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	<title>Glossar der Bildphilosophie - Benutzerbeiträge [de-formal]</title>
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		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=8706</id>
		<title>Bildzitat</title>
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		<updated>2012-06-14T12:16:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anna Valentine Ullrich: /* Kunsthistorische Perspektive: Das Bildzitat im Kontext weiterer Bildbezüge */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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=====Bildzitat: eine Einführung=====&lt;br /&gt;
Was ist ein Bildzitat? Allgemein gesprochen lässt sich darunter eine zitierende, intramedial stattfindende Referenz zwischen Bildwerken heterogener Provenienz verstehen. Es handelt sich also um ein [[Bild in reflexiver Verwendung]]. Obwohl der Begriff in der Literatur häufig gebraucht wird, ist bislang ungeklärt, welche Merkmale ein Bildzitat erfüllen muss, um als solches zu gelten, und wie es von anderen Verweistechniken wie beispielsweise Variation, Anspielung, Parodie u. ä. zu unterscheiden ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bildzitate treten in diversen [[Bildmedien]] (etwa in der [[Malerei]], [[Fotografie]], im [[Comic]]) auf und liegen – historisch betrachtet – in unterschiedlichen Epochen der Kunst, aber auch in der [[Werbung]] und Alltagskultur vor. Demzufolge sind sie in allen gesellschaftlichen Bereichen anzufinden, in denen auf ein kulturelles Reservoir an Bildern zitierend Bezug genommen wird (⊳ [[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]]). [[Datei:Malevich, Composition with Mona Lisa.jpg|thumb|Kazimir Malevich: Komposition mit Mona Lisa 1914]]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Frage nach einem Bildzitat ist eng verknüpft mit verschiedenen Themenfeldern, etwa, wie sich das Bildzitat zum Sprachzitat oder allgemeiner Bilder zur Sprache verhalten, in welchen Kategorien über Bilder reflektiert werden kann ([[Sprechen über Bilder]]) und inwiefern im Zuge eines &#039;&#039;iconic&#039;&#039; oder &#039;&#039;pictorial turn&#039;&#039; ein bildspezifischer Diskurs über Bildverweise in Abgrenzung zum sprachlichen Diskurs möglich ist (⊳ [[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das Bildzitat ist Gegenstand in vier Forschungszusammenhängen, die mehr oder weniger unabhängig voneinander existieren. Eine gegenseitige Rezeption findet nur zum Teil statt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nelson Goodman setzt sich in seiner Symboltheorie mit der Bezugnahmepraktik des Zitierens auseinander. In einer vergleichenden Perspektive betrachtet er die Bedingungen für ein sprachliches, bildliches und musikalisches Zitieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Zum möglichen Nutzen von Goodmans Unterscheidung der Referenzformen &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; und &#039;&#039;Variation&#039;&#039; als Bestandteil einer homogenen Beschreibungssprache für die Bildwissenschaften vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2011a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Untersuchungen von Bildzitaten finden vorrangig im Rahmen der Kunstgeschichte als einer [[Bildwissenschaft]] statt. Hier stehen konkrete Analysen von Zitaten in Kunstwerken und ihre Implikationen im Vordergrund. Eine theoretische Reflektion des Begriffs basierend auf Goodmans symboltheoretischem Ansatz ist nicht vorhanden. Grundlage der Einzeluntersuchungen scheint häufig ein alltagssprachliches Verständnis von Zitat – das in erster Linie von der Idee eines sprachlichen Zitat beherrscht wird – zu sein, oder es werden explizit terminologische Bestimmungen des Zitats in Anlehnung an linguistische und literaturwissenschaftliche Definitionen vorgenommen (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dieser literaturwissenschaftlichen Orientierung entstammt auch ein Zweig bildwissenschaftlicher Forschung, der, beruhend auf dem Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039;, Bildbeziehungen unter den Schlagworten &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039;, &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; oder &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; erörtert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schließlich beschäftigt sich die Jurisprudenz mit dem Bildzitat. Aus juristischer Hinsicht ist die urheberrechtliche Frage relevant, welche Formen eines Bildzitats zulässig sind. Die rechtliche Perspektive wird zwar vereinzelt in literaturwissenschaftlichen (&amp;lt;bib id=&#039;Neumann 1980a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zeichentheoretischen Arbeiten (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 84) zur Zitatklärung herangezogen, spielt jedoch für den symboltheoretischen Ansatz bei Goodman sowie den kunsthistorischen Diskurs keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Nelson Goodman: Sprach-, Bild- und Musikzitat=====&lt;br /&gt;
Nelson Goodman (&amp;lt;bib id=&#039;Goodman 1990a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 59 ff.) betrachtet vergleichend Zitate in der Sprache, in Bildern und in der Musik. Er geht von sprachlichen Konstellationen des Zitierens aus und stellt zwei notwendige, aber nicht hinreichende Bedingungen auf. &lt;br /&gt;
* Ein Zitat ist erstens gekennzeichnet durch das Enthaltensein des Zitierten. Im Fall des direkten Zitats handelt es sich um eine syntaktische Replikation, im Fall des indirekten Zitats liegt eine semantische Paraphrase des Zitierten vor.&lt;br /&gt;
* Zweitens wird im Zitat mittels einer Benennung oder [[Prädikation]] auf das Zitierte Bezug genommen (⊳ [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß Goodmans Kriterien gilt das indirekte Zitat als basale Variante des Zitierens, in der das direkte Zitat mit seiner identischen Buchstabenabfolge des Zitierten einen Sonderfall darstellt. Zitierbar sind vom Buchstaben bis zum Satz alle schriftsprachlichen Ebenen.&amp;lt;ref&amp;gt;Auf der Ebene der Buchstaben kann es kein indirektes Zitat geben, da hier keine semantische Paraphrase möglich ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Übertragung der genannten sprachlichen Zitatkriterien stellt Goodman fest, dass im Bereich des Bildes zum Enthaltensein kein Äquivalent vorhanden ist und im Bereich der Musik keines zur Referenz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analog zur Bezugnahme auf das Zitierte im direkten Sprachzitat sucht Goodman nach Anführungszeichen im Bild und sieht sie in der Darstellung eines [[Rahmung, Rahmen|Rahmens]] oder einer Staffelei im Bild. Bezüglich des Enthaltenseins stellt sich dabei folgendes Problem. Da das Bild als autographische Kunst kein Alphabet besitzt, [[Syntaktische Dichte|syntaktisch dicht]] ist und somit die exakte Wiederholung einer Buchstabenkombination nicht gegeben ist, stellt sich die Frage, was einer Replik im Bild entsprechen könnte. Repliken können zwar unterschiedlich ausgestaltet sein, sind aber durch die identische Repetition der Buchstabenabfolge gekennzeichnet, die im System einzigartig vorliegender Bildsymbole nicht vorhanden ist. Auch bei einer Kopie liegt, anders als man zunächst vermuten könnte, keine Entsprechung zu einer solchen identischen Repetition vor. Für ein indirektes Bildzitat könnte ebenfalls ein gemalter Rahmen als Anzeige einer Paraphrase dienen. Letztlich ist in diesem Zusammenhang der Kontext entscheidend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich sieht Goodman sowohl die Möglichkeit eines Zitats von Sprache im Bild als auch in umgekehrter Richtung. Klang ließe sich ebenfalls bildlich zitieren. So müsste beispielsweise eine Musikpartitur im Bild abgebildet sein, denn [[Notation]] und Klang stehen in einem ähnlichen Verhältnis wie geschriebene und gesprochene Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jakob Steinbrenner (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 217 ff.) kommt im Rückgriff auf Überlegungen von Goodman, Tarski und Davidson zu dem Schluss, dass der Zitatbegriff in syntaktischer Hinsicht nicht auf den Bereich des Bildes übertragen werden kann. Er begründet seine Darstellung damit, dass die von ihm herausgearbeiteten Merkmale sprachlicher Zitate keine Entsprechung im Bereich des Bildes besitzen. Dabei räumt er ein, dass auf der Ebene der Semantik Merkmalsähnlichkeiten vorliegen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachliche Zitate sind gemäß Steinbrenner durch folgende Aspekte gekennzeichnet. Ein Zitat besteht aus einem Zeichenvorkommnis, das von Anführungszeichen gerahmt oder durch andere Mittel hervorgehoben wird, wobei es bestimmte notwendige syntaktische und semantische Merkmale aufweist. Ein Zitat denotiert und stimmt mit dem Zitierten im Typ überein. Zitierbar sind keine fiktiven oder zukünftigen, sondern nur von Personen gemachte, also bereits verwendete Äußerungen. Diese müssen aus eindeutig identifizierbaren Einzelzeichen einer Sprache bestehen, die jeweils einem Typ zuzuordnen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern in Bildern wirft nun verschiedene Probleme in der Übertragung sprachlicher Zitatkennzeichen auf. Kann ein im Bild dargestellter Rahmen oder eine Staffelei als syntaktische Anzeige, als Anführungszeichen eines darin enthaltenen Bildzitats fungieren? Steinbrenner führt gegen diese Überlegung an, dass das im Rahmen Dargestellte nicht zwangsläufig ein Bild im Bild ist. Es kann auch nur der Rahmen selbst präsentiert werden. Zum einen bleibt offen, was ein Bild ist und wie Bilder in Bildern abgebildet werden können. Zum anderen existiert in der Forschung keine Übereinstimmung in der Frage, ob es so etwas wie atomare Bildzeichen gibt und wie diese zu Zeichenkombinationen zusammengesetzt sind, wie also eine [[Bildgrammatik]] zu denken wäre. Da im Bild das Buchstabieren nicht möglich ist, fehlt die syntaktische Überprüfungsmöglichkeit, ob Zitiertes und Zitat einander im Typ entsprechen. &lt;br /&gt;
Während prinzipiell jeder sprachliche Zitate verwenden und erkennen kann – bis zu einem gewissen Grad auch ohne semantische Kompetenz –, ist dies bei bildlichen Zitaten nicht der Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinbrenner kommt zu dem Schluss, dass im Fall des Bildes aufgrund der fehlenden Übertragbarkeit der Kennzeichen sprachlicher Zitate sinnvollerweise nicht von einem bildlichen Zitat, sondern von einer &#039;&#039;Anspielung&#039;&#039; gesprochen werden sollte. Die Anspielung stellt eine unspezifischere Form der Bezugnahme dar, die lediglich manche Eigenschaften des Zitierten exemplifiziert (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Kunsthistorische Perspektive: Das Bildzitat im Kontext weiterer Bildbezüge=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In kunsthistorischen Untersuchungen liegt eine Fülle an Termini zur Beschreibung von Bildbeziehungen vor – etwa das Bild im Bild (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Kemp 1995a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;), die Parodie, Hommage, Allusion, Variation, Kopie u. ä. Christoph Zuschlag (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) beklagt die uneinheitliche Begriffsverwendung in der Literatur und verweist auf die Schwierigkeit, die Vielfalt der vorhandenen Bildrelationen zu erfassen und zu systematisieren. Zudem liege weder eine konsensuelle theoretische Bestimmung des Bildzitats und seiner Abgrenzung zu anderen Referenzarten vor noch ein einheitliches Kategoriensystem zur Beschreibung und Analyse unterschiedlicher visueller Verweistechniken. So ist beispielsweise nicht klar, ob die zum Teil literaturwissenschaftlich geprägten Termini als semantische Kategorien gelten sollen, ob sie eine Verfahrenstechnik beschreiben oder auf welcher Ebene (etwa motivisch oder figurativ) Übernahmen stattfinden (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 162).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wünschenswert in dieser Debatte ein epochen- und gattungsübergreifender Theoriebau auch wäre, so unklar ist dabei, ob dieser dem Wandel von Bildbegriffen und Kunstdiskursen im Laufe der Kunstgeschichte gerecht würde (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 95 f.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martina Sitt und Attila Horányi beispielsweise verwerfen den Begriff des Zitats, da er – ähnlich wie der Terminus des &#039;&#039;Einflusses&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Baader 2003b&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: 73 ff.) – zu heterogene Phänomene in der Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts umfassen muss und damit seine Beschreibungsprägnanz verloren hat (&amp;lt;bib id=&#039;Sitt &amp;amp; Horányi 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 20). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analysen von Bildzitaten in ihren Funktionen und Wirkungen finden meist epochenbezogen – etwa zu Zitattechniken im 20. Jahrhundert (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Schmidt 2000a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – oder bezogen auf das Werk einzelner Künstler (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 225 ff.) – z.B. Bildzitate bei Vermeer (&amp;lt;bib id=&#039;Hammer-Tugendhat 2009a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – statt. In übertragenem Sinn setzen sich auch Vertreterinnen der Performance-Kunst mit Bildzitaten auseinander. So versuchte beispielsweise die Künstlerin Orlan in einer Gesichtsoperation verschiedene weibliche Idealbilder der europäischen Kunstgeschichte (z.B. die Mona Lisa von Leonardo da Vinci und die Venus von Botticelli) in ihrem Gesicht zu vereinen und verwandelte damit Bildzitate in ein reales, somatisches Zitat (&amp;lt;bib id=&#039;Baxmann 2001a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 294 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag definiert das &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; in Differenz zur &#039;&#039;Paraphrase&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Während bei einem Zitat sozusagen Ausschnitte aus einer Vorlage vorgenommen werden und einzelne Elemente in einen neuen Bildkontext gestellt werden, wird bei einer Paraphrase das Vorbild als Ganzes einer Veränderung unterzogen und mit einer neuen Bildvorstellung versehen. Zitat und Paraphrase sind „kritisch reflektierte, also nicht von einem stilistischen Nachahmungsanliegen motivierte, sondern im Bewusstsein der historischen Distanz (und häufig auch der medialen Differenz) erfolgende Rückgriffe auf ein kunstgeschichtliches Vorbild oder mehrere kunstgeschichtliche Vorbilder“ (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171 f.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag verwendet diese Termini als Oberbegriffe für alle weiteren bildlichen Bezugnahmeformen, die besonders die Kunst des 20. Jahrhunderts prägen, in der der Rekurs auf die Kunstgeschichte charakteristisch ist. Belting spricht in diesem Zusammenhang von einer &#039;&#039;Zitatkunst&#039;&#039; als qualitativ neue Kunstform: „Werke, die nicht mehr geschaffen werden können, lassen sich nur noch zitieren. […] Nicht nur werden einzelne Werke wie Namen der Erinnerung zitiert: Sie stehen auch für einen Werkbegriff ein, an den sie nur noch erinnern.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 469)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert bieten die Reproduktionstechniken eine neuartige Verfügbarkeit der Vorbilder; gleichzeitig wird eine Lesbarkeit des zitierenden Bezugs für den Bildbetrachter vorausgesetzt oder erhofft und an seine Interpretationsleistung appelliert (&amp;lt;bib id=&#039;Sello 1979a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als spezielle Kunstform, die sich mit visuellen Artefakten der Kunstgeschichte, aber auch mit Bildern der Populärkultur (Werbung und Massenmedien), auseinandersetzt, ist die &#039;&#039;Appropriation Art&#039;&#039; der 1980er Jahre zu nennen. &lt;br /&gt;
In Techniken wie Zitat und Wiederholung werden Vor-Bilder angeeignet, indem sie noch einmal gezeichnet, gemalt oder fotografiert werden. Diese erneute Schöpfung ist als kritische Reflektion von Autorschaft, Originalität und dem Verhältnis von Produzent und Rezipient zu verstehen(&amp;lt;bib id=&#039;Wege 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 20.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitat als Verweis auf konkrete Kunstwerke differenziert Zuschlag vom Phänomen der &#039;&#039;Metakunst&#039;&#039; ab den 1960er Jahren. Metakunst referiert nicht auf ein spezifisches Bild, sondern in einem erweiterten Sinne entweder auf die Institution Kunst, auf einen Topos oder thematisiert auf einer selbstreflexiven Metaebene Kunst an sich (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 176 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Interbildlichkeit, Interpikturalität und Interikonizität=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Darstellung von Bildbeziehungen wird bisweilen auf den literaturwissenschaftlichen Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039; zurückgegriffen, den Julia Kristeva in den 1970er Jahren zur Beschreibung von Textbeziehungen in Anlehnung an Michail Bachtins Konzept der &#039;&#039;Dialogizität&#039;&#039; entwickelte. Der Begriff der Intertextualität wird in kunstwissenschaftlichen Arbeiten zum Teil direkt auf das Medium Bild übertragen, da entweder explizit textähnliche Strukturen von Bild-Bild-Bezügen – etwa die &#039;&#039;intertextuelle Metamalerei&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Stoichita 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – untersucht werden sollen oder sich bildspezifischere Begriffe noch nicht genügend durchgesetzt haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 60). &lt;br /&gt;
Mieke Bal setzt &#039;&#039;quotation&#039;&#039; als Sprach- und Bildmedium übergreifenden Terminus ein und bezeichnet damit „intersection of iconography and intertextuality“ (&amp;lt;bib id=&#039;Bal 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus liegen verschiedene Termini für Bildverweise vor, die intertextuelle Herangehensweisen adaptieren: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) bezeichnet einerseits Bildbeziehungen sowie Bildreflexionen im Medium Bild und andererseits eine literarische Interbildlichkeit. Letztere ist gekennzeichnet durch eine im übertragenen Sinn vorhandene [[uneigentliche Bilder|Bildlichkeit]] der Sprache im Text, z.B. mittels Verknüpfung von Sprachbildern.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; (zusammenfassend &amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Rosen et al. 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) auch in der Schreibweise &#039;&#039;Interpiktoralität&#039;&#039;: Hierbei handelt es sich um Beziehungen zwischen Bildern, die in der Übernahme von Termini aus der Sprach- und Literaturwissenschaft als Zitat oder Allusion bezeichnet werden. In Analogie zur Sprache steht zur Diskussion, wie Markierungen von Bildbezügen aussehen könnten oder wie verschiedene Deutlichkeitsgrade von Referenzen auseinander zu halten seien. &lt;br /&gt;
: Phänomen und Beschreibung von Bildrelationen sind – ähnlich wie bei der Erforschung von Textbeziehungen – immer wieder Gegenstand kunstgeschichtlicher Untersuchungen gewesen. Gemäß Rosen unterscheidet sich die traditionelle Quellenforschung der Kunstgeschichte jedoch von dem neueren Interpikturalitätsdiskurs. Die Quellenforschung versucht, Einflüsse in Kunstwerken nachzuvollziehen und Beziehungslinien abzubilden. Der Interpikturalitätsansatz indes nimmt die sinnproduzierenden und konstitutiven Funktionen von Bildbezügen in Kunstwerken in den Blick.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Gamer 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;): Zuschlag strebt unter diesem Stichwort ein mehrdimensionales Modell an, das sowohl eine Typologie der interikonischen Bezugnahmen nach formalen und inhaltlichen Einteilungen als auch die funktionalen und historischen Bedingungen und Kontexte sowie produktions- und rezeptionsästhetische Sichtweisen berücksichtigt. Diese Vorgehensweise soll eine differenzierte Beschreibung der einzelnen Bezugnahmen sowie der Rolle des Rezipienten ermöglichen. In der Übertragung vom Medium des Textes auf Objekte der Kunst müssten folgende Aspekte diskutiert werden: das Wechselverhältnis von bildlichem Prätext und Posttext, Begriffe wie Autorschaft und Intentionalität, die Frage eines engen oder weiten Interikonizitätsbegriffs oder auch der Nutzen einer Übernahme von Schriftkategorien wie Einzeltextreferenz, System- oder Gattungsreferenz.&lt;br /&gt;
: Eine Anwendung dieses Postulats der Interikonizität liegt bisher nur in Ansätzen vor. Zuschlag weist auf die Notwendigkeit hin, bei der Übernahme textbasierter Kategorien die spezifischen Charakteristika des Mediums Bild zu berücksichtigen. Gerade für diesen Punkt bestehen noch keine Lösungsvorschläge.&lt;br /&gt;
: Wagner kritisiert an Zuschlags Konzept, dass dieses auf rein bildliche Relationen fokussiert sei. Bildverweise bedürften jedoch stets sprachlicher Vermittlung und Bedeutungsstiftung, so dass Interikonizität auf sprachliche Intertextualität angewiesen und mit dieser verbunden sei (&amp;lt;bib id=&#039;Wagner 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
* Im Rahmen einer weitestgehend literaturwissenschaftlich orientierten Herangehensweise finden sich vereinzelt Untersuchungen zu Bildzitaten in verschiedenen visuellen Formaten ([[Malerei]], [[Fotografie]], [[Film]]) (&amp;lt;bib id=&#039;Böhn 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zu Bildzitaten in literarischen Werken (&amp;lt;bib id=&#039;Eilert 1991a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Zitierende Bezüge zwischen filmischen Stills und Werken des kunstgeschichtlichen Kanons (&amp;lt;bib id=&#039;Keitz 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) werden ebenso analysiert wie Zitate in intermedialen Relationen zwischen Texten und Bildern (&amp;lt;bib id=&#039;Horstkotte &amp;amp; Leonhard 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Dabei wird auch versucht, intermediale und interkulturelle Bildbeziehungen und Bildtransfers nachzuvollziehen und so verschiedene Bildmedien, Zeitschichten und Diskurse außerhalb des klassischen kunstgeschichtlichen Fokus zu berücksichtigen (&amp;lt;bib id=&#039;Schulz 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 322 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Das Bildzitat als juristischer Gegenstand=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern ist, wenn es das Urheberrecht eines Bildinhabers berührt, auch Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen. Die Frage nach der Zulässigkeit von Bildzitaten ist beispielsweise bei Abbildungen in wissenschaftlichen Publikationen relevant. Im Kontext des Internets und seiner weltweiten Verbreitung von Bildern besitzen Bildzitate unterschiedlichster Art eine große Virulenz (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1886 wurde eine internationale „Berner Übereinkunft zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst“ zwischen den Ländern Deutschland, Belgien, Großbritannien, Schweiz, Italien, Spanien und Tunesien geschlossen, die in revidierter Form (die sogenannte RBÜ) immer noch Gültigkeit besitzt. Inzwischen ist sie von fast allen Staaten der Welt anerkannt worden. Laut RBÜ soll den Urhebern von Werken der Wissenschaft und Kunst ein Mindestrecht garantiert werden. Gleichzeitig gilt es, die Interessen der Urheber und der Nutzer eines Werkes im Sinne eines Allgemeinwohls und eines gesellschaftlichen Fortschritts in Einklang zu bringen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Voraussetzungen eines Zitats sehen wie folgt aus: Zunächst muss das zitierte, urheberrechtlich geschützte Werk bereits der Öffentlichkeit rechtmäßig vorliegen. Weiterhin muss der Zweck des Zitierens den Zitatumfang legitimieren und das Zitat mit den „anständigen Gepflogenheiten“ (RBÜ Art. 10, zitiert nach &amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 12) vereinbar sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut Calame und Thouvenin unterscheidet sich das Bildzitat von anderen Zitatarten durch seinen Umfang. Dem Sinn des Zitierens entspricht, aufgrund der Spezifika des Mediums Bild, meist nur das Zitieren des gesamten Werkes und nicht nur eines Ausschnitts. Dies ist, sofern die Verhältnismäßigkeit zum Gesamtwerk gegeben ist, rechtlich möglich (&amp;lt;bib id=&#039;Calame &amp;amp; Thouvenin 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 139 ff.).&amp;lt;ref&amp;gt;Dieser Aspekt wird im Rahmen der Diskussion der Schweizer Gesetzeslage angeführt. Sie orientiert sich im Wesentlichen an der Berner Übereinkunft, wobei die genannten „anständigen Gepflogenheiten“ durch die Zitatzwecke Erläuterung, Hinweis und Veranschaulichung konkretisiert wurden (&amp;lt;bib id=&#039;Calame &amp;amp; Thouvenin 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland ist das Zitatrecht in §51 UrhG ([http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__51.html]) geregelt. Mit der Gesetzesnovelle des sogenannten zweiten Korbs des §51 UrhG vom 1. Januar 2008 gestaltet sich die Rechtslage folgendermaßen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist. […]“ Insbesondere werden im Weiteren das Zitat im wissenschaftlichen Kontext zu Erläuterungszwecken sowie das Sprach- und Musikzitat angeführt. Nicht explizit genannt, aber durch die Neufassung des Paragraphen ebenfalls abgedeckt, sind Werkarten wie Bild-, Film- und Multimediazitate. Im konkreten Fall ist der Zitatzweck rechtlich zu prüfen, der in einer Belegfunktion oder im zitierenden Bezug mit dem Ziel einer kulturellen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung liegen kann. Die reine Ausschmückung eines Werkes mittels eines Zitats ist nicht zulässig. Das Zitat darf nicht an die Stelle der eigenen geistigen Schöpfung treten, die im Verhältnis überwiegen muss. Unter der Voraussetzung, dass die Bedingungen eines korrekten Zitierens erfüllt sind (angemessener Umfang und Zweck des Zitats eines urheberrechtlich vorliegenden Werkes sowie seine Kennzeichnung in Form einer Quellenangabe), hat der Urheber das Zitieren seines Werkes ohne finanzielle Entschädigungsmöglichkeit zu dulden (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 11 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Bild in reflexiver Verwendung]]&lt;br /&gt;
* [[Bildgrammatik]]&lt;br /&gt;
* [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
* [[Bildwissenschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]&lt;br /&gt;
* [[Comic]]&lt;br /&gt;
* [[Film]]&lt;br /&gt;
* [[Fotografie]]&lt;br /&gt;
* [[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]]&lt;br /&gt;
* [[Malerei]]&lt;br /&gt;
* [[Notation]]&lt;br /&gt;
* [[Prädikation]]&lt;br /&gt;
* [[Rahmung, Rahmen]]&lt;br /&gt;
* [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]&lt;br /&gt;
* [[Sprechen über Bilder]] &lt;br /&gt;
* [[Syntaktische Dichte]]&lt;br /&gt;
* [[Werbung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--[[Benutzer:Jakob Steinbrenner|Jakob Steinbrenner]]--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Anna Valentine Ullrich|Anna Valentine Ullrich]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anna Valentine Ullrich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=8704</id>
		<title>Bildzitat</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=8704"/>
		<updated>2012-06-14T12:03:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anna Valentine Ullrich: /* Kunsthistorische Perspektive: Das Bildzitat im Kontext weiterer Bildbezüge */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Bildzitat: eine Einführung=====&lt;br /&gt;
Was ist ein Bildzitat? Allgemein gesprochen lässt sich darunter eine zitierende, intramedial stattfindende Referenz zwischen Bildwerken heterogener Provenienz verstehen. Es handelt sich also um ein [[Bild in reflexiver Verwendung]]. Obwohl der Begriff in der Literatur häufig gebraucht wird, ist bislang ungeklärt, welche Merkmale ein Bildzitat erfüllen muss, um als solches zu gelten, und wie es von anderen Verweistechniken wie beispielsweise Variation, Anspielung, Parodie u. ä. zu unterscheiden ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bildzitate treten in diversen [[Bildmedien]] (etwa in der [[Malerei]], [[Fotografie]], im [[Comic]]) auf und liegen – historisch betrachtet – in unterschiedlichen Epochen der Kunst, aber auch in der [[Werbung]] und Alltagskultur vor. Demzufolge sind sie in allen gesellschaftlichen Bereichen anzufinden, in denen auf ein kulturelles Reservoir an Bildern zitierend Bezug genommen wird (⊳ [[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]]). [[Datei:Malevich, Composition with Mona Lisa.jpg|thumb|Kazimir Malevich: Komposition mit Mona Lisa 1914]]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Frage nach einem Bildzitat ist eng verknüpft mit verschiedenen Themenfeldern, etwa, wie sich das Bildzitat zum Sprachzitat oder allgemeiner Bilder zur Sprache verhalten, in welchen Kategorien über Bilder reflektiert werden kann ([[Sprechen über Bilder]]) und inwiefern im Zuge eines &#039;&#039;iconic&#039;&#039; oder &#039;&#039;pictorial turn&#039;&#039; ein bildspezifischer Diskurs über Bildverweise in Abgrenzung zum sprachlichen Diskurs möglich ist (⊳ [[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das Bildzitat ist Gegenstand in vier Forschungszusammenhängen, die mehr oder weniger unabhängig voneinander existieren. Eine gegenseitige Rezeption findet nur zum Teil statt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nelson Goodman setzt sich in seiner Symboltheorie mit der Bezugnahmepraktik des Zitierens auseinander. In einer vergleichenden Perspektive betrachtet er die Bedingungen für ein sprachliches, bildliches und musikalisches Zitieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Zum möglichen Nutzen von Goodmans Unterscheidung der Referenzformen &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; und &#039;&#039;Variation&#039;&#039; als Bestandteil einer homogenen Beschreibungssprache für die Bildwissenschaften vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2011a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Untersuchungen von Bildzitaten finden vorrangig im Rahmen der Kunstgeschichte als einer [[Bildwissenschaft]] statt. Hier stehen konkrete Analysen von Zitaten in Kunstwerken und ihre Implikationen im Vordergrund. Eine theoretische Reflektion des Begriffs basierend auf Goodmans symboltheoretischem Ansatz ist nicht vorhanden. Grundlage der Einzeluntersuchungen scheint häufig ein alltagssprachliches Verständnis von Zitat – das in erster Linie von der Idee eines sprachlichen Zitat beherrscht wird – zu sein, oder es werden explizit terminologische Bestimmungen des Zitats in Anlehnung an linguistische und literaturwissenschaftliche Definitionen vorgenommen (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dieser literaturwissenschaftlichen Orientierung entstammt auch ein Zweig bildwissenschaftlicher Forschung, der, beruhend auf dem Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039;, Bildbeziehungen unter den Schlagworten &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039;, &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; oder &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; erörtert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schließlich beschäftigt sich die Jurisprudenz mit dem Bildzitat. Aus juristischer Hinsicht ist die urheberrechtliche Frage relevant, welche Formen eines Bildzitats zulässig sind. Die rechtliche Perspektive wird zwar vereinzelt in literaturwissenschaftlichen (&amp;lt;bib id=&#039;Neumann 1980a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zeichentheoretischen Arbeiten (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 84) zur Zitatklärung herangezogen, spielt jedoch für den symboltheoretischen Ansatz bei Goodman sowie den kunsthistorischen Diskurs keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Nelson Goodman: Sprach-, Bild- und Musikzitat=====&lt;br /&gt;
Nelson Goodman (&amp;lt;bib id=&#039;Goodman 1990a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 59 ff.) betrachtet vergleichend Zitate in der Sprache, in Bildern und in der Musik. Er geht von sprachlichen Konstellationen des Zitierens aus und stellt zwei notwendige, aber nicht hinreichende Bedingungen auf. &lt;br /&gt;
* Ein Zitat ist erstens gekennzeichnet durch das Enthaltensein des Zitierten. Im Fall des direkten Zitats handelt es sich um eine syntaktische Replikation, im Fall des indirekten Zitats liegt eine semantische Paraphrase des Zitierten vor.&lt;br /&gt;
* Zweitens wird im Zitat mittels einer Benennung oder [[Prädikation]] auf das Zitierte Bezug genommen (⊳ [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß Goodmans Kriterien gilt das indirekte Zitat als basale Variante des Zitierens, in der das direkte Zitat mit seiner identischen Buchstabenabfolge des Zitierten einen Sonderfall darstellt. Zitierbar sind vom Buchstaben bis zum Satz alle schriftsprachlichen Ebenen.&amp;lt;ref&amp;gt;Auf der Ebene der Buchstaben kann es kein indirektes Zitat geben, da hier keine semantische Paraphrase möglich ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Übertragung der genannten sprachlichen Zitatkriterien stellt Goodman fest, dass im Bereich des Bildes zum Enthaltensein kein Äquivalent vorhanden ist und im Bereich der Musik keines zur Referenz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analog zur Bezugnahme auf das Zitierte im direkten Sprachzitat sucht Goodman nach Anführungszeichen im Bild und sieht sie in der Darstellung eines [[Rahmung, Rahmen|Rahmens]] oder einer Staffelei im Bild. Bezüglich des Enthaltenseins stellt sich dabei folgendes Problem. Da das Bild als autographische Kunst kein Alphabet besitzt, [[Syntaktische Dichte|syntaktisch dicht]] ist und somit die exakte Wiederholung einer Buchstabenkombination nicht gegeben ist, stellt sich die Frage, was einer Replik im Bild entsprechen könnte. Repliken können zwar unterschiedlich ausgestaltet sein, sind aber durch die identische Repetition der Buchstabenabfolge gekennzeichnet, die im System einzigartig vorliegender Bildsymbole nicht vorhanden ist. Auch bei einer Kopie liegt, anders als man zunächst vermuten könnte, keine Entsprechung zu einer solchen identischen Repetition vor. Für ein indirektes Bildzitat könnte ebenfalls ein gemalter Rahmen als Anzeige einer Paraphrase dienen. Letztlich ist in diesem Zusammenhang der Kontext entscheidend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich sieht Goodman sowohl die Möglichkeit eines Zitats von Sprache im Bild als auch in umgekehrter Richtung. Klang ließe sich ebenfalls bildlich zitieren. So müsste beispielsweise eine Musikpartitur im Bild abgebildet sein, denn [[Notation]] und Klang stehen in einem ähnlichen Verhältnis wie geschriebene und gesprochene Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jakob Steinbrenner (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 217 ff.) kommt im Rückgriff auf Überlegungen von Goodman, Tarski und Davidson zu dem Schluss, dass der Zitatbegriff in syntaktischer Hinsicht nicht auf den Bereich des Bildes übertragen werden kann. Er begründet seine Darstellung damit, dass die von ihm herausgearbeiteten Merkmale sprachlicher Zitate keine Entsprechung im Bereich des Bildes besitzen. Dabei räumt er ein, dass auf der Ebene der Semantik Merkmalsähnlichkeiten vorliegen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachliche Zitate sind gemäß Steinbrenner durch folgende Aspekte gekennzeichnet. Ein Zitat besteht aus einem Zeichenvorkommnis, das von Anführungszeichen gerahmt oder durch andere Mittel hervorgehoben wird, wobei es bestimmte notwendige syntaktische und semantische Merkmale aufweist. Ein Zitat denotiert und stimmt mit dem Zitierten im Typ überein. Zitierbar sind keine fiktiven oder zukünftigen, sondern nur von Personen gemachte, also bereits verwendete Äußerungen. Diese müssen aus eindeutig identifizierbaren Einzelzeichen einer Sprache bestehen, die jeweils einem Typ zuzuordnen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern in Bildern wirft nun verschiedene Probleme in der Übertragung sprachlicher Zitatkennzeichen auf. Kann ein im Bild dargestellter Rahmen oder eine Staffelei als syntaktische Anzeige, als Anführungszeichen eines darin enthaltenen Bildzitats fungieren? Steinbrenner führt gegen diese Überlegung an, dass das im Rahmen Dargestellte nicht zwangsläufig ein Bild im Bild ist. Es kann auch nur der Rahmen selbst präsentiert werden. Zum einen bleibt offen, was ein Bild ist und wie Bilder in Bildern abgebildet werden können. Zum anderen existiert in der Forschung keine Übereinstimmung in der Frage, ob es so etwas wie atomare Bildzeichen gibt und wie diese zu Zeichenkombinationen zusammengesetzt sind, wie also eine [[Bildgrammatik]] zu denken wäre. Da im Bild das Buchstabieren nicht möglich ist, fehlt die syntaktische Überprüfungsmöglichkeit, ob Zitiertes und Zitat einander im Typ entsprechen. &lt;br /&gt;
Während prinzipiell jeder sprachliche Zitate verwenden und erkennen kann – bis zu einem gewissen Grad auch ohne semantische Kompetenz –, ist dies bei bildlichen Zitaten nicht der Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinbrenner kommt zu dem Schluss, dass im Fall des Bildes aufgrund der fehlenden Übertragbarkeit der Kennzeichen sprachlicher Zitate sinnvollerweise nicht von einem bildlichen Zitat, sondern von einer &#039;&#039;Anspielung&#039;&#039; gesprochen werden sollte. Die Anspielung stellt eine unspezifischere Form der Bezugnahme dar, die lediglich manche Eigenschaften des Zitierten exemplifiziert (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Kunsthistorische Perspektive: Das Bildzitat im Kontext weiterer Bildbezüge=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In kunsthistorischen Untersuchungen liegt eine Fülle an Termini zur Beschreibung von Bildbeziehungen vor – etwa das Bild im Bild (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Kemp 1995a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;), die Parodie, Hommage, Allusion, Variation, Kopie u. ä. Christoph Zuschlag (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) beklagt die uneinheitliche Begriffsverwendung in der Literatur und verweist auf die Schwierigkeit, die Vielfalt der vorhandenen Bildrelationen zu erfassen und zu systematisieren. Zudem liege weder eine konsensuelle theoretische Bestimmung des Bildzitats und seiner Abgrenzung zu anderen Referenzarten vor noch ein einheitliches Kategoriensystem zur Beschreibung und Analyse unterschiedlicher visueller Verweistechniken. So ist beispielsweise nicht klar, ob die zum Teil literaturwissenschaftlich geprägten Termini als semantische Kategorien gelten sollen, ob sie eine Verfahrenstechnik beschreiben oder auf welcher Ebene (etwa motivisch oder figurativ) Übernahmen stattfinden (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 162).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wünschenswert in dieser Debatte ein epochen- und gattungsübergreifender Theoriebau auch wäre, so unklar ist dabei, ob dieser dem Wandel von Bildbegriffen und Kunstdiskursen im Laufe der Kunstgeschichte gerecht würde (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 95 f.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martina Sitt und Attila Horányi beispielsweise verwerfen den Begriff des Zitats, da er – ähnlich wie der Terminus des &#039;&#039;Einflusses&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Baader 2003b&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: 73 ff.) – zu heterogene Phänomene in der Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts umfassen muss und damit seine Beschreibungsprägnanz verloren hat (&amp;lt;bib id=&#039;Sitt &amp;amp; Horányi 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 20). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analysen von Bildzitaten in ihren Funktionen und Wirkungen finden meist epochenbezogen – etwa zu Zitattechniken im 20. Jahrhundert (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Schmidt 2000a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – oder bezogen auf das Werk einzelner Künstler (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 225 ff.) – z.B. Bildzitate bei Vermeer (&amp;lt;bib id=&#039;Hammer-Tugendhat 2009a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – statt. In übertragenem Sinn setzen sich auch Vertreterinnen der Performance-Kunst mit Bildzitaten auseinander. So versuchte beispielsweise die Künstlerin Orlan in einer Gesichtsoperation verschiedene weibliche Idealbilder der europäischen Kunstgeschichte (z.B. die Mona Lisa von Leonardo da Vinci und die Venus von Botticelli) in ihrem Gesicht zu vereinen und verwandelte damit Bildzitate in ein reales, somatisches Zitat (&amp;lt;bib id=&#039;Baxmann 2001a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 294 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag definiert das &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; in Differenz zur &#039;&#039;Paraphrase&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Während bei einem Zitat sozusagen Ausschnitte aus einer Vorlage vorgenommen werden und einzelne Elemente in einen neuen Bildkontext gestellt werden, wird bei einer Paraphrase das Vorbild als Ganzes einer Veränderung unterzogen und mit einer neuen Bildvorstellung versehen. Zitat und Paraphrase sind „kritisch reflektierte, also nicht von einem stilistischen Nachahmungsanliegen motivierte, sondern im Bewusstsein der historischen Distanz (und häufig auch der medialen Differenz) erfolgende Rückgriffe auf ein kunstgeschichtliches Vorbild oder mehrere kunstgeschichtliche Vorbilder“ (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171 f.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag verwendet diese Termini als Oberbegriffe für alle weiteren bildlichen Bezugnahmeformen, die besonders die Kunst des 20. Jahrhunderts prägen, in der der Rekurs auf die Kunstgeschichte charakteristisch ist. Belting spricht in diesem Zusammenhang von einer &#039;&#039;Zitatkunst&#039;&#039; als qualitativ neue Kunstform: „Werke, die nicht mehr geschaffen werden können, lassen sich nur noch zitieren. […] Nicht nur werden einzelne Werke wie Namen der Erinnerung zitiert: Sie stehen auch für einen Werkbegriff ein, an den sie nur noch erinnern.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 469)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert bieten die Reproduktionstechniken eine neuartige Verfügbarkeit der Vorbilder; gleichzeitig wird eine Lesbarkeit des zitierenden Bezugs für den Bildbetrachter vorausgesetzt oder erhofft und an seine Interpretationsleistung appelliert (&amp;lt;bib id=&#039;Sello 1979a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als spezielle Kunstform, die sich mit visuellen Artefakten der Kunstgeschichte, aber auch mit Bildern der Populärkultur (Werbung und Massenmedien), auseinandersetzt, ist die &#039;&#039;Appropriation Art&#039;&#039; der 1980er Jahre zu nennen. &lt;br /&gt;
In Techniken wie Zitat und Wiederholung werden Vor-Bilder angeeignet, indem sie noch einmal gezeichnet, gemalt oder fotografiert werden. Diese erneute Schöpfung ist als kritische Reflektion von Autorschaft, Originalität und dem Verhältnis von Produzent und Rezipient zu verstehen.(&amp;lt;bib id=&#039;Wege 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 20.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitat als Verweis auf konkrete Kunstwerke differenziert Zuschlag vom Phänomen der &#039;&#039;Metakunst&#039;&#039; ab den 1960er Jahren. Metakunst referiert nicht auf ein spezifisches Bild, sondern in einem erweiterten Sinne entweder auf die Institution Kunst, auf einen Topos oder thematisiert auf einer selbstreflexiven Metaebene Kunst an sich (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 176 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Interbildlichkeit, Interpikturalität und Interikonizität=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Darstellung von Bildbeziehungen wird bisweilen auf den literaturwissenschaftlichen Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039; zurückgegriffen, den Julia Kristeva in den 1970er Jahren zur Beschreibung von Textbeziehungen in Anlehnung an Michail Bachtins Konzept der &#039;&#039;Dialogizität&#039;&#039; entwickelte. Der Begriff der Intertextualität wird in kunstwissenschaftlichen Arbeiten zum Teil direkt auf das Medium Bild übertragen, da entweder explizit textähnliche Strukturen von Bild-Bild-Bezügen – etwa die &#039;&#039;intertextuelle Metamalerei&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Stoichita 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – untersucht werden sollen oder sich bildspezifischere Begriffe noch nicht genügend durchgesetzt haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 60). &lt;br /&gt;
Mieke Bal setzt &#039;&#039;quotation&#039;&#039; als Sprach- und Bildmedium übergreifenden Terminus ein und bezeichnet damit „intersection of iconography and intertextuality“ (&amp;lt;bib id=&#039;Bal 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus liegen verschiedene Termini für Bildverweise vor, die intertextuelle Herangehensweisen adaptieren: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) bezeichnet einerseits Bildbeziehungen sowie Bildreflexionen im Medium Bild und andererseits eine literarische Interbildlichkeit. Letztere ist gekennzeichnet durch eine im übertragenen Sinn vorhandene [[uneigentliche Bilder|Bildlichkeit]] der Sprache im Text, z.B. mittels Verknüpfung von Sprachbildern.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; (zusammenfassend &amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Rosen et al. 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) auch in der Schreibweise &#039;&#039;Interpiktoralität&#039;&#039;: Hierbei handelt es sich um Beziehungen zwischen Bildern, die in der Übernahme von Termini aus der Sprach- und Literaturwissenschaft als Zitat oder Allusion bezeichnet werden. In Analogie zur Sprache steht zur Diskussion, wie Markierungen von Bildbezügen aussehen könnten oder wie verschiedene Deutlichkeitsgrade von Referenzen auseinander zu halten seien. &lt;br /&gt;
: Phänomen und Beschreibung von Bildrelationen sind – ähnlich wie bei der Erforschung von Textbeziehungen – immer wieder Gegenstand kunstgeschichtlicher Untersuchungen gewesen. Gemäß Rosen unterscheidet sich die traditionelle Quellenforschung der Kunstgeschichte jedoch von dem neueren Interpikturalitätsdiskurs. Die Quellenforschung versucht, Einflüsse in Kunstwerken nachzuvollziehen und Beziehungslinien abzubilden. Der Interpikturalitätsansatz indes nimmt die sinnproduzierenden und konstitutiven Funktionen von Bildbezügen in Kunstwerken in den Blick.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Gamer 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;): Zuschlag strebt unter diesem Stichwort ein mehrdimensionales Modell an, das sowohl eine Typologie der interikonischen Bezugnahmen nach formalen und inhaltlichen Einteilungen als auch die funktionalen und historischen Bedingungen und Kontexte sowie produktions- und rezeptionsästhetische Sichtweisen berücksichtigt. Diese Vorgehensweise soll eine differenzierte Beschreibung der einzelnen Bezugnahmen sowie der Rolle des Rezipienten ermöglichen. In der Übertragung vom Medium des Textes auf Objekte der Kunst müssten folgende Aspekte diskutiert werden: das Wechselverhältnis von bildlichem Prätext und Posttext, Begriffe wie Autorschaft und Intentionalität, die Frage eines engen oder weiten Interikonizitätsbegriffs oder auch der Nutzen einer Übernahme von Schriftkategorien wie Einzeltextreferenz, System- oder Gattungsreferenz.&lt;br /&gt;
: Eine Anwendung dieses Postulats der Interikonizität liegt bisher nur in Ansätzen vor. Zuschlag weist auf die Notwendigkeit hin, bei der Übernahme textbasierter Kategorien die spezifischen Charakteristika des Mediums Bild zu berücksichtigen. Gerade für diesen Punkt bestehen noch keine Lösungsvorschläge.&lt;br /&gt;
: Wagner kritisiert an Zuschlags Konzept, dass dieses auf rein bildliche Relationen fokussiert sei. Bildverweise bedürften jedoch stets sprachlicher Vermittlung und Bedeutungsstiftung, so dass Interikonizität auf sprachliche Intertextualität angewiesen und mit dieser verbunden sei (&amp;lt;bib id=&#039;Wagner 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
* Im Rahmen einer weitestgehend literaturwissenschaftlich orientierten Herangehensweise finden sich vereinzelt Untersuchungen zu Bildzitaten in verschiedenen visuellen Formaten ([[Malerei]], [[Fotografie]], [[Film]]) (&amp;lt;bib id=&#039;Böhn 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zu Bildzitaten in literarischen Werken (&amp;lt;bib id=&#039;Eilert 1991a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Zitierende Bezüge zwischen filmischen Stills und Werken des kunstgeschichtlichen Kanons (&amp;lt;bib id=&#039;Keitz 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) werden ebenso analysiert wie Zitate in intermedialen Relationen zwischen Texten und Bildern (&amp;lt;bib id=&#039;Horstkotte &amp;amp; Leonhard 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Dabei wird auch versucht, intermediale und interkulturelle Bildbeziehungen und Bildtransfers nachzuvollziehen und so verschiedene Bildmedien, Zeitschichten und Diskurse außerhalb des klassischen kunstgeschichtlichen Fokus zu berücksichtigen (&amp;lt;bib id=&#039;Schulz 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 322 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Das Bildzitat als juristischer Gegenstand=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern ist, wenn es das Urheberrecht eines Bildinhabers berührt, auch Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen. Die Frage nach der Zulässigkeit von Bildzitaten ist beispielsweise bei Abbildungen in wissenschaftlichen Publikationen relevant. Im Kontext des Internets und seiner weltweiten Verbreitung von Bildern besitzen Bildzitate unterschiedlichster Art eine große Virulenz (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1886 wurde eine internationale „Berner Übereinkunft zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst“ zwischen den Ländern Deutschland, Belgien, Großbritannien, Schweiz, Italien, Spanien und Tunesien geschlossen, die in revidierter Form (die sogenannte RBÜ) immer noch Gültigkeit besitzt. Inzwischen ist sie von fast allen Staaten der Welt anerkannt worden. Laut RBÜ soll den Urhebern von Werken der Wissenschaft und Kunst ein Mindestrecht garantiert werden. Gleichzeitig gilt es, die Interessen der Urheber und der Nutzer eines Werkes im Sinne eines Allgemeinwohls und eines gesellschaftlichen Fortschritts in Einklang zu bringen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Voraussetzungen eines Zitats sehen wie folgt aus: Zunächst muss das zitierte, urheberrechtlich geschützte Werk bereits der Öffentlichkeit rechtmäßig vorliegen. Weiterhin muss der Zweck des Zitierens den Zitatumfang legitimieren und das Zitat mit den „anständigen Gepflogenheiten“ (RBÜ Art. 10, zitiert nach &amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 12) vereinbar sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut Calame und Thouvenin unterscheidet sich das Bildzitat von anderen Zitatarten durch seinen Umfang. Dem Sinn des Zitierens entspricht, aufgrund der Spezifika des Mediums Bild, meist nur das Zitieren des gesamten Werkes und nicht nur eines Ausschnitts. Dies ist, sofern die Verhältnismäßigkeit zum Gesamtwerk gegeben ist, rechtlich möglich (&amp;lt;bib id=&#039;Calame &amp;amp; Thouvenin 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 139 ff.).&amp;lt;ref&amp;gt;Dieser Aspekt wird im Rahmen der Diskussion der Schweizer Gesetzeslage angeführt. Sie orientiert sich im Wesentlichen an der Berner Übereinkunft, wobei die genannten „anständigen Gepflogenheiten“ durch die Zitatzwecke Erläuterung, Hinweis und Veranschaulichung konkretisiert wurden (&amp;lt;bib id=&#039;Calame &amp;amp; Thouvenin 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland ist das Zitatrecht in §51 UrhG ([http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__51.html]) geregelt. Mit der Gesetzesnovelle des sogenannten zweiten Korbs des §51 UrhG vom 1. Januar 2008 gestaltet sich die Rechtslage folgendermaßen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist. […]“ Insbesondere werden im Weiteren das Zitat im wissenschaftlichen Kontext zu Erläuterungszwecken sowie das Sprach- und Musikzitat angeführt. Nicht explizit genannt, aber durch die Neufassung des Paragraphen ebenfalls abgedeckt, sind Werkarten wie Bild-, Film- und Multimediazitate. Im konkreten Fall ist der Zitatzweck rechtlich zu prüfen, der in einer Belegfunktion oder im zitierenden Bezug mit dem Ziel einer kulturellen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung liegen kann. Die reine Ausschmückung eines Werkes mittels eines Zitats ist nicht zulässig. Das Zitat darf nicht an die Stelle der eigenen geistigen Schöpfung treten, die im Verhältnis überwiegen muss. Unter der Voraussetzung, dass die Bedingungen eines korrekten Zitierens erfüllt sind (angemessener Umfang und Zweck des Zitats eines urheberrechtlich vorliegenden Werkes sowie seine Kennzeichnung in Form einer Quellenangabe), hat der Urheber das Zitieren seines Werkes ohne finanzielle Entschädigungsmöglichkeit zu dulden (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 11 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Bild in reflexiver Verwendung]]&lt;br /&gt;
* [[Bildgrammatik]]&lt;br /&gt;
* [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
* [[Bildwissenschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]&lt;br /&gt;
* [[Comic]]&lt;br /&gt;
* [[Film]]&lt;br /&gt;
* [[Fotografie]]&lt;br /&gt;
* [[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]]&lt;br /&gt;
* [[Malerei]]&lt;br /&gt;
* [[Notation]]&lt;br /&gt;
* [[Prädikation]]&lt;br /&gt;
* [[Rahmung, Rahmen]]&lt;br /&gt;
* [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]&lt;br /&gt;
* [[Sprechen über Bilder]] &lt;br /&gt;
* [[Syntaktische Dichte]]&lt;br /&gt;
* [[Werbung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--[[Benutzer:Jakob Steinbrenner|Jakob Steinbrenner]]--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Anna Valentine Ullrich|Anna Valentine Ullrich]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anna Valentine Ullrich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=8703</id>
		<title>Bildzitat</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=8703"/>
		<updated>2012-06-14T12:01:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anna Valentine Ullrich: /* Kunsthistorische Perspektive: Das Bildzitat im Kontext weiterer Bildbezüge */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Bildzitat: eine Einführung=====&lt;br /&gt;
Was ist ein Bildzitat? Allgemein gesprochen lässt sich darunter eine zitierende, intramedial stattfindende Referenz zwischen Bildwerken heterogener Provenienz verstehen. Es handelt sich also um ein [[Bild in reflexiver Verwendung]]. Obwohl der Begriff in der Literatur häufig gebraucht wird, ist bislang ungeklärt, welche Merkmale ein Bildzitat erfüllen muss, um als solches zu gelten, und wie es von anderen Verweistechniken wie beispielsweise Variation, Anspielung, Parodie u. ä. zu unterscheiden ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bildzitate treten in diversen [[Bildmedien]] (etwa in der [[Malerei]], [[Fotografie]], im [[Comic]]) auf und liegen – historisch betrachtet – in unterschiedlichen Epochen der Kunst, aber auch in der [[Werbung]] und Alltagskultur vor. Demzufolge sind sie in allen gesellschaftlichen Bereichen anzufinden, in denen auf ein kulturelles Reservoir an Bildern zitierend Bezug genommen wird (⊳ [[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]]). [[Datei:Malevich, Composition with Mona Lisa.jpg|thumb|Kazimir Malevich: Komposition mit Mona Lisa 1914]]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Frage nach einem Bildzitat ist eng verknüpft mit verschiedenen Themenfeldern, etwa, wie sich das Bildzitat zum Sprachzitat oder allgemeiner Bilder zur Sprache verhalten, in welchen Kategorien über Bilder reflektiert werden kann ([[Sprechen über Bilder]]) und inwiefern im Zuge eines &#039;&#039;iconic&#039;&#039; oder &#039;&#039;pictorial turn&#039;&#039; ein bildspezifischer Diskurs über Bildverweise in Abgrenzung zum sprachlichen Diskurs möglich ist (⊳ [[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das Bildzitat ist Gegenstand in vier Forschungszusammenhängen, die mehr oder weniger unabhängig voneinander existieren. Eine gegenseitige Rezeption findet nur zum Teil statt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nelson Goodman setzt sich in seiner Symboltheorie mit der Bezugnahmepraktik des Zitierens auseinander. In einer vergleichenden Perspektive betrachtet er die Bedingungen für ein sprachliches, bildliches und musikalisches Zitieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Zum möglichen Nutzen von Goodmans Unterscheidung der Referenzformen &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; und &#039;&#039;Variation&#039;&#039; als Bestandteil einer homogenen Beschreibungssprache für die Bildwissenschaften vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2011a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Untersuchungen von Bildzitaten finden vorrangig im Rahmen der Kunstgeschichte als einer [[Bildwissenschaft]] statt. Hier stehen konkrete Analysen von Zitaten in Kunstwerken und ihre Implikationen im Vordergrund. Eine theoretische Reflektion des Begriffs basierend auf Goodmans symboltheoretischem Ansatz ist nicht vorhanden. Grundlage der Einzeluntersuchungen scheint häufig ein alltagssprachliches Verständnis von Zitat – das in erster Linie von der Idee eines sprachlichen Zitat beherrscht wird – zu sein, oder es werden explizit terminologische Bestimmungen des Zitats in Anlehnung an linguistische und literaturwissenschaftliche Definitionen vorgenommen (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dieser literaturwissenschaftlichen Orientierung entstammt auch ein Zweig bildwissenschaftlicher Forschung, der, beruhend auf dem Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039;, Bildbeziehungen unter den Schlagworten &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039;, &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; oder &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; erörtert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schließlich beschäftigt sich die Jurisprudenz mit dem Bildzitat. Aus juristischer Hinsicht ist die urheberrechtliche Frage relevant, welche Formen eines Bildzitats zulässig sind. Die rechtliche Perspektive wird zwar vereinzelt in literaturwissenschaftlichen (&amp;lt;bib id=&#039;Neumann 1980a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zeichentheoretischen Arbeiten (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 84) zur Zitatklärung herangezogen, spielt jedoch für den symboltheoretischen Ansatz bei Goodman sowie den kunsthistorischen Diskurs keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Nelson Goodman: Sprach-, Bild- und Musikzitat=====&lt;br /&gt;
Nelson Goodman (&amp;lt;bib id=&#039;Goodman 1990a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 59 ff.) betrachtet vergleichend Zitate in der Sprache, in Bildern und in der Musik. Er geht von sprachlichen Konstellationen des Zitierens aus und stellt zwei notwendige, aber nicht hinreichende Bedingungen auf. &lt;br /&gt;
* Ein Zitat ist erstens gekennzeichnet durch das Enthaltensein des Zitierten. Im Fall des direkten Zitats handelt es sich um eine syntaktische Replikation, im Fall des indirekten Zitats liegt eine semantische Paraphrase des Zitierten vor.&lt;br /&gt;
* Zweitens wird im Zitat mittels einer Benennung oder [[Prädikation]] auf das Zitierte Bezug genommen (⊳ [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß Goodmans Kriterien gilt das indirekte Zitat als basale Variante des Zitierens, in der das direkte Zitat mit seiner identischen Buchstabenabfolge des Zitierten einen Sonderfall darstellt. Zitierbar sind vom Buchstaben bis zum Satz alle schriftsprachlichen Ebenen.&amp;lt;ref&amp;gt;Auf der Ebene der Buchstaben kann es kein indirektes Zitat geben, da hier keine semantische Paraphrase möglich ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Übertragung der genannten sprachlichen Zitatkriterien stellt Goodman fest, dass im Bereich des Bildes zum Enthaltensein kein Äquivalent vorhanden ist und im Bereich der Musik keines zur Referenz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analog zur Bezugnahme auf das Zitierte im direkten Sprachzitat sucht Goodman nach Anführungszeichen im Bild und sieht sie in der Darstellung eines [[Rahmung, Rahmen|Rahmens]] oder einer Staffelei im Bild. Bezüglich des Enthaltenseins stellt sich dabei folgendes Problem. Da das Bild als autographische Kunst kein Alphabet besitzt, [[Syntaktische Dichte|syntaktisch dicht]] ist und somit die exakte Wiederholung einer Buchstabenkombination nicht gegeben ist, stellt sich die Frage, was einer Replik im Bild entsprechen könnte. Repliken können zwar unterschiedlich ausgestaltet sein, sind aber durch die identische Repetition der Buchstabenabfolge gekennzeichnet, die im System einzigartig vorliegender Bildsymbole nicht vorhanden ist. Auch bei einer Kopie liegt, anders als man zunächst vermuten könnte, keine Entsprechung zu einer solchen identischen Repetition vor. Für ein indirektes Bildzitat könnte ebenfalls ein gemalter Rahmen als Anzeige einer Paraphrase dienen. Letztlich ist in diesem Zusammenhang der Kontext entscheidend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich sieht Goodman sowohl die Möglichkeit eines Zitats von Sprache im Bild als auch in umgekehrter Richtung. Klang ließe sich ebenfalls bildlich zitieren. So müsste beispielsweise eine Musikpartitur im Bild abgebildet sein, denn [[Notation]] und Klang stehen in einem ähnlichen Verhältnis wie geschriebene und gesprochene Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jakob Steinbrenner (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 217 ff.) kommt im Rückgriff auf Überlegungen von Goodman, Tarski und Davidson zu dem Schluss, dass der Zitatbegriff in syntaktischer Hinsicht nicht auf den Bereich des Bildes übertragen werden kann. Er begründet seine Darstellung damit, dass die von ihm herausgearbeiteten Merkmale sprachlicher Zitate keine Entsprechung im Bereich des Bildes besitzen. Dabei räumt er ein, dass auf der Ebene der Semantik Merkmalsähnlichkeiten vorliegen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachliche Zitate sind gemäß Steinbrenner durch folgende Aspekte gekennzeichnet. Ein Zitat besteht aus einem Zeichenvorkommnis, das von Anführungszeichen gerahmt oder durch andere Mittel hervorgehoben wird, wobei es bestimmte notwendige syntaktische und semantische Merkmale aufweist. Ein Zitat denotiert und stimmt mit dem Zitierten im Typ überein. Zitierbar sind keine fiktiven oder zukünftigen, sondern nur von Personen gemachte, also bereits verwendete Äußerungen. Diese müssen aus eindeutig identifizierbaren Einzelzeichen einer Sprache bestehen, die jeweils einem Typ zuzuordnen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern in Bildern wirft nun verschiedene Probleme in der Übertragung sprachlicher Zitatkennzeichen auf. Kann ein im Bild dargestellter Rahmen oder eine Staffelei als syntaktische Anzeige, als Anführungszeichen eines darin enthaltenen Bildzitats fungieren? Steinbrenner führt gegen diese Überlegung an, dass das im Rahmen Dargestellte nicht zwangsläufig ein Bild im Bild ist. Es kann auch nur der Rahmen selbst präsentiert werden. Zum einen bleibt offen, was ein Bild ist und wie Bilder in Bildern abgebildet werden können. Zum anderen existiert in der Forschung keine Übereinstimmung in der Frage, ob es so etwas wie atomare Bildzeichen gibt und wie diese zu Zeichenkombinationen zusammengesetzt sind, wie also eine [[Bildgrammatik]] zu denken wäre. Da im Bild das Buchstabieren nicht möglich ist, fehlt die syntaktische Überprüfungsmöglichkeit, ob Zitiertes und Zitat einander im Typ entsprechen. &lt;br /&gt;
Während prinzipiell jeder sprachliche Zitate verwenden und erkennen kann – bis zu einem gewissen Grad auch ohne semantische Kompetenz –, ist dies bei bildlichen Zitaten nicht der Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinbrenner kommt zu dem Schluss, dass im Fall des Bildes aufgrund der fehlenden Übertragbarkeit der Kennzeichen sprachlicher Zitate sinnvollerweise nicht von einem bildlichen Zitat, sondern von einer &#039;&#039;Anspielung&#039;&#039; gesprochen werden sollte. Die Anspielung stellt eine unspezifischere Form der Bezugnahme dar, die lediglich manche Eigenschaften des Zitierten exemplifiziert (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Kunsthistorische Perspektive: Das Bildzitat im Kontext weiterer Bildbezüge=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In kunsthistorischen Untersuchungen liegt eine Fülle an Termini zur Beschreibung von Bildbeziehungen vor – etwa das Bild im Bild (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Kemp 1995a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;), die Parodie, Hommage, Allusion, Variation, Kopie u. ä. Christoph Zuschlag (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) beklagt die uneinheitliche Begriffsverwendung in der Literatur und verweist auf die Schwierigkeit, die Vielfalt der vorhandenen Bildrelationen zu erfassen und zu systematisieren. Zudem liege weder eine konsensuelle theoretische Bestimmung des Bildzitats und seiner Abgrenzung zu anderen Referenzarten vor noch ein einheitliches Kategoriensystem zur Beschreibung und Analyse unterschiedlicher visueller Verweistechniken. So ist beispielsweise nicht klar, ob die zum Teil literaturwissenschaftlich geprägten Termini als semantische Kategorien gelten sollen, ob sie eine Verfahrenstechnik beschreiben oder auf welcher Ebene (etwa motivisch oder figurativ) Übernahmen stattfinden (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 162).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wünschenswert in dieser Debatte ein epochen- und gattungsübergreifender Theoriebau auch wäre, so unklar ist dabei, ob dieser dem Wandel von Bildbegriffen und Kunstdiskursen im Laufe der Kunstgeschichte gerecht würde (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 95 f.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martina Sitt und Attila Horányi beispielsweise verwerfen den Begriff des Zitats, da er – ähnlich wie der Terminus des &#039;&#039;Einflusses&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Baader 2003b&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: 73 ff.) – zu heterogene Phänomene in der Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts umfassen muss und damit seine Beschreibungsprägnanz verloren hat (&amp;lt;bib id=&#039;Sitt &amp;amp; Horányi 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 20). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analysen von Bildzitaten in ihren Funktionen und Wirkungen finden meist epochenbezogen – etwa zu Zitattechniken im 20. Jahrhundert (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Schmidt 2000a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – oder bezogen auf das Werk einzelner Künstler (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 225 ff.) – z.B. Bildzitate bei Vermeer (&amp;lt;bib id=&#039;Hammer-Tugendhat 2009a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – statt. In übertragenem Sinn setzen sich auch Vertreterinnen der Performance-Kunst mit Bildzitaten auseinander. So versuchte beispielsweise die Künstlerin Orlan in einer Gesichtsoperation verschiedene weibliche Idealbilder der europäischen Kunstgeschichte (z.B. die Mona Lisa von Leonardo da Vinci und die Venus von Botticelli) in ihrem Gesicht zu vereinen und verwandelte damit Bildzitate in ein reales, somatisches Zitat (&amp;lt;bib id=&#039;Baxmann 2001a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 294 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag definiert das &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; in Differenz zur &#039;&#039;Paraphrase&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Während bei einem Zitat sozusagen Ausschnitte aus einer Vorlage vorgenommen werden und einzelne Elemente in einen neuen Bildkontext gestellt werden, wird bei einer Paraphrase das Vorbild als Ganzes einer Veränderung unterzogen und mit einer neuen Bildvorstellung versehen. Zitat und Paraphrase sind „kritisch reflektierte, also nicht von einem stilistischen Nachahmungsanliegen motivierte, sondern im Bewusstsein der historischen Distanz (und häufig auch der medialen Differenz) erfolgende Rückgriffe auf ein kunstgeschichtliches Vorbild oder mehrere kunstgeschichtliche Vorbilder“ (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171 f.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag verwendet diese Termini als Oberbegriffe für alle weiteren bildlichen Bezugnahmeformen, die besonders die Kunst des 20. Jahrhunderts prägen, in der der Rekurs auf die Kunstgeschichte charakteristisch ist. Belting spricht in diesem Zusammenhang von einer &#039;&#039;Zitatkunst&#039;&#039; als qualitativ neue Kunstform: „Werke, die nicht mehr geschaffen werden können, lassen sich nur noch zitieren. […] Nicht nur werden einzelne Werke wie Namen der Erinnerung zitiert: Sie stehen auch für einen Werkbegriff ein, an den sie nur noch erinnern.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 469)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert bieten die Reproduktionstechniken eine neuartige Verfügbarkeit der Vorbilder; gleichzeitig wird eine Lesbarkeit des zitierenden Bezugs für den Bildbetrachter vorausgesetzt oder erhofft und an seine Interpretationsleistung appelliert (&amp;lt;bib id=&#039;Sello 1979a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als spezielle Kunstform, die sich mit visuellen Artefakten der Kunstgeschichte, aber auch mit Bildern der Populärkultur (Werbung und Massenmedien), auseinandersetzt, ist die &#039;&#039;Appropriation Art&#039;&#039; der 1980er Jahre zu nennen. &lt;br /&gt;
In Techniken wie Zitat und Wiederholung werden Vor-Bilder angeeignet, indem sie noch einmal gezeichnet, gemalt oder fotografiert werden. Diese erneute Schöpfung ist als kritische Reflektion von Autorschaft, Originalität und dem Verhältnis von Produzent und Rezipient zu verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitat als Verweis auf konkrete Kunstwerke differenziert Zuschlag vom Phänomen der &#039;&#039;Metakunst&#039;&#039; ab den 1960er Jahren. Metakunst referiert nicht auf ein spezifisches Bild, sondern in einem erweiterten Sinne entweder auf die Institution Kunst, auf einen Topos oder thematisiert auf einer selbstreflexiven Metaebene Kunst an sich (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 176 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Interbildlichkeit, Interpikturalität und Interikonizität=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Darstellung von Bildbeziehungen wird bisweilen auf den literaturwissenschaftlichen Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039; zurückgegriffen, den Julia Kristeva in den 1970er Jahren zur Beschreibung von Textbeziehungen in Anlehnung an Michail Bachtins Konzept der &#039;&#039;Dialogizität&#039;&#039; entwickelte. Der Begriff der Intertextualität wird in kunstwissenschaftlichen Arbeiten zum Teil direkt auf das Medium Bild übertragen, da entweder explizit textähnliche Strukturen von Bild-Bild-Bezügen – etwa die &#039;&#039;intertextuelle Metamalerei&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Stoichita 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – untersucht werden sollen oder sich bildspezifischere Begriffe noch nicht genügend durchgesetzt haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 60). &lt;br /&gt;
Mieke Bal setzt &#039;&#039;quotation&#039;&#039; als Sprach- und Bildmedium übergreifenden Terminus ein und bezeichnet damit „intersection of iconography and intertextuality“ (&amp;lt;bib id=&#039;Bal 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus liegen verschiedene Termini für Bildverweise vor, die intertextuelle Herangehensweisen adaptieren: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) bezeichnet einerseits Bildbeziehungen sowie Bildreflexionen im Medium Bild und andererseits eine literarische Interbildlichkeit. Letztere ist gekennzeichnet durch eine im übertragenen Sinn vorhandene [[uneigentliche Bilder|Bildlichkeit]] der Sprache im Text, z.B. mittels Verknüpfung von Sprachbildern.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; (zusammenfassend &amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Rosen et al. 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) auch in der Schreibweise &#039;&#039;Interpiktoralität&#039;&#039;: Hierbei handelt es sich um Beziehungen zwischen Bildern, die in der Übernahme von Termini aus der Sprach- und Literaturwissenschaft als Zitat oder Allusion bezeichnet werden. In Analogie zur Sprache steht zur Diskussion, wie Markierungen von Bildbezügen aussehen könnten oder wie verschiedene Deutlichkeitsgrade von Referenzen auseinander zu halten seien. &lt;br /&gt;
: Phänomen und Beschreibung von Bildrelationen sind – ähnlich wie bei der Erforschung von Textbeziehungen – immer wieder Gegenstand kunstgeschichtlicher Untersuchungen gewesen. Gemäß Rosen unterscheidet sich die traditionelle Quellenforschung der Kunstgeschichte jedoch von dem neueren Interpikturalitätsdiskurs. Die Quellenforschung versucht, Einflüsse in Kunstwerken nachzuvollziehen und Beziehungslinien abzubilden. Der Interpikturalitätsansatz indes nimmt die sinnproduzierenden und konstitutiven Funktionen von Bildbezügen in Kunstwerken in den Blick.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Gamer 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;): Zuschlag strebt unter diesem Stichwort ein mehrdimensionales Modell an, das sowohl eine Typologie der interikonischen Bezugnahmen nach formalen und inhaltlichen Einteilungen als auch die funktionalen und historischen Bedingungen und Kontexte sowie produktions- und rezeptionsästhetische Sichtweisen berücksichtigt. Diese Vorgehensweise soll eine differenzierte Beschreibung der einzelnen Bezugnahmen sowie der Rolle des Rezipienten ermöglichen. In der Übertragung vom Medium des Textes auf Objekte der Kunst müssten folgende Aspekte diskutiert werden: das Wechselverhältnis von bildlichem Prätext und Posttext, Begriffe wie Autorschaft und Intentionalität, die Frage eines engen oder weiten Interikonizitätsbegriffs oder auch der Nutzen einer Übernahme von Schriftkategorien wie Einzeltextreferenz, System- oder Gattungsreferenz.&lt;br /&gt;
: Eine Anwendung dieses Postulats der Interikonizität liegt bisher nur in Ansätzen vor. Zuschlag weist auf die Notwendigkeit hin, bei der Übernahme textbasierter Kategorien die spezifischen Charakteristika des Mediums Bild zu berücksichtigen. Gerade für diesen Punkt bestehen noch keine Lösungsvorschläge.&lt;br /&gt;
: Wagner kritisiert an Zuschlags Konzept, dass dieses auf rein bildliche Relationen fokussiert sei. Bildverweise bedürften jedoch stets sprachlicher Vermittlung und Bedeutungsstiftung, so dass Interikonizität auf sprachliche Intertextualität angewiesen und mit dieser verbunden sei (&amp;lt;bib id=&#039;Wagner 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
* Im Rahmen einer weitestgehend literaturwissenschaftlich orientierten Herangehensweise finden sich vereinzelt Untersuchungen zu Bildzitaten in verschiedenen visuellen Formaten ([[Malerei]], [[Fotografie]], [[Film]]) (&amp;lt;bib id=&#039;Böhn 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zu Bildzitaten in literarischen Werken (&amp;lt;bib id=&#039;Eilert 1991a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Zitierende Bezüge zwischen filmischen Stills und Werken des kunstgeschichtlichen Kanons (&amp;lt;bib id=&#039;Keitz 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) werden ebenso analysiert wie Zitate in intermedialen Relationen zwischen Texten und Bildern (&amp;lt;bib id=&#039;Horstkotte &amp;amp; Leonhard 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Dabei wird auch versucht, intermediale und interkulturelle Bildbeziehungen und Bildtransfers nachzuvollziehen und so verschiedene Bildmedien, Zeitschichten und Diskurse außerhalb des klassischen kunstgeschichtlichen Fokus zu berücksichtigen (&amp;lt;bib id=&#039;Schulz 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 322 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Das Bildzitat als juristischer Gegenstand=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern ist, wenn es das Urheberrecht eines Bildinhabers berührt, auch Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen. Die Frage nach der Zulässigkeit von Bildzitaten ist beispielsweise bei Abbildungen in wissenschaftlichen Publikationen relevant. Im Kontext des Internets und seiner weltweiten Verbreitung von Bildern besitzen Bildzitate unterschiedlichster Art eine große Virulenz (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1886 wurde eine internationale „Berner Übereinkunft zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst“ zwischen den Ländern Deutschland, Belgien, Großbritannien, Schweiz, Italien, Spanien und Tunesien geschlossen, die in revidierter Form (die sogenannte RBÜ) immer noch Gültigkeit besitzt. Inzwischen ist sie von fast allen Staaten der Welt anerkannt worden. Laut RBÜ soll den Urhebern von Werken der Wissenschaft und Kunst ein Mindestrecht garantiert werden. Gleichzeitig gilt es, die Interessen der Urheber und der Nutzer eines Werkes im Sinne eines Allgemeinwohls und eines gesellschaftlichen Fortschritts in Einklang zu bringen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Voraussetzungen eines Zitats sehen wie folgt aus: Zunächst muss das zitierte, urheberrechtlich geschützte Werk bereits der Öffentlichkeit rechtmäßig vorliegen. Weiterhin muss der Zweck des Zitierens den Zitatumfang legitimieren und das Zitat mit den „anständigen Gepflogenheiten“ (RBÜ Art. 10, zitiert nach &amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 12) vereinbar sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut Calame und Thouvenin unterscheidet sich das Bildzitat von anderen Zitatarten durch seinen Umfang. Dem Sinn des Zitierens entspricht, aufgrund der Spezifika des Mediums Bild, meist nur das Zitieren des gesamten Werkes und nicht nur eines Ausschnitts. Dies ist, sofern die Verhältnismäßigkeit zum Gesamtwerk gegeben ist, rechtlich möglich (&amp;lt;bib id=&#039;Calame &amp;amp; Thouvenin 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 139 ff.).&amp;lt;ref&amp;gt;Dieser Aspekt wird im Rahmen der Diskussion der Schweizer Gesetzeslage angeführt. Sie orientiert sich im Wesentlichen an der Berner Übereinkunft, wobei die genannten „anständigen Gepflogenheiten“ durch die Zitatzwecke Erläuterung, Hinweis und Veranschaulichung konkretisiert wurden (&amp;lt;bib id=&#039;Calame &amp;amp; Thouvenin 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland ist das Zitatrecht in §51 UrhG ([http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__51.html]) geregelt. Mit der Gesetzesnovelle des sogenannten zweiten Korbs des §51 UrhG vom 1. Januar 2008 gestaltet sich die Rechtslage folgendermaßen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist. […]“ Insbesondere werden im Weiteren das Zitat im wissenschaftlichen Kontext zu Erläuterungszwecken sowie das Sprach- und Musikzitat angeführt. Nicht explizit genannt, aber durch die Neufassung des Paragraphen ebenfalls abgedeckt, sind Werkarten wie Bild-, Film- und Multimediazitate. Im konkreten Fall ist der Zitatzweck rechtlich zu prüfen, der in einer Belegfunktion oder im zitierenden Bezug mit dem Ziel einer kulturellen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung liegen kann. Die reine Ausschmückung eines Werkes mittels eines Zitats ist nicht zulässig. Das Zitat darf nicht an die Stelle der eigenen geistigen Schöpfung treten, die im Verhältnis überwiegen muss. Unter der Voraussetzung, dass die Bedingungen eines korrekten Zitierens erfüllt sind (angemessener Umfang und Zweck des Zitats eines urheberrechtlich vorliegenden Werkes sowie seine Kennzeichnung in Form einer Quellenangabe), hat der Urheber das Zitieren seines Werkes ohne finanzielle Entschädigungsmöglichkeit zu dulden (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 11 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Bild in reflexiver Verwendung]]&lt;br /&gt;
* [[Bildgrammatik]]&lt;br /&gt;
* [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
* [[Bildwissenschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]&lt;br /&gt;
* [[Comic]]&lt;br /&gt;
* [[Film]]&lt;br /&gt;
* [[Fotografie]]&lt;br /&gt;
* [[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]]&lt;br /&gt;
* [[Malerei]]&lt;br /&gt;
* [[Notation]]&lt;br /&gt;
* [[Prädikation]]&lt;br /&gt;
* [[Rahmung, Rahmen]]&lt;br /&gt;
* [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]&lt;br /&gt;
* [[Sprechen über Bilder]] &lt;br /&gt;
* [[Syntaktische Dichte]]&lt;br /&gt;
* [[Werbung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--[[Benutzer:Jakob Steinbrenner|Jakob Steinbrenner]]--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Anna Valentine Ullrich|Anna Valentine Ullrich]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anna Valentine Ullrich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=8702</id>
		<title>Bildzitat</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=8702"/>
		<updated>2012-06-14T11:24:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anna Valentine Ullrich: /* Bildzitat: eine Einführung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Bildzitat: eine Einführung=====&lt;br /&gt;
Was ist ein Bildzitat? Allgemein gesprochen lässt sich darunter eine zitierende, intramedial stattfindende Referenz zwischen Bildwerken heterogener Provenienz verstehen. Es handelt sich also um ein [[Bild in reflexiver Verwendung]]. Obwohl der Begriff in der Literatur häufig gebraucht wird, ist bislang ungeklärt, welche Merkmale ein Bildzitat erfüllen muss, um als solches zu gelten, und wie es von anderen Verweistechniken wie beispielsweise Variation, Anspielung, Parodie u. ä. zu unterscheiden ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bildzitate treten in diversen [[Bildmedien]] (etwa in der [[Malerei]], [[Fotografie]], im [[Comic]]) auf und liegen – historisch betrachtet – in unterschiedlichen Epochen der Kunst, aber auch in der [[Werbung]] und Alltagskultur vor. Demzufolge sind sie in allen gesellschaftlichen Bereichen anzufinden, in denen auf ein kulturelles Reservoir an Bildern zitierend Bezug genommen wird (⊳ [[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]]). [[Datei:Malevich, Composition with Mona Lisa.jpg|thumb|Kazimir Malevich: Komposition mit Mona Lisa 1914]]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Frage nach einem Bildzitat ist eng verknüpft mit verschiedenen Themenfeldern, etwa, wie sich das Bildzitat zum Sprachzitat oder allgemeiner Bilder zur Sprache verhalten, in welchen Kategorien über Bilder reflektiert werden kann ([[Sprechen über Bilder]]) und inwiefern im Zuge eines &#039;&#039;iconic&#039;&#039; oder &#039;&#039;pictorial turn&#039;&#039; ein bildspezifischer Diskurs über Bildverweise in Abgrenzung zum sprachlichen Diskurs möglich ist (⊳ [[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das Bildzitat ist Gegenstand in vier Forschungszusammenhängen, die mehr oder weniger unabhängig voneinander existieren. Eine gegenseitige Rezeption findet nur zum Teil statt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nelson Goodman setzt sich in seiner Symboltheorie mit der Bezugnahmepraktik des Zitierens auseinander. In einer vergleichenden Perspektive betrachtet er die Bedingungen für ein sprachliches, bildliches und musikalisches Zitieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Zum möglichen Nutzen von Goodmans Unterscheidung der Referenzformen &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; und &#039;&#039;Variation&#039;&#039; als Bestandteil einer homogenen Beschreibungssprache für die Bildwissenschaften vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2011a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Untersuchungen von Bildzitaten finden vorrangig im Rahmen der Kunstgeschichte als einer [[Bildwissenschaft]] statt. Hier stehen konkrete Analysen von Zitaten in Kunstwerken und ihre Implikationen im Vordergrund. Eine theoretische Reflektion des Begriffs basierend auf Goodmans symboltheoretischem Ansatz ist nicht vorhanden. Grundlage der Einzeluntersuchungen scheint häufig ein alltagssprachliches Verständnis von Zitat – das in erster Linie von der Idee eines sprachlichen Zitat beherrscht wird – zu sein, oder es werden explizit terminologische Bestimmungen des Zitats in Anlehnung an linguistische und literaturwissenschaftliche Definitionen vorgenommen (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dieser literaturwissenschaftlichen Orientierung entstammt auch ein Zweig bildwissenschaftlicher Forschung, der, beruhend auf dem Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039;, Bildbeziehungen unter den Schlagworten &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039;, &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; oder &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; erörtert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schließlich beschäftigt sich die Jurisprudenz mit dem Bildzitat. Aus juristischer Hinsicht ist die urheberrechtliche Frage relevant, welche Formen eines Bildzitats zulässig sind. Die rechtliche Perspektive wird zwar vereinzelt in literaturwissenschaftlichen (&amp;lt;bib id=&#039;Neumann 1980a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zeichentheoretischen Arbeiten (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 84) zur Zitatklärung herangezogen, spielt jedoch für den symboltheoretischen Ansatz bei Goodman sowie den kunsthistorischen Diskurs keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Nelson Goodman: Sprach-, Bild- und Musikzitat=====&lt;br /&gt;
Nelson Goodman (&amp;lt;bib id=&#039;Goodman 1990a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 59 ff.) betrachtet vergleichend Zitate in der Sprache, in Bildern und in der Musik. Er geht von sprachlichen Konstellationen des Zitierens aus und stellt zwei notwendige, aber nicht hinreichende Bedingungen auf. &lt;br /&gt;
* Ein Zitat ist erstens gekennzeichnet durch das Enthaltensein des Zitierten. Im Fall des direkten Zitats handelt es sich um eine syntaktische Replikation, im Fall des indirekten Zitats liegt eine semantische Paraphrase des Zitierten vor.&lt;br /&gt;
* Zweitens wird im Zitat mittels einer Benennung oder [[Prädikation]] auf das Zitierte Bezug genommen (⊳ [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß Goodmans Kriterien gilt das indirekte Zitat als basale Variante des Zitierens, in der das direkte Zitat mit seiner identischen Buchstabenabfolge des Zitierten einen Sonderfall darstellt. Zitierbar sind vom Buchstaben bis zum Satz alle schriftsprachlichen Ebenen.&amp;lt;ref&amp;gt;Auf der Ebene der Buchstaben kann es kein indirektes Zitat geben, da hier keine semantische Paraphrase möglich ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Übertragung der genannten sprachlichen Zitatkriterien stellt Goodman fest, dass im Bereich des Bildes zum Enthaltensein kein Äquivalent vorhanden ist und im Bereich der Musik keines zur Referenz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analog zur Bezugnahme auf das Zitierte im direkten Sprachzitat sucht Goodman nach Anführungszeichen im Bild und sieht sie in der Darstellung eines [[Rahmung, Rahmen|Rahmens]] oder einer Staffelei im Bild. Bezüglich des Enthaltenseins stellt sich dabei folgendes Problem. Da das Bild als autographische Kunst kein Alphabet besitzt, [[Syntaktische Dichte|syntaktisch dicht]] ist und somit die exakte Wiederholung einer Buchstabenkombination nicht gegeben ist, stellt sich die Frage, was einer Replik im Bild entsprechen könnte. Repliken können zwar unterschiedlich ausgestaltet sein, sind aber durch die identische Repetition der Buchstabenabfolge gekennzeichnet, die im System einzigartig vorliegender Bildsymbole nicht vorhanden ist. Auch bei einer Kopie liegt, anders als man zunächst vermuten könnte, keine Entsprechung zu einer solchen identischen Repetition vor. Für ein indirektes Bildzitat könnte ebenfalls ein gemalter Rahmen als Anzeige einer Paraphrase dienen. Letztlich ist in diesem Zusammenhang der Kontext entscheidend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich sieht Goodman sowohl die Möglichkeit eines Zitats von Sprache im Bild als auch in umgekehrter Richtung. Klang ließe sich ebenfalls bildlich zitieren. So müsste beispielsweise eine Musikpartitur im Bild abgebildet sein, denn [[Notation]] und Klang stehen in einem ähnlichen Verhältnis wie geschriebene und gesprochene Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jakob Steinbrenner (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 217 ff.) kommt im Rückgriff auf Überlegungen von Goodman, Tarski und Davidson zu dem Schluss, dass der Zitatbegriff in syntaktischer Hinsicht nicht auf den Bereich des Bildes übertragen werden kann. Er begründet seine Darstellung damit, dass die von ihm herausgearbeiteten Merkmale sprachlicher Zitate keine Entsprechung im Bereich des Bildes besitzen. Dabei räumt er ein, dass auf der Ebene der Semantik Merkmalsähnlichkeiten vorliegen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachliche Zitate sind gemäß Steinbrenner durch folgende Aspekte gekennzeichnet. Ein Zitat besteht aus einem Zeichenvorkommnis, das von Anführungszeichen gerahmt oder durch andere Mittel hervorgehoben wird, wobei es bestimmte notwendige syntaktische und semantische Merkmale aufweist. Ein Zitat denotiert und stimmt mit dem Zitierten im Typ überein. Zitierbar sind keine fiktiven oder zukünftigen, sondern nur von Personen gemachte, also bereits verwendete Äußerungen. Diese müssen aus eindeutig identifizierbaren Einzelzeichen einer Sprache bestehen, die jeweils einem Typ zuzuordnen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern in Bildern wirft nun verschiedene Probleme in der Übertragung sprachlicher Zitatkennzeichen auf. Kann ein im Bild dargestellter Rahmen oder eine Staffelei als syntaktische Anzeige, als Anführungszeichen eines darin enthaltenen Bildzitats fungieren? Steinbrenner führt gegen diese Überlegung an, dass das im Rahmen Dargestellte nicht zwangsläufig ein Bild im Bild ist. Es kann auch nur der Rahmen selbst präsentiert werden. Zum einen bleibt offen, was ein Bild ist und wie Bilder in Bildern abgebildet werden können. Zum anderen existiert in der Forschung keine Übereinstimmung in der Frage, ob es so etwas wie atomare Bildzeichen gibt und wie diese zu Zeichenkombinationen zusammengesetzt sind, wie also eine [[Bildgrammatik]] zu denken wäre. Da im Bild das Buchstabieren nicht möglich ist, fehlt die syntaktische Überprüfungsmöglichkeit, ob Zitiertes und Zitat einander im Typ entsprechen. &lt;br /&gt;
Während prinzipiell jeder sprachliche Zitate verwenden und erkennen kann – bis zu einem gewissen Grad auch ohne semantische Kompetenz –, ist dies bei bildlichen Zitaten nicht der Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinbrenner kommt zu dem Schluss, dass im Fall des Bildes aufgrund der fehlenden Übertragbarkeit der Kennzeichen sprachlicher Zitate sinnvollerweise nicht von einem bildlichen Zitat, sondern von einer &#039;&#039;Anspielung&#039;&#039; gesprochen werden sollte. Die Anspielung stellt eine unspezifischere Form der Bezugnahme dar, die lediglich manche Eigenschaften des Zitierten exemplifiziert (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Kunsthistorische Perspektive: Das Bildzitat im Kontext weiterer Bildbezüge=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In kunsthistorischen Untersuchungen liegt eine Fülle an Termini zur Beschreibung von Bildbeziehungen vor – etwa das Bild im Bild (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Kemp 1995a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;), die Parodie, Hommage, Allusion, Variation, Kopie u. ä. Christoph Zuschlag (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) beklagt die uneinheitliche Begriffsverwendung in der Literatur und verweist auf die Schwierigkeit, die Vielfalt der vorhandenen Bildrelationen zu erfassen und zu systematisieren. Zudem liege weder eine konsensuelle theoretische Bestimmung des Bildzitats und seiner Abgrenzung zu anderen Referenzarten vor noch ein einheitliches Kategoriensystem zur Beschreibung und Analyse unterschiedlicher visueller Verweistechniken. So ist beispielsweise nicht klar, ob die zum Teil literaturwissenschaftlich geprägten Termini als semantische Kategorien gelten sollen, ob sie eine Verfahrenstechnik beschreiben oder auf welcher Ebene (etwa motivisch oder figurativ) Übernahmen stattfinden (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 162).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wünschenswert in dieser Debatte ein epochen- und gattungsübergreifender Theoriebau auch wäre, so unklar ist dabei, ob dieser dem Wandel von Bildbegriffen und Kunstdiskursen im Laufe der Kunstgeschichte gerecht würde (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 95 f.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martina Sitt und Attila Horányi beispielsweise verwerfen den Begriff des Zitats, da er – ähnlich wie der Terminus des &#039;&#039;Einflusses&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Baader 2003b&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: 73 ff.) – zu heterogene Phänomene in der Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts umfassen muss und damit seine Beschreibungsprägnanz verloren hat (&amp;lt;bib id=&#039;Sitt &amp;amp; Horányi 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 20). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analysen von Bildzitaten in ihren Funktionen und Wirkungen finden meist epochenbezogen – etwa zu Zitattechniken im 20. Jahrhundert (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Schmidt 2000a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – oder bezogen auf das Werk einzelner Künstler (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 225 ff.) – z.B. Bildzitate bei Vermeer (&amp;lt;bib id=&#039;Hammer-Tugendhat 2009a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – statt. In übertragenem Sinn setzen sich auch Vertreterinnen der Performance-Kunst mit Bildzitaten auseinander. So versuchte beispielsweise die Künstlerin Orlan in einer Gesichtsoperation verschiedene weibliche Idealbilder der europäischen Kunstgeschichte (z.B. die Mona Lisa von Leonardo da Vinci und die Venus von Botticelli) in ihrem Gesicht zu vereinen und verwandelte damit Bildzitate in ein reales, somatisches Zitat (&amp;lt;bib id=&#039;Baxmann 2001a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 294 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag definiert das &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; in Differenz zur &#039;&#039;Paraphrase&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Während bei einem Zitat sozusagen Ausschnitte aus einer Vorlage vorgenommen werden und einzelne Elemente in einen neuen Bildkontext gestellt werden, wird bei einer Paraphrase das Vorbild als Ganzes einer Veränderung unterzogen und mit einer neuen Bildvorstellung versehen. Zitat und Paraphrase sind „kritisch reflektierte, also nicht von einem stilistischen Nachahmungsanliegen motivierte, sondern im Bewusstsein der historischen Distanz (und häufig auch der medialen Differenz) erfolgende Rückgriffe auf ein kunstgeschichtliches Vorbild oder mehrere kunstgeschichtliche Vorbilder“ (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171 f.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag verwendet diese Termini als Oberbegriffe für alle weiteren bildlichen Bezugnahmeformen, die besonders die Kunst des 20. Jahrhunderts prägen, in der der Rekurs auf die Kunstgeschichte charakteristisch ist. Belting spricht in diesem Zusammenhang von einer &#039;&#039;Zitatkunst&#039;&#039; als qualitativ neue Kunstform: „Werke, die nicht mehr geschaffen werden können, lassen sich nur noch zitieren. […] Nicht nur werden einzelne Werke wie Namen der Erinnerung zitiert: Sie stehen auch für einen Werkbegriff ein, an den sie nur noch erinnern.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 469)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert bieten die Reproduktionstechniken eine neuartige Verfügbarkeit der Vorbilder; gleichzeitig wird eine Lesbarkeit des zitierenden Bezugs für den Bildbetrachter vorausgesetzt oder erhofft und an seine Interpretationsleistung appelliert (&amp;lt;bib id=&#039;Sello 1979a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin differenziert Zuschlag das Zitat als Verweis auf konkrete Kunstwerke vom Phänomen der &#039;&#039;Metakunst&#039;&#039; ab den 1960er Jahren. Metakunst referiert nicht auf ein spezifisches Bild, sondern in einem erweiterten Sinne entweder auf die Institution Kunst, auf einen Topos oder thematisiert auf einer selbstreflexiven Metaebene Kunst an sich (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 176 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Interbildlichkeit, Interpikturalität und Interikonizität=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Darstellung von Bildbeziehungen wird bisweilen auf den literaturwissenschaftlichen Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039; zurückgegriffen, den Julia Kristeva in den 1970er Jahren zur Beschreibung von Textbeziehungen in Anlehnung an Michail Bachtins Konzept der &#039;&#039;Dialogizität&#039;&#039; entwickelte. Der Begriff der Intertextualität wird in kunstwissenschaftlichen Arbeiten zum Teil direkt auf das Medium Bild übertragen, da entweder explizit textähnliche Strukturen von Bild-Bild-Bezügen – etwa die &#039;&#039;intertextuelle Metamalerei&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Stoichita 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – untersucht werden sollen oder sich bildspezifischere Begriffe noch nicht genügend durchgesetzt haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 60). &lt;br /&gt;
Mieke Bal setzt &#039;&#039;quotation&#039;&#039; als Sprach- und Bildmedium übergreifenden Terminus ein und bezeichnet damit „intersection of iconography and intertextuality“ (&amp;lt;bib id=&#039;Bal 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus liegen verschiedene Termini für Bildverweise vor, die intertextuelle Herangehensweisen adaptieren: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) bezeichnet einerseits Bildbeziehungen sowie Bildreflexionen im Medium Bild und andererseits eine literarische Interbildlichkeit. Letztere ist gekennzeichnet durch eine im übertragenen Sinn vorhandene [[uneigentliche Bilder|Bildlichkeit]] der Sprache im Text, z.B. mittels Verknüpfung von Sprachbildern.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; (zusammenfassend &amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Rosen et al. 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) auch in der Schreibweise &#039;&#039;Interpiktoralität&#039;&#039;: Hierbei handelt es sich um Beziehungen zwischen Bildern, die in der Übernahme von Termini aus der Sprach- und Literaturwissenschaft als Zitat oder Allusion bezeichnet werden. In Analogie zur Sprache steht zur Diskussion, wie Markierungen von Bildbezügen aussehen könnten oder wie verschiedene Deutlichkeitsgrade von Referenzen auseinander zu halten seien. &lt;br /&gt;
: Phänomen und Beschreibung von Bildrelationen sind – ähnlich wie bei der Erforschung von Textbeziehungen – immer wieder Gegenstand kunstgeschichtlicher Untersuchungen gewesen. Gemäß Rosen unterscheidet sich die traditionelle Quellenforschung der Kunstgeschichte jedoch von dem neueren Interpikturalitätsdiskurs. Die Quellenforschung versucht, Einflüsse in Kunstwerken nachzuvollziehen und Beziehungslinien abzubilden. Der Interpikturalitätsansatz indes nimmt die sinnproduzierenden und konstitutiven Funktionen von Bildbezügen in Kunstwerken in den Blick.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Gamer 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;): Zuschlag strebt unter diesem Stichwort ein mehrdimensionales Modell an, das sowohl eine Typologie der interikonischen Bezugnahmen nach formalen und inhaltlichen Einteilungen als auch die funktionalen und historischen Bedingungen und Kontexte sowie produktions- und rezeptionsästhetische Sichtweisen berücksichtigt. Diese Vorgehensweise soll eine differenzierte Beschreibung der einzelnen Bezugnahmen sowie der Rolle des Rezipienten ermöglichen. In der Übertragung vom Medium des Textes auf Objekte der Kunst müssten folgende Aspekte diskutiert werden: das Wechselverhältnis von bildlichem Prätext und Posttext, Begriffe wie Autorschaft und Intentionalität, die Frage eines engen oder weiten Interikonizitätsbegriffs oder auch der Nutzen einer Übernahme von Schriftkategorien wie Einzeltextreferenz, System- oder Gattungsreferenz.&lt;br /&gt;
: Eine Anwendung dieses Postulats der Interikonizität liegt bisher nur in Ansätzen vor. Zuschlag weist auf die Notwendigkeit hin, bei der Übernahme textbasierter Kategorien die spezifischen Charakteristika des Mediums Bild zu berücksichtigen. Gerade für diesen Punkt bestehen noch keine Lösungsvorschläge.&lt;br /&gt;
: Wagner kritisiert an Zuschlags Konzept, dass dieses auf rein bildliche Relationen fokussiert sei. Bildverweise bedürften jedoch stets sprachlicher Vermittlung und Bedeutungsstiftung, so dass Interikonizität auf sprachliche Intertextualität angewiesen und mit dieser verbunden sei (&amp;lt;bib id=&#039;Wagner 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
* Im Rahmen einer weitestgehend literaturwissenschaftlich orientierten Herangehensweise finden sich vereinzelt Untersuchungen zu Bildzitaten in verschiedenen visuellen Formaten ([[Malerei]], [[Fotografie]], [[Film]]) (&amp;lt;bib id=&#039;Böhn 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zu Bildzitaten in literarischen Werken (&amp;lt;bib id=&#039;Eilert 1991a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Zitierende Bezüge zwischen filmischen Stills und Werken des kunstgeschichtlichen Kanons (&amp;lt;bib id=&#039;Keitz 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) werden ebenso analysiert wie Zitate in intermedialen Relationen zwischen Texten und Bildern (&amp;lt;bib id=&#039;Horstkotte &amp;amp; Leonhard 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Dabei wird auch versucht, intermediale und interkulturelle Bildbeziehungen und Bildtransfers nachzuvollziehen und so verschiedene Bildmedien, Zeitschichten und Diskurse außerhalb des klassischen kunstgeschichtlichen Fokus zu berücksichtigen (&amp;lt;bib id=&#039;Schulz 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 322 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Das Bildzitat als juristischer Gegenstand=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern ist, wenn es das Urheberrecht eines Bildinhabers berührt, auch Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen. Die Frage nach der Zulässigkeit von Bildzitaten ist beispielsweise bei Abbildungen in wissenschaftlichen Publikationen relevant. Im Kontext des Internets und seiner weltweiten Verbreitung von Bildern besitzen Bildzitate unterschiedlichster Art eine große Virulenz (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1886 wurde eine internationale „Berner Übereinkunft zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst“ zwischen den Ländern Deutschland, Belgien, Großbritannien, Schweiz, Italien, Spanien und Tunesien geschlossen, die in revidierter Form (die sogenannte RBÜ) immer noch Gültigkeit besitzt. Inzwischen ist sie von fast allen Staaten der Welt anerkannt worden. Laut RBÜ soll den Urhebern von Werken der Wissenschaft und Kunst ein Mindestrecht garantiert werden. Gleichzeitig gilt es, die Interessen der Urheber und der Nutzer eines Werkes im Sinne eines Allgemeinwohls und eines gesellschaftlichen Fortschritts in Einklang zu bringen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Voraussetzungen eines Zitats sehen wie folgt aus: Zunächst muss das zitierte, urheberrechtlich geschützte Werk bereits der Öffentlichkeit rechtmäßig vorliegen. Weiterhin muss der Zweck des Zitierens den Zitatumfang legitimieren und das Zitat mit den „anständigen Gepflogenheiten“ (RBÜ Art. 10, zitiert nach &amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 12) vereinbar sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut Calame und Thouvenin unterscheidet sich das Bildzitat von anderen Zitatarten durch seinen Umfang. Dem Sinn des Zitierens entspricht, aufgrund der Spezifika des Mediums Bild, meist nur das Zitieren des gesamten Werkes und nicht nur eines Ausschnitts. Dies ist, sofern die Verhältnismäßigkeit zum Gesamtwerk gegeben ist, rechtlich möglich (&amp;lt;bib id=&#039;Calame &amp;amp; Thouvenin 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 139 ff.).&amp;lt;ref&amp;gt;Dieser Aspekt wird im Rahmen der Diskussion der Schweizer Gesetzeslage angeführt. Sie orientiert sich im Wesentlichen an der Berner Übereinkunft, wobei die genannten „anständigen Gepflogenheiten“ durch die Zitatzwecke Erläuterung, Hinweis und Veranschaulichung konkretisiert wurden (&amp;lt;bib id=&#039;Calame &amp;amp; Thouvenin 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland ist das Zitatrecht in §51 UrhG ([http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__51.html]) geregelt. Mit der Gesetzesnovelle des sogenannten zweiten Korbs des §51 UrhG vom 1. Januar 2008 gestaltet sich die Rechtslage folgendermaßen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist. […]“ Insbesondere werden im Weiteren das Zitat im wissenschaftlichen Kontext zu Erläuterungszwecken sowie das Sprach- und Musikzitat angeführt. Nicht explizit genannt, aber durch die Neufassung des Paragraphen ebenfalls abgedeckt, sind Werkarten wie Bild-, Film- und Multimediazitate. Im konkreten Fall ist der Zitatzweck rechtlich zu prüfen, der in einer Belegfunktion oder im zitierenden Bezug mit dem Ziel einer kulturellen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung liegen kann. Die reine Ausschmückung eines Werkes mittels eines Zitats ist nicht zulässig. Das Zitat darf nicht an die Stelle der eigenen geistigen Schöpfung treten, die im Verhältnis überwiegen muss. Unter der Voraussetzung, dass die Bedingungen eines korrekten Zitierens erfüllt sind (angemessener Umfang und Zweck des Zitats eines urheberrechtlich vorliegenden Werkes sowie seine Kennzeichnung in Form einer Quellenangabe), hat der Urheber das Zitieren seines Werkes ohne finanzielle Entschädigungsmöglichkeit zu dulden (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 11 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Bild in reflexiver Verwendung]]&lt;br /&gt;
* [[Bildgrammatik]]&lt;br /&gt;
* [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
* [[Bildwissenschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]&lt;br /&gt;
* [[Comic]]&lt;br /&gt;
* [[Film]]&lt;br /&gt;
* [[Fotografie]]&lt;br /&gt;
* [[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]]&lt;br /&gt;
* [[Malerei]]&lt;br /&gt;
* [[Notation]]&lt;br /&gt;
* [[Prädikation]]&lt;br /&gt;
* [[Rahmung, Rahmen]]&lt;br /&gt;
* [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]&lt;br /&gt;
* [[Sprechen über Bilder]] &lt;br /&gt;
* [[Syntaktische Dichte]]&lt;br /&gt;
* [[Werbung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--[[Benutzer:Jakob Steinbrenner|Jakob Steinbrenner]]--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Anna Valentine Ullrich|Anna Valentine Ullrich]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anna Valentine Ullrich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=8701</id>
		<title>Bildzitat</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=8701"/>
		<updated>2012-06-14T11:23:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anna Valentine Ullrich: /* Bildzitat: eine Einführung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Bildzitat: eine Einführung=====&lt;br /&gt;
Was ist ein Bildzitat? Allgemein gesprochen lässt sich darunter eine zitierende, intramedial stattfindende Referenz zwischen Bildwerken heterogener Provenienz verstehen. Es handelt sich also um ein [[Bild in reflexiver Verwendung]]. Obwohl der Begriff in der Literatur häufig gebraucht wird, ist bislang ungeklärt, welche Merkmale ein Bildzitat erfüllen muss, um als solches zu gelten, und wie es von anderen Verweistechniken wie beispielsweise Variation, Anspielung, Parodie u. ä. zu unterscheiden ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bildzitate treten in diversen [[Bildmedien]] (etwa in der [[Malerei]], [[Fotografie]], im [[Comic]]) auf und liegen – historisch betrachtet – in unterschiedlichen Epochen der Kunst, aber auch in der [[Werbung]] und Alltagskultur vor. Demzufolge sind sie in allen gesellschaftlichen Bereichen anzufinden, in denen auf ein kulturelles Reservoir an Bildern zitierend Bezug genommen wird (⊳ [[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]]). [[Datei:Malevich, Composition with Mona Lisa.jpg|thumb|Kazimir Malevich: Komposition mit Mona Lisa 1914]]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Frage nach einem Bildzitat ist eng verknüpft mit verschiedenen Themenfeldern, etwa, wie sich das Bildzitat zum Sprachzitat oder allgemeiner Bilder zur Sprache verhalten, in welchen Kategorien über Bilder reflektiert werden kann ([[Sprechen über Bilder]]) und inwiefern im Zuge eines &#039;&#039;iconic&#039;&#039; oder &#039;&#039;pictorial turn&#039;&#039; ein bildspezifischer Diskurs über Bildverweise in Abgrenzung zum sprachlichen Diskurs möglich ist (⊳ [[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das Bildzitat ist Gegenstand in vier Forschungszusammenhängen, die mehr oder weniger unabhängig voneinander existieren. Eine gegenseitige Rezeption findet nur zum Teil statt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nelson Goodman setzt sich in seiner Symboltheorie mit der Bezugnahmepraktik des Zitierens auseinander. In einer vergleichenden Perspektive betrachtet er die Bedingungen für ein sprachliches, bildliches und musikalisches Zitieren. &amp;lt;ref&amp;gt;Zum möglichen Nutzen von Goodmans Unterscheidung der Referenzformen &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; und &#039;&#039;Variation&#039;&#039; als Bestandteil einer homogenen Beschreibungssprache für die Bildwissenschaften vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2011a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Untersuchungen von Bildzitaten finden vorrangig im Rahmen der Kunstgeschichte als einer [[Bildwissenschaft]] statt. Hier stehen konkrete Analysen von Zitaten in Kunstwerken und ihre Implikationen im Vordergrund. Eine theoretische Reflektion des Begriffs basierend auf Goodmans symboltheoretischem Ansatz ist nicht vorhanden. Grundlage der Einzeluntersuchungen scheint häufig ein alltagssprachliches Verständnis von Zitat – das in erster Linie von der Idee eines sprachlichen Zitat beherrscht wird – zu sein, oder es werden explizit terminologische Bestimmungen des Zitats in Anlehnung an linguistische und literaturwissenschaftliche Definitionen vorgenommen (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dieser literaturwissenschaftlichen Orientierung entstammt auch ein Zweig bildwissenschaftlicher Forschung, der, beruhend auf dem Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039;, Bildbeziehungen unter den Schlagworten &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039;, &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; oder &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; erörtert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schließlich beschäftigt sich die Jurisprudenz mit dem Bildzitat. Aus juristischer Hinsicht ist die urheberrechtliche Frage relevant, welche Formen eines Bildzitats zulässig sind. Die rechtliche Perspektive wird zwar vereinzelt in literaturwissenschaftlichen (&amp;lt;bib id=&#039;Neumann 1980a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zeichentheoretischen Arbeiten (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 84) zur Zitatklärung herangezogen, spielt jedoch für den symboltheoretischen Ansatz bei Goodman sowie den kunsthistorischen Diskurs keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Nelson Goodman: Sprach-, Bild- und Musikzitat=====&lt;br /&gt;
Nelson Goodman (&amp;lt;bib id=&#039;Goodman 1990a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 59 ff.) betrachtet vergleichend Zitate in der Sprache, in Bildern und in der Musik. Er geht von sprachlichen Konstellationen des Zitierens aus und stellt zwei notwendige, aber nicht hinreichende Bedingungen auf. &lt;br /&gt;
* Ein Zitat ist erstens gekennzeichnet durch das Enthaltensein des Zitierten. Im Fall des direkten Zitats handelt es sich um eine syntaktische Replikation, im Fall des indirekten Zitats liegt eine semantische Paraphrase des Zitierten vor.&lt;br /&gt;
* Zweitens wird im Zitat mittels einer Benennung oder [[Prädikation]] auf das Zitierte Bezug genommen (⊳ [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß Goodmans Kriterien gilt das indirekte Zitat als basale Variante des Zitierens, in der das direkte Zitat mit seiner identischen Buchstabenabfolge des Zitierten einen Sonderfall darstellt. Zitierbar sind vom Buchstaben bis zum Satz alle schriftsprachlichen Ebenen.&amp;lt;ref&amp;gt;Auf der Ebene der Buchstaben kann es kein indirektes Zitat geben, da hier keine semantische Paraphrase möglich ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Übertragung der genannten sprachlichen Zitatkriterien stellt Goodman fest, dass im Bereich des Bildes zum Enthaltensein kein Äquivalent vorhanden ist und im Bereich der Musik keines zur Referenz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analog zur Bezugnahme auf das Zitierte im direkten Sprachzitat sucht Goodman nach Anführungszeichen im Bild und sieht sie in der Darstellung eines [[Rahmung, Rahmen|Rahmens]] oder einer Staffelei im Bild. Bezüglich des Enthaltenseins stellt sich dabei folgendes Problem. Da das Bild als autographische Kunst kein Alphabet besitzt, [[Syntaktische Dichte|syntaktisch dicht]] ist und somit die exakte Wiederholung einer Buchstabenkombination nicht gegeben ist, stellt sich die Frage, was einer Replik im Bild entsprechen könnte. Repliken können zwar unterschiedlich ausgestaltet sein, sind aber durch die identische Repetition der Buchstabenabfolge gekennzeichnet, die im System einzigartig vorliegender Bildsymbole nicht vorhanden ist. Auch bei einer Kopie liegt, anders als man zunächst vermuten könnte, keine Entsprechung zu einer solchen identischen Repetition vor. Für ein indirektes Bildzitat könnte ebenfalls ein gemalter Rahmen als Anzeige einer Paraphrase dienen. Letztlich ist in diesem Zusammenhang der Kontext entscheidend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich sieht Goodman sowohl die Möglichkeit eines Zitats von Sprache im Bild als auch in umgekehrter Richtung. Klang ließe sich ebenfalls bildlich zitieren. So müsste beispielsweise eine Musikpartitur im Bild abgebildet sein, denn [[Notation]] und Klang stehen in einem ähnlichen Verhältnis wie geschriebene und gesprochene Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jakob Steinbrenner (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 217 ff.) kommt im Rückgriff auf Überlegungen von Goodman, Tarski und Davidson zu dem Schluss, dass der Zitatbegriff in syntaktischer Hinsicht nicht auf den Bereich des Bildes übertragen werden kann. Er begründet seine Darstellung damit, dass die von ihm herausgearbeiteten Merkmale sprachlicher Zitate keine Entsprechung im Bereich des Bildes besitzen. Dabei räumt er ein, dass auf der Ebene der Semantik Merkmalsähnlichkeiten vorliegen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachliche Zitate sind gemäß Steinbrenner durch folgende Aspekte gekennzeichnet. Ein Zitat besteht aus einem Zeichenvorkommnis, das von Anführungszeichen gerahmt oder durch andere Mittel hervorgehoben wird, wobei es bestimmte notwendige syntaktische und semantische Merkmale aufweist. Ein Zitat denotiert und stimmt mit dem Zitierten im Typ überein. Zitierbar sind keine fiktiven oder zukünftigen, sondern nur von Personen gemachte, also bereits verwendete Äußerungen. Diese müssen aus eindeutig identifizierbaren Einzelzeichen einer Sprache bestehen, die jeweils einem Typ zuzuordnen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern in Bildern wirft nun verschiedene Probleme in der Übertragung sprachlicher Zitatkennzeichen auf. Kann ein im Bild dargestellter Rahmen oder eine Staffelei als syntaktische Anzeige, als Anführungszeichen eines darin enthaltenen Bildzitats fungieren? Steinbrenner führt gegen diese Überlegung an, dass das im Rahmen Dargestellte nicht zwangsläufig ein Bild im Bild ist. Es kann auch nur der Rahmen selbst präsentiert werden. Zum einen bleibt offen, was ein Bild ist und wie Bilder in Bildern abgebildet werden können. Zum anderen existiert in der Forschung keine Übereinstimmung in der Frage, ob es so etwas wie atomare Bildzeichen gibt und wie diese zu Zeichenkombinationen zusammengesetzt sind, wie also eine [[Bildgrammatik]] zu denken wäre. Da im Bild das Buchstabieren nicht möglich ist, fehlt die syntaktische Überprüfungsmöglichkeit, ob Zitiertes und Zitat einander im Typ entsprechen. &lt;br /&gt;
Während prinzipiell jeder sprachliche Zitate verwenden und erkennen kann – bis zu einem gewissen Grad auch ohne semantische Kompetenz –, ist dies bei bildlichen Zitaten nicht der Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinbrenner kommt zu dem Schluss, dass im Fall des Bildes aufgrund der fehlenden Übertragbarkeit der Kennzeichen sprachlicher Zitate sinnvollerweise nicht von einem bildlichen Zitat, sondern von einer &#039;&#039;Anspielung&#039;&#039; gesprochen werden sollte. Die Anspielung stellt eine unspezifischere Form der Bezugnahme dar, die lediglich manche Eigenschaften des Zitierten exemplifiziert (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Kunsthistorische Perspektive: Das Bildzitat im Kontext weiterer Bildbezüge=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In kunsthistorischen Untersuchungen liegt eine Fülle an Termini zur Beschreibung von Bildbeziehungen vor – etwa das Bild im Bild (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Kemp 1995a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;), die Parodie, Hommage, Allusion, Variation, Kopie u. ä. Christoph Zuschlag (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) beklagt die uneinheitliche Begriffsverwendung in der Literatur und verweist auf die Schwierigkeit, die Vielfalt der vorhandenen Bildrelationen zu erfassen und zu systematisieren. Zudem liege weder eine konsensuelle theoretische Bestimmung des Bildzitats und seiner Abgrenzung zu anderen Referenzarten vor noch ein einheitliches Kategoriensystem zur Beschreibung und Analyse unterschiedlicher visueller Verweistechniken. So ist beispielsweise nicht klar, ob die zum Teil literaturwissenschaftlich geprägten Termini als semantische Kategorien gelten sollen, ob sie eine Verfahrenstechnik beschreiben oder auf welcher Ebene (etwa motivisch oder figurativ) Übernahmen stattfinden (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 162).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wünschenswert in dieser Debatte ein epochen- und gattungsübergreifender Theoriebau auch wäre, so unklar ist dabei, ob dieser dem Wandel von Bildbegriffen und Kunstdiskursen im Laufe der Kunstgeschichte gerecht würde (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 95 f.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martina Sitt und Attila Horányi beispielsweise verwerfen den Begriff des Zitats, da er – ähnlich wie der Terminus des &#039;&#039;Einflusses&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Baader 2003b&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: 73 ff.) – zu heterogene Phänomene in der Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts umfassen muss und damit seine Beschreibungsprägnanz verloren hat (&amp;lt;bib id=&#039;Sitt &amp;amp; Horányi 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 20). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analysen von Bildzitaten in ihren Funktionen und Wirkungen finden meist epochenbezogen – etwa zu Zitattechniken im 20. Jahrhundert (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Schmidt 2000a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – oder bezogen auf das Werk einzelner Künstler (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 225 ff.) – z.B. Bildzitate bei Vermeer (&amp;lt;bib id=&#039;Hammer-Tugendhat 2009a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – statt. In übertragenem Sinn setzen sich auch Vertreterinnen der Performance-Kunst mit Bildzitaten auseinander. So versuchte beispielsweise die Künstlerin Orlan in einer Gesichtsoperation verschiedene weibliche Idealbilder der europäischen Kunstgeschichte (z.B. die Mona Lisa von Leonardo da Vinci und die Venus von Botticelli) in ihrem Gesicht zu vereinen und verwandelte damit Bildzitate in ein reales, somatisches Zitat (&amp;lt;bib id=&#039;Baxmann 2001a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 294 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag definiert das &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; in Differenz zur &#039;&#039;Paraphrase&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Während bei einem Zitat sozusagen Ausschnitte aus einer Vorlage vorgenommen werden und einzelne Elemente in einen neuen Bildkontext gestellt werden, wird bei einer Paraphrase das Vorbild als Ganzes einer Veränderung unterzogen und mit einer neuen Bildvorstellung versehen. Zitat und Paraphrase sind „kritisch reflektierte, also nicht von einem stilistischen Nachahmungsanliegen motivierte, sondern im Bewusstsein der historischen Distanz (und häufig auch der medialen Differenz) erfolgende Rückgriffe auf ein kunstgeschichtliches Vorbild oder mehrere kunstgeschichtliche Vorbilder“ (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171 f.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag verwendet diese Termini als Oberbegriffe für alle weiteren bildlichen Bezugnahmeformen, die besonders die Kunst des 20. Jahrhunderts prägen, in der der Rekurs auf die Kunstgeschichte charakteristisch ist. Belting spricht in diesem Zusammenhang von einer &#039;&#039;Zitatkunst&#039;&#039; als qualitativ neue Kunstform: „Werke, die nicht mehr geschaffen werden können, lassen sich nur noch zitieren. […] Nicht nur werden einzelne Werke wie Namen der Erinnerung zitiert: Sie stehen auch für einen Werkbegriff ein, an den sie nur noch erinnern.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 469)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert bieten die Reproduktionstechniken eine neuartige Verfügbarkeit der Vorbilder; gleichzeitig wird eine Lesbarkeit des zitierenden Bezugs für den Bildbetrachter vorausgesetzt oder erhofft und an seine Interpretationsleistung appelliert (&amp;lt;bib id=&#039;Sello 1979a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin differenziert Zuschlag das Zitat als Verweis auf konkrete Kunstwerke vom Phänomen der &#039;&#039;Metakunst&#039;&#039; ab den 1960er Jahren. Metakunst referiert nicht auf ein spezifisches Bild, sondern in einem erweiterten Sinne entweder auf die Institution Kunst, auf einen Topos oder thematisiert auf einer selbstreflexiven Metaebene Kunst an sich (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 176 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Interbildlichkeit, Interpikturalität und Interikonizität=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Darstellung von Bildbeziehungen wird bisweilen auf den literaturwissenschaftlichen Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039; zurückgegriffen, den Julia Kristeva in den 1970er Jahren zur Beschreibung von Textbeziehungen in Anlehnung an Michail Bachtins Konzept der &#039;&#039;Dialogizität&#039;&#039; entwickelte. Der Begriff der Intertextualität wird in kunstwissenschaftlichen Arbeiten zum Teil direkt auf das Medium Bild übertragen, da entweder explizit textähnliche Strukturen von Bild-Bild-Bezügen – etwa die &#039;&#039;intertextuelle Metamalerei&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Stoichita 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – untersucht werden sollen oder sich bildspezifischere Begriffe noch nicht genügend durchgesetzt haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 60). &lt;br /&gt;
Mieke Bal setzt &#039;&#039;quotation&#039;&#039; als Sprach- und Bildmedium übergreifenden Terminus ein und bezeichnet damit „intersection of iconography and intertextuality“ (&amp;lt;bib id=&#039;Bal 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus liegen verschiedene Termini für Bildverweise vor, die intertextuelle Herangehensweisen adaptieren: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) bezeichnet einerseits Bildbeziehungen sowie Bildreflexionen im Medium Bild und andererseits eine literarische Interbildlichkeit. Letztere ist gekennzeichnet durch eine im übertragenen Sinn vorhandene [[uneigentliche Bilder|Bildlichkeit]] der Sprache im Text, z.B. mittels Verknüpfung von Sprachbildern.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; (zusammenfassend &amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Rosen et al. 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) auch in der Schreibweise &#039;&#039;Interpiktoralität&#039;&#039;: Hierbei handelt es sich um Beziehungen zwischen Bildern, die in der Übernahme von Termini aus der Sprach- und Literaturwissenschaft als Zitat oder Allusion bezeichnet werden. In Analogie zur Sprache steht zur Diskussion, wie Markierungen von Bildbezügen aussehen könnten oder wie verschiedene Deutlichkeitsgrade von Referenzen auseinander zu halten seien. &lt;br /&gt;
: Phänomen und Beschreibung von Bildrelationen sind – ähnlich wie bei der Erforschung von Textbeziehungen – immer wieder Gegenstand kunstgeschichtlicher Untersuchungen gewesen. Gemäß Rosen unterscheidet sich die traditionelle Quellenforschung der Kunstgeschichte jedoch von dem neueren Interpikturalitätsdiskurs. Die Quellenforschung versucht, Einflüsse in Kunstwerken nachzuvollziehen und Beziehungslinien abzubilden. Der Interpikturalitätsansatz indes nimmt die sinnproduzierenden und konstitutiven Funktionen von Bildbezügen in Kunstwerken in den Blick.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Gamer 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;): Zuschlag strebt unter diesem Stichwort ein mehrdimensionales Modell an, das sowohl eine Typologie der interikonischen Bezugnahmen nach formalen und inhaltlichen Einteilungen als auch die funktionalen und historischen Bedingungen und Kontexte sowie produktions- und rezeptionsästhetische Sichtweisen berücksichtigt. Diese Vorgehensweise soll eine differenzierte Beschreibung der einzelnen Bezugnahmen sowie der Rolle des Rezipienten ermöglichen. In der Übertragung vom Medium des Textes auf Objekte der Kunst müssten folgende Aspekte diskutiert werden: das Wechselverhältnis von bildlichem Prätext und Posttext, Begriffe wie Autorschaft und Intentionalität, die Frage eines engen oder weiten Interikonizitätsbegriffs oder auch der Nutzen einer Übernahme von Schriftkategorien wie Einzeltextreferenz, System- oder Gattungsreferenz.&lt;br /&gt;
: Eine Anwendung dieses Postulats der Interikonizität liegt bisher nur in Ansätzen vor. Zuschlag weist auf die Notwendigkeit hin, bei der Übernahme textbasierter Kategorien die spezifischen Charakteristika des Mediums Bild zu berücksichtigen. Gerade für diesen Punkt bestehen noch keine Lösungsvorschläge.&lt;br /&gt;
: Wagner kritisiert an Zuschlags Konzept, dass dieses auf rein bildliche Relationen fokussiert sei. Bildverweise bedürften jedoch stets sprachlicher Vermittlung und Bedeutungsstiftung, so dass Interikonizität auf sprachliche Intertextualität angewiesen und mit dieser verbunden sei (&amp;lt;bib id=&#039;Wagner 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
* Im Rahmen einer weitestgehend literaturwissenschaftlich orientierten Herangehensweise finden sich vereinzelt Untersuchungen zu Bildzitaten in verschiedenen visuellen Formaten ([[Malerei]], [[Fotografie]], [[Film]]) (&amp;lt;bib id=&#039;Böhn 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zu Bildzitaten in literarischen Werken (&amp;lt;bib id=&#039;Eilert 1991a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Zitierende Bezüge zwischen filmischen Stills und Werken des kunstgeschichtlichen Kanons (&amp;lt;bib id=&#039;Keitz 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) werden ebenso analysiert wie Zitate in intermedialen Relationen zwischen Texten und Bildern (&amp;lt;bib id=&#039;Horstkotte &amp;amp; Leonhard 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Dabei wird auch versucht, intermediale und interkulturelle Bildbeziehungen und Bildtransfers nachzuvollziehen und so verschiedene Bildmedien, Zeitschichten und Diskurse außerhalb des klassischen kunstgeschichtlichen Fokus zu berücksichtigen (&amp;lt;bib id=&#039;Schulz 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 322 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Das Bildzitat als juristischer Gegenstand=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern ist, wenn es das Urheberrecht eines Bildinhabers berührt, auch Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen. Die Frage nach der Zulässigkeit von Bildzitaten ist beispielsweise bei Abbildungen in wissenschaftlichen Publikationen relevant. Im Kontext des Internets und seiner weltweiten Verbreitung von Bildern besitzen Bildzitate unterschiedlichster Art eine große Virulenz (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1886 wurde eine internationale „Berner Übereinkunft zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst“ zwischen den Ländern Deutschland, Belgien, Großbritannien, Schweiz, Italien, Spanien und Tunesien geschlossen, die in revidierter Form (die sogenannte RBÜ) immer noch Gültigkeit besitzt. Inzwischen ist sie von fast allen Staaten der Welt anerkannt worden. Laut RBÜ soll den Urhebern von Werken der Wissenschaft und Kunst ein Mindestrecht garantiert werden. Gleichzeitig gilt es, die Interessen der Urheber und der Nutzer eines Werkes im Sinne eines Allgemeinwohls und eines gesellschaftlichen Fortschritts in Einklang zu bringen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Voraussetzungen eines Zitats sehen wie folgt aus: Zunächst muss das zitierte, urheberrechtlich geschützte Werk bereits der Öffentlichkeit rechtmäßig vorliegen. Weiterhin muss der Zweck des Zitierens den Zitatumfang legitimieren und das Zitat mit den „anständigen Gepflogenheiten“ (RBÜ Art. 10, zitiert nach &amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 12) vereinbar sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut Calame und Thouvenin unterscheidet sich das Bildzitat von anderen Zitatarten durch seinen Umfang. Dem Sinn des Zitierens entspricht, aufgrund der Spezifika des Mediums Bild, meist nur das Zitieren des gesamten Werkes und nicht nur eines Ausschnitts. Dies ist, sofern die Verhältnismäßigkeit zum Gesamtwerk gegeben ist, rechtlich möglich (&amp;lt;bib id=&#039;Calame &amp;amp; Thouvenin 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 139 ff.).&amp;lt;ref&amp;gt;Dieser Aspekt wird im Rahmen der Diskussion der Schweizer Gesetzeslage angeführt. Sie orientiert sich im Wesentlichen an der Berner Übereinkunft, wobei die genannten „anständigen Gepflogenheiten“ durch die Zitatzwecke Erläuterung, Hinweis und Veranschaulichung konkretisiert wurden (&amp;lt;bib id=&#039;Calame &amp;amp; Thouvenin 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland ist das Zitatrecht in §51 UrhG ([http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__51.html]) geregelt. Mit der Gesetzesnovelle des sogenannten zweiten Korbs des §51 UrhG vom 1. Januar 2008 gestaltet sich die Rechtslage folgendermaßen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist. […]“ Insbesondere werden im Weiteren das Zitat im wissenschaftlichen Kontext zu Erläuterungszwecken sowie das Sprach- und Musikzitat angeführt. Nicht explizit genannt, aber durch die Neufassung des Paragraphen ebenfalls abgedeckt, sind Werkarten wie Bild-, Film- und Multimediazitate. Im konkreten Fall ist der Zitatzweck rechtlich zu prüfen, der in einer Belegfunktion oder im zitierenden Bezug mit dem Ziel einer kulturellen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung liegen kann. Die reine Ausschmückung eines Werkes mittels eines Zitats ist nicht zulässig. Das Zitat darf nicht an die Stelle der eigenen geistigen Schöpfung treten, die im Verhältnis überwiegen muss. Unter der Voraussetzung, dass die Bedingungen eines korrekten Zitierens erfüllt sind (angemessener Umfang und Zweck des Zitats eines urheberrechtlich vorliegenden Werkes sowie seine Kennzeichnung in Form einer Quellenangabe), hat der Urheber das Zitieren seines Werkes ohne finanzielle Entschädigungsmöglichkeit zu dulden (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 11 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Bild in reflexiver Verwendung]]&lt;br /&gt;
* [[Bildgrammatik]]&lt;br /&gt;
* [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
* [[Bildwissenschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]&lt;br /&gt;
* [[Comic]]&lt;br /&gt;
* [[Film]]&lt;br /&gt;
* [[Fotografie]]&lt;br /&gt;
* [[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]]&lt;br /&gt;
* [[Malerei]]&lt;br /&gt;
* [[Notation]]&lt;br /&gt;
* [[Prädikation]]&lt;br /&gt;
* [[Rahmung, Rahmen]]&lt;br /&gt;
* [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]&lt;br /&gt;
* [[Sprechen über Bilder]] &lt;br /&gt;
* [[Syntaktische Dichte]]&lt;br /&gt;
* [[Werbung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--[[Benutzer:Jakob Steinbrenner|Jakob Steinbrenner]]--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Anna Valentine Ullrich|Anna Valentine Ullrich]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anna Valentine Ullrich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=8700</id>
		<title>Bildzitat</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=8700"/>
		<updated>2012-06-14T10:12:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anna Valentine Ullrich: /* Bildzitat: eine Einführung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Bildzitat: eine Einführung=====&lt;br /&gt;
Was ist ein Bildzitat? Allgemein gesprochen lässt sich darunter eine zitierende, intramedial stattfindende Referenz zwischen Bildwerken heterogener Provenienz verstehen. Es handelt sich also um ein [[Bild in reflexiver Verwendung]]. Obwohl der Begriff in der Literatur häufig gebraucht wird, ist bislang ungeklärt, welche Merkmale ein Bildzitat erfüllen muss, um als solches zu gelten, und wie es von anderen Verweistechniken wie beispielsweise Variation, Anspielung, Parodie u. ä. zu unterscheiden ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bildzitate treten in diversen [[Bildmedien]] (etwa in der [[Malerei]], [[Fotografie]], im [[Comic]]) auf und liegen – historisch betrachtet – in unterschiedlichen Epochen der Kunst, aber auch in der [[Werbung]] und Alltagskultur vor. Demzufolge sind sie in allen gesellschaftlichen Bereichen anzufinden, in denen auf ein kulturelles Reservoir an Bildern zitierend Bezug genommen wird (⊳ [[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]]). [[Datei:Malevich, Composition with Mona Lisa.jpg|thumb|Kazimir Malevich: Komposition mit Mona Lisa 1914]]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Frage nach einem Bildzitat ist eng verknüpft mit verschiedenen Themenfeldern, etwa, wie sich das Bildzitat zum Sprachzitat oder allgemeiner Bilder zur Sprache verhalten, in welchen Kategorien über Bilder reflektiert werden kann ([[Sprechen über Bilder]]) und inwiefern im Zuge eines &#039;&#039;iconic&#039;&#039; oder &#039;&#039;pictorial turn&#039;&#039; ein bildspezifischer Diskurs über Bildverweise in Abgrenzung zum sprachlichen Diskurs möglich ist (⊳ [[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das Bildzitat ist Gegenstand in vier Forschungszusammenhängen, die mehr oder weniger unabhängig voneinander existieren. Eine gegenseitige Rezeption findet nur zum Teil statt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nelson Goodman setzt sich in seiner Symboltheorie mit der Bezugnahmepraktik des Zitierens auseinander. In einer vergleichenden Perspektive betrachtet er die Bedingungen für ein sprachliches, bildliches und musikalisches Zitieren. (Zum möglichen Nutzen von Goodmans Unterscheidung der Referenzformen &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; und &#039;&#039;Variation&#039;&#039; als Bestandteil einer homogenen Beschreibungssprache für die Bildwissenschaften vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2011a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Untersuchungen von Bildzitaten finden vorrangig im Rahmen der Kunstgeschichte als einer [[Bildwissenschaft]] statt. Hier stehen konkrete Analysen von Zitaten in Kunstwerken und ihre Implikationen im Vordergrund. Eine theoretische Reflektion des Begriffs basierend auf Goodmans symboltheoretischem Ansatz ist nicht vorhanden. Grundlage der Einzeluntersuchungen scheint häufig ein alltagssprachliches Verständnis von Zitat – das in erster Linie von der Idee eines sprachlichen Zitat beherrscht wird – zu sein, oder es werden explizit terminologische Bestimmungen des Zitats in Anlehnung an linguistische und literaturwissenschaftliche Definitionen vorgenommen (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dieser literaturwissenschaftlichen Orientierung entstammt auch ein Zweig bildwissenschaftlicher Forschung, der, beruhend auf dem Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039;, Bildbeziehungen unter den Schlagworten &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039;, &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; oder &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; erörtert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schließlich beschäftigt sich die Jurisprudenz mit dem Bildzitat. Aus juristischer Hinsicht ist die urheberrechtliche Frage relevant, welche Formen eines Bildzitats zulässig sind. Die rechtliche Perspektive wird zwar vereinzelt in literaturwissenschaftlichen (&amp;lt;bib id=&#039;Neumann 1980a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zeichentheoretischen Arbeiten (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 84) zur Zitatklärung herangezogen, spielt jedoch für den symboltheoretischen Ansatz bei Goodman sowie den kunsthistorischen Diskurs keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Nelson Goodman: Sprach-, Bild- und Musikzitat=====&lt;br /&gt;
Nelson Goodman (&amp;lt;bib id=&#039;Goodman 1990a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 59 ff.) betrachtet vergleichend Zitate in der Sprache, in Bildern und in der Musik. Er geht von sprachlichen Konstellationen des Zitierens aus und stellt zwei notwendige, aber nicht hinreichende Bedingungen auf. &lt;br /&gt;
* Ein Zitat ist erstens gekennzeichnet durch das Enthaltensein des Zitierten. Im Fall des direkten Zitats handelt es sich um eine syntaktische Replikation, im Fall des indirekten Zitats liegt eine semantische Paraphrase des Zitierten vor.&lt;br /&gt;
* Zweitens wird im Zitat mittels einer Benennung oder [[Prädikation]] auf das Zitierte Bezug genommen (⊳ [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß Goodmans Kriterien gilt das indirekte Zitat als basale Variante des Zitierens, in der das direkte Zitat mit seiner identischen Buchstabenabfolge des Zitierten einen Sonderfall darstellt. Zitierbar sind vom Buchstaben bis zum Satz alle schriftsprachlichen Ebenen.&amp;lt;ref&amp;gt;Auf der Ebene der Buchstaben kann es kein indirektes Zitat geben, da hier keine semantische Paraphrase möglich ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Übertragung der genannten sprachlichen Zitatkriterien stellt Goodman fest, dass im Bereich des Bildes zum Enthaltensein kein Äquivalent vorhanden ist und im Bereich der Musik keines zur Referenz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analog zur Bezugnahme auf das Zitierte im direkten Sprachzitat sucht Goodman nach Anführungszeichen im Bild und sieht sie in der Darstellung eines [[Rahmung, Rahmen|Rahmens]] oder einer Staffelei im Bild. Bezüglich des Enthaltenseins stellt sich dabei folgendes Problem. Da das Bild als autographische Kunst kein Alphabet besitzt, [[Syntaktische Dichte|syntaktisch dicht]] ist und somit die exakte Wiederholung einer Buchstabenkombination nicht gegeben ist, stellt sich die Frage, was einer Replik im Bild entsprechen könnte. Repliken können zwar unterschiedlich ausgestaltet sein, sind aber durch die identische Repetition der Buchstabenabfolge gekennzeichnet, die im System einzigartig vorliegender Bildsymbole nicht vorhanden ist. Auch bei einer Kopie liegt, anders als man zunächst vermuten könnte, keine Entsprechung zu einer solchen identischen Repetition vor. Für ein indirektes Bildzitat könnte ebenfalls ein gemalter Rahmen als Anzeige einer Paraphrase dienen. Letztlich ist in diesem Zusammenhang der Kontext entscheidend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich sieht Goodman sowohl die Möglichkeit eines Zitats von Sprache im Bild als auch in umgekehrter Richtung. Klang ließe sich ebenfalls bildlich zitieren. So müsste beispielsweise eine Musikpartitur im Bild abgebildet sein, denn [[Notation]] und Klang stehen in einem ähnlichen Verhältnis wie geschriebene und gesprochene Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jakob Steinbrenner (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 217 ff.) kommt im Rückgriff auf Überlegungen von Goodman, Tarski und Davidson zu dem Schluss, dass der Zitatbegriff in syntaktischer Hinsicht nicht auf den Bereich des Bildes übertragen werden kann. Er begründet seine Darstellung damit, dass die von ihm herausgearbeiteten Merkmale sprachlicher Zitate keine Entsprechung im Bereich des Bildes besitzen. Dabei räumt er ein, dass auf der Ebene der Semantik Merkmalsähnlichkeiten vorliegen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachliche Zitate sind gemäß Steinbrenner durch folgende Aspekte gekennzeichnet. Ein Zitat besteht aus einem Zeichenvorkommnis, das von Anführungszeichen gerahmt oder durch andere Mittel hervorgehoben wird, wobei es bestimmte notwendige syntaktische und semantische Merkmale aufweist. Ein Zitat denotiert und stimmt mit dem Zitierten im Typ überein. Zitierbar sind keine fiktiven oder zukünftigen, sondern nur von Personen gemachte, also bereits verwendete Äußerungen. Diese müssen aus eindeutig identifizierbaren Einzelzeichen einer Sprache bestehen, die jeweils einem Typ zuzuordnen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern in Bildern wirft nun verschiedene Probleme in der Übertragung sprachlicher Zitatkennzeichen auf. Kann ein im Bild dargestellter Rahmen oder eine Staffelei als syntaktische Anzeige, als Anführungszeichen eines darin enthaltenen Bildzitats fungieren? Steinbrenner führt gegen diese Überlegung an, dass das im Rahmen Dargestellte nicht zwangsläufig ein Bild im Bild ist. Es kann auch nur der Rahmen selbst präsentiert werden. Zum einen bleibt offen, was ein Bild ist und wie Bilder in Bildern abgebildet werden können. Zum anderen existiert in der Forschung keine Übereinstimmung in der Frage, ob es so etwas wie atomare Bildzeichen gibt und wie diese zu Zeichenkombinationen zusammengesetzt sind, wie also eine [[Bildgrammatik]] zu denken wäre. Da im Bild das Buchstabieren nicht möglich ist, fehlt die syntaktische Überprüfungsmöglichkeit, ob Zitiertes und Zitat einander im Typ entsprechen. &lt;br /&gt;
Während prinzipiell jeder sprachliche Zitate verwenden und erkennen kann – bis zu einem gewissen Grad auch ohne semantische Kompetenz –, ist dies bei bildlichen Zitaten nicht der Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinbrenner kommt zu dem Schluss, dass im Fall des Bildes aufgrund der fehlenden Übertragbarkeit der Kennzeichen sprachlicher Zitate sinnvollerweise nicht von einem bildlichen Zitat, sondern von einer &#039;&#039;Anspielung&#039;&#039; gesprochen werden sollte. Die Anspielung stellt eine unspezifischere Form der Bezugnahme dar, die lediglich manche Eigenschaften des Zitierten exemplifiziert (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Kunsthistorische Perspektive: Das Bildzitat im Kontext weiterer Bildbezüge=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In kunsthistorischen Untersuchungen liegt eine Fülle an Termini zur Beschreibung von Bildbeziehungen vor – etwa das Bild im Bild (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Kemp 1995a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;), die Parodie, Hommage, Allusion, Variation, Kopie u. ä. Christoph Zuschlag (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) beklagt die uneinheitliche Begriffsverwendung in der Literatur und verweist auf die Schwierigkeit, die Vielfalt der vorhandenen Bildrelationen zu erfassen und zu systematisieren. Zudem liege weder eine konsensuelle theoretische Bestimmung des Bildzitats und seiner Abgrenzung zu anderen Referenzarten vor noch ein einheitliches Kategoriensystem zur Beschreibung und Analyse unterschiedlicher visueller Verweistechniken. So ist beispielsweise nicht klar, ob die zum Teil literaturwissenschaftlich geprägten Termini als semantische Kategorien gelten sollen, ob sie eine Verfahrenstechnik beschreiben oder auf welcher Ebene (etwa motivisch oder figurativ) Übernahmen stattfinden (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 162).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wünschenswert in dieser Debatte ein epochen- und gattungsübergreifender Theoriebau auch wäre, so unklar ist dabei, ob dieser dem Wandel von Bildbegriffen und Kunstdiskursen im Laufe der Kunstgeschichte gerecht würde (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 95 f.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martina Sitt und Attila Horányi beispielsweise verwerfen den Begriff des Zitats, da er – ähnlich wie der Terminus des &#039;&#039;Einflusses&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Baader 2003b&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: 73 ff.) – zu heterogene Phänomene in der Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts umfassen muss und damit seine Beschreibungsprägnanz verloren hat (&amp;lt;bib id=&#039;Sitt &amp;amp; Horányi 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 20). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analysen von Bildzitaten in ihren Funktionen und Wirkungen finden meist epochenbezogen – etwa zu Zitattechniken im 20. Jahrhundert (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Schmidt 2000a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – oder bezogen auf das Werk einzelner Künstler (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 225 ff.) – z.B. Bildzitate bei Vermeer (&amp;lt;bib id=&#039;Hammer-Tugendhat 2009a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – statt. In übertragenem Sinn setzen sich auch Vertreterinnen der Performance-Kunst mit Bildzitaten auseinander. So versuchte beispielsweise die Künstlerin Orlan in einer Gesichtsoperation verschiedene weibliche Idealbilder der europäischen Kunstgeschichte (z.B. die Mona Lisa von Leonardo da Vinci und die Venus von Botticelli) in ihrem Gesicht zu vereinen und verwandelte damit Bildzitate in ein reales, somatisches Zitat (&amp;lt;bib id=&#039;Baxmann 2001a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 294 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag definiert das &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; in Differenz zur &#039;&#039;Paraphrase&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Während bei einem Zitat sozusagen Ausschnitte aus einer Vorlage vorgenommen werden und einzelne Elemente in einen neuen Bildkontext gestellt werden, wird bei einer Paraphrase das Vorbild als Ganzes einer Veränderung unterzogen und mit einer neuen Bildvorstellung versehen. Zitat und Paraphrase sind „kritisch reflektierte, also nicht von einem stilistischen Nachahmungsanliegen motivierte, sondern im Bewusstsein der historischen Distanz (und häufig auch der medialen Differenz) erfolgende Rückgriffe auf ein kunstgeschichtliches Vorbild oder mehrere kunstgeschichtliche Vorbilder“ (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171 f.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag verwendet diese Termini als Oberbegriffe für alle weiteren bildlichen Bezugnahmeformen, die besonders die Kunst des 20. Jahrhunderts prägen, in der der Rekurs auf die Kunstgeschichte charakteristisch ist. Belting spricht in diesem Zusammenhang von einer &#039;&#039;Zitatkunst&#039;&#039; als qualitativ neue Kunstform: „Werke, die nicht mehr geschaffen werden können, lassen sich nur noch zitieren. […] Nicht nur werden einzelne Werke wie Namen der Erinnerung zitiert: Sie stehen auch für einen Werkbegriff ein, an den sie nur noch erinnern.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 469)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert bieten die Reproduktionstechniken eine neuartige Verfügbarkeit der Vorbilder; gleichzeitig wird eine Lesbarkeit des zitierenden Bezugs für den Bildbetrachter vorausgesetzt oder erhofft und an seine Interpretationsleistung appelliert (&amp;lt;bib id=&#039;Sello 1979a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin differenziert Zuschlag das Zitat als Verweis auf konkrete Kunstwerke vom Phänomen der &#039;&#039;Metakunst&#039;&#039; ab den 1960er Jahren. Metakunst referiert nicht auf ein spezifisches Bild, sondern in einem erweiterten Sinne entweder auf die Institution Kunst, auf einen Topos oder thematisiert auf einer selbstreflexiven Metaebene Kunst an sich (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 176 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Interbildlichkeit, Interpikturalität und Interikonizität=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Darstellung von Bildbeziehungen wird bisweilen auf den literaturwissenschaftlichen Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039; zurückgegriffen, den Julia Kristeva in den 1970er Jahren zur Beschreibung von Textbeziehungen in Anlehnung an Michail Bachtins Konzept der &#039;&#039;Dialogizität&#039;&#039; entwickelte. Der Begriff der Intertextualität wird in kunstwissenschaftlichen Arbeiten zum Teil direkt auf das Medium Bild übertragen, da entweder explizit textähnliche Strukturen von Bild-Bild-Bezügen – etwa die &#039;&#039;intertextuelle Metamalerei&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Stoichita 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – untersucht werden sollen oder sich bildspezifischere Begriffe noch nicht genügend durchgesetzt haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 60). &lt;br /&gt;
Mieke Bal setzt &#039;&#039;quotation&#039;&#039; als Sprach- und Bildmedium übergreifenden Terminus ein und bezeichnet damit „intersection of iconography and intertextuality“ (&amp;lt;bib id=&#039;Bal 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus liegen verschiedene Termini für Bildverweise vor, die intertextuelle Herangehensweisen adaptieren: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) bezeichnet einerseits Bildbeziehungen sowie Bildreflexionen im Medium Bild und andererseits eine literarische Interbildlichkeit. Letztere ist gekennzeichnet durch eine im übertragenen Sinn vorhandene [[uneigentliche Bilder|Bildlichkeit]] der Sprache im Text, z.B. mittels Verknüpfung von Sprachbildern.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; (zusammenfassend &amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Rosen et al. 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) auch in der Schreibweise &#039;&#039;Interpiktoralität&#039;&#039;: Hierbei handelt es sich um Beziehungen zwischen Bildern, die in der Übernahme von Termini aus der Sprach- und Literaturwissenschaft als Zitat oder Allusion bezeichnet werden. In Analogie zur Sprache steht zur Diskussion, wie Markierungen von Bildbezügen aussehen könnten oder wie verschiedene Deutlichkeitsgrade von Referenzen auseinander zu halten seien. &lt;br /&gt;
: Phänomen und Beschreibung von Bildrelationen sind – ähnlich wie bei der Erforschung von Textbeziehungen – immer wieder Gegenstand kunstgeschichtlicher Untersuchungen gewesen. Gemäß Rosen unterscheidet sich die traditionelle Quellenforschung der Kunstgeschichte jedoch von dem neueren Interpikturalitätsdiskurs. Die Quellenforschung versucht, Einflüsse in Kunstwerken nachzuvollziehen und Beziehungslinien abzubilden. Der Interpikturalitätsansatz indes nimmt die sinnproduzierenden und konstitutiven Funktionen von Bildbezügen in Kunstwerken in den Blick.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Gamer 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;): Zuschlag strebt unter diesem Stichwort ein mehrdimensionales Modell an, das sowohl eine Typologie der interikonischen Bezugnahmen nach formalen und inhaltlichen Einteilungen als auch die funktionalen und historischen Bedingungen und Kontexte sowie produktions- und rezeptionsästhetische Sichtweisen berücksichtigt. Diese Vorgehensweise soll eine differenzierte Beschreibung der einzelnen Bezugnahmen sowie der Rolle des Rezipienten ermöglichen. In der Übertragung vom Medium des Textes auf Objekte der Kunst müssten folgende Aspekte diskutiert werden: das Wechselverhältnis von bildlichem Prätext und Posttext, Begriffe wie Autorschaft und Intentionalität, die Frage eines engen oder weiten Interikonizitätsbegriffs oder auch der Nutzen einer Übernahme von Schriftkategorien wie Einzeltextreferenz, System- oder Gattungsreferenz.&lt;br /&gt;
: Eine Anwendung dieses Postulats der Interikonizität liegt bisher nur in Ansätzen vor. Zuschlag weist auf die Notwendigkeit hin, bei der Übernahme textbasierter Kategorien die spezifischen Charakteristika des Mediums Bild zu berücksichtigen. Gerade für diesen Punkt bestehen noch keine Lösungsvorschläge.&lt;br /&gt;
: Wagner kritisiert an Zuschlags Konzept, dass dieses auf rein bildliche Relationen fokussiert sei. Bildverweise bedürften jedoch stets sprachlicher Vermittlung und Bedeutungsstiftung, so dass Interikonizität auf sprachliche Intertextualität angewiesen und mit dieser verbunden sei (&amp;lt;bib id=&#039;Wagner 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
* Im Rahmen einer weitestgehend literaturwissenschaftlich orientierten Herangehensweise finden sich vereinzelt Untersuchungen zu Bildzitaten in verschiedenen visuellen Formaten ([[Malerei]], [[Fotografie]], [[Film]]) (&amp;lt;bib id=&#039;Böhn 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zu Bildzitaten in literarischen Werken (&amp;lt;bib id=&#039;Eilert 1991a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Zitierende Bezüge zwischen filmischen Stills und Werken des kunstgeschichtlichen Kanons (&amp;lt;bib id=&#039;Keitz 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) werden ebenso analysiert wie Zitate in intermedialen Relationen zwischen Texten und Bildern (&amp;lt;bib id=&#039;Horstkotte &amp;amp; Leonhard 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Dabei wird auch versucht, intermediale und interkulturelle Bildbeziehungen und Bildtransfers nachzuvollziehen und so verschiedene Bildmedien, Zeitschichten und Diskurse außerhalb des klassischen kunstgeschichtlichen Fokus zu berücksichtigen (&amp;lt;bib id=&#039;Schulz 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 322 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Das Bildzitat als juristischer Gegenstand=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern ist, wenn es das Urheberrecht eines Bildinhabers berührt, auch Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen. Die Frage nach der Zulässigkeit von Bildzitaten ist beispielsweise bei Abbildungen in wissenschaftlichen Publikationen relevant. Im Kontext des Internets und seiner weltweiten Verbreitung von Bildern besitzen Bildzitate unterschiedlichster Art eine große Virulenz (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1886 wurde eine internationale „Berner Übereinkunft zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst“ zwischen den Ländern Deutschland, Belgien, Großbritannien, Schweiz, Italien, Spanien und Tunesien geschlossen, die in revidierter Form (die sogenannte RBÜ) immer noch Gültigkeit besitzt. Inzwischen ist sie von fast allen Staaten der Welt anerkannt worden. Laut RBÜ soll den Urhebern von Werken der Wissenschaft und Kunst ein Mindestrecht garantiert werden. Gleichzeitig gilt es, die Interessen der Urheber und der Nutzer eines Werkes im Sinne eines Allgemeinwohls und eines gesellschaftlichen Fortschritts in Einklang zu bringen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Voraussetzungen eines Zitats sehen wie folgt aus: Zunächst muss das zitierte, urheberrechtlich geschützte Werk bereits der Öffentlichkeit rechtmäßig vorliegen. Weiterhin muss der Zweck des Zitierens den Zitatumfang legitimieren und das Zitat mit den „anständigen Gepflogenheiten“ (RBÜ Art. 10, zitiert nach &amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 12) vereinbar sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut Calame und Thouvenin unterscheidet sich das Bildzitat von anderen Zitatarten durch seinen Umfang. Dem Sinn des Zitierens entspricht, aufgrund der Spezifika des Mediums Bild, meist nur das Zitieren des gesamten Werkes und nicht nur eines Ausschnitts. Dies ist, sofern die Verhältnismäßigkeit zum Gesamtwerk gegeben ist, rechtlich möglich (&amp;lt;bib id=&#039;Calame &amp;amp; Thouvenin 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 139 ff.).&amp;lt;ref&amp;gt;Dieser Aspekt wird im Rahmen der Diskussion der Schweizer Gesetzeslage angeführt. Sie orientiert sich im Wesentlichen an der Berner Übereinkunft, wobei die genannten „anständigen Gepflogenheiten“ durch die Zitatzwecke Erläuterung, Hinweis und Veranschaulichung konkretisiert wurden (&amp;lt;bib id=&#039;Calame &amp;amp; Thouvenin 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland ist das Zitatrecht in §51 UrhG ([http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__51.html]) geregelt. Mit der Gesetzesnovelle des sogenannten zweiten Korbs des §51 UrhG vom 1. Januar 2008 gestaltet sich die Rechtslage folgendermaßen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist. […]“ Insbesondere werden im Weiteren das Zitat im wissenschaftlichen Kontext zu Erläuterungszwecken sowie das Sprach- und Musikzitat angeführt. Nicht explizit genannt, aber durch die Neufassung des Paragraphen ebenfalls abgedeckt, sind Werkarten wie Bild-, Film- und Multimediazitate. Im konkreten Fall ist der Zitatzweck rechtlich zu prüfen, der in einer Belegfunktion oder im zitierenden Bezug mit dem Ziel einer kulturellen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung liegen kann. Die reine Ausschmückung eines Werkes mittels eines Zitats ist nicht zulässig. Das Zitat darf nicht an die Stelle der eigenen geistigen Schöpfung treten, die im Verhältnis überwiegen muss. Unter der Voraussetzung, dass die Bedingungen eines korrekten Zitierens erfüllt sind (angemessener Umfang und Zweck des Zitats eines urheberrechtlich vorliegenden Werkes sowie seine Kennzeichnung in Form einer Quellenangabe), hat der Urheber das Zitieren seines Werkes ohne finanzielle Entschädigungsmöglichkeit zu dulden (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 11 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Bild in reflexiver Verwendung]]&lt;br /&gt;
* [[Bildgrammatik]]&lt;br /&gt;
* [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
* [[Bildwissenschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]&lt;br /&gt;
* [[Comic]]&lt;br /&gt;
* [[Film]]&lt;br /&gt;
* [[Fotografie]]&lt;br /&gt;
* [[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]]&lt;br /&gt;
* [[Malerei]]&lt;br /&gt;
* [[Notation]]&lt;br /&gt;
* [[Prädikation]]&lt;br /&gt;
* [[Rahmung, Rahmen]]&lt;br /&gt;
* [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]&lt;br /&gt;
* [[Sprechen über Bilder]] &lt;br /&gt;
* [[Syntaktische Dichte]]&lt;br /&gt;
* [[Werbung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--[[Benutzer:Jakob Steinbrenner|Jakob Steinbrenner]]--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Anna Valentine Ullrich|Anna Valentine Ullrich]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anna Valentine Ullrich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Datei:Malevich,_Composition_with_Mona_Lisa.jpg&amp;diff=8699</id>
		<title>Datei:Malevich, Composition with Mona Lisa.jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Datei:Malevich,_Composition_with_Mona_Lisa.jpg&amp;diff=8699"/>
		<updated>2012-06-14T10:10:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anna Valentine Ullrich: Kazimir Malevich: Komposition mit Mona Lisa (1914) 
Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AMalevich%2C_Composition_with_Mona_Lisa.jpg&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Kazimir Malevich: Komposition mit Mona Lisa (1914) &lt;br /&gt;
Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AMalevich%2C_Composition_with_Mona_Lisa.jpg&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anna Valentine Ullrich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Datei:Mona_Lisa.jpg&amp;diff=8698</id>
		<title>Datei:Mona Lisa.jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Datei:Mona_Lisa.jpg&amp;diff=8698"/>
		<updated>2012-06-14T09:51:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anna Valentine Ullrich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anna Valentine Ullrich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=8697</id>
		<title>Bildzitat</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=8697"/>
		<updated>2012-06-14T08:51:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anna Valentine Ullrich: /* Das Bildzitat als juristischer Gegenstand */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Bildzitat: eine Einführung=====&lt;br /&gt;
Was ist ein Bildzitat? Allgemein gesprochen lässt sich darunter eine zitierende, intramedial stattfindende Referenz zwischen Bildwerken heterogener Provenienz verstehen. Es handelt sich also um ein [[Bild in reflexiver Verwendung]]. Obwohl der Begriff in der Literatur häufig gebraucht wird, ist bislang ungeklärt, welche Merkmale ein Bildzitat erfüllen muss, um als solches zu gelten, und wie es von anderen Verweistechniken wie beispielsweise Variation, Anspielung, Parodie u. ä. zu unterscheiden ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bildzitate treten in diversen [[Bildmedien]] (etwa in der [[Malerei]], [[Fotografie]], im [[Comic]]) auf und liegen – historisch betrachtet – in unterschiedlichen Epochen der Kunst, aber auch in der [[Werbung]] und Alltagskultur vor. Demzufolge sind sie in allen gesellschaftlichen Bereichen anzufinden, in denen auf ein kulturelles Reservoir an Bildern zitierend Bezug genommen wird (⊳ [[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Frage nach einem Bildzitat ist eng verknüpft mit verschiedenen Themenfeldern, etwa, wie sich das Bildzitat zum Sprachzitat oder allgemeiner Bilder zur Sprache verhalten, in welchen Kategorien über Bilder reflektiert werden kann ([[Sprechen über Bilder]]) und inwiefern im Zuge eines &#039;&#039;iconic&#039;&#039; oder &#039;&#039;pictorial turn&#039;&#039; ein bildspezifischer Diskurs über Bildverweise in Abgrenzung zum sprachlichen Diskurs möglich ist (⊳ [[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das Bildzitat ist Gegenstand in vier Forschungszusammenhängen, die mehr oder weniger unabhängig voneinander existieren. Eine gegenseitige Rezeption findet nur zum Teil statt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nelson Goodman setzt sich in seiner Symboltheorie mit der Bezugnahmepraktik des Zitierens auseinander. In einer vergleichenden Perspektive betrachtet er die Bedingungen für ein sprachliches, bildliches und musikalisches Zitieren. (Zum möglichen Nutzen von Goodmans Unterscheidung der Referenzformen &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; und &#039;&#039;Variation&#039;&#039; als Bestandteil einer homogenen Beschreibungssprache für die Bildwissenschaften vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2011a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Untersuchungen von Bildzitaten finden vorrangig im Rahmen der Kunstgeschichte als einer [[Bildwissenschaft]] statt. Hier stehen konkrete Analysen von Zitaten in Kunstwerken und ihre Implikationen im Vordergrund. Eine theoretische Reflektion des Begriffs basierend auf Goodmans symboltheoretischem Ansatz ist nicht vorhanden. Grundlage der Einzeluntersuchungen scheint häufig ein alltagssprachliches Verständnis von Zitat – das in erster Linie von der Idee eines sprachlichen Zitat beherrscht wird – zu sein, oder es werden explizit terminologische Bestimmungen des Zitats in Anlehnung an linguistische und literaturwissenschaftliche Definitionen vorgenommen (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dieser literaturwissenschaftlichen Orientierung entstammt auch ein Zweig bildwissenschaftlicher Forschung, der, beruhend auf dem Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039;, Bildbeziehungen unter den Schlagworten &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039;, &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; oder &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; erörtert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schließlich beschäftigt sich die Jurisprudenz mit dem Bildzitat. Aus juristischer Hinsicht ist die urheberrechtliche Frage relevant, welche Formen eines Bildzitats zulässig sind. Die rechtliche Perspektive wird zwar vereinzelt in literaturwissenschaftlichen (&amp;lt;bib id=&#039;Neumann 1980a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zeichentheoretischen Arbeiten (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 84) zur Zitatklärung herangezogen, spielt jedoch für den symboltheoretischen Ansatz bei Goodman sowie den kunsthistorischen Diskurs keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Nelson Goodman: Sprach-, Bild- und Musikzitat=====&lt;br /&gt;
Nelson Goodman (&amp;lt;bib id=&#039;Goodman 1990a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 59 ff.) betrachtet vergleichend Zitate in der Sprache, in Bildern und in der Musik. Er geht von sprachlichen Konstellationen des Zitierens aus und stellt zwei notwendige, aber nicht hinreichende Bedingungen auf. &lt;br /&gt;
* Ein Zitat ist erstens gekennzeichnet durch das Enthaltensein des Zitierten. Im Fall des direkten Zitats handelt es sich um eine syntaktische Replikation, im Fall des indirekten Zitats liegt eine semantische Paraphrase des Zitierten vor.&lt;br /&gt;
* Zweitens wird im Zitat mittels einer Benennung oder [[Prädikation]] auf das Zitierte Bezug genommen (⊳ [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß Goodmans Kriterien gilt das indirekte Zitat als basale Variante des Zitierens, in der das direkte Zitat mit seiner identischen Buchstabenabfolge des Zitierten einen Sonderfall darstellt. Zitierbar sind vom Buchstaben bis zum Satz alle schriftsprachlichen Ebenen.&amp;lt;ref&amp;gt;Auf der Ebene der Buchstaben kann es kein indirektes Zitat geben, da hier keine semantische Paraphrase möglich ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Übertragung der genannten sprachlichen Zitatkriterien stellt Goodman fest, dass im Bereich des Bildes zum Enthaltensein kein Äquivalent vorhanden ist und im Bereich der Musik keines zur Referenz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analog zur Bezugnahme auf das Zitierte im direkten Sprachzitat sucht Goodman nach Anführungszeichen im Bild und sieht sie in der Darstellung eines [[Rahmung, Rahmen|Rahmens]] oder einer Staffelei im Bild. Bezüglich des Enthaltenseins stellt sich dabei folgendes Problem. Da das Bild als autographische Kunst kein Alphabet besitzt, [[Syntaktische Dichte|syntaktisch dicht]] ist und somit die exakte Wiederholung einer Buchstabenkombination nicht gegeben ist, stellt sich die Frage, was einer Replik im Bild entsprechen könnte. Repliken können zwar unterschiedlich ausgestaltet sein, sind aber durch die identische Repetition der Buchstabenabfolge gekennzeichnet, die im System einzigartig vorliegender Bildsymbole nicht vorhanden ist. Auch bei einer Kopie liegt, anders als man zunächst vermuten könnte, keine Entsprechung zu einer solchen identischen Repetition vor. Für ein indirektes Bildzitat könnte ebenfalls ein gemalter Rahmen als Anzeige einer Paraphrase dienen. Letztlich ist in diesem Zusammenhang der Kontext entscheidend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich sieht Goodman sowohl die Möglichkeit eines Zitats von Sprache im Bild als auch in umgekehrter Richtung. Klang ließe sich ebenfalls bildlich zitieren. So müsste beispielsweise eine Musikpartitur im Bild abgebildet sein, denn [[Notation]] und Klang stehen in einem ähnlichen Verhältnis wie geschriebene und gesprochene Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jakob Steinbrenner (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 217 ff.) kommt im Rückgriff auf Überlegungen von Goodman, Tarski und Davidson zu dem Schluss, dass der Zitatbegriff in syntaktischer Hinsicht nicht auf den Bereich des Bildes übertragen werden kann. Er begründet seine Darstellung damit, dass die von ihm herausgearbeiteten Merkmale sprachlicher Zitate keine Entsprechung im Bereich des Bildes besitzen. Dabei räumt er ein, dass auf der Ebene der Semantik Merkmalsähnlichkeiten vorliegen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachliche Zitate sind gemäß Steinbrenner durch folgende Aspekte gekennzeichnet. Ein Zitat besteht aus einem Zeichenvorkommnis, das von Anführungszeichen gerahmt oder durch andere Mittel hervorgehoben wird, wobei es bestimmte notwendige syntaktische und semantische Merkmale aufweist. Ein Zitat denotiert und stimmt mit dem Zitierten im Typ überein. Zitierbar sind keine fiktiven oder zukünftigen, sondern nur von Personen gemachte, also bereits verwendete Äußerungen. Diese müssen aus eindeutig identifizierbaren Einzelzeichen einer Sprache bestehen, die jeweils einem Typ zuzuordnen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern in Bildern wirft nun verschiedene Probleme in der Übertragung sprachlicher Zitatkennzeichen auf. Kann ein im Bild dargestellter Rahmen oder eine Staffelei als syntaktische Anzeige, als Anführungszeichen eines darin enthaltenen Bildzitats fungieren? Steinbrenner führt gegen diese Überlegung an, dass das im Rahmen Dargestellte nicht zwangsläufig ein Bild im Bild ist. Es kann auch nur der Rahmen selbst präsentiert werden. Zum einen bleibt offen, was ein Bild ist und wie Bilder in Bildern abgebildet werden können. Zum anderen existiert in der Forschung keine Übereinstimmung in der Frage, ob es so etwas wie atomare Bildzeichen gibt und wie diese zu Zeichenkombinationen zusammengesetzt sind, wie also eine [[Bildgrammatik]] zu denken wäre. Da im Bild das Buchstabieren nicht möglich ist, fehlt die syntaktische Überprüfungsmöglichkeit, ob Zitiertes und Zitat einander im Typ entsprechen. &lt;br /&gt;
Während prinzipiell jeder sprachliche Zitate verwenden und erkennen kann – bis zu einem gewissen Grad auch ohne semantische Kompetenz –, ist dies bei bildlichen Zitaten nicht der Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinbrenner kommt zu dem Schluss, dass im Fall des Bildes aufgrund der fehlenden Übertragbarkeit der Kennzeichen sprachlicher Zitate sinnvollerweise nicht von einem bildlichen Zitat, sondern von einer &#039;&#039;Anspielung&#039;&#039; gesprochen werden sollte. Die Anspielung stellt eine unspezifischere Form der Bezugnahme dar, die lediglich manche Eigenschaften des Zitierten exemplifiziert (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Kunsthistorische Perspektive: Das Bildzitat im Kontext weiterer Bildbezüge=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In kunsthistorischen Untersuchungen liegt eine Fülle an Termini zur Beschreibung von Bildbeziehungen vor – etwa das Bild im Bild (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Kemp 1995a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;), die Parodie, Hommage, Allusion, Variation, Kopie u. ä. Christoph Zuschlag (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) beklagt die uneinheitliche Begriffsverwendung in der Literatur und verweist auf die Schwierigkeit, die Vielfalt der vorhandenen Bildrelationen zu erfassen und zu systematisieren. Zudem liege weder eine konsensuelle theoretische Bestimmung des Bildzitats und seiner Abgrenzung zu anderen Referenzarten vor noch ein einheitliches Kategoriensystem zur Beschreibung und Analyse unterschiedlicher visueller Verweistechniken. So ist beispielsweise nicht klar, ob die zum Teil literaturwissenschaftlich geprägten Termini als semantische Kategorien gelten sollen, ob sie eine Verfahrenstechnik beschreiben oder auf welcher Ebene (etwa motivisch oder figurativ) Übernahmen stattfinden (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 162).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wünschenswert in dieser Debatte ein epochen- und gattungsübergreifender Theoriebau auch wäre, so unklar ist dabei, ob dieser dem Wandel von Bildbegriffen und Kunstdiskursen im Laufe der Kunstgeschichte gerecht würde (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 95 f.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martina Sitt und Attila Horányi beispielsweise verwerfen den Begriff des Zitats, da er – ähnlich wie der Terminus des &#039;&#039;Einflusses&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Baader 2003b&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: 73 ff.) – zu heterogene Phänomene in der Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts umfassen muss und damit seine Beschreibungsprägnanz verloren hat (&amp;lt;bib id=&#039;Sitt &amp;amp; Horányi 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 20). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analysen von Bildzitaten in ihren Funktionen und Wirkungen finden meist epochenbezogen – etwa zu Zitattechniken im 20. Jahrhundert (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Schmidt 2000a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – oder bezogen auf das Werk einzelner Künstler (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 225 ff.) – z.B. Bildzitate bei Vermeer (&amp;lt;bib id=&#039;Hammer-Tugendhat 2009a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – statt. In übertragenem Sinn setzen sich auch Vertreterinnen der Performance-Kunst mit Bildzitaten auseinander. So versuchte beispielsweise die Künstlerin Orlan in einer Gesichtsoperation verschiedene weibliche Idealbilder der europäischen Kunstgeschichte (z.B. die Mona Lisa von Leonardo da Vinci und die Venus von Botticelli) in ihrem Gesicht zu vereinen und verwandelte damit Bildzitate in ein reales, somatisches Zitat (&amp;lt;bib id=&#039;Baxmann 2001a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 294 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag definiert das &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; in Differenz zur &#039;&#039;Paraphrase&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Während bei einem Zitat sozusagen Ausschnitte aus einer Vorlage vorgenommen werden und einzelne Elemente in einen neuen Bildkontext gestellt werden, wird bei einer Paraphrase das Vorbild als Ganzes einer Veränderung unterzogen und mit einer neuen Bildvorstellung versehen. Zitat und Paraphrase sind „kritisch reflektierte, also nicht von einem stilistischen Nachahmungsanliegen motivierte, sondern im Bewusstsein der historischen Distanz (und häufig auch der medialen Differenz) erfolgende Rückgriffe auf ein kunstgeschichtliches Vorbild oder mehrere kunstgeschichtliche Vorbilder“ (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171 f.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag verwendet diese Termini als Oberbegriffe für alle weiteren bildlichen Bezugnahmeformen, die besonders die Kunst des 20. Jahrhunderts prägen, in der der Rekurs auf die Kunstgeschichte charakteristisch ist. Belting spricht in diesem Zusammenhang von einer &#039;&#039;Zitatkunst&#039;&#039; als qualitativ neue Kunstform: „Werke, die nicht mehr geschaffen werden können, lassen sich nur noch zitieren. […] Nicht nur werden einzelne Werke wie Namen der Erinnerung zitiert: Sie stehen auch für einen Werkbegriff ein, an den sie nur noch erinnern.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 469)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert bieten die Reproduktionstechniken eine neuartige Verfügbarkeit der Vorbilder; gleichzeitig wird eine Lesbarkeit des zitierenden Bezugs für den Bildbetrachter vorausgesetzt oder erhofft und an seine Interpretationsleistung appelliert (&amp;lt;bib id=&#039;Sello 1979a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin differenziert Zuschlag das Zitat als Verweis auf konkrete Kunstwerke vom Phänomen der &#039;&#039;Metakunst&#039;&#039; ab den 1960er Jahren. Metakunst referiert nicht auf ein spezifisches Bild, sondern in einem erweiterten Sinne entweder auf die Institution Kunst, auf einen Topos oder thematisiert auf einer selbstreflexiven Metaebene Kunst an sich (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 176 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Interbildlichkeit, Interpikturalität und Interikonizität=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Darstellung von Bildbeziehungen wird bisweilen auf den literaturwissenschaftlichen Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039; zurückgegriffen, den Julia Kristeva in den 1970er Jahren zur Beschreibung von Textbeziehungen in Anlehnung an Michail Bachtins Konzept der &#039;&#039;Dialogizität&#039;&#039; entwickelte. Der Begriff der Intertextualität wird in kunstwissenschaftlichen Arbeiten zum Teil direkt auf das Medium Bild übertragen, da entweder explizit textähnliche Strukturen von Bild-Bild-Bezügen – etwa die &#039;&#039;intertextuelle Metamalerei&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Stoichita 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – untersucht werden sollen oder sich bildspezifischere Begriffe noch nicht genügend durchgesetzt haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 60). &lt;br /&gt;
Mieke Bal setzt &#039;&#039;quotation&#039;&#039; als Sprach- und Bildmedium übergreifenden Terminus ein und bezeichnet damit „intersection of iconography and intertextuality“ (&amp;lt;bib id=&#039;Bal 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus liegen verschiedene Termini für Bildverweise vor, die intertextuelle Herangehensweisen adaptieren: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) bezeichnet einerseits Bildbeziehungen sowie Bildreflexionen im Medium Bild und andererseits eine literarische Interbildlichkeit. Letztere ist gekennzeichnet durch eine im übertragenen Sinn vorhandene [[uneigentliche Bilder|Bildlichkeit]] der Sprache im Text, z.B. mittels Verknüpfung von Sprachbildern.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; (zusammenfassend &amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Rosen et al. 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) auch in der Schreibweise &#039;&#039;Interpiktoralität&#039;&#039;: Hierbei handelt es sich um Beziehungen zwischen Bildern, die in der Übernahme von Termini aus der Sprach- und Literaturwissenschaft als Zitat oder Allusion bezeichnet werden. In Analogie zur Sprache steht zur Diskussion, wie Markierungen von Bildbezügen aussehen könnten oder wie verschiedene Deutlichkeitsgrade von Referenzen auseinander zu halten seien. &lt;br /&gt;
: Phänomen und Beschreibung von Bildrelationen sind – ähnlich wie bei der Erforschung von Textbeziehungen – immer wieder Gegenstand kunstgeschichtlicher Untersuchungen gewesen. Gemäß Rosen unterscheidet sich die traditionelle Quellenforschung der Kunstgeschichte jedoch von dem neueren Interpikturalitätsdiskurs. Die Quellenforschung versucht, Einflüsse in Kunstwerken nachzuvollziehen und Beziehungslinien abzubilden. Der Interpikturalitätsansatz indes nimmt die sinnproduzierenden und konstitutiven Funktionen von Bildbezügen in Kunstwerken in den Blick.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Gamer 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;): Zuschlag strebt unter diesem Stichwort ein mehrdimensionales Modell an, das sowohl eine Typologie der interikonischen Bezugnahmen nach formalen und inhaltlichen Einteilungen als auch die funktionalen und historischen Bedingungen und Kontexte sowie produktions- und rezeptionsästhetische Sichtweisen berücksichtigt. Diese Vorgehensweise soll eine differenzierte Beschreibung der einzelnen Bezugnahmen sowie der Rolle des Rezipienten ermöglichen. In der Übertragung vom Medium des Textes auf Objekte der Kunst müssten folgende Aspekte diskutiert werden: das Wechselverhältnis von bildlichem Prätext und Posttext, Begriffe wie Autorschaft und Intentionalität, die Frage eines engen oder weiten Interikonizitätsbegriffs oder auch der Nutzen einer Übernahme von Schriftkategorien wie Einzeltextreferenz, System- oder Gattungsreferenz.&lt;br /&gt;
: Eine Anwendung dieses Postulats der Interikonizität liegt bisher nur in Ansätzen vor. Zuschlag weist auf die Notwendigkeit hin, bei der Übernahme textbasierter Kategorien die spezifischen Charakteristika des Mediums Bild zu berücksichtigen. Gerade für diesen Punkt bestehen noch keine Lösungsvorschläge.&lt;br /&gt;
: Wagner kritisiert an Zuschlags Konzept, dass dieses auf rein bildliche Relationen fokussiert sei. Bildverweise bedürften jedoch stets sprachlicher Vermittlung und Bedeutungsstiftung, so dass Interikonizität auf sprachliche Intertextualität angewiesen und mit dieser verbunden sei (&amp;lt;bib id=&#039;Wagner 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
* Im Rahmen einer weitestgehend literaturwissenschaftlich orientierten Herangehensweise finden sich vereinzelt Untersuchungen zu Bildzitaten in verschiedenen visuellen Formaten ([[Malerei]], [[Fotografie]], [[Film]]) (&amp;lt;bib id=&#039;Böhn 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zu Bildzitaten in literarischen Werken (&amp;lt;bib id=&#039;Eilert 1991a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Zitierende Bezüge zwischen filmischen Stills und Werken des kunstgeschichtlichen Kanons (&amp;lt;bib id=&#039;Keitz 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) werden ebenso analysiert wie Zitate in intermedialen Relationen zwischen Texten und Bildern (&amp;lt;bib id=&#039;Horstkotte &amp;amp; Leonhard 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Dabei wird auch versucht, intermediale und interkulturelle Bildbeziehungen und Bildtransfers nachzuvollziehen und so verschiedene Bildmedien, Zeitschichten und Diskurse außerhalb des klassischen kunstgeschichtlichen Fokus zu berücksichtigen (&amp;lt;bib id=&#039;Schulz 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 322 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Das Bildzitat als juristischer Gegenstand=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern ist, wenn es das Urheberrecht eines Bildinhabers berührt, auch Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen. Die Frage nach der Zulässigkeit von Bildzitaten ist beispielsweise bei Abbildungen in wissenschaftlichen Publikationen relevant. Im Kontext des Internets und seiner weltweiten Verbreitung von Bildern besitzen Bildzitate unterschiedlichster Art eine große Virulenz (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1886 wurde eine internationale „Berner Übereinkunft zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst“ zwischen den Ländern Deutschland, Belgien, Großbritannien, Schweiz, Italien, Spanien und Tunesien geschlossen, die in revidierter Form (die sogenannte RBÜ) immer noch Gültigkeit besitzt. Inzwischen ist sie von fast allen Staaten der Welt anerkannt worden. Laut RBÜ soll den Urhebern von Werken der Wissenschaft und Kunst ein Mindestrecht garantiert werden. Gleichzeitig gilt es, die Interessen der Urheber und der Nutzer eines Werkes im Sinne eines Allgemeinwohls und eines gesellschaftlichen Fortschritts in Einklang zu bringen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Voraussetzungen eines Zitats sehen wie folgt aus: Zunächst muss das zitierte, urheberrechtlich geschützte Werk bereits der Öffentlichkeit rechtmäßig vorliegen. Weiterhin muss der Zweck des Zitierens den Zitatumfang legitimieren und das Zitat mit den „anständigen Gepflogenheiten“ (RBÜ Art. 10, zitiert nach &amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 12) vereinbar sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut Calame und Thouvenin unterscheidet sich das Bildzitat von anderen Zitatarten durch seinen Umfang. Dem Sinn des Zitierens entspricht, aufgrund der Spezifika des Mediums Bild, meist nur das Zitieren des gesamten Werkes und nicht nur eines Ausschnitts. Dies ist, sofern die Verhältnismäßigkeit zum Gesamtwerk gegeben ist, rechtlich möglich (&amp;lt;bib id=&#039;Calame &amp;amp; Thouvenin 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 139 ff.).&amp;lt;ref&amp;gt;Dieser Aspekt wird im Rahmen der Diskussion der Schweizer Gesetzeslage angeführt. Sie orientiert sich im Wesentlichen an der Berner Übereinkunft, wobei die genannten „anständigen Gepflogenheiten“ durch die Zitatzwecke Erläuterung, Hinweis und Veranschaulichung konkretisiert wurden (&amp;lt;bib id=&#039;Calame &amp;amp; Thouvenin 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland ist das Zitatrecht in §51 UrhG ([http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__51.html]) geregelt. Mit der Gesetzesnovelle des sogenannten zweiten Korbs des §51 UrhG vom 1. Januar 2008 gestaltet sich die Rechtslage folgendermaßen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist. […]“ Insbesondere werden im Weiteren das Zitat im wissenschaftlichen Kontext zu Erläuterungszwecken sowie das Sprach- und Musikzitat angeführt. Nicht explizit genannt, aber durch die Neufassung des Paragraphen ebenfalls abgedeckt, sind Werkarten wie Bild-, Film- und Multimediazitate. Im konkreten Fall ist der Zitatzweck rechtlich zu prüfen, der in einer Belegfunktion oder im zitierenden Bezug mit dem Ziel einer kulturellen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung liegen kann. Die reine Ausschmückung eines Werkes mittels eines Zitats ist nicht zulässig. Das Zitat darf nicht an die Stelle der eigenen geistigen Schöpfung treten, die im Verhältnis überwiegen muss. Unter der Voraussetzung, dass die Bedingungen eines korrekten Zitierens erfüllt sind (angemessener Umfang und Zweck des Zitats eines urheberrechtlich vorliegenden Werkes sowie seine Kennzeichnung in Form einer Quellenangabe), hat der Urheber das Zitieren seines Werkes ohne finanzielle Entschädigungsmöglichkeit zu dulden (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 11 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Bild in reflexiver Verwendung]]&lt;br /&gt;
* [[Bildgrammatik]]&lt;br /&gt;
* [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
* [[Bildwissenschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]&lt;br /&gt;
* [[Comic]]&lt;br /&gt;
* [[Film]]&lt;br /&gt;
* [[Fotografie]]&lt;br /&gt;
* [[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]]&lt;br /&gt;
* [[Malerei]]&lt;br /&gt;
* [[Notation]]&lt;br /&gt;
* [[Prädikation]]&lt;br /&gt;
* [[Rahmung, Rahmen]]&lt;br /&gt;
* [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]&lt;br /&gt;
* [[Sprechen über Bilder]] &lt;br /&gt;
* [[Syntaktische Dichte]]&lt;br /&gt;
* [[Werbung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--[[Benutzer:Jakob Steinbrenner|Jakob Steinbrenner]]--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Anna Valentine Ullrich|Anna Valentine Ullrich]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
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		<author><name>Anna Valentine Ullrich</name></author>
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	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=8696</id>
		<title>Bildzitat</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=8696"/>
		<updated>2012-06-14T08:48:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anna Valentine Ullrich: /* Das Bildzitat als juristischer Gegenstand */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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=====Bildzitat: eine Einführung=====&lt;br /&gt;
Was ist ein Bildzitat? Allgemein gesprochen lässt sich darunter eine zitierende, intramedial stattfindende Referenz zwischen Bildwerken heterogener Provenienz verstehen. Es handelt sich also um ein [[Bild in reflexiver Verwendung]]. Obwohl der Begriff in der Literatur häufig gebraucht wird, ist bislang ungeklärt, welche Merkmale ein Bildzitat erfüllen muss, um als solches zu gelten, und wie es von anderen Verweistechniken wie beispielsweise Variation, Anspielung, Parodie u. ä. zu unterscheiden ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bildzitate treten in diversen [[Bildmedien]] (etwa in der [[Malerei]], [[Fotografie]], im [[Comic]]) auf und liegen – historisch betrachtet – in unterschiedlichen Epochen der Kunst, aber auch in der [[Werbung]] und Alltagskultur vor. Demzufolge sind sie in allen gesellschaftlichen Bereichen anzufinden, in denen auf ein kulturelles Reservoir an Bildern zitierend Bezug genommen wird (⊳ [[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Frage nach einem Bildzitat ist eng verknüpft mit verschiedenen Themenfeldern, etwa, wie sich das Bildzitat zum Sprachzitat oder allgemeiner Bilder zur Sprache verhalten, in welchen Kategorien über Bilder reflektiert werden kann ([[Sprechen über Bilder]]) und inwiefern im Zuge eines &#039;&#039;iconic&#039;&#039; oder &#039;&#039;pictorial turn&#039;&#039; ein bildspezifischer Diskurs über Bildverweise in Abgrenzung zum sprachlichen Diskurs möglich ist (⊳ [[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das Bildzitat ist Gegenstand in vier Forschungszusammenhängen, die mehr oder weniger unabhängig voneinander existieren. Eine gegenseitige Rezeption findet nur zum Teil statt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nelson Goodman setzt sich in seiner Symboltheorie mit der Bezugnahmepraktik des Zitierens auseinander. In einer vergleichenden Perspektive betrachtet er die Bedingungen für ein sprachliches, bildliches und musikalisches Zitieren. (Zum möglichen Nutzen von Goodmans Unterscheidung der Referenzformen &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; und &#039;&#039;Variation&#039;&#039; als Bestandteil einer homogenen Beschreibungssprache für die Bildwissenschaften vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2011a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Untersuchungen von Bildzitaten finden vorrangig im Rahmen der Kunstgeschichte als einer [[Bildwissenschaft]] statt. Hier stehen konkrete Analysen von Zitaten in Kunstwerken und ihre Implikationen im Vordergrund. Eine theoretische Reflektion des Begriffs basierend auf Goodmans symboltheoretischem Ansatz ist nicht vorhanden. Grundlage der Einzeluntersuchungen scheint häufig ein alltagssprachliches Verständnis von Zitat – das in erster Linie von der Idee eines sprachlichen Zitat beherrscht wird – zu sein, oder es werden explizit terminologische Bestimmungen des Zitats in Anlehnung an linguistische und literaturwissenschaftliche Definitionen vorgenommen (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dieser literaturwissenschaftlichen Orientierung entstammt auch ein Zweig bildwissenschaftlicher Forschung, der, beruhend auf dem Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039;, Bildbeziehungen unter den Schlagworten &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039;, &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; oder &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; erörtert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schließlich beschäftigt sich die Jurisprudenz mit dem Bildzitat. Aus juristischer Hinsicht ist die urheberrechtliche Frage relevant, welche Formen eines Bildzitats zulässig sind. Die rechtliche Perspektive wird zwar vereinzelt in literaturwissenschaftlichen (&amp;lt;bib id=&#039;Neumann 1980a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zeichentheoretischen Arbeiten (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 84) zur Zitatklärung herangezogen, spielt jedoch für den symboltheoretischen Ansatz bei Goodman sowie den kunsthistorischen Diskurs keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Nelson Goodman: Sprach-, Bild- und Musikzitat=====&lt;br /&gt;
Nelson Goodman (&amp;lt;bib id=&#039;Goodman 1990a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 59 ff.) betrachtet vergleichend Zitate in der Sprache, in Bildern und in der Musik. Er geht von sprachlichen Konstellationen des Zitierens aus und stellt zwei notwendige, aber nicht hinreichende Bedingungen auf. &lt;br /&gt;
* Ein Zitat ist erstens gekennzeichnet durch das Enthaltensein des Zitierten. Im Fall des direkten Zitats handelt es sich um eine syntaktische Replikation, im Fall des indirekten Zitats liegt eine semantische Paraphrase des Zitierten vor.&lt;br /&gt;
* Zweitens wird im Zitat mittels einer Benennung oder [[Prädikation]] auf das Zitierte Bezug genommen (⊳ [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß Goodmans Kriterien gilt das indirekte Zitat als basale Variante des Zitierens, in der das direkte Zitat mit seiner identischen Buchstabenabfolge des Zitierten einen Sonderfall darstellt. Zitierbar sind vom Buchstaben bis zum Satz alle schriftsprachlichen Ebenen.&amp;lt;ref&amp;gt;Auf der Ebene der Buchstaben kann es kein indirektes Zitat geben, da hier keine semantische Paraphrase möglich ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Übertragung der genannten sprachlichen Zitatkriterien stellt Goodman fest, dass im Bereich des Bildes zum Enthaltensein kein Äquivalent vorhanden ist und im Bereich der Musik keines zur Referenz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analog zur Bezugnahme auf das Zitierte im direkten Sprachzitat sucht Goodman nach Anführungszeichen im Bild und sieht sie in der Darstellung eines [[Rahmung, Rahmen|Rahmens]] oder einer Staffelei im Bild. Bezüglich des Enthaltenseins stellt sich dabei folgendes Problem. Da das Bild als autographische Kunst kein Alphabet besitzt, [[Syntaktische Dichte|syntaktisch dicht]] ist und somit die exakte Wiederholung einer Buchstabenkombination nicht gegeben ist, stellt sich die Frage, was einer Replik im Bild entsprechen könnte. Repliken können zwar unterschiedlich ausgestaltet sein, sind aber durch die identische Repetition der Buchstabenabfolge gekennzeichnet, die im System einzigartig vorliegender Bildsymbole nicht vorhanden ist. Auch bei einer Kopie liegt, anders als man zunächst vermuten könnte, keine Entsprechung zu einer solchen identischen Repetition vor. Für ein indirektes Bildzitat könnte ebenfalls ein gemalter Rahmen als Anzeige einer Paraphrase dienen. Letztlich ist in diesem Zusammenhang der Kontext entscheidend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich sieht Goodman sowohl die Möglichkeit eines Zitats von Sprache im Bild als auch in umgekehrter Richtung. Klang ließe sich ebenfalls bildlich zitieren. So müsste beispielsweise eine Musikpartitur im Bild abgebildet sein, denn [[Notation]] und Klang stehen in einem ähnlichen Verhältnis wie geschriebene und gesprochene Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jakob Steinbrenner (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 217 ff.) kommt im Rückgriff auf Überlegungen von Goodman, Tarski und Davidson zu dem Schluss, dass der Zitatbegriff in syntaktischer Hinsicht nicht auf den Bereich des Bildes übertragen werden kann. Er begründet seine Darstellung damit, dass die von ihm herausgearbeiteten Merkmale sprachlicher Zitate keine Entsprechung im Bereich des Bildes besitzen. Dabei räumt er ein, dass auf der Ebene der Semantik Merkmalsähnlichkeiten vorliegen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachliche Zitate sind gemäß Steinbrenner durch folgende Aspekte gekennzeichnet. Ein Zitat besteht aus einem Zeichenvorkommnis, das von Anführungszeichen gerahmt oder durch andere Mittel hervorgehoben wird, wobei es bestimmte notwendige syntaktische und semantische Merkmale aufweist. Ein Zitat denotiert und stimmt mit dem Zitierten im Typ überein. Zitierbar sind keine fiktiven oder zukünftigen, sondern nur von Personen gemachte, also bereits verwendete Äußerungen. Diese müssen aus eindeutig identifizierbaren Einzelzeichen einer Sprache bestehen, die jeweils einem Typ zuzuordnen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern in Bildern wirft nun verschiedene Probleme in der Übertragung sprachlicher Zitatkennzeichen auf. Kann ein im Bild dargestellter Rahmen oder eine Staffelei als syntaktische Anzeige, als Anführungszeichen eines darin enthaltenen Bildzitats fungieren? Steinbrenner führt gegen diese Überlegung an, dass das im Rahmen Dargestellte nicht zwangsläufig ein Bild im Bild ist. Es kann auch nur der Rahmen selbst präsentiert werden. Zum einen bleibt offen, was ein Bild ist und wie Bilder in Bildern abgebildet werden können. Zum anderen existiert in der Forschung keine Übereinstimmung in der Frage, ob es so etwas wie atomare Bildzeichen gibt und wie diese zu Zeichenkombinationen zusammengesetzt sind, wie also eine [[Bildgrammatik]] zu denken wäre. Da im Bild das Buchstabieren nicht möglich ist, fehlt die syntaktische Überprüfungsmöglichkeit, ob Zitiertes und Zitat einander im Typ entsprechen. &lt;br /&gt;
Während prinzipiell jeder sprachliche Zitate verwenden und erkennen kann – bis zu einem gewissen Grad auch ohne semantische Kompetenz –, ist dies bei bildlichen Zitaten nicht der Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinbrenner kommt zu dem Schluss, dass im Fall des Bildes aufgrund der fehlenden Übertragbarkeit der Kennzeichen sprachlicher Zitate sinnvollerweise nicht von einem bildlichen Zitat, sondern von einer &#039;&#039;Anspielung&#039;&#039; gesprochen werden sollte. Die Anspielung stellt eine unspezifischere Form der Bezugnahme dar, die lediglich manche Eigenschaften des Zitierten exemplifiziert (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Kunsthistorische Perspektive: Das Bildzitat im Kontext weiterer Bildbezüge=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In kunsthistorischen Untersuchungen liegt eine Fülle an Termini zur Beschreibung von Bildbeziehungen vor – etwa das Bild im Bild (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Kemp 1995a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;), die Parodie, Hommage, Allusion, Variation, Kopie u. ä. Christoph Zuschlag (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) beklagt die uneinheitliche Begriffsverwendung in der Literatur und verweist auf die Schwierigkeit, die Vielfalt der vorhandenen Bildrelationen zu erfassen und zu systematisieren. Zudem liege weder eine konsensuelle theoretische Bestimmung des Bildzitats und seiner Abgrenzung zu anderen Referenzarten vor noch ein einheitliches Kategoriensystem zur Beschreibung und Analyse unterschiedlicher visueller Verweistechniken. So ist beispielsweise nicht klar, ob die zum Teil literaturwissenschaftlich geprägten Termini als semantische Kategorien gelten sollen, ob sie eine Verfahrenstechnik beschreiben oder auf welcher Ebene (etwa motivisch oder figurativ) Übernahmen stattfinden (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 162).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wünschenswert in dieser Debatte ein epochen- und gattungsübergreifender Theoriebau auch wäre, so unklar ist dabei, ob dieser dem Wandel von Bildbegriffen und Kunstdiskursen im Laufe der Kunstgeschichte gerecht würde (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 95 f.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martina Sitt und Attila Horányi beispielsweise verwerfen den Begriff des Zitats, da er – ähnlich wie der Terminus des &#039;&#039;Einflusses&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Baader 2003b&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: 73 ff.) – zu heterogene Phänomene in der Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts umfassen muss und damit seine Beschreibungsprägnanz verloren hat (&amp;lt;bib id=&#039;Sitt &amp;amp; Horányi 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 20). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analysen von Bildzitaten in ihren Funktionen und Wirkungen finden meist epochenbezogen – etwa zu Zitattechniken im 20. Jahrhundert (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Schmidt 2000a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – oder bezogen auf das Werk einzelner Künstler (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 225 ff.) – z.B. Bildzitate bei Vermeer (&amp;lt;bib id=&#039;Hammer-Tugendhat 2009a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – statt. In übertragenem Sinn setzen sich auch Vertreterinnen der Performance-Kunst mit Bildzitaten auseinander. So versuchte beispielsweise die Künstlerin Orlan in einer Gesichtsoperation verschiedene weibliche Idealbilder der europäischen Kunstgeschichte (z.B. die Mona Lisa von Leonardo da Vinci und die Venus von Botticelli) in ihrem Gesicht zu vereinen und verwandelte damit Bildzitate in ein reales, somatisches Zitat (&amp;lt;bib id=&#039;Baxmann 2001a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 294 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag definiert das &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; in Differenz zur &#039;&#039;Paraphrase&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Während bei einem Zitat sozusagen Ausschnitte aus einer Vorlage vorgenommen werden und einzelne Elemente in einen neuen Bildkontext gestellt werden, wird bei einer Paraphrase das Vorbild als Ganzes einer Veränderung unterzogen und mit einer neuen Bildvorstellung versehen. Zitat und Paraphrase sind „kritisch reflektierte, also nicht von einem stilistischen Nachahmungsanliegen motivierte, sondern im Bewusstsein der historischen Distanz (und häufig auch der medialen Differenz) erfolgende Rückgriffe auf ein kunstgeschichtliches Vorbild oder mehrere kunstgeschichtliche Vorbilder“ (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171 f.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag verwendet diese Termini als Oberbegriffe für alle weiteren bildlichen Bezugnahmeformen, die besonders die Kunst des 20. Jahrhunderts prägen, in der der Rekurs auf die Kunstgeschichte charakteristisch ist. Belting spricht in diesem Zusammenhang von einer &#039;&#039;Zitatkunst&#039;&#039; als qualitativ neue Kunstform: „Werke, die nicht mehr geschaffen werden können, lassen sich nur noch zitieren. […] Nicht nur werden einzelne Werke wie Namen der Erinnerung zitiert: Sie stehen auch für einen Werkbegriff ein, an den sie nur noch erinnern.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 469)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert bieten die Reproduktionstechniken eine neuartige Verfügbarkeit der Vorbilder; gleichzeitig wird eine Lesbarkeit des zitierenden Bezugs für den Bildbetrachter vorausgesetzt oder erhofft und an seine Interpretationsleistung appelliert (&amp;lt;bib id=&#039;Sello 1979a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin differenziert Zuschlag das Zitat als Verweis auf konkrete Kunstwerke vom Phänomen der &#039;&#039;Metakunst&#039;&#039; ab den 1960er Jahren. Metakunst referiert nicht auf ein spezifisches Bild, sondern in einem erweiterten Sinne entweder auf die Institution Kunst, auf einen Topos oder thematisiert auf einer selbstreflexiven Metaebene Kunst an sich (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 176 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Interbildlichkeit, Interpikturalität und Interikonizität=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Darstellung von Bildbeziehungen wird bisweilen auf den literaturwissenschaftlichen Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039; zurückgegriffen, den Julia Kristeva in den 1970er Jahren zur Beschreibung von Textbeziehungen in Anlehnung an Michail Bachtins Konzept der &#039;&#039;Dialogizität&#039;&#039; entwickelte. Der Begriff der Intertextualität wird in kunstwissenschaftlichen Arbeiten zum Teil direkt auf das Medium Bild übertragen, da entweder explizit textähnliche Strukturen von Bild-Bild-Bezügen – etwa die &#039;&#039;intertextuelle Metamalerei&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Stoichita 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – untersucht werden sollen oder sich bildspezifischere Begriffe noch nicht genügend durchgesetzt haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 60). &lt;br /&gt;
Mieke Bal setzt &#039;&#039;quotation&#039;&#039; als Sprach- und Bildmedium übergreifenden Terminus ein und bezeichnet damit „intersection of iconography and intertextuality“ (&amp;lt;bib id=&#039;Bal 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus liegen verschiedene Termini für Bildverweise vor, die intertextuelle Herangehensweisen adaptieren: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) bezeichnet einerseits Bildbeziehungen sowie Bildreflexionen im Medium Bild und andererseits eine literarische Interbildlichkeit. Letztere ist gekennzeichnet durch eine im übertragenen Sinn vorhandene [[uneigentliche Bilder|Bildlichkeit]] der Sprache im Text, z.B. mittels Verknüpfung von Sprachbildern.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; (zusammenfassend &amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Rosen et al. 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) auch in der Schreibweise &#039;&#039;Interpiktoralität&#039;&#039;: Hierbei handelt es sich um Beziehungen zwischen Bildern, die in der Übernahme von Termini aus der Sprach- und Literaturwissenschaft als Zitat oder Allusion bezeichnet werden. In Analogie zur Sprache steht zur Diskussion, wie Markierungen von Bildbezügen aussehen könnten oder wie verschiedene Deutlichkeitsgrade von Referenzen auseinander zu halten seien. &lt;br /&gt;
: Phänomen und Beschreibung von Bildrelationen sind – ähnlich wie bei der Erforschung von Textbeziehungen – immer wieder Gegenstand kunstgeschichtlicher Untersuchungen gewesen. Gemäß Rosen unterscheidet sich die traditionelle Quellenforschung der Kunstgeschichte jedoch von dem neueren Interpikturalitätsdiskurs. Die Quellenforschung versucht, Einflüsse in Kunstwerken nachzuvollziehen und Beziehungslinien abzubilden. Der Interpikturalitätsansatz indes nimmt die sinnproduzierenden und konstitutiven Funktionen von Bildbezügen in Kunstwerken in den Blick.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Gamer 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;): Zuschlag strebt unter diesem Stichwort ein mehrdimensionales Modell an, das sowohl eine Typologie der interikonischen Bezugnahmen nach formalen und inhaltlichen Einteilungen als auch die funktionalen und historischen Bedingungen und Kontexte sowie produktions- und rezeptionsästhetische Sichtweisen berücksichtigt. Diese Vorgehensweise soll eine differenzierte Beschreibung der einzelnen Bezugnahmen sowie der Rolle des Rezipienten ermöglichen. In der Übertragung vom Medium des Textes auf Objekte der Kunst müssten folgende Aspekte diskutiert werden: das Wechselverhältnis von bildlichem Prätext und Posttext, Begriffe wie Autorschaft und Intentionalität, die Frage eines engen oder weiten Interikonizitätsbegriffs oder auch der Nutzen einer Übernahme von Schriftkategorien wie Einzeltextreferenz, System- oder Gattungsreferenz.&lt;br /&gt;
: Eine Anwendung dieses Postulats der Interikonizität liegt bisher nur in Ansätzen vor. Zuschlag weist auf die Notwendigkeit hin, bei der Übernahme textbasierter Kategorien die spezifischen Charakteristika des Mediums Bild zu berücksichtigen. Gerade für diesen Punkt bestehen noch keine Lösungsvorschläge.&lt;br /&gt;
: Wagner kritisiert an Zuschlags Konzept, dass dieses auf rein bildliche Relationen fokussiert sei. Bildverweise bedürften jedoch stets sprachlicher Vermittlung und Bedeutungsstiftung, so dass Interikonizität auf sprachliche Intertextualität angewiesen und mit dieser verbunden sei (&amp;lt;bib id=&#039;Wagner 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
* Im Rahmen einer weitestgehend literaturwissenschaftlich orientierten Herangehensweise finden sich vereinzelt Untersuchungen zu Bildzitaten in verschiedenen visuellen Formaten ([[Malerei]], [[Fotografie]], [[Film]]) (&amp;lt;bib id=&#039;Böhn 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zu Bildzitaten in literarischen Werken (&amp;lt;bib id=&#039;Eilert 1991a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Zitierende Bezüge zwischen filmischen Stills und Werken des kunstgeschichtlichen Kanons (&amp;lt;bib id=&#039;Keitz 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) werden ebenso analysiert wie Zitate in intermedialen Relationen zwischen Texten und Bildern (&amp;lt;bib id=&#039;Horstkotte &amp;amp; Leonhard 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Dabei wird auch versucht, intermediale und interkulturelle Bildbeziehungen und Bildtransfers nachzuvollziehen und so verschiedene Bildmedien, Zeitschichten und Diskurse außerhalb des klassischen kunstgeschichtlichen Fokus zu berücksichtigen (&amp;lt;bib id=&#039;Schulz 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 322 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Das Bildzitat als juristischer Gegenstand=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern ist, wenn es das Urheberrecht eines Bildinhabers berührt, auch Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen. Die Frage nach der Zulässigkeit von Bildzitaten ist beispielsweise bei Abbildungen in wissenschaftlichen Publikationen relevant. Im Kontext des Internets und seiner weltweiten Verbreitung von Bildern besitzen Bildzitate unterschiedlichster Art eine große Virulenz (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1886 wurde eine internationale „Berner Übereinkunft zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst“ zwischen den Ländern Deutschland, Belgien, Großbritannien, Schweiz, Italien, Spanien und Tunesien geschlossen, die in revidierter Form (die sogenannte RBÜ) immer noch Gültigkeit besitzt. Inzwischen ist sie von fast allen Staaten der Welt anerkannt worden. Laut RBÜ soll den Urhebern von Werken der Wissenschaft und Kunst ein Mindestrecht garantiert werden. Gleichzeitig gilt es, die Interessen der Urheber und der Nutzer eines Werkes im Sinne eines Allgemeinwohls und eines gesellschaftlichen Fortschritts in Einklang zu bringen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Voraussetzungen eines Zitats sehen wie folgt aus: Zunächst muss das zitierte, urheberrechtlich geschützte Werk bereits der Öffentlichkeit rechtmäßig vorliegen. Weiterhin muss der Zweck des Zitierens den Zitatumfang legitimieren und das Zitat mit den „anständigen Gepflogenheiten“ (RBÜ Art. 10, zitiert nach &amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 12) vereinbar sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut Calame und Thouvenin unterscheidet sich das Bildzitat von anderen Zitatarten durch seinen Umfang. Dem Sinn des Zitierens entspricht, aufgrund der Spezifika des Mediums Bild, meist nur das Zitieren des gesamten Werkes und nicht nur eines Ausschnitts. Dies ist, sofern die Verhältnismäßigkeit zum Gesamtwerk gegeben ist, rechtlich möglich (&amp;lt;bib id=&#039;Calame &amp;amp; Thouvenin 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 139 ff.).&amp;lt;ref&amp;gt;Dieser Aspekt wird im Rahmen der Diskussion der Schweizer Gesetzeslage angeführt. Sie orientiert sich im Wesentlichen an der Berner Übereinkunft, wobei die genannten „anständigen Gepflogenheiten“ durch die Zitatzwecke Erläuterung, Hinweis und Veranschaulichung konkretisiert wurden (Calame/Thouvenin 2008).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland ist das Zitatrecht in §51 UrhG ([http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__51.html]) geregelt. Mit der Gesetzesnovelle des sogenannten zweiten Korbs des §51 UrhG vom 1. Januar 2008 gestaltet sich die Rechtslage folgendermaßen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist. […]“ Insbesondere werden im Weiteren das Zitat im wissenschaftlichen Kontext zu Erläuterungszwecken sowie das Sprach- und Musikzitat angeführt. Nicht explizit genannt, aber durch die Neufassung des Paragraphen ebenfalls abgedeckt, sind Werkarten wie Bild-, Film- und Multimediazitate. Im konkreten Fall ist der Zitatzweck rechtlich zu prüfen, der in einer Belegfunktion oder im zitierenden Bezug mit dem Ziel einer kulturellen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung liegen kann. Die reine Ausschmückung eines Werkes mittels eines Zitats ist nicht zulässig. Das Zitat darf nicht an die Stelle der eigenen geistigen Schöpfung treten, die im Verhältnis überwiegen muss. Unter der Voraussetzung, dass die Bedingungen eines korrekten Zitierens erfüllt sind (angemessener Umfang und Zweck des Zitats eines urheberrechtlich vorliegenden Werkes sowie seine Kennzeichnung in Form einer Quellenangabe), hat der Urheber das Zitieren seines Werkes ohne finanzielle Entschädigungsmöglichkeit zu dulden (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 11 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Bild in reflexiver Verwendung]]&lt;br /&gt;
* [[Bildgrammatik]]&lt;br /&gt;
* [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
* [[Bildwissenschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]&lt;br /&gt;
* [[Comic]]&lt;br /&gt;
* [[Film]]&lt;br /&gt;
* [[Fotografie]]&lt;br /&gt;
* [[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]]&lt;br /&gt;
* [[Malerei]]&lt;br /&gt;
* [[Notation]]&lt;br /&gt;
* [[Prädikation]]&lt;br /&gt;
* [[Rahmung, Rahmen]]&lt;br /&gt;
* [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]&lt;br /&gt;
* [[Sprechen über Bilder]] &lt;br /&gt;
* [[Syntaktische Dichte]]&lt;br /&gt;
* [[Werbung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
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&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Anna Valentine Ullrich|Anna Valentine Ullrich]]&lt;br /&gt;
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{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anna Valentine Ullrich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=8695</id>
		<title>Bildzitat</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=8695"/>
		<updated>2012-06-14T08:46:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anna Valentine Ullrich: /* Nelson Goodman: Sprach-, Bild- und Musikzitat */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Bildzitat: eine Einführung=====&lt;br /&gt;
Was ist ein Bildzitat? Allgemein gesprochen lässt sich darunter eine zitierende, intramedial stattfindende Referenz zwischen Bildwerken heterogener Provenienz verstehen. Es handelt sich also um ein [[Bild in reflexiver Verwendung]]. Obwohl der Begriff in der Literatur häufig gebraucht wird, ist bislang ungeklärt, welche Merkmale ein Bildzitat erfüllen muss, um als solches zu gelten, und wie es von anderen Verweistechniken wie beispielsweise Variation, Anspielung, Parodie u. ä. zu unterscheiden ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bildzitate treten in diversen [[Bildmedien]] (etwa in der [[Malerei]], [[Fotografie]], im [[Comic]]) auf und liegen – historisch betrachtet – in unterschiedlichen Epochen der Kunst, aber auch in der [[Werbung]] und Alltagskultur vor. Demzufolge sind sie in allen gesellschaftlichen Bereichen anzufinden, in denen auf ein kulturelles Reservoir an Bildern zitierend Bezug genommen wird (⊳ [[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Frage nach einem Bildzitat ist eng verknüpft mit verschiedenen Themenfeldern, etwa, wie sich das Bildzitat zum Sprachzitat oder allgemeiner Bilder zur Sprache verhalten, in welchen Kategorien über Bilder reflektiert werden kann ([[Sprechen über Bilder]]) und inwiefern im Zuge eines &#039;&#039;iconic&#039;&#039; oder &#039;&#039;pictorial turn&#039;&#039; ein bildspezifischer Diskurs über Bildverweise in Abgrenzung zum sprachlichen Diskurs möglich ist (⊳ [[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das Bildzitat ist Gegenstand in vier Forschungszusammenhängen, die mehr oder weniger unabhängig voneinander existieren. Eine gegenseitige Rezeption findet nur zum Teil statt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nelson Goodman setzt sich in seiner Symboltheorie mit der Bezugnahmepraktik des Zitierens auseinander. In einer vergleichenden Perspektive betrachtet er die Bedingungen für ein sprachliches, bildliches und musikalisches Zitieren. (Zum möglichen Nutzen von Goodmans Unterscheidung der Referenzformen &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; und &#039;&#039;Variation&#039;&#039; als Bestandteil einer homogenen Beschreibungssprache für die Bildwissenschaften vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2011a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Untersuchungen von Bildzitaten finden vorrangig im Rahmen der Kunstgeschichte als einer [[Bildwissenschaft]] statt. Hier stehen konkrete Analysen von Zitaten in Kunstwerken und ihre Implikationen im Vordergrund. Eine theoretische Reflektion des Begriffs basierend auf Goodmans symboltheoretischem Ansatz ist nicht vorhanden. Grundlage der Einzeluntersuchungen scheint häufig ein alltagssprachliches Verständnis von Zitat – das in erster Linie von der Idee eines sprachlichen Zitat beherrscht wird – zu sein, oder es werden explizit terminologische Bestimmungen des Zitats in Anlehnung an linguistische und literaturwissenschaftliche Definitionen vorgenommen (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dieser literaturwissenschaftlichen Orientierung entstammt auch ein Zweig bildwissenschaftlicher Forschung, der, beruhend auf dem Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039;, Bildbeziehungen unter den Schlagworten &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039;, &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; oder &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; erörtert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schließlich beschäftigt sich die Jurisprudenz mit dem Bildzitat. Aus juristischer Hinsicht ist die urheberrechtliche Frage relevant, welche Formen eines Bildzitats zulässig sind. Die rechtliche Perspektive wird zwar vereinzelt in literaturwissenschaftlichen (&amp;lt;bib id=&#039;Neumann 1980a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zeichentheoretischen Arbeiten (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 84) zur Zitatklärung herangezogen, spielt jedoch für den symboltheoretischen Ansatz bei Goodman sowie den kunsthistorischen Diskurs keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Nelson Goodman: Sprach-, Bild- und Musikzitat=====&lt;br /&gt;
Nelson Goodman (&amp;lt;bib id=&#039;Goodman 1990a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 59 ff.) betrachtet vergleichend Zitate in der Sprache, in Bildern und in der Musik. Er geht von sprachlichen Konstellationen des Zitierens aus und stellt zwei notwendige, aber nicht hinreichende Bedingungen auf. &lt;br /&gt;
* Ein Zitat ist erstens gekennzeichnet durch das Enthaltensein des Zitierten. Im Fall des direkten Zitats handelt es sich um eine syntaktische Replikation, im Fall des indirekten Zitats liegt eine semantische Paraphrase des Zitierten vor.&lt;br /&gt;
* Zweitens wird im Zitat mittels einer Benennung oder [[Prädikation]] auf das Zitierte Bezug genommen (⊳ [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß Goodmans Kriterien gilt das indirekte Zitat als basale Variante des Zitierens, in der das direkte Zitat mit seiner identischen Buchstabenabfolge des Zitierten einen Sonderfall darstellt. Zitierbar sind vom Buchstaben bis zum Satz alle schriftsprachlichen Ebenen.&amp;lt;ref&amp;gt;Auf der Ebene der Buchstaben kann es kein indirektes Zitat geben, da hier keine semantische Paraphrase möglich ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Übertragung der genannten sprachlichen Zitatkriterien stellt Goodman fest, dass im Bereich des Bildes zum Enthaltensein kein Äquivalent vorhanden ist und im Bereich der Musik keines zur Referenz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analog zur Bezugnahme auf das Zitierte im direkten Sprachzitat sucht Goodman nach Anführungszeichen im Bild und sieht sie in der Darstellung eines [[Rahmung, Rahmen|Rahmens]] oder einer Staffelei im Bild. Bezüglich des Enthaltenseins stellt sich dabei folgendes Problem. Da das Bild als autographische Kunst kein Alphabet besitzt, [[Syntaktische Dichte|syntaktisch dicht]] ist und somit die exakte Wiederholung einer Buchstabenkombination nicht gegeben ist, stellt sich die Frage, was einer Replik im Bild entsprechen könnte. Repliken können zwar unterschiedlich ausgestaltet sein, sind aber durch die identische Repetition der Buchstabenabfolge gekennzeichnet, die im System einzigartig vorliegender Bildsymbole nicht vorhanden ist. Auch bei einer Kopie liegt, anders als man zunächst vermuten könnte, keine Entsprechung zu einer solchen identischen Repetition vor. Für ein indirektes Bildzitat könnte ebenfalls ein gemalter Rahmen als Anzeige einer Paraphrase dienen. Letztlich ist in diesem Zusammenhang der Kontext entscheidend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich sieht Goodman sowohl die Möglichkeit eines Zitats von Sprache im Bild als auch in umgekehrter Richtung. Klang ließe sich ebenfalls bildlich zitieren. So müsste beispielsweise eine Musikpartitur im Bild abgebildet sein, denn [[Notation]] und Klang stehen in einem ähnlichen Verhältnis wie geschriebene und gesprochene Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jakob Steinbrenner (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 217 ff.) kommt im Rückgriff auf Überlegungen von Goodman, Tarski und Davidson zu dem Schluss, dass der Zitatbegriff in syntaktischer Hinsicht nicht auf den Bereich des Bildes übertragen werden kann. Er begründet seine Darstellung damit, dass die von ihm herausgearbeiteten Merkmale sprachlicher Zitate keine Entsprechung im Bereich des Bildes besitzen. Dabei räumt er ein, dass auf der Ebene der Semantik Merkmalsähnlichkeiten vorliegen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachliche Zitate sind gemäß Steinbrenner durch folgende Aspekte gekennzeichnet. Ein Zitat besteht aus einem Zeichenvorkommnis, das von Anführungszeichen gerahmt oder durch andere Mittel hervorgehoben wird, wobei es bestimmte notwendige syntaktische und semantische Merkmale aufweist. Ein Zitat denotiert und stimmt mit dem Zitierten im Typ überein. Zitierbar sind keine fiktiven oder zukünftigen, sondern nur von Personen gemachte, also bereits verwendete Äußerungen. Diese müssen aus eindeutig identifizierbaren Einzelzeichen einer Sprache bestehen, die jeweils einem Typ zuzuordnen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern in Bildern wirft nun verschiedene Probleme in der Übertragung sprachlicher Zitatkennzeichen auf. Kann ein im Bild dargestellter Rahmen oder eine Staffelei als syntaktische Anzeige, als Anführungszeichen eines darin enthaltenen Bildzitats fungieren? Steinbrenner führt gegen diese Überlegung an, dass das im Rahmen Dargestellte nicht zwangsläufig ein Bild im Bild ist. Es kann auch nur der Rahmen selbst präsentiert werden. Zum einen bleibt offen, was ein Bild ist und wie Bilder in Bildern abgebildet werden können. Zum anderen existiert in der Forschung keine Übereinstimmung in der Frage, ob es so etwas wie atomare Bildzeichen gibt und wie diese zu Zeichenkombinationen zusammengesetzt sind, wie also eine [[Bildgrammatik]] zu denken wäre. Da im Bild das Buchstabieren nicht möglich ist, fehlt die syntaktische Überprüfungsmöglichkeit, ob Zitiertes und Zitat einander im Typ entsprechen. &lt;br /&gt;
Während prinzipiell jeder sprachliche Zitate verwenden und erkennen kann – bis zu einem gewissen Grad auch ohne semantische Kompetenz –, ist dies bei bildlichen Zitaten nicht der Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinbrenner kommt zu dem Schluss, dass im Fall des Bildes aufgrund der fehlenden Übertragbarkeit der Kennzeichen sprachlicher Zitate sinnvollerweise nicht von einem bildlichen Zitat, sondern von einer &#039;&#039;Anspielung&#039;&#039; gesprochen werden sollte. Die Anspielung stellt eine unspezifischere Form der Bezugnahme dar, die lediglich manche Eigenschaften des Zitierten exemplifiziert (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Kunsthistorische Perspektive: Das Bildzitat im Kontext weiterer Bildbezüge=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In kunsthistorischen Untersuchungen liegt eine Fülle an Termini zur Beschreibung von Bildbeziehungen vor – etwa das Bild im Bild (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Kemp 1995a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;), die Parodie, Hommage, Allusion, Variation, Kopie u. ä. Christoph Zuschlag (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) beklagt die uneinheitliche Begriffsverwendung in der Literatur und verweist auf die Schwierigkeit, die Vielfalt der vorhandenen Bildrelationen zu erfassen und zu systematisieren. Zudem liege weder eine konsensuelle theoretische Bestimmung des Bildzitats und seiner Abgrenzung zu anderen Referenzarten vor noch ein einheitliches Kategoriensystem zur Beschreibung und Analyse unterschiedlicher visueller Verweistechniken. So ist beispielsweise nicht klar, ob die zum Teil literaturwissenschaftlich geprägten Termini als semantische Kategorien gelten sollen, ob sie eine Verfahrenstechnik beschreiben oder auf welcher Ebene (etwa motivisch oder figurativ) Übernahmen stattfinden (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 162).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wünschenswert in dieser Debatte ein epochen- und gattungsübergreifender Theoriebau auch wäre, so unklar ist dabei, ob dieser dem Wandel von Bildbegriffen und Kunstdiskursen im Laufe der Kunstgeschichte gerecht würde (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 95 f.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martina Sitt und Attila Horányi beispielsweise verwerfen den Begriff des Zitats, da er – ähnlich wie der Terminus des &#039;&#039;Einflusses&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Baader 2003b&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: 73 ff.) – zu heterogene Phänomene in der Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts umfassen muss und damit seine Beschreibungsprägnanz verloren hat (&amp;lt;bib id=&#039;Sitt &amp;amp; Horányi 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 20). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analysen von Bildzitaten in ihren Funktionen und Wirkungen finden meist epochenbezogen – etwa zu Zitattechniken im 20. Jahrhundert (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Schmidt 2000a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – oder bezogen auf das Werk einzelner Künstler (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 225 ff.) – z.B. Bildzitate bei Vermeer (&amp;lt;bib id=&#039;Hammer-Tugendhat 2009a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – statt. In übertragenem Sinn setzen sich auch Vertreterinnen der Performance-Kunst mit Bildzitaten auseinander. So versuchte beispielsweise die Künstlerin Orlan in einer Gesichtsoperation verschiedene weibliche Idealbilder der europäischen Kunstgeschichte (z.B. die Mona Lisa von Leonardo da Vinci und die Venus von Botticelli) in ihrem Gesicht zu vereinen und verwandelte damit Bildzitate in ein reales, somatisches Zitat (&amp;lt;bib id=&#039;Baxmann 2001a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 294 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag definiert das &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; in Differenz zur &#039;&#039;Paraphrase&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Während bei einem Zitat sozusagen Ausschnitte aus einer Vorlage vorgenommen werden und einzelne Elemente in einen neuen Bildkontext gestellt werden, wird bei einer Paraphrase das Vorbild als Ganzes einer Veränderung unterzogen und mit einer neuen Bildvorstellung versehen. Zitat und Paraphrase sind „kritisch reflektierte, also nicht von einem stilistischen Nachahmungsanliegen motivierte, sondern im Bewusstsein der historischen Distanz (und häufig auch der medialen Differenz) erfolgende Rückgriffe auf ein kunstgeschichtliches Vorbild oder mehrere kunstgeschichtliche Vorbilder“ (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171 f.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag verwendet diese Termini als Oberbegriffe für alle weiteren bildlichen Bezugnahmeformen, die besonders die Kunst des 20. Jahrhunderts prägen, in der der Rekurs auf die Kunstgeschichte charakteristisch ist. Belting spricht in diesem Zusammenhang von einer &#039;&#039;Zitatkunst&#039;&#039; als qualitativ neue Kunstform: „Werke, die nicht mehr geschaffen werden können, lassen sich nur noch zitieren. […] Nicht nur werden einzelne Werke wie Namen der Erinnerung zitiert: Sie stehen auch für einen Werkbegriff ein, an den sie nur noch erinnern.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 469)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert bieten die Reproduktionstechniken eine neuartige Verfügbarkeit der Vorbilder; gleichzeitig wird eine Lesbarkeit des zitierenden Bezugs für den Bildbetrachter vorausgesetzt oder erhofft und an seine Interpretationsleistung appelliert (&amp;lt;bib id=&#039;Sello 1979a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin differenziert Zuschlag das Zitat als Verweis auf konkrete Kunstwerke vom Phänomen der &#039;&#039;Metakunst&#039;&#039; ab den 1960er Jahren. Metakunst referiert nicht auf ein spezifisches Bild, sondern in einem erweiterten Sinne entweder auf die Institution Kunst, auf einen Topos oder thematisiert auf einer selbstreflexiven Metaebene Kunst an sich (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 176 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Interbildlichkeit, Interpikturalität und Interikonizität=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Darstellung von Bildbeziehungen wird bisweilen auf den literaturwissenschaftlichen Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039; zurückgegriffen, den Julia Kristeva in den 1970er Jahren zur Beschreibung von Textbeziehungen in Anlehnung an Michail Bachtins Konzept der &#039;&#039;Dialogizität&#039;&#039; entwickelte. Der Begriff der Intertextualität wird in kunstwissenschaftlichen Arbeiten zum Teil direkt auf das Medium Bild übertragen, da entweder explizit textähnliche Strukturen von Bild-Bild-Bezügen – etwa die &#039;&#039;intertextuelle Metamalerei&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Stoichita 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – untersucht werden sollen oder sich bildspezifischere Begriffe noch nicht genügend durchgesetzt haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 60). &lt;br /&gt;
Mieke Bal setzt &#039;&#039;quotation&#039;&#039; als Sprach- und Bildmedium übergreifenden Terminus ein und bezeichnet damit „intersection of iconography and intertextuality“ (&amp;lt;bib id=&#039;Bal 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus liegen verschiedene Termini für Bildverweise vor, die intertextuelle Herangehensweisen adaptieren: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) bezeichnet einerseits Bildbeziehungen sowie Bildreflexionen im Medium Bild und andererseits eine literarische Interbildlichkeit. Letztere ist gekennzeichnet durch eine im übertragenen Sinn vorhandene [[uneigentliche Bilder|Bildlichkeit]] der Sprache im Text, z.B. mittels Verknüpfung von Sprachbildern.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; (zusammenfassend &amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Rosen et al. 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) auch in der Schreibweise &#039;&#039;Interpiktoralität&#039;&#039;: Hierbei handelt es sich um Beziehungen zwischen Bildern, die in der Übernahme von Termini aus der Sprach- und Literaturwissenschaft als Zitat oder Allusion bezeichnet werden. In Analogie zur Sprache steht zur Diskussion, wie Markierungen von Bildbezügen aussehen könnten oder wie verschiedene Deutlichkeitsgrade von Referenzen auseinander zu halten seien. &lt;br /&gt;
: Phänomen und Beschreibung von Bildrelationen sind – ähnlich wie bei der Erforschung von Textbeziehungen – immer wieder Gegenstand kunstgeschichtlicher Untersuchungen gewesen. Gemäß Rosen unterscheidet sich die traditionelle Quellenforschung der Kunstgeschichte jedoch von dem neueren Interpikturalitätsdiskurs. Die Quellenforschung versucht, Einflüsse in Kunstwerken nachzuvollziehen und Beziehungslinien abzubilden. Der Interpikturalitätsansatz indes nimmt die sinnproduzierenden und konstitutiven Funktionen von Bildbezügen in Kunstwerken in den Blick.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Gamer 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;): Zuschlag strebt unter diesem Stichwort ein mehrdimensionales Modell an, das sowohl eine Typologie der interikonischen Bezugnahmen nach formalen und inhaltlichen Einteilungen als auch die funktionalen und historischen Bedingungen und Kontexte sowie produktions- und rezeptionsästhetische Sichtweisen berücksichtigt. Diese Vorgehensweise soll eine differenzierte Beschreibung der einzelnen Bezugnahmen sowie der Rolle des Rezipienten ermöglichen. In der Übertragung vom Medium des Textes auf Objekte der Kunst müssten folgende Aspekte diskutiert werden: das Wechselverhältnis von bildlichem Prätext und Posttext, Begriffe wie Autorschaft und Intentionalität, die Frage eines engen oder weiten Interikonizitätsbegriffs oder auch der Nutzen einer Übernahme von Schriftkategorien wie Einzeltextreferenz, System- oder Gattungsreferenz.&lt;br /&gt;
: Eine Anwendung dieses Postulats der Interikonizität liegt bisher nur in Ansätzen vor. Zuschlag weist auf die Notwendigkeit hin, bei der Übernahme textbasierter Kategorien die spezifischen Charakteristika des Mediums Bild zu berücksichtigen. Gerade für diesen Punkt bestehen noch keine Lösungsvorschläge.&lt;br /&gt;
: Wagner kritisiert an Zuschlags Konzept, dass dieses auf rein bildliche Relationen fokussiert sei. Bildverweise bedürften jedoch stets sprachlicher Vermittlung und Bedeutungsstiftung, so dass Interikonizität auf sprachliche Intertextualität angewiesen und mit dieser verbunden sei (&amp;lt;bib id=&#039;Wagner 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
* Im Rahmen einer weitestgehend literaturwissenschaftlich orientierten Herangehensweise finden sich vereinzelt Untersuchungen zu Bildzitaten in verschiedenen visuellen Formaten ([[Malerei]], [[Fotografie]], [[Film]]) (&amp;lt;bib id=&#039;Böhn 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zu Bildzitaten in literarischen Werken (&amp;lt;bib id=&#039;Eilert 1991a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Zitierende Bezüge zwischen filmischen Stills und Werken des kunstgeschichtlichen Kanons (&amp;lt;bib id=&#039;Keitz 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) werden ebenso analysiert wie Zitate in intermedialen Relationen zwischen Texten und Bildern (&amp;lt;bib id=&#039;Horstkotte &amp;amp; Leonhard 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Dabei wird auch versucht, intermediale und interkulturelle Bildbeziehungen und Bildtransfers nachzuvollziehen und so verschiedene Bildmedien, Zeitschichten und Diskurse außerhalb des klassischen kunstgeschichtlichen Fokus zu berücksichtigen (&amp;lt;bib id=&#039;Schulz 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 322 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Das Bildzitat als juristischer Gegenstand=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern ist, wenn es das Urheberrecht eines Bildinhabers berührt, auch Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen. Die Frage nach der Zulässigkeit von Bildzitaten ist beispielsweise bei Abbildungen in wissenschaftlichen Publikationen relevant. Im Kontext des Internets und seiner weltweiten Verbreitung von Bildern besitzen Bildzitate unterschiedlichster Art eine große Virulenz (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1886 wurde eine internationale „Berner Übereinkunft zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst“ zwischen den Ländern Deutschland, Belgien, Großbritannien, Schweiz, Italien, Spanien und Tunesien geschlossen, die in revidierter Form (die sogenannte RBÜ) immer noch Gültigkeit besitzt. Inzwischen ist sie von fast allen Staaten der Welt anerkannt worden. Laut RBÜ soll den Urhebern von Werken der Wissenschaft und Kunst ein Mindestrecht garantiert werden. Gleichzeitig gilt es, die Interessen der Urheber und der Nutzer eines Werkes im Sinne eines Allgemeinwohls und eines gesellschaftlichen Fortschritts in Einklang zu bringen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Voraussetzungen eines Zitats sehen wie folgt aus: Zunächst muss das zitierte, urheberrechtlich geschützte Werk bereits der Öffentlichkeit rechtmäßig vorliegen. Weiterhin muss der Zweck des Zitierens den Zitatumfang legitimieren und das Zitat mit den „anständigen Gepflogenheiten“ (RBÜ Art. 10, zitiert nach &amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 12) vereinbar sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut Calame und Thouvenin unterscheidet sich das Bildzitat von anderen Zitatarten durch seinen Umfang. Dem Sinn des Zitierens entspricht, aufgrund der Spezifika des Mediums Bild, meist nur das Zitieren des gesamten Werkes und nicht nur eines Ausschnitts. Dies ist, sofern die Verhältnismäßigkeit zum Gesamtwerk gegeben ist, rechtlich möglich (&amp;lt;bib id=&#039;Calame &amp;amp; Thouvenin 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 139 ff.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland ist das Zitatrecht in §51 UrhG ([http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__51.html]) geregelt. Mit der Gesetzesnovelle des sogenannten zweiten Korbs des §51 UrhG vom 1. Januar 2008 gestaltet sich die Rechtslage folgendermaßen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist. […]“ Insbesondere werden im Weiteren das Zitat im wissenschaftlichen Kontext zu Erläuterungszwecken sowie das Sprach- und Musikzitat angeführt. Nicht explizit genannt, aber durch die Neufassung des Paragraphen ebenfalls abgedeckt, sind Werkarten wie Bild-, Film- und Multimediazitate. Im konkreten Fall ist der Zitatzweck rechtlich zu prüfen, der in einer Belegfunktion oder im zitierenden Bezug mit dem Ziel einer kulturellen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung liegen kann. Die reine Ausschmückung eines Werkes mittels eines Zitats ist nicht zulässig. Das Zitat darf nicht an die Stelle der eigenen geistigen Schöpfung treten, die im Verhältnis überwiegen muss. Unter der Voraussetzung, dass die Bedingungen eines korrekten Zitierens erfüllt sind (angemessener Umfang und Zweck des Zitats eines urheberrechtlich vorliegenden Werkes sowie seine Kennzeichnung in Form einer Quellenangabe), hat der Urheber das Zitieren seines Werkes ohne finanzielle Entschädigungsmöglichkeit zu dulden (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 11 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Bild in reflexiver Verwendung]]&lt;br /&gt;
* [[Bildgrammatik]]&lt;br /&gt;
* [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
* [[Bildwissenschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]&lt;br /&gt;
* [[Comic]]&lt;br /&gt;
* [[Film]]&lt;br /&gt;
* [[Fotografie]]&lt;br /&gt;
* [[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]]&lt;br /&gt;
* [[Malerei]]&lt;br /&gt;
* [[Notation]]&lt;br /&gt;
* [[Prädikation]]&lt;br /&gt;
* [[Rahmung, Rahmen]]&lt;br /&gt;
* [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]&lt;br /&gt;
* [[Sprechen über Bilder]] &lt;br /&gt;
* [[Syntaktische Dichte]]&lt;br /&gt;
* [[Werbung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
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&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--[[Benutzer:Jakob Steinbrenner|Jakob Steinbrenner]]--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Anna Valentine Ullrich|Anna Valentine Ullrich]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anna Valentine Ullrich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=8694</id>
		<title>Bildzitat</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=8694"/>
		<updated>2012-06-14T08:04:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anna Valentine Ullrich: /* Kunsthistorische Perspektive: Das Bildzitat im Kontext weiterer Bildbezüge */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Bildzitat: eine Einführung=====&lt;br /&gt;
Was ist ein Bildzitat? Allgemein gesprochen lässt sich darunter eine zitierende, intramedial stattfindende Referenz zwischen Bildwerken heterogener Provenienz verstehen. Es handelt sich also um ein [[Bild in reflexiver Verwendung]]. Obwohl der Begriff in der Literatur häufig gebraucht wird, ist bislang ungeklärt, welche Merkmale ein Bildzitat erfüllen muss, um als solches zu gelten, und wie es von anderen Verweistechniken wie beispielsweise Variation, Anspielung, Parodie u. ä. zu unterscheiden ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bildzitate treten in diversen [[Bildmedien]] (etwa in der [[Malerei]], [[Fotografie]], im [[Comic]]) auf und liegen – historisch betrachtet – in unterschiedlichen Epochen der Kunst, aber auch in der [[Werbung]] und Alltagskultur vor. Demzufolge sind sie in allen gesellschaftlichen Bereichen anzufinden, in denen auf ein kulturelles Reservoir an Bildern zitierend Bezug genommen wird (⊳ [[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Frage nach einem Bildzitat ist eng verknüpft mit verschiedenen Themenfeldern, etwa, wie sich das Bildzitat zum Sprachzitat oder allgemeiner Bilder zur Sprache verhalten, in welchen Kategorien über Bilder reflektiert werden kann ([[Sprechen über Bilder]]) und inwiefern im Zuge eines &#039;&#039;iconic&#039;&#039; oder &#039;&#039;pictorial turn&#039;&#039; ein bildspezifischer Diskurs über Bildverweise in Abgrenzung zum sprachlichen Diskurs möglich ist (⊳ [[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das Bildzitat ist Gegenstand in vier Forschungszusammenhängen, die mehr oder weniger unabhängig voneinander existieren. Eine gegenseitige Rezeption findet nur zum Teil statt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nelson Goodman setzt sich in seiner Symboltheorie mit der Bezugnahmepraktik des Zitierens auseinander. In einer vergleichenden Perspektive betrachtet er die Bedingungen für ein sprachliches, bildliches und musikalisches Zitieren. (Zum möglichen Nutzen von Goodmans Unterscheidung der Referenzformen &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; und &#039;&#039;Variation&#039;&#039; als Bestandteil einer homogenen Beschreibungssprache für die Bildwissenschaften vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2011a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Untersuchungen von Bildzitaten finden vorrangig im Rahmen der Kunstgeschichte als einer [[Bildwissenschaft]] statt. Hier stehen konkrete Analysen von Zitaten in Kunstwerken und ihre Implikationen im Vordergrund. Eine theoretische Reflektion des Begriffs basierend auf Goodmans symboltheoretischem Ansatz ist nicht vorhanden. Grundlage der Einzeluntersuchungen scheint häufig ein alltagssprachliches Verständnis von Zitat – das in erster Linie von der Idee eines sprachlichen Zitat beherrscht wird – zu sein, oder es werden explizit terminologische Bestimmungen des Zitats in Anlehnung an linguistische und literaturwissenschaftliche Definitionen vorgenommen (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dieser literaturwissenschaftlichen Orientierung entstammt auch ein Zweig bildwissenschaftlicher Forschung, der, beruhend auf dem Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039;, Bildbeziehungen unter den Schlagworten &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039;, &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; oder &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; erörtert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schließlich beschäftigt sich die Jurisprudenz mit dem Bildzitat. Aus juristischer Hinsicht ist die urheberrechtliche Frage relevant, welche Formen eines Bildzitats zulässig sind. Die rechtliche Perspektive wird zwar vereinzelt in literaturwissenschaftlichen (&amp;lt;bib id=&#039;Neumann 1980a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zeichentheoretischen Arbeiten (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 84) zur Zitatklärung herangezogen, spielt jedoch für den symboltheoretischen Ansatz bei Goodman sowie den kunsthistorischen Diskurs keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Nelson Goodman: Sprach-, Bild- und Musikzitat=====&lt;br /&gt;
Nelson Goodman (&amp;lt;bib id=&#039;Goodman 1990a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 59 ff.) betrachtet vergleichend Zitate in der Sprache, in Bildern und in der Musik. Er geht von sprachlichen Konstellationen des Zitierens aus und stellt zwei notwendige, aber nicht hinreichende Bedingungen auf. &lt;br /&gt;
* Ein Zitat ist erstens gekennzeichnet durch das Enthaltensein des Zitierten. Im Fall des direkten Zitats handelt es sich um eine syntaktische Replikation, im Fall des indirekten Zitats liegt eine semantische Paraphrase des Zitierten vor.&lt;br /&gt;
* Zweitens wird im Zitat mittels einer Benennung oder [[Prädikation]] auf das Zitierte Bezug genommen (⊳ [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß Goodmans Kriterien gilt das indirekte Zitat als basale Variante des Zitierens, in der das direkte Zitat mit seiner identischen Buchstabenabfolge des Zitierten einen Sonderfall darstellt. Zitierbar sind vom Buchstaben bis zum Satz alle schriftsprachlichen Ebenen.&lt;br /&gt;
In der Übertragung der genannten sprachlichen Zitatkriterien stellt Goodman fest, dass im Bereich des Bildes zum Enthaltensein kein Äquivalent vorhanden ist und im Bereich der Musik keines zur Referenz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analog zur Bezugnahme auf das Zitierte im direkten Sprachzitat sucht Goodman nach Anführungszeichen im Bild und sieht sie in der Darstellung eines [[Rahmung, Rahmen|Rahmens]] oder einer Staffelei im Bild. Bezüglich des Enthaltenseins stellt sich dabei folgendes Problem. Da das Bild als autographische Kunst kein Alphabet besitzt, [[Syntaktische Dichte|syntaktisch dicht]] ist und somit die exakte Wiederholung einer Buchstabenkombination nicht gegeben ist, stellt sich die Frage, was einer Replik im Bild entsprechen könnte. Repliken können zwar unterschiedlich ausgestaltet sein, sind aber durch die identische Repetition der Buchstabenabfolge gekennzeichnet, die im System einzigartig vorliegender Bildsymbole nicht vorhanden ist. Auch bei einer Kopie liegt, anders als man zunächst vermuten könnte, keine Entsprechung zu einer solchen identischen Repetition vor. Für ein indirektes Bildzitat könnte ebenfalls ein gemalter Rahmen als Anzeige einer Paraphrase dienen. Letztlich ist in diesem Zusammenhang der Kontext entscheidend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich sieht Goodman sowohl die Möglichkeit eines Zitats von Sprache im Bild als auch in umgekehrter Richtung. Klang ließe sich ebenfalls bildlich zitieren. So müsste beispielsweise eine Musikpartitur im Bild abgebildet sein, denn [[Notation]]und Klang stehen in einem ähnlichen Verhältnis wie geschriebene und gesprochene Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jakob Steinbrenner (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 217 ff.) kommt im Rückgriff auf Überlegungen von Goodman, Tarski und Davidson zu dem Schluss, dass der Zitatbegriff in syntaktischer Hinsicht nicht auf den Bereich des Bildes übertragen werden kann. Er begründet seine Darstellung damit, dass die von ihm herausgearbeiteten Merkmale sprachlicher Zitate keine Entsprechung im Bereich des Bildes besitzen. Dabei räumt er ein, dass auf der Ebene der Semantik Merkmalsähnlichkeiten vorliegen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachliche Zitate sind gemäß Steinbrenner durch folgende Aspekte gekennzeichnet. Ein Zitat besteht aus einem Zeichenvorkommnis, das von Anführungszeichen gerahmt oder durch andere Mittel hervorgehoben wird, wobei es bestimmte notwendige syntaktische und semantische Merkmale aufweist. Ein Zitat denotiert und stimmt mit dem Zitierten im Typ überein. Zitierbar sind keine fiktiven oder zukünftigen, sondern nur von Personen gemachte, also bereits verwendete Äußerungen. Diese müssen aus eindeutig identifizierbaren Einzelzeichen einer Sprache bestehen, die jeweils einem Typ zuzuordnen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern in Bildern wirft nun verschiedene Probleme in der Übertragung sprachlicher Zitatkennzeichen auf. Kann ein im Bild dargestellter Rahmen oder eine Staffelei als syntaktische Anzeige, als Anführungszeichen eines darin enthaltenen Bildzitats fungieren? Steinbrenner führt gegen diese Überlegung an, dass das im Rahmen Dargestellte nicht zwangsläufig ein Bild im Bild ist. Es kann auch nur der Rahmen selbst präsentiert werden. Zum einen bleibt offen, was ein Bild ist und wie Bilder in Bildern abgebildet werden können. Zum anderen existiert in der Forschung keine Übereinstimmung in der Frage, ob es so etwas wie atomare Bildzeichen gibt und wie diese zu Zeichenkombinationen zusammengesetzt sind, wie also eine [[Bildgrammatik]] zu denken wäre. Da im Bild das Buchstabieren nicht möglich ist, fehlt die syntaktische Überprüfungsmöglichkeit, ob Zitiertes und Zitat einander im Typ entsprechen. &lt;br /&gt;
Während prinzipiell jeder sprachliche Zitate verwenden und erkennen kann – bis zu einem gewissen Grad auch ohne semantische Kompetenz –, ist dies bei bildlichen Zitaten nicht der Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinbrenner kommt zu dem Schluss, dass im Fall des Bildes aufgrund der fehlenden Übertragbarkeit der Kennzeichen sprachlicher Zitate sinnvollerweise nicht von einem bildlichen Zitat, sondern von einer &#039;&#039;Anspielung&#039;&#039; gesprochen werden sollte. Die Anspielung stellt eine unspezifischere Form der Bezugnahme dar, die lediglich manche Eigenschaften des Zitierten exemplifiziert (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Kunsthistorische Perspektive: Das Bildzitat im Kontext weiterer Bildbezüge=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In kunsthistorischen Untersuchungen liegt eine Fülle an Termini zur Beschreibung von Bildbeziehungen vor – etwa das Bild im Bild (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Kemp 1995a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;), die Parodie, Hommage, Allusion, Variation, Kopie u. ä. Christoph Zuschlag (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) beklagt die uneinheitliche Begriffsverwendung in der Literatur und verweist auf die Schwierigkeit, die Vielfalt der vorhandenen Bildrelationen zu erfassen und zu systematisieren. Zudem liege weder eine konsensuelle theoretische Bestimmung des Bildzitats und seiner Abgrenzung zu anderen Referenzarten vor noch ein einheitliches Kategoriensystem zur Beschreibung und Analyse unterschiedlicher visueller Verweistechniken. So ist beispielsweise nicht klar, ob die zum Teil literaturwissenschaftlich geprägten Termini als semantische Kategorien gelten sollen, ob sie eine Verfahrenstechnik beschreiben oder auf welcher Ebene (etwa motivisch oder figurativ) Übernahmen stattfinden (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 162).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wünschenswert in dieser Debatte ein epochen- und gattungsübergreifender Theoriebau auch wäre, so unklar ist dabei, ob dieser dem Wandel von Bildbegriffen und Kunstdiskursen im Laufe der Kunstgeschichte gerecht würde (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 95 f.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martina Sitt und Attila Horányi beispielsweise verwerfen den Begriff des Zitats, da er – ähnlich wie der Terminus des &#039;&#039;Einflusses&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Baader 2003b&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: 73 ff.) – zu heterogene Phänomene in der Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts umfassen muss und damit seine Beschreibungsprägnanz verloren hat (&amp;lt;bib id=&#039;Sitt &amp;amp; Horányi 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 20). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analysen von Bildzitaten in ihren Funktionen und Wirkungen finden meist epochenbezogen – etwa zu Zitattechniken im 20. Jahrhundert (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Schmidt 2000a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – oder bezogen auf das Werk einzelner Künstler (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 225 ff.) – z.B. Bildzitate bei Vermeer (&amp;lt;bib id=&#039;Hammer-Tugendhat 2009a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – statt. In übertragenem Sinn setzen sich auch Vertreterinnen der Performance-Kunst mit Bildzitaten auseinander. So versuchte beispielsweise die Künstlerin Orlan in einer Gesichtsoperation verschiedene weibliche Idealbilder der europäischen Kunstgeschichte (z.B. die Mona Lisa von Leonardo da Vinci und die Venus von Botticelli) in ihrem Gesicht zu vereinen und verwandelte damit Bildzitate in ein reales, somatisches Zitat (&amp;lt;bib id=&#039;Baxmann 2001a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 294 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag definiert das &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; in Differenz zur &#039;&#039;Paraphrase&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Während bei einem Zitat sozusagen Ausschnitte aus einer Vorlage vorgenommen werden und einzelne Elemente in einen neuen Bildkontext gestellt werden, wird bei einer Paraphrase das Vorbild als Ganzes einer Veränderung unterzogen und mit einer neuen Bildvorstellung versehen. Zitat und Paraphrase sind „kritisch reflektierte, also nicht von einem stilistischen Nachahmungsanliegen motivierte, sondern im Bewusstsein der historischen Distanz (und häufig auch der medialen Differenz) erfolgende Rückgriffe auf ein kunstgeschichtliches Vorbild oder mehrere kunstgeschichtliche Vorbilder“ (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171 f.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag verwendet diese Termini als Oberbegriffe für alle weiteren bildlichen Bezugnahmeformen, die besonders die Kunst des 20. Jahrhunderts prägen, in der der Rekurs auf die Kunstgeschichte charakteristisch ist. Belting spricht in diesem Zusammenhang von einer &#039;&#039;Zitatkunst&#039;&#039; als qualitativ neue Kunstform: „Werke, die nicht mehr geschaffen werden können, lassen sich nur noch zitieren. […] Nicht nur werden einzelne Werke wie Namen der Erinnerung zitiert: Sie stehen auch für einen Werkbegriff ein, an den sie nur noch erinnern.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 469)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert bieten die Reproduktionstechniken eine neuartige Verfügbarkeit der Vorbilder; gleichzeitig wird eine Lesbarkeit des zitierenden Bezugs für den Bildbetrachter vorausgesetzt oder erhofft und an seine Interpretationsleistung appelliert (&amp;lt;bib id=&#039;Sello 1979a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin differenziert Zuschlag das Zitat als Verweis auf konkrete Kunstwerke vom Phänomen der &#039;&#039;Metakunst&#039;&#039; ab den 1960er Jahren. Metakunst referiert nicht auf ein spezifisches Bild, sondern in einem erweiterten Sinne entweder auf die Institution Kunst, auf einen Topos oder thematisiert auf einer selbstreflexiven Metaebene Kunst an sich (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 176 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Interbildlichkeit, Interpikturalität und Interikonizität=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Darstellung von Bildbeziehungen wird bisweilen auf den literaturwissenschaftlichen Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039; zurückgegriffen, den Julia Kristeva in den 1970er Jahren zur Beschreibung von Textbeziehungen in Anlehnung an Michail Bachtins Konzept der &#039;&#039;Dialogizität&#039;&#039; entwickelte. Der Begriff der Intertextualität wird in kunstwissenschaftlichen Arbeiten zum Teil direkt auf das Medium Bild übertragen, da entweder explizit textähnliche Strukturen von Bild-Bild-Bezügen – etwa die &#039;&#039;intertextuelle Metamalerei&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Stoichita 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – untersucht werden sollen oder sich bildspezifischere Begriffe noch nicht genügend durchgesetzt haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 60). &lt;br /&gt;
Mieke Bal setzt &#039;&#039;quotation&#039;&#039; als Sprach- und Bildmedium übergreifenden Terminus ein und bezeichnet damit „intersection of iconography and intertextuality“ (&amp;lt;bib id=&#039;Bal 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus liegen verschiedene Termini für Bildverweise vor, die intertextuelle Herangehensweisen adaptieren: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) bezeichnet einerseits Bildbeziehungen sowie Bildreflexionen im Medium Bild und andererseits eine literarische Interbildlichkeit. Letztere ist gekennzeichnet durch eine im übertragenen Sinn vorhandene [[uneigentliche Bilder|Bildlichkeit]] der Sprache im Text, z.B. mittels Verknüpfung von Sprachbildern.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; (zusammenfassend &amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Rosen et al. 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) auch in der Schreibweise &#039;&#039;Interpiktoralität&#039;&#039;: Hierbei handelt es sich um Beziehungen zwischen Bildern, die in der Übernahme von Termini aus der Sprach- und Literaturwissenschaft als Zitat oder Allusion bezeichnet werden. In Analogie zur Sprache steht zur Diskussion, wie Markierungen von Bildbezügen aussehen könnten oder wie verschiedene Deutlichkeitsgrade von Referenzen auseinander zu halten seien. &lt;br /&gt;
: Phänomen und Beschreibung von Bildrelationen sind – ähnlich wie bei der Erforschung von Textbeziehungen – immer wieder Gegenstand kunstgeschichtlicher Untersuchungen gewesen. Gemäß Rosen unterscheidet sich die traditionelle Quellenforschung der Kunstgeschichte jedoch von dem neueren Interpikturalitätsdiskurs. Die Quellenforschung versucht, Einflüsse in Kunstwerken nachzuvollziehen und Beziehungslinien abzubilden. Der Interpikturalitätsansatz indes nimmt die sinnproduzierenden und konstitutiven Funktionen von Bildbezügen in Kunstwerken in den Blick.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Gamer 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;): Zuschlag strebt unter diesem Stichwort ein mehrdimensionales Modell an, das sowohl eine Typologie der interikonischen Bezugnahmen nach formalen und inhaltlichen Einteilungen als auch die funktionalen und historischen Bedingungen und Kontexte sowie produktions- und rezeptionsästhetische Sichtweisen berücksichtigt. Diese Vorgehensweise soll eine differenzierte Beschreibung der einzelnen Bezugnahmen sowie der Rolle des Rezipienten ermöglichen. In der Übertragung vom Medium des Textes auf Objekte der Kunst müssten folgende Aspekte diskutiert werden: das Wechselverhältnis von bildlichem Prätext und Posttext, Begriffe wie Autorschaft und Intentionalität, die Frage eines engen oder weiten Interikonizitätsbegriffs oder auch der Nutzen einer Übernahme von Schriftkategorien wie Einzeltextreferenz, System- oder Gattungsreferenz.&lt;br /&gt;
: Eine Anwendung dieses Postulats der Interikonizität liegt bisher nur in Ansätzen vor. Zuschlag weist auf die Notwendigkeit hin, bei der Übernahme textbasierter Kategorien die spezifischen Charakteristika des Mediums Bild zu berücksichtigen. Gerade für diesen Punkt bestehen noch keine Lösungsvorschläge.&lt;br /&gt;
: Wagner kritisiert an Zuschlags Konzept, dass dieses auf rein bildliche Relationen fokussiert sei. Bildverweise bedürften jedoch stets sprachlicher Vermittlung und Bedeutungsstiftung, so dass Interikonizität auf sprachliche Intertextualität angewiesen und mit dieser verbunden sei (&amp;lt;bib id=&#039;Wagner 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
* Im Rahmen einer weitestgehend literaturwissenschaftlich orientierten Herangehensweise finden sich vereinzelt Untersuchungen zu Bildzitaten in verschiedenen visuellen Formaten ([[Malerei]], [[Fotografie]], [[Film]]) (&amp;lt;bib id=&#039;Böhn 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zu Bildzitaten in literarischen Werken (&amp;lt;bib id=&#039;Eilert 1991a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Zitierende Bezüge zwischen filmischen Stills und Werken des kunstgeschichtlichen Kanons (&amp;lt;bib id=&#039;Keitz 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) werden ebenso analysiert wie Zitate in intermedialen Relationen zwischen Texten und Bildern (&amp;lt;bib id=&#039;Horstkotte &amp;amp; Leonhard 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Dabei wird auch versucht, intermediale und interkulturelle Bildbeziehungen und Bildtransfers nachzuvollziehen und so verschiedene Bildmedien, Zeitschichten und Diskurse außerhalb des klassischen kunstgeschichtlichen Fokus zu berücksichtigen (&amp;lt;bib id=&#039;Schulz 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 322 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Das Bildzitat als juristischer Gegenstand=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern ist, wenn es das Urheberrecht eines Bildinhabers berührt, auch Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen. Die Frage nach der Zulässigkeit von Bildzitaten ist beispielsweise bei Abbildungen in wissenschaftlichen Publikationen relevant. Im Kontext des Internets und seiner weltweiten Verbreitung von Bildern besitzen Bildzitate unterschiedlichster Art eine große Virulenz (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1886 wurde eine internationale „Berner Übereinkunft zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst“ zwischen den Ländern Deutschland, Belgien, Großbritannien, Schweiz, Italien, Spanien und Tunesien geschlossen, die in revidierter Form (die sogenannte RBÜ) immer noch Gültigkeit besitzt. Inzwischen ist sie von fast allen Staaten der Welt anerkannt worden. Laut RBÜ soll den Urhebern von Werken der Wissenschaft und Kunst ein Mindestrecht garantiert werden. Gleichzeitig gilt es, die Interessen der Urheber und der Nutzer eines Werkes im Sinne eines Allgemeinwohls und eines gesellschaftlichen Fortschritts in Einklang zu bringen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Voraussetzungen eines Zitats sehen wie folgt aus: Zunächst muss das zitierte, urheberrechtlich geschützte Werk bereits der Öffentlichkeit rechtmäßig vorliegen. Weiterhin muss der Zweck des Zitierens den Zitatumfang legitimieren und das Zitat mit den „anständigen Gepflogenheiten“ (RBÜ Art. 10, zitiert nach &amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 12) vereinbar sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut Calame und Thouvenin unterscheidet sich das Bildzitat von anderen Zitatarten durch seinen Umfang. Dem Sinn des Zitierens entspricht, aufgrund der Spezifika des Mediums Bild, meist nur das Zitieren des gesamten Werkes und nicht nur eines Ausschnitts. Dies ist, sofern die Verhältnismäßigkeit zum Gesamtwerk gegeben ist, rechtlich möglich (&amp;lt;bib id=&#039;Calame &amp;amp; Thouvenin 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 139 ff.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland ist das Zitatrecht in §51 UrhG ([http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__51.html]) geregelt. Mit der Gesetzesnovelle des sogenannten zweiten Korbs des §51 UrhG vom 1. Januar 2008 gestaltet sich die Rechtslage folgendermaßen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist. […]“ Insbesondere werden im Weiteren das Zitat im wissenschaftlichen Kontext zu Erläuterungszwecken sowie das Sprach- und Musikzitat angeführt. Nicht explizit genannt, aber durch die Neufassung des Paragraphen ebenfalls abgedeckt, sind Werkarten wie Bild-, Film- und Multimediazitate. Im konkreten Fall ist der Zitatzweck rechtlich zu prüfen, der in einer Belegfunktion oder im zitierenden Bezug mit dem Ziel einer kulturellen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung liegen kann. Die reine Ausschmückung eines Werkes mittels eines Zitats ist nicht zulässig. Das Zitat darf nicht an die Stelle der eigenen geistigen Schöpfung treten, die im Verhältnis überwiegen muss. Unter der Voraussetzung, dass die Bedingungen eines korrekten Zitierens erfüllt sind (angemessener Umfang und Zweck des Zitats eines urheberrechtlich vorliegenden Werkes sowie seine Kennzeichnung in Form einer Quellenangabe), hat der Urheber das Zitieren seines Werkes ohne finanzielle Entschädigungsmöglichkeit zu dulden (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 11 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Bild in reflexiver Verwendung]]&lt;br /&gt;
* [[Bildgrammatik]]&lt;br /&gt;
* [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
* [[Bildwissenschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]&lt;br /&gt;
* [[Comic]]&lt;br /&gt;
* [[Film]]&lt;br /&gt;
* [[Fotografie]]&lt;br /&gt;
* [[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]]&lt;br /&gt;
* [[Malerei]]&lt;br /&gt;
* [[Notation]]&lt;br /&gt;
* [[Prädikation]]&lt;br /&gt;
* [[Rahmung, Rahmen]]&lt;br /&gt;
* [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]&lt;br /&gt;
* [[Sprechen über Bilder]] &lt;br /&gt;
* [[Syntaktische Dichte]]&lt;br /&gt;
* [[Werbung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--[[Benutzer:Jakob Steinbrenner|Jakob Steinbrenner]]--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Anna Valentine Ullrich|Anna Valentine Ullrich]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anna Valentine Ullrich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=8692</id>
		<title>Bildzitat</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=8692"/>
		<updated>2012-06-14T07:53:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anna Valentine Ullrich: /* Kunsthistorische Perspektive: Das Bildzitat im Kontext weiterer Bildbezüge */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Unterpunkt zu: [[Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Bildzitat: eine Einführung=====&lt;br /&gt;
Was ist ein Bildzitat? Allgemein gesprochen lässt sich darunter eine zitierende, intramedial stattfindende Referenz zwischen Bildwerken heterogener Provenienz verstehen. Es handelt sich also um ein [[Bild in reflexiver Verwendung]]. Obwohl der Begriff in der Literatur häufig gebraucht wird, ist bislang ungeklärt, welche Merkmale ein Bildzitat erfüllen muss, um als solches zu gelten, und wie es von anderen Verweistechniken wie beispielsweise Variation, Anspielung, Parodie u. ä. zu unterscheiden ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bildzitate treten in diversen [[Bildmedien]] (etwa in der [[Malerei]], [[Fotografie]], im [[Comic]]) auf und liegen – historisch betrachtet – in unterschiedlichen Epochen der Kunst, aber auch in der [[Werbung]] und Alltagskultur vor. Demzufolge sind sie in allen gesellschaftlichen Bereichen anzufinden, in denen auf ein kulturelles Reservoir an Bildern zitierend Bezug genommen wird (⊳ [[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Frage nach einem Bildzitat ist eng verknüpft mit verschiedenen Themenfeldern, etwa, wie sich das Bildzitat zum Sprachzitat oder allgemeiner Bilder zur Sprache verhalten, in welchen Kategorien über Bilder reflektiert werden kann ([[Sprechen über Bilder]]) und inwiefern im Zuge eines &#039;&#039;iconic&#039;&#039; oder &#039;&#039;pictorial turn&#039;&#039; ein bildspezifischer Diskurs über Bildverweise in Abgrenzung zum sprachlichen Diskurs möglich ist (⊳ [[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das Bildzitat ist Gegenstand in vier Forschungszusammenhängen, die mehr oder weniger unabhängig voneinander existieren. Eine gegenseitige Rezeption findet nur zum Teil statt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nelson Goodman setzt sich in seiner Symboltheorie mit der Bezugnahmepraktik des Zitierens auseinander. In einer vergleichenden Perspektive betrachtet er die Bedingungen für ein sprachliches, bildliches und musikalisches Zitieren. (Zum möglichen Nutzen von Goodmans Unterscheidung der Referenzformen &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; und &#039;&#039;Variation&#039;&#039; als Bestandteil einer homogenen Beschreibungssprache für die Bildwissenschaften vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2011a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Untersuchungen von Bildzitaten finden vorrangig im Rahmen der Kunstgeschichte als einer [[Bildwissenschaft]] statt. Hier stehen konkrete Analysen von Zitaten in Kunstwerken und ihre Implikationen im Vordergrund. Eine theoretische Reflektion des Begriffs basierend auf Goodmans symboltheoretischem Ansatz ist nicht vorhanden. Grundlage der Einzeluntersuchungen scheint häufig ein alltagssprachliches Verständnis von Zitat – das in erster Linie von der Idee eines sprachlichen Zitat beherrscht wird – zu sein, oder es werden explizit terminologische Bestimmungen des Zitats in Anlehnung an linguistische und literaturwissenschaftliche Definitionen vorgenommen (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dieser literaturwissenschaftlichen Orientierung entstammt auch ein Zweig bildwissenschaftlicher Forschung, der, beruhend auf dem Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039;, Bildbeziehungen unter den Schlagworten &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039;, &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; oder &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; erörtert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schließlich beschäftigt sich die Jurisprudenz mit dem Bildzitat. Aus juristischer Hinsicht ist die urheberrechtliche Frage relevant, welche Formen eines Bildzitats zulässig sind. Die rechtliche Perspektive wird zwar vereinzelt in literaturwissenschaftlichen (&amp;lt;bib id=&#039;Neumann 1980a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zeichentheoretischen Arbeiten (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 84) zur Zitatklärung herangezogen, spielt jedoch für den symboltheoretischen Ansatz bei Goodman sowie den kunsthistorischen Diskurs keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Nelson Goodman: Sprach-, Bild- und Musikzitat=====&lt;br /&gt;
Nelson Goodman (&amp;lt;bib id=&#039;Goodman 1990a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 59 ff.) betrachtet vergleichend Zitate in der Sprache, in Bildern und in der Musik. Er geht von sprachlichen Konstellationen des Zitierens aus und stellt zwei notwendige, aber nicht hinreichende Bedingungen auf. &lt;br /&gt;
* Ein Zitat ist erstens gekennzeichnet durch das Enthaltensein des Zitierten. Im Fall des direkten Zitats handelt es sich um eine syntaktische Replikation, im Fall des indirekten Zitats liegt eine semantische Paraphrase des Zitierten vor.&lt;br /&gt;
* Zweitens wird im Zitat mittels einer Benennung oder [[Prädikation]] auf das Zitierte Bezug genommen (⊳ [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß Goodmans Kriterien gilt das indirekte Zitat als basale Variante des Zitierens, in der das direkte Zitat mit seiner identischen Buchstabenabfolge des Zitierten einen Sonderfall darstellt. Zitierbar sind vom Buchstaben bis zum Satz alle schriftsprachlichen Ebenen.&lt;br /&gt;
In der Übertragung der genannten sprachlichen Zitatkriterien stellt Goodman fest, dass im Bereich des Bildes zum Enthaltensein kein Äquivalent vorhanden ist und im Bereich der Musik keines zur Referenz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analog zur Bezugnahme auf das Zitierte im direkten Sprachzitat sucht Goodman nach Anführungszeichen im Bild und sieht sie in der Darstellung eines [[Rahmung, Rahmen|Rahmens]] oder einer Staffelei im Bild. Bezüglich des Enthaltenseins stellt sich dabei folgendes Problem. Da das Bild als autographische Kunst kein Alphabet besitzt, [[Syntaktische Dichte|syntaktisch dicht]] ist und somit die exakte Wiederholung einer Buchstabenkombination nicht gegeben ist, stellt sich die Frage, was einer Replik im Bild entsprechen könnte. Repliken können zwar unterschiedlich ausgestaltet sein, sind aber durch die identische Repetition der Buchstabenabfolge gekennzeichnet, die im System einzigartig vorliegender Bildsymbole nicht vorhanden ist. Auch bei einer Kopie liegt, anders als man zunächst vermuten könnte, keine Entsprechung zu einer solchen identischen Repetition vor. Für ein indirektes Bildzitat könnte ebenfalls ein gemalter Rahmen als Anzeige einer Paraphrase dienen. Letztlich ist in diesem Zusammenhang der Kontext entscheidend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich sieht Goodman sowohl die Möglichkeit eines Zitats von Sprache im Bild als auch in umgekehrter Richtung. Klang ließe sich ebenfalls bildlich zitieren. So müsste beispielsweise eine Musikpartitur im Bild abgebildet sein, denn [[Notation]]und Klang stehen in einem ähnlichen Verhältnis wie geschriebene und gesprochene Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jakob Steinbrenner (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 217 ff.) kommt im Rückgriff auf Überlegungen von Goodman, Tarski und Davidson zu dem Schluss, dass der Zitatbegriff in syntaktischer Hinsicht nicht auf den Bereich des Bildes übertragen werden kann. Er begründet seine Darstellung damit, dass die von ihm herausgearbeiteten Merkmale sprachlicher Zitate keine Entsprechung im Bereich des Bildes besitzen. Dabei räumt er ein, dass auf der Ebene der Semantik Merkmalsähnlichkeiten vorliegen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachliche Zitate sind gemäß Steinbrenner durch folgende Aspekte gekennzeichnet. Ein Zitat besteht aus einem Zeichenvorkommnis, das von Anführungszeichen gerahmt oder durch andere Mittel hervorgehoben wird, wobei es bestimmte notwendige syntaktische und semantische Merkmale aufweist. Ein Zitat denotiert und stimmt mit dem Zitierten im Typ überein. Zitierbar sind keine fiktiven oder zukünftigen, sondern nur von Personen gemachte, also bereits verwendete Äußerungen. Diese müssen aus eindeutig identifizierbaren Einzelzeichen einer Sprache bestehen, die jeweils einem Typ zuzuordnen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern in Bildern wirft nun verschiedene Probleme in der Übertragung sprachlicher Zitatkennzeichen auf. Kann ein im Bild dargestellter Rahmen oder eine Staffelei als syntaktische Anzeige, als Anführungszeichen eines darin enthaltenen Bildzitats fungieren? Steinbrenner führt gegen diese Überlegung an, dass das im Rahmen Dargestellte nicht zwangsläufig ein Bild im Bild ist. Es kann auch nur der Rahmen selbst präsentiert werden. Zum einen bleibt offen, was ein Bild ist und wie Bilder in Bildern abgebildet werden können. Zum anderen existiert in der Forschung keine Übereinstimmung in der Frage, ob es so etwas wie atomare Bildzeichen gibt und wie diese zu Zeichenkombinationen zusammengesetzt sind, wie also eine [[Bildgrammatik]] zu denken wäre. Da im Bild das Buchstabieren nicht möglich ist, fehlt die syntaktische Überprüfungsmöglichkeit, ob Zitiertes und Zitat einander im Typ entsprechen. &lt;br /&gt;
Während prinzipiell jeder sprachliche Zitate verwenden und erkennen kann – bis zu einem gewissen Grad auch ohne semantische Kompetenz –, ist dies bei bildlichen Zitaten nicht der Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinbrenner kommt zu dem Schluss, dass im Fall des Bildes aufgrund der fehlenden Übertragbarkeit der Kennzeichen sprachlicher Zitate sinnvollerweise nicht von einem bildlichen Zitat, sondern von einer &#039;&#039;Anspielung&#039;&#039; gesprochen werden sollte. Die Anspielung stellt eine unspezifischere Form der Bezugnahme dar, die lediglich manche Eigenschaften des Zitierten exemplifiziert (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Kunsthistorische Perspektive: Das Bildzitat im Kontext weiterer Bildbezüge=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In kunsthistorischen Untersuchungen liegt eine Fülle an Termini zur Beschreibung von Bildbeziehungen vor – etwa das Bild im Bild (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Kemp 1995a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;), die Parodie, Hommage, Allusion, Variation, Kopie u. ä. Christoph Zuschlag (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) beklagt die uneinheitliche Begriffsverwendung in der Literatur und verweist auf die Schwierigkeit, die Vielfalt der vorhandenen Bildrelationen zu erfassen und zu systematisieren. Zudem liege weder eine konsensuelle theoretische Bestimmung des Bildzitats und seiner Abgrenzung zu anderen Referenzarten vor noch ein einheitliches Kategoriensystem zur Beschreibung und Analyse unterschiedlicher visueller Verweistechniken. So ist beispielsweise nicht klar, ob die zum Teil literaturwissenschaftlich geprägten Termini als semantische Kategorien gelten sollen, ob sie eine Verfahrenstechnik beschreiben oder auf welcher Ebene (etwa motivisch oder figurativ) Übernahmen stattfinden (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 162).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wünschenswert in dieser Debatte ein epochen- und gattungsübergreifender Theoriebau auch wäre, so unklar ist dabei, ob dieser dem Wandel von Bildbegriffen und Kunstdiskursen im Laufe der Kunstgeschichte gerecht würde (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 95 f.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martina Sitt und Attila Horányi beispielsweise verwerfen den Begriff des Zitats, da er – ähnlich wie der Terminus des &#039;&#039;Einflusses&#039;&#039; (Baader 2003b: 73 ff.) – zu heterogene Phänomene in der Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts umfassen muss und damit seine Beschreibungsprägnanz verloren hat (&amp;lt;bib id=&#039;Sitt &amp;amp; Horányi 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 20). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analysen von Bildzitaten in ihren Funktionen und Wirkungen finden meist epochenbezogen – etwa zu Zitattechniken im 20. Jahrhundert (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Schmidt 2000a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – oder bezogen auf das Werk einzelner Künstler (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 225 ff.) – z.B. Bildzitate bei Vermeer (&amp;lt;bib id=&#039;Hammer-Tugendhat 2009a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – statt. In übertragenem Sinn setzen sich auch Vertreterinnen der Performance-Kunst mit Bildzitaten auseinander. So versuchte beispielsweise die Künstlerin Orlan in einer Gesichtsoperation verschiedene weibliche Idealbilder der europäischen Kunstgeschichte (z.B. die Mona Lisa von Leonardo da Vinci und die Venus von Botticelli) in ihrem Gesicht zu vereinen und verwandelte damit Bildzitate in ein reales, somatisches Zitat (&amp;lt;bib id=&#039;Baxmann 2001a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 294 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag definiert das &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; in Differenz zur &#039;&#039;Paraphrase&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Während bei einem Zitat sozusagen Ausschnitte aus einer Vorlage vorgenommen werden und einzelne Elemente in einen neuen Bildkontext gestellt werden, wird bei einer Paraphrase das Vorbild als Ganzes einer Veränderung unterzogen und mit einer neuen Bildvorstellung versehen. Zitat und Paraphrase sind „kritisch reflektierte, also nicht von einem stilistischen Nachahmungsanliegen motivierte, sondern im Bewusstsein der historischen Distanz (und häufig auch der medialen Differenz) erfolgende Rückgriffe auf ein kunstgeschichtliches Vorbild oder mehrere kunstgeschichtliche Vorbilder“ (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171 f.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag verwendet diese Termini als Oberbegriffe für alle weiteren bildlichen Bezugnahmeformen, die besonders die Kunst des 20. Jahrhunderts prägen, in der der Rekurs auf die Kunstgeschichte charakteristisch ist. Belting spricht in diesem Zusammenhang von einer &#039;&#039;Zitatkunst&#039;&#039; als qualitativ neue Kunstform: „Werke, die nicht mehr geschaffen werden können, lassen sich nur noch zitieren. […] Nicht nur werden einzelne Werke wie Namen der Erinnerung zitiert: Sie stehen auch für einen Werkbegriff ein, an den sie nur noch erinnern.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 469)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert bieten die Reproduktionstechniken eine neuartige Verfügbarkeit der Vorbilder; gleichzeitig wird eine Lesbarkeit des zitierenden Bezugs für den Bildbetrachter vorausgesetzt oder erhofft und an seine Interpretationsleistung appelliert (&amp;lt;bib id=&#039;Sello 1979a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin differenziert Zuschlag das Zitat als Verweis auf konkrete Kunstwerke vom Phänomen der &#039;&#039;Metakunst&#039;&#039; ab den 1960er Jahren. Metakunst referiert nicht auf ein spezifisches Bild, sondern in einem erweiterten Sinne entweder auf die Institution Kunst, auf einen Topos oder thematisiert auf einer selbstreflexiven Metaebene Kunst an sich (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 176 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Interbildlichkeit, Interpikturalität und Interikonizität=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Darstellung von Bildbeziehungen wird bisweilen auf den literaturwissenschaftlichen Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039; zurückgegriffen, den Julia Kristeva in den 1970er Jahren zur Beschreibung von Textbeziehungen in Anlehnung an Michail Bachtins Konzept der &#039;&#039;Dialogizität&#039;&#039; entwickelte. Der Begriff der Intertextualität wird in kunstwissenschaftlichen Arbeiten zum Teil direkt auf das Medium Bild übertragen, da entweder explizit textähnliche Strukturen von Bild-Bild-Bezügen – etwa die &#039;&#039;intertextuelle Metamalerei&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Stoichita 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – untersucht werden sollen oder sich bildspezifischere Begriffe noch nicht genügend durchgesetzt haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 60). &lt;br /&gt;
Mieke Bal setzt &#039;&#039;quotation&#039;&#039; als Sprach- und Bildmedium übergreifenden Terminus ein und bezeichnet damit „intersection of iconography and intertextuality“ (&amp;lt;bib id=&#039;Bal 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus liegen verschiedene Termini für Bildverweise vor, die intertextuelle Herangehensweisen adaptieren: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) bezeichnet einerseits Bildbeziehungen sowie Bildreflexionen im Medium Bild und andererseits eine literarische Interbildlichkeit. Letztere ist gekennzeichnet durch eine im übertragenen Sinn vorhandene [[uneigentliche Bilder|Bildlichkeit]] der Sprache im Text, z.B. mittels Verknüpfung von Sprachbildern.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; (zusammenfassend &amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Rosen et al. 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) auch in der Schreibweise &#039;&#039;Interpiktoralität&#039;&#039;: Hierbei handelt es sich um Beziehungen zwischen Bildern, die in der Übernahme von Termini aus der Sprach- und Literaturwissenschaft als Zitat oder Allusion bezeichnet werden. In Analogie zur Sprache steht zur Diskussion, wie Markierungen von Bildbezügen aussehen könnten oder wie verschiedene Deutlichkeitsgrade von Referenzen auseinander zu halten seien. &lt;br /&gt;
: Phänomen und Beschreibung von Bildrelationen sind – ähnlich wie bei der Erforschung von Textbeziehungen – immer wieder Gegenstand kunstgeschichtlicher Untersuchungen gewesen. Gemäß Rosen unterscheidet sich die traditionelle Quellenforschung der Kunstgeschichte jedoch von dem neueren Interpikturalitätsdiskurs. Die Quellenforschung versucht, Einflüsse in Kunstwerken nachzuvollziehen und Beziehungslinien abzubilden. Der Interpikturalitätsansatz indes nimmt die sinnproduzierenden und konstitutiven Funktionen von Bildbezügen in Kunstwerken in den Blick.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Gamer 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;): Zuschlag strebt unter diesem Stichwort ein mehrdimensionales Modell an, das sowohl eine Typologie der interikonischen Bezugnahmen nach formalen und inhaltlichen Einteilungen als auch die funktionalen und historischen Bedingungen und Kontexte sowie produktions- und rezeptionsästhetische Sichtweisen berücksichtigt. Diese Vorgehensweise soll eine differenzierte Beschreibung der einzelnen Bezugnahmen sowie der Rolle des Rezipienten ermöglichen. In der Übertragung vom Medium des Textes auf Objekte der Kunst müssten folgende Aspekte diskutiert werden: das Wechselverhältnis von bildlichem Prätext und Posttext, Begriffe wie Autorschaft und Intentionalität, die Frage eines engen oder weiten Interikonizitätsbegriffs oder auch der Nutzen einer Übernahme von Schriftkategorien wie Einzeltextreferenz, System- oder Gattungsreferenz.&lt;br /&gt;
: Eine Anwendung dieses Postulats der Interikonizität liegt bisher nur in Ansätzen vor. Zuschlag weist auf die Notwendigkeit hin, bei der Übernahme textbasierter Kategorien die spezifischen Charakteristika des Mediums Bild zu berücksichtigen. Gerade für diesen Punkt bestehen noch keine Lösungsvorschläge.&lt;br /&gt;
: Wagner kritisiert an Zuschlags Konzept, dass dieses auf rein bildliche Relationen fokussiert sei. Bildverweise bedürften jedoch stets sprachlicher Vermittlung und Bedeutungsstiftung, so dass Interikonizität auf sprachliche Intertextualität angewiesen und mit dieser verbunden sei (&amp;lt;bib id=&#039;Wagner 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
* Im Rahmen einer weitestgehend literaturwissenschaftlich orientierten Herangehensweise finden sich vereinzelt Untersuchungen zu Bildzitaten in verschiedenen visuellen Formaten ([[Malerei]], [[Fotografie]], [[Film]]) (&amp;lt;bib id=&#039;Böhn 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zu Bildzitaten in literarischen Werken (&amp;lt;bib id=&#039;Eilert 1991a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Zitierende Bezüge zwischen filmischen Stills und Werken des kunstgeschichtlichen Kanons (&amp;lt;bib id=&#039;Keitz 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) werden ebenso analysiert wie Zitate in intermedialen Relationen zwischen Texten und Bildern (&amp;lt;bib id=&#039;Horstkotte &amp;amp; Leonhard 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Dabei wird auch versucht, intermediale und interkulturelle Bildbeziehungen und Bildtransfers nachzuvollziehen und so verschiedene Bildmedien, Zeitschichten und Diskurse außerhalb des klassischen kunstgeschichtlichen Fokus zu berücksichtigen (&amp;lt;bib id=&#039;Schulz 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 322 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Das Bildzitat als juristischer Gegenstand=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern ist, wenn es das Urheberrecht eines Bildinhabers berührt, auch Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen. Die Frage nach der Zulässigkeit von Bildzitaten ist beispielsweise bei Abbildungen in wissenschaftlichen Publikationen relevant. Im Kontext des Internets und seiner weltweiten Verbreitung von Bildern besitzen Bildzitate unterschiedlichster Art eine große Virulenz (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1886 wurde eine internationale „Berner Übereinkunft zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst“ zwischen den Ländern Deutschland, Belgien, Großbritannien, Schweiz, Italien, Spanien und Tunesien geschlossen, die in revidierter Form (die sogenannte RBÜ) immer noch Gültigkeit besitzt. Inzwischen ist sie von fast allen Staaten der Welt anerkannt worden. Laut RBÜ soll den Urhebern von Werken der Wissenschaft und Kunst ein Mindestrecht garantiert werden. Gleichzeitig gilt es, die Interessen der Urheber und der Nutzer eines Werkes im Sinne eines Allgemeinwohls und eines gesellschaftlichen Fortschritts in Einklang zu bringen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Voraussetzungen eines Zitats sehen wie folgt aus: Zunächst muss das zitierte, urheberrechtlich geschützte Werk bereits der Öffentlichkeit rechtmäßig vorliegen. Weiterhin muss der Zweck des Zitierens den Zitatumfang legitimieren und das Zitat mit den „anständigen Gepflogenheiten“ (RBÜ Art. 10, zitiert nach &amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 12) vereinbar sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut Calame und Thouvenin unterscheidet sich das Bildzitat von anderen Zitatarten durch seinen Umfang. Dem Sinn des Zitierens entspricht, aufgrund der Spezifika des Mediums Bild, meist nur das Zitieren des gesamten Werkes und nicht nur eines Ausschnitts. Dies ist, sofern die Verhältnismäßigkeit zum Gesamtwerk gegeben ist, rechtlich möglich (&amp;lt;bib id=&#039;Calame &amp;amp; Thouvenin 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 139 ff.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland ist das Zitatrecht in §51 UrhG ([http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__51.html]) geregelt. Mit der Gesetzesnovelle des sogenannten zweiten Korbs des §51 UrhG vom 1. Januar 2008 gestaltet sich die Rechtslage folgendermaßen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist. […]“ Insbesondere werden im Weiteren das Zitat im wissenschaftlichen Kontext zu Erläuterungszwecken sowie das Sprach- und Musikzitat angeführt. Nicht explizit genannt, aber durch die Neufassung des Paragraphen ebenfalls abgedeckt, sind Werkarten wie Bild-, Film- und Multimediazitate. Im konkreten Fall ist der Zitatzweck rechtlich zu prüfen, der in einer Belegfunktion oder im zitierenden Bezug mit dem Ziel einer kulturellen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung liegen kann. Die reine Ausschmückung eines Werkes mittels eines Zitats ist nicht zulässig. Das Zitat darf nicht an die Stelle der eigenen geistigen Schöpfung treten, die im Verhältnis überwiegen muss. Unter der Voraussetzung, dass die Bedingungen eines korrekten Zitierens erfüllt sind (angemessener Umfang und Zweck des Zitats eines urheberrechtlich vorliegenden Werkes sowie seine Kennzeichnung in Form einer Quellenangabe), hat der Urheber das Zitieren seines Werkes ohne finanzielle Entschädigungsmöglichkeit zu dulden (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 11 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Bild in reflexiver Verwendung]]&lt;br /&gt;
* [[Bildgrammatik]]&lt;br /&gt;
* [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
* [[Bildwissenschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]&lt;br /&gt;
* [[Comic]]&lt;br /&gt;
* [[Film]]&lt;br /&gt;
* [[Fotografie]]&lt;br /&gt;
* [[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]]&lt;br /&gt;
* [[Malerei]]&lt;br /&gt;
* [[Notation]]&lt;br /&gt;
* [[Prädikation]]&lt;br /&gt;
* [[Rahmung, Rahmen]]&lt;br /&gt;
* [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]&lt;br /&gt;
* [[Sprechen über Bilder]] &lt;br /&gt;
* [[Syntaktische Dichte]]&lt;br /&gt;
* [[Werbung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--[[Benutzer:Jakob Steinbrenner|Jakob Steinbrenner]]--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Anna Valentine Ullrich|Anna Valentine Ullrich]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anna Valentine Ullrich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=8691</id>
		<title>Bildzitat</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=8691"/>
		<updated>2012-06-14T07:49:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anna Valentine Ullrich: /* Nelson Goodman: Sprach-, Bild- und Musikzitat */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Bildzitat: eine Einführung=====&lt;br /&gt;
Was ist ein Bildzitat? Allgemein gesprochen lässt sich darunter eine zitierende, intramedial stattfindende Referenz zwischen Bildwerken heterogener Provenienz verstehen. Es handelt sich also um ein [[Bild in reflexiver Verwendung]]. Obwohl der Begriff in der Literatur häufig gebraucht wird, ist bislang ungeklärt, welche Merkmale ein Bildzitat erfüllen muss, um als solches zu gelten, und wie es von anderen Verweistechniken wie beispielsweise Variation, Anspielung, Parodie u. ä. zu unterscheiden ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bildzitate treten in diversen [[Bildmedien]] (etwa in der [[Malerei]], [[Fotografie]], im [[Comic]]) auf und liegen – historisch betrachtet – in unterschiedlichen Epochen der Kunst, aber auch in der [[Werbung]] und Alltagskultur vor. Demzufolge sind sie in allen gesellschaftlichen Bereichen anzufinden, in denen auf ein kulturelles Reservoir an Bildern zitierend Bezug genommen wird (⊳ [[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Frage nach einem Bildzitat ist eng verknüpft mit verschiedenen Themenfeldern, etwa, wie sich das Bildzitat zum Sprachzitat oder allgemeiner Bilder zur Sprache verhalten, in welchen Kategorien über Bilder reflektiert werden kann ([[Sprechen über Bilder]]) und inwiefern im Zuge eines &#039;&#039;iconic&#039;&#039; oder &#039;&#039;pictorial turn&#039;&#039; ein bildspezifischer Diskurs über Bildverweise in Abgrenzung zum sprachlichen Diskurs möglich ist (⊳ [[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das Bildzitat ist Gegenstand in vier Forschungszusammenhängen, die mehr oder weniger unabhängig voneinander existieren. Eine gegenseitige Rezeption findet nur zum Teil statt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nelson Goodman setzt sich in seiner Symboltheorie mit der Bezugnahmepraktik des Zitierens auseinander. In einer vergleichenden Perspektive betrachtet er die Bedingungen für ein sprachliches, bildliches und musikalisches Zitieren. (Zum möglichen Nutzen von Goodmans Unterscheidung der Referenzformen &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; und &#039;&#039;Variation&#039;&#039; als Bestandteil einer homogenen Beschreibungssprache für die Bildwissenschaften vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2011a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Untersuchungen von Bildzitaten finden vorrangig im Rahmen der Kunstgeschichte als einer [[Bildwissenschaft]] statt. Hier stehen konkrete Analysen von Zitaten in Kunstwerken und ihre Implikationen im Vordergrund. Eine theoretische Reflektion des Begriffs basierend auf Goodmans symboltheoretischem Ansatz ist nicht vorhanden. Grundlage der Einzeluntersuchungen scheint häufig ein alltagssprachliches Verständnis von Zitat – das in erster Linie von der Idee eines sprachlichen Zitat beherrscht wird – zu sein, oder es werden explizit terminologische Bestimmungen des Zitats in Anlehnung an linguistische und literaturwissenschaftliche Definitionen vorgenommen (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dieser literaturwissenschaftlichen Orientierung entstammt auch ein Zweig bildwissenschaftlicher Forschung, der, beruhend auf dem Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039;, Bildbeziehungen unter den Schlagworten &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039;, &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; oder &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; erörtert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schließlich beschäftigt sich die Jurisprudenz mit dem Bildzitat. Aus juristischer Hinsicht ist die urheberrechtliche Frage relevant, welche Formen eines Bildzitats zulässig sind. Die rechtliche Perspektive wird zwar vereinzelt in literaturwissenschaftlichen (&amp;lt;bib id=&#039;Neumann 1980a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zeichentheoretischen Arbeiten (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 84) zur Zitatklärung herangezogen, spielt jedoch für den symboltheoretischen Ansatz bei Goodman sowie den kunsthistorischen Diskurs keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Nelson Goodman: Sprach-, Bild- und Musikzitat=====&lt;br /&gt;
Nelson Goodman (&amp;lt;bib id=&#039;Goodman 1990a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 59 ff.) betrachtet vergleichend Zitate in der Sprache, in Bildern und in der Musik. Er geht von sprachlichen Konstellationen des Zitierens aus und stellt zwei notwendige, aber nicht hinreichende Bedingungen auf. &lt;br /&gt;
* Ein Zitat ist erstens gekennzeichnet durch das Enthaltensein des Zitierten. Im Fall des direkten Zitats handelt es sich um eine syntaktische Replikation, im Fall des indirekten Zitats liegt eine semantische Paraphrase des Zitierten vor.&lt;br /&gt;
* Zweitens wird im Zitat mittels einer Benennung oder [[Prädikation]] auf das Zitierte Bezug genommen (⊳ [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß Goodmans Kriterien gilt das indirekte Zitat als basale Variante des Zitierens, in der das direkte Zitat mit seiner identischen Buchstabenabfolge des Zitierten einen Sonderfall darstellt. Zitierbar sind vom Buchstaben bis zum Satz alle schriftsprachlichen Ebenen.&lt;br /&gt;
In der Übertragung der genannten sprachlichen Zitatkriterien stellt Goodman fest, dass im Bereich des Bildes zum Enthaltensein kein Äquivalent vorhanden ist und im Bereich der Musik keines zur Referenz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analog zur Bezugnahme auf das Zitierte im direkten Sprachzitat sucht Goodman nach Anführungszeichen im Bild und sieht sie in der Darstellung eines [[Rahmung, Rahmen|Rahmens]] oder einer Staffelei im Bild. Bezüglich des Enthaltenseins stellt sich dabei folgendes Problem. Da das Bild als autographische Kunst kein Alphabet besitzt, [[Syntaktische Dichte|syntaktisch dicht]] ist und somit die exakte Wiederholung einer Buchstabenkombination nicht gegeben ist, stellt sich die Frage, was einer Replik im Bild entsprechen könnte. Repliken können zwar unterschiedlich ausgestaltet sein, sind aber durch die identische Repetition der Buchstabenabfolge gekennzeichnet, die im System einzigartig vorliegender Bildsymbole nicht vorhanden ist. Auch bei einer Kopie liegt, anders als man zunächst vermuten könnte, keine Entsprechung zu einer solchen identischen Repetition vor. Für ein indirektes Bildzitat könnte ebenfalls ein gemalter Rahmen als Anzeige einer Paraphrase dienen. Letztlich ist in diesem Zusammenhang der Kontext entscheidend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich sieht Goodman sowohl die Möglichkeit eines Zitats von Sprache im Bild als auch in umgekehrter Richtung. Klang ließe sich ebenfalls bildlich zitieren. So müsste beispielsweise eine Musikpartitur im Bild abgebildet sein, denn [[Notation]]und Klang stehen in einem ähnlichen Verhältnis wie geschriebene und gesprochene Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jakob Steinbrenner (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 217 ff.) kommt im Rückgriff auf Überlegungen von Goodman, Tarski und Davidson zu dem Schluss, dass der Zitatbegriff in syntaktischer Hinsicht nicht auf den Bereich des Bildes übertragen werden kann. Er begründet seine Darstellung damit, dass die von ihm herausgearbeiteten Merkmale sprachlicher Zitate keine Entsprechung im Bereich des Bildes besitzen. Dabei räumt er ein, dass auf der Ebene der Semantik Merkmalsähnlichkeiten vorliegen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachliche Zitate sind gemäß Steinbrenner durch folgende Aspekte gekennzeichnet. Ein Zitat besteht aus einem Zeichenvorkommnis, das von Anführungszeichen gerahmt oder durch andere Mittel hervorgehoben wird, wobei es bestimmte notwendige syntaktische und semantische Merkmale aufweist. Ein Zitat denotiert und stimmt mit dem Zitierten im Typ überein. Zitierbar sind keine fiktiven oder zukünftigen, sondern nur von Personen gemachte, also bereits verwendete Äußerungen. Diese müssen aus eindeutig identifizierbaren Einzelzeichen einer Sprache bestehen, die jeweils einem Typ zuzuordnen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern in Bildern wirft nun verschiedene Probleme in der Übertragung sprachlicher Zitatkennzeichen auf. Kann ein im Bild dargestellter Rahmen oder eine Staffelei als syntaktische Anzeige, als Anführungszeichen eines darin enthaltenen Bildzitats fungieren? Steinbrenner führt gegen diese Überlegung an, dass das im Rahmen Dargestellte nicht zwangsläufig ein Bild im Bild ist. Es kann auch nur der Rahmen selbst präsentiert werden. Zum einen bleibt offen, was ein Bild ist und wie Bilder in Bildern abgebildet werden können. Zum anderen existiert in der Forschung keine Übereinstimmung in der Frage, ob es so etwas wie atomare Bildzeichen gibt und wie diese zu Zeichenkombinationen zusammengesetzt sind, wie also eine [[Bildgrammatik]] zu denken wäre. Da im Bild das Buchstabieren nicht möglich ist, fehlt die syntaktische Überprüfungsmöglichkeit, ob Zitiertes und Zitat einander im Typ entsprechen. &lt;br /&gt;
Während prinzipiell jeder sprachliche Zitate verwenden und erkennen kann – bis zu einem gewissen Grad auch ohne semantische Kompetenz –, ist dies bei bildlichen Zitaten nicht der Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinbrenner kommt zu dem Schluss, dass im Fall des Bildes aufgrund der fehlenden Übertragbarkeit der Kennzeichen sprachlicher Zitate sinnvollerweise nicht von einem bildlichen Zitat, sondern von einer &#039;&#039;Anspielung&#039;&#039; gesprochen werden sollte. Die Anspielung stellt eine unspezifischere Form der Bezugnahme dar, die lediglich manche Eigenschaften des Zitierten exemplifiziert (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Kunsthistorische Perspektive: Das Bildzitat im Kontext weiterer Bildbezüge=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In kunsthistorischen Untersuchungen liegt eine Fülle an Termini zur Beschreibung von Bildbeziehungen vor – etwa das Bild im Bild (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Kemp 1995a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;), die Parodie, Hommage, Allusion, Variation, Kopie u. ä. Christoph Zuschlag (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) beklagt die uneinheitliche Begriffsverwendung in der Literatur und verweist auf die Schwierigkeit, die Vielfalt der vorhandenen Bildrelationen zu erfassen und zu systematisieren. Zudem liege weder eine konsensuelle theoretische Bestimmung des Bildzitats und seiner Abgrenzung zu anderen Referenzarten vor noch ein einheitliches Kategoriensystem zur Beschreibung und Analyse unterschiedlicher visueller Verweistechniken. So ist beispielsweise nicht klar, ob die zum Teil literaturwissenschaftlich geprägten Termini als semantische Kategorien gelten sollen, ob sie eine Verfahrenstechnik beschreiben oder auf welcher Ebene (etwa motivisch oder figurativ) Übernahmen stattfinden (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 162).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wünschenswert in dieser Debatte ein epochen- und gattungsübergreifender Theoriebau auch wäre, so unklar ist dabei, ob dieser dem Wandel von Bildbegriffen und Kunstdiskursen im Laufe der Kunstgeschichte gerecht würde (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 95 f.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martina Sitt und Attila Horányi beispielsweise verwerfen den Begriff des Zitats, da er – ähnlich wie der Terminus des &#039;&#039;Einflusses&#039;&#039; (Baader 2003: 73 ff.) – zu heterogene Phänomene in der Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts umfassen muss und damit seine Beschreibungsprägnanz verloren hat (&amp;lt;bib id=&#039;Sitt &amp;amp; Horányi 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 20). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analysen von Bildzitaten in ihren Funktionen und Wirkungen finden meist epochenbezogen – etwa zu Zitattechniken im 20. Jahrhundert (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Schmidt 2000a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – oder bezogen auf das Werk einzelner Künstler (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 225 ff.) – z.B. Bildzitate bei Vermeer (&amp;lt;bib id=&#039;Hammer-Tugendhat 2009a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – statt. In übertragenem Sinn setzen sich auch Vertreterinnen der Performance-Kunst mit Bildzitaten auseinander. So versuchte beispielsweise die Künstlerin Orlan in einer Gesichtsoperation verschiedene weibliche Idealbilder der europäischen Kunstgeschichte (z.B. die Mona Lisa von Leonardo da Vinci und die Venus von Botticelli) in ihrem Gesicht zu vereinen und verwandelte damit Bildzitate in ein reales, somatisches Zitat (&amp;lt;bib id=&#039;Baxmann 2001a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 294 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag definiert das &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; in Differenz zur &#039;&#039;Paraphrase&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Während bei einem Zitat sozusagen Ausschnitte aus einer Vorlage vorgenommen werden und einzelne Elemente in einen neuen Bildkontext gestellt werden, wird bei einer Paraphrase das Vorbild als Ganzes einer Veränderung unterzogen und mit einer neuen Bildvorstellung versehen. Zitat und Paraphrase sind „kritisch reflektierte, also nicht von einem stilistischen Nachahmungsanliegen motivierte, sondern im Bewusstsein der historischen Distanz (und häufig auch der medialen Differenz) erfolgende Rückgriffe auf ein kunstgeschichtliches Vorbild oder mehrere kunstgeschichtliche Vorbilder“ (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171 f.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag verwendet diese Termini als Oberbegriffe für alle weiteren bildlichen Bezugnahmeformen, die besonders die Kunst des 20. Jahrhunderts prägen, in der der Rekurs auf die Kunstgeschichte charakteristisch ist. Belting spricht in diesem Zusammenhang von einer &#039;&#039;Zitatkunst&#039;&#039; als qualitativ neue Kunstform: „Werke, die nicht mehr geschaffen werden können, lassen sich nur noch zitieren. […] Nicht nur werden einzelne Werke wie Namen der Erinnerung zitiert: Sie stehen auch für einen Werkbegriff ein, an den sie nur noch erinnern.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 469)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert bieten die Reproduktionstechniken eine neuartige Verfügbarkeit der Vorbilder; gleichzeitig wird eine Lesbarkeit des zitierenden Bezugs für den Bildbetrachter vorausgesetzt oder erhofft und an seine Interpretationsleistung appelliert (&amp;lt;bib id=&#039;Sello 1979a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin differenziert Zuschlag das Zitat als Verweis auf konkrete Kunstwerke vom Phänomen der &#039;&#039;Metakunst&#039;&#039; ab den 1960er Jahren. Metakunst referiert nicht auf ein spezifisches Bild, sondern in einem erweiterten Sinne entweder auf die Institution Kunst, auf einen Topos oder thematisiert auf einer selbstreflexiven Metaebene Kunst an sich (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 176 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Interbildlichkeit, Interpikturalität und Interikonizität=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Darstellung von Bildbeziehungen wird bisweilen auf den literaturwissenschaftlichen Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039; zurückgegriffen, den Julia Kristeva in den 1970er Jahren zur Beschreibung von Textbeziehungen in Anlehnung an Michail Bachtins Konzept der &#039;&#039;Dialogizität&#039;&#039; entwickelte. Der Begriff der Intertextualität wird in kunstwissenschaftlichen Arbeiten zum Teil direkt auf das Medium Bild übertragen, da entweder explizit textähnliche Strukturen von Bild-Bild-Bezügen – etwa die &#039;&#039;intertextuelle Metamalerei&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Stoichita 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – untersucht werden sollen oder sich bildspezifischere Begriffe noch nicht genügend durchgesetzt haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 60). &lt;br /&gt;
Mieke Bal setzt &#039;&#039;quotation&#039;&#039; als Sprach- und Bildmedium übergreifenden Terminus ein und bezeichnet damit „intersection of iconography and intertextuality“ (&amp;lt;bib id=&#039;Bal 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus liegen verschiedene Termini für Bildverweise vor, die intertextuelle Herangehensweisen adaptieren: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) bezeichnet einerseits Bildbeziehungen sowie Bildreflexionen im Medium Bild und andererseits eine literarische Interbildlichkeit. Letztere ist gekennzeichnet durch eine im übertragenen Sinn vorhandene [[uneigentliche Bilder|Bildlichkeit]] der Sprache im Text, z.B. mittels Verknüpfung von Sprachbildern.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; (zusammenfassend &amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Rosen et al. 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) auch in der Schreibweise &#039;&#039;Interpiktoralität&#039;&#039;: Hierbei handelt es sich um Beziehungen zwischen Bildern, die in der Übernahme von Termini aus der Sprach- und Literaturwissenschaft als Zitat oder Allusion bezeichnet werden. In Analogie zur Sprache steht zur Diskussion, wie Markierungen von Bildbezügen aussehen könnten oder wie verschiedene Deutlichkeitsgrade von Referenzen auseinander zu halten seien. &lt;br /&gt;
: Phänomen und Beschreibung von Bildrelationen sind – ähnlich wie bei der Erforschung von Textbeziehungen – immer wieder Gegenstand kunstgeschichtlicher Untersuchungen gewesen. Gemäß Rosen unterscheidet sich die traditionelle Quellenforschung der Kunstgeschichte jedoch von dem neueren Interpikturalitätsdiskurs. Die Quellenforschung versucht, Einflüsse in Kunstwerken nachzuvollziehen und Beziehungslinien abzubilden. Der Interpikturalitätsansatz indes nimmt die sinnproduzierenden und konstitutiven Funktionen von Bildbezügen in Kunstwerken in den Blick.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Gamer 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;): Zuschlag strebt unter diesem Stichwort ein mehrdimensionales Modell an, das sowohl eine Typologie der interikonischen Bezugnahmen nach formalen und inhaltlichen Einteilungen als auch die funktionalen und historischen Bedingungen und Kontexte sowie produktions- und rezeptionsästhetische Sichtweisen berücksichtigt. Diese Vorgehensweise soll eine differenzierte Beschreibung der einzelnen Bezugnahmen sowie der Rolle des Rezipienten ermöglichen. In der Übertragung vom Medium des Textes auf Objekte der Kunst müssten folgende Aspekte diskutiert werden: das Wechselverhältnis von bildlichem Prätext und Posttext, Begriffe wie Autorschaft und Intentionalität, die Frage eines engen oder weiten Interikonizitätsbegriffs oder auch der Nutzen einer Übernahme von Schriftkategorien wie Einzeltextreferenz, System- oder Gattungsreferenz.&lt;br /&gt;
: Eine Anwendung dieses Postulats der Interikonizität liegt bisher nur in Ansätzen vor. Zuschlag weist auf die Notwendigkeit hin, bei der Übernahme textbasierter Kategorien die spezifischen Charakteristika des Mediums Bild zu berücksichtigen. Gerade für diesen Punkt bestehen noch keine Lösungsvorschläge.&lt;br /&gt;
: Wagner kritisiert an Zuschlags Konzept, dass dieses auf rein bildliche Relationen fokussiert sei. Bildverweise bedürften jedoch stets sprachlicher Vermittlung und Bedeutungsstiftung, so dass Interikonizität auf sprachliche Intertextualität angewiesen und mit dieser verbunden sei (&amp;lt;bib id=&#039;Wagner 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
* Im Rahmen einer weitestgehend literaturwissenschaftlich orientierten Herangehensweise finden sich vereinzelt Untersuchungen zu Bildzitaten in verschiedenen visuellen Formaten ([[Malerei]], [[Fotografie]], [[Film]]) (&amp;lt;bib id=&#039;Böhn 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zu Bildzitaten in literarischen Werken (&amp;lt;bib id=&#039;Eilert 1991a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Zitierende Bezüge zwischen filmischen Stills und Werken des kunstgeschichtlichen Kanons (&amp;lt;bib id=&#039;Keitz 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) werden ebenso analysiert wie Zitate in intermedialen Relationen zwischen Texten und Bildern (&amp;lt;bib id=&#039;Horstkotte &amp;amp; Leonhard 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Dabei wird auch versucht, intermediale und interkulturelle Bildbeziehungen und Bildtransfers nachzuvollziehen und so verschiedene Bildmedien, Zeitschichten und Diskurse außerhalb des klassischen kunstgeschichtlichen Fokus zu berücksichtigen (&amp;lt;bib id=&#039;Schulz 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 322 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Das Bildzitat als juristischer Gegenstand=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern ist, wenn es das Urheberrecht eines Bildinhabers berührt, auch Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen. Die Frage nach der Zulässigkeit von Bildzitaten ist beispielsweise bei Abbildungen in wissenschaftlichen Publikationen relevant. Im Kontext des Internets und seiner weltweiten Verbreitung von Bildern besitzen Bildzitate unterschiedlichster Art eine große Virulenz (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1886 wurde eine internationale „Berner Übereinkunft zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst“ zwischen den Ländern Deutschland, Belgien, Großbritannien, Schweiz, Italien, Spanien und Tunesien geschlossen, die in revidierter Form (die sogenannte RBÜ) immer noch Gültigkeit besitzt. Inzwischen ist sie von fast allen Staaten der Welt anerkannt worden. Laut RBÜ soll den Urhebern von Werken der Wissenschaft und Kunst ein Mindestrecht garantiert werden. Gleichzeitig gilt es, die Interessen der Urheber und der Nutzer eines Werkes im Sinne eines Allgemeinwohls und eines gesellschaftlichen Fortschritts in Einklang zu bringen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Voraussetzungen eines Zitats sehen wie folgt aus: Zunächst muss das zitierte, urheberrechtlich geschützte Werk bereits der Öffentlichkeit rechtmäßig vorliegen. Weiterhin muss der Zweck des Zitierens den Zitatumfang legitimieren und das Zitat mit den „anständigen Gepflogenheiten“ (RBÜ Art. 10, zitiert nach &amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 12) vereinbar sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut Calame und Thouvenin unterscheidet sich das Bildzitat von anderen Zitatarten durch seinen Umfang. Dem Sinn des Zitierens entspricht, aufgrund der Spezifika des Mediums Bild, meist nur das Zitieren des gesamten Werkes und nicht nur eines Ausschnitts. Dies ist, sofern die Verhältnismäßigkeit zum Gesamtwerk gegeben ist, rechtlich möglich (&amp;lt;bib id=&#039;Calame &amp;amp; Thouvenin 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 139 ff.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland ist das Zitatrecht in §51 UrhG ([http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__51.html]) geregelt. Mit der Gesetzesnovelle des sogenannten zweiten Korbs des §51 UrhG vom 1. Januar 2008 gestaltet sich die Rechtslage folgendermaßen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist. […]“ Insbesondere werden im Weiteren das Zitat im wissenschaftlichen Kontext zu Erläuterungszwecken sowie das Sprach- und Musikzitat angeführt. Nicht explizit genannt, aber durch die Neufassung des Paragraphen ebenfalls abgedeckt, sind Werkarten wie Bild-, Film- und Multimediazitate. Im konkreten Fall ist der Zitatzweck rechtlich zu prüfen, der in einer Belegfunktion oder im zitierenden Bezug mit dem Ziel einer kulturellen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung liegen kann. Die reine Ausschmückung eines Werkes mittels eines Zitats ist nicht zulässig. Das Zitat darf nicht an die Stelle der eigenen geistigen Schöpfung treten, die im Verhältnis überwiegen muss. Unter der Voraussetzung, dass die Bedingungen eines korrekten Zitierens erfüllt sind (angemessener Umfang und Zweck des Zitats eines urheberrechtlich vorliegenden Werkes sowie seine Kennzeichnung in Form einer Quellenangabe), hat der Urheber das Zitieren seines Werkes ohne finanzielle Entschädigungsmöglichkeit zu dulden (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 11 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Bild in reflexiver Verwendung]]&lt;br /&gt;
* [[Bildgrammatik]]&lt;br /&gt;
* [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
* [[Bildwissenschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]&lt;br /&gt;
* [[Comic]]&lt;br /&gt;
* [[Film]]&lt;br /&gt;
* [[Fotografie]]&lt;br /&gt;
* [[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]]&lt;br /&gt;
* [[Malerei]]&lt;br /&gt;
* [[Notation]]&lt;br /&gt;
* [[Prädikation]]&lt;br /&gt;
* [[Rahmung, Rahmen]]&lt;br /&gt;
* [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]&lt;br /&gt;
* [[Sprechen über Bilder]] &lt;br /&gt;
* [[Syntaktische Dichte]]&lt;br /&gt;
* [[Werbung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--[[Benutzer:Jakob Steinbrenner|Jakob Steinbrenner]]--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Anna Valentine Ullrich|Anna Valentine Ullrich]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anna Valentine Ullrich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=8690</id>
		<title>Bildzitat</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=8690"/>
		<updated>2012-06-14T07:47:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anna Valentine Ullrich: /* Bildzitat: eine Einführung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
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Unterpunkt zu: [[Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Bildzitat: eine Einführung=====&lt;br /&gt;
Was ist ein Bildzitat? Allgemein gesprochen lässt sich darunter eine zitierende, intramedial stattfindende Referenz zwischen Bildwerken heterogener Provenienz verstehen. Es handelt sich also um ein [[Bild in reflexiver Verwendung]]. Obwohl der Begriff in der Literatur häufig gebraucht wird, ist bislang ungeklärt, welche Merkmale ein Bildzitat erfüllen muss, um als solches zu gelten, und wie es von anderen Verweistechniken wie beispielsweise Variation, Anspielung, Parodie u. ä. zu unterscheiden ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bildzitate treten in diversen [[Bildmedien]] (etwa in der [[Malerei]], [[Fotografie]], im [[Comic]]) auf und liegen – historisch betrachtet – in unterschiedlichen Epochen der Kunst, aber auch in der [[Werbung]] und Alltagskultur vor. Demzufolge sind sie in allen gesellschaftlichen Bereichen anzufinden, in denen auf ein kulturelles Reservoir an Bildern zitierend Bezug genommen wird (⊳ [[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Frage nach einem Bildzitat ist eng verknüpft mit verschiedenen Themenfeldern, etwa, wie sich das Bildzitat zum Sprachzitat oder allgemeiner Bilder zur Sprache verhalten, in welchen Kategorien über Bilder reflektiert werden kann ([[Sprechen über Bilder]]) und inwiefern im Zuge eines &#039;&#039;iconic&#039;&#039; oder &#039;&#039;pictorial turn&#039;&#039; ein bildspezifischer Diskurs über Bildverweise in Abgrenzung zum sprachlichen Diskurs möglich ist (⊳ [[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das Bildzitat ist Gegenstand in vier Forschungszusammenhängen, die mehr oder weniger unabhängig voneinander existieren. Eine gegenseitige Rezeption findet nur zum Teil statt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nelson Goodman setzt sich in seiner Symboltheorie mit der Bezugnahmepraktik des Zitierens auseinander. In einer vergleichenden Perspektive betrachtet er die Bedingungen für ein sprachliches, bildliches und musikalisches Zitieren. (Zum möglichen Nutzen von Goodmans Unterscheidung der Referenzformen &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; und &#039;&#039;Variation&#039;&#039; als Bestandteil einer homogenen Beschreibungssprache für die Bildwissenschaften vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2011a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Untersuchungen von Bildzitaten finden vorrangig im Rahmen der Kunstgeschichte als einer [[Bildwissenschaft]] statt. Hier stehen konkrete Analysen von Zitaten in Kunstwerken und ihre Implikationen im Vordergrund. Eine theoretische Reflektion des Begriffs basierend auf Goodmans symboltheoretischem Ansatz ist nicht vorhanden. Grundlage der Einzeluntersuchungen scheint häufig ein alltagssprachliches Verständnis von Zitat – das in erster Linie von der Idee eines sprachlichen Zitat beherrscht wird – zu sein, oder es werden explizit terminologische Bestimmungen des Zitats in Anlehnung an linguistische und literaturwissenschaftliche Definitionen vorgenommen (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dieser literaturwissenschaftlichen Orientierung entstammt auch ein Zweig bildwissenschaftlicher Forschung, der, beruhend auf dem Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039;, Bildbeziehungen unter den Schlagworten &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039;, &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; oder &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; erörtert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schließlich beschäftigt sich die Jurisprudenz mit dem Bildzitat. Aus juristischer Hinsicht ist die urheberrechtliche Frage relevant, welche Formen eines Bildzitats zulässig sind. Die rechtliche Perspektive wird zwar vereinzelt in literaturwissenschaftlichen (&amp;lt;bib id=&#039;Neumann 1980a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zeichentheoretischen Arbeiten (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 84) zur Zitatklärung herangezogen, spielt jedoch für den symboltheoretischen Ansatz bei Goodman sowie den kunsthistorischen Diskurs keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Nelson Goodman: Sprach-, Bild- und Musikzitat=====&lt;br /&gt;
Nelson Goodman (&amp;lt;bib id=&#039;Goodman 1990a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 59 ff.) betrachtet vergleichend Zitate in der Sprache, in Bildern und in der Musik. Er geht von sprachlichen Konstellationen des Zitierens aus und stellt zwei notwendige, aber nicht hinreichende Bedingungen auf. &lt;br /&gt;
* Ein Zitat ist erstens gekennzeichnet durch das Enthaltensein des Zitierten. Im Fall des direkten Zitats handelt es sich um eine syntaktische Replikation, im Fall des indirekten Zitats liegt eine semantische Paraphrase des Zitierten vor.&lt;br /&gt;
* Zweitens wird im Zitat mittels einer Benennung oder [[Prädikation]] auf das Zitierte Bezug genommen (⊳ [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß Goodmans Kriterien gilt das indirekte Zitat als basale Variante des Zitierens, in der das direkte Zitat mit seiner identischen Buchstabenabfolge des Zitierten einen Sonderfall darstellt. Zitierbar sind vom Buchstaben bis zum Satz alle schriftsprachlichen Ebenen.&lt;br /&gt;
In der Übertragung der genannten sprachlichen Zitatkriterien stellt Goodman fest, dass im Bereich des Bildes zum Enthaltensein kein Äquivalent vorhanden ist und im Bereich der Musik keines zur Referenz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analog zur Bezugnahme auf das Zitierte im direkten Sprachzitat sucht Goodman nach Anführungszeichen im Bild und sieht sie in der Darstellung eines [[Rahmung, Rahmen|Rahmens]] oder einer Staffelei im Bild. Bezüglich des Enthaltenseins stellt sich dabei folgendes Problem. Da das Bild als autographische Kunst kein Alphabet besitzt, [[Syntaktische Dichte|syntaktisch dicht]] ist und somit die exakte Wiederholung einer Buchstabenkombination nicht gegeben ist, stellt sich die Frage, was einer Replik im Bild entsprechen könnte. Repliken können zwar unterschiedlich ausgestaltet sein, sind aber durch die identische Repetition der Buchstabenabfolge gekennzeichnet, die im System einzigartig vorliegender Bildsymbole nicht vorhanden ist. Auch bei einer Kopie liegt, anders als man zunächst vermuten könnte, keine Entsprechung zu einer solchen identischen Repetition vor. Für ein indirektes Bildzitat könnte ebenfalls ein gemalter Rahmen als Anzeige einer Paraphrase dienen. Letztlich ist in diesem Zusammenhang der Kontext entscheidend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Musik ermöglicht das [[Notation|Notationssystem]] nach westlichem Standard die Replikation, so dass die Bedingung des Enthaltensein des Zitierten gegeben ist. Anführungszeichen als Bezugnahme sind nicht vorhanden, allerdings könnten Markierungen wie Pausen und besondere Betonungen ein Zitat wie im Gesprochenen anzeigen. &lt;br /&gt;
Ein indirektes Musikzitat scheitert an dem Kriterium der Paraphrase, da Musik keine Denotation besitzt. Eine musikalische Variation stellt keine Paraphrase dar, da es sich um eine syntaktisch motivierte Beziehung zu einem Musikwerk handelt – keine semantische, wie es die Paraphase verlangen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich sieht Goodman sowohl die Möglichkeit eines Zitats von Sprache im Bild als auch in umgekehrter Richtung. Klang ließe sich ebenfalls bildlich zitieren. So müsste beispielsweise eine Musikpartitur im Bild abgebildet sein, denn Notation und Klang stehen in einem ähnlichen Verhältnis wie geschriebene und gesprochene Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jakob Steinbrenner (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 217 ff.) kommt im Rückgriff auf Überlegungen von Goodman, Tarski und Davidson zu dem Schluss, dass der Zitatbegriff in syntaktischer Hinsicht nicht auf den Bereich des Bildes übertragen werden kann. Er begründet seine Darstellung damit, dass die von ihm herausgearbeiteten Merkmale sprachlicher Zitate keine Entsprechung im Bereich des Bildes besitzen. Dabei räumt er ein, dass auf der Ebene der Semantik Merkmalsähnlichkeiten vorliegen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachliche Zitate sind gemäß Steinbrenner durch folgende Aspekte gekennzeichnet. Ein Zitat besteht aus einem Zeichenvorkommnis, das von Anführungszeichen gerahmt oder durch andere Mittel hervorgehoben wird, wobei es bestimmte notwendige syntaktische und semantische Merkmale aufweist. Ein Zitat denotiert und stimmt mit dem Zitierten im Typ überein. Zitierbar sind keine fiktiven oder zukünftigen, sondern nur von Personen gemachte, also bereits verwendete Äußerungen. Diese müssen aus eindeutig identifizierbaren Einzelzeichen einer Sprache bestehen, die jeweils einem Typ zuzuordnen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern in Bildern wirft nun verschiedene Probleme in der Übertragung sprachlicher Zitatkennzeichen auf. Kann ein im Bild dargestellter Rahmen oder eine Staffelei als syntaktische Anzeige, als Anführungszeichen eines darin enthaltenen Bildzitats fungieren? Steinbrenner führt gegen diese Überlegung an, dass das im Rahmen Dargestellte nicht zwangsläufig ein Bild im Bild ist. Es kann auch nur der Rahmen selbst präsentiert werden. Zum einen bleibt offen, was ein Bild ist und wie Bilder in Bildern abgebildet werden können. Zum anderen existiert in der Forschung keine Übereinstimmung in der Frage, ob es so etwas wie atomare Bildzeichen gibt und wie diese zu Zeichenkombinationen zusammengesetzt sind, wie also eine [[Bildgrammatik]] zu denken wäre. Da im Bild das Buchstabieren nicht möglich ist, fehlt die syntaktische Überprüfungsmöglichkeit, ob Zitiertes und Zitat einander im Typ entsprechen. &lt;br /&gt;
Während prinzipiell jeder sprachliche Zitate verwenden und erkennen kann – bis zu einem gewissen Grad auch ohne semantische Kompetenz –, ist dies bei bildlichen Zitaten nicht der Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinbrenner kommt zu dem Schluss, dass im Fall des Bildes aufgrund der fehlenden Übertragbarkeit der Kennzeichen sprachlicher Zitate sinnvollerweise nicht von einem bildlichen Zitat, sondern von einer &#039;&#039;Anspielung&#039;&#039; gesprochen werden sollte. Die Anspielung stellt eine unspezifischere Form der Bezugnahme dar, die lediglich manche Eigenschaften des Zitierten exemplifiziert (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Kunsthistorische Perspektive: Das Bildzitat im Kontext weiterer Bildbezüge=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In kunsthistorischen Untersuchungen liegt eine Fülle an Termini zur Beschreibung von Bildbeziehungen vor – etwa das Bild im Bild (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Kemp 1995a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;), die Parodie, Hommage, Allusion, Variation, Kopie u. ä. Christoph Zuschlag (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) beklagt die uneinheitliche Begriffsverwendung in der Literatur und verweist auf die Schwierigkeit, die Vielfalt der vorhandenen Bildrelationen zu erfassen und zu systematisieren. Zudem liege weder eine konsensuelle theoretische Bestimmung des Bildzitats und seiner Abgrenzung zu anderen Referenzarten vor noch ein einheitliches Kategoriensystem zur Beschreibung und Analyse unterschiedlicher visueller Verweistechniken. So ist beispielsweise nicht klar, ob die zum Teil literaturwissenschaftlich geprägten Termini als semantische Kategorien gelten sollen, ob sie eine Verfahrenstechnik beschreiben oder auf welcher Ebene (etwa motivisch oder figurativ) Übernahmen stattfinden (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 162).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wünschenswert in dieser Debatte ein epochen- und gattungsübergreifender Theoriebau auch wäre, so unklar ist dabei, ob dieser dem Wandel von Bildbegriffen und Kunstdiskursen im Laufe der Kunstgeschichte gerecht würde (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 95 f.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martina Sitt und Attila Horányi beispielsweise verwerfen den Begriff des Zitats, da er – ähnlich wie der Terminus des &#039;&#039;Einflusses&#039;&#039; (Baader 2003: 73 ff.) – zu heterogene Phänomene in der Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts umfassen muss und damit seine Beschreibungsprägnanz verloren hat (&amp;lt;bib id=&#039;Sitt &amp;amp; Horányi 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 20). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analysen von Bildzitaten in ihren Funktionen und Wirkungen finden meist epochenbezogen – etwa zu Zitattechniken im 20. Jahrhundert (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Schmidt 2000a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – oder bezogen auf das Werk einzelner Künstler (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 225 ff.) – z.B. Bildzitate bei Vermeer (&amp;lt;bib id=&#039;Hammer-Tugendhat 2009a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – statt. In übertragenem Sinn setzen sich auch Vertreterinnen der Performance-Kunst mit Bildzitaten auseinander. So versuchte beispielsweise die Künstlerin Orlan in einer Gesichtsoperation verschiedene weibliche Idealbilder der europäischen Kunstgeschichte (z.B. die Mona Lisa von Leonardo da Vinci und die Venus von Botticelli) in ihrem Gesicht zu vereinen und verwandelte damit Bildzitate in ein reales, somatisches Zitat (&amp;lt;bib id=&#039;Baxmann 2001a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 294 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag definiert das &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; in Differenz zur &#039;&#039;Paraphrase&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Während bei einem Zitat sozusagen Ausschnitte aus einer Vorlage vorgenommen werden und einzelne Elemente in einen neuen Bildkontext gestellt werden, wird bei einer Paraphrase das Vorbild als Ganzes einer Veränderung unterzogen und mit einer neuen Bildvorstellung versehen. Zitat und Paraphrase sind „kritisch reflektierte, also nicht von einem stilistischen Nachahmungsanliegen motivierte, sondern im Bewusstsein der historischen Distanz (und häufig auch der medialen Differenz) erfolgende Rückgriffe auf ein kunstgeschichtliches Vorbild oder mehrere kunstgeschichtliche Vorbilder“ (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171 f.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag verwendet diese Termini als Oberbegriffe für alle weiteren bildlichen Bezugnahmeformen, die besonders die Kunst des 20. Jahrhunderts prägen, in der der Rekurs auf die Kunstgeschichte charakteristisch ist. Belting spricht in diesem Zusammenhang von einer &#039;&#039;Zitatkunst&#039;&#039; als qualitativ neue Kunstform: „Werke, die nicht mehr geschaffen werden können, lassen sich nur noch zitieren. […] Nicht nur werden einzelne Werke wie Namen der Erinnerung zitiert: Sie stehen auch für einen Werkbegriff ein, an den sie nur noch erinnern.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 469)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert bieten die Reproduktionstechniken eine neuartige Verfügbarkeit der Vorbilder; gleichzeitig wird eine Lesbarkeit des zitierenden Bezugs für den Bildbetrachter vorausgesetzt oder erhofft und an seine Interpretationsleistung appelliert (&amp;lt;bib id=&#039;Sello 1979a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin differenziert Zuschlag das Zitat als Verweis auf konkrete Kunstwerke vom Phänomen der &#039;&#039;Metakunst&#039;&#039; ab den 1960er Jahren. Metakunst referiert nicht auf ein spezifisches Bild, sondern in einem erweiterten Sinne entweder auf die Institution Kunst, auf einen Topos oder thematisiert auf einer selbstreflexiven Metaebene Kunst an sich (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 176 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Interbildlichkeit, Interpikturalität und Interikonizität=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Darstellung von Bildbeziehungen wird bisweilen auf den literaturwissenschaftlichen Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039; zurückgegriffen, den Julia Kristeva in den 1970er Jahren zur Beschreibung von Textbeziehungen in Anlehnung an Michail Bachtins Konzept der &#039;&#039;Dialogizität&#039;&#039; entwickelte. Der Begriff der Intertextualität wird in kunstwissenschaftlichen Arbeiten zum Teil direkt auf das Medium Bild übertragen, da entweder explizit textähnliche Strukturen von Bild-Bild-Bezügen – etwa die &#039;&#039;intertextuelle Metamalerei&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Stoichita 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – untersucht werden sollen oder sich bildspezifischere Begriffe noch nicht genügend durchgesetzt haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 60). &lt;br /&gt;
Mieke Bal setzt &#039;&#039;quotation&#039;&#039; als Sprach- und Bildmedium übergreifenden Terminus ein und bezeichnet damit „intersection of iconography and intertextuality“ (&amp;lt;bib id=&#039;Bal 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus liegen verschiedene Termini für Bildverweise vor, die intertextuelle Herangehensweisen adaptieren: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) bezeichnet einerseits Bildbeziehungen sowie Bildreflexionen im Medium Bild und andererseits eine literarische Interbildlichkeit. Letztere ist gekennzeichnet durch eine im übertragenen Sinn vorhandene [[uneigentliche Bilder|Bildlichkeit]] der Sprache im Text, z.B. mittels Verknüpfung von Sprachbildern.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; (zusammenfassend &amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Rosen et al. 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) auch in der Schreibweise &#039;&#039;Interpiktoralität&#039;&#039;: Hierbei handelt es sich um Beziehungen zwischen Bildern, die in der Übernahme von Termini aus der Sprach- und Literaturwissenschaft als Zitat oder Allusion bezeichnet werden. In Analogie zur Sprache steht zur Diskussion, wie Markierungen von Bildbezügen aussehen könnten oder wie verschiedene Deutlichkeitsgrade von Referenzen auseinander zu halten seien. &lt;br /&gt;
: Phänomen und Beschreibung von Bildrelationen sind – ähnlich wie bei der Erforschung von Textbeziehungen – immer wieder Gegenstand kunstgeschichtlicher Untersuchungen gewesen. Gemäß Rosen unterscheidet sich die traditionelle Quellenforschung der Kunstgeschichte jedoch von dem neueren Interpikturalitätsdiskurs. Die Quellenforschung versucht, Einflüsse in Kunstwerken nachzuvollziehen und Beziehungslinien abzubilden. Der Interpikturalitätsansatz indes nimmt die sinnproduzierenden und konstitutiven Funktionen von Bildbezügen in Kunstwerken in den Blick.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Gamer 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;): Zuschlag strebt unter diesem Stichwort ein mehrdimensionales Modell an, das sowohl eine Typologie der interikonischen Bezugnahmen nach formalen und inhaltlichen Einteilungen als auch die funktionalen und historischen Bedingungen und Kontexte sowie produktions- und rezeptionsästhetische Sichtweisen berücksichtigt. Diese Vorgehensweise soll eine differenzierte Beschreibung der einzelnen Bezugnahmen sowie der Rolle des Rezipienten ermöglichen. In der Übertragung vom Medium des Textes auf Objekte der Kunst müssten folgende Aspekte diskutiert werden: das Wechselverhältnis von bildlichem Prätext und Posttext, Begriffe wie Autorschaft und Intentionalität, die Frage eines engen oder weiten Interikonizitätsbegriffs oder auch der Nutzen einer Übernahme von Schriftkategorien wie Einzeltextreferenz, System- oder Gattungsreferenz.&lt;br /&gt;
: Eine Anwendung dieses Postulats der Interikonizität liegt bisher nur in Ansätzen vor. Zuschlag weist auf die Notwendigkeit hin, bei der Übernahme textbasierter Kategorien die spezifischen Charakteristika des Mediums Bild zu berücksichtigen. Gerade für diesen Punkt bestehen noch keine Lösungsvorschläge.&lt;br /&gt;
: Wagner kritisiert an Zuschlags Konzept, dass dieses auf rein bildliche Relationen fokussiert sei. Bildverweise bedürften jedoch stets sprachlicher Vermittlung und Bedeutungsstiftung, so dass Interikonizität auf sprachliche Intertextualität angewiesen und mit dieser verbunden sei (&amp;lt;bib id=&#039;Wagner 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
* Im Rahmen einer weitestgehend literaturwissenschaftlich orientierten Herangehensweise finden sich vereinzelt Untersuchungen zu Bildzitaten in verschiedenen visuellen Formaten ([[Malerei]], [[Fotografie]], [[Film]]) (&amp;lt;bib id=&#039;Böhn 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zu Bildzitaten in literarischen Werken (&amp;lt;bib id=&#039;Eilert 1991a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Zitierende Bezüge zwischen filmischen Stills und Werken des kunstgeschichtlichen Kanons (&amp;lt;bib id=&#039;Keitz 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) werden ebenso analysiert wie Zitate in intermedialen Relationen zwischen Texten und Bildern (&amp;lt;bib id=&#039;Horstkotte &amp;amp; Leonhard 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Dabei wird auch versucht, intermediale und interkulturelle Bildbeziehungen und Bildtransfers nachzuvollziehen und so verschiedene Bildmedien, Zeitschichten und Diskurse außerhalb des klassischen kunstgeschichtlichen Fokus zu berücksichtigen (&amp;lt;bib id=&#039;Schulz 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 322 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Das Bildzitat als juristischer Gegenstand=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern ist, wenn es das Urheberrecht eines Bildinhabers berührt, auch Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen. Die Frage nach der Zulässigkeit von Bildzitaten ist beispielsweise bei Abbildungen in wissenschaftlichen Publikationen relevant. Im Kontext des Internets und seiner weltweiten Verbreitung von Bildern besitzen Bildzitate unterschiedlichster Art eine große Virulenz (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1886 wurde eine internationale „Berner Übereinkunft zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst“ zwischen den Ländern Deutschland, Belgien, Großbritannien, Schweiz, Italien, Spanien und Tunesien geschlossen, die in revidierter Form (die sogenannte RBÜ) immer noch Gültigkeit besitzt. Inzwischen ist sie von fast allen Staaten der Welt anerkannt worden. Laut RBÜ soll den Urhebern von Werken der Wissenschaft und Kunst ein Mindestrecht garantiert werden. Gleichzeitig gilt es, die Interessen der Urheber und der Nutzer eines Werkes im Sinne eines Allgemeinwohls und eines gesellschaftlichen Fortschritts in Einklang zu bringen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Voraussetzungen eines Zitats sehen wie folgt aus: Zunächst muss das zitierte, urheberrechtlich geschützte Werk bereits der Öffentlichkeit rechtmäßig vorliegen. Weiterhin muss der Zweck des Zitierens den Zitatumfang legitimieren und das Zitat mit den „anständigen Gepflogenheiten“ (RBÜ Art. 10, zitiert nach &amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 12) vereinbar sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut Calame und Thouvenin unterscheidet sich das Bildzitat von anderen Zitatarten durch seinen Umfang. Dem Sinn des Zitierens entspricht, aufgrund der Spezifika des Mediums Bild, meist nur das Zitieren des gesamten Werkes und nicht nur eines Ausschnitts. Dies ist, sofern die Verhältnismäßigkeit zum Gesamtwerk gegeben ist, rechtlich möglich (&amp;lt;bib id=&#039;Calame &amp;amp; Thouvenin 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 139 ff.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland ist das Zitatrecht in §51 UrhG ([http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__51.html]) geregelt. Mit der Gesetzesnovelle des sogenannten zweiten Korbs des §51 UrhG vom 1. Januar 2008 gestaltet sich die Rechtslage folgendermaßen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist. […]“ Insbesondere werden im Weiteren das Zitat im wissenschaftlichen Kontext zu Erläuterungszwecken sowie das Sprach- und Musikzitat angeführt. Nicht explizit genannt, aber durch die Neufassung des Paragraphen ebenfalls abgedeckt, sind Werkarten wie Bild-, Film- und Multimediazitate. Im konkreten Fall ist der Zitatzweck rechtlich zu prüfen, der in einer Belegfunktion oder im zitierenden Bezug mit dem Ziel einer kulturellen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung liegen kann. Die reine Ausschmückung eines Werkes mittels eines Zitats ist nicht zulässig. Das Zitat darf nicht an die Stelle der eigenen geistigen Schöpfung treten, die im Verhältnis überwiegen muss. Unter der Voraussetzung, dass die Bedingungen eines korrekten Zitierens erfüllt sind (angemessener Umfang und Zweck des Zitats eines urheberrechtlich vorliegenden Werkes sowie seine Kennzeichnung in Form einer Quellenangabe), hat der Urheber das Zitieren seines Werkes ohne finanzielle Entschädigungsmöglichkeit zu dulden (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 11 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Bild in reflexiver Verwendung]]&lt;br /&gt;
* [[Bildgrammatik]]&lt;br /&gt;
* [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
* [[Bildwissenschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]&lt;br /&gt;
* [[Comic]]&lt;br /&gt;
* [[Film]]&lt;br /&gt;
* [[Fotografie]]&lt;br /&gt;
* [[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]]&lt;br /&gt;
* [[Malerei]]&lt;br /&gt;
* [[Notation]]&lt;br /&gt;
* [[Prädikation]]&lt;br /&gt;
* [[Rahmung, Rahmen]]&lt;br /&gt;
* [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]&lt;br /&gt;
* [[Sprechen über Bilder]] &lt;br /&gt;
* [[Syntaktische Dichte]]&lt;br /&gt;
* [[Werbung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--[[Benutzer:Jakob Steinbrenner|Jakob Steinbrenner]]--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Anna Valentine Ullrich|Anna Valentine Ullrich]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anna Valentine Ullrich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=8689</id>
		<title>Bildzitat</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=8689"/>
		<updated>2012-06-14T07:38:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anna Valentine Ullrich: /* Bildzitat: eine Einführung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Bildzitat: eine Einführung=====&lt;br /&gt;
Was ist ein Bildzitat? Allgemein gesprochen lässt sich darunter eine zitierende, intramedial stattfindende Referenz zwischen Bildwerken heterogener Provenienz verstehen. Es handelt sich also um ein [[Bild in reflexiver Verwendung]]. Obwohl der Begriff in der Literatur häufig gebraucht wird, ist bislang ungeklärt, welche Merkmale ein Bildzitat erfüllen muss, um als solches zu gelten, und wie es von anderen Verweistechniken wie beispielsweise Variation, Anspielung, Parodie u. ä. zu unterscheiden ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bildzitate treten in diversen [[Bildmedien]] (etwa in der [[Malerei]], [[Fotografie]], im [[Comic]]) auf und liegen – historisch betrachtet – in unterschiedlichen Epochen der Kunst, aber auch in der [[Werbung]] und Alltagskultur vor. Demzufolge sind sie in allen gesellschaftlichen Bereichen anzufinden, in denen auf ein kulturelles Reservoir an Bildern zitierend Bezug genommen wird (⊳ [[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Frage nach einem Bildzitat ist eng verknüpft mit verschiedenen Themenfeldern, etwa, wie sich das Bildzitat zum Sprachzitat oder allgemeiner Bilder zur Sprache verhalten, in welchen Kategorien über Bilder reflektiert werden kann ([[Sprechen über Bilder]]) und inwiefern im Zuge eines &#039;&#039;iconic&#039;&#039; oder &#039;&#039;pictorial turn&#039;&#039; ein bildspezifischer Diskurs über Bildverweise in Abgrenzung zum sprachlichen Diskurs möglich ist (⊳ [[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das Bildzitat ist Gegenstand in vier Forschungszusammenhängen, die mehr oder weniger unabhängig voneinander existieren. Eine Rezeption untereinander findet nur zum Teil statt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nelson Goodman setzt sich in seiner Symboltheorie mit der Bezugnahmepraktik des Zitierens auseinander. In einer vergleichenden Perspektive betrachtet er die Bedingungen für ein sprachliches, bildliches und musikalisches Zitieren. (Zum möglichen Nutzen von Goodmans Unterscheidung der Referenzformen &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; und &#039;&#039;Variation&#039;&#039; als Bestandteil einer homogenen Beschreibungssprache für die Bildwissenschaften vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2011a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Untersuchungen von Bildzitaten finden vorrangig im Rahmen der Kunstgeschichte als einer [[Bildwissenschaft]] statt. Hier stehen konkrete Analysen von Zitaten in Kunstwerken und ihre Implikationen im Vordergrund. Eine theoretische Reflektion des Begriffs basierend auf Goodmans symboltheoretischem Ansatz ist nicht vorhanden. Grundlage der Einzeluntersuchungen scheint häufig ein alltagssprachliches Verständnis von Zitat – das in erster Linie von der Idee eines sprachlichen Zitat beherrscht wird – zu sein, oder es werden explizit terminologische Bestimmungen des Zitats in Anlehnung an linguistische und literaturwissenschaftliche Definitionen vorgenommen (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dieser literaturwissenschaftlichen Orientierung entstammt auch ein Zweig bildwissenschaftlicher Forschung, der, beruhend auf dem Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039;, Bildbeziehungen unter den Schlagworten &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039;, &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; oder &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; erörtert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schließlich beschäftigt sich die Jurisprudenz mit dem Bildzitat. Aus juristischer Hinsicht ist die urheberrechtliche Frage relevant, welche Formen eines Bildzitats zulässig sind. Die rechtliche Perspektive wird zwar vereinzelt in literaturwissenschaftlichen (&amp;lt;bib id=&#039;Neumann 1980a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zeichentheoretischen Arbeiten (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 84) zur Zitatklärung herangezogen, spielt jedoch für den symboltheoretischen Ansatz bei Goodman sowie den kunsthistorischen Diskurs keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Nelson Goodman: Sprach-, Bild- und Musikzitat=====&lt;br /&gt;
Nelson Goodman (&amp;lt;bib id=&#039;Goodman 1990a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 59 ff.) betrachtet vergleichend Zitate in der Sprache, in Bildern und in der Musik. Er geht von sprachlichen Konstellationen des Zitierens aus und stellt zwei notwendige, aber nicht hinreichende Bedingungen auf. &lt;br /&gt;
* Ein Zitat ist erstens gekennzeichnet durch das Enthaltensein des Zitierten. Im Fall des direkten Zitats handelt es sich um eine syntaktische Replikation, im Fall des indirekten Zitats liegt eine semantische Paraphrase des Zitierten vor.&lt;br /&gt;
* Zweitens wird im Zitat mittels einer Benennung oder [[Prädikation]] auf das Zitierte Bezug genommen (⊳ [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß Goodmans Kriterien gilt das indirekte Zitat als basale Variante des Zitierens, in der das direkte Zitat mit seiner identischen Buchstabenabfolge des Zitierten einen Sonderfall darstellt. Zitierbar sind vom Buchstaben bis zum Satz alle schriftsprachlichen Ebenen.&lt;br /&gt;
In der Übertragung der genannten sprachlichen Zitatkriterien stellt Goodman fest, dass im Bereich des Bildes zum Enthaltensein kein Äquivalent vorhanden ist und im Bereich der Musik keines zur Referenz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analog zur Bezugnahme auf das Zitierte im direkten Sprachzitat sucht Goodman nach Anführungszeichen im Bild und sieht sie in der Darstellung eines [[Rahmung, Rahmen|Rahmens]] oder einer Staffelei im Bild. Bezüglich des Enthaltenseins stellt sich dabei folgendes Problem. Da das Bild als autographische Kunst kein Alphabet besitzt, [[Syntaktische Dichte|syntaktisch dicht]] ist und somit die exakte Wiederholung einer Buchstabenkombination nicht gegeben ist, stellt sich die Frage, was einer Replik im Bild entsprechen könnte. Repliken können zwar unterschiedlich ausgestaltet sein, sind aber durch die identische Repetition der Buchstabenabfolge gekennzeichnet, die im System einzigartig vorliegender Bildsymbole nicht vorhanden ist. Auch bei einer Kopie liegt, anders als man zunächst vermuten könnte, keine Entsprechung zu einer solchen identischen Repetition vor. Für ein indirektes Bildzitat könnte ebenfalls ein gemalter Rahmen als Anzeige einer Paraphrase dienen. Letztlich ist in diesem Zusammenhang der Kontext entscheidend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Musik ermöglicht das [[Notation|Notationssystem]] nach westlichem Standard die Replikation, so dass die Bedingung des Enthaltensein des Zitierten gegeben ist. Anführungszeichen als Bezugnahme sind nicht vorhanden, allerdings könnten Markierungen wie Pausen und besondere Betonungen ein Zitat wie im Gesprochenen anzeigen. &lt;br /&gt;
Ein indirektes Musikzitat scheitert an dem Kriterium der Paraphrase, da Musik keine Denotation besitzt. Eine musikalische Variation stellt keine Paraphrase dar, da es sich um eine syntaktisch motivierte Beziehung zu einem Musikwerk handelt – keine semantische, wie es die Paraphase verlangen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich sieht Goodman sowohl die Möglichkeit eines Zitats von Sprache im Bild als auch in umgekehrter Richtung. Klang ließe sich ebenfalls bildlich zitieren. So müsste beispielsweise eine Musikpartitur im Bild abgebildet sein, denn Notation und Klang stehen in einem ähnlichen Verhältnis wie geschriebene und gesprochene Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jakob Steinbrenner (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 217 ff.) kommt im Rückgriff auf Überlegungen von Goodman, Tarski und Davidson zu dem Schluss, dass der Zitatbegriff in syntaktischer Hinsicht nicht auf den Bereich des Bildes übertragen werden kann. Er begründet seine Darstellung damit, dass die von ihm herausgearbeiteten Merkmale sprachlicher Zitate keine Entsprechung im Bereich des Bildes besitzen. Dabei räumt er ein, dass auf der Ebene der Semantik Merkmalsähnlichkeiten vorliegen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachliche Zitate sind gemäß Steinbrenner durch folgende Aspekte gekennzeichnet. Ein Zitat besteht aus einem Zeichenvorkommnis, das von Anführungszeichen gerahmt oder durch andere Mittel hervorgehoben wird, wobei es bestimmte notwendige syntaktische und semantische Merkmale aufweist. Ein Zitat denotiert und stimmt mit dem Zitierten im Typ überein. Zitierbar sind keine fiktiven oder zukünftigen, sondern nur von Personen gemachte, also bereits verwendete Äußerungen. Diese müssen aus eindeutig identifizierbaren Einzelzeichen einer Sprache bestehen, die jeweils einem Typ zuzuordnen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern in Bildern wirft nun verschiedene Probleme in der Übertragung sprachlicher Zitatkennzeichen auf. Kann ein im Bild dargestellter Rahmen oder eine Staffelei als syntaktische Anzeige, als Anführungszeichen eines darin enthaltenen Bildzitats fungieren? Steinbrenner führt gegen diese Überlegung an, dass das im Rahmen Dargestellte nicht zwangsläufig ein Bild im Bild ist. Es kann auch nur der Rahmen selbst präsentiert werden. Zum einen bleibt offen, was ein Bild ist und wie Bilder in Bildern abgebildet werden können. Zum anderen existiert in der Forschung keine Übereinstimmung in der Frage, ob es so etwas wie atomare Bildzeichen gibt und wie diese zu Zeichenkombinationen zusammengesetzt sind, wie also eine [[Bildgrammatik]] zu denken wäre. Da im Bild das Buchstabieren nicht möglich ist, fehlt die syntaktische Überprüfungsmöglichkeit, ob Zitiertes und Zitat einander im Typ entsprechen. &lt;br /&gt;
Während prinzipiell jeder sprachliche Zitate verwenden und erkennen kann – bis zu einem gewissen Grad auch ohne semantische Kompetenz –, ist dies bei bildlichen Zitaten nicht der Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinbrenner kommt zu dem Schluss, dass im Fall des Bildes aufgrund der fehlenden Übertragbarkeit der Kennzeichen sprachlicher Zitate sinnvollerweise nicht von einem bildlichen Zitat, sondern von einer &#039;&#039;Anspielung&#039;&#039; gesprochen werden sollte. Die Anspielung stellt eine unspezifischere Form der Bezugnahme dar, die lediglich manche Eigenschaften des Zitierten exemplifiziert (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Kunsthistorische Perspektive: Das Bildzitat im Kontext weiterer Bildbezüge=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In kunsthistorischen Untersuchungen liegt eine Fülle an Termini zur Beschreibung von Bildbeziehungen vor – etwa das Bild im Bild (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Kemp 1995a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;), die Parodie, Hommage, Allusion, Variation, Kopie u. ä. Christoph Zuschlag (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) beklagt die uneinheitliche Begriffsverwendung in der Literatur und verweist auf die Schwierigkeit, die Vielfalt der vorhandenen Bildrelationen zu erfassen und zu systematisieren. Zudem liege weder eine konsensuelle theoretische Bestimmung des Bildzitats und seiner Abgrenzung zu anderen Referenzarten vor noch ein einheitliches Kategoriensystem zur Beschreibung und Analyse unterschiedlicher visueller Verweistechniken. So ist beispielsweise nicht klar, ob die zum Teil literaturwissenschaftlich geprägten Termini als semantische Kategorien gelten sollen, ob sie eine Verfahrenstechnik beschreiben oder auf welcher Ebene (etwa motivisch oder figurativ) Übernahmen stattfinden (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 162).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wünschenswert in dieser Debatte ein epochen- und gattungsübergreifender Theoriebau auch wäre, so unklar ist dabei, ob dieser dem Wandel von Bildbegriffen und Kunstdiskursen im Laufe der Kunstgeschichte gerecht würde (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 95 f.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martina Sitt und Attila Horányi beispielsweise verwerfen den Begriff des Zitats, da er – ähnlich wie der Terminus des &#039;&#039;Einflusses&#039;&#039; (Baader 2003: 73 ff.) – zu heterogene Phänomene in der Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts umfassen muss und damit seine Beschreibungsprägnanz verloren hat (&amp;lt;bib id=&#039;Sitt &amp;amp; Horányi 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 20). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analysen von Bildzitaten in ihren Funktionen und Wirkungen finden meist epochenbezogen – etwa zu Zitattechniken im 20. Jahrhundert (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Schmidt 2000a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – oder bezogen auf das Werk einzelner Künstler (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 225 ff.) – z.B. Bildzitate bei Vermeer (&amp;lt;bib id=&#039;Hammer-Tugendhat 2009a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – statt. In übertragenem Sinn setzen sich auch Vertreterinnen der Performance-Kunst mit Bildzitaten auseinander. So versuchte beispielsweise die Künstlerin Orlan in einer Gesichtsoperation verschiedene weibliche Idealbilder der europäischen Kunstgeschichte (z.B. die Mona Lisa von Leonardo da Vinci und die Venus von Botticelli) in ihrem Gesicht zu vereinen und verwandelte damit Bildzitate in ein reales, somatisches Zitat (&amp;lt;bib id=&#039;Baxmann 2001a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 294 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag definiert das &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; in Differenz zur &#039;&#039;Paraphrase&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Während bei einem Zitat sozusagen Ausschnitte aus einer Vorlage vorgenommen werden und einzelne Elemente in einen neuen Bildkontext gestellt werden, wird bei einer Paraphrase das Vorbild als Ganzes einer Veränderung unterzogen und mit einer neuen Bildvorstellung versehen. Zitat und Paraphrase sind „kritisch reflektierte, also nicht von einem stilistischen Nachahmungsanliegen motivierte, sondern im Bewusstsein der historischen Distanz (und häufig auch der medialen Differenz) erfolgende Rückgriffe auf ein kunstgeschichtliches Vorbild oder mehrere kunstgeschichtliche Vorbilder“ (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171 f.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag verwendet diese Termini als Oberbegriffe für alle weiteren bildlichen Bezugnahmeformen, die besonders die Kunst des 20. Jahrhunderts prägen, in der der Rekurs auf die Kunstgeschichte charakteristisch ist. Belting spricht in diesem Zusammenhang von einer &#039;&#039;Zitatkunst&#039;&#039; als qualitativ neue Kunstform: „Werke, die nicht mehr geschaffen werden können, lassen sich nur noch zitieren. […] Nicht nur werden einzelne Werke wie Namen der Erinnerung zitiert: Sie stehen auch für einen Werkbegriff ein, an den sie nur noch erinnern.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 469)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert bieten die Reproduktionstechniken eine neuartige Verfügbarkeit der Vorbilder; gleichzeitig wird eine Lesbarkeit des zitierenden Bezugs für den Bildbetrachter vorausgesetzt oder erhofft und an seine Interpretationsleistung appelliert (&amp;lt;bib id=&#039;Sello 1979a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin differenziert Zuschlag das Zitat als Verweis auf konkrete Kunstwerke vom Phänomen der &#039;&#039;Metakunst&#039;&#039; ab den 1960er Jahren. Metakunst referiert nicht auf ein spezifisches Bild, sondern in einem erweiterten Sinne entweder auf die Institution Kunst, auf einen Topos oder thematisiert auf einer selbstreflexiven Metaebene Kunst an sich (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 176 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Interbildlichkeit, Interpikturalität und Interikonizität=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Darstellung von Bildbeziehungen wird bisweilen auf den literaturwissenschaftlichen Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039; zurückgegriffen, den Julia Kristeva in den 1970er Jahren zur Beschreibung von Textbeziehungen in Anlehnung an Michail Bachtins Konzept der &#039;&#039;Dialogizität&#039;&#039; entwickelte. Der Begriff der Intertextualität wird in kunstwissenschaftlichen Arbeiten zum Teil direkt auf das Medium Bild übertragen, da entweder explizit textähnliche Strukturen von Bild-Bild-Bezügen – etwa die &#039;&#039;intertextuelle Metamalerei&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Stoichita 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – untersucht werden sollen oder sich bildspezifischere Begriffe noch nicht genügend durchgesetzt haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 60). &lt;br /&gt;
Mieke Bal setzt &#039;&#039;quotation&#039;&#039; als Sprach- und Bildmedium übergreifenden Terminus ein und bezeichnet damit „intersection of iconography and intertextuality“ (&amp;lt;bib id=&#039;Bal 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus liegen verschiedene Termini für Bildverweise vor, die intertextuelle Herangehensweisen adaptieren: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) bezeichnet einerseits Bildbeziehungen sowie Bildreflexionen im Medium Bild und andererseits eine literarische Interbildlichkeit. Letztere ist gekennzeichnet durch eine im übertragenen Sinn vorhandene [[uneigentliche Bilder|Bildlichkeit]] der Sprache im Text, z.B. mittels Verknüpfung von Sprachbildern.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; (zusammenfassend &amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Rosen et al. 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) auch in der Schreibweise &#039;&#039;Interpiktoralität&#039;&#039;: Hierbei handelt es sich um Beziehungen zwischen Bildern, die in der Übernahme von Termini aus der Sprach- und Literaturwissenschaft als Zitat oder Allusion bezeichnet werden. In Analogie zur Sprache steht zur Diskussion, wie Markierungen von Bildbezügen aussehen könnten oder wie verschiedene Deutlichkeitsgrade von Referenzen auseinander zu halten seien. &lt;br /&gt;
: Phänomen und Beschreibung von Bildrelationen sind – ähnlich wie bei der Erforschung von Textbeziehungen – immer wieder Gegenstand kunstgeschichtlicher Untersuchungen gewesen. Gemäß Rosen unterscheidet sich die traditionelle Quellenforschung der Kunstgeschichte jedoch von dem neueren Interpikturalitätsdiskurs. Die Quellenforschung versucht, Einflüsse in Kunstwerken nachzuvollziehen und Beziehungslinien abzubilden. Der Interpikturalitätsansatz indes nimmt die sinnproduzierenden und konstitutiven Funktionen von Bildbezügen in Kunstwerken in den Blick.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Gamer 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;): Zuschlag strebt unter diesem Stichwort ein mehrdimensionales Modell an, das sowohl eine Typologie der interikonischen Bezugnahmen nach formalen und inhaltlichen Einteilungen als auch die funktionalen und historischen Bedingungen und Kontexte sowie produktions- und rezeptionsästhetische Sichtweisen berücksichtigt. Diese Vorgehensweise soll eine differenzierte Beschreibung der einzelnen Bezugnahmen sowie der Rolle des Rezipienten ermöglichen. In der Übertragung vom Medium des Textes auf Objekte der Kunst müssten folgende Aspekte diskutiert werden: das Wechselverhältnis von bildlichem Prätext und Posttext, Begriffe wie Autorschaft und Intentionalität, die Frage eines engen oder weiten Interikonizitätsbegriffs oder auch der Nutzen einer Übernahme von Schriftkategorien wie Einzeltextreferenz, System- oder Gattungsreferenz.&lt;br /&gt;
: Eine Anwendung dieses Postulats der Interikonizität liegt bisher nur in Ansätzen vor. Zuschlag weist auf die Notwendigkeit hin, bei der Übernahme textbasierter Kategorien die spezifischen Charakteristika des Mediums Bild zu berücksichtigen. Gerade für diesen Punkt bestehen noch keine Lösungsvorschläge.&lt;br /&gt;
: Wagner kritisiert an Zuschlags Konzept, dass dieses auf rein bildliche Relationen fokussiert sei. Bildverweise bedürften jedoch stets sprachlicher Vermittlung und Bedeutungsstiftung, so dass Interikonizität auf sprachliche Intertextualität angewiesen und mit dieser verbunden sei (&amp;lt;bib id=&#039;Wagner 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
* Im Rahmen einer weitestgehend literaturwissenschaftlich orientierten Herangehensweise finden sich vereinzelt Untersuchungen zu Bildzitaten in verschiedenen visuellen Formaten ([[Malerei]], [[Fotografie]], [[Film]]) (&amp;lt;bib id=&#039;Böhn 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zu Bildzitaten in literarischen Werken (&amp;lt;bib id=&#039;Eilert 1991a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Zitierende Bezüge zwischen filmischen Stills und Werken des kunstgeschichtlichen Kanons (&amp;lt;bib id=&#039;Keitz 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) werden ebenso analysiert wie Zitate in intermedialen Relationen zwischen Texten und Bildern (&amp;lt;bib id=&#039;Horstkotte &amp;amp; Leonhard 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Dabei wird auch versucht, intermediale und interkulturelle Bildbeziehungen und Bildtransfers nachzuvollziehen und so verschiedene Bildmedien, Zeitschichten und Diskurse außerhalb des klassischen kunstgeschichtlichen Fokus zu berücksichtigen (&amp;lt;bib id=&#039;Schulz 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 322 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Das Bildzitat als juristischer Gegenstand=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern ist, wenn es das Urheberrecht eines Bildinhabers berührt, auch Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen. Die Frage nach der Zulässigkeit von Bildzitaten ist beispielsweise bei Abbildungen in wissenschaftlichen Publikationen relevant. Im Kontext des Internets und seiner weltweiten Verbreitung von Bildern besitzen Bildzitate unterschiedlichster Art eine große Virulenz (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1886 wurde eine internationale „Berner Übereinkunft zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst“ zwischen den Ländern Deutschland, Belgien, Großbritannien, Schweiz, Italien, Spanien und Tunesien geschlossen, die in revidierter Form (die sogenannte RBÜ) immer noch Gültigkeit besitzt. Inzwischen ist sie von fast allen Staaten der Welt anerkannt worden. Laut RBÜ soll den Urhebern von Werken der Wissenschaft und Kunst ein Mindestrecht garantiert werden. Gleichzeitig gilt es, die Interessen der Urheber und der Nutzer eines Werkes im Sinne eines Allgemeinwohls und eines gesellschaftlichen Fortschritts in Einklang zu bringen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Voraussetzungen eines Zitats sehen wie folgt aus: Zunächst muss das zitierte, urheberrechtlich geschützte Werk bereits der Öffentlichkeit rechtmäßig vorliegen. Weiterhin muss der Zweck des Zitierens den Zitatumfang legitimieren und das Zitat mit den „anständigen Gepflogenheiten“ (RBÜ Art. 10, zitiert nach &amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 12) vereinbar sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut Calame und Thouvenin unterscheidet sich das Bildzitat von anderen Zitatarten durch seinen Umfang. Dem Sinn des Zitierens entspricht, aufgrund der Spezifika des Mediums Bild, meist nur das Zitieren des gesamten Werkes und nicht nur eines Ausschnitts. Dies ist, sofern die Verhältnismäßigkeit zum Gesamtwerk gegeben ist, rechtlich möglich (&amp;lt;bib id=&#039;Calame &amp;amp; Thouvenin 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 139 ff.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland ist das Zitatrecht in §51 UrhG ([http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__51.html]) geregelt. Mit der Gesetzesnovelle des sogenannten zweiten Korbs des §51 UrhG vom 1. Januar 2008 gestaltet sich die Rechtslage folgendermaßen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist. […]“ Insbesondere werden im Weiteren das Zitat im wissenschaftlichen Kontext zu Erläuterungszwecken sowie das Sprach- und Musikzitat angeführt. Nicht explizit genannt, aber durch die Neufassung des Paragraphen ebenfalls abgedeckt, sind Werkarten wie Bild-, Film- und Multimediazitate. Im konkreten Fall ist der Zitatzweck rechtlich zu prüfen, der in einer Belegfunktion oder im zitierenden Bezug mit dem Ziel einer kulturellen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung liegen kann. Die reine Ausschmückung eines Werkes mittels eines Zitats ist nicht zulässig. Das Zitat darf nicht an die Stelle der eigenen geistigen Schöpfung treten, die im Verhältnis überwiegen muss. Unter der Voraussetzung, dass die Bedingungen eines korrekten Zitierens erfüllt sind (angemessener Umfang und Zweck des Zitats eines urheberrechtlich vorliegenden Werkes sowie seine Kennzeichnung in Form einer Quellenangabe), hat der Urheber das Zitieren seines Werkes ohne finanzielle Entschädigungsmöglichkeit zu dulden (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 11 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Bild in reflexiver Verwendung]]&lt;br /&gt;
* [[Bildgrammatik]]&lt;br /&gt;
* [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
* [[Bildwissenschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]&lt;br /&gt;
* [[Comic]]&lt;br /&gt;
* [[Film]]&lt;br /&gt;
* [[Fotografie]]&lt;br /&gt;
* [[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]]&lt;br /&gt;
* [[Malerei]]&lt;br /&gt;
* [[Notation]]&lt;br /&gt;
* [[Prädikation]]&lt;br /&gt;
* [[Rahmung, Rahmen]]&lt;br /&gt;
* [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]&lt;br /&gt;
* [[Sprechen über Bilder]] &lt;br /&gt;
* [[Syntaktische Dichte]]&lt;br /&gt;
* [[Werbung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--[[Benutzer:Jakob Steinbrenner|Jakob Steinbrenner]]--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Anna Valentine Ullrich|Anna Valentine Ullrich]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anna Valentine Ullrich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=8688</id>
		<title>Bildzitat</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=8688"/>
		<updated>2012-06-14T07:32:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anna Valentine Ullrich: /* Größerer Zusammenhang */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Bildzitat: eine Einführung=====&lt;br /&gt;
Was ist ein Bildzitat? Allgemein gesprochen lässt sich darunter eine zitierende, intramedial stattfindende Referenz zwischen Bildwerken heterogener Provenienz verstehen. Es handelt sich also um ein [[Bild in reflexiver Verwendung]]. Obwohl der Begriff in der Literatur häufig gebraucht wird, ist bislang ungeklärt, welche Merkmale ein Bildzitat erfüllen muss, um als solches zu gelten, und wie es von anderen Verweistechniken wie beispielsweise Variation, Anspielung, Parodie u. ä. zu unterscheiden ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bildzitate treten in diversen [[Bildmedien]] (etwa in der [[Malerei]], [[Fotografie]], im [[Comic]]) auf und liegen – historisch betrachtet – in unterschiedlichen Epochen der Kunst, aber auch in der [[Werbung]] und Alltagskultur vor. Demzufolge sind sie in allen gesellschaftlichen Bereichen anzufinden, in denen auf ein kulturelles Reservoir an Bildern zitierend Bezug genommen wird (⊳ [[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Frage nach einem Bildzitat ist eng verknüpft mit verschiedenen Themenfeldern, etwa, wie sich das Bildzitat zum Sprachzitat oder allgemeiner Bilder zur Sprache verhalten, in welchen Kategorien über Bilder reflektiert werden kann ([[Sprechen über Bilder]]) und inwiefern im Zuge eines &#039;&#039;iconic&#039;&#039; oder &#039;&#039;pictorial turn&#039;&#039; ein bildspezifischer Diskurs über Bildverweise in Abgrenzung zum sprachlichen Diskurs möglich ist (⊳ [[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das Bildzitat ist Gegenstand dreier Kontexte, die mehr oder weniger unabhängig voneinander existieren. Eine Rezeption untereinander findet nicht statt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nelson Goodman setzt sich in seiner Symboltheorie mit der Bezugnahmepraktik des Zitierens auseinander. In einer vergleichenden Perspektive betrachtet er die Bedingungen für ein sprachliches, bildliches und musikalisches Zitieren. (Zum möglichen Nutzen von Goodmans Unterscheidung der Referenzformen &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; und &#039;&#039;Variation&#039;&#039; als Bestandteil einer homogenen Beschreibungssprache für die Bildwissenschaften vgl. &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2011a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Untersuchungen von Bildzitaten finden vorrangig im Rahmen der Kunstgeschichte als einer [[Bildwissenschaft]] statt. Hier stehen konkrete Analysen von Zitaten in Kunstwerken und ihre Implikationen im Vordergrund. Eine theoretische Reflektion des Begriffs basierend auf Goodmans symboltheoretischem Ansatz ist nicht vorhanden. Grundlage der Einzeluntersuchungen scheint häufig ein alltagssprachliches Verständnis von Zitat – das in erster Linie von der Idee eines sprachlichen Zitat beherrscht wird – zu sein, oder es werden explizit terminologische Bestimmungen des Zitats in Anlehnung an linguistische und literaturwissenschaftliche Definitionen vorgenommen (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171). Dieser literaturwissenschaftlichen Orientierung entstammt auch ein Zweig bildwissenschaftlicher Forschung, der, beruhend auf dem Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039;, Bildbeziehungen unter den Schlagworten &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039;, &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; oder &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; erörtert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schließlich beschäftigt sich die Jurisprudenz mit dem Bildzitat. Aus juristischer Hinsicht ist die urheberrechtliche Frage relevant, welche Formen eines Bildzitats zulässig sind. Die rechtliche Perspektive wird zwar vereinzelt in literaturwissenschaftlichen (&amp;lt;bib id=&#039;Neumann 1980a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zeichentheoretischen Arbeiten (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 84) zur Zitatklärung herangezogen, spielt jedoch für den symboltheoretischen Ansatz bei Goodman sowie den kunsthistorischen Diskurs keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Nelson Goodman: Sprach-, Bild- und Musikzitat=====&lt;br /&gt;
Nelson Goodman (&amp;lt;bib id=&#039;Goodman 1990a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 59 ff.) betrachtet vergleichend Zitate in der Sprache, in Bildern und in der Musik. Er geht von sprachlichen Konstellationen des Zitierens aus und stellt zwei notwendige, aber nicht hinreichende Bedingungen auf. &lt;br /&gt;
* Ein Zitat ist erstens gekennzeichnet durch das Enthaltensein des Zitierten. Im Fall des direkten Zitats handelt es sich um eine syntaktische Replikation, im Fall des indirekten Zitats liegt eine semantische Paraphrase des Zitierten vor.&lt;br /&gt;
* Zweitens wird im Zitat mittels einer Benennung oder [[Prädikation]] auf das Zitierte Bezug genommen (⊳ [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß Goodmans Kriterien gilt das indirekte Zitat als basale Variante des Zitierens, in der das direkte Zitat mit seiner identischen Buchstabenabfolge des Zitierten einen Sonderfall darstellt. Zitierbar sind vom Buchstaben bis zum Satz alle schriftsprachlichen Ebenen.&lt;br /&gt;
In der Übertragung der genannten sprachlichen Zitatkriterien stellt Goodman fest, dass im Bereich des Bildes zum Enthaltensein kein Äquivalent vorhanden ist und im Bereich der Musik keines zur Referenz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analog zur Bezugnahme auf das Zitierte im direkten Sprachzitat sucht Goodman nach Anführungszeichen im Bild und sieht sie in der Darstellung eines [[Rahmung, Rahmen|Rahmens]] oder einer Staffelei im Bild. Bezüglich des Enthaltenseins stellt sich dabei folgendes Problem. Da das Bild als autographische Kunst kein Alphabet besitzt, [[Syntaktische Dichte|syntaktisch dicht]] ist und somit die exakte Wiederholung einer Buchstabenkombination nicht gegeben ist, stellt sich die Frage, was einer Replik im Bild entsprechen könnte. Repliken können zwar unterschiedlich ausgestaltet sein, sind aber durch die identische Repetition der Buchstabenabfolge gekennzeichnet, die im System einzigartig vorliegender Bildsymbole nicht vorhanden ist. Auch bei einer Kopie liegt, anders als man zunächst vermuten könnte, keine Entsprechung zu einer solchen identischen Repetition vor. Für ein indirektes Bildzitat könnte ebenfalls ein gemalter Rahmen als Anzeige einer Paraphrase dienen. Letztlich ist in diesem Zusammenhang der Kontext entscheidend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Musik ermöglicht das [[Notation|Notationssystem]] nach westlichem Standard die Replikation, so dass die Bedingung des Enthaltensein des Zitierten gegeben ist. Anführungszeichen als Bezugnahme sind nicht vorhanden, allerdings könnten Markierungen wie Pausen und besondere Betonungen ein Zitat wie im Gesprochenen anzeigen. &lt;br /&gt;
Ein indirektes Musikzitat scheitert an dem Kriterium der Paraphrase, da Musik keine Denotation besitzt. Eine musikalische Variation stellt keine Paraphrase dar, da es sich um eine syntaktisch motivierte Beziehung zu einem Musikwerk handelt – keine semantische, wie es die Paraphase verlangen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich sieht Goodman sowohl die Möglichkeit eines Zitats von Sprache im Bild als auch in umgekehrter Richtung. Klang ließe sich ebenfalls bildlich zitieren. So müsste beispielsweise eine Musikpartitur im Bild abgebildet sein, denn Notation und Klang stehen in einem ähnlichen Verhältnis wie geschriebene und gesprochene Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jakob Steinbrenner (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 217 ff.) kommt im Rückgriff auf Überlegungen von Goodman, Tarski und Davidson zu dem Schluss, dass der Zitatbegriff in syntaktischer Hinsicht nicht auf den Bereich des Bildes übertragen werden kann. Er begründet seine Darstellung damit, dass die von ihm herausgearbeiteten Merkmale sprachlicher Zitate keine Entsprechung im Bereich des Bildes besitzen. Dabei räumt er ein, dass auf der Ebene der Semantik Merkmalsähnlichkeiten vorliegen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachliche Zitate sind gemäß Steinbrenner durch folgende Aspekte gekennzeichnet. Ein Zitat besteht aus einem Zeichenvorkommnis, das von Anführungszeichen gerahmt oder durch andere Mittel hervorgehoben wird, wobei es bestimmte notwendige syntaktische und semantische Merkmale aufweist. Ein Zitat denotiert und stimmt mit dem Zitierten im Typ überein. Zitierbar sind keine fiktiven oder zukünftigen, sondern nur von Personen gemachte, also bereits verwendete Äußerungen. Diese müssen aus eindeutig identifizierbaren Einzelzeichen einer Sprache bestehen, die jeweils einem Typ zuzuordnen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern in Bildern wirft nun verschiedene Probleme in der Übertragung sprachlicher Zitatkennzeichen auf. Kann ein im Bild dargestellter Rahmen oder eine Staffelei als syntaktische Anzeige, als Anführungszeichen eines darin enthaltenen Bildzitats fungieren? Steinbrenner führt gegen diese Überlegung an, dass das im Rahmen Dargestellte nicht zwangsläufig ein Bild im Bild ist. Es kann auch nur der Rahmen selbst präsentiert werden. Zum einen bleibt offen, was ein Bild ist und wie Bilder in Bildern abgebildet werden können. Zum anderen existiert in der Forschung keine Übereinstimmung in der Frage, ob es so etwas wie atomare Bildzeichen gibt und wie diese zu Zeichenkombinationen zusammengesetzt sind, wie also eine [[Bildgrammatik]] zu denken wäre. Da im Bild das Buchstabieren nicht möglich ist, fehlt die syntaktische Überprüfungsmöglichkeit, ob Zitiertes und Zitat einander im Typ entsprechen. &lt;br /&gt;
Während prinzipiell jeder sprachliche Zitate verwenden und erkennen kann – bis zu einem gewissen Grad auch ohne semantische Kompetenz –, ist dies bei bildlichen Zitaten nicht der Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinbrenner kommt zu dem Schluss, dass im Fall des Bildes aufgrund der fehlenden Übertragbarkeit der Kennzeichen sprachlicher Zitate sinnvollerweise nicht von einem bildlichen Zitat, sondern von einer &#039;&#039;Anspielung&#039;&#039; gesprochen werden sollte. Die Anspielung stellt eine unspezifischere Form der Bezugnahme dar, die lediglich manche Eigenschaften des Zitierten exemplifiziert (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Kunsthistorische Perspektive: Das Bildzitat im Kontext weiterer Bildbezüge=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In kunsthistorischen Untersuchungen liegt eine Fülle an Termini zur Beschreibung von Bildbeziehungen vor – etwa das Bild im Bild (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Kemp 1995a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;), die Parodie, Hommage, Allusion, Variation, Kopie u. ä. Christoph Zuschlag (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) beklagt die uneinheitliche Begriffsverwendung in der Literatur und verweist auf die Schwierigkeit, die Vielfalt der vorhandenen Bildrelationen zu erfassen und zu systematisieren. Zudem liege weder eine konsensuelle theoretische Bestimmung des Bildzitats und seiner Abgrenzung zu anderen Referenzarten vor noch ein einheitliches Kategoriensystem zur Beschreibung und Analyse unterschiedlicher visueller Verweistechniken. So ist beispielsweise nicht klar, ob die zum Teil literaturwissenschaftlich geprägten Termini als semantische Kategorien gelten sollen, ob sie eine Verfahrenstechnik beschreiben oder auf welcher Ebene (etwa motivisch oder figurativ) Übernahmen stattfinden (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 162).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wünschenswert in dieser Debatte ein epochen- und gattungsübergreifender Theoriebau auch wäre, so unklar ist dabei, ob dieser dem Wandel von Bildbegriffen und Kunstdiskursen im Laufe der Kunstgeschichte gerecht würde (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 95 f.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martina Sitt und Attila Horányi beispielsweise verwerfen den Begriff des Zitats, da er – ähnlich wie der Terminus des &#039;&#039;Einflusses&#039;&#039; (Baader 2003: 73 ff.) – zu heterogene Phänomene in der Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts umfassen muss und damit seine Beschreibungsprägnanz verloren hat (&amp;lt;bib id=&#039;Sitt &amp;amp; Horányi 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 20). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analysen von Bildzitaten in ihren Funktionen und Wirkungen finden meist epochenbezogen – etwa zu Zitattechniken im 20. Jahrhundert (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Schmidt 2000a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – oder bezogen auf das Werk einzelner Künstler (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 225 ff.) – z.B. Bildzitate bei Vermeer (&amp;lt;bib id=&#039;Hammer-Tugendhat 2009a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – statt. In übertragenem Sinn setzen sich auch Vertreterinnen der Performance-Kunst mit Bildzitaten auseinander. So versuchte beispielsweise die Künstlerin Orlan in einer Gesichtsoperation verschiedene weibliche Idealbilder der europäischen Kunstgeschichte (z.B. die Mona Lisa von Leonardo da Vinci und die Venus von Botticelli) in ihrem Gesicht zu vereinen und verwandelte damit Bildzitate in ein reales, somatisches Zitat (&amp;lt;bib id=&#039;Baxmann 2001a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 294 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag definiert das &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; in Differenz zur &#039;&#039;Paraphrase&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Während bei einem Zitat sozusagen Ausschnitte aus einer Vorlage vorgenommen werden und einzelne Elemente in einen neuen Bildkontext gestellt werden, wird bei einer Paraphrase das Vorbild als Ganzes einer Veränderung unterzogen und mit einer neuen Bildvorstellung versehen. Zitat und Paraphrase sind „kritisch reflektierte, also nicht von einem stilistischen Nachahmungsanliegen motivierte, sondern im Bewusstsein der historischen Distanz (und häufig auch der medialen Differenz) erfolgende Rückgriffe auf ein kunstgeschichtliches Vorbild oder mehrere kunstgeschichtliche Vorbilder“ (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171 f.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag verwendet diese Termini als Oberbegriffe für alle weiteren bildlichen Bezugnahmeformen, die besonders die Kunst des 20. Jahrhunderts prägen, in der der Rekurs auf die Kunstgeschichte charakteristisch ist. Belting spricht in diesem Zusammenhang von einer &#039;&#039;Zitatkunst&#039;&#039; als qualitativ neue Kunstform: „Werke, die nicht mehr geschaffen werden können, lassen sich nur noch zitieren. […] Nicht nur werden einzelne Werke wie Namen der Erinnerung zitiert: Sie stehen auch für einen Werkbegriff ein, an den sie nur noch erinnern.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 469)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert bieten die Reproduktionstechniken eine neuartige Verfügbarkeit der Vorbilder; gleichzeitig wird eine Lesbarkeit des zitierenden Bezugs für den Bildbetrachter vorausgesetzt oder erhofft und an seine Interpretationsleistung appelliert (&amp;lt;bib id=&#039;Sello 1979a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin differenziert Zuschlag das Zitat als Verweis auf konkrete Kunstwerke vom Phänomen der &#039;&#039;Metakunst&#039;&#039; ab den 1960er Jahren. Metakunst referiert nicht auf ein spezifisches Bild, sondern in einem erweiterten Sinne entweder auf die Institution Kunst, auf einen Topos oder thematisiert auf einer selbstreflexiven Metaebene Kunst an sich (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 176 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Interbildlichkeit, Interpikturalität und Interikonizität=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Darstellung von Bildbeziehungen wird bisweilen auf den literaturwissenschaftlichen Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039; zurückgegriffen, den Julia Kristeva in den 1970er Jahren zur Beschreibung von Textbeziehungen in Anlehnung an Michail Bachtins Konzept der &#039;&#039;Dialogizität&#039;&#039; entwickelte. Der Begriff der Intertextualität wird in kunstwissenschaftlichen Arbeiten zum Teil direkt auf das Medium Bild übertragen, da entweder explizit textähnliche Strukturen von Bild-Bild-Bezügen – etwa die &#039;&#039;intertextuelle Metamalerei&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Stoichita 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – untersucht werden sollen oder sich bildspezifischere Begriffe noch nicht genügend durchgesetzt haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 60). &lt;br /&gt;
Mieke Bal setzt &#039;&#039;quotation&#039;&#039; als Sprach- und Bildmedium übergreifenden Terminus ein und bezeichnet damit „intersection of iconography and intertextuality“ (&amp;lt;bib id=&#039;Bal 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus liegen verschiedene Termini für Bildverweise vor, die intertextuelle Herangehensweisen adaptieren: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) bezeichnet einerseits Bildbeziehungen sowie Bildreflexionen im Medium Bild und andererseits eine literarische Interbildlichkeit. Letztere ist gekennzeichnet durch eine im übertragenen Sinn vorhandene [[uneigentliche Bilder|Bildlichkeit]] der Sprache im Text, z.B. mittels Verknüpfung von Sprachbildern.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; (zusammenfassend &amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Rosen et al. 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) auch in der Schreibweise &#039;&#039;Interpiktoralität&#039;&#039;: Hierbei handelt es sich um Beziehungen zwischen Bildern, die in der Übernahme von Termini aus der Sprach- und Literaturwissenschaft als Zitat oder Allusion bezeichnet werden. In Analogie zur Sprache steht zur Diskussion, wie Markierungen von Bildbezügen aussehen könnten oder wie verschiedene Deutlichkeitsgrade von Referenzen auseinander zu halten seien. &lt;br /&gt;
: Phänomen und Beschreibung von Bildrelationen sind – ähnlich wie bei der Erforschung von Textbeziehungen – immer wieder Gegenstand kunstgeschichtlicher Untersuchungen gewesen. Gemäß Rosen unterscheidet sich die traditionelle Quellenforschung der Kunstgeschichte jedoch von dem neueren Interpikturalitätsdiskurs. Die Quellenforschung versucht, Einflüsse in Kunstwerken nachzuvollziehen und Beziehungslinien abzubilden. Der Interpikturalitätsansatz indes nimmt die sinnproduzierenden und konstitutiven Funktionen von Bildbezügen in Kunstwerken in den Blick.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Gamer 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;): Zuschlag strebt unter diesem Stichwort ein mehrdimensionales Modell an, das sowohl eine Typologie der interikonischen Bezugnahmen nach formalen und inhaltlichen Einteilungen als auch die funktionalen und historischen Bedingungen und Kontexte sowie produktions- und rezeptionsästhetische Sichtweisen berücksichtigt. Diese Vorgehensweise soll eine differenzierte Beschreibung der einzelnen Bezugnahmen sowie der Rolle des Rezipienten ermöglichen. In der Übertragung vom Medium des Textes auf Objekte der Kunst müssten folgende Aspekte diskutiert werden: das Wechselverhältnis von bildlichem Prätext und Posttext, Begriffe wie Autorschaft und Intentionalität, die Frage eines engen oder weiten Interikonizitätsbegriffs oder auch der Nutzen einer Übernahme von Schriftkategorien wie Einzeltextreferenz, System- oder Gattungsreferenz.&lt;br /&gt;
: Eine Anwendung dieses Postulats der Interikonizität liegt bisher nur in Ansätzen vor. Zuschlag weist auf die Notwendigkeit hin, bei der Übernahme textbasierter Kategorien die spezifischen Charakteristika des Mediums Bild zu berücksichtigen. Gerade für diesen Punkt bestehen noch keine Lösungsvorschläge.&lt;br /&gt;
: Wagner kritisiert an Zuschlags Konzept, dass dieses auf rein bildliche Relationen fokussiert sei. Bildverweise bedürften jedoch stets sprachlicher Vermittlung und Bedeutungsstiftung, so dass Interikonizität auf sprachliche Intertextualität angewiesen und mit dieser verbunden sei (&amp;lt;bib id=&#039;Wagner 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
* Im Rahmen einer weitestgehend literaturwissenschaftlich orientierten Herangehensweise finden sich vereinzelt Untersuchungen zu Bildzitaten in verschiedenen visuellen Formaten ([[Malerei]], [[Fotografie]], [[Film]]) (&amp;lt;bib id=&#039;Böhn 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zu Bildzitaten in literarischen Werken (&amp;lt;bib id=&#039;Eilert 1991a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Zitierende Bezüge zwischen filmischen Stills und Werken des kunstgeschichtlichen Kanons (&amp;lt;bib id=&#039;Keitz 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) werden ebenso analysiert wie Zitate in intermedialen Relationen zwischen Texten und Bildern (&amp;lt;bib id=&#039;Horstkotte &amp;amp; Leonhard 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Dabei wird auch versucht, intermediale und interkulturelle Bildbeziehungen und Bildtransfers nachzuvollziehen und so verschiedene Bildmedien, Zeitschichten und Diskurse außerhalb des klassischen kunstgeschichtlichen Fokus zu berücksichtigen (&amp;lt;bib id=&#039;Schulz 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 322 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Das Bildzitat als juristischer Gegenstand=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern ist, wenn es das Urheberrecht eines Bildinhabers berührt, auch Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen. Die Frage nach der Zulässigkeit von Bildzitaten ist beispielsweise bei Abbildungen in wissenschaftlichen Publikationen relevant. Im Kontext des Internets und seiner weltweiten Verbreitung von Bildern besitzen Bildzitate unterschiedlichster Art eine große Virulenz (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1886 wurde eine internationale „Berner Übereinkunft zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst“ zwischen den Ländern Deutschland, Belgien, Großbritannien, Schweiz, Italien, Spanien und Tunesien geschlossen, die in revidierter Form (die sogenannte RBÜ) immer noch Gültigkeit besitzt. Inzwischen ist sie von fast allen Staaten der Welt anerkannt worden. Laut RBÜ soll den Urhebern von Werken der Wissenschaft und Kunst ein Mindestrecht garantiert werden. Gleichzeitig gilt es, die Interessen der Urheber und der Nutzer eines Werkes im Sinne eines Allgemeinwohls und eines gesellschaftlichen Fortschritts in Einklang zu bringen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Voraussetzungen eines Zitats sehen wie folgt aus: Zunächst muss das zitierte, urheberrechtlich geschützte Werk bereits der Öffentlichkeit rechtmäßig vorliegen. Weiterhin muss der Zweck des Zitierens den Zitatumfang legitimieren und das Zitat mit den „anständigen Gepflogenheiten“ (RBÜ Art. 10, zitiert nach &amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 12) vereinbar sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut Calame und Thouvenin unterscheidet sich das Bildzitat von anderen Zitatarten durch seinen Umfang. Dem Sinn des Zitierens entspricht, aufgrund der Spezifika des Mediums Bild, meist nur das Zitieren des gesamten Werkes und nicht nur eines Ausschnitts. Dies ist, sofern die Verhältnismäßigkeit zum Gesamtwerk gegeben ist, rechtlich möglich (&amp;lt;bib id=&#039;Calame &amp;amp; Thouvenin 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 139 ff.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland ist das Zitatrecht in §51 UrhG ([http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__51.html]) geregelt. Mit der Gesetzesnovelle des sogenannten zweiten Korbs des §51 UrhG vom 1. Januar 2008 gestaltet sich die Rechtslage folgendermaßen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist. […]“ Insbesondere werden im Weiteren das Zitat im wissenschaftlichen Kontext zu Erläuterungszwecken sowie das Sprach- und Musikzitat angeführt. Nicht explizit genannt, aber durch die Neufassung des Paragraphen ebenfalls abgedeckt, sind Werkarten wie Bild-, Film- und Multimediazitate. Im konkreten Fall ist der Zitatzweck rechtlich zu prüfen, der in einer Belegfunktion oder im zitierenden Bezug mit dem Ziel einer kulturellen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung liegen kann. Die reine Ausschmückung eines Werkes mittels eines Zitats ist nicht zulässig. Das Zitat darf nicht an die Stelle der eigenen geistigen Schöpfung treten, die im Verhältnis überwiegen muss. Unter der Voraussetzung, dass die Bedingungen eines korrekten Zitierens erfüllt sind (angemessener Umfang und Zweck des Zitats eines urheberrechtlich vorliegenden Werkes sowie seine Kennzeichnung in Form einer Quellenangabe), hat der Urheber das Zitieren seines Werkes ohne finanzielle Entschädigungsmöglichkeit zu dulden (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 11 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GlossarSiehe}}&lt;br /&gt;
* [[Bild in reflexiver Verwendung]]&lt;br /&gt;
* [[Bildgrammatik]]&lt;br /&gt;
* [[Bildmedien]]&lt;br /&gt;
* [[Bildwissenschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]&lt;br /&gt;
* [[Comic]]&lt;br /&gt;
* [[Film]]&lt;br /&gt;
* [[Fotografie]]&lt;br /&gt;
* [[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]]&lt;br /&gt;
* [[Malerei]]&lt;br /&gt;
* [[Notation]]&lt;br /&gt;
* [[Prädikation]]&lt;br /&gt;
* [[Rahmung, Rahmen]]&lt;br /&gt;
* [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]&lt;br /&gt;
* [[Sprechen über Bilder]] &lt;br /&gt;
* [[Syntaktische Dichte]]&lt;br /&gt;
* [[Werbung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--[[Benutzer:Jakob Steinbrenner|Jakob Steinbrenner]]--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Anna Valentine Ullrich|Anna Valentine Ullrich]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anna Valentine Ullrich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=7641</id>
		<title>Bildzitat</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=7641"/>
		<updated>2012-01-06T10:55:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anna Valentine Ullrich: /* Größerer Zusammenhang */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Wiki)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--In der folgenden Zeile bitte die (Glossar)Kategorie eintragen, wo jetzt XXX steht--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unterpunkt zu: [[Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--beides sollte in der Regel der gleiche Text sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Größerer Zusammenhang=====&lt;br /&gt;
Was ist ein Bildzitat? Allgemein gesprochen lässt sich darunter eine zitierende, intramedial stattfindende Referenz zwischen Bildwerken heterogener Provenienz verstehen. Es handelt sich also um ein [[Bild in reflexiver Verwendung]]. Obwohl der Begriff in der Literatur häufig gebraucht wird, ist bislang ungeklärt, welche Merkmale ein Bildzitat erfüllen muss, um als solches zu gelten, und wie es von anderen Verweistechniken wie beispielsweise Variation, Anspielung, Parodie u. ä. zu unterscheiden ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bildzitate treten in diversen [[Bildmedien]] (etwa in der [[Malerei]], [[Fotografie]], im [[Comic]]) auf und liegen – historisch betrachtet – in unterschiedlichen Epochen der Kunst, aber auch in der [[Werbung]] und Alltagskultur vor. Demzufolge sind sie in allen gesellschaftlichen Bereichen anzufinden, in denen auf ein kulturelles Reservoir an Bildern zitierend Bezug genommen wird (⊳ [[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Frage nach einem Bildzitat ist eng verknüpft mit verschiedenen Themenfeldern, etwa, wie sich das Bildzitat zum Sprachzitat oder allgemeiner Bilder zur Sprache verhalten, in welchen Kategorien über Bilder reflektiert werden kann ([[Sprechen über Bilder]]) und inwiefern im Zuge eines &#039;&#039;iconic&#039;&#039; oder &#039;&#039;pictorial turns&#039;&#039; ein bildspezifischer Diskurs über Bildverweise in Abgrenzung zum sprachlichen Diskurs möglich ist (⊳ [[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das Bildzitat ist Gegenstand dreier Kontexte, die mehr oder weniger unabhängig voneinander existieren. Eine gegenseitige Rezeption findet nicht statt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nelson Goodman setzt sich in seiner Symboltheorie mit der Bezugnahmepraktik des Zitierens auseinander. In einer vergleichenden Perspektive betrachtet er die Bedingungen für ein sprachliches, bildliches und musikalisches Zitieren. (Zum möglichen Nutzen von Goodmans Unterscheidung der Referenzformen &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; und &#039;&#039;Variation&#039;&#039; als Bestandteil einer homogenen Beschreibungssprache für die Bildwissenschaften &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2011a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Untersuchungen von Bildzitaten finden vorrangig im Rahmen der Kunstgeschichte als einer [[Bildwissenschaft]] statt. Hier stehen konkrete Analysen von Zitaten in Kunstwerken und ihre Implikationen im Vordergrund. Eine theoretische Reflektion des Begriffs basierend auf Goodmans symboltheoretischen Ansatz ist nicht vorhanden. Grundlage der Einzeluntersuchungen scheint häufig ein alltagssprachliches Verständnis von Zitat – das in erster Linie von der Idee eines sprachlichen Zitat beherrscht wird – zu sein, oder es werden explizit terminologische Bestimmungen des Zitats in Anlehnung an linguistische und literaturwissenschaftliche Definitionen vorgenommen (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171). Dieser literaturwissenschaftlichen Orientierung entstammt auch ein Zweig bildwissenschaftlicher Forschung, der, beruhend auf dem Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039;, Bildbeziehungen unter den Schlagworten &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039;, &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; oder &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; erörtert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schließlich beschäftigt sich die Jurisprudenz mit dem Bildzitat. Aus juristischer Hinsicht ist die urheberrechtliche Frage relevant, welche Formen eines Bildzitats zulässig sind. Die rechtliche Perspektive wird zwar vereinzelt in literaturwissenschaftlichen (&amp;lt;bib id=&#039;Neumann 1980a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zeichentheoretischen Arbeiten (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 84) zur Zitatklärung herangezogen, spielt jedoch für den symboltheoretischen Ansatz bei Goodman sowie den kunsthistorischen Diskurs keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Nelson Goodman: Sprach-, Bild- und Musikzitat=====&lt;br /&gt;
Nelson Goodman (&amp;lt;bib id=&#039;Goodman 1990a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 59 ff.) betrachtet vergleichend Zitate in der Sprache, in Bildern und in der Musik. Er geht von sprachlichen Konstellationen des Zitierens aus und stellt zwei notwendige, aber nicht hinreichende Bedingungen auf. &lt;br /&gt;
* Ein Zitat ist erstens gekennzeichnet durch das Enthaltensein des Zitierten. Im Fall des direkten Zitats handelt es sich um eine syntaktische Replikation, im Fall des indirekten Zitats liegt eine semantische Paraphrase des Zitierten vor.&lt;br /&gt;
* Zweitens wird im Zitat mittels einer Benennung oder [[Prädikation]] auf das Zitierte Bezug genommen (⊳ [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß Goodmans Kriterien gilt das indirekte Zitat als basale Variante des Zitierens, in der das direkte Zitat mit seiner identischen Buchstabenabfolge des Zitierten einen Sonderfall darstellt. Zitierbar sind vom Buchstaben bis zum Satz alle schriftsprachlichen Ebenen.&lt;br /&gt;
In der Übertragung der genannten sprachlichen Zitatkriterien stellt Goodman fest, dass im Bereich des Bildes zum Enthaltensein kein Äquivalent vorhanden ist und im Bereich der Musik zur Referenz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analog zur Bezugnahme auf das Zitierte im direkten Sprachzitat sucht Goodman nach Anführungszeichen im Bild und sieht sie in der Darstellung eines [[Rahmung, Rahmen|Rahmens]] oder einer Staffelei im Bild. Bezüglich des Enthaltenseins stellt sich dabei folgendes Problem. Da das Bild als autographische Kunst kein Alphabet besitzt, [[Syntaktische Dichte|syntaktisch dicht]] ist und somit die exakte Wiederholung einer Buchstabenkombination nicht gegeben ist, stellt sich die Frage, was einer Replik im Bild entsprechen könnte. Repliken können zwar unterschiedlich ausgestaltet sein, sind aber durch die identische Repetition der Buchstabenabfolge gekennzeichnet, die im System einzigartig vorliegender Bildsymbole nicht vorhanden ist. Dem entspricht auch nicht, wie man zunächst vermuten könnte, die Kategorie der Kopie. &lt;br /&gt;
Für ein indirektes Bildzitat könnte ebenfalls ein gemalter Rahmen als Anzeige einer Paraphrase dienen. Letztlich ist in diesem Zusammenhang der Kontext entscheidend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Musik ermöglicht das [[Notation|Notationssystem]] nach westlichem Standard die Replikation, so dass die Bedingung des Enthaltensein des Zitierten gegeben ist. Anführungszeichen als Bezugnahme sind nicht vorhanden, allerdings könnten Markierungen wie Pausen und besondere Betonungen ein Zitat wie im Gesprochenen anzeigen. &lt;br /&gt;
Ein indirektes Musikzitat scheitert an dem Kriterium der Paraphrase, da Musik keine Denotation besitzt. Eine musikalische Variation stellt keine Paraphrase dar, da es sich um eine syntaktisch motivierte Beziehung zu einem Musikwerk handelt – keine semantische, wie es die Paraphase verlangen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich sieht Goodman sowohl die Möglichkeit eines Zitats von Sprache im Bild als auch in umgekehrter Richtung. Klang ließe sich ebenfalls bildlich zitieren. So müsste beispielsweise eine Musikpartitur im Bild abgebildet sein, denn Notation und Klang stehen in einem ähnlichen Verhältnis wie geschriebene und gesprochene Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jakob Steinbrenner (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 217 ff.) kommt im Rückgriff auf Überlegungen von Goodman, Tarski und Davidson zu dem Schluss, dass der Zitatbegriff in syntaktischer Hinsicht nicht auf den Bereich des Bildes übertragen werden kann. Er begründet seine Darstellung damit, dass die von ihm herausgearbeiteten Merkmale sprachlicher Zitate keine Entsprechung im Bereich des Bildes besitzen. Dabei räumt er ein, dass auf der Ebene der Semantik Merkmalsähnlichkeiten vorliegen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachliche Zitate sind gemäß Steinbrenner durch folgende Aspekte gekennzeichnet. Ein Zitat besteht aus einem Zeichenvorkommnis, das von Anführungszeichen gerahmt oder durch andere Mittel hervorgehoben wird, wobei es bestimmte notwendige syntaktische und semantische Merkmale aufweist. Ein Zitat denotiert und stimmt mit dem Zitierten im Typ überein. Zitierbar sind keine fiktiven oder zukünftigen, sondern nur von Personen gemachte, also bereits verwendete Äußerungen. Diese müssen aus eindeutig identifizierbaren Einzelzeichen einer Sprache bestehen, die jeweils einem Typ zuzuordnen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern in Bildern wirft nun verschiedene Probleme in der Übertragung sprachlicher Zitatkennzeichen auf. Kann ein im Bild dargestellter Rahmen oder eine Staffelei als syntaktische Anzeige, als Anführungszeichen eines darin enthaltenen Bildzitats fungieren? Steinbrenner führt gegen diese Überlegung an, dass das im Rahmen Dargestellte nicht zwangsläufig ein Bild im Bild ist. Es kann auch nur der Rahmen selbst präsentiert werden. Zum einen bleibt offen, was ein Bild ist und wie Bilder in Bildern abgebildet werden können. Zum anderen existiert in der Forschung keine Übereinstimmung in der Frage, ob es so etwas wie atomare Bildzeichen gibt und wie diese zu Zeichenkombinationen zusammengesetzt sind, wie also eine [[Bildgrammatik]] zu denken wäre. Da im Bild das Buchstabieren nicht möglich ist, fehlt die syntaktische Überprüfungsmöglichkeit, ob Zitiertes und Zitat einander im Typ entsprechen. &lt;br /&gt;
Während prinzipiell Jeder sprachliche Zitate verwenden und erkennen kann – bis zu einem gewissen Grad auch ohne semantische Kompetenz –, ist dies bei bildlichen Zitaten nicht der Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinbrenner kommt zu dem Schluss, dass im Fall des Bildes aufgrund der fehlenden Übertragbarkeit der Kennzeichen sprachlicher Zitate sinnvollerweise nicht von einem bildlichen Zitat, sondern von einer &#039;&#039;Anspielung&#039;&#039; gesprochen werden sollte. Die Anspielung stellt eine unspezifischere Form der Bezugnahme dar, die lediglich manche Eigenschaften des Zitierten exemplifiziert (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: 221).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Kunsthistorische Perspektive: Das Bildzitat im Kontext weiterer Bildbezüge=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In kunsthistorischen Untersuchungen liegt eine Fülle an Termini zur Beschreibung von Bildbeziehungen vor – etwa das Bild im Bild (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Kemp 1995a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;), die Parodie, Hommage, Allusion, Variation, Kopie u. ä. Christoph Zuschlag (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) beklagt die uneinheitliche Begriffsverwendung in der Literatur und verweist auf die Schwierigkeit, die Vielfalt der vorhandenen Bildrelationen zu erfassen und zu systematisieren. Zudem liege weder eine konsensuelle theoretische Bestimmung des Bildzitats und seiner Abgrenzung zu anderen Referenzarten vor noch ein einheitliches Kategoriensystem zur Beschreibung und Analyse unterschiedlicher visueller Verweistechniken. So ist beispielsweise nicht klar, ob die zum Teil literaturwissenschaftlich geprägten Termini als semantische Kategorien gelten sollen, ob sie eine Verfahrenstechnik beschreiben oder auf welcher Ebene (etwa motivisch oder figurativ) Übernahmen stattfinden (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 162).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wünschenswert in dieser Debatte ein epochen- und gattungsübergreifender Theoriebau auch wäre, so unklar ist dabei, ob dieser dem Wandel von Bildbegriffen und Kunstdiskursen im Laufe der Kunstgeschichte gerecht würde (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 95 f.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martina Sitt und Attila Horányi beispielsweise verwerfen den Begriff des Zitats, da er – ähnlich wie der Terminus des &#039;&#039;Einflusses&#039;&#039; (Baader 2003: 73 ff.) – zu heterogene Phänomene in der Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts umfassen muss und damit seine Beschreibungsprägnanz verloren hat (&amp;lt;bib id=&#039;Sitt &amp;amp; Horányi 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 20). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analysen von Bildzitaten in ihren Funktionen und Wirkungen finden meist epochenbezogen – etwa zu Zitattechniken im 20. Jahrhundert (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Schmidt 2000a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – oder bezogen auf das Werk einzelner Künstler (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 225 ff.) – z. B. Bildzitate bei Vermeer (&amp;lt;bib id=&#039;Hammer-Tugendhat 2009a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – statt. In übertragenem Sinn setzen sich auch Vertreterinnen der Performance-Kunst mit Bildzitaten auseinander. So versuchte beispielsweise die Künstlerin Orlan in einer Gesichtsoperation verschiedene weibliche Idealbilder der europäischen Kunstgeschichte (z. B. die Mona Lisa von Leonardo da Vinci und die Venus von Botticelli) in ihrem Gesicht zu vereinen und verwandelte damit Bildzitate in ein reales, somatisches Zitat (&amp;lt;bib id=&#039;Baxmann 2001a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 294 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag definiert das &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; in Differenz zur &#039;&#039;Paraphrase&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Während bei einem Zitat sozusagen Ausschnitte aus einer Vorlage vorgenommen werden und einzelne Elemente in einen neuen Bildkontext gestellt werden, wird bei einer Paraphrase das Vorbild als Ganzes einer Veränderung unterzogen und mit einer neuen Bildvorstellung versehen. Zitat und Paraphrase sind „kritisch reflektierte, also nicht von einem stilistischen Nachahmungsanliegen motivierte, sondern im Bewusstsein der historischen Distanz (und häufig auch der medialen Differenz) erfolgende Rückgriffe auf ein kunstgeschichtliches Vorbild oder mehrere kunstgeschichtliche Vorbilder“ (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171 f.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag verwendet diese Termini als Oberbegriffe für alle weiteren bildlichen Bezugnahmeformen, die besonders die Kunst des 20. Jahrhunderts prägen, in der der Rekurs auf die Kunstgeschichte charakteristisch ist. Belting spricht in diesem Zusammenhang von einer &#039;&#039;Zitatkunst&#039;&#039; als qualitativ neue Kunstform: „Werke, die nicht mehr geschaffen werden können, lassen sich nur noch zitieren. […] Nicht nur werden einzelne Werke wie Namen der Erinnerung zitiert: Sie stehen auch für einen Werkbegriff ein, an den sie nur noch erinnern.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 469)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert bieten die Reproduktionstechniken eine neuartige Verfügbarkeit der Vorbilder; gleichzeitig wird eine Lesbarkeit des zitierenden Bezugs für den Bildbetrachter vorausgesetzt oder erhofft und an seine Interpretationsleistung appelliert (&amp;lt;bib id=&#039;Sello 1979a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin differenziert Zuschlag das Zitat als Verweis auf konkrete Kunstwerke vom Phänomen der &#039;&#039;Metakunst&#039;&#039; ab den 1960er Jahren. Metakunst referiert nicht auf ein spezifisches Bild, sondern in einem erweiterten Sinne entweder auf die Institution Kunst, auf einen Topos oder thematisiert auf einer selbstreflexiven Metaebene Kunst an sich (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 176 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Interbildlichkeit, Interpikturalität und Interikonizität=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Darstellung von Bildbeziehungen wird bisweilen auf den literaturwissenschaftlichen Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039; zurückgegriffen, den Julia Kristeva in den 1970er Jahren zur Beschreibung von Textbeziehungen in Anlehnung an Michail Bachtins Konzept der &#039;&#039;Dialogizität&#039;&#039; entwickelte. Der Begriff der Intertextualität wird in kunstwissenschaftlichen Arbeiten zum Teil direkt auf das Medium Bild übertragen, da entweder explizit textähnliche Strukturen von Bild-Bild-Bezügen – etwa die &#039;&#039;intertextuelle Metamalerei&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Stoichita 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – untersucht werden sollen oder sich bildspezifischere Begriffe noch nicht genügend durchgesetzt haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 60). &lt;br /&gt;
Mieke Bal setzt &#039;&#039;quotation&#039;&#039; als Sprach- und Bildmedium übergreifenden Terminus ein und bezeichnet damit „intersection of iconography and intertextuality“ (&amp;lt;bib id=&#039;Bal 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus liegen verschiedene Termini für Bildverweise vor, die intertextuelle Herangehensweisen adaptieren: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) bezeichnet einerseits Bildbeziehungen sowie Bildreflexionen im Medium Bild und andererseits eine literarische Interbildlichkeit. Letztere ist gekennzeichnet durch eine im übertragenen Sinn vorhandene [[uneigentliche Bilder|Bildlichkeit]] der Sprache im Text, z. B. mittels Verknüpfung von Sprachbildern.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; (zusammenfassend &amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Rosen et al. 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) auch in der Schreibweise &#039;&#039;Interpiktoralität&#039;&#039;: Hierbei handelt es sich um Beziehungen zwischen Bildern, die in der Übernahme von Termini aus der Sprach- und Literaturwissenschaft als Zitat oder Allusion bezeichnet werden. In Analogie zur Sprache steht zur Diskussion, wie Markierungen von Bildbezügen aussehen könnten oder wie verschiedene Deutlichkeitsgrade von Referenzen auseinander zu halten seien. &lt;br /&gt;
: Phänomen und Beschreibung von Bildrelationen sind – ähnlich wie bei der Erforschung von Textbeziehungen – immer wieder Gegenstand kunstgeschichtlicher Untersuchungen gewesen. Gemäß Rosen unterscheidet sich die traditionelle Quellenforschung der Kunstgeschichte jedoch von dem neueren Interpikturalitätsdiskurs. Die Quellenforschung versucht, Einflüsse in Kunstwerken nachzuvollziehen und Beziehungslinien abzubilden. Der Interpikturalitätsansatz indes nimmt die sinnproduzierenden und konstitutiven Funktionen von Bildbezügen in Kunstwerken in den Blick.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Gamer 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;): Zuschlag strebt unter diesem Stichwort ein mehrdimensionales Modell an, das sowohl eine Typologie der interikonischen Bezugnahmen nach formalen und inhaltlichen Einteilungen als auch die funktionalen und historischen Bedingungen und Kontexte sowie produktions- und rezeptionsästhetische Sichtweisen berücksichtigt. Diese Vorgehensweise soll eine differenzierte Beschreibung der einzelnen Bezugnahmen sowie der Rolle des Rezipienten ermöglichen. In der Übertragung vom Medium des Textes auf Objekte der Kunst müssten folgende Aspekte diskutiert werden: das Wechselverhältnis von bildlichem Prätext und Posttext, Begriffe wie Autorschaft und Intentionalität, die Frage eines engen oder weiten Interikonizitätsbegriffs oder auch der Nutzen einer Übernahme von Schriftkategorien wie Einzeltextreferenz, System- oder Gattungsreferenz.&lt;br /&gt;
: Eine Anwendung dieses Postulats der Interikonizität liegt bisher nur in Ansätzen vor. Zuschlag weist auf die Notwendigkeit hin, bei der Übernahme textbasierter Kategorien die spezifischen Charakteristika des Mediums Bild zu berücksichtigen. Gerade in diesem Punkt bestehen noch keine Lösungsvorschläge.&lt;br /&gt;
: Wagner kritisiert an Zuschlags Konzept, dass dieses auf rein bildliche Relationen fokussiert sei. Bildverweise bedürften jedoch stets sprachlicher Vermittlung und Bedeutungsstiftung, so dass Interikonizität auf sprachliche Intertextualität angewiesen und mit dieser verbunden sei (&amp;lt;bib id=&#039;Wagner 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
* Im Rahmen einer weitestgehend literaturwissenschaftlich orientierten Herangehensweise finden sich vereinzelt Untersuchungen zu Bildzitaten in verschiedenen visuellen Formaten ([[Malerei]], [[Fotografie]], [[Film]]) (&amp;lt;bib id=&#039;Böhn 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zu Bildzitaten in literarischen Werken (&amp;lt;bib id=&#039;Eilert 1991a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Zitierende Bezüge zwischen filmischen Stills und Werken des kunstgeschichtlichen Kanons (&amp;lt;bib id=&#039;Keitz 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) werden ebenso analysiert wie Zitate in intermedialen Relationen zwischen Texten und Bildern (&amp;lt;bib id=&#039;Horstkotte &amp;amp; Leonhard 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Dabei wird auch versucht, intermediale und interkulturelle Bildbeziehungen und Bildtransfers nachzuvollziehen und so verschiedene Bildmedien, Zeitschichten und Diskurse außerhalb des klassischen kunstgeschichtlichen Fokus zu berücksichtigen (&amp;lt;bib id=&#039;Schulz 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 322 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Das Bildzitat als juristischer Gegenstand=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern ist, wenn es das Urheberrecht eines Bildinhabers berührt, auch Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen. Die Frage nach der Zulässigkeit von Bildzitaten ist beispielsweise bei Abbildungen in wissenschaftlichen Publikationen relevant. Im Kontext des Internets und seiner weltweiten Verbreitung von Bildern besitzen Bildzitate unterschiedlichster Art eine große Virulenz (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1886 wurde eine internationale „Berner Übereinkunft zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst“ zwischen den Ländern Deutschland, Belgien, Großbritannien, Schweiz, Italien, Spanien und Tunesien geschlossen, die in revidierter Form (die sogenannte RBÜ) immer noch Gültigkeit besitzt. Inzwischen ist sie von fast allen Staaten der Welt anerkannt worden. Laut RBÜ soll den Urhebern von Werken der Wissenschaft und Kunst ein Mindestrecht garantiert werden. Gleichzeitig gilt es, die Interessen der Urheber und der Nutzer eines Werkes im Sinne eines Allgemeinwohls und eines gesellschaftlichen Fortschritts in Einklang zu bringen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Voraussetzungen eines Zitats sehen wie folgt aus: Zunächst muss das zitierte, urheberrechtlich geschützte Werk bereits der Öffentlichkeit rechtmäßig vorliegen. Weiterhin muss der Zweck des Zitierens den Zitatumfang legitimieren und das Zitat mit den „anständigen Gepflogenheiten“ (RBÜ Art. 10, zitiert nach &amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 12) vereinbar sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut Calame und Thouvenin unterscheidet sich das Bildzitat von anderen Zitatarten durch seinen Umfang. Dem Sinn des Zitierens entspricht, aufgrund der Spezifika des Mediums Bild, meist nur das Zitieren des gesamten Werkes und nicht nur eines Ausschnitts. Dies ist, sofern die Verhältnismäßigkeit zum Gesamtwerk gegeben ist, rechtlich möglich (&amp;lt;bib id=&#039;Calame &amp;amp; Thouvenin 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 139 ff.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland ist das Zitatrecht in §51 UrhG ([http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__51.html]) geregelt. Mit der Gesetzesnovelle des zweiten Korbs des §51 UrhG vom 1. Januar 2008 gestaltet sich die Rechtslage folgendermaßen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist. […]“ Insbesondere werden im Weiteren das Zitat im wissenschaftlichen Kontext zu Erläuterungszwecken sowie das Sprach- und Musikzitat angeführt. Nicht explizit genannt, aber durch die Neufassung des Paragraphen ebenfalls abgedeckt, sind Werkarten wie Bild-, Film- und Multimediazitate. Im konkreten Fall ist der Zitatzweck rechtlich zu prüfen, der in einer Belegfunktion oder im zitierenden Bezug mit dem Ziel einer kulturellen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung liegen kann. Die reine Ausschmückung eines Werkes mittels eines Zitats ist nicht zulässig. Das Zitat darf nicht an die Stelle der eigenen geistigen Schöpfung treten, die im Verhältnis überwiegen muss. Unter der Voraussetzung, dass die Bedingungen eines korrekten Zitierens erfüllt sind (angemessener Umfang und Zweck des Zitats eines urheberrechtlich vorliegenden Werkes sowie seine Kennzeichnung in Form einer Quellenangabe), hat der Urheber das Zitieren seines Werkes ohne finanzielle Entschädigungsmöglichkeit zu dulden (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 11 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--[[Benutzer:Jakob Steinbrenner|Jakob Steinbrenner]]--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Anna Valentine Ullrich|Anna Valentine Ullrich]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anna Valentine Ullrich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=7640</id>
		<title>Bildzitat</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=7640"/>
		<updated>2012-01-06T10:54:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anna Valentine Ullrich: /* Größerer Zusammenhang */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ende header--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
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Unterpunkt zu: [[Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Abschnitt bitte nicht ändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab1}}&lt;br /&gt;
{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Größerer Zusammenhang=====&lt;br /&gt;
Was ist ein Bildzitat? Allgemein gesprochen lässt sich darunter eine zitierende, intramedial stattfindende Referenz zwischen Bildwerken heterogener Provenienz verstehen. Es handelt sich also um ein [[Bild in reflexiver Verwendung]]. Obwohl der Begriff in der Literatur häufig gebraucht wird, ist bislang ungeklärt, welche Merkmale ein Bildzitat erfüllen muss, um als solches zu gelten, und wie es von anderen Verweistechniken wie beispielsweise Variation, Anspielung, Parodie u. ä. zu unterscheiden ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bildzitate treten in diversen [[Bildmedien]] (etwa in der [[Malerei]], [[Fotografie]], im [[Comic]]) auf und liegen – historisch betrachtet – in unterschiedlichen Epochen der Kunst, aber auch in der [[Werbung]] und Alltagskultur vor. Demzufolge sind sie in allen gesellschaftlichen Bereichen anzufinden, in denen auf ein kulturelles Reservoir an Bildern zitierend Bezug genommen wird (⊳ [[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Frage nach einem Bildzitat ist eng verknüpft mit verschiedenen Themenfeldern, etwa, wie sich das Bildzitat zum Sprachzitat oder allgemeiner Bilder zur Sprache verhalten, in welchen Kategorien über Bilder reflektiert werden kann ([[Sprechen über Bilder]]) und inwiefern im Zuge eines &#039;&#039;iconic&#039;&#039; oder &#039;&#039;pictorial turns&#039;&#039; ein bildspezifischer Diskurs über Bildverweise in Abgrenzung zum sprachlichen Diskurs möglich ist (⊳ [[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das Bildzitat ist Gegenstand dreier Kontexte, die mehr oder weniger unabhängig voneinander existieren. Eine gegenseitige Rezeption findet nicht statt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nelson Goodman setzt sich in seiner Symboltheorie mit der Bezugnahmepraktik des Zitierens auseinander. In einer vergleichenden Perspektive betrachtet er die Bedingungen für ein sprachliches, bildliches und musikalisches Zitieren. (Zum möglichen Nutzen von Goodmans Unterscheidung der Referenzformen &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; und &#039;&#039;Variation&#039;&#039; als Bestandteil einer homogenen Beschreibungssprache für die Bildwissenschaften &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2012a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Untersuchungen von Bildzitaten finden vorrangig im Rahmen der Kunstgeschichte als einer [[Bildwissenschaft]] statt. Hier stehen konkrete Analysen von Zitaten in Kunstwerken und ihre Implikationen im Vordergrund. Eine theoretische Reflektion des Begriffs basierend auf Goodmans symboltheoretischen Ansatz ist nicht vorhanden. Grundlage der Einzeluntersuchungen scheint häufig ein alltagssprachliches Verständnis von Zitat – das in erster Linie von der Idee eines sprachlichen Zitat beherrscht wird – zu sein, oder es werden explizit terminologische Bestimmungen des Zitats in Anlehnung an linguistische und literaturwissenschaftliche Definitionen vorgenommen (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171). Dieser literaturwissenschaftlichen Orientierung entstammt auch ein Zweig bildwissenschaftlicher Forschung, der, beruhend auf dem Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039;, Bildbeziehungen unter den Schlagworten &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039;, &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; oder &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; erörtert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schließlich beschäftigt sich die Jurisprudenz mit dem Bildzitat. Aus juristischer Hinsicht ist die urheberrechtliche Frage relevant, welche Formen eines Bildzitats zulässig sind. Die rechtliche Perspektive wird zwar vereinzelt in literaturwissenschaftlichen (&amp;lt;bib id=&#039;Neumann 1980a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zeichentheoretischen Arbeiten (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 84) zur Zitatklärung herangezogen, spielt jedoch für den symboltheoretischen Ansatz bei Goodman sowie den kunsthistorischen Diskurs keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Nelson Goodman: Sprach-, Bild- und Musikzitat=====&lt;br /&gt;
Nelson Goodman (&amp;lt;bib id=&#039;Goodman 1990a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 59 ff.) betrachtet vergleichend Zitate in der Sprache, in Bildern und in der Musik. Er geht von sprachlichen Konstellationen des Zitierens aus und stellt zwei notwendige, aber nicht hinreichende Bedingungen auf. &lt;br /&gt;
* Ein Zitat ist erstens gekennzeichnet durch das Enthaltensein des Zitierten. Im Fall des direkten Zitats handelt es sich um eine syntaktische Replikation, im Fall des indirekten Zitats liegt eine semantische Paraphrase des Zitierten vor.&lt;br /&gt;
* Zweitens wird im Zitat mittels einer Benennung oder [[Prädikation]] auf das Zitierte Bezug genommen (⊳ [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß Goodmans Kriterien gilt das indirekte Zitat als basale Variante des Zitierens, in der das direkte Zitat mit seiner identischen Buchstabenabfolge des Zitierten einen Sonderfall darstellt. Zitierbar sind vom Buchstaben bis zum Satz alle schriftsprachlichen Ebenen.&lt;br /&gt;
In der Übertragung der genannten sprachlichen Zitatkriterien stellt Goodman fest, dass im Bereich des Bildes zum Enthaltensein kein Äquivalent vorhanden ist und im Bereich der Musik zur Referenz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analog zur Bezugnahme auf das Zitierte im direkten Sprachzitat sucht Goodman nach Anführungszeichen im Bild und sieht sie in der Darstellung eines [[Rahmung, Rahmen|Rahmens]] oder einer Staffelei im Bild. Bezüglich des Enthaltenseins stellt sich dabei folgendes Problem. Da das Bild als autographische Kunst kein Alphabet besitzt, [[Syntaktische Dichte|syntaktisch dicht]] ist und somit die exakte Wiederholung einer Buchstabenkombination nicht gegeben ist, stellt sich die Frage, was einer Replik im Bild entsprechen könnte. Repliken können zwar unterschiedlich ausgestaltet sein, sind aber durch die identische Repetition der Buchstabenabfolge gekennzeichnet, die im System einzigartig vorliegender Bildsymbole nicht vorhanden ist. Dem entspricht auch nicht, wie man zunächst vermuten könnte, die Kategorie der Kopie. &lt;br /&gt;
Für ein indirektes Bildzitat könnte ebenfalls ein gemalter Rahmen als Anzeige einer Paraphrase dienen. Letztlich ist in diesem Zusammenhang der Kontext entscheidend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Musik ermöglicht das [[Notation|Notationssystem]] nach westlichem Standard die Replikation, so dass die Bedingung des Enthaltensein des Zitierten gegeben ist. Anführungszeichen als Bezugnahme sind nicht vorhanden, allerdings könnten Markierungen wie Pausen und besondere Betonungen ein Zitat wie im Gesprochenen anzeigen. &lt;br /&gt;
Ein indirektes Musikzitat scheitert an dem Kriterium der Paraphrase, da Musik keine Denotation besitzt. Eine musikalische Variation stellt keine Paraphrase dar, da es sich um eine syntaktisch motivierte Beziehung zu einem Musikwerk handelt – keine semantische, wie es die Paraphase verlangen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich sieht Goodman sowohl die Möglichkeit eines Zitats von Sprache im Bild als auch in umgekehrter Richtung. Klang ließe sich ebenfalls bildlich zitieren. So müsste beispielsweise eine Musikpartitur im Bild abgebildet sein, denn Notation und Klang stehen in einem ähnlichen Verhältnis wie geschriebene und gesprochene Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jakob Steinbrenner (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 217 ff.) kommt im Rückgriff auf Überlegungen von Goodman, Tarski und Davidson zu dem Schluss, dass der Zitatbegriff in syntaktischer Hinsicht nicht auf den Bereich des Bildes übertragen werden kann. Er begründet seine Darstellung damit, dass die von ihm herausgearbeiteten Merkmale sprachlicher Zitate keine Entsprechung im Bereich des Bildes besitzen. Dabei räumt er ein, dass auf der Ebene der Semantik Merkmalsähnlichkeiten vorliegen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachliche Zitate sind gemäß Steinbrenner durch folgende Aspekte gekennzeichnet. Ein Zitat besteht aus einem Zeichenvorkommnis, das von Anführungszeichen gerahmt oder durch andere Mittel hervorgehoben wird, wobei es bestimmte notwendige syntaktische und semantische Merkmale aufweist. Ein Zitat denotiert und stimmt mit dem Zitierten im Typ überein. Zitierbar sind keine fiktiven oder zukünftigen, sondern nur von Personen gemachte, also bereits verwendete Äußerungen. Diese müssen aus eindeutig identifizierbaren Einzelzeichen einer Sprache bestehen, die jeweils einem Typ zuzuordnen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern in Bildern wirft nun verschiedene Probleme in der Übertragung sprachlicher Zitatkennzeichen auf. Kann ein im Bild dargestellter Rahmen oder eine Staffelei als syntaktische Anzeige, als Anführungszeichen eines darin enthaltenen Bildzitats fungieren? Steinbrenner führt gegen diese Überlegung an, dass das im Rahmen Dargestellte nicht zwangsläufig ein Bild im Bild ist. Es kann auch nur der Rahmen selbst präsentiert werden. Zum einen bleibt offen, was ein Bild ist und wie Bilder in Bildern abgebildet werden können. Zum anderen existiert in der Forschung keine Übereinstimmung in der Frage, ob es so etwas wie atomare Bildzeichen gibt und wie diese zu Zeichenkombinationen zusammengesetzt sind, wie also eine [[Bildgrammatik]] zu denken wäre. Da im Bild das Buchstabieren nicht möglich ist, fehlt die syntaktische Überprüfungsmöglichkeit, ob Zitiertes und Zitat einander im Typ entsprechen. &lt;br /&gt;
Während prinzipiell Jeder sprachliche Zitate verwenden und erkennen kann – bis zu einem gewissen Grad auch ohne semantische Kompetenz –, ist dies bei bildlichen Zitaten nicht der Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinbrenner kommt zu dem Schluss, dass im Fall des Bildes aufgrund der fehlenden Übertragbarkeit der Kennzeichen sprachlicher Zitate sinnvollerweise nicht von einem bildlichen Zitat, sondern von einer &#039;&#039;Anspielung&#039;&#039; gesprochen werden sollte. Die Anspielung stellt eine unspezifischere Form der Bezugnahme dar, die lediglich manche Eigenschaften des Zitierten exemplifiziert (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: 221).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Kunsthistorische Perspektive: Das Bildzitat im Kontext weiterer Bildbezüge=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In kunsthistorischen Untersuchungen liegt eine Fülle an Termini zur Beschreibung von Bildbeziehungen vor – etwa das Bild im Bild (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Kemp 1995a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;), die Parodie, Hommage, Allusion, Variation, Kopie u. ä. Christoph Zuschlag (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) beklagt die uneinheitliche Begriffsverwendung in der Literatur und verweist auf die Schwierigkeit, die Vielfalt der vorhandenen Bildrelationen zu erfassen und zu systematisieren. Zudem liege weder eine konsensuelle theoretische Bestimmung des Bildzitats und seiner Abgrenzung zu anderen Referenzarten vor noch ein einheitliches Kategoriensystem zur Beschreibung und Analyse unterschiedlicher visueller Verweistechniken. So ist beispielsweise nicht klar, ob die zum Teil literaturwissenschaftlich geprägten Termini als semantische Kategorien gelten sollen, ob sie eine Verfahrenstechnik beschreiben oder auf welcher Ebene (etwa motivisch oder figurativ) Übernahmen stattfinden (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 162).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wünschenswert in dieser Debatte ein epochen- und gattungsübergreifender Theoriebau auch wäre, so unklar ist dabei, ob dieser dem Wandel von Bildbegriffen und Kunstdiskursen im Laufe der Kunstgeschichte gerecht würde (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 95 f.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martina Sitt und Attila Horányi beispielsweise verwerfen den Begriff des Zitats, da er – ähnlich wie der Terminus des &#039;&#039;Einflusses&#039;&#039; (Baader 2003: 73 ff.) – zu heterogene Phänomene in der Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts umfassen muss und damit seine Beschreibungsprägnanz verloren hat (&amp;lt;bib id=&#039;Sitt &amp;amp; Horányi 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 20). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analysen von Bildzitaten in ihren Funktionen und Wirkungen finden meist epochenbezogen – etwa zu Zitattechniken im 20. Jahrhundert (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Schmidt 2000a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – oder bezogen auf das Werk einzelner Künstler (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 225 ff.) – z. B. Bildzitate bei Vermeer (&amp;lt;bib id=&#039;Hammer-Tugendhat 2009a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – statt. In übertragenem Sinn setzen sich auch Vertreterinnen der Performance-Kunst mit Bildzitaten auseinander. So versuchte beispielsweise die Künstlerin Orlan in einer Gesichtsoperation verschiedene weibliche Idealbilder der europäischen Kunstgeschichte (z. B. die Mona Lisa von Leonardo da Vinci und die Venus von Botticelli) in ihrem Gesicht zu vereinen und verwandelte damit Bildzitate in ein reales, somatisches Zitat (&amp;lt;bib id=&#039;Baxmann 2001a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 294 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag definiert das &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; in Differenz zur &#039;&#039;Paraphrase&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Während bei einem Zitat sozusagen Ausschnitte aus einer Vorlage vorgenommen werden und einzelne Elemente in einen neuen Bildkontext gestellt werden, wird bei einer Paraphrase das Vorbild als Ganzes einer Veränderung unterzogen und mit einer neuen Bildvorstellung versehen. Zitat und Paraphrase sind „kritisch reflektierte, also nicht von einem stilistischen Nachahmungsanliegen motivierte, sondern im Bewusstsein der historischen Distanz (und häufig auch der medialen Differenz) erfolgende Rückgriffe auf ein kunstgeschichtliches Vorbild oder mehrere kunstgeschichtliche Vorbilder“ (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171 f.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag verwendet diese Termini als Oberbegriffe für alle weiteren bildlichen Bezugnahmeformen, die besonders die Kunst des 20. Jahrhunderts prägen, in der der Rekurs auf die Kunstgeschichte charakteristisch ist. Belting spricht in diesem Zusammenhang von einer &#039;&#039;Zitatkunst&#039;&#039; als qualitativ neue Kunstform: „Werke, die nicht mehr geschaffen werden können, lassen sich nur noch zitieren. […] Nicht nur werden einzelne Werke wie Namen der Erinnerung zitiert: Sie stehen auch für einen Werkbegriff ein, an den sie nur noch erinnern.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 469)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert bieten die Reproduktionstechniken eine neuartige Verfügbarkeit der Vorbilder; gleichzeitig wird eine Lesbarkeit des zitierenden Bezugs für den Bildbetrachter vorausgesetzt oder erhofft und an seine Interpretationsleistung appelliert (&amp;lt;bib id=&#039;Sello 1979a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin differenziert Zuschlag das Zitat als Verweis auf konkrete Kunstwerke vom Phänomen der &#039;&#039;Metakunst&#039;&#039; ab den 1960er Jahren. Metakunst referiert nicht auf ein spezifisches Bild, sondern in einem erweiterten Sinne entweder auf die Institution Kunst, auf einen Topos oder thematisiert auf einer selbstreflexiven Metaebene Kunst an sich (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 176 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Interbildlichkeit, Interpikturalität und Interikonizität=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Darstellung von Bildbeziehungen wird bisweilen auf den literaturwissenschaftlichen Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039; zurückgegriffen, den Julia Kristeva in den 1970er Jahren zur Beschreibung von Textbeziehungen in Anlehnung an Michail Bachtins Konzept der &#039;&#039;Dialogizität&#039;&#039; entwickelte. Der Begriff der Intertextualität wird in kunstwissenschaftlichen Arbeiten zum Teil direkt auf das Medium Bild übertragen, da entweder explizit textähnliche Strukturen von Bild-Bild-Bezügen – etwa die &#039;&#039;intertextuelle Metamalerei&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Stoichita 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – untersucht werden sollen oder sich bildspezifischere Begriffe noch nicht genügend durchgesetzt haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 60). &lt;br /&gt;
Mieke Bal setzt &#039;&#039;quotation&#039;&#039; als Sprach- und Bildmedium übergreifenden Terminus ein und bezeichnet damit „intersection of iconography and intertextuality“ (&amp;lt;bib id=&#039;Bal 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus liegen verschiedene Termini für Bildverweise vor, die intertextuelle Herangehensweisen adaptieren: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) bezeichnet einerseits Bildbeziehungen sowie Bildreflexionen im Medium Bild und andererseits eine literarische Interbildlichkeit. Letztere ist gekennzeichnet durch eine im übertragenen Sinn vorhandene [[uneigentliche Bilder|Bildlichkeit]] der Sprache im Text, z. B. mittels Verknüpfung von Sprachbildern.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; (zusammenfassend &amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Rosen et al. 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) auch in der Schreibweise &#039;&#039;Interpiktoralität&#039;&#039;: Hierbei handelt es sich um Beziehungen zwischen Bildern, die in der Übernahme von Termini aus der Sprach- und Literaturwissenschaft als Zitat oder Allusion bezeichnet werden. In Analogie zur Sprache steht zur Diskussion, wie Markierungen von Bildbezügen aussehen könnten oder wie verschiedene Deutlichkeitsgrade von Referenzen auseinander zu halten seien. &lt;br /&gt;
: Phänomen und Beschreibung von Bildrelationen sind – ähnlich wie bei der Erforschung von Textbeziehungen – immer wieder Gegenstand kunstgeschichtlicher Untersuchungen gewesen. Gemäß Rosen unterscheidet sich die traditionelle Quellenforschung der Kunstgeschichte jedoch von dem neueren Interpikturalitätsdiskurs. Die Quellenforschung versucht, Einflüsse in Kunstwerken nachzuvollziehen und Beziehungslinien abzubilden. Der Interpikturalitätsansatz indes nimmt die sinnproduzierenden und konstitutiven Funktionen von Bildbezügen in Kunstwerken in den Blick.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Gamer 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;): Zuschlag strebt unter diesem Stichwort ein mehrdimensionales Modell an, das sowohl eine Typologie der interikonischen Bezugnahmen nach formalen und inhaltlichen Einteilungen als auch die funktionalen und historischen Bedingungen und Kontexte sowie produktions- und rezeptionsästhetische Sichtweisen berücksichtigt. Diese Vorgehensweise soll eine differenzierte Beschreibung der einzelnen Bezugnahmen sowie der Rolle des Rezipienten ermöglichen. In der Übertragung vom Medium des Textes auf Objekte der Kunst müssten folgende Aspekte diskutiert werden: das Wechselverhältnis von bildlichem Prätext und Posttext, Begriffe wie Autorschaft und Intentionalität, die Frage eines engen oder weiten Interikonizitätsbegriffs oder auch der Nutzen einer Übernahme von Schriftkategorien wie Einzeltextreferenz, System- oder Gattungsreferenz.&lt;br /&gt;
: Eine Anwendung dieses Postulats der Interikonizität liegt bisher nur in Ansätzen vor. Zuschlag weist auf die Notwendigkeit hin, bei der Übernahme textbasierter Kategorien die spezifischen Charakteristika des Mediums Bild zu berücksichtigen. Gerade in diesem Punkt bestehen noch keine Lösungsvorschläge.&lt;br /&gt;
: Wagner kritisiert an Zuschlags Konzept, dass dieses auf rein bildliche Relationen fokussiert sei. Bildverweise bedürften jedoch stets sprachlicher Vermittlung und Bedeutungsstiftung, so dass Interikonizität auf sprachliche Intertextualität angewiesen und mit dieser verbunden sei (&amp;lt;bib id=&#039;Wagner 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
* Im Rahmen einer weitestgehend literaturwissenschaftlich orientierten Herangehensweise finden sich vereinzelt Untersuchungen zu Bildzitaten in verschiedenen visuellen Formaten ([[Malerei]], [[Fotografie]], [[Film]]) (&amp;lt;bib id=&#039;Böhn 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zu Bildzitaten in literarischen Werken (&amp;lt;bib id=&#039;Eilert 1991a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Zitierende Bezüge zwischen filmischen Stills und Werken des kunstgeschichtlichen Kanons (&amp;lt;bib id=&#039;Keitz 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) werden ebenso analysiert wie Zitate in intermedialen Relationen zwischen Texten und Bildern (&amp;lt;bib id=&#039;Horstkotte &amp;amp; Leonhard 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Dabei wird auch versucht, intermediale und interkulturelle Bildbeziehungen und Bildtransfers nachzuvollziehen und so verschiedene Bildmedien, Zeitschichten und Diskurse außerhalb des klassischen kunstgeschichtlichen Fokus zu berücksichtigen (&amp;lt;bib id=&#039;Schulz 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 322 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Das Bildzitat als juristischer Gegenstand=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern ist, wenn es das Urheberrecht eines Bildinhabers berührt, auch Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen. Die Frage nach der Zulässigkeit von Bildzitaten ist beispielsweise bei Abbildungen in wissenschaftlichen Publikationen relevant. Im Kontext des Internets und seiner weltweiten Verbreitung von Bildern besitzen Bildzitate unterschiedlichster Art eine große Virulenz (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1886 wurde eine internationale „Berner Übereinkunft zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst“ zwischen den Ländern Deutschland, Belgien, Großbritannien, Schweiz, Italien, Spanien und Tunesien geschlossen, die in revidierter Form (die sogenannte RBÜ) immer noch Gültigkeit besitzt. Inzwischen ist sie von fast allen Staaten der Welt anerkannt worden. Laut RBÜ soll den Urhebern von Werken der Wissenschaft und Kunst ein Mindestrecht garantiert werden. Gleichzeitig gilt es, die Interessen der Urheber und der Nutzer eines Werkes im Sinne eines Allgemeinwohls und eines gesellschaftlichen Fortschritts in Einklang zu bringen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Voraussetzungen eines Zitats sehen wie folgt aus: Zunächst muss das zitierte, urheberrechtlich geschützte Werk bereits der Öffentlichkeit rechtmäßig vorliegen. Weiterhin muss der Zweck des Zitierens den Zitatumfang legitimieren und das Zitat mit den „anständigen Gepflogenheiten“ (RBÜ Art. 10, zitiert nach &amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 12) vereinbar sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut Calame und Thouvenin unterscheidet sich das Bildzitat von anderen Zitatarten durch seinen Umfang. Dem Sinn des Zitierens entspricht, aufgrund der Spezifika des Mediums Bild, meist nur das Zitieren des gesamten Werkes und nicht nur eines Ausschnitts. Dies ist, sofern die Verhältnismäßigkeit zum Gesamtwerk gegeben ist, rechtlich möglich (&amp;lt;bib id=&#039;Calame &amp;amp; Thouvenin 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 139 ff.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland ist das Zitatrecht in §51 UrhG ([http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__51.html]) geregelt. Mit der Gesetzesnovelle des zweiten Korbs des §51 UrhG vom 1. Januar 2008 gestaltet sich die Rechtslage folgendermaßen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist. […]“ Insbesondere werden im Weiteren das Zitat im wissenschaftlichen Kontext zu Erläuterungszwecken sowie das Sprach- und Musikzitat angeführt. Nicht explizit genannt, aber durch die Neufassung des Paragraphen ebenfalls abgedeckt, sind Werkarten wie Bild-, Film- und Multimediazitate. Im konkreten Fall ist der Zitatzweck rechtlich zu prüfen, der in einer Belegfunktion oder im zitierenden Bezug mit dem Ziel einer kulturellen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung liegen kann. Die reine Ausschmückung eines Werkes mittels eines Zitats ist nicht zulässig. Das Zitat darf nicht an die Stelle der eigenen geistigen Schöpfung treten, die im Verhältnis überwiegen muss. Unter der Voraussetzung, dass die Bedingungen eines korrekten Zitierens erfüllt sind (angemessener Umfang und Zweck des Zitats eines urheberrechtlich vorliegenden Werkes sowie seine Kennzeichnung in Form einer Quellenangabe), hat der Urheber das Zitieren seines Werkes ohne finanzielle Entschädigungsmöglichkeit zu dulden (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 11 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--[[Benutzer:Jakob Steinbrenner|Jakob Steinbrenner]]--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Anna Valentine Ullrich|Anna Valentine Ullrich]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anna Valentine Ullrich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=6929</id>
		<title>Bildzitat</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=6929"/>
		<updated>2011-10-25T13:25:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anna Valentine Ullrich: /* Interbildlichkeit, Interpikturalität und Interikonizität */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Vorlage für Unterpunkte--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Den folgenden Header, bitte nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosHeader}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterpunkt]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Bildpragmatik]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Größerer Zusammenhang=====&lt;br /&gt;
Was ist ein Bildzitat? Allgemein gesprochen lässt sich darunter eine zitierende, intramedial stattfindende Referenz zwischen Bildwerken heterogener Provenienz verstehen. Es handelt sich also um ein [[Bild in reflexiver Verwendung]]. Obwohl der Begriff in der Literatur häufig gebraucht wird, ist bislang ungeklärt, welche Merkmale ein Bildzitat erfüllen muss, um als solches zu gelten, und wie es von anderen Verweistechniken wie beispielsweise Variation, Anspielung, Parodie u. ä. zu unterscheiden ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bildzitate treten in diversen [[Bildmedien]] (etwa in der [[Malerei]], [[Fotografie]], im [[Comic]]) auf und liegen – historisch betrachtet – in unterschiedlichen Epochen der Kunst, aber auch in der [[Werbung]] und Alltagskultur vor. Demzufolge sind sie in allen gesellschaftlichen Bereichen anzufinden, in denen auf ein kulturelles Reservoir an Bildern zitierend Bezug genommen wird (⊳ [[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Frage nach einem Bildzitat ist eng verknüpft mit verschiedenen Themenfeldern, etwa, wie sich das Bildzitat zum Sprachzitat oder allgemeiner Bilder zur Sprache verhalten, in welchen Kategorien über Bilder reflektiert werden kann ([[Sprechen über Bilder]]) und inwiefern im Zuge eines &#039;&#039;iconic&#039;&#039; oder &#039;&#039;pictorial turns&#039;&#039; ein bildspezifischer Diskurs über Bildverweise in Abgrenzung zum sprachlichen Diskurs möglich ist (⊳ [[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das Bildzitat ist Gegenstand dreier Kontexte, die mehr oder weniger unabhängig voneinander existieren. Eine gegenseitige Rezeption findet nicht statt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nelson Goodman setzt sich in seiner Symboltheorie mit der Bezugnahmepraktik des Zitierens auseinander. In einer vergleichenden Perspektive betrachtet er die Bedingungen für ein sprachliches, bildliches und musikalisches Zitieren. (Zum möglichen Nutzen von Goodmans Unterscheidung der Referenzformen &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; und &#039;&#039;Variation&#039;&#039; als Bestandteil einer homogenen Beschreibungssprache für die Bildwissenschaften &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2011a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Untersuchungen von Bildzitaten finden vorrangig im Rahmen der Kunstgeschichte als einer [[Bildwissenschaft]] statt. Hier stehen konkrete Analysen von Zitaten in Kunstwerken und ihre Implikationen im Vordergrund. Eine theoretische Reflektion des Begriffs basierend auf Goodmans symboltheoretischen Ansatz ist nicht vorhanden. Grundlage der Einzeluntersuchungen scheint häufig ein alltagssprachliches Verständnis von Zitat – das in erster Linie von der Idee eines sprachlichen Zitat beherrscht wird – zu sein, oder es werden explizit terminologische Bestimmungen des Zitats in Anlehnung an linguistische und literaturwissenschaftliche Definitionen vorgenommen (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171). Dieser literaturwissenschaftlichen Orientierung entstammt auch ein Zweig bildwissenschaftlicher Forschung, der, beruhend auf dem Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039;, Bildbeziehungen unter den Schlagworten &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039;, &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; oder &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; erörtert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schließlich beschäftigt sich die Jurisprudenz mit dem Bildzitat. Aus juristischer Hinsicht ist die urheberrechtliche Frage relevant, welche Formen eines Bildzitats zulässig sind. Die rechtliche Perspektive wird zwar vereinzelt in literaturwissenschaftlichen (&amp;lt;bib id=&#039;Neumann 1980a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zeichentheoretischen Arbeiten (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 84) zur Zitatklärung herangezogen, spielt jedoch für den symboltheoretischen Ansatz bei Goodman sowie den kunsthistorischen Diskurs keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Nelson Goodman: Sprach-, Bild- und Musikzitat=====&lt;br /&gt;
Nelson Goodman (&amp;lt;bib id=&#039;Goodman 1990a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 59 ff.) betrachtet vergleichend Zitate in der Sprache, in Bildern und in der Musik. Er geht von sprachlichen Konstellationen des Zitierens aus und stellt zwei notwendige, aber nicht hinreichende Bedingungen auf. &lt;br /&gt;
* Ein Zitat ist erstens gekennzeichnet durch das Enthaltensein des Zitierten. Im Fall des direkten Zitats handelt es sich um eine syntaktische Replikation, im Fall des indirekten Zitats liegt eine semantische Paraphrase des Zitierten vor.&lt;br /&gt;
* Zweitens wird im Zitat mittels einer Benennung oder [[Prädikation]] auf das Zitierte Bezug genommen (⊳ [[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß Goodmans Kriterien gilt das indirekte Zitat als basale Variante des Zitierens, in der das direkte Zitat mit seiner identischen Buchstabenabfolge des Zitierten einen Sonderfall darstellt. Zitierbar sind vom Buchstaben bis zum Satz alle schriftsprachlichen Ebenen.&lt;br /&gt;
In der Übertragung der genannten sprachlichen Zitatkriterien stellt Goodman fest, dass im Bereich des Bildes zum Enthaltensein kein Äquivalent vorhanden ist und im Bereich der Musik zur Referenz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analog zur Bezugnahme auf das Zitierte im direkten Sprachzitat sucht Goodman nach Anführungszeichen im Bild und sieht sie in der Darstellung eines [[Rahmung, Rahmen|Rahmens]] oder einer Staffelei im Bild. Bezüglich des Enthaltenseins stellt sich dabei folgendes Problem. Da das Bild als autographische Kunst kein Alphabet besitzt, [[Syntaktische Dichte|syntaktisch dicht]] ist und somit die exakte Wiederholung einer Buchstabenkombination nicht gegeben ist, stellt sich die Frage, was einer Replik im Bild entsprechen könnte. Repliken können zwar unterschiedlich ausgestaltet sein, sind aber durch die identische Repetition der Buchstabenabfolge gekennzeichnet, die im System einzigartig vorliegender Bildsymbole nicht vorhanden ist. Dem entspricht auch nicht, wie man zunächst vermuten könnte, die Kategorie der Kopie. &lt;br /&gt;
Für ein indirektes Bildzitat könnte ebenfalls ein gemalter Rahmen als Anzeige einer Paraphrase dienen. Letztlich ist in diesem Zusammenhang der Kontext entscheidend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Musik ermöglicht das [[Notation|Notationssystem]] nach westlichem Standard die Replikation, so dass die Bedingung des Enthaltensein des Zitierten gegeben ist. Anführungszeichen als Bezugnahme sind nicht vorhanden, allerdings könnten Markierungen wie Pausen und besondere Betonungen ein Zitat wie im Gesprochenen anzeigen. &lt;br /&gt;
Ein indirektes Musikzitat scheitert an dem Kriterium der Paraphrase, da Musik keine Denotation besitzt. Eine musikalische Variation stellt keine Paraphrase dar, da es sich um eine syntaktisch motivierte Beziehung zu einem Musikwerk handelt – keine semantische, wie es die Paraphase verlangen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich sieht Goodman sowohl die Möglichkeit eines Zitats von Sprache im Bild als auch in umgekehrter Richtung. Klang ließe sich ebenfalls bildlich zitieren. So müsste beispielsweise eine Musikpartitur im Bild abgebildet sein, denn Notation und Klang stehen in einem ähnlichen Verhältnis wie geschriebene und gesprochene Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jakob Steinbrenner (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 217 ff.) kommt im Rückgriff auf Überlegungen von Goodman, Tarski und Davidson zu dem Schluss, dass der Zitatbegriff in syntaktischer Hinsicht nicht auf den Bereich des Bildes übertragen werden kann. Er begründet seine Darstellung damit, dass die von ihm herausgearbeiteten Merkmale sprachlicher Zitate keine Entsprechung im Bereich des Bildes besitzen. Dabei räumt er ein, dass auf der Ebene der Semantik Merkmalsähnlichkeiten vorliegen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachliche Zitate sind gemäß Steinbrenner durch folgende Aspekte gekennzeichnet. Ein Zitat besteht aus einem Zeichenvorkommnis, das von Anführungszeichen gerahmt oder durch andere Mittel hervorgehoben wird, wobei es bestimmte notwendige syntaktische und semantische Merkmale aufweist. Ein Zitat denotiert und stimmt mit dem Zitierten im Typ überein. Zitierbar sind keine fiktiven oder zukünftigen, sondern nur von Personen gemachte, also bereits verwendete Äußerungen. Diese müssen aus eindeutig identifizierbaren Einzelzeichen einer Sprache bestehen, die jeweils einem Typ zuzuordnen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern in Bildern wirft nun verschiedene Probleme in der Übertragung sprachlicher Zitatkennzeichen auf. Kann ein im Bild dargestellter Rahmen oder eine Staffelei als syntaktische Anzeige, als Anführungszeichen eines darin enthaltenen Bildzitats fungieren? Steinbrenner führt gegen diese Überlegung an, dass das im Rahmen Dargestellte nicht zwangsläufig ein Bild im Bild ist. Es kann auch nur der Rahmen selbst präsentiert werden. Zum einen bleibt offen, was ein Bild ist und wie Bilder in Bildern abgebildet werden können. Zum anderen existiert in der Forschung keine Übereinstimmung in der Frage, ob es so etwas wie atomare Bildzeichen gibt und wie diese zu Zeichenkombinationen zusammengesetzt sind, wie also eine [[Bildgrammatik]] zu denken wäre. Da im Bild das Buchstabieren nicht möglich ist, fehlt die syntaktische Überprüfungsmöglichkeit, ob Zitiertes und Zitat einander im Typ entsprechen. &lt;br /&gt;
Während prinzipiell Jeder sprachliche Zitate verwenden und erkennen kann – bis zu einem gewissen Grad auch ohne semantische Kompetenz –, ist dies bei bildlichen Zitaten nicht der Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinbrenner kommt zu dem Schluss, dass im Fall des Bildes aufgrund der fehlenden Übertragbarkeit der Kennzeichen sprachlicher Zitate sinnvollerweise nicht von einem bildlichen Zitat, sondern von einer &#039;&#039;Anspielung&#039;&#039; gesprochen werden sollte. Die Anspielung stellt eine unspezifischere Form der Bezugnahme dar, die lediglich manche Eigenschaften des Zitierten exemplifiziert (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: 221).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Kunsthistorische Perspektive: Das Bildzitat im Kontext weiterer Bildbezüge=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In kunsthistorischen Untersuchungen liegt eine Fülle an Termini zur Beschreibung von Bildbeziehungen vor – etwa das Bild im Bild (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Kemp 1995a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;), die Parodie, Hommage, Allusion, Variation, Kopie u. ä. Christoph Zuschlag (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) beklagt die uneinheitliche Begriffsverwendung in der Literatur und verweist auf die Schwierigkeit, die Vielfalt der vorhandenen Bildrelationen zu erfassen und zu systematisieren. Zudem liege weder eine konsensuelle theoretische Bestimmung des Bildzitats und seiner Abgrenzung zu anderen Referenzarten vor noch ein einheitliches Kategoriensystem zur Beschreibung und Analyse unterschiedlicher visueller Verweistechniken. So ist beispielsweise nicht klar, ob die zum Teil literaturwissenschaftlich geprägten Termini als semantische Kategorien gelten sollen, ob sie eine Verfahrenstechnik beschreiben oder auf welcher Ebene (etwa motivisch oder figurativ) Übernahmen stattfinden (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 162).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wünschenswert in dieser Debatte ein epochen- und gattungsübergreifender Theoriebau auch wäre, so unklar ist dabei, ob dieser dem Wandel von Bildbegriffen und Kunstdiskursen im Laufe der Kunstgeschichte gerecht würde (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 95 f.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martina Sitt und Attila Horányi beispielsweise verwerfen den Begriff des Zitats, da er – ähnlich wie der Terminus des &#039;&#039;Einflusses&#039;&#039; (Baader 2003: 73 ff.) – zu heterogene Phänomene in der Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts umfassen muss und damit seine Beschreibungsprägnanz verloren hat (&amp;lt;bib id=&#039;Sitt &amp;amp; Horányi 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 20). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analysen von Bildzitaten in ihren Funktionen und Wirkungen finden meist epochenbezogen – etwa zu Zitattechniken im 20. Jahrhundert (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Schmidt 2000a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – oder bezogen auf das Werk einzelner Künstler (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 225 ff.) – z. B. Bildzitate bei Vermeer (&amp;lt;bib id=&#039;Hammer-Tugendhat 2009a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – statt. In übertragenem Sinn setzen sich auch Vertreterinnen der Performance-Kunst mit Bildzitaten auseinander. So versuchte beispielsweise die Künstlerin Orlan in einer Gesichtsoperation verschiedene weibliche Idealbilder der europäischen Kunstgeschichte (z. B. die Mona Lisa von Leonardo da Vinci und die Venus von Botticelli) in ihrem Gesicht zu vereinen und verwandelte damit Bildzitate in ein reales, somatisches Zitat (&amp;lt;bib id=&#039;Baxmann 2001a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 294 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag definiert das &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; in Differenz zur &#039;&#039;Paraphrase&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Während bei einem Zitat sozusagen Ausschnitte aus einer Vorlage vorgenommen werden und einzelne Elemente in einen neuen Bildkontext gestellt werden, wird bei einer Paraphrase das Vorbild als Ganzes einer Veränderung unterzogen und mit einer neuen Bildvorstellung versehen. Zitat und Paraphrase sind „kritisch reflektierte, also nicht von einem stilistischen Nachahmungsanliegen motivierte, sondern im Bewusstsein der historischen Distanz (und häufig auch der medialen Differenz) erfolgende Rückgriffe auf ein kunstgeschichtliches Vorbild oder mehrere kunstgeschichtliche Vorbilder“ (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171 f.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag verwendet diese Termini als Oberbegriffe für alle weiteren bildlichen Bezugnahmeformen, die besonders die Kunst des 20. Jahrhunderts prägen, in der der Rekurs auf die Kunstgeschichte charakteristisch ist. Belting spricht in diesem Zusammenhang von einer &#039;&#039;Zitatkunst&#039;&#039; als qualitativ neue Kunstform: „Werke, die nicht mehr geschaffen werden können, lassen sich nur noch zitieren. […] Nicht nur werden einzelne Werke wie Namen der Erinnerung zitiert: Sie stehen auch für einen Werkbegriff ein, an den sie nur noch erinnern.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 469)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert bieten die Reproduktionstechniken eine neuartige Verfügbarkeit der Vorbilder; gleichzeitig wird eine Lesbarkeit des zitierenden Bezugs für den Bildbetrachter vorausgesetzt oder erhofft und an seine Interpretationsleistung appelliert (&amp;lt;bib id=&#039;Sello 1979a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin differenziert Zuschlag das Zitat als Verweis auf konkrete Kunstwerke vom Phänomen der &#039;&#039;Metakunst&#039;&#039; ab den 1960er Jahren. Metakunst referiert nicht auf ein spezifisches Bild, sondern in einem erweiterten Sinne entweder auf die Institution Kunst, auf einen Topos oder thematisiert auf einer selbstreflexiven Metaebene Kunst an sich (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 176 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Interbildlichkeit, Interpikturalität und Interikonizität=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Darstellung von Bildbeziehungen wird bisweilen auf den literaturwissenschaftlichen Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039; zurückgegriffen, den Julia Kristeva in den 1970er Jahren zur Beschreibung von Textbeziehungen in Anlehnung an Michail Bachtins Konzept der &#039;&#039;Dialogizität&#039;&#039; entwickelte. Der Begriff der Intertextualität wird in kunstwissenschaftlichen Arbeiten zum Teil direkt auf das Medium Bild übertragen, da entweder explizit textähnliche Strukturen von Bild-Bild-Bezügen – etwa die &#039;&#039;intertextuelle Metamalerei&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Stoichita 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – untersucht werden sollen oder sich bildspezifischere Begriffe noch nicht genügend durchgesetzt haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 60). &lt;br /&gt;
Mieke Bal setzt &#039;&#039;quotation&#039;&#039; als Sprach- und Bildmedium übergreifenden Terminus ein und bezeichnet damit „intersection of iconography and intertextuality“ (&amp;lt;bib id=&#039;Bal 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus liegen verschiedene Termini für Bildverweise vor, die intertextuelle Herangehensweisen adaptieren: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) bezeichnet einerseits Bildbeziehungen sowie Bildreflexionen im Medium Bild und andererseits eine literarische Interbildlichkeit. Letztere ist gekennzeichnet durch eine im übertragenen Sinn vorhandene [[uneigentliche Bilder|Bildlichkeit]] der Sprache im Text, z. B. mittels Verknüpfung von Sprachbildern.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; (zusammenfassend &amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Rosen et al. 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) auch in der Schreibweise &#039;&#039;Interpiktoralität&#039;&#039;: Hierbei handelt es sich um Beziehungen zwischen Bildern, die in der Übernahme von Termini aus der Sprach- und Literaturwissenschaft als Zitat oder Allusion bezeichnet werden. In Analogie zur Sprache steht zur Diskussion, wie Markierungen von Bildbezügen aussehen könnten oder wie verschiedene Deutlichkeitsgrade von Referenzen auseinander zu halten seien. &lt;br /&gt;
: Phänomen und Beschreibung von Bildrelationen sind – ähnlich wie bei der Erforschung von Textbeziehungen – immer wieder Gegenstand kunstgeschichtlicher Untersuchungen gewesen. Gemäß Rosen unterscheidet sich die traditionelle Quellenforschung der Kunstgeschichte jedoch von dem neueren Interpikturalitätsdiskurs. Die Quellenforschung versucht, Einflüsse in Kunstwerken nachzuvollziehen und Beziehungslinien abzubilden. Der Interpikturalitätsansatz indes nimmt die sinnproduzierenden und konstitutiven Funktionen von Bildbezügen in Kunstwerken in den Blick.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Gamer 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;): Zuschlag strebt unter diesem Stichwort ein mehrdimensionales Modell an, das sowohl eine Typologie der interikonischen Bezugnahmen nach formalen und inhaltlichen Einteilungen als auch die funktionalen und historischen Bedingungen und Kontexte sowie produktions- und rezeptionsästhetische Sichtweisen berücksichtigt. Diese Vorgehensweise soll eine differenzierte Beschreibung der einzelnen Bezugnahmen sowie der Rolle des Rezipienten ermöglichen. In der Übertragung vom Medium des Textes auf Objekte der Kunst müssten folgende Aspekte diskutiert werden: das Wechselverhältnis von bildlichem Prätext und Posttext, Begriffe wie Autorschaft und Intentionalität, die Frage eines engen oder weiten Interikonizitätsbegriffs oder auch der Nutzen einer Übernahme von Schriftkategorien wie Einzeltextreferenz, System- oder Gattungsreferenz.&lt;br /&gt;
: Eine Anwendung dieses Postulats der Interikonizität liegt bisher nur in Ansätzen vor. Zuschlag weist auf die Notwendigkeit hin, bei der Übernahme textbasierter Kategorien die spezifischen Charakteristika des Mediums Bild zu berücksichtigen. Gerade in diesem Punkt bestehen noch keine Lösungsvorschläge.&lt;br /&gt;
: Wagner kritisiert an Zuschlags Konzept, dass dieses auf rein bildliche Relationen fokussiert sei. Bildverweise bedürften jedoch stets sprachlicher Vermittlung und Bedeutungsstiftung, so dass Interikonizität auf sprachliche Intertextualität angewiesen und mit dieser verbunden sei (&amp;lt;bib id=&#039;Wagner 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
* Im Rahmen einer weitestgehend literaturwissenschaftlich orientierten Herangehensweise finden sich vereinzelt Untersuchungen zu Bildzitaten in verschiedenen visuellen Formaten ([[Malerei]], [[Fotografie]], [[Film]]) (&amp;lt;bib id=&#039;Böhn 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zu Bildzitaten in literarischen Werken (&amp;lt;bib id=&#039;Eilert 1991a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Zitierende Bezüge zwischen filmischen Stills und Werken des kunstgeschichtlichen Kanons (&amp;lt;bib id=&#039;Keitz 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) werden ebenso analysiert wie Zitate in intermedialen Relationen zwischen Texten und Bildern (&amp;lt;bib id=&#039;Horstkotte &amp;amp; Leonhard 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Dabei wird auch versucht, intermediale und interkulturelle Bildbeziehungen und Bildtransfers nachzuvollziehen und so verschiedene Bildmedien, Zeitschichten und Diskurse außerhalb des klassischen kunstgeschichtlichen Fokus zu berücksichtigen (&amp;lt;bib id=&#039;Schulz 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 322 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Das Bildzitat als juristischer Gegenstand=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern ist, wenn es das Urheberrecht eines Bildinhabers berührt, auch Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen. Die Frage nach der Zulässigkeit von Bildzitaten ist beispielsweise bei Abbildungen in wissenschaftlichen Publikationen relevant. Im Kontext des Internets und seiner weltweiten Verbreitung von Bildern besitzen Bildzitate unterschiedlichster Art eine große Virulenz (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1886 wurde eine internationale „Berner Übereinkunft zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst“ zwischen den Ländern Deutschland, Belgien, Großbritannien, Schweiz, Italien, Spanien und Tunesien geschlossen, die in revidierter Form (die sogenannte RBÜ) immer noch Gültigkeit besitzt. Inzwischen ist sie von fast allen Staaten der Welt anerkannt worden. Laut RBÜ soll den Urhebern von Werken der Wissenschaft und Kunst ein Mindestrecht garantiert werden. Gleichzeitig gilt es, die Interessen der Urheber und der Nutzer eines Werkes im Sinne eines Allgemeinwohls und eines gesellschaftlichen Fortschritts in Einklang zu bringen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Voraussetzungen eines Zitats sehen wie folgt aus: Zunächst muss das zitierte, urheberrechtlich geschützte Werk bereits der Öffentlichkeit rechtmäßig vorliegen. Weiterhin muss der Zweck des Zitierens den Zitatumfang legitimieren und das Zitat mit den „anständigen Gepflogenheiten“ (RBÜ Art. 10, zitiert nach &amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 12) vereinbar sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut Calame und Thouvenin unterscheidet sich das Bildzitat von anderen Zitatarten durch seinen Umfang. Dem Sinn des Zitierens entspricht, aufgrund der Spezifika des Mediums Bild, meist nur das Zitieren des gesamten Werkes und nicht nur eines Ausschnitts. Dies ist, sofern die Verhältnismäßigkeit zum Gesamtwerk gegeben ist, rechtlich möglich (&amp;lt;bib id=&#039;Calame &amp;amp; Thouvenin 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 139 ff.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland ist das Zitatrecht in §51 UrhG ([http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__51.html]) geregelt. Mit der Gesetzesnovelle des zweiten Korbs des §51 UrhG vom 1. Januar 2008 gestaltet sich die Rechtslage folgendermaßen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist. […]“ Insbesondere werden im Weiteren das Zitat im wissenschaftlichen Kontext zu Erläuterungszwecken sowie das Sprach- und Musikzitat angeführt. Nicht explizit genannt, aber durch die Neufassung des Paragraphen ebenfalls abgedeckt, sind Werkarten wie Bild-, Film- und Multimediazitate. Im konkreten Fall ist der Zitatzweck rechtlich zu prüfen, der in einer Belegfunktion oder im zitierenden Bezug mit dem Ziel einer kulturellen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung liegen kann. Die reine Ausschmückung eines Werkes mittels eines Zitats ist nicht zulässig. Das Zitat darf nicht an die Stelle der eigenen geistigen Schöpfung treten, die im Verhältnis überwiegen muss. Unter der Voraussetzung, dass die Bedingungen eines korrekten Zitierens erfüllt sind (angemessener Umfang und Zweck des Zitats eines urheberrechtlich vorliegenden Werkes sowie seine Kennzeichnung in Form einer Quellenangabe), hat der Urheber das Zitieren seines Werkes ohne finanzielle Entschädigungsmöglichkeit zu dulden (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 11 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--[[Benutzer:Jakob Steinbrenner|Jakob Steinbrenner]]--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Anna Valentine Ullrich|Anna Valentine Ullrich]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anna Valentine Ullrich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=6904</id>
		<title>Bildzitat</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=6904"/>
		<updated>2011-10-06T10:05:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anna Valentine Ullrich: /* Interbildlichkeit, Interpikturalität und Interikonizität */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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=====Größerer Zusammenhang=====&lt;br /&gt;
Was ist ein Bildzitat? Allgemein gesprochen lässt sich darunter eine zitierende, intramedial stattfindende Referenz zwischen Bildwerken heterogener Provenienz verstehen. Es handelt sich also um ein [[Bild in reflexiver Verwendung]]. Obwohl der Begriff in der Literatur häufig gebraucht wird, ist bislang ungeklärt, welche Merkmale ein Bildzitat erfüllen muss, um als solches zu gelten, und wie es von anderen Verweistechniken wie beispielsweise Variation, Anspielung, Parodie u. ä. zu unterscheiden ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bildzitate treten in diversen [[Bildmedien]] (etwa in der [[Malerei]], [[Fotografie]], im [[Comic]]) auf und liegen – historisch betrachtet – in unterschiedlichen Epochen der Kunst, aber auch in der [[Werbung]] und Alltagskultur vor. Demzufolge sind sie in allen gesellschaftlichen Bereichen anzufinden, in denen auf ein kulturelles Reservoir an Bildern zitierend Bezug genommen wird. ([[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]])&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Frage nach einem Bildzitat ist eng verknüpft mit verschiedenen Themenfeldern, etwa, wie sich das Bildzitat zum Sprachzitat oder allgemeiner Bilder zur Sprache verhalten, in welchen Kategorien über Bilder reflektiert werden kann ([[Sprechen über Bilder]]) und inwiefern im Zuge eines &#039;&#039;iconic&#039;&#039; oder &#039;&#039;pictorial turns&#039;&#039; ein bildspezifischer Diskurs über Bildverweise in Abgrenzung zum sprachlichen Diskurs möglich ist ([[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das Bildzitat ist Gegenstand dreier Kontexte, die mehr oder weniger unabhängig voneinander existieren. Eine gegenseitige Rezeption findet nicht statt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nelson Goodman setzt sich in seiner Symboltheorie mit der Bezugnahmepraktik des Zitierens auseinander. In einer vergleichenden Perspektive betrachtet er die Bedingungen für ein sprachliches, bildliches und musikalisches Zitieren. (Zum möglichen Nutzen von Goodmans Unterscheidung der Referenzformen &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; und &#039;&#039;Variation&#039;&#039; als Bestandteil einer homogenen Beschreibungssprache für die Bildwissenschaften &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2011a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Untersuchungen von Bildzitaten finden vorrangig im Rahmen der Kunstgeschichte als einer [[Bildwissenschaft]] statt. Hier stehen konkrete Analysen von Zitaten in Kunstwerken und ihre Implikationen im Vordergrund. Eine theoretische Reflektion des Begriffs basierend auf Goodmans symboltheoretischen Ansatz ist nicht vorhanden. Grundlage der Einzeluntersuchungen scheint häufig ein alltagssprachliches Verständnis von Zitat – das in erster Linie von der Idee eines sprachlichen Zitat beherrscht wird – zu sein, oder es werden explizit terminologische Bestimmungen des Zitats in Anlehnung an linguistische und literaturwissenschaftliche Definitionen vorgenommen (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171). Dieser literaturwissenschaftlichen Orientierung entstammt auch ein Zweig bildwissenschaftlicher Forschung, der, beruhend auf dem Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039;, Bildbeziehungen unter den Schlagworten &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039;, &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; oder &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; erörtert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schließlich beschäftigt sich die Jurisprudenz mit dem Bildzitat. Aus juristischer Hinsicht ist die urheberrechtliche Frage relevant, welche Formen eines Bildzitats zulässig sind. Die rechtliche Perspektive wird zwar vereinzelt in literaturwissenschaftlichen (&amp;lt;bib id=&#039;Neumann 1980a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zeichentheoretischen Arbeiten (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 84) zur Zitatklärung herangezogen, spielt jedoch für den symboltheoretischen Ansatz bei Goodman sowie den kunsthistorischen Diskurs keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Nelson Goodman: Sprach-, Bild- und Musikzitat=====&lt;br /&gt;
Nelson Goodman (&amp;lt;bib id=&#039;Goodman 1990a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 59 ff.) betrachtet vergleichend Zitate in der Sprache, in Bildern und in der Musik. Er geht von sprachlichen Konstellationen des Zitierens aus und stellt zwei notwendige, aber nicht hinreichende Bedingungen auf. &lt;br /&gt;
* Ein Zitat ist erstens gekennzeichnet durch das Enthaltensein des Zitierten. Im Fall des direkten Zitats handelt es sich um eine syntaktische Replikation, im Fall des indirekten Zitats liegt eine semantische Paraphrase des Zitierten vor.&lt;br /&gt;
* Zweitens wird im Zitat mittels einer Benennung oder Prädikation auf das Zitierte Bezug genommen ([[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß Goodmans Kriterien gilt das indirekte Zitat als basale Variante des Zitierens, in der das direkte Zitat mit seiner identischen Buchstabenabfolge des Zitierten einen Sonderfall darstellt. Zitierbar sind vom Buchstaben bis zum Satz alle schriftsprachlichen Ebenen.&lt;br /&gt;
In der Übertragung der genannten sprachlichen Zitatkriterien stellt Goodman fest, dass im Bereich des Bildes zum Enthaltensein kein Äquivalent vorhanden ist und im Bereich der Musik zur Referenz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analog zur Bezugnahme auf das Zitierte im direkten Sprachzitat sucht Goodman nach Anführungszeichen im Bild und sieht sie in der Darstellung eines Rahmens oder einer Staffelei im Bild. Bezüglich des Enthaltenseins stellt sich dabei folgendes Problem. Da das Bild als autographische Kunst kein Alphabet besitzt, syntaktisch dicht ist und somit die exakte Wiederholung einer Buchstabenkombination nicht gegeben ist, stellt sich die Frage, was einer Replik im Bild entsprechen könnte. Repliken können zwar unterschiedlich ausgestaltet sein, sind aber durch die identische Repetition der Buchstabenabfolge gekennzeichnet, die im System einzigartig vorliegender Bildsymbole nicht vorhanden ist. Dem entspricht auch nicht, wie man zunächst vermuten könnte, die Kategorie der Kopie. &lt;br /&gt;
Für ein indirektes Bildzitat könnte ebenfalls ein gemalter Rahmen als Anzeige einer Paraphrase dienen. Letztlich ist in diesem Zusammenhang der Kontext entscheidend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Musik ermöglicht das Notationssystem nach westlichem Standard die Replikation, so dass die Bedingung des Enthaltensein des Zitierten gegeben ist. Anführungszeichen als Bezugnahme sind nicht vorhanden, allerdings könnten Markierungen wie Pausen und besondere Betonungen ein Zitat wie im Gesprochenen anzeigen. &lt;br /&gt;
Ein indirektes Musikzitat scheitert an dem Kriterium der Paraphrase, da Musik keine Denotation besitzt. Eine musikalische Variation stellt keine Paraphrase dar, da es sich um eine syntaktisch motivierte Beziehung zu einem Musikwerk handelt – keine semantische, wie es die Paraphase verlangen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich sieht Goodman sowohl die Möglichkeit eines Zitats von Sprache im Bild als auch in umgekehrter Richtung. Klang ließe sich ebenfalls bildlich zitieren. So müsste beispielsweise eine Musikpartitur im Bild abgebildet sein, denn Notation und Klang stehen in einem ähnlichen Verhältnis wie geschriebene und gesprochene Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jakob Steinbrenner (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 217 ff.) kommt im Rückgriff auf Überlegungen von Goodman, Tarski und Davidson zu dem Schluss, dass der Zitatbegriff in syntaktischer Hinsicht nicht auf den Bereich des Bildes übertragen werden kann. Er begründet seine Darstellung damit, dass die von ihm herausgearbeiteten Merkmale sprachlicher Zitate keine Entsprechung im Bereich des Bildes besitzen. Dabei räumt er ein, dass auf der Ebene der Semantik Merkmalsähnlichkeiten vorliegen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachliche Zitate sind gemäß Steinbrenner durch folgende Aspekte gekennzeichnet. Ein Zitat besteht aus einem Zeichenvorkommnis, das von Anführungszeichen gerahmt oder durch andere Mittel hervorgehoben wird, wobei es bestimmte notwendige syntaktische und semantische Merkmale aufweist. Ein Zitat denotiert und stimmt mit dem Zitierten im Typ überein. Zitierbar sind keine fiktiven oder zukünftigen, sondern nur von Personen gemachte, also bereits verwendete Äußerungen. Diese müssen aus eindeutig identifizierbaren Einzelzeichen einer Sprache bestehen, die jeweils einem Typ zuzuordnen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern in Bildern wirft nun verschiedene Probleme in der Übertragung sprachlicher Zitatkennzeichen auf. Kann ein im Bild dargestellter Rahmen oder eine Staffelei als syntaktische Anzeige, als Anführungszeichen eines darin enthaltenen Bildzitats fungieren? Steinbrenner führt gegen diese Überlegung an, dass das im Rahmen Dargestellte nicht zwangsläufig ein Bild im Bild ist. Es kann auch nur der Rahmen selbst präsentiert werden. Zum einen bleibt offen, was ein Bild ist und wie Bilder in Bildern abgebildet werden können. Zum anderen existiert in der Forschung keine Übereinstimmung in der Frage, ob es so etwas wie atomare Bildzeichen gibt und wie diese zu Zeichenkombinationen zusammengesetzt sind, wie also eine Bildgrammatik zu denken wäre. Da im Bild das Buchstabieren nicht möglich ist, fehlt die syntaktische Überprüfungsmöglichkeit, ob Zitiertes und Zitat einander im Typ entsprechen. &lt;br /&gt;
Während prinzipiell Jeder sprachliche Zitate verwenden und erkennen kann – bis zu einem gewissen Grad auch ohne semantische Kompetenz –, ist dies bei bildlichen Zitaten nicht der Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinbrenner kommt zu dem Schluss, dass im Fall des Bildes aufgrund der fehlenden Übertragbarkeit der Kennzeichen sprachlicher Zitate sinnvollerweise nicht von einem bildlichen Zitat, sondern von einer &#039;&#039;Anspielung&#039;&#039; gesprochen werden sollte. Die Anspielung stellt eine unspezifischere Form der Bezugnahme dar, die lediglich manche Eigenschaften des Zitierten exemplifiziert (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: 221).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Kunsthistorische Perspektive: Das Bildzitat im Kontext weiterer Bildbezüge=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In kunsthistorischen Untersuchungen liegt eine Fülle an Termini zur Beschreibung von Bildbeziehungen vor – etwa das Bild im Bild (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Kemp 1995a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;), die Parodie, Hommage, Allusion, Variation, Kopie u. ä. Christoph Zuschlag (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) beklagt die uneinheitliche Begriffsverwendung in der Literatur und verweist auf die Schwierigkeit, die Vielfalt der vorhandenen Bildrelationen zu erfassen und zu systematisieren. Zudem liege weder eine konsensuelle theoretische Bestimmung des Bildzitats und seiner Abgrenzung zu anderen Referenzarten vor noch ein einheitliches Kategoriensystem zur Beschreibung und Analyse unterschiedlicher visueller Verweistechniken. So ist beispielsweise nicht klar, ob die zum Teil literaturwissenschaftlich geprägten Termini als semantische Kategorien gelten sollen, ob sie eine Verfahrenstechnik beschreiben oder auf welcher Ebene (etwa motivisch oder figurativ) Übernahmen stattfinden (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 162).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wünschenswert in dieser Debatte ein epochen- und gattungsübergreifender Theoriebau auch wäre, so unklar ist dabei, ob dieser dem Wandel von Bildbegriffen und Kunstdiskursen im Laufe der Kunstgeschichte gerecht würde (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 95 f.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martina Sitt und Attila Horányi beispielsweise verwerfen den Begriff des Zitats, da er – ähnlich wie der Terminus des &#039;&#039;Einflusses&#039;&#039; (Baader 2003: 73 ff.) – zu heterogene Phänomene in der Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts umfassen muss und damit seine Beschreibungsprägnanz verloren hat (&amp;lt;bib id=&#039;Sitt &amp;amp; Horányi 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 20). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analysen von Bildzitaten in ihren Funktionen und Wirkungen finden meist epochenbezogen – etwa zu Zitattechniken im 20. Jahrhundert (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Schmidt 2000a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – oder bezogen auf das Werk einzelner Künstler (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 225 ff.) – z. B. Bildzitate bei Vermeer (&amp;lt;bib id=&#039;Hammer-Tugendhat 2009a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – statt. In übertragenem Sinn setzen sich auch Vertreterinnen der Performance-Kunst mit Bildzitaten auseinander. So versuchte beispielsweise die Künstlerin Orlan in einer Gesichtsoperation verschiedene weibliche Idealbilder der europäischen Kunstgeschichte (z. B. die Mona Lisa von Leonardo da Vinci und die Venus von Botticelli) in ihrem Gesicht zu vereinen und verwandelte damit Bildzitate in ein reales, somatisches Zitat (&amp;lt;bib id=&#039;Baxmann 2001a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 294 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag definiert das &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; in Differenz zur &#039;&#039;Paraphrase&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Während bei einem Zitat sozusagen Ausschnitte aus einer Vorlage vorgenommen werden und einzelne Elemente in einen neuen Bildkontext gestellt werden, wird bei einer Paraphrase das Vorbild als Ganzes einer Veränderung unterzogen und mit einer neuen Bildvorstellung versehen. Zitat und Paraphrase sind „kritisch reflektierte, also nicht von einem stilistischen Nachahmungsanliegen motivierte, sondern im Bewusstsein der historischen Distanz (und häufig auch der medialen Differenz) erfolgende Rückgriffe auf ein kunstgeschichtliches Vorbild oder mehrere kunstgeschichtliche Vorbilder“ (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171 f.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag verwendet diese Termini als Oberbegriffe für alle weiteren bildlichen Bezugnahmeformen, die besonders die Kunst des 20. Jahrhunderts prägen, in der der Rekurs auf die Kunstgeschichte charakteristisch ist. Belting spricht in diesem Zusammenhang von einer &#039;&#039;Zitatkunst&#039;&#039; als qualitativ neue Kunstform: „Werke, die nicht mehr geschaffen werden können, lassen sich nur noch zitieren. […] Nicht nur werden einzelne Werke wie Namen der Erinnerung zitiert: Sie stehen auch für einen Werkbegriff ein, an den sie nur noch erinnern.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 469)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert bieten die Reproduktionstechniken eine neuartige Verfügbarkeit der Vorbilder; gleichzeitig wird eine Lesbarkeit des zitierenden Bezugs für den Bildbetrachter vorausgesetzt oder erhofft und an seine Interpretationsleistung appelliert (&amp;lt;bib id=&#039;Sello 1979a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin differenziert Zuschlag das Zitat als Verweis auf konkrete Kunstwerke vom Phänomen der &#039;&#039;Metakunst&#039;&#039; ab den 1960er Jahren. Metakunst referiert nicht auf ein spezifisches Bild, sondern in einem erweiterten Sinne entweder auf die Institution Kunst, auf einen Topos oder thematisiert auf einer selbstreflexiven Metaebene Kunst an sich (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 176 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Interbildlichkeit, Interpikturalität und Interikonizität=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Darstellung von Bildbeziehungen wird bisweilen auf den literaturwissenschaftlichen Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039; zurückgegriffen, den Julia Kristeva in den 1970er Jahren zur Beschreibung von Textbeziehungen in Anlehnung an Michail Bachtins Konzept der &#039;&#039;Dialogizität&#039;&#039; entwickelte. Der Begriff der Intertextualität wird in kunstwissenschaftlichen Arbeiten zum Teil direkt auf das Medium Bild übertragen, da entweder explizit textähnliche Strukturen von Bild-Bild-Bezügen – etwa die &#039;&#039;intertextuelle Metamalerei&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Stoichita 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – untersucht werden sollen oder sich bildspezifischere Begriffe noch nicht genügend durchgesetzt haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 60). &lt;br /&gt;
Mieke Bal setzt &#039;&#039;quotation&#039;&#039; als Sprach- und Bildmedium übergreifenden Terminus ein und bezeichnet damit „intersection of iconography and intertextuality“ (&amp;lt;bib id=&#039;Bal 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus liegen verschiedene Termini für Bildverweise vor, die intertextuelle Herangehensweisen adaptieren: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) bezeichnet einerseits Bildbeziehungen sowie Bildreflektionen im Medium Bild und andererseits eine literarische Interbildlichkeit. Letztere ist gekennzeichnet durch eine im übertragenen Sinn vorhandene Bildlichkeit der Sprache im Text, z. B. mittels Verknüpfung von Sprachbildern.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; (zusammenfassend &amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Rosen et al. 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) auch in der Schreibweise &#039;&#039;Interpiktoralität&#039;&#039;: Hierbei handelt es sich um Beziehungen zwischen Bildern, die in der Übernahme von Termini aus der Sprach- und Literaturwissenschaft als Zitat oder Allusion bezeichnet werden. In Analogie zur Sprache steht zur Diskussion, wie Markierungen von Bildbezügen aussehen könnten oder wie verschiedene Deutlichkeitsgrade von Referenzen auseinander zu halten seien. &lt;br /&gt;
: Phänomen und Beschreibung von Bildrelationen sind – ähnlich wie bei der Erforschung von Textbeziehungen – immer wieder Gegenstand kunstgeschichtlicher Untersuchungen gewesen. Gemäß Rosen unterscheidet sich die traditionelle Quellenforschung der Kunstgeschichte jedoch von dem neueren Interpikturalitätsdiskurs. Die Quellenforschung versucht, Einflüsse in Kunstwerken nachzuvollziehen und Beziehungslinien abzubilden. Der Interpikturalitätsansatz indes nimmt die sinnproduzierenden und konstitutiven Funktionen von Bildbezügen in Kunstwerken in den Blick.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Gamer 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;): Zuschlag strebt unter diesem Stichwort ein mehrdimensionales Modell an, das sowohl eine Typologie der interikonischen Bezugnahmen nach formalen und inhaltlichen Einteilungen als auch die funktionalen und historischen Bedingungen und Kontexte sowie produktions- und rezeptionsästhetische Sichtweisen berücksichtigt. Diese Vorgehensweise soll eine differenzierte Beschreibung der einzelnen Bezugnahmen sowie der Rolle des Rezipienten ermöglichen. In der Übertragung vom Medium des Textes auf Objekte der Kunst müssten folgende Aspekte diskutiert werden: das Wechselverhältnis von bildlichem Prätext und Posttext, Begriffe wie Autorschaft und Intentionalität, die Frage eines engen oder weiten Interikonizitätsbegriffs oder auch der Nutzen einer Übernahme von Schriftkategorien wie Einzeltextreferenz, System- oder Gattungsreferenz.&lt;br /&gt;
: Eine Anwendung dieses Postulats der Interikonizität liegt bisher nur in Ansätzen vor. Zuschlag weist auf die Notwendigkeit hin, bei der Übernahme textbasierter Kategorien die spezifischen Charakteristika des Mediums Bild zu berücksichtigen. Gerade in diesem Punkt bestehen noch keine Lösungsvorschläge.&lt;br /&gt;
: Wagner kritisiert an Zuschlags Konzept, dass dieses auf rein bildliche Relationen fokussiert sei. Bildverweise bedürften jedoch stets sprachlicher Vermittlung und Bedeutungsstiftung, so dass Interikonizität auf sprachliche Intertextualität angewiesen und mit dieser verbunden sei (&amp;lt;bib id=&#039;Wagner 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
* Im Rahmen einer weitestgehend literaturwissenschaftlich orientierten Herangehensweise finden sich vereinzelt Untersuchungen zu Bildzitaten in verschiedenen visuellen Formaten ([[Malerei]], [[Fotografie]], [[Film]]) (&amp;lt;bib id=&#039;Böhn 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zu Bildzitaten in literarischen Werken (&amp;lt;bib id=&#039;Eilert 1991a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Zitierende Bezüge zwischen filmischen Stills und Werken des kunstgeschichtlichen Kanons (&amp;lt;bib id=&#039;Keitz 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) werden ebenso analysiert wie Zitate in intermedialen Relationen zwischen Texten und Bildern (&amp;lt;bib id=&#039;Horstkotte &amp;amp; Leonhard 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Dabei wird auch versucht, intermediale und interkulturelle Bildbeziehungen und Bildtransfers nachzuvollziehen und so verschiedene Bildmedien, Zeitschichten und Diskurse außerhalb des klassischen kunstgeschichtlichen Fokus zu berücksichtigen (&amp;lt;bib id=&#039;Schulz 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 322 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Das Bildzitat als juristischer Gegenstand=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern ist, wenn es das Urheberrecht eines Bildinhabers berührt, auch Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen. Die Frage nach der Zulässigkeit von Bildzitaten ist beispielsweise bei Abbildungen in wissenschaftlichen Publikationen relevant. Im Kontext des Internets und seiner weltweiten Verbreitung von Bildern besitzen Bildzitate unterschiedlichster Art eine große Virulenz (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1886 wurde eine internationale „Berner Übereinkunft zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst“ zwischen den Ländern Deutschland, Belgien, Großbritannien, Schweiz, Italien, Spanien und Tunesien geschlossen, die in revidierter Form (die sogenannte RBÜ) immer noch Gültigkeit besitzt. Inzwischen ist sie von fast allen Staaten der Welt anerkannt worden. Laut RBÜ soll den Urhebern von Werken der Wissenschaft und Kunst ein Mindestrecht garantiert werden. Gleichzeitig gilt es, die Interessen der Urheber und der Nutzer eines Werkes im Sinne eines Allgemeinwohls und eines gesellschaftlichen Fortschritts in Einklang zu bringen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Voraussetzungen eines Zitats sehen wie folgt aus: Zunächst muss das zitierte, urheberrechtlich geschützte Werk bereits der Öffentlichkeit rechtmäßig vorliegen. Weiterhin muss der Zweck des Zitierens den Zitatumfang legitimieren und das Zitat mit den „anständigen Gepflogenheiten“ (RBÜ Art. 10, zitiert nach &amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 12) vereinbar sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut Calame und Thouvenin unterscheidet sich das Bildzitat von anderen Zitatarten durch seinen Umfang. Dem Sinn des Zitierens entspricht, aufgrund der Spezifika des Mediums Bild, meist nur das Zitieren des gesamten Werkes und nicht nur eines Ausschnitts. Dies ist, sofern die Verhältnismäßigkeit zum Gesamtwerk gegeben ist, rechtlich möglich (&amp;lt;bib id=&#039;Calame &amp;amp; Thouvenin 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 139 ff.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland ist das Zitatrecht in §51 UrhG ([http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__51.html]) geregelt. Mit der Gesetzesnovelle des zweiten Korbs des §51 UrhG vom 1. Januar 2008 gestaltet sich die Rechtslage folgendermaßen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist. […]“ Insbesondere werden im Weiteren das Zitat im wissenschaftlichen Kontext zu Erläuterungszwecken sowie das Sprach- und Musikzitat angeführt. Nicht explizit genannt, aber durch die Neufassung des Paragraphen ebenfalls abgedeckt, sind Werkarten wie Bild-, Film- und Multimediazitate. Im konkreten Fall ist der Zitatzweck rechtlich zu prüfen, der in einer Belegfunktion oder im zitierenden Bezug mit dem Ziel einer kulturellen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung liegen kann. Die reine Ausschmückung eines Werkes mittels eines Zitats ist nicht zulässig. Das Zitat darf nicht an die Stelle der eigenen geistigen Schöpfung treten, die im Verhältnis überwiegen muss. Unter der Voraussetzung, dass die Bedingungen eines korrekten Zitierens erfüllt sind (angemessener Umfang und Zweck des Zitats eines urheberrechtlich vorliegenden Werkes sowie seine Kennzeichnung in Form einer Quellenangabe), hat der Urheber das Zitieren seines Werkes ohne finanzielle Entschädigungsmöglichkeit zu dulden (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 11 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--[[Benutzer:Jakob Steinbrenner|Jakob Steinbrenner]]--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Anna Valentine Ullrich|Anna Valentine Ullrich]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosEnd}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anna Valentine Ullrich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=6903</id>
		<title>Bildzitat</title>
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		<updated>2011-10-06T10:04:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anna Valentine Ullrich: /* Interbildlichkeit, Interpikturalität und Interikonizität */&lt;/p&gt;
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=====Größerer Zusammenhang=====&lt;br /&gt;
Was ist ein Bildzitat? Allgemein gesprochen lässt sich darunter eine zitierende, intramedial stattfindende Referenz zwischen Bildwerken heterogener Provenienz verstehen. Es handelt sich also um ein [[Bild in reflexiver Verwendung]]. Obwohl der Begriff in der Literatur häufig gebraucht wird, ist bislang ungeklärt, welche Merkmale ein Bildzitat erfüllen muss, um als solches zu gelten, und wie es von anderen Verweistechniken wie beispielsweise Variation, Anspielung, Parodie u. ä. zu unterscheiden ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bildzitate treten in diversen [[Bildmedien]] (etwa in der [[Malerei]], [[Fotografie]], im [[Comic]]) auf und liegen – historisch betrachtet – in unterschiedlichen Epochen der Kunst, aber auch in der [[Werbung]] und Alltagskultur vor. Demzufolge sind sie in allen gesellschaftlichen Bereichen anzufinden, in denen auf ein kulturelles Reservoir an Bildern zitierend Bezug genommen wird. ([[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]])&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Frage nach einem Bildzitat ist eng verknüpft mit verschiedenen Themenfeldern, etwa, wie sich das Bildzitat zum Sprachzitat oder allgemeiner Bilder zur Sprache verhalten, in welchen Kategorien über Bilder reflektiert werden kann ([[Sprechen über Bilder]]) und inwiefern im Zuge eines &#039;&#039;iconic&#039;&#039; oder &#039;&#039;pictorial turns&#039;&#039; ein bildspezifischer Diskurs über Bildverweise in Abgrenzung zum sprachlichen Diskurs möglich ist ([[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das Bildzitat ist Gegenstand dreier Kontexte, die mehr oder weniger unabhängig voneinander existieren. Eine gegenseitige Rezeption findet nicht statt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nelson Goodman setzt sich in seiner Symboltheorie mit der Bezugnahmepraktik des Zitierens auseinander. In einer vergleichenden Perspektive betrachtet er die Bedingungen für ein sprachliches, bildliches und musikalisches Zitieren. (Zum möglichen Nutzen von Goodmans Unterscheidung der Referenzformen &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; und &#039;&#039;Variation&#039;&#039; als Bestandteil einer homogenen Beschreibungssprache für die Bildwissenschaften &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2011a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Untersuchungen von Bildzitaten finden vorrangig im Rahmen der Kunstgeschichte als einer [[Bildwissenschaft]] statt. Hier stehen konkrete Analysen von Zitaten in Kunstwerken und ihre Implikationen im Vordergrund. Eine theoretische Reflektion des Begriffs basierend auf Goodmans symboltheoretischen Ansatz ist nicht vorhanden. Grundlage der Einzeluntersuchungen scheint häufig ein alltagssprachliches Verständnis von Zitat – das in erster Linie von der Idee eines sprachlichen Zitat beherrscht wird – zu sein, oder es werden explizit terminologische Bestimmungen des Zitats in Anlehnung an linguistische und literaturwissenschaftliche Definitionen vorgenommen (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171). Dieser literaturwissenschaftlichen Orientierung entstammt auch ein Zweig bildwissenschaftlicher Forschung, der, beruhend auf dem Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039;, Bildbeziehungen unter den Schlagworten &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039;, &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; oder &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; erörtert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schließlich beschäftigt sich die Jurisprudenz mit dem Bildzitat. Aus juristischer Hinsicht ist die urheberrechtliche Frage relevant, welche Formen eines Bildzitats zulässig sind. Die rechtliche Perspektive wird zwar vereinzelt in literaturwissenschaftlichen (&amp;lt;bib id=&#039;Neumann 1980a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zeichentheoretischen Arbeiten (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 84) zur Zitatklärung herangezogen, spielt jedoch für den symboltheoretischen Ansatz bei Goodman sowie den kunsthistorischen Diskurs keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Nelson Goodman: Sprach-, Bild- und Musikzitat=====&lt;br /&gt;
Nelson Goodman (&amp;lt;bib id=&#039;Goodman 1990a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 59 ff.) betrachtet vergleichend Zitate in der Sprache, in Bildern und in der Musik. Er geht von sprachlichen Konstellationen des Zitierens aus und stellt zwei notwendige, aber nicht hinreichende Bedingungen auf. &lt;br /&gt;
* Ein Zitat ist erstens gekennzeichnet durch das Enthaltensein des Zitierten. Im Fall des direkten Zitats handelt es sich um eine syntaktische Replikation, im Fall des indirekten Zitats liegt eine semantische Paraphrase des Zitierten vor.&lt;br /&gt;
* Zweitens wird im Zitat mittels einer Benennung oder Prädikation auf das Zitierte Bezug genommen ([[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß Goodmans Kriterien gilt das indirekte Zitat als basale Variante des Zitierens, in der das direkte Zitat mit seiner identischen Buchstabenabfolge des Zitierten einen Sonderfall darstellt. Zitierbar sind vom Buchstaben bis zum Satz alle schriftsprachlichen Ebenen.&lt;br /&gt;
In der Übertragung der genannten sprachlichen Zitatkriterien stellt Goodman fest, dass im Bereich des Bildes zum Enthaltensein kein Äquivalent vorhanden ist und im Bereich der Musik zur Referenz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analog zur Bezugnahme auf das Zitierte im direkten Sprachzitat sucht Goodman nach Anführungszeichen im Bild und sieht sie in der Darstellung eines Rahmens oder einer Staffelei im Bild. Bezüglich des Enthaltenseins stellt sich dabei folgendes Problem. Da das Bild als autographische Kunst kein Alphabet besitzt, syntaktisch dicht ist und somit die exakte Wiederholung einer Buchstabenkombination nicht gegeben ist, stellt sich die Frage, was einer Replik im Bild entsprechen könnte. Repliken können zwar unterschiedlich ausgestaltet sein, sind aber durch die identische Repetition der Buchstabenabfolge gekennzeichnet, die im System einzigartig vorliegender Bildsymbole nicht vorhanden ist. Dem entspricht auch nicht, wie man zunächst vermuten könnte, die Kategorie der Kopie. &lt;br /&gt;
Für ein indirektes Bildzitat könnte ebenfalls ein gemalter Rahmen als Anzeige einer Paraphrase dienen. Letztlich ist in diesem Zusammenhang der Kontext entscheidend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Musik ermöglicht das Notationssystem nach westlichem Standard die Replikation, so dass die Bedingung des Enthaltensein des Zitierten gegeben ist. Anführungszeichen als Bezugnahme sind nicht vorhanden, allerdings könnten Markierungen wie Pausen und besondere Betonungen ein Zitat wie im Gesprochenen anzeigen. &lt;br /&gt;
Ein indirektes Musikzitat scheitert an dem Kriterium der Paraphrase, da Musik keine Denotation besitzt. Eine musikalische Variation stellt keine Paraphrase dar, da es sich um eine syntaktisch motivierte Beziehung zu einem Musikwerk handelt – keine semantische, wie es die Paraphase verlangen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich sieht Goodman sowohl die Möglichkeit eines Zitats von Sprache im Bild als auch in umgekehrter Richtung. Klang ließe sich ebenfalls bildlich zitieren. So müsste beispielsweise eine Musikpartitur im Bild abgebildet sein, denn Notation und Klang stehen in einem ähnlichen Verhältnis wie geschriebene und gesprochene Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jakob Steinbrenner (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 217 ff.) kommt im Rückgriff auf Überlegungen von Goodman, Tarski und Davidson zu dem Schluss, dass der Zitatbegriff in syntaktischer Hinsicht nicht auf den Bereich des Bildes übertragen werden kann. Er begründet seine Darstellung damit, dass die von ihm herausgearbeiteten Merkmale sprachlicher Zitate keine Entsprechung im Bereich des Bildes besitzen. Dabei räumt er ein, dass auf der Ebene der Semantik Merkmalsähnlichkeiten vorliegen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachliche Zitate sind gemäß Steinbrenner durch folgende Aspekte gekennzeichnet. Ein Zitat besteht aus einem Zeichenvorkommnis, das von Anführungszeichen gerahmt oder durch andere Mittel hervorgehoben wird, wobei es bestimmte notwendige syntaktische und semantische Merkmale aufweist. Ein Zitat denotiert und stimmt mit dem Zitierten im Typ überein. Zitierbar sind keine fiktiven oder zukünftigen, sondern nur von Personen gemachte, also bereits verwendete Äußerungen. Diese müssen aus eindeutig identifizierbaren Einzelzeichen einer Sprache bestehen, die jeweils einem Typ zuzuordnen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern in Bildern wirft nun verschiedene Probleme in der Übertragung sprachlicher Zitatkennzeichen auf. Kann ein im Bild dargestellter Rahmen oder eine Staffelei als syntaktische Anzeige, als Anführungszeichen eines darin enthaltenen Bildzitats fungieren? Steinbrenner führt gegen diese Überlegung an, dass das im Rahmen Dargestellte nicht zwangsläufig ein Bild im Bild ist. Es kann auch nur der Rahmen selbst präsentiert werden. Zum einen bleibt offen, was ein Bild ist und wie Bilder in Bildern abgebildet werden können. Zum anderen existiert in der Forschung keine Übereinstimmung in der Frage, ob es so etwas wie atomare Bildzeichen gibt und wie diese zu Zeichenkombinationen zusammengesetzt sind, wie also eine Bildgrammatik zu denken wäre. Da im Bild das Buchstabieren nicht möglich ist, fehlt die syntaktische Überprüfungsmöglichkeit, ob Zitiertes und Zitat einander im Typ entsprechen. &lt;br /&gt;
Während prinzipiell Jeder sprachliche Zitate verwenden und erkennen kann – bis zu einem gewissen Grad auch ohne semantische Kompetenz –, ist dies bei bildlichen Zitaten nicht der Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinbrenner kommt zu dem Schluss, dass im Fall des Bildes aufgrund der fehlenden Übertragbarkeit der Kennzeichen sprachlicher Zitate sinnvollerweise nicht von einem bildlichen Zitat, sondern von einer &#039;&#039;Anspielung&#039;&#039; gesprochen werden sollte. Die Anspielung stellt eine unspezifischere Form der Bezugnahme dar, die lediglich manche Eigenschaften des Zitierten exemplifiziert (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: 221).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Kunsthistorische Perspektive: Das Bildzitat im Kontext weiterer Bildbezüge=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In kunsthistorischen Untersuchungen liegt eine Fülle an Termini zur Beschreibung von Bildbeziehungen vor – etwa das Bild im Bild (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Kemp 1995a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;), die Parodie, Hommage, Allusion, Variation, Kopie u. ä. Christoph Zuschlag (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) beklagt die uneinheitliche Begriffsverwendung in der Literatur und verweist auf die Schwierigkeit, die Vielfalt der vorhandenen Bildrelationen zu erfassen und zu systematisieren. Zudem liege weder eine konsensuelle theoretische Bestimmung des Bildzitats und seiner Abgrenzung zu anderen Referenzarten vor noch ein einheitliches Kategoriensystem zur Beschreibung und Analyse unterschiedlicher visueller Verweistechniken. So ist beispielsweise nicht klar, ob die zum Teil literaturwissenschaftlich geprägten Termini als semantische Kategorien gelten sollen, ob sie eine Verfahrenstechnik beschreiben oder auf welcher Ebene (etwa motivisch oder figurativ) Übernahmen stattfinden (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 162).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wünschenswert in dieser Debatte ein epochen- und gattungsübergreifender Theoriebau auch wäre, so unklar ist dabei, ob dieser dem Wandel von Bildbegriffen und Kunstdiskursen im Laufe der Kunstgeschichte gerecht würde (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 95 f.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martina Sitt und Attila Horányi beispielsweise verwerfen den Begriff des Zitats, da er – ähnlich wie der Terminus des &#039;&#039;Einflusses&#039;&#039; (Baader 2003: 73 ff.) – zu heterogene Phänomene in der Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts umfassen muss und damit seine Beschreibungsprägnanz verloren hat (&amp;lt;bib id=&#039;Sitt &amp;amp; Horányi 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 20). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analysen von Bildzitaten in ihren Funktionen und Wirkungen finden meist epochenbezogen – etwa zu Zitattechniken im 20. Jahrhundert (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Schmidt 2000a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – oder bezogen auf das Werk einzelner Künstler (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 225 ff.) – z. B. Bildzitate bei Vermeer (&amp;lt;bib id=&#039;Hammer-Tugendhat 2009a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – statt. In übertragenem Sinn setzen sich auch Vertreterinnen der Performance-Kunst mit Bildzitaten auseinander. So versuchte beispielsweise die Künstlerin Orlan in einer Gesichtsoperation verschiedene weibliche Idealbilder der europäischen Kunstgeschichte (z. B. die Mona Lisa von Leonardo da Vinci und die Venus von Botticelli) in ihrem Gesicht zu vereinen und verwandelte damit Bildzitate in ein reales, somatisches Zitat (&amp;lt;bib id=&#039;Baxmann 2001a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 294 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag definiert das &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; in Differenz zur &#039;&#039;Paraphrase&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Während bei einem Zitat sozusagen Ausschnitte aus einer Vorlage vorgenommen werden und einzelne Elemente in einen neuen Bildkontext gestellt werden, wird bei einer Paraphrase das Vorbild als Ganzes einer Veränderung unterzogen und mit einer neuen Bildvorstellung versehen. Zitat und Paraphrase sind „kritisch reflektierte, also nicht von einem stilistischen Nachahmungsanliegen motivierte, sondern im Bewusstsein der historischen Distanz (und häufig auch der medialen Differenz) erfolgende Rückgriffe auf ein kunstgeschichtliches Vorbild oder mehrere kunstgeschichtliche Vorbilder“ (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171 f.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag verwendet diese Termini als Oberbegriffe für alle weiteren bildlichen Bezugnahmeformen, die besonders die Kunst des 20. Jahrhunderts prägen, in der der Rekurs auf die Kunstgeschichte charakteristisch ist. Belting spricht in diesem Zusammenhang von einer &#039;&#039;Zitatkunst&#039;&#039; als qualitativ neue Kunstform: „Werke, die nicht mehr geschaffen werden können, lassen sich nur noch zitieren. […] Nicht nur werden einzelne Werke wie Namen der Erinnerung zitiert: Sie stehen auch für einen Werkbegriff ein, an den sie nur noch erinnern.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 469)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert bieten die Reproduktionstechniken eine neuartige Verfügbarkeit der Vorbilder; gleichzeitig wird eine Lesbarkeit des zitierenden Bezugs für den Bildbetrachter vorausgesetzt oder erhofft und an seine Interpretationsleistung appelliert (&amp;lt;bib id=&#039;Sello 1979a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin differenziert Zuschlag das Zitat als Verweis auf konkrete Kunstwerke vom Phänomen der &#039;&#039;Metakunst&#039;&#039; ab den 1960er Jahren. Metakunst referiert nicht auf ein spezifisches Bild, sondern in einem erweiterten Sinne entweder auf die Institution Kunst, auf einen Topos oder thematisiert auf einer selbstreflexiven Metaebene Kunst an sich (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 176 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Interbildlichkeit, Interpikturalität und Interikonizität=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Darstellung von Bildbeziehungen wird bisweilen auf den literaturwissenschaftlichen Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039; zurückgegriffen, den Julia Kristeva in den 1970er Jahren zur Beschreibung von Textbeziehungen in Anlehnung an Michail Bachtins Konzept der &#039;&#039;Dialogizität&#039;&#039; entwickelte. Der Begriff der Intertextualität wird in kunstwissenschaftlichen Arbeiten zum Teil direkt auf das Medium Bild übertragen, da entweder explizit textähnliche Strukturen von Bild-Bild-Bezügen – etwa die &#039;&#039;intertextuelle Metamalerei&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Stoichita 1998&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – untersucht werden sollen oder sich bildspezifischere Begriffe noch nicht genügend durchgesetzt haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 60). &lt;br /&gt;
Mieke Bal setzt &#039;&#039;quotation&#039;&#039; als Sprach- und Bildmedium übergreifenden Terminus ein und bezeichnet damit „intersection of iconography and intertextuality“ (&amp;lt;bib id=&#039;Bal 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus liegen verschiedene Termini für Bildverweise vor, die intertextuelle Herangehensweisen adaptieren: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) bezeichnet einerseits Bildbeziehungen sowie Bildreflektionen im Medium Bild und andererseits eine literarische Interbildlichkeit. Letztere ist gekennzeichnet durch eine im übertragenen Sinn vorhandene Bildlichkeit der Sprache im Text, z. B. mittels Verknüpfung von Sprachbildern.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; (zusammenfassend &amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Rosen et al. 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) auch in der Schreibweise &#039;&#039;Interpiktoralität&#039;&#039;: Hierbei handelt es sich um Beziehungen zwischen Bildern, die in der Übernahme von Termini aus der Sprach- und Literaturwissenschaft als Zitat oder Allusion bezeichnet werden. In Analogie zur Sprache steht zur Diskussion, wie Markierungen von Bildbezügen aussehen könnten oder wie verschiedene Deutlichkeitsgrade von Referenzen auseinander zu halten seien. &lt;br /&gt;
: Phänomen und Beschreibung von Bildrelationen sind – ähnlich wie bei der Erforschung von Textbeziehungen – immer wieder Gegenstand kunstgeschichtlicher Untersuchungen gewesen. Gemäß Rosen unterscheidet sich die traditionelle Quellenforschung der Kunstgeschichte jedoch von dem neueren Interpikturalitätsdiskurs. Die Quellenforschung versucht, Einflüsse in Kunstwerken nachzuvollziehen und Beziehungslinien abzubilden. Der Interpikturalitätsansatz indes nimmt die sinnproduzierenden und konstitutiven Funktionen von Bildbezügen in Kunstwerken in den Blick.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Gamer 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;): Zuschlag strebt unter diesem Stichwort ein mehrdimensionales Modell an, das sowohl eine Typologie der interikonischen Bezugnahmen nach formalen und inhaltlichen Einteilungen als auch die funktionalen und historischen Bedingungen und Kontexte sowie produktions- und rezeptionsästhetische Sichtweisen berücksichtigt. Diese Vorgehensweise soll eine differenzierte Beschreibung der einzelnen Bezugnahmen sowie der Rolle des Rezipienten ermöglichen. In der Übertragung vom Medium des Textes auf Objekte der Kunst müssten folgende Aspekte diskutiert werden: das Wechselverhältnis von bildlichem Prätext und Posttext, Begriffe wie Autorschaft und Intentionalität, die Frage eines engen oder weiten Interikonizitätsbegriffs oder auch der Nutzen einer Übernahme von Schriftkategorien wie Einzeltextreferenz, System- oder Gattungsreferenz.&lt;br /&gt;
: Eine Anwendung dieses Postulats der Interikonizität liegt bisher nur in Ansätzen vor. Zuschlag weist auf die Notwendigkeit hin, bei der Übernahme textbasierter Kategorien die spezifischen Charakteristika des Mediums Bild zu berücksichtigen. Gerade in diesem Punkt bestehen noch keine Lösungsvorschläge.&lt;br /&gt;
: Wagner kritisiert an Zuschlags Konzept, dass dieses auf rein bildliche Relationen fokussiert sei. Bildverweise bedürften jedoch stets sprachlicher Vermittlung und Bedeutungsstiftung, so dass Interikonizität auf sprachliche Intertextualität angewiesen und mit dieser verbunden sei (&amp;lt;bib id=&#039;Wagner 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
* Im Rahmen einer weitestgehend literaturwissenschaftlich orientierten Herangehensweise finden sich vereinzelt Untersuchungen zu Bildzitaten in verschiedenen visuellen Formaten ([[Malerei]], [[Fotografie]], [[Film]]) (&amp;lt;bib id=&#039;Böhn 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zu Bildzitaten in literarischen Werken (&amp;lt;bib id=&#039;Eilert 1991a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Zitierende Bezüge zwischen filmischen Stills und Werken des kunstgeschichtlichen Kanons (&amp;lt;bib id=&#039;Keitz 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) werden ebenso analysiert wie Zitate in intermedialen Relationen zwischen Texten und Bildern (&amp;lt;bib id=&#039;Horstkotte &amp;amp; Leonhard 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Dabei wird auch versucht, intermediale und interkulturelle Bildbeziehungen und Bildtransfers nachzuvollziehen und so verschiedene Bildmedien, Zeitschichten und Diskurse außerhalb des klassischen kunstgeschichtlichen Fokus zu berücksichtigen (&amp;lt;bib id=&#039;Schulz 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 322 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Das Bildzitat als juristischer Gegenstand=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern ist, wenn es das Urheberrecht eines Bildinhabers berührt, auch Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen. Die Frage nach der Zulässigkeit von Bildzitaten ist beispielsweise bei Abbildungen in wissenschaftlichen Publikationen relevant. Im Kontext des Internets und seiner weltweiten Verbreitung von Bildern besitzen Bildzitate unterschiedlichster Art eine große Virulenz (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1886 wurde eine internationale „Berner Übereinkunft zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst“ zwischen den Ländern Deutschland, Belgien, Großbritannien, Schweiz, Italien, Spanien und Tunesien geschlossen, die in revidierter Form (die sogenannte RBÜ) immer noch Gültigkeit besitzt. Inzwischen ist sie von fast allen Staaten der Welt anerkannt worden. Laut RBÜ soll den Urhebern von Werken der Wissenschaft und Kunst ein Mindestrecht garantiert werden. Gleichzeitig gilt es, die Interessen der Urheber und der Nutzer eines Werkes im Sinne eines Allgemeinwohls und eines gesellschaftlichen Fortschritts in Einklang zu bringen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Voraussetzungen eines Zitats sehen wie folgt aus: Zunächst muss das zitierte, urheberrechtlich geschützte Werk bereits der Öffentlichkeit rechtmäßig vorliegen. Weiterhin muss der Zweck des Zitierens den Zitatumfang legitimieren und das Zitat mit den „anständigen Gepflogenheiten“ (RBÜ Art. 10, zitiert nach &amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 12) vereinbar sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut Calame und Thouvenin unterscheidet sich das Bildzitat von anderen Zitatarten durch seinen Umfang. Dem Sinn des Zitierens entspricht, aufgrund der Spezifika des Mediums Bild, meist nur das Zitieren des gesamten Werkes und nicht nur eines Ausschnitts. Dies ist, sofern die Verhältnismäßigkeit zum Gesamtwerk gegeben ist, rechtlich möglich (&amp;lt;bib id=&#039;Calame &amp;amp; Thouvenin 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 139 ff.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland ist das Zitatrecht in §51 UrhG ([http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__51.html]) geregelt. Mit der Gesetzesnovelle des zweiten Korbs des §51 UrhG vom 1. Januar 2008 gestaltet sich die Rechtslage folgendermaßen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist. […]“ Insbesondere werden im Weiteren das Zitat im wissenschaftlichen Kontext zu Erläuterungszwecken sowie das Sprach- und Musikzitat angeführt. Nicht explizit genannt, aber durch die Neufassung des Paragraphen ebenfalls abgedeckt, sind Werkarten wie Bild-, Film- und Multimediazitate. Im konkreten Fall ist der Zitatzweck rechtlich zu prüfen, der in einer Belegfunktion oder im zitierenden Bezug mit dem Ziel einer kulturellen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung liegen kann. Die reine Ausschmückung eines Werkes mittels eines Zitats ist nicht zulässig. Das Zitat darf nicht an die Stelle der eigenen geistigen Schöpfung treten, die im Verhältnis überwiegen muss. Unter der Voraussetzung, dass die Bedingungen eines korrekten Zitierens erfüllt sind (angemessener Umfang und Zweck des Zitats eines urheberrechtlich vorliegenden Werkes sowie seine Kennzeichnung in Form einer Quellenangabe), hat der Urheber das Zitieren seines Werkes ohne finanzielle Entschädigungsmöglichkeit zu dulden (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 11 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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		<author><name>Anna Valentine Ullrich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=6895</id>
		<title>Bildzitat</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=6895"/>
		<updated>2011-10-05T20:47:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anna Valentine Ullrich: /* Nelson Goodman: Sprach-, Bild- und Musikzitat */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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=====Größerer Zusammenhang=====&lt;br /&gt;
Was ist ein Bildzitat? Allgemein gesprochen lässt sich darunter eine zitierende, intramedial stattfindende Referenz zwischen Bildwerken heterogener Provenienz verstehen. Es handelt sich also um ein [[Bild in reflexiver Verwendung]]. Obwohl der Begriff in der Literatur häufig gebraucht wird, ist bislang ungeklärt, welche Merkmale ein Bildzitat erfüllen muss, um als solches zu gelten, und wie es von anderen Verweistechniken wie beispielsweise Variation, Anspielung, Parodie u. ä. zu unterscheiden ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bildzitate treten in diversen [[Bildmedien]] (etwa in der [[Malerei]], [[Fotografie]], im [[Comic]]) auf und liegen – historisch betrachtet – in unterschiedlichen Epochen der Kunst, aber auch in der [[Werbung]] und Alltagskultur vor. Demzufolge sind sie in allen gesellschaftlichen Bereichen anzufinden, in denen auf ein kulturelles Reservoir an Bildern zitierend Bezug genommen wird. ([[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]])&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Frage nach einem Bildzitat ist eng verknüpft mit verschiedenen Themenfeldern, etwa, wie sich das Bildzitat zum Sprachzitat oder allgemeiner Bilder zur Sprache verhalten, in welchen Kategorien über Bilder reflektiert werden kann ([[Sprechen über Bilder]]) und inwiefern im Zuge eines &#039;&#039;iconic&#039;&#039; oder &#039;&#039;pictorial turns&#039;&#039; ein bildspezifischer Diskurs über Bildverweise in Abgrenzung zum sprachlichen Diskurs möglich ist ([[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das Bildzitat ist Gegenstand dreier Kontexte, die mehr oder weniger unabhängig voneinander existieren. Eine gegenseitige Rezeption findet nicht statt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nelson Goodman setzt sich in seiner Symboltheorie mit der Bezugnahmepraktik des Zitierens auseinander. In einer vergleichenden Perspektive betrachtet er die Bedingungen für ein sprachliches, bildliches und musikalisches Zitieren. (Zum möglichen Nutzen von Goodmans Unterscheidung der Referenzformen &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; und &#039;&#039;Variation&#039;&#039; als Bestandteil einer homogenen Beschreibungssprache für die Bildwissenschaften &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2011a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Untersuchungen von Bildzitaten finden vorrangig im Rahmen der Kunstgeschichte als einer [[Bildwissenschaft]] statt. Hier stehen konkrete Analysen von Zitaten in Kunstwerken und ihre Implikationen im Vordergrund. Eine theoretische Reflektion des Begriffs basierend auf Goodmans symboltheoretischen Ansatz ist nicht vorhanden. Grundlage der Einzeluntersuchungen scheint häufig ein alltagssprachliches Verständnis von Zitat – das in erster Linie von der Idee eines sprachlichen Zitat beherrscht wird – zu sein, oder es werden explizit terminologische Bestimmungen des Zitats in Anlehnung an linguistische und literaturwissenschaftliche Definitionen vorgenommen (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171). Dieser literaturwissenschaftlichen Orientierung entstammt auch ein Zweig bildwissenschaftlicher Forschung, der, beruhend auf dem Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039;, Bildbeziehungen unter den Schlagworten &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039;, &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; oder &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; erörtert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schließlich beschäftigt sich die Jurisprudenz mit dem Bildzitat. Aus juristischer Hinsicht ist die urheberrechtliche Frage relevant, welche Formen eines Bildzitats zulässig sind. Die rechtliche Perspektive wird zwar vereinzelt in literaturwissenschaftlichen (&amp;lt;bib id=&#039;Neumann 1980a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zeichentheoretischen Arbeiten (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 84) zur Zitatklärung herangezogen, spielt jedoch für den symboltheoretischen Ansatz bei Goodman sowie den kunsthistorischen Diskurs keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Nelson Goodman: Sprach-, Bild- und Musikzitat=====&lt;br /&gt;
Nelson Goodman (&amp;lt;bib id=&#039;Goodman 1990a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 59 ff.) betrachtet vergleichend Zitate in der Sprache, in Bildern und in der Musik. Er geht von sprachlichen Konstellationen des Zitierens aus und stellt zwei notwendige, aber nicht hinreichende Bedingungen auf. &lt;br /&gt;
* Ein Zitat ist erstens gekennzeichnet durch das Enthaltensein des Zitierten. Im Fall des direkten Zitats handelt es sich um eine syntaktische Replikation, im Fall des indirekten Zitats liegt eine semantische Paraphrase des Zitierten vor.&lt;br /&gt;
* Zweitens wird im Zitat mittels einer Benennung oder Prädikation auf das Zitierte Bezug genommen ([[Referenz, Denotation, Exemplifikation]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß Goodmans Kriterien gilt das indirekte Zitat als basale Variante des Zitierens, in der das direkte Zitat mit seiner identischen Buchstabenabfolge des Zitierten einen Sonderfall darstellt. Zitierbar sind vom Buchstaben bis zum Satz alle schriftsprachlichen Ebenen.&lt;br /&gt;
In der Übertragung der genannten sprachlichen Zitatkriterien stellt Goodman fest, dass im Bereich des Bildes zum Enthaltensein kein Äquivalent vorhanden ist und im Bereich der Musik zur Referenz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analog zur Bezugnahme auf das Zitierte im direkten Sprachzitat sucht Goodman nach Anführungszeichen im Bild und sieht sie in der Darstellung eines Rahmens oder einer Staffelei im Bild. Bezüglich des Enthaltenseins stellt sich dabei folgendes Problem. Da das Bild als autographische Kunst kein Alphabet besitzt, syntaktisch dicht ist und somit die exakte Wiederholung einer Buchstabenkombination nicht gegeben ist, stellt sich die Frage, was einer Replik im Bild entsprechen könnte. Repliken können zwar unterschiedlich ausgestaltet sein, sind aber durch die identische Repetition der Buchstabenabfolge gekennzeichnet, die im System einzigartig vorliegender Bildsymbole nicht vorhanden ist. Dem entspricht auch nicht, wie man zunächst vermuten könnte, die Kategorie der Kopie. &lt;br /&gt;
Für ein indirektes Bildzitat könnte ebenfalls ein gemalter Rahmen als Anzeige einer Paraphrase dienen. Letztlich ist in diesem Zusammenhang der Kontext entscheidend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Musik ermöglicht das Notationssystem nach westlichem Standard die Replikation, so dass die Bedingung des Enthaltensein des Zitierten gegeben ist. Anführungszeichen als Bezugnahme sind nicht vorhanden, allerdings könnten Markierungen wie Pausen und besondere Betonungen ein Zitat wie im Gesprochenen anzeigen. &lt;br /&gt;
Ein indirektes Musikzitat scheitert an dem Kriterium der Paraphrase, da Musik keine Denotation besitzt. Eine musikalische Variation stellt keine Paraphrase dar, da es sich um eine syntaktisch motivierte Beziehung zu einem Musikwerk handelt – keine semantische, wie es die Paraphase verlangen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich sieht Goodman sowohl die Möglichkeit eines Zitats von Sprache im Bild als auch in umgekehrter Richtung. Klang ließe sich ebenfalls bildlich zitieren. So müsste beispielsweise eine Musikpartitur im Bild abgebildet sein, denn Notation und Klang stehen in einem ähnlichen Verhältnis wie geschriebene und gesprochene Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jakob Steinbrenner (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 217 ff.) kommt im Rückgriff auf Überlegungen von Goodman, Tarski und Davidson zu dem Schluss, dass der Zitatbegriff in syntaktischer Hinsicht nicht auf den Bereich des Bildes übertragen werden kann. Er begründet seine Darstellung damit, dass die von ihm herausgearbeiteten Merkmale sprachlicher Zitate keine Entsprechung im Bereich des Bildes besitzen. Dabei räumt er ein, dass auf der Ebene der Semantik Merkmalsähnlichkeiten vorliegen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachliche Zitate sind gemäß Steinbrenner durch folgende Aspekte gekennzeichnet. Ein Zitat besteht aus einem Zeichenvorkommnis, das von Anführungszeichen gerahmt oder durch andere Mittel hervorgehoben wird, wobei es bestimmte notwendige syntaktische und semantische Merkmale aufweist. Ein Zitat denotiert und stimmt mit dem Zitierten im Typ überein. Zitierbar sind keine fiktiven oder zukünftigen, sondern nur von Personen gemachte, also bereits verwendete Äußerungen. Diese müssen aus eindeutig identifizierbaren Einzelzeichen einer Sprache bestehen, die jeweils einem Typ zuzuordnen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern in Bildern wirft nun verschiedene Probleme in der Übertragung sprachlicher Zitatkennzeichen auf. Kann ein im Bild dargestellter Rahmen oder eine Staffelei als syntaktische Anzeige, als Anführungszeichen eines darin enthaltenen Bildzitats fungieren? Steinbrenner führt gegen diese Überlegung an, dass das im Rahmen Dargestellte nicht zwangsläufig ein Bild im Bild ist. Es kann auch nur der Rahmen selbst präsentiert werden. Zum einen bleibt offen, was ein Bild ist und wie Bilder in Bildern abgebildet werden können. Zum anderen existiert in der Forschung keine Übereinstimmung in der Frage, ob es so etwas wie atomare Bildzeichen gibt und wie diese zu Zeichenkombinationen zusammengesetzt sind, wie also eine Bildgrammatik zu denken wäre. Da im Bild das Buchstabieren nicht möglich ist, fehlt die syntaktische Überprüfungsmöglichkeit, ob Zitiertes und Zitat einander im Typ entsprechen. &lt;br /&gt;
Während prinzipiell Jeder sprachliche Zitate verwenden und erkennen kann – bis zu einem gewissen Grad auch ohne semantische Kompetenz –, ist dies bei bildlichen Zitaten nicht der Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinbrenner kommt zu dem Schluss, dass im Fall des Bildes aufgrund der fehlenden Übertragbarkeit der Kennzeichen sprachlicher Zitate sinnvollerweise nicht von einem bildlichen Zitat, sondern von einer &#039;&#039;Anspielung&#039;&#039; gesprochen werden sollte. Die Anspielung stellt eine unspezifischere Form der Bezugnahme dar, die lediglich manche Eigenschaften des Zitierten exemplifiziert (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: 221).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Kunsthistorische Perspektive: Das Bildzitat im Kontext weiterer Bildbezüge=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In kunsthistorischen Untersuchungen liegt eine Fülle an Termini zur Beschreibung von Bildbeziehungen vor – etwa das Bild im Bild (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Kemp 1995a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;), die Parodie, Hommage, Allusion, Variation, Kopie u. ä. Christoph Zuschlag (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) beklagt die uneinheitliche Begriffsverwendung in der Literatur und verweist auf die Schwierigkeit, die Vielfalt der vorhandenen Bildrelationen zu erfassen und zu systematisieren. Zudem liege weder eine konsensuelle theoretische Bestimmung des Bildzitats und seiner Abgrenzung zu anderen Referenzarten vor noch ein einheitliches Kategoriensystem zur Beschreibung und Analyse unterschiedlicher visueller Verweistechniken. So ist beispielsweise nicht klar, ob die zum Teil literaturwissenschaftlich geprägten Termini als semantische Kategorien gelten sollen, ob sie eine Verfahrenstechnik beschreiben oder auf welcher Ebene (etwa motivisch oder figurativ) Übernahmen stattfinden (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 162).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wünschenswert in dieser Debatte ein epochen- und gattungsübergreifender Theoriebau auch wäre, so unklar ist dabei, ob dieser dem Wandel von Bildbegriffen und Kunstdiskursen im Laufe der Kunstgeschichte gerecht würde (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 95 f.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martina Sitt und Attila Horányi beispielsweise verwerfen den Begriff des Zitats, da er – ähnlich wie der Terminus des &#039;&#039;Einflusses&#039;&#039; (Baader 2003: 73 ff.) – zu heterogene Phänomene in der Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts umfassen muss und damit seine Beschreibungsprägnanz verloren hat (&amp;lt;bib id=&#039;Sitt &amp;amp; Horányi 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 20). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analysen von Bildzitaten in ihren Funktionen und Wirkungen finden meist epochenbezogen – etwa zu Zitattechniken im 20. Jahrhundert (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Schmidt 2000a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – oder bezogen auf das Werk einzelner Künstler (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 225 ff.) – z. B. Bildzitate bei Vermeer (&amp;lt;bib id=&#039;Hammer-Tugendhat 2009a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – statt. In übertragenem Sinn setzen sich auch Vertreterinnen der Performance-Kunst mit Bildzitaten auseinander. So versuchte beispielsweise die Künstlerin Orlan in einer Gesichtsoperation verschiedene weibliche Idealbilder der europäischen Kunstgeschichte (z. B. die Mona Lisa von Leonardo da Vinci und die Venus von Botticelli) in ihrem Gesicht zu vereinen und verwandelte damit Bildzitate in ein reales, somatisches Zitat (&amp;lt;bib id=&#039;Baxmann 2001a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 294 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag definiert das &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; in Differenz zur &#039;&#039;Paraphrase&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Während bei einem Zitat sozusagen Ausschnitte aus einer Vorlage vorgenommen werden und einzelne Elemente in einen neuen Bildkontext gestellt werden, wird bei einer Paraphrase das Vorbild als Ganzes einer Veränderung unterzogen und mit einer neuen Bildvorstellung versehen. Zitat und Paraphrase sind „kritisch reflektierte, also nicht von einem stilistischen Nachahmungsanliegen motivierte, sondern im Bewusstsein der historischen Distanz (und häufig auch der medialen Differenz) erfolgende Rückgriffe auf ein kunstgeschichtliches Vorbild oder mehrere kunstgeschichtliche Vorbilder“ (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171 f.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag verwendet diese Termini als Oberbegriffe für alle weiteren bildlichen Bezugnahmeformen, die besonders die Kunst des 20. Jahrhunderts prägen, in der der Rekurs auf die Kunstgeschichte charakteristisch ist. Belting spricht in diesem Zusammenhang von einer &#039;&#039;Zitatkunst&#039;&#039; als qualitativ neue Kunstform: „Werke, die nicht mehr geschaffen werden können, lassen sich nur noch zitieren. […] Nicht nur werden einzelne Werke wie Namen der Erinnerung zitiert: Sie stehen auch für einen Werkbegriff ein, an den sie nur noch erinnern.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 469)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert bieten die Reproduktionstechniken eine neuartige Verfügbarkeit der Vorbilder; gleichzeitig wird eine Lesbarkeit des zitierenden Bezugs für den Bildbetrachter vorausgesetzt oder erhofft und an seine Interpretationsleistung appelliert (&amp;lt;bib id=&#039;Sello 1979a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin differenziert Zuschlag das Zitat als Verweis auf konkrete Kunstwerke vom Phänomen der &#039;&#039;Metakunst&#039;&#039; ab den 1960er Jahren. Metakunst referiert nicht auf ein spezifisches Bild, sondern in einem erweiterten Sinne entweder auf die Institution Kunst, auf einen Topos oder thematisiert auf einer selbstreflexiven Metaebene Kunst an sich (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 176 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Interbildlichkeit, Interpikturalität und Interikonizität=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Darstellung von Bildbeziehungen wird bisweilen auf den literaturwissenschaftlichen Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039; zurückgegriffen, den Julia Kristeva in den 1970er Jahren zur Beschreibung von Textbeziehungen in Anlehnung an Michail Bachtins Konzept der &#039;&#039;Dialogizität&#039;&#039; entwickelte. Der Begriff der Intertextualität wird in kunstwissenschaftlichen Arbeiten zum Teil direkt auf das Medium Bild übertragen, da entweder explizit textähnliche Strukturen von Bild-Bild-Bezügen – etwa die &#039;&#039;intertextuelle Metamalerei&#039;&#039; (Stoichita 1998) – untersucht werden sollen oder sich bildspezifischere Begriffe noch nicht genügend durchgesetzt haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 60). &lt;br /&gt;
Mieke Bal setzt &#039;&#039;quotation&#039;&#039; als Sprach- und Bildmedium übergreifenden Terminus ein und bezeichnet damit „intersection of iconography and intertextuality“ (&amp;lt;bib id=&#039;Bal 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus liegen verschiedene Termini für Bildverweise vor, die intertextuelle Herangehensweisen adaptieren: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) bezeichnet einerseits Bildbeziehungen sowie Bildreflektionen im Medium Bild und andererseits eine literarische Interbildlichkeit. Letztere ist gekennzeichnet durch eine im übertragenen Sinn vorhandene Bildlichkeit der Sprache im Text, z. B. mittels Verknüpfung von Sprachbildern.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; (zusammenfassend &amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Rosen et al. 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) auch in der Schreibweise &#039;&#039;Interpiktoralität&#039;&#039;: Hierbei handelt es sich um Beziehungen zwischen Bildern, die in der Übernahme von Termini aus der Sprach- und Literaturwissenschaft als Zitat oder Allusion bezeichnet werden. In Analogie zur Sprache steht zur Diskussion, wie Markierungen von Bildbezügen aussehen könnten oder wie verschiedene Deutlichkeitsgrade von Referenzen auseinander zu halten seien. &lt;br /&gt;
: Phänomen und Beschreibung von Bildrelationen sind – ähnlich wie bei der Erforschung von Textbeziehungen – immer wieder Gegenstand kunstgeschichtlicher Untersuchungen gewesen. Gemäß Rosen unterscheidet sich die traditionelle Quellenforschung der Kunstgeschichte jedoch von dem neueren Interpikturalitätsdiskurs. Die Quellenforschung versucht, Einflüsse in Kunstwerken nachzuvollziehen und Beziehungslinien abzubilden. Der Interpikturalitätsansatz indes nimmt die sinnproduzierenden und konstitutiven Funktionen von Bildbezügen in Kunstwerken in den Blick.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Gamer 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;): Zuschlag strebt unter diesem Stichwort ein mehrdimensionales Modell an, das sowohl eine Typologie der interikonischen Bezugnahmen nach formalen und inhaltlichen Einteilungen als auch die funktionalen und historischen Bedingungen und Kontexte sowie produktions- und rezeptionsästhetische Sichtweisen berücksichtigt. Diese Vorgehensweise soll eine differenzierte Beschreibung der einzelnen Bezugnahmen sowie der Rolle des Rezipienten ermöglichen. In der Übertragung vom Medium des Textes auf Objekte der Kunst müssten folgende Aspekte diskutiert werden: das Wechselverhältnis von bildlichem Prätext und Posttext, Begriffe wie Autorschaft und Intentionalität, die Frage eines engen oder weiten Interikonizitätsbegriffs oder auch der Nutzen einer Übernahme von Schriftkategorien wie Einzeltextreferenz, System- oder Gattungsreferenz.&lt;br /&gt;
: Eine Anwendung dieses Postulats der Interikonizität liegt bisher nur in Ansätzen vor. Zuschlag weist auf die Notwendigkeit hin, bei der Übernahme textbasierter Kategorien die spezifischen Charakteristika des Mediums Bild zu berücksichtigen. Gerade in diesem Punkt bestehen noch keine Lösungsvorschläge.&lt;br /&gt;
: Wagner kritisiert an Zuschlags Konzept, dass dieses auf rein bildliche Relationen fokussiert sei. Bildverweise bedürften jedoch stets sprachlicher Vermittlung und Bedeutungsstiftung, so dass Interikonizität auf sprachliche Intertextualität angewiesen und mit dieser verbunden sei (&amp;lt;bib id=&#039;Wagner 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
* Im Rahmen einer weitestgehend literaturwissenschaftlich orientierten Herangehensweise finden sich vereinzelt Untersuchungen zu Bildzitaten in verschiedenen visuellen Formaten ([[Malerei]], [[Fotografie]], [[Film]]) (&amp;lt;bib id=&#039;Böhn 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zu Bildzitaten in literarischen Werken (&amp;lt;bib id=&#039;Eilert 1991a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Zitierende Bezüge zwischen filmischen Stills und Werken des kunstgeschichtlichen Kanons (&amp;lt;bib id=&#039;Keitz 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) werden ebenso analysiert wie Zitate in intermedialen Relationen zwischen Texten und Bildern (&amp;lt;bib id=&#039;Horstkotte &amp;amp; Leonhard 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Dabei wird auch versucht, intermediale und interkulturelle Bildbeziehungen und Bildtransfers nachzuvollziehen und so verschiedene Bildmedien, Zeitschichten und Diskurse außerhalb des klassischen kunstgeschichtlichen Fokus zu berücksichtigen (&amp;lt;bib id=&#039;Schulz 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 322 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Das Bildzitat als juristischer Gegenstand=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern ist, wenn es das Urheberrecht eines Bildinhabers berührt, auch Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen. Die Frage nach der Zulässigkeit von Bildzitaten ist beispielsweise bei Abbildungen in wissenschaftlichen Publikationen relevant. Im Kontext des Internets und seiner weltweiten Verbreitung von Bildern besitzen Bildzitate unterschiedlichster Art eine große Virulenz (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1886 wurde eine internationale „Berner Übereinkunft zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst“ zwischen den Ländern Deutschland, Belgien, Großbritannien, Schweiz, Italien, Spanien und Tunesien geschlossen, die in revidierter Form (die sogenannte RBÜ) immer noch Gültigkeit besitzt. Inzwischen ist sie von fast allen Staaten der Welt anerkannt worden. Laut RBÜ soll den Urhebern von Werken der Wissenschaft und Kunst ein Mindestrecht garantiert werden. Gleichzeitig gilt es, die Interessen der Urheber und der Nutzer eines Werkes im Sinne eines Allgemeinwohls und eines gesellschaftlichen Fortschritts in Einklang zu bringen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Voraussetzungen eines Zitats sehen wie folgt aus: Zunächst muss das zitierte, urheberrechtlich geschützte Werk bereits der Öffentlichkeit rechtmäßig vorliegen. Weiterhin muss der Zweck des Zitierens den Zitatumfang legitimieren und das Zitat mit den „anständigen Gepflogenheiten“ (RBÜ Art. 10, zitiert nach &amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 12) vereinbar sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut Calame und Thouvenin unterscheidet sich das Bildzitat von anderen Zitatarten durch seinen Umfang. Dem Sinn des Zitierens entspricht, aufgrund der Spezifika des Mediums Bild, meist nur das Zitieren des gesamten Werkes und nicht nur eines Ausschnitts. Dies ist, sofern die Verhältnismäßigkeit zum Gesamtwerk gegeben ist, rechtlich möglich (&amp;lt;bib id=&#039;Calame &amp;amp; Thouvenin 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 139 ff.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland ist das Zitatrecht in §51 UrhG ([http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__51.html]) geregelt. Mit der Gesetzesnovelle des zweiten Korbs des §51 UrhG vom 1. Januar 2008 gestaltet sich die Rechtslage folgendermaßen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist. […]“ Insbesondere werden im Weiteren das Zitat im wissenschaftlichen Kontext zu Erläuterungszwecken sowie das Sprach- und Musikzitat angeführt. Nicht explizit genannt, aber durch die Neufassung des Paragraphen ebenfalls abgedeckt, sind Werkarten wie Bild-, Film- und Multimediazitate. Im konkreten Fall ist der Zitatzweck rechtlich zu prüfen, der in einer Belegfunktion oder im zitierenden Bezug mit dem Ziel einer kulturellen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung liegen kann. Die reine Ausschmückung eines Werkes mittels eines Zitats ist nicht zulässig. Das Zitat darf nicht an die Stelle der eigenen geistigen Schöpfung treten, die im Verhältnis überwiegen muss. Unter der Voraussetzung, dass die Bedingungen eines korrekten Zitierens erfüllt sind (angemessener Umfang und Zweck des Zitats eines urheberrechtlich vorliegenden Werkes sowie seine Kennzeichnung in Form einer Quellenangabe), hat der Urheber das Zitieren seines Werkes ohne finanzielle Entschädigungsmöglichkeit zu dulden (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 11 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
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&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--[[Benutzer:Jakob Steinbrenner|Jakob Steinbrenner]]--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Anna Valentine Ullrich|Anna Valentine Ullrich]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anna Valentine Ullrich</name></author>
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	<entry>
		<id>https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=6893</id>
		<title>Bildzitat</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bildglossar.org/index.php?title=Bildzitat&amp;diff=6893"/>
		<updated>2011-10-05T20:38:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anna Valentine Ullrich: /* Größerer Zusammenhang */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!--  &amp;quot;This is comment&amp;quot;  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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{{GlossarBoxMain}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Ab hier: eigentlicher Inhalt; Überschriften gegebenenfalls anpassen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====Größerer Zusammenhang=====&lt;br /&gt;
Was ist ein Bildzitat? Allgemein gesprochen lässt sich darunter eine zitierende, intramedial stattfindende Referenz zwischen Bildwerken heterogener Provenienz verstehen. Es handelt sich also um ein [[Bild in reflexiver Verwendung]]. Obwohl der Begriff in der Literatur häufig gebraucht wird, ist bislang ungeklärt, welche Merkmale ein Bildzitat erfüllen muss, um als solches zu gelten, und wie es von anderen Verweistechniken wie beispielsweise Variation, Anspielung, Parodie u. ä. zu unterscheiden ist.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bildzitate treten in diversen [[Bildmedien]] (etwa in der [[Malerei]], [[Fotografie]], im [[Comic]]) auf und liegen – historisch betrachtet – in unterschiedlichen Epochen der Kunst, aber auch in der [[Werbung]] und Alltagskultur vor. Demzufolge sind sie in allen gesellschaftlichen Bereichen anzufinden, in denen auf ein kulturelles Reservoir an Bildern zitierend Bezug genommen wird. ([[Kunstgeschichte als Bildgeschichte]])&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Frage nach einem Bildzitat ist eng verknüpft mit verschiedenen Themenfeldern, etwa, wie sich das Bildzitat zum Sprachzitat oder allgemeiner Bilder zur Sprache verhalten, in welchen Kategorien über Bilder reflektiert werden kann ([[Sprechen über Bilder]]) und inwiefern im Zuge eines &#039;&#039;iconic&#039;&#039; oder &#039;&#039;pictorial turns&#039;&#039; ein bildspezifischer Diskurs über Bildverweise in Abgrenzung zum sprachlichen Diskurs möglich ist ([[Bildwissenschaft als Sprach- und Bildkritik]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das Bildzitat ist Gegenstand dreier Kontexte, die mehr oder weniger unabhängig voneinander existieren. Eine gegenseitige Rezeption findet nicht statt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nelson Goodman setzt sich in seiner Symboltheorie mit der Bezugnahmepraktik des Zitierens auseinander. In einer vergleichenden Perspektive betrachtet er die Bedingungen für ein sprachliches, bildliches und musikalisches Zitieren. (Zum möglichen Nutzen von Goodmans Unterscheidung der Referenzformen &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; und &#039;&#039;Variation&#039;&#039; als Bestandteil einer homogenen Beschreibungssprache für die Bildwissenschaften &amp;lt;bib id=&#039;Birk 2011a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Untersuchungen von Bildzitaten finden vorrangig im Rahmen der Kunstgeschichte als einer [[Bildwissenschaft]] statt. Hier stehen konkrete Analysen von Zitaten in Kunstwerken und ihre Implikationen im Vordergrund. Eine theoretische Reflektion des Begriffs basierend auf Goodmans symboltheoretischen Ansatz ist nicht vorhanden. Grundlage der Einzeluntersuchungen scheint häufig ein alltagssprachliches Verständnis von Zitat – das in erster Linie von der Idee eines sprachlichen Zitat beherrscht wird – zu sein, oder es werden explizit terminologische Bestimmungen des Zitats in Anlehnung an linguistische und literaturwissenschaftliche Definitionen vorgenommen (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171). Dieser literaturwissenschaftlichen Orientierung entstammt auch ein Zweig bildwissenschaftlicher Forschung, der, beruhend auf dem Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039;, Bildbeziehungen unter den Schlagworten &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039;, &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; oder &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; erörtert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schließlich beschäftigt sich die Jurisprudenz mit dem Bildzitat. Aus juristischer Hinsicht ist die urheberrechtliche Frage relevant, welche Formen eines Bildzitats zulässig sind. Die rechtliche Perspektive wird zwar vereinzelt in literaturwissenschaftlichen (&amp;lt;bib id=&#039;Neumann 1980a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zeichentheoretischen Arbeiten (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 84) zur Zitatklärung herangezogen, spielt jedoch für den symboltheoretischen Ansatz bei Goodman sowie den kunsthistorischen Diskurs keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Nelson Goodman: Sprach-, Bild- und Musikzitat=====&lt;br /&gt;
Nelson Goodman (&amp;lt;bib id=&#039;Goodman 1990a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 59 ff.) betrachtet vergleichend Zitate in der Sprache, in Bildern und in der Musik. Er geht von sprachlichen Konstellationen des Zitierens aus und stellt zwei notwendige, aber nicht hinreichende Bedingungen auf. &lt;br /&gt;
* Ein Zitat ist erstens gekennzeichnet durch das Enthaltensein des Zitierten. Im Fall des direkten Zitats handelt es sich um eine syntaktische Replikation, im Fall des indirekten Zitats liegt eine semantische Paraphrase des Zitierten vor.&lt;br /&gt;
* Zweitens wird im Zitat mittels einer Benennung oder Prädikation auf das Zitierte Bezug genommen (⊳ [[Referenz, Denotation, Exemplifikation|Denotation]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß Goodmans Kriterien gilt das indirekte Zitat als basale Variante des Zitierens, in der das direkte Zitat mit seiner identischen Buchstabenabfolge des Zitierten einen Sonderfall darstellt. Zitierbar sind vom Buchstaben bis zum Satz alle schriftsprachlichen Ebenen.&lt;br /&gt;
In der Übertragung der genannten sprachlichen Zitatkriterien stellt Goodman fest, dass im Bereich des Bildes zum Enthaltensein kein Äquivalent vorhanden ist und im Bereich der Musik zur Referenz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analog zur Bezugnahme auf das Zitierte im direkten Sprachzitat sucht Goodman nach Anführungszeichen im Bild und sieht sie in der Darstellung eines Rahmens oder einer Staffelei im Bild. Bezüglich des Enthaltenseins stellt sich dabei folgendes Problem. Da das Bild als autographische Kunst kein Alphabet besitzt, syntaktisch dicht ist und somit die exakte Wiederholung einer Buchstabenkombination nicht gegeben ist, stellt sich die Frage, was einer Replik im Bild entsprechen könnte. Repliken können zwar unterschiedlich ausgestaltet sein, sind aber durch die identische Repetition der Buchstabenabfolge gekennzeichnet, die im System einzigartig vorliegender Bildsymbole nicht vorhanden ist. Dem entspricht auch nicht, wie man zunächst vermuten könnte, die Kategorie der Kopie. &lt;br /&gt;
Für ein indirektes Bildzitat könnte ebenfalls ein gemalter Rahmen als Anzeige einer Paraphrase dienen. Letztlich ist in diesem Zusammenhang der Kontext entscheidend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Musik ermöglicht das Notationssystem nach westlichem Standard die Replikation, so dass die Bedingung des Enthaltensein des Zitierten gegeben ist. Anführungszeichen als Bezugnahme sind nicht vorhanden, allerdings könnten Markierungen wie Pausen und besondere Betonungen ein Zitat wie im Gesprochenen anzeigen. &lt;br /&gt;
Ein indirektes Musikzitat scheitert an dem Kriterium der Paraphrase, da Musik keine Denotation besitzt. Eine musikalische Variation stellt keine Paraphrase dar, da es sich um eine syntaktisch motivierte Beziehung zu einem Musikwerk handelt – keine semantische, wie es die Paraphase verlangen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich sieht Goodman sowohl die Möglichkeit eines Zitats von Sprache im Bild als auch in umgekehrter Richtung. Klang ließe sich ebenfalls bildlich zitieren. So müsste beispielsweise eine Musikpartitur im Bild abgebildet sein, denn Notation und Klang stehen in einem ähnlichen Verhältnis wie geschriebene und gesprochene Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jakob Steinbrenner (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 217 ff.) kommt im Rückgriff auf Überlegungen von Goodman, Tarski und Davidson zu dem Schluss, dass der Zitatbegriff in syntaktischer Hinsicht nicht auf den Bereich des Bildes übertragen werden kann. Er begründet seine Darstellung damit, dass die von ihm herausgearbeiteten Merkmale sprachlicher Zitate keine Entsprechung im Bereich des Bildes besitzen. Dabei räumt er ein, dass auf der Ebene der Semantik Merkmalsähnlichkeiten vorliegen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachliche Zitate sind gemäß Steinbrenner durch folgende Aspekte gekennzeichnet. Ein Zitat besteht aus einem Zeichenvorkommnis, das von Anführungszeichen gerahmt oder durch andere Mittel hervorgehoben wird, wobei es bestimmte notwendige syntaktische und semantische Merkmale aufweist. Ein Zitat denotiert und stimmt mit dem Zitierten im Typ überein. Zitierbar sind keine fiktiven oder zukünftigen, sondern nur von Personen gemachte, also bereits verwendete Äußerungen. Diese müssen aus eindeutig identifizierbaren Einzelzeichen einer Sprache bestehen, die jeweils einem Typ zuzuordnen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern in Bildern wirft nun verschiedene Probleme in der Übertragung sprachlicher Zitatkennzeichen auf. Kann ein im Bild dargestellter Rahmen oder eine Staffelei als syntaktische Anzeige, als Anführungszeichen eines darin enthaltenen Bildzitats fungieren? Steinbrenner führt gegen diese Überlegung an, dass das im Rahmen Dargestellte nicht zwangsläufig ein Bild im Bild ist. Es kann auch nur der Rahmen selbst präsentiert werden. Zum einen bleibt offen, was ein Bild ist und wie Bilder in Bildern abgebildet werden können. Zum anderen existiert in der Forschung keine Übereinstimmung in der Frage, ob es so etwas wie atomare Bildzeichen gibt und wie diese zu Zeichenkombinationen zusammengesetzt sind, wie also eine Bildgrammatik zu denken wäre. Da im Bild das Buchstabieren nicht möglich ist, fehlt die syntaktische Überprüfungsmöglichkeit, ob Zitiertes und Zitat einander im Typ entsprechen. &lt;br /&gt;
Während prinzipiell Jeder sprachliche Zitate verwenden und erkennen kann – bis zu einem gewissen Grad auch ohne semantische Kompetenz –, ist dies bei bildlichen Zitaten nicht der Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinbrenner kommt zu dem Schluss, dass im Fall des Bildes aufgrund der fehlenden Übertragbarkeit der Kennzeichen sprachlicher Zitate sinnvollerweise nicht von einem bildlichen Zitat, sondern von einer &#039;&#039;Anspielung&#039;&#039; gesprochen werden sollte. Die Anspielung stellt eine unspezifischere Form der Bezugnahme dar, die lediglich manche Eigenschaften des Zitierten exemplifiziert (&amp;lt;bib id=&#039;Steinbrenner 2004a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: 221).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Kunsthistorische Perspektive: Das Bildzitat im Kontext weiterer Bildbezüge=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In kunsthistorischen Untersuchungen liegt eine Fülle an Termini zur Beschreibung von Bildbeziehungen vor – etwa das Bild im Bild (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Kemp 1995a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;), die Parodie, Hommage, Allusion, Variation, Kopie u. ä. Christoph Zuschlag (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) beklagt die uneinheitliche Begriffsverwendung in der Literatur und verweist auf die Schwierigkeit, die Vielfalt der vorhandenen Bildrelationen zu erfassen und zu systematisieren. Zudem liege weder eine konsensuelle theoretische Bestimmung des Bildzitats und seiner Abgrenzung zu anderen Referenzarten vor noch ein einheitliches Kategoriensystem zur Beschreibung und Analyse unterschiedlicher visueller Verweistechniken. So ist beispielsweise nicht klar, ob die zum Teil literaturwissenschaftlich geprägten Termini als semantische Kategorien gelten sollen, ob sie eine Verfahrenstechnik beschreiben oder auf welcher Ebene (etwa motivisch oder figurativ) Übernahmen stattfinden (&amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 162).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wünschenswert in dieser Debatte ein epochen- und gattungsübergreifender Theoriebau auch wäre, so unklar ist dabei, ob dieser dem Wandel von Bildbegriffen und Kunstdiskursen im Laufe der Kunstgeschichte gerecht würde (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 95 f.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martina Sitt und Attila Horányi beispielsweise verwerfen den Begriff des Zitats, da er – ähnlich wie der Terminus des &#039;&#039;Einflusses&#039;&#039; (Baader 2003: 73 ff.) – zu heterogene Phänomene in der Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts umfassen muss und damit seine Beschreibungsprägnanz verloren hat (&amp;lt;bib id=&#039;Sitt &amp;amp; Horányi 1993a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 20). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analysen von Bildzitaten in ihren Funktionen und Wirkungen finden meist epochenbezogen – etwa zu Zitattechniken im 20. Jahrhundert (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Schmidt 2000a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – oder bezogen auf das Werk einzelner Künstler (&amp;lt;bib id=&#039;Asemissen &amp;amp; Schweikhart 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 225 ff.) – z. B. Bildzitate bei Vermeer (&amp;lt;bib id=&#039;Hammer-Tugendhat 2009a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) – statt. In übertragenem Sinn setzen sich auch Vertreterinnen der Performance-Kunst mit Bildzitaten auseinander. So versuchte beispielsweise die Künstlerin Orlan in einer Gesichtsoperation verschiedene weibliche Idealbilder der europäischen Kunstgeschichte (z. B. die Mona Lisa von Leonardo da Vinci und die Venus von Botticelli) in ihrem Gesicht zu vereinen und verwandelte damit Bildzitate in ein reales, somatisches Zitat (&amp;lt;bib id=&#039;Baxmann 2001a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 294 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag definiert das &#039;&#039;Zitat&#039;&#039; in Differenz zur &#039;&#039;Paraphrase&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Während bei einem Zitat sozusagen Ausschnitte aus einer Vorlage vorgenommen werden und einzelne Elemente in einen neuen Bildkontext gestellt werden, wird bei einer Paraphrase das Vorbild als Ganzes einer Veränderung unterzogen und mit einer neuen Bildvorstellung versehen. Zitat und Paraphrase sind „kritisch reflektierte, also nicht von einem stilistischen Nachahmungsanliegen motivierte, sondern im Bewusstsein der historischen Distanz (und häufig auch der medialen Differenz) erfolgende Rückgriffe auf ein kunstgeschichtliches Vorbild oder mehrere kunstgeschichtliche Vorbilder“ (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 171 f.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuschlag verwendet diese Termini als Oberbegriffe für alle weiteren bildlichen Bezugnahmeformen, die besonders die Kunst des 20. Jahrhunderts prägen, in der der Rekurs auf die Kunstgeschichte charakteristisch ist. Belting spricht in diesem Zusammenhang von einer &#039;&#039;Zitatkunst&#039;&#039; als qualitativ neue Kunstform: „Werke, die nicht mehr geschaffen werden können, lassen sich nur noch zitieren. […] Nicht nur werden einzelne Werke wie Namen der Erinnerung zitiert: Sie stehen auch für einen Werkbegriff ein, an den sie nur noch erinnern.“ (&amp;lt;bib id=&#039;Belting 1998a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 469)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert bieten die Reproduktionstechniken eine neuartige Verfügbarkeit der Vorbilder; gleichzeitig wird eine Lesbarkeit des zitierenden Bezugs für den Bildbetrachter vorausgesetzt oder erhofft und an seine Interpretationsleistung appelliert (&amp;lt;bib id=&#039;Sello 1979a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin differenziert Zuschlag das Zitat als Verweis auf konkrete Kunstwerke vom Phänomen der &#039;&#039;Metakunst&#039;&#039; ab den 1960er Jahren. Metakunst referiert nicht auf ein spezifisches Bild, sondern in einem erweiterten Sinne entweder auf die Institution Kunst, auf einen Topos oder thematisiert auf einer selbstreflexiven Metaebene Kunst an sich (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2002a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 176 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Interbildlichkeit, Interpikturalität und Interikonizität=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Darstellung von Bildbeziehungen wird bisweilen auf den literaturwissenschaftlichen Ansatz der &#039;&#039;Intertextualität&#039;&#039; zurückgegriffen, den Julia Kristeva in den 1970er Jahren zur Beschreibung von Textbeziehungen in Anlehnung an Michail Bachtins Konzept der &#039;&#039;Dialogizität&#039;&#039; entwickelte. Der Begriff der Intertextualität wird in kunstwissenschaftlichen Arbeiten zum Teil direkt auf das Medium Bild übertragen, da entweder explizit textähnliche Strukturen von Bild-Bild-Bezügen – etwa die &#039;&#039;intertextuelle Metamalerei&#039;&#039; (Stoichita 1998) – untersucht werden sollen oder sich bildspezifischere Begriffe noch nicht genügend durchgesetzt haben (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 60). &lt;br /&gt;
Mieke Bal setzt &#039;&#039;quotation&#039;&#039; als Sprach- und Bildmedium übergreifenden Terminus ein und bezeichnet damit „intersection of iconography and intertextuality“ (&amp;lt;bib id=&#039;Bal 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 8). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus liegen verschiedene Termini für Bildverweise vor, die intertextuelle Herangehensweisen adaptieren: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interbildlichkeit&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Rose 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) bezeichnet einerseits Bildbeziehungen sowie Bildreflektionen im Medium Bild und andererseits eine literarische Interbildlichkeit. Letztere ist gekennzeichnet durch eine im übertragenen Sinn vorhandene Bildlichkeit der Sprache im Text, z. B. mittels Verknüpfung von Sprachbildern.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interpikturalität&#039;&#039; (zusammenfassend &amp;lt;bib id=&#039;Rosen 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Rosen et al. 2003a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) auch in der Schreibweise &#039;&#039;Interpiktoralität&#039;&#039;: Hierbei handelt es sich um Beziehungen zwischen Bildern, die in der Übernahme von Termini aus der Sprach- und Literaturwissenschaft als Zitat oder Allusion bezeichnet werden. In Analogie zur Sprache steht zur Diskussion, wie Markierungen von Bildbezügen aussehen könnten oder wie verschiedene Deutlichkeitsgrade von Referenzen auseinander zu halten seien. &lt;br /&gt;
: Phänomen und Beschreibung von Bildrelationen sind – ähnlich wie bei der Erforschung von Textbeziehungen – immer wieder Gegenstand kunstgeschichtlicher Untersuchungen gewesen. Gemäß Rosen unterscheidet sich die traditionelle Quellenforschung der Kunstgeschichte jedoch von dem neueren Interpikturalitätsdiskurs. Die Quellenforschung versucht, Einflüsse in Kunstwerken nachzuvollziehen und Beziehungslinien abzubilden. Der Interpikturalitätsansatz indes nimmt die sinnproduzierenden und konstitutiven Funktionen von Bildbezügen in Kunstwerken in den Blick.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Interikonizität&#039;&#039; (&amp;lt;bib id=&#039;Zuschlag 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;; &amp;lt;bib id=&#039;Gamer 2007a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;): Zuschlag strebt unter diesem Stichwort ein mehrdimensionales Modell an, das sowohl eine Typologie der interikonischen Bezugnahmen nach formalen und inhaltlichen Einteilungen als auch die funktionalen und historischen Bedingungen und Kontexte sowie produktions- und rezeptionsästhetische Sichtweisen berücksichtigt. Diese Vorgehensweise soll eine differenzierte Beschreibung der einzelnen Bezugnahmen sowie der Rolle des Rezipienten ermöglichen. In der Übertragung vom Medium des Textes auf Objekte der Kunst müssten folgende Aspekte diskutiert werden: das Wechselverhältnis von bildlichem Prätext und Posttext, Begriffe wie Autorschaft und Intentionalität, die Frage eines engen oder weiten Interikonizitätsbegriffs oder auch der Nutzen einer Übernahme von Schriftkategorien wie Einzeltextreferenz, System- oder Gattungsreferenz.&lt;br /&gt;
: Eine Anwendung dieses Postulats der Interikonizität liegt bisher nur in Ansätzen vor. Zuschlag weist auf die Notwendigkeit hin, bei der Übernahme textbasierter Kategorien die spezifischen Charakteristika des Mediums Bild zu berücksichtigen. Gerade in diesem Punkt bestehen noch keine Lösungsvorschläge.&lt;br /&gt;
: Wagner kritisiert an Zuschlags Konzept, dass dieses auf rein bildliche Relationen fokussiert sei. Bildverweise bedürften jedoch stets sprachlicher Vermittlung und Bedeutungsstiftung, so dass Interikonizität auf sprachliche Intertextualität angewiesen und mit dieser verbunden sei (&amp;lt;bib id=&#039;Wagner 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 221).&lt;br /&gt;
* Im Rahmen einer weitestgehend literaturwissenschaftlich orientierten Herangehensweise finden sich vereinzelt Untersuchungen zu Bildzitaten in verschiedenen visuellen Formaten ([[Malerei]], [[Fotografie]], [[Film]]) (&amp;lt;bib id=&#039;Böhn 1999a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) oder zu Bildzitaten in literarischen Werken (&amp;lt;bib id=&#039;Eilert 1991a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Zitierende Bezüge zwischen filmischen Stills und Werken des kunstgeschichtlichen Kanons (&amp;lt;bib id=&#039;Keitz 1994a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;) werden ebenso analysiert wie Zitate in intermedialen Relationen zwischen Texten und Bildern (&amp;lt;bib id=&#039;Horstkotte &amp;amp; Leonhard 2006a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;). Dabei wird auch versucht, intermediale und interkulturelle Bildbeziehungen und Bildtransfers nachzuvollziehen und so verschiedene Bildmedien, Zeitschichten und Diskurse außerhalb des klassischen kunstgeschichtlichen Fokus zu berücksichtigen (&amp;lt;bib id=&#039;Schulz 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 322 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Das Bildzitat als juristischer Gegenstand=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zitieren von Bildern ist, wenn es das Urheberrecht eines Bildinhabers berührt, auch Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen. Die Frage nach der Zulässigkeit von Bildzitaten ist beispielsweise bei Abbildungen in wissenschaftlichen Publikationen relevant. Im Kontext des Internets und seiner weltweiten Verbreitung von Bildern besitzen Bildzitate unterschiedlichster Art eine große Virulenz (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1886 wurde eine internationale „Berner Übereinkunft zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst“ zwischen den Ländern Deutschland, Belgien, Großbritannien, Schweiz, Italien, Spanien und Tunesien geschlossen, die in revidierter Form (die sogenannte RBÜ) immer noch Gültigkeit besitzt. Inzwischen ist sie von fast allen Staaten der Welt anerkannt worden. Laut RBÜ soll den Urhebern von Werken der Wissenschaft und Kunst ein Mindestrecht garantiert werden. Gleichzeitig gilt es, die Interessen der Urheber und der Nutzer eines Werkes im Sinne eines Allgemeinwohls und eines gesellschaftlichen Fortschritts in Einklang zu bringen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Voraussetzungen eines Zitats sehen wie folgt aus: Zunächst muss das zitierte, urheberrechtlich geschützte Werk bereits der Öffentlichkeit rechtmäßig vorliegen. Weiterhin muss der Zweck des Zitierens den Zitatumfang legitimieren und das Zitat mit den „anständigen Gepflogenheiten“ (RBÜ Art. 10, zitiert nach &amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 12) vereinbar sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut Calame und Thouvenin unterscheidet sich das Bildzitat von anderen Zitatarten durch seinen Umfang. Dem Sinn des Zitierens entspricht, aufgrund der Spezifika des Mediums Bild, meist nur das Zitieren des gesamten Werkes und nicht nur eines Ausschnitts. Dies ist, sofern die Verhältnismäßigkeit zum Gesamtwerk gegeben ist, rechtlich möglich (&amp;lt;bib id=&#039;Calame &amp;amp; Thouvenin 2008a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 139 ff.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland ist das Zitatrecht in §51 UrhG ([http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__51.html]) geregelt. Mit der Gesetzesnovelle des zweiten Korbs des §51 UrhG vom 1. Januar 2008 gestaltet sich die Rechtslage folgendermaßen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist. […]“ Insbesondere werden im Weiteren das Zitat im wissenschaftlichen Kontext zu Erläuterungszwecken sowie das Sprach- und Musikzitat angeführt. Nicht explizit genannt, aber durch die Neufassung des Paragraphen ebenfalls abgedeckt, sind Werkarten wie Bild-, Film- und Multimediazitate. Im konkreten Fall ist der Zitatzweck rechtlich zu prüfen, der in einer Belegfunktion oder im zitierenden Bezug mit dem Ziel einer kulturellen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung liegen kann. Die reine Ausschmückung eines Werkes mittels eines Zitats ist nicht zulässig. Das Zitat darf nicht an die Stelle der eigenen geistigen Schöpfung treten, die im Verhältnis überwiegen muss. Unter der Voraussetzung, dass die Bedingungen eines korrekten Zitierens erfüllt sind (angemessener Umfang und Zweck des Zitats eines urheberrechtlich vorliegenden Werkes sowie seine Kennzeichnung in Form einer Quellenangabe), hat der Urheber das Zitieren seines Werkes ohne finanzielle Entschädigungsmöglichkeit zu dulden (&amp;lt;bib id=&#039;Barabash 2010a&#039;&amp;gt;&amp;lt;/bib&amp;gt;: S. 11 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den folgenden Befehl, der die drei rechten Kästen einfügt, nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Anmerkungen und Literatur wird automatisch eingesetzt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Literatur muß dazu mit entsprechender Bezeichnung in der Bibliogryphy-Seite eingetragen sein--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ... dazu den &amp;quot;Sammlung&amp;quot;-Link im Literaturkasten verwenden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{GlosTab2}}&lt;br /&gt;
{{GlosTab3}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Verantwortlich:&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;!--in der folgenden Zeile XXX durch Benutzernamen ersetzen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--[[Benutzer:Jakob Steinbrenner|Jakob Steinbrenner]]--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Benutzer:Anna Valentine Ullrich|Anna Valentine Ullrich]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--den Schluß nicht verändern--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--Das war&#039;s--&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anna Valentine Ullrich</name></author>
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