliche Beschreibung oder eine mit allen Sinnen vergegenwärtigende Darstellung eines Geschehens in einer Rede. Das Äquivalent in der lateinischen Rhetorik ist &#039;&#039;descriptio&#039;&#039;, wobei sich der griechische Terminus durchsetzte, da &#039;&#039;E.&#039;&#039; überwiegend in griechischen Rhetoriklehrbüchern, den sog. &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;,&amp;lt;ref&amp;gt; Vier der &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;, der Rhetoriklehrbücher aus dem 1. bis 5. Jahrhundert, sind überliefert. Ihre Autoren sind Aelius Theon, Hermogenes, Aphtonius Sophistes und Nikolaos von Myra. Letzterer ist der einzige Autor, der explizit Kunstwerke als Gegenstand der Ekphrasis erwähnt (&amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 34-41.)&amp;lt;/ref&amp;gt; behandelt wird. In der neuzeitlichen und modernen Bildbeschreibung bezeichnet &#039;&#039;E.&#039;&#039; die charakterisierende Beschreibung eines meist real existierenden Kunstwerks, was auch in einer neueren Definition von &#039;&#039;E.&#039;&#039; Ausdruck findet: „ekphrasis is the verbal representation of visual representation” (&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, XX).&amp;lt;ref&amp;gt; Umstritten bleibt die Verwendung des Begriffs in der Musik(-wissenschaft) als musikalische Ekphrasis im Sinne von Komponieren nach Bildern bzw. &#039;&#039;E.&#039;&#039; als Beispiel für programmbezogenes Komponieren. (Weiterfrührend dazu bspw. &lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Fink 1988a&#039;&amp;gt;Fink 1988&amp;lt;/bib&amp;gt; und  &amp;lt;bib id=&#039;Bruhn 2000a&#039;&amp;gt;Bruhn 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ziel und Funktion der Ekphrasis====&lt;br /&gt;
Die visuelle Qualität der Sprache soll genutzt werden, um die abwesenden Bilder wie anwesend erscheinen zu lassen. Dabei ist die faktische Existenz des beschriebenen Objekts keine notwendige Bedingung. Vor allem in antiken Texten finden sich Ekphrasen, die ein nur in der textuellen Fiktion existierendes Kunstwerk beschreiben. Nach Giuliani stellt vor allem „die Abwesenheit der Bilder eine notwendige Bedingung des ästhetischen Spiels” dar (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 94). Dies erfolgt immer mit Konzentration auf die Bewegung der Emotionen der Zuhörer (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Webb 1999a&#039;&amp;gt;Webb 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 13). In der Rhetorikausbildung sollte durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; die affektive Wirkung der Beschreibung auf die Zuhörer eingeübt werden. Durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; soll ein maximaler Anschaulichkeitseffekt (&#039;&#039;enargeia&#039;&#039;/ &#039;&#039;evidentia&#039;&#039;) erzielt werden. Nach Quintilian ist &#039;&#039;enargeia&#039;&#039; die Eigenschaft der Rede, Vergangenes oder allgemein nicht Gegenwärtiges vor dem inneren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emotionale Bewegtheit des Rhetors den Wortcharakter des Textes aufzuheben,&amp;lt;ref&amp;gt; Quintilian, &#039;&#039;De institutione oratoria&#039;&#039;, IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63. &amp;lt;/ref&amp;gt; was in der Formel „an die äußere tritt die innere Schau” programmatisch zusammengefasst werden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Graf 1995a&#039;&amp;gt;Graf 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 145-146). Männlein-Robert stellt den besonderen Anteil des Lesers/ Betrachters an der Konstitution des imaginierten Bildes heraus, denn die Beschreibung der Kunstwerke v.a. in der hellenistischen Dichtung, sei in der Regel „ausschnitthaft und auf Wesentliches konzentriert” (&amp;lt;bib id=&#039;Männlein-Robert 2007a&#039;&amp;gt;Männlein-Robert 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis und Kunstbeschreibung====&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;E.&#039;&#039; als rhetorischer Form entwickelt sich in der Spätantike eine selbstständige literarische Textgattung der Bild- bzw. Kunstbeschreibung.&amp;lt;ref&amp;gt; Ausführlich wird die Gattungsgeschichte dargestellt in : &amp;lt;bib id=&#039;Friedländer 1912&#039;&amp;gt;Friedländer 1912&amp;lt;/bib&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die um 200 n. Chr. entstandenen &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; des Philostrat gelten als ihr frühestes Beispiel (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, Graf 1995). In der einleitenden Vorrede wird der vermeintliche Entstehungskontext des Werkes erläutert  – angeblich eine Demonstration der Redekunst des Autors vor jugendlichen Rhetorikschülern. Die folgenden 65 Beschreibungen von Kunstwerken weisen aber eine ganz eigene Narrativität auf, die über die bloße Beschreibung eines Bildes hinaus gehen und einen eigenen narrativen Fiktionsraum schaffen. Mit seinem Text lobt Philostrat die Bildkunst und stellt zugleich die Überlegenheit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 95).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entwicklung der Kunsttheorie in der Frühen Neuzeit verändert sich auch die Form der Kunstbeschreibungen, die nicht mehr &amp;quot;nur&amp;quot; Teil eines literarischen Werks sind wie bspw. in den zahlreichen Künstlerviten. Die Vergegenwärtigung eines spezifischen Bildes durch eine detailgenaue Beschreibung rückt in den Mittelpunkt und es werden, u.a. von Giorgio Vasari, Gian Pietro Bellori, André Félibien und später auch von Denis Diderot, systematische Kriterien entwickelt -- wie die Beachtung der Komposition, der Stilidiome, der Ikonographie --, die eine Beschreibung im Hinblick auf Wiedererkennbarkeit des einzelnen Kunstwerks zum Ziel haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 1995a&#039;&amp;gt;Rosenberg 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 306). Bildbeschreibungen sind ein zentrales Element in Kunstkritik und Kunstwissenschaft, die aus den rhetorischen Kriterien eigene Maßstäbe für die Bewertung von Kunstwerken entwickelten (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 271).&amp;lt;ref&amp;gt; Beispielsweise wurden die beiden ersten Produktionsstadien der Rede &#039;&#039;inventio&#039;&#039; und &#039;&#039;dispotio&#039;&#039; aus der Rhetorik für den Kunstdiskurs übernommen; die Kriterien der &#039;&#039;elocutio&#039;&#039;, &#039;&#039;memoria&#039;&#039; und &#039;&#039;pronuntiatio&#039;&#039; jedoch nicht (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 272).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem antike literarische Ekphrasen wurden in der Frühen Neuzeit Vorlage bildkünstlerischen Schaffens, wie bspw. Tizians &#039;&#039;Venusfest&#039;&#039; (1518-19, Madrid, Prado), das Passagen aus Philostrats &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; bildkünstlerisch umsetzt (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2001a&#039;&amp;gt;Rosen 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;, 92ff; für weitere Bsp. &amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 78-79).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1990er Jahren steht &#039;&#039;E.&#039;&#039; im besonderen Interesse der literatur-, sprach- , kunst- und bildwissenschaftlichen Forschung vor allem im Hinblick auf intermediale Bezüge und Zeichenhaftigkeit, wobei immer auch definitorische Aktualisierungen und Präzisierungen unternommen werden (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995a&#039;&amp;gt;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Boehm 1995a&#039;&amp;gt;Boehm 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer 1996a&#039;&amp;gt;Pfotenhauer 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib&amp;gt; id=&#039;Wagner 1996a&#039;&amp;gt;Wagner 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2001a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;;  &amp;lt;bib id=&#039;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004a&#039;&amp;gt;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Drügh 2006a&#039;&amp;gt;Drügh 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Baumann 2011&#039;&amp;gt;Baumann 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder für die ausschließliche Verwendung des Begriffs im antiken Kontext plädiert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Webb 2009a&#039;&amp;gt;Webb 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beispiele====&lt;br /&gt;
Als der &amp;quot;Urtext&amp;quot; der literarischen &#039;&#039;E.&#039;&#039; gilt die Beschreibung des Schildes des Achill in der &#039;&#039;Ilias&#039;&#039; des Homer (18. Gesang, 478-608, Hampe 1979). Die besondere narrative Qualität des Textes lässt Hörer bzw. Leser dem Entstehungsprozess des Schildes in der Schmiede des Hephaistos beiwohnen.  Die Anschaulichkeit wird sukzessive aufgebaut und hat Vergegenwärtigung durch Imagination zum Ziel (ausführlich dazu: &amp;lt;bib id=&#039;Moog-Grünewald 2001a&#039;&amp;gt;Moog-Grünewald 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;ref&amp;gt; Das Besondere der gesamten Schildbeschreibung ist die Selbstreferentialität des Textes. Der Vortragende tritt als Künstler in Erscheinung und der Text selbst wir als Kunstwerk vorgeführt wird. Somit wird offenbar, dass es sich auch bei dem Schild um ein fiktives Kunstwerk handelt (ebd.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nun formt&#039; er den Schild, den ungeheuren und starken,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ganz ausschmückend mit Kunst. Ihn umzog er mit schimmerndem Rande, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dreifach und blank, und fügte das silberne schöne Gehenk an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus fünf Schichten gedrängt war der Schild selbst; oben darauf nun&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bildet&#039; er mancherlei Kunst mit erfindungsreichem Verstande. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Drauf nun schuf er die Erd&#039;, und das wogende Meer, und den Himmel,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch den vollen Mond, und die rastlos laufende Sonne; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drauf zwei Städt&#039; auch schuf er der vielfach redenden Menschen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Blühende: voll war die ein&#039; hochzeitlicher Fest&#039; und Gelage.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Junge Bräut&#039; aus den Kammern, geführt beim Scheine der Fackeln,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gingen einher durch die Stadt; und hell erhob sich das Brautlied:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Tanzende Jünglinge drehten behende sich unter dem Klange, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der von Flöten und Harfen ertönete; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vasaris &#039;&#039;Vite dei più illustri pittori, scultori ed architetti&#039;&#039; (1550/ 1568) enthalten  zahlreiche ekphrastische Passagen nach rhetorischem Muster, in denen die Bilder vorrangig in Hinblick auf ihre narrativen Qualitäten beschrieben werden (Alpers 1960/ 1995). Ausführlicher sind die zahlreiche Bildbeschreibungen in Belloris &#039;&#039;Le vite de&#039; pittori, scultori et architetti moderni&#039;&#039; (1672). In der Kunstgeschichte bzw. -wissenschaft ist die Beschreibung von Kunstwerken zentral und wirft immer wieder die Frage nach dem Abbildcharakter der Sprache auf (&amp;lt;bib id=&#039;Baxandall 1990a&#039;&amp;gt;Baxandall 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Bätschmann 2009a&#039;&amp;gt;Bätschmann 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;). Beispielhaft sei Aby Warburg genannt, der in seiner amorphen, an Neologismen reichen Sprache in Bezug auf die sprachwissenschaftlichen Theorien seiner Zeit versucht hat in „sprachlicher Bildkonzeption verbunden mit bildlicher Sprachkonzeption” (&amp;lt;bib id=&#039;Schiffermüller 2009a&#039;&amp;gt;Schiffermüller 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;, 9) bildlichen Ausdruckswerten ein sprachliches Abbild zu verleihen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Beispiele literarischer &#039;&#039;E.&#039;&#039; sind zahlreich.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine umfangreiche Liste ekphrastischer Werke von der Antike bis zum Mittelalter liefert &amp;lt;bib id=&#039;Downey 1959a&#039;&amp;gt;Downey 1959&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine besondere Rolle kommt der &#039;&#039;E.&#039;&#039; in der Lyrik, im sog. Bildgedicht zu (&amp;lt;bib id=&#039;Kranz 1976a&#039;&amp;gt;Kranz 1976&amp;lt;/bib&amp;gt;; Hollander 1995; &amp;lt;bib id=&#039;Frangenberg 2003a&#039;&amp;gt;Frangenberg 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis im Kontext====&lt;br /&gt;
Schon qua definitionem ist &#039;&#039;E.&#039;&#039;  eine Form der Intermedialität, da es um die Übertragung eines bildkünstlerischen Mediums in Sprachkunst geht (&amp;lt;bib id=&#039;Reulecke 2002a&#039;&amp;gt;Reulecke 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;). In diesem Kontext wird natürlich auch der Topos des &#039;&#039;paragone&#039;&#039;, des Wettstreits der Künste, aufgerufen und damit die auf Horaz zurückgehende Formel [http://www.bildwissenschaft.org/netzwerk/glossar/index.php/Ut_pictura_poesis Ut pictura poiesis]  in dem das Verhältnis von Malerei und Dichtung thematisiert wird.&lt;br /&gt;
Im Kontext von &#039;&#039;E.&#039;&#039; steht auch immer die Frage nach der Narration bzw. nach dem Verhältnis von Beschreibung und Erzählung, von &#039;&#039;histoire&#039;&#039; und &#039;&#039;discours&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Fowler 1991a&#039;&amp;gt;Fowler 1991&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Hollander stellt einen Bezug zu Emblemen (&#039;&#039;imprese&#039;&#039;) her und weist auf die Beziehung von Bild und Text hin. Der bildbegleitende Text sei eine „reductive ecphrasis” (Hollander 1995). &lt;br /&gt;
Problemstellungen in der Semiotik führen zu der Frage, wie denn Wörter bildhaften, in gewisser Weise abbildhaften, gegenständlichen Charakter annehmen können, wenn sie doch selber nur Abstrakta sind – und berühren damit den Kern der &#039;&#039;E.&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1992a&#039;&amp;gt;Krieger 1992&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1995a&#039;&amp;gt;Krieger 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Barbara Thönnes|Thönnes, Barbara]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Barbara Thönnes</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6786</id>
		<title>Ekphrasis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6786"/>
		<updated>2011-09-30T14:10:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Barbara Thönnes: /* Ziel und Funktion der Ekphrasis */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
====Ekphrasis – hörend und lesend sehen====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ekphrasis ist ein aus der Rhetorik stammender Begriff, der eine besonders anschauliche, weil wirkmächtige sprachliche Darstellung bezeichnet. Im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch im Sinne von Kunstbeschreibung, bezeichnete &#039;&#039;Ekphrasis&#039;&#039; in der Antike jedwede Beschreibung von Gegenständen, darunter auch von Kunstwerken, aber ebenso von Personen, Landschaften und Bauwerken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nikolaos von Myra definiert &#039;&#039;E.&#039;&#039; als „eine ausführliche Rede, die das zu Zeigende deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfolge von Ereignissen geschildert wird. Durch einen fingierten medialen Wechsel vom Wort zum imaginierten Bild, soll höchstmögliche Anschaulichkeit erreicht werden. E. soll „die Hörer zu Zuschauern zu machen”.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Zitat lautet im weiteren: „Wir beschreiben aber Orte, Zeiten, Personen, Feste, Taten […]. Wann immer wir aber beschreiben möchten […] Statuen oder Bilder oder derartiges sonst, soll man aber versuchen, Überlegungen zu solchem oder solchem hinzuzufügen von Seiten der Verfassung des Malers oder des Bildhauers.” (&amp;lt;bib id=&#039;Spengel 1966a&#039;&amp;gt;Spengel 1966a&amp;lt;/bib&amp;gt;, 491; &amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 40) &amp;lt;/ref&amp;gt; Mit der Überschreitung dieser imaginären medialen Grenze  wird der Sehsinn, dem nach Aristoteles der höchste Erkenntniswert beigemessen wird, gegenüber dem Hörsinn bevorzugt.&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles: &#039;&#039;De anima&#039;&#039;, 424b, 22ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Verwendung von Metaphern, lautmalerischen Wendungen und Synästesien wird ein mentales Vor-Augen-stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzählung” nicht unterbrochen, sondern um eine allegorische Ebene erweitert werde (&amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das griechische Wort ἔκ-φρασις (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, Aussprechen oder das Aussprechende; im Plural &#039;&#039;Ekphraseis&#039;&#039; oder &#039;&#039;Ekphrasen&#039;&#039;) bezeichnet eine besonders anschauliche Beschreibung oder eine mit allen Sinnen vergegenwärtigende Darstellung eines Geschehens in einer Rede. Das Äquivalent in der lateinischen Rhetorik ist &#039;&#039;descriptio&#039;&#039;, wobei sich der griechische Terminus durchsetzte, da &#039;&#039;E.&#039;&#039; überwiegend in griechischen Rhetoriklehrbüchern, den sog. &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;,&amp;lt;ref&amp;gt; Vier der &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;, der Rhetoriklehrbücher aus dem 1. bis 5. Jahrhundert, sind überliefert. Ihre Autoren sind Aelius Theon, Hermogenes, Aphtonius Sophistes und Nikolaos von Myra. Letzterer ist der einzige Autor, der explizit Kunstwerke als Gegenstand der Ekphrasis erwähnt (&amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 34-41.)&amp;lt;/ref&amp;gt; behandelt wird. In der neuzeitlichen und modernen Bildbeschreibung bezeichnet &#039;&#039;E.&#039;&#039; die charakterisierende Beschreibung eines meist real existierenden Kunstwerks, was auch in einer neueren Definition von &#039;&#039;E.&#039;&#039; Ausdruck findet: „ekphrasis is the verbal representation of visual representation” (&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, XX).&amp;lt;ref&amp;gt; Umstritten bleibt die Verwendung des Begriffs in der Musik(-wissenschaft) als musikalische Ekphrasis im Sinne von Komponieren nach Bildern bzw. &#039;&#039;E.&#039;&#039; als Beispiel für programmbezogenes Komponieren. (Weiterfrührend dazu bspw. &lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Fink 1988a&#039;&amp;gt;Fink 1988&amp;lt;/bib&amp;gt; und  &amp;lt;bib id=&#039;Bruhn 2000a&#039;&amp;gt;Bruhn 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ziel und Funktion der Ekphrasis====&lt;br /&gt;
Die visuelle Qualität der Sprache soll genutzt werden, um die abwesenden Bilder wie anwesend erscheinen zu lassen. Dabei ist die faktische Existenz des beschriebenen Objekts keine notwendige Bedingung. Vor allem in antiken Texten finden sich Ekphrasen, die ein nur in der textuellen Fiktion existierendes Kunstwerk beschreiben. Nach Giuliani stellt vor allem „die Abwesenheit der Bilder eine notwendige Bedingung des ästhetischen Spiels” dar (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 94). Dies erfolgt immer mit Konzentration auf die Bewegung der Emotionen der Zuhörer (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Webb 1999a&#039;&amp;gt;Webb 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 13). In der Rhetorikausbildung sollte durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; die affektive Wirkung der Beschreibung auf die Zuhörer eingeübt werden. Durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; soll ein maximaler Anschaulichkeitseffekt (&#039;&#039;enargeia&#039;&#039;/ &#039;&#039;evidentia&#039;&#039;) erzielt werden. Nach Quintilian ist &#039;&#039;enargeia&#039;&#039; die Eigenschaft der Rede, Vergangenes oder allgemein nicht Gegenwärtiges vor dem inneren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emotionale Bewegtheit des Rhetors den Wortcharakter des Textes aufzuheben,&amp;lt;ref&amp;gt; Quintilian, &#039;&#039;De institutione oratoria&#039;&#039;, IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63. &amp;lt;/ref&amp;gt; was in der Formel „an die äußere tritt die innere Schau” programmatisch zusammengefasst werden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Graf 1995a&#039;&amp;gt;Graf 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 145-146). Männlein-Robert stellt den besonderen Anteil des Lesers/ Betrachters an der Konstitution des imaginierten Bildes heraus, denn die Beschreibung der Kunstwerke v.a. in der hellenistischen Dichtung, sei in der Regel „ausschnitthaft und auf Wesentliches konzentriert” (&amp;lt;bib id=&#039;Männlein-Robert 2007a&#039;&amp;gt;Männlein-Robert 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis und Kunstbeschreibung====&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;E.&#039;&#039; als rhetorischer Form entwickelt sich in der Spätantike eine selbstständige literarische Textgattung der Bild- bzw. Kunstbeschreibung.&amp;lt;ref&amp;gt; Ausführlich wird die Gattungsgeschichte dargestellt in : &amp;lt;bib id=&#039;Friedländer 1912&#039;&amp;gt;Friedländer 1912&amp;lt;/bib&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die um 200 n. Chr. entstandenen &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; des Philostrat gelten als ihr frühestes Beispiel (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, Graf 1995). In der einleitenden Vorrede wird der vermeintliche Entstehungskontext des Werkes erläutert  – angeblich eine Demonstration der Redekunst des Autors vor jugendlichen Rhetorikschülern. Die folgenden 65 Beschreibungen von Kunstwerken weisen aber eine ganz eigene Narrativität auf, die über die bloße Beschreibung eines Bildes hinaus gehen und einen eigenen narrativen Fiktionsraum schaffen. Mit seinem Text lobt Philostrat die Bildkunst und stellt zugleich die Überlegenheit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 95).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entwicklung der Kunsttheorie in der Frühen Neuzeit verändert sich auch die Form der Kunstbeschreibungen, die nicht mehr &amp;quot;nur&amp;quot; Teil eines literarischen Werks sind wie bspw. in den zahlreichen Künstlerviten. Die Vergegenwärtigung eines spezifischen Bildes durch eine detailgenaue Beschreibung rückt in den Mittelpunkt und es werden, u.a. von Giorgio Vasari, Gian Pietro Bellori, André Félibien und später auch von Denis Diderot, systematische Kriterien entwickelt -- wie die Beachtung der Komposition, der Stilidiome, der Ikonographie --, die eine Beschreibung im Hinblick auf Wiedererkennbarkeit des einzelnen Kunstwerks zum Ziel haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 1995a&#039;&amp;gt;Rosenberg 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 306). Bildbeschreibungen sind ein zentrales Element in Kunstkritik und Kunstwissenschaft, die aus den rhetorischen Kriterien eigene Maßstäbe für die Bewertung von Kunstwerken entwickelten (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 271).&amp;lt;ref&amp;gt; Beispielsweise wurden die beiden ersten Produktionsstadien der Rede &#039;&#039;inventio&#039;&#039; und &#039;&#039;dispotio&#039;&#039; aus der Rhetorik für den Kunstdiskurs übernommen; die Kriterien der &#039;&#039;elocutio&#039;&#039;, &#039;&#039;memoria&#039;&#039; und &#039;&#039;pronuntiatio&#039;&#039; jedoch nicht (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 272).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem antike literarische Ekphrasen wurden in der Frühen Neuzeit Vorlage bildkünstlerischen Schaffens, wie bspw. Tizians &#039;&#039;Venusfest&#039;&#039; (1518-19, Madrid, Prado), das Passagen aus Philostrats &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; bildkünstlerisch umsetzt (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2001a&#039;&amp;gt;Rosen 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;, 92ff; für weitere Bsp. &amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 78-79).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1990er Jahren steht &#039;&#039;E.&#039;&#039; im besonderen Interesse der literatur-, sprach- , kunst- und bildwissenschaftlichen Forschung vor allem im Hinblick auf intermediale Bezüge und Zeichenhaftigkeit, wobei immer auch definitorische Aktualisierungen und Präzisierungen unternommen werden (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995a&#039;&amp;gt;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Boehm 1995a&#039;&amp;gt;Boehm 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer 1996a&#039;&amp;gt;Pfotenhauer 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib&amp;gt; id=&#039;Wagner 1996a&#039;&amp;gt;Wagner 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2001a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;;  &amp;lt;bib id=&#039;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004a&#039;&amp;gt;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Drügh 2006a&#039;&amp;gt;Drügh 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Baumann 2011&#039;&amp;gt;Baumann 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder für die ausschließliche Verwendung des Begriffs im antiken Kontext plädiert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Webb 2009a&#039;&amp;gt;Webb 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beispiele====&lt;br /&gt;
Als der &amp;quot;Urtext&amp;quot; der literarischen &#039;&#039;E.&#039;&#039; gilt die Beschreibung des Schildes des Achill in der &#039;&#039;Ilias&#039;&#039; des Homer (18. Gesang, 478-608, Hampe 1979). Die besondere narrative Qualität des Textes lässt Hörer bzw. Leser dem Entstehungsprozess des Schildes in der Schmiede des Hephaistos beiwohnen.  Die Anschaulichkeit wird sukzessive aufgebaut und hat Vergegenwärtigung durch Imagination zum Ziel (ausführlich dazu: &amp;lt;bib id=&#039;Moog-Grünewald 2001a&#039;&amp;gt;Moog-Grünewald 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;ref&amp;gt; Das Besondere der gesamten Schildbeschreibung ist die Selbstreferentialität des Textes. Der Vortragende tritt als Künstler in Erscheinung und der Text selbst wir als Kunstwerk vorgeführt wird. Somit wird offenbar, dass es sich auch bei dem Schild um ein fiktives Kunstwerk handelt (ebd.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nun formt&#039; er den Schild, den ungeheuren und starken,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ganz ausschmückend mit Kunst. Ihn umzog er mit schimmerndem Rande, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dreifach und blank, und fügte das silberne schöne Gehenk an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus fünf Schichten gedrängt war der Schild selbst; oben darauf nun&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bildet&#039; er mancherlei Kunst mit erfindungsreichem Verstande. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Drauf nun schuf er die Erd&#039;, und das wogende Meer, und den Himmel,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch den vollen Mond, und die rastlos laufende Sonne; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drauf zwei Städt&#039; auch schuf er der vielfach redenden Menschen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Blühende: voll war die ein&#039; hochzeitlicher Fest&#039; und Gelage.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Junge Bräut&#039; aus den Kammern, geführt beim Scheine der Fackeln,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gingen einher durch die Stadt; und hell erhob sich das Brautlied:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Tanzende Jünglinge drehten behende sich unter dem Klange, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der von Flöten und Harfen ertönete; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vasaris &#039;&#039;Vite dei più illustri pittori, scultori ed architetti&#039;&#039; (1550/ 1568) enthalten  zahlreiche ekphrastische Passagen nach rhetorischem Muster, in denen die Bilder vorrangig in Hinblick auf ihre narrativen Qualitäten beschrieben werden (Alpers 1960/ 1995). Ausführlicher sind die zahlreiche Bildbeschreibungen in Belloris &#039;&#039;Le vite de&#039; pittori, scultori et architetti moderni&#039;&#039; (1672). In der Kunstgeschichte bzw. -wissenschaft ist die Beschreibung von Kunstwerken zentral und wirft immer wieder die Frage nach dem Abbildcharakter der Sprache auf (&amp;lt;bib id=&#039;Baxandall 1990a&#039;&amp;gt;Baxandall 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Bätschmann 2009a&#039;&amp;gt;Bätschmann 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;). Beispielhaft sei Aby Warburg genannt, der in seiner amorphen, an Neologismen reichen Sprache in Bezug auf die sprachwissenschaftlichen Theorien seiner Zeit versucht hat in „sprachlicher Bildkonzeption verbunden mit bildlicher Sprachkonzeption” (&amp;lt;bib id=&#039;Schiffermüller 2009a&#039;&amp;gt;Schiffermüller 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;, 9) bildlichen Ausdruckswerten ein sprachliches Abbild zu verleihen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Beispiele literarischer &#039;&#039;E.&#039;&#039; sind zahlreich.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine umfangreiche Liste ekphrastischer Werke von der Antike bis zum Mittelalter liefert &amp;lt;bib id=&#039;Downey 1959a&#039;&amp;gt;Downey 1959&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine besondere Rolle kommt der &#039;&#039;E.&#039;&#039; in der Lyrik, im sog. Bildgedicht zu (&amp;lt;bib id=&#039;Kranz 1976a&#039;&amp;gt;Kranz 1976&amp;lt;/bib&amp;gt;; Hollander 1995; &amp;lt;bib id=&#039;Frangenberg 2003a&#039;&amp;gt;Frangenberg 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis im Kontext====&lt;br /&gt;
Schon qua definitionem ist &#039;&#039;E.&#039;&#039;  eine Form der Intermedialität, da es um die Übertragung eines bildkünstlerischen Mediums in Sprachkunst geht (&amp;lt;bib id=&#039;Reulecke 2002a&#039;&amp;gt;Reulecke 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;). In diesem Kontext wird natürlich auch der Topos des &#039;&#039;paragone&#039;&#039;, des Wettstreits der Künste, aufgerufen und damit die auf Horaz zurückgehende Formel [http://www.bildwissenschaft.org/netzwerk/glossar/index.php/Ut_pictura_poesis Ut pictura poiesis]  in dem das Verhältnis von Malerei und Dichtung thematisiert wird.&lt;br /&gt;
Im Kontext von &#039;&#039;E.&#039;&#039; steht auch immer die Frage nach der Narration bzw. nach dem Verhältnis von Beschreibung und Erzählung, von &#039;&#039;histoire&#039;&#039; und &#039;&#039;discours&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Fowler 1991a&#039;&amp;gt;Fowler 1991&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Hollander stellt einen Bezug zu Emblemen (&#039;&#039;imprese&#039;&#039;) her und weist auf die Beziehung von Bild und Text hin. Der bildbegleitende Text sei eine „reductive ecphrasis” (Hollander 1995). &lt;br /&gt;
Problemstellungen in der Semiotik führen zu der Frage, wie denn Wörter bildhaften, in gewisser Weise abbildhaften, gegenständlichen Charakter annehmen können, wenn sie doch selber nur Abstrakta sind – und berühren damit den Kern der &#039;&#039;E.&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1992a&#039;&amp;gt;Krieger 1992&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1995a&#039;&amp;gt;Krieger 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Cheeke 2008a&#039;&amp;gt;Cheeke 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Hempfer 2000a&#039;&amp;gt;Hempfer 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Mitchell 1992c&#039;&amp;gt;Mitchell 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Ratkowitsch 2006a&#039;&amp;gt;Ratkowitsch 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Rosand 1990a&#039;&amp;gt;Rosand 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Sager Eidt 2008a&#039;&amp;gt;Sager Eidt 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Schmitz-Emans 1999a&#039;&amp;gt;Schmitz-Emans 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Barbara Thönnes|Thönnes, Barbara]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Barbara Thönnes</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6781</id>
		<title>Ekphrasis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6781"/>
		<updated>2011-09-30T14:04:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Barbara Thönnes: /* Ziel und Funktion der Ekphrasis */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
====Ekphrasis – hörend und lesend sehen====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ekphrasis ist ein aus der Rhetorik stammender Begriff, der eine besonders anschauliche, weil wirkmächtige sprachliche Darstellung bezeichnet. Im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch im Sinne von Kunstbeschreibung, bezeichnete &#039;&#039;Ekphrasis&#039;&#039; in der Antike jedwede Beschreibung von Gegenständen, darunter auch von Kunstwerken, aber ebenso von Personen, Landschaften und Bauwerken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nikolaos von Myra definiert &#039;&#039;E.&#039;&#039; als „eine ausführliche Rede, die das zu Zeigende deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfolge von Ereignissen geschildert wird. Durch einen fingierten medialen Wechsel vom Wort zum imaginierten Bild, soll höchstmögliche Anschaulichkeit erreicht werden. E. soll „die Hörer zu Zuschauern zu machen”.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Zitat lautet im weiteren: „Wir beschreiben aber Orte, Zeiten, Personen, Feste, Taten […]. Wann immer wir aber beschreiben möchten […] Statuen oder Bilder oder derartiges sonst, soll man aber versuchen, Überlegungen zu solchem oder solchem hinzuzufügen von Seiten der Verfassung des Malers oder des Bildhauers.” (&amp;lt;bib id=&#039;Spengel 1966a&#039;&amp;gt;Spengel 1966a&amp;lt;/bib&amp;gt;, 491; &amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 40) &amp;lt;/ref&amp;gt; Mit der Überschreitung dieser imaginären medialen Grenze  wird der Sehsinn, dem nach Aristoteles der höchste Erkenntniswert beigemessen wird, gegenüber dem Hörsinn bevorzugt.&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles: &#039;&#039;De anima&#039;&#039;, 424b, 22ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Verwendung von Metaphern, lautmalerischen Wendungen und Synästesien wird ein mentales Vor-Augen-stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzählung” nicht unterbrochen, sondern um eine allegorische Ebene erweitert werde (&amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das griechische Wort ἔκ-φρασις (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, Aussprechen oder das Aussprechende; im Plural &#039;&#039;Ekphraseis&#039;&#039; oder &#039;&#039;Ekphrasen&#039;&#039;) bezeichnet eine besonders anschauliche Beschreibung oder eine mit allen Sinnen vergegenwärtigende Darstellung eines Geschehens in einer Rede. Das Äquivalent in der lateinischen Rhetorik ist &#039;&#039;descriptio&#039;&#039;, wobei sich der griechische Terminus durchsetzte, da &#039;&#039;E.&#039;&#039; überwiegend in griechischen Rhetoriklehrbüchern, den sog. &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;,&amp;lt;ref&amp;gt; Vier der &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;, der Rhetoriklehrbücher aus dem 1. bis 5. Jahrhundert, sind überliefert. Ihre Autoren sind Aelius Theon, Hermogenes, Aphtonius Sophistes und Nikolaos von Myra. Letzterer ist der einzige Autor, der explizit Kunstwerke als Gegenstand der Ekphrasis erwähnt (&amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 34-41.)&amp;lt;/ref&amp;gt; behandelt wird. In der neuzeitlichen und modernen Bildbeschreibung bezeichnet &#039;&#039;E.&#039;&#039; die charakterisierende Beschreibung eines meist real existierenden Kunstwerks, was auch in einer neueren Definition von &#039;&#039;E.&#039;&#039; Ausdruck findet: „ekphrasis is the verbal representation of visual representation” (&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, XX).&amp;lt;ref&amp;gt; Umstritten bleibt die Verwendung des Begriffs in der Musik(-wissenschaft) als musikalische Ekphrasis im Sinne von Komponieren nach Bildern bzw. &#039;&#039;E.&#039;&#039; als Beispiel für programmbezogenes Komponieren. (Weiterfrührend dazu bspw. &lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Fink 1988a&#039;&amp;gt;Fink 1988&amp;lt;/bib&amp;gt; und  &amp;lt;bib id=&#039;Bruhn 2000a&#039;&amp;gt;Bruhn 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ziel und Funktion der Ekphrasis====&lt;br /&gt;
Die visuelle Qualität der Sprache soll genutzt werden, um die abwesenden Bilder wie anwesend erscheinen zu lassen. Dabei ist die faktische Existenz des beschriebenen Objekts keine notwendige Bedingung. Vor allem in antiken Texten finden sich Ekphrasen, die ein nur in der textuellen Fiktion existierendes Kunstwerk beschreiben. Nach Giuliani stellt vor allem „die Abwesenheit der Bilder eine notwendige Bedingung des ästhetischen Spiels” dar (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 94). Dies erfolgt immer mit Konzentration auf die Bewegung der Emotionen der Zuhörer (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Webb 1999a&#039;&amp;gt;Webb 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 13). In der Rhetorikausbildung sollte durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; die affektive Wirkung der Beschreibung auf die Zuhörer eingeübt werden. Durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; soll ein maximaler Anschaulichkeitseffekt (&#039;&#039;enargeia&#039;&#039;/ &#039;&#039;evidentia&#039;&#039;) erzielt werden. Nach Quintilian ist &#039;&#039;enargeia&#039;&#039; die Eigenschaft der Rede, Vergangenes oder allgemein nicht Gegenwärtiges vor dem inneren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emotionale Bewegtheit des Rhetors den Wortcharakter des Textes aufzuheben,&amp;lt;ref&amp;gt; Quintilian, &#039;&#039;De institutione oratoria&#039;&#039;, IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63. &amp;lt;/ref&amp;gt; was in der Formel „an die äußere tritt die innere Schau” programmatisch zusammengefasst werden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Graf 1995a&#039;&amp;gt;Graf 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 145-146). Männlein-Robert stellt den besonderen Anteil des Lesers/ Betrachters an der Konstitution des imaginierten Bildes heraus, denn die Beschreibung der Kunstwerke v.a. in der hellenistischen Dichtung, sei in der Regel „ausschnitthaft und auf Wesentliches konzentriert” (&amp;lt;bib id=&#039;Männlein-Robert 2007&#039;&amp;gt;Männlein-Robert 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis und Kunstbeschreibung====&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;E.&#039;&#039; als rhetorischer Form entwickelt sich in der Spätantike eine selbstständige literarische Textgattung der Bild- bzw. Kunstbeschreibung.&amp;lt;ref&amp;gt; Ausführlich wird die Gattungsgeschichte dargestellt in : &amp;lt;bib id=&#039;Friedländer 1912&#039;&amp;gt;Friedländer 1912&amp;lt;/bib&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die um 200 n. Chr. entstandenen &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; des Philostrat gelten als ihr frühestes Beispiel (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, Graf 1995). In der einleitenden Vorrede wird der vermeintliche Entstehungskontext des Werkes erläutert  – angeblich eine Demonstration der Redekunst des Autors vor jugendlichen Rhetorikschülern. Die folgenden 65 Beschreibungen von Kunstwerken weisen aber eine ganz eigene Narrativität auf, die über die bloße Beschreibung eines Bildes hinaus gehen und einen eigenen narrativen Fiktionsraum schaffen. Mit seinem Text lobt Philostrat die Bildkunst und stellt zugleich die Überlegenheit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 95).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entwicklung der Kunsttheorie in der Frühen Neuzeit verändert sich auch die Form der Kunstbeschreibungen, die nicht mehr &amp;quot;nur&amp;quot; Teil eines literarischen Werks sind wie bspw. in den zahlreichen Künstlerviten. Die Vergegenwärtigung eines spezifischen Bildes durch eine detailgenaue Beschreibung rückt in den Mittelpunkt und es werden, u.a. von Giorgio Vasari, Gian Pietro Bellori, André Félibien und später auch von Denis Diderot, systematische Kriterien entwickelt -- wie die Beachtung der Komposition, der Stilidiome, der Ikonographie --, die eine Beschreibung im Hinblick auf Wiedererkennbarkeit des einzelnen Kunstwerks zum Ziel haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 1995a&#039;&amp;gt;Rosenberg 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 306). Bildbeschreibungen sind ein zentrales Element in Kunstkritik und Kunstwissenschaft, die aus den rhetorischen Kriterien eigene Maßstäbe für die Bewertung von Kunstwerken entwickelten (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 271).&amp;lt;ref&amp;gt; Beispielsweise wurden die beiden ersten Produktionsstadien der Rede &#039;&#039;inventio&#039;&#039; und &#039;&#039;dispotio&#039;&#039; aus der Rhetorik für den Kunstdiskurs übernommen; die Kriterien der &#039;&#039;elocutio&#039;&#039;, &#039;&#039;memoria&#039;&#039; und &#039;&#039;pronuntiatio&#039;&#039; jedoch nicht (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 272).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem antike literarische Ekphrasen wurden in der Frühen Neuzeit Vorlage bildkünstlerischen Schaffens, wie bspw. Tizians &#039;&#039;Venusfest&#039;&#039; (1518-19, Madrid, Prado), das Passagen aus Philostrats &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; bildkünstlerisch umsetzt (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2001a&#039;&amp;gt;Rosen 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;, 92ff; für weitere Bsp. &amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 78-79).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1990er Jahren steht &#039;&#039;E.&#039;&#039; im besonderen Interesse der literatur-, sprach- , kunst- und bildwissenschaftlichen Forschung vor allem im Hinblick auf intermediale Bezüge und Zeichenhaftigkeit, wobei immer auch definitorische Aktualisierungen und Präzisierungen unternommen werden (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995a&#039;&amp;gt;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Boehm 1995a&#039;&amp;gt;Boehm 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer 1996a&#039;&amp;gt;Pfotenhauer 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib&amp;gt; id=&#039;Wagner 1996a&#039;&amp;gt;Wagner 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2001a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;;  &amp;lt;bib id=&#039;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004a&#039;&amp;gt;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Drügh 2006a&#039;&amp;gt;Drügh 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Baumann 2011&#039;&amp;gt;Baumann 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder für die ausschließliche Verwendung des Begriffs im antiken Kontext plädiert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Webb 2009a&#039;&amp;gt;Webb 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beispiele====&lt;br /&gt;
Als der &amp;quot;Urtext&amp;quot; der literarischen &#039;&#039;E.&#039;&#039; gilt die Beschreibung des Schildes des Achill in der &#039;&#039;Ilias&#039;&#039; des Homer (18. Gesang, 478-608, Hampe 1979). Die besondere narrative Qualität des Textes lässt Hörer bzw. Leser dem Entstehungsprozess des Schildes in der Schmiede des Hephaistos beiwohnen.  Die Anschaulichkeit wird sukzessive aufgebaut und hat Vergegenwärtigung durch Imagination zum Ziel (ausführlich dazu: &amp;lt;bib id=&#039;Moog-Grünewald 2001a&#039;&amp;gt;Moog-Grünewald 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;ref&amp;gt; Das Besondere der gesamten Schildbeschreibung ist die Selbstreferentialität des Textes. Der Vortragende tritt als Künstler in Erscheinung und der Text selbst wir als Kunstwerk vorgeführt wird. Somit wird offenbar, dass es sich auch bei dem Schild um ein fiktives Kunstwerk handelt (ebd.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nun formt&#039; er den Schild, den ungeheuren und starken,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ganz ausschmückend mit Kunst. Ihn umzog er mit schimmerndem Rande, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dreifach und blank, und fügte das silberne schöne Gehenk an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus fünf Schichten gedrängt war der Schild selbst; oben darauf nun&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bildet&#039; er mancherlei Kunst mit erfindungsreichem Verstande. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Drauf nun schuf er die Erd&#039;, und das wogende Meer, und den Himmel,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch den vollen Mond, und die rastlos laufende Sonne; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drauf zwei Städt&#039; auch schuf er der vielfach redenden Menschen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Blühende: voll war die ein&#039; hochzeitlicher Fest&#039; und Gelage.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Junge Bräut&#039; aus den Kammern, geführt beim Scheine der Fackeln,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gingen einher durch die Stadt; und hell erhob sich das Brautlied:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Tanzende Jünglinge drehten behende sich unter dem Klange, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der von Flöten und Harfen ertönete; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vasaris &#039;&#039;Vite dei più illustri pittori, scultori ed architetti&#039;&#039; (1550/ 1568) enthalten  zahlreiche ekphrastische Passagen nach rhetorischem Muster, in denen die Bilder vorrangig in Hinblick auf ihre narrativen Qualitäten beschrieben werden (Alpers 1960/ 1995). Ausführlicher sind die zahlreiche Bildbeschreibungen in Belloris &#039;&#039;Le vite de&#039; pittori, scultori et architetti moderni&#039;&#039; (1672). In der Kunstgeschichte bzw. -wissenschaft ist die Beschreibung von Kunstwerken zentral und wirft immer wieder die Frage nach dem Abbildcharakter der Sprache auf (&amp;lt;bib id=&#039;Baxandall 1990a&#039;&amp;gt;Baxandall 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Bätschmann 2009a&#039;&amp;gt;Bätschmann 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;). Beispielhaft sei Aby Warburg genannt, der in seiner amorphen, an Neologismen reichen Sprache in Bezug auf die sprachwissenschaftlichen Theorien seiner Zeit versucht hat in „sprachlicher Bildkonzeption verbunden mit bildlicher Sprachkonzeption” (&amp;lt;bib id=&#039;Schiffermüller 2009a&#039;&amp;gt;Schiffermüller 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;, 9) bildlichen Ausdruckswerten ein sprachliches Abbild zu verleihen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Beispiele literarischer &#039;&#039;E.&#039;&#039; sind zahlreich.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine umfangreiche Liste ekphrastischer Werke von der Antike bis zum Mittelalter liefert &amp;lt;bib id=&#039;Downey 1959a&#039;&amp;gt;Downey 1959&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine besondere Rolle kommt der &#039;&#039;E.&#039;&#039; in der Lyrik, im sog. Bildgedicht zu (&amp;lt;bib id=&#039;Kranz 1976a&#039;&amp;gt;Kranz 1976&amp;lt;/bib&amp;gt;; Hollander 1995; &amp;lt;bib id=&#039;Frangenberg 2003a&#039;&amp;gt;Frangenberg 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis im Kontext====&lt;br /&gt;
Schon qua definitionem ist &#039;&#039;E.&#039;&#039;  eine Form der Intermedialität, da es um die Übertragung eines bildkünstlerischen Mediums in Sprachkunst geht (&amp;lt;bib id=&#039;Reulecke 2002a&#039;&amp;gt;Reulecke 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;). In diesem Kontext wird natürlich auch der Topos des &#039;&#039;paragone&#039;&#039;, des Wettstreits der Künste, aufgerufen und damit die auf Horaz zurückgehende Formel [http://www.bildwissenschaft.org/netzwerk/glossar/index.php/Ut_pictura_poesis Ut pictura poiesis]  in dem das Verhältnis von Malerei und Dichtung thematisiert wird.&lt;br /&gt;
Im Kontext von &#039;&#039;E.&#039;&#039; steht auch immer die Frage nach der Narration bzw. nach dem Verhältnis von Beschreibung und Erzählung, von &#039;&#039;histoire&#039;&#039; und &#039;&#039;discours&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Fowler 1991a&#039;&amp;gt;Fowler 1991&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Hollander stellt einen Bezug zu Emblemen (&#039;&#039;imprese&#039;&#039;) her und weist auf die Beziehung von Bild und Text hin. Der bildbegleitende Text sei eine „reductive ecphrasis” (Hollander 1995). &lt;br /&gt;
Problemstellungen in der Semiotik führen zu der Frage, wie denn Wörter bildhaften, in gewisser Weise abbildhaften, gegenständlichen Charakter annehmen können, wenn sie doch selber nur Abstrakta sind – und berühren damit den Kern der &#039;&#039;E.&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1992a&#039;&amp;gt;Krieger 1992&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1995a&#039;&amp;gt;Krieger 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Cheeke 2008a&#039;&amp;gt;Cheeke 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Hempfer 2000a&#039;&amp;gt;Hempfer 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Mitchell 1992c&#039;&amp;gt;Mitchell 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Ratkowitsch 2006a&#039;&amp;gt;Ratkowitsch 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Rosand 1990a&#039;&amp;gt;Rosand 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Sager Eidt 2008a&#039;&amp;gt;Sager Eidt 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Schmitz-Emans 1999a&#039;&amp;gt;Schmitz-Emans 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Barbara Thönnes|Thönnes, Barbara]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Barbara Thönnes</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6780</id>
		<title>Ekphrasis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6780"/>
		<updated>2011-09-30T14:01:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Barbara Thönnes: /* Ekphrasis – hörend und lesend sehen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
====Ekphrasis – hörend und lesend sehen====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ekphrasis ist ein aus der Rhetorik stammender Begriff, der eine besonders anschauliche, weil wirkmächtige sprachliche Darstellung bezeichnet. Im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch im Sinne von Kunstbeschreibung, bezeichnete &#039;&#039;Ekphrasis&#039;&#039; in der Antike jedwede Beschreibung von Gegenständen, darunter auch von Kunstwerken, aber ebenso von Personen, Landschaften und Bauwerken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nikolaos von Myra definiert &#039;&#039;E.&#039;&#039; als „eine ausführliche Rede, die das zu Zeigende deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfolge von Ereignissen geschildert wird. Durch einen fingierten medialen Wechsel vom Wort zum imaginierten Bild, soll höchstmögliche Anschaulichkeit erreicht werden. E. soll „die Hörer zu Zuschauern zu machen”.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Zitat lautet im weiteren: „Wir beschreiben aber Orte, Zeiten, Personen, Feste, Taten […]. Wann immer wir aber beschreiben möchten […] Statuen oder Bilder oder derartiges sonst, soll man aber versuchen, Überlegungen zu solchem oder solchem hinzuzufügen von Seiten der Verfassung des Malers oder des Bildhauers.” (&amp;lt;bib id=&#039;Spengel 1966a&#039;&amp;gt;Spengel 1966a&amp;lt;/bib&amp;gt;, 491; &amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 40) &amp;lt;/ref&amp;gt; Mit der Überschreitung dieser imaginären medialen Grenze  wird der Sehsinn, dem nach Aristoteles der höchste Erkenntniswert beigemessen wird, gegenüber dem Hörsinn bevorzugt.&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles: &#039;&#039;De anima&#039;&#039;, 424b, 22ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Verwendung von Metaphern, lautmalerischen Wendungen und Synästesien wird ein mentales Vor-Augen-stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzählung” nicht unterbrochen, sondern um eine allegorische Ebene erweitert werde (&amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das griechische Wort ἔκ-φρασις (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, Aussprechen oder das Aussprechende; im Plural &#039;&#039;Ekphraseis&#039;&#039; oder &#039;&#039;Ekphrasen&#039;&#039;) bezeichnet eine besonders anschauliche Beschreibung oder eine mit allen Sinnen vergegenwärtigende Darstellung eines Geschehens in einer Rede. Das Äquivalent in der lateinischen Rhetorik ist &#039;&#039;descriptio&#039;&#039;, wobei sich der griechische Terminus durchsetzte, da &#039;&#039;E.&#039;&#039; überwiegend in griechischen Rhetoriklehrbüchern, den sog. &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;,&amp;lt;ref&amp;gt; Vier der &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;, der Rhetoriklehrbücher aus dem 1. bis 5. Jahrhundert, sind überliefert. Ihre Autoren sind Aelius Theon, Hermogenes, Aphtonius Sophistes und Nikolaos von Myra. Letzterer ist der einzige Autor, der explizit Kunstwerke als Gegenstand der Ekphrasis erwähnt (&amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 34-41.)&amp;lt;/ref&amp;gt; behandelt wird. In der neuzeitlichen und modernen Bildbeschreibung bezeichnet &#039;&#039;E.&#039;&#039; die charakterisierende Beschreibung eines meist real existierenden Kunstwerks, was auch in einer neueren Definition von &#039;&#039;E.&#039;&#039; Ausdruck findet: „ekphrasis is the verbal representation of visual representation” (&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, XX).&amp;lt;ref&amp;gt; Umstritten bleibt die Verwendung des Begriffs in der Musik(-wissenschaft) als musikalische Ekphrasis im Sinne von Komponieren nach Bildern bzw. &#039;&#039;E.&#039;&#039; als Beispiel für programmbezogenes Komponieren. (Weiterfrührend dazu bspw. &lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Fink 1988a&#039;&amp;gt;Fink 1988&amp;lt;/bib&amp;gt; und  &amp;lt;bib id=&#039;Bruhn 2000a&#039;&amp;gt;Bruhn 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ziel und Funktion der Ekphrasis====&lt;br /&gt;
Die visuelle Qualität der Sprache soll genutzt werden, um die abwesenden Bilder wie anwesend erscheinen zu lassen. Dabei ist die faktische Existenz des beschriebenen Objekts keine notwendige Bedingung. Nach Giuliani stellt „die Abwesenheit der Bilder eine notwendige Bedingung des ästhetischen Spiels” dar (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 94). Dies erfolgt immer mit Konzentration auf die Bewegung der Emotionen der Zuhörer (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Webb 1999a&#039;&amp;gt;Webb 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 13). In der Rhetorikausbildung sollte durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; die affektive Wirkung der Beschreibung auf die Zuhörer eingeübt werden. Durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; soll ein maximaler Anschaulichkeitseffekt (&#039;&#039;enargeia&#039;&#039;/ &#039;&#039;evidentia&#039;&#039;) erzielt werden. Nach Quintilian ist &#039;&#039;enargeia&#039;&#039; die Eigenschaft der Rede, Vergangenes oder allgemein nicht Gegenwärtiges vor dem inneren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emotionale Bewegtheit des Rhetors den Wortcharakter des Textes aufzuheben,&amp;lt;ref&amp;gt; Quintilian, &#039;&#039;De institutione oratoria&#039;&#039;, IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63. &amp;lt;/ref&amp;gt; was in der Formel „an die äußere tritt die innere Schau” programmatisch zusammengefasst werden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Graf 1995a&#039;&amp;gt;Graf 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 145-146). Männlein-Robert stellt den besonderen Anteil des Lesers/ Betrachters an der Konstitution des imaginierten Bildes heraus, denn die Beschreibung der Kunstwerke v.a. in der hellenistischen Dichtung, sei in der Regel „ausschnitthaft und auf Wesentliches konzentriert” (&amp;lt;bib id=&#039;Männlein-Robert 2007&#039;&amp;gt;Männlein-Robert 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis und Kunstbeschreibung====&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;E.&#039;&#039; als rhetorischer Form entwickelt sich in der Spätantike eine selbstständige literarische Textgattung der Bild- bzw. Kunstbeschreibung.&amp;lt;ref&amp;gt; Ausführlich wird die Gattungsgeschichte dargestellt in : &amp;lt;bib id=&#039;Friedländer 1912&#039;&amp;gt;Friedländer 1912&amp;lt;/bib&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die um 200 n. Chr. entstandenen &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; des Philostrat gelten als ihr frühestes Beispiel (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, Graf 1995). In der einleitenden Vorrede wird der vermeintliche Entstehungskontext des Werkes erläutert  – angeblich eine Demonstration der Redekunst des Autors vor jugendlichen Rhetorikschülern. Die folgenden 65 Beschreibungen von Kunstwerken weisen aber eine ganz eigene Narrativität auf, die über die bloße Beschreibung eines Bildes hinaus gehen und einen eigenen narrativen Fiktionsraum schaffen. Mit seinem Text lobt Philostrat die Bildkunst und stellt zugleich die Überlegenheit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 95).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entwicklung der Kunsttheorie in der Frühen Neuzeit verändert sich auch die Form der Kunstbeschreibungen, die nicht mehr &amp;quot;nur&amp;quot; Teil eines literarischen Werks sind wie bspw. in den zahlreichen Künstlerviten. Die Vergegenwärtigung eines spezifischen Bildes durch eine detailgenaue Beschreibung rückt in den Mittelpunkt und es werden, u.a. von Giorgio Vasari, Gian Pietro Bellori, André Félibien und später auch von Denis Diderot, systematische Kriterien entwickelt -- wie die Beachtung der Komposition, der Stilidiome, der Ikonographie --, die eine Beschreibung im Hinblick auf Wiedererkennbarkeit des einzelnen Kunstwerks zum Ziel haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 1995a&#039;&amp;gt;Rosenberg 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 306). Bildbeschreibungen sind ein zentrales Element in Kunstkritik und Kunstwissenschaft, die aus den rhetorischen Kriterien eigene Maßstäbe für die Bewertung von Kunstwerken entwickelten (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 271).&amp;lt;ref&amp;gt; Beispielsweise wurden die beiden ersten Produktionsstadien der Rede &#039;&#039;inventio&#039;&#039; und &#039;&#039;dispotio&#039;&#039; aus der Rhetorik für den Kunstdiskurs übernommen; die Kriterien der &#039;&#039;elocutio&#039;&#039;, &#039;&#039;memoria&#039;&#039; und &#039;&#039;pronuntiatio&#039;&#039; jedoch nicht (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 272).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem antike literarische Ekphrasen wurden in der Frühen Neuzeit Vorlage bildkünstlerischen Schaffens, wie bspw. Tizians &#039;&#039;Venusfest&#039;&#039; (1518-19, Madrid, Prado), das Passagen aus Philostrats &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; bildkünstlerisch umsetzt (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2001a&#039;&amp;gt;Rosen 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;, 92ff; für weitere Bsp. &amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 78-79).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1990er Jahren steht &#039;&#039;E.&#039;&#039; im besonderen Interesse der literatur-, sprach- , kunst- und bildwissenschaftlichen Forschung vor allem im Hinblick auf intermediale Bezüge und Zeichenhaftigkeit, wobei immer auch definitorische Aktualisierungen und Präzisierungen unternommen werden (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995a&#039;&amp;gt;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Boehm 1995a&#039;&amp;gt;Boehm 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer 1996a&#039;&amp;gt;Pfotenhauer 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib&amp;gt; id=&#039;Wagner 1996a&#039;&amp;gt;Wagner 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2001a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;;  &amp;lt;bib id=&#039;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004a&#039;&amp;gt;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Drügh 2006a&#039;&amp;gt;Drügh 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Baumann 2011&#039;&amp;gt;Baumann 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder für die ausschließliche Verwendung des Begriffs im antiken Kontext plädiert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Webb 2009a&#039;&amp;gt;Webb 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beispiele====&lt;br /&gt;
Als der &amp;quot;Urtext&amp;quot; der literarischen &#039;&#039;E.&#039;&#039; gilt die Beschreibung des Schildes des Achill in der &#039;&#039;Ilias&#039;&#039; des Homer (18. Gesang, 478-608, Hampe 1979). Die besondere narrative Qualität des Textes lässt Hörer bzw. Leser dem Entstehungsprozess des Schildes in der Schmiede des Hephaistos beiwohnen.  Die Anschaulichkeit wird sukzessive aufgebaut und hat Vergegenwärtigung durch Imagination zum Ziel (ausführlich dazu: &amp;lt;bib id=&#039;Moog-Grünewald 2001a&#039;&amp;gt;Moog-Grünewald 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;ref&amp;gt; Das Besondere der gesamten Schildbeschreibung ist die Selbstreferentialität des Textes. Der Vortragende tritt als Künstler in Erscheinung und der Text selbst wir als Kunstwerk vorgeführt wird. Somit wird offenbar, dass es sich auch bei dem Schild um ein fiktives Kunstwerk handelt (ebd.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nun formt&#039; er den Schild, den ungeheuren und starken,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ganz ausschmückend mit Kunst. Ihn umzog er mit schimmerndem Rande, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dreifach und blank, und fügte das silberne schöne Gehenk an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus fünf Schichten gedrängt war der Schild selbst; oben darauf nun&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bildet&#039; er mancherlei Kunst mit erfindungsreichem Verstande. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Drauf nun schuf er die Erd&#039;, und das wogende Meer, und den Himmel,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch den vollen Mond, und die rastlos laufende Sonne; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drauf zwei Städt&#039; auch schuf er der vielfach redenden Menschen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Blühende: voll war die ein&#039; hochzeitlicher Fest&#039; und Gelage.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Junge Bräut&#039; aus den Kammern, geführt beim Scheine der Fackeln,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gingen einher durch die Stadt; und hell erhob sich das Brautlied:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Tanzende Jünglinge drehten behende sich unter dem Klange, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der von Flöten und Harfen ertönete; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vasaris &#039;&#039;Vite dei più illustri pittori, scultori ed architetti&#039;&#039; (1550/ 1568) enthalten  zahlreiche ekphrastische Passagen nach rhetorischem Muster, in denen die Bilder vorrangig in Hinblick auf ihre narrativen Qualitäten beschrieben werden (Alpers 1960/ 1995). Ausführlicher sind die zahlreiche Bildbeschreibungen in Belloris &#039;&#039;Le vite de&#039; pittori, scultori et architetti moderni&#039;&#039; (1672). In der Kunstgeschichte bzw. -wissenschaft ist die Beschreibung von Kunstwerken zentral und wirft immer wieder die Frage nach dem Abbildcharakter der Sprache auf (&amp;lt;bib id=&#039;Baxandall 1990a&#039;&amp;gt;Baxandall 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Bätschmann 2009a&#039;&amp;gt;Bätschmann 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;). Beispielhaft sei Aby Warburg genannt, der in seiner amorphen, an Neologismen reichen Sprache in Bezug auf die sprachwissenschaftlichen Theorien seiner Zeit versucht hat in „sprachlicher Bildkonzeption verbunden mit bildlicher Sprachkonzeption” (&amp;lt;bib id=&#039;Schiffermüller 2009a&#039;&amp;gt;Schiffermüller 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;, 9) bildlichen Ausdruckswerten ein sprachliches Abbild zu verleihen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Beispiele literarischer &#039;&#039;E.&#039;&#039; sind zahlreich.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine umfangreiche Liste ekphrastischer Werke von der Antike bis zum Mittelalter liefert &amp;lt;bib id=&#039;Downey 1959a&#039;&amp;gt;Downey 1959&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine besondere Rolle kommt der &#039;&#039;E.&#039;&#039; in der Lyrik, im sog. Bildgedicht zu (&amp;lt;bib id=&#039;Kranz 1976a&#039;&amp;gt;Kranz 1976&amp;lt;/bib&amp;gt;; Hollander 1995; &amp;lt;bib id=&#039;Frangenberg 2003a&#039;&amp;gt;Frangenberg 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis im Kontext====&lt;br /&gt;
Schon qua definitionem ist &#039;&#039;E.&#039;&#039;  eine Form der Intermedialität, da es um die Übertragung eines bildkünstlerischen Mediums in Sprachkunst geht (&amp;lt;bib id=&#039;Reulecke 2002a&#039;&amp;gt;Reulecke 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;). In diesem Kontext wird natürlich auch der Topos des &#039;&#039;paragone&#039;&#039;, des Wettstreits der Künste, aufgerufen und damit die auf Horaz zurückgehende Formel [http://www.bildwissenschaft.org/netzwerk/glossar/index.php/Ut_pictura_poesis Ut pictura poiesis]  in dem das Verhältnis von Malerei und Dichtung thematisiert wird.&lt;br /&gt;
Im Kontext von &#039;&#039;E.&#039;&#039; steht auch immer die Frage nach der Narration bzw. nach dem Verhältnis von Beschreibung und Erzählung, von &#039;&#039;histoire&#039;&#039; und &#039;&#039;discours&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Fowler 1991a&#039;&amp;gt;Fowler 1991&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Hollander stellt einen Bezug zu Emblemen (&#039;&#039;imprese&#039;&#039;) her und weist auf die Beziehung von Bild und Text hin. Der bildbegleitende Text sei eine „reductive ecphrasis” (Hollander 1995). &lt;br /&gt;
Problemstellungen in der Semiotik führen zu der Frage, wie denn Wörter bildhaften, in gewisser Weise abbildhaften, gegenständlichen Charakter annehmen können, wenn sie doch selber nur Abstrakta sind – und berühren damit den Kern der &#039;&#039;E.&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1992a&#039;&amp;gt;Krieger 1992&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1995a&#039;&amp;gt;Krieger 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Cheeke 2008a&#039;&amp;gt;Cheeke 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Hempfer 2000a&#039;&amp;gt;Hempfer 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Mitchell 1992c&#039;&amp;gt;Mitchell 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Ratkowitsch 2006a&#039;&amp;gt;Ratkowitsch 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Rosand 1990a&#039;&amp;gt;Rosand 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Sager Eidt 2008a&#039;&amp;gt;Sager Eidt 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Schmitz-Emans 1999a&#039;&amp;gt;Schmitz-Emans 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Barbara Thönnes|Thönnes, Barbara]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Barbara Thönnes</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6775</id>
		<title>Ekphrasis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6775"/>
		<updated>2011-09-30T11:19:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Barbara Thönnes: /* Ekphrasis und Kunstbeschreibung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Ekphrasis – hörend und lesend sehen=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ekphrasis ist ein aus der Rhetorik stammender Begriff, der eine besonders anschauliche, weil wirkmächtige sprachliche Darstellung bezeichnet. Im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch im Sinne von Kunstbeschreibung, bezeichnete &#039;&#039;Ekphrasis&#039;&#039; in der Antike jedwede Beschreibung von Gegenständen, darunter auch von Kunstwerken, aber ebenso von Personen, Landschaften und Bauwerken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nikolaos von Myra definiert &#039;&#039;E.&#039;&#039; als „eine ausführliche Rede, die das zu Zeigende deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfolge von Ereignissen geschildert wird. Durch einen fingierten medialen Wechsel vom Wort zum imaginierten Bild, soll höchstmögliche Anschaulichkeit erreicht werden. E. soll „die Hörer zu Zuschauern zu machen”.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Zitat lautet im weiteren: „Wir beschreiben aber Orte, Zeiten, Personen, Feste, Taten […]. Wann immer wir aber beschreiben möchten […] Statuen oder Bilder oder derartiges sonst, soll man aber versuchen, Überlegungen zu solchem oder solchem hinzuzufügen von Seiten der Verfassung des Malers oder des Bildhauers.” (&amp;lt;bib id=&#039;Spengel 1966a&#039;&amp;gt;Spengel 1966a&amp;lt;/bib&amp;gt;, 491; &amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 40) &amp;lt;/ref&amp;gt; Mit der Überschreitung dieser imaginären medialen Grenze  wird der Sehsinn, dem nach Aristoteles der höchste Erkenntniswert beigemessen wird, gegenüber dem Hörsinn bevorzugt.&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles: &#039;&#039;De anima&#039;&#039;, 424b, 22ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Verwendung von Metaphern, lautmalerischen Wendungen und Synästesien wird ein mentales Vor-Augen-stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzählung” nicht unterbrochen, sondern um eine allegorische Ebene erweitert werde (&amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das griechische Wort ἔκ-φρασις (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, Aussprechen oder das Aussprechende; im Plural &#039;&#039;Ekphraseis&#039;&#039; oder &#039;&#039;Ekphrasen&#039;&#039;) bezeichnet eine besonders anschauliche Beschreibung oder eine mit allen Sinnen vergegenwärtigende Darstellung eines Geschehens in einer Rede. Das Äquivalent in der lateinischen Rhetorik ist &#039;&#039;descriptio&#039;&#039;, wobei sich der griechische Terminus durchsetzte, da &#039;&#039;E.&#039;&#039; überwiegend in griechischen Rhetoriklehrbüchern, den sog. &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;,&amp;lt;ref&amp;gt; Vier der &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;, der Rhetoriklehrbücher aus dem 1. bis 5. Jahrhundert, sind überliefert. Ihre Autoren sind Aelius Theon, Hermogenes, Aphtonius Sophistes und Nikolaos von Myra. Letzterer ist der einzige Autor, der explizit Kunstwerke als Gegenstand der Ekphrasis erwähnt (&amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 34-41.)&amp;lt;/ref&amp;gt; behandelt wird. In der neuzeitlichen und modernen Bildbeschreibung bezeichnet &#039;&#039;E.&#039;&#039; die charakterisierende Beschreibung eines meist real existierenden Kunstwerks, was auch in einer neueren Definition von &#039;&#039;E.&#039;&#039; Ausdruck findet: „ekphrasis is the verbal representation of visual representation” (&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, XX).&amp;lt;ref&amp;gt; Umstritten bleibt die Verwendung des Begriffs in der Musik(-wissenschaft) als musikalische Ekphrasis im Sinne von Komponieren nach Bildern bzw. &#039;&#039;E.&#039;&#039; als Beispiel für programmbezogenes Komponieren. (Weiterfrührend dazu bspw. &lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Fink 1988a&#039;&amp;gt;Fink 1988&amp;lt;/bib&amp;gt; und  &amp;lt;bib id=&#039;Bruhn 2000a&#039;&amp;gt;Bruhn 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ziel und Funktion der Ekphrasis====&lt;br /&gt;
Die visuelle Qualität der Sprache soll genutzt werden, um die abwesenden Bilder wie anwesend erscheinen zu lassen. Dabei ist die faktische Existenz des beschriebenen Objekts keine notwendige Bedingung. Nach Giuliani stellt „die Abwesenheit der Bilder eine notwendige Bedingung des ästhetischen Spiels” dar (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 94). Dies erfolgt immer mit Konzentration auf die Bewegung der Emotionen der Zuhörer (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Webb 1999a&#039;&amp;gt;Webb 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 13). In der Rhetorikausbildung sollte durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; die affektive Wirkung der Beschreibung auf die Zuhörer eingeübt werden. Durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; soll ein maximaler Anschaulichkeitseffekt (&#039;&#039;enargeia&#039;&#039;/ &#039;&#039;evidentia&#039;&#039;) erzielt werden. Nach Quintilian ist &#039;&#039;enargeia&#039;&#039; die Eigenschaft der Rede, Vergangenes oder allgemein nicht Gegenwärtiges vor dem inneren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emotionale Bewegtheit des Rhetors den Wortcharakter des Textes aufzuheben,&amp;lt;ref&amp;gt; Quintilian, &#039;&#039;De institutione oratoria&#039;&#039;, IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63. &amp;lt;/ref&amp;gt; was in der Formel „an die äußere tritt die innere Schau” programmatisch zusammengefasst werden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Graf 1995a&#039;&amp;gt;Graf 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 145-146). Männlein-Robert stellt den besonderen Anteil des Lesers/ Betrachters an der Konstitution des imaginierten Bildes heraus, denn die Beschreibung der Kunstwerke v.a. in der hellenistischen Dichtung, sei in der Regel „ausschnitthaft und auf Wesentliches konzentriert” (&amp;lt;bib id=&#039;Männlein-Robert 2007&#039;&amp;gt;Männlein-Robert 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis und Kunstbeschreibung====&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;E.&#039;&#039; als rhetorischer Form entwickelt sich in der Spätantike eine selbstständige literarische Textgattung der Bild- bzw. Kunstbeschreibung.&amp;lt;ref&amp;gt; Ausführlich wird die Gattungsgeschichte dargestellt in : &amp;lt;bib id=&#039;Friedländer 1912&#039;&amp;gt;Friedländer 1912&amp;lt;/bib&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die um 200 n. Chr. entstandenen &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; des Philostrat gelten als ihr frühestes Beispiel (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, Graf 1995). In der einleitenden Vorrede wird der vermeintliche Entstehungskontext des Werkes erläutert  – angeblich eine Demonstration der Redekunst des Autors vor jugendlichen Rhetorikschülern. Die folgenden 65 Beschreibungen von Kunstwerken weisen aber eine ganz eigene Narrativität auf, die über die bloße Beschreibung eines Bildes hinaus gehen und einen eigenen narrativen Fiktionsraum schaffen. Mit seinem Text lobt Philostrat die Bildkunst und stellt zugleich die Überlegenheit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 95).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entwicklung der Kunsttheorie in der Frühen Neuzeit verändert sich auch die Form der Kunstbeschreibungen, die nicht mehr &amp;quot;nur&amp;quot; Teil eines literarischen Werks sind wie bspw. in den zahlreichen Künstlerviten. Die Vergegenwärtigung eines spezifischen Bildes durch eine detailgenaue Beschreibung rückt in den Mittelpunkt und es werden, u.a. von Giorgio Vasari, Gian Pietro Bellori, André Félibien und später auch von Denis Diderot, systematische Kriterien entwickelt -- wie die Beachtung der Komposition, der Stilidiome, der Ikonographie --, die eine Beschreibung im Hinblick auf Wiedererkennbarkeit des einzelnen Kunstwerks zum Ziel haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 1995a&#039;&amp;gt;Rosenberg 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 306). Bildbeschreibungen sind ein zentrales Element in Kunstkritik und Kunstwissenschaft, die aus den rhetorischen Kriterien eigene Maßstäbe für die Bewertung von Kunstwerken entwickelten (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 271).&amp;lt;ref&amp;gt; Beispielsweise wurden die beiden ersten Produktionsstadien der Rede &#039;&#039;inventio&#039;&#039; und &#039;&#039;dispotio&#039;&#039; aus der Rhetorik für den Kunstdiskurs übernommen; die Kriterien der &#039;&#039;elocutio&#039;&#039;, &#039;&#039;memoria&#039;&#039; und &#039;&#039;pronuntiatio&#039;&#039; jedoch nicht (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 272).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem antike literarische Ekphrasen wurden in der Frühen Neuzeit Vorlage bildkünstlerischen Schaffens, wie bspw. Tizians &#039;&#039;Venusfest&#039;&#039; (1518-19, Madrid, Prado), das Passagen aus Philostrats &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; bildkünstlerisch umsetzt (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2001a&#039;&amp;gt;Rosen 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;, 92ff; für weitere Bsp. &amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 78-79).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1990er Jahren steht &#039;&#039;E.&#039;&#039; im besonderen Interesse der literatur-, sprach- , kunst- und bildwissenschaftlichen Forschung vor allem im Hinblick auf intermediale Bezüge und Zeichenhaftigkeit, wobei immer auch definitorische Aktualisierungen und Präzisierungen unternommen werden (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995a&#039;&amp;gt;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Boehm 1995a&#039;&amp;gt;Boehm 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer 1996a&#039;&amp;gt;Pfotenhauer 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib&amp;gt; id=&#039;Wagner 1996a&#039;&amp;gt;Wagner 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2001a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;;  &amp;lt;bib id=&#039;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004a&#039;&amp;gt;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Drügh 2006a&#039;&amp;gt;Drügh 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Baumann 2011&#039;&amp;gt;Baumann 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder für die ausschließliche Verwendung des Begriffs im antiken Kontext plädiert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Webb 2009a&#039;&amp;gt;Webb 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beispiele====&lt;br /&gt;
Als der &amp;quot;Urtext&amp;quot; der literarischen &#039;&#039;E.&#039;&#039; gilt die Beschreibung des Schildes des Achill in der &#039;&#039;Ilias&#039;&#039; des Homer (18. Gesang, 478-608, Hampe 1979). Die besondere narrative Qualität des Textes lässt Hörer bzw. Leser dem Entstehungsprozess des Schildes in der Schmiede des Hephaistos beiwohnen.  Die Anschaulichkeit wird sukzessive aufgebaut und hat Vergegenwärtigung durch Imagination zum Ziel (ausführlich dazu: &amp;lt;bib id=&#039;Moog-Grünewald 2001a&#039;&amp;gt;Moog-Grünewald 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;ref&amp;gt; Das Besondere der gesamten Schildbeschreibung ist die Selbstreferentialität des Textes. Der Vortragende tritt als Künstler in Erscheinung und der Text selbst wir als Kunstwerk vorgeführt wird. Somit wird offenbar, dass es sich auch bei dem Schild um ein fiktives Kunstwerk handelt (ebd.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nun formt&#039; er den Schild, den ungeheuren und starken,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ganz ausschmückend mit Kunst. Ihn umzog er mit schimmerndem Rande, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dreifach und blank, und fügte das silberne schöne Gehenk an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus fünf Schichten gedrängt war der Schild selbst; oben darauf nun&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bildet&#039; er mancherlei Kunst mit erfindungsreichem Verstande. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Drauf nun schuf er die Erd&#039;, und das wogende Meer, und den Himmel,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch den vollen Mond, und die rastlos laufende Sonne; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drauf zwei Städt&#039; auch schuf er der vielfach redenden Menschen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Blühende: voll war die ein&#039; hochzeitlicher Fest&#039; und Gelage.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Junge Bräut&#039; aus den Kammern, geführt beim Scheine der Fackeln,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gingen einher durch die Stadt; und hell erhob sich das Brautlied:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Tanzende Jünglinge drehten behende sich unter dem Klange, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der von Flöten und Harfen ertönete; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vasaris &#039;&#039;Vite dei più illustri pittori, scultori ed architetti&#039;&#039; (1550/ 1568) enthalten  zahlreiche ekphrastische Passagen nach rhetorischem Muster, in denen die Bilder vorrangig in Hinblick auf ihre narrativen Qualitäten beschrieben werden (Alpers 1960/ 1995). Ausführlicher sind die zahlreiche Bildbeschreibungen in Belloris &#039;&#039;Le vite de&#039; pittori, scultori et architetti moderni&#039;&#039; (1672). In der Kunstgeschichte bzw. -wissenschaft ist die Beschreibung von Kunstwerken zentral und wirft immer wieder die Frage nach dem Abbildcharakter der Sprache auf (&amp;lt;bib id=&#039;Baxandall 1990a&#039;&amp;gt;Baxandall 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Bätschmann 2009a&#039;&amp;gt;Bätschmann 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;). Beispielhaft sei Aby Warburg genannt, der in seiner amorphen, an Neologismen reichen Sprache in Bezug auf die sprachwissenschaftlichen Theorien seiner Zeit versucht hat in „sprachlicher Bildkonzeption verbunden mit bildlicher Sprachkonzeption” (&amp;lt;bib id=&#039;Schiffermüller 2009a&#039;&amp;gt;Schiffermüller 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;, 9) bildlichen Ausdruckswerten ein sprachliches Abbild zu verleihen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Beispiele literarischer &#039;&#039;E.&#039;&#039; sind zahlreich.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine umfangreiche Liste ekphrastischer Werke von der Antike bis zum Mittelalter liefert &amp;lt;bib id=&#039;Downey 1959a&#039;&amp;gt;Downey 1959&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine besondere Rolle kommt der &#039;&#039;E.&#039;&#039; in der Lyrik, im sog. Bildgedicht zu (&amp;lt;bib id=&#039;Kranz 1976a&#039;&amp;gt;Kranz 1976&amp;lt;/bib&amp;gt;; Hollander 1995; &amp;lt;bib id=&#039;Frangenberg 2003a&#039;&amp;gt;Frangenberg 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis im Kontext====&lt;br /&gt;
Schon qua definitionem ist &#039;&#039;E.&#039;&#039;  eine Form der Intermedialität, da es um die Übertragung eines bildkünstlerischen Mediums in Sprachkunst geht (&amp;lt;bib id=&#039;Reulecke 2002a&#039;&amp;gt;Reulecke 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;). In diesem Kontext wird natürlich auch der Topos des &#039;&#039;paragone&#039;&#039;, des Wettstreits der Künste, aufgerufen und damit die auf Horaz zurückgehende Formel [http://www.bildwissenschaft.org/netzwerk/glossar/index.php/Ut_pictura_poesis Ut pictura poiesis]  in dem das Verhältnis von Malerei und Dichtung thematisiert wird.&lt;br /&gt;
Im Kontext von &#039;&#039;E.&#039;&#039; steht auch immer die Frage nach der Narration bzw. nach dem Verhältnis von Beschreibung und Erzählung, von &#039;&#039;histoire&#039;&#039; und &#039;&#039;discours&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Fowler 1991a&#039;&amp;gt;Fowler 1991&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Hollander stellt einen Bezug zu Emblemen (&#039;&#039;imprese&#039;&#039;) her und weist auf die Beziehung von Bild und Text hin. Der bildbegleitende Text sei eine „reductive ecphrasis” (Hollander 1995). &lt;br /&gt;
Problemstellungen in der Semiotik führen zu der Frage, wie denn Wörter bildhaften, in gewisser Weise abbildhaften, gegenständlichen Charakter annehmen können, wenn sie doch selber nur Abstrakta sind – und berühren damit den Kern der &#039;&#039;E.&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1992a&#039;&amp;gt;Krieger 1992&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1995a&#039;&amp;gt;Krieger 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Cheeke 2008a&#039;&amp;gt;Cheeke 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Hempfer 2000a&#039;&amp;gt;Hempfer 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Mitchell 1992c&#039;&amp;gt;Mitchell 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Ratkowitsch 2006a&#039;&amp;gt;Ratkowitsch 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Rosand 1990a&#039;&amp;gt;Rosand 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Sager Eidt 2008a&#039;&amp;gt;Sager Eidt 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Schmitz-Emans 1999a&#039;&amp;gt;Schmitz-Emans 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Barbara Thönnes|Thönnes, Barbara]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Barbara Thönnes</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6774</id>
		<title>Ekphrasis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6774"/>
		<updated>2011-09-30T11:18:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Barbara Thönnes: /* Ekphrasis und Kunstbeschreibung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Ekphrasis – hörend und lesend sehen=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ekphrasis ist ein aus der Rhetorik stammender Begriff, der eine besonders anschauliche, weil wirkmächtige sprachliche Darstellung bezeichnet. Im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch im Sinne von Kunstbeschreibung, bezeichnete &#039;&#039;Ekphrasis&#039;&#039; in der Antike jedwede Beschreibung von Gegenständen, darunter auch von Kunstwerken, aber ebenso von Personen, Landschaften und Bauwerken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nikolaos von Myra definiert &#039;&#039;E.&#039;&#039; als „eine ausführliche Rede, die das zu Zeigende deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfolge von Ereignissen geschildert wird. Durch einen fingierten medialen Wechsel vom Wort zum imaginierten Bild, soll höchstmögliche Anschaulichkeit erreicht werden. E. soll „die Hörer zu Zuschauern zu machen”.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Zitat lautet im weiteren: „Wir beschreiben aber Orte, Zeiten, Personen, Feste, Taten […]. Wann immer wir aber beschreiben möchten […] Statuen oder Bilder oder derartiges sonst, soll man aber versuchen, Überlegungen zu solchem oder solchem hinzuzufügen von Seiten der Verfassung des Malers oder des Bildhauers.” (&amp;lt;bib id=&#039;Spengel 1966a&#039;&amp;gt;Spengel 1966a&amp;lt;/bib&amp;gt;, 491; &amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 40) &amp;lt;/ref&amp;gt; Mit der Überschreitung dieser imaginären medialen Grenze  wird der Sehsinn, dem nach Aristoteles der höchste Erkenntniswert beigemessen wird, gegenüber dem Hörsinn bevorzugt.&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles: &#039;&#039;De anima&#039;&#039;, 424b, 22ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Verwendung von Metaphern, lautmalerischen Wendungen und Synästesien wird ein mentales Vor-Augen-stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzählung” nicht unterbrochen, sondern um eine allegorische Ebene erweitert werde (&amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das griechische Wort ἔκ-φρασις (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, Aussprechen oder das Aussprechende; im Plural &#039;&#039;Ekphraseis&#039;&#039; oder &#039;&#039;Ekphrasen&#039;&#039;) bezeichnet eine besonders anschauliche Beschreibung oder eine mit allen Sinnen vergegenwärtigende Darstellung eines Geschehens in einer Rede. Das Äquivalent in der lateinischen Rhetorik ist &#039;&#039;descriptio&#039;&#039;, wobei sich der griechische Terminus durchsetzte, da &#039;&#039;E.&#039;&#039; überwiegend in griechischen Rhetoriklehrbüchern, den sog. &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;,&amp;lt;ref&amp;gt; Vier der &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;, der Rhetoriklehrbücher aus dem 1. bis 5. Jahrhundert, sind überliefert. Ihre Autoren sind Aelius Theon, Hermogenes, Aphtonius Sophistes und Nikolaos von Myra. Letzterer ist der einzige Autor, der explizit Kunstwerke als Gegenstand der Ekphrasis erwähnt (&amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 34-41.)&amp;lt;/ref&amp;gt; behandelt wird. In der neuzeitlichen und modernen Bildbeschreibung bezeichnet &#039;&#039;E.&#039;&#039; die charakterisierende Beschreibung eines meist real existierenden Kunstwerks, was auch in einer neueren Definition von &#039;&#039;E.&#039;&#039; Ausdruck findet: „ekphrasis is the verbal representation of visual representation” (&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, XX).&amp;lt;ref&amp;gt; Umstritten bleibt die Verwendung des Begriffs in der Musik(-wissenschaft) als musikalische Ekphrasis im Sinne von Komponieren nach Bildern bzw. &#039;&#039;E.&#039;&#039; als Beispiel für programmbezogenes Komponieren. (Weiterfrührend dazu bspw. &lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Fink 1988a&#039;&amp;gt;Fink 1988&amp;lt;/bib&amp;gt; und  &amp;lt;bib id=&#039;Bruhn 2000a&#039;&amp;gt;Bruhn 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ziel und Funktion der Ekphrasis====&lt;br /&gt;
Die visuelle Qualität der Sprache soll genutzt werden, um die abwesenden Bilder wie anwesend erscheinen zu lassen. Dabei ist die faktische Existenz des beschriebenen Objekts keine notwendige Bedingung. Nach Giuliani stellt „die Abwesenheit der Bilder eine notwendige Bedingung des ästhetischen Spiels” dar (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 94). Dies erfolgt immer mit Konzentration auf die Bewegung der Emotionen der Zuhörer (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Webb 1999a&#039;&amp;gt;Webb 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 13). In der Rhetorikausbildung sollte durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; die affektive Wirkung der Beschreibung auf die Zuhörer eingeübt werden. Durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; soll ein maximaler Anschaulichkeitseffekt (&#039;&#039;enargeia&#039;&#039;/ &#039;&#039;evidentia&#039;&#039;) erzielt werden. Nach Quintilian ist &#039;&#039;enargeia&#039;&#039; die Eigenschaft der Rede, Vergangenes oder allgemein nicht Gegenwärtiges vor dem inneren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emotionale Bewegtheit des Rhetors den Wortcharakter des Textes aufzuheben,&amp;lt;ref&amp;gt; Quintilian, &#039;&#039;De institutione oratoria&#039;&#039;, IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63. &amp;lt;/ref&amp;gt; was in der Formel „an die äußere tritt die innere Schau” programmatisch zusammengefasst werden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Graf 1995a&#039;&amp;gt;Graf 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 145-146). Männlein-Robert stellt den besonderen Anteil des Lesers/ Betrachters an der Konstitution des imaginierten Bildes heraus, denn die Beschreibung der Kunstwerke v.a. in der hellenistischen Dichtung, sei in der Regel „ausschnitthaft und auf Wesentliches konzentriert” (&amp;lt;bib id=&#039;Männlein-Robert 2007&#039;&amp;gt;Männlein-Robert 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis und Kunstbeschreibung====&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;E.&#039;&#039; als rhetorischer Form entwickelt sich in der Spätantike eine selbstständige literarische Textgattung der Bild- bzw. Kunstbeschreibung.&amp;lt;ref&amp;gt; Ausführlich wird die Gattungsgeschichte dargestellt in : &amp;lt;bib id=&#039;Friedländer 1912&#039;&amp;gt;Friedländer 1912&amp;lt;/bib&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die um 200 n. Chr. entstandenen &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; des Philostrat gelten als ihr frühestes Beispiel (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, Graf 1995). In der einleitenden Vorrede wird der vermeintliche Entstehungskontext des Werkes erläutert  – angeblich eine Demonstration der Redekunst des Autors vor jugendlichen Rhetorikschülern. Die folgenden 65 Beschreibungen von Kunstwerken weisen aber eine ganz eigene Narrativität auf, die über die bloße Beschreibung eines Bildes hinaus gehen und einen eigenen narrativen Fiktionsraum schaffen. Mit seinem Text lobt Philostrat die Bildkunst und stellt zugleich die Überlegenheit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 95).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entwicklung der Kunsttheorie in der Frühen Neuzeit verändert sich auch die Form der Kunstbeschreibungen, die nicht mehr &amp;quot;nur&amp;quot; Teil eines literarischen Werks sind wie bspw. in den zahlreichen Künstlerviten. Die Vergegenwärtigung eines spezifischen Bildes durch eine detailgenaue Beschreibung rückt in den Mittelpunkt und es werden, u.a. von Giorgio Vasari, Gian Pietro Bellori, André Félibien und später auch von Denis Diderot, systematische Kriterien entwickelt -- wie die Beachtung der Komposition, der Stilidiome, der Ikonographie --, die eine Beschreibung im Hinblick auf Wiedererkennbarkeit des einzelnen Kunstwerks zum Ziel haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 1995a&#039;&amp;gt;Rosenberg 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 306). Bildbeschreibungen sind ein zentrales Element in Kunstkritik und Kunstwissenschaft, die aus den rhetorischen Kriterien eigene Maßstäbe für die Bewertung von Kunstwerken entwickelten (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 271).&amp;lt;ref&amp;gt; Beispielsweise wurden die beiden ersten Produktionsstadien der Rede &#039;&#039;inventio&#039;&#039; und &#039;&#039;dispotio&#039;&#039; aus der Rhetorik für den Kunstdiskurs übernommen; die Kriterien der &#039;&#039;elocutio&#039;&#039;, &#039;&#039;memoria&#039;&#039; und &#039;&#039;pronuntiatio&#039;&#039; jedoch nicht (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 272).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem antike literarische Ekphrasen wurden in der Frühen Neuzeit Vorlage bildkünstlerischen Schaffens, wie bspw. Tizians &#039;&#039;Venusfest&#039;&#039; (1518-19, Madrid, Prado), das Passagen aus Philostrats &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; bildkünstlerisch umsetzt (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2001a&#039;&amp;gt;Rosen 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;, 92ff; für weitere Bsp. &amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 78-79).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1990er Jahren steht &#039;&#039;E.&#039;&#039; im besonderen Interesse der literatur-, sprach- , kunst- und bildwissenschaftlichen Forschung vor allem im Hinblick auf intermediale Bezüge und Zeichenhaftigkeit, wobei immer auch definitorische Aktualisierungen und Präzisierungen unternommen werden (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995a&#039;&amp;gt;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Boehm 1995a&#039;&amp;gt;Boehm 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer 1996a&#039;&amp;gt;Pfotenhauer 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib&amp;gt; id=&#039;Wagner 1996&#039;&amp;gt;Wagner 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2001a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;;  &amp;lt;bib id=&#039;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004a&#039;&amp;gt;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Drügh 2006a&#039;&amp;gt;Drügh 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Baumann 2011&#039;&amp;gt;Baumann 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder für die ausschließliche Verwendung des Begriffs im antiken Kontext plädiert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Webb 2009a&#039;&amp;gt;Webb 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beispiele====&lt;br /&gt;
Als der &amp;quot;Urtext&amp;quot; der literarischen &#039;&#039;E.&#039;&#039; gilt die Beschreibung des Schildes des Achill in der &#039;&#039;Ilias&#039;&#039; des Homer (18. Gesang, 478-608, Hampe 1979). Die besondere narrative Qualität des Textes lässt Hörer bzw. Leser dem Entstehungsprozess des Schildes in der Schmiede des Hephaistos beiwohnen.  Die Anschaulichkeit wird sukzessive aufgebaut und hat Vergegenwärtigung durch Imagination zum Ziel (ausführlich dazu: &amp;lt;bib id=&#039;Moog-Grünewald 2001a&#039;&amp;gt;Moog-Grünewald 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;ref&amp;gt; Das Besondere der gesamten Schildbeschreibung ist die Selbstreferentialität des Textes. Der Vortragende tritt als Künstler in Erscheinung und der Text selbst wir als Kunstwerk vorgeführt wird. Somit wird offenbar, dass es sich auch bei dem Schild um ein fiktives Kunstwerk handelt (ebd.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nun formt&#039; er den Schild, den ungeheuren und starken,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ganz ausschmückend mit Kunst. Ihn umzog er mit schimmerndem Rande, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dreifach und blank, und fügte das silberne schöne Gehenk an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus fünf Schichten gedrängt war der Schild selbst; oben darauf nun&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bildet&#039; er mancherlei Kunst mit erfindungsreichem Verstande. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Drauf nun schuf er die Erd&#039;, und das wogende Meer, und den Himmel,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch den vollen Mond, und die rastlos laufende Sonne; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drauf zwei Städt&#039; auch schuf er der vielfach redenden Menschen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Blühende: voll war die ein&#039; hochzeitlicher Fest&#039; und Gelage.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Junge Bräut&#039; aus den Kammern, geführt beim Scheine der Fackeln,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gingen einher durch die Stadt; und hell erhob sich das Brautlied:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Tanzende Jünglinge drehten behende sich unter dem Klange, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der von Flöten und Harfen ertönete; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vasaris &#039;&#039;Vite dei più illustri pittori, scultori ed architetti&#039;&#039; (1550/ 1568) enthalten  zahlreiche ekphrastische Passagen nach rhetorischem Muster, in denen die Bilder vorrangig in Hinblick auf ihre narrativen Qualitäten beschrieben werden (Alpers 1960/ 1995). Ausführlicher sind die zahlreiche Bildbeschreibungen in Belloris &#039;&#039;Le vite de&#039; pittori, scultori et architetti moderni&#039;&#039; (1672). In der Kunstgeschichte bzw. -wissenschaft ist die Beschreibung von Kunstwerken zentral und wirft immer wieder die Frage nach dem Abbildcharakter der Sprache auf (&amp;lt;bib id=&#039;Baxandall 1990a&#039;&amp;gt;Baxandall 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Bätschmann 2009a&#039;&amp;gt;Bätschmann 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;). Beispielhaft sei Aby Warburg genannt, der in seiner amorphen, an Neologismen reichen Sprache in Bezug auf die sprachwissenschaftlichen Theorien seiner Zeit versucht hat in „sprachlicher Bildkonzeption verbunden mit bildlicher Sprachkonzeption” (&amp;lt;bib id=&#039;Schiffermüller 2009a&#039;&amp;gt;Schiffermüller 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;, 9) bildlichen Ausdruckswerten ein sprachliches Abbild zu verleihen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Beispiele literarischer &#039;&#039;E.&#039;&#039; sind zahlreich.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine umfangreiche Liste ekphrastischer Werke von der Antike bis zum Mittelalter liefert &amp;lt;bib id=&#039;Downey 1959a&#039;&amp;gt;Downey 1959&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine besondere Rolle kommt der &#039;&#039;E.&#039;&#039; in der Lyrik, im sog. Bildgedicht zu (&amp;lt;bib id=&#039;Kranz 1976a&#039;&amp;gt;Kranz 1976&amp;lt;/bib&amp;gt;; Hollander 1995; &amp;lt;bib id=&#039;Frangenberg 2003a&#039;&amp;gt;Frangenberg 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis im Kontext====&lt;br /&gt;
Schon qua definitionem ist &#039;&#039;E.&#039;&#039;  eine Form der Intermedialität, da es um die Übertragung eines bildkünstlerischen Mediums in Sprachkunst geht (&amp;lt;bib id=&#039;Reulecke 2002a&#039;&amp;gt;Reulecke 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;). In diesem Kontext wird natürlich auch der Topos des &#039;&#039;paragone&#039;&#039;, des Wettstreits der Künste, aufgerufen und damit die auf Horaz zurückgehende Formel [http://www.bildwissenschaft.org/netzwerk/glossar/index.php/Ut_pictura_poesis Ut pictura poiesis]  in dem das Verhältnis von Malerei und Dichtung thematisiert wird.&lt;br /&gt;
Im Kontext von &#039;&#039;E.&#039;&#039; steht auch immer die Frage nach der Narration bzw. nach dem Verhältnis von Beschreibung und Erzählung, von &#039;&#039;histoire&#039;&#039; und &#039;&#039;discours&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Fowler 1991a&#039;&amp;gt;Fowler 1991&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Hollander stellt einen Bezug zu Emblemen (&#039;&#039;imprese&#039;&#039;) her und weist auf die Beziehung von Bild und Text hin. Der bildbegleitende Text sei eine „reductive ecphrasis” (Hollander 1995). &lt;br /&gt;
Problemstellungen in der Semiotik führen zu der Frage, wie denn Wörter bildhaften, in gewisser Weise abbildhaften, gegenständlichen Charakter annehmen können, wenn sie doch selber nur Abstrakta sind – und berühren damit den Kern der &#039;&#039;E.&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1992a&#039;&amp;gt;Krieger 1992&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1995a&#039;&amp;gt;Krieger 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Cheeke 2008a&#039;&amp;gt;Cheeke 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Hempfer 2000a&#039;&amp;gt;Hempfer 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Mitchell 1992c&#039;&amp;gt;Mitchell 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Ratkowitsch 2006a&#039;&amp;gt;Ratkowitsch 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Rosand 1990a&#039;&amp;gt;Rosand 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Sager Eidt 2008a&#039;&amp;gt;Sager Eidt 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Schmitz-Emans 1999a&#039;&amp;gt;Schmitz-Emans 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Barbara Thönnes|Thönnes, Barbara]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Barbara Thönnes</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6773</id>
		<title>Ekphrasis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6773"/>
		<updated>2011-09-30T11:16:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Barbara Thönnes: /* Ekphrasis im Kontext */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Ekphrasis – hörend und lesend sehen=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ekphrasis ist ein aus der Rhetorik stammender Begriff, der eine besonders anschauliche, weil wirkmächtige sprachliche Darstellung bezeichnet. Im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch im Sinne von Kunstbeschreibung, bezeichnete &#039;&#039;Ekphrasis&#039;&#039; in der Antike jedwede Beschreibung von Gegenständen, darunter auch von Kunstwerken, aber ebenso von Personen, Landschaften und Bauwerken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nikolaos von Myra definiert &#039;&#039;E.&#039;&#039; als „eine ausführliche Rede, die das zu Zeigende deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfolge von Ereignissen geschildert wird. Durch einen fingierten medialen Wechsel vom Wort zum imaginierten Bild, soll höchstmögliche Anschaulichkeit erreicht werden. E. soll „die Hörer zu Zuschauern zu machen”.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Zitat lautet im weiteren: „Wir beschreiben aber Orte, Zeiten, Personen, Feste, Taten […]. Wann immer wir aber beschreiben möchten […] Statuen oder Bilder oder derartiges sonst, soll man aber versuchen, Überlegungen zu solchem oder solchem hinzuzufügen von Seiten der Verfassung des Malers oder des Bildhauers.” (&amp;lt;bib id=&#039;Spengel 1966a&#039;&amp;gt;Spengel 1966a&amp;lt;/bib&amp;gt;, 491; &amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 40) &amp;lt;/ref&amp;gt; Mit der Überschreitung dieser imaginären medialen Grenze  wird der Sehsinn, dem nach Aristoteles der höchste Erkenntniswert beigemessen wird, gegenüber dem Hörsinn bevorzugt.&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles: &#039;&#039;De anima&#039;&#039;, 424b, 22ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Verwendung von Metaphern, lautmalerischen Wendungen und Synästesien wird ein mentales Vor-Augen-stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzählung” nicht unterbrochen, sondern um eine allegorische Ebene erweitert werde (&amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das griechische Wort ἔκ-φρασις (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, Aussprechen oder das Aussprechende; im Plural &#039;&#039;Ekphraseis&#039;&#039; oder &#039;&#039;Ekphrasen&#039;&#039;) bezeichnet eine besonders anschauliche Beschreibung oder eine mit allen Sinnen vergegenwärtigende Darstellung eines Geschehens in einer Rede. Das Äquivalent in der lateinischen Rhetorik ist &#039;&#039;descriptio&#039;&#039;, wobei sich der griechische Terminus durchsetzte, da &#039;&#039;E.&#039;&#039; überwiegend in griechischen Rhetoriklehrbüchern, den sog. &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;,&amp;lt;ref&amp;gt; Vier der &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;, der Rhetoriklehrbücher aus dem 1. bis 5. Jahrhundert, sind überliefert. Ihre Autoren sind Aelius Theon, Hermogenes, Aphtonius Sophistes und Nikolaos von Myra. Letzterer ist der einzige Autor, der explizit Kunstwerke als Gegenstand der Ekphrasis erwähnt (&amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 34-41.)&amp;lt;/ref&amp;gt; behandelt wird. In der neuzeitlichen und modernen Bildbeschreibung bezeichnet &#039;&#039;E.&#039;&#039; die charakterisierende Beschreibung eines meist real existierenden Kunstwerks, was auch in einer neueren Definition von &#039;&#039;E.&#039;&#039; Ausdruck findet: „ekphrasis is the verbal representation of visual representation” (&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, XX).&amp;lt;ref&amp;gt; Umstritten bleibt die Verwendung des Begriffs in der Musik(-wissenschaft) als musikalische Ekphrasis im Sinne von Komponieren nach Bildern bzw. &#039;&#039;E.&#039;&#039; als Beispiel für programmbezogenes Komponieren. (Weiterfrührend dazu bspw. &lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Fink 1988a&#039;&amp;gt;Fink 1988&amp;lt;/bib&amp;gt; und  &amp;lt;bib id=&#039;Bruhn 2000a&#039;&amp;gt;Bruhn 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ziel und Funktion der Ekphrasis====&lt;br /&gt;
Die visuelle Qualität der Sprache soll genutzt werden, um die abwesenden Bilder wie anwesend erscheinen zu lassen. Dabei ist die faktische Existenz des beschriebenen Objekts keine notwendige Bedingung. Nach Giuliani stellt „die Abwesenheit der Bilder eine notwendige Bedingung des ästhetischen Spiels” dar (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 94). Dies erfolgt immer mit Konzentration auf die Bewegung der Emotionen der Zuhörer (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Webb 1999a&#039;&amp;gt;Webb 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 13). In der Rhetorikausbildung sollte durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; die affektive Wirkung der Beschreibung auf die Zuhörer eingeübt werden. Durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; soll ein maximaler Anschaulichkeitseffekt (&#039;&#039;enargeia&#039;&#039;/ &#039;&#039;evidentia&#039;&#039;) erzielt werden. Nach Quintilian ist &#039;&#039;enargeia&#039;&#039; die Eigenschaft der Rede, Vergangenes oder allgemein nicht Gegenwärtiges vor dem inneren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emotionale Bewegtheit des Rhetors den Wortcharakter des Textes aufzuheben,&amp;lt;ref&amp;gt; Quintilian, &#039;&#039;De institutione oratoria&#039;&#039;, IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63. &amp;lt;/ref&amp;gt; was in der Formel „an die äußere tritt die innere Schau” programmatisch zusammengefasst werden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Graf 1995a&#039;&amp;gt;Graf 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 145-146). Männlein-Robert stellt den besonderen Anteil des Lesers/ Betrachters an der Konstitution des imaginierten Bildes heraus, denn die Beschreibung der Kunstwerke v.a. in der hellenistischen Dichtung, sei in der Regel „ausschnitthaft und auf Wesentliches konzentriert” (&amp;lt;bib id=&#039;Männlein-Robert 2007&#039;&amp;gt;Männlein-Robert 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis und Kunstbeschreibung====&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;E.&#039;&#039; als rhetorischer Form entwickelt sich in der Spätantike eine selbstständige literarische Textgattung der Bild- bzw. Kunstbeschreibung.&amp;lt;ref&amp;gt; Ausführlich wird die Gattungsgeschichte dargestellt in : &amp;lt;bib id=&#039;Friedländer 1912&#039;&amp;gt;Friedländer 1912&amp;lt;/bib&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die um 200 n. Chr. entstandenen &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; des Philostrat gelten als ihr frühestes Beispiel (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, Graf 1995). In der einleitenden Vorrede wird der vermeintliche Entstehungskontext des Werkes erläutert  – angeblich eine Demonstration der Redekunst des Autors vor jugendlichen Rhetorikschülern. Die folgenden 65 Beschreibungen von Kunstwerken weisen aber eine ganz eigene Narrativität auf, die über die bloße Beschreibung eines Bildes hinaus gehen und einen eigenen narrativen Fiktionsraum schaffen. Mit seinem Text lobt Philostrat die Bildkunst und stellt zugleich die Überlegenheit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 95).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entwicklung der Kunsttheorie in der Frühen Neuzeit verändert sich auch die Form der Kunstbeschreibungen, die nicht mehr &amp;quot;nur&amp;quot; Teil eines literarischen Werks sind wie bspw. in den zahlreichen Künstlerviten. Die Vergegenwärtigung eines spezifischen Bildes durch eine detailgenaue Beschreibung rückt in den Mittelpunkt und es werden, u.a. von Giorgio Vasari, Gian Pietro Bellori, André Félibien und später auch von Denis Diderot, systematische Kriterien entwickelt -- wie die Beachtung der Komposition, der Stilidiome, der Ikonographie --, die eine Beschreibung im Hinblick auf Wiedererkennbarkeit des einzelnen Kunstwerks zum Ziel haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 1995a&#039;&amp;gt;Rosenberg 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 306). Bildbeschreibungen sind ein zentrales Element in Kunstkritik und Kunstwissenschaft, die aus den rhetorischen Kriterien eigene Maßstäbe für die Bewertung von Kunstwerken entwickelten (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 271).&amp;lt;ref&amp;gt; Beispielsweise wurden die beiden ersten Produktionsstadien der Rede &#039;&#039;inventio&#039;&#039; und &#039;&#039;dispotio&#039;&#039; aus der Rhetorik für den Kunstdiskurs übernommen; die Kriterien der &#039;&#039;elocutio&#039;&#039;, &#039;&#039;memoria&#039;&#039; und &#039;&#039;pronuntiatio&#039;&#039; jedoch nicht (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 272).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem antike literarische Ekphrasen wurden in der Frühen Neuzeit Vorlage bildkünstlerischen Schaffens, wie bspw. Tizians &#039;&#039;Venusfest&#039;&#039; (1518-19, Madrid, Prado), das Passagen aus Philostrats &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; bildkünstlerisch umsetzt (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2001a&#039;&amp;gt;Rosen 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;, 92ff; für weitere Bsp. &amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 78-79).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1990er Jahren steht &#039;&#039;E.&#039;&#039; im besonderen Interesse der literatur-, sprach- , kunst- und bildwissenschaftlichen Forschung vor allem im Hinblick auf intermediale Bezüge und Zeichenhaftigkeit, wobei immer auch definitorische Aktualisierungen und Präzisierungen unternommen werden (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995a&#039;&amp;gt;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; Wagner 1996; &amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2001a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;;  &amp;lt;bib id=&#039;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004a&#039;&amp;gt;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Drügh 2006a&#039;&amp;gt;Drügh 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Baumann 2011&amp;gt;Baumann 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder für die ausschließliche Verwendung des Begriffs im antiken Kontext plädiert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Webb 2009a&#039;&amp;gt;Webb 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beispiele====&lt;br /&gt;
Als der &amp;quot;Urtext&amp;quot; der literarischen &#039;&#039;E.&#039;&#039; gilt die Beschreibung des Schildes des Achill in der &#039;&#039;Ilias&#039;&#039; des Homer (18. Gesang, 478-608, Hampe 1979). Die besondere narrative Qualität des Textes lässt Hörer bzw. Leser dem Entstehungsprozess des Schildes in der Schmiede des Hephaistos beiwohnen.  Die Anschaulichkeit wird sukzessive aufgebaut und hat Vergegenwärtigung durch Imagination zum Ziel (ausführlich dazu: &amp;lt;bib id=&#039;Moog-Grünewald 2001a&#039;&amp;gt;Moog-Grünewald 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;ref&amp;gt; Das Besondere der gesamten Schildbeschreibung ist die Selbstreferentialität des Textes. Der Vortragende tritt als Künstler in Erscheinung und der Text selbst wir als Kunstwerk vorgeführt wird. Somit wird offenbar, dass es sich auch bei dem Schild um ein fiktives Kunstwerk handelt (ebd.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nun formt&#039; er den Schild, den ungeheuren und starken,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ganz ausschmückend mit Kunst. Ihn umzog er mit schimmerndem Rande, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dreifach und blank, und fügte das silberne schöne Gehenk an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus fünf Schichten gedrängt war der Schild selbst; oben darauf nun&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bildet&#039; er mancherlei Kunst mit erfindungsreichem Verstande. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Drauf nun schuf er die Erd&#039;, und das wogende Meer, und den Himmel,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch den vollen Mond, und die rastlos laufende Sonne; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drauf zwei Städt&#039; auch schuf er der vielfach redenden Menschen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Blühende: voll war die ein&#039; hochzeitlicher Fest&#039; und Gelage.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Junge Bräut&#039; aus den Kammern, geführt beim Scheine der Fackeln,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gingen einher durch die Stadt; und hell erhob sich das Brautlied:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Tanzende Jünglinge drehten behende sich unter dem Klange, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der von Flöten und Harfen ertönete; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vasaris &#039;&#039;Vite dei più illustri pittori, scultori ed architetti&#039;&#039; (1550/ 1568) enthalten  zahlreiche ekphrastische Passagen nach rhetorischem Muster, in denen die Bilder vorrangig in Hinblick auf ihre narrativen Qualitäten beschrieben werden (Alpers 1960/ 1995). Ausführlicher sind die zahlreiche Bildbeschreibungen in Belloris &#039;&#039;Le vite de&#039; pittori, scultori et architetti moderni&#039;&#039; (1672). In der Kunstgeschichte bzw. -wissenschaft ist die Beschreibung von Kunstwerken zentral und wirft immer wieder die Frage nach dem Abbildcharakter der Sprache auf (&amp;lt;bib id=&#039;Baxandall 1990a&#039;&amp;gt;Baxandall 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Bätschmann 2009a&#039;&amp;gt;Bätschmann 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;). Beispielhaft sei Aby Warburg genannt, der in seiner amorphen, an Neologismen reichen Sprache in Bezug auf die sprachwissenschaftlichen Theorien seiner Zeit versucht hat in „sprachlicher Bildkonzeption verbunden mit bildlicher Sprachkonzeption” (&amp;lt;bib id=&#039;Schiffermüller 2009a&#039;&amp;gt;Schiffermüller 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;, 9) bildlichen Ausdruckswerten ein sprachliches Abbild zu verleihen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Beispiele literarischer &#039;&#039;E.&#039;&#039; sind zahlreich.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine umfangreiche Liste ekphrastischer Werke von der Antike bis zum Mittelalter liefert &amp;lt;bib id=&#039;Downey 1959a&#039;&amp;gt;Downey 1959&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine besondere Rolle kommt der &#039;&#039;E.&#039;&#039; in der Lyrik, im sog. Bildgedicht zu (&amp;lt;bib id=&#039;Kranz 1976a&#039;&amp;gt;Kranz 1976&amp;lt;/bib&amp;gt;; Hollander 1995; &amp;lt;bib id=&#039;Frangenberg 2003a&#039;&amp;gt;Frangenberg 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis im Kontext====&lt;br /&gt;
Schon qua definitionem ist &#039;&#039;E.&#039;&#039;  eine Form der Intermedialität, da es um die Übertragung eines bildkünstlerischen Mediums in Sprachkunst geht (&amp;lt;bib id=&#039;Reulecke 2002a&#039;&amp;gt;Reulecke 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;). In diesem Kontext wird natürlich auch der Topos des &#039;&#039;paragone&#039;&#039;, des Wettstreits der Künste, aufgerufen und damit die auf Horaz zurückgehende Formel [http://www.bildwissenschaft.org/netzwerk/glossar/index.php/Ut_pictura_poesis Ut pictura poiesis]  in dem das Verhältnis von Malerei und Dichtung thematisiert wird.&lt;br /&gt;
Im Kontext von &#039;&#039;E.&#039;&#039; steht auch immer die Frage nach der Narration bzw. nach dem Verhältnis von Beschreibung und Erzählung, von &#039;&#039;histoire&#039;&#039; und &#039;&#039;discours&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Fowler 1991a&#039;&amp;gt;Fowler 1991&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Hollander stellt einen Bezug zu Emblemen (&#039;&#039;imprese&#039;&#039;) her und weist auf die Beziehung von Bild und Text hin. Der bildbegleitende Text sei eine „reductive ecphrasis” (Hollander 1995). &lt;br /&gt;
Problemstellungen in der Semiotik führen zu der Frage, wie denn Wörter bildhaften, in gewisser Weise abbildhaften, gegenständlichen Charakter annehmen können, wenn sie doch selber nur Abstrakta sind – und berühren damit den Kern der &#039;&#039;E.&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1992a&#039;&amp;gt;Krieger 1992&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1995a&#039;&amp;gt;Krieger 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Cheeke 2008a&#039;&amp;gt;Cheeke 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Hempfer 2000a&#039;&amp;gt;Hempfer 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Mitchell 1992c&#039;&amp;gt;Mitchell 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Ratkowitsch 2006a&#039;&amp;gt;Ratkowitsch 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Rosand 1990a&#039;&amp;gt;Rosand 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Sager Eidt 2008a&#039;&amp;gt;Sager Eidt 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Schmitz-Emans 1999a&#039;&amp;gt;Schmitz-Emans 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Barbara Thönnes|Thönnes, Barbara]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Barbara Thönnes</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6772</id>
		<title>Ekphrasis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6772"/>
		<updated>2011-09-30T11:15:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Barbara Thönnes: /* Von Ekphrasis zu Kunstbeschreibung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Ekphrasis – hörend und lesend sehen=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ekphrasis ist ein aus der Rhetorik stammender Begriff, der eine besonders anschauliche, weil wirkmächtige sprachliche Darstellung bezeichnet. Im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch im Sinne von Kunstbeschreibung, bezeichnete &#039;&#039;Ekphrasis&#039;&#039; in der Antike jedwede Beschreibung von Gegenständen, darunter auch von Kunstwerken, aber ebenso von Personen, Landschaften und Bauwerken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nikolaos von Myra definiert &#039;&#039;E.&#039;&#039; als „eine ausführliche Rede, die das zu Zeigende deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfolge von Ereignissen geschildert wird. Durch einen fingierten medialen Wechsel vom Wort zum imaginierten Bild, soll höchstmögliche Anschaulichkeit erreicht werden. E. soll „die Hörer zu Zuschauern zu machen”.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Zitat lautet im weiteren: „Wir beschreiben aber Orte, Zeiten, Personen, Feste, Taten […]. Wann immer wir aber beschreiben möchten […] Statuen oder Bilder oder derartiges sonst, soll man aber versuchen, Überlegungen zu solchem oder solchem hinzuzufügen von Seiten der Verfassung des Malers oder des Bildhauers.” (&amp;lt;bib id=&#039;Spengel 1966a&#039;&amp;gt;Spengel 1966a&amp;lt;/bib&amp;gt;, 491; &amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 40) &amp;lt;/ref&amp;gt; Mit der Überschreitung dieser imaginären medialen Grenze  wird der Sehsinn, dem nach Aristoteles der höchste Erkenntniswert beigemessen wird, gegenüber dem Hörsinn bevorzugt.&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles: &#039;&#039;De anima&#039;&#039;, 424b, 22ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Verwendung von Metaphern, lautmalerischen Wendungen und Synästesien wird ein mentales Vor-Augen-stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzählung” nicht unterbrochen, sondern um eine allegorische Ebene erweitert werde (&amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das griechische Wort ἔκ-φρασις (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, Aussprechen oder das Aussprechende; im Plural &#039;&#039;Ekphraseis&#039;&#039; oder &#039;&#039;Ekphrasen&#039;&#039;) bezeichnet eine besonders anschauliche Beschreibung oder eine mit allen Sinnen vergegenwärtigende Darstellung eines Geschehens in einer Rede. Das Äquivalent in der lateinischen Rhetorik ist &#039;&#039;descriptio&#039;&#039;, wobei sich der griechische Terminus durchsetzte, da &#039;&#039;E.&#039;&#039; überwiegend in griechischen Rhetoriklehrbüchern, den sog. &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;,&amp;lt;ref&amp;gt; Vier der &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;, der Rhetoriklehrbücher aus dem 1. bis 5. Jahrhundert, sind überliefert. Ihre Autoren sind Aelius Theon, Hermogenes, Aphtonius Sophistes und Nikolaos von Myra. Letzterer ist der einzige Autor, der explizit Kunstwerke als Gegenstand der Ekphrasis erwähnt (&amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 34-41.)&amp;lt;/ref&amp;gt; behandelt wird. In der neuzeitlichen und modernen Bildbeschreibung bezeichnet &#039;&#039;E.&#039;&#039; die charakterisierende Beschreibung eines meist real existierenden Kunstwerks, was auch in einer neueren Definition von &#039;&#039;E.&#039;&#039; Ausdruck findet: „ekphrasis is the verbal representation of visual representation” (&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, XX).&amp;lt;ref&amp;gt; Umstritten bleibt die Verwendung des Begriffs in der Musik(-wissenschaft) als musikalische Ekphrasis im Sinne von Komponieren nach Bildern bzw. &#039;&#039;E.&#039;&#039; als Beispiel für programmbezogenes Komponieren. (Weiterfrührend dazu bspw. &lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Fink 1988a&#039;&amp;gt;Fink 1988&amp;lt;/bib&amp;gt; und  &amp;lt;bib id=&#039;Bruhn 2000a&#039;&amp;gt;Bruhn 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ziel und Funktion der Ekphrasis====&lt;br /&gt;
Die visuelle Qualität der Sprache soll genutzt werden, um die abwesenden Bilder wie anwesend erscheinen zu lassen. Dabei ist die faktische Existenz des beschriebenen Objekts keine notwendige Bedingung. Nach Giuliani stellt „die Abwesenheit der Bilder eine notwendige Bedingung des ästhetischen Spiels” dar (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 94). Dies erfolgt immer mit Konzentration auf die Bewegung der Emotionen der Zuhörer (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Webb 1999a&#039;&amp;gt;Webb 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 13). In der Rhetorikausbildung sollte durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; die affektive Wirkung der Beschreibung auf die Zuhörer eingeübt werden. Durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; soll ein maximaler Anschaulichkeitseffekt (&#039;&#039;enargeia&#039;&#039;/ &#039;&#039;evidentia&#039;&#039;) erzielt werden. Nach Quintilian ist &#039;&#039;enargeia&#039;&#039; die Eigenschaft der Rede, Vergangenes oder allgemein nicht Gegenwärtiges vor dem inneren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emotionale Bewegtheit des Rhetors den Wortcharakter des Textes aufzuheben,&amp;lt;ref&amp;gt; Quintilian, &#039;&#039;De institutione oratoria&#039;&#039;, IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63. &amp;lt;/ref&amp;gt; was in der Formel „an die äußere tritt die innere Schau” programmatisch zusammengefasst werden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Graf 1995a&#039;&amp;gt;Graf 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 145-146). Männlein-Robert stellt den besonderen Anteil des Lesers/ Betrachters an der Konstitution des imaginierten Bildes heraus, denn die Beschreibung der Kunstwerke v.a. in der hellenistischen Dichtung, sei in der Regel „ausschnitthaft und auf Wesentliches konzentriert” (&amp;lt;bib id=&#039;Männlein-Robert 2007&#039;&amp;gt;Männlein-Robert 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis und Kunstbeschreibung====&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;E.&#039;&#039; als rhetorischer Form entwickelt sich in der Spätantike eine selbstständige literarische Textgattung der Bild- bzw. Kunstbeschreibung.&amp;lt;ref&amp;gt; Ausführlich wird die Gattungsgeschichte dargestellt in : &amp;lt;bib id=&#039;Friedländer 1912&#039;&amp;gt;Friedländer 1912&amp;lt;/bib&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die um 200 n. Chr. entstandenen &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; des Philostrat gelten als ihr frühestes Beispiel (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, Graf 1995). In der einleitenden Vorrede wird der vermeintliche Entstehungskontext des Werkes erläutert  – angeblich eine Demonstration der Redekunst des Autors vor jugendlichen Rhetorikschülern. Die folgenden 65 Beschreibungen von Kunstwerken weisen aber eine ganz eigene Narrativität auf, die über die bloße Beschreibung eines Bildes hinaus gehen und einen eigenen narrativen Fiktionsraum schaffen. Mit seinem Text lobt Philostrat die Bildkunst und stellt zugleich die Überlegenheit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 95).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entwicklung der Kunsttheorie in der Frühen Neuzeit verändert sich auch die Form der Kunstbeschreibungen, die nicht mehr &amp;quot;nur&amp;quot; Teil eines literarischen Werks sind wie bspw. in den zahlreichen Künstlerviten. Die Vergegenwärtigung eines spezifischen Bildes durch eine detailgenaue Beschreibung rückt in den Mittelpunkt und es werden, u.a. von Giorgio Vasari, Gian Pietro Bellori, André Félibien und später auch von Denis Diderot, systematische Kriterien entwickelt -- wie die Beachtung der Komposition, der Stilidiome, der Ikonographie --, die eine Beschreibung im Hinblick auf Wiedererkennbarkeit des einzelnen Kunstwerks zum Ziel haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 1995a&#039;&amp;gt;Rosenberg 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 306). Bildbeschreibungen sind ein zentrales Element in Kunstkritik und Kunstwissenschaft, die aus den rhetorischen Kriterien eigene Maßstäbe für die Bewertung von Kunstwerken entwickelten (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 271).&amp;lt;ref&amp;gt; Beispielsweise wurden die beiden ersten Produktionsstadien der Rede &#039;&#039;inventio&#039;&#039; und &#039;&#039;dispotio&#039;&#039; aus der Rhetorik für den Kunstdiskurs übernommen; die Kriterien der &#039;&#039;elocutio&#039;&#039;, &#039;&#039;memoria&#039;&#039; und &#039;&#039;pronuntiatio&#039;&#039; jedoch nicht (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 272).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem antike literarische Ekphrasen wurden in der Frühen Neuzeit Vorlage bildkünstlerischen Schaffens, wie bspw. Tizians &#039;&#039;Venusfest&#039;&#039; (1518-19, Madrid, Prado), das Passagen aus Philostrats &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; bildkünstlerisch umsetzt (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2001a&#039;&amp;gt;Rosen 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;, 92ff; für weitere Bsp. &amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 78-79).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1990er Jahren steht &#039;&#039;E.&#039;&#039; im besonderen Interesse der literatur-, sprach- , kunst- und bildwissenschaftlichen Forschung vor allem im Hinblick auf intermediale Bezüge und Zeichenhaftigkeit, wobei immer auch definitorische Aktualisierungen und Präzisierungen unternommen werden (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995a&#039;&amp;gt;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; Wagner 1996; &amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2001a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;;  &amp;lt;bib id=&#039;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004a&#039;&amp;gt;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Drügh 2006a&#039;&amp;gt;Drügh 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Baumann 2011&amp;gt;Baumann 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder für die ausschließliche Verwendung des Begriffs im antiken Kontext plädiert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Webb 2009a&#039;&amp;gt;Webb 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beispiele====&lt;br /&gt;
Als der &amp;quot;Urtext&amp;quot; der literarischen &#039;&#039;E.&#039;&#039; gilt die Beschreibung des Schildes des Achill in der &#039;&#039;Ilias&#039;&#039; des Homer (18. Gesang, 478-608, Hampe 1979). Die besondere narrative Qualität des Textes lässt Hörer bzw. Leser dem Entstehungsprozess des Schildes in der Schmiede des Hephaistos beiwohnen.  Die Anschaulichkeit wird sukzessive aufgebaut und hat Vergegenwärtigung durch Imagination zum Ziel (ausführlich dazu: &amp;lt;bib id=&#039;Moog-Grünewald 2001a&#039;&amp;gt;Moog-Grünewald 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;ref&amp;gt; Das Besondere der gesamten Schildbeschreibung ist die Selbstreferentialität des Textes. Der Vortragende tritt als Künstler in Erscheinung und der Text selbst wir als Kunstwerk vorgeführt wird. Somit wird offenbar, dass es sich auch bei dem Schild um ein fiktives Kunstwerk handelt (ebd.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nun formt&#039; er den Schild, den ungeheuren und starken,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ganz ausschmückend mit Kunst. Ihn umzog er mit schimmerndem Rande, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dreifach und blank, und fügte das silberne schöne Gehenk an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus fünf Schichten gedrängt war der Schild selbst; oben darauf nun&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bildet&#039; er mancherlei Kunst mit erfindungsreichem Verstande. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Drauf nun schuf er die Erd&#039;, und das wogende Meer, und den Himmel,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch den vollen Mond, und die rastlos laufende Sonne; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drauf zwei Städt&#039; auch schuf er der vielfach redenden Menschen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Blühende: voll war die ein&#039; hochzeitlicher Fest&#039; und Gelage.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Junge Bräut&#039; aus den Kammern, geführt beim Scheine der Fackeln,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gingen einher durch die Stadt; und hell erhob sich das Brautlied:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Tanzende Jünglinge drehten behende sich unter dem Klange, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der von Flöten und Harfen ertönete; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vasaris &#039;&#039;Vite dei più illustri pittori, scultori ed architetti&#039;&#039; (1550/ 1568) enthalten  zahlreiche ekphrastische Passagen nach rhetorischem Muster, in denen die Bilder vorrangig in Hinblick auf ihre narrativen Qualitäten beschrieben werden (Alpers 1960/ 1995). Ausführlicher sind die zahlreiche Bildbeschreibungen in Belloris &#039;&#039;Le vite de&#039; pittori, scultori et architetti moderni&#039;&#039; (1672). In der Kunstgeschichte bzw. -wissenschaft ist die Beschreibung von Kunstwerken zentral und wirft immer wieder die Frage nach dem Abbildcharakter der Sprache auf (&amp;lt;bib id=&#039;Baxandall 1990a&#039;&amp;gt;Baxandall 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Bätschmann 2009a&#039;&amp;gt;Bätschmann 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;). Beispielhaft sei Aby Warburg genannt, der in seiner amorphen, an Neologismen reichen Sprache in Bezug auf die sprachwissenschaftlichen Theorien seiner Zeit versucht hat in „sprachlicher Bildkonzeption verbunden mit bildlicher Sprachkonzeption” (&amp;lt;bib id=&#039;Schiffermüller 2009a&#039;&amp;gt;Schiffermüller 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;, 9) bildlichen Ausdruckswerten ein sprachliches Abbild zu verleihen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Beispiele literarischer &#039;&#039;E.&#039;&#039; sind zahlreich.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine umfangreiche Liste ekphrastischer Werke von der Antike bis zum Mittelalter liefert &amp;lt;bib id=&#039;Downey 1959a&#039;&amp;gt;Downey 1959&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine besondere Rolle kommt der &#039;&#039;E.&#039;&#039; in der Lyrik, im sog. Bildgedicht zu (&amp;lt;bib id=&#039;Kranz 1976a&#039;&amp;gt;Kranz 1976&amp;lt;/bib&amp;gt;; Hollander 1995; &amp;lt;bib id=&#039;Frangenberg 2003a&#039;&amp;gt;Frangenberg 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis im Kontext====&lt;br /&gt;
Schon qua definitionem ist &#039;&#039;E.&#039;&#039;  eine Form der Intermedialität, da es um die Übertragung eines bildkünstlerischen Mediums in Sprachkunst geht (&amp;lt;bib id=&#039;Reulecke 2002a&#039;&amp;gt;Reulecke 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;). In diesem Kontext wird natürlich auch der Topos des &#039;&#039;paragone&#039;&#039;, des Wettstreits der Künste, aufgerufen und damit die auf Horaz zurückgehende Formel [http://www.bildwissenschaft.org/netzwerk/glossar/index.php/Ut_pictura_poesis Ut pictura poiesis]  in dem das Verhältnis von Malerei und Dichtung thematisiert wird.&lt;br /&gt;
Im Kontext von &#039;&#039;E.&#039;&#039; steht auch immer die Frage nach der Narration bzw. nach dem Verhältnis von Beschreibung und Erzählung, von &#039;&#039;histoire&#039;&#039; und &#039;&#039;discours&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Fowler 1991a&#039;&amp;gt;Fowler 1991&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Hollander stellt einen Bezug zu Emblemen (&#039;&#039;imprese&#039;&#039;) her und weist auf die Beziehung von Bild und Text hin. Der bildbegleitende Text sei eine „reductive ecphrasis” (Hollander 1995). &lt;br /&gt;
Problemstellungen in der Semiotik führen zu der Frage, wie denn Wörter bildhaften, in gewisser Weise abbildhaften, gegenständlichen Charakter annehmen können, wenn sie doch selber nur Abstrakta sind – und berühren damit den Kern der &#039;&#039;E.&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1992a&#039;&amp;gt;Krieger 1992&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1995a&#039;&amp;gt;Krieger 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 1995a&#039;&amp;gt;Boehm 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Cheeke 2008a&#039;&amp;gt;Cheeke 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Hempfer 2000a&#039;&amp;gt;Hempfer 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Mitchell 1992c&#039;&amp;gt;Mitchell 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer 1996a&#039;&amp;gt;Pfotenhauer 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Ratkowitsch 2006a&#039;&amp;gt;Ratkowitsch 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Rosand 1990a&#039;&amp;gt;Rosand 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Sager Eidt 2008a&#039;&amp;gt;Sager Eidt 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Schmitz-Emans 1999a&#039;&amp;gt;Schmitz-Emans 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Barbara Thönnes|Thönnes, Barbara]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Barbara Thönnes</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6771</id>
		<title>Ekphrasis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6771"/>
		<updated>2011-09-30T11:13:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Barbara Thönnes: /* Ekphrasis im Kontext */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Ekphrasis – hörend und lesend sehen=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ekphrasis ist ein aus der Rhetorik stammender Begriff, der eine besonders anschauliche, weil wirkmächtige sprachliche Darstellung bezeichnet. Im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch im Sinne von Kunstbeschreibung, bezeichnete &#039;&#039;Ekphrasis&#039;&#039; in der Antike jedwede Beschreibung von Gegenständen, darunter auch von Kunstwerken, aber ebenso von Personen, Landschaften und Bauwerken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nikolaos von Myra definiert &#039;&#039;E.&#039;&#039; als „eine ausführliche Rede, die das zu Zeigende deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfolge von Ereignissen geschildert wird. Durch einen fingierten medialen Wechsel vom Wort zum imaginierten Bild, soll höchstmögliche Anschaulichkeit erreicht werden. E. soll „die Hörer zu Zuschauern zu machen”.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Zitat lautet im weiteren: „Wir beschreiben aber Orte, Zeiten, Personen, Feste, Taten […]. Wann immer wir aber beschreiben möchten […] Statuen oder Bilder oder derartiges sonst, soll man aber versuchen, Überlegungen zu solchem oder solchem hinzuzufügen von Seiten der Verfassung des Malers oder des Bildhauers.” (&amp;lt;bib id=&#039;Spengel 1966a&#039;&amp;gt;Spengel 1966a&amp;lt;/bib&amp;gt;, 491; &amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 40) &amp;lt;/ref&amp;gt; Mit der Überschreitung dieser imaginären medialen Grenze  wird der Sehsinn, dem nach Aristoteles der höchste Erkenntniswert beigemessen wird, gegenüber dem Hörsinn bevorzugt.&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles: &#039;&#039;De anima&#039;&#039;, 424b, 22ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Verwendung von Metaphern, lautmalerischen Wendungen und Synästesien wird ein mentales Vor-Augen-stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzählung” nicht unterbrochen, sondern um eine allegorische Ebene erweitert werde (&amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das griechische Wort ἔκ-φρασις (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, Aussprechen oder das Aussprechende; im Plural &#039;&#039;Ekphraseis&#039;&#039; oder &#039;&#039;Ekphrasen&#039;&#039;) bezeichnet eine besonders anschauliche Beschreibung oder eine mit allen Sinnen vergegenwärtigende Darstellung eines Geschehens in einer Rede. Das Äquivalent in der lateinischen Rhetorik ist &#039;&#039;descriptio&#039;&#039;, wobei sich der griechische Terminus durchsetzte, da &#039;&#039;E.&#039;&#039; überwiegend in griechischen Rhetoriklehrbüchern, den sog. &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;,&amp;lt;ref&amp;gt; Vier der &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;, der Rhetoriklehrbücher aus dem 1. bis 5. Jahrhundert, sind überliefert. Ihre Autoren sind Aelius Theon, Hermogenes, Aphtonius Sophistes und Nikolaos von Myra. Letzterer ist der einzige Autor, der explizit Kunstwerke als Gegenstand der Ekphrasis erwähnt (&amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 34-41.)&amp;lt;/ref&amp;gt; behandelt wird. In der neuzeitlichen und modernen Bildbeschreibung bezeichnet &#039;&#039;E.&#039;&#039; die charakterisierende Beschreibung eines meist real existierenden Kunstwerks, was auch in einer neueren Definition von &#039;&#039;E.&#039;&#039; Ausdruck findet: „ekphrasis is the verbal representation of visual representation” (&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, XX).&amp;lt;ref&amp;gt; Umstritten bleibt die Verwendung des Begriffs in der Musik(-wissenschaft) als musikalische Ekphrasis im Sinne von Komponieren nach Bildern bzw. &#039;&#039;E.&#039;&#039; als Beispiel für programmbezogenes Komponieren. (Weiterfrührend dazu bspw. &lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Fink 1988a&#039;&amp;gt;Fink 1988&amp;lt;/bib&amp;gt; und  &amp;lt;bib id=&#039;Bruhn 2000a&#039;&amp;gt;Bruhn 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ziel und Funktion der Ekphrasis====&lt;br /&gt;
Die visuelle Qualität der Sprache soll genutzt werden, um die abwesenden Bilder wie anwesend erscheinen zu lassen. Dabei ist die faktische Existenz des beschriebenen Objekts keine notwendige Bedingung. Nach Giuliani stellt „die Abwesenheit der Bilder eine notwendige Bedingung des ästhetischen Spiels” dar (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 94). Dies erfolgt immer mit Konzentration auf die Bewegung der Emotionen der Zuhörer (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Webb 1999a&#039;&amp;gt;Webb 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 13). In der Rhetorikausbildung sollte durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; die affektive Wirkung der Beschreibung auf die Zuhörer eingeübt werden. Durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; soll ein maximaler Anschaulichkeitseffekt (&#039;&#039;enargeia&#039;&#039;/ &#039;&#039;evidentia&#039;&#039;) erzielt werden. Nach Quintilian ist &#039;&#039;enargeia&#039;&#039; die Eigenschaft der Rede, Vergangenes oder allgemein nicht Gegenwärtiges vor dem inneren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emotionale Bewegtheit des Rhetors den Wortcharakter des Textes aufzuheben,&amp;lt;ref&amp;gt; Quintilian, &#039;&#039;De institutione oratoria&#039;&#039;, IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63. &amp;lt;/ref&amp;gt; was in der Formel „an die äußere tritt die innere Schau” programmatisch zusammengefasst werden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Graf 1995a&#039;&amp;gt;Graf 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 145-146). Männlein-Robert stellt den besonderen Anteil des Lesers/ Betrachters an der Konstitution des imaginierten Bildes heraus, denn die Beschreibung der Kunstwerke v.a. in der hellenistischen Dichtung, sei in der Regel „ausschnitthaft und auf Wesentliches konzentriert” (&amp;lt;bib id=&#039;Männlein-Robert 2007&#039;&amp;gt;Männlein-Robert 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Von Ekphrasis zu Kunstbeschreibung====&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;E.&#039;&#039; als rhetorischer Form entwickelt sich in der Spätantike eine selbstständige literarische Textgattung der Bild- bzw. Kunstbeschreibung.&amp;lt;ref&amp;gt; Ausführlich wird die Gattungsgeschichte dargestellt in : &amp;lt;bib id=&#039;Friedländer 1912&#039;&amp;gt;Friedländer 1912&amp;lt;/bib&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die um 200 n. Chr. entstandenen &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; des Philostrat gelten als ihr frühestes Beispiel (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, Graf 1995). In der einleitenden Vorrede wird der vermeintliche Entstehungskontext des Werkes erläutert  – angeblich eine Demonstration der Redekunst des Autors vor jugendlichen Rhetorikschülern. Die folgenden 65 Beschreibungen von Kunstwerken weisen aber eine ganz eigene Narrativität auf, die über die bloße Beschreibung eines Bildes hinaus gehen und einen eigenen narrativen Fiktionsraum schaffen. Mit seinem Text lobt Philostrat die Bildkunst und stellt zugleich die Überlegenheit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 95).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entwicklung der Kunsttheorie in der Frühen Neuzeit verändert sich auch die Form der Kunstbeschreibungen, die nicht mehr &amp;quot;nur&amp;quot; Teil eines literarischen Werks sind wie bspw. in den zahlreichen Künstlerviten. Die Vergegenwärtigung eines spezifischen Bildes durch eine detailgenaue Beschreibung rückt in den Mittelpunkt und es werden, u.a. von Giorgio Vasari, Gian Pietro Bellori, André Félibien und später auch von Denis Diderot, systematische Kriterien entwickelt -- wie die Beachtung der Komposition, der Stilidiome, der Ikonographie --, die eine Beschreibung im Hinblick auf Wiedererkennbarkeit des einzelnen Kunstwerks zum Ziel haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 1995a&#039;&amp;gt;Rosenberg 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 306). Bildbeschreibungen sind ein zentrales Element in Kunstkritik und Kunstwissenschaft, die aus den rhetorischen Kriterien eigene Maßstäbe für die Bewertung von Kunstwerken entwickelten (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 271).&amp;lt;ref&amp;gt; Beispielsweise wurden die beiden ersten Produktionsstadien der Rede &#039;&#039;inventio&#039;&#039; und &#039;&#039;dispotio&#039;&#039; aus der Rhetorik für den Kunstdiskurs übernommen; die Kriterien der &#039;&#039;elocutio&#039;&#039;, &#039;&#039;memoria&#039;&#039; und &#039;&#039;pronuntiatio&#039;&#039; jedoch nicht (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 272).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem antike literarische Ekphrasen wurden in der Frühen Neuzeit Vorlage bildkünstlerischen Schaffens, wie bspw. Tizians &#039;&#039;Venusfest&#039;&#039; (1518-19, Madrid, Prado), das Passagen aus Philostrats &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; bildkünstlerisch umsetzt (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2001a&#039;&amp;gt;Rosen 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;, 92ff; für weitere Bsp. &amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 78-79).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1990er Jahren steht &#039;&#039;E.&#039;&#039; im besonderen Interesse der literatur-, sprach- , kunst- und bildwissenschaftlichen Forschung vor allem im Hinblick auf intermediale Bezüge und Zeichenhaftigkeit, wobei immer auch definitorische Aktualisierungen und Präzisierungen unternommen werden (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995a&#039;&amp;gt;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; Wagner 1996; &amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2001a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;;  &amp;lt;bib id=&#039;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004a&#039;&amp;gt;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Drügh 2006a&#039;&amp;gt;Drügh 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder für die ausschließliche Verwendung des Begriffs im antiken Kontext plädiert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Webb 2009a&#039;&amp;gt;Webb 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beispiele====&lt;br /&gt;
Als der &amp;quot;Urtext&amp;quot; der literarischen &#039;&#039;E.&#039;&#039; gilt die Beschreibung des Schildes des Achill in der &#039;&#039;Ilias&#039;&#039; des Homer (18. Gesang, 478-608, Hampe 1979). Die besondere narrative Qualität des Textes lässt Hörer bzw. Leser dem Entstehungsprozess des Schildes in der Schmiede des Hephaistos beiwohnen.  Die Anschaulichkeit wird sukzessive aufgebaut und hat Vergegenwärtigung durch Imagination zum Ziel (ausführlich dazu: &amp;lt;bib id=&#039;Moog-Grünewald 2001a&#039;&amp;gt;Moog-Grünewald 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;ref&amp;gt; Das Besondere der gesamten Schildbeschreibung ist die Selbstreferentialität des Textes. Der Vortragende tritt als Künstler in Erscheinung und der Text selbst wir als Kunstwerk vorgeführt wird. Somit wird offenbar, dass es sich auch bei dem Schild um ein fiktives Kunstwerk handelt (ebd.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nun formt&#039; er den Schild, den ungeheuren und starken,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ganz ausschmückend mit Kunst. Ihn umzog er mit schimmerndem Rande, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dreifach und blank, und fügte das silberne schöne Gehenk an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus fünf Schichten gedrängt war der Schild selbst; oben darauf nun&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bildet&#039; er mancherlei Kunst mit erfindungsreichem Verstande. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Drauf nun schuf er die Erd&#039;, und das wogende Meer, und den Himmel,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch den vollen Mond, und die rastlos laufende Sonne; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drauf zwei Städt&#039; auch schuf er der vielfach redenden Menschen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Blühende: voll war die ein&#039; hochzeitlicher Fest&#039; und Gelage.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Junge Bräut&#039; aus den Kammern, geführt beim Scheine der Fackeln,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gingen einher durch die Stadt; und hell erhob sich das Brautlied:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Tanzende Jünglinge drehten behende sich unter dem Klange, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der von Flöten und Harfen ertönete; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vasaris &#039;&#039;Vite dei più illustri pittori, scultori ed architetti&#039;&#039; (1550/ 1568) enthalten  zahlreiche ekphrastische Passagen nach rhetorischem Muster, in denen die Bilder vorrangig in Hinblick auf ihre narrativen Qualitäten beschrieben werden (Alpers 1960/ 1995). Ausführlicher sind die zahlreiche Bildbeschreibungen in Belloris &#039;&#039;Le vite de&#039; pittori, scultori et architetti moderni&#039;&#039; (1672). In der Kunstgeschichte bzw. -wissenschaft ist die Beschreibung von Kunstwerken zentral und wirft immer wieder die Frage nach dem Abbildcharakter der Sprache auf (&amp;lt;bib id=&#039;Baxandall 1990a&#039;&amp;gt;Baxandall 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Bätschmann 2009a&#039;&amp;gt;Bätschmann 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;). Beispielhaft sei Aby Warburg genannt, der in seiner amorphen, an Neologismen reichen Sprache in Bezug auf die sprachwissenschaftlichen Theorien seiner Zeit versucht hat in „sprachlicher Bildkonzeption verbunden mit bildlicher Sprachkonzeption” (&amp;lt;bib id=&#039;Schiffermüller 2009a&#039;&amp;gt;Schiffermüller 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;, 9) bildlichen Ausdruckswerten ein sprachliches Abbild zu verleihen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Beispiele literarischer &#039;&#039;E.&#039;&#039; sind zahlreich.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine umfangreiche Liste ekphrastischer Werke von der Antike bis zum Mittelalter liefert &amp;lt;bib id=&#039;Downey 1959a&#039;&amp;gt;Downey 1959&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine besondere Rolle kommt der &#039;&#039;E.&#039;&#039; in der Lyrik, im sog. Bildgedicht zu (&amp;lt;bib id=&#039;Kranz 1976a&#039;&amp;gt;Kranz 1976&amp;lt;/bib&amp;gt;; Hollander 1995; &amp;lt;bib id=&#039;Frangenberg 2003a&#039;&amp;gt;Frangenberg 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis im Kontext====&lt;br /&gt;
Schon qua definitionem ist &#039;&#039;E.&#039;&#039;  eine Form der Intermedialität, da es um die Übertragung eines bildkünstlerischen Mediums in Sprachkunst geht (&amp;lt;bib id=&#039;Reulecke 2002a&#039;&amp;gt;Reulecke 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;). In diesem Kontext wird natürlich auch der Topos des &#039;&#039;paragone&#039;&#039;, des Wettstreits der Künste, aufgerufen und damit die auf Horaz zurückgehende Formel [http://www.bildwissenschaft.org/netzwerk/glossar/index.php/Ut_pictura_poesis Ut pictura poiesis]  in dem das Verhältnis von Malerei und Dichtung thematisiert wird.&lt;br /&gt;
Im Kontext von &#039;&#039;E.&#039;&#039; steht auch immer die Frage nach der Narration bzw. nach dem Verhältnis von Beschreibung und Erzählung, von &#039;&#039;histoire&#039;&#039; und &#039;&#039;discours&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Fowler 1991a&#039;&amp;gt;Fowler 1991&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Hollander stellt einen Bezug zu Emblemen (&#039;&#039;imprese&#039;&#039;) her und weist auf die Beziehung von Bild und Text hin. Der bildbegleitende Text sei eine „reductive ecphrasis” (Hollander 1995). &lt;br /&gt;
Problemstellungen in der Semiotik führen zu der Frage, wie denn Wörter bildhaften, in gewisser Weise abbildhaften, gegenständlichen Charakter annehmen können, wenn sie doch selber nur Abstrakta sind – und berühren damit den Kern der &#039;&#039;E.&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1992a&#039;&amp;gt;Krieger 1992&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1995a&#039;&amp;gt;Krieger 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 1995a&#039;&amp;gt;Boehm 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Cheeke 2008a&#039;&amp;gt;Cheeke 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Hempfer 2000a&#039;&amp;gt;Hempfer 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Mitchell 1992c&#039;&amp;gt;Mitchell 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer 1996a&#039;&amp;gt;Pfotenhauer 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Ratkowitsch 2006a&#039;&amp;gt;Ratkowitsch 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Rosand 1990a&#039;&amp;gt;Rosand 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Sager Eidt 2008a&#039;&amp;gt;Sager Eidt 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Schmitz-Emans 1999a&#039;&amp;gt;Schmitz-Emans 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Barbara Thönnes|Thönnes, Barbara]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Barbara Thönnes</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6770</id>
		<title>Ekphrasis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6770"/>
		<updated>2011-09-30T11:11:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Barbara Thönnes: /* Ziel und Funktion der Ekphrasis */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Ekphrasis – hörend und lesend sehen=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ekphrasis ist ein aus der Rhetorik stammender Begriff, der eine besonders anschauliche, weil wirkmächtige sprachliche Darstellung bezeichnet. Im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch im Sinne von Kunstbeschreibung, bezeichnete &#039;&#039;Ekphrasis&#039;&#039; in der Antike jedwede Beschreibung von Gegenständen, darunter auch von Kunstwerken, aber ebenso von Personen, Landschaften und Bauwerken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nikolaos von Myra definiert &#039;&#039;E.&#039;&#039; als „eine ausführliche Rede, die das zu Zeigende deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfolge von Ereignissen geschildert wird. Durch einen fingierten medialen Wechsel vom Wort zum imaginierten Bild, soll höchstmögliche Anschaulichkeit erreicht werden. E. soll „die Hörer zu Zuschauern zu machen”.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Zitat lautet im weiteren: „Wir beschreiben aber Orte, Zeiten, Personen, Feste, Taten […]. Wann immer wir aber beschreiben möchten […] Statuen oder Bilder oder derartiges sonst, soll man aber versuchen, Überlegungen zu solchem oder solchem hinzuzufügen von Seiten der Verfassung des Malers oder des Bildhauers.” (&amp;lt;bib id=&#039;Spengel 1966a&#039;&amp;gt;Spengel 1966a&amp;lt;/bib&amp;gt;, 491; &amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 40) &amp;lt;/ref&amp;gt; Mit der Überschreitung dieser imaginären medialen Grenze  wird der Sehsinn, dem nach Aristoteles der höchste Erkenntniswert beigemessen wird, gegenüber dem Hörsinn bevorzugt.&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles: &#039;&#039;De anima&#039;&#039;, 424b, 22ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Verwendung von Metaphern, lautmalerischen Wendungen und Synästesien wird ein mentales Vor-Augen-stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzählung” nicht unterbrochen, sondern um eine allegorische Ebene erweitert werde (&amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das griechische Wort ἔκ-φρασις (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, Aussprechen oder das Aussprechende; im Plural &#039;&#039;Ekphraseis&#039;&#039; oder &#039;&#039;Ekphrasen&#039;&#039;) bezeichnet eine besonders anschauliche Beschreibung oder eine mit allen Sinnen vergegenwärtigende Darstellung eines Geschehens in einer Rede. Das Äquivalent in der lateinischen Rhetorik ist &#039;&#039;descriptio&#039;&#039;, wobei sich der griechische Terminus durchsetzte, da &#039;&#039;E.&#039;&#039; überwiegend in griechischen Rhetoriklehrbüchern, den sog. &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;,&amp;lt;ref&amp;gt; Vier der &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;, der Rhetoriklehrbücher aus dem 1. bis 5. Jahrhundert, sind überliefert. Ihre Autoren sind Aelius Theon, Hermogenes, Aphtonius Sophistes und Nikolaos von Myra. Letzterer ist der einzige Autor, der explizit Kunstwerke als Gegenstand der Ekphrasis erwähnt (&amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 34-41.)&amp;lt;/ref&amp;gt; behandelt wird. In der neuzeitlichen und modernen Bildbeschreibung bezeichnet &#039;&#039;E.&#039;&#039; die charakterisierende Beschreibung eines meist real existierenden Kunstwerks, was auch in einer neueren Definition von &#039;&#039;E.&#039;&#039; Ausdruck findet: „ekphrasis is the verbal representation of visual representation” (&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, XX).&amp;lt;ref&amp;gt; Umstritten bleibt die Verwendung des Begriffs in der Musik(-wissenschaft) als musikalische Ekphrasis im Sinne von Komponieren nach Bildern bzw. &#039;&#039;E.&#039;&#039; als Beispiel für programmbezogenes Komponieren. (Weiterfrührend dazu bspw. &lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Fink 1988a&#039;&amp;gt;Fink 1988&amp;lt;/bib&amp;gt; und  &amp;lt;bib id=&#039;Bruhn 2000a&#039;&amp;gt;Bruhn 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ziel und Funktion der Ekphrasis====&lt;br /&gt;
Die visuelle Qualität der Sprache soll genutzt werden, um die abwesenden Bilder wie anwesend erscheinen zu lassen. Dabei ist die faktische Existenz des beschriebenen Objekts keine notwendige Bedingung. Nach Giuliani stellt „die Abwesenheit der Bilder eine notwendige Bedingung des ästhetischen Spiels” dar (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 94). Dies erfolgt immer mit Konzentration auf die Bewegung der Emotionen der Zuhörer (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Webb 1999a&#039;&amp;gt;Webb 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 13). In der Rhetorikausbildung sollte durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; die affektive Wirkung der Beschreibung auf die Zuhörer eingeübt werden. Durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; soll ein maximaler Anschaulichkeitseffekt (&#039;&#039;enargeia&#039;&#039;/ &#039;&#039;evidentia&#039;&#039;) erzielt werden. Nach Quintilian ist &#039;&#039;enargeia&#039;&#039; die Eigenschaft der Rede, Vergangenes oder allgemein nicht Gegenwärtiges vor dem inneren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emotionale Bewegtheit des Rhetors den Wortcharakter des Textes aufzuheben,&amp;lt;ref&amp;gt; Quintilian, &#039;&#039;De institutione oratoria&#039;&#039;, IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63. &amp;lt;/ref&amp;gt; was in der Formel „an die äußere tritt die innere Schau” programmatisch zusammengefasst werden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Graf 1995a&#039;&amp;gt;Graf 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 145-146). Männlein-Robert stellt den besonderen Anteil des Lesers/ Betrachters an der Konstitution des imaginierten Bildes heraus, denn die Beschreibung der Kunstwerke v.a. in der hellenistischen Dichtung, sei in der Regel „ausschnitthaft und auf Wesentliches konzentriert” (&amp;lt;bib id=&#039;Männlein-Robert 2007&#039;&amp;gt;Männlein-Robert 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Von Ekphrasis zu Kunstbeschreibung====&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;E.&#039;&#039; als rhetorischer Form entwickelt sich in der Spätantike eine selbstständige literarische Textgattung der Bild- bzw. Kunstbeschreibung.&amp;lt;ref&amp;gt; Ausführlich wird die Gattungsgeschichte dargestellt in : &amp;lt;bib id=&#039;Friedländer 1912&#039;&amp;gt;Friedländer 1912&amp;lt;/bib&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die um 200 n. Chr. entstandenen &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; des Philostrat gelten als ihr frühestes Beispiel (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, Graf 1995). In der einleitenden Vorrede wird der vermeintliche Entstehungskontext des Werkes erläutert  – angeblich eine Demonstration der Redekunst des Autors vor jugendlichen Rhetorikschülern. Die folgenden 65 Beschreibungen von Kunstwerken weisen aber eine ganz eigene Narrativität auf, die über die bloße Beschreibung eines Bildes hinaus gehen und einen eigenen narrativen Fiktionsraum schaffen. Mit seinem Text lobt Philostrat die Bildkunst und stellt zugleich die Überlegenheit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 95).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entwicklung der Kunsttheorie in der Frühen Neuzeit verändert sich auch die Form der Kunstbeschreibungen, die nicht mehr &amp;quot;nur&amp;quot; Teil eines literarischen Werks sind wie bspw. in den zahlreichen Künstlerviten. Die Vergegenwärtigung eines spezifischen Bildes durch eine detailgenaue Beschreibung rückt in den Mittelpunkt und es werden, u.a. von Giorgio Vasari, Gian Pietro Bellori, André Félibien und später auch von Denis Diderot, systematische Kriterien entwickelt -- wie die Beachtung der Komposition, der Stilidiome, der Ikonographie --, die eine Beschreibung im Hinblick auf Wiedererkennbarkeit des einzelnen Kunstwerks zum Ziel haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 1995a&#039;&amp;gt;Rosenberg 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 306). Bildbeschreibungen sind ein zentrales Element in Kunstkritik und Kunstwissenschaft, die aus den rhetorischen Kriterien eigene Maßstäbe für die Bewertung von Kunstwerken entwickelten (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 271).&amp;lt;ref&amp;gt; Beispielsweise wurden die beiden ersten Produktionsstadien der Rede &#039;&#039;inventio&#039;&#039; und &#039;&#039;dispotio&#039;&#039; aus der Rhetorik für den Kunstdiskurs übernommen; die Kriterien der &#039;&#039;elocutio&#039;&#039;, &#039;&#039;memoria&#039;&#039; und &#039;&#039;pronuntiatio&#039;&#039; jedoch nicht (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 272).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem antike literarische Ekphrasen wurden in der Frühen Neuzeit Vorlage bildkünstlerischen Schaffens, wie bspw. Tizians &#039;&#039;Venusfest&#039;&#039; (1518-19, Madrid, Prado), das Passagen aus Philostrats &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; bildkünstlerisch umsetzt (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2001a&#039;&amp;gt;Rosen 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;, 92ff; für weitere Bsp. &amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 78-79).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1990er Jahren steht &#039;&#039;E.&#039;&#039; im besonderen Interesse der literatur-, sprach- , kunst- und bildwissenschaftlichen Forschung vor allem im Hinblick auf intermediale Bezüge und Zeichenhaftigkeit, wobei immer auch definitorische Aktualisierungen und Präzisierungen unternommen werden (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995a&#039;&amp;gt;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; Wagner 1996; &amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2001a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;;  &amp;lt;bib id=&#039;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004a&#039;&amp;gt;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Drügh 2006a&#039;&amp;gt;Drügh 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder für die ausschließliche Verwendung des Begriffs im antiken Kontext plädiert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Webb 2009a&#039;&amp;gt;Webb 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beispiele====&lt;br /&gt;
Als der &amp;quot;Urtext&amp;quot; der literarischen &#039;&#039;E.&#039;&#039; gilt die Beschreibung des Schildes des Achill in der &#039;&#039;Ilias&#039;&#039; des Homer (18. Gesang, 478-608, Hampe 1979). Die besondere narrative Qualität des Textes lässt Hörer bzw. Leser dem Entstehungsprozess des Schildes in der Schmiede des Hephaistos beiwohnen.  Die Anschaulichkeit wird sukzessive aufgebaut und hat Vergegenwärtigung durch Imagination zum Ziel (ausführlich dazu: &amp;lt;bib id=&#039;Moog-Grünewald 2001a&#039;&amp;gt;Moog-Grünewald 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;ref&amp;gt; Das Besondere der gesamten Schildbeschreibung ist die Selbstreferentialität des Textes. Der Vortragende tritt als Künstler in Erscheinung und der Text selbst wir als Kunstwerk vorgeführt wird. Somit wird offenbar, dass es sich auch bei dem Schild um ein fiktives Kunstwerk handelt (ebd.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nun formt&#039; er den Schild, den ungeheuren und starken,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ganz ausschmückend mit Kunst. Ihn umzog er mit schimmerndem Rande, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dreifach und blank, und fügte das silberne schöne Gehenk an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus fünf Schichten gedrängt war der Schild selbst; oben darauf nun&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bildet&#039; er mancherlei Kunst mit erfindungsreichem Verstande. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Drauf nun schuf er die Erd&#039;, und das wogende Meer, und den Himmel,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch den vollen Mond, und die rastlos laufende Sonne; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drauf zwei Städt&#039; auch schuf er der vielfach redenden Menschen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Blühende: voll war die ein&#039; hochzeitlicher Fest&#039; und Gelage.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Junge Bräut&#039; aus den Kammern, geführt beim Scheine der Fackeln,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gingen einher durch die Stadt; und hell erhob sich das Brautlied:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Tanzende Jünglinge drehten behende sich unter dem Klange, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der von Flöten und Harfen ertönete; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vasaris &#039;&#039;Vite dei più illustri pittori, scultori ed architetti&#039;&#039; (1550/ 1568) enthalten  zahlreiche ekphrastische Passagen nach rhetorischem Muster, in denen die Bilder vorrangig in Hinblick auf ihre narrativen Qualitäten beschrieben werden (Alpers 1960/ 1995). Ausführlicher sind die zahlreiche Bildbeschreibungen in Belloris &#039;&#039;Le vite de&#039; pittori, scultori et architetti moderni&#039;&#039; (1672). In der Kunstgeschichte bzw. -wissenschaft ist die Beschreibung von Kunstwerken zentral und wirft immer wieder die Frage nach dem Abbildcharakter der Sprache auf (&amp;lt;bib id=&#039;Baxandall 1990a&#039;&amp;gt;Baxandall 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Bätschmann 2009a&#039;&amp;gt;Bätschmann 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;). Beispielhaft sei Aby Warburg genannt, der in seiner amorphen, an Neologismen reichen Sprache in Bezug auf die sprachwissenschaftlichen Theorien seiner Zeit versucht hat in „sprachlicher Bildkonzeption verbunden mit bildlicher Sprachkonzeption” (&amp;lt;bib id=&#039;Schiffermüller 2009a&#039;&amp;gt;Schiffermüller 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;, 9) bildlichen Ausdruckswerten ein sprachliches Abbild zu verleihen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Beispiele literarischer &#039;&#039;E.&#039;&#039; sind zahlreich.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine umfangreiche Liste ekphrastischer Werke von der Antike bis zum Mittelalter liefert &amp;lt;bib id=&#039;Downey 1959a&#039;&amp;gt;Downey 1959&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine besondere Rolle kommt der &#039;&#039;E.&#039;&#039; in der Lyrik, im sog. Bildgedicht zu (&amp;lt;bib id=&#039;Kranz 1976a&#039;&amp;gt;Kranz 1976&amp;lt;/bib&amp;gt;; Hollander 1995; &amp;lt;bib id=&#039;Frangenberg 2003a&#039;&amp;gt;Frangenberg 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis im Kontext====&lt;br /&gt;
Schon qua definitionem ist &#039;&#039;E.&#039;&#039;  eine Form der Intermedialität, da es um die Übertragung eines bildkünstlerischen Mediums in Sprachkunst geht (&amp;lt;bib id=&#039;Reulecke 2002a&#039;&amp;gt;Reulecke 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;). In diesem Kontext wird natürlich auch der Topos des &#039;&#039;paragone&#039;&#039;, des Wettstreits der Künste, aufgerufen und damit die auf Horaz zurückgehende Formel [http://www.bildwissenschaft.org/netzwerk/glossar/index.php/Ut_pictura_poesis Ut pictura poiesis]  in dem das Verhältnis von Malerei und Dichtung thematisiert wird.&lt;br /&gt;
Im Kontext von &#039;&#039;E.&#039;&#039; steht auch immer die Frage nach der Narration bzw. nach dem Verhältnis von Beschreibung und Erzählung, von &#039;&#039;histoire&#039;&#039; und &#039;&#039;discours&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Fowler 1991a&#039;&amp;gt;Fowler 1991&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Hollander stellt einen Bezug zu Emblemen (&#039;&#039;imprese&#039;&#039;) her und weist auf die Beziehung von Bild und Text hin. Der bildbegleitende Text sei eine „reductive ecphrasis” (Hollander 1995). &lt;br /&gt;
Problemstellungen in der Semiotik führen zu der Frage, wie denn Wörter bildhaften, in gewisser Weise abbildhaften, gegenständlichen Charakter annehmen können, wenn sie doch selber nur Abstrakta sind – und berühren damit den Kern der &#039;&#039;E.&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1992a&#039;&amp;gt;Krieger 1992&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1995a&#039;&amp;gt;Krieger 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 1995a&#039;&amp;gt;Boehm 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Cheeke 2008a&#039;&amp;gt;Cheeke 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Hempfer 2000a&#039;&amp;gt;Hempfer 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Männlein-Robert 2007a&#039;&amp;gt;Männlein-Robert 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Mitchell 1992c&#039;&amp;gt;Mitchell 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer 1996a&#039;&amp;gt;Pfotenhauer 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Ratkowitsch 2006a&#039;&amp;gt;Ratkowitsch 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Rosand 1990a&#039;&amp;gt;Rosand 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Sager Eidt 2008a&#039;&amp;gt;Sager Eidt 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Schenka 2007a&#039;&amp;gt;Schenka 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Schmitz-Emans 1999a&#039;&amp;gt;Schmitz-Emans 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2003a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Barbara Thönnes|Thönnes, Barbara]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Barbara Thönnes</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6769</id>
		<title>Ekphrasis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6769"/>
		<updated>2011-09-30T10:59:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Barbara Thönnes: /* Beispiele */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Ekphrasis – hörend und lesend sehen=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ekphrasis ist ein aus der Rhetorik stammender Begriff, der eine besonders anschauliche, weil wirkmächtige sprachliche Darstellung bezeichnet. Im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch im Sinne von Kunstbeschreibung, bezeichnete &#039;&#039;Ekphrasis&#039;&#039; in der Antike jedwede Beschreibung von Gegenständen, darunter auch von Kunstwerken, aber ebenso von Personen, Landschaften und Bauwerken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nikolaos von Myra definiert &#039;&#039;E.&#039;&#039; als „eine ausführliche Rede, die das zu Zeigende deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfolge von Ereignissen geschildert wird. Durch einen fingierten medialen Wechsel vom Wort zum imaginierten Bild, soll höchstmögliche Anschaulichkeit erreicht werden. E. soll „die Hörer zu Zuschauern zu machen”.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Zitat lautet im weiteren: „Wir beschreiben aber Orte, Zeiten, Personen, Feste, Taten […]. Wann immer wir aber beschreiben möchten […] Statuen oder Bilder oder derartiges sonst, soll man aber versuchen, Überlegungen zu solchem oder solchem hinzuzufügen von Seiten der Verfassung des Malers oder des Bildhauers.” (&amp;lt;bib id=&#039;Spengel 1966a&#039;&amp;gt;Spengel 1966a&amp;lt;/bib&amp;gt;, 491; &amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 40) &amp;lt;/ref&amp;gt; Mit der Überschreitung dieser imaginären medialen Grenze  wird der Sehsinn, dem nach Aristoteles der höchste Erkenntniswert beigemessen wird, gegenüber dem Hörsinn bevorzugt.&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles: &#039;&#039;De anima&#039;&#039;, 424b, 22ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Verwendung von Metaphern, lautmalerischen Wendungen und Synästesien wird ein mentales Vor-Augen-stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzählung” nicht unterbrochen, sondern um eine allegorische Ebene erweitert werde (&amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das griechische Wort ἔκ-φρασις (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, Aussprechen oder das Aussprechende; im Plural &#039;&#039;Ekphraseis&#039;&#039; oder &#039;&#039;Ekphrasen&#039;&#039;) bezeichnet eine besonders anschauliche Beschreibung oder eine mit allen Sinnen vergegenwärtigende Darstellung eines Geschehens in einer Rede. Das Äquivalent in der lateinischen Rhetorik ist &#039;&#039;descriptio&#039;&#039;, wobei sich der griechische Terminus durchsetzte, da &#039;&#039;E.&#039;&#039; überwiegend in griechischen Rhetoriklehrbüchern, den sog. &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;,&amp;lt;ref&amp;gt; Vier der &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;, der Rhetoriklehrbücher aus dem 1. bis 5. Jahrhundert, sind überliefert. Ihre Autoren sind Aelius Theon, Hermogenes, Aphtonius Sophistes und Nikolaos von Myra. Letzterer ist der einzige Autor, der explizit Kunstwerke als Gegenstand der Ekphrasis erwähnt (&amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 34-41.)&amp;lt;/ref&amp;gt; behandelt wird. In der neuzeitlichen und modernen Bildbeschreibung bezeichnet &#039;&#039;E.&#039;&#039; die charakterisierende Beschreibung eines meist real existierenden Kunstwerks, was auch in einer neueren Definition von &#039;&#039;E.&#039;&#039; Ausdruck findet: „ekphrasis is the verbal representation of visual representation” (&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, XX).&amp;lt;ref&amp;gt; Umstritten bleibt die Verwendung des Begriffs in der Musik(-wissenschaft) als musikalische Ekphrasis im Sinne von Komponieren nach Bildern bzw. &#039;&#039;E.&#039;&#039; als Beispiel für programmbezogenes Komponieren. (Weiterfrührend dazu bspw. &lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Fink 1988a&#039;&amp;gt;Fink 1988&amp;lt;/bib&amp;gt; und  &amp;lt;bib id=&#039;Bruhn 2000a&#039;&amp;gt;Bruhn 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ziel und Funktion der Ekphrasis====&lt;br /&gt;
Die visuelle Qualität der Sprache soll genutzt werden, um die abwesenden Bilder wie anwesend erscheinen zu lassen. Dabei ist die faktische Existenz des beschriebenen Objekts keine notwendige Bedingung. Nach Giuliani stellt „die Abwesenheit der Bilder eine notwendige Bedingung des ästhetischen Spiels” dar (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 94). Dies erfolgt immer mit Konzentration auf die Bewegung der Emotionen der Zuhörer (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Webb 1999a&#039;&amp;gt;Webb 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 13). In der Rhetorikausbildung sollte durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; die affektive Wirkung der Beschreibung auf die Zuhörer eingeübt werden. Durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; soll ein maximaler Anschaulichkeitseffekt (&#039;&#039;enargeia&#039;&#039;/ &#039;&#039;evidentia&#039;&#039;) erzielt werden. Nach Quintilian ist &#039;&#039;enargeia&#039;&#039; die Eigenschaft der Rede, Vergangenes oder allgemein nicht Gegenwärtiges vor dem inneren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emotionale Bewegtheit des Rhetors den Wortcharakter des Textes aufzuheben,&amp;lt;ref&amp;gt; Quintilian, &#039;&#039;De institutione oratoria&#039;&#039;, IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63. &amp;lt;/ref&amp;gt; was in der Formel „an die äußere tritt die innere Schau” programmatisch zusammengefasst werden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Graf 1995a&#039;&amp;gt;Graf 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 145-146).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Von Ekphrasis zu Kunstbeschreibung====&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;E.&#039;&#039; als rhetorischer Form entwickelt sich in der Spätantike eine selbstständige literarische Textgattung der Bild- bzw. Kunstbeschreibung.&amp;lt;ref&amp;gt; Ausführlich wird die Gattungsgeschichte dargestellt in : &amp;lt;bib id=&#039;Friedländer 1912&#039;&amp;gt;Friedländer 1912&amp;lt;/bib&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die um 200 n. Chr. entstandenen &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; des Philostrat gelten als ihr frühestes Beispiel (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, Graf 1995). In der einleitenden Vorrede wird der vermeintliche Entstehungskontext des Werkes erläutert  – angeblich eine Demonstration der Redekunst des Autors vor jugendlichen Rhetorikschülern. Die folgenden 65 Beschreibungen von Kunstwerken weisen aber eine ganz eigene Narrativität auf, die über die bloße Beschreibung eines Bildes hinaus gehen und einen eigenen narrativen Fiktionsraum schaffen. Mit seinem Text lobt Philostrat die Bildkunst und stellt zugleich die Überlegenheit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 95).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entwicklung der Kunsttheorie in der Frühen Neuzeit verändert sich auch die Form der Kunstbeschreibungen, die nicht mehr &amp;quot;nur&amp;quot; Teil eines literarischen Werks sind wie bspw. in den zahlreichen Künstlerviten. Die Vergegenwärtigung eines spezifischen Bildes durch eine detailgenaue Beschreibung rückt in den Mittelpunkt und es werden, u.a. von Giorgio Vasari, Gian Pietro Bellori, André Félibien und später auch von Denis Diderot, systematische Kriterien entwickelt -- wie die Beachtung der Komposition, der Stilidiome, der Ikonographie --, die eine Beschreibung im Hinblick auf Wiedererkennbarkeit des einzelnen Kunstwerks zum Ziel haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 1995a&#039;&amp;gt;Rosenberg 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 306). Bildbeschreibungen sind ein zentrales Element in Kunstkritik und Kunstwissenschaft, die aus den rhetorischen Kriterien eigene Maßstäbe für die Bewertung von Kunstwerken entwickelten (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 271).&amp;lt;ref&amp;gt; Beispielsweise wurden die beiden ersten Produktionsstadien der Rede &#039;&#039;inventio&#039;&#039; und &#039;&#039;dispotio&#039;&#039; aus der Rhetorik für den Kunstdiskurs übernommen; die Kriterien der &#039;&#039;elocutio&#039;&#039;, &#039;&#039;memoria&#039;&#039; und &#039;&#039;pronuntiatio&#039;&#039; jedoch nicht (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 272).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem antike literarische Ekphrasen wurden in der Frühen Neuzeit Vorlage bildkünstlerischen Schaffens, wie bspw. Tizians &#039;&#039;Venusfest&#039;&#039; (1518-19, Madrid, Prado), das Passagen aus Philostrats &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; bildkünstlerisch umsetzt (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2001a&#039;&amp;gt;Rosen 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;, 92ff; für weitere Bsp. &amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 78-79).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1990er Jahren steht &#039;&#039;E.&#039;&#039; im besonderen Interesse der literatur-, sprach- , kunst- und bildwissenschaftlichen Forschung vor allem im Hinblick auf intermediale Bezüge und Zeichenhaftigkeit, wobei immer auch definitorische Aktualisierungen und Präzisierungen unternommen werden (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995a&#039;&amp;gt;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; Wagner 1996; &amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2001a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;;  &amp;lt;bib id=&#039;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004a&#039;&amp;gt;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Drügh 2006a&#039;&amp;gt;Drügh 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder für die ausschließliche Verwendung des Begriffs im antiken Kontext plädiert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Webb 2009a&#039;&amp;gt;Webb 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beispiele====&lt;br /&gt;
Als der &amp;quot;Urtext&amp;quot; der literarischen &#039;&#039;E.&#039;&#039; gilt die Beschreibung des Schildes des Achill in der &#039;&#039;Ilias&#039;&#039; des Homer (18. Gesang, 478-608, Hampe 1979). Die besondere narrative Qualität des Textes lässt Hörer bzw. Leser dem Entstehungsprozess des Schildes in der Schmiede des Hephaistos beiwohnen.  Die Anschaulichkeit wird sukzessive aufgebaut und hat Vergegenwärtigung durch Imagination zum Ziel (ausführlich dazu: &amp;lt;bib id=&#039;Moog-Grünewald 2001a&#039;&amp;gt;Moog-Grünewald 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;ref&amp;gt; Das Besondere der gesamten Schildbeschreibung ist die Selbstreferentialität des Textes. Der Vortragende tritt als Künstler in Erscheinung und der Text selbst wir als Kunstwerk vorgeführt wird. Somit wird offenbar, dass es sich auch bei dem Schild um ein fiktives Kunstwerk handelt (ebd.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nun formt&#039; er den Schild, den ungeheuren und starken,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ganz ausschmückend mit Kunst. Ihn umzog er mit schimmerndem Rande, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dreifach und blank, und fügte das silberne schöne Gehenk an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus fünf Schichten gedrängt war der Schild selbst; oben darauf nun&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bildet&#039; er mancherlei Kunst mit erfindungsreichem Verstande. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Drauf nun schuf er die Erd&#039;, und das wogende Meer, und den Himmel,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch den vollen Mond, und die rastlos laufende Sonne; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drauf zwei Städt&#039; auch schuf er der vielfach redenden Menschen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Blühende: voll war die ein&#039; hochzeitlicher Fest&#039; und Gelage.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Junge Bräut&#039; aus den Kammern, geführt beim Scheine der Fackeln,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gingen einher durch die Stadt; und hell erhob sich das Brautlied:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Tanzende Jünglinge drehten behende sich unter dem Klange, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der von Flöten und Harfen ertönete; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vasaris &#039;&#039;Vite dei più illustri pittori, scultori ed architetti&#039;&#039; (1550/ 1568) enthalten  zahlreiche ekphrastische Passagen nach rhetorischem Muster, in denen die Bilder vorrangig in Hinblick auf ihre narrativen Qualitäten beschrieben werden (Alpers 1960/ 1995). Ausführlicher sind die zahlreiche Bildbeschreibungen in Belloris &#039;&#039;Le vite de&#039; pittori, scultori et architetti moderni&#039;&#039; (1672). In der Kunstgeschichte bzw. -wissenschaft ist die Beschreibung von Kunstwerken zentral und wirft immer wieder die Frage nach dem Abbildcharakter der Sprache auf (&amp;lt;bib id=&#039;Baxandall 1990a&#039;&amp;gt;Baxandall 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Bätschmann 2009a&#039;&amp;gt;Bätschmann 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;). Beispielhaft sei Aby Warburg genannt, der in seiner amorphen, an Neologismen reichen Sprache in Bezug auf die sprachwissenschaftlichen Theorien seiner Zeit versucht hat in „sprachlicher Bildkonzeption verbunden mit bildlicher Sprachkonzeption” (&amp;lt;bib id=&#039;Schiffermüller 2009a&#039;&amp;gt;Schiffermüller 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;, 9) bildlichen Ausdruckswerten ein sprachliches Abbild zu verleihen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Beispiele literarischer &#039;&#039;E.&#039;&#039; sind zahlreich.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine umfangreiche Liste ekphrastischer Werke von der Antike bis zum Mittelalter liefert &amp;lt;bib id=&#039;Downey 1959a&#039;&amp;gt;Downey 1959&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine besondere Rolle kommt der &#039;&#039;E.&#039;&#039; in der Lyrik, im sog. Bildgedicht zu (&amp;lt;bib id=&#039;Kranz 1976a&#039;&amp;gt;Kranz 1976&amp;lt;/bib&amp;gt;; Hollander 1995; &amp;lt;bib id=&#039;Frangenberg 2003a&#039;&amp;gt;Frangenberg 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis im Kontext====&lt;br /&gt;
Schon qua definitionem ist &#039;&#039;E.&#039;&#039;  eine Form der Intermedialität, da es um die Übertragung eines bildkünstlerischen Mediums in Sprachkunst geht (&amp;lt;bib id=&#039;Reulecke 2002a&#039;&amp;gt;Reulecke 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;). In diesem Kontext wird natürlich auch der Topos des &#039;&#039;paragone&#039;&#039;, des Wettstreits der Künste, aufgerufen und damit die auf Horaz zurückgehende Formel [http://www.bildwissenschaft.org/netzwerk/glossar/index.php/Ut_pictura_poesis Ut pictura poiesis]  in dem das Verhältnis von Malerei und Dichtung thematisiert wird.&lt;br /&gt;
Im Kontext von &#039;&#039;E.&#039;&#039; steht auch immer die Frage nach der Narration bzw. nach dem Verhältnis von Beschreibung und Erzählung, von &#039;&#039;histoire&#039;&#039; und &#039;&#039;discours&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Fowler 1991a&#039;&amp;gt;Fowler 1991&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Hollander stellt einen Bezug zu Emblemen (&#039;&#039;imprese&#039;&#039;) her und weist auf die Beziehung von Bild und Text hin. Der bildbegleitende Text sei eine „reductive ecphrasis” (Hollander 1995). &lt;br /&gt;
Problemstellungen in der Semiotik führen zu der Frage, wie denn Wörter bildhaften, in gewisser Weise abbildhaften, gegenständlichen Charakter annehmen können, wenn sie doch selber nur Abstrakta sind – und berühren damit den Kern der &#039;&#039;E.&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1992a&#039;&amp;gt;Krieger 1992&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1995a&#039;&amp;gt;Krieger 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 1995a&#039;&amp;gt;Boehm 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Cheeke 2008a&#039;&amp;gt;Cheeke 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Hempfer 2000a&#039;&amp;gt;Hempfer 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Männlein-Robert 2007a&#039;&amp;gt;Männlein-Robert 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Mitchell 1992c&#039;&amp;gt;Mitchell 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer 1996a&#039;&amp;gt;Pfotenhauer 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Ratkowitsch 2006a&#039;&amp;gt;Ratkowitsch 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Rosand 1990a&#039;&amp;gt;Rosand 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Sager Eidt 2008a&#039;&amp;gt;Sager Eidt 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Schenka 2007a&#039;&amp;gt;Schenka 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Schmitz-Emans 1999a&#039;&amp;gt;Schmitz-Emans 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2003a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Barbara Thönnes|Thönnes, Barbara]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Barbara Thönnes</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6768</id>
		<title>Ekphrasis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6768"/>
		<updated>2011-09-30T10:58:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Barbara Thönnes: /* Ekphrasis im Kontext */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Ekphrasis – hörend und lesend sehen=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ekphrasis ist ein aus der Rhetorik stammender Begriff, der eine besonders anschauliche, weil wirkmächtige sprachliche Darstellung bezeichnet. Im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch im Sinne von Kunstbeschreibung, bezeichnete &#039;&#039;Ekphrasis&#039;&#039; in der Antike jedwede Beschreibung von Gegenständen, darunter auch von Kunstwerken, aber ebenso von Personen, Landschaften und Bauwerken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nikolaos von Myra definiert &#039;&#039;E.&#039;&#039; als „eine ausführliche Rede, die das zu Zeigende deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfolge von Ereignissen geschildert wird. Durch einen fingierten medialen Wechsel vom Wort zum imaginierten Bild, soll höchstmögliche Anschaulichkeit erreicht werden. E. soll „die Hörer zu Zuschauern zu machen”.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Zitat lautet im weiteren: „Wir beschreiben aber Orte, Zeiten, Personen, Feste, Taten […]. Wann immer wir aber beschreiben möchten […] Statuen oder Bilder oder derartiges sonst, soll man aber versuchen, Überlegungen zu solchem oder solchem hinzuzufügen von Seiten der Verfassung des Malers oder des Bildhauers.” (&amp;lt;bib id=&#039;Spengel 1966a&#039;&amp;gt;Spengel 1966a&amp;lt;/bib&amp;gt;, 491; &amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 40) &amp;lt;/ref&amp;gt; Mit der Überschreitung dieser imaginären medialen Grenze  wird der Sehsinn, dem nach Aristoteles der höchste Erkenntniswert beigemessen wird, gegenüber dem Hörsinn bevorzugt.&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles: &#039;&#039;De anima&#039;&#039;, 424b, 22ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Verwendung von Metaphern, lautmalerischen Wendungen und Synästesien wird ein mentales Vor-Augen-stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzählung” nicht unterbrochen, sondern um eine allegorische Ebene erweitert werde (&amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das griechische Wort ἔκ-φρασις (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, Aussprechen oder das Aussprechende; im Plural &#039;&#039;Ekphraseis&#039;&#039; oder &#039;&#039;Ekphrasen&#039;&#039;) bezeichnet eine besonders anschauliche Beschreibung oder eine mit allen Sinnen vergegenwärtigende Darstellung eines Geschehens in einer Rede. Das Äquivalent in der lateinischen Rhetorik ist &#039;&#039;descriptio&#039;&#039;, wobei sich der griechische Terminus durchsetzte, da &#039;&#039;E.&#039;&#039; überwiegend in griechischen Rhetoriklehrbüchern, den sog. &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;,&amp;lt;ref&amp;gt; Vier der &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;, der Rhetoriklehrbücher aus dem 1. bis 5. Jahrhundert, sind überliefert. Ihre Autoren sind Aelius Theon, Hermogenes, Aphtonius Sophistes und Nikolaos von Myra. Letzterer ist der einzige Autor, der explizit Kunstwerke als Gegenstand der Ekphrasis erwähnt (&amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 34-41.)&amp;lt;/ref&amp;gt; behandelt wird. In der neuzeitlichen und modernen Bildbeschreibung bezeichnet &#039;&#039;E.&#039;&#039; die charakterisierende Beschreibung eines meist real existierenden Kunstwerks, was auch in einer neueren Definition von &#039;&#039;E.&#039;&#039; Ausdruck findet: „ekphrasis is the verbal representation of visual representation” (&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, XX).&amp;lt;ref&amp;gt; Umstritten bleibt die Verwendung des Begriffs in der Musik(-wissenschaft) als musikalische Ekphrasis im Sinne von Komponieren nach Bildern bzw. &#039;&#039;E.&#039;&#039; als Beispiel für programmbezogenes Komponieren. (Weiterfrührend dazu bspw. &lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Fink 1988a&#039;&amp;gt;Fink 1988&amp;lt;/bib&amp;gt; und  &amp;lt;bib id=&#039;Bruhn 2000a&#039;&amp;gt;Bruhn 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ziel und Funktion der Ekphrasis====&lt;br /&gt;
Die visuelle Qualität der Sprache soll genutzt werden, um die abwesenden Bilder wie anwesend erscheinen zu lassen. Dabei ist die faktische Existenz des beschriebenen Objekts keine notwendige Bedingung. Nach Giuliani stellt „die Abwesenheit der Bilder eine notwendige Bedingung des ästhetischen Spiels” dar (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 94). Dies erfolgt immer mit Konzentration auf die Bewegung der Emotionen der Zuhörer (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Webb 1999a&#039;&amp;gt;Webb 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 13). In der Rhetorikausbildung sollte durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; die affektive Wirkung der Beschreibung auf die Zuhörer eingeübt werden. Durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; soll ein maximaler Anschaulichkeitseffekt (&#039;&#039;enargeia&#039;&#039;/ &#039;&#039;evidentia&#039;&#039;) erzielt werden. Nach Quintilian ist &#039;&#039;enargeia&#039;&#039; die Eigenschaft der Rede, Vergangenes oder allgemein nicht Gegenwärtiges vor dem inneren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emotionale Bewegtheit des Rhetors den Wortcharakter des Textes aufzuheben,&amp;lt;ref&amp;gt; Quintilian, &#039;&#039;De institutione oratoria&#039;&#039;, IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63. &amp;lt;/ref&amp;gt; was in der Formel „an die äußere tritt die innere Schau” programmatisch zusammengefasst werden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Graf 1995a&#039;&amp;gt;Graf 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 145-146).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Von Ekphrasis zu Kunstbeschreibung====&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;E.&#039;&#039; als rhetorischer Form entwickelt sich in der Spätantike eine selbstständige literarische Textgattung der Bild- bzw. Kunstbeschreibung.&amp;lt;ref&amp;gt; Ausführlich wird die Gattungsgeschichte dargestellt in : &amp;lt;bib id=&#039;Friedländer 1912&#039;&amp;gt;Friedländer 1912&amp;lt;/bib&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die um 200 n. Chr. entstandenen &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; des Philostrat gelten als ihr frühestes Beispiel (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, Graf 1995). In der einleitenden Vorrede wird der vermeintliche Entstehungskontext des Werkes erläutert  – angeblich eine Demonstration der Redekunst des Autors vor jugendlichen Rhetorikschülern. Die folgenden 65 Beschreibungen von Kunstwerken weisen aber eine ganz eigene Narrativität auf, die über die bloße Beschreibung eines Bildes hinaus gehen und einen eigenen narrativen Fiktionsraum schaffen. Mit seinem Text lobt Philostrat die Bildkunst und stellt zugleich die Überlegenheit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 95).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entwicklung der Kunsttheorie in der Frühen Neuzeit verändert sich auch die Form der Kunstbeschreibungen, die nicht mehr &amp;quot;nur&amp;quot; Teil eines literarischen Werks sind wie bspw. in den zahlreichen Künstlerviten. Die Vergegenwärtigung eines spezifischen Bildes durch eine detailgenaue Beschreibung rückt in den Mittelpunkt und es werden, u.a. von Giorgio Vasari, Gian Pietro Bellori, André Félibien und später auch von Denis Diderot, systematische Kriterien entwickelt -- wie die Beachtung der Komposition, der Stilidiome, der Ikonographie --, die eine Beschreibung im Hinblick auf Wiedererkennbarkeit des einzelnen Kunstwerks zum Ziel haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 1995a&#039;&amp;gt;Rosenberg 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 306). Bildbeschreibungen sind ein zentrales Element in Kunstkritik und Kunstwissenschaft, die aus den rhetorischen Kriterien eigene Maßstäbe für die Bewertung von Kunstwerken entwickelten (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 271).&amp;lt;ref&amp;gt; Beispielsweise wurden die beiden ersten Produktionsstadien der Rede &#039;&#039;inventio&#039;&#039; und &#039;&#039;dispotio&#039;&#039; aus der Rhetorik für den Kunstdiskurs übernommen; die Kriterien der &#039;&#039;elocutio&#039;&#039;, &#039;&#039;memoria&#039;&#039; und &#039;&#039;pronuntiatio&#039;&#039; jedoch nicht (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 272).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem antike literarische Ekphrasen wurden in der Frühen Neuzeit Vorlage bildkünstlerischen Schaffens, wie bspw. Tizians &#039;&#039;Venusfest&#039;&#039; (1518-19, Madrid, Prado), das Passagen aus Philostrats &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; bildkünstlerisch umsetzt (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2001a&#039;&amp;gt;Rosen 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;, 92ff; für weitere Bsp. &amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 78-79).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1990er Jahren steht &#039;&#039;E.&#039;&#039; im besonderen Interesse der literatur-, sprach- , kunst- und bildwissenschaftlichen Forschung vor allem im Hinblick auf intermediale Bezüge und Zeichenhaftigkeit, wobei immer auch definitorische Aktualisierungen und Präzisierungen unternommen werden (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995a&#039;&amp;gt;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; Wagner 1996; &amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2001a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;;  &amp;lt;bib id=&#039;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004a&#039;&amp;gt;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Drügh 2006a&#039;&amp;gt;Drügh 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder für die ausschließliche Verwendung des Begriffs im antiken Kontext plädiert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Webb 2009a&#039;&amp;gt;Webb 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beispiele====&lt;br /&gt;
Als der &amp;quot;Urtext&amp;quot; der literarischen &#039;&#039;E.&#039;&#039; gilt die Beschreibung des Schildes des Achill in der &#039;&#039;Ilias&#039;&#039; des Homer (18. Gesang, 478-608, Hampe 1979). Die besondere narrative Qualität des Textes lässt Hörer bzw. Leser dem Entstehungsprozess des Schildes in der Schmiede des Hephaistos beiwohnen.  Die Anschaulichkeit wird sukzessive aufgebaut und hat Vergegenwärtigung durch Imagination zum Ziel (ausführlich dazu: &amp;lt;bib id=&#039;Moog-Grünewald 2001a&#039;&amp;gt;Moog-Grünewald 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;ref&amp;gt; Das Besondere der gesamten Schildbeschreibung ist die Selbstreferentialität des Textes. Der Vortragende tritt als Künstler in Erscheinung und der Text selbst wir als Kunstwerk vorgeführt wird. Somit wird offenbar, dass es sich auch bei dem Schild um ein fiktives Kunstwerk handelt (ebd.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nun formt&#039; er den Schild, den ungeheuren und starken,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ganz ausschmückend mit Kunst. Ihn umzog er mit schimmerndem Rande, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dreifach und blank, und fügte das silberne schöne Gehenk an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus fünf Schichten gedrängt war der Schild selbst; oben darauf nun&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bildet&#039; er mancherlei Kunst mit erfindungsreichem Verstande. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Drauf nun schuf er die Erd&#039;, und das wogende Meer, und den Himmel,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch den vollen Mond, und die rastlos laufende Sonne; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drauf zwei Städt&#039; auch schuf er der vielfach redenden Menschen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Blühende: voll war die ein&#039; hochzeitlicher Fest&#039; und Gelage.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Junge Bräut&#039; aus den Kammern, geführt beim Scheine der Fackeln,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gingen einher durch die Stadt; und hell erhob sich das Brautlied:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Tanzende Jünglinge drehten behende sich unter dem Klange, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der von Flöten und Harfen ertönete; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vasaris &#039;&#039;Vite dei più illustri pittori, scultori ed architetti&#039;&#039; (1550/ 1568) enthalten  zahlreiche ekphrastische Passagen nach rhetorischem Muster, in denen die Bilder vorrangig in Hinblick auf ihre narrativen Qualitäten beschrieben werden (Alpers 1960/ 1995). Ausführlicher sind die zahlreiche Bildbeschreibungen in Belloris &#039;&#039;Le vite de&#039; pittori, scultori et architetti moderni&#039;&#039; (1672). In der Kunstgeschichte bzw. -wissenschaft ist die Beschreibung von Kunstwerken zentral und wirft immer wieder die Frage nach dem Abbildcharakter der Sprache auf (&amp;lt;bib id=&#039;Baxandall 1990a&#039;&amp;gt;Baxandall 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Bätschmann 2009a&#039;&amp;gt;Bätschmann 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;). Beispielhaft sei Aby Warburg genannt, der in seiner amorphen, an Neologismen reichen Sprache in Bezug auf die sprachwissenschaftlichen Theorien seiner Zeit versucht hat in „sprachlicher Bildkonzeption verbunden mit bildlicher Sprachkonzeption” (&amp;lt;bib id=&#039;Schiffermüller 2009a&#039;&amp;gt;Schiffermüller 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;, 9) bildlichen Ausdruckswerten ein sprachliches Abbild zu verleihen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Beispiele literarischer &#039;&#039;E.&#039;&#039; sind zahlreich.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine umfangreiche Liste ekphrastischer Werke von der Antike bis zum Mittelalter liefert &amp;lt;bib id=&#039;Downey 1959a&#039;&amp;gt;Downey 1959&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine besondere Rolle kommt der &#039;&#039;E.&#039;&#039; in der Lyrik, im sog. Bildgedicht zu (&amp;lt;bib id=&#039;Kranz 1976a&#039;&amp;gt;Kranz 1976&amp;lt;/bib&amp;gt;; Hollander 1995;&amp;lt;bib id=&#039;Frangenberg 2003a&#039;&amp;gt;Frangenberg 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis im Kontext====&lt;br /&gt;
Schon qua definitionem ist &#039;&#039;E.&#039;&#039;  eine Form der Intermedialität, da es um die Übertragung eines bildkünstlerischen Mediums in Sprachkunst geht (&amp;lt;bib id=&#039;Reulecke 2002a&#039;&amp;gt;Reulecke 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;). In diesem Kontext wird natürlich auch der Topos des &#039;&#039;paragone&#039;&#039;, des Wettstreits der Künste, aufgerufen und damit die auf Horaz zurückgehende Formel [http://www.bildwissenschaft.org/netzwerk/glossar/index.php/Ut_pictura_poesis Ut pictura poiesis]  in dem das Verhältnis von Malerei und Dichtung thematisiert wird.&lt;br /&gt;
Im Kontext von &#039;&#039;E.&#039;&#039; steht auch immer die Frage nach der Narration bzw. nach dem Verhältnis von Beschreibung und Erzählung, von &#039;&#039;histoire&#039;&#039; und &#039;&#039;discours&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Fowler 1991a&#039;&amp;gt;Fowler 1991&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
Hollander stellt einen Bezug zu Emblemen (&#039;&#039;imprese&#039;&#039;) her und weist auf die Beziehung von Bild und Text hin. Der bildbegleitende Text sei eine „reductive ecphrasis” (Hollander 1995). &lt;br /&gt;
Problemstellungen in der Semiotik führen zu der Frage, wie denn Wörter bildhaften, in gewisser Weise abbildhaften, gegenständlichen Charakter annehmen können, wenn sie doch selber nur Abstrakta sind – und berühren damit den Kern der &#039;&#039;E.&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1992a&#039;&amp;gt;Krieger 1992&amp;lt;/bib&amp;gt; und &amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1995a&#039;&amp;gt;Krieger 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 1995a&#039;&amp;gt;Boehm 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Cheeke 2008a&#039;&amp;gt;Cheeke 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Hempfer 2000a&#039;&amp;gt;Hempfer 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Männlein-Robert 2007a&#039;&amp;gt;Männlein-Robert 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Mitchell 1992c&#039;&amp;gt;Mitchell 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer 1996a&#039;&amp;gt;Pfotenhauer 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Ratkowitsch 2006a&#039;&amp;gt;Ratkowitsch 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Rosand 1990a&#039;&amp;gt;Rosand 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Sager Eidt 2008a&#039;&amp;gt;Sager Eidt 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Schenka 2007a&#039;&amp;gt;Schenka 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Schmitz-Emans 1999a&#039;&amp;gt;Schmitz-Emans 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2003a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Barbara Thönnes|Thönnes, Barbara]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Barbara Thönnes</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6767</id>
		<title>Ekphrasis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6767"/>
		<updated>2011-09-30T10:54:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Barbara Thönnes: /* Beispiele */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Ekphrasis – hörend und lesend sehen=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ekphrasis ist ein aus der Rhetorik stammender Begriff, der eine besonders anschauliche, weil wirkmächtige sprachliche Darstellung bezeichnet. Im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch im Sinne von Kunstbeschreibung, bezeichnete &#039;&#039;Ekphrasis&#039;&#039; in der Antike jedwede Beschreibung von Gegenständen, darunter auch von Kunstwerken, aber ebenso von Personen, Landschaften und Bauwerken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nikolaos von Myra definiert &#039;&#039;E.&#039;&#039; als „eine ausführliche Rede, die das zu Zeigende deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfolge von Ereignissen geschildert wird. Durch einen fingierten medialen Wechsel vom Wort zum imaginierten Bild, soll höchstmögliche Anschaulichkeit erreicht werden. E. soll „die Hörer zu Zuschauern zu machen”.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Zitat lautet im weiteren: „Wir beschreiben aber Orte, Zeiten, Personen, Feste, Taten […]. Wann immer wir aber beschreiben möchten […] Statuen oder Bilder oder derartiges sonst, soll man aber versuchen, Überlegungen zu solchem oder solchem hinzuzufügen von Seiten der Verfassung des Malers oder des Bildhauers.” (&amp;lt;bib id=&#039;Spengel 1966a&#039;&amp;gt;Spengel 1966a&amp;lt;/bib&amp;gt;, 491; &amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 40) &amp;lt;/ref&amp;gt; Mit der Überschreitung dieser imaginären medialen Grenze  wird der Sehsinn, dem nach Aristoteles der höchste Erkenntniswert beigemessen wird, gegenüber dem Hörsinn bevorzugt.&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles: &#039;&#039;De anima&#039;&#039;, 424b, 22ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Verwendung von Metaphern, lautmalerischen Wendungen und Synästesien wird ein mentales Vor-Augen-stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzählung” nicht unterbrochen, sondern um eine allegorische Ebene erweitert werde (&amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das griechische Wort ἔκ-φρασις (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, Aussprechen oder das Aussprechende; im Plural &#039;&#039;Ekphraseis&#039;&#039; oder &#039;&#039;Ekphrasen&#039;&#039;) bezeichnet eine besonders anschauliche Beschreibung oder eine mit allen Sinnen vergegenwärtigende Darstellung eines Geschehens in einer Rede. Das Äquivalent in der lateinischen Rhetorik ist &#039;&#039;descriptio&#039;&#039;, wobei sich der griechische Terminus durchsetzte, da &#039;&#039;E.&#039;&#039; überwiegend in griechischen Rhetoriklehrbüchern, den sog. &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;,&amp;lt;ref&amp;gt; Vier der &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;, der Rhetoriklehrbücher aus dem 1. bis 5. Jahrhundert, sind überliefert. Ihre Autoren sind Aelius Theon, Hermogenes, Aphtonius Sophistes und Nikolaos von Myra. Letzterer ist der einzige Autor, der explizit Kunstwerke als Gegenstand der Ekphrasis erwähnt (&amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 34-41.)&amp;lt;/ref&amp;gt; behandelt wird. In der neuzeitlichen und modernen Bildbeschreibung bezeichnet &#039;&#039;E.&#039;&#039; die charakterisierende Beschreibung eines meist real existierenden Kunstwerks, was auch in einer neueren Definition von &#039;&#039;E.&#039;&#039; Ausdruck findet: „ekphrasis is the verbal representation of visual representation” (&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, XX).&amp;lt;ref&amp;gt; Umstritten bleibt die Verwendung des Begriffs in der Musik(-wissenschaft) als musikalische Ekphrasis im Sinne von Komponieren nach Bildern bzw. &#039;&#039;E.&#039;&#039; als Beispiel für programmbezogenes Komponieren. (Weiterfrührend dazu bspw. &lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Fink 1988a&#039;&amp;gt;Fink 1988&amp;lt;/bib&amp;gt; und  &amp;lt;bib id=&#039;Bruhn 2000a&#039;&amp;gt;Bruhn 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ziel und Funktion der Ekphrasis====&lt;br /&gt;
Die visuelle Qualität der Sprache soll genutzt werden, um die abwesenden Bilder wie anwesend erscheinen zu lassen. Dabei ist die faktische Existenz des beschriebenen Objekts keine notwendige Bedingung. Nach Giuliani stellt „die Abwesenheit der Bilder eine notwendige Bedingung des ästhetischen Spiels” dar (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 94). Dies erfolgt immer mit Konzentration auf die Bewegung der Emotionen der Zuhörer (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Webb 1999a&#039;&amp;gt;Webb 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 13). In der Rhetorikausbildung sollte durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; die affektive Wirkung der Beschreibung auf die Zuhörer eingeübt werden. Durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; soll ein maximaler Anschaulichkeitseffekt (&#039;&#039;enargeia&#039;&#039;/ &#039;&#039;evidentia&#039;&#039;) erzielt werden. Nach Quintilian ist &#039;&#039;enargeia&#039;&#039; die Eigenschaft der Rede, Vergangenes oder allgemein nicht Gegenwärtiges vor dem inneren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emotionale Bewegtheit des Rhetors den Wortcharakter des Textes aufzuheben,&amp;lt;ref&amp;gt; Quintilian, &#039;&#039;De institutione oratoria&#039;&#039;, IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63. &amp;lt;/ref&amp;gt; was in der Formel „an die äußere tritt die innere Schau” programmatisch zusammengefasst werden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Graf 1995a&#039;&amp;gt;Graf 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 145-146).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Von Ekphrasis zu Kunstbeschreibung====&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;E.&#039;&#039; als rhetorischer Form entwickelt sich in der Spätantike eine selbstständige literarische Textgattung der Bild- bzw. Kunstbeschreibung.&amp;lt;ref&amp;gt; Ausführlich wird die Gattungsgeschichte dargestellt in : &amp;lt;bib id=&#039;Friedländer 1912&#039;&amp;gt;Friedländer 1912&amp;lt;/bib&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die um 200 n. Chr. entstandenen &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; des Philostrat gelten als ihr frühestes Beispiel (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, Graf 1995). In der einleitenden Vorrede wird der vermeintliche Entstehungskontext des Werkes erläutert  – angeblich eine Demonstration der Redekunst des Autors vor jugendlichen Rhetorikschülern. Die folgenden 65 Beschreibungen von Kunstwerken weisen aber eine ganz eigene Narrativität auf, die über die bloße Beschreibung eines Bildes hinaus gehen und einen eigenen narrativen Fiktionsraum schaffen. Mit seinem Text lobt Philostrat die Bildkunst und stellt zugleich die Überlegenheit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 95).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entwicklung der Kunsttheorie in der Frühen Neuzeit verändert sich auch die Form der Kunstbeschreibungen, die nicht mehr &amp;quot;nur&amp;quot; Teil eines literarischen Werks sind wie bspw. in den zahlreichen Künstlerviten. Die Vergegenwärtigung eines spezifischen Bildes durch eine detailgenaue Beschreibung rückt in den Mittelpunkt und es werden, u.a. von Giorgio Vasari, Gian Pietro Bellori, André Félibien und später auch von Denis Diderot, systematische Kriterien entwickelt -- wie die Beachtung der Komposition, der Stilidiome, der Ikonographie --, die eine Beschreibung im Hinblick auf Wiedererkennbarkeit des einzelnen Kunstwerks zum Ziel haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 1995a&#039;&amp;gt;Rosenberg 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 306). Bildbeschreibungen sind ein zentrales Element in Kunstkritik und Kunstwissenschaft, die aus den rhetorischen Kriterien eigene Maßstäbe für die Bewertung von Kunstwerken entwickelten (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 271).&amp;lt;ref&amp;gt; Beispielsweise wurden die beiden ersten Produktionsstadien der Rede &#039;&#039;inventio&#039;&#039; und &#039;&#039;dispotio&#039;&#039; aus der Rhetorik für den Kunstdiskurs übernommen; die Kriterien der &#039;&#039;elocutio&#039;&#039;, &#039;&#039;memoria&#039;&#039; und &#039;&#039;pronuntiatio&#039;&#039; jedoch nicht (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 272).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem antike literarische Ekphrasen wurden in der Frühen Neuzeit Vorlage bildkünstlerischen Schaffens, wie bspw. Tizians &#039;&#039;Venusfest&#039;&#039; (1518-19, Madrid, Prado), das Passagen aus Philostrats &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; bildkünstlerisch umsetzt (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2001a&#039;&amp;gt;Rosen 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;, 92ff; für weitere Bsp. &amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 78-79).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1990er Jahren steht &#039;&#039;E.&#039;&#039; im besonderen Interesse der literatur-, sprach- , kunst- und bildwissenschaftlichen Forschung vor allem im Hinblick auf intermediale Bezüge und Zeichenhaftigkeit, wobei immer auch definitorische Aktualisierungen und Präzisierungen unternommen werden (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995a&#039;&amp;gt;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; Wagner 1996; &amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2001a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;;  &amp;lt;bib id=&#039;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004a&#039;&amp;gt;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Drügh 2006a&#039;&amp;gt;Drügh 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder für die ausschließliche Verwendung des Begriffs im antiken Kontext plädiert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Webb 2009a&#039;&amp;gt;Webb 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beispiele====&lt;br /&gt;
Als der &amp;quot;Urtext&amp;quot; der literarischen &#039;&#039;E.&#039;&#039; gilt die Beschreibung des Schildes des Achill in der &#039;&#039;Ilias&#039;&#039; des Homer (18. Gesang, 478-608, Hampe 1979). Die besondere narrative Qualität des Textes lässt Hörer bzw. Leser dem Entstehungsprozess des Schildes in der Schmiede des Hephaistos beiwohnen.  Die Anschaulichkeit wird sukzessive aufgebaut und hat Vergegenwärtigung durch Imagination zum Ziel (ausführlich dazu: &amp;lt;bib id=&#039;Moog-Grünewald 2001a&#039;&amp;gt;Moog-Grünewald 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;ref&amp;gt; Das Besondere der gesamten Schildbeschreibung ist die Selbstreferentialität des Textes. Der Vortragende tritt als Künstler in Erscheinung und der Text selbst wir als Kunstwerk vorgeführt wird. Somit wird offenbar, dass es sich auch bei dem Schild um ein fiktives Kunstwerk handelt (ebd.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nun formt&#039; er den Schild, den ungeheuren und starken,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ganz ausschmückend mit Kunst. Ihn umzog er mit schimmerndem Rande, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dreifach und blank, und fügte das silberne schöne Gehenk an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus fünf Schichten gedrängt war der Schild selbst; oben darauf nun&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bildet&#039; er mancherlei Kunst mit erfindungsreichem Verstande. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Drauf nun schuf er die Erd&#039;, und das wogende Meer, und den Himmel,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch den vollen Mond, und die rastlos laufende Sonne; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drauf zwei Städt&#039; auch schuf er der vielfach redenden Menschen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Blühende: voll war die ein&#039; hochzeitlicher Fest&#039; und Gelage.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Junge Bräut&#039; aus den Kammern, geführt beim Scheine der Fackeln,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gingen einher durch die Stadt; und hell erhob sich das Brautlied:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Tanzende Jünglinge drehten behende sich unter dem Klange, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der von Flöten und Harfen ertönete; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vasaris &#039;&#039;Vite dei più illustri pittori, scultori ed architetti&#039;&#039; (1550/ 1568) enthalten  zahlreiche ekphrastische Passagen nach rhetorischem Muster, in denen die Bilder vorrangig in Hinblick auf ihre narrativen Qualitäten beschrieben werden (Alpers 1960/ 1995). Ausführlicher sind die zahlreiche Bildbeschreibungen in Belloris &#039;&#039;Le vite de&#039; pittori, scultori et architetti moderni&#039;&#039; (1672). In der Kunstgeschichte bzw. -wissenschaft ist die Beschreibung von Kunstwerken zentral und wirft immer wieder die Frage nach dem Abbildcharakter der Sprache auf (&amp;lt;bib id=&#039;Baxandall 1990a&#039;&amp;gt;Baxandall 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Bätschmann 2009a&#039;&amp;gt;Bätschmann 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;). Beispielhaft sei Aby Warburg genannt, der in seiner amorphen, an Neologismen reichen Sprache in Bezug auf die sprachwissenschaftlichen Theorien seiner Zeit versucht hat in „sprachlicher Bildkonzeption verbunden mit bildlicher Sprachkonzeption” (&amp;lt;bib id=&#039;Schiffermüller 2009a&#039;&amp;gt;Schiffermüller 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;, 9) bildlichen Ausdruckswerten ein sprachliches Abbild zu verleihen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Beispiele literarischer &#039;&#039;E.&#039;&#039; sind zahlreich.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine umfangreiche Liste ekphrastischer Werke von der Antike bis zum Mittelalter liefert &amp;lt;bib id=&#039;Downey 1959a&#039;&amp;gt;Downey 1959&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine besondere Rolle kommt der &#039;&#039;E.&#039;&#039; in der Lyrik, im sog. Bildgedicht zu (&amp;lt;bib id=&#039;Kranz 1976a&#039;&amp;gt;Kranz 1976&amp;lt;/bib&amp;gt;; Hollander 1995;&amp;lt;bib id=&#039;Frangenberg 2003a&#039;&amp;gt;Frangenberg 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis im Kontext====&lt;br /&gt;
Schon qua definitionem ist &#039;&#039;E.&#039;&#039;  eine Form der Intermedialität, da es um die Übertragung eines bildkünstlerischen Mediums in Sprachkunst geht (&amp;lt;bib id=&#039;Reulecke 2002a&#039;&amp;gt;Reulecke 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;). In diesem Kontext wird natürlich auch der Topos des &#039;&#039;paragone&#039;&#039;, des Wettstreits der Künste, aufgerufen und damit die auf Horaz zurückgehende Formel [Ut pictura poiesis]  in dem das Verhältnis von Malerei und Dichtung thematisiert wird.&lt;br /&gt;
Im Kontext von E. steht auch immer die Frage nach der Narration bzw. nach dem Verhältnis von Beschreibung und Erzählung, von histoire und discours (Fowler 1991).&lt;br /&gt;
Hollander stellt einen Bezug zu Emblemen (imprese) her und weist auf die Beziehung von Bild und Text hin. Der bildbegleitende Text sei eine „reductive ecphrasis” (Hollander 1995). &lt;br /&gt;
Problemstellungen in der Semiotik führen zu der Frage, wie denn Wörter bildhaften, in gewisser Weise abbildhaften, gegenständlichen Charakter annehmen können, wenn sie doch selber nur Abstrakta sind – und berühren damit den Kern der E. (Krieger 1992 + 1995).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Baumann 2011a&#039;&amp;gt;Baumann 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 1995a&#039;&amp;gt;Boehm 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Cheeke 2008a&#039;&amp;gt;Cheeke 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Fowler 1991a&#039;&amp;gt;Fowler 1991&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Greif 1998a&#039;&amp;gt;Greif 1998&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1993a&#039;&amp;gt;Heffernan 1993&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Hempfer 2000a&#039;&amp;gt;Hempfer 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1992a&#039;&amp;gt;Krieger 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1995a&#039;&amp;gt;Krieger 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Männlein-Robert 2007a&#039;&amp;gt;Männlein-Robert 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Mitchell 1992c&#039;&amp;gt;Mitchell 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer 1996a&#039;&amp;gt;Pfotenhauer 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Ratkowitsch 2006a&#039;&amp;gt;Ratkowitsch 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Rosand 1990a&#039;&amp;gt;Rosand 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Sager Eidt 2008a&#039;&amp;gt;Sager Eidt 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Schenka 2007a&#039;&amp;gt;Schenka 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Schmitz-Emans 1999a&#039;&amp;gt;Schmitz-Emans 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2003a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Barbara Thönnes|Thönnes, Barbara]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Barbara Thönnes</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6766</id>
		<title>Ekphrasis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6766"/>
		<updated>2011-09-30T10:52:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Barbara Thönnes: /* Beispiele */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Ekphrasis – hörend und lesend sehen=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ekphrasis ist ein aus der Rhetorik stammender Begriff, der eine besonders anschauliche, weil wirkmächtige sprachliche Darstellung bezeichnet. Im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch im Sinne von Kunstbeschreibung, bezeichnete &#039;&#039;Ekphrasis&#039;&#039; in der Antike jedwede Beschreibung von Gegenständen, darunter auch von Kunstwerken, aber ebenso von Personen, Landschaften und Bauwerken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nikolaos von Myra definiert &#039;&#039;E.&#039;&#039; als „eine ausführliche Rede, die das zu Zeigende deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfolge von Ereignissen geschildert wird. Durch einen fingierten medialen Wechsel vom Wort zum imaginierten Bild, soll höchstmögliche Anschaulichkeit erreicht werden. E. soll „die Hörer zu Zuschauern zu machen”.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Zitat lautet im weiteren: „Wir beschreiben aber Orte, Zeiten, Personen, Feste, Taten […]. Wann immer wir aber beschreiben möchten […] Statuen oder Bilder oder derartiges sonst, soll man aber versuchen, Überlegungen zu solchem oder solchem hinzuzufügen von Seiten der Verfassung des Malers oder des Bildhauers.” (&amp;lt;bib id=&#039;Spengel 1966a&#039;&amp;gt;Spengel 1966a&amp;lt;/bib&amp;gt;, 491; &amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 40) &amp;lt;/ref&amp;gt; Mit der Überschreitung dieser imaginären medialen Grenze  wird der Sehsinn, dem nach Aristoteles der höchste Erkenntniswert beigemessen wird, gegenüber dem Hörsinn bevorzugt.&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles: &#039;&#039;De anima&#039;&#039;, 424b, 22ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Verwendung von Metaphern, lautmalerischen Wendungen und Synästesien wird ein mentales Vor-Augen-stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzählung” nicht unterbrochen, sondern um eine allegorische Ebene erweitert werde (&amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das griechische Wort ἔκ-φρασις (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, Aussprechen oder das Aussprechende; im Plural &#039;&#039;Ekphraseis&#039;&#039; oder &#039;&#039;Ekphrasen&#039;&#039;) bezeichnet eine besonders anschauliche Beschreibung oder eine mit allen Sinnen vergegenwärtigende Darstellung eines Geschehens in einer Rede. Das Äquivalent in der lateinischen Rhetorik ist &#039;&#039;descriptio&#039;&#039;, wobei sich der griechische Terminus durchsetzte, da &#039;&#039;E.&#039;&#039; überwiegend in griechischen Rhetoriklehrbüchern, den sog. &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;,&amp;lt;ref&amp;gt; Vier der &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;, der Rhetoriklehrbücher aus dem 1. bis 5. Jahrhundert, sind überliefert. Ihre Autoren sind Aelius Theon, Hermogenes, Aphtonius Sophistes und Nikolaos von Myra. Letzterer ist der einzige Autor, der explizit Kunstwerke als Gegenstand der Ekphrasis erwähnt (&amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 34-41.)&amp;lt;/ref&amp;gt; behandelt wird. In der neuzeitlichen und modernen Bildbeschreibung bezeichnet &#039;&#039;E.&#039;&#039; die charakterisierende Beschreibung eines meist real existierenden Kunstwerks, was auch in einer neueren Definition von &#039;&#039;E.&#039;&#039; Ausdruck findet: „ekphrasis is the verbal representation of visual representation” (&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, XX).&amp;lt;ref&amp;gt; Umstritten bleibt die Verwendung des Begriffs in der Musik(-wissenschaft) als musikalische Ekphrasis im Sinne von Komponieren nach Bildern bzw. &#039;&#039;E.&#039;&#039; als Beispiel für programmbezogenes Komponieren. (Weiterfrührend dazu bspw. &lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Fink 1988a&#039;&amp;gt;Fink 1988&amp;lt;/bib&amp;gt; und  &amp;lt;bib id=&#039;Bruhn 2000a&#039;&amp;gt;Bruhn 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ziel und Funktion der Ekphrasis====&lt;br /&gt;
Die visuelle Qualität der Sprache soll genutzt werden, um die abwesenden Bilder wie anwesend erscheinen zu lassen. Dabei ist die faktische Existenz des beschriebenen Objekts keine notwendige Bedingung. Nach Giuliani stellt „die Abwesenheit der Bilder eine notwendige Bedingung des ästhetischen Spiels” dar (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 94). Dies erfolgt immer mit Konzentration auf die Bewegung der Emotionen der Zuhörer (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Webb 1999a&#039;&amp;gt;Webb 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 13). In der Rhetorikausbildung sollte durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; die affektive Wirkung der Beschreibung auf die Zuhörer eingeübt werden. Durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; soll ein maximaler Anschaulichkeitseffekt (&#039;&#039;enargeia&#039;&#039;/ &#039;&#039;evidentia&#039;&#039;) erzielt werden. Nach Quintilian ist &#039;&#039;enargeia&#039;&#039; die Eigenschaft der Rede, Vergangenes oder allgemein nicht Gegenwärtiges vor dem inneren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emotionale Bewegtheit des Rhetors den Wortcharakter des Textes aufzuheben,&amp;lt;ref&amp;gt; Quintilian, &#039;&#039;De institutione oratoria&#039;&#039;, IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63. &amp;lt;/ref&amp;gt; was in der Formel „an die äußere tritt die innere Schau” programmatisch zusammengefasst werden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Graf 1995a&#039;&amp;gt;Graf 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 145-146).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Von Ekphrasis zu Kunstbeschreibung====&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;E.&#039;&#039; als rhetorischer Form entwickelt sich in der Spätantike eine selbstständige literarische Textgattung der Bild- bzw. Kunstbeschreibung.&amp;lt;ref&amp;gt; Ausführlich wird die Gattungsgeschichte dargestellt in : &amp;lt;bib id=&#039;Friedländer 1912&#039;&amp;gt;Friedländer 1912&amp;lt;/bib&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die um 200 n. Chr. entstandenen &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; des Philostrat gelten als ihr frühestes Beispiel (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, Graf 1995). In der einleitenden Vorrede wird der vermeintliche Entstehungskontext des Werkes erläutert  – angeblich eine Demonstration der Redekunst des Autors vor jugendlichen Rhetorikschülern. Die folgenden 65 Beschreibungen von Kunstwerken weisen aber eine ganz eigene Narrativität auf, die über die bloße Beschreibung eines Bildes hinaus gehen und einen eigenen narrativen Fiktionsraum schaffen. Mit seinem Text lobt Philostrat die Bildkunst und stellt zugleich die Überlegenheit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 95).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entwicklung der Kunsttheorie in der Frühen Neuzeit verändert sich auch die Form der Kunstbeschreibungen, die nicht mehr &amp;quot;nur&amp;quot; Teil eines literarischen Werks sind wie bspw. in den zahlreichen Künstlerviten. Die Vergegenwärtigung eines spezifischen Bildes durch eine detailgenaue Beschreibung rückt in den Mittelpunkt und es werden, u.a. von Giorgio Vasari, Gian Pietro Bellori, André Félibien und später auch von Denis Diderot, systematische Kriterien entwickelt -- wie die Beachtung der Komposition, der Stilidiome, der Ikonographie --, die eine Beschreibung im Hinblick auf Wiedererkennbarkeit des einzelnen Kunstwerks zum Ziel haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 1995a&#039;&amp;gt;Rosenberg 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 306). Bildbeschreibungen sind ein zentrales Element in Kunstkritik und Kunstwissenschaft, die aus den rhetorischen Kriterien eigene Maßstäbe für die Bewertung von Kunstwerken entwickelten (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 271).&amp;lt;ref&amp;gt; Beispielsweise wurden die beiden ersten Produktionsstadien der Rede &#039;&#039;inventio&#039;&#039; und &#039;&#039;dispotio&#039;&#039; aus der Rhetorik für den Kunstdiskurs übernommen; die Kriterien der &#039;&#039;elocutio&#039;&#039;, &#039;&#039;memoria&#039;&#039; und &#039;&#039;pronuntiatio&#039;&#039; jedoch nicht (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 272).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem antike literarische Ekphrasen wurden in der Frühen Neuzeit Vorlage bildkünstlerischen Schaffens, wie bspw. Tizians &#039;&#039;Venusfest&#039;&#039; (1518-19, Madrid, Prado), das Passagen aus Philostrats &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; bildkünstlerisch umsetzt (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2001a&#039;&amp;gt;Rosen 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;, 92ff; für weitere Bsp. &amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 78-79).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1990er Jahren steht &#039;&#039;E.&#039;&#039; im besonderen Interesse der literatur-, sprach- , kunst- und bildwissenschaftlichen Forschung vor allem im Hinblick auf intermediale Bezüge und Zeichenhaftigkeit, wobei immer auch definitorische Aktualisierungen und Präzisierungen unternommen werden (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995a&#039;&amp;gt;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; Wagner 1996; &amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2001a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;;  &amp;lt;bib id=&#039;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004a&#039;&amp;gt;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Drügh 2006a&#039;&amp;gt;Drügh 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder für die ausschließliche Verwendung des Begriffs im antiken Kontext plädiert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Webb 2009a&#039;&amp;gt;Webb 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beispiele====&lt;br /&gt;
Als der &amp;quot;Urtext&amp;quot; der literarischen &#039;&#039;E.&#039;&#039; gilt die Beschreibung des Schildes des Achill in der &#039;&#039;Ilias&#039;&#039; des Homer (18. Gesang, 478-608, Hampe 1979). Die besondere narrative Qualität des Textes lässt Hörer bzw. Leser dem Entstehungsprozess des Schildes in der Schmiede des Hephaistos beiwohnen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nun formt&#039; er den Schild, den ungeheuren und starken,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ganz ausschmückend mit Kunst. Ihn umzog er mit schimmerndem Rande, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dreifach und blank, und fügte das silberne schöne Gehenk an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus fünf Schichten gedrängt war der Schild selbst; oben darauf nun&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bildet&#039; er mancherlei Kunst mit erfindungsreichem Verstande. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Drauf nun schuf er die Erd&#039;, und das wogende Meer, und den Himmel,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch den vollen Mond, und die rastlos laufende Sonne; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drauf zwei Städt&#039; auch schuf er der vielfach redenden Menschen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Blühende: voll war die ein&#039; hochzeitlicher Fest&#039; und Gelage.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Junge Bräut&#039; aus den Kammern, geführt beim Scheine der Fackeln,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gingen einher durch die Stadt; und hell erhob sich das Brautlied:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Tanzende Jünglinge drehten behende sich unter dem Klange, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der von Flöten und Harfen ertönete; [...]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anschaulichkeit wird sukzessive aufgebaut und hat Vergegenwärtigung durch Imagination zum Ziel (ausführlich dazu: &amp;lt;bib id=&#039;Moog-Grünewald 2001a&#039;&amp;gt;Moog-Grünewald 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;ref&amp;gt; Das Besondere der gesamten Schildbeschreibung ist die Selbstreferentialität des Textes. Der Vortragende tritt als Künstler in Erscheinung und der Text selbst wir als Kunstwerk vorgeführt wird. Somit wird offenbar, dass es sich auch bei dem Schild um ein fiktives Kunstwerk handelt (ebd.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vasaris &#039;&#039;Vite dei più illustri pittori, scultori ed architetti&#039;&#039; (1550/ 1568) enthalten  zahlreiche ekphrastische Passagen nach rhetorischem Muster, in denen die Bilder vorrangig in Hinblick auf ihre narrativen Qualitäten beschrieben werden (Alpers 1960/ 1995). Ausführlicher sind die zahlreiche Bildbeschreibungen in Belloris &#039;&#039;Le vite de&#039; pittori, scultori et architetti moderni&#039;&#039; (1672).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Kunstgeschichte bzw. -wissenschaft ist die Beschreibung von Kunstwerken zentral und wirft immer wieder die Frage nach dem Abbildcharakter der Sprache auf (&amp;lt;bib id=&#039;Baxandall 1990a&#039;&amp;gt;Baxandall 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Bätschmann 2009a&#039;&amp;gt;Bätschmann 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;). Beispielhaft sei Aby Warburg genannt, der in seiner amorphen, an Neologismen reichen Sprache in Bezug auf die sprachwissenschaftlichen Theorien seiner Zeit versucht hat in „sprachlicher Bildkonzeption verbunden mit bildlicher Sprachkonzeption” (&amp;lt;bib id=&#039;Schiffermüller 2009a&#039;&amp;gt;Schiffermüller 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;, 9) bildlichen Ausdruckswerten ein sprachliches Abbild zu verleihen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Beispiele literarischer &#039;&#039;E.&#039;&#039; sind zahlreich.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine umfangreiche Liste ekphrastischer Werke von der Antike bis zum Mittelalter liefert &amp;lt;bib id=&#039;Downey 1959a&#039;&amp;gt;Downey 1959&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine besondere Rolle kommt der &#039;&#039;E.&#039;&#039; in der Lyrik, im sog. Bildgedicht zu (&amp;lt;bib id=&#039;Kranz 1976a&#039;&amp;gt;Kranz 1976&amp;lt;/bib&amp;gt;; Hollander 1995;&amp;lt;bib id=&#039;Frangenberg 2003a&#039;&amp;gt;Frangenberg 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis im Kontext====&lt;br /&gt;
Schon qua definitionem ist &#039;&#039;E.&#039;&#039;  eine Form der Intermedialität, da es um die Übertragung eines bildkünstlerischen Mediums in Sprachkunst geht (&amp;lt;bib id=&#039;Reulecke 2002a&#039;&amp;gt;Reulecke 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;). In diesem Kontext wird natürlich auch der Topos des &#039;&#039;paragone&#039;&#039;, des Wettstreits der Künste, aufgerufen und damit die auf Horaz zurückgehende Formel [Ut pictura poiesis]  in dem das Verhältnis von Malerei und Dichtung thematisiert wird.&lt;br /&gt;
Im Kontext von E. steht auch immer die Frage nach der Narration bzw. nach dem Verhältnis von Beschreibung und Erzählung, von histoire und discours (Fowler 1991).&lt;br /&gt;
Hollander stellt einen Bezug zu Emblemen (imprese) her und weist auf die Beziehung von Bild und Text hin. Der bildbegleitende Text sei eine „reductive ecphrasis” (Hollander 1995). &lt;br /&gt;
Problemstellungen in der Semiotik führen zu der Frage, wie denn Wörter bildhaften, in gewisser Weise abbildhaften, gegenständlichen Charakter annehmen können, wenn sie doch selber nur Abstrakta sind – und berühren damit den Kern der E. (Krieger 1992 + 1995).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Baumann 2011a&#039;&amp;gt;Baumann 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 1995a&#039;&amp;gt;Boehm 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Cheeke 2008a&#039;&amp;gt;Cheeke 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Fowler 1991a&#039;&amp;gt;Fowler 1991&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Greif 1998a&#039;&amp;gt;Greif 1998&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1993a&#039;&amp;gt;Heffernan 1993&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Hempfer 2000a&#039;&amp;gt;Hempfer 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1992a&#039;&amp;gt;Krieger 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1995a&#039;&amp;gt;Krieger 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Männlein-Robert 2007a&#039;&amp;gt;Männlein-Robert 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Mitchell 1992c&#039;&amp;gt;Mitchell 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer 1996a&#039;&amp;gt;Pfotenhauer 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Ratkowitsch 2006a&#039;&amp;gt;Ratkowitsch 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Rosand 1990a&#039;&amp;gt;Rosand 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Sager Eidt 2008a&#039;&amp;gt;Sager Eidt 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Schenka 2007a&#039;&amp;gt;Schenka 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Schmitz-Emans 1999a&#039;&amp;gt;Schmitz-Emans 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2003a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Barbara Thönnes|Thönnes, Barbara]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Barbara Thönnes</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6765</id>
		<title>Ekphrasis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6765"/>
		<updated>2011-09-30T10:43:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Barbara Thönnes: /* Von Ekphrasis zu Kunstbeschreibung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Ekphrasis – hörend und lesend sehen=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ekphrasis ist ein aus der Rhetorik stammender Begriff, der eine besonders anschauliche, weil wirkmächtige sprachliche Darstellung bezeichnet. Im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch im Sinne von Kunstbeschreibung, bezeichnete &#039;&#039;Ekphrasis&#039;&#039; in der Antike jedwede Beschreibung von Gegenständen, darunter auch von Kunstwerken, aber ebenso von Personen, Landschaften und Bauwerken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nikolaos von Myra definiert &#039;&#039;E.&#039;&#039; als „eine ausführliche Rede, die das zu Zeigende deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfolge von Ereignissen geschildert wird. Durch einen fingierten medialen Wechsel vom Wort zum imaginierten Bild, soll höchstmögliche Anschaulichkeit erreicht werden. E. soll „die Hörer zu Zuschauern zu machen”.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Zitat lautet im weiteren: „Wir beschreiben aber Orte, Zeiten, Personen, Feste, Taten […]. Wann immer wir aber beschreiben möchten […] Statuen oder Bilder oder derartiges sonst, soll man aber versuchen, Überlegungen zu solchem oder solchem hinzuzufügen von Seiten der Verfassung des Malers oder des Bildhauers.” (&amp;lt;bib id=&#039;Spengel 1966a&#039;&amp;gt;Spengel 1966a&amp;lt;/bib&amp;gt;, 491; &amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 40) &amp;lt;/ref&amp;gt; Mit der Überschreitung dieser imaginären medialen Grenze  wird der Sehsinn, dem nach Aristoteles der höchste Erkenntniswert beigemessen wird, gegenüber dem Hörsinn bevorzugt.&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles: &#039;&#039;De anima&#039;&#039;, 424b, 22ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Verwendung von Metaphern, lautmalerischen Wendungen und Synästesien wird ein mentales Vor-Augen-stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzählung” nicht unterbrochen, sondern um eine allegorische Ebene erweitert werde (&amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das griechische Wort ἔκ-φρασις (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, Aussprechen oder das Aussprechende; im Plural &#039;&#039;Ekphraseis&#039;&#039; oder &#039;&#039;Ekphrasen&#039;&#039;) bezeichnet eine besonders anschauliche Beschreibung oder eine mit allen Sinnen vergegenwärtigende Darstellung eines Geschehens in einer Rede. Das Äquivalent in der lateinischen Rhetorik ist &#039;&#039;descriptio&#039;&#039;, wobei sich der griechische Terminus durchsetzte, da &#039;&#039;E.&#039;&#039; überwiegend in griechischen Rhetoriklehrbüchern, den sog. &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;,&amp;lt;ref&amp;gt; Vier der &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;, der Rhetoriklehrbücher aus dem 1. bis 5. Jahrhundert, sind überliefert. Ihre Autoren sind Aelius Theon, Hermogenes, Aphtonius Sophistes und Nikolaos von Myra. Letzterer ist der einzige Autor, der explizit Kunstwerke als Gegenstand der Ekphrasis erwähnt (&amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 34-41.)&amp;lt;/ref&amp;gt; behandelt wird. In der neuzeitlichen und modernen Bildbeschreibung bezeichnet &#039;&#039;E.&#039;&#039; die charakterisierende Beschreibung eines meist real existierenden Kunstwerks, was auch in einer neueren Definition von &#039;&#039;E.&#039;&#039; Ausdruck findet: „ekphrasis is the verbal representation of visual representation” (&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, XX).&amp;lt;ref&amp;gt; Umstritten bleibt die Verwendung des Begriffs in der Musik(-wissenschaft) als musikalische Ekphrasis im Sinne von Komponieren nach Bildern bzw. &#039;&#039;E.&#039;&#039; als Beispiel für programmbezogenes Komponieren. (Weiterfrührend dazu bspw. &lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Fink 1988a&#039;&amp;gt;Fink 1988&amp;lt;/bib&amp;gt; und  &amp;lt;bib id=&#039;Bruhn 2000a&#039;&amp;gt;Bruhn 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ziel und Funktion der Ekphrasis====&lt;br /&gt;
Die visuelle Qualität der Sprache soll genutzt werden, um die abwesenden Bilder wie anwesend erscheinen zu lassen. Dabei ist die faktische Existenz des beschriebenen Objekts keine notwendige Bedingung. Nach Giuliani stellt „die Abwesenheit der Bilder eine notwendige Bedingung des ästhetischen Spiels” dar (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 94). Dies erfolgt immer mit Konzentration auf die Bewegung der Emotionen der Zuhörer (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Webb 1999a&#039;&amp;gt;Webb 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 13). In der Rhetorikausbildung sollte durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; die affektive Wirkung der Beschreibung auf die Zuhörer eingeübt werden. Durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; soll ein maximaler Anschaulichkeitseffekt (&#039;&#039;enargeia&#039;&#039;/ &#039;&#039;evidentia&#039;&#039;) erzielt werden. Nach Quintilian ist &#039;&#039;enargeia&#039;&#039; die Eigenschaft der Rede, Vergangenes oder allgemein nicht Gegenwärtiges vor dem inneren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emotionale Bewegtheit des Rhetors den Wortcharakter des Textes aufzuheben,&amp;lt;ref&amp;gt; Quintilian, &#039;&#039;De institutione oratoria&#039;&#039;, IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63. &amp;lt;/ref&amp;gt; was in der Formel „an die äußere tritt die innere Schau” programmatisch zusammengefasst werden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Graf 1995a&#039;&amp;gt;Graf 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 145-146).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Von Ekphrasis zu Kunstbeschreibung====&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;E.&#039;&#039; als rhetorischer Form entwickelt sich in der Spätantike eine selbstständige literarische Textgattung der Bild- bzw. Kunstbeschreibung.&amp;lt;ref&amp;gt; Ausführlich wird die Gattungsgeschichte dargestellt in : &amp;lt;bib id=&#039;Friedländer 1912&#039;&amp;gt;Friedländer 1912&amp;lt;/bib&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die um 200 n. Chr. entstandenen &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; des Philostrat gelten als ihr frühestes Beispiel (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, Graf 1995). In der einleitenden Vorrede wird der vermeintliche Entstehungskontext des Werkes erläutert  – angeblich eine Demonstration der Redekunst des Autors vor jugendlichen Rhetorikschülern. Die folgenden 65 Beschreibungen von Kunstwerken weisen aber eine ganz eigene Narrativität auf, die über die bloße Beschreibung eines Bildes hinaus gehen und einen eigenen narrativen Fiktionsraum schaffen. Mit seinem Text lobt Philostrat die Bildkunst und stellt zugleich die Überlegenheit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 95).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entwicklung der Kunsttheorie in der Frühen Neuzeit verändert sich auch die Form der Kunstbeschreibungen, die nicht mehr &amp;quot;nur&amp;quot; Teil eines literarischen Werks sind wie bspw. in den zahlreichen Künstlerviten. Die Vergegenwärtigung eines spezifischen Bildes durch eine detailgenaue Beschreibung rückt in den Mittelpunkt und es werden, u.a. von Giorgio Vasari, Gian Pietro Bellori, André Félibien und später auch von Denis Diderot, systematische Kriterien entwickelt -- wie die Beachtung der Komposition, der Stilidiome, der Ikonographie --, die eine Beschreibung im Hinblick auf Wiedererkennbarkeit des einzelnen Kunstwerks zum Ziel haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 1995a&#039;&amp;gt;Rosenberg 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 306). Bildbeschreibungen sind ein zentrales Element in Kunstkritik und Kunstwissenschaft, die aus den rhetorischen Kriterien eigene Maßstäbe für die Bewertung von Kunstwerken entwickelten (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 271).&amp;lt;ref&amp;gt; Beispielsweise wurden die beiden ersten Produktionsstadien der Rede &#039;&#039;inventio&#039;&#039; und &#039;&#039;dispotio&#039;&#039; aus der Rhetorik für den Kunstdiskurs übernommen; die Kriterien der &#039;&#039;elocutio&#039;&#039;, &#039;&#039;memoria&#039;&#039; und &#039;&#039;pronuntiatio&#039;&#039; jedoch nicht (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 272).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem antike literarische Ekphrasen wurden in der Frühen Neuzeit Vorlage bildkünstlerischen Schaffens, wie bspw. Tizians &#039;&#039;Venusfest&#039;&#039; (1518-19, Madrid, Prado), das Passagen aus Philostrats &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; bildkünstlerisch umsetzt (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2001a&#039;&amp;gt;Rosen 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;, 92ff; für weitere Bsp. &amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 78-79).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1990er Jahren steht &#039;&#039;E.&#039;&#039; im besonderen Interesse der literatur-, sprach- , kunst- und bildwissenschaftlichen Forschung vor allem im Hinblick auf intermediale Bezüge und Zeichenhaftigkeit, wobei immer auch definitorische Aktualisierungen und Präzisierungen unternommen werden (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995a&#039;&amp;gt;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; Wagner 1996; &amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2001a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;;  &amp;lt;bib id=&#039;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004a&#039;&amp;gt;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Drügh 2006a&#039;&amp;gt;Drügh 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder für die ausschließliche Verwendung des Begriffs im antiken Kontext plädiert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Webb 2009a&#039;&amp;gt;Webb 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beispiele====&lt;br /&gt;
Als der &amp;quot;Urtext&amp;quot; der literarischen &#039;&#039;E.&#039;&#039; gilt die Beschreibung des Schildes des Achill in der &#039;&#039;Ilias&#039;&#039; des Homer (18. Gesang, 478-608, Hampe 1979). Die besondere narrative Qualität des Textes lässt Hörer bzw. Leser dem Entstehungsprozess des Schildes in der Schmiede des Hephaistos beiwohnen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nun formt&#039; er den Schild, den ungeheuren und starken,&lt;br /&gt;
Ganz ausschmückend mit Kunst. Ihn umzog er mit schimmerndem Rande, &lt;br /&gt;
Dreifach und blank, und fügte das silberne schöne Gehenk an.&lt;br /&gt;
Aus fünf Schichten gedrängt war der Schild selbst; oben darauf nun&lt;br /&gt;
Bildet&#039; er mancherlei Kunst mit erfindungsreichem Verstande. &lt;br /&gt;
Drauf nun schuf er die Erd&#039;, und das wogende Meer, und den Himmel,&lt;br /&gt;
Auch den vollen Mond, und die rastlos laufende Sonne; [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drauf zwei Städt&#039; auch schuf er der vielfach redenden Menschen,&lt;br /&gt;
Blühende: voll war die ein&#039; hochzeitlicher Fest&#039; und Gelage.&lt;br /&gt;
Junge Bräut&#039; aus den Kammern, geführt beim Scheine der Fackeln,&lt;br /&gt;
Gingen einher durch die Stadt; und hell erhob sich das Brautlied:&lt;br /&gt;
Tanzende Jünglinge drehten behende sich unter dem Klange, &lt;br /&gt;
Der von Flöten und Harfen ertönete; [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anschaulichkeit wird sukzessive aufgebaut und hat Vergegenwärtigung durch Imagination zum Ziel (ausführlich dazu: &amp;lt;bib id=&#039;Moog-Grünewald 2001a&#039;&amp;gt;Moog-Grünewald 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;ref&amp;gt; Das Besondere der gesamten Schildbeschreibung ist die Selbstreferentialität des Textes. Der Vortragende tritt als Künstler in Erscheinung und der Text selbst wir als Kunstwerk vorgeführt wird. Somit wird offenbar, dass es sich auch bei dem Schild um ein fiktives Kunstwerk handelt (ebd.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; des Philostrat gelten als erste eigenständige Form der &#039;&#039;E.&#039;&#039; als Textgattung. Neben einer einleitenden Vorrede, in der der vermeintliche Entstehungskontext des Werkes erläutert wird – angeblich eine Demonstration der Redekunst des Autors vor jugendlichen Rhetorikschülern – besteht der Text aus 65 einzelnen Beschreibungen von Kunstwerken. Mit seinem Text lobt Philostrat die Bildkunst und stellt zugleich die Überlegenheit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. Giuliani 2006, 95). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vasaris &#039;&#039;Vite dei più illustri pittori, scultori ed architetti&#039;&#039; (1550/ 1568) enthalten  zahlreiche ekphrastische Passagen nach rhetorischem Muster, in denen die Bilder vorrangig in Hinblick auf ihre narrativen Qualitäten beschrieben werden (Alpers 1960/ 1995). Ausführlicher sind die zahlreiche Bildbeschreibungen in Belloris &#039;&#039;Le vite de&#039; pittori, scultori et architetti moderni&#039;&#039; (1672).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Kunstgeschichte bzw. -wissenschaft ist die Beschreibung von Kunstwerken zentral und wirft immer wieder die Frage nach dem Abbildcharakter der Sprache auf (&amp;lt;bib id=&#039;Baxandall 1990a&#039;&amp;gt;Baxandall 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Bätschmann 2009a&#039;&amp;gt;Bätschmann 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;). Beispielhaft sei Aby Warburg genannt, der in seiner amorphen, an Neologismen reichen Sprache in Bezug auf die sprachwissenschaftlichen Theorien seiner Zeit versucht hat in „sprachlicher Bildkonzeption verbunden mit bildlicher Sprachkonzeption” (&amp;lt;bib id=&#039;Schiffermüller 2009a&#039;&amp;gt;Schiffermüller 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;, 9) bildlichen Ausdruckswerten ein sprachliches Abbild zu verleihen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Beispiele literarischer &#039;&#039;E.&#039;&#039; sind zahlreich.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine umfangreiche Liste ekphrastischer Werke von der Antike bis zum Mittelalter liefert &amp;lt;bib id=&#039;Downey 1959a&#039;&amp;gt;Downey 1959&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine besondere Rolle kommt der &#039;&#039;E.&#039;&#039; in der Lyrik, im sog. Bildgedicht zu (&amp;lt;bib id=&#039;Kranz 1976a&#039;&amp;gt;Kranz 1976&amp;lt;/bib&amp;gt;; Hollander 1995;&amp;lt;bib id=&#039;Frangenberg 2003a&#039;&amp;gt;Frangenberg 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis im Kontext====&lt;br /&gt;
Schon qua definitionem ist &#039;&#039;E.&#039;&#039;  eine Form der Intermedialität, da es um die Übertragung eines bildkünstlerischen Mediums in Sprachkunst geht (&amp;lt;bib id=&#039;Reulecke 2002a&#039;&amp;gt;Reulecke 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;). In diesem Kontext wird natürlich auch der Topos des &#039;&#039;paragone&#039;&#039;, des Wettstreits der Künste, aufgerufen und damit die auf Horaz zurückgehende Formel [Ut pictura poiesis]  in dem das Verhältnis von Malerei und Dichtung thematisiert wird.&lt;br /&gt;
Im Kontext von E. steht auch immer die Frage nach der Narration bzw. nach dem Verhältnis von Beschreibung und Erzählung, von histoire und discours (Fowler 1991).&lt;br /&gt;
Hollander stellt einen Bezug zu Emblemen (imprese) her und weist auf die Beziehung von Bild und Text hin. Der bildbegleitende Text sei eine „reductive ecphrasis” (Hollander 1995). &lt;br /&gt;
Problemstellungen in der Semiotik führen zu der Frage, wie denn Wörter bildhaften, in gewisser Weise abbildhaften, gegenständlichen Charakter annehmen können, wenn sie doch selber nur Abstrakta sind – und berühren damit den Kern der E. (Krieger 1992 + 1995).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Baumann 2011a&#039;&amp;gt;Baumann 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 1995a&#039;&amp;gt;Boehm 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Cheeke 2008a&#039;&amp;gt;Cheeke 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Fowler 1991a&#039;&amp;gt;Fowler 1991&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Greif 1998a&#039;&amp;gt;Greif 1998&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1993a&#039;&amp;gt;Heffernan 1993&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Hempfer 2000a&#039;&amp;gt;Hempfer 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1992a&#039;&amp;gt;Krieger 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1995a&#039;&amp;gt;Krieger 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Männlein-Robert 2007a&#039;&amp;gt;Männlein-Robert 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Mitchell 1992c&#039;&amp;gt;Mitchell 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer 1996a&#039;&amp;gt;Pfotenhauer 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Ratkowitsch 2006a&#039;&amp;gt;Ratkowitsch 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Rosand 1990a&#039;&amp;gt;Rosand 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Sager Eidt 2008a&#039;&amp;gt;Sager Eidt 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Schenka 2007a&#039;&amp;gt;Schenka 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Schmitz-Emans 1999a&#039;&amp;gt;Schmitz-Emans 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2003a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Barbara Thönnes|Thönnes, Barbara]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Barbara Thönnes</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6764</id>
		<title>Ekphrasis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6764"/>
		<updated>2011-09-30T10:37:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Barbara Thönnes: /* Ziel und Funktion der Ekphrasis */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Ekphrasis – hörend und lesend sehen=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ekphrasis ist ein aus der Rhetorik stammender Begriff, der eine besonders anschauliche, weil wirkmächtige sprachliche Darstellung bezeichnet. Im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch im Sinne von Kunstbeschreibung, bezeichnete &#039;&#039;Ekphrasis&#039;&#039; in der Antike jedwede Beschreibung von Gegenständen, darunter auch von Kunstwerken, aber ebenso von Personen, Landschaften und Bauwerken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nikolaos von Myra definiert &#039;&#039;E.&#039;&#039; als „eine ausführliche Rede, die das zu Zeigende deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfolge von Ereignissen geschildert wird. Durch einen fingierten medialen Wechsel vom Wort zum imaginierten Bild, soll höchstmögliche Anschaulichkeit erreicht werden. E. soll „die Hörer zu Zuschauern zu machen”.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Zitat lautet im weiteren: „Wir beschreiben aber Orte, Zeiten, Personen, Feste, Taten […]. Wann immer wir aber beschreiben möchten […] Statuen oder Bilder oder derartiges sonst, soll man aber versuchen, Überlegungen zu solchem oder solchem hinzuzufügen von Seiten der Verfassung des Malers oder des Bildhauers.” (&amp;lt;bib id=&#039;Spengel 1966a&#039;&amp;gt;Spengel 1966a&amp;lt;/bib&amp;gt;, 491; &amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 40) &amp;lt;/ref&amp;gt; Mit der Überschreitung dieser imaginären medialen Grenze  wird der Sehsinn, dem nach Aristoteles der höchste Erkenntniswert beigemessen wird, gegenüber dem Hörsinn bevorzugt.&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles: &#039;&#039;De anima&#039;&#039;, 424b, 22ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Verwendung von Metaphern, lautmalerischen Wendungen und Synästesien wird ein mentales Vor-Augen-stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzählung” nicht unterbrochen, sondern um eine allegorische Ebene erweitert werde (&amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das griechische Wort ἔκ-φρασις (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, Aussprechen oder das Aussprechende; im Plural &#039;&#039;Ekphraseis&#039;&#039; oder &#039;&#039;Ekphrasen&#039;&#039;) bezeichnet eine besonders anschauliche Beschreibung oder eine mit allen Sinnen vergegenwärtigende Darstellung eines Geschehens in einer Rede. Das Äquivalent in der lateinischen Rhetorik ist &#039;&#039;descriptio&#039;&#039;, wobei sich der griechische Terminus durchsetzte, da &#039;&#039;E.&#039;&#039; überwiegend in griechischen Rhetoriklehrbüchern, den sog. &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;,&amp;lt;ref&amp;gt; Vier der &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;, der Rhetoriklehrbücher aus dem 1. bis 5. Jahrhundert, sind überliefert. Ihre Autoren sind Aelius Theon, Hermogenes, Aphtonius Sophistes und Nikolaos von Myra. Letzterer ist der einzige Autor, der explizit Kunstwerke als Gegenstand der Ekphrasis erwähnt (&amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 34-41.)&amp;lt;/ref&amp;gt; behandelt wird. In der neuzeitlichen und modernen Bildbeschreibung bezeichnet &#039;&#039;E.&#039;&#039; die charakterisierende Beschreibung eines meist real existierenden Kunstwerks, was auch in einer neueren Definition von &#039;&#039;E.&#039;&#039; Ausdruck findet: „ekphrasis is the verbal representation of visual representation” (&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, XX).&amp;lt;ref&amp;gt; Umstritten bleibt die Verwendung des Begriffs in der Musik(-wissenschaft) als musikalische Ekphrasis im Sinne von Komponieren nach Bildern bzw. &#039;&#039;E.&#039;&#039; als Beispiel für programmbezogenes Komponieren. (Weiterfrührend dazu bspw. &lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Fink 1988a&#039;&amp;gt;Fink 1988&amp;lt;/bib&amp;gt; und  &amp;lt;bib id=&#039;Bruhn 2000a&#039;&amp;gt;Bruhn 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ziel und Funktion der Ekphrasis====&lt;br /&gt;
Die visuelle Qualität der Sprache soll genutzt werden, um die abwesenden Bilder wie anwesend erscheinen zu lassen. Dabei ist die faktische Existenz des beschriebenen Objekts keine notwendige Bedingung. Nach Giuliani stellt „die Abwesenheit der Bilder eine notwendige Bedingung des ästhetischen Spiels” dar (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 94). Dies erfolgt immer mit Konzentration auf die Bewegung der Emotionen der Zuhörer (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Webb 1999a&#039;&amp;gt;Webb 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 13). In der Rhetorikausbildung sollte durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; die affektive Wirkung der Beschreibung auf die Zuhörer eingeübt werden. Durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; soll ein maximaler Anschaulichkeitseffekt (&#039;&#039;enargeia&#039;&#039;/ &#039;&#039;evidentia&#039;&#039;) erzielt werden. Nach Quintilian ist &#039;&#039;enargeia&#039;&#039; die Eigenschaft der Rede, Vergangenes oder allgemein nicht Gegenwärtiges vor dem inneren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emotionale Bewegtheit des Rhetors den Wortcharakter des Textes aufzuheben,&amp;lt;ref&amp;gt; Quintilian, &#039;&#039;De institutione oratoria&#039;&#039;, IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63. &amp;lt;/ref&amp;gt; was in der Formel „an die äußere tritt die innere Schau” programmatisch zusammengefasst werden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Graf 1995a&#039;&amp;gt;Graf 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 145-146).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Von Ekphrasis zu Kunstbeschreibung====&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;E.&#039;&#039; als rhetorischer Form entwickelt sich in der Spätantike eine selbstständige literarische Textgattung der Bild- bzw. Kunstbeschreibung.&amp;lt;ref&amp;gt; Ausführlich wird die Gattungsgeschichte dargestellt in : &amp;lt;bib id=&#039;Friedländer 1912&#039;&amp;gt;Friedländer 1912&amp;lt;/bib&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die um 200 n. Chr. entstandenen &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; des Philostrat gelten als ihr frühestes Beispiel (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, Graf 1995).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entwicklung der Kunsttheorie in der Frühen Neuzeit verändert sich auch die Form der Kunstbeschreibungen, die nicht mehr &amp;quot;nur&amp;quot; Teil eines literarischen Werks sind wie bspw. in den zahlreichen Künstlerviten. Die Vergegenwärtigung eines spezifischen Bildes durch eine detailgenaue Beschreibung rückt in den Mittelpunkt und es werden, u.a. von Giorgio Vasari, Gian Pietro Bellori, André Félibien und später auch von Denis Diderot, systematische Kriterien entwickelt -- wie die Beachtung der Komposition, der Stilidiome, der Ikonographie --, die eine Beschreibung im Hinblick auf Wiedererkennbarkeit des einzelnen Kunstwerks zum Ziel haben (&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 1995a&#039;&amp;gt;Rosenberg 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 306; Carrier 1987). Bildbeschreibungen sind ein zentrales Element in Kunstkritik und Kunstwissenschaft, die aus den rhetorischen Kriterien eigene Maßstäbe für die Bewertung von Kunstwerken entwickelten (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 271).&amp;lt;ref&amp;gt; Beispielsweise wurden die beiden ersten Produktionsstadien der Rede &#039;&#039;inventio&#039;&#039; und &#039;&#039;dispotio&#039;&#039; aus der Rhetorik für den Kunstdiskurs übernommen; die Kriterien der &#039;&#039;elocutio&#039;&#039;, &#039;&#039;memoria&#039;&#039; und &#039;&#039;pronuntiatio&#039;&#039; jedoch nicht (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 272).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem antike literarische Ekphrasen wurden in der Frühen Neuzeit Vorlage bildkünstlerischen Schaffens, wie bspw. Tizians &#039;&#039;Venusfest&#039;&#039; (1518-19, Madrid, Prado), das Passagen aus Philostrats &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; bildkünstlerisch umsetzt (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2001a&#039;&amp;gt;Rosen 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;, 92ff; für weitere Bsp. &amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 78-79).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1990er Jahren steht &#039;&#039;E.&#039;&#039; im besonderen Interesse der literatur-, sprach- , kunst- und bildwissenschaftlichen Forschung vor allem im Hinblick auf intermediale Bezüge und Zeichenhaftigkeit, wobei immer auch definitorische Aktualisierungen und Präzisierungen unternommen werden (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995a&#039;&amp;gt;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; Wagner 1996; &amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2001a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;;  &amp;lt;bib id=&#039;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004a&#039;&amp;gt;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Drügh 2006a&#039;&amp;gt;Drügh 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder für die ausschließliche Verwendung des Begriffs im antiken Kontext plädiert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Webb 2009a&#039;&amp;gt;Webb 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beispiele====&lt;br /&gt;
Als der &amp;quot;Urtext&amp;quot; der literarischen &#039;&#039;E.&#039;&#039; gilt die Beschreibung des Schildes des Achill in der &#039;&#039;Ilias&#039;&#039; des Homer (18. Gesang, 478-608, Hampe 1979). Die besondere narrative Qualität des Textes lässt Hörer bzw. Leser dem Entstehungsprozess des Schildes in der Schmiede des Hephaistos beiwohnen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nun formt&#039; er den Schild, den ungeheuren und starken,&lt;br /&gt;
Ganz ausschmückend mit Kunst. Ihn umzog er mit schimmerndem Rande, &lt;br /&gt;
Dreifach und blank, und fügte das silberne schöne Gehenk an.&lt;br /&gt;
Aus fünf Schichten gedrängt war der Schild selbst; oben darauf nun&lt;br /&gt;
Bildet&#039; er mancherlei Kunst mit erfindungsreichem Verstande. &lt;br /&gt;
Drauf nun schuf er die Erd&#039;, und das wogende Meer, und den Himmel,&lt;br /&gt;
Auch den vollen Mond, und die rastlos laufende Sonne; [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drauf zwei Städt&#039; auch schuf er der vielfach redenden Menschen,&lt;br /&gt;
Blühende: voll war die ein&#039; hochzeitlicher Fest&#039; und Gelage.&lt;br /&gt;
Junge Bräut&#039; aus den Kammern, geführt beim Scheine der Fackeln,&lt;br /&gt;
Gingen einher durch die Stadt; und hell erhob sich das Brautlied:&lt;br /&gt;
Tanzende Jünglinge drehten behende sich unter dem Klange, &lt;br /&gt;
Der von Flöten und Harfen ertönete; [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anschaulichkeit wird sukzessive aufgebaut und hat Vergegenwärtigung durch Imagination zum Ziel (ausführlich dazu: &amp;lt;bib id=&#039;Moog-Grünewald 2001a&#039;&amp;gt;Moog-Grünewald 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;ref&amp;gt; Das Besondere der gesamten Schildbeschreibung ist die Selbstreferentialität des Textes. Der Vortragende tritt als Künstler in Erscheinung und der Text selbst wir als Kunstwerk vorgeführt wird. Somit wird offenbar, dass es sich auch bei dem Schild um ein fiktives Kunstwerk handelt (ebd.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; des Philostrat gelten als erste eigenständige Form der &#039;&#039;E.&#039;&#039; als Textgattung. Neben einer einleitenden Vorrede, in der der vermeintliche Entstehungskontext des Werkes erläutert wird – angeblich eine Demonstration der Redekunst des Autors vor jugendlichen Rhetorikschülern – besteht der Text aus 65 einzelnen Beschreibungen von Kunstwerken. Mit seinem Text lobt Philostrat die Bildkunst und stellt zugleich die Überlegenheit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. Giuliani 2006, 95). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vasaris &#039;&#039;Vite dei più illustri pittori, scultori ed architetti&#039;&#039; (1550/ 1568) enthalten  zahlreiche ekphrastische Passagen nach rhetorischem Muster, in denen die Bilder vorrangig in Hinblick auf ihre narrativen Qualitäten beschrieben werden (Alpers 1960/ 1995). Ausführlicher sind die zahlreiche Bildbeschreibungen in Belloris &#039;&#039;Le vite de&#039; pittori, scultori et architetti moderni&#039;&#039; (1672).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Kunstgeschichte bzw. -wissenschaft ist die Beschreibung von Kunstwerken zentral und wirft immer wieder die Frage nach dem Abbildcharakter der Sprache auf (&amp;lt;bib id=&#039;Baxandall 1990a&#039;&amp;gt;Baxandall 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Bätschmann 2009a&#039;&amp;gt;Bätschmann 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;). Beispielhaft sei Aby Warburg genannt, der in seiner amorphen, an Neologismen reichen Sprache in Bezug auf die sprachwissenschaftlichen Theorien seiner Zeit versucht hat in „sprachlicher Bildkonzeption verbunden mit bildlicher Sprachkonzeption” (&amp;lt;bib id=&#039;Schiffermüller 2009a&#039;&amp;gt;Schiffermüller 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;, 9) bildlichen Ausdruckswerten ein sprachliches Abbild zu verleihen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Beispiele literarischer &#039;&#039;E.&#039;&#039; sind zahlreich.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine umfangreiche Liste ekphrastischer Werke von der Antike bis zum Mittelalter liefert &amp;lt;bib id=&#039;Downey 1959a&#039;&amp;gt;Downey 1959&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine besondere Rolle kommt der &#039;&#039;E.&#039;&#039; in der Lyrik, im sog. Bildgedicht zu (&amp;lt;bib id=&#039;Kranz 1976a&#039;&amp;gt;Kranz 1976&amp;lt;/bib&amp;gt;; Hollander 1995;&amp;lt;bib id=&#039;Frangenberg 2003a&#039;&amp;gt;Frangenberg 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis im Kontext====&lt;br /&gt;
Schon qua definitionem ist &#039;&#039;E.&#039;&#039;  eine Form der Intermedialität, da es um die Übertragung eines bildkünstlerischen Mediums in Sprachkunst geht (&amp;lt;bib id=&#039;Reulecke 2002a&#039;&amp;gt;Reulecke 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;). In diesem Kontext wird natürlich auch der Topos des &#039;&#039;paragone&#039;&#039;, des Wettstreits der Künste, aufgerufen und damit die auf Horaz zurückgehende Formel [Ut pictura poiesis]  in dem das Verhältnis von Malerei und Dichtung thematisiert wird.&lt;br /&gt;
Im Kontext von E. steht auch immer die Frage nach der Narration bzw. nach dem Verhältnis von Beschreibung und Erzählung, von histoire und discours (Fowler 1991).&lt;br /&gt;
Hollander stellt einen Bezug zu Emblemen (imprese) her und weist auf die Beziehung von Bild und Text hin. Der bildbegleitende Text sei eine „reductive ecphrasis” (Hollander 1995). &lt;br /&gt;
Problemstellungen in der Semiotik führen zu der Frage, wie denn Wörter bildhaften, in gewisser Weise abbildhaften, gegenständlichen Charakter annehmen können, wenn sie doch selber nur Abstrakta sind – und berühren damit den Kern der E. (Krieger 1992 + 1995).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Baumann 2011a&#039;&amp;gt;Baumann 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 1995a&#039;&amp;gt;Boehm 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Cheeke 2008a&#039;&amp;gt;Cheeke 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Fowler 1991a&#039;&amp;gt;Fowler 1991&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Greif 1998a&#039;&amp;gt;Greif 1998&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1993a&#039;&amp;gt;Heffernan 1993&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Hempfer 2000a&#039;&amp;gt;Hempfer 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1992a&#039;&amp;gt;Krieger 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1995a&#039;&amp;gt;Krieger 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Männlein-Robert 2007a&#039;&amp;gt;Männlein-Robert 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Mitchell 1992c&#039;&amp;gt;Mitchell 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer 1996a&#039;&amp;gt;Pfotenhauer 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Ratkowitsch 2006a&#039;&amp;gt;Ratkowitsch 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Rosand 1990a&#039;&amp;gt;Rosand 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Sager Eidt 2008a&#039;&amp;gt;Sager Eidt 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Schenka 2007a&#039;&amp;gt;Schenka 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Schmitz-Emans 1999a&#039;&amp;gt;Schmitz-Emans 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2003a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Barbara Thönnes|Thönnes, Barbara]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Barbara Thönnes</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6763</id>
		<title>Ekphrasis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6763"/>
		<updated>2011-09-30T10:36:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Barbara Thönnes: /* Ekphrasis – hörend und lesend sehen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Ekphrasis – hörend und lesend sehen=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ekphrasis ist ein aus der Rhetorik stammender Begriff, der eine besonders anschauliche, weil wirkmächtige sprachliche Darstellung bezeichnet. Im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch im Sinne von Kunstbeschreibung, bezeichnete &#039;&#039;Ekphrasis&#039;&#039; in der Antike jedwede Beschreibung von Gegenständen, darunter auch von Kunstwerken, aber ebenso von Personen, Landschaften und Bauwerken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nikolaos von Myra definiert &#039;&#039;E.&#039;&#039; als „eine ausführliche Rede, die das zu Zeigende deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfolge von Ereignissen geschildert wird. Durch einen fingierten medialen Wechsel vom Wort zum imaginierten Bild, soll höchstmögliche Anschaulichkeit erreicht werden. E. soll „die Hörer zu Zuschauern zu machen”.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Zitat lautet im weiteren: „Wir beschreiben aber Orte, Zeiten, Personen, Feste, Taten […]. Wann immer wir aber beschreiben möchten […] Statuen oder Bilder oder derartiges sonst, soll man aber versuchen, Überlegungen zu solchem oder solchem hinzuzufügen von Seiten der Verfassung des Malers oder des Bildhauers.” (&amp;lt;bib id=&#039;Spengel 1966a&#039;&amp;gt;Spengel 1966a&amp;lt;/bib&amp;gt;, 491; &amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 40) &amp;lt;/ref&amp;gt; Mit der Überschreitung dieser imaginären medialen Grenze  wird der Sehsinn, dem nach Aristoteles der höchste Erkenntniswert beigemessen wird, gegenüber dem Hörsinn bevorzugt.&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles: &#039;&#039;De anima&#039;&#039;, 424b, 22ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Verwendung von Metaphern, lautmalerischen Wendungen und Synästesien wird ein mentales Vor-Augen-stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzählung” nicht unterbrochen, sondern um eine allegorische Ebene erweitert werde (&amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das griechische Wort ἔκ-φρασις (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, Aussprechen oder das Aussprechende; im Plural &#039;&#039;Ekphraseis&#039;&#039; oder &#039;&#039;Ekphrasen&#039;&#039;) bezeichnet eine besonders anschauliche Beschreibung oder eine mit allen Sinnen vergegenwärtigende Darstellung eines Geschehens in einer Rede. Das Äquivalent in der lateinischen Rhetorik ist &#039;&#039;descriptio&#039;&#039;, wobei sich der griechische Terminus durchsetzte, da &#039;&#039;E.&#039;&#039; überwiegend in griechischen Rhetoriklehrbüchern, den sog. &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;,&amp;lt;ref&amp;gt; Vier der &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;, der Rhetoriklehrbücher aus dem 1. bis 5. Jahrhundert, sind überliefert. Ihre Autoren sind Aelius Theon, Hermogenes, Aphtonius Sophistes und Nikolaos von Myra. Letzterer ist der einzige Autor, der explizit Kunstwerke als Gegenstand der Ekphrasis erwähnt (&amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 34-41.)&amp;lt;/ref&amp;gt; behandelt wird. In der neuzeitlichen und modernen Bildbeschreibung bezeichnet &#039;&#039;E.&#039;&#039; die charakterisierende Beschreibung eines meist real existierenden Kunstwerks, was auch in einer neueren Definition von &#039;&#039;E.&#039;&#039; Ausdruck findet: „ekphrasis is the verbal representation of visual representation” (&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, XX).&amp;lt;ref&amp;gt; Umstritten bleibt die Verwendung des Begriffs in der Musik(-wissenschaft) als musikalische Ekphrasis im Sinne von Komponieren nach Bildern bzw. &#039;&#039;E.&#039;&#039; als Beispiel für programmbezogenes Komponieren. (Weiterfrührend dazu bspw. &lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Fink 1988a&#039;&amp;gt;Fink 1988&amp;lt;/bib&amp;gt; und  &amp;lt;bib id=&#039;Bruhn 2000a&#039;&amp;gt;Bruhn 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ziel und Funktion der Ekphrasis====&lt;br /&gt;
Die visuelle Qualität der Sprache soll genutzt werden, um die abwesenden Bilder wie anwesend erscheinen zu lassen. Dabei ist die faktische Existenz des beschriebenen Objekts keine notwendige Bedingung. Nach Giuliani stellt „die Abwesenheit der Bilder eine notwendige Bedingung des ästhetischen Spiels” dar (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 94). Dies erfolgt immer mit Konzentration auf die Bewegung der Emotionen der Zuhörer (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Webb 1999a&#039;&amp;gt;Webb 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 13). In der Rhetorikausbildung sollte durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; die affektive Wirkung der Beschreibung auf die Zuhörer eingeübt werden. Durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; soll ein maximaler Anschaulichkeitseffekt (&#039;&#039;enargeia&#039;&#039;/ &#039;&#039;evidentia&#039;&#039;) erzielt werden. Nach Quintilian ist &#039;&#039;enargeia&#039;&#039; die Eigenschaft der Rede, Vergangenes oder allgemein nicht Gegenwärtiges vor dem inneren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emotionale Bewegtheit des Rhetors den Wortcharakter des Textes aufzuheben&amp;lt;ref&amp;gt; Quintilian, &#039;&#039;De institutione oratoria&#039;&#039;, IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63. &amp;lt;/ref&amp;gt;, was in der Formel „an die äußere tritt die innere Schau” programmatisch zusammengefasst werden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Graf 1995a&#039;&amp;gt;Graf 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 145-146). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Von Ekphrasis zu Kunstbeschreibung====&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;E.&#039;&#039; als rhetorischer Form entwickelt sich in der Spätantike eine selbstständige literarische Textgattung der Bild- bzw. Kunstbeschreibung.&amp;lt;ref&amp;gt; Ausführlich wird die Gattungsgeschichte dargestellt in : &amp;lt;bib id=&#039;Friedländer 1912&#039;&amp;gt;Friedländer 1912&amp;lt;/bib&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die um 200 n. Chr. entstandenen &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; des Philostrat gelten als ihr frühestes Beispiel (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, Graf 1995).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entwicklung der Kunsttheorie in der Frühen Neuzeit verändert sich auch die Form der Kunstbeschreibungen, die nicht mehr &amp;quot;nur&amp;quot; Teil eines literarischen Werks sind wie bspw. in den zahlreichen Künstlerviten. Die Vergegenwärtigung eines spezifischen Bildes durch eine detailgenaue Beschreibung rückt in den Mittelpunkt und es werden, u.a. von Giorgio Vasari, Gian Pietro Bellori, André Félibien und später auch von Denis Diderot, systematische Kriterien entwickelt -- wie die Beachtung der Komposition, der Stilidiome, der Ikonographie --, die eine Beschreibung im Hinblick auf Wiedererkennbarkeit des einzelnen Kunstwerks zum Ziel haben (&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 1995a&#039;&amp;gt;Rosenberg 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 306; Carrier 1987). Bildbeschreibungen sind ein zentrales Element in Kunstkritik und Kunstwissenschaft, die aus den rhetorischen Kriterien eigene Maßstäbe für die Bewertung von Kunstwerken entwickelten (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 271).&amp;lt;ref&amp;gt; Beispielsweise wurden die beiden ersten Produktionsstadien der Rede &#039;&#039;inventio&#039;&#039; und &#039;&#039;dispotio&#039;&#039; aus der Rhetorik für den Kunstdiskurs übernommen; die Kriterien der &#039;&#039;elocutio&#039;&#039;, &#039;&#039;memoria&#039;&#039; und &#039;&#039;pronuntiatio&#039;&#039; jedoch nicht (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 272).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem antike literarische Ekphrasen wurden in der Frühen Neuzeit Vorlage bildkünstlerischen Schaffens, wie bspw. Tizians &#039;&#039;Venusfest&#039;&#039; (1518-19, Madrid, Prado), das Passagen aus Philostrats &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; bildkünstlerisch umsetzt (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2001a&#039;&amp;gt;Rosen 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;, 92ff; für weitere Bsp. &amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 78-79).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1990er Jahren steht &#039;&#039;E.&#039;&#039; im besonderen Interesse der literatur-, sprach- , kunst- und bildwissenschaftlichen Forschung vor allem im Hinblick auf intermediale Bezüge und Zeichenhaftigkeit, wobei immer auch definitorische Aktualisierungen und Präzisierungen unternommen werden (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995a&#039;&amp;gt;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; Wagner 1996; &amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2001a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;;  &amp;lt;bib id=&#039;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004a&#039;&amp;gt;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Drügh 2006a&#039;&amp;gt;Drügh 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder für die ausschließliche Verwendung des Begriffs im antiken Kontext plädiert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Webb 2009a&#039;&amp;gt;Webb 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beispiele====&lt;br /&gt;
Als der &amp;quot;Urtext&amp;quot; der literarischen &#039;&#039;E.&#039;&#039; gilt die Beschreibung des Schildes des Achill in der &#039;&#039;Ilias&#039;&#039; des Homer (18. Gesang, 478-608, Hampe 1979). Die besondere narrative Qualität des Textes lässt Hörer bzw. Leser dem Entstehungsprozess des Schildes in der Schmiede des Hephaistos beiwohnen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nun formt&#039; er den Schild, den ungeheuren und starken,&lt;br /&gt;
Ganz ausschmückend mit Kunst. Ihn umzog er mit schimmerndem Rande, &lt;br /&gt;
Dreifach und blank, und fügte das silberne schöne Gehenk an.&lt;br /&gt;
Aus fünf Schichten gedrängt war der Schild selbst; oben darauf nun&lt;br /&gt;
Bildet&#039; er mancherlei Kunst mit erfindungsreichem Verstande. &lt;br /&gt;
Drauf nun schuf er die Erd&#039;, und das wogende Meer, und den Himmel,&lt;br /&gt;
Auch den vollen Mond, und die rastlos laufende Sonne; [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drauf zwei Städt&#039; auch schuf er der vielfach redenden Menschen,&lt;br /&gt;
Blühende: voll war die ein&#039; hochzeitlicher Fest&#039; und Gelage.&lt;br /&gt;
Junge Bräut&#039; aus den Kammern, geführt beim Scheine der Fackeln,&lt;br /&gt;
Gingen einher durch die Stadt; und hell erhob sich das Brautlied:&lt;br /&gt;
Tanzende Jünglinge drehten behende sich unter dem Klange, &lt;br /&gt;
Der von Flöten und Harfen ertönete; [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anschaulichkeit wird sukzessive aufgebaut und hat Vergegenwärtigung durch Imagination zum Ziel (ausführlich dazu: &amp;lt;bib id=&#039;Moog-Grünewald 2001a&#039;&amp;gt;Moog-Grünewald 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;ref&amp;gt; Das Besondere der gesamten Schildbeschreibung ist die Selbstreferentialität des Textes. Der Vortragende tritt als Künstler in Erscheinung und der Text selbst wir als Kunstwerk vorgeführt wird. Somit wird offenbar, dass es sich auch bei dem Schild um ein fiktives Kunstwerk handelt (ebd.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; des Philostrat gelten als erste eigenständige Form der &#039;&#039;E.&#039;&#039; als Textgattung. Neben einer einleitenden Vorrede, in der der vermeintliche Entstehungskontext des Werkes erläutert wird – angeblich eine Demonstration der Redekunst des Autors vor jugendlichen Rhetorikschülern – besteht der Text aus 65 einzelnen Beschreibungen von Kunstwerken. Mit seinem Text lobt Philostrat die Bildkunst und stellt zugleich die Überlegenheit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. Giuliani 2006, 95). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vasaris &#039;&#039;Vite dei più illustri pittori, scultori ed architetti&#039;&#039; (1550/ 1568) enthalten  zahlreiche ekphrastische Passagen nach rhetorischem Muster, in denen die Bilder vorrangig in Hinblick auf ihre narrativen Qualitäten beschrieben werden (Alpers 1960/ 1995). Ausführlicher sind die zahlreiche Bildbeschreibungen in Belloris &#039;&#039;Le vite de&#039; pittori, scultori et architetti moderni&#039;&#039; (1672).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Kunstgeschichte bzw. -wissenschaft ist die Beschreibung von Kunstwerken zentral und wirft immer wieder die Frage nach dem Abbildcharakter der Sprache auf (&amp;lt;bib id=&#039;Baxandall 1990a&#039;&amp;gt;Baxandall 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Bätschmann 2009a&#039;&amp;gt;Bätschmann 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;). Beispielhaft sei Aby Warburg genannt, der in seiner amorphen, an Neologismen reichen Sprache in Bezug auf die sprachwissenschaftlichen Theorien seiner Zeit versucht hat in „sprachlicher Bildkonzeption verbunden mit bildlicher Sprachkonzeption” (&amp;lt;bib id=&#039;Schiffermüller 2009a&#039;&amp;gt;Schiffermüller 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;, 9) bildlichen Ausdruckswerten ein sprachliches Abbild zu verleihen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Beispiele literarischer &#039;&#039;E.&#039;&#039; sind zahlreich.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine umfangreiche Liste ekphrastischer Werke von der Antike bis zum Mittelalter liefert &amp;lt;bib id=&#039;Downey 1959a&#039;&amp;gt;Downey 1959&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine besondere Rolle kommt der &#039;&#039;E.&#039;&#039; in der Lyrik, im sog. Bildgedicht zu (&amp;lt;bib id=&#039;Kranz 1976a&#039;&amp;gt;Kranz 1976&amp;lt;/bib&amp;gt;; Hollander 1995;&amp;lt;bib id=&#039;Frangenberg 2003a&#039;&amp;gt;Frangenberg 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis im Kontext====&lt;br /&gt;
Schon qua definitionem ist &#039;&#039;E.&#039;&#039;  eine Form der Intermedialität, da es um die Übertragung eines bildkünstlerischen Mediums in Sprachkunst geht (&amp;lt;bib id=&#039;Reulecke 2002a&#039;&amp;gt;Reulecke 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;). In diesem Kontext wird natürlich auch der Topos des &#039;&#039;paragone&#039;&#039;, des Wettstreits der Künste, aufgerufen und damit die auf Horaz zurückgehende Formel [Ut pictura poiesis]  in dem das Verhältnis von Malerei und Dichtung thematisiert wird.&lt;br /&gt;
Im Kontext von E. steht auch immer die Frage nach der Narration bzw. nach dem Verhältnis von Beschreibung und Erzählung, von histoire und discours (Fowler 1991).&lt;br /&gt;
Hollander stellt einen Bezug zu Emblemen (imprese) her und weist auf die Beziehung von Bild und Text hin. Der bildbegleitende Text sei eine „reductive ecphrasis” (Hollander 1995). &lt;br /&gt;
Problemstellungen in der Semiotik führen zu der Frage, wie denn Wörter bildhaften, in gewisser Weise abbildhaften, gegenständlichen Charakter annehmen können, wenn sie doch selber nur Abstrakta sind – und berühren damit den Kern der E. (Krieger 1992 + 1995).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Baumann 2011a&#039;&amp;gt;Baumann 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 1995a&#039;&amp;gt;Boehm 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Cheeke 2008a&#039;&amp;gt;Cheeke 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Fowler 1991a&#039;&amp;gt;Fowler 1991&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Greif 1998a&#039;&amp;gt;Greif 1998&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1993a&#039;&amp;gt;Heffernan 1993&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Hempfer 2000a&#039;&amp;gt;Hempfer 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1992a&#039;&amp;gt;Krieger 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1995a&#039;&amp;gt;Krieger 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Männlein-Robert 2007a&#039;&amp;gt;Männlein-Robert 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Mitchell 1992c&#039;&amp;gt;Mitchell 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer 1996a&#039;&amp;gt;Pfotenhauer 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Ratkowitsch 2006a&#039;&amp;gt;Ratkowitsch 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Rosand 1990a&#039;&amp;gt;Rosand 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Sager Eidt 2008a&#039;&amp;gt;Sager Eidt 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Schenka 2007a&#039;&amp;gt;Schenka 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Schmitz-Emans 1999a&#039;&amp;gt;Schmitz-Emans 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2003a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Barbara Thönnes|Thönnes, Barbara]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Barbara Thönnes</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6762</id>
		<title>Ekphrasis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6762"/>
		<updated>2011-09-30T10:35:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Barbara Thönnes: /* Ekphrasis – hörend und lesend sehen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Ekphrasis – hörend und lesend sehen=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ekphrasis ist ein aus der Rhetorik stammender Begriff, der eine besonders anschauliche, weil wirkmächtige sprachliche Darstellung bezeichnet. Im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch im Sinne von Kunstbeschreibung, bezeichnete &#039;&#039;Ekphrasis&#039;&#039; in der Antike jedwede Beschreibung von Gegenständen, darunter auch von Kunstwerken, aber ebenso von Personen, Landschaften und Bauwerken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nikolaos von Myra definiert &#039;&#039;E.&#039;&#039; als „eine ausführliche Rede, die das zu Zeigende deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfolge von Ereignissen geschildert wird. Durch einen fingierten medialen Wechsel vom Wort zum imaginierten Bild, soll höchstmögliche Anschaulichkeit erreicht werden. E. soll „die Hörer zu Zuschauern zu machen”.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Zitat lautet im weiteren: „Wir beschreiben aber Orte, Zeiten, Personen, Feste, Taten […]. Wann immer wir aber beschreiben möchten […] Statuen oder Bilder oder derartiges sonst, soll man aber versuchen, Überlegungen zu solchem oder solchem hinzuzufügen von Seiten der Verfassung des Malers oder des Bildhauers.” (&amp;lt;bib id=&#039;Spengel 1966a&#039;&amp;gt;Spengel 1966a&amp;lt;/bib&amp;gt;, 491; &amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 40) &amp;lt;/ref&amp;gt; Mit der Überschreitung dieser imaginären medialen Grenze  wird der Sehsinn, dem nach Aristoteles der höchste Erkenntniswert beigemessen wird, gegenüber dem Hörsinn bevorzugt.&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles: &#039;&#039;De anima&#039;&#039;, 424b, 22ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Verwendung von Metaphern, lautmalerischen Wendungen und Synästesien wird ein mentales Vor-Augen-stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzählung” nicht unterbrochen, sondern um eine allegorische Ebene erweitert werde (&amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das griechische Wort ἔκ-φρασις (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, Aussprechen oder das Aussprechende; im Plural &#039;&#039;Ekphraseis&#039;&#039; oder &#039;&#039;Ekphrasen&#039;&#039;) bezeichnet eine besonders anschauliche Beschreibung oder eine mit allen Sinnen vergegenwärtigende Darstellung eines Geschehens in einer Rede. Das Äquivalent in der lateinischen Rhetorik ist &#039;&#039;descriptio&#039;&#039;, wobei sich der griechische Terminus durchsetzte, da &#039;&#039;E.&#039;&#039; überwiegend in griechischen Rhetoriklehrbüchern, den sog. &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;,&amp;lt;ref&amp;gt; Vier der &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;, der Rhetoriklehrbücher aus dem 1. bis 5. Jahrhundert, sind überliefert. Ihre Autoren sind Aelius Theon, Hermogenes, Aphtonius Sophistes und Nikolaos von Myra. Letzterer ist der einzige Autor, der explizit Kunstwerke als Gegenstand der Ekphrasis erwähnt (&amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 34-41.)&amp;lt;/ref&amp;gt; behandelt wird. In der neuzeitlichen und modernen Bildbeschreibung bezeichnet &#039;&#039;E.&#039;&#039; die charakterisierende Beschreibung eines meist real existierenden Kunstwerks, was auch in einer neueren Definition von &#039;&#039;E.&#039;&#039; Ausdruck findet: „ekphrasis is the verbal representation of visual representation” (&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, XX).&amp;lt;ref&amp;gt; Umstritten bleibt die Verwendung des Begriffs in der Musik(-wissenschaft) als musikalische Ekphrasis im Sinne von Komponieren nach Bildern bzw. &#039;&#039;E.&#039;&#039; als Beispiel für programmbezogenes Komponieren. (Weiterfrührend dazu bspw. &lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Fink 1988a&#039;&amp;gt;Fink 1988&amp;lt;/bib&amp;gt; und  &amp;lt;bib id=&#039;Bruhn 2000a&#039;&amp;gt;Bruhn 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ziel und Funktion der Ekphrasis====&lt;br /&gt;
Die visuelle Qualität der Sprache soll genutzt werden, um die abwesenden Bilder wie anwesend erscheinen zu lassen. Dabei ist die faktische Existenz des beschriebenen Objekts keine notwendige Bedingung. Nach Giuliani stellt „die Abwesenheit der Bilder eine notwendige Bedingung des ästhetischen Spiels” dar (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 94). Dies erfolgt immer mit Konzentration auf die Bewegung der Emotionen der Zuhörer (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Webb 1999a&#039;&amp;gt;Webb 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 13). In der Rhetorikausbildung sollte durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; die affektive Wirkung der Beschreibung auf die Zuhörer eingeübt werden. Durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; soll ein maximaler Anschaulichkeitseffekt (&#039;&#039;enargeia&#039;&#039;/ &#039;&#039;evidentia&#039;&#039;) erzielt werden. Nach Quintilian ist &#039;&#039;enargeia&#039;&#039; die Eigenschaft der Rede, Vergangenes oder allgemein nicht Gegenwärtiges vor dem inneren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emotionale Bewegtheit des Rhetors den Wortcharakter des Textes aufzuheben&amp;lt;ref&amp;gt; Quintilian, &#039;&#039;De institutione oratoria&#039;&#039;, IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63. &amp;lt;/ref&amp;gt;, was in der Formel „an die äußere tritt die innere Schau” programmatisch zusammengefasst werden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Graf 1995a&#039;&amp;gt;Graf 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 145-146). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Von Ekphrasis zu Kunstbeschreibung====&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;E.&#039;&#039; als rhetorischer Form entwickelt sich in der Spätantike eine selbstständige literarische Textgattung der Bild- bzw. Kunstbeschreibung.&amp;lt;ref&amp;gt; Ausführlich wird die Gattungsgeschichte dargestellt in : &amp;lt;bib id=&#039;Friedländer 1912&#039;&amp;gt;Friedländer 1912&amp;lt;/bib&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die um 200 n. Chr. entstandenen &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; des Philostrat gelten als ihr frühestes Beispiel (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, Graf 1995).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entwicklung der Kunsttheorie in der Frühen Neuzeit verändert sich auch die Form der Kunstbeschreibungen, die nicht mehr &amp;quot;nur&amp;quot; Teil eines literarischen Werks sind wie bspw. in den zahlreichen Künstlerviten. Die Vergegenwärtigung eines spezifischen Bildes durch eine detailgenaue Beschreibung rückt in den Mittelpunkt und es werden, u.a. von Giorgio Vasari, Gian Pietro Bellori, André Félibien und später auch von Denis Diderot, systematische Kriterien entwickelt -- wie die Beachtung der Komposition, der Stilidiome, der Ikonographie --, die eine Beschreibung im Hinblick auf Wiedererkennbarkeit des einzelnen Kunstwerks zum Ziel haben (&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 1995a&#039;&amp;gt;Rosenberg 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 306; Carrier 1987). Bildbeschreibungen sind ein zentrales Element in Kunstkritik und Kunstwissenschaft, die aus den rhetorischen Kriterien eigene Maßstäbe für die Bewertung von Kunstwerken entwickelten (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 271).&amp;lt;ref&amp;gt; Beispielsweise wurden die beiden ersten Produktionsstadien der Rede &#039;&#039;inventio&#039;&#039; und &#039;&#039;dispotio&#039;&#039; aus der Rhetorik für den Kunstdiskurs übernommen; die Kriterien der &#039;&#039;elocutio&#039;&#039;, &#039;&#039;memoria&#039;&#039; und &#039;&#039;pronuntiatio&#039;&#039; jedoch nicht (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 272).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem antike literarische Ekphrasen wurden in der Frühen Neuzeit Vorlage bildkünstlerischen Schaffens, wie bspw. Tizians &#039;&#039;Venusfest&#039;&#039; (1518-19, Madrid, Prado), das Passagen aus Philostrats &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; bildkünstlerisch umsetzt (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2001a&#039;&amp;gt;Rosen 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;, 92ff; für weitere Bsp. &amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 78-79).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1990er Jahren steht &#039;&#039;E.&#039;&#039; im besonderen Interesse der literatur-, sprach- , kunst- und bildwissenschaftlichen Forschung vor allem im Hinblick auf intermediale Bezüge und Zeichenhaftigkeit, wobei immer auch definitorische Aktualisierungen und Präzisierungen unternommen werden (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995a&#039;&amp;gt;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; Wagner 1996; &amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2001a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;;  &amp;lt;bib id=&#039;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004a&#039;&amp;gt;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Drügh 2006a&#039;&amp;gt;Drügh 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder für die ausschließliche Verwendung des Begriffs im antiken Kontext plädiert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Webb 2009a&#039;&amp;gt;Webb 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beispiele====&lt;br /&gt;
Als der &amp;quot;Urtext&amp;quot; der literarischen &#039;&#039;E.&#039;&#039; gilt die Beschreibung des Schildes des Achill in der &#039;&#039;Ilias&#039;&#039; des Homer (18. Gesang, 478-608, Hampe 1979). Die besondere narrative Qualität des Textes lässt Hörer bzw. Leser dem Entstehungsprozess des Schildes in der Schmiede des Hephaistos beiwohnen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nun formt&#039; er den Schild, den ungeheuren und starken,&lt;br /&gt;
Ganz ausschmückend mit Kunst. Ihn umzog er mit schimmerndem Rande, &lt;br /&gt;
Dreifach und blank, und fügte das silberne schöne Gehenk an.&lt;br /&gt;
Aus fünf Schichten gedrängt war der Schild selbst; oben darauf nun&lt;br /&gt;
Bildet&#039; er mancherlei Kunst mit erfindungsreichem Verstande. &lt;br /&gt;
Drauf nun schuf er die Erd&#039;, und das wogende Meer, und den Himmel,&lt;br /&gt;
Auch den vollen Mond, und die rastlos laufende Sonne; [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drauf zwei Städt&#039; auch schuf er der vielfach redenden Menschen,&lt;br /&gt;
Blühende: voll war die ein&#039; hochzeitlicher Fest&#039; und Gelage.&lt;br /&gt;
Junge Bräut&#039; aus den Kammern, geführt beim Scheine der Fackeln,&lt;br /&gt;
Gingen einher durch die Stadt; und hell erhob sich das Brautlied:&lt;br /&gt;
Tanzende Jünglinge drehten behende sich unter dem Klange, &lt;br /&gt;
Der von Flöten und Harfen ertönete; [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anschaulichkeit wird sukzessive aufgebaut und hat Vergegenwärtigung durch Imagination zum Ziel (ausführlich dazu: &amp;lt;bib id=&#039;Moog-Grünewald 2001a&#039;&amp;gt;Moog-Grünewald 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;ref&amp;gt; Das Besondere der gesamten Schildbeschreibung ist die Selbstreferentialität des Textes. Der Vortragende tritt als Künstler in Erscheinung und der Text selbst wir als Kunstwerk vorgeführt wird. Somit wird offenbar, dass es sich auch bei dem Schild um ein fiktives Kunstwerk handelt (ebd.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; des Philostrat gelten als erste eigenständige Form der &#039;&#039;E.&#039;&#039; als Textgattung. Neben einer einleitenden Vorrede, in der der vermeintliche Entstehungskontext des Werkes erläutert wird – angeblich eine Demonstration der Redekunst des Autors vor jugendlichen Rhetorikschülern – besteht der Text aus 65 einzelnen Beschreibungen von Kunstwerken. Mit seinem Text lobt Philostrat die Bildkunst und stellt zugleich die Überlegenheit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. Giuliani 2006, 95). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vasaris &#039;&#039;Vite dei più illustri pittori, scultori ed architetti&#039;&#039; (1550/ 1568) enthalten  zahlreiche ekphrastische Passagen nach rhetorischem Muster, in denen die Bilder vorrangig in Hinblick auf ihre narrativen Qualitäten beschrieben werden (Alpers 1960/ 1995). Ausführlicher sind die zahlreiche Bildbeschreibungen in Belloris &#039;&#039;Le vite de&#039; pittori, scultori et architetti moderni&#039;&#039; (1672).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Kunstgeschichte bzw. -wissenschaft ist die Beschreibung von Kunstwerken zentral und wirft immer wieder die Frage nach dem Abbildcharakter der Sprache auf (&amp;lt;bib id=&#039;Baxandall 1990a&#039;&amp;gt;Baxandall 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Bätschmann 2009a&#039;&amp;gt;Bätschmann 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;). Beispielhaft sei Aby Warburg genannt, der in seiner amorphen, an Neologismen reichen Sprache in Bezug auf die sprachwissenschaftlichen Theorien seiner Zeit versucht hat in „sprachlicher Bildkonzeption verbunden mit bildlicher Sprachkonzeption” (&amp;lt;bib id=&#039;Schiffermüller 2009a&#039;&amp;gt;Schiffermüller 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;, 9) bildlichen Ausdruckswerten ein sprachliches Abbild zu verleihen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Beispiele literarischer &#039;&#039;E.&#039;&#039; sind zahlreich.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine umfangreiche Liste ekphrastischer Werke von der Antike bis zum Mittelalter liefert &amp;lt;bib id=&#039;Downey 1959a&#039;&amp;gt;Downey 1959&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine besondere Rolle kommt der &#039;&#039;E.&#039;&#039; in der Lyrik, im sog. Bildgedicht zu (&amp;lt;bib id=&#039;Kranz 1976a&#039;&amp;gt;Kranz 1976&amp;lt;/bib&amp;gt;; Hollander 1995;&amp;lt;bib id=&#039;Frangenberg 2003a&#039;&amp;gt;Frangenberg 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis im Kontext====&lt;br /&gt;
Schon qua definitionem ist &#039;&#039;E.&#039;&#039;  eine Form der Intermedialität, da es um die Übertragung eines bildkünstlerischen Mediums in Sprachkunst geht (&amp;lt;bib id=&#039;Reulecke 2002a&#039;&amp;gt;Reulecke 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;). In diesem Kontext wird natürlich auch der Topos des &#039;&#039;paragone&#039;&#039;, des Wettstreits der Künste, aufgerufen und damit die auf Horaz zurückgehende Formel [Ut pictura poiesis]  in dem das Verhältnis von Malerei und Dichtung thematisiert wird.&lt;br /&gt;
Im Kontext von E. steht auch immer die Frage nach der Narration bzw. nach dem Verhältnis von Beschreibung und Erzählung, von histoire und discours (Fowler 1991).&lt;br /&gt;
Hollander stellt einen Bezug zu Emblemen (imprese) her und weist auf die Beziehung von Bild und Text hin. Der bildbegleitende Text sei eine „reductive ecphrasis” (Hollander 1995). &lt;br /&gt;
Problemstellungen in der Semiotik führen zu der Frage, wie denn Wörter bildhaften, in gewisser Weise abbildhaften, gegenständlichen Charakter annehmen können, wenn sie doch selber nur Abstrakta sind – und berühren damit den Kern der E. (Krieger 1992 + 1995).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Baumann 2011a&#039;&amp;gt;Baumann 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 1995a&#039;&amp;gt;Boehm 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Cheeke 2008a&#039;&amp;gt;Cheeke 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Fowler 1991a&#039;&amp;gt;Fowler 1991&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Greif 1998a&#039;&amp;gt;Greif 1998&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1993a&#039;&amp;gt;Heffernan 1993&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Hempfer 2000a&#039;&amp;gt;Hempfer 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1992a&#039;&amp;gt;Krieger 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1995a&#039;&amp;gt;Krieger 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Männlein-Robert 2007a&#039;&amp;gt;Männlein-Robert 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Mitchell 1992c&#039;&amp;gt;Mitchell 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer 1996a&#039;&amp;gt;Pfotenhauer 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Ratkowitsch 2006a&#039;&amp;gt;Ratkowitsch 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Rosand 1990a&#039;&amp;gt;Rosand 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Sager Eidt 2008a&#039;&amp;gt;Sager Eidt 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Schenka 2007a&#039;&amp;gt;Schenka 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Schmitz-Emans 1999a&#039;&amp;gt;Schmitz-Emans 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2003a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Barbara Thönnes|Thönnes, Barbara]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Barbara Thönnes</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6761</id>
		<title>Ekphrasis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Ekphrasis&amp;diff=6761"/>
		<updated>2011-09-30T10:31:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Barbara Thönnes: /* von rhetorischer zu literarischer Ekphrasis */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Sprechen über Bilder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Ekphrasis – hörend und lesend sehen=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ekphrasis ist ein aus der Rhetorik stammender Begriff, der eine besonders anschauliche, weil wirkmächtige sprachliche Darstellung bezeichnet. Im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch im Sinne von Kunstbeschreibung, bezeichnete &#039;&#039;Ekphrasis&#039;&#039; in der Antike jedwede Beschreibung von Gegenständen, darunter auch von Kunstwerken, aber ebenso von Personen, Landschaften und Bauwerken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nikolaos von Myra definiert &#039;&#039;E.&#039;&#039; als „eine ausführliche Rede, die das zu Zeigende deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfolge von Ereignissen geschildert wird. Durch einen fingierten medialen Wechsel vom Wort zum imaginierten Bild, soll höchstmögliche Anschaulichkeit erreicht werden. E. soll „die Hörer zu Zuschauern zu machen”.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Zitat lautet im weiteren: „Wir beschreiben aber Orte, Zeiten, Personen, Feste, Taten […]. Wann immer wir aber beschreiben möchten […] Statuen oder Bilder oder derartiges sonst, soll man aber versuchen, Überlegungen zu solchem oder solchem hinzuzufügen von Seiten der Verfassung des Malers oder des Bildhauers.” (&amp;lt;bib id=&#039;Spengel 1966a&#039;&amp;gt;Spengel 1966a&amp;lt;/bib&amp;gt;, 491; &amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 40) &amp;lt;/ref&amp;gt; Mit der Überschreitung dieser imaginären medialen Grenze  wird der Sehsinn, dem nach Aristoteles der höchste Erkenntniswert beigemessen wird, gegenüber dem Hörsinn bevorzugt.&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles: &#039;&#039;De anima&#039;&#039;, 424b, 22ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Verwendung von Metaphern, lautmalerischen Wendungen und Synästesien wird ein mentales Vor-Augen-stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzählung” nicht unterbrochen, sondern um eine allegorische Ebene erweitert werde (&amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das griechische Wort ἔκ-φρασις (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, Aussprechen oder das Aussprechende; im Plural &#039;&#039;Ekphraseis&#039;&#039; oder &#039;&#039;Ekphrasen&#039;&#039;) bezeichnet eine besonders anschauliche Beschreibung oder eine mit allen Sinnen vergegenwärtigende Darstellung eines Geschehens in einer Rede. Das Äquivalent in der lateinischen Rhetorik ist &#039;&#039;descriptio&#039;&#039;, wobei sich der griechische Terminus durchsetzte, da &#039;&#039;E.&#039;&#039; überwiegend in griechischen Rhetoriklehrbüchern, den sog. &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Vier der &#039;&#039;progymnasmata&#039;&#039;, der Rhetoriklehrbücher aus dem 1. bis 5. Jahrhundert, sind überliefert. Ihre Autoren sind Aelius Theon, Hermogenes, Aphtonius Sophistes und Nikolaos von Myra. Letzterer ist der einzige Autor, der explizit Kunstwerke als Gegenstand der Ekphrasis erwähnt (&amp;lt;bib id=&#039;Boeder 1996a&#039;&amp;gt;Boeder 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;, 34-41.)&amp;lt;/ref&amp;gt;, behandelt wird. In der neuzeitlichen und modernen Bildbeschreibung bezeichnet &#039;&#039;E.&#039;&#039; die charakterisierende Beschreibung eines meist real existierenden Kunstwerks, was auch in einer neueren Definition von &#039;&#039;E.&#039;&#039; Ausdruck findet: „ekphrasis is the verbal representation of visual representation” (&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, XX).&amp;lt;ref&amp;gt; Umstritten bleibt die Verwendung des Begriffs in der Musik(-wissenschaft) als musikalische Ekphrasis im Sinne von Komponieren nach Bildern bzw. &#039;&#039;E.&#039;&#039; als Beispiel für programmbezogenes Komponieren. (Weiterfrührend dazu bspw. &lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Fink 1988a&#039;&amp;gt;Fink 1988&amp;lt;/bib&amp;gt; und  &amp;lt;bib id=&#039;Bruhn 2000a&#039;&amp;gt;Bruhn 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ziel und Funktion der Ekphrasis====&lt;br /&gt;
Die visuelle Qualität der Sprache soll genutzt werden, um die abwesenden Bilder wie anwesend erscheinen zu lassen. Dabei ist die faktische Existenz des beschriebenen Objekts keine notwendige Bedingung. Nach Giuliani stellt „die Abwesenheit der Bilder eine notwendige Bedingung des ästhetischen Spiels” dar (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, 94). Dies erfolgt immer mit Konzentration auf die Bewegung der Emotionen der Zuhörer (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Webb 1999a&#039;&amp;gt;Webb 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;, 13). In der Rhetorikausbildung sollte durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; die affektive Wirkung der Beschreibung auf die Zuhörer eingeübt werden. Durch &#039;&#039;E.&#039;&#039; soll ein maximaler Anschaulichkeitseffekt (&#039;&#039;enargeia&#039;&#039;/ &#039;&#039;evidentia&#039;&#039;) erzielt werden. Nach Quintilian ist &#039;&#039;enargeia&#039;&#039; die Eigenschaft der Rede, Vergangenes oder allgemein nicht Gegenwärtiges vor dem inneren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emotionale Bewegtheit des Rhetors den Wortcharakter des Textes aufzuheben&amp;lt;ref&amp;gt; Quintilian, &#039;&#039;De institutione oratoria&#039;&#039;, IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63. &amp;lt;/ref&amp;gt;, was in der Formel „an die äußere tritt die innere Schau” programmatisch zusammengefasst werden kann (&amp;lt;bib id=&#039;Graf 1995a&#039;&amp;gt;Graf 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 145-146). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Von Ekphrasis zu Kunstbeschreibung====&lt;br /&gt;
Aus &#039;&#039;E.&#039;&#039; als rhetorischer Form entwickelt sich in der Spätantike eine selbstständige literarische Textgattung der Bild- bzw. Kunstbeschreibung.&amp;lt;ref&amp;gt; Ausführlich wird die Gattungsgeschichte dargestellt in : &amp;lt;bib id=&#039;Friedländer 1912&#039;&amp;gt;Friedländer 1912&amp;lt;/bib&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die um 200 n. Chr. entstandenen &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; des Philostrat gelten als ihr frühestes Beispiel (&amp;lt;bib id=&#039;Giuliani 2006a&#039;&amp;gt;Giuliani 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;, Graf 1995).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entwicklung der Kunsttheorie in der Frühen Neuzeit verändert sich auch die Form der Kunstbeschreibungen, die nicht mehr &amp;quot;nur&amp;quot; Teil eines literarischen Werks sind wie bspw. in den zahlreichen Künstlerviten. Die Vergegenwärtigung eines spezifischen Bildes durch eine detailgenaue Beschreibung rückt in den Mittelpunkt und es werden, u.a. von Giorgio Vasari, Gian Pietro Bellori, André Félibien und später auch von Denis Diderot, systematische Kriterien entwickelt -- wie die Beachtung der Komposition, der Stilidiome, der Ikonographie --, die eine Beschreibung im Hinblick auf Wiedererkennbarkeit des einzelnen Kunstwerks zum Ziel haben (&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 1995a&#039;&amp;gt;Rosenberg 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;, 306; Carrier 1987). Bildbeschreibungen sind ein zentrales Element in Kunstkritik und Kunstwissenschaft, die aus den rhetorischen Kriterien eigene Maßstäbe für die Bewertung von Kunstwerken entwickelten (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 271).&amp;lt;ref&amp;gt; Beispielsweise wurden die beiden ersten Produktionsstadien der Rede &#039;&#039;inventio&#039;&#039; und &#039;&#039;dispotio&#039;&#039; aus der Rhetorik für den Kunstdiskurs übernommen; die Kriterien der &#039;&#039;elocutio&#039;&#039;, &#039;&#039;memoria&#039;&#039; und &#039;&#039;pronuntiatio&#039;&#039; jedoch nicht (vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;, 272).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem antike literarische Ekphrasen wurden in der Frühen Neuzeit Vorlage bildkünstlerischen Schaffens, wie bspw. Tizians &#039;&#039;Venusfest&#039;&#039; (1518-19, Madrid, Prado), das Passagen aus Philostrats &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; bildkünstlerisch umsetzt (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2001a&#039;&amp;gt;Rosen 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;, 92ff; für weitere Bsp. &amp;lt;bib id=&#039;Löhr 2003a&#039;&amp;gt;Löhr 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;, 78-79).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1990er Jahren steht &#039;&#039;E.&#039;&#039; im besonderen Interesse der literatur-, sprach- , kunst- und bildwissenschaftlichen Forschung vor allem im Hinblick auf intermediale Bezüge und Zeichenhaftigkeit, wobei immer auch definitorische Aktualisierungen und Präzisierungen unternommen werden (&amp;lt;bib id=&#039;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995a&#039;&amp;gt;Boehm &amp;amp; Pfotenhauer 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;; Wagner 1996; &amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2001a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;;  &amp;lt;bib id=&#039;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004a&#039;&amp;gt;Schaefer &amp;amp; Rentsch 2004&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Drügh 2006a&#039;&amp;gt;Drügh 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder für die ausschließliche Verwendung des Begriffs im antiken Kontext plädiert wird (&amp;lt;bib id=&#039;Rosenberg 2007a&#039;&amp;gt;Rosenberg 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Webb 2009a&#039;&amp;gt;Webb 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beispiele====&lt;br /&gt;
Als der &amp;quot;Urtext&amp;quot; der literarischen &#039;&#039;E.&#039;&#039; gilt die Beschreibung des Schildes des Achill in der &#039;&#039;Ilias&#039;&#039; des Homer (18. Gesang, 478-608, Hampe 1979). Die besondere narrative Qualität des Textes lässt Hörer bzw. Leser dem Entstehungsprozess des Schildes in der Schmiede des Hephaistos beiwohnen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nun formt&#039; er den Schild, den ungeheuren und starken,&lt;br /&gt;
Ganz ausschmückend mit Kunst. Ihn umzog er mit schimmerndem Rande, &lt;br /&gt;
Dreifach und blank, und fügte das silberne schöne Gehenk an.&lt;br /&gt;
Aus fünf Schichten gedrängt war der Schild selbst; oben darauf nun&lt;br /&gt;
Bildet&#039; er mancherlei Kunst mit erfindungsreichem Verstande. &lt;br /&gt;
Drauf nun schuf er die Erd&#039;, und das wogende Meer, und den Himmel,&lt;br /&gt;
Auch den vollen Mond, und die rastlos laufende Sonne; [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drauf zwei Städt&#039; auch schuf er der vielfach redenden Menschen,&lt;br /&gt;
Blühende: voll war die ein&#039; hochzeitlicher Fest&#039; und Gelage.&lt;br /&gt;
Junge Bräut&#039; aus den Kammern, geführt beim Scheine der Fackeln,&lt;br /&gt;
Gingen einher durch die Stadt; und hell erhob sich das Brautlied:&lt;br /&gt;
Tanzende Jünglinge drehten behende sich unter dem Klange, &lt;br /&gt;
Der von Flöten und Harfen ertönete; [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anschaulichkeit wird sukzessive aufgebaut und hat Vergegenwärtigung durch Imagination zum Ziel (ausführlich dazu: &amp;lt;bib id=&#039;Moog-Grünewald 2001a&#039;&amp;gt;Moog-Grünewald 2001&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;ref&amp;gt; Das Besondere der gesamten Schildbeschreibung ist die Selbstreferentialität des Textes. Der Vortragende tritt als Künstler in Erscheinung und der Text selbst wir als Kunstwerk vorgeführt wird. Somit wird offenbar, dass es sich auch bei dem Schild um ein fiktives Kunstwerk handelt (ebd.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den &#039;&#039;Eikónes&#039;&#039; des Philostrat gelten als erste eigenständige Form der &#039;&#039;E.&#039;&#039; als Textgattung. Neben einer einleitenden Vorrede, in der der vermeintliche Entstehungskontext des Werkes erläutert wird – angeblich eine Demonstration der Redekunst des Autors vor jugendlichen Rhetorikschülern – besteht der Text aus 65 einzelnen Beschreibungen von Kunstwerken. Mit seinem Text lobt Philostrat die Bildkunst und stellt zugleich die Überlegenheit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. Giuliani 2006, 95). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vasaris &#039;&#039;Vite dei più illustri pittori, scultori ed architetti&#039;&#039; (1550/ 1568) enthalten  zahlreiche ekphrastische Passagen nach rhetorischem Muster, in denen die Bilder vorrangig in Hinblick auf ihre narrativen Qualitäten beschrieben werden (Alpers 1960/ 1995). Ausführlicher sind die zahlreiche Bildbeschreibungen in Belloris &#039;&#039;Le vite de&#039; pittori, scultori et architetti moderni&#039;&#039; (1672).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Kunstgeschichte bzw. -wissenschaft ist die Beschreibung von Kunstwerken zentral und wirft immer wieder die Frage nach dem Abbildcharakter der Sprache auf (&amp;lt;bib id=&#039;Baxandall 1990a&#039;&amp;gt;Baxandall 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Bätschmann 2009a&#039;&amp;gt;Bätschmann 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;). Beispielhaft sei Aby Warburg genannt, der in seiner amorphen, an Neologismen reichen Sprache in Bezug auf die sprachwissenschaftlichen Theorien seiner Zeit versucht hat in „sprachlicher Bildkonzeption verbunden mit bildlicher Sprachkonzeption” (&amp;lt;bib id=&#039;Schiffermüller 2009a&#039;&amp;gt;Schiffermüller 2009&amp;lt;/bib&amp;gt;, 9) bildlichen Ausdruckswerten ein sprachliches Abbild zu verleihen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Beispiele literarischer &#039;&#039;E.&#039;&#039; sind zahlreich.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine umfangreiche Liste ekphrastischer Werke von der Antike bis zum Mittelalter liefert &amp;lt;bib id=&#039;Downey 1959a&#039;&amp;gt;Downey 1959&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine besondere Rolle kommt der &#039;&#039;E.&#039;&#039; in der Lyrik, im sog. Bildgedicht zu (&amp;lt;bib id=&#039;Kranz 1976a&#039;&amp;gt;Kranz 1976&amp;lt;/bib&amp;gt;; Hollander 1995;&amp;lt;bib id=&#039;Frangenberg 2003a&#039;&amp;gt;Frangenberg 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ekphrasis im Kontext====&lt;br /&gt;
Schon qua definitionem ist &#039;&#039;E.&#039;&#039;  eine Form der Intermedialität, da es um die Übertragung eines bildkünstlerischen Mediums in Sprachkunst geht (&amp;lt;bib id=&#039;Reulecke 2002a&#039;&amp;gt;Reulecke 2002&amp;lt;/bib&amp;gt;). In diesem Kontext wird natürlich auch der Topos des &#039;&#039;paragone&#039;&#039;, des Wettstreits der Künste, aufgerufen und damit die auf Horaz zurückgehende Formel [Ut pictura poiesis]  in dem das Verhältnis von Malerei und Dichtung thematisiert wird.&lt;br /&gt;
Im Kontext von E. steht auch immer die Frage nach der Narration bzw. nach dem Verhältnis von Beschreibung und Erzählung, von histoire und discours (Fowler 1991).&lt;br /&gt;
Hollander stellt einen Bezug zu Emblemen (imprese) her und weist auf die Beziehung von Bild und Text hin. Der bildbegleitende Text sei eine „reductive ecphrasis” (Hollander 1995). &lt;br /&gt;
Problemstellungen in der Semiotik führen zu der Frage, wie denn Wörter bildhaften, in gewisser Weise abbildhaften, gegenständlichen Charakter annehmen können, wenn sie doch selber nur Abstrakta sind – und berühren damit den Kern der E. (Krieger 1992 + 1995).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Baumann 2011a&#039;&amp;gt;Baumann 2011&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Boehm 1995a&#039;&amp;gt;Boehm 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Cheeke 2008a&#039;&amp;gt;Cheeke 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Fowler 1991a&#039;&amp;gt;Fowler 1991&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Greif 1998a&#039;&amp;gt;Greif 1998&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1993a&#039;&amp;gt;Heffernan 1993&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Heffernan 1999a&#039;&amp;gt;Heffernan 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Hempfer 2000a&#039;&amp;gt;Hempfer 2000&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1992a&#039;&amp;gt;Krieger 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Krieger 1995a&#039;&amp;gt;Krieger 1995&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Männlein-Robert 2007a&#039;&amp;gt;Männlein-Robert 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Mitchell 1992c&#039;&amp;gt;Mitchell 1992&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Pfotenhauer 1996a&#039;&amp;gt;Pfotenhauer 1996&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Ratkowitsch 2006a&#039;&amp;gt;Ratkowitsch 2006&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Rosand 1990a&#039;&amp;gt;Rosand 1990&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Sager Eidt 2008a&#039;&amp;gt;Sager Eidt 2008&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Schenka 2007a&#039;&amp;gt;Schenka 2007&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Schmitz-Emans 1999a&#039;&amp;gt;Schmitz-Emans 1999&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;bib id=&#039;Wandhoff 2003a&#039;&amp;gt;Wandhoff 2003&amp;lt;/bib&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkung zwischen &amp;lt;ref&amp;gt; und &amp;lt;/ref&amp;gt; im laufenden Text--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literaturverweise im laufenden Text &amp;lt;bib id=&#039;Jonas 61a&#039;&amp;gt;Jonas 1961&amp;lt;/bib&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--  ... (siehe Link &amp;quot;Sammlung&amp;quot; in Bibliographie-Box --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliography-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Barbara Thönnes|Thönnes, Barbara]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Barbara Thönnes</name></author>
	</entry>
</feed>